Methodenbuch 2
Methodenbuch 2
Das Methodenbuch
Lautere Tricks,
mit denen Sie
(nicht nur)
Ihre Deutsch-Tests bestehen
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Inhalt
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Methoden für Lernende
„Lauter“ ist ein nicht so oft gebrauchtes Adjektiv und bedeutet rein, pur, sauber, unvermischt.
Lauteres Gold ist 24 Karat Gold, 1000 von 1000 Anteilen sind Gold.
Alle acht Manipulatoren der deutschen Sprache und ihre beabsichtigten Effekte
zählen zu den lauteren Tricks, die in Sprachprüfungen zum Bestehen führen:
Manipulator Effekt
Partikel Aussagen emotional färben und damit
Verhalten manipulieren
Phonetik/ Aussprache Selbstwertgefühl der Sprecher:innen steigern
Angst und Scham beim Sprechen verringern
Automatische Sätze Kommunikation spontan verbessern
Verbpositionen V2/ VL Vertrauen auslösen
Endungen Emotionen auslösen
Phantasien auslösen
Verstehen beschleunigen
Verhalten manipulieren
Soziale Gruppen öffnen
Verbposition V,V Respekt auslösen
Verben mit Präpositionen den Sprecher als beruflichen Profi erscheinen lassen
Respekt auslösen
Kooperation auslösen
Idiomatische Wendungen Komplexe Phantasien auslösen
Nuancen präzise ausdrücken
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Die Trennlinie zwischen lauteren und unlauteren Tricks verläuft dort, wo die Prüfungsregularien
etwas ausschließen bzw. wo die Prüfer Verstöße ins Prüfungsprotokoll eintragen und damit das
Nichtbestehen der Prüfung begründen.
Umgekehrt gilt: Alles ist erlaubt, was die Prüfer bemerken und nicht ins Prüfungsprotokoll eintragen.
Dazu zählen auch die lauteren Tricks.
Ein unlauterer Trick ist ein offener Regelbruch, der nicht akzeptiert wird, beispielsweise das
Auftauchen von einem (mitgebrachten) Spickzettel während der Prüfung.
Ein solcher Trick führt direkt zum Eintrag ins Prüfungsprotokoll und zum Nichtbestehen.
Ein lauterer Trick liegt vor, wenn die Kandidatin sich während der Prüfung vom Prüfer ein
gestempeltes Schmierpapier geben lässt und den Spickzettel schreibt. Die Inhalte sind die gleichen,
der Stempel beweist, dass die Kandidatin diese Informationen innerhalb der Prüfungszeit schrieb.
Ein solcher Trick wird nicht im Prüfungsprotokoll notiert,
die Prüfung läuft (mit diesem Hilfsmittel) weiter.
Lautere Tricks werden von Chefs begrüßt, sie freuen sich darüber, weil sie sagen:
Wer solche Tricks beherrscht, kann meine Kunden besser bedienen und
die betrieblichen Abläufe besser steuern. Solche Leute suche ich.
Diese Tricks funktionieren in Sprachprüfungen ebenso wie an allen anderen Orten. Die Prüfer wissen,
dass es Tricks sind, und geben Punkte, weil diese Tricks die Probleme lösen, bevor sie groß werden.
Diese Tricks sind von den Prüfungsregularien nicht ausgeschlossen.
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Sofort positive Phantasien im Kopf der Biodeutschen auslösen
Eine Chilenin sagte: Die Deutschen sind unkooperativ, herzlos und kalt. Daraufhin fragte ich sie:
Kennst du die Tricks, wie du diese Leute kooperativ, warmherzig und freundlich machen kannst?
Sie entgegnete halb zweiflerisch, halb neugierig: Ist das möglich?
Diese positive Phantasie beseitigt sofort die bisher bestehenden Barrieren zwischen den Menschen in
der deutschen Gesellschaft. Das wiederum ändert spontan das Verhalten der Deutschen.
Aus unkooperativen, herzlosen, kalten, desinteressierten Deutschen werden
kooperative, warmherzige, freundliche, zugewandte Menschen.
Viel interessanter ist, dass das Ehrenamt das Deutschlernen enorm beschleunigt und
viele Einblicke, viele Tipps und Tricks für ein besseres Leben in Deutschland liefert.
Es gibt viele Wege, wie eine Person ein für sie passendes Ehrenamt finden kann:
Der fünfte Trick lautet: DerDieDas ohne Fehler sprechen und schreiben können.
Dafür gibt es fünf erfolgreiche Möglichkeiten:
1. Ich spreche den Artikel und das Adjektiv aus und
stoppe vor dem Nomen.
Ich starte ein neues Gespräch:
Ich frage nach dem Artikel.
Alle Deutschen geben mir bei allen Nomina den korrekten Artikel.
Ich gehe zum bereits gesprochenen Artikel zurück.
Dann spreche ich den Satz mit den korrekten Endungen zu Ende.
Das klingt in der gesprochenen Sprache so:
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3. Ich kann einen Freund fragen:
Was ist los mit dir?
Warum korrigierst du mich nicht, wenn ich eine Endung falsch ausspreche?
4. Ich kann ein Kind bitten:
Weißt du, ich kenne deine Sprache noch nicht so genau.
Wie sagt man das auf Deutsch richtig?
5. Es kommt vor, dass das Gesicht eines Hörers spontan jeden Tonus verliert und emotionslos
wird: Dann bringt folgender Satz die Rettung:
Oops. War eine Endung falsch?
Ich, Günther Baur, habe in 12 Jahren Unterrichtstätigkeit nur eine Frau kennengelernt,
die die Endungen mit Übungen gelernt hat.
