Step 2
Step 2
STEP 2
KONSTRUKTIONEN
DETAILS
N A C H E U R O C O D E 5
Herausgegeben von
Hans Joachim Blaß
Rainer Görlacher
Günter Steck
Inhalt
Vorwort
D Bemessung und Konstruktion Details-
D1 Fachwerkknoten mit stiftförrnigen Verbindungsmitteln
D2 Fachwerkknoten mit Dübeln besonderer Bauart
D3 Instandsetzung von Holzkonstmktionen - Bauzustandsanalyse
D4 Instandsetzung von Holzkonstruktionen - Reparatur und Verstärkung
D5 Träger-Stütze- und Träger-Träger- Anschlüsse
D6 Anschlüsse mit Stahlplatten
D7 Transport und Montage
D8 Rahmenecken
D9 Aussteifung - Konstruktionsdetails
D10 Holzkonstruktionen in Erdbebengebieten - Details
D1 1 Rechnerunterstütztes Konstruieren und Fertigen
E -
Bemessung und Konstruktion Tragwerke
Geschichte des Holzbaus
Entwurf von Holzkonstruktionen
Pfetten
Gerade Brettschichtholzträger, Pult- und Satteldachträger
Gekrümmte Brettschichtholzträger und Satteldachträger
Fachwerkbinder aus Furnierschichtholz
Fachwerkbinder aus Brettschichtholz und Vollholz
Gerüste und Schalungen
Ebene Rahmen und Bögen
Holztafelbau - Konstruktion
Holztafelbau - Gebrauchstauglichkeit
Holztafelbau - Feuerwiderstand
Holz-Beton-Verbundkonstruktionen
Aussteifung von Tragwerken
Holzskelettbau - Prinzipien
Holzskelettbau - Bemessung
Holzbrücken
Holzpfähle
Rundholzkonstruktionen
Räumliche Rahmen und Kuppeln
Schalentragwerke
Ermüdung von Holz und Holzwerkstoffen
Stützwände, Schallschutzwände und Leitplanken
Leitungsmasten
Betonschalungen
Holzkonstruktionen in aggressiven Medien
Lernen aus Schadensfällen I
Lernen aus Schadensfällen I1
Autorenverzeichnis
Beteiligte Organisationen
Inhalt STEP 1
Weitere Veröffentlichungen in der STEP-Reihe
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Vorwort
Der vorliegende zweite Band der STEP Buchreihe schließt das Eurofortechl STEP
Programm ab und erweitert ein enzigartiges europäisches Lehrprogramm für den
Holzbau. Auf der Grundlage des ersten Bandes behandelt der zweite Band
"Holzbauwerke - STEP 2" die Bemessung und Konstruktion von Details und
Tragwerken. Die deutsche Fassung stellt eine Übersetzung der zunächst in
englischer Sprache erarbeiteten Beiträge dar und entspricht daher in manchen
Bereichen nicht der im deutschsprachigen Raum gängigen Holzbaupraxis. Auf eine
Abstimmung der Beiträge auf die bei uns übliche Praxis wurde bewußt verzichtet,
um dem Leser auch Konstruktionsmöglichkeiten vorzustellen, wie sie in den europä-
ischen Nachbarländern angewendet werden.
Zur Unterstützung der Dozenten wurde parallel zu den STEP Büchern eine STEP
Diareihe über Holzbauthemen entwickelt. Das vollständige Paket gibt Dozenten in
Universitäten, Fachhochschulen und Fachschulen die Möglichkeit, zukünftigen
Generationen von Bauingenieuren und Architekten aus europäischer Sicht die
Möglichkeiten des Holzes als leistungsfähiger, wirtschaftlicher und ökologischer
Baustoff darzustellen.
Einleitung
Fachwerkträger werden in zahlreichen unterschiedlichen Formen hauptsächlich
bei Dachkonstruktionen für Sporthallen, Industriegebäude und landwirtschaftliche
Gebäude verwendet. Die Vorteile des Fachwerkbinders sind die geringe Eigenlast
und die Materialersparnis, während die Konstruktionshöhe in Trägermitte im
Vergleich zu Vollwandträgern als Nachteil angesehen werden kann. Die einzel-
nen Stäbe des Fachwerks sind an ihren Enden miteinander verbunden, indem die
Stabenden nebeneinanderliegend Anschlußflächen für die Verbindungsmittel
ergeben, oder indem sie stumpf gestoßen sind und über Knotenplatten, z.B. aus
Stahl, verbunden werden. Mehrschnittige Verbindungen erlauben eine Minimie-
rung der Anschlußfläche, weil die von den Verbindungsmitteln aufzunehmenden
Kräfte auf mehrere Scherflächen verteilt werden können. Wegen ihrer hohen
Tragfähigkeit werden stiftförmige Verbindungsrnittel in den Fachwerkknoten-
verbindungen sowohl bei Holz-Holz- als auch Stahlblech-Holz-Verbindungen
häufig eingesetzt.
Mehrschnittige Verbindungen
1 2 3 4 5
Abb. 1 Typischer Fachwerkknoten mit sich übergreifenden Stabenden der
Füllstäbe.
In STEP 1 werden nur ein- und zweischnittige Verbindungen zwischen zwei und
drei Einzelteilen behandelt. Es gibt jedoch Fälle, bei denen eine Verbindung aus
mehr als drei Elementen besteht. Ein Beispiel ist die Verbindung von Fachwerk-
stäben, die im Gegensatz zu Nagelplattenbindern nicht in einer Ebene liegen.
Ober- und Untergurt können von Auflager zu Auflager durchlaufend mit häufig
mehrteiligen Querschnitten hergestellt sein. Die Diagonalen und Pfosten werden
EC5: Teil 1-1: 6.2.3 "In mehrschnittigen Verbindungen sollte die Gesamttragfähigkeit als Summe der
Mindesttragfähigkeit aller Scherfugen bestimmt werden, wobei jede Scherfuge
als Teil einer Reihe zweischnittiger Verbindungen anzusehen ist." Die Kräfte, die
in den einzelnen Scherflächen übertragen werden können, sind wegen der
unterschiedlichen Faserrichtung der Einzelteile verschieden, so daß die Trag-
fähigkeit jeder Scherfläche gesondert zu betrachten ist. Im folgenden wird dieses
Vorgehen anhand des Falles nach Abb. 1 vorgestellt.
Beispiel
Es wird die Verbindung nach Abb. 1 untersucht. Der Winkel zwischen Untergurt
und Diagonalen beträgt 45". Nutzungsklasse 2, Klasse der Lasteinwirkungsdauer:
kurz.
Holz 1 und 5 b, = 45 mm
Holz 3 b, = 75 mm
Holz 2 und 4 b3 = 35mm
Charakteristische Zugfestigkeit des Stabdübels f = 640 N/mm2
Stabdübeldurchmesser d = 10mm
Charakteristische Rohdichte der Hölzer Pk - 380 kg/m3
Die Ergebnisse sind der Tabelle 1 zu entnehmen. Die Tragfähigkeit der Scher-
fläche zwischen Holz 1 und 2 beträgt 2720 N und die der nächsten Scherfläche
2260 N.
Abb. 4 Dreiecksbinder.
Stäbe: C27
p, = 370 kg/m3
YM = l , 3
Nutzungsklasse 1
Klasse der Lasteinwirkungsdauer: mittel
km, = 098
Abb. 6 Untergurtknoten.
~ n s c h l u ßV, an U: Abb. 6
F, = 4560 N
nmq = 45601946 = 4,8 gewählt 5 Nägel
1450 N
2 . 2 = 4 N ä g e l 3 1 .70
Abb. 7 Firstknoten.
2.4=8Nägel31.70
2 . 15 = 30 Nägel 31 .70 2 . 15 = 30 Nägel 31 . 7 0
Abb. 8 Untergurtknoten.
Abb. 9 Dreiecksbinder.
Stabdübel: d = 20 mm
S 235
YM =
Stäbe: C24
p, = 350 kg/m3
YM
Nutzungsklasse 1 ; Klasse der Lasteinwirkungsdauer: mittel
km, =0,8
Anschluß U, an 0, : Abb. 10
F, .
= 170000 1,44 = 290000 N
Scherfläche 1 Scherfiäche 2
EC5: Teil 1-1: [Link] R, =21800N R, = 13300 N
EC5: Teil 1-1: [Link] R, =13300N R, = 13600 N
4 Stabdübel~i20mm
Abb. 11 Untergurtknoten.
Abb. 12 Firstknoten.
Zweischnittige Stabdübel:
Der kleinste der nachfolgenden Werte ist der maßgebende Bemessungswert je
Scherfuge.
EC5: Teil 1-1: [Link] Rd = 23500 N
EC5: Teil 1-1: [Link] Rd = 14100 N
EC5: Teil 1-1: [Link] Rd = 12500 N
EC5: Teil 1-1: [Link] Rd = 14700 N
Abb. 13 Trapezbinder.
I'
Abb. 14 Beispiel für einen Fachwerkknoten im Fachwerk nach Abb. 13.
I1 - I1 1-1
fb/ (bl
2 . 116 nails 6.0.80 2 . 56 nails 6.0.80
\ I,--, I 1
12 dowels 012 mm
J1
2 . 10=20nails90,310(p)
Allgemeines zu Fachwerkknoten
Ausmittigkeiten sollten bei der Verbindung der Fachwerkstäbe vermieden
werden, damit keine Zusatzbeanspruchungen erzeugt werden, siehe Abb. 1. Falls
Exzentrizitäten nicht vermeidbar sind, muß ihr Einfluß auf die Tragfähigkeit der
Verbindung und der Stäbe berücksichtigt werden. Aus Versuchen hat sich
ergeben, daß die Abnahme der Tragfähigkeit der Verbindung in solchen Fällen
bis zu 30% betragen kann. Das Zusatzmoment kann folgendermaßen berechnet
werden:
M = D , sin a , e = D, sin a, e
M = / M , / + /M,/
Abb. 2 Verwendung von T-förmigen Dübeln für den Anschluß eines Sattelholzes
(U)aus Laubholz.
Die Abbildungen 3 bis 25 zeigen eine Reihe von Fachwerkknoten mit Dübeln
besonderer Bauart. Bei der Bemessung der dargestellten Verbindungen sind
folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Bemessungswerte der Einwirkungen,
- Bemessungswerte der Dübel- und Bolzentragfähigkeiten,
- Mindestabmessungen der Hölzer,
- Randabstände der Verbindungsmittel in Faserrichtung,
- Abstand zwischen Anschlußmittelpunkt und dem äußeren Rand des Ober-
gurtes bei Kraftrichtungen, die zur Faserrichtung geneigt sind,
- Mindestdübelabstände.
F, = 194 kN (Zug)
krnod = 0,8
-
- 60 mm b, = 160mm
t1
- 90 mm b, = 160 mm
t2 -
d, = 126 mm h, = 15 mm
Festigkleitsklasse C27 nach prEN 338.
p, = 370 kg/m3
a = 0"
n = 2 X 4 Dübel
C9: Gleichung (12) -
rief - n=2 X 4 Dübel
Mindestabstände:
a3.r,min
- 1 s dc .
= 1,5 126 = 189 mm
Mindestholzdicken:
' I .min
-
- 2,25 h, = 2,25 . 15 = 33,8 mm
'2,min
- 3,75 he = 3,75 . 15 = 56,2 mm
k, = min
I = = 1,06
k, = min a3,t
2 dc
-
-
250 = 0,992
252
1,1 dc = 1,1 . 80 = 88 mm
a,,,, = max
( 80 mm
.
7 d, = 7 20 = 140 mm
kP = min = = 1.06
k, = min I L-
1,5hc 1 S . 2 7
50
= 1,24
14,9 - 20 . 502 I
/ / 9 2
39,40 kN 140 \ b 4 0 kN
60
-C
160
d
60
i
(0)
Einleitung
Erhaltung und Sanierung bestehender Holzkonstruktionen ist ein relativ neues
Gebiet, deren Umsetzung eine multidisziplinäre Aufgabe darstellt. In der Zusam-
menarbeit der Experten (u.a. Architekten, Tragwerksplaner, Restauratoren) spielt
der Holzsachverständige eine besondere Rolle; seine Aufgabe besteht darin,
durch eine sorgfältige Untersuchung eines jeden Bauteils und einer jeden
Verbindung möglichst exakte Informationen über die Eigenschaften, das Verhal-
ten und den Zustand des Materials zu geben. Ebenso sind realistische Grenzwerte
für die mechanischen Eigenschaften zu ermitteln, mit denen der Tragwerksplaner
seine Berechnungen durchführen kann.
Große Fehler können bei der Beurteilung alter Holzbauteile vermieden werden,
wenn durch verschiedene Untersuchungsmethoden zunächst jeder Einfluß-
Parameter identifiziert und voneinander getrennt wird, um dann die Ergebnisse in
einer endgültigen Synthese zu kombinieren.
Ursprüngliche Holzqualität
Eine grundlegende Beschreibung der Holzqualität kann durch die Ermittlung der
folgenden Parameter erfolgen: Holzart, Herkunft (falls möglich), Bauteiltyp
(Rundholz, gesägtes Holz, Balken, Träger, Bohlen, Bretter, Querschnitt mit oder
ohne Markröhre, Viertelholz etc.), Splint- und Kemholzanteil, Dichte (Mittelwert
bei 12% Holzfeuchte), Jahmngbreite, '~aserabweichun~, Lage und Ausdehnung
von natürlichen Holzfehlem (Äste, 'Risse, Ringschäle, Harzgallen, Druck- und
Zugholz). Der Einfluß dieser Parameter sollte nach vergleichbaren Regeln, wie
sie f i r die Sortierung von neuem Holz entwickelt wurden, abgeschätzt werden
Gebrauchsbedingungen
Biotische Schäden: der Holzsachverständige sollte eventuelle biotische Holzschä-
digungen mit ihrem genauen Ursprung (Pilze, Insekten, Bakterien, Meerwasser-
schädlinge), Ursachen, Auswirkungen und Entwicklung bestimmen. Es wird
darauf hingewiesen, daß es notwendig ist, die holzzerstörenden Organismen
möglichst genau zu identifizieren, da innerhalb der gleichen Gruppe eine große
Vielfalt an unterschiedlichen Arten vorliegt (Lebenszyklus, Art der Schädigung,
Einfluß auf die Holzeigenschaften, Vorbeugungsstrategie). So ist es z.B. wichtig,
zwischen der Holzverfarbung durch Bläuepilze (kaum Einfluß auf die Holzfestig-
keit) und dem beginnenden Angriff eines holzzerstörenden Pilzes (verantwortlich
für Braun- Weiß- oder Weichfäule, d.h. völlige Zerstörung der molekularen
Holzstruktur) zu unterscheiden. Ebenso muß zwischen den Ausfluglöchem von
Anobien und Hausbockkäfem unterschieden werden, um weitreichende Fehler zu
vermeiden.
Feuchtegehalt: Holz ist hygroskopisch und seine Feuchte beeinflußt fast alle für
die Bemessung einer Holzkonstruktion wichtigen Eigenschaften: 2.B. Festigkeit,
Steifigkeit, Dauerhaftigkeit, Volumenänderungen (Quellen und Schwinden),
Formstabilität). Alle Bemessungswerte beziehen sich auf Holz mit 12 % Feuchte
und für andere Feuchten werden Modifizierungsfaktoren verwendet. Bei der Holz-
untersuchung sollte eine besonders sorgfältige Beurteilung der Holzbauteile im
Hinblick auf ihre vergangene, aktuelle und zukünftige Wechselwirkung mit dem
umgebenden Wasser vorgenommen werden (z.B. Luftfeuchte, Regenwasser oder
Rohrleckagen, Tauwasser, kapillares Wasser in feuchten Wänden). Jede
lokalisierte Stelle, in der eine Holzfeuchte von über 18 - 20 % gemessen wurde
oder wahrscheinlich erreicht wird, muß detailliert beschrieben werden, da hier
ein erhöhtes Risiko für das Auftreten biotischer Schäden durch Pilzbefall vorliegt
(siehe unten).
Temperatur: die Einflüsse der Temperatur auf die Holzkonstruktion werden oft
von Tragwerksplaner und Architekten überschätzt, die Erfahrungen mit anderen
Materialien, wie z.B. Stahl haben, die eine erhebliche thermische Ausdehnung
aufweisen. Im allgemeinen können die Einflüsse auf die Festigkeit des Holzes
bei Temperaturen unter 100°C vernachlässigt werden. Auf der anderen Seite
ergeben sich durch Temperaturänderungen auch Holzfeuchteänderungen mit
daraus 'resultierenden Dimensionsveränderungen infolge Schwinden und Quellen,
die erheblich größer sind, als die thermischen Ausdehnungen oder Verkürzungen.
Strahlungen: der häufigste Fall ist, daß Holz durch Sonnenlicht bestrahlt wird.
Ultraviolette Strahlen können die Holzstruktur nur in den äußersten Randzonen
(wenige Millimeter) verändern, indem Verfärbungen (Vergrauung) und im
schlimmsten Fall ein Art Karbonisierung hervorgerufen werden. Die tieferlie-
genden Holzbereiche sind geschützt und werden somit nicht beeinflußt. Andere
Strahlungsarten wie Gammastrahlen, Röntgenstrahlen, Mikrowellen und ähnliche
können die Holzstruktur verändern oder sogar zerstören. Dies geschieht jedoch
erst bei Strahlungsdosen, die weit über den Grenzen liegen, die im Ingenieurbau
normalerweise erreicht werden.
Untersuchungsschritte
Die Instandsetzung von Holzkonstruktionen ist sehr oft ein Teil eines
allgemeinen Eingriffes in ein Gebäude, dessen Umfang und historische
Bedeutung es ratsam erscheinen läßt, die Untersuchung in zwei separate Schritte
aufzuteilen:
- ein erster Untersuchungsschritt, um eine allgemeine Vorstellung des
Zustandes der Konstruktion und der tatsächlichen Notwendigkeit einer
genaueren Untersuchung zu bekommen;
- eine genauere Untersuchung, die eine Einschätzung jedes Holzbauteils in
der Konstruktion erlaubt.
Berichte: der Gutachter sollte zumindest einen Plan erstellen, in dem die Dring-
lichkeitsklassen durch entsprechende Farben gekennzeichnet sind: grün, gelb, rot
und grau (diese vierte Farbe gibt die Stellen in der Konstruktion an, die für eine
visuelle Untersuchung vorgesehen waren, jedoch, aus welchen Gründen auch
immer, nicht zugänglich waren) und einen technischen Bericht über die allgemei-
nen Bedingungen der untersuchten Holzkonstruktion, mit Empfehlungen über
eventuelle Notwendigkeit weiterer detaillierter Analysen oder anderer Arten von
Eingriffen.
In-situ Untersuchungsmethoden
Eine sorgfältige visuelle Untersuchung in Verbindung mit einfachen Testver-
fahren wie z.B. Sondierung, Spanabheben oder Klangprüfung und ergänzt durch
eine mikroskopischn Holzartenbestimmung, ermöglichen einem erfahrenen Holz-
sachverständigen Ergebnisse einer Genauigkeitzu erreichen, die in der Regel vom
Tragwerksplaner oder Architekten benötigt wird.
Schwingungen: freie und erzwungene Schwingungen (quer und längs) haben eine
beträchtliche Bedeutung beim zerstörungsfreien Untersuchen von eingebauten
Holzbauteilen. Das Ziel entspricht dem der statischen Belastungsversuche: die
Bestimmung des Elastizitätsmoduls (in diesem Fall aus ausgewählten Schwing-
ungsfrequenzen und Amplituden) und daraus die Abschätzung der Festigkeits-
werte.
Akustische Emission (AE): bei Bauholz nicht sehr oft eingesetzt, beruht sie auf
der Annahme, daß durch die Beanspruchung eines Bauteils Wellen entstehen, die
analysiert werden können. In Verbindung mit einer statischen Belastung, kann
sie verwendet werden, um Querschnitte mit großen Defekten zu lokalisieren
(Bonamini und Togni, 1994), unter der Annahme, daß das Versagen in Holzbau-
teilen durch Spannungskonzentrationen in kleinen Bereichen (2.B. in der Nähe
eines Astes) auftritt und zwar weit unterhalb der elastischen Grenzen des
gesamten Querschnittes, wodurch eine lokale akustische Emission erzeugt wird
(Bonamini and Togni, 1994).
Pilodyn: ein gehärteter Stahlstift wird durch Federkraft mit einem speziellen
Gerät ins Holz eingetrieben. Die Eindringtiefe (nach einem oder mehreren
Schlägen, je nach Eintreibgerät) wird als Maß für den Holzabbau an der Ober-
fläche verwendet. Die Ergebnisse werden durch die Untersuchungsstelle im
Bauteil, die Holzanisotropie, die Rohdichte, den Anteil an Früh- und Spätholz
und durch die Erfahrung des Anwenders beeinflußt.
Zusammenfassung
Die Untersuchung von Holzkonstruktionen ist eine komplexe Aufgabe. Es gibt
keine Geräte, die es ermöglichen aus wenigen Messungen alle Festigkeits- und
Steifigkeitseigenschaften zu erhalten; somit sollte die visuelle Untersuchung der
erste und letzte Schritt einer Untersuchung sein.
Literatur
Bonamini, G. and Togni, M. (1994). DAE: defects acoustic emission. Un metodo non distruttivo
per la localizzazione di sezioni altamente difettose su travi lignee in Opera. Technical Report
December 1994. Istituto di Assestamento e Tecnologia Forestale, Florence, Italy.
Borgin, K., Parameswaran, N. and Liese, W. (1975). The effects of aging on the ultrastructure of
wood. Wood Sci. Technol. 9(2):87-98.
Jessome A.P. (1965). Strength tests on specimens from wood trussess in service for 97 years.
Report of the Forest Products Laboratory, Dept. of Forestry, Ottawa, Canada.
Rug and Seeman (1991). Strength of old timber. Building Research aild Information, 19(1):31-37.
Einleitung
Nach der Untersuchung einer bestehenden Holzkonstruktion (siehe STEP D3)
müssen Entscheidungen über die folgenden notwendigen Arbeiten getroffen
werden. Lösungsmöglichkeiten müssen in enger Zusammenarbeit mit Experten
erarbeitet werden (wie z.B. Tragwerksplaner, Architekten, Holzsachverständige,
Restauratoren oder Historiker, Eigentümer oder verantwortliche Gebäudever-
walter und Denkmalpfleger). Die Beachtung der folgenden drei Punkte ist
empfehlenswert:
- Identifizierung und Festlegung der Ziele, Forderungen und Vorgaben
- Eingriffe in die Konstruktion
- Erhaltungsmaßnahmen.
Unter anderem können die folgenden alternativen oder ergänzenden Ziele eines
Reparatur- oder Verstärkungseingriffes aufgeführt werden:
- Erhaltung des Aussehens der Konstruktion
- Erhaltung von ursprünglichem Material, aus künstlerischen, historischen
oder kulturellen Gründen
- Wiederherstellung der ursprünglichen Tragfähigkeit
- Erhöhung der Tragfähigkeit, Steifigkeit oder Gebrauchstauglichkeit
- Einhaltung der Sicherheits-, Feuer-, Erdbeben- oder anderer Vorschriften.
Auf der anderen Seite müssen auch Vorgaben Berücksichtigung finden, wie z.B.
- Wünsche der Beteiligten,
- Wirtschaftlichkeit,
- Umgebungsbedingungen,
Weitere Aspekte, auf die der Holzexperte besonders achten sollte, sind:
- die Verträglichkeit zwischen den Holzbauteilen und den verwendeten
neuen Materialien,
- der Einfluß der Reparatur auf die Gebrauchstauglichkeit, Zuverlässigkeit
und Dauerhaftigkeit sowohl der reparierten Bauteile als auch der ganzen
Konstruktion.
Verstärkung
Die Tragfähigkeit einer Holzkonstruktion muß in bestimmten Fällen durch ent-
sprechende Maßnahmen erhöht werden, um die gestiegenen Anforderungen (z.B.
durch Nutzungsänderungen) zu erfüllen.
Arbeitsbedingungen
Bevor die Arbeitspläne vervollständigt werden, sollten Zeit, Gutachten,
Materialien, Handwerker und Technologien, die zur Verfügung stehen, genau
festgestellt werden, um sicher zu gehen, daß die gewünschte Qualität der
gesamten Arbeit erreicht werden kann. Ebenso sollte für die Sammlung und
Auswertung von Informationen genügend Zeit zur Verfügung stehen, um Fehler
zu vermeiden, die die folgenden Maßnahmen teurer oder sogar unmöglich
machen könnten.
Verträglichkeit
Auf die Verträglichkeit zwischen den verschiedenen Materialien sollte immer
besonders geachtet werden; dies gilt insbesondere für Materialien, die für eine
Reparatur oder Verstärkung von Holzkonstruktionen verwendet werden. Wenn
geleimte oder starre Verbindungen hergestellt werden, muß sorgfältig beachtet
werden, daß keine Spannungen (und dadurch mögliches Versagen) durch
unterschiedliche Verformungen entstehen. Dies kann folgende Ursachen haben:
- unterschiedliches Schwinden von Holz und nicht-hygroskopischen
Materialien,
Reparaturmaßnahmen
Allgemeine Einteilungskriterien
Im allgemeinen gibt es bei alten Holzkonstruktionen keine völlig identischen
Situationen: daher müssen Reparaturmaßnahmen für jeden Einzelfall gewählt,
bemessen und ausgeführt werden. Ebenso sind die Probleme und Lösungen, wie
bereits erwähnt wurde, stark miteinander verbunden und können nicht getrennt
voneinander betrachtet werden. Trotzdem ist es hilfreich, die folgenden
allgemeinen Einteilungskriterien festzulegen, um die Bedeutung, Ziele und
Grenzen der zahlreichen technischen Lösungen, die zur Zeit oder in der Zukunft
als Reparaturmaßnahmen vorgeschlagen werden, zu klären.
Abb. 1 Ersatz durch Anleimen mit Epoxy. (U) Neues Balkenende, ( b ) Originalholz,
( C ) Stahl- oder Glasfaserstäbe.
Abb. 2 Ersatz durch neue Teile mit Hilfe traditioneller Verbindungen; links, von
oben nach unten: Stoß mit Dübeln und Seitenlaschen aus Holz, genageltes
schräges Blatt, Stahlschuh mit Bolzen; Rechts, von oben nach unten: Stoß
mit Dübeln und Stahllaschen, Schubverstärkung mit Nägeln oder Stahl-
klammern, Stoß mit innenliegender Stahlplatte.
*ii:r\chnitt eines Bauteils kann durch Hinzufügen (Leimen, Nageln oder mit
.: LI;! Stabdübeln) von Verstärkungsteilen (Holz- oder Stahlteile) vergrößert
.,?ensfall des Leimes hinzuzufügen, ohne sie für die gesamte Kraft
. iid zu bemessen. Nägel und Bolzen werden jedoch benötigt, um
I ' der Aushärtung des Leims den Druck aufrechtzuerhalten und die Teile
, n
Illite Stahlplatten
viel mehrere Stahlplatten (etwa so hoch wie der Träger) können in
Jchlitze, die vor Ort über die ganze Trägerlänge geschnitten werden,
i ~ werden
t (siehe Abb. 3).
Abb. 4 Auswirkungen von mit Epoxidharz in Vertiefungen auf der Zugseite von
Trägern eingeleimten Stahl- oder Glasfaserstäben auf das Last- Verfor-
mungsverhalten. von Trägern. ( U ) verstärkter Querschnitt, ( b ) unverstärkter
Querschnitt. (Oben: Träger mit groJ3en Holflehlern, unten: Träger mit
geringen Holflehlern.).
Zugstangen
Stahlseile oder Stahlstangen, mit Abstandshalter oder anderen Vorrichtungen
können eingesetzt werden, um die Tragfähigkeit und Steifigkeit eines einzelnen
Bauteils oder Fachwerkes zu erhöhen; durch Spannschlösser kann die Zugkraft
eingestellt werden, entweder um einen Träger vorzuspannen oder um übermäßige
Verformungen zu vermeiden (Marradi et al., 1989). Regelmäßiges Nachspannen
kann notwendig werden, um Kriechen, Quellen und Schwiiiden, hervorgerufen
durch Feuchteänderungen, auszugleichen (C- qtti unri .-irradi, 1993). Die
konstruktive Konzeption von Fachwerkträgern h,!i,i ' r .i i kignifikant verändert
werden. Beispiele sind in Abb. 5 und 6 gezeigt
Mit ähnlichen Mitteln kann auch die ursprüngliche Geometrie der Konstruktion
wieder erreicht werden (z.B. durch Verringern der Verformungen oder
Ausrichten von Bauteilen). Große Sorgfalt und Genauigkeit wird bei der
Bemessung und Ausführung der Arbeit (z.B. Wahl und Herstellung von
Verankerungen) verlangt. Das konstruktive Konzept kann verändert sein.
Erhaltungsmaßnahmen
Maßnahmen sollten immer mit dem Blick auf eine künftige Erhaltung der
Konstruktion durchgeführt werden: keine Arbeit sollte als endgültig angesehen
werden, und man muß davon ausgehen, daß auch zukünftig Erhaltungsmaß-
nahmen notwendig werden. Der Einwirkung möglicher Schädigungen (biotisch
oder abiotisch) sollte vorgebeugt werden.
Literatur
Bertolini, C. (1992). Problemi di recupero: metodologie di indagine, tecnologie di intervento.
L'Edilizia, (12), VI, 763-778.
Ceccotti, A., Mannucci, M. und Uzielli, L. (1990). Effetti del riassorbimento di umidith sul
comportamento ad estrazione di barre di acciaio ancorate nel legno mediante resina epossidica. In:
G. Tampone (Ed.) Atti del I1 Congresso Nazionale "I1 restauro del legno", Firenze, Nardini, Vol.
2. 155-169.
Ceccotti, A. und Marradi, P. (1993). Nuove tecnologie negli interventi di recupero delle antiche
capriate di legno: materiali e metodi. In: Proceedings of the International Symposium "Ancient
Buildings Restoration - Handbooks and new technologies", Naples, 29-30 October 1993, 514-536.
Kessel, M.H., Speich, M. und Hinkes, F.J. (1989). The Reconstruction of an Eight-floor Timber
Frame House at Hildesheim (FRG). In: G. Tampone (Ed.) Atti del I1 Congresso Nazionale "I1
restauro del legno", Firenze, Nardini, Vol. 1, 217-222.
Marradi, P., Messina, C. und Paolini, L. (1989). Recupero di strutture in legno mediante armature
parzialmente presollecitate. In: G. Tampone (Ed.) Atti del I1 Congresso Nazionale "I1 restauro del
legno", Firenze, Nardini, Vol. 1, 241-248.
Tampone, G. and Campa, L. (1989). Restauro strutturale con legno lamellare di un solaio e di una
volta a carena lignei delllAccademia di Belle Arti a Firenze. In: G. Tampone (Ed.) Atti del I1
Congresso Nazionale "I1 restauro del legno", Firenze, Nardini, Vol. 1, 283-297.
Tampone, G., Franci, F. and Campa, L. (1989). Rinforzo di puntoni e consolidamento di una
capriata del teatro di Sarteano mediante centine metalliche. In: G. Tampone (Ed.) Atti del I1
Congresso Nazionale "I1 restauro del legno", Firenze, Nardini, Vol. 1, 299-305.
Tampone, G. (1992). Tecnologia del restauro delle strutture di legno. L'Edilizia, (12), VI, 729-739.
Einleitung
Eine Verbindung muß so entworfen und bemessen sein, daß sie die gewünschten
Funktionen erfüllt (z.B. gelenkig oder in einer oder mehr Richtungen ein-
gespannt). Die Verbindung sollte so bemessen werden, daß sie alle inneren
Kräfte und Momente um alle drei Hauptachsen aufnehmen kann:
- Querkräfte in y- und z-Richtung,
- Längskräfte in X-Richtung,
- Torsionsmomente um die x-Achse,
- Biegemomente um die y- und z-Achse.
Die inneren Kräfte oder Momente in der Verbindung werden entweder von
mechanischen Verbindungsrnitteln wie z.B. Nägel, Stabdübel oder Bolzen aufge-
nommen oder durch direkten Kontakt von Holz zu Holz übertragen. Geleimte
Verbindungen werden in diesem Beitrag nicht behandelt.
Im allgemeinen treten die inneren Kräfte und Momente in der Ebene des
Rahmens, der aus Stütze und Träger 'besteht, auf. Weitere innere Kräfte und
Momente ergeben sich aus zusätzlichen Beanspruchungen, die aus der Rahmen-
ebene wirken, insbesondere aus Aussteifungskräften. In jedem Fall müssen in
einer Verbindung zwischen Stütze und Träger die Torsionskräfte aufgenommen
werden, indem die Rotation um die x-Achse in geeigneter Weise verhindert wird.
Abb. 1 Trägerachsen.
Stütze-Träger-Verbindung Typ 1
Abb. 4 Verbindung mit Stahlplatten mit Bolzen oder Schrauben mit oder ohne
Dübel besonderer Bauart. Die Auflagerplatte (2.B. aus Sperrholz) zwischen
Träger und Stütze zentriert die Krafi und verhindert eine Lastkonzentration
am Stützenrand.
Abb. 5 Verbindung mit genagelten seitlichen Laschen aus Stahl oder Sperrholz.
Die Verbindung kann ein gewisses Moment aufnehmen und somit zur
seitlichen Stabilität der Konstruktion beitragen.
Abb. 6 Verbindung mit einem vertikalen Bolzen, der in eine runde Stahlstange mit
einem Gewindeloch eingeschraubt ist. Das Loch in der Stütze wird nach
dem Zusammenbau verschlossen. Der Bolzen sollte, besonders bei hohen
Trägern, nachspannbar sein.
Stütze-Träger-VerbindungTyp 2
Dieser Verbindungstyp wird oft bei Träger-Stützenkonstniktionen, die einen
rechten Winkel zwischen durchlaufenden Stützen und durchlaufenden Decken-
träger bilden, eingesetzt.
., , ,
,:
I/ 4 </
I
I
~ ~
l I
I
I
I
I&!- I I
-. .-
Abb. 11 Zweiteiliger Träger, der mit Stahlwinkeln zur Vergroperung der Auflager-
fläche an eine eingekerbte Stütze angeschlossen ist.
Stütze-Trägewerbindung Typ 3
Dieser Verbindungstyp wird überwiegend als Verbindung zwischen einem
Querträger und einer durchgehenden Stütze eingesetzt. Diese Verbindungen
können als zirnrnermannsmäßige Zapfenverbindung oder mit Metallteilen
ausgeführt werden.
Abb. 13 Genagelte Sperrholz- oder Stahlplatten. Die Verbindung ist wirksam und
einfach herzustellen. Es kann notwendig sein, die seitlichen platteil gegen
Feuer zu schützen.
Abb. 15 Träger zwischen zwei Stützen. Ein Teil der Kraft kann über das
Auflagerholz aufgenommen werden.
Abb. 18 Die einfachste Verbindung: Der kurze Träger wird zwischen die Kragarme
eingehängt. Sind die Kräfte nicht zu groß kann der Träger direkt auf die
auskragenden Träger gelegt werden.
Abb. 19 Bei großen Kräfien kann es notwendig werden, die Verbindung mit U-
Profilen zu verstärken.
Abb. 22 Verbindung mit seitlichen Laschen aus Holz. fur eine Durchlaufwirkung
über einer Stütze
Träger-Trägerverbindung Typ 5
Dieser Verbindungstyp wird hauptsächlich zur Verbindung eines Querträgers an
einen Hauptträger eingesetzt. Diese Verbindungen können als zimmermanns-
mäßige Zapfenverbindung oder mit Metallteilen ausgeführt werden.
Allgemeine Probleme
Bedingt durch die Nachgiebigkeit und Verdrehung der Verbindung, wirken die
Kräfte, die durch die Verbindungsmittel übertragen werden, rechtwinklig zu den
Schwerpunktsradien durch die Dübelachsen und können daher unter einem
Winkel zur Faserrichtung wirken (siehe Abb. 26). Die Kraftkomponenten
rechtwinklig zur Faserrichtung, die durch die steifen seitlichen Metallplatten oder
U-Profilen aufgenommen werden, erzeugen Zug- und Druckkräfte rechtwinklig
zur Faser. Diese seitlichen Platten oder U-Profile sind sehr steif und können
somit zum Aufreißen des Holzes führen. Um dieses Problem zu vermeiden,
sollte die Steifigkeit der Metallteile in der Verbindung verringert werden
Abb. 26
(b) H
F (C)
Aufregen des Holzes bei der Verbindung von Trägerenden durch steife U-
Profile aus Stahl.
STEP D6 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Der Beitrag beschreibt die verschiedenen Grundsätze, die bei der Bemessung von
E. Aasheim Gelenken und Auflagern aus Stahlplatten zu beachten sind. Die Bemessung von
The Norwegian Institute of Details wird diskutiert und Beispiele von ausgeführten Gelenken in Holzkon-
Wood Technology struktionen werden gezeigt.
Einleitung
Wie bereits in STEP C1 gezeigt wurde, hängt die Gebrauchstauglichkeit und
Dauerhaftigkeit einer Holzkonstruktion wesentlich von der Bemessung der
Verbindungen zwischen den einzelnen Bauteilen ab. Dazu gehören Gelenk- und
Auflagerverbindungen, die bei großen Konstruktionen oft die Verbindungen
zwischen zwei Brettschichtholzbauteilen sind.
Grundsätzliche Betrachtungen
Die Wahl und die Bemessung von Verbindungen werden nicht nur von der
Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit, sondern auch von ästhetischen Gesichts-
punkten, Kosteneffizienz, Herstellung und Errichtung beeinflußt.
Durch den richtigen Entwurf sollte verhindert werden, daß Wasser in die
Verbindungsfläche eindringt, und falls nötig sollten Entwässerungslöcher oder
-schlitze angebracht werden. Es ist wichtig, die Hirnholzflächen vor Wasser zu
schützen, da die Wasserabsorption in Faserrichtung viel größer ist als recht-
winklig dazu. In vielen Fällen wird eine Feuchtesperre empfohlen oder es wird
ein Luftspalt freigelassen.
Das Gelenk in Abb. l a kann für Rahmen und Bögen mit Neigungen über 40"
eingesetzt werden. Ein Bolzen mit einem Durchmesser von mindestens 20 mm
sollte zusammen mit Nägeln wie im Bild gezeigt ist, verwendet werden.
In Abb. l b kann der Bolzen mit einseitigen Einpreßdübeln verstärkt werden, falls
große Zugkräfte auftreten.
Die Gelenkverbindung in Abb. 2 ist ein ideales Gelenk, das auch in Nutzungs-
klasse 3 eingesetzt werden kann.
Abb. 4 Auflager aus Stahlplatten fur Stützenaujlager oder leichte Rahnien und
Bögen.
Das Auflager Abb. 5b ist ein ideales Gelenkauflager, das auch irn Freien
(Nutzungsklasse 3) verwendet werden kann.
Der Korrosionsschutz sollte den Bedingungen nach EC5 Tabelle 2.4.3 genügen.
Beispiele
Ein Beispiel eines Firstgelenkes ist in Abb. 6 gezeigt. Dieses Firstgelenk wurde
in einem Warenhausgebäude in Norwegen verwendet. Das in einen Schlitz
eingelassene Verbindungsteil besteht aus Stahlplatten mit einer Dicke von 8 mm.
Die äußeren Stahlplatten (8 mm X 200 mm X 850 mm) sind mit den
Brettschichtholzbauteilen mit vier 20 mm Bolzen auf jeder Seite des Gelenkes
angeschlossen.
Abb. 7 Auflagerbeispiele.
Bemessungsbeispiel
Brettschichtholzrahmen mit einem Querschnitt von b X h = 180 X 900 mm am
Auflager.
Abb. 9 KräfteverlauJ
Bemessungsfestigkeiten:
Schubspannungen:
Tragfahigkeitsnachweis:
7,s L,,
Tragfähigkeitsnachweis:
oc,~.d 'fc,0,d
Tragfähigkeitsnachweis:
Oc,90,d ' fc,90,d
Das Moment V, h , muß durch die Stabdübel übertragen werden (siehe STEP
C l ) . Die Stahlteile sind nach EC3 nachzuweisen.
Zusammenfassung
- Die Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit einer Holzkonstruktion
hängt wesentlich von der Bemessung der Verbindung und Auflager ab.
- Verbindungen und Auflager sollten so ausgebildet werden, daß Schwinden
und Quellen ohne Probleme möglich ist.
- Die Einzelteile sind getrennt nach EC5 zu bemessen (siehe STEP Cl).
STEP D7 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Transport und Montage sind bereits bei der Bemessung und Herstellung von Holz-
G. Bignotti konstruktionen zu berücksichtigen. Der Beitrag behandelt die Transportmittel für
Holzbau AG-SpA die verschiedenen Bauteile und die Montageabläufe bei den unterschiedlichen Bau-
Brixen konstruktionsarten. Dem Holzba~iingenieurwerden Vorschläge an die Hand gege-
ben, wie sich für die Baustelle Kosten, Qualität und Sicherheit optimieren lassen.
Einleitung
Die letzten Phasen der Realisierung einer Holzkonstruktion sind der Transport und
die Montage. Diese Phasen mögen bei der Verwirklichung eines Projektes unbe-
deutend erscheinen, erfordern aber für das Bauvorhaben dieselbe Sorgfalt wie die
vorangegangenen Bearbeitungsschritte. Transport und Montage können nicht nur
die konstruktive Ausbildung, sondern auch die finanzielle und organisatorische
Abwicklung des Projektes beeinflussen. Transport und Montage der Tafelelemente
von Holzfertighäusern sind nicht Gegenstand des Beitrages.
Transport
Holzkonstruktionen können aus Vollholz, Brettschichtholz, Sperrholz oder anderen
Holzwerkstoffen hergestellt werden. Vollholz und Tafelelemente weisen im
Norrnalfall Abmessungen auf, die keine Transportprobleme darstellen. Im
Gegensatz dazu können Brettschichtholzbauteile mit sehr großen Längen und
verschiedenartigen Formen produziert werden, und folglich sind daran angepaßte
Transportlösungen entwickelt worden. Der Transport von Brettschichtholzbauteilen
stellt wegen des geringen Eigengewichts von etwa 500 kg/rn3 im allgemeinen kein
Problem für die Nutzlasten der Fahrzeuge dar, aber die Länge und die Form der
Bauteile können zu Schwierigkeiten führen. Deshalb sind die Transportmöglich-
keiten schon im frühen Planungsstadium hinsichtlich des Transportmittels und des
Transportweges abzuklären, um die Kosten abschätzen und eine sinnvolle Auswahl
aus verschiedenen statischen Systemen treffen zu können.
Elemente mit einer Gesamthöhe von mehr als 4,O m können auf der Straße oder
Schiene nicht befördert werden. In diesen Fällen müssen die Bauteile so konstruiert
sein, daß man sie in zwei Einzelteilen herstellen und auf der Baustelle durch den
Stoß zusätzlicher Stahlteile oder der Holzquerschnitte miteinander verbinden kann.
Beförderungsarten
Für Auslieferungen im Inland wird bis auf wenige Ausnahmen der Transport auf
der Straße erfolgen. Eine Beförderung per Bahn kommt z.B. dann in Frage, wenn
große Mengen von Standardträgern an Lagerhäuser auszuliefern sind (als maximale
Länge in einem Waggon sind 18 m zugelassen). Beim Export von Bauteilen kann
der Schiffstransport mit Containerschiffen (zulässige Bauteillänge 11,90 m ) oder
mit traditionellen Frachtern, bei denen die Träger im Laderaum oder an Deck
(keine Längenbeschränkungen) verstaut werden, die günstigste Beförderungsart
sein.
Sondertransporte
Träger, die über die Fahrzeugumrisse hinausragen, gelten als Sonderladung und die
Beförderung ist als Sondertransport durchzuführen. Soweit möglich wird ein
konventioneller Lkw benutzt, bei dem die Ladung nach hinten bis zu 3 m oder 3/10
der Fahrzeuglänge überstehen darf (siehe Abb. 3). Ist diese Lösung nicht möglich,
müssen Spezialfahrzeuge eingesetzt werden.
Zum Transport sehr langer oder hoher Träger kommen Spezialfahrzeuge zum
Einsatz, die in vier Gruppen eingeteilt werden:
- Zugmaschine mit einem Pritschen-Sattelanhänger (Sattelauflieger) nach Abb.
