geometricdesign Das Hyperdodekaeder
Das Hyperdodekaeder
Einleitung
Die fünf Platonischen Körper können nach ihren Proportionen in zwei Gruppen eingeteilt
werden:
1. Die Vertreter der mineralischen Natur sind Würfel, Oktaeder und Tetraeder. An ihnen
findet man die Zahlen 3 und 4, und die Proportionen 1 : √ 2 und 1 : √ 3. Mit beliebig vielen
Würfeln lässt sich ein Raum lückenlos ausfüllen. Ebenso lückenlos füllen auch Oktaeder
den Raum aus, wenn sie in einem Mengenverhältnis von 1 : 2 mit Tetraedern kombiniert
werden.
2. Die Vertreter der lebenden Natur sind Ikosaeder und Pentagondodekaeder. An ihnen
findet man die Zahlen 3 und 5 und die Proportion des Goldenen Schnittes, 1 : ½(1 +-√5)
oder 1 : 1.618. Mit einer beliebigen Anzahl von Dodekaedern ist es nun aber nicht
möglich, ein Volumen ohne Zwischenräume zu füllen. Jeder beteiligte Körper ist ein
unabhängiges Gebilde.
© Ueli Wittorf 1
Das Hyperdodekaeder geometricdesign
Ein Cluster von Pentagondodekaedern
Es stehen vier verschiedene
Sorten von Dodekaedern zur
Verfügung.
Diese wurden am Teilmodell
zur Demonstation
zusammengefügt.
I Kern, einziges regelmässiges
Pentagondodekaeder.
II Erste, abschliessende Hülle
um den Kern aus zwölf leicht
zusammen gedrückten Zellen.
III Zwanzig, über den
„Eckpunkten“ liegende, auf der
Spitze stehende und
zusammen gedrückte,
dodekaedrische Zellen.
IV Die zwölf flachsten Zellen
bilden zusammen mit III die
abschliessende Schicht.
Auf allen zwölf Flächen eines Kern-Pentagondodekaeder (I) werden ebensolche aufgesetzt,
die sich zunächst gegenseitig, d.h. seitlich nicht berühren. Werden diese (II) um die Hälfte
des Minors ihres Durchmesser zusammen gedrückt, so entsteht ein geschlossener Körper
aus 13 Zellen mit 20 Einbuchtungen (II um I).
In die Mulden über den 20 Ecken des Kernkörpers passen weitere Dodekaeder mit ihren
Spitzen, wenn diese (in Richtung ihrer 3-zähligen Symmetrieachse) auf ihre halbe Höhe
reduziert werden (III).
Und schliesslich passen in die jetzt gebildeten Mulden 12 Dodekaeder, welche wie in der
ersten Schicht, jetzt aber in ihrer Höhe auf die Hälfte des Majors des Durchmessers des
Kerndodekaeders zusammen gepresst sind (IV).
2 © Ueli Wittorf
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Der Rauminhalt des Hyperdodekaeders wird gebildet aus den folgenden, dodekaederischen
Zellen:
Abb. 1: 1 Kernzelle, ein regelmässiges Pentagondodekaeder (I)
Abb. 2: 12 Zellen mit reduzierter Höhe, die den Kernkörper umschliessen (II).
Abb. 3: 20 Zellen mit halber Höhe und mit einer Ecke in die Mulden passend. Drei ihrer Flächen sind
an der Aussenhaut beteiligt (III).
Abb. 4: 12 Zellen mit stark reduzierter Höhe die mit einer regulären Fünfecksfläche auf Zellen II
aufliegend, während die andere an der Aussenhaut beteiligt ist (IV).
Es entsteht ein kugeliges Gebilde, d.h. ein Cluster aus 45 Zellen, dessen Oberfläche aus
12 regulären Fünfecken und 30 rhombenförmigen Sechsecken, die in vier Fünfecke unterteilt
sind, zusammengesetzt ist. Jedes dieser Sechsecke ist die Projektion eines
Pentagondodekaeders in Richtung der 2-zähligen Symmetrieachse (V).
Abb. 5: Streng genommen sind auch die 30 rhombischen Sechsecke mit ihrer Unterteilung in vier
Fünfecke Zellen, sie sind aber auf Null zusammengepresst und haben keinen Inhalt (V).
Zusammen mit 12 regulären Fünfecken bilden sie die Oberfläche des Hyperdodekaeders.