Auf meine Frage, wie sie das geschafft hat, antwortete sie:
Wenn ein Lehrer drei Übungen aufgab, hat sie zehn Übungen erledigt.
Sie hat solange trainiert, bis es keine Fehler mehr gab.
Ich habe kein Lehrwerk gesehen, das die Beherrschung von DerDieDas sicherstellt.
Die Tricks der erfolgreichen erwachsenen C1-Lerner:innen finden Sie ebenfalls in dem genannten
Download „Endungen“. Diese Tricks erfordern eine persönliche Entschiedenheit und ein rigoroses
Vorgehen.
Im Übrigen gilt: DerDieDas lernt man im Kontakt mit Deutschen. Sonst nicht.
Die Anzahl der Kontakte entscheidet über die Geschwindigkeit, mit der man DerDieDas lernt.
Dies führt uns zurück zu den vier Tricks am Anfang.
Diese vier Tricks erleichtern den Kontakt mit den Deutschen.
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Die 200-Sätze-Methode
Diese Methode ist eine der wenigen Methoden, bei der Sie Geld einsetzen müssen.
Gehen Sie in ein Schreibwarengeschäft und kaufen Sie ein DIN A4 Heft liniert.
80 Cent bis zwei Euro müssen Sie schon investieren, sonst klappt es nicht.
In einer schmalen Spalte links (etwa drei Finger breit) notieren Sie ein deutsches Wort,
das heute für Sie neu ist. Beispiel:
Tapir
Neben diesem Wort schreiben Sie einen Satz, in dem das neue Wort vorkommt.
Alle anderen Worte in diesem Satz sind Ihnen bekannt.
Formulieren Sie eine eigene Idee? Das ist wunderbar.
Dann verstehen Sie das neue Wort in einem von Ihnen formulierten Kontext. Beispiele:
Tapir Der Tapir ist ein Tier in Südamerika. Er hat eine lange Nase.
Infusion Eine Infusion ist eine Flüssigkeit, die durch einen Schlauch
in den Körper eines Patienten verbracht/ eingeträufelt wird.
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Automatische Sätze
Automatische Sätze helfen mir, dass ich die Kommunikation mit Deutschen spontan verbessern und
die Sprachprüfungen bestehen kann. Wie geht das?
Ich lerne Sätze auswendig und spreche sie immer gleich.
Die Sätze passen immer in meinem Alltag. Die Sätze sind ein Zeichen an die anderen Menschen:
Welche Hilfen brauche ich beim Sprechen?
Die Menschen verstehen meine Sätze in meinem Alltag.
Dann helfen sie mir.
Am Anfang spreche ich 2 bis 3 Sekunden.
Dann kommt die Hilfe von dem anderen Menschen.
Mit der Hilfe kann ich noch einen Satz in meinem Alltag sprechen.
Meine Sprechzeit wird länger.
5 Sekunden, 10 Sekunden, 30 Sekunden.
Mein Ziel ist: viele Minuten Deutsch sprechen. Tipp: Ich benutze die automatischen Sätze zuerst
einige Wochen lang in meinem Alltag. Ich lerne ihre Wirkung kennen. Dann setze ich automatische
Sätze in der mündlichen Prüfung ein.
A1
Wie bitte? Ich verstehe nicht.
Bitte nochmal.
Bitte langsam. Nicht so schnell, bitte.
Mein Deutsch ist nicht so gut.
Was ist das?
Der Anti-Englisch-Trick
Viele Deutsche wechseln beim Sprechen in Englisch. Das ist nicht fair. Die Deutschen benutzen mich
als kostenlosen Englischlehrer. Mein Deutsch wird nicht besser. Wenn das geschieht, kann ich sagen:
Oh, Entschuldigung. Ich verstehe nicht. Welche Sprache sprechen Sie?
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A2
Was bedeutet dieses Wort? Können Sie das Wort bitte erklären?
Wie schreibt man das? Können Sie das bitte buchstabieren?
Können Sie das bitte wiederholen? Was haben Sie gesagt?
Bitte lauter. Können Sie bitte lauter sprechen?
Können Sie bitte langsamer sprechen?
Mein Deutsch ist noch nicht so gut.
Wie sagt man ____________________ auf Deutsch?
(In die Lücke können Sie jedes Wort aus jeder Sprache einfügen.
Sie können auch auf die Sache zeigen. Die Deutschen werden Ihnen helfen.)
Entschuldigen Sie, bitte. Können Sie mir helfen?
Ich brauche _____________________.
Ich suche _____________________.
Wo kann ich ____________________ finden?
Ich bin fremd hier. Kennen Sie sich hier aus? Wissen Sie, wo ...?
Ich habe alles verstanden. Aber eine Frage habe ich noch: Welche ...? Wissen Sie, wann ...?
Ist es der oder die ...?
Mir fehlen die richtigen Worte. Ich weiß nicht, wie man das genau sagt.
Da geht mir jetzt das Licht aus.
Ich verstehe Ihren Dialekt nicht so gut. Können Sie das auch auf Deutsch sagen?
Ich weiß, dass Sie es eilig haben. Haben Sie trotzdem eine Minute Zeit für mich?
Hm, das ist eine interessante Frage.
Der Ehefrauen-Trick
Viele Menschen sprechen in der Familie ihre Muttersprache.
Es gibt viele gute Gründe dafür, aber auch zwei gute Gründe dagegen:
Das Lernen von Deutsch dauert viel länger.
Die Kinder reagieren mit negativen Emotionen auf das schlechte Deutsch ihrer Eltern.