4a: dieses Fahrzeug ist für kurze Träger mit großem Stichmaß geeignet.
- Zugmaschine und Sattelanhänger mit Brückenaufbau nach Abb. 4b: Träger
mit einer Höhe bis zu 3,O m und einer Länge bis zu 24 m können damit
transportiert werden. Der Brückenaufbau kann teleskopartig bis auf 20 m
verlängert werden.
- Zugmaschine mit Tieflade-Anhänger nach Abb. 4c: dieses Fahrzeug ist für
Träger mit einer Gesamthöhe von bis zu 4,O m geeignet. Das Transportfahr-
Beschränkungen
Die Straßenverkehrsordnungen erlegen den Sondertransporten einige Beschrän-
kungen auf. Wenn der Transport eine Länge von 25 m oder eine Breite von 3 m
überschreitet, ist eine Polizeieskorte erforderlich. Die Regelungen sind in den
einzelnen Ländern zum Teil unterschiedlich. In Deutschland müssen Transporte mit
einer Gesamthöhe von mehr als 4 m bei Nacht erfolgen. In Italien dürfen nicht
mehr als drei Sonderlasten, die das zulässige Gewicht von 43 bis 44 Tonnen
überschreiten, in einem Konvoi transportiert werden. Im allgemeinen ist eine
Sondererlaubnis der Verkehrsbehörden erforderlich, wenn die Holzbauteile die
gesetzlich festgelegten Transportabmessungen überschreiten.
Abladen
Für das Abladen können die auf der Baustelle vorhandenen Hebewerkzeuge
eingesetzt werden. Da mit Ausnahme weniger Transportfahrzeuge Kranvorrich-
tungen fehlen, müssen der Auslegerkran der Baustelle oder ein Mobilkran
verwendet werden. Um die Träger werden spezielle Hebegurte geschlungen, durch
die Beschädigungen vermieden werden. Diese Gurte dienen dazu, das Verrutschen
während des Abladevorgangs zu verhindern. Jedes Bewegen der Träger hat mit
größter Sorgfalt zu erfolgen, damit es nicht zu Beschädigungen des Holzes
kommen kann. Fachwerkbinder sollten soweit möglich an den Traufpunkten
angehoben werden, wobei die Binderebene vertikal steht und der First nach oben
weist.
Lagerung
Nach dem Abladen müssen die Holzbauteile und die Zubehörteile auf der Baustelle
bis zum Beginn der Montage gelagert werden. Während dieser Zeit dürfen die
Bauteile und sonstiges Baumaterial nicht beschädigt werden oder eine Gefahren-
quelle für Personen darstellen. Während der Lagerung sind die Bauteile vor
Bodenfeuchtigkeit, Regen und Schnee zu schützen. Deshalb hat die Lagerung so zu
erfolgen, daß Bodenkontakt ausgeschlossen ist und das Lagergut durch eine
wasserdichte Abdeckung geschützt wird.
Wird Holz über einen längeren Zeitraum bei feuchtem Klima gelagert, ist zur
Vermeidung von Kondensationsfeuchte unter der Abdeckung eine ausreichende
Belüftung wichtig. Damit wird sichergestellt, daß sich auf dem Holz keine Bläue-
oder Schimmelpilze bilden, vor allem, wenn es keine Holzschutzmittel enthält.
Werden Bauteile mit großen Abmessungen in senkrechter Position gelagert, sind sie
abzustützen, damit sie nicht kippen.
Abbund
Holzbauteile (Träger, Stützen, Pfetten usw.) werden üblicherweise abgebunden und
gestrichen auf die Baustelle geliefert. Soweit es möglich ist, sollten alle
Arbeitsschritte wegen der geringeren Kosten und der höheren Ausführungsqualität
im Werk und nicht auf der Baustelle vorgenommen werden. Die Träger werden
allseits gehobelt und exakt abgelängt. Für jedes Holzbauteil müssen genaue
Werkpläne für den Abbund vorliegen. Die Arbeitsschritte Bohren, Schlitzen und
Fräsen zum Anbringen von Verbindungselementen können vorteilhafter im Werk
als auf der Baustelle vorgenommen werden. Für diese Vormontage werden sehr
präzise Werkpläne benötigt, die alle Details und Verbindungen enthalten. Ist dieses
Vormontieren der Stahlteile an die Träger möglich, kann dadurch eine merkliche
Einsparung an Montagekosten erreicht werden. Soweit keine andere Ausführung
festgelegt ist, wird ein Anstrich, den es in verschiedenen Farbtönen gibt, mit
vorbeugender Wirkung gegen Pilz- und Insektenbefall aufgebracht. Auf der
Baustelle sollte möglichst nicht improvisiert werden müssen. Nur wenn die
Baustellenverhältnisse eine Vorfertigung der Bauteile nicht zulassen, ist die
Endbearbeitung auf der Baustelle vorzunehmen. In diesem Fall sind die Arbeiten
mit höchster Präzision auszuführen. Als Folge davon ist mit höheren Kosten für die
Konstruktion zu rechnen.
Montage
Im Herstellungsprozeß einer Holzkonstruktion stellt die Montage den Moment dar,
in dem alle vorangegangenen Phasen gewissermaßen auf den Prüfstand kommen.
Ein gut durchgeführter Aufbau ist für die Schaffung eines guten Bauwerks eine
erste, aber nicht ausreichende Vorbedingung.
Hausdächer
Man unterscheidet generell zwei Typen von Dächern für Wohnhäuser und ähnliche
Gebäude. Der erste Typ weist eine steile Dachneigung auf und besteht aus
Vollholzdachbindern in engen Abständen. Diese Konstruktion ist wegen der
Deckenkonstruktion meistens nicht sichtbar. Wegen der kurzen Montagezeiten und
der niedrigen Kosten wird diese Lösung bei Wohnhausdächern bevorzugt. Die
größten Beanspruchungen, die in den Verbindungen der Dachbinder auftreten,
werden normalerweise beim Einbau verursacht. Der Einbau der Dachbinder muß
sorgfältig geplant werden, wobei Gewicht, Hubhöhe sowie die Art des Einbaus, ob
manuell oder maschinenunterstützt, zu berücksichtigen sind. Bis der letzte Binder
montiert ist, sind während der Montage provisorische Abstützungen anzubringen.
Nach der Befestigung der Dachverbände auf beiden Dachflächen werden in
Längsrichtung Hölzer angebracht, um den genauen Abstand der Deckenbalken
sicherzustellen. Der zweite Dachtyp besteht meist aus sichtbaren Hauptträgem und
Pfetten. Diese Konstruktionen haben zwar nur mittlere Abmessungen, erfordern
aber wegen der hohen Ansprüche an das Aussehen der Oberflächen einen
besonders paßgenauen Zusammenbau. Häufig kommen innenliegende Stahlteile zur
Ausführung. Dies hat anspruchsvollere Verbindungssysteme zur Folge, bei denen
die Balkenköpfe für das Einführen von Stahlblechen geschlitzt oder für die
Auflagerung von Pfetten ausgeklinkt werden. Abbund und Zusammenbau werden
dadurch zwar teurer, aber es entstehen auch hochwertige Konstruktionen. Gerüste
und Auslegerkrane sollten auf der Baustelle normalerweise zur Verfügung stehen.
Träger
Bei einfachen linearen Systemen kommen üblicherweise Träger zum Einsatz.
Pfetten werden häufig mittels Stahlschuhen, die im Werk vormontiert oder auf der
Baustelle angenagelt werden, an die Träger angeschlossen. Wenn es die
Bodenverhältnisse unter der Konstruktion erlauben, kann ein verfahrbares Mon-
tagegerüst von Vorteil sein.
Dreigelenkbinder
Dieses System wird sehr häufig ausgeführt, weil es das ~ b e r b a u e ngroßer Flächen
mit einer einfachen und wirtschaftlichen Konstruktion ermöglicht. Jeder Halb-
rahmen kann entweder aus einem gekrümmten Teil oder aus mehreren geraden
Abschnitten, die miteinander biegesteif verbunden sind, hergestellt werden. Bei
gekrümmten Halbrahmen ist es sehr wirtschaftlich und vorteilhaft für die
Arbeitssicherheit, wenn jeweils zwei Binderfeldhälften am Boden durch Anbringen
der Pfetten und Verbände vorgefertigt werden. Anschließend können sie an den
Firstpunkten hochgehoben werden, wobei sich die Binder um die Fußgelenke
drehen. Die Firstpunkte werden über ihre endgültige Lage hinaus angehoben und
dann wieder abgelassen, bis sie in der vorgesehenen Höhe von einem Montageturm
oder einer Hebebühne aus zum Firstgelenk verbunden können (siehe Abb. 6).
Dieser Montageablauf erfordert zwar zwei Kräne, ist aber zeitsparend und benötigt
Fachwerkbinder
Transport- und Herstellprobleme lassen sich lösen, wenn man für den Bau von bis
zu 100 m weit gespannten Fachwerkbindern nur Einzelbauteile begrenzter Länge
verwendet. Die Konsequenz ist aber, daß auf der Baustelle die Fachwerkstäbe
miteinander verbunden werden müssen. Für Stabdübelverbindungen ist es erforder-
lich, daß die Fachwerkbinder horizontal gelegt werden, um die Stabdübel eintreiben
zu können. Bei Bolzen- oder Paßbolzenverbindungen muß zudem der liegende
Fachwerkbinder an allen Knoten auch an der Unterseite zugänglich sein.
Die für den Zusammenbau der Fachwerke notwendigen Flächen sind auf Baustellen
normalerweise eingeschränkt, und das Umsetzen der Binder mittels Kran verursacht
hohe Kosten, so daß es oft von Vorteil ist, entlang der beiden Binderauflager
Schienen zu verlegen und darauf die Fachwerkbinder mittels Laufkatze vom
Arbeitssicherheit
Wie bei allen Baumaßnahmen ist es auch bei der Montage von Holzkonstruktionen
sehr wichtig, daß keine Arbeitsunfälle auftreten. Schon im ersten Entwurfsstadium
ist zu überlegen, wie die verschiedenen Tragelemente zusammengebaut werden
können. Die Konstruktion ist hinsichtlich Systemen und Verbindungen so zu
entwerfen, daß der Arbeitssicherheit Rechnung getragen wird.
STEP ~8 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Verschiedene Arten von Rahmenecken werden vorgestellt: Stiel und Riegel mit ver-
P. Racher veränderlicher Querschnittshöhe biegesteif miteinander verbunden, in V-förmig ange-
CUST Civii Engineering ordnete Druck- und Zugstütze aufgelöste Rahmenecke oder Eckausbildung mit Kopf-
Blaise Pascal University bändern und keilgezinkte Rahmenecke oder Eckausbildung mit eingeleimten Stäben.
Einleitung
Für Industrie- und Sporthallen kommen oft Rahmen mit Traggliedern veränder-
licher Höhe oder gekrümmten Bauteilen als Primärtragwerk zum Einsatz. Es handelt
sich dabei um einfache Systeme, die es ermöglichen, bei Spannweiten zwischen 15
und 50 m und einem Rahmenabstand zwischen 5 und 10 m, große Flächen zu
überdachen.
Wegen dieser Nachteile wird meistens einem Rahmen mit getrennter Stiel- und Rie-
gelausbildung der Vorzug gegeben. Bei dieser Ausführung hat der Tragwerksplaner
die Aufgabe, die Schnittgrößenübertragung zwischen Riegel und Stiel rechnerisch
und konstruktiv zu lösen. Der Beitrag behandelt die für die Gesamttragfähigkeit des
Bauwerks sehr entscheidende Bemessung der Rahmenecke.
Der momentane Trend geht zur Entwicklung von Rahmenecken mit höheren Trag-
fahigkeiten und Steifigkeiten sowie plastischen Eigenschaften. In Europa werden dazu
Verstärkungen von Stiel und Riegel im Eckbereich durch aufgeleimtes Sperrholz,
vergütetes Furnierschichtholz (Leijten et al, 1994) oder Glasfasern untersucht. Diese
Verstärkungen verhindern eine Überbeanspruchung in den Endbereichen von Stiel
und Riegel und führen zu plastischem Verhalten beim Bruch der Rahmenecke.
Eine in Japan und Australien benutzte Konstruktion besteht aus der Verbindung der
jeweils einteiligen Stiele und Riegel durch Schlitzbleche oder außenliegende Sperr-
holzplatten (Abb. 3). Die innenliegenden Bleche sind eine ästhetisch und brandschutz-
technisch gute Lösung. In beiden Fällen erhält man das Gleichgewicht der Schnitt-
größen in Plattenmitte, und der Tragwerksplaner hat auch den Festigkeitsnachweis für
die Platte zu führen.
V-Stützen
Eine andere Möglichkeit besteht in der Auflösung der Rahmenecke in V-förmig
angeordnete Stützen, die an den Riegel angeschlossen werden (Abb. 4). Je nach
Stabilitätsanforderungen und Größe der horizontalen Lasten kann diese Bauart als
Zweigelenkrahmen mit einem durchgehenden satteldachförmigen Riegel mit
gekrümmtem Untergurt über Stützweiten bis zu 30 rn ausgebildet werden. Bei noch
größeren Stützweiten sollten Dreigelenkrahmen ausgeführt werden. Die Riegelhöhen
liegen für h, zwischen 1/30 und 1/40 und für h, zwischen 1/40 und 1/60 der
Rahmenstützweite. Zur Übertragung des Biegemoments sollte der Winkel a zwischen
Druck- und Zugstütze 10" bis 20" betragen.
Die V-Stütze setzt sich aus der inneren Druckstütze aus Holz und der außenliegenden
Zugstütze, entweder aus Holz oder aus Stahl zusammen. Für diese Rahmen müssen
alle Lastkombinationen sorgfältig auch daraufhin untersucht werden, ob nicht eine
Umkehrung von Zug und Druck auftreten kann.
Von den zwei Ausfuhrungen ist die keilgezinkte Rahmenecke gebräuchlicher. Das
Keilzinkenprofil wird so gefräst, daß die Zinken vertikal, d.h. parallel zur Quer-
schnittshöhe verlaufen. Im allgemeinen wird die Rahmenecke durch Einsetzen eines
Zwischenstückes mit beidseitigem Universal-Keilzinkenstoß hergestellt. Dadurch
Da nach prEN 387 davon ausgegangen wird, daß die Herstellung von Universal-
Keilzinkenverbindungen in einem Leimbaubetrieb durchgeführt wird, ist der Einbau
von Bauteilen mit dieser nicht mehr lösbaren Verbindung auch durch die Transport-
möglichkeiten eventuell eingeschränkt. Dieser Nachteil und die Gefahr infolge eines
Sprödbruches in einem einzelnen Bauteil besteht bei Rahmenecken mit eingeleimten
Stäben nicht (siehe STEP C14). Abb. 6 zeigt eine Ausführung mit schräg einge-
leimten Stäben, mit denen der Einfluß auf die Tragfähigkeit der Verbindung durch
eventuelles Aufreißens des Holzes verringert wird (Turkowskij, 1991). In diesem Fall
werden die Schnittgrößen durch getrennte Druck- und Zugelemente übertragen, wobei
geringe Beanspruchungen auch mit umgekehrtem Vorzeichen aufgenommen werden
können.
Für die Klasse der Lasteinwirkungsdauer "kurz" ergeben sich aus der maßgebenden
Lastkombination die folgenden Schnittgrößen für die Rahmenecke:
Stiel : V c , , = 8 0 . 1 0 3 N NL,,=120.1O3N
Riegel: v ~ ,=, 9 0 . 1 0 ~N N ~ =, 112.10~N
und Mc,, = 260. 103 Nm
Der Beiwert k„ beträgt 1,71. Die Berechnung des Bemessungswerts der Tragfähigkeit
des maßgebenden Stabdübels (siehe STEP C6 und C16) ist Tabelle 2 zu entnehmen.
Stiel Riegel
a1 (") 81,2 81,9
U? (" 7,9 8,6
f h,~.d ( N/mm2 ) 9,27 153
f h.2.d ( N/mm2 ) 15,5 9,26
ß 1,67 0,6
In der Anschlußfläche ergibt sich die Scherspannung infolge der Scherkraft F,,, im
Holz zu:
Die Bemessung wird optimal für h = 1080 mm und 45 (30+15) Stabdübel in zwei
Kreisen mit den Radien r, = 470 mm und r, = 390 mm. In Tabelle 3 sind die
Berechnungsergebnisse zusammengestellt.
Gewählte Materialien:
Brettschichtholz:
Festigkeitsklasse GL30 (prEN1194, Anhang A)
p, = 407 kg/m3 fv,d = 2,18 N/mm2
Stabdübel:
Fe430 f = 430 N/mm2
Mögliche Ausführungen:
C l h = 1080 mm und 41 (30 + 11) Stabdübel d = 16 mm,
C2 h = 980 mm und 70 (38 + 32) Stabdübel d = 12 mm.
Zusammenfassung
Brettschichtholz Stabdübel
Aus- Klasse h ( mm) Stahl Anzahl Durchmesser
füh-
rung
A GL24 1150 Fe240 34 24 rnrn
Verglichen mit der Ausführung A könnte das beste Kosten-Leistungsverhältnis mit der
Ausführung B oder C2 je nach Höhe der Kosten für die einzelnen Herstellungs- und
Montageschritte erzielt werden.
Leijten, A.J.M., Cmz H.M., Rodd P.D., Wemer H. and Virdi K.S. (1994). Physical and mechanical
properties of densified veneer wood (DVW) for structural applications. Final Report of FOREST project
NWA2B-CT91-0033, Delft, Netherlands.
Reyer E., Schmidt M. und Schmidt P. (1991). Development and calculation of kinked timber joints
elastically prestressed perpendicular to the grain. Proceedings of the International Timber Engineering
Conference, Vol. 3, p. 3.85-3.96, London, UK.
Turkowskij, S. (1991). Prefabricated joints of timber structures on inclined glued-in bars. Proceedings of
the International Timber Engineering Conference, Vol. 3, p. 3.143-3.148, London, UK.
STEP ~9 Inhalt
H. Brüninghoff Es werden die Wirkungsweise von Verbänden und die zur Bemessung sinnvollen
Gesan~thochschuleWuppertai Vereinfachungen vorgestellt. Statische Systeme und Beispiele für die Ausführung
von Knotenpunkten werden gezeigt. Hinweise zur Berechnung und zur konstruk-
tiven Ausbildung werden gegeben.
Einleitung
Zur Erreichung einer ausreichenden Seitensteifigkeit werden Holzbauteile an
genügend Widerstand leistende Wände, Stützen, Träger oder Verbände angeschlos-
sen. Diese verhindern zu große seitliche Auslenkungen rechtwinklig zur Haupttrag-
richtung der Einzelteile. Gleichzeitig können sie auch zur Abtragung von äußeren
Lasten, wie z.B. Wind, hinzugezogen werden. In Aussteifungsverbänden treten dann
keine Beanspruchungen aus lotrechter Belastung der auszusteifenden Träger auf,
wenn alle Bauteile ideal gerade sind, ferner wenn eine ideale Lasteinleitung vorliegt,
die Auflast also keine Komponente rechtwinklig zur Haupttragrichtung der Holz-
bauteile hat. Im praktischen Fall müssen wegen unvermeidlicher Fertigungs- und
Montageungenauigkeiten Abweichungen von der idealen Lage in Kauf genommen
werden. Diese treten immer auf, wenn Windlasten oder sonstige von außen
angreifende Horizontalkräfte in die Träger- und Verbandsebene eingeleitet werden
und somit Formänderungen hervorrufen.
Weiterhin können durch Verbände innere Lasten aufgenommen werden, die durch
vorhandene oder erzwungene Abweichungen von der planmä.ßigen Lage der
Bauteile erzeugt werden, und die bei richtiger Ausbildung des Tragwerks innerhalb
desselben ausgeglichen werden können und im allgemeinen nicht in den Baugrund
abgeleitet werden müssen:
- Kräfte infolge Schiefstellung von Rahmen und Stützen,
- Kräfte zur seitlichen Halterung kippgefährdeter Biegeträger und von
Druckgurten bei Fachwerkträgern,
- Kräfte auf Zwischenabstützungen von Druckgliedern,
- Kräfte auf seitliche Halterung von geknickten Zuggurten.
Abb. 2 Aufnahme von äußeren Lasten und Weiterleitung über Verbände in den Bau-
grund. ( U )Bremskräfte eines Krans, (b) Torsionsaussteifung der Trägerenden.
1
Abb. 7 Seitliche Abstützung der Unterspannung mittels KopJbänder gegen die gehalte-
nen Pfetten bei unterspannten Trägern.
In einem Tragwerk dienen die Hauptbinder überwiegend zur Ableitung der lotrech-
ten Lasten, bei Dächern aus Eigengewicht und Schnee, die Verbände zur Aufnahme
der horizontal angenommenen Wind- und Stabilisierungskräfte. Der Planer trennt
üblicherweise diese Wirkungen und bernißt Hauptbinder und Verbände in verschie-
denen Schritten. Dabei handelt es sich eigentlich um ein zusammenhängendes räum-
liches System (Abb. 8). Werden zwei einfache Hauptbinder, hier aus drei Stäben
gebildet, mit Fuß- und Firstpfetten verbunden, so reicht der Einbau zweier Diago-
nalen zur Aussteifung zunächst aus. Eine Abzählung der Auflagerreaktionen ergibt
acht Stück. Eine davon wird zur Festhaltung des im Grundriß vorhandenen Gelenk-
Als Rechenmodell ist es auch praktikabel und bei Dächem mit großen Neigungen
sinnvoll, Im Firstpunkt auf eine Übertragung de'r Querkräfte in Verbandsebene zu
verzichten. So entstehen zwei Kragträger (Abb. I I).
Wenn System und Belastung symmetrisch sind und die Verformung der Gurte außer
acht bleibt, ist die horizontale Verschiebung im First für beide Verbandsseiten
gleich groß. Die Umlenkkräfte aus den Gurtkräften von als durchlaufend betrachte-
ten Verbänden treten hier an den Kragenden nicht auf. Es ergeben sich aber zwei
horizontale Auflagerkräfte in X-Richtung,die innerhalb des Tragwerks weiterverfolgt
und ausgeglichen werden müssen (innere Kräfte).
Es kann auch empfehlenswert sein, dem Firstpunkt, oder auch weiteren Zwischen-
punkten, zusätzliche Auflager zu geben, die die Seitenkräfte zur Traufe hin ableiten.
Hierdurch ergeben sich - bei ausreichend steifer Ausbildung der Abstiitzung - mit
der verkürzten Stützweite des Verbandes geringere Durchbiegungen und somit auch
geringere Seitenlasten. Sinnvoll ist diese Maßnahme beispielsweise bei Konstruktio-
nen mit Nagelplattenbindem, die bei den üblichen geringeren Trägerabständen zwi-
schen den Druckgurten keine aussteifenden Binder mit hinreichenden Trägerhöhen
(Steifigkeit) ermöglichen, falls als Spannweite die Spannweite der Hauptbinder
angenommen wird (Abb. 12).
Verbandsarten
Verbände werden überwiegend als Fachwerke ausgebildet. Diese können hergestellt
werden, indem für die Ableitung von lotrechten Einwirkungen notwendige Bauteile,
Binder und Pfetten, durch den Einbau von Diagonalen ergänzt werden. Es werden
auch vorgefertigte Fachwerkbinder verwendet, die zwischen den auszusteifenden
Bauteilen eingebaut werden. Hier werden nur Fachwerkträger behandelt, obgleich
auch Biegeträger, Scheiben oder Einzelabstützungen zur Aussteifung verwendet
werden können. In den meisten Fällen werden die Gurte des Verbandes von den
Hauptbindem gebildet. Sind dies Fachwerkbinder, so soll im allgemeinen der
abzustützende Druckgurt Teil des Verbandes sein; sind dies Vollwandträger, so soll
ebenfalls die Druckzone in der Ebene des Verbandes liegen und damit gegen
seitliches Ausweichen gestützt werden. Vorhandene Pfetten können Verbandsteile
sein. Die Diagonalstäbe werden zusätzlich eingebaut. Hier können unterschiedliche
Geometrien gewählt werden, die mit verschiedenen Merkmalen verbunden sind.
I1 1I
Abb. 14 Steigende und fallende Diagonalen. ( a ) Ausgesteifter Träger.
K- Verband
- Die Füllstabkräfte werden bei gleicher Strebenneigung auf die Hälfte
verringert,
- Viele Anschlüsse werden benötigt.
- Knicklängen sind vergleichsweise gering.
- Bei Wandverbänden ermöglicht der K-Verband größere Durchfahrts-
Öffnungen.
- Schrägliegende Pfetten werden in der Mitte seitlich gestützt.
Abb. 17 Wandverbände.
Knotenpunkte
Die Ausbildung der Knotenpunkte kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Die
mit Abb. 19 bis Abb. 21 vorgeschlagenen Ausführungen sind lediglich Beispiele,
die sich praktisch bewährt haben. Diagonalen aus Holz können mit Knotenplatten
aus Stahl angeschlossen werden (Abb. 19). Als Verbindungsmittel sind Nägel oder
Stabdübel sinnvoll. Bei eingeschlitzten Blechen sollten Holzstab und Stahlblech
gemeinsam vorgebohrt werden. Man erhält wegen der gegenüber nicht vorgebohrten
Nagellöchern möglichen kleineren Nagelabstände kleine, sehr steife und hochtragfä-
hige Anschlüsse. Bei kleinen Stabkräften können auch einseitig aufgelegte Lochble-
che verwendet werden. Hierbei werden, da meist nicht vorgebohrt wird, etwa vier-
mal größere Anschlußflächen benötigt, als bei zentrisch angeordnetem Stahlblech
und vorgebohrter Nagelung. Zudem erhalten die Diagonalen aus dem exzentrischen
Anschluß Biegemomente, die beim Nachweis berücksichtigt werden sollten.
Abb. 21 Anschluß von Stahldiagonalen auf der Rückseite der Gurte. ( U ) Ausgesteifter
Träger, (1) aufgenageltes Stahlteil, ( C ) Stahlstab, ( d )Pfette, ( e )Verbindung mit
Holzblock und Verbindungsrnitteln.
Beispiel
In STEP B15 wurde die Seitenlast des hier in Bild 22 dargestellten Systems zu q,,„
= 5,04 kN/m ermittelt (Gleichung 25).
Zur Aufnahme der Kräfte V , und V, werden bereits vorhandene Pfetten bemessen.
Zur Aufnahme von D, und D, werden Diagonalen aus Holz eingebaut. Die
Anschlüsse erfolgen nach Bild 19. Zur Durchführung der Bemessung können
folgende Hinweise beachtet werden:
- Die Traufpfette wird durch Biegemomente aus lotrechten Einwirkungen und
durch die Druckkraft V , = -45 kN beansprucht. Die Druckkraft soll an den
Bindern angeschlossen werden.
- Die Pfette mit der Beanspruchung V, = -22,5 kN ist für diese als Druckkraft
zu bemessen.
- Die Pfette mit der Bezeichnung V , ist ebenfalls für eine Druckkraft von 22,5
kN zu bemessen, dies fur eine entgegengesetzte Richtung der Belastung.
- Die Binder, die die Gurte des Verbandes bilden, sind für U, = 37,5 kN zu be-
messen. Dies kann bei entgegengesetzter Beanspruchung als angenommen
auch eine Druckkraft sein. Bei einer Dachneigung a folgt aus U, eine lotrecht
wirkende Umlenkkraft F,,,
F, = 2U2 sina
- Die Diagonale D, erhält bei entgegengesetzter Belastung Druckkräfte, somit
ist D, = -43,9 kN.
- D, wird wie D, ausgebildet.
- Die Anschlüsse erfolgen nach Bild 19, für alle Stabanschlüsse mit etwa
gleicher Nagelanzahl. Eine Bemessung der Stäbe und Anschlüsse nach dem
Verlauf der Querkraftlinie wird nicht empfohlen. Bei einer Ausnutzung der
Tragfahigkeiten hätten alle Knotenpunkte die gleichen Verschiebungen. Dies
ist jedoch mit den sich tatsächlich einstellenden Verformungen nicht kompati-
bel. Daher wird eine konstante Steifigkeit angestrebt, die zu abgestuften
Knotenverschiebungen führt.
- Die Begrenzung der Durchbiegung auf 11700 für Aussteifungslasten, bzw.
11500 für eine Kombination von Wind- und Austeifungslasten ist kein
Gebrauchstauglichkeitsnachweis. Die Grenzen sind vielmehr gesetzt, da sie
bei der Entwicklung der EC 5-Gleichungen vorausgesetzt werden. Die
Grenzen können überschritten werden, falls zur Ermittlung der Aussteifungs-
lasten ein genauerer Nachweiserfolgt. Die Einwirkungen sollten mit Y,
vervielfacht werden. Für die Materialkennwerte sollten die 5%-Fraktilen,
belegt und modifiziert mit Y, und km„ verwendet werden. Für die
Verschiebungsmoduln sollten Ku = 213K,7erangesetzt werden.
- Der Durchbiegungsnachweis braucht bei Verhältnissen der Spannweite 1 zur
Höhe h des Verbandes von weniger als sechs, llh 1 6, bei im übrigen guter
Bemessung und konstruktiver Ausbildung, meist nicht geführt zu werden. Der
Durchbiegungsnachweis darf mit guter Genauigkeit nach dem im EC5
Anhang C gegebenen Verfahren geführt werden. Dabei sind die elastischen
Zusammenfassung
Verbände sind im allgemeinen räumliche Systeme. Es werden Vereinfachungen zur
Bemessung gezeigt.
- Verbandssysteme und Knotenpunkte werden vorgestellt.
- Es werden Richtlinien und Hinweise zur Bemessung und zur konstruktiven
Ausbildung gegeben.
Literatur
Brüninghoff, H. (1988). Verbände und Abstützungen, Grundlagen und Regelnachweise In:
Informationsdienst Holz, Bericht der Entwicklungsgemeinschaft Holzbau in der Deutschen Gesellschaft
für Holzforschung.
Einleitung
Beim Entwurf von Bauwerken in erdbebengefährdeten Gebieten wird der Bemes-
sung tragender Bauteile besondere Bedeutung zugemessen: die entsprechenden
Regeln in den Vorschriften nehmen meist einen großen Raum ein. Der Tragwerks-
planer muß sich dennoch deutlich machen, daß die genaue Befolgung der angegebe-
nen Rechenvorschriften allein noch nicht zu einer erdbebensicheren Konstruktion
führt. Für eine sichere Konstruktion sind die Anordnung der Bauteile und die
Konstruktionsdetails ebenso wichtig. Wie die Erfahrung zeigt, kann für kleine Bau-
werke, die im Grundriß und in der Ansicht regelmäßig aufgebaut sind, die Beach-
tung einiger Mindestabmessungen der Bauteile und Detaillierungsregeln von Verbin-
dungen sogar ausreichen, eine erdbebensichere Konstruktion ohne Berechnung zu
erreichen. Ferner wirken sich nichttragende Bauteile wie leichte Trennwände oder
Bodenaufbauten über die Reibungseinflüsse auf die Dämpfung und damit auf das
gesamte dynamische Verhalten der Konstruktion aus. Dieser Effekt ist nur in
Ausnahmefällen quantifizierbar, wirkt sich jedoch meist günstig aus, da zusätzliche
Energie dissipiert wird. In vielen Ländern enthalten Vorschriften für das Bauen in
Erdbebengebieten daher Angaben über Mindestabmessungen und sonstige
Anforderungen mit entsprechenden Beispielen, die einen Rechennachweis für
kleinere Bauwerke überflüssig machen.
In der gegenwärtigen Version von EC8 wurde diese Möglichkeit wegen der traditio-
nell unterschiedlichen Bauweisen in den europäischen Ländern nicht aufgenommen.
Aus den folgenden Gründen enthält EC8 zusätzlich zu den Rechenregeln dennoch
eine Reihe von Empfehlungen für Konstruktionsdetails. Die Befolgung bestimmter
Details ist notwendig,
- um die Gültigkeit der Rechenregeln zu gewährleisten, die auf bestimmten
Annahmen über die Ausführung basieren,
- um sicherzustellen, daß das angenommene Zähigkeitsniveau gewährleistet ist
und daß damit die Wahl des richtigen Verhaltensfaktors für die Berechnung
der Trägheitskräfte erfolgt. Ein Beispiel dafür sind Detaillierungsregeln für
mechanische Verbindungen, die ein plastisches Verhalten vor dem Erreichen
der Höchstlast aufweisen sollen.
Abb. 2 zeigt die wichtigsten notwendigen Details und Beispiele für Lösungen, um
ein Zusammenwirken des gesamten Tragwerk zu erreichen. In der Deckenebene
sollte immer ein Ringbalken angeordnet werden, der als Zugband wirkt, wenn die
Auch die vertikal angeordneten Bauteile müssen über die Geschoßdecken hinweg
miteinander verbunden werden, damit Zugkräfte aufgenommen werden können, die
sich aus den vertikalen und damit unter Umständen entlastenden Beschleunigungen
der Erdbebenlasten in Kombination mit den übrigen Schnittgrößen ergeben können
(Abb. 2c).
Abb. 2 Details für ein Zusammenwirken der Konstruktion unter horizontalen Lasten.
(U)Eckverstärkung, ( b ) ZugstoJ3 im Ringbalken, ( C ) Zugverbindung vertikaler
Bauteile, ( d ) Verhindern des Verschiebens und des Abhebens vom Fundament.
Die Verbindung übereinander angeordneter Holztafeln nur durch das Annageln der
jeweiligen Beplankung am Ringbalken ist für die Übertragung von Zugkraften nicht
ausreichend, da der Ringbalken bei einer erdbebenbedingten Zugbeanspruchung quer
zur Faser belastet wird. Die Kräfte quer zur Faser können z.B. durch eine aufgena-
gelte Verstärkung mit Holzwerkstoffplatten aufgenommen werden.
Abb. 5 Möglichkeiten fur das Verankern von Balkenenden in alten und modernen
Tragwerken.
Oft sind die Verbindungen zwischen Außenwänden aus Mauerwerk und einer
inneren Holzkonstruktion nicht so ausgeführt, daß die Konstruktion als Ganzes den
Erdbebenlasten widerstehen kann. Da die weichere Holzkonstruktion in der Regel
größere Verformungen erfährt als das steifere Mauerwerk, lehnt sich die Holzkon-
struktion gegen die Mauerwerkswände, die damit die horizontalen Trägheitskräfte
des gesamten Bauwerks abtragen und dazu entsprechend ausgebildet sein müssen
(Abb. 8). Ist das Mauerwerk nicht imstande, die gesamte Belastung abzutragen,
kann auch der folgende Ansatz gewählt werden: das Mauerwerk wird als Masse
ohne Steifigkeit betrachtet (durch Risse beschädigt) und die gesamte Beanspruchung
wird durch die Holzkonsti-uktion aufgenommen. Die Konstruktion in Abb. 9 ist so
ausgeführt, daß im Erdbebenfall das Mauerwerk versagen kann, ohne die
Holzkonstruktion wesentlich zu beschädigen. Durch das Versagen des Mauerwerks
wird sehr viel Energie dissipiert und die Holzkonstruktion mit ihrer wesentlich
niedrigeren Masse widersteht dem Erdbeben ohne größere Schäden.
Auch wenn das Tragwerk für q = 1 bemessen wird und damit ein plastisches
Verhalten rechnerisch nicht notwendig ist, wird die Verwendung schlanker Verbin-
dungsmittel mit plastischem Verformungspotential empfohlen. Dies bedeutet eine
Sicherheitsreserve ohne zusätzliche Kosten für das Tragwerk. Die Empfehlungen zur
Detaillierung von Holzkonstruktionen nach EC8 sollten daher unabhängig vom
zugrundegelegten Verhaltensfaktor q so weit möglich befolgt werden.
Zusammenfassung
Die sorgfältige Planung und Ausführung der Details von Holzkonstruktionen in Erd-
bebengebieten ist eine wesentliche Voraussetzung für plastisches Verhalten und eine
hohe .Energiedissipation sowie für die Standfestigkeit des Tragwerks im Erdbeben-
fall. Bauwerke sollten regelmäßig und einfach aufgebaut sein, um schwer vorhersag-
bare Torsionsbeanspruchungen durch ausmittige Beanspruchungen zu vermeiden.
Vorschriften und die Erfahrungen aus früheren Erdbeben können allgemeine
Hinweise für gute Konstruktionen geben, der Tragwerksplaner muß jedoch für jeden
spezifischen Fall die angemessenste Lösung finden.
Literatur
Ceccotti, A. (Hrsg.) (1989). Structural Behaviour of Timber Constructions in Seismic Zones. Proc. of
the relevant CEC DG 111 - Univ. of Florence Workshop, Florence, Italy.
Ceccotti, A. und Larsen, H.J. (1988). Background Document for specific rules for timber structures
in Eurocode 8. Report EUR 12226 for the Commission of the European Communities, Bruxelles,
Belgium.
Dowrick, D.J. (1977). Earthquake resistant design. John Wiley & Sons publishers, London, U.K.
Touliatos, P. (1993). Seismic disaster prevention in the history of structures in Greece. National
Technical Univ. of Athens. Greece.
Einleitung
Im Flugzeug-, Automobil- und Maschinenbau ist es längst üblich, die zu ferti-
genden Produkte und deren Fertigung auf Rechnern zu simulieren. Dabei wird
angestrebt, daß sich Geometrie, Eigenschaften und Verhalten der Simulation
möglichst wenig von dem tatsächlich hergestellten Produkt unterscheiden.
Dennoch gibt es auch im Holzbau gute Gründe, das zu fertigende Gebäude voll-
ständig dreidimensional im Rechner abzubilden, zu simulieren:
- Durch die vollständige 3D-Simulation aller wesentlichen Bauteile wird ein
konsistentes Gebäudemodell erzeugt. Die Konsistenz, d.h. unter anderem
die Paßgenauigkeit, und die Montierbarkeit sind am Bildschirm, d.h.
bereits in der Planungsphase, visuell überprüfbar.
- Die vollständige 3D-Simulation liefert automatisch komplette Stücklisten
und Produktionslisten.
- Die vollständige 3D-Simulation liefert alle Geometrie- und Bearbeitungs-
daten jedes Einzelbauteils und ermöglicht die direkte numerische
Ansteuerung der Abbundanlage oder des Holzbearbeitungszentrums.
- Mit der vollständigen 3D-Simulation liegen alle wesentlichen Daten vor,
um mit einfach zu bedienenenden Shading- und Rendering-Modulen foto-
realistische Darstellungen zu erzeugen. Nachgeschaltete Bildverarbeitungs-
Programme bieten die Möglichkeit, in der Planung befindliche Bauwerke
in vorhandene Umgebungssituationen einzufügen. Die Nutzung dieser
Möglichkeiten kann entscheidende Vorteile in der Akquisition und im
Verkauf bieten.
Die Kopplung beider Bereiche (CADICAM) besteht darin, daß Geometrie- und
Werkstoffdaten der einzelnen Bauteile aus der CAD-Simulation als Parameter an
die Holzbearbeitungsmaschinen übergeben werden. Jede Bearbeitung eines
Bauteils setzt sich abhängig von seiner Komplexität aus einer Vielzahl einzelner
Arbeitsschritte der CNC-Maschine zusammen.
Dementsprechend sind die Maße von Bauholz aus Nadelholz ebenfalls auf eine
Holzfeuchte von 20% bezogen. Daher ist davon auszugehen, daß sich in der
Nutzungsklasse 1 mit einer Holzausgleichsfeuchte von 12% die Querschnittsab-
messungen infolge Schwinden um einige Millimeter verringern werden.
Üblicherweise wird diesem Umstand dadurch Rechnung getragen werden, daß in
den Einzelstückzeichnungen alle Maße auf Oberkante Bauteil bezogen werden.
3D-CAD-Simulation
CAD darf schon lange nicht mehr nur als elektronische Zeichenhilfe verstanden
werden. Die mittels CAD generierten Daten übersteigen den Informationsgehalt
einer konventionell erstellten Zeichnung und vor allem deren Zuverlässigkeit um
ein Vielfaches. Das läßt sich schon an der relativ einfachen Dachkonstruktion in
Abb. 2 verdeutlichen.
Abb. 3 Verschneidung von Hauptdach mit Turm (links) und Nebendach (rechts).
Das räumliche Gebäudemodell ist die Grundlage für alle nachfolgenden Arbeits-
schritte in den Bereichen Konstruktion und Fertigung. So werden ~ b e r -
sichtspläne (Abb. 4), Ansichten, Schnitte und Einzelstückzeichnungen (Abb.
5)automatisiert aus dem 3D-Modell generiert. Auch die Vermaßung der Einzel-
stückzeichnungen erfolgt für Standardbauteile automatisch, so daß der Nachbe-
arbeitungsaufwand in der Regel sehr klein ist. Wichtigster Punkt ist jedoch das
aus der Konsistenz des Gebäudemodells resultierende hohe Maß an Planungs-
sicherheit, da z.B. Übertragungsfehler vollständig ausgeschlossen werden können.
Längst steht CAD nicht nur für die Verarbeitung grafischer Daten. Ein vollstän-
diges 3D-CAD-System ist in der Lage, eine Vielzahl nichtgrafischer Daten zu
archivieren und und zu verarbeiten. Zusätzlich können die vorhandenen Geome-
triedaten mit Sachdaten verknüpft und auf unterschiedlichste Art weiterverarbei-
tet werden. Ein Beispiel hierfür ist die vollautomatische Generierung von Stück-
und Produktionslisten (Abb. 6). Die Listen werden ohne zusätzlichen Eingabe-
aufwand auf der Grundlage des aktuellen Bearbeitungsstandes der Eiilzelbauteile
vom System erzeugt. Sie können anschließend als wichtiges Hilfsmittel bei der
Materialdisposition, Fertigung, Montage und Kalkulation verwertet werden.
Abb. 6 Produktionsliste.
ba-10-1
SPARREN-ZA-3
1 800
9 0
1 0
3 0
2 0
2 0
2 0
2 0
1 1
1 1
SPARREN
1 800
9 0
1 0
3 0
2 0
1 1
Bislang werden diese Daten vielfach noch direkt an der Maschine erzeugt, indem
die Daten einer Einzelstückzeichnung entnommen und in ein NC-Programm
umgesetzt werden. Hier sind einerseits Übertrag~n~sfehler möglich, andererseits
wird die Bauteilgeometrie doppelt erzeugt, nämlich einmal im CAD-System und
ein zweites Mal an der Maschine.
Schnittstelle CAD-Maschine
Idenr~fikutron
Beurbcr- Brurbeirun
/+-P
Idrntqikation Bohrer
Abb. 8
Aufgrund der vielfach sehr hohen Komplexität der Holzbaui-eile ist in absehbarer
Zeit nicht mit einer vollständigen Automatisierung der Datengenerierung für
Holzbearbeitungsmaschinen zu rechnen. Die Automatisierung wird zunächst auf
Standardbauteile beschränkt bleiben. Daher sollte im CAD-System die Möglich-
keit der manuellen Identifikation von Einzelbearbeitungen oder ganzen Konstruk-
tionsformen bestehen. Dies kann über den in Abb. 8 gezeigten Identifikations-
modul realisiert werden. Mit Hilfe dieses Moduls ist es möglich, die Art der
Bearbeitung eines mit CAD konstruierten und simulierten Bauteils graphisch aus
einem Menü auszuwählen. Die Auswahl kann auf drei verschiedenen Ebenen
erfolgen. Auf der obersten Ebene kann die komplette Bearbeitung des gesamten
Bauteils angewählt werden, wenn das konstruierte Bauteil in seiner Gestalt einem
Bauteil des Menüs ähnlich ist, für das sämtliche Analyse-Algorithmen parametri-
siert vorliegen. Auf der mittleren Ebene können auf gleiche Weise die Bearbei-
tungen einzelner Anschlüsse identifiziert werden, und auf der untersten Ebene
schließlich kann die Bearbeitung mit einzelnen Maschinenaggregaten an beliebi-
ger Stelle ausgewählt werden.