© Ueli Wittorf 3
Das Hyperdodekaeder geometricdesign
Das Hyperdodekaeder als Zellenstruktur
Aus dünnen, transparenten Hart-PVC-Platten gebaut, grenzen sich die einzelnen Zellen des
Hyperdodekaeder voneinander ab und das Erscheinungsbild ist ein völlig anderes, als wenn
es aus Stäben als Skelett zusammengesetzt ist, wie es eingangs gezeigt wurde.
Das Hyperdodekaeeder (Ø 66cm)
setzt sich zusammen aus:
§ 1 zentralen Kernzelle
§ 12 den Kern umschliessenden
Zellen
§ 20 äusseren,
zusammenhängenden und
mit einer Ecke zum Zentrum
weisenden [Link] sind mit
drei Seiten an der Oberfläche
beteiligt, und
§ 12 äusseren Zellen, welche
mit einer regelmässigen (im
Modell offenen) und fünf
weiteren Fünfecksseite an der
Oberfläche beteiligt sind.
Die 336 Zellwände beschränken
sich auf drei Formen:
A 36 regelmässige Fünfecke,
diese wurden offen gelassen.
B 150 in der Höhe reduzierte
Fünfecke.
C 150 stark reduzierte Fünfecke.
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Das transparente Modell der
Hyperdodekaeder-Sphäre
setzt sich zusammen aus :
§ 12 regulären Fünfekcken
§ 30 rhombischen Sechsecken
(welche am Zellenmodell,
oben, in 4 reduzierte Fünfecke
unterteilt sind).
Die ganze Oberfläche ist mit 12 +
30 x 4 = 132 Fünfecken besetzt.
Zeichnerische Darstellung des
Hyperdodekaeders, und der
Körper als Stern ausgebildet,
wenn jede Fläche über die
benachbarten Flächen
hinausragt, bis sie eine
übernächste, benachbarte
schneidet.
Das Hyperdodekaeder als Skelettstruktur
Das Hyperdodekaeder als
Skelett-Gebilde (hier in der
Sichtrichtung der 3-zähligen
Symmetrieachse) wurde zum
Vergleich in gleicher Grösse
gebaut (Ø 66cm). Es besteht aus
680 Stäben verschiedener
Längen.
a 70 mm 180 Stk.
b 66.5 mm 120 Stk.
c 60.5 mm 260 Stk.
d 41 mm 120 Stk.
total 680 Stäbe
© Ueli Wittorf 5
Das Hyperdodekaeder geometricdesign
Projektionsbilder des Hyperdodekaeders
Als Parallelprojektion zeigt sich das Hyperdodekaeder in den Symmetrieachsen in drei
verschiedenen Mustern:
In der 2-zähligen Symmetrie In der 3-zähligen Symmetrie In der 5-zähligen Symmetrie
Werden die Fünfecke durch Fünfsterne ersetzt, so ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die
Teilbilder sollen den Vorgang des Auswechseln verdeutlichen.
Vom Fünfeck zum
Fünfstern
Vier Fünfecke im
rhombischen
Sechseck werden
ersetzt durch vier
Fünfsterne
Und an den drei Projektionen vorgenommen:
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© Ueli Wittorf 7
Das Hyperdodekaeder geometricdesign
Die Sterne sind in der Strichfigur nicht leicht
auszumachen. Erst das Ausfüllen macht sie
eindeutig sichtbar.
In der Projektion der 5-zähligen Symmetrie
sind 46 Fünfsterne sichtbar, 46 liegen
dahinter und 40 liegen an der Peripherie
und würden nur als gerade Linienstücke
erscheinen.
In der Projekton der 3-zähligen Symmetrie
zählen wir 54 Fünfsterne.
In der Projektion der 2-zähligen Symmetrie
zählen wir 56 Fünfsterne.
Die Strichzeichnungen regen an, durch Färbung bestimmter Felder besondere Figuren
hervorzuheben, z.B. alle Dreiecke, Vierecke oder Fünfecke anzufärben, oder die Bänder als
geflecht sichtbar werden zu lassen. Oder man stellt sich die Frage: Wie viele regelmässige
Fünfecke gibt es?
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alle Fünfecke alle Vierecke alle Dreiecke
driezählige Symmetrie fünfzählige Symmetrie
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Das Hyperdodekaeder geometricdesign
Ein Malbogen
Wo sind die Sterne? Das Malbogen-Set enthält die Stern-Skelettdarstellungen in den drei
Symmetrieprojektionen, wie sie auf Seite 8 in der rechten Spalte übereinander abgebildet
sind je 3 mal auf 160g Papier- A4-Blättern. Für CHF 14.00 abzugeben.
Zürich, im Jahre 2005
Ueli Wittorf
10 © Ueli Wittorf