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Variante: halbautomatische Sätze
Halbautomatische Sätze sind standardisierte Satzanfänge, die ich im Kontext sinnvoll ergänze.
Sie sind extrem sinnvoll in Diskussionen und in schriftlichen Arbeiten.
Sie beschleunigen das Formulieren und machen die Deutschen ruhig und aufmerksam.
Sie geben mir Platz für meine Ideen.
Es lohnt sich, wenn ich vor einer wichtigen mündlichen oder schriftlichen Prüfung
solche Satzanfänge sammle und trainiere.
Entschuldigung, ist es richtig, wenn ich sage: ... ?
Ich bin mir nicht sicher, ob ...?
Das kann sein. Wir sollten aber auch ...
Verstehe ich Sie richtig? Sie sagen, ...
Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich etwas nicht richtig sage.
Das werden meine Leute nicht akzeptieren. Können wir ...?
Ich weiß nicht, was du genau meinst, aber ich denke, ...
Du hast recht, aber ...
Kennen Sie sich mit ... aus? Ich möchte ...
B1
Ich interessiere mich für ...
Ich benötige eine Auskunft. Ich suche ...
Haben Sie einen Tipp für mich? Ich möchte gerne ...
Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
Lassen Sie mich bitte kurz überlegen.
In welchem Kontext könnte das auftauchen?
Das habe ich schon mal gesehen. Das war in ...
B2
Sie lachen, aber im Ernst: die klügsten Leute zerbrechen sich darüber den Kopf.
Ich habe eine komplexe Idee, ich kann sie aber jetzt nicht aussprechen.
Die Grundidee lässt sich in einfachen Worten so formulieren: ...
Mein aktuelles Problem ist, dass mir das wording und die Nuancen in Deutsch fehlen.
Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, dass ... eine große Rolle spielt.
Ein Ansatz besteht darin, dass ...
Das ist aktuell ein wachsendes Problem.
Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht.
Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben.
Wie Sie hören, bin ich nicht bei allen DerDieDas sicher.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich dabei unterstützten.
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Halbautomatische Sätze B2
Soweit ich das Thema verstanden habe, geht es doch um ...
Ich habe ja ein breites Kreuz, aber ...
Das finde ich nicht für diese Situation angemessen/ nicht stark genug/ zu dick aufgetragen. Wir
sollten ...
Das wäre gut. Wir sollten aber auch ... in Betracht ziehen.
Das könnten wir machen. Aber hast du auch an ... gedacht?
Das sehe ich anders/ nicht so/ genauso. Wir sollten ...
Ich halte das für ratsam/ eine gute Idee/ keine so gute Idee. Wir sollten auf jeden Fall auch ...
Meiner Meinung nach .../ Meiner Erfahrung nach ...
Wie würden Sie das formulieren, wenn ...
C1
Helfen Sie mir auf die Sprünge.
Das Wort liegt mir auf der Zunge.
Ich habe den Faden verloren.
Sie erwischen mich auf dem falschen Fuß.
Wir sollten nicht sofort die Flinte ins Korn werfen.
Ich habe auch kein Patentrezept, aber ...
Noch ist Polen nicht verloren. Wir können doch ...
Ich sehe noch kein Licht am Ende des Tunnels.
Da ist doch ein Licht am Ende des Tunnels.
Da liegt der Hase im Pfeffer (=Da ist das Problem, das wir bis jetzt nicht sehen konnten).
Ich bin mit meinem Latein am Ende.
Lassen Sie uns doch mal ... unter die Lupe nehmen.
Sie bringen mich auf eine Idee.
Wie bringen wir die Kuh vom Eis?
Die Prüfer bemerken, dass der Kandidat Tricks benutzt - und freuen sich,
dass der Kandidat die deutsche Kultur (auf dem Level C1: die akademische Kultur und die Metaphern)
kennt und sich situativ passend zu helfen weiß.
Wenn ich die Tricks der Kinder benutze, bestehe ich die Prüfung mit weniger Mühe.
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Angst und Scham beim Sprechen verkleinern
Angst und Scham halten viele Menschen davon ab, dass sie das Gelernte benutzen.
Es ist ein großer Schritt, wenn ich weiterspreche.
Wenn mein Interesse größer ist als meine Scham, helfen mir die Deutschen.
12 Satzanfänge, die die Angst verkleinern und Ihnen das Sprechen leichter machen:
Können Sie mir bitte sagen, wo… ?
Meiner Meinung nach …
Was denkst du/ denken Sie über …?
Haben Sie gerade Zeit? Ich brauche …
Darf ich eine kurze Frage stellen? W… ?
Ich finde/ meine/ denke/, dass …
Hast du schon an … gedacht? Wir sollten noch …
Wir haben noch nicht daran gedacht, dass …
Der Unterschied zwischen … und … ist, dass …
Es kommt darauf an, dass …
Ich suche … Wen würdest du/ würden Sie fragen?
Das habe ich nicht ganz verstanden. Meinen Sie, dass …?
Was würdest du machen, wenn …?
Sie sollten diese (und andere) Satzanfänge genau gleich üben wie DerDieDas, DenDemDes.
Einige Wochen später können Sie die Satzanfänge schnell automatisiert sprechen und schreiben.
Ein Effekt dieser Übung ist, dass Sie öfter und länger Deutsch sprechen.
Ich muss viel Grammatik beachten: V2 und VL, DAT oder AKK, …
Wenn ich denken muss, kann ich nicht schnell korrekt sprechen.
Ich habe bis jetzt nur ein Jahr in Deutschland gelebt,
dazu noch unter den Bedingungen des Lockdowns.
Ich brauche mehr Kontakte,
ich brauche mehr Hörproben,
zurzeit sind Kontakte nur via Zoom, via Telefon, via WhatsApp-Call,
in der Familie (100% Deutsch!) möglich.
Sie kennen Rumpelstilzchen noch nicht?
Kinder lösen viele Angstprobleme mit Rumpelstilzchen.
Lesen Sie dieses kleine Märchen, dann überlegen Sie:
Wie wenden Sie diesen Trick in Ihrem Leben an?
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Was kann ich mit meiner Angst machen?
Folgende Aktivitäten machen das Erlernen von Deutsch lang, schwierig und frustrierend:
Was sind die Alternativen? Wenn wir die nicht weiterführenden Ansätze von der vorigen Seite aus
ihrer Form stürzen und positiv wenden, entstehen radikale, rasch wirkende Lerntechniken:
Ich, GB, kenne den Einwand: Das ist unmöglich! Das kann ich nicht machen!
Ich, GB, sage dazu: Ja, das ist unmöglich. Das können Sie nicht machen.
Das passt überhaupt nicht zu den Rollen, die Sie in der Familie einnehmen.
Es geht nicht.
Es geht nicht bis zu dem Tag, an dem Sie es tun. Dann geht es doch.
9. Vom Sofa aufstehen, rausgehen, Deutsch benutzen
a. Die Komfortzone verlassen, etwas Neues versuchen.
b. Nach Ansicht von Simone Henke, die Zehntausende von Einstufungstests
durchgeführt hat, die wichtigste Lerntechnik.
10. Die Ansprüche erhöhen und dort einkaufen, wo es das gibt, was Sie haben wollen.
a. Dort nachfragen. Als Kunde/ Kundin auftreten, Selbstbewusstsein zeigen.
11. In den social media Deutsch benutzen, lächeln, zu Korrekturen auffordern.
12. In der Öffentlichkeit die Straßenseite wechseln, wenn jemand Ihre Muttersprache spricht.
Nicht zeigen, dass Sie diese Sprache ebenfalls sprechen.
13. Die Handyeinstellungen auf Deutsch schalten, den Schock aushalten und
a. in den nächsten 3-4 Tagen die Kontrolle über das Handy wiedererlangen.
b. Von da an das Handy auf Deutsch benutzen.
14. Nachrichten auf Deutsch hören/ anschauen und mit den Nachbar:innen darüber sprechen.
15. Das unbekannte deutsche Wort sich merken und warten, bis es in einem anderen Kontext
wiederauftaucht. Seine Bedeutung aus dem Kontext erschließen.
[Diese Methode sieht langsam aus,
ist aber ein extremer Beschleuniger in den Randzonen Ihres Wortschatzes.
Je öfter und nachhaltiger und je neugieriger Sie in den neuen Kontext gehen,
desto schneller wird diese Methode.
Wissenschaftler:innen benutzen diese Methode, um neue Wissensgebiete zu erschließen.]
16. Die Deutschen beim Sprechen beobachten, die fünf Funktionen von DerDieDas benutzen und
schauen, welche anderen Reaktionen die Deutschen an den Tag legen.
Diese Reaktionen konsequent in der Kommunikation nutzen.
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Wie lernen Erwachsene Deutsch C1?
Nur ca. 8 Millionen Menschen sprechen nach meiner, GBs, Schätzung Deutsch C1 und
nur ca. 5 Millionen Menschen Deutsch C2.
Muttersprache und hoher Sprachlevel sind zwei verschiedene Dinge.
Nicht alle, die Spaß am Skifahren haben, gehen in die Antarktis.
Das Flugzeug, das in die Antarktis fliegt, hat keine Heizung.
Wenn du in die Antarktis gehst, sollte dein Ziel etwas anderes sein als die Antarktis.
Ich, GB, arbeite auch als Prüfer in C1-Prüfungen oder in telc Tests Deutsch C1 als medizinische
Fachsprache. Einige wenige Male begegneten mir dort oder bei anderen Gelegenheiten Menschen,
die im Erwachsenenalter flüssig fehlerfrei Deutsch C1 lernen konnten.
Diese Leute fragte ich, wie sie diesen Grad an Perfektion erreichten.
Hier sind ihre Antworten, die Tricks der erfolgreichen C1-Deutschlerner:innen:
Russisch und Deutsch sind nicht meine Muttersprachen.
Ich habe einsprachig Russisch in einem russischen Krankenhaus gearbeitet.
Weil ich diese Verantwortung kannte,
wollte ich die gleichen Fähigkeiten in Deutsch erwerben.
Deutsch lernen war nicht mein Ziel.
Mein Ziel war, der Verantwortung gerecht zu werden.
Ich bin eine ukrainische Ingenieurin.
In meiner Muttersprache gibt es keine Artikel.
Als ich merkte, dass meine Sprechweise massive Kommunikationsprobleme mit meinen
deutschen Kolleg:innen auslöste,
habe ich in meiner Arbeit alle Wiederholungsfehler eliminiert.
Ich erlaubte mir, dass ich jeden Fehler einmal mache und ihn danach eliminiere.
Ich wollte den Stress mit den Kolleg:innen sofort beenden.
Ich wollte einen Arbeitsprozess ohne Reibungsverlust.
Ich las meinen Kindern deutsche Märchen vor.
Wenn ich ein Wort falsch aussprach, korrigierten sie mich sofort.
Meine Sprechweise wurde dadurch nach einigen Wochen flüssig.
Ich lebe als Italienerin in Stuttgart.
Wenn ich höre, dass eine Person Italienisch spricht, wechsle ich die Straßenseite.
Ich möchte nicht, dass diese Leute wissen, dass ich Italienisch spreche.
Wenn ich mit meinem italienischen Mann Italienisch sprechen möchte,
kaufen wir uns ein Ticket, fliegen nach Mailand und sprechen dort Italienisch.
Wenn ich meinen Fuß auf deutschen Boden setze, spreche ich Deutsch.
Ich mache das, weil ich in meinem C2-Beruf in Deutschland arbeiten möchte.
Dort MUSS ich ALLES verstehen, nicht nur die unbekannten Wörter, auch die Andeutungen,
die versteckten Informationen, die nicht versprachlichten Gedanken.
Ich habe die Endungen an der Kasse bei McDonald´s gelernt.
Wenn du in dieser Situation eine auf Schwäbisch genuschelte Endung nicht richtig verstehst,
du deswegen einen falschen Preis verlangst und die Kundin vor dir explodiert,
wirst du diesen Fehler kein zweites Mal begehen.
Es kommt darauf an, wie sehr du die Sprache liebst und wie sehr du an der Sprache arbeitest.
Ich habe ein bisschen Deutsch in Syrien gelernt und bin aus dem Bürgerkrieg nach
Deutschland ausgeflogen. Als meine Familie mich nach zwei Jahren Trennung in die Arme
schloss, sagte ich meinen Cousinen: Bitte sprecht Deutsch mit mir.
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Du musst über deine persönliche Leistungsgrenze gehen, du musst mehr geben, als du hast.
Damit du das kannst, musst du etwas vorbereiten und organisieren.
Das ist auch völlig normal. Wenn du den nächsten Level erreichen willst, musst du das
Bisherige hinter dir lassen, es nützt dir nichts mehr. Du musst die Grenze überschreiten.
Dein Leben ändert sich, wenn du Deutsch C1 sprechen willst, es ist nicht wie vorher.
Du wirst Menschen verlieren, wenn du das machst, und du wirst neue Leute kennenlernen.
Ich habe mir über [Link] ein gebrauchtes Fahrrad gekauft.
Ich habe diesen Kontakt und diese Preisverhandlung intensiv vorbereitet.
Weil ich danach nicht alleine Fahrrad fahren wollte,
organisierte ich in meinem Stadtviertel einen Fahrradtreff, wir fahren regelmäßig Fahrrad.
Ich habe Deutsch C1 auf dem Fahrrad gelernt.
Ich bin ein Trampolin-Sportler aus dem Baltikum.
Als ich nach Deutschland kam, wollte ich wissen,
was die anderen Leute im Training über mich sprechen.
Ich habe Deutsch mit dem gleichen Hochleistungssport-Willen gelernt,
mit dem ich mich auf die Wettkämpfe vorbereite.
Jordan Romero schleifte auf seinem Schulweg einen großen LKW-Reifen hinter sich her,
damit er die Kondition für die Seven Summits bekam. Kein anderer Jugendlicher tat das.
Kreativität und Entschlossenheit, das ist es.
Ich bin mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, hier Medizin zu studieren.
Als ich im A2-Kurs war, begann ich,
einige Stunden pro Woche ehrenamtlich beim Roten Kreuz mitzuarbeiten.
Ich habe bei Fachleuten die Worte gelernt, für die ich mich interessiere.
Für andere Menschen war das gräßlich, was ich zu sehen bekam,
aber für mich waren es die Stufen zu meinem Traum.
Ich habe Deutsch A1 bis C1 in dreizehn Monaten absolviert.
Beim Arbeiten und beim Lesen von Fachbeiträgen habe ich den Leuten „auf den Mund
geschaut“. Sie benutzen unglaublich viele Wörter, die man eigentlich nicht für die Arbeit
braucht, die aber den Prozess zwischen den Menschen flüssig machen. Das sind Wörter wie
„halt“, „jetzt“, „eigentlich“. Diese Sprechweise habe ich mir angewöhnt, ich spreche Satzteile
wie „dann halt jetzt in der …“ Sie sprechen in Bildern. Formulierungen wie „mich schlau
machen“ oder „nicht, dass ich wüsste“ benutze ich, weil sie eine Spannung aufbauen und die
Menschen darauf gespannt machen, wie ich weiter vorgehe. Es gibt auch Satzanfänge auf
Deutsch C1, die das Sprechen in Fluss halten, etwas wie „Nichtsdestotrotz“,
„Vorsichtshalber“, „Auf jeden Fall“, „Selbstverständlich“. Deutsch C1 wird leicht und elegant,
wenn du diese Tricks einübst und in der Arbeit benutzt. Die Fachsprachenprüfung der Ärzte
habe ich damit und mit Fachbegriffen bestanden.
Eine einzige Person (von tausenden, die ich, GB, kennenlernte) lernte DerDieDas in einem
Deutschkurs. Auf die Frage, wie sie das geschafft hatte, antwortete sie: „Wenn die Lehrerin
drei Übungen als Hausaufgabe stellte, erledigte ich zehn Übungen. Ich übte solange, bis ich
diese Dinge korrekt sprechen konnte.“
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Diesen Antworten ist gemeinsam, dass Deutsch-Lernen nicht das Ziel war.
Die Menschen hatten ein anderes Ziel vor Augen, für das sie sich einsetzten.
Die Ziele, die Umstände, die Lernmethoden und die Tricks unterscheiden sich stark,
von einem Punkt abgesehen:
sie passen 100% zu der Person, die sie einsetzt, und zur Alltagssituation, in der sie eingesetzt werden.
Der hohe Sprachlevel war nur ein spin off oder eine Zwischenstation auf dem Weg zum Ziel.
Sie alle lernten DerDieDas in ihrem Alltag in der Kommunikation mit den Menschen,
die ihnen beim Erreichen ihrer Ziele halfen.
Die persönlichen Ziele und der persönliche Einsatz im Alltag sind die Schlüssel zu Deutsch C1.
DerDieDas entfaltet seine Funktionen erst dann, „wenn es um etwas geht“,
wenn den Menschen in der Kommunikation etwas wichtig ist, für das sie sich einsetzen.
Diesen Einsatz kann man allerdings auch auf dem Level A1 zeigen,
wie das McDonald´s-Beispiel oder das Trampolin-Beispiel zeigen.
Ab einem bestimmten (möglichst frühen!) Punkt ist es lehrreicher und befreiender,
wenn man rausgeht und Sardinen auf dem Wochenmarkt kauft,
als auf dem Sofa zu sitzen und Lektion 14 zu büffeln.
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Der Kontext
Ein Kontext ist ein Ort mit vielen, oft unbekannten Gegenständen,
mit Gerüchen, Geräuschen, Rohstoffen, Instrumenten, Produkten und Verfahren.
Wenn man einen Kontext betritt, ist man schnell von vielen ungewohnten Eindrücken umgeben.
Man verliert den Überblick, was Emotionen auslöst und verstärkt.
Emotionen sind für das, was sich jetzt anschließt, Energiequellen.
Es spielt also keine Rolle, ob man neugierig oder ängstlich ist. Jede Emotion liefert Energie.
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Der Kontext bietet die verschiedenen Objekte und Menschen.
Die Emotion liefert die Energie und zeigt,
was du anders haben möchtest, z.B. Angst, Schmerz, Neugier.
Das Gesicht bildet den Bezugspunkt in den sozialen Beziehungen.
Der äußere Erfolg macht die innere Emotion positiv. Das erzeugt
die Lust auf mehr. Das ist die KEGEL-Methode.
Eine Sache ist bei diesem Konzept interessant. Die trennbaren Verben sind grammatisch einfach (A2)
und inhaltlich anspruchsvoll (B2). Sie öffnen Außenstehenden oder Lernenden ein spontanes
Verstehen von Vorgängen im Kontext, auch dann, wenn die dort gebräuchliche Fachsprache (B2)
noch unbekannt ist. A2-Sprecher erhalten mit den trennbaren Verben einen bequemen Zugang zu
Deutsch B2, ähnlich wie mit einer Rolltreppe.
Kontexte sammeln aus vielen Wortfamilien diejenigen Wörter zusammen, die hier funktionieren.
Die Kaltes-Wasser-Methode erfüllt die Menschen im Idealfall mit Gefühlen von Glück und Neugier
und Erfolgswillen und binden sie an die Arbeit.
Ab einem bestimmten Punkt macht diese Methode aber auch unfrei,
die Menschen verlieren andere Kontakte und Einblicke,
werden „betriebsblind“ und können sich andere Verhältnisse nur noch schwer vorstellen.
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Kontexte und Wortfamilien bedingen und durchdringen einander.
Wortfamilien
kann ich (eine Zeitlang) alleine trainieren und ausbauen;
verbinden die Sprachlevel A1, A2, B1 und B2;
sind die Schienen zwischen den Bahnhöfen;
ermöglichen das Wechseln der Sprachlevel;
ermöglichen das Wechseln der sozialen Rollen innerhalb einer Person;
ermöglichen das Wandern zwischen den Kulturen und den Jahrtausenden.
Kontexte
sind alleine nicht bewältigbar.
Die Anzahl der Kontakte entscheidet über die Geschwindigkeit des Lernens
(Rod Stewart hat recht, wenn er singt: The first cut is the deepest);
beinhalten viele B2-Marker und finden (phasenweise) auf dem Sprachlevel B2 statt;
sind die Bahnhöfe;
benutzen viele Wortfamilien;
ermöglichen das routinierte, professionelle Arbeiten an einem Ort.
In meinen Sprachkursen verwende ich, GB, häufig die Kürzel SBH und KVW.
SBH steht für Sofa, Buch, Handy.
SBH ist die Komfortzone, in der ich mich wohlfühle,
in der ich aber nicht viele neue Anregungen bekomme.
Gemeint ist eine
isolierte, nicht-kommunikative,
schwierige, frustrierende,
nicht nachhaltige, ineffiziente
Lernmethode, die zu 70% Erfolg führt.
Mit SBH bekommen Sie Gegenwind.
Sie arbeiten gegen die Widerstände der Deutschen.
Die Kontakte sind kurz, die Lernzeit ist nicht lang und extrem effizient,
die Pausengespräche sind besser als die Hauptveranstaltung,
die Witze auf dem Wochenmarkt sind besser als das Gemüsekaufen.
Ich bekomme in wenigen Minuten eine Stärkung meines Selbstwertgefühls und einen Lernerfolg,
die auf dem Sofa unmöglich oder nur nach langen Kämpfen möglich sind.
Ich kappe 80% meiner ineffizienten Anstrengungen und
habe in kurzer Zeit, zum Teil in wenigen Minuten viel mehr Erfolg.
Mit KVW bekommen Sie Rückenwind.
Sie arbeiten mit der Unterstützung der Deutschen.
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Wie schon beim Erlernen der Funktionen von DerDieDas entscheidet
die Anzahl der Kontakte im Kontext über die Geschwindigkeit des Lernprozesses.
Sonst nichts.
Die Lehrwerke und die Deutschkurse bieten diese Vorteile nicht,
weil sie Laborsituationen konstruieren bzw. sind.
Rausgehen ist wichtig. Je öfter Sie rausgehen und diese Vorteile sammeln und potenzieren,
desto schneller, präziser und selbstsicherer bewegen Sie sich im B2-Umfeld.
Es gibt viele Orte und Gelegenheiten, wo Sie sich diese Vorteile zueigen machen können:
Appell:
Probieren Sie die "KVW-Methoden" aus, auch wenn Sie nicht daran glauben.
Benutzen Sie die Methoden im Umgang mit dem unbekannten Wort.
Sie werden Fehler machen, dabei werden Sie Ihre Haut oder Ihren Stolz verletzen bzw.
den Respekt der anderen vor Ihrer Person verlieren.
Merken Sie sich diese Fehler und vermeiden Sie sie.
Lassen Sie sich von den Effekten positiv überraschen.
Wenn Sie SBH hinter sich gelassen haben, wohin gehen Sie dann?
An welchen Orten finden Sie diese Lernchancen?
Allgemein:
Sie verbringen 5 UE im Deutschkurs x 5 Tage/ Woche im Kurs. Das sind 25 UE pro Woche.
Wenn Sie zusätzlich 4h rausgehen und an Orte gehen, wo Sie die Zielsprache sofort
anwenden, verdoppeln Sie die Lerngeschwindigkeit.
Automatische Sätze benutzen und damit zahlreiche kommunikative Vorteile erhalten
WhatsApp auf Deutsch benutzen
Auf Deutsch telefonieren
12 automatisierte Satzanfänge aussprechen und situationsgerecht zu Ende führen
Sätze/ Lieder auswendig lernen und schnell sprechen/ singen.
(Damit trainiere ich Satzmelodie und alle Endungen)
Richtig oder falsch - egal! Viel sprechen ist wichtig, natürlich sprechen ist wichtig,
im Gespräch und im Ergebnis des Gesprächs vorkommen, ist wichtig.
Der olympische Gedanke: dabeisein ist alles, gewinnen ist schön, aber nicht wichtig.
den ersten Schritt machen,
z.B. mich mit einer Person zu einem kleinen Spaziergang verabreden
"Hilfreiche Hände" finden und sammeln.
Hilfreiche Hände sind Menschen, die meine Endungen korrigieren
(Das bedeutet: Die Endungen produzieren Phantasien,
die Phantasien im Kopf des Hörers manipulieren das Verhalten des Hörers.
Wenn ein Deutscher bemerkt, dass eine Endung von mir falsch ist, und sie korrigiert,
zeigt er mir einen Trick, wie ich die anderen Deutschen manipulieren kann.
Hilfreiche Hände öffnen Türen und verschaffen mir Zugang zu sozialen Gruppen.
Das ist super wichtig.)
Beispiel "der" Teller (der korrekte Artikel in Hochdeutsch) und
"das" Teller (der korrekte Artikel in Schwäbisch in einer Region Calw-Freudenstadt-Nagold)
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auf youtube deutsche Musikvideos hören und mitsingen
(bei Interesse: Titel + lyrics, z.B. Peter Fox, Das Haus am See lyrics)
eine WhatsApp-Gruppe gründen oder ihr beitreten, sich online austauschen
einen Tandempartner finden und sich gegenseitig die Sprache beibringen
(an der Uni/ online-Tauschmärkte/ online-Nachbarschaftshilfe/ Sprach-Cafés/ Zettel im
Supermarkt)
online ein Gespräch mit einer politischen Gruppe/ Betroffenen einer Krankheit/ einer fb-
Gruppe/ ... führen
In der Familie:
Der Ehefrauen-Trick:
Schatzi, es hilft mir nicht, wenn du mit mir Kurdisch/ ... sprichst.
In den nächsten Wochen brauche ich Deutsch von dir.
Kannst du das auch auf Deutsch sagen?
den Kindern Kinderbücher vorlesen
(Kinder kontrollieren sehr stark, die Grammatik ist einfach,
der Wortschatz/ die Fachbegriffe sind oft Deutsch B2).
Im Kindergarten einen Smalltalk mit Erzieher:innen, Lehrer:innen und Eltern anderer Kinder
führen
im Kindergarten mit den Erzieherinnen oder mit den Eltern der anderen Kinder sprechen.
Mit wem spielt meine Tochter?
Auf dem Spielplatz mit Eltern sprechen, die auch "nichts zu tun" haben.
mit der Erzieherin/ mit den anderen Eltern der Kinder sprechen.
Über den Ramadan/ Geburtstagsgeschenke für achtjährige Kinder/ die Krankheiten der
Kinder/ ... sprechen: Wie machst du das? Hast du eine Idee für mich? ...
Mit meinen Familienangehörigen über ihre Projekte sprechen,
z.B. meine Cousine macht in Deutschland Abitur.
Freunde von Freunden als Tippgeber und Türöffner benutzen, die eigenen Freunde fragen:
Wen würdest du ansprechen, wenn du …. bräuchtest?
Meine Verwandten/ Freund:innen/ Bekannten zum Amt begleiten,
als Dolmetscher:in meinen Freunden helfen,
z.B. in der Motorradwerkstatt (Fachsprache Motorrad, B2) oder
im JobCenter/ in einer Behörde (B2/C1)
Mit meiner Nachbarin über Kochrezepte, das Wetter, die Kinder, ... sprechen,
einen Kaffee spendieren
Nachrichten hören und mit meiner Nachbarin darüber sprechen.
(Damit trainiere ich Deutsch B2 und eine gewisse Sprechgeschwindigkeit plus - Bonus! -
vielleicht noch Dialekt-Verstehen).
Mich zum Kaffeetrinken verabreden, mit Freund:innen Alltagsprobleme auf Deutsch
besprechen
mit einem Brief von der Verwaltung/ vom JobCenter/ von der Versicherung
zu einem deutschen Freund gehen und mir den Brief erklären lassen.
mit der älteren Nachbarin meiner Schwester sprechen.
Ältere Leute haben mehr Zeit und mehr Lust zu sprechen.
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Mit mir selbst, mit der Gesundheit:
Mit Unbekannten:
Im Verein, im Ehrenamt:
mit älteren Menschen sprechen, sie haben mehr Zeit, weniger Stress und freuen sich,
wenn sie eine kleine Unterhaltung führen können
mein Hobby/ mein Interesse kennen, den passenden Verein finden
(Suchbegriffe Hobby und Ort, z.B. Schach Stuttgart) und in einem Verein mitarbeiten
einen Verein gründen, z.B. der deutsch-jordanische Kulturverein
ehrenamtlich arbeiten, z.B. im Seniorenheim vorlesen, Spiele anbieten
Frauentreffen, Stadtteil-Treffs
sich politisch engagieren, mit Parteien sprechen
Mit Dienstleistern:
einen Minijob/ eine Hospitation/ eine Arbeitsstelle oder ein Praktikum antreten.
Die Bezeichnung der Tätigkeit ist nur ein Etikett,
wichtig ist der Inhalt: viel mit dem Kunden sprechen
ich schreibe meine 3-4 W-Fragen auf ein Papier und
telefoniere mit Menschen an ihrem Arbeitsplatz.
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Das unbekannte Wort
Die deutsche Gegenwartssprache umfasst rund 500.000 Wörter (Grundformen). Der Dudenkorpus
hat einen Umfang von über 18 Millionen Wörtern, z.B. „Vampirdarstellerin“ oder
„Menschentausendabertausendweit“. Deutsch-Muttersprachler:innen benutzen ca. 12.000 bis
16.000 (C1) Wörter aktiv und kennen zwischen 50.000 (A2) und 400.000 (C1) Wörter passiv.
Angesichts dieser Dimensionen wird klar, dass niemand alles kennt und dass das unbekannte Wort
der Normalfall ist. Wie kann ich mit einem unbekannten Wort umgehen?
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5. Ich merke mir das unbekannte Wort.
Vielleicht verstehe ich es in einem anderen Kontext.
(6 Wochen bis viele Jahre, Methode Interesse, lauter)
Diese Methode sieht (für Anfänger:innen) umständlich und langwierig aus.
Sie hat aber zwei bemerkenswerte Vorteile.
1. Wenn das unbekannte Wort in einem späteren Kontext auftaucht und
dort verstanden wird, entsteht ein Gedankenblitz.
Ich verstehe das unbekannte Wort auch in dem ersten Kontext.
Dieser Gedankenblitz, dieses Aha-Erlebnis löst Glücksgefühle aus.
2. Ältere Wissenschaftler:innen nutzen diese Methode,
damit sie neue Wissensgebiete erschließen und Forschungsansätze finden.
Diese Methode ist also ein gewaltiger Türöffner.
6. Ich benutze eine Übersetzungs-App,
z.B. ponds, [Link], google translate, und
suche die Übersetzung in meiner Muttersprache
(20-120 Sekunden, nicht nachhaltige, verunsichernde Lernmethode,
ein unlauterer Trick, der zum Nichtbestehen in der Prüfung führt)
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Deutsch B2 erreichen
Die 200-Sätze-Methode wurde oben, Seite 20, bereits beschrieben. Sie gehört in diese Gruppe dazu,
weil sie innerhalb von 200 Sätze x 2 Minuten = 400 Minuten = 7 Stunden konzentrierter Arbeit den
Level B2 erreichbar macht.
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VerbKommaVerb
VerbKommaVerb ist die einfachste Methode. Dabei stellt man einen A2-Nebensatz um, Beispiel:
A2: Ich kann nicht ins Kino gehen , weil ich arbeiten muss .
V2 VL VL
B2: Weil ich arbeiten muss, kann ich nicht ins Kino gehen .
VerbKommaVerb VL
Die Worte sind gleich, die Satzstellung ist anders. Der Nebensatz wird nach vorne gestellt.
Der Nebensatz nimmt damit die Position 1 ein, inklusive seiner Verben auf der letzten Position.
Weil der ganze Nebensatz auf Position 1 ist, folgt direkt nach dem Komma das Verb des Hauptsatzes.
Die Regel „Verb zweite Position (V2)“ bleibt damit erhalten.
Das ergibt die Verbstellung „VerbKommaVerb“.
Das Subjekt des Hauptsatzes wird auf Position 3 gestellt, hinter das Verb.
B2: Weil ich arbeiten muss, kann ich nicht ins Kino gehen .
Die deutschen Verbstellungen V2/ VL und V,V nehmen keine Rücksicht auf
die Satzstellung Subjekt-Prädikat-Objekt (SPO),
die in vielen anderen indoeuropäischen Sprachen „normal“ ist.
SPO kommt in Deutsch vor, ist aber kein Standard.
Das Schöne an VerbKommaVerb ist, dass es als B2-Marker gilt und subtil auf die Biodeutschen
einwirkt. Wer so