Mitarbeiter
Rechnerunterstützte Planung und Fertigung erfordert in den Rechnertechniken
ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die ein gutes dreidimensionales Vorstel-
lungsvermögen besitzen. CADICAM senkt nicht die Anforderungen an das Aus-
bildungsniveau der Mitarbeiter, sondern hebt es an. Da in der Regel nur jimge
Mitarbeiter über die erforderliche Qualifikation verfügen, sollte diesen die
Chance gegeben werden, sich Stück für Stück in das komplexe CADICAM-
System des Betriebes einzuarbeiten und es zu beherrschen. Dabei ist zu berück-
sichtigen, daß nicht nur die Technik selbst beherrscht werden muß, sondern auch
deren Einflüsse auf die Konstruktion (Anschlußdetails) und Fertigungs- und
Montageabläufe. Hierzu liegen bislang noch wenig Erfahrungen vor.
CADICAM ist kein Werkzeug, das, sofern die Handhabung einmal erlernt wurde,
mit gleichbleibender Effizienz gemessen an den theoretisch vorhandenen Mög-
lichkeiten genutzt werden kann. CADICAM befindet sich auch heute noch in der
Entwicklung, und es werden in relativ kurzen Zeitabständen verbesserte und
erweiterte Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Das macht kontinuierliche
Weiterbildungsmaßnahmen notwendig und erfordert motivierte Mitarbeiter, die in
der Lage sind, auch selbst neue Möglichkeiten zu entdecken und iin Rahmen der
betriebsspezifischen Gegebenheiten umzusetzen.
Zusammenfassung
- Die vollständige 3D-Simulation einer Holzkonstruktion im Rechner liefert
ein konsistentes Gebäudemodell, das die visuelle Kontrolle der Paß-
genauigkeit und Montierbarkeit schon in der Planungsphase ermöglicht.
- Um heutigen Qualitätsanforderungen an Baukonstruktionen zu genügen,
sollte nur Bauholz verarbeitet werden, dessen Holzfeuchte gleich der Aus-
gleichsfeuchte der zugehörigen Nutzungsklasse ist.
- Investitionen in CADJCAM-Technik sind nur dann sinnvoll, wenn für
deren Anwendung ausgebildete, motivierte und kreative Mitarbeiter zur
Verfügung stehen.
Literatur
Kessel, M.H. und Gnutzmann, D. (1992). Graphische Datenverarbeitung irn Holzbau. Karlsmhe:
Bruderverlag.
Deutsche Gesellschaft für Holzforschung DGM (1994). Projektschnittstelle Holzbau Version 1.04.
München.
STEP ~1 . Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Der Beitrag zeigt die Geschichte und die Entwicklung von Gebäuden und
J.C. Chilton Ingenieurkonstruktionen aus Holz, von den einfachen Anfangen primitiver Schutz-
University of Nottingham hütten bis zu den modernen Konstruktionen mit großen Spannweiten. Einige
Beispiele von Holzkonstruktionen aus der ganzen Welt werden vorgestellt, um diese
Entwicklung und die Möglichkeiten des Holzes als Baustoff zu zeigen.
Einleitung
Holz stand fast allen Kulturen als Baumaterial zur Verfügung, als die Menschheit
am Anfang der Zivilisation begann, einfache Schutzhütten zu bauen. Es gibt viele
verschiedene Baumarten und die meisten klimatischen Zonen haben mindestens eine
Baumart, die sich den in diesen Gegenden vorherrschenden Bedingungen angepaßt
hat. Somit war Holz in den meisten bewohnten Gegenden der Welt verfügbar. Die
Geschichte und Entwicklung der Holzkonstniktionen ist ein weites Thema. Seit die
Menschheit zum ersten Mal Werkzeuge herstellte, wurde Holz u.a. für Gebäude,
Brücken, Maschinen, Kriegsgerät, Ingenieurbauten und Schiffe verwendet,. In
diesem Beitrag wird es nur möglich sein, einige Beispiele, beschränkt auf Gebäude,
Brücken und Ingenieurbauten, darzustellen, die diese Entwicklung zeigen. Diese
Beispiele werden sich nicht auf die europäischen Erfahrungen beschränken sondern
werden, falls möglich, auch andere Kontinente einbeziehen, um die Anpassungs-
möglichkeit des Holzes als Baustoff zu demonstrieren, die Beschäftigung mit
anderen Bauformen anzuregen und die ingenieurmäßigen und architektonischen
Möglichkeiten von Holzkonstruktionen zeigen.
Einfache Konstruktionen
Wahrscheinlich bestanden die frühesten, von Menschen errichteten Schutzhütten aus
Ästen, die mit Blättern oder Tierhäuten bedeckt waren; eine der einfachsten aus
Weidengeflecht war eine Konstruktion aus jungen, in den Boden gesteckten
Bäumen, die einen Ring bildeten, gebogen wurden, mit Seilen aus natürlichen
Fasern verflochten und zusammengehalten wurden, um eine Kuppel von geringem
Gewicht zu bilden. Das Tipi der eingeborenen Nordamerikaner ist ebenfalls ein
Beispiel einer einfachen Konstruktion, bei der Holzpfähle verwendet werden, um
einen kegelförmigen Bau zu errichten, der mit Häuten bedeckt als Schutzhütte
diente. Mongolische Nomadenstärnme verwenden ein weiteres Beispiel, die Jurte,
die aus einem zusammengefalteten Holzgitter oder Scherengatter besteht, das
auseinandergezogen und verankert wird und eine kreisförmige Wand bildet, die
dünne, radiale Bögen aus Holz trägt. Die Skelettkonstruktion wird mit dickem Filz-
material bedeckt, um Schutz vor den sandigen Wüstenwinden zu bieten. Diese
einfachen Beispiele von Holzkonstruktionen sind in Abb.1 gezeigt.
Abb. 3 (U)Todaiji Tempel, Nara, Japan - das gröJ3te historische Holzgebaude der
Welt und ( 6 ) Detail einer Verbindung.
Norwegische Stabkirchen
Mittelalterlicher Holzrahmenbau
Holzrahmenkonstruktionen wurden in Europa während des Mittelalters für Häuser,
Scheunen etc. verwendet. In England dominierten drei Konstruktionsmethoden:
"cruck frame", "box frame" und "aisled frame" (siehe Abb. 7) mit regionalen
Unterschieden in der Popularität jeder Form. Als "cruck frame" Konstruktionen
wurden eine Reihe gegenüberliegender, ausgesteifter "Au -Rahmen in regelmäßigen
Abständen entlang des Gebäudes auf einer durchgehenden Grundschwelle errichtet.
Hergestellt wurde der "cruck frame" in seiner einfachsten Form durch Längsauf-
spalten eines Baumstammes und Hauptastes (oder eines entsprechend gekrummten
Stammes) mit ausreichender Länge, um von der Grundschwelle bis zum Dachfirst
zu reichen. Die beiden Hälften des Stammes bildeten ein zusammengehörendes Paar
von leicht gekrümmten Bauteilen ("cruck blades"), die dem Querschnitt des
Gebäudes folgten und im Firspunkt verbunden wurden (und falls notwendig mit
einem Kehlbalken verbunden wurden) und so einen konstruktiv ausgesteiften
symmetrischen Rahmen bildeten. In der Regel wurden alle Verbindungen mit
Hartholzdübeln hergestellt. Pfetten und Wandschwellen verbanden die Rahmen in
Längsrichtung und die seitliche Aussteifung wurde durch Kopfbänder erreicht, die
zwischen Pfetten und "cruck frames" lagen und Windkräfte aufnehmen konnten.
Sparren wurden angebracht, um die Ziegel oder das Stroh zu tragen. Waren größere
Spannweiten zu überbrücken, wurde die Konstniktion modifiziert. Die beiden "cruck
blades" trafen sich nicht im First, sondern wurden durch einen Querträger
verbunden und bildeten so einen einfachen Portalrahmen. Ein "crown post" Dach
(wie im Abschnitt über Dachtragwerke weiter unten beschrieben) wurde im
mittleren Teil, unterstützt durch den Querträger, errichtet.
"Box frame" ist eine Fachwerkbauweise, die aus einer Träger- und Stützen-
konstruktion mit zusätzlichen Aussteifungsdiagonalen zwischen den Rährnhölzem
besteht. Häufig kragte das oberere Stockwerk über die Wände des unteren
Stockwerkes hinaus. Dies ergab in den dicht besiedelten mittelalterlichen Städten
Europas zusätzlichen Wohnraum über den engen Straßen und die Durchlaufwirkung
der Deckenbalken verbesserte die konstruktive Effektivität der Träger. In einigen
Fachwerkhäusem gibt es nur eine begrenzte Zahl an Aussteifungen, wobei die
Ausfachungen aus Strohlehm und Weidengeflecht oder aus Ziegel etc. eine
zusätzliche Aussteifung ergaben. Die diagonalen Aussteifungen entwickelten sich
von ihrer statischen Funktion hin zu einem architektonischen Element, dessen
Aussehen von Region zu Region unterschiedlich war.
Der "aisled frame", der vorwiegend für Lagerscheunen verwendet wurde, besteht
aus einem Hauptschiff und zwei Seitenschiffen, analog zu vielen Kirchenkon-
Frühe Holztragwerke wurden oft ohne großes Wissen über die angreifenden Kräfte
gebaut und ähneln eher zusammengezogenen Bögen als der modernen Idee eines
Fachwerkes, z.B. Wren's Dachtragwerk des Sheldonian Theatre in Oxford (Mark,
1993). Die frühe Entwicklung der Dachtragwerke zeigen Abb. 9 bis 12.
Eine andere Form des Dachtragwerkes, das hauptsächlich für Dächer von Hallen
und Kirchen verwendet wurde, ist der "Hammer" Balken (siehe Abb. 11). Das
bekannteste Beispiel hierfür ist das 20,7 m weit gespannte Dach der Westminster
Hall, London, das 1394 von Hugh Herland fertiggestellt wurde (TRADA, 1985;
Mark, 1993).
Abb. 12 Entwicklung von Dachtragwerken: Wren's Dach über dem Sheldonian theatre.
Holzbrücken
Frühe römische Holzbrücken waren einfache Trägerstrukturen aus behauenen
Baumstämmen, die auf hölzernen Brückenpfeilern lagen. Eine der friihesten
erwähnten Brücken ist die Pons Sublicius, die während der Zeit von Ancus Marcius
(640-616 [Link].) erbaut wurde. Sie überdauerte über 900 Jahre bis in die Zeit von
Konstantin (306-337 n. Chr.). Die Brücke, die als Cäsarbrücke über den Rhein
bekannt ist, wurde wahrscheinlich unter der Leitung von Vitruvius (Cäsars
Artilleriechef) errichtet und hat Längsträger, die auf Querträgern aufliegen, die
durch geneigte Pfeiler unterstützt sind, wie in einer späteren Zeichnung von Palladio
gezeigt wird. Ein interessanter Anschluß wurde zur Verbindung der Pfeiler an die
Querträger verwendet: die Belastung auf dem Brückenbelag läßt die Verbindung
fester werden. Im Jahre 104 n. Chr. wurde die Trajan Brücke, mit 20 Pfeilern bis
zu 45 m Höhe, verbunden durch halbkreisförmige Holzbögen mit 52 m Spannweite,
über die Donau errichtet (ASCE, 1976).
In den USA war Holz für Brückenkonstruktionen weit verbreitet, da in den Wäldern
Bäume mit großen Längen und großen Querschnitten den Siedlern zur Verfügung
standen. Die Knappheit und die hohen Kosten von anderen Konstruktionsmaterialien
Lewis Wemwag errichtetete insgesamt 29 Brücken, von denen die bekannteste die
"Colossus" über den Schuylkill River in Philadelphia (im Jahr 1812) ist. Fletcher
und Snow (ASCE, 1976) gaben an, daß "dieser kühne Entwurf, wissenschaftlich
und architektonisch schön, wahrscheinlich in Amerika nie übertroffen wurde". Die
Brücke war eine völlig überdachte Fachwerkbogenbrücke aus Holz mit 103,7 m
freier Spannweite und 6,l m Höhe, mit 5 parallelen Fachwerken mit Bogenrippen-
untergurten, 1,07 m hoch und 0,33 m breit aus sieben Lagen zusammengeklernrntem
Holz. 1813-1814 baute er auch eine Fachwerkbrücke über den Delaware River in
Newhope. Diese Brücke hatte parallele Ober- und Untergurte, Vertikalstäbe aus
Holz aber "X"-Diagonalstäbe aus Eisen, ein Fachwerkform, die dem Pratt Truss
voranging.
1820 ließ sich Ithiel Town sein Gitterfachwerk und 1835 die modifizierte Form mit
doppelten Diagonalen und zweifachen Gurten patentieren. Das Town Gitterfachwerk
war als Holzkonstruktion besonders geeignet, da es aus standardisierten, relativ
kleinen Holzquerschnitten und Längen hergestellt werden konnte, die mit Hilfe von
einfach verfügbaren Bolzen und Stangen und nicht n i t speziellen Knotenverbindem
zusammengesetzt wurden. Wenn die Brücken richtig entworfen wurden und
überdacht waren, um die Konstruktionselemente vor Fäulnis zu schützen, konnte bei
60 m weit gespannten Brücken eine Lebensdauer von 50 bis zu 100 Jahren erwartet
werden. Die Kosten einer Brücke diesen Typs aus Fichtenholz bei einer mittleren
Spannweite lagen bei etwa der Hälfte einer vergleichbaren Eisenbrücke.
Das Fachwerkpatent von William Howe aus dem Jahre 1840 hatte Holzdiagonalen,
die zwischen Ober- und Untergurt über zwei Fachwerkfelder liefen und vertikale
Metallstäbe, die Ober- und Untergurt miteinander verbanden. Dies wurde später
modifiziert, indem die Holzdigonalen in jedem Fachwerkfeld auftraten. Das Pratt
Fachwerk, 1844 patentiert, hatte Metalldiagonalen in jedem Fachwerkfeld und
Holzvertikalstäbe. Die Druckelemente waren daher kürzer als beim Howe Fachwerk
Lamellierte Holzkonstruktionen
Obwohl lamellierte Hölzer in anderen Ländern verbreitet waren und auch fiir
Eisenbahnbrückenkonstruktionen in England (insbesondere von Brunel) verwendet
wurden, war eine der ersten Anwendungen in einem Gebäude das Dach der Kings
Cross Station in London. Das Dach war ursprünglich mit lamellierten Holzbögen
mit 30,5 m Spannweite konstruiert. Diese bestanden aus 38 m m dicken Brettern, die
von Bolzen zusammengehalten eine Bogenrippe von 600 m m Höhe bildeten. Später
wurde die Holzkonstruktion durch eine Eisenkonstruktion ersetzt, da das Holz durch
den Dampf der Lokomotiven verfault war. 1866 wurden Bögen ahnlicher Form fiir
das Dach des German Gymnasium in L;ondon verwendet (TRADA, 1985).
Seit den späten 50er Jahren, wurde Holz bei der Konstruktion von
Schalentragwerken, die die äußeren Lasten dreidimensional abtragen, verwendet.
Ein elegantes Beispiel war die 46,6 m lange, 28,3 m breite und 85 mm dicke fünf-
lagige Teak-Schalenkonstruktion der Versammlungshalle des Rangoon College of
Engineering aus dem Jahre 1956. Holz ist besonders geeignet für die Konstniktion
von hyperbolischen Paraboloid-Schalen, da die doppelt gekrümmte Oberfläche aus
geraden Elementen erzeugt werden kann. Dies wurde durch die Errichtung eines 35
m weit gespannten, quadratischen Daches der Wilton Royal Carpet Company aus
dem Jahre 1957 gezeigt (TRADA, 1985).
Holz wurde auch als äußere Oberfläche von Steinkuppeln (z.B. Sankt Markus in
Venedig oder St. Pauls Cathedral in London) verwendet und in jüngerer Zeit für
weitgespannte geodätische, Lamellen- und Rippenkuppeln bis 162 m Duchmesser.
Zusammenfassung
Repräsentative Beispiele der Entwicklung und der Verwendung von Holz in
Gebäuden und Ingenieurkonstruktionen im Laufe der Geschichte wurden gezeigt.
Auf die Bedeutung von Holz als Baumaterial für Architektur- und Ingenieurbauten
wurde eingegangen. Es wäre wünschenswert, wenn dieser kurze Abiiß den Wunsch
wecken würde, die Geschichte der Holzkonstruktionen weiter zu erforschen als ein
Weg, zeitgenössische Entwurfsphilosophie zu beleben.
Literatur
American Society of Civil Engineers (1976) American Wooden Bridges, ASCE, New York.
American Society of Civil Engineers (1989) Classic Wood Structures, prepared by the Task
Hauglid R. (1980) Laftekunst - laftehusets opprinnelse og eldeste historie, Dreyers Forlag, Oslo
Nonvay (with Summary in English).
Labrum E. A. (1994) ed. Civil Engineering Heritage - Eastern and Central England, Thomas Telford
Ltd. London.
Mark R. (ed) (1993) Architectural Technology - up to the Scientific Revolution, MIT Press.
Needham J. (1971) Science and Civilisation in China, Volume 4, Part 3, Cambridge University Press,
Cambridge, U.K.
Otter R.A. (1994) ed. Civil Engineering Heritage - Southern England, Thomas Telford Ltd. London.
Stüssi F. (1961) Der Baumeister Johann Ulrich Grubermann und seine Zeit, Industrielle Organisation.
Sumiyoshi T. and Matsui G. (1991) Wood Joints in Classical japanese architecture, translated by
Ferenc Kovacs, Kajima Institute Publishing Co Ltd, Japan.
STEP E2 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Qualitätskriterien fur den Entwurf von Holzkonstruktionen werden zusammengefaßt.
J. Natterer, J.L. Sandoz Allgemeine Entwurfsaspekte, die sich durch die Erfahrungen in Forschung und
Ecole Polytechnique Praxis im Laufe vieler Jahre herausgebildet haben, werden dargestellt.
Federale de Lausanne
Einleitung
Aus langjährigen Forschungsarbeiten sowie aus Erfahrungen aus der praktischen
Tätigkeit von Tragwerksplanern haben sich eine Reihe von Hinweisen zum Entwurf
von Holzkonstruktionen ergeben, von denen einige auch für andere Baustoffe
gelten, die jedoch alle für den Baustoff Holz anwendbar sind. Eine ganze Reihe
neuer hochwertiger Holzprodukte, die als tragende Bauteile verwendet werden
können, sowie neue, effizientere Verbindungsdetails sind sowohl durch langfristige
Grundlagenforschung als auch durch kürzere, anwendungsorientierte Forschungsar-
beiten entwickelt worden.
Wegen der besonderen Eigenschaften des Baustoffes Holz stellt der Entwurf von
Holzkonstruktionen oft besondere Anforderungen an den Ingenieur. Detaillösungen
müssen holzgerecht entwickelt werden und können nicht von bekannten Standard-
lösungen des Stahl- oder Massivbaus übernommen werden. Im folgenden wird der
Schwerpunkt auf die besonderen Entwurfsüberlegungen für Holzkonstruktionen
gelegt.
Bauplatz: Zuschnitt
Zugang
Lage
Geländeverlauf
Witterungsbedingungen
Umgebung
Baugrund
Bauwerksnutzung: Größe
Beleuchtung
Brandschutz
Organisation im Grundriß
F~~nktionsverteilung
Raumaufteilung
Auf der Grundlage dieser Checkliste trifft der Ingenieur seine Entscheidungen. Das
Ziel des Entwurfsprozesses ist eine gemeinsame Optimierung der Tragsicherheit, der
Kosten, der Funktionalität, der Dauerhaftigkeit und des ästhetischen Gesamtein-
drucks. Teile der Checkliste des Architekten, die das Ergebnis von Diskussionen
zwischen Architekt und Ingenieur darstellen, sind nachfolgend erläutert.
Einschränkungen
Die planerische Arbeit wird durch zahlreiche Randbedingungen eingeschränkt.
Obwohl Vorschriften und gesetzliche Bestimmungen stets umfangreicher werden
und oft bürokratische Hemmnisse darstellen, sind sie nötig, um die Sicherheit von
Personen zu gewährleisten und die Erscheinung der bebauten Umgebung und der
zugehörigen Landschaft zu kontrollieren. Die notwendige Berücksichtigung der
durch das Bauen verursachten Umweltbeanspruchung und die daraus resultierenden
Planungsanforderungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
Bauwerksnutzung
Anforderungen an die geplante Gebäudenutzung bestimmen seine Höhe, die Anzahl
der Geschosse und die Position der Auflagerpunkte. Besondere Funktionsanforde-
rungen sollten von Anfang an im Entwurfsprozess berücksichtigt werden. Manche
Gebäudenutzungen erfordern Tageslicht. Dies kann einen großen Einfluß auf die
Dachform ausüben. Die Brandschutzbestimmungen, insbesondere die erforderliche
Feuerwiderstandsdauer, sind ebenso von der geplanten Nutzung abhängig.
Einwirkungen
Einwirkungen, die einen Einfiuß auf das Tragwerk haben werden, sind bereits
während der Vorentwurfsphase zu ermitteln und festzulegen. Außer den üblichen
Wind-, Schnee-, Erdbeben- und Verkehrslasten sind manchmal auch weniger
häufige Lasteinwirkungen wie Installations-, Kran- oder Lagerlasten zu berück-
sichtigen.
Entwurfsprozeß
Da das Bauwerk sich in die vorhandene bebaute oder natürliche Umgebung einfü-
gen soll, wird die Entwicklung der Gebäudeform oft in hohem Maße durch diese
Umgebung beeinflußt. Die Silhouette einer Sporthalle, des Sprungturms eines
Schwimmbads oder eine Müllverwertungsanlage können dominierende Elemente in
den Gebäudeprofilen einer vorhandenen Bebauung sein.
Lastabtragungssysteme
Die Lastabtragung im Grundriß und die dazu nötigen Stützen oder Auflagerpunkte
werden von der Nutzung des Gebäudes sowie von den Bodenverhältnissen
bestimmt, die wiederum die Gründungsmöglichkeiten beeinflussen. Randbedingung-
iX)f>(j
I
Tragsysteme
Die Form und Größe der Haupt- und Nebenträger wird vor allem durch die wirk-
same Querschnittshöhe bestimmt, da diese in der dritten Potenz in die Biegesteifig-
keit des Bauteils eingeht. Die Gebäudefunktion legt die lichte Deckenhöhe fest, die
als Querschnittshöhe zur Verfügung steht. Kleine Querschnittshöhen ermöglichen
auch nur kleine Spannweiten und erfordern einen geringeren Trägerabstand. Bei
großen Querschnittshöhen können Fachwerkträger gewählt werden, die bei größeren
Spannweiten in der Regel wirtschaftlicher sind. Raumfachwerke sind stabiler als
Bei Dächern mit großen Spannweiten sind Schalen oft wirtschaftlich, da weder das
Gebäude noch die Bauteile ausgesteift werden müssen. Schalentragwerke verur-
sachen außerdem nur sehr niedrige Eigenlasten und erlauben durch ihre geringe
Bauhöhe eine optimale Nutzung des umbauten Raums.
Materialwahl
Die Wahl der Baustoffe und Querschnitte der Haupt- und Nebenträgersysteme sollte
so früh wie möglich während des Entwurfsprozesses erfolgen, da diese Wahl Kon-
sequenzen für die Anforderungen an die Auflager hat. In Holzkonstruktionen
werden unterschiedliche Querschnittsformen eingesetzt: Rundhölzer, einfache oder
zusammengesetzte Kanthölzer, Balken, Bohlen oder Brettschichtholzquerschnitte.
Gut durchdachte Querschnittsformen sorgen nicht nur für die notwendige
Tragfähigkeit und Stabilität, sondern weisen auch eine hohe Feuerwiderstandsdauer
(außer bei kleinen Querschnitten) sowie gute Wärmedämm- und Schallschutzeigen-
schaften auf. Unterschiedliche Oberflächen wie unbearbeitet, sägerauh, gehobelt
oder poliert eröffnen dem Architekten eine ganze Palette gestalterischer
Möglichkeiten. Bei den Holzwerkstoffen stehen verschiedene Plattenwerkstoffe wie
Sperrholz, Spanplatten oder Sandwichplatten zur Verfügung.
Verbindungsmittel
Im Holzbau sind die Verbindungsmittel oft für Konzeption und Detailausbildung
maßgebend. Von der richtigen Wahl der Verbindungsmittel hängt die Qualität, die
Dauerhaftigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Holzkonstruktionen entscheidend ab.
Für die Wahl der Verbindungsmittel ist einmal wichtig, an welcher Stelle im Trag-
werk sie eingesetzt werden sollen, aus welchem Material die zu verbindenden
Bauteile bestehen (Rundholz, Vollholz oder Brettschichtholz), zum anderen die
Eigenschaften des Verbindungselementes selbst. Beispiele sind Holz-Holz-
Verbindungen ohne stählerne Verbindungsmittel, Verbindungen mit stiftförmigen
Verbindungsrnitteln mit oder ohne Stahlplatten, die sichtbar oder verdeckt angeord-
net sein können. Sichtbare Stahlteile erfordern gegebenenfalls einen Schutz gegen
Witterungseinflüsse sowie gegen Brandeinwirkung.
Modelle
Auch ein maßstäbliches Modell einer Konstruktion kann ein wichtiges Hilfsmittel
für die Darstellung des Innenraums sein. Mit einem Modell ist es möglich, die
Qualität eines Entwurfs den Entscheidungsträgem wie z.B. der Bauaufsicht und
besonders dem Bauhem deutlich zu machen. Auch Diskussionen zwischen
Architekt und Ingenieur werden anhand eines Modells einfacher. Details des
Tragsystems und anderer Bauelemente sind bei Maßstäben von 1 : 20 bis 1 : 50
deutlich ablesbar.
CAD
Da Holz ein einfach zu bearbeitender Baustoff ist, besteht eine große Freiheit und
Vielfältigkeit bei der Wahl des Tragsystems oder der Konstruktionsdetails. Hier
kann CAD einen wertvollen Beitrag leisten, indem es den großen Aufwand zur
Festlegung der genauen Geometrie, der Details und zur Herstellung der Konstruk-
tionszeichnungen verringern hilft. Damit können selbst sehr komplexe räumliche
Details einfach und eindeutig dem Hersteller übermittelt werden. Die räumliche
Darstellung kann dabei sowohl dem Architekten als auch dem Ingenieur Vorteile
bieten. Die Überprüfung von Konstruktionsaltemativen einschließlich der statischen
Berechnung und der Darstellung des Innenraums mit den gewünschten Oberflächen
und Farben sind möglich. Dies bedeutet eine Beschleunigung der Optimierung der
Holzkonstruktion.
Zusammenfassung
Die Anforderungen an eine Optimierung des Entwurfsprozesses von Holzkonstruk-
tionen wurden in allgemeiner Form dargestellt. Die Zusammenarbeit zwischen
Architekt und Ingenieur ist vom Beginn eines Projektes bis zur Darstellung des
gewählten Entwurfs notwendig. Durch eine intelligente Planung können Material-
kosten eingespart und damit Holztragwerke gegenüber anderen Baustoffen
wettbewerbsfähig sein.
Literatur
Götz, K.-H., Hoor, D., Möhler, K. und Natterer, J. (1978). Holzbau Atlas. Institut fur Internationale
Architektur-Dokumentation, München, Deutschland.
Natterer, J., Herzog, T. und Volz, M. (1991). Holzbau Atlas Zwei. Institut für Internationale
Architektur-Dokumentation, München, Deutschland.
Natterer, J. und Winter, W. (1986). Entwurf von Holzkonstruktionen. In: Holzbautaschenbuch. Band
1: Gmndlagen, Entwurf und Konstruktionen. Ernst & Sohn, Berlin, Deutschland.
STEP E3 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Es werden Pfetten aus Rundholz, Voll- oder Brettschichtholz und mit zusam-
C. Short mengesetzten I- oder Kastenquerschnitten behandelt. Die Grundlagen der Be-
ConsuIting Engineer messung werden entwickelt, die Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit und
Tragfähigkeit angegeben und auf die Bemessungswerte der Einwirkungen sowie
die Lastkombinationen wird eingegangen.
Einleitung
Eine Pfette ist ein Dachbauteil, das im allgemeinen die Sparren unterstützt und
die Lasten an das Haupttragwerk weiterleitet.
Pfetten können als Einfeldträger nach Abb. 2a oder als Durchlaufträger nach
Abb. 2b ausgeführt werden. Läuft die Pfette über drei oder mehr Felder durch,
ergeben sich geringere Bemessungsmomente und kleinere Durchbiegungen für
einen vorgegebenen Querschnitt. Diese Ausführung ist aber begrenzt durch die
maximale Länge, mit der das Holz im Handel erhältlich ist und zur Baustelle
transportiert werden kann.
Wenn die Gebäudelänge größer wird als die größte verfügbare Holzlänge,
können verschiedene konstruktive Möglichkeiten genutzt werden, mit denen die
Durchlaufwirkung durch Verbindung von Einzelstäben erreicht werden kann.
Zwei dieser Möglichkeiten sind in Abb. 2c und 2d dargestellt. Im ersten Fall
sind im Bereich der Wendepunkte der Biegelinie Gelenke mit Bolzenver-
bindungen angeordnet und im zweiten Fall wird die Durchlaufwirkung durch die
Das Bemessungsverfahren ist ähnlich dem für Einfeld- oder Durchlaufträger mit
der Ausnahme, daß bei Pfetten im allgemeinen zweiachsige Biegung und Torsion
auftreten. Hinsichtlich Biegebeanspruchungen wird auf STEP B3 und hinsichtlich
Schub und Torsion auf STEP B4 verwiesen.
Die üblichen Lasten auf Pfetten ergeben sich aus der Eigenlast der Sparren, den
ständigen Lasten aus der Dachhaut, den veränderlichen Einwirkungen Schnee
und Wind und eventuellen Verkehrslasten auf der Dachfläche.
Die Verkehrslasten sind im allgemeinen wie auch die Schneelast auf die
Grundfläche bezogen, während die Eigenlasten von Dachhaut und Sparren auf
die Dachfläche bezogen sind. Die Wirkungslinie dieser Lasten verläuft vertikal.
Die Windlast wirkt rechtwinklig zur Dachfläche als Winddruck oder Windsog je
nach Windrichtung und Gebäudegeometrie.
Teilsicherheitsbei werte
y, = 1,35 ständige Einwirkungen
YQ = 1 , 5 veränderliche Einwirkungen
Aus der Bedingung, daß das Moment an der Koppelstelle vom Betrag dem
maximalen Feldmoment entspricht, ergeben sich die folgenden Überkopplungs-
längen (siehe Abb. 3):
I'., = 0,10 1
Ausnahme: vom Endfeld in das 1. Innenfeld: I,., = 0,17 1
Endfeid
Kopplungskräfte (Innenfelder):
Die Kopplungskräfte werden unter der Annahme eines vom Auflager ausgehend
konstanten Moments im Einzelquerschnitt über die Länge I,. und unter
Vernachlässigung der Gleichstreckenlast auf dem auskragenden Teil der Pfette
ermittelt. Diese Vorgehensweise ist etwas auf der sicheren Seite.
Tragfahigkeitsnachweis
Anschluß im 1. Innenfeld
Gewählt: 6 Rillennägel, d = 4 mm, I = 110 mm
f , ,d 1 = 4,24 . 4 . 50 = 848 N
Ru,,= min = 814 N
f,,,d 2 = 50,9 . 4' = 814 N
Kombinierte Beanspruchung
Die Vorteile von Pult- und Satteldachträgem werden beschrieben und einige
Details der Bemessung wie z.B. die Bestimmung der maximalen Biegespannung
und der Durchbiegungen werden gezeigt.
Einleitung
Gerade Träger mit konstantem Querschnitt sind die am häufigsten verwendeten
Konstruktionselemente aus Brettschichtholz.
Grundsätzlich lassen sich Träger in jeder Größe herstellen. In der Praxis sind die
Abmessungen jedoch durch die Kapazität der Produktionseinrichtungen und
durch Transportprobleme begrenzt. Träger mit einem Volumen von über 10 m3
erfordern besondere Maßnahmen, es wurden jedoch schon Träger mit bis zu
40 m3 und mit Längen bis zu 50 m produziert.
Die Mindestbreite liegt bei etwa 60 mm. Träger mit Breiten unter 70 mm werden
oft durch Auftrennen breiterer Träger hergestellt; sie neigen daher dazu, sich zu
Gerade Bauteile können allein als Träger oder Stützen eingesetzt werden. Sie
können aber auch für komplizierte zwei- oder dreidimensionale Konstruktionen
Verwendung finden. Beispiele für ebene Tragwerke sind in Abb. 1 gegeben.
Dieser Beitrag behandelt nur einfache Träger.
Für l/h 2 15 beträgt der Sct~ubanteilan der Durchbiegung weniger als 8%.
Die Faktoren k„„ und k, berücksichtigen den Einfluß des geneigten Randes auf
die Spannungsverteilung und die Festigkeit (siehe STEP B8).
und die größte Biegespannung, auf die Gleichung ( 3 ) anzuwenden ist, ergibt sich
zu:
Für eine Gleichstreckerilast kann die Durchbiegung in Feldmitte wie für einen
hltdachträger aus Abb. 4 ermittelt werden; in diesem Fall ist die Durchbiegung
kleiner als für einen entsprechenden Träger mit konstanter Höhe (hnlln+ h„)/2.
Anschlußdetails
Einige typische Anschlußdetails werden im folgenden gezeigt (Numerierung wie
in Abb. 5 ) .
Charakteristische Werte
Die charakteristischen Werte für Brettschichtholz sind nach EN 1194 "Brett-
schichtholz - Festigkeitsklassen und Bestimmung charakteristischer Werte" zu
ermitteln. In dieser Europäischen Norm sind auch die charakteristischen Werte
für eine Reihe von Brettschichtholzqualitäten, die von den meisten Brettschicht-
holzherstellern produziert werden, angegeben. Für besondere Brettschichtholzauf-
bauten werden die charakteristischen Werte in der Regel berechnet und von den
Brettschichtholzherstellern angegeben. In diesem Fall wird der Brettschichtholz-
träger als Verbundquerschnitt bemessen.
'fm,g,U..
,g,i...
Eg,i,fm
Die inneren Lamellen, als Vollholz betrachtet, haben die Eigenschaften E,, f,,,
und J,;. (Zur Vereinfachung wurden einige Fußzeiger weggelassen. S o bezeichnet
z.B. J,, die charakteristische Zugfestigkeit in Faserrichtung der inneren Lamellen
mit der vollständigen Bezeichnung J,,,,,,). Die äußeren Lamellen, die eine bessere
Qualität aufweisen, haben die Eigenschaften E„ f,,, und J,,.
Die zugehörigen Eigenschaften des Brettschichtholzes werden mit E,,„ f,,,,, und
i,,,,
bezeichnet und es ergibt sich nach EN 1194 z.B.:
(1,25 - E,/60000) E, mit E, in N/mm2 (8)
E =max
1,05 E,
ER = kc E,., (13)
Beispiel
Die Eigenschaften eines Brettschichtholzbauteils mit h,1 h = 213 und mit
Lamellen der Festigkeitsklassen C27 und C16 nach EN 338 "Bauholz - Festig-
keitsklassen" sollen berechnet werden. Die Lamellen haben folgende Eigen-
schaften:
C27 E. = 12000 N/mm2 f = 27 ~ / m m ~ , = 16 N/mm2
E = 12600 N/mm2 f, , , , = 28,2 N/mm2 f,,g,, = 19,7 N/mm2
C16 E, = 8000 N/mm2 f , = 16 N/mm2 J,, =10N/mm2
Gekrümmte Träger
Gekrümmte Träger, d.h. Bauteile, bei denen die äußeren Kräfte vorwiegend über
Biegung und nicht wie bei Bögen über Längskräfte abgetragen werden, werden
verwendet, um spezielle architektonische Forderungen zu erfüllen. Beispiele
einfach gekrümmter Träger sind in Abb. I gezeigt.
Bis auf die Querzugprobleme gibt es bei der Bemessung von gekrümmten
Trägern keine Schwierigkeiten. Der Tragfäl~igkeitsnachweisentspricht dem eines
geraden Trägers oder Satteldachträgers mit einer geringen Längskraft.
Satteldachträger
Satteldachträger (siehe Abb. 3) werden bei Dachneigungen zwischen etwa 1110
und 113 (a zwischen 5" und 20") eingesetzt. Die Höhe am Auflager h,, sollte
nicht kleiner als 1/30 sein, wobei 1 die Spannweite ist. Die Firsthöhe h„ liegt
normalerweise zwischen 1115 und 1/10.
Die Tragfähigkeit des Teils mit nicht konstanter Höhe wird wie in STEP B8 und
E4 beschrieben, nachgewiesen. Die Tragfähigkeit des Firstbereiches wird nach
STEP B8 ermittelt. Die Tragfähigkeit dieser Träger wird oft durch Querzug-
Spannungen, im Firstbereich begrenzt und eine ungenügende Berücksichtigung
dieser Spannungen - oder das Versäumnis, sie überhaupt zu berücksichtigen -
haben zu einer beträchtlichen Zahl von Schadensfällen geführt.
Als grobe Schätzung soll angenommen werden, daß der Feuchtegehalt in den
äußeren Bereichen des Querschnittes (jeweils 116) um 3% abnimmt. Dies ent-
spricht einer unbehinderten Dehnung von etwa 3 -0,002 = 0,006. Mit E„ = 300
N/mm2, betragen die inneren Spannungen A o = 2 . 300 - 0,00613 = 1,2 N/mm2,
d.h. sie liegen in der gleichen Größenordnung wie die Kurzzeitfestigkeit und es
besteht die Gefahr des Aufreißens. In der Praxis werden diese Spannungen durch
Kriechen reduziert, sie sollten aber nicht vernachlässigt werden.
Verformungen
Die vertikalen Verformungen von gekrummteil Trägem und Satteldachträgern
sind in der Regel nicht bedeutend. Die horizontalen Verschiebungen an den
Auflagern können jedoch ziemlich groß werden und es ist notwendig, sicher-
zustellen, daß sie auftreten können, ohne ungewollte horizontale Kräfte auf die
Unterstützungskonstniktionen (Wände und Stützen) auszuüben oder sekundäre
Bauteile zu beschädigen.
A'A i CC' I
Verstärkungsmaterialien
Eingeleimte Stäbe werden ausführlich in STEP C14 behandelt. Sie können glatt
oder mit Gewinde versehen sein; im zweiten Fall sollte die Bemessung mit dem
Kemqi~erschnitterfolgen. Die wirksame Trägerbreite wird durch den Lochdurch-
messer oder den Außendurchmesser des Stabes reduziert (der größere Wert ist
maßgebend) und die Breite oder Höhe des Träges sind eventuell entsprechend zu
vergrößern.
Glasfasern werden in Platten mit Fasern, die in eine Richtung liegen, als Matten
aus etwa 50 mm langen zerkleinerten Fasern mit zufälliger Orientierung oder als
gewebte Platten geliefert. Im letzten Fall sind die Fasern in relativ dicken
Bündeln zusammengefaßt (gewebt) und die Oberfläche ist uneben und weniger
attraktiv als in den beiden anderen Fällen. Die gerichteten Fasern sind am
wirksamsten. Typische Werte für eine Verstärkung von 100 g/m2 in
Faserrichtung belastet sind (t = 60 N/mm und ( t E,), = 3000 N/mm. Die
wirksame Glasfaserdicke (Summe der Schichten auf beiden Seiten) wird mit t
bezeichnet, f,, ist die Zugfestigkeit und E, der Elastitzitätsmodul der Glasfaser.
Wirkt die Kraft unter einem Winkel cp zur Faserrichtung, reduziert sich die
Steifigkeit nach:
Die Festigkeitsabnahme ist geringer. Für eine Matte mit ungerichteten Fasern
beträgt die Steifigkeit 318 der Steifigkeit einer vergleichbaren Verstärkung mit
gerichteten Fasem bei gleichem Gewicht; die Festigkeit ist halb so groß.
Spannungsverteilung
Das Verhalten rechtwinklig zu Faser ist linear elastisch bis zum Bruch und die
Kraft quer zur Faser verteilt sich im Verhältnis der Steifigkeiten.
Zur Abschätzung der Kraft, die durch das Holz aufgenommen wird, wird
vorgeschlagen, die Kurzzeitwerte der mittleren Steifigkeiten sowohl für Holz als
auch für die Verstärkung zu verwenden, d.h. für das Holz E„„,„. Da die
Querzugfestigkeit des Holzes etwa proportional zur Steifigkeit ist, gibt es keine
Notwendigkeit, auf der sicheren Seite liegende Werte, z.B. 95 %-Fraktilen, für
die Steifigkeit des Holzes zu verwenden. Nach EN 1194 "Holzbauwerke -
Brettschichtholz - Festigkeitsklassen und Bestimmung charakteristischer Werte"
beträgt E„„,„ = E„„,, 130, wobei E„„,, der Elastizitätsmodul in Faserrichtung
ist.
In der Regel und auf der sicheren Seite wird die Verstärkung so bemessen, daß
sie in der Lage ist, die gesamte Querzugkraft aufzunehmen; dies entspricht dem
Zustand, wenn das Holz rechtwinklig zur Faserrichtung versagt hat.
In einigen Fällen kann die Haftfestigkeit der Verstärkung auf dem Holz die
Tragfähigkeit der gesamten Verstärkung beschränken. Nach Gustafsson und
Enquist (1993) kann die Haftfestigkeit pro Längeneinheit bestimmt werden zu:
Bemessungsbeispiel
Konstruktion
Satteldachträger in einem Abstand von 4,8 m und einer Breite von b = 0,165 m
bestehen aus GL 28 (siehe STEP Ag). Sie haben folgende Abmessungen (siehe
Abb. 3):
Tragfähigkeitsnachweise
Aus einer Eigenlast von 0,5 kN/m2 und einer Schneelast (Lasteinwirkungsdauer
kurz) von 0,8 kN/m2 ergibt sich die folgende Bemessungslast:
Die größte Querzugspannung wird nach STEP B8, Gleichungen (14) bis (18)
berechnet:
Das Volumen des Firstbereiches beträgt V = 1,l m3, k,, = 1,7 und f,,„,, = 0,9
0,4511,3 = 0,312 N/mm2.
Die Zugfestigkeit - siehe STEP B8, Gleichung (21) - ist nicht ausreichend, da
o ~ >, kdis
~ ~(VdV)0,2
, ~ fr,90,d = 1,7 (0,0111,1)0~2 .
f,,90,d = 0,664 0,3 12 = 0,207 N/mm2.
Verstärkung
Es wird vorgeschlagen, daß der Träger mit einer Verstärkung versehen wird, die
die gesamte Querzugkraft je Längeneinheit aufnehmen kann:
Die Steifigkeit pro Längeneinheit beträgt (tE,), = 4 - 3000 . 10-3= 12,O kN/mm
und die Bemessungsfestigkeit ist ausreichend da
= min
I . 60'111
= 218 Nlmm
L = 100 Nlmm
1,3 165400
Die Steifigkeit pro Längeneinheit beträgt 4 . 3000 . 10-3 = 12,O kN/mm, d.h.
die Querzugspannung im Holz reduziert sich um den Faktor 66,0/(66,0 + 12,O) =
0,85:
Traberg, S. and Larsen, H.J. (1993). Fibre Reinforcement of Glulam, Report No. 3, Medium-sized
and large reinforced beams. Div. of Stmct. Mech., Lund Institute of Technology, Report TVSM-
7083, Sweden.
Gustafsson, P.J. and Enquist, B. (1993). Fibre Reinforcement of Glulam, Report No. 7, Adherence
of reinforcement to wood. Div. of Stmct. Mech., Lund Institute of Technology, Report TVSM-
7083, Sweden.
Einleitung
Fachwerke aus Furnierschichtholz können z.B. als weitgespannte Dachbinder einge-
setzt werden. Furnierschichtholz ist dem Sperrholz ähnlich, ausgenommen die
parallele Anordnung der Furniere und die derzeit mögliche Länge von 23 m (siehe
STEP A9). Die Stabquerschnitte von Fumierschichtholzfachwerken sind immer
Bei Kerto-Q rolling shear zweiteilig, wenn als Verbindungsmittel Multi-Krallen-Dübel verwendet werden
beachten sollen. Multi-Krallen-Dübel weisen eine sehr hohe Tragfähigkeit auf und wurden
eigens für diese Anwendung entwickelt. Mit den MKD-Verbindungen erreicht man
zentrische Anschlüsse der Stäbe in den Fachwerkknoten.
MKD werden durch Aufschweißen der Nägel auf die Stahlplatte mit Hilfe eines
Bolzenschweißautomaten hergestellt. Der Zuschnitt der Platten erfolgt vor dem
Aufschweißen der Nägel entweder mechanisch oder mit dem Schneidbrenner. Zum
Erreichen der vollen Tragfähigkeit der Schweißverbindung muß der Stahl, meistens
*I A-A 1-1
s 1, I*o120 1 1 1
20 20 20 So )ol So I
d
4My,d
Abb. 4 Tragverhalten eines Nagels in einer MKD- Verbindung und ein freigeschnit-
tener Nagel.
EC5: Teil 1-1: [Link] Die charakteristische Lochleibungsfestigkeit f,,,kann für den Nageldurchmesser d
und die charakteristische Rohdichte p, des Furnierschichtholzes mit der Gleichung
6.3.1.2a des EC5 berechnet werden. Diese Gleichung ist gültig für Holz, kann aber
nach Koponen u.a. (1992) auch fiir Kerto-Furnierschichtholz verwendet werden,
wobei nach STEP A9 480 kg/m3für die charakteristische Rohdichte einzusetzen ist.
Den Bemessungswert der Lochleibungsfestigkeit f,,, erhält man, wenn man für y,
= 1,3 und für km, den maßgebenden Wert für Sperrholz (siehe STEP A9) einsetzt.
Die Gleichungen für den charakteristischen Wert des Fließmomentes M,,,, für runde
und quadratische Nägel sind dem EC5 (Teil 1-1: [Link]~und d) zu entnehmen. Die
charakteristische Streckgrenzef,,, des Nagelmaterials wird zu 80% der Zugfestigkeit
f,,, = 600 ~ / m m angenommen.
~ Das nach den EC5-Gleichungen berechnete Fließ-
moment erfüllt die Bedingungen der Plastizitätstheorie, wenn der Nageldurchmesser
d = 8 mm beträgt, der dem maximalen Nageldurchmesser nach EC5 entspricht. Mit
dünneren Nägeln ist das Fließmoment nach EC5 größer als der (nach der
Plastizitätstheorie) berechnete Wert. Für Nägel mit d = 3,5 mm wird der berechnete
Wert My,, um 36% überschritten. Höhere Fließmomente fur Nägel mit besonderer
Form, Profilierung oder aus höherwertigem Material können nur genutzt werden,
wenn das Nagelfließmoment M,,, gemäß prEN409 in Versuchen verifiziert worden
ist (siehe STEP C4).
EC5: Teil 1-1: [Link](2) Die Mindestabstände der MKD-Nägel können auf der Grundlage der Regeln in EC5
für Stahlblech-Nagel-Verbindungen bei einer charakteristischen Rohdichte von 480
kg/m3festgelegt werden. Demnach ergeben sich für MKD-Verbindungen folgende
Mindestabstände:
a , = 10,5 d; a, = 4,9 d; U,,, = 20 d; U , , = 15 d; a, = 7 d.
In Übereinstimmung mit EC5 kann davon ausgegangen werden, daß die Anzahl der
in Kraftrichtung hintereinanderliegenden Nägel die Tragfähigkeit der Nagelverbin-
dung nicht beeinflußt (siehe STEP C15). Die Versuche mit MKD-Verbindungen
haben gezeigt, da.ß diese Nagelanzahl ohne signifikanten Einfluß auf das
Tragverhalten eines Nagels bleibt, solange nicht durch eine große Nagelanzahl ein
kombiniertes Zug- und Scherversagen im Furnierschichtholz auftritt. Eine starke
Abminderung bei mehr als sechs in Kraftrichtung hintereinanderliegenden Nägeln
in der MKD-Verbindung muß nach der deutschen Zulassung vorgenommen werden,
so daß die Tragfähigkeit der zusätzlich zu den sechs angeordneten Nägeln um bis
zu 60% reduziert wird. Die wirksame Nagelanzahl rief berechnet sich demnach zu:
Zur Ermittlung der Tragfähigkeit eines MKD-Nagels nach Abb. 1 berechnet man das
Fließmoment My,,parallel zur längeren Seite des Nagelquerschnitts (4 mm) zu 7850
Nmm, wenn man die Erhöhung gegenüber dem theoretischen Wert nach EC5 für
eine Nagelabmessung d = 3,5 mm berücksichtigt. Die charakteristische
Lochleibungsfestigkeitf,,, ergibt sich nach EC5 für die Nagelabmessung d = 3 mm
rechtwinklig zur Kraft zu 28,3 ~ / m m ' .Die Länge des konischen Bereiches des
Nagels am ubergang zur Platte beträgt I„, = 4 mm und die Nagellänge t , = 50 mm.
Nach Gleichung ( I ) ergibt sich die charakteristische Tragfähigkeit R, eines Nagels
zu 2,11 kN und der Bemessungswert R, zu 1,53 kN für die Klasse "mittel" der
Lasteinwirkungsdauer und die Nutzungsklasse 1 oder 2. Versuche mit MKD-
Verbindungen, die solche Nägel enthielten und die Nagelabstände nach Abb. 2
Der vereinfachte Nachweis nach EC5: Teil 1-1: [Link] ist im Normalfall möglich,
indem die Stabkräfte unter der Annahme idealer Gelenke in den Knoten und die
Biegemomente in den Gurten wie bei Durchlaufträgern mit Lagerung in den Knoten
ermittelt werden. Die Absenkung der Knoten und die Teileinspannung in den
Anschlüssen kann durch eine Abminderung der Stützmomente um 10% näherungs-
weise berücksichtigt werden. Die sich dadurch ergebende Erhöhung der Feldmo-
mente ist zu beachten.
Als Knicklänge der Druckgurte sollte für das Knicken in der Fachwerkebene im
allgemeinen der Abstand zwischen zwei benachbarten Wendepunkten der Knick-
biegelinie angenommen werden (EC5: Teil 1-1: [Link]). Beim vereinfachten Nach-
weis dürfen als wirksame Knicklängen der Obergurte die mit bestimmten Faktoren
(siehe EC5: Teil 1- 1: [Link](3)) multiplizierten Feldlängen angenommen werden.
In diesem Fall sollte bei der Bemessung von Druckstäben und von Verbindungen
die berechnete Normalkraft um 10% erhöht werden.
Bei Knicken aus der Binderebene kann als Knicklänge der Füllstäbe der Abstand
zwischen den Aussteifungen, die meist an den äußeren Rändern der Gurte (siehe
STEP B7) angebracht sind, angenommen werden. Die Bemessung der zweiteiligen
Druckstäbe als zwei Einzelstäbe für Knicken aus der Binderebene liegt auf der
sicheren Seite, weil die MKD-Verbindungen die Stabenden miteinander verbinden.
Sollte Knicken aus der Binderebene maßgebend werden und sollten zusätzliche
Abstützungen unerwünscht sein, kann man die Gurte auch als Rahmenstäbe
nachweisen, wobei aber normalerweise zusätzliche MKD-Verbindungen erforderlich
werden, damit die Einzelstäbe an den Enden und in den Drittelspunkten miteinander
verbunden sind (EC5: Teil 1- 1: Anhang C).
121I$ da die Bedingung H > 10 h„,,„ nicht eingehalten ist, da H = 1200 m m und
10 h„„ = 2600 mm.
Werden in die geometrische Bedingung Kse, E„„, und E„,„, eingesetzt, ergeben
sich die Schnittgrößen zu:
X = 18700 N
N d = 18,7 kN
M,,, = 9,45 kNm
D3,d = 25,2 kN
N d = 23,4 kN
Der Vergleich der Ergebnisse macht den maßgeblichen Einfluß der Biegesteifigkeit
des Balkens deutlich.
Nachweise
Diagonale D, (Stab 3 in Abb.1)
An = 2 ~ 6 0 140
. - 120 . 2 1 - 2 - 5 5 0 = 1 3 2 0 0 m m 2
Gesamte Enddurchbiegung:
Charakteristische Einwirkungen
ständige Lasten
aus Dachhaut + Pfetten + Verbände 2,O kN/m
aus Eigenlast Fachwerk: (0,15 + (22,5 - 15) / 200) . 5,O = 1,O kN/m
Lastfälle
Vereinfachter Nachweis
Bedingungen
- äußere Winkel zwischen zwei Randstäben beträgt stets 2 180";
- ein Teil der Auflagerfläche liegt unterhalb des Auflagerknotenpunktes;
- Höhe des Fachwerkbinders H = 3,O m > 10 hGU„ + gewählt hGU,C 300 mm
- H=3,0m=0,1331=15%vonl.
Gebrauchstauglich- Tragfähigkeitsnachweis
keitsnachweis im Lastfall
Nachweis Obergurt:
Maßgebend ist Lastfall 2 (g + s) : km", = 0,9
"=
2285
0,289 - 200
= 40; = h
3810
0,289 . 200
= 66 +kC.L = 0,718
-
fc,O.d - 079 . 3075 = 21,l Nlmm '
- 079 ' 3270 = 22,l NImm 2
1,3 frn,',,
-
1,3
- 284 ' lo3 = 7,l NImm'
'c,~.d -
679 \.° 1 5,2 N h m 2
40 - 103 '"ae 1,33 . 106
7,l + - 532 = 0,469 + 0,235 = 0,70 < 1
0,718 . 21,l 22,l
Nachweis Untergurt:
Maßgebend ist Lastfall 2 (g + s): km, = 0,9
Nd = 270 kN (Zug)
gewählt 0200 X 160 mm GL 32
A = 32 . 103 mm2
A, = 32 . 103 - 10. 160 - 2- 16 (200-10) = 24,3 - 103 mm2
079 . 2270 = 15,2 NImm 2
ft.0.d =
1,3
Abb. 6 Stabdübelanschluß.
mit
Erneun = 13300 ~ / m m ~ K„, = 14300 N/mm je Stabdübel
Ai ist die Querschnittsfläche des Stabes i
li ist die Länge des Stabes i
na,o n,i ist die Anzahl der Stabdübel an den Stabenden.
Ausführlicher Nachweis
Berechnung des Fachwerkbinders als Rahmentragwerk mit einem Rechenpro-
gramm für ebene Rahmen nach Theorie I. Ordnung.
Abb. 7 System.
9d
Md = 6,9 kNrn 3,6 kNrn 5,7 kNrn
8
,
gd,bn» '9 =
- 1,7 kNm
Md 1,22 kNrn 1,50 kNrn
8
U„,
= 24,1 (1 + 0) = 24,lmm
U,$,, = 14,5 (1 + 0,6) = 23,2 mm
U, = 40 mm (gewählt)
U„„, = 23,2 + 24,l - 40 = 7,3 mm = 1 / 3082 < 1 / 200
Ein Beispiel der konstruktiven Ausbildung der Fachwerkknoten zeigt die Abb. 10.
Abb. 10
STEP E8 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Der Beitrag gibt eine kurze Einführung in die Anwendungsbereiche, die Geschichte
P. Aune und die Entwicklung der temporären Konstruktionen Gerüste und Schalungen. Die
University of Trondheim Anforderungen, statischen Systeme, Lasten und speziellen Details bei Gerüsten
werden in knapper Form behandelt und eine Schalung, bei der eine vor kurzem
entwickelte Nagelplatte verwendet wurde, wird vorgestellt. Abschließend wird auf
den kombinierten Einsatz von Stahl und Holz bei einer schwerbelasteten Schalung
für eine Brücke eingegangen.
Einleitung
In vielen Fällen wird während der Errichtung oder Demontage eines Bauwerks ein
Traggerüst benötigt. Arbeitsgerüste sind erforderlich für das Emchten, Sanieren,
Streichen oder Reinigen von Gebäuden. Obwohl Gerüste und Schalungen nur
temporäre Bauten sind, hat man sie mit der gleichen Sorgfalt und nach den
gleichen Regeln zu bemessen und auszuführen wie Dauerbauten. Ein Einsturz kann
den Verlust von Menschenleben oder schwere Verletzungen zur Folge haben und
verursacht auch wirtschaftliche Verluste. In vielen Ländern hat man Richtlinien
oder Normen geschaffen, um insbesondere die Gefährdung von Menschenlebeil zu
minimieren.
In Asien ist die Verwendung von Bambus für Gerüste üblich und auch in Europa
wurden früher Gerüste und Schalungen fast ausnahmslos auf der Baustelle aus Holz
hergestellt. Einige dieser früheren Konstruktionen waren sehr große und
eindrucksvolle Bauten mit komplexer statischer Struktur. Zu ihrer Realisierung
waren ohne Zweifel konstruktives Können, Materialkenntnisse und eine
Bauausführung von hoher Qualität erforderlich. Abb. 1 zeigt das Schalungsgerüst
für die Svinesund-Straßenbrücke (erbaut 1938 bis 1942), eine Bogenbrücke an der
Grenze zwischen Schweden und dem südöstlichen Norwegen.
Der EC5 enthält keine Angaben über Gerüste und Schalungen. Im folgenden
werden allgemeine Konstruktionsgrundsätze behandelt, und es wird auf nationale
Regelungen und Vorgehensweisen in einigen europäischen Ländern eingegangen.
Gerüste
Norwegen als Beispiel hat sehr detaillierte Gerüstvorschriften, die von der
nationalen Kommission für Arbeit herausgegeben wurden. Diese Vorschriften sind
zu beachten wie jede andere Spezifikation. Der Hauptzweck, der besonders betont
wird, ist die Arbeitssicherheit und die Sicherheit von Personen ganz allgemein.
Diese Zwecke werden erreicht durch Anforderungen sowohl an einzelne Details als
auch an die Tragfähigkeit der gesamten Konstruktion.
Details
Die Tragfähigkeit des Geländerholms ist für eine Einzellast (vertikal oder
horizontal) nachzuweisen. Der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit erfolgt in ähn-
licher Weise aber mit geringeren Lasten.
Bei manchen Gerüsten wird der Belag seitlich durch Bordbretter abgeschlossen. Die
Ständer sollten möglichst in der gleichen Länge ausgeführt werden. Eventuell
notwendige Stöße sind als Stumpfstöße mit langen Laschen an zwei oder vier
Seiten auszubilden. Der Zugang zu den Gerüstlagen muß gefahrlos und bequem,
am besten über eine Treppe mit Handlauf, möglich sein. Lange Treppen sind durch
Treppenpodeste zu unterbrechen.
Schalungen
Auch bei der Verwendung verschiedener flexibler Schalungssysteme kann der
Einsatz von Holz in manchen Fällen Vorteile bringen. Abb. 4 zeigt als Beispiel
eine schwerbelastete Konstruktion für eine Brücke (Holzbau-Taschenbuch, Band 1,
1986). Die horizontalen Tragelemente sind Stahlträger oder Gitterträger, während
die Gerüsttürme als Holzkonstruktion ausgebildet sind. Bei solchen Konstruktionen
kann auf ein kontrolliertes Absenken der Schalung nicht verzichtet werden. Bei der
Bemessung und Konstniktion derartiger Schalungsgerüste ist vor allem auf die
Abb. 5 zeigt einen Teil der Schalung, die für den Bau der Condeep-Meeresplatt-
form Troll in der Nordsee zum Einsatz kam. Der untere Teil der Plattform besteht
aus mehreren Kreiszylindern, die von sphärischen Kuppeln mit einem Durchmesser
von 32 m gehalten werden. Das Schalungsgerüst setzt sich aus 144 geknimmten
Nagelplattenbindem zusammen, die radial angeordnet sind und an einem Druckring
in der Kuppelmitte aufgelagert sind. Die gesamte Konstruktion wurde vorgefertigt
und mittels mehrerer Kräne versetzt. Der Montagevorgang erzeugte völlig andere
Belastungen als die Eigenlast des Betons mit einer Dicke von 0,5 bis 0,7 m bei den
Standardfällen und mit einer Dicke bis zu 4,5 m in Sonderfällen. Diese recht
komplizierte und neuentwickelte Nagelplattenkonstruktion wurde unter Verwendung
von Computerprogrammen berechnet und konstruiert (Ringstad, 1993).
Zusammenfassung
- Auch als temporäre Bauten sollten Gerüste und Schalungen nach den Regeln
des EC5 bemessen werden.
- Einstürze von temporären Bauten haben häufig ihre Ursache in nicht
ausreichender Gesamtstabilität durch fehlende horizontale und vertikale
Aussteifungen.
Literatur
Arbeidstilsynet (1989). Trestillas - timber scaffolding (in norwegischer Sprache) Oslo, Norwegen.
Aune. P (1994). Timber Structure. Examples (in norwegischer Sprache) Tapir Publisher, Trondheim.
CEN (1988). Service and working scaffoids made of prefabricated elements. Materials dimensions
design loads and safety requirements. Harmonization Dokument HD1000, Brussels.
Holzbau-Taschenbuch Band 1 (1986). 8. Auflage, Verlag Ernst und Sohn, Berlin. p. 537-637.
STEP ~9 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Dieser Beitrag beschreibt den Anwendungsbereich von Rahmen und Bogentrag-
L. Mortensen werken und gibt Hinweise für ihren Entwurf. Der Einfluß des statischen Systems
Aalborg University und der Geometrie des Tragwerks auf die Momentenverteilung wird diskutiert.
Schließlich wird anhand eines Beispiels die Bemessung eines Dreigelenkrahmens
mit gekrümmten Rahmenecken dargestellt.
Einleitung
Ebene Rahmen und Bögen stellen eine häufig verwendete Tragwerksform im Holz-
bau dar. Sporthallen, Versarnrnlungsstätten, Flugzeughangars, Hallen für Industrie
und Landwirtschaft und selbst Wohngebäude werden mit diesen Tragwerken
errichtet. Neben dieser Vielfalt verschiedener Anwendungen decken Rahmen und
Bögen auch einen großen Spannweitenbereich ab. Spannweiten von wenigen Metern
bis zu über 100 m sind wirtschaftlich mit dieser Tragwerksform möglich. Übliche
Spannweiten für Rahmen reichen bis zu etwa 50 m, Bögen erreichen Spannweiten
von mehr als 100 m. Es werden Rechteckquerschnitte aus Brettschichtholz, zusam-
mengesetzte Querschnitte aus Vollholz- oder Brettschichtholzteilquerschnitten 1-
Träger oder Kastenträger mit Gurten aus Vollholz oder Brettschichtholz und Stegen
aus Holzwerkstoffplatten eingesetzt. Für größere Spannweiten können Rahmen- oder
Bogenteile aus Fachwerkträgem aufgebaut werden.
Statische Systeme
In der Regel werden Rahmen und Bögen entweder als Zwei- oder Dreigelenkstab-
zug konstruiert. Tragwerke mit Einspannungen an den Auflagern werden kaum
ausgeführt, da die Montage schwieriger ist und die Fundamente die Einspannmo-
mente aufnehmen müssen.
Rahmen mit geneigten Stielen (Abb. lb) sind insbesondere vorteilhaft für Schüttgut-
lagerhallen. Die Stielneigung kann dem inneren Reibungswinkel des Schüttgutes an-
gepaßt und dadurch eine Belastung der Stiele durch Druckkräfte aus dem Schüttgut
vermieden werden. Geneigte Stiele verringern außerdem die Transportabmessungen
der Rahmenhälften.
Gekrümmte Bauteile werden meist mit Krümmungsradien von 3 bis 5 m für die
innerste Lamelle hergestellt. Das Biegen der Lamellen während der Herstellung
verursacht beträchtliche Biegespannungen, die durch die Bestimmungen der prEN
386 "Brettschichtholz - Anforderungen an die Herstellung" begrenzt werden.
In Rahmen mit geraden Stielen und Riegeln wird die Rahmenecke oft mit geleimten
Universalkeilzinkenverbindungen ausgeführt (Abb. lc). Die Verwendung eines
Zwischenstücks und zwei Keilzinkenverbindungen in der Rahmenecke verringert
den Winkel zwischen der Faserrichtung der verbundenen Bauteile. Da dadurch der
Winkel zwischen Kraft- und Faserrichtung reduziert wird, ergibt diese Lösung eine
höhere Tragfähigkeit der Rahmenecke verglichen mit einer Rahmenecke mit nur
einer Universalkeilzinkenverbindung. Da die Keilzinkenverbindung im Bereich der
ungünstigsten Schnittgrößenkombination angeordnet ist, spielt die Qualität dieser
Verbindung eine große Rolle für die Zuverlässigkeit der Konstruktion. Bei der
Herstellung der Keilzinkenverbindungen ist prEN 387 "Brettschichtholz - Herstel-
lungsanforderungen für Universal-Keilzinkenverbindungen" zu beachten.
Die üblichen Spannweiten für Dreigelenkrahmen mit geraden Stielen bzw. Riegeln
betragen 10 m bis etwa 35 m; größere Spannweiten sind jedoch möglich. Rahmen-
eckausfuhrungen mit eingeleimten Stäben oder Stahlplatten stellen neuere Entwick-
lungen für die Ausführung dieser Verbindung dar.
Beim Festlegen der Rahmengeometrie sollte darauf geachtet werden, daß die
Wirtschaftlichkeit des Tragwerks in hohem Maße von der Größe des Biegemoments
in der Rahmenecke beeinflußt werden. Je geringer der Abstand zwischen der
Bauteilachse und der Stützlinie ist, desto geringer werden die Biegemomente und
desto wirtschaftlicher wird das Tragwerk. Die Form der Stützlinie ist allerdings vom
betrachteten Lastfall abhängig. Außerdem können Funktionsanforderungen eine von
der Form der Stützlinie abweichende Tragwerksform notwendig machen.
Rahmen mit gekrümmten Eckbereichen werden weniger vom Verlauf der Stützlinie
abweichen als Rahmen mit geraden Stielen und Riegeln. Bei geneigten Stielen
nimmt die Ausrnitte e und damit der Größtwert des Moments in der Ecke weiter ab
(siehe Abb. 2). Rahmen mit geknirnrnten Eckbereichen sind daher eher für größere
Spannweiten geeignet. Für gekrümmte und gerade Eckbereiche kann durch das
Verringern der Traufhöhe ( h in Abb. 2) das Eckmoment reduziert werden.
Die Verbindung der Bogentragwerke mit den Fundamenten erfolgt in der Regel
über Gelenke. Wenn auch im First eine gelenkige Verbindung gewählt wird, ensteht
eine statisch bestimmte Dreigelenkkonstruktion (siehe Abb. 3). Als Alternative kann
Abb. 3 Dreigelenkbogen.
Die Bogenhöhe ( h in Abb. 3) entspricht in der Regel dem 0,13 bis 0,20fachen der
Spannweite. Falls erforderlich, können auch größere Höhen ausgeführt werden. Der
Querschnitt entlang der Bogenachse ist meist konstant, da sich die Schnittgrößen
auch nur wenig ändern. Bögen bestehen oft aus Brettschichtholz mit Rechteckquer-
schnitt. Aus architektonischen Gründen kommen auch Bogentragwerke mit
veränderlicher Querschnittshöhe vor.
Vorgegebene Abmessungen:
1 = 25 m, h = 4 rn, h, = 7,2 m, a = 16", ri,, = 3 m, Lamellendicke t = 22 mm,
Querschnittsbreite b = 160 mm, Stielneigung a„ = 14".
Im Hinblick auf das Ausknicken aus der Rahmenebene wird angenommen, daß der
Rahmen am Auflager und an der Oberkante der Riegel im Abstand von 2 m gegen
seitliches Ausweichen gehalten ist. Die seitliche Halterung, die am nächsten an der
Rahmenecke liegt, ist am Beginn des gekrümmten Bereiches bei (X; y) = (9,66;
4,43). Die Knicklänge für das Ausknicken aus der Rahmenebene wird demzufolge
zu leL,= 5300 mm ermittelt.
EC5: Teil 1-1: 5.2.4 Der Faktor k, = 1,11 ergibt sich aus dem nichtlinearen Verlauf der Biegespannung
im gekrümmten Trägerbereich.
EC5: Teil 1-1: 5.2.4 Beim Spannungsnachweis ist infolge der Krümmung der Lamellen beim Herstellen
des Brettschichtholzes die Biegefestigkeit zusätzlich mit dem Faktor k, = 0,90 zu
reduzieren.
EC5: Teil 1-1: 5.2.1 Mit den wirksamen Knicklängen lef ergeben sich die Knickbeiwerte k, für das
Ausknicken in bzw. aus der Rahmenebene:
k,, = OS3
k , , = 0,27
EC5: Teil 1-1: 5.2.3 Die Biegespannungen am unteren bzw. oberen Querschnittsrand ergeben sich zu:
Om,o,d = 11,4 N/mm2
Orn,ad = 11,2 N/mm2
EC5: Teil 1-1: 5.2.3 Da am angeschnittenen Trägerrand eine Überlagerung von Biegedruckspannungen
und Druckspannungen aus Normalkraft stattfindet, ist dieser für die Querschnittsbe-
messung maßgebend. Wegen des angeschnittenen Trägerrandes ist die Biegefestig-
keit abzumindern. Wegen des kleinen Anschnittwirikels ist diese Abminderung in
diesem Beispiel jedoch vernachlässigbar (a < 3"). Der abgeminderte Bemessungs-
wert der Biegefestigkeit wird:
[Link] = 24,7 N/mm2
Für den Knickspannungsnachweis wird die Schlankheit des Riegels niit den Quer-
schnittswerten bei 0,65 s (siehe STEP B7 und Abb. 4) ermittelt. Mit der dortigen
Querschnittshöhe h = 642 mm und der Knicklänge des Riegels von lef = 16000 mm
(siehe STEP B7) ergeben sich die Knickbeiwerte k, zu:
EC5: Teil 1-1: 5.2.1 kc.~ = 0,46
k , = 0,97
Zusammenfassung
- Die Bemessung von Dreigelenkrahmen und -bögen ist ein iterativer Prozeß,
der schrittweise zur wirtschaftlichsten Lösung führen kann. Die Ergebnisse
des ersten Iterationsschritts zeigen im oben dargestellten Beispiel, daß die
Querschnittsmaße verringert werden könnten. Ein weiterer Iterationsschritt
wird hier jedoch nicht dargestellt.
Literatur
Larsen, H.J. und Riberholt, H. (1994). Trzkonstruktioner. Beregning. SBI-anvisning 135. 3. edition.
Statens Byggeforskningsinstitut, ISBN 87-563-0849-3.
STEP E I o Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Dieser Beitrag beschreibt die Grundlagen der Bemessung und Konstruktion von
B. Roald Holztafel- bzw. Holzrahmenbauten. Holztafelbauten bestehen aus vorgefertigten
The Norwegian institute of Wand- und Deckentafeln, während die Bauteile von Holzrahmenbauten auf der
wood Technology Baustelle zusammengesetzt werden. Die nachfolgenden Abschnitte gelten, falls nicht
ausdrücklich etwas anderes gesagt wird, sowohl für Holztafel- als auch für Holzrah-
menbauten. Die wichtigsten Berechnungsmethoden fur Wände, Decken und Dächer
werden kurz beschrieben. Andere in Holztafelbauten verwendete Baustoffe werden
erwähnt.
Einleitung
Der Holzrahmenbau stellt die vorherrschende Bacweise in Nordamerika und Skandi-
navien dar, wo mehr als 90% aller Wohnhäuser in dieser Bauart errichtet werden.
Auch in einigen anderen europäischen Ländern wie 2.B. im Vereinigten Königreich
steigt der Anteil der Holzrahmenba~itenim Wohnungsbau. Die Gründe, die für
Holztafel- oder Holzrahmenbauten sprechen, sind eine schnelle Montage ohne
Baufeuchte, ausgezeichnete Wärmedämmeigenschaften und die Vielfalt gestalteri-
scher Möglichkeiten.
Bauweisen
Die am weitesten verbreitete Bauweise für Holzrahmenbauten ist die in Abb. 1
dargestellte Stockwerkbauweise. Bei dieser Bauweise werden die Wände direkt auf
eine bestehende Decke gesetzt, die als Arbeitsebene (englisch: platform) für das
nächste zu errichtende Stockwerk dient. Diese Art der Errichtung von Holzrahmen-
bauten stammt ursprünglich aus Amerika, sie wird jedoch wegen der einfachen und
sicheren Montage und der Möglichkeit, sowohl vorfabrizierte Elemente als auch auf
der Baustelle zusammengesetzte Bauteile zu verwenden, auch in Europa immer
häufiger angewandt.
Die Wände bestehen aus vertikal angeordneten Holzrippen, einer winddichten Folie
und der Fassade auf der Außenseite sowie einer Dampfbremse und einer inneren
Verkleidung. Die Hohlräume sind zumindest teilweise mit Mineralwolle wärmege-
dämmt. Die Decken sind aus Holzrippen mit ein- oder beidseitiger Beplankung
aufgebaut. Die Dachkonstruktion besteht oft aus Nagelplattenbindern, die je nach
der zu erwartenden Schneelast oder der regionalen Tradition im Abstand von 0,6 m
oder 1,2 m angeordnet sind. Es ist vorteilhaft, die Auflager der Nagelplattenbinder
direkt über bestehenden Wandrippen anzuordnen, um unnötig große Kopfrähme
bzw. sichtbare Verformungen bei den Auflagern zu vermeiden.
Wände
Die Beanspruchung von Außenwänden durch Wind ist bei üblichen Geschoßhöhen
nicht maßgebend für die Abmessungen der Rippen. Lediglich bei besonders hohen
Wänden kann die Kombination von Druckkräften und Biegung (siehe STEP B6) aus
Windbeanspruchung für die Bemessung maßgebend werden. Zusätzlich zum Knick-
nachweis der Rippen ist die Querdruckbeanspruchung beim Auflager der Rippen auf
der Schwelle nachzuweisen. Wegen der dort meist kurzen Druckflächen kann die
rechnerische Druckfestigkeit quer zur Faser in der Regel erhöht werden.
Auj'enwände
Die Haupttragelemente der Außenwände sind die Wandrippen, die üblicherweise im
I
Abstand von 400 m m oder 625 m m angeordnet sind. Die Verbindung mit dem
Kopf- bzw. Fußrähm erfolgt konstruktiv über Schrägnagelung bzw. Hirnholznage-
lung. In der Praxis werden die Abmessungen der Rippen durch die erforderlichen
Dicken der Wärmedämmschichten sowie die erforderlichen Randabstände der Ver-
1
bindungsmittel bei Beplankungsstößen bestimmt. Die Tragfähigkeit ist damit in den
meisten Fällen gewährleistet. Ubliche Abmessungen für Wandrippen sind 60 m m
X 120 m m oder 70 m m X 140 mm. Bei hohen Anforderungen an die Wärmedäm-
mung können auch I-Träger mit Vollholzgurten und Stegen aus Holzwerkstoff-
platten verwendet werden.
Die räumliche Aussteifung von Holzrahmenbauten erfolgt in der Regel durch die
Scheibenwirkung von Holzwerkstoffplatten, die auf die Rippen genagelt sind. Verti-
kale Aussteifungsscheiben sollten mindestens in allen Außenwänden angeordnet
werden. Bei längeren Innenwänden ist es vorteilhaft, diese ebenfalls zur Aussteifung
heranzuziehen. Die Holzwerkstoffplatten sind dazu kontinuierlich mit den darunter
liegenden Wandrippen bzw. Rähmen zu vernageln. Die Decken werden als
horizontale Scheiben ausgebildet, deren einzelne Tafeln untereinander schubfest zu
verbinden sind. Eine ausreichende Verbindung der Decken- mit den Wandscheiben
gewährleistet eine Weiterleitung der Honzontalkräfte in die Fundamente.
Trennwände
Trennwände zwischen verschiedenen Wohnungen bestehen aus zwei getrennten
Holztafeln mit einem Zwischenraum. Abhängig von den Anforderungen an den
Brand- und Schallschutz wird der Zwischenraum mit verschiedenen Därnrnaterialien
gefüllt und es werden eine oder mehrere Lagen Beplankung aufgebracht.
Abb. 4 Trennwand mit Zwischenraum (NB1 Building Details A524.301). (U) Wand-
rippen, ( b ) Mineralwolle, (C) Bekleidung.
Decken
Decken bestehen aus Vollholzrippen oder I-Trägem mit Abständen von 400 mm ,
oder 625 mm und gegebenenfalls einer Wärmedämmung zwischen den Balken. Die
obere Beplankung wird durch Holzwerkstoffplatten, die untere Deckenansicht oft
auch durch Gipskartonplatten gebildet. Bei beidseitig tragender Beplankung sind
auch auf der Unterseite Holzwerkstoffplatten notwendig. Die Tragfähigkeit und
Steifigkeit von Deckentafeln aus Rippen mit mittragender Beplankung ist erheblich
größer als die von Holzbalkendecken mit Balken gleichen Querschnitts ohne
mitwirkende Beplankung.
Neben einer guten Wärmedämmung sind auch die Lüftungswärmeverluste und die
Gewinne durch Sonneneinstrahlung wichtig für den Gesamtwärmebedarf eines
Hauses. Eine Orientierung der Fenster nach der Südseite sowie eine Be- und
Entlüftung des Hauses mit Wärmerückgewinnung über Wärmetauscher können bei
den gegenwärtig sehr hohen Anforderungen an die Wärmedämmung den Heizbedarf
noch einmal beträchtlich senken.
Dampfiremse
Die Bedeutung einer luftdichten Dampfbremse steigt mit dem Aufwand für die
Wärmedämmung an. Die Dampfbremse wird auf der inneren, warmen Seite der
Literatur
NB1 (1987). Hindbook 38 Trehus. The Norwegian Building Research Institute, Oslo, Norwegen.
NB1 (1990). Building Details A522.351 Trebjelkelag. Konstruksjon og utforelse. The Norwegian
Building Research Institute, Oslo, Norwegen.
NB1 (1988). Building Details A522.355 Trebjelkelag. Varmeisolasjon og tettesjikt. The Norwegian
Building Research Institute, Oslo, Norwegen.
NB1 (1987). Building Details A523.251 Bindingsverk av tre. Dimensjonering og utforelse for smahus.
The Norwegian Building Research Institute, Oslo, Norwegen.
NB1 (1981). Building Details A523.255 Timber Frame walls. Thermal insulation, wind and vapour
barriers. The Norwegian Building Research Institute, Oslo, Norwegen.
NB1 (1993). Building Details A524.301 Skillevegger av tre mellom boliger i rekkehus. The Norwegian
Building Research Institute, Oslo, Norway.
NB1 (1987). Building Details A525.100 Tretak. Varmeisolering, tetting og lufting. The Norwegian
Building Research Institute, Oslo, Norway.
STEP ~1 1 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Dieser Beitrag behandelt den Entwurf und die Konstruktionsdetails von Holz-
S. Thelandersson tafel- bzw. Holzrahmenbauten unter dem Gesichtspunkt der Gebrauchstauglich-
Lund University keit. Wichtige konstruktive Aspekte der Gebrauchstauglichkeit, die bei Holztafel-
bzw. Holzrahmenbauten berücksichtigt werden sollten, sind Schwingungen in
Decken sowie durch äußere Lasten und Feuchteänderungen bedingte Verfor-
mungen von Holz und Holzwerkstoffen. Auch andere, nicht konstruktive
Gesichtspunkte wie Schall- und Wärmeschutz, Installationen und der Schutz des
Holzes gegen Feuchteeinwirkung während der Bauzeit sowie im Gebrauchs-
zustand des Bauwerks werden diskutiert. Die Notwendigkeit eines integralen
Vorgehens beim Entwurf von Holztafelbauten, bei dem konstruktive und nicht
konstruktive Fragen gleichzeitig berücksichtigt werden, um rationelle und
ökonomische Lösungen zu erreichen, wird dargelegt.
Voraussetzungen
A l 7 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit - Verformungen
A l 8 Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit - Schwingungen
E10 Holztafelbau - Konstruktion
Einleitung
Holztafel- bzw. Holzrahmenkonstruktionen bestehen im wesentlichen aus Wand-
und Deckentafeln, die wiedemm aus Rippen und beidseitiger Beplankung aus
verschiedenen Plattenwerkstoffen aufgebaut sind, wobei zwischen den Rippen
meist noch Dämmstoffe angeordnet sind. Für Deckentafeln können statt der
üblichen Vollholzrippen auch leichtere I-Träger verwendet werden (siehe
Abb. I).
Wegen der besonderen Eigenschaften des Holzes muß beim Entwurf und der
Konstruktion von Holztafel- oder Holzrahmenbauten der Gebrauchstauglichkeit
besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Holzkonstruktionen weisen im
Vergleich zu anderen Konstruktionsarten ein sehr geringes Eigengewicht auf.
Dies bedeutet Vorteile beim Transport, bei der Montage, dem Aufwand für
Gründungen und bei Erdbebenbeanspruchungen. Andererseits reagieren leichte
Konstruktionen empfindlicher auf Schwingungsanregungen, bieten Schall- und
Brandbeanspruchungen weniger Widerstand und die Durchbiegungen sind eher
größer. Eine weitere Besonderheit des Bauholzes ist seine Hygroskopizität, die
zu wechselnder Holzfeuchte abhängig' vom Umgebungskliina führt. ~ n d e r u n ~ e n
der Holzfeuchte verursachen Schwind- bzw. Quellverformungen des Holzes, die
durch eine gleichzeitig wirkende Beanspruchung aus äußeren Lasten noch ver-
größert werden. Weist das Holz ständig hohe Feuchte auf, besteht die Gefahr des
Pilzbefalls, der die Dauerhaftigkeit und die Gebrauchstauglichkeit der Holzkon-
struktion und anderer Bauteile stark beeinträchtigen kann. Es ist von größter
Bedeutung, daß solche Gefährdungen durch eine entsprechende Ausführung der
Gebäudehülle und durch die Verwendung trockenen Holzes beim Bau vermieden
werden. Aus demselben Grund ist das Bauholz vor (übermäßigem) Regen und
Schnee während der Bauzeit zu schützen.
Viele Fragen beim Entwurf von Holzrahmenbauten beziehen sich auf die
Gebrauchstauglichkeit. Hierbei sind insbesondere die Deckenkonstruktionen ent-
scheidend für die Qualität des gesamten Gebäudes.
Schallschutz
Schallschutz ist einer der wichtigsten Aspekte beim Entwurf von
Holzrahmenbauten. Hierbei muß unterschieden werden zwischen:
Die Anordnung von Dämmstoffen zwischen den Rippen verbessert ebenfalls die
Schallschutzwirkung. Im Hinblick auf den Scf~allschutzbesteht kein wesentlicher
Unterschied zwischen Vollholzballten und den in Abb. 1 gezeigten leichten I-
Trägem. Auf der Deckenoberseite sollten die Platten unter dem Gehbelag
schwimmend auf Mineralfaserdämmplatten angeordnet werden (siehe Abb. 4).
Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung des Schallschutzmaßes ist die
Erhöhung der Masse der Decke. Dies kann durch eine Gipskartonplatte auf der
oberen Lage der Holzwerkstoffplatten und durch gleichzeitige Verwendung
doppellagiger Gipskartonplatten auf der Deckenunterseite erreicht werden.
Anstelle der oberen Gipskartonplatte kann auch eine Beschwemng aus
Betonplatten (20 - 40 mm) oder Sand verwendet werden.
Werden die genannten Möglichkeiten genutzt, kann auch mit leichten Holzkon-
struktionen ein sehr guter Schallschutz erreicht werden. Der Deckenaufbau in
Abb. 4 entspricht z.B. dem Trittschallschutzmaß einer 290 mm Betondecke.
Gebäudehülle
Die Außenwand, deren Aufbau vor allem das gewünschte Klima im Gebäude-
innern beeinflußt, stellt den wichtigsten Teil der Gebäudehülle dar. Die
Außenwand sollte daher
- wärmegedärnrnt sein,
- luftdicht sein und
- Schutz bieten vor Feuchtigkeit, die von außen oder innen kommen kann.
Die auf der inneren, "warmen" Seite der Wand angeordnete Dampfbremse
verhindert den Zutritt von warmer Luft mit hohem Feuchtegehalt in die Wand
und vermeidet damit Wasserkondensation in der Wärmedämmung. Gleichzeitig
kann die Dampfbremse für die notwendige Luftdichtigkeit sorgen. Hinter der
Außenverkleidung der Wand schützt eine dampfdurchlässige Membran die Wand
gegen den Wind und verhindert Luftströmungen in der Wand, die die Wärme-
dämmwirkung beeinträchtigen können. Die Außenseite dieser Membran sollte
wasserabweisend sein, da von außen eindringendes Wasser die Wärmedämmung
Zusammenfassung
Sorgfalt bei Entwurf und Ausfiihrung sind notwendig, um eine gute Gebrauchs-
tauglichkeit in Holzrahmen- oder Holztafelbauten zu erreichen. Die wichtigsten
Gesichtspunkte sind der Schallschutz, das Schwingungsverhalten und das
Verhindern nachteiliger Auswirkungen von Feuchte während der Bau- und der
Gebrauchsphase. Durch eine entsprechende Detaillierung und eine sorgfältige
Herstellung können die damit zusammenhängenden Probleme zufriedenstellend
gelöst werden.
Literatur
Sunley J. und Bedding B. (Hrsg.) (1985). Timber in Constmction, BT Batsford Ltd.
LondoniTRADA, United Kingdom.
Einleitung
Die Feuerwiderstandsdauer von Holzhäusern in Tafelbauart hängt von zwei
unterschiedlichen Funktionen ab. Einzelne Elemente wie Träger, Stützen, Wände,
Decken, Treppen und Dächer haben zum einen tragende Funktionen zu erfüllen,
zum anderen haben sie raumabschließende bzw. raumtrennende Funktionen (vor
allem Wände und Decken). Die feuerabschließende Wirkung soll eine
Ausbreitung des Feuers verhindern und Innenräume oder Fluchtwege vor
Flammen und heißen Gasen schützen.
Demnach ergibt sich für die einzelnen Bauteile folgender Ablauf der Bemessung:
Außerdem sind die Bauteile so zu bemessen und zu konstruieren, daß ihre raum-
abschließende Funktion während einer bestimmten Branddauer aufrechterhalten
bleibt. d.h.:
Eigenschaft E
Kein Versagen der Unversehrtheit durch Risse, Löcher oder andere Öffnungen,
die groß genug sind, einen Feuerdurchgang in Form von Flammen oder heißen
Gasen zu ermöglichen.
Eigenschuft l
Kein Versagen der Wärmedämmung durch Temperaturerhöhung auf der dem
Feuer abgewandten Seite über vereinbarte Grenzen hinaus.
Die Eigenschaften sind zeitabhängig und verändern sich mit der Nutzung der
Konstruktion. Die einzelnen Widerstandsdauem werden in Minuten angegeben:
15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180, 240 und 360 Minuten.
Abb. 1 Beispiel einer Gesamtkonstruktion mit R30 nach Kordina und Meyer-
Ottens, 1994.
Einzelstäbe
Die Feuerwiderstandsdauer ungeschützter Holzstäbe wird in STEP B17
behandelt. Manchmal ist zwar der Schutz durch eine Bekleidung erforderlich,
aber aus ästhetischen Gesichtspunkten und vom Standpunkt des Konstrukteurs
aus ist es vorzuziehen, wenn man die Feuenviderstandsdauer mit einem
ungeschützten Stab erreichen kann. Für die Berechnung der Feuerwiderstands-
dauer geschützter Holzstäbe liefert die Art der Bekleidung Hinweise darüber, auf
welchen Seiten ein Abbrand zu erwarten ist (ein- bis vierseitiger Abbrand).
mit
t„ ist die Versagenszeit der schützenden Platte oder des schützenden
Materials, d.h. die Dauer der effektiven Schutzwirkung gegenüber
unmittelbarer Brandbeanspruchung.
ist die geforderte Feuenviderstandsdauer bei Normbrandbeanspruchung.
Platten, Dämmschichten
Platten werden aus Holz undloder Holzwerkstoffen unter Verwendung von
Bindemitteln hergestellt. Diese Platten sind nicht brennbar, wenn sie folgende
Bedingungen erfüllen:
- Verwendung von Gips, Zement 0.ä. als Bindemittel,
- Verwendung von Feuerschutzmitteln.
Da die Abbrandrate einiger Platten geringer ist als die von Vollholz, erhöht sich
dadurch die Feuerwiderstandsdauer des zusammengesetzten Bauteils. Die Platten-
werkstoffe werden meistens für Wände und Decken verwendet, um die raumab-
schließenden Funktionen innerhalb des Hauses zu erfüllen (z.B. bei Fluchtwegen
und Treppen). Für Beplar~kungen(siehe Abb. 3), die als Feuerschutzbekleidung
dienen sollen, ist die Versagenszeit zu ermitteln. In diesem Fall ist die
Versagenszeit die Zeitspanne bis zu einer Temperaturerhöhung von 180 K bei
brennbaren Plattenwerkstoffen und von 500 K bei nichtbrennbaren Platten auf
der dem Feuer abgewandten Seite, auf der während des Brandversuchs schwarze
Stellen auftreten können. Wegen des unterschiedlichen Materialverhaltens im
Brandfall sind die Versagenszeiten zunächst einmal in Versuchen zu bestimmen.
EC5: Teil 1-2: Bild 3.1 Abb. 3 Beispiel für Platten als Feuerschutzbekleidung.
Wenn die Beplankung aus mehreren Materialien besteht, ergibt sich die
Versagenszeit im allgemeinen aus der Summe der einzelnen Versagenszeiten.
Nach EC5: Teil 1-2 hat der Schmelzpunkt von Dämmaterialien über 1000°C zu
liegen.
Für nichtbrennbare Dämmaterialien mit einer Dicke von mehr als 20 mm, einer
Dichte von mehr als 30 kglm3und einer Temperaturbeständigkeit bis zu 1000 "C
darf die Versagenszeit angenommen werden zu
mit
tim ist die Dicke des Dämmaterials in mm
p,„ ist die Rohdichte des Dämmaterials in kg/m3.
Aussteifungen
Wenn Stäbe für Druck und Biegung unter der Berücksichtigung von
Aussteifungen bemessen werden, sollte nachgewiesen werden, daß die
Aussteifung während der geforderten Feuerwiderstandsdauer nicht versagt. Es
darf angenommen werden, daß die Aussteifung nicht versagt, wenn der verblei-
bende Restquerschnitt der Aussteifung 60% der für die Bemessung unter
Normaltemperatur erforderlichen Querschnittsfläche beträgt. Andernfalls ist für
den Nachweis im Lastfall Brandfall von einem nicht ausgesteiften Stab
auszugehen. Diese Regelung ist auch auf Wände und Decken anzuwenden.
Wände
Für die Klassifizierung im Brandfall werden Wandkonstruktionen in folgende
Gruppen unterteilt:
- Nichttragende Wände sind ebene Bauteile, die auch im Brandfall nur
durch ihre Eigenlast beansprucht werden. In den Tragfähigkeits-
nachweisen wird ihre aussteifende Funktion nicht in Rechnung gestellt.
- Tragende Wände sind druckbeanspruchte Bauteile. Für Wände, die zur
Aussteifung tragender Wände benötigt werden, sollten die Regelungen des
Abschnitts Aussteifungen angewendet werden.
- Abschließende Trennwände, die sich zwischen den Wohnungen befinden,
die der Umschließung von Treppenhäusern und Fluchtwegen und als
Brandwände dienen. Der Hauptzweck dieser Wände besteht darin, die
Ausbreitung des Feuers von einem Raum in den nächsten zu verhindern,
wobei nur von einer einseitigen Brandbeanspruchung auszugetien ist. Eine
Wand erfüllt die trennende Funktion nur, wenn auch alle Offnungen (vor
allem Türen und Fenster) mindestens die gleiche Feuerwiderstandsdauer
(d.h. hier die trennende Wirkung) aufweisen wie die Wandfläche. Diese
Bedingung erfüllen praktisch nur die Außenwände. Aus Erfahrung weiß
man, daß Außenwände mit einer Länge von mehr als 1 m die trennende
Funktion aufweisen.
Abb. 4 zeigt die grundsätzliche Abhängigkeit der Wanddicke von der Beplan-
kungsdicke bei tragenden Wänden oder von der Dämmschichtdicke bei raum-
abschließenden Wänden. Eine fehlende Dämmschicht oder eine Reduzierung der
Beplankungsdicke erfordert einen größeren Wandpfostenquerschnitt, um eine
unveränderte Feuerwiderstandsdauer zu erreichen.
Abb. 5 Beispiele fur tragende Wände R30 nach DIN 4102 Teil 4. (U) Holzwerk-
stofilatte, ( b ) Gipskartonplatte.
Raumseitige Beplankung
häufig mit Gipsbauplatten
Abb. 6 Beispiel fur raumabschließende Wand RE1 30 nach DIN 4102 Teil 4. ( U )
Holzwerkstofilatte, (b) Wärmedämmung.
EC5: Teil 1-2: C.2.3 I: Die Temperaturerhöhung auf der dem Feuer abgewandten Seite ist auf 140
K begrenzt. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn die restlichen Schichten
zusätzlich zur erforderlichen Feuerwiderstandsdauer noch eine
Versagenszeit von 15 rnin aufweisen (siehe Abb. 2 und 3).
11: Die maximale Temperaturerhöhung ist an jedem Punkt auf 180 K begrenzt
und an den Bekleidungsstößen darf kein Feuerdurchtritt stattfinden. Diese
Bedingung ist erfüllt, wenn die Bekleidungsstöße auf der dem Feuer
abgewandten Seite dem Feuer nicht unmittelbar ausgesetzt sind und ein
Sicherheitszuschlag von 5 rnin gegeben ist (siehe Abb. 2 und 3).
111: Werden Schichten für den Einbau von Installationen entfernt, sollten sie
durch eine entsprechende Schichtdicke ersetzt werden. Es ist nachzu-
weisen, daß zusätzlich zur erforderlichen Feuenviderstandsdauer noch eine
Versagenszeit von 5 rnin gewährleistet ist.
Es muß weiterhin gewährleistet sein, daß sich die Bekleidungen auf der dem
Feuer abgewandten Seite nicht ablösen. Diese Anforderung ist erfüllt, wenn die
Bedingung I1 eingehalten ist.
Decken
Im allgemeinen gelten für Decken die gleichen Grundsätze hinsichtlich
Bekleidungen und Dämmschichten wie für Wände. Die obere Beplankung von
Deckenkonstruktionen stellen eine wirksame Brandschutzmaßnahme dar. Die
durch Feuer gefährdete Seite einer Deckenkonstruktion ist die Unterseite, die aus
diesem Grund durch Dämmschichten zu schützen ist. Aus diesem Grunde ist der
Abbrand an der Unterseite zu berücksichtigen.
An Unterseite
Gipsbauplatte
üblich
Abb. 8 Beispiel fur eine Deckenkonstruktion RE1 30. (U) Fußbodenbelag, ( b ) Holz-
werkstofilatten, ( C ) Därnrnschicht.
5 = 0,6
EC5: Teil 1-2: Bild C.4 Abb. 9 Abminderungsbeiwert 6 für Versagenszeiten an Bekleidungsstopen für
Decken mit Brandbeanspruchung von unten.
Dächer
Eine Aufgabe der Dachkonstruktionen besteht, wie in Abb. 10 gezeigt, darin,
gegenüber Funkenflug und Wärmestrahlung ausreichend widerstandsfähig zu
sein. Nur in Sonderfällen übernehmen Dachkonstruktionen auch aussteifende
oder raumabschließende Funktionen, 2.B. bei Dachwohnungen.
Treppen
Die Berechnung der Feuerwiderstandsdauer von Treppen erfolgt nach den
gleichen Grundsätzen wie für Einzelbauteile. Im Brandfall können Treppen 2.B.
für den Fluchtweg eventuell notwendig sein. Die lastabtragende Funktion darf
eine Treppe in einem Fluchtweg während des Brandfalls nicht verlieren. Treppen
für raumabschließende Zwecke werden sehr selten ausgeführt.
Abb. 11 Beispiele fur Verbindungen von Decke und Wand. ( U ) Seite der Brandbean-
spruchung, ( b ) Brandausbreitung.
Die linke Verbindung in Abb. 11 wäre auch nach einer gewissen Branddauer
nicht so widerstandsfähig wie die rechte Verbindung in Abb. 11.
Mindestabmessungen
In den meisten Ländern werden Mindestabmessungen vorgegeben, um eine
bestimmte Feuerwiderstandsdauer zu garantieren (ohne Nachweis). Ungeschützte
Holzrahmenteile sollten eine Mindestabmessung von 38 mm aufweisen.
Einzelne Platten für Wände sollten eine Mindestdicke t,,,, in Abhängigkeit der
Spannweite I, in mm der Tafel von:
aufweisen.
Beispiel
Für eine nicht lastabtragende Konstruktion einer Innen- oder Außenwand ergab
sich im Versuch das Versagen auf der gegenüberliegenden Seite nach 65 min
Brandbelastung auf der Innenseite.
Gemäß EC5: Teil 1-2 sind für raumabschließende Bauteile (EI) vor allem
folgende Nachweise zu erbringen:
a) Feuerangriff von einer Seite
b) Die verbleibenden Schichten sollten zusätzlich zur geforderten
Feuerwiderstandsdauer (Zunahme der Temperatur um nicht mehr als 140
K ) eine Versagenszeit von 15 min aufweisen
C) Sicherheitszuschlag von 5 min für die Außenschicht (maximaler
Temperaturanstieg an jedem Punkt um höchstens 180 K )
d) Restquerschnitt der Holzrahmenbauteile beträgt mindestens 60% des
Querschnitts, der für die Ausführung bei Normaltemperatur notwendig ist.
d) Restquerschnitt.
Abbranddauer des Holzrahmens 3 1,6 min
Abbrandrate für Vollholz 0,8 mmlmin
Abbrandtiefe 25,3 mm.
Höhe des Restquerschnitts 71,7 mm = 74% > 60%.
Zusammenfassung
Die geprüfte Wand erfüllL die Anforderungen a) bis d) für die raumab-
schließende Funktion EI 40. Obwohl die Konstruktion iin Brandversuch für 65
min die raumabschließende Wirkung beibehielt, würde sie rechnerisch die
Eigenschaft EI 60 nicht erfüllen.
Literatur
Arbeitsgemeinschaft Holz e.V. Düsseldorf (1971). Brandverhalten von Holzkonstruktionen.
STEP E I 3 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: In diesem Beitrag werden Holz-Beton-Verbundkonstruktionen besonders im
A . Ceccotti Hinblick auf ihr Verhalten in Gebäuden behandelt. Die wichtigsten Besonderheiten
Universiti degli dieser Bauart sowie der Einfluß der Umgebungsbedingungen werden aus der Sicht
Studi di Firenze des Tragwerksplaners dargestellt. Am Ende des Beitrags wird ein Rechenbeispiel
gezeigt.
Einleitung
Holz-Beton-Verbundkonstruktionen stellen eine gemischte Bauweise dar, bei der
die Querschnitte von Biegeträgem oder Stützen aus den beiden unterschiedlichen
Materialien Holz und Beton bestehen, die meist durch mechanische Verbindungs-
mittel nachgiebig miteinander verbunden sind. Bei der überwiegenden Anzahl der
Anwendungen von Holz-Beton-Verbundkonstruktionen befindet sich der Beton in
der Biegedmckzone und das Holz in der Biegezugzone eines Biegeträgers. Damit
können die Eigenschaften der beiden Baustoffe optimal ausgenutzt werden. Die
Festigkeit und Steifigkeit des Betons sind bei Druckbeanspruchung am größten.
Wird Holz in der Zugzone eingesetzt, entfällt der in üblichen Stahlbetonquer-
schnitten vorhandene Beton in der Zugzone, der im gerissenen Zustand nicht mit-
trägt und lediglich eine Belastung darstellt. Dadurch können Querschnitte entstehen,
die bei einem vergleichsweise geringen Eigengewicht eine hohe Steifigkeit auf-
weisen. Die Tragfähigkeit wird im Vergleich mit einer reinen Holzbalkendecke etwa
verdoppelt, die Biegesteifigkeit erreicht die drei- bis vierfachen Werte. Abb. 1 zeigt
einen Vergleich der Eigengewichte von drei unterschiedlichen Deckenaufbauten
abhängig von der Spannweite für eine veränderliche Belastung von 2,5 kN/m2.
Die Betonplatte stellt bei einer Brandbeanspruchung eine wirksame Barriere gegen
Feuerausbreitung dar. Damit wird der Feuerwiderstand der Konstruktion im
Vergleich zu einer reinen Holzbalkendecke verbessert. Die Holzbalken selbst weisen
Abb. I Eigengewicht abhängig von der Spannweite fur eine veränderliche Belastung
von 2,5 kN/m2. (a) Massivholzdecke, (b) Holz-Beton-Verbunddecke, ( C )
Stahlbetondecke. Nach Natterer (1993).
Verbindungsarten
Abb. 3 zeigt eine Übersicht über die am meisten verwendeten Verbindungen
zwischen Betonplatte und Holzträgem. Hierbei wurden die Verbindungen nach ihrer
Steifigkeit eingeteilt. Die Nagel-, Schrauben und Stabdübelverbindungen in Abb.
3a weisen die geringste Steifigkeit auf. Verbindungsmittel wie Einlaß- oder Einpreß-
dübel bzw. Nagelplatten, die weniger tief ins Holz eindringen, sind steifer als
Verbindungen mit stiftförmigen Verbindungsrnitteln (siehe Abb. 3b). Eine weitere
Erhöhung der Steifigkeit läßt sich mit vorgefrästen oder vorgebohrten Vertiefungen
im Holz erreichen, in die der Beton eindringt und die nach der Aushärtung als
Dübel wirken (siehe Abb. 3c). Praktisch starre Verbindungen ergeben sich bei
Leimverbindungen wie sie in Abb. 3d dargestellt sind.
A L - iI
In den Fällen, in denen die Nachgiebigkeit der Verbindung zwischen Holz und
Beton nicht mehr vernachlässigt werden kann, muß die Verschiebung in der Fuge
bei der Spannungsermittlung berücksichtigt werden. Der Gesamtquerschnitt bleibt
in diesem Fall bei einer Biegebeanspruchung nicht mehr eben (siehe Abb. 4). Der
Nachweis der Verbundkonstruktion kann in diesem Fall nach dem in STEP B1 1
dargestellten Verfahren erfolgen. Dies ist in der Regel fur die in Abb. 3a bis 3c
dargestellten Verbindungsarten nowendig.
Tragverhalten
Die für die Berechnung notwendigen Materialeigenschaften des Betons sind der
charakteristische Festigkeitswert f„, der Mittelwert des Elastizitätsmoduls E„ und
die Kriechzahl 4. Zahlenwerte können aus EC2 entnommen werden.
Für die Holzbauteile ist die Kenntnis der charakteristischen Biegefestigkeit f,,,des
Elastizitätsmoduls E,,„„ und des Verformungsbeiwerts kdf nötig. Die fur das
Tragverhalten wichtigste Eigenschaft ist jedoch die Steifigkeit der Holz-Beton-
siehe auch NAD Daher wird empfohlen, auch beim Nachweis des Grenzzustands der Tragfähigkeit
bei der Ermittlung der Schnittgrößen und Spannungen Mittelwerte der Steifigkeits-
kennwerte der Baustoffe zu verwenden, obwohl bei Tragfähigkeitsnachweisen in der
Regel die 5%-Fraktilwerte zu verwenden wären. Außerdem gibt EC2 für den
Elastizitätsmodul nur Nennwerte an, die als Mittelwerte betrachtet werden. Würden
Mittelwerte der Verschiebungsmoduln zusammen mit 5%-Fraktilwerten des Elastizi-
tätsmoduls verwendet, würden die Spannungen in der Verbundkonstmktion zu
günstig, d.h. auf der unsicheren Seite, ermittelt. Beim Spannungsnachweis sind
natürlich trotzdem die charakteristischen Festigkeitswerte einzusetzen.
Das unterschiedliche Verhalten des Betons und des Holzes bei Änderungen des
Umgebungsklimas - Beton reagiert vor allem auf Temperaturänderungen und das
Holz überwiegend auf Feuchteänderungen - stellt nur dann ein Problem dar, wenn
die Verbindungen zwischen Holz und Beton sehr steif sind und es sich um lange
Bauteile handelt.
Holz
mit
d ist der Durchmesser des Verbindungsmittels,
f„ ist der charakteristische Wert der Würfel- bzw. Zylinderfestigkeit des Betons
(fek = 95 hd)7
y, ist der Teilsicherheitsfaktor für den Baustoff (Y,,= 1,25),
E„ ist der Nennwert des Elastizitätsmoduls des Betons (E„ = 30000 N/mm2).
Rd = Pm = 0,8f, = 25,l iW
4 Y,
worin f, die Zugfestigkeit des Verbindungsmittelstahls ist Cf, = 500 ~/mrn').
Verbindungsrnittel im Holz
Wegen der Einspannwirkung des Stiftes im Holz werden die Gleichungen für die
Berechnung von Stahlblech-Holz-Verbindungen nach EC5 verwendet. Wegen des
geringen Stiftdurchmessers ist hier Gleichung 6.2.2d maßgebend.
Rd = 1,5 / m d = 64.49 W maßgebend
Nachweise
Berechnung bei der Anfangsverformung
Die wirksame Biegesteifigkeit des Verbundquerschnitts wird nach EC5 Anhang B
berechnet. Um einen eventuellen Spalt zwischen Beton und Holz berücksichtigen
zu können, sollte in den Gleichungen des Anhangs B der Ausdruck (h, + h2)/2
durch ( U , + U,) ersetzt werden.
Querschnittswerte
Al = 20000 mm2 A, = 30000 mm2
I, =2,66.106mm4 I, =100.106mm4
Y, = 0,16 Y2 =1,00
al =91,2mm u2 = 28,8 mm
EIeI = 2,12 . 1012Nmm2
Holz
G,,~,, = 1,95 N/mm2
= 6,77 N/mm2
Die Spannungen werden mit Hilfe von wirksamen Elastizitätsmoduln berechnet, die
mit den Kriechbeiwerten der jeweiligen Lasteinwirkungsdauerklasse anteilig
ermittelt werden können. Für einen Lastanteil von 15% ständiger und 85% mittel-
langer Lasteinwirkungsdauer ergibt sich mit den Kriechbeiwerten (I des Betons und
den Beiwerten kdefdes Holzes:
Auch für die Berechnung des Verschiebungsmoduls wird der wirksame Elastizitäts-
modul des Holzes verwendet:
Ku = 2 K„, 1 3 = 6450 N/mm
Querschnittswerte
Al = 20000 mm2 A2 = 30000 mm2
I, = 2,66 . 106 mm4 I, = 1 0 0 - 1 0 ~ ~ ~ ~
y, = 0,26 y2 = 1,OO
a, =94mm a2 = 26 mm
EIef = 1,53 - 1 012 Nmm2
Holz
o,,,,, = 1,88 ~ / m m '
= 7,25 ~ / m m '
Zusammenfassung
Holz-Beton-Verbundkonstruktioneneignen sich ausgezeichnet als Decken- oder
Wandkonstruktionen, insbesondere wenn eine hohe Steifigkeit erforderlich ist. Die
Bemessung kann in Anlehnung an die Regeln für nachgiebig zusammengesetzte
Biegeträger und Druckstäbe aus Holz oder Holzwerkstoffen erfolgen. Obwohl Beton
und Holz als Baustoffe unter Langzeitbeanspruchung beträchtliche Kriechverfor-
mungen aufweisen, nimmt die wirksame Steifigkeit des Verbundquerschnitts
weniger ab als die der beteiligten Baustoffe. Dadurch zeigen Holz-Beton-Verbund-
konstruktionen auch ein sehr gutes Langzeitverhalten.
Literatur
RILEM TC 111 CST (1992). Behaviour of timber-concrete load-bearing structures. Proc. of ACMAR-
Ravenna International Symposium, Dept. of Civil Engineering, University of Florence, Italien.
Natterer, J. (1993). Constructions en bois 11. Dissertation, Notes du cours IBOIS - EPFL, Lausanne,
Schweiz.
Einleitung
Tragwerke müssen für die Abtragung horizontaler Lasten bemessen werden. Wind-
und Erdbebenlasten sind die wichtigsten horizontalen Kräfte, die auf Tragwerke
einwirken. An dieser Stelle wird die Abtragung der Windlasten detailliert darge-
stellt, für die Eignung der vorgestellten unterschiedlichen Konstruktionselemente zur
Abtragung von Erdbebenlasten werden lediglich qualitative Aussagen getroffen.
Die Kräfte im System nach Abb. 2b können entsprechend der Gleichung (1) bis (8)
berechnet werden.
Windrichtung W,
Vertikale Aussteifungskonstruktionen
Rahmentragwerke
Rahmen mit biegesteifen Ecken können sowohl vertikale als auch horizontale Kräfte
iibernehmen. Sie werden insbesondere in eingeschossigen Hallentragwerken
verwendet. Zur Herstellung der biegesteifen Ecken können Verbindungsmittel
(Dübelkreis) oder Keilzinkenverbindungen verwendet werden. Rahmentragwerke
werden im Regelfall nur zur Abtragung von Windlasten herangezogen. Für
zunehmende Lasten, z.B. bei der Beanspruchung durch horizontale Bremskräfte von
Krananlagen) nehmen die Querschnitte überproportional zu. Bei der Verwendung
von Verbindungsmitteln wird dies meist durch die Verbindungsmittelabstände
verursacht. Ein weiterer Nachteil ist der eingeschränkte Lichtraum des Bauwerkes.
Diese Gründe führen oft zu unwirtschaftlichen Lösungen.
Eingespannte Stützen
Sie können insbesondere bei Hallentragwerken mit Kranbetrieb aus Stahlbeton oder
Stahlbauteilen (2.B. eingespannte Stahlbetonstütze mit Köcherfundamenten)
eingestetzt werden. Bei geringeren horizontalen Lasten können auch eingespannte
R~indholz- (siehe STEP E19) oder Brettschichtholzstützen (Heimeshoff, 1983)
verwendet werden, z.B. für landwirtschaftliche Bauten oder kleinere Hallentrag-
werke. Die Berechnung der Verformungen und Spannungen kann in Überein-
stimmung mit EC5 erfolgen, für die Ausbildung der Stützenfüße sind in EC5 jedoch
keine Angaben enthalten. Für die Einspannung von Brettschichtholzstützen besteht
eine nationale deutsche Zulassung. Wegen der Gefährdung der vergossenen
Stützenfüße durch Pilzbefall infolge Feuchtigkeit müssen die eingespannten
Stützenteile sehr sorgfältig geschützt werden.
Vertikale Scheiben
Sie bestehen aus Konstruktionshölzern aus Vollholz (Schwelle, Rähm, Stützen) und
kraftschlüssig verbundenen Holzwerkstoff- oder Gipsbauplatten. Die Schubkräfte
werden über eine große Anzahl dünner Verbindungsmittel (Nägel oder Schrauben)
entlang der Plattenränder in die Konstruktionshölzer übertragen (siehe STEP B13).
Vertikale Scheiben müssen an ihren Enden gegen Abheben gesichert sein, die auf
der jeweils gegenüberliegenden Seite auftretenden Druckkräfte müssen bei der
Bemessung der Druckstiele berücksichtigt werden. Wegen der guten Festigkeits-
eigenschaften eignen sich Spanplatten, OSB- und BFU-Platten fur die Herstellung
von Scheibentragwerken. Sie erfüllen in Holzrahmen- oder Holztafelbauteilen Mehr-
fach-Funktionen. Neben der Abtragung horizontaler Lasten tragen sie zu den Brand-
schutz-, Konvektions- und Schallschutzeigenschaften des Bauteils bei.
Horizontale Aussteifungskonstruktionen
Gebäude müssen in jedem Geschoß und im Dach durch horizontale Elemente
ausgesteift werden. Als aussteifende Elemente können entweder horizontale
Scheiben oder horizontal liegende Diagonalen verwendet werden. In Dächern liegt
die Aussteifungsebene in der Dachebene. In Geschoßdecken werden Holzwerkstoff-
platten zur vertikalen und horizontalen Lastabtragung herangezogen, in der horizon-
talen Ebene dienen sie zur Übertragung der Schubkräfte. Randbalken und Decken-
balken dienen zur Aufnahme der Biegebeanspruchung in der horizontalen Scheibe.
Sie wirkt wie ein Balken, der die horizontalen Kräfte zu den vertikalen Aus-
steifungen überträgt (siehe STEP B 13).
Beispiel
Aussteifung einer Dachkonstruktion mit Windrispenbändem.
W
H = - = 5,25 WV = F, z = = 6,79 WV
" 2 COS p
Windrispenband 40 X 2,0
A„ = 40 . 2 - (2 - 5 2) - = 60 m m 2
Rillennägel 4,OX 60 m m
t I0,5 d = 2,O mm
R, = 034 L,,,, t , d
M y ,d =-
= -
180 4,02v6
= 6015 Nlmm
YM 1,1
6790
n = = 7,77 gewählt n = 8 Nägel
873
Das Beiholz (2) ist notwendig, um die Mindestnagelabstände bei der Befestigung
des Windrispenbandes einzuhalten. Die Winkel sind beide mit 8 Nägeln seitlich und
10 Nägeln in der Schwelle vernagelt. Entsprechend technischer Unterlagen des
Herstellers können die Bemessungswerte der Tragfähigkeit angenommen werden mit
V, = 9,94 kN und Hd = 7,89 kN
Zusammenfassung
- Die Lastabtragung muß bis zur Ableitung der Kräfte in die Fundamente
detailliert werden, insbesondere müssen alle Verbindungen nachgewiesen
werden.
- Die Mindestanforderungen für die Anordnung aussteifender Elemente in
Tragwerken müssen erfüllt werden.
- Die Anordnung von aussteifenden Konstruktionen sollte unter Berück-
sichtigung der Steifigkeit der ~ u s s t e i f u n symmetrisch
~ zu den Lasten
erfolgen, um Zusatzkräfte infolge Torsion zu vermeiden.
- In erdbebengefährdeten Gebieten muß die Duktilität der Aussteifung
berücksichtigt werden. Der Entwurf der Aussteifungskonstruktion sollte
bezüglich der Abtragung von Erdbeben- und Windlasten optimiert werden.
- Bei der Auswahl der aussteifenden Konstruktion müssen Aspekte der Trag-
fähigkeit, Duktilität, Wirtschaftlichkeit, Montierbarkeit (Elementierung)
berücksichtigt werden.
- Windrispenbänder müssen sorgfältig vorgespannt werden, um einen kraft-
scfilüssigen Anschluß zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.
Literatur
Brüninghoff, H. [Link]. (1989). Holzbauwerke: Eine ausführliche Erläuterung zu DIN 1052, Teil 1 bis
3. Deutsches Institut für Normung e.V., Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V., 1. Auflage.
Beuth Verlag, Berlin, Köln, Gerrnany.
Steinmetz (1992). Die Aussteifung von Holzhäusem am Beispiel des Holzrahmenbaues. Holzbau Statik
Aktuell, Ausgabe Juli 1992J1. Arbeitsgemeinschaft Holz e.V., Düsseldorf, Germany.
STEP ~ 1 5 Inhalt
K. Schwaner Neben den allgemeinen Konstruktionsprinzipien werden die wesentlichen Trag-
Arbeitsgemeinschaft Holz systeme mit ihren Anschlüssen dargestellt. Es folgen einige Hinweise zur Aus-
steifung von Skelettbauten.
Einleitung
Dem modernen Holzskelettbau geht eine viele Jahrhunderte dauernde Entwick-
lung und Verbreitung voraus. In prähistorischer Zeit bestanden neben der
Methode Holzstämme einfach horizontal übereinander zu stapeln bereits die
ersten Ansätze, Schutzbauten zu errichten, indem Pfahle senkrecht in den Boden
eingegraben lind durch horizontal angeordnete Pfetten zu einem tragenden
Skelett untereinander verbunden wurden. Zwischenwände wurden mit Flechtwerk
ausgefüllt und teilweise mit Lehm bestrichen. Mit solchen Pfostenbauten
errichtete man erstmals Konstruktionen, bei denen das tragende Gerüst von den
statisch nicht mittragenden Wandfüllungen getrennt war.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Einstellung gegenüber Holz-
bauten grundlegend: Holz wird aufgrund seiner hochwertigen Eigenschaften und
vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten geschätzt und gewinnt wieder an Bedeu-
tung. Mit steigenden Lohrikosten wurden jedoch die handwerklich erstellten
Allgemeine Konstruktionsprinzipien
Skelettbau ist eine im Raster errichtete räumliche Tragstruktur aus stabförmigen
Elementen, die durch flächige raumabschließende Bauteile ergänzt wird. Es
besteht eine klare Trennung zwischen lastabtragender Konstruktion und raumab-
schließenden Wänden (Abb. 2 und 3).
Abb. 3 Endzustand.
Alle Skelettbauten, ob aus Holz, Beton oder Stahl sind auf einem Grundmodul
aufgebaut. Der Grundmodul bestimmt die Struktur eines jeden Skelettbaues, er
bringt die gestalterische Ordnung, die Standardisierung. Ein Vielfaches des
Moduls ergibt den Raster. Modul und Raster bestimmen die Stellung der
tragenden Stützen, die Lage der Haupt- und Nebenträger und oft auch die
Anordnung der nichttragenden Ausbauelemente.
Ein Beispiel für diese Art der Elementierung ist das traditionelle japanische
Wohnhaus, das in Grund- und Aufnß auf der Grundeinheit der Tatami-Matte
(0,91 X 1,82 m) aufgebaut ist. Die Planung von Skelettbauten beginnt mit der
Wahl des Grundrißmoduls. Seine Größe und damit die des Rasters hängt von
- gestalterischen Vorgaben:
Konfiguration der Baukörper, Ordnung der Innenräume, Raumfolge und
Raumzuordnungen, Größe und Maßstäblichkeit der Räume, Gliederung der
Fassade, Anforderungen der Nutzung,
- konstruktiven Überlegungen:
Wirtschaftliche materialbezogene Trägerspannweiten, standardisierte
Anschlüsse, handelsübliche Formate von Ausbauelementen, Därnrnplatten,
Beplankungen, Standardmaße von Fenstern, Türen, Treppen, Spannweiten
der tragenden Fußbodenelemente,
- Gegebenheiten des Bauplatzes:
Geographische Lage, Orientierung, Grundstücksgröße, Baumbestand,
Bezug zu bestehenden Gebäuden, Festlegungen im Bebauungsplan.
Es existieren die unterschiedlichsten Vereinbarungen über Module: z. B. Europa-
modul (DIN 8000) = 100 mm; Ziegelmaß (DIN 41721) = 115 + 10 mm;
Treppenmodul = 90 mm (halbe Steigungshöhe); Multi-Modul = 600 mm. Daraus
ergeben sich übliche Rastemaße zu 1,20/1,20 m, 1,25/1,25 m, 3,60/3,60 m,
4,80/4,80 m.
Von der Wahl des Rasters und des Tragsystems hängt auch die Wirtschaft-
lichkeit der Baumaßnahme ab. Wie bei den anderen Ingenieurholzbauwerken
haben auch beim Skelettbau die Anzahl und Ausbildung der Verbindungen
großen Einfluß auf die Gesamtkosten.
Das Bauprinzip ist einfach, die Konstruktion gut ablesbar und die Trag-
funktionen erkennbar. Prägendes Merkmal sind die meist sichtbar belassenen
Zangenköpfe mit den statisch oft erforderlichen Vorholzlängen und Überständen.
Durchdringungen der Gebäudehülle sind kaum zu vermeiden.
Abb. 12 Janebo-Hakenplatten.
Die meisten dieser Verbindungen können auch beim höhengleichen Anschluß der
Haupt- und Nebenträger verwendet werden. Hinzu kommen Z-Profile, Himholz-
anschlüsse mit Einlaßdübeln und Auflagerung auf tragenden Leisten am Haupt-
träger. Bleiben die Skelettbauteile sichtbar, müssen auch die Verbindungen
hohen gestalterischen Ansprüchen genügen.
Aussteifung
Bei Skelettbauten ist die lastabtragende Konstruktion funktionell von den raum-
abschließenden Bauteilen getrennt. Für die Standsicherheit, d.h. die sichere
Weiterleitung aller vertikalen und horizontalen Lasten in den Baugrund, stehen
zunächst nur die stabförmigen Elemente (Träger und Stützen) zur Verfügung.
Insbesondere muß die räumliche Stabilität, die Aufnahme und Weiterleitung der
Stabilisierungs- und Windlasten rechnerisch nachgewiesen werden. Stabilisie-
rungskrafte sind horizontale Kräfte, die z.B. aus Schrägstellungen von Stützen
und Vorverformungen von Trägem aufgrund von Herstellungs- und Montageun-
genauigkeiten verursacht werden.
1 2 3 4
Abb. 20 Vertikale Aussteifrrngselernente. ( I ) Scheibe (Holz, Mauerwerk,Beton), ( 2 )
Verbände, (3) Rahmen, ( 4 ) Rahmenecken.
Einleitung
Die Tragkonstmktion des Bürogebäudes besteht aus einteiligen Balken, Unterzügen
und Stützen. Balken und Unterzüge, im Dach auch die Stützen, sind Oberkante
bündig angeordnet. Dadurch sind alle Träger als Einfeldträger erforderlich. Die
Balken sind mit T-förmigen Stahlblechformteilen an den Unterzügen befestigt.
Verbindungsmittel sind Stabdübel in den Balken und Rillennägel in den
Unterzügen. Die Unterzüge sind mittels eingeschlitzter Stahlbleche und Stabdübeln
mit den Stützen verbunden. Die Weiterleitung der Horizontalkräfte erfolgt über die
Dachfläche und einige Wände, die mit Hilfe von Holzwerkstoffplatten als Scheiben
ausgebildet sind. Sowohl bei der Berechnung als auch bei der Konstruktion wurde
eine spätere Aufstockung um ein Geschoß berücksichtigt. Dazu wurden unter
anderem in den Stützenköpfen Gewindehülsen angebracht, in denen im Falle der
Erweiterung die Stützen des nächsten Geschosses befestigt werden können.
Bemessungsbeispiel
veränderliche Einwirkungen
Verkehrslast 2,OO kN/m2
leichte Trennwände 0,75 kN/m2
Q, = 2,75 kN/m2
Die Belastung nach der Aufstockung ist für die Bemessung maßgebend.
System
Schnittgrößen
Ag,, = B , , = V,,, = 0,5 . 2,01 . 4,52 = 4 3 4 kN
Aqtk= Bq,, = Vq., = 0,5 . 3,11 . 4,52 = 7,03 kN
Mg., = 0,125 . 2,Ol . 4,522 = 5,13 kNm
M%, = 0,125 . 3,11 . 4,52* = 7,94 kNm
Biegung
Schub
Durchbiegung
ständige Einwirkungen
N , , = 0,55 . 4,52' = 11,2 kN
N 2 , = N , , = 1,78 . 4,52' = 36,4 kN
N I , + N 2 , = 11,2 + 36,4 = 47,6 kN
Veränderliche Einwirkungen
N I , = 0,751 . 4,522 = 15,3 kN
N , , = N , , = 2,75 . 4,52' = 56,2 kN
Lastkombinationen
Kombinationsbeiwerte Schnee
Verkehrslast
Knicknachweis in Stützenmitte
Die Stützen mit Belastung aus Windverbänden werden hier nicht behandelt.
Anschluß Unterzug-Stütze
Fußpunkt
0,126
AD, = 6,57 = 10,9 kN
4 . 0,126~+ 4 . 0,056~
Resultierende Diibelkraft:
ol = arctan (4 I 12) = 18,4"
D, = 10,9 sin 18,4" = 3,44 kN
D, = 10,9 cos 18,4" = 10,3 kN
D, = 3,44 + 4,32 = 7,76 kN
D, = = 10,3 kN
ß = arctan (7,76 / 10,3) = 37,0°
R, = min
1 1.1 . 17,4 . 70 . 16
1 2 +
. 179000
17.4 . 16 . 7@
- 1 10-3 = 1 2 , j k~
R, = min
I 1,l . 14,3 . 70 . 16 4 . 179000
14,3 . 16 . 70'
- 1 10" = ll,O kN
Zusammenfassung
Die Berechnungen beschränken sich auf das Wesentliche. Lediglich der maßgebende
Balken, Unterzug und die maßgebende Stütze wurden behandelt. Wind- und
horizontale Kräfte wurden vernachlässigt. Sie beeinflussen die Bemessung eines
Bauwerkes dieses Typs mit geringer Höhe in der Regel nicht.
Einleitung
Da die Erarbeitung von Eurocode 5 Teil 2 "Brücken" noch nicht abgeschlossen
ist, befaßt sich dieses Kapitel nicht mit der Bemessung nach EC5. Es werden
generelle Hinweise zur Planung und Konstruktion von zeitgemässen Holzbrücken
gegeben. Zudem werden technisch .interessante und bedeutende Holzbrücken
vorgestellt.
Eine der ältesten, heute noch stehenden Holzbrücken ist die Kapellbrücke über
die Reuss in Luzem (Schweiz). Sie wurde 1333 erstellt und im Verlaufe der
Jahrhunderte mehrmals umgebaut und erneuert. Die ursprüngliche Gesamtlänge
von 285 m wurde im 19. Jahrhundert auf 222 m verkürzt. Die gedeckte Brücke
ruht auf 27 Pfahljochen, die meisten davon aus Eichenholz. 1993 wurde die
Kapellbrücke ein Raub der Flammen, welche die Konstruktion größtenteils
zerstörte.
1755 - 1758 erbaute der Baumeister Hans Ulrich Grubenmann die viel beachtete
Rheinbrücke bei Schaffhausen (Schweiz). Bei der Auftragserteilung stellte der
Rat Grubenmann allerdings eine Bedingung: Er mußte den von der alten,
eingestürzten Brücke stehengebliebenen Mittelpfeiler für seine neue Brücke
mitbenützen, dies sehr zum Mißfallen Grubenmann's. Die ausgeführte Brücke
bestand aus zwei Sprengwerken, die sich von den Widerlagern zum mittleren
Pfeiler spannten. Dann aber baute Grubenmann noch ein drittes Hängewerk ein,
das den ganzen Fluß mit einer Spannweite von Ca. 119 m überbrückte.
Verschiedene Zeitgenossen berichten, daß Grubenmann bei der Brückenabnahme
die Unterlagshölzer auf dem Mittelpfeiler wegscfilug, so daß sich die Brücke in
einer einzigen Offnung über den Rhein spannte.
Abb. 5 Hängebrücke bei Brail (1910). Sie diente fur Materialtransporte zu einer
Tunnelbaustelle. Spannweite 168 m, 60 m über dem Inn.
In den letzten Jahren ist eine eigentliche Renaissance des Holzbrückenbaus fest-
zustellen. Das wiedererwachte Interesse breiter Bevölkerungskreise arn einheimi-
schen, ökologischen Rohstoff dürfte den Grundstein dazu gelegt haben. Zudem
haben neue Technologien im Bereich der Verbindungstechnik sowie Entwick-
lungen von neuen, leistungsfähigen Holzwerkstoffen dazu geführt, daß heute
vermehrt innovative, leistungsfähige und dauerhafte Brückenprojekte in Holzbau-
weise realisiert werden können.
Die Wahl des optimalen statischen Systems einer Brückenkonstruktion hängt von
verschiedenen Randbedingungen ab. Wesentliche Kriterien sind:
- Topografische Lage - Spannweite
- Belastungsannahmen - Lichtraumprofil
- Fundationsverhältnisse - Architektonische Gestaltung
Holzschutz
Die Ursache von Schäden an Holzbrücken ist eigentlich immer im vernach-
lässigten Holzschutz zu suchen. Es ist deshalb von ausschlaggebender
Bedeutung, die Elemente eines umfassenden Holzschutzkonzeptes bei der
Planung und Ausführung zu berücksichtigen.
Holzschutzkonzept
Im geschlossenen Kreislauf der Natur wird die Holzsubstanz abgebaut, sofern sie
dauernd feucht bleibt. Es gilt daher in erster Linie dafür zu sorgen, das Holz
trocken zu halten. Dadurch kann wesentlich zur Erhaltung der Tragfähigkeit
sowie der Funktionsfähigkeit der Brücke für ihre geplante Lebensdauer
beigetragen werden. Diese Ziele sind mit einem umfassenden Holzschutzkonzept
zu erreichen, das aus den folgenden Elementen besteht:
Chemischer Holzschutz
Um einen optimalen chemischen Schutz von Massiv- und Brettschichtholz zu
erreichen ist in der Regel die Salzimprägnierung (CKB,CKF) zu wählen.
Dadurch wird eine dauerhafte Schutzwirkung gegen holzzerstörende Pilze, sowie
eine gute Schutzwirkung gegen photocfiemischen Holzabbau erreicht.
Fahrbahnplatte
Die Fahrbahn kann je nach Anordnung der Bohlen oder Platten als offene oder
geschlossene Konstruktion ausgebildet werden. Sie übernimmt im wesentlichen
zwei Hauptaufgaben:
Tragfunktion
Aus statischer Sicht hat sie vor allem die Funktion der Lastverteilung (Radlasten)
sowie der Lastabtragung auf das Haupttragsystem zu erfüllen. Bei scheibenartiger
Ausbildung kann die Fahrbahn zudem als stabilisierendes Element, sowie zur
Aufnahme von horizontalen Lasten benützt werden.
Schutgunktion
Insbesondere der Belag hat die Aufgabe, die Tragstruktur vor Feuchtigkeit und
mechanischer Beanspruchung durch den Verkehr zu schützen. Bei geschlossenen
Fahrbahnen wird dadurch ein effizienter und dauerhafter Holzschutz erreicht.
Schon in den vierziger Jahren wurden in den USA und Kanada Fahrbahnplatten
aus Holz hergestellt. Hochkant gestellte Bretter sind untereinander und mit den
darunterliegenden Trägern vernagelt worden. Später wurden dazu verleimte
Platten eingesetzt, die mit Schubdübeln miteinander verbunden wurden. Von der
ETH Zürich wurden diese Ideen aufgenommen und zur sogenannten QS-Platten-
bauweise weiterentwickelt. Heute steht eine breite Palette von Fahrbahnkon-
struktionen aus Rundholz, Massivholz, Brettschichtholz sowie Holzwerkstoff-
platten, auch in Kombination mit Stahlbeton, zur Verfügung.
QS-Holzplatten
Die QS-Holzplatte wird aus hochkant gestellten Brettern aufgebaut und mit
Spannstählen quer vorgespannt. Dadurch kann - trotz geringer Steifigkeit des
Holzes senkrecht zur Faser - eine Plattenwirkung erzielt werden. Zur Einleitung
der Vorspannkräfte in die Platte werden Randglieder aus Hartholz (Eiche, Buche)
verwendet. Die QS-Platte wird als verleimte und unverleimte Konstruktion
ausgeführt.
Unverleimte Platte
Die Schubübertragung in Quenichtung erfolgt dar& der Vorspannung über
Reibung zwischen den Brettern. Dies ergibt eine äußerst einfache Bauart. Die
Bretter können je nach Einsatzgebiet und Anforderung mit oder ohne chemischen
Holzschutz ausgeführt werden.
Verleimte Platte
Durch Verleimen von Brettern können Holzplatten mit großen Abmessungen
hergestellt werden. Die Quervorspannung hat hier die Aufgabe, die Rißbildung
infolge Querbiegemomente im Gebrauchszustand zu verhindern.
Infolge Schwinden und Kriechen nimmt die Vorspannkraft mit der Zeit ab.
Messungen an ausgeführten Brücken zeigen aber, daß die Vorspanrkraft lange
Zeit auf einem genügenden Niveau gehalten werden kann. Bei Bedarf kann
nachgespannt werden. Die Vorspannung führt sowohl bei der verleimten wie
Als Ersatz der 1885 erbauten Holzbrücke wurde an gleicher Stelle erneut eine
Holzbrücke errichtet. Das Erscheinungsbild der neuen Brücke folgt den Prinzipi-
Der Brettschichtholzbogen überspannt den Fluß mit einer Spannweite von 30,60
m. Die Fahrbahnbreite mißt 6,50 m, die lichte Höhe beträgt 5,00 m. Der seitliche
Gehweg ist 1,50 m breit.
Die lotrechten Lasten werden von der Fahrbahnplatte über Querträger und
Hänger zu den beiden Bogen übergeleitet. Windkräfte quer zur Brücke werden
sowohl von der steifen Fahrbahnplatte als auch von dem oberen Windverband
übernommen und an die Widerlager bzw. Portalrahmen abgegeben. Bremskräfte
gehen über die Fahrbahnplatte direkt auf die Widerlager.
Montage
Aus Transportgründen ist der Bogen in der Mitte gestoßen. Die Verbindung
zwischen den Bogenhälften und zwischen Bogen und Zugband erfolgen über im
Hirnholz eingenuteten Stahlblechen mit Paßbolzen aus hochfestem Stahl. Die
Fahrbahn wurde in drei Teilen von 2,20 m Breite und 30,60 m Länge angeliefert
und auf der Baustelle zu einer Einheit verleimt.
Abb. 12 Bauphase.
Montage
Bei den Gelenkstellen der Hauptträger wurden provisorische Montagetürme
erstellt, bevor die einzelnen Teilstücke mit Autokranen eingebaut wurden. Die
Querbalken mit den Geländerpfosten wurden in der Werkstatt zu U-Elementen
vorgefertigt. Die Montage der Träger, der Fahrbahn und der Geländerpfosten
dauerte vier Tage. Die seitliche Verschalung erfolgte mit einem fahrbaren
Gerüst, welches auf der Brücke montiert war.
Materialien
Massivholz (FichteiTanne) 22 m3
Brettschichtholz 98 m3
Fumierschichtholz 16 m3
Seitliche Verkleidungen (Lärche) 306 m2
Das Projekt stand im Wettbewerb mit Stahl und Beton. Die Lage der beiden
Betonpfeiler war durch die Topografie sowie durch wasserbauliche Gegeben-
heiten bestimmt. Dies ergab Spannweiten von 27 m, 54 m und 27 m bei einer
Gesamtlänge von 108 m. Auf den eingespannten Stützen ist der Brückenüberbau
mit je zwei Betonscheiben von 1,2015,20 m seitlich gehalten. Das Haupttragwerk
bilden zwei über drei Felder laufende parallelgurtige Fachwerke mit vouten-
artigen Ausbildungen über den Auflagern. Die Fachwerkträger bestehen aus je
einem Ober- und Untergurt (2001700 mm) sowie Druck- und Zugdiagonalen aus
Brettschichtholz (2401360 mm) verstärkt mit seitlich aufgeleimten
Furnierschichtholz-Laschen (21631400 mm). Die Zug- und Druckpfosten sind aus
Massiv- und Brettschichtholz ausgeführt. Vorgegeben war ein Lichtraumprofil
von 3,50 m Breite und 2,50 m Höhe, der Achsabstand der Hauptträger liegt bei
4,40 m, die statische Höhe beträgt 2,94 m. Im Abstand von 6,75 m verbinden
jeweils Querträger die beiden Hauptträger in der Bodenebene. Zusammen mit
den gekreuzt angeordneten Stahl-Zugstangen in der Bodenebene bilden sie den
horizontalen Windverband. Die Kräfte werden über die Widerlager und
Pfeilerköpfe abgegeben. Die Stabilisierung der Dachebene erfolgt über eine
Rahmenkonstruktion aus Fachwerkpfosten und Dachbindern.
Montage
Im Flußbett war reichlich Platz für die Montagearbeiten vorhanden, jedoch war
dieser Bereich stark durch Hochwasser gefährdet. Die Fahrbahnplatte, bestehend
aus Fachwerkunterguten, Querträgern, Koppelpfetten und Stahlzugstangen, wurde
in 36 m langen Elementen vorgefertigt. Mit einem Autokran wurden die 13
Tonnen schweren Teile in Position gebracht. Unter den im Mittelfeld
auskragenden Untergurtenden wurden provisorische Stützen aus je drei
Baumstämmen eingebaut. Das Mittelteil wurde anschließend mit Hilfe von
Stahllaschen und Rillennägeln fixiert. Der restliche Brückenkörper wurde von
der als Gerüst dienenden Fahrbahnplatte aus errichtet.
Materialien
Brettschichtholz 95 m3
Kantholz 51 m3
Furnierschichtholz 18 m3
Fahrbahnbohlen (Lärche) 27 m3
Brüstungen (Lärche) 1150 m2
Stahlteile 7000 kg
Abb. 19 Innenansicht.
Montage
Der Zusammenbau der kompletten Brücke erfolgte in der Werkstatt. Der
Transport und die Montage der 10 Tonnen schweren Konstruktion geschah
nachts.
Materialien
Brettschichtholz (Weisstanne) 12 rn3
Massivholz (Weisstanne) 3,6 m3
Bohlenbelag (Lärche) 3,6 m3
Schalung (Fichte) 61 m2
Montage
Die Brücke wurde in der Werkstatt komplett vorgefertigt und mit einem
Lastwagenkran in kurzer Zeit montiert.
Für den Stra.ßenverkehr war eine freie Durchfahrtshöhe von 4,80 m gefordert.
Die Spannweite des Steges liegt bei 24 m, die Breite bei 2,50 m. Die Randbe-
dingungen führten zu einer abgehängten Rundholzkonstruktion mit schrägem Py-
lon und diagonalen Seilabspannungen. Bergseitig konnten die der Straße entlang
laufenden Betonpfahle der Stützmauer als Widerlager und für die Verankerung
der Abspannkabel verwendet werden. Die talseitige Zufahrtsrampe ist aus ein-
fachen Balken mit einer Spannweite von 5,O m zusammengesetzt. Die eigentliche
Brücke ist ebenfalls aus einfachen Balken gefertigt, welche alle 4,35 bzw. 5,10
m auf Querträgem ruhen. Diese sind ihrerseits an den Schrägseilen aufgehängt.
Montage
Der Verkehr auf der Nationalstraße durfte durch die Montage nicht beein-
trächtigt werden. Der Aufbau erfolgte etappenweise: Aufbau der Zufahrtsrampe,
Montage des Pylonen und Einbau der bergseitigen Abspannkabel, Einbau der
fünf Teilelemente des Steges vom bergseitigen Widerlager her.
Materialien
Rundholz (Fichte) 30 m3
Bohlenbelag (Lärche) 12 m3
Stahlteile 2500 kg
Montage
Die Brücke wurde am einen Ufer fertig montiert. Danach wurde sie über das
Widerlager hinaus auf ein schwimmendes Floß vorgeschoben, bis der
Brückenkopf das andere Auflager ereichte.
Materialien
Brettschichtholz (Fichte) 296 m3
Bohlen (Kiefer) 10 m3
Stahlteile 20000 kg
Abb. 30 Innenansicht.
Montage
Aus Transportgründen wurden die Längsträger in vier, der Bogen in zwei
Einzelteilen angeliefert. Auf der Baustelle erfolgte zuerst der Zusammenbau der
insgesamt acht identischen Halbbogenelemente, bestehend aus einem halben
Bogen, der gegen die Brückenmitte geneigten V-Stützenhi4lfte, einem
Längsträger sowie der Aufständerungen. Mit Autokranen wurden die 21 Tonnen
schweren Elemente von beiden Seiten positioniert und miteinander verbunden.
Anschließend erfolgte der Einbau der Randelemente, welche das Widerlager bis
zur V-Stütze überbrücken.
Materialien
Brettschichtholz (Lärche) 300 m3
Stahl 69000 kg
Stahlbeton für Fahrbahnplatte 180 m3
Bruikenlangc X i iri
--
Abb. 33 Systemskizze.
Die Vorgabe, die Brücke solle sich harmonisch in die reizvolle Landschaft
einfügen, sowie die von der Schifffahrt notwendige lichte Höhe, führte zu einer
niedrigen aber auch so schlank wie möglichen Konstruktion. Die gewählte Form
ergab sich aus der Absicht, eine Spannbandkonstruktion zu entwickeln, die
weitgehend einer Seillinie folgend, durch vertikale Gleichlast hauptsäct-ilich auf
Zug beansprucht wird. Es ist dies die erste Holzbrückenkonstruktion, die in Form
eines Zugbandes eine derartige Strecke überbrückt.
Montage
Die Zugträger aus Brettschichtholz wurden im Werk in Einzelteilen mit Längen
von 32 m bis 43,s m vorgefertigt. Auf der Baustelle wurden sie durch verleimte
Keilzinkenstöße verbunden, als Witterungsschutz wurde ein klimatisiertes
Schutzzelt errichtet. Für die Montage wurden Hilfsgerüste erstellt.
Materialien
Brettschichtholz (Fichte) 320 m3
Kanthölzer (Lärche) 20 m3
Diagonalschalung (Fichte) 1330 m2
Gehbelag (Bongossi) 665 m2
3,:: - ~ 1 , 2 7 - /
Abb. 36 Brückenquerschnitt.
Montage
Der biegesteife Stoß der Bogenhälften erfolgte im Scheitel mittels profilierten,
80 mm dicken Stahlplatten. Diese greifen fingerzinkenartig ineinander .und sind
mit 20 mm-Bolzen über die gesamte Querschnittshöhe paßgenau arretiert. Der
zug- und druckfeste Anschluß der Stahlplatten an das Hirnholz der Brettschicht-
holzbögen erfolgte mit dem oben beschriebenen Ankersystem.
Qualitätssicherung
Bereits im Vorprojekt verlangte die Bauherrschaft einen Nutzungs- und
Materialien
Brettschichtholz 180 m3
Furniersperrholz 15 m3
Verschalungen (Lärche) 500 m2
Stahlteile inkl. Anker 11000 kg
Die Hauptträger laufen über drei gleich lange Felder von je 30 m. Sie sind als
Gerberträger in Brettschichtholz ausgebildet (20011419 mm), mit Vouten über
den Auflagern. Der Windverband ist in der Bodenebene angeordnet. Er ist als
liegender Stegträger, bestehend aus 45 bis 63 mm starken Furnierschichtholz-
Platten und Gurten aus Schnittholz ausgebildet. Die Querrahmen bestehen aus
Zangen, Stützen und Bügen. Sie sind im Abstand von 2,45 m auf die Hauptträ-
ger montiert. Sie tragen das Dach und dienen als Aussteifung des Brückenkör-
pers. Die tragende Holzstruktur ist an den witterungsempfindlichen Stellen seit-
lich mit Holzwerkstoffplatten verkleidet und damit vor Feuchtigkeit geschützt.
Eine traditionelle gedeckte Holzbrücke erschien für diese Bauaufgabe ungeeignet.
Die gewählte Architektur erinnert an pavillionartige Ausstellungsbauten oder
Aussichtstürme. Das Bauwerk wirkt filigran und nicht als optische Talsperre.
Wegen der hohen Korrosionsgefahr wurde ein Tragwerk mit möglichst wenig
Eisenteilen gewählt. Die geschweißten Eisenteile wurden feuerverziilkt, für die
wetterexponierten Anschlüsse wurde das tausalzbeständige Gußeisen verwendet.
Alle Eisenteile haben zusätzlich einen Schutzanstrich erhalten.
Montage
Die Pfeiler und Treppentürme wurden betoniert. Der Brückenkörper aus Holz
wurde in drei Teilen am Boden neben der Autobahn zusammengebaut. Das
Versetzen der bis zu 43 m langen und 35 Tonnen schweren Teile erfolgte über
Nacht mit zwei Autokranen.
Abb. 44 Innenansicht.
Zusammenfassung
Der Holzbrückenbau erlebt in Mitteleuropa seit gut einem Jahrzehnt eine
Renaissance. Ingenieure, Architekten und auch Bauherren haben diese
traditionelle Bauweise wiederentdeckt. Die Entwicklung neuer Verbindungs-
mittel sowie leistungsfähiger Holzwerkstoffe erlauben innovative, gestalterisch
anspruchsvolle und damit zeitgemässe Brückenprojekte. Der moderne
Holzbrückenbau ist zu weit mehr als einer Alternative zum Massivbau geworden.
Zahlreiche Bauten der letzten Jahre zeigen dies eindrucksvoll, sowohl beim
Ersatz alter Brücken wie auch bei Neubauten.
Literatur
Folgende Fachartikel sind erschienen im Tagungsband "Brücken und Stege aus
Holz". Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung / LIGNUM,
Zürich, 1989:
- Natterer, J. und Merz, K. (1989). Beschrieb Holztragwerk Brücke über die Simme
zwischen Reutigen und Wimmis, p. 97-108.
Brüninghoff, H. (1993). The Essing Timber Bridge. Structural Engineering International. Journal of
the International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE), Zürich.
Brüninghoff, H., Samuel, S., Rampf, G., Heimeshoff, B. und Sengler, D. (1992). Brücken: Planung
- Konstruktion - Berechnung. Entwicklungsgemeinschaft Holzbau (EGH) in der Deutschen
Gesellschaft für Holzforschung, München.
Fischer, J., Graf, E., Richter, S., Sell, J. (1995). EMPAILIGNUM-Richtlinie Holzschutz im
Bauwesen. Lignatec 111995. LIGNUM, Zürich.
Gehri, E. (1985). Bedeutung von Holzwerkstoffen hoher Festigkeit für die Querträger-Ausbildung
von Strassenbrücken. Xylorama, Tendenzen in der Holzforschung. Birkhäuser Verlag, Basel.
Gehn, E. (1985). Holzbrücken für Feld- und Waldstrassen - Die QS Holzplattenbrücke. ETH,
Zürich.
Killer, J. (1985). Die Werke der Baumeister Gmbenmann. Birkhäuser Verlag, Basel.
Schickhofer, G. (1993). Eine Bogenbrücke über die Mur. Projektbeschreibung einer Strassenbrücke
der Brückenklasse 1 aus Lärchenbrettschichtholz. Holzforschung und Holzverwendung Nr. 211993,
Graz.
Stadelmann, W. (1990) Holzbrücken der Schweiz - ein Inventar. Verlag Bündner Monatsblatt,
Chur.
Unger, G. (1993). Neue Dimensionen durch Holzleimbau. Holz Kurier Nr. 2511993, Wien.
von Büren, Ch. (1985). Funktion und Form. Birkhäuser Verlag, Basel.
STEP ~ 1 8 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Der Beitrag behandelt den Hintergrund der Bemessung von Gründungen mit
J-W.G. van de Kuilen Holzpfählen. Es wird eine Einführung in die niederländischen Sortierregeln ge-
Delft University geben und die Bestimmung von charakteristischen Festigkeitswerten für Holz-
of Technology pfähle erläutert. Diese Werte können für Tragfähigkeitsnachweise verwendet
werden. Konstruktive Details für die in den Niederlanden verwendeten Holz-
pfahlgründungen werden vorgestellt.
Einleitung
Pfahlgründungen werden häufig eingesetzt, wenn die in üblicher Gründungstiefe
anstehende Bodenschicht nicht ausreichend tragfkhig ist. In solchen Fällen
können auch Holzpfahlgriindungen ausgefiihrt werden. Die Pfahllängen sind
unterschiedlich bis zu einer maximalen Länge von 23 m, die fur die meisten
Gegenden der Niederlanden auch für die zu erwarteten Lasten fast immer
ausreichen. Die Pfahle werden in den Untergrund gerammt, um die Bauwerks-
lasten in die tragfähigeren Bodenschichten einzuleiten. Die Pfähle weisen eine
natürliche Abholzigkeit auf, so daß der Durchmesser von 300 m m am Pfahlkopf
direkt unterhalb des Bauwerks bis auf 110 bis 160 m m an der Pfahlspitze etwa
1,5 m unterhalb der Oberkante der tragfähigen Bodenschicht abnimmt. Einzel-
heiten von zwei in den Niederlanden verbreiteten Gründungsarten zeigt Abb. 1.
(4 (e)
Abb. I Zwei gebräuchliche Gründungsarten. ( U ) Scherblock, (b) Fundamentbalken,
( C ) ~ f a h l k o ~ (i d ) in Rotterdam übliche Art der Ausfuhrung, (e) in
Amsterdam übliche Art der Ausfuhrung.
Häufig ist bei den Bodenverhältnissen, fiir die Pfahlgründungen erforderlich sind,
mit Grundwasser zu rechnen. In solchen Fällen muß das obere Ende des Pfahls
mindestens 0,5 m unter dem niedrigsten zu erwartenden Grundwasser-spiegel
liegen. Nur dann ist der Pfahl wassergesättigt und vor Pilzbefall geschützt. Die
zur Zeit einsetzbaren Holzarten sind Fichte, Lärche und Douglasie. Kiefernholz
darf nicht verwendet werden, weil es wegen des hohen Splintholzanteils auch im
Grundwasser durch bakteriellen Befall gefährdet ist. Zur Verbindung des
Holzpfahls mit dem Bauwerk wird ein Betonpfahl als Zwischenstück eingebaut.
Abb. 2 zeigt ein Beispiel für diese Ausführung.
Diese Pfahlverlängerung überbrückt den Bereich zwischen dem Pfahl und dem
Gebäude und vermeidet dadurch, daß der Holzpfahl über den Grundwasser-
spiegel hinausreicht. Die maximale Länge dieser Pfahlverlängerung beträgt etwa
4 m bei einem Durchmesser zwischen 230 und 350 mm, wobei auch in
Sonderfällen geringere Durchmesser verfügbar sind. Der Bauablauf kann wie
folgt beschrieben werden. Der Holzpfahl wird in den Boden eingerammt. Vor
dem letzten Meter der Ramrnlänge wird die Pfahlverlängerung aus Beton
aufgesetzt und dann beide Pfahle bis zur erforderlichen Tiefe eingerammt. Die
Anordnung des Fundamentbalkens und die Rammvorrichtung sind in Abb. 3 und
4 zu sehen.
Abb. 3 Eine Pfahlverlängerung aus Beton ist auf den Holzpfahl aufgesetzt, der
zuvor eingerammt wurde.
Die Pfahlverlängerung wird mit dem Fundamentbalken oder der Bodenplatte des
Gebäudes verbunden. Abb. 5 zeigt die Verbindung zwischen den beiden
Konstruktionsteilen.
Die Tragfähigkeit sowohl der Holzpfähle unter Druckbeanspruchung als auch des
Baugrunds muß ermittelt werden, und es muß der Nachweis geführt werden, daß
diese Tragfähigkeiten mit ausreichendem Sicherheitsabstand höher sind als die
Bemessungswerte der Einwirkungen. Der Baugrund wird dabei in ähnlicher
Weise behandelt wie andere Baustoffe, wobei die Bemessungsregeln für den
Abb. 4 Rammvorrichtung.
Die Werte der Tabelle 1 gelten für den Einzelpfahl. Je nach der Anordnung am
Bauwerk können diese Werte erhöht werden. Geht man davon aus, daß eine
Pfahlgruppe unter einem Einzelfundament zusammenwirkt, dann wird sich die
Last umverteilen, wenn ein Pfahl versagt und seine Steifigkeit abfällt. Die
Lastverteilung auf die anderen Pfahle unter dem Fundament setzt voraus, daß die
Steifigkeit des Fundamentblocks groß genug ist. In diesem Fall wirken die
Pfähle als Parallelsystem und es kann bei der Bemessung ein Lastvertei-
lungsfaktor verwendet werden. Nach der niederländischen Norm NEN 6743
"Grundbau - Tragfähigkeitsberecfinung von Pfahlgründungen - Druckpfähle" ist
die Mindestanzahl von Pfählen drei, die unter einem Einzelfundament
zusammenwirken können. Für diese Mindestsituation ist ein Lastverteilungsfaktor
von 1,l ermittelt worden.
mit:
Ffoud;rn;rep ist der maximale charakteristische Wert für den Boden, ermittelt
anhand einer Drucksondierung,
Y~;P ist der Teilsicherheitsfaktor für das Material und beträgt 1,25 für den
Fall, daß die Festigkeit des Bodens anhand einer CPT ermittelt
worden ist.
wobei a eine Konstante für den betreffenden Boden und q, ein oberer Grenzwert
des Spitzenwiderstandes in N/mm2 ist.
Gebrauchstauglichkeitsnachweis
Für Bauwerke mit großer Steifigkeit müssen Verformungskriterien festgelegt
werden, und somit müssen die Verformungen des Pfahlkopfes ermittelt werden.
Wenn nicht alle Pfähle unter einem Gründungselement die gleiche Verformung
aufweisen, können Schäden am Gebäude auftreten. Wenn sich Türen nicht mehr
öffnen oder schließen lassen, bedeutet das einen noch relativ harmlosen Schaden
im Gegensatz zu Rissen im Mauerwerk, die zu einem Einsturz des Gebäudes
oder von Teilen des Gebäudes führen können. Da eine vollständige Darstellung
hier nicht möglich ist, sei auf die niederländische Norm NEN 6743 verwiesen.
Im Prinzip setzt sich die Verformung auf Geländehöhe aus zwei Anteilen
zusammen. Ein Anteil ergibt sich aus der elastischen Zusarnrnendrückung des
Pfahls und der Eindrückung der Pfahlspitze in den Boden. Für diesen Anteil
wird eine mittlere Kraft im Pfahl festgelegt, die vom Verhältnis zwischen der
Mantelreibungskraft und der Normalkraft an der Pfahlspitze abhängig ist. Der
zweite Anteil besteht aus der Absenkung des gesamten Pfahls infolge der
Setzung der Bodenschichten unter dem Pfahl.
Die Gründung in Abb. 6 wird als Beispiel erläutert. Die Pfahlspitze liegt 13,5 m
unter Geländeoberkante. Die vertikale Bemessungslast F, wirkt ständig und
beträgt 100 kN. Der Bemessungswert der Druckfestigkeit des Holzpfahls beträgt
7,5 N/mm2 (siehe Tabelle 1).
Die Tragkraft des Pfahls berechnet sich aus der Summe des Spitzenwiderstands
und der positiven Mantelreibung, die über eine Länge von 2,1 m wirkt. Der
mittlere Pfahldurchmesser in diesem Bereich beträgt 148 mm. Negative
Mantelreibung trete in diesem Beispiel keine auf. 5 = 0,8.
Zusammenfassung
- Holzpfähle stehen mit Längen bis zu 23 m zur Verfügung und sind eine
gute Alternative zu Betonpfählen.
- Drei Holzarten sind für Holzpfähle zulässig (Fichte, Douglasie, Lärche).
Bei wechselndem Grundwasserspiegel kommen dafür entwickelte
Verlängerungspfähle aus Beton zum Einsatz.
- Die charakteristische Druckfestigkeit von Holzpfählen wurde aus 95
Druckversuchen bestimmt und das Nachweisverfahren entsprechend EC5
entwickelt.
Literatur
NEN 5491:1991 Quality Requirements for Timber - Timber Piles.
Einleitung
Das Konstruieren von Bauwerken mit Rundhölzern ist eine der ältesten Bauarten.
Da Rundhölzer als Baumaterial ohne große Anstrengungen zu gewinnen sind,
wurde und wird mit diesem Material bereits in den sogenannten "primitiven"
Kulturen gebaut. Die Anwendungen reichen von der primitiven Ein-Mann-
Schutzhütte bis zu kunstvollen Pfahl- und Turmbauten. Bauwerke aus der
jüngeren Menschheitsgeschichte zeigen auch heute noch die Dauerhaftigkeit
solcher Konstruktionen. Als Beispiel sollen hier nur die berühmten norwegischen
Stabkirchen angeführt werden. Wegen des preiswerten Ausgangsmaterials, das
einen weiteren Preisvorteil durch den geringen Bearbeitungsaufwand erzielt,
werden Rundholzbauten für unterschiedliche Verwendungszwecke wieder zuneh-
mend eingesetzt.
Verwendungsbereiche
Den größten Verbreitungsgrad erreichen Rundholzbauten z. Zt. bei der Erstellung
landwirtschaftlich genutzter Gebäude. Dies hat mehrere Gründe:
- An Stall- und Schutzgebäuden, Maschinenhallen oder Bergehallen für
Emtegut werden keine hohen Anforderungen bezüglich der Winddichtig-
keit gestellt. Im Gegenteil wird beispielsweise bei Lagerhallen für Erntegut
eine Undichtigkeit erwünscht, U& ein Nachtrocknen der Früchte zu ermög-
lichen.
- Der große Raumbedarf landwirtschaftlicher Betriebe wird preiswert
gedeckt.
- Viele landwirtschaftliche Betriebe verfugen über kleine Waldflächen. Sie
können bei der Erstellung von Rundholzkonstruktionen ihren eigenen Roh-
stoff nutzen. Außer dem Fällen der Bäume, dem Entrinden von Hand oder
mit Handmaschinen und einigen wenigen Abschnitten mit der Kettensäge
fallen keine weiteren Bearbeitungsschritte an.
- Es werden von landwirtschaftlichen Organisationen Bauanleitungen
einschließlich statischer Nachweise und zugehörigen Verbindungsmitteln
für eine Reihe unterschiedlicher Gebäude, vom Maschinenschuppen bis
zum Großmelkstall, angeboten.
- Durch die einfachen Konstruktionen können die Bauwerke im Selbstbau
errichtet werden.
Materialeigenschaften
Durch den fehlenden ~ e i r b e i t u n ~ s ~des
a nEinschnitts
~ zu Kantholz weisen Bau-
rundhölzer eine hervorragende ökologische Bilanz auf. Der Einsatz von Primär-
energie wird minimiert, Rundholz wird allerdings generell entrindet, um das
Risiko eines Schädlingbefalls zu minimieren. Bei Ingenieurbauwerken oder aus
optischen Gründen werden die Rundhölzer teilweise weiter geschält, wie es auch
bei Freilandmasten der Fall ist, um einen gleichmäßigen Durchmesser und eine
gleichmäßige Oberfläche zu erhalten. Bei fehlender Weiterbearbeitung bleibt die
Tragfähigkeit voll erhalten.
Als Holzarten werden alle europäischen Nadelhölzer wie Fichte, Tanne, Kiefer,
Lärche und Douglasie verwendet. Soweit ein ausreichender baulicher Holzschutz
vorhanden ist, können Rundhölzer aus Holzarten höherer Resistenzklassen
(Lärche, Douglasie) auch ohne chemischen Holzschutz eingesetzt werden. Im
Regelfall, insbesondere bei unmittelbar ins Erdreich eingespannten Masten,
Das Vorgehen bei der Bemessung ist im nachfolgenden Beispiel dargestellt. Der
Nachweis der Bodenpressung aus vertikalen Druckkräften kann für eine Grund-
fläche mit dem Durchmesser d,, = d,, + 0,10 m geführt werden (Bezeichnungen
siehe Abb. 3). Um eine Bemessung des Holzmastes nach EC5 vornehmen zu
können, muß vorab die Knicklänge des Mastes bestimmt werden. Durch die
elastische Einspannung im Boden ist fur die Knicklänge ein Wert s, = ß 1 (ß >
2) zu ermitteln. Alternativ kann eine Berechnung der Schnittgrößen nach Theorie
11. Ordnung erfolgen. Da die Drehfedersteifigkeit des Gründungskörpers von der
tatsächlichen Verdrehung abhängig ist, ist ein iteratives Vorgehen bzw. eine
Abschätzung der zu erwartenden Mastkopfverschiebung notwendig.
Die Berechnung der Verdrehung des Gründungskörpers und damit die Knick-
länge kann mit 1,O-fachen Lasten unter Ansatz der jeweiligen national gültigen
Bodenkennwerte erfolgen. Erst nach der Ermittlung der Knicklänge wird das
Bemessungskonzept des EC5 angewendet. Das folgende Beispiel orientiert sich
an "DIN 18900: Holzmastenbauart - Berechnung und Ausführung", die Boden-
kennwerte für häufig auftretende Bodenklassifizierungen sind in Tabelle 1 ange-
geben. Sofern eine Einstufung in diese Bodenklassen nicht erfolgen kann, sind
Laborwerte in Übereinstimmung mit Nationalen oder Europäischen Regelungen
zu ermitteln.
räumlicher Erdwiderstandsbeiwert: h E
= 11,O
Sicherheitsfaktor: v y = vc = 0,35
(bei Verwendung von Bodenkenngrößen aus Laborversuchen ist V, = 0,25 einzu-
setzen)
Zulässige Horizontalkraft H,
= V, k, ( Y / 3) 9 h ph (t + (b db I 4))' + V, k, C' h E cos6 ( t + ( b db 14))'
Bedingung:
UK = U, + U,! Ih/75
UK = 7,6 + 33,l = 40,7 mm 1 3300175 = 44 mrn
UK = 40,3 mm > 40 mm (geschätzter Wert)
somit wird
ME = 14,9 + 0,0407 . 26,4 = 16,O kNm = 16,O kNrn
neuer Nachweis für Mastkopfverschiebung nicht erforderlich.
Nachweise
Oc.0,d = F,,, / A
Gm =M,/W
(oc,O,d kc fc.0,d) + ( G m 1 fm,& 5 190
Bodenpressung
db =db+lOOmm =500+100 = 600 mm
Ab =d;n/4 = 600' n/4 -
= 0,283 106 mm2
G , , = max F,,, Ab 5 fc,,
Nachweis erfolgt nach EC7 oder NAD
Verbindungen
Verbindungen sind bei Rundholzkonstruktionen schwieriger herzustellen, als bei
Konstruktionen aus Schnittholz. Sehr häufig können die Rundhölzer nur mit
Kettensägen bearbeitet werden. Im besonderen ist darauf zu achten, daß die
Verbindungsmittel auch in der vollen, rechnerisch angesetzten Länge wirksam
sein können. Um dies zu gewährleisten, und um 2.B. bei der ¿ibertragung von
Druckkräften durch Kontaktstöße die Bemessungswerte der Spannungen recht-
winklig zur Faser nicht zu überschreiten, werden die Rundhölzer im Anschlußbe-
reich eingeschnitten. Soweit keine großen Kräfte übertragen werden müssen oder
nur eine Lagesicherung erforderlich ist, werden Stahlblechformteile oder dünne
Flachstahlbänder verwendet. Spezielle Stahlblechformteile für Rundhölzer unter-
schiedlicher Durchmesser werden im Handel angeboten. Soweit diese Formteile
nur zur Lagesicherung oder zur Übertragung von Zugkräften dienen und der
Kraftfluß im Formteil eindeutig ist, kann die Berechnung entsprechend EC5
erfolgen. Für Stahlblechformteile, deren Tragverhalten Balkenschuhen ähnlich
ist, ist derzeit kein Bemessungsverfahren verfügbar. Solche Bauteile müssen nach
einer Zulassung (Europäische Technische Zulassung oder Nationale Technische
Zulassung) bemessen werden.
Wenn die Einspannung der Holzmasten zur Aufnahme der horizontalen Kräfte
nicht ausreicht oder zusätzliche Aussteifungen zur Verringerung der Knicklänge
der Masten angeordnet werden müssen, können zusätzliche schräge Diagonalen
eingebaut werden, vgl. Abb. 7.
Zusammenfassung
Rundholzbauweisen erlauben preiswerte Gebäude, vorzugsweise für die Land-
wirtschaft, aber auch bei vielen anderen Anwendungsgebieten. Bei Holzmasten-
konstruktionen beträgt die Kostenreduzierung bis zu 45%. Wegen des geringen
erforderlichen Energieeinsatzes zur Bearbeitung weisen Rundholzbauwerke eine
besonders gute ökologische Bilanz auf. Es können die meisten Europäischen
Nadelhölzer eingesetzt werden. Bei unmittelbar in das Erdreich eingespannten
Stützen ist jedenfalls eine vorbeugende chemische Schutzbehandlung erforder-
lich. Besondere Bemessungsregeln für Rundholzbauwerke sind im Europäischen
Normenwerk bisher noch nicht enthalten.
Literatur
Dröge, G. (1986). Holzmastenbauart. Kap. 20 aus Holzbau Taschenbuch, 8. Auflage, Band 1:
Grundlagen, Entwurf und Konstruktion. Verlag Ernst & Sohn, Berlin, Deutschland.
Merk (1990). Werkzeichnung der Merk Holzbau GmbH & Co, Aichach, für das Bauvorhaben
Freilandhalle Obernach, Fußpunkt - Ausbildung, Aichach.
STEP ~ 2 0 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Zunächst wird das Konzept dreidimensionaler Tragwerke eingeführt und ihre Vorteile
J.C. Chilton gegenüber ebenen Tragwerken wie Biegeträger, Bögen und Fachwerken erläutert.
University of Nottingham Für räumliche Rahmen wird dies am Beispiel der Lastverteilung zwischen zwei
Biegeträgern dargestellt, die sich rechtwinklig kreuzen und in Trägerrnitte rniteinan-
der verbunden sind. Der Einfluß des Spai~nweitenverhältnissesder beiden Träger
sowie der Anzahl und Lage der Auflager auf die Lastverteilung wird untersucht.
Verschiedene Arten ein- bzw- doppellagiger Trägerroste werden beschrieben. Die
hohe Tragfähigkeit von Kuppeln, die sich aus ihrem dreidimensionalen statischen
System ergibt, wird erklärt. Beispiele verschiedener Kuppelgeometrien wie Schwed-
lerkuppel, geodätische Kuppel, Lamellenkuppel oder Rippenkuppel werden vorge-
stellt und der Zusammenhang zwischen Kuppelgeometrie und den entsprechenden
Polyedergrundfonnen erklärt.
Einleitung
Einfache Biegeträger und Fachwerke sind ebene Tragwerke, die sämtliche Lasten
(einschließlich eventuell auftretender schwerer Punktlasten) linear zu den beiden
Endauflagern hin abtragen. Werden diese ebenen Tragwerke jedoch mit rechtwinklig
zu ihrer Achse verlaufenden Bauteilen verbunden, entsteht ein wirksames, dreidi-
mensionales Lastverteilungssystem, das dafür sorgt, daß jede beliebige auf das
Tragwerk einwirkende Last von sämtlichen Bauteilen gemeinsam abgetragen wird.
Besteht ein solches dreidimensional wirkendes Tragwerk aus Biegeträgem, wird es
als einlagiger Trägerrost bezeichnet, ist es aus Fachwerken aufgebaut, bezeichnet
man es als doppellagigen Trägerrost, räumlicher Rahmen oder als Raumfachwerk.
In ähnlicher Weise verteilt eine dreidimensionale Kuppel einwirkende Lasten
wesentlich effizienter als ein einzelner Bogen. Das Verhalten dieser Tragwerke wird
nachfolgend noch ausführlicher beschrieben.
Die Vorteile von Kuppeln als wirksame, dreidimensionale Tragwerke ist seit der
Antike bekannt, wie das Beispiel des Pantheons in Rom (erbaut 118 bis 128 nach
Chr.) zeigt, dessen Kuppel eine Spannweite von 43 m aufweist. Es gibt auch einige
Beispiele für historische Kuppelkonstmktionen aus Holz, wie z.B. die äußere
Kuppel von St. Paul's Cathedral in London (1705 bis 1708) und die von St. Markus
in Venedig (Umbau im 13. Jahrhundert), obwohl diese keine reinen Holzkonstrukti-
onen darstellen, sondern die Lasten zusammen mit Mauerwerkskuppeln abtragen.
Dagegen stellen räurnliche Rahmen eine viel jüngere Bauart dar. Als Erfinder dieser
Tragwerksart wird Alexander Graham Bell angesehen, der vor allem wegen seiner
Erfindung des Telefons bekannt ist, und der um 1900 viele experimentelle Rahmen-
tragwerke emchtete. Eine weite Verbreitung von Rahmentragwerken fand jedoch
Rasterfomen
Die obere und untere Lage von Raumfachwerken sind meist in einem regelmäßigen
Raster angeordnet, um die Anzahl der Stäbe mit unterschiedlichen Längen zu
begrenzen. Es gibt nur drei verschiedene regelmäßige Vielecke, nämlich das gleich-
seitige Dreieck, das Quadrat und das Sechseck, mit denen sich durch Aneinanderrei-
hen eine Fläche bilden läßt. Diese drei Formen sind daher auch die am meisten
vorkommenden Rasterformen für Raumfachwerke. In quadratischen Rastern verlau-
fen die Stäbe entlang der Rasterlinien meist rechtwinklig zueinander und zwar
entweder parallel zu den Rändern oder unter 45". In ebenen Rasterformen, die aus
Dreiecken oder Sechsecken aufgebaut sind, sind die Stäbe in drei Hauptrichtungen
angeordnet. Durch die Kombination verschiedener regelmäßiger Vielecke oder durch
die Kombination mit anderen Polygonformen (z.B. Dreiecke mit Quadraten, Drei-
ecke mit Sechsecken, Quadrate mit Achtecken) lassen sich auch komplexere Raster-
formen erzeugen.
Da die Stäbe in der unteren Lage in der Regel auf Zug beansprucht werden und
daher nicht knickgefährdet sind, können sie länger sein als die druckbeanspruchten
Stäbe der oberen Lage. Dies ermöglicht ein offeneres, weniger dichtes Raster in der
unteren Lage. Die Wahl der Rasterform und des Abstands der beiden Lagen
beeinflußt die Wirtschaftlichkeit des Raumfachwerks, da bei einem engen Raster
mehr Knoten notwendig sind, während bei größeren Abständen größere Querschnitte
für die knickgefährdeten Druckstäbe notwendig werden.
Kuppeln
Kuppeln sind besonders geeignet, um kreisförrnige oder polygonale Grundrisse zu
überspannen. Kuppeln aus einem kontinuierlichen Material wie 2.B. Stahlbeton sind
doppeltgekrümmte Schalen. Auch Kuppeln mit Rippen aus Holz können als Schalen
wirken, wenn die Schalung Kräfte in verschiedenen Richtungen übertragen kann
und mit den Rippen wirksam verbunden ist. Dieser Beitrag beschränkt sich jedoch
auf Kuppeln ohne mitwirkende Beplankung. Schalen aus Holz werden in STEP E21
behandelt.
Wenn die Form eines ebenen Bogentragwerks sorgfältig auf die erwarteten Last-
kombinationen abgestimmt wird, treten überwiegend Druckkräfte und kaum Biege-
momente als Schnittgrößen auf. Allerdings neigen Bögen zum Ausknicken aus der
Bogenebene und benötigen daher wie viele andere druckbeanspruchte Bauteile seitli-
che Abstützungen in bestimmten Abständen. In einem Kuppeltragwerk mit radial
angeordneten Bogenrippen läßt sich durch die Anordnung von Meridianrippen und
Diagonalstäben zwischen den Bögen eine dreidimensionale Form erzeugen, die un-
empfindlich gegen Stabilitätsversagen ist. In ähnlicher Weise stellt die gekrümmte
Form einer geodätischen Kuppel mit Dreiecksraster eine stabile Tragwerksfonn dar,
in der die Einzelstäbe entweder auf Zug oder Druck beansprucht werden.
Bauteilbemessung
In kleineren räumlichen Tragwerken können Bauteile aus Vollholz verwendet
werden; für größere Konstruktionen wird in der Regel Brettschichtholz oder
Furnierschichtholz eingesetzt. Da die Herstellung von biegesteifen Verbindungen
zwischen Holzbauteilen schwierig und damit teuer ist, wird bei der Bemessung oft
von gelenkigen Verbindungen zwischen den einzelnen Stäben ausgegangen. Diese
Stäbe werden daher vor allem durch Normalkrafte beansprucht, Biegemomente
treten lediglich als Folge direkter Belastung durch die Dacheindeckung auf. Geeig-
nete Querschnitte insbesondere für druckbeanspruchte Stäbe sind daher kreisförmige
oder quadratische Formen. Nach dem Nachweis der Stabilität des gesamten Trag-
werks können dann die einzelnen Bauteile für die kombinierte Beanspruchung aus
Biegemoment und Normalkraft nachgewiesen werden.
Verbindungen
Die Verbindungen zwischen den Stäben eines räumlichen Holztragwerks bestehen
in der Regel aus Stahlteilen, die so konstruiert sein sollten, daß sie große Normal-
kräfte übertragen können, ohne zusätzliche Exzentrizitäten zu erzeugen, die Zusatz-
momente in den Stäben verursachen. Die Stahlteile werden oft als Knotenbleche in
vorgefräste Schlitze in die Enden der zu verbindenden Stäbe eingeschoben und über
Stabdübel mit dem Holz verbunden. Diese Verbindungen können für die jeweilige
Aufgabe durch den Tragwerksplaner entworfen werden; es gibt jedoch auch einige
patentierte Systeme verschiedener Hersteller.
Konstruktionsdetails
Dreidimensionale Tragwerke sind besonders empfindlich gegenüber Ungenauig-
keiten in den Abmessungen der einzelnen Bauteile. In Dachkonstruktionen, die als
räumliche Fachwerke größere Spannweiten überdecken, wird eine Überhöhung zur
Regenwasserableitung oft dadurch erreicht, daß die Stäbe in der unteren Lage ein
wenig kürzer als die in der oberen Lage hergestellt werden. Eine genaue Einhaltung
der erforderlichen Stablängen bei der Herstellung ist dafür äußerst wichtig;
anderenfalls müssen die Knoten selbst eine Justiermöglichkeit enthalten.
Neuere Beispiele für hölzerne Kuppeln mit großen Spannweiten sind die Kuppel in
der Northem Michigan University in Marquette mit 162,5 m Spannweite und einer
Holzschalung bzw. die Izumo-Kuppel in Japan mit einer Spannweite von 140,7 m
und einer Abdeckung aus teflonbeschichtetem Gewebe.
Zusammenfassung
- Raumtragwerke und Kuppeln aus Holz stellen effektive dreidimensionale
Konstruktionen mit geringem Eigengewicht dar, die sehr gut für mittlere bis
große Spannweiten geeignet sind.
- In Raumfachwerken und einigen Kuppelbauarten besteht das Tragwerk aus
kurzen Einzelstäben, die über Verbindungen mit Stahlelementen zu Konstruk-
tionen mit großen Spannweiten zusammengesetzt werden.
- Die Wirtschaftlichkeit von Raumfachwerken und Kuppeln wird wesentlich
durch das Spannweitenverhältnis in den Hauptrichtungen und durch die Lage
der Auflager beeinfliißt.
- Die Mehrzahl der Holzbauteile in diesen Tragwerken kann als Zug- bzw.
Druckstab bemessen werden. Biegebeanspruchungen treten lediglich als Folge
örtlicher Lasten durch Bekleidungen oder durch ausmittige Anschlüsse auf.
Literatur
Makowski, Z.S. (1981). Analysis, Design and Construction of Double-Layer Grids, Applied Science
Publishers, England.
Borrego, J. (1968). Space Grid Structures, MIT Press, Cambridge, Massachusetts, USA.
Huybers P., Ende, G . van der, Lanser J., and Reijken, [Link]. van der (1987). Opbouw en beproeving
van een bouwkonstruktie uit larix rondhout te Lelystad, Report C4-86-03, Technische Universiteit
Delft, Netherlands.
STEP E2 1 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Schalen sind dünne und steife, gekrümmte Membrane, die sowohl die Dach-
C.J. Mettem form bestimmen als auch die Dachhaut und das Dachtragwerk bilden. Nach
TRADA Technology Ltd einer Einleitung werden zur weiteren Erläuterung die Anwendungsmöglichkeiten
und Vorteile hölzerner Schalen dargestellt und ihr Aufbau gezeigt. Auf die
geschichtliche Entwicklung der Schalenkonstruktion wird kurz eingegangen, und
grundlegende theoretische Prinzipien einschließlich der Membranspannungs-
theorie werden behandelt. Ein Zahlenbeispiel dient der Vertiefung. Anschließend
wird die bei Holzkonstruktionen wichtige Orthotropie kurz gestreift. Der Beitrag
konzentriert sich auf Schalenformen, bei denen die Membrankräfte überwiegen,
aber auch Schalen mit Biegebeanspruchung und mit Rippen werden erwähnt.
Konstruktive Gesichtspunkte im Zusammerihang mit Produktnormen zum EC5
werden betrachtet. Abschließend werden zwei Fallstudien vorgestellt.
Einleitung
In diesem Beitrag werden Schalen als dünne und steife, gekrurnmte Membrane
aufgefaßt, die für sich sowohl die Dachform bestimmen als auch das
Dachtragwerk bilden. Die Dicke eines Schalendachs ist klein im Vergleich zu
den Abmessungen der Schalenfläche. Die Schalengeometrie ist genau festgelegt,
da Festigkeit und Steifigkeit der Schale von ihrer Krümmung abhängen. Schalen-
flächen sind einfach oder doppelt geknirnrnt, wodurch eine große Bandbreite
verschiedener Formen möglich ist. Im allgemeinen dürften bei vorgegebener
Materialdicke doppelt gekrümmte Schalentypen steifer sein als einfach ge-
krümmte. In allen Fällen werden durch die gezielte Wahl der Schalengeometrie
die Biegemomente rechtwinklig zur Schalenfläche zumindest in einer Richtung
minimiert. In vielen Fällen sind die Flächen in orthogonal zueinander verlaufen-
den Richtungen gekrümmt, wodurch die Momente rechtwinklig zur Schalen-
fläche minimal werden. Längs- und Schubkräfte, die in der Membranfläche
wirken, werden von aussteifenden Randträgern aufgenommen und von dort in
die Fundamente abgeleitet. In bestimmten Fällen werden noch Zugglieder
benötigt, um die Stabilität des Schalendaches zu gewährleisten.
Einsatzbereiche
Hölzerne Schalentragwerke sollten zum Einsatz kommen, wenn eine elegante,
architekonisch ansprechende Lösung für eine Überdachung in beiden Richtungen
mit beträchtlicher Stützweite gesucht wird. Schalen sind insbesonders für Bauten
geeignet, in denen sich große Menschenmengen versammeln. Die Form der
Schale ist sowohl von außen als auch von innen deutlich wahrzunehmen. Die
außerordentliche Leichtigkeit der Konstruktion wird durch die Wirkung als
Flächentragwerk ermöglicht, aber unbedingt erforderlich sind darüberhinaus eine
sorgfältige Bemessung, exakte Detailbearbeitung und ausgezeichnete Bauaus-
führung. Schalendacher sollten deshalb nicht für die einfacheren Anwendungs-
bereiche von Gebäuden in Erwägung gezogen werden. Sie bringen auch dann
keine architektonischen Vorteile, wenn lastabtragende Innenwände erforderlich
werden, durch die der Eindruck der "Weite" des Innenraums zerstört wird.
Zur Herstellung einer Holzschale wird das Material mehrlagig angeordnet, wobei
die Lagen in der Richtung gegeneinander versetzt und mit Nagelpreßleimung
Geschichtliche Entwicklung
Frühgeschichtliche Entwicklung
Frühgeschichtliche Entwicklungen des Bauens waren auf den bevorzugten
Gebrauch des Holzes als Material für Balken, also eindeutig lineare Elemente,
ausgerichtet. Auch Steine wurden anfänglich sehr zweckmäßig als lineare
Elemente, z.B. als monolithische Pfeiler, verwendet. Als jedoch auf die steiner-
nen Bögen das Steingewölbe folgte, war der Weg zu zweiachsig gespannten
Tragwerken gefunden. Gewölbe und Kuppeln des Klassizismus, der Gotik und
Renaissance haben diese wichtige Eigenschaft mit den Schalen gemein. Die
gewölbte Konstruktion des Pantheons in Rom zeugt von der Genialität der
römischen Ingenieure. Die Pantheonkuppel ist mit einer modernen Gitterscfiale
vergleichbar. Sie hielt mit 43,2 rn den Weltrekord für freigespannte Kuppeln bis
zum Aufkommen der modernen Stahlbetonbauweise. Damit können jetzt
vergleichbare Kuppeln mit etwa 1/50 der Masse von Konstruktionen aus
unbewehrtem Beton oder Steinen gebaut werden.
Die weiteren Schritte führen 'direkt zu den modernen Schalendächern, wobei sich
zwei Entwicklungswege treffen, nämlich der Fortscfiritt der angewandten
Mathematik im 19. ~ahrhundertund die Verwendung des Stahlbetons, gefolgt
vom Holz, für zweiachsig gespannte Tragwerke.
Die Obeflächenspannungsanalogie
Die Theorien zur Bestimmung der Membrankräfte in Schalen und anderen Arten
von Membranen wie Zelte und Drucklufthallen haben ihre Wurzeln in einer
grundlegenden Theorie des frühen 19. Jahrhunderts über Oberflächenspannung.
Sie wurde von de Laplace (1806) entwickelt und hat einen starken Einfluß auf
die Naturwissenschaften und auch Ingenieurwissenschaften ausgeübt. Das Grund-
gesetz der Kapillarität besagt, daß ein Flüssigkeitsfilm im Gleichgewichtszustand
eine Form annimmt, die bei den vorhandenen Bedingungen die kleinstmögliche
Fläche aufweist. Eine Seifenhaut über einem ebenen Drahtring nimmt bei
gleichem Luftdruck auf beiden Seiten als minimale Fläche die Form einer Ebene
an. Wird der Drahtring verbogen, so daß er nicht mehr in einer Ebene liegt, dann
wird sich auch die Seifenhaut krümmen. Es wird aber weiterhin die kleinstmög-
liche Oberfläche entstehen, die zwischen den Rändern des Ringes gebildet
werden kann. Formt man aus Draht ein Quadrat und bringt es 2.B. in die Form
eines hyberbolischen Paraboloids, wird eine Seifenhaut über dem Draht exakt die
Form einer Hyparschale (Schale mit der Form eines hyperbolischen Paraboloids)
annehmen, die in diesem Fall die minimale Oberfläche darstellt.
Die Membrantheorie geht somit im Grundsatz von der Annahme aus, daß alle
Kräfte in der Schalenfläche liegen und tür das Gleichgewicht keine Biegemo-
mente in Ansatz gebracht werden müssen. Die Übernahme der Theorie im Jahr
Größere Fortschritte bei den Betonschalen sind ab etwa 1928 zu verzeichnen, als
Bauersfeld und Dischinger (1928) über Theorie und Ausführung solcher
Schalentypen Veröffentlichungen schrieben. Für das Planetarium in Jena wurde
zu dieser Zeit eine Kuppelschale gebaut, auf die weitere bemerkenswerte Schalen
in Frankfurt, Leipzig und eine Hyparschale in Zürich folgten.
Die Verwendung von Holz als Schalung für Ortbetonschalen dürfte den Anstoß
dazu gegeben haben, Holz allein als tragendes Material einer Schale einzusetzen.
Über frühe Beispiele von Holzschalen in Rußland aus einer Zeit kurz nach dem
Bau der oben erwähnten Betonschalen berichtet Tottenham (1961). Diese
Schalen sollen Spannweiten im Bereich von 48 m gehabt haben und aus
Brettern, verbunden mit mechanischen Verbindungsmitteln, hergestellt worden
sein. Über die Lebensdauer und den Verbleib dieser Bauten ist wenig bekannt.
Im Gegensatz dazu ist die Entwicklung und Förderung hölzerner Schalendächer
vor allem durch die Timber Development Association (TDA) in den fünfziger
Jahren gut bekannt und dokumentiert. Eine Reihe ausgeführter Projekte und auch
Prototypen sind damals entstanden. Als Beispiele seien das 1957 gebaute Dach
der Royal Carpet Fabrik, das aus vier 17 m weit gespannten hyperbolischen
Paraboloidschalen bestand, und ein Dach für einen Bahnhof in Manchester aus
mehreren Konoidschalen genannt.
In den Jahrzehnten nach 1950 entwickelte sich die Schalentheorie sehr sliirmisch.
Es wurde eine Vielzahl von Holzschalen in Form von Hypar-, Zylinder- und
Konoidschalen in Großbritannien und anderen europäischen Ländern gebaut. Alle
waren mehrlagig aufgebaut mittels Nagel(K1ammer)preßleimung und mit
Randgliedern aus Brettschichtholz.
Zu diesen Theorien kommen jetzt noch die Vorteile billiger und leistungsfähiger
elektronischer Hilfsmittel hinzu. Umfangreiche Erfahrungen sind inzwischen auf
dem Gebiet des baulichen Holzschutzes und bei sonstigen umweltverträglichen
Maßnahmen zum Erhalt der Dauerhaftigkeit des Holzes (STEP A l 4 und A15)
gesammelt worden. Die Freiheit für Ingenieur und Architekt, mit
Computerunterstützung jede beliebige Schalenfonn realisieren zu können, hat
zum Bau vieler interessanter Schalendächer geführt, von denen einige gute
Beispiele im Holzbau Atlas Zwei (Natterer et al., 1991) abgebildet sind.
Schalendächer
Schalen mit dem beschriebenen mehrlagigen Aufbau weisen immer ein
Verhältnis von Radius r zu Schalendicke t von etwa 120 auf und können somit
als dünne Schalen bezeichnet werden.
Die Annahme isotropen Materials ist von einigen Forschern aufgegeben worden,
indem orthotrope Systeme, wie sie bei Holzkonstruktionen vorliegen, benutzt
werden. Versuche sowohl in Bauteilgröße als auch an Modellen scheinen die
Annahmen Homogenität und elastisches Verhalten im Gebrauchszustand zu
bestätigen. Zusätzlich zu der Bedingung vorwiegend ruhender Einwirkungen
gehen viele theoretische Untersuchungen dünner Schalen nur von einer
gleichförmig verteilten Last aus. Unsymmetrie oder Einzellasten erfordern
zusätzliche Uberlegungen.
Geometrie
Zur Definition der Koordinaten in einer Schale müssen eindeutige Vereinba-
rungen getroffen werden. Um diese Vereinbarungen einführend vorzustellen,
wird das typische Element einer Zylinderschale nach Abb. I benutzt. Die Haupt-
achsen X , y und z sind ähnlich festgelegt wie für Biegeträger nach EC5: Teil 1-1:
5.1.6. Die Schalendicke wird mit t bezeichnet und die Mittelfläche teilt die
Schalendicke in zwei Hälften. Im Falle der Zylinderschale ist die Mittelfläche in
Längsrichtung gerade und in Querrichtung kreisförmig mit dem Radius r
gekrümmt. Für kompliziertere, doppelt gekrümmte Schalenelemente werden diese
Vereinbarungen im allgemeinen beibehalten, so daß die Geometrie der Schale
immer mit Hilfe der Mittelfläche definiert wird.
Membranspannungen
Für die Untersuchung vieler dünner Schalen stellt die Membrantheorie eine
sinnvolle Grundlage für die Berechnung dar, ausgenommen die Schalenränder,
an denen die Schale aufgelagert oder ausgesteift ist. Flügge (1960) bezeichnet
die Verwendung der Membrantheorie eine "sensationelle Vereinfachung". Er
erklärt diese Aussage folgendermaßen:
Mit Hilfe der drei Gleichungen fiir das Kräftegleichgewicht können diese
Schnittgrößen ermittelt werden. Die in Abb. 4 positiv und damit als Zugkraft
dargestellten Normalkräfte können je nach Schalentyp und Bereich auf der
Schale Druckkräfte sein.
Der folgende Überblick ist kurzgefaßt, weshalb der Leser bei Bedarf auf die
entsprechende Literatur zurückgreifen möge.
Abb. 5 zeigt eine Schale beliebiger Form, deren Geometrie in einem rechtwink-
ligen Koordinatensystem definiert ist. Die vertikalen Koordinaten der Mittel-
fläche, die z Ebene, werden in Abhängigkeit von X und y angegeben.
Die Koordinaten X = y = const. schneiden sich nicht im rechten Winkel auf der
Mittelfläche, da diese Koordinaten eine Projektion (z = Projektionsrichtung) des
rechtwinkligen Koordinatenkreuzes darstellen, das in einer horizontalen Ebene
(siehe Abb. 5, oben) liegt.
iy=Nx-
COS X
cos 0
mit
5,
wobei &, und & die Lasten, bezogen auf die Einheitsfläche der horizontalen
Projektion, bedeuten. Wenn nur vertikale Lasten wirken, erhält man als weitere
Vereinfachung = = 0, und q = -E.
Beispiel
Als Beispiel wird das in Abb. 7 dargestellte Paraboloid-Schalendach mit
dreieckigem Grundriß gewählt. Mehrere Schalen dieses Typs in Holz sind
miteinander verbunden worden, um das Dach eines Gebäudes zu bilden (Natterer
et. al., 1991). Solche dreieckigen Paraboloidschalen erfüllen die Bedingungen der
einfachen Membrantheorie recht gut, und auch die spezielle Form der
Gleichungen nach Pucher für die Schnittgrößen ist einfach.
Orthotrope Materialien kennt man in der Holztechnologie seit langem und das
am besten erforschte und am längsten bewährte ist Sperrholz. Es gibt spezielle
Sperrhölzer, bei denen die Fasenichtung der einzelnen Lagen so gegeneinander
verdreht angeordnet werden, daß eine Platte mit nahezu isotropen Eigenschaften
in der Plattenebene entsteht (Sternholz). Für den Flugzeugbau wurde dieses
Sternholz eingesetzt. Die einzelnen Lagen eines Schalendachs werden in einer
Abbundhalle oder sogar auf der Baustelle und nicht unter einer Sperrholzpresse
zusammengefügt. Trotzdem können die Lagen in einer dem Sternholz ähnlichen
Anordnung je nach dem erforderlichen Grad an Orthotropie eingebaut werden.
Bei speziellen Schalentypen, wie 2.B. Hyparschalen, ist der Verlauf der Erzeu-
genden bei der Festlegung des Lagenaufbaus zu berücksichtigen, so daß für jede
Lage z.B. ein Verdrehen oder Biegen der Bretter erforderlich ist, aber nicht
beides.
Für diejenigen Lagen der Schale, die Zugkräfte aufzunehmen haben, ist Holz mit
seiner großen Reißlänge (Verhältnis von Zugfestigkeit zum Eigengewicht) und
seiner hohen Zugsteifigkeit gut geeignet, vor allem, wenn festigkeitsrnindernde
Einflüsse wie 2.B. Faserabweichung durch eine Festigkeitssortiemng ausge-
schlossen werden. Die einzelnen Lagen müssen aber sehr gut miteinander
verbunden werden, damit die druckbeanspruchten Lagen nicht um ihre schwache
Achse ausknicken und zu einer verformten und möglicherweise nicht mehr
funktionsfähigen Dachfonn führen. Probleme würden auch entstehen, wenn die
Lagen der Schale an den Schalenrändern nicht ausreichend angeschlossen sind.
Aus diesen Gründen ist eine Verbindung der einzelnen Lagen unerläßlich. Die
Verbindung hat zumindest mit mechanischen Verbindungsmitteln zu erfolgen.
Wird zusätzlich verleimt, dann trägt nur die starre Leimverbindung und die
Verbindungsrnittel dienen nur dazu, den erforderlichen Preßdruck bei der Verlei-
mung zu erzeugen. Ein Zusammenwirken von Leim und nachgiebigen Verbin-
dungsmitteln ist wegen der unterschiedlichen Verschiebungssteifigkeit nicht
möglich.
Es wird geradlinige Orthotropie, bei der die Lage der Jahrringe vernachlässigt
wird, angenommen. Es gelte:
ER = E, und ,V = V„ (V = Poisson Konstante)
Damit ergibt sich für jede einzelne orthotrope, geradfaserige Lage mit dem
Elastizitätsmodul E, parallel und E, rechtwinklig zur Faser der effektive
Elastizitätsmodul unter einem beliebigen Winkel 0 zur Faser zu:
Mit den Lagendicken t , bis t,, von n Lagen errechnet sich der effektive
Elastizitätsmodul der Schale unter einem Winkel 0 zu:
t , E,,, + t* E,,Z+.... ti E,,i
Es =
t, + t2 C.... t,
mit
E, ist die Dehnung am oberen Rand der Schale
E, ist die Dehnung am unteren Rand der Schale.
Schalenbiegung
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, weisen Schalen stets Krümmungen auf,
um auch bei einer relativ dünnen Membran erhöhte Steifigkeiten zu erhalten. Im
allgemeinen sind Schalen mit doppeltgekrümmten Formen steifer als einfach
gekrümmte Arten. Bei Tonnen- und Konoidschalen kann sich ein ideales,
momentenfreies Tragverhalten nicht einstellen, da in Längsrichtung ein im
System begründetes Biegeträgerverhalten auftritt. Für eine Tonnenschale mit für
das Material Holz geeigneten Proportionen nach Abb. 9 wird dieses Verhalten
qualitativ veranschaulicht. Ähnliche Biegeeffekte in hölzernen Konoidschalen
sind von Tottenham (1961) festgestellt worden. Bei solchen Schalen wird ange-
nommen, daß die Einwirkungen Druck, Zug und Schub in der Mittelfläche
erzeugen.
Lange Tonnenschalen
Als ein typisches Beispiel für Schalenformen, bei denen der Biegeeinfluß
beträchtlich ist, soll nachfolgend die lange Tonnenschale betrachtet werden.
Tonnenschalen bestehen in Quemchtung betrachtet aus Zylindersegmenten oder
aus Teilen beliebiger anderer geschlossener, gekrümmter Körper wie zum Beipiel
ein Ellipsoid. Sie übertragen die Lasten in einer Kombination aus Biegung in
Längsrichtung und Bogentragwirkung in Querrichtung. Bei kurzen Tonnen, die
nicht aus Holz, sondern aus anderen Materialien z.B. für Flugzeughangars gebaut
worden sind, überwiegt die Bogentragwirkung. Lange Tonnen, willkürlich durch
das Verhältnis r / L 5 0,6 definiert, weisen, bis auf den Firstbereich mit
Bogentragwirkung, fast ausschließlich Biegeträgerverhalten auf.
Für diese langen Tonnen können die Spannungen in der Tonnenfläche gut
abgeschätzt werden mit:
mit
M, ist das Biegemoment um die Symmetrieachse.
I ist das Flächenmoment 2. Grades des Schalenquerschnitts.
V ist die gesamte Schubkraft im Querschnitt.
b ist die gesamte Querschnittsdicke der Schale, horizontal gemessen.
h ist die Schalendicke.
In Abb. 10 werden die nach G1. (19) berechneten Spannungen (d) mit den
Ergebnissen einer umfassenderen Schalentheorie verglichen. Es zeigt sich, daß
die Näherung für lange Tonnen (r I L = 0,2) mit der genaueren Theorie gut
übereinstimmt, jedoch die maximalen Zugspannungen mit Zunahme von r / L
nach der Näherungsberechnung immer stärker unterschätzt werden.
Konoidschalen
Konoidschalen aus Holz wurden erstmals Anfang der Sechzigerjahre dieses
Jahrhunderts gebaut. Dem ersten Beispiel, einem Bahnhof in Manchester, der zur
Zeit für eine Bauaufnahme und eine umfangreiche Renovierung in Betracht
kommt, folgten ähnliche Schalen, die überall in Großbritannien und auch in den
Niederlanden gebaut wurden (Natterer et al., 1991). In der Stadt Yeovil, England
entstand z.B. ein Markt mit zwölf Konoidschalen mit Längen von 5 bis 7 m,
Spannweiten von 12 bis 18 m und einem Verhältnis von Spannweite zu Höhe
zwischen Ca. 5: 1 bis 10:1 (Booth, 1966). Grundlegende Forschungs-arbeiten
einschließlich Probebelastungen an Modellen im Maßstab 1:2,5 sowie Versuche
mit Prototypen von Fachwerken mit lamellierten Gurten wurden vorab
durchgeführt.
Ausgesteifte Schalen
Es bieten sich verschiedene Formen von Holzschalen an, bei denen die Membran
durch Rippen, Bögen oder Gitterwerk ausgesteift wird. Hinweise zur Theorie der
Gitterschalen können dem Lehrbuch von Flügge (1960) entnommen werden.
Grundsätzlich erfolgt die Behandlung solcher Schalen nach dem Prinzip der
anisotropen Elastizität. Jede Schalenform muß mit ihren Vor- und Nachteilen
individuell untersucht werden. Spezielle Programme, die heutzutage verfügbar
sind, erleichtern den Entwurf und die Berechnung dieser Schalen.
Fragen der Montage auf der Baustelle führen häufig zur Wahl von Schalen-
formen, die von den reinen Membranarten, die anfangs beschrieben wurden,
abweichen. Bei dem Themse Schutzwehr Projekt, das in diesem Beitrag als erste
Fallstudie beschrieben wird, waren die Schwierigkeiten bei der Montage der
Schalenteile an unzugänglicher Stelle über den Pfeilern mitten in der Themse
und die Notwendigkeit, die Dächer in einzelne vorgefertigte Stücke aufzuteilen,
die Gründe für die Wahl von ausgesteiften Holzschalen.
Auf der Grundlage des EC5, den modernsten Bemessungsregeln, die nach
exzellenter internationaler Zusammenarbeit zustandegekommen sind, sollte es für
Tragwerksplaner eine lösbare Herausforderung bedeuten, zusammen mit den
Architekten das Beste aus diesen eleganten und schlanken Konstruktionen zu
machen.
Die Membran setzt sich aus zwei oder mehr Lagen Brettern, Sperrholz oder
einem anderen Holzwerkstoff zusammen. Die Lagen werden entweder im Werk
oder auf der Baustelle mit Leim und mechanischen Verbindungsmitteln
miteinander verbunden, siehe Abb. 13. Brettschichtholz, Holzwerkstoffe oder bei
kleinen Schalen Vollholz sind die Materialien für die Randträger.
Vollholz
Vollholz ist für kreuzweise Brettlagen der Membran arn gebräuchlichsten. Es
sollte visuell oder maschinell sortiert werden (siehe STEP A6), und zwar visuell
nach Nomien, welche die Mindestanforderungen nach EN 518 "Bauholz für
tragende Zwecke - Sortierung - Anforderung an Nomien über visuelle Sortierung
und nach der Festigkeit" erfüllen, sowie maschinell nach den Anforderungen, die
in EN 519 "Bauholz für tragende Zwecke - Sortierung - Anfordemngen an
maschinell nach der Festigkeit sortiertes Bauholz und an Sortiem~aschinen"
festgelegt sind. Es dürften Brettdicken von etwa 20 mm ausreichend sein. Da
nicht alle Regeln der visuellen Sortierung, die der EN 518 entsprechen oder
Sortiermaschinen, die EN 519-Anforderungen erfüllen, bei so geringen Dicken
Festigkeitsklassen
In EN 338 (siehe STEP A7) ist ein System von Festigkeitsklassen festgelegt
worden, und Nadelholzbretter für die Membran und Vollholz für die Randträger
sind aus diesen Klassen auszuwählen. Dadurch stehen dem Tragwerksplaner die
charakteristischen Werte des gewählten Materials zur Verfügung.
Brettschichtholz
Die Herstellung von Brettschichtholz und seine Festigkeitsklassen sind in STEP
A8 beschrieben. Zur Regelung einer Reihe wichtiger Anforderungen sind
europäische Normen entweder scfion vorhanden oder werden demnächst
erscheinen. Dazu gehören Klassifizierung und Verhalten von Leimen, Keilzinken
für die Lamellen und für Generalstöße, Herstellungsanforderungen einschließlich
Delaminierungstest und Abscherversuche in der Leirnfuge im Rahmen der
Qualitätskontrolle.
Zusätzliche Gesichtspunkte
Schwinden und Verdrehungen der Schalenbestandteile (Membran und
Randträger) führen möglicherweise zum Verlust der Gebrauchstauglichkeit und
sogar der Stabilität, wenn das Material vor der Sortierung nicht korrekt
getrocknet worden ist und auch andere Produktionsschritte nicht richtig
durchgeführt worden sind. Im Abschnitt allgemeine theoretische Grundlagen ist
auf die Voraussetzung der kleinen Verformungen hingewiesen. Schalenkonstruk-
tionen reagieren empfindlich auf Abweichungen von der anfänglichen, theoreti-
schen Form, für die man die Bemessung durchgefiihrt hat. Dieser Gesichtspunkt
muß sowohl bei der Vorfertigung im' Werk als auch bei der Montage auf der
Baustelle im Auge behalten werden. Dafür geeignete scharfe Kontrollmaßnahmen
sind für alle Arbeitsschritte erforderlich. Die Bedeutung des Feuchtegehalts im
Holz ist in STEP A4 gründlich behandelt worden. Es sollten möglichst alle
Bretter der Schalenhaut, zumindest aber die äußeren Lagen, gegebenenfalls so
keilgezinkt werden wie es EN 285 "Keilzinkenverbindungen in Bauholz"
vorschreibt. Auch die Anforderungen für den chemischen Holzschutz von
Vollholz und Brettschichtholz sind unbedingt abzuklären. Dieses vielschichtige
Thema bedarf der Querverweise auf andere europäische Normen (siehe STEP
A15). Wenn Randträger, z.B. aus Brettschichtholz, und die Membranelemente
nach der Herstellung eventuell mit Druckverfahren zu behandeln sind, sollten
bereits vorab die Kesselabmessungen erfragt worden sein. Eine Alternative wäre
die Verwendung einer dauerhaften Holzart, die für den Einsatz in der vorgesehe-
nen Nutzungsklasse geeignet ist. Es gab auch Fälle, in denen die Bretter der
Membran chemisch behandelt wurden und die Randträger aus dauerhaftem Laub-
holz hergestellt worden sind. Alle diese Möglichkeiten sind bereits bei Entwurfs-
beginn sorgfältig zu prüfen.
Herstellung
Es sollte möglichst eine Herstellung im Werk angestrebt werden, bei der die
Schale in solchen Einzelteilen vorgefertigt wird, die anschließend auch transpor-
Die gekreuzten Brettlagen der Membran werden auf einer Schalung aufgelegt,
die aus Vollholz, Sperrholz und Stahlrohrgerüsten hergestellt wird. Die Kosten
für die Schalung sind beträchtlich und müssen im Planungsstadium in die
Überlegungen mit einfliessen. Die Schalung ist ausreichend steif auszuführen,
damit die exakte Schalenform gewährleistet werden kann, und daß ein enger
Kontakt erreicht wird, wenn die Brettlagen mittels Nagelpreßleimung miteinan-
der verbunden werden.
Fallstudie 1
Zu der gesamten Baumaßnahme gehören sieben Holzschalen, siehe Abb. 14, von
architektonischer Auffälligkeit bei Betrachtung sowohl von der Flußseite aus als
auch aus der Luft beim Anflug auf London Heathrow. Die Dächer schützen die
für das Bewegen der Flutwehre erforderliche Mechanik und befinden sich über
jedem der Betonpfeiler. Fünf der Dächer sind 19 m hoch, 1 1 m breit und 24 m
lang. Zwei der Dächer mit ähnlicher Form sind kleiner. Die Schalen sind durch
Bögen ausgesteift und somit keine reinen Membranschalen. Gründe für diese
konstruktive Ausbildung lagen in der Geometrie und in nachfolgend
beschriebenen Konstruktionsüberlegungen. Die Dachflächen weisen eine
komplizierte, doppeltgekrümmte Form auf, entstanden aus der Rotation des
Pfeilergrundrisses um zwei Zentren, die durch die Ansichten festgelegt sind. Die
Jedes Dach besteht aus vier Brettschichtholz-Hauptbögen aus als "sehr dauerhaft"
eingestuftem Laubholz, dessen Eignung für diese ungünstigen Nutzungsbeding-
ungen aufgrund von Erfahrungswerten überprüft worden war. Räumlich geboge-
ne Randträger aus Brettschichtholz bilden einen Rahmen um die Schalen. Die
erste Brettlage mit 22 mm dicken Brettern verläuft unter 45" zu den Bögen. Die
32 mm dicke zweite Schicht liegt horizontal und die dritte und äußere Lage aus
22 mm dicken Brettern verläuft rechtwinklig zur ersten Lage. Diese Bretter aus
Nadelholz wurden druckimprägniert und bei etlichen, wegen Pilzbefall kritischen
Details wurde auf guten Luftzutritt geachtet.
Als eine Möglichkeit, die verschiedenen Schritte des Konstruierens und Bemes-
sens zu bestätigen und zu untermauern, wurde ein tragfähiges Modell gebaut und
getestet, siehe Abb. 15. Dieses Modell war eine exakte Abbildung der Konstruk-
tion im Maßstab 1:5 bis ins kleinste Detail, aus der gleichen Holzart gefertigt,
mit maßstäblich verkleinerten Verbindungsmitteln sowie maßstäblich richtiger
Wiedergabe aller sonstigen Elemente. Das Modell wurde belastet, indem
Gewichte aufgebracht wurden und mit Flaschenzügen ständige und veränderliche
Einwirkungen simuliert wurden. Zunächst wurden Lastkombinationen der
Gebrauchstauglichkeit geprüft und anschließend höhere Lasten aufgebracht, um
verschiedene wichtige und unter Umständen kritische Tragfahigkeitszustände,
einschließlich Vereisung, zu untersuchen.
Fallstudie 2
Der Grundriß des Kindergartens hat die Form eines quadratischen Kreuzes. An
ein quadratisches Atrium mit 8 m Seitenlänge schließen sich an den Ecken vier
Gruppenräume mit "klassischen" Hyparschalen an, siehe Abb. 16. Das Atrium ist
umrahmt von horizontalen Unterzügen aus Brettschichtholz, die von mehrteiligen
Stützen mit Kopfbändem unterstützt werden. Auf den Unterzügen ist ein
[Link] aufgesetzt. Der Aufbau der Hyparschalen besteht aus:
- Kupferblecheindeckung
- Bretter in mehreren Lagen mit Orientierung sowohl parallel zu den
Randträgern als auch unter 45" dazu.
Die Randträger der Schalen sind aus Brettschichtholz hergestellt. Die Tiefpunkte
in jedem Dach werden durch ein Zugglied aus Rundstahl unaufdringlich
verbunden.
Literatur
Bodig, J. and Jayne, B.A. (1982). Mechanics of wood and wood composites. Van Nostrand
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Tottenham, H. (1961). The design of timber shells. Proceedings of the First International
Conference on Timber Structures, Southampton.
Einleitung
Holzkonstruktionen werden häufig durch dynamische Lasten beansprucht, z.B.
Brücken durch Fahrzeuge oder Dachkonstruktionen durch Wind. Diese Ermüdungs-
beanspnichungen verursachen oft Schäden in der Mikrostruktur des Holzes, die zu-
nächst unter einem kritischen Grenzwert liegen, die aber bei höherer Beanspruchung
zum Ermüdungsversagen führen können. Das Ermüdungsversagen von Werkstoffen
wird durch wiederholt einwirkende Spannungen hervorgerufen, deren Größtwert
geringer als die statische Festigkeit ist. Hierbei unterscheidet man einen Bereich mit
vergleichsweise kleinen Lastwechselzahlen von weniger als 104, in dem der Einfluß
der Dauerschwingbeanspruchung begrenzt ist und einen Bereich mit höheren Last-
wechselzahlen, in dem ein ausgeprägterer Einfluß der Dauerschwingbeanspmchung
auf die Festigkeit beobachtet werden kann.
Sowohl die Lebensdauer als auch der Versagensmechanismus werden durch die Art
der Ermüdungsbeanspruchung, z.B. Zug, Druck, Schub, Torsion oder eine Kombina-
tion dieser Beanspruchungen, beeinflußt. Metallegierungen sind anfällig für Ermü-
dungsversagen bei Zugbeanspruchung, insbesondere bei Kerben oder Schweißnah-
ten, bei denen Rißfortschritt durch Ermüdung auftritt. Holz - auch bei Zugbeanspru-
chung quer zur Faser - ist hierfür wesentlich unempfindlicher und Schäden durch
Ermüdung treten als Mikroschäden überall innerhalb des beanspruchten Holz-
volumens auf. Im Bereich von verbindungen oder Wuchsunregelmäßigkeiten kann
jedoch ebenfalls örtliches Versagen ausgelöst werden. Daher ist eine Anwendung
der Bmchmechanik für Zugbeanspruchung quer zur Faser (Mode I) nicht sinnvoll,
wenn auch die Regel nach Paris für Abscherbeanspruchung in Faserrichtung (Mode
11) bzw. rechtwinklig dazu (rolling shear, Mode 111) angewendet werden kann. Die
in diesem Beitrag beschriebenen Verfahren für die Ermüdungsbemessung wurden
bereits für Vollholz und für Furnierschichtholz mit faserparallel angeordneten
Furnieren für Beanspruchung in Fasenichtung angewandt.
Abb. 2 Sägezahnartiger Verlauf der Spannung mit der Zeit und charakteristische
Spannungswerte.
Die Verhältniszahl R ist wesentlich für das Verständnis der Beanspruchungsart bei
Versuchen mit wechselnder Zug- bzw. Druckbeanspmchung. R = -1 bedeutet 2.B.
eine reine Wechselbeanspruchung (G„, = cr„ = -G,,). In Abb. 3 sind weitere
typische Verhältniszahlen R und der zugehörige Spannungs-Zeit-Verlauf dargestellt.
Die in Abb. 4 dargestellten Kurven für fünf verschiedene R-Werte stellen Regres-
sionsgeraden durch eine Vielzahl von Einzelpunkten dar, die jeweils einem Ermü-
I I I I I I I
-0,6 log N (cycles)
Die vertikalen Linien Nfl, Nf2 und N p in Abb. 4, die bestimmten Lebensdauem
entsprechen, schneiden die G-logN Kurven für die R-Werte 0 3 , 0,3, 0,1, - 0 5 und
-1. Die Schnittpunkte a, b, C, d und e für die Lastspielzahl Nf3 können nun als
Punkte im Diagramm der Abb. 5 eingetragen werden und ergeben dann eine Kurve
konstanter Lebensdauer. Die Werte U„, a„ und U„ stellen den Spannungsausschlag
für die Lastspielzahlen Nfl, Nf2 und N p bei reiner Wechselbeanspruchung dar. Der
Bereich unter einer Kurve konstanter Lebensdauer gibt mögliche Kombinationen
Die Goodman-Gleichung für konstante Lebensdauer kann für die Zugseite des
Diagramms als Gerade angegeben werden
Bisher untersuchte Holzarten (Bond et al., 1993) zeigen eine gute Übereinstimmung
mit der Goodman-Gleichung. Um den Verlauf in beiden Quadranten (C-CIC-T und
T-CR-T) beschreiben zu können, sind zwei Gleichungen notwendig. Kurven
konstanter Lebensdauer für Holz sind denen für faserverstärkte Kunststoffe sehr
ähnlich (Anse11 et al., 1993). Die Lebenserwartung unter Ennüdungsbeanspruchung
für konstanten Spannungsausschlag kann damit für jede beliebige Kombination von
R-Wert und Spannungshöchstwert aus Diagrammen, wie in Abb. 5 dargestellt,
abgelesen werden. Der Versuchsaufwand, der zur Ermittlung der Goodman-
Diagramme notwendig ist, kann erheblich verringert werden, indem lediglich die
Hierin ist ni die Anzahl der Lastwechsel für ein Spannungsniveau, das nach N,
Lastwechseln zum Versagen geführt hätte.
Die Dehnungs- (oder Spannungs-) geschichte ABCDEDFGA ist Teil eines kom-
plexen Spektrums, das einer Spannungs-Dehnungs-Hysterese mit drei Teilhysteresen
entspricht, von denen zwei im elastischen Bereich bleiben und die dritte auch
plastische Verformungen beinhaltet. Die Änderung der Belastung von A nach B
bedeutet elastische und plastische Verformungen, während die Entlastung von B
nach C im elastischen Bereich bleibt. Der nächste Belastungsschritt von C nach D
überschreitet die bisherige Dehnung bei B, so daß wiederum elastische (von C nach
B) und plastische (von B nach D) Verformungen auftreten. Die Entlastung von D
nach E führt zur selben Dehnung wie bei C; allerdings ist die Spannung wegen der
inzwischen aufgetretenen plastischen Verformung unterschiedlich. Nach einer
betragsmäßig geringen Relaxation nimmt die Dehnung wieder den Wert D an und
schließt damit die Teilhysterese DED.
Schließlich erreicht die Hysterese den Ausgangspunkt A mit einem Umweg über die
elastische Teilhysterese FGF. Die gesamte Hysterese kann dann in Abschnitte unter-
teilt werden, ADA und DED mit elastischer und plastischer Verformung sowie zwei
Teile BCB und FGF mit ausschließlich elastischer Verformung. Die einzelnen Teile
werden anhand ihres Spannungsmittelwertes und -ausschlags bestimmten Gruppen
zugeordnet. Für jede Gruppe bzw. jede Teilhysterese kann über die Kurve konstan-
ter Lebensdauer die entsprechende a-N-Kurve gefunden werden. Die Anzahl der
Lastspiele für sämtliche Gruppen werden mit Hilfe der Palmgren-Miner-Regel
aufsummiert und die Lebensdauer kann in der Form der Anzahl der Durchläufe
durch die gegebene Belastungsgeschichte angegeben werden.
Literatur
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Wöhler, A. (1866). Versuche über die relative Festigkeit von Eisen, Stahl und Kupfer. Zeitschrift für
das Bauwesen 16(1):67-84.
Stützwände
Stützwände aus Holz gibt es hauptsächlich in zwei Bauformen, entweder als
Wand aus Pfählen und Bohlen oder als Raumgitter-Stützwand.
Abb. 3 Schnitt durch eine Baugrube mit ausgesteifter Stützwand (man beachte die
verringerte Eindringtiefe). ( U )Bohlen, (b) Pfahl, ( C ) Aussteifung.
Die Bemessung von Stützwänden für Erdreich oder Schüttgüter beginnt mit der
Ermittlung des aktiven Erddrucks auf die Wand. In manchen Fällen muß auch
die Versagensart Grundbruch untersucht werden. Anschließend erfolgt die eigent-
liche Bemessung der horizontalen und vertikalen Holzbauteile.
Zunächst ist die Frage der Dauerhaftigkeit zu klären. Die Holzart ist hinsichtlich
der angestrebten Lebensdauer der Konstruktion und der Eignung des Holzes zum
Eintreiben in den vorhandenen Baugrund auszuwählen. Es kann vorteilhaft sein,
für Pfahl und Bohlen unterschiedliche Holzarten zu verwenden. Der F'fahl muß
die Kräfte beim Einrammen aufnehmen können. In manchen Fällen empfiehlt es
sich, die Pfahlspitze mit einem Stahlschuh zu versehen und meistens ist eine
Stahlkappe arn Pfahlkopf erforderlich, um den Pfahl während des Einrarnrnens
zu schützen. Die Dauerhaftigkeit ist für Pfahl und Bohle gleichermaßen von
Bedeutung.
Abb. 4 Erddruckverteilung und resultierende Kräfte fur eine Stützwand. F, ist der
aktive Erddruck und F, der passive Erddruck.
Wenn die Verteilung des aktiven Erddrucks auf die Wand festliegt, kann man
die Bohlen nach einfachen statischen Methoden bemessen. Reibung zwischen
den Bohlen und dem Erdreich kann vertikale Kräfte auf die Bohlen ausüben.
Dies ist zu überprüfen, damit eine ausreichende Tragfähigkeit an den Auflagern
der Bohlen sichergestellt ist. Es ist nachzuweisen, daß die vorhandenen
Spannungen infolge Biegung, Schub, Auflagerreaktionen und Druck die Bemes-
sungswerte der Holzfestigkeiten in der Nutzungsklasse 3 (hoher Feuchtegehalt)
und in der Klasse der Lasteinwirkungsdauer der einzelnen Lastkombinationen
nicht überschreitet. Die Pfahle nehmen die Lasten aus den Bohlen auf, wobei ein
vertikaler, unten eingespannter und oben frei beweglicher Kragträger zugrunde-
gelegt wird.
Bernessungsbeispiel
Stützwand mit Wandhöhe H = 3,O m
Wichte des Erdmaterials y = 18,O kN/m3
Innerer Reibungswinkel a = 35"
Verkehrslast von 5,O kN/m2 auf dem Gelände in Höhe der Wandkrone
Erddruckbeiwert k, = (1- sin a) l (1 + sin a) = 0,27
Festigkeitsklasse C24
Bohle
Erddruck auf die unterste Bohle:
aus Erdmaterial : kayH = 14,6 k~/m'
aus Auflast : k, 5,O = 1,35 kN/m2
EC5: Teil 1-1: [Link] y, = 1,35 für ungünstige Auswirkung der ständigen Lasten
EC5: Teil 1-1: [Link] Y, =1,5 für ungünstige Auswirkung der veränderlichen Lasten
Gewählter Querschnitt
Bohlenbreite b =225mm
Bohlendicke h = 50 mm
Querschnittsfläche A =11200mm2
Flächenmoment [Link] I = 2,34 106mm4
Widerstandsmoment W =93,8-103mm3
EC5: Teil 1-1: 3.1.5 Nutzungsklasse 3
EC5: Teil 1-1: 3.1.6 Klasse der Lasteinwirkungsdauer : lang
EC5: Teil 1-1: 3.2.4 Modifikationsfaktor km, = 0,55
Bemessungswert
der Querkraft V, = 3,2 kN
des Biegemoments M, = F , s / 8 = 1,04 k N m
EC5: Teil 1-1: [Link] Y. =
Pfahl
Die Einwirkungen auf den Pfahl infolge des Erddrucks sind in Tabelle 2
zusamrnengefaBt.
Gewählter Querschnitt
Breite b =300mm
Höhe h = 350 m m
Querschnittsfläche A = 105000 mm2
Flächenmoment 2. Grades I = 1,07 . 10' mm4
Widerstandsmoment W =6,13 1o6mm3
EC5: Teil 1-1: 3.1.5 Nutzungsklasse 3
EC5: Teil 1-1: 3.1.6 Klasse der Lasteinwirkungsdauer : lang
EC5: Teil 1-1: 3.2.4 Modifikationsfaktor km, = 0,55
EC5: Teil 1-1: 3.2.2 Höhenfaktor k, = 1,O
Gesamtlast auf Pfahl F, = 46,4 kN
Bemessungswert der Querkraft V, = 46,4 kN
Bemessungswert des Biegemomentes Mo,, = 50,4 k N m
EC5: Teil 1-1: [Link] YM =1,3
EC5: Teil 1-1: 5.2.2 Horizontale Stabilität in z-Richtung ist durch Reibungskräfte zwischen den
Bohlen und dem Pfahl gewährleistet, während sie in y-Richtung überprüft
werden sollte.
Raumgitter-Stützwand
Ein Teil der Last aus dem Steingewicht wird zwar auf die eingebetteten Hölzer
abgegeben, die einzelnen Holzelemente werden aber als zugbeanspruchte Stäbe
mit den für Nutzungsklasse 3 maßgebenden Faktoren nachgewiesen.
Leitplanken
Leitplanken werden insbesondere dafür verwendet, Fahrbahnen mit entgegenge-
setzten Fahrtrichtungen voneinander zu trennen oder Fußgängerwege von der
Fahrstraße abzutrennen. Diese Leitplanken bestehen a u s profilierten, durchlau-
fenden Stahlschienen, die in Stoßstangenhöhe der Fahrzeuge an vertikale Stahl-
oder Holzpfosten befestigt werden (siehe Abb. 6). Die Pfosten werden in den
Boden eingerammt oder eingegraben. Die in den Verkehrsrichtlinien (Transport
Research Laboratory, 1991) festgelegte Höhe soll die Gefahr, daß sich das
Fahrzeug beim Aufprall überschlägt, verringern.
Die Kräfte, die beim Abbremsen eines Fahrzeuges frei werden, hängen von der
Anfangsgeschwindigkeit und der erzwungenen Verzögerung ab. Bei zu steifer
Konstruktion ist die Verzögerung zu groß und die Verletzungsgefahr für die
Fahrzeuginsassen wird sehr hoch. Ist die Konstruktion zu weich, wird das
Fahrzeug erst nach großen Verformungswegen in den Bereichen zum Stillstand
kommen, die durch die Leitplanken geschützt werden sollten.
siehe auch NAD Nationale Normen (BS 6399, 1995 und Building Regulations, 1991) können
benutzt werden bis der ECl veröffentlicht sein wird. Die entstehenden Wind-
kräfte nehmen mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit zu, wobei Korrektur-
werte für die Rauhigkeit des Geländes, Höhe und Verhältnis der Höhe zur Länge
der Wand und die vorgesehene Nutzungsdauer anzubringen sind. Der resultieren-
de Winddruck in kN/m2 bezieht sich auf die horizontale Projektion der Wandan-
sichtsfläche auf eine vertikale Ebene.
Aus dem Winddruck können die Windkräfte ermittelt werden und damit die
Bemessungswerte für das Biegemoment und die zugehörige Querkraft. Die
vertikalen Holztragglieder können dann nach EC5 bemessen werden.
Die Gesamtstabilität der Wand und ihre Gründung ist nachzuweisen, damit
ausreichende Sicherheit gegen Kippen und Gleiten eingehalten werden.
Literatur
Transport Research Laboratory (1991). Highway Construction Details: Part 3: Detail PTElO Test
Procedure for 125 X 90 'Z' section steel and 150 X 150 Timber posts. Her Majesty's Stationery
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Institution, London, United Kingdom.
Building Regulations (1991). Part A, Wind Speed Map, Published by Department of the
Environment, Dublin, Ireland.
STEP ~ 2 4 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Der Beitrag liefert allgemeine Hintergrundinformationen über Leitungsma-
K.H. Solli sten aus Holz und behandelt Bauweisen, Holzschutzmaßnahmen, Einwirkungen
The Nowegian Institute und die verschiedenen Funktionen der Masten und ihrer Griindung.
of Wood Technology
Einleitung
Sowohl Strom- als auch Telegrafen- und Telefonleitungen wurden früher norma-
lerweise als Freileitungen oberirdisch geführt. Dazu wurden in den meisten
Fällen Rundholzmasten verwendet, die mit unterschiedlichen Holzschutzmitteln
wie 2.B. Teeröl behandelt wurden. In den letzten Jahrzehnten kamen Brett-
schichtholzquerschnitte, sogar für Hochspannungsleitungen, zum Einsatz.
Es gibt viele Gründe, die für die Wahl einer Holzkonstmktion für diesen Zweck
sprechen. Eine Hochspannungsleitung paßt sich schlecht in die Landschaft ein,
insbesondere wenn sie unberührte Naturlandschaften durchschneidet. Werden die
Masten aus dem natürlichen Baustoff Holz hergestellt, dürfte sich die Akzeptanz
der Leitungen für viele Menschen erhöhen. Darüberhinaus eröffnet der Baustoff
Holz dem Tragwerksplaner großen Spielraum bei der Forrnfindung der Konstruk-
tion. Die Wahrscheinlichkeit, zu einem akzeptablen Entwurf zu kommen, ist
relativ hoch.
Schließlich stellt der hohe elektrische Widerstand des Holzes mit geringem
Feuchtegehalt einen deutlichen Vorteil im Vergleich mit den verschiedenen
Konstruktionen aus Metallen dar.
Bauweisen
Rundholzrnasten
Rundhölzer aus Kiefernholz waren die gebräuchlichste Bauart von
Leitungsmasten, für die man hohe Bäume mit Längen von 20 m oder mehr und
einem Zopfdurchmesser von 150 bis 250 mm verwendet hat. Die lieferbare
Länge von Masten wird vor allem durch folgende Faktoren begrenzt:
- Länge der Bäume
- Länge der Druckkessel für die Holzimprägniening
- Transportlänge beim Lkw- oder Bahntransport.
Brettschichtholzmasten
Brettschichtholzmasten können mit verschiedenen Vollquerschnitten oder
Hohlquerschnitten hergestellt werden. In Abb. 1 sind einige Querschnittstypen
von Brettschichtholzmasten zusammengestellt.
Holzschutzmaßnahmen
Rundholzmasten
Die Masten werden entweder mit Teerölen oder mit wasserlöslichen Holzschutz-
mitteln imprägniert. Wie auch bei der Imprägnierung anderer Holzprodukte muß
der Feuchtegehalt der Masten vor Beginn der Imprägnierung unter dem Fasersät-
tigungspunkt liegen. Zur Vermeidung von Gefahren für Gesundheit und Umwelt
sind die Masten während der Fixierung der wasserlöslichen Mittel witterungsge-
schützt zu lagern. In einigen Ländern bestehen Anwendungsbeschränkungen für
Holz, das mit Teeröl und einigen wasserlöslichen Mitteln imprägniert ist.
Brettschichtholzmasten
Brettschichtholz kann nach zwei Verfahren imprägniert werden, wobei beide
Methoden bestimmte Probleme mit sich bringen.
Beim einen Verfahren werden die Lamellen vor dem Verleimen imprägniert.
Diese Methode ist auf wasserlösliche Holzschutzmittel beschränkt, da mit öligen
Mitteln imprägnierte Lamellen nicht verleimt werden können. Für eine tragfähige
Verleimung ist es erforderlich, die Lamellenoberfiäche zu hobeln. Dadurch
werden die äußeren Schichten mit hohem Holzschutzmittelgehalt entfernt und es
wird häufig ungeschütztes Kernholz freigelegt. Zusätzlich werden Brettschicht-
holzträger nach der Verleimung häufig gehobelt, um exakte Abmessungen und
glatte Oberflächen zu erreichen, wodurch weitere holzschutzmittelhaltige Rand-
Zonen entfernt und die Dauerhaftigkeit gegen Pilzbefall weiter reduziert werden.
Vertikale Einwirkungen
Zu den vertikalen Einwirkungen zählen die ständigen Einwirkungen der verschie-
denen Teile der Konstruktion und der Leitungen. Zum überwiegenden Teil
dürften in Europa die Schnee- und Eislasten auf den Leitungen die maßgeblichen
vertikalen Einwirkungen darstellen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß entspre-
chend Abb. 3a, b und C die vertikalen Einwirkungen symmetrisch oder unsym-
metrisch auftreten können.
Die Anteile aus den drei Hauptgruppen der Einwirkungen sind in Abhängigkeit
von verschiedenen Bedingungen auf unterschiedliche Weise zu kombinieren. Die
Leitungstrasse an einem steilen Hang hat z.B. zur Folge, daß die Einwirkungen
parallel zur Leitungsrichtung einen höheren Beitrag zu den vertikalen Einwir-
kungen liefern als bei einer Leitungstrasse auf flachem Gelände.
Abb. 6 Beispiel fUr einen Spezialmast zur Aufnahme von Stoßlasten parallel zur
Leitungstrasse.
Gründungen
Die Gründung von Holzmasten, die normalerweise als im Baugrund eingespannt
betrachtet werden, hängt von den Baugrundverhältnissen ab. Der im Baugrund
eingespannte Holzmast ermöglicht große Einsparungen gegenüber den aufwendi-
gen Gründungen für andere Bauwerksarten. Bei der Bemessung der Gründung ist
insbesondere auf die Querkrafte zu achten, siehe Abb. 7. Das statische Modell
der Gründung muß in jedem Einzelfall in Übereinstimmung mit der tatsächlichen
Gründungsmethode festgelegt werden.
Horizontale Aussteifung
Hauptbestandteil der Tragstruktur sind normalerweise ein vertikales Element oder
auch mehrere, die im Fundament eingespannt sind. Da viele Einwirkungen hori-
zontale Komponenten aufweisen, ist eine horizontale Aussteifung erforderlich,
um Ausbiegungen und Stabilitätsversagen zu vermeiden. Durch Holz- oder Stahl-
diagonalen oder durch Seilabspannungen kann diese Aussteifung realisiert
werden. Die Aussteifungskonstruktion sollte auch zur Aufnahme von Torsionsbe-
anspruchungen dienen, die bei unsymmetrischen Einwirkungen auftreten können.
Haupttragwerk
Das Haupttragwerk muß für Biegung, Knicken, Querkräfte und Torsion
nachgewiesen werden. Unsymmetrische Einwirkungen wirken sich hinsichtlich
Torsion bei Einzelmasten anders aus als bei Ausführungen mit zwei Masten.
Gründung
Die Gründung muß für Biegemomente und Querkräfte nachgewiesen werden.
Wenn ,die Bauteile in den Baugrund einbinden, ist beim Nachweis ein Pilzbefall
mit zu berücksichtigen, auch wenn das Holz mit Holzschutzmitteln behandelt
wurde. Bei einem Fundamentanschluß mit mechanischen Verbindungen sind die
Torsionseffekte des Haupttraggliedes zu berücksichtigen. Der Feuchtegehalt im
Holz ist in diesem Bereich meist sehr hoch.
Mechanische Verbindungen
Alle Verbindungsmittel und Verbindungen sind für die auftretenden Lastkombi-
nationen nachzuweisen. Hohe Feuchte und der Einfluß von Umweltver-
schmutzung (z.B. saurer Regen) können Korrosion der mechanischen Verbin-
dungsmittel verursachen. In den vorgebohrten Löchern für die Verbindungsmittel
ist oft unbehandeltes Kernholz der Gefährdung durch Pilzbefall ausgesetzt. Alle
Anschlußdetails der Aufhängepunkte für die Leitungen müssen auch im Hinblick
auf den konstruktiven Holzschutz sorgfältig konstruiert werden.
Aussteifung
Die Aussteifungskonstruktion ist im Nonnallfall für Längskräfte zu bemessen.
Für druckbeanspruchte Stäbe ist der Knicknachweis zu führen.
Einleitung
Im wesentlichen werden zwei Schalungsarten in der Praxis verwendet.
Konventionelle Schalung besteht aus der Schalhaut mit Schalhautunterstützung,
die aus Brettern oder Platten aufgebaut ist und der unterstützenden Konstruktion
aus Riegeln oder Jochen. Systemschalungen bestehen in der Regel aus
dreilagigem Sperrholz auf Quer- und Längsträgem und einer Unterstützungs-
konstruktion aus Deckenstützen und Teleskoprahmen. Aufgrund ihrer optimal
bemessenen Komponenten haben diese Systemschalungen in den meisten Fällen
eine so hohe Flexibilität erreicht, daß sie in vielen Fällen die konventionelle
Schalung ersetzt haben.
Schalungskomponenten
Die Hauptkomponenten einer Betonschaiung sind die Schalhaut mit der Schal-
hautunterstützung und die Unterstützungskonstruktion einschließlich ihrer
Aussteifung und Verankerungsglieder. Ebenfalls von Wichtigkeit ist ein Trenn-
mittel, bekannt als Schalöl, das ein Entfernen der Schalung erleichtert.
Schalhaut
Die Wahl der eingesetzten Schalhaut richtet sich nach den Anschaffungskosten,
der Lebensdauer, der Einsatzhäufigkeit mit der Entscheidung für oder gegen eine
Systemschalung, der Formbeständigkeit, der geplanten Oberflächenstruktur, den
Lohnkosten und den architektonischen Aspekten. Im folgenden werden die
gebräuchlichsten Materialien beschrieben.
Dreischicht-Schalungsplatten bestehen aus drei Lagen der gleichen Dicke, die auf
ihrer ganzen Oberfläche miteinander verleimt sind. Die Fasern der inneren Lage
verlaufen rechtwinklig zu den beiden äußeren Lagen. Sie sind als standardisierte
Schalungsplatten mit einer Breite von 500 mm erhältlich, in den meisten Fällen
mit einer mechanisch behandelten Oberfläche. Ihre Quell- und Schwindneigung
ist gering. Standardisierte Schalungsplatten können bis zu 40 mal eingesetzt
werden, Großflächensysteme bis zu 12 mal.
Kunststoffschalhaut ist relativ teuer. Sie ist flüssig oder als Strukturschalung
erhältlich. Gute Erfahrungen liegen mit glasfaserverstärktem Harz vor.
Trennmittel
Um das Ausschalten zu erleichtern, ist die Verwendung von Trennmitteln
notwendig. Trennmittel sind als Öle, Emulsionen, Wachse oder chemisch
wirkende Mittel erhältlich. Trennmittel sollten sehr dünn (2 bis 50 pm)
aufgetragen werden. Dickere Schichten führen zur Bildung von Flecken und
beeinflussen die Betonoberflächen. Manuelles Aufbringen der Trennmittel wird
daher nicht empfohlen. Das Rosten von Stahlschalungen kann nicht durch Trenn-
mittel verhindert werden. Für Sichtbeton ist es wichtig, nur einen Typ Trenn-
mittel zu verwenden.
Schalhautunterstützung
Trotz der Entwicklung spezieller I-Träger und Fachwerkträger hat das Kantholz
seine große Bedeutung im Schalungsbau dank seiner einfachen Handhabung und
Anpassungsfähigkeit behalten. Kanthölzer werden bei Systemschalungen in
Verbindung mit Schalungsträgem verwendet, meist aber bei unregelmäßigen
Flächen, Spezialkonstruktionen oder Brücken. Nachteile des Kantholzes sind
schwieriges Ausschalen,. Begrenzung der Länge, niedrige Einsatzhäufigkeit und
hoher Verschnitt.
Spezielle I-Träger und Fachwerkträger sind wegen ihres geringen Preises, ihrer
langen Lebensdauer, der geringen Unterhaltungskosten und ihrer Steifigkeit von
großer Bedeutung. Für Großfiächenwandschalungen sind Schalungsträger in
Kombination mit starken Schalungsankern sehr nützlich. Aus praktischen
Erwägungen werden Schalungsträger heutzutage nicht mehr überhöht hergestellt,
die Gurte sind also parallel. Die Länge der Schalungsträger kann bis 20 m
betragen.
Die Füllstäbe der Fachwerkträger werden mit den Gurten nur über kleine
Abb.5 Rahrnenschalungssystem.
Deckenschalungssysteme
In den letzten Jahren hat die Entwicklung von Deckenschalungssystemen zu
einer Abnahme der Bedeutung der konventionellen Deckenschalung gefuhrt. Die
Deckenschalung kann schrittweise aufgebaut werden. Zwei Männer sind in der
Lage, die ganze Schalung für große Flächen, unterstützt durch freistehende
faltbare Dreibeine zu errichten (siehe Abb. 8). Ein vertikal anpaßbarer
Stützenkopf kann befestigt werden, so daß es möglich ist, die Träger einige
Millimeter abzusenken, um die Schalhaut und die Längs- und Querträger zu
entfernen. Der Stützenkopf ist so konstruiert, daß entweder ein Träger, oder
durch Drehen des Kopfes um 90°,zwei sich überlappende Träger sicher gehalten
werden. Auf diese Weise ist, ohne Schalmaterial zu zerschneiden, eine stufenlose
Längsanpassung möglich. Einfache Stützen werden zwischen die Faltstützen
gestellt. Die Schalungsträger sind standardisierte I-Querschnitte. Durch ihr
geringes Eigengewicht können sie von einem Mann getragen werden. Ihre
Tragfähigkeit ist höher als die von vergleichbaren Kanthölzern. Um sofortige
Wiedervenvendung der einzelnen Komponenten ZLI gewährleisten, ist es
notwendig, die Gebrauchsdauer zu verkürzen. Da Beton zur Erreichung einer
ausreichenden Tragfähigkeit eine geraume Zeit benötigt, müssen die
Deckenstiltzen unter der Decke verbleiben, nachdem der größte Teil der
Schalkonstruktion entfernt wurde. Diese Deckenstützen werden unter Unter-
stützungsträger, die an die Schalhaut befestigt sind, gestellt. Der Rest der Schal-
konstruktion kann entfernt werden und für den nächsten Einsatz verwendet
werden. Dieses Deckensystem ist besonders bei kleinen Einsatzzahlen und bei
wechselnden Grundrissen wirtschaftlich.
Abb. 8 Deckenschalungssystem.
Mit diesem System können auch Rippendecken und T-Träger geschalt werden.
Die Schalung dafür kann in die Deckenschalung integriert werden und beim
Ausschalen mit Hilfe von Spindeln abgelassen werden. Die hohe Flexibilität der
Systeme bieten die Möglichkeit, jede Deckenform z.B. Pilzdecken oder Decken
mit komplizierten Grundrissen zu produzieren.
Sonderschalungen
Für bestimmte Einsätze wurden Sonderschalsysteme entwickelt. Ein wichtiger
Schalungstyp ist die Kletterschalung, die für Pfeiler, Türme, Hochhäuser oder
Betondämme verwendet wird. Kletterschalungen bieten die technischen Vorteile
von Wandsct~alungssystemen in jeder beliebigen Höhe. Großflächeneinheiten,
Kletterklarnmern und angehängte Plattformen sind so miteinander verbunden,
daß die gesamte Konstruktion mit einem Kranhub umgesetzt werden kann.
Die Arbeit ist in drei Phasen geteilt. Beim Betonieren des ersten Abschnittes
werden spezielle Konen eingebracht, die zur Positionierung des nächsten
Abschnittes dienen. Sobald der Beton ausreichende Festigkeit erreicht hat, wird
die Schalung weit genug vom Beton entfernt, um sie leicht reinigen zu können.
Die Positionierkonen werden durch Kletterkonen ersetzt und an den
Haltepunkten die Muttem gelockert. Die Schalung wird durch Klammern
zusammengehalten und der Kran setzt die Schalung als Einheit mit Hilfe der
Kletterkonen um. Mit Scherenspindeln wird die Schalung an den Betonquer-
schnitt angepreßt und justiert. Um Windbeanspruct~ungenaufzunehmen, werden
Streben verwendet. Die Kombination aus vertikalen Riegeln, Scherenspindeln
und Klammem ergibt Schaleinheiten mit unterschiedlichen Höhen, wodurch die
Betonierphase wie gewünscht variiert werden kann.
Einleitung
Die Materialeigenschaften des Holzes werden im wesentlichen durch seine
Struktur bestimmt. Da Holz ein Naturprodukt ist, sind diese Eigenschaften
großen Schwankungen unterworfen, und zwar nicht nur zwischen den einzelnen
Holzarten sondern auch innerhalb einer Holzart. Eine gewisse Homogenität der
Materialeigenschaften kann erreicht werden, wenn das Holz zunächst aufgesägt
oder anderweitig zerkleinert wird und danach zu Brettschichtholz oder Holzwerk-
Stoffen wieder zusammengeleimt wird. Brettschichtholz weist die gleichen
anisotropen Eigenschaften (erhebliche Unterschiede in Fasemchtung und recht-
winklig dazu) auf wie Vollholz, die signifikanten Holzfehler sind jedoch
reduziert.
Die Abnahme der Festigkeit tritt nur bis 20 mm Tiefe auf, während im übrigen
Querschnitt die natürlichen Eigenschaften unverändert bleiben. Bei der Bemes-
sung von Holzkonstruktionen kann diesem Effekt durch eine Vergrößerung des
Querschnittes Rechnung getragen werden.
Der Einfluß aggressiver Gase, z.B. Ammoniak oder Formaldehyd hat keine
negativen Auswirkungen auf Voll- oder Brettschichtholz. Schwefeldioxid verur-
sacht nur in Verbindung mit hohen Temperaturen und hohen Feuchten gewisse
Schädigungen.
Eine besondere Art der chemischen Beanspruchung kann auftreten, wenn Holz in
direktem Kontakt mit Metallen ist, 2.B. mit mechanischen Verbindungsmitteln.
Je nach Holzart und Feuchtegehalt führt die Korrosion der Metalloberfläche zu
einer Holzverfärbung und zu einer Änderung der mechanischen Eigenschaften.
Eisen, das mit Holz mit hohem Gerbsäuregehalt, wie z.B. Eiche, in Berührung
steht, erzeugt eine Schwarzfarbung. Die Zugfestigkeit nimmt bei langem Kontakt
ab, während die Druckfestigkeit nicht beeinflußt wird. Bei sehr kleinen
Kontaktflächen tritt ein Angriff nur sehr langsam auf und bleibt auf die
Berüfirungsflächen beschränkt. Bei Dachtragwerken mit Nagelplattenbindem über
Ställen oder ähnlichen Gebäuden muß ein besonderer Korrosionsschutz
verwendet werden. In diesen Fällen müssen die Metallteile galvanisiert oder mit
Kunststoff beschichtet werden.
Das Dach eines zentralen Lagers einer Käse produzierenden Firma wurde
ebenfalls mit Brettschichtholz gebaut. Holz ist in der Lage, der erwarteten
Bildung von Milchsäuren während der Fermentiemng besser als andere
Materialien, wie 2.B. Stahl, zu widerstehen.
Das Dach über einem Thermalbad, das den Dämpfen aus den Thermalquellen
ausgesetzt ist, wurde mit Brettschichtholzträgem errichtet (Abb. 4). Die
verwendeten Träger wurden mit Wasser- und kochfestem Leim hergestellt. Die
Qualität der metallischen Verbindungsrnittel mußte entsprechend gewählt
werden, um den Dämpfen aus den Thermalquellen widerstehen zu können.
Wird Holz einer UV-Strahlung ausgesetzt, verfärbt es sich je nach Intensität der
Strahlung. So wird Holz zunächst gelb und im Laufe der Zeit nimmt es eine
intensive Braunfärbung an, die von dunklen Zersetzungprodukten der
korrodierten Obefflächen verursacht werden. Farblose Anstriche sind nicht
geeignet, dies zu verhindern. Statt dessen sollten farbige (pigmentierte)
Anstriche, die es in einer großen Farbenvielfalt gibt, verwendet werden.
Der Widerstand von Holzwerkstoffen wird nicht nur von der Struktur des
verwendeten Holzes bestimmt, sondern wird auch durch den Leim oder das
verwendete Bindemittel beeinflußt. Leime auf Hamstoffbasis werden schnell
durch Quellen und Schwinden der angrenzenden Teile zerstört, wodurch die
Gesamtfestigkeit abnimmt. Bei direkter Bewitterung sollten wasserfeste und
kochfeste Leime gewählt werden; dies kann durch die Verwendung bestimmter
Phenol-Formaldehyd- oder Resorcin-Formaldehyd-Leime erreicht werden. Nur
diese Leiinarten bilden einen Widerstand gegen die Bewitterung von Holzwerk-
stoffen. Neben der richtigen Wahl der Leime ergeben auch Obefflächen-
behandlungen einen erhöhten Widerstand gegen ultraviolette Strahlung und
Bewitterung.
Eine Möglichkeit besteht darin, das Holz mit einer schützenden Schicht zu
umgeben, um die Holzfeuchte konstant zu halten. Farben und Lackanstriche
können so wirken, falls sie das Holz vollständig bedecken und nicht an irgend
einer Stelle beschädigt sind. Während diese Beschichtungen einen guten Schutz
gegen Regen bieten, können sie jedoch Feuchte.änderungen durch langsame
jahreszeitliche Veränderungen der relativen Luftfeuchte nicht verhindern. Daher
STEP ~ 2 7 Inhalt
B. Johannesson Durch Wind, Schnee oder Erdrutsche verursachte Schäden an Holzkonstruktio-
G. Johansson nen werden diskutiert. Die Konstruktionen, die durch die Einwirkung von Wind
Chalmers University oder Schnee versagten, wiesen meist Planungs- oder Herstellungsfehler auf. Das
of Technology Verhalten von Häusern während eines Erdrutschs zeigte, daß steife Holzrahmen-
bauten erheblichen Beanspruchungen widerstehen und dabei nahezu intakt
bleiben können. Sorgfältig bemessene und ausgeführte Holzbauten, bei denen die
zu erwartenden Beanspruchungen korrekt angesetzt wurden, können selbst
außergewöhnlich schweren Einwirkungskorribinationen widerstehen.
Sturmschäden
Allgemeines
1969 traten im westlichen Teil von Schweden schwere Stürme auf, die einige der
nachfolgend beschriebenen Schadensfalle verursachten. Obwohl diese Schäden
mehr als 25 Jahre zurückliegen, sind viele der daraus resultierenden Erfahrungen
heute noch so aktuell wie damals. Die damals untersuchten Schäden sind in
einem Bericht (Johansson, 1970) zusarnrnengefaßt. Viele der häufig gemachten
Beobachtungen gelten für sämtliche Tragwerksarten unabhängig vom venvende-
ten Baustoff. Viele der weggewehten Dächer lagen 2.B. lose auf den Häusern
auf, ohne mit der damnterliegenden Konstruktion verbunden zu sein. In einigen
Fallen waren die Hauptschadensursachen so offensichtlich, daß weitergehende
Untersuchungen nicht notwendig waren.
Abb. 3 Falsche Position des Abb. 4 ein Teil des Daches liegt auf der
Stahlbleches. dem Wind abgewandten Seite des
beschädigten Hauses.
Lagerschuppen in Holzbauweise
Ein Lagerschuppen wurde durch den Sturm völlig zerstört. Die Grundrißabmes-
sungen betmgen 30 X 15 m und die Firsthöhe 5,2 m. Das Tragwerk ist in Abb. 7
dargestellt. Sämtliche .Verbindungen waren als Bolzenverbindungen ausgeführt.
Die Querschnittsabmessungen der Bauteile sind nicht bekannt mit Ausnahme des
Sparrenquerschnitts von etwa 50 X 150 mm. Die Verbindung der Pfetten mit den
einzelnen Querrahmen erfolgte über Knaggen, von denen jede mit drei Nägeln
an den Sparren befestigt war. Die Pfette selbst war jedoch nur mit jeweils einem
Nagel an der Knagge befestigt. Diese Verbindung versagte und das gesamte
Dach wurde weggeweht. Die Schiefstellung der Rahmenstiele betrug bis zu
0,5 m. Wäre das Dach nicht weggeflogen, hätten wahrscheinlich die Rahmen
selbst versagt.
Abb. 12 zeigt den Typ eines Dachbinders, der leicht überbeansprucht werden
kann. Die Momentenverteilung im Obergurt ist vor allem vom Abstand a in
Abb. 12 abhängig. Das Versagen wird oft entweder durch einen Biegebruch im
Querschnitt 1 oder durch das Versagen der Verbindung 2 ausgelöst. Im vorlie-
genden Fall betrug im Querschnitt 1 die berechnete Biegespannung 66 N/mm2.
Besondere Schadensfälle
Das Haupttragwerk einer unbeheizten Lagerhalle bestand aus Dreigelenkrahmen
in Fachwerkbauweise. Nach einer Nutzungszeit von etwa 20 Jahren wurde das
Gebäude demontiert und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut. Abb. 13 zeigt
eine Hälfte der Dreigelenkrahmen. Die Gurte der Riegel bestanden aus Vollholz-
querschnitten 50 X 125 mm. Der Bauunternehmer trennte die Rahmenhälften im
Querschnitt A-A (Abb. 13), um die Transportabmessungen zu begrenzen. Diese
Verbindungen wurden mit etwa 1 m langen Laschen 50 X 125 mm gestoßen, die
nur mit wenigen Nägeln an die Gurte angeschlossen waren.
Allgemeines
Das Gebiet des Erdrutschs urnfaßte etwa 27 Hektar mit einer größten
Ausdehnung von 750 m. Die Breite der Zone, in der die meisten Häuser standen,
war etwa 200 m. Etwa 65 Häuser waren direkt vom Erdrutsch betroffen und
weitere 100 Häuser, die dicht bei der Erdrutschzone lagen, wurden evakuiert. Die
meisten direkt betroffenen Häuser bewegten sich ungefähr 100 m in horizontaler
und 10 m in vertikaler Richtung. Der größte zurückgelegte Weg eines einzelnen
Hauses war 180 m. Abb. 15 zeigt eine Übersicht über das Erdrutschgebiet mit
den Verschiebungen der einzelnen Häuser.
In den meisten Häusern blieb jedoch das "Dachdreieck" unbeschädigt. Auch die
"nichttragenden" Trennwände übernahmen erhebliche Beanspruchungen. Das Bad
im ersten Obergeschoß schien der sicherste Raum in1 ganzen Gebäude zu sein.
Abb. 16 zeigt das Tragsystem, die Dachkonstruktion sowie den wahrscheinlichen
Schadensablauf. In Abb. 17 sind einige Details dargestellt.
Ein Haus dieses Typs im Bereich des Erdrutschs hatte statt der Leichtbeton- eine
Holzdecke. Dadurch war das Tragverhalten dem eines geschlossenen Kastens
ähnlich. Der Keller aus Beton wurde zerstört, die darüberliegende Holzkonstruk-
tion blieb außer einigen kleinen Verformungen jedoch intakt.
Abb. 19 Bilder des Hauses mit auskragendem Dach. Auf beiden Bildern ist dasselbe
Haus dargestellt Das Photo mit dem abgebrochenen Dach wurde vier
Wochen später aufgenommen.
Holzrahmenbau
Dieses Haus war als Holzrahmenbau auf einem Keller mit Wänden aus Mauer-
werk errichtet. Die Decke sowie die Fachwerkbinder der Dachkonstruktion
bestanden ebenfalls aus Holz.
Abb. 21 Das Haus wird nur noch von den Innenwänden getragen und kragt in alle
Richtungen aus. Die Schubverfomungen in den Fensteriffnungen sind gut
zu sehen.
Das Verhalten der Häuser während des Erdrutschs in Tuve hat sehr deutlich
gezeigt, daß ein steifer Holzrahmenbau extremen Einwirkungen widerstehen und
intakt bleiben kann. Die eindrucksvollste Beobachtung dort war das Intaktbleiben
des Satteldaches in fast allen Häusern, auch wenn alle Wände versagt hatten und
das Haus mehr als 100 rn verschoben war.
Die allgemeine Schlußfolgerung besteht dann, daß eine korrekte Bemessung und
Konstruktion mit den angemessenen Einwirkungen Konstruktionen ergibt, die
auch extreme Einwirkungen sehr gut aushalten.
Literatur
Johansson, G. (1970). Stormskador i västra Svenge. ("Stom damage in Westem Sweden")
Byggforskningen. Rapport R33 (in schwedisch).
Johansson, G. Johannesson, B. (1984). Damage due to snow loads. IABSE 12th Congress,
Vancouver, BC, final report, S . 829-835.
STEP ~ 2 8 Inhalt
Englischer Originalbeitrag: Schäden an traditionellen Dachkonstruktionen, modernen Holzbauteilen und Brett-
J.P. Biger schichtholztragwerken werden untersucht, Photos und Skizzen der Schadensdetails
Bureau Veritas gezeigt und auf die Schadensursachen hingewiesen.
Dachkonstruktionen
Die Dachkonstmktion in Abb. 1 besteht aus Sparren und Pfetten, die in den
Giebelwänden und auf einem Gebinde in Dachmitte aufgelagert sind. Wegen der
Durchbiegung der Firstpfette sind auch die Dachziegel teilweise abgerutscht.
Die Ursache für diese Situation liegt darin, daß die Sparren an der Mittel- und
Fußpfette lediglich rechtwinklig zu ihrer Längsachse aufgelagert sind und der
gesamte Dachschub über Zug in den Sparren von der Firstpfette aufgenommen wird.
Die Mittelpfette wurde lediglich für Lasten rechtwinklig zur Dachfläche, nicht
jedoch für den Schub in Dachebene bemessen und wird deswegen übermäßig in der
Dachebene verformt.
Ein ähnliches Versagen ist in Abb. 3 zu beobachten. Die Firstpfette versagte wegen
der großen Faserabweichung auf Biegung. Durch die Faserabweichung wirken die
Biegezugspannungen unter einem Winkel zur Faser. Die Festigkeit des Holzes ist
für diese Beanspruchung wesentlich geringer als parallel zur Faser. Auch hier wurde
die Festigkeitssortierung nicht sorgfältig genug durchgeführt.
In Abb. 4 sind zwei Probleme zu erkennen. Zunächst ist durch den Einbau nicht
genügend trockenen Holzes ein breiter Riß im Hängepfosten entstanden, der nahezu
in der Ebene der Bolzen verläuft und damit die Tragfähigkeit der Verbindung
Die in Abb. 5 gezeigte Konstruktion ist etwa 50 Jahre alt. Eine undichte Dachhaut
ermöglichte das Eindringen von Wasser. Die dadurch auf Dauer erhöhte Holz-
feuchte führte zu Bedingungen, die für das Wachstum von Pilzen förderlich sind.
Das Tragwerk ist an denjenigen Stellen, an denen Wasser eindringen konnte, schwer
beschädigt. Diese Schäden können durch angemessene Unterhaltsmaßnahmen der
Dacheindeckung vollständig vermieden werden.
Moderne Holzbauteile
Das Holztafelhaus in Abb. 10 kann nur noch durch Abstützungen vor dem völligen
Versagen bewahrt werden. Die Erdgeschoßwände neigen sich nach außen weil die
Verbindungen zwischen den Wänden und der Decke völlig unzureichend sind.
Brettschichtholzkonstruktionen
Abb. 11 Firstabsenkung.
Das Tragwerk bestand aus einem Träger über zwei Felder mit einem Gerbergelenk
in der Nähe des mittleren Auflagers (siehe Abb. 21). Der Entwurf des
Gerbergelenks in Abb. 22 ermöglicht keine ausreichende Verdrehung des
Endquerschnitts des Einhängeträgers. Durch die Rotation des Endquerschnitts trat
Querzugversagen in der Nähe der beiden unteren Verbindungsmittel auf, was zum
völligen Versagen der Konstruktion führte.
M.P. Ansell, University of Bath School of Materials Science, Claverton Down, Bath
BA2 7AY, Vereinigtes Königreich
J.P. Biger, Bureau Veritas, Civil and Environmentai Engineering, 17 bis Place des
Reflets, 92400 Paris la Defense Cedex 44, Frankreich
H.J. Larsen, Danish Building Research Institute, Dr. Neergaarsvej 15, 2970
Hgrsholm, Dänemark
C.J. Mettem, Timber Research and Development Ass., Stocking Lane, Hughenden
Valley, High Wycombe, Buckinghamshire HP14 4ND, Vereinigtes Königreich
P. Racher, C.U.S.T.-Genie Civil, P.O. Box 206, 63 174 Aubiere Cedex, Frankreich
B. Roald, The Norwegian Institute of Wood Technology, P.O. Box 113, Blindem,
0314 Oslo, Norwegen
K.H. Solli, The Norwegian Institute of Wood Technology, P.O. Box 113, Blindem,
0314 Oslo, Norwegen
Österreich
NRO: PROHOLZ - Holzinfonnation Österreich, Wien
Supporting organisations: Fachverband der Sägeindustrie, Wien; Fachverband der
holzverarbeitenden Industrie, Wien; Bundesinnung der Zimmermeister, Wien
Belgien
NRO: Opleidingscentrum Hout, Brussels
Dänemark
NRO: "Trizbranchens Oplysningsrid", The Danish Timber inforrnation Council,
Lyngby
Supporting organisations: Danish Building Research Institute, H~rsholm;Technical
University of Denmark, Lyngby; University of Aaiborg
Finnland
NRO: V'IT Building Technology, Espoo
Supporting organisations: Finnish Tirr~ber Council; Finnish Forest Industries
Federation; The Quality Control Association for Timber Stmctures (PLY);
Finnforest Oy Kerto Division; Technicai Research Centre of Finland (VTT)
Frankreich
NRO: Union Nationale Fran~aisede Charpente, Menuiserie et Parquets, Paris
Supporting organisations: Arbocentre, Orleans; Centre Experimental du Batiment
et des Travaux Publics, Saint Remy Les Chevreuse; Bureau Veritas, Courbevoie;
Centre Technique du Bois et de 1' Ameublement, Paris; C.U.S.T.-Genie Civil Blaise
Pascal University, Aubiere; SOCOTEC, Saint-Quentin en Yvelines
Deutschland
NRO: Arbeitsgemeinschaft Holz, Düsseldorf
Supporting organisations: Deutsche Gesellschaft für Holzforschung, München;
Fachhochschule Hildesheim/Holzminden;Universität München; Gesamthochschule
Wuppertal; Technische Universität München; Universität Karlsruhe; Fachhoch-
schule München
Irland
NRO: Colin Short Associates, Greystones
Supporting organisations: Ove Amp & Partners; University of Limerick; Forbairt;
Irish Timber Trades Association; Coillte Teoranta; Cork Regional Technical
College; Malcolm Jacob - Consulting Engineer; Wood Marketing Federation;
Dublin Institute of Technology; University of Ulster; University College Dublin;
Trinity College Dublin; Michael Quaide - Consulting Engineer; Irish Timber
Council
Italien
NRO: Universita degli Studi di Firenze Dipartimento di Ingegneria Civile, Firenze
Supporting organisations: Universita degli Studi di Firenze - Istituto di
Assestarnentoe Tecnologia Forestale; Holzbau AG-S.p.a., Brixen; Centro di Ricerca
e Servizi per il Legno e per il Pioppo S.R.L., Sustinente
Niederlande
NRO: Centrum Hout, Almere
Supporting organisations: Delft University of Tecl-inology, Delft; Stichting WESP,
Woerden; Stichting Opleidings- en Ontwikkelingsfonds voor de Tirnmerfabrieken,
Bussum; TNO Building and Construction Research, Rijswijk
Norwegen
NRO: Thte Norwegian Institute of Wood Technology (NTI), Os10
Supporting organisations: University of Trondheim; The Norwegian Institute of
Wood Technology, Os10
Portugal
NRO: Laboratorio Nacional de Engenharia Civil, Lisboa
Schweden
NRO: Träinformation, Stockholm
Supporting organisations: Chalmers University of Technology; Lund University;
Swedish National Testing and Research Institute
Schweiz
M O : Lignum - Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für das Holz, Zürich
Supporting organisations: ETH Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich; EPF
Ecole Polytechnique Fedkrale, Lausanne; SIA Schweizerischer Ingenieur- und
Architekten-Verein, Zürich
Vereinigtes Königreich
NRO: TRADA, High Wycombe, Buckinghamshire
Supporting organisations: Timber Research and Development Association; Gang-
Nail Systems Ltd.; Brighton University; University of Nottingham; University of
Surrey; Meyer Intemational; SCOTFI; Institute of Wood Science; MiTek Industries
Ltd.; Simpson Strongtie Intemational Incorporated; Jarnes Donaldson & Son;
Donaldson Timber Engineering
Inhalt
Holzbauwerke SSEP 1
Bemessung und Baustoffe
Al 3 Leiine
Al? Fcucrwiderst:ind von Holz und Holzwcrksroffen
A 13 Baulicher Holzschutz
.A 15 Dauerhaftigkeit - Chemischer Holzschutr.
Alh tloiZundUi1iweit
A 17 Grcnzzustä~ideder Gebrauchstauglichkeit - Verformungen
Al8 Grenzzustände der Gcbrauchstauglichlieit - Schwingungen
A 19 Kriechen
H Bauteile
B1 Einflul3 des Voluniens lind der Spannungsverteiliing
B3 Zu? und Druck
B3 Biegung
B1 Schub und Torsion
B5 Ausgeklinkte Träger und Durchbrüche in Brettschiclitholz
B6 Druckstäbe
B7 Knicklängen
B8 Pultdachträger. gekrümmte Träger ~ i n dSatteldxhtriiger
B9 Geleimte. dünnstegige Träger
B I0 Tafelelemente
BI 1 Träger und Stützen aus nachgiebig verbundeneti Querschnittsteileri
B 12 Fachwerkbinder
B 13 Aussteifeiidc Schcibcn
B I4 Ebene Rahnieii und Bögen
B 15 Aussteifuiig Bcmcssung
-
B 16 Lastvertcilurig
B 17 Feuerwiderstand von Holibauteilen
C Verbindungen
CI Mechanische Holzverbindungen - Allgenieines
C2 Qucrzugbcanspruchunfcn bei Aiischlüssen
C? Verbindungen mit stiftfcirn~igenVerbindungsmitteln - Theorie
C1 Nagelverbindungen 1
C5 Nagelverhind~ingenI1
C6 Bolzen- und Stabdübelverbiildungen 1
C7 Bolzen- und Stabdübclvcrbiiidungen 11
C8 Schrauben\~erbinduiige11
C9 Verbindungen init Eiiilaßdübeln
C 10 Verbindungeii init Einpreßdübeln
C11 NagelpIattc~i\~erbi~icIu~igc~~
C 12 Ziinincrmannsn~älJigeVerbindungcn
C 13 Verbindungeri niit Stahlblecliformieilen
C 14 Eingeleimte Stäbe
C 15 Verbindungen mit mehrcren Verbitidungsniiiteln
Cl h Bicgcstcifc Verbindungen
C 17 Holzverbindungen uiitcr Erdbebenbeansprucl~~irigen
C I8 EinflulJ von Holzleiichte und Lasteinwirkungsdauer in Verbindungen
C 19 Fe~iei-widei-standvoii Verbindungcti
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Dachkonstruktionen können vor windbedingten Schäden geschützt werden, indem die Verbindungen vertieft und entsprechend ausgelegt werden, um Querzugspannungen zu reduzieren, die durch den Windsog entstehen. Außerdem sollten Verbindungsmittel tiefer im Hauptträger integriert werden .
Für die Verstärkung von Decken- und Wandscheiben unter horizontalen Lasten können zusätzliche Rippen, Unterzüge oder Rahmenelemente eingesetzt werden. Ebenso wichtig ist es, die Verbindungselemente so zu dimensionieren und anzuordnen, dass sie die entstehenden Kräfte sicher übertragen können .
Probleme wie Spannungen, die zu Versagen führen können, treten bei Holzverbindungen durch das unterschiedliche Schwinden von Holz im Vergleich zu nicht-hygroskopischen Materialien oder Metallen auf. Diese können durch gut konzipierte Konstruktionen, die ausreichend berücksichtigen, wie verschiedene Materialien auf Temperatur- und Feuchteänderungen reagieren, vermieden werden .
Die Erdbebenresistenz von Holzrahmenbaukonstruktionen kann verbessert werden, indem mechanische und strukturelle Anpassungen vorgenommen werden. Eine Möglichkeit ist die Erhöhung der Steifigkeit durch die Verwendung durchgehender Wände über mehrere Stockwerke, was die Verformungen bei Deckenauflagern verringert und die Lasten über die Rippen parallel zur Faser verteilt . Zudem sollten Außenwände verstärkt werden, indem Holzwerkstoffplatten auf die Rippen genagelt werden, um eine ausreichende scheibenartige Aussteifung zu gewährleisten . Eine sorgfältige Bemessung und Ausführung der Verbindungen ist entscheidend, um der Quelle- und Schwindverformung Rechnung zu tragen, und um Wasser in den Verbindungsflächen zu vermeiden, was den Verbindungen zusätzliche Stabilität verleiht . Darüber hinaus können CAD- und CAM-Techniken in der Planungs- und Fertigungsphase helfen, die Passgenauigkeit und die Montageeffizienz zu verbessern, was zur strukturellen Integrität beiträgt .
Holzbauteile können durch bauliche und gestalterische Maßnahmen vor Witterung geschützt werden, ohne auf chemische Holzschutzmittel zurückzugreifen. Dazu gehört die Verwendung eines Vordachs oder einer speziellen Geländerausbildung, die strukturellen Schutz bietet, sowie der Einsatz von haltbaren Holzarten wie Lärche, die von Natur aus witterungsbeständiger sind .
Trägerverbindungen müssen Veränderungsbeanspruchungen aufnehmen können, da sich die Belastungsrichtung während eines Erdbebens häufig ändert. Verbindungen sollten daher befestigt und nicht ausschließlich auf Druckkräfte ausgelegt sein. Eingesetzte Materialien müssen flexibel und belastbar in verschiedenen Richtungen sein .
In hochwassergefährdeten Gebieten stellen die Montagearbeiten eine Herausforderung dar, da der Bereich durch Wassergefahren beeinflusst wird. Dies erfordert eine genaue zeitliche Planung und die Verwendung geeigneter Gerüste und Montageverfahren, um Risiken zu minimieren .
Brücken können durch mehrere strukturelle Anpassungen besser in die natürliche Landschaft eingefügt werden. Eine Möglichkeit besteht in der Wahl der Materialien, wie beispielsweise die Verwendung von Holz, einem ökologischen und heimischen Rohstoff, welcher auch neue technologische Entwicklungen ermöglicht . Die Integration von Naturmaterialien wie Holz kann auch aus ästhetischen Gründen eine harmonischere Einfügung in die Landschaft bewirken . Außerdem kann das Design einer Brücke angepasst werden, um die bestehende Landschaft zu ergänzen. Eine flache Konstruktion, die die Topografie respektiert, oder eine Spannbandkonstruktion, die den natürlichen Linien der Landschaft folgt, kann zur optischen Integration beitragen . Zusätzlich fördert die Anwendung von Verblendungen und Dächern den Schutz der Konstruktion und verbessert gleichzeitig die ästhetische Eingliederung ins Landschaftsbild .
Holz in tragenden Brückenkonstruktionen bringt spezifische Herausforderungen hinsichtlich der Materialermüdung mit sich. Erstens ist Holz anfällig für Fäulnis und Pilzbefall bei hoher Feuchtigkeit, was die Festigkeit und Dauerhaftigkeit erheblich beeinträchtigen kann . Zusätzlich zu diesen biologischen Risiken weist Holz hygroskopische Eigenschaften auf, die zu Quell- und Schwindverformungen führen, was unter Belastung zu erhöhten Beanspruchungen führen kann . Auch die akustische Emission kann als Technik genutzt werden, um Schäden frühzeitig zu erkennen, jedoch ist diese Methode auf kleine Bereiche beschränkt und erfordert hohe Präzision . Des Weiteren können beim Auftreten von Spannungskonzentrationen in kleinen Bereichen, weit unterhalb der elastischen Grenzen, akustische Emissionen auftreten, was zu einem Versagen des Bauteils führen kann .
Regelmäßigkeit von Bauwerken ist für die Erdbebenfestigkeit wichtig, da Bauwerke mit regelmäßigen geometrischen Formen besser in der Lage sind, die durch Erdbeben verursachten Kräfte gleichmäßig zu verteilen. Diese Regelmäßigkeit trägt zur Minimierung von Torsionskräften bei, die bei unregelmäßigen Formen auftreten können, wenn die Massenverteilung asymmetrisch ist. Eine gleichmäßige Verteilung der Massen und strukturellen Elemente verbessert ferner das Schwingungsverhalten und verringert die Gefahr von lokalisierten Resonanzphänomenen, die bei unregelmäßigen Bauwerken auftreten könnten. Dies erhöht die Stabilität und reduziert die Wahrscheinlichkeit von strukturellem Versagen während eines Erdbebens .