1.2.
3 Diagnostik
Normwerte Labor Ziel 1 (Kernziel)
Dr. med. Axel Heider 1.2.3 (1) Dok1 AH
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
nachstehend informieren wir Sie über die häufigsten Laborwerte, welche in der täglichen Praxis
bestimmt werden. Oft bekommt der Patient Laborwerte mitgeteilt, deren tieferer Sinn ihm eigentlich
verborgen ist. Um dem abzuhelfen, sind die Laborwerte kommentiert. Die Normbereiche sind getrennt
für Männer (m) und Frauen (w) angegeben. Der Einfachheit halber haben wir auf die Maßeinheiten
verzichtet.
Bei Unklarheiten wenden Sie sich bitte jederzeit an uns!
Blutbild + Blutkörperchensenkung
Leucozyten (weiße Blutkörperchen) m: 4000 - 9400 w: 4000 - 9400
Erhöht bei: Infekten, Stress, Rauchern, seltener Tumoren/Leukämie
Erniedrigt bei: wenigen Infektionskrankheiten ([Link], aber auch
Viruserkrankungen wie Grippe oder Masern), Blutkrankheiten, bestimmten
Medikamenten, Chemotherapie
Erythrozyten (rote Blutkörperchen) m: 4,6 - 6.2 w: 4.2 – 5.4
Erhöht bei: bestimmten Blutkrankheiten und Lungenkrankheiten
Erniedrigt bei: Eisenmangel, Blutarmut
Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) m: 14.0 – 18.0 w: 12.5 – 17.0
Erniedrigt bei: Eisenmangel, Blutarmut
Erhöht bei: chronischer Lungenerkrankung,Hämochromatose
Hämatokrit (zellulärer Anteil des Blutes) m: 40 – 52 w: 35 – 47
Maß für die Zähflüssigkeit der Blutes.
Erhöht bei: bestimmten Blutkrankheiten und Lungenkrankheiten
Erniedrigt bei: Eisenmangel, Blutarmut
Thrombozyten (Blutplättchen) m: 130 – 400 w: 130 – 400
Erhöht bei: bestimmten Blutkrankheiten
Erniedrigt bei: [Link], Leukämie, Chemotherapie,
Gerinnungsstörungen
Blutsenkung (BSG) m: 3 – 15 w: 3 – 20
Erhöht bei: akuten und chronischen Infektionen, Blutarmut, bösartige Erkrankungen,
Schwangerschaft
Erniedrigt bei: vegetativer Labilität, Blutzellvermehrung (vgl. Hämatokrit/
Erythrozyten).
Dateiname: 1.2.3_(1)_Dok3_AH_Normwerte_Labor Seite 1 von 4
Erstellt: Dr. med. Axel Heider am: 17.01.2009 Version: 1-01/2009
Geprüft: Nicole Bitzer am: 17.01.2009 gültig ab: sofort
Freigegeben: Dr. med. Axel Heider am: 17.01.2009
Dr. med. Axel Heider. Alle Rechte vorbehalten.
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Normwerte Labor Ziel 1 (Kernziel)
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Niere
Kreatinin m: 0.65 – 1.25 w: 0.45 – 0.95
Erhöht bei: verminderter Nierenfunktion = Niereninsuffizienz, bestimmten
Medikamenten, Herzschwäche, Muskelzerfall
Harnstoff m: 10 – 50 w: 10 – 50
Erhöht bei: verminderter Nierenfunktion, eiweissreicher Kost in großer Menge
Erniedrigt bei: schweren Lebererkrankungen, eiweissarmer Kost
Harnsäure m: 2.0 – 7.0 w: 1.5 – 5.7
Erhöht bei: Gicht, Hungerzuständen, [Link], [Link]- krankheiten
Erniedrigt bei: verminderter Bildung, best. Medikamenten
Zuckerstoffwechsel
Glucose (Blutzucker nüchtern) m: 65 – 115 w: 65 – 115
Erhöht bei: Zuckerkrankheit = Diabetes, nach dem Essen
Erniedrigt bei: Überdosierung Zuckermedikamente/Insulin, [Link] der
Bauchspeicheldrüse
HbA1c („Langzeitzuckerwert“) m: 4.7 – 6.4 w: 4.2 – 6.0
Durch die Bestimmung von HbA1c erhält man Information, ob ein Diabetiker in
den zurückliegenden 6 – 8 Wochen richtig eingestellt war.
Erhöht bei: schlechter Blutzuckereinstellung
Erniedrigt bei: zu scharfer Blutzuckereinstellung
Zielwerte bei Zuckerpatienten: gut -> bis 7
befriedigend - > bis 8
mäßig -> bis 9
Fettstoffwechsel
Cholesterin m: 100 – 200 w: 100 – 200
Erhöht bei: Fettstoffwechselstörungen, Fehlernährung
HDL-Cholesterin m: >40 w: >40
„gutes“ Cholesterin; sollte im Prinzip so hoch wie möglich sein, da es vor
Gefässverkalkung = Arteriosklerose schützt.
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LDL-Cholesterin m: <150 w:<150
„schlechtes“ Cholesterin; sollte so niedrig wie möglich sein, da es hauptverant-
wortlich für die Arteriosklerose ist (bei Patienten mit Diabetes mellitus oder KHk
möglichst Werte <100 anstreben)
Triglyceride (Neutralfette) m: 50 – 200 w: 40 – 200
Erhöht bei: Fettstoffwechselstörungen, Fehlernährung, Blutentnahme nach dem
(fettreichen) Essen.
Leber + Galle
Bilirubin ges. (Gallenfarbstoff) m: <1.0 w: <1.0
Erhöht bei: Gelbsucht, Leberentzündung (Hepatitis), Fettleber, Gallensteinen, oft nur
„Schönheitsfehler“ (=[Link])
GOT m: bis 35 w: bis 31
GPT m: bis 45 w: bis 34
YGT m: bis 55 w: bis 38
Erhöht bei: Leberentzündungen, Gallenerkrankungen, Alkoholkonsum, Leberzirrhose,
Fettleber, Herzinfarkt (GOT)
Alkalische Phosphatase m: 53 - 128 w: 42 - 98
Erhöht bei: Lebererkrankungen, Knochenerkrankungen, Überfunktionen der
Schilddrüse, Kindheit/Jugend (bei vermehrtem Knochenwachstum)
LDH m: bis 245 w: bis 245
Erhöht bei: Herzinfarkt, Lungenembolie, Leberkrankheiten, bösartigen Krankheiten,
Blutkrankheiten, zahlreiche sonstige Krankheiten
Mineralstoffe
Natrium m: 134 – 150 w: 134 – 150
Erhöht bei: Wasserverlust (Erbrechen, Durchfälle), vermehrte Salzaufnahme,
Nierenerkrankungen
Erniedrigt bei: Herzschwäche, Erbrechen, Durchfällen, Wassertabletten- einnahme
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Kalium m: 3.8 – 5.0 w: 3.8 – 5.0
Erhöht bei: Nierenerkrankungen, bestimmten Medikamenten (Wassertabletten)
Erniedrigt bei: Erbrechen, Durchfällen, Stoffwechselstörungen, Mangel-ernährung,
Abführmittelmissbrauch, bestimmten Medikamenten (Wasser-, Blutdrucktabletten)
Calcium m: 2.1 – 2.65 w: 2.1 – 2.65
Erhöht bei: Nebenschilddrüsenerkrankungen, Knochenerkrankungen, medikamentös
bedingt
Erniedrigt bei: Nebenschilddrüsenerkrankungen, Nierenschwäche, Leberzirrhose,
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Schilddrüsenwerte
TSHbasal m: 0.30 – 4.50 w: 0.30 – 4.50
Dies ist der Botenstoff der Hirnanhangsdrüse, welcher die Schilddrüse zur Arbeit
antreibt.
Erhöht bei: Schilddrüsenunterfunktion (möchte, dass die Schilddrüse mehr arbeitet!)
Erniedrigt bei: Schilddrüsenüberfunktion (braucht die Schilddrüse dann nicht
anzutreiben)
T3 m: 66 - 200 w: 66 – 200
T4 m: 4.5 – 12.0 w: 4.5 – 12.0
Schilddrüsenhormonwerte
Erhöht bei: Schilddrüsenüberfunktion (Gewichtsabnahme, schneller Puls,
Schwitzen, oft bei vergrößerter Schilddrüse = Struma)
Erniedrigt bei: Schilddrüsenunterfunktion
Auf diesen Seiten können Sie sich umfassend über Blutwerte und deren Bedeutung informieren:
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Bücher zum Thema:
Laborwerte verständlich gemacht
Dr. med. K. und S. Müller, 144 S., Trias 2002, 14,95 €
Das Handbuch der Laborwerte
[Link]; 95 S., Südwest Verlag 2000, 9,95 €
Laborwerte, klar und verständlich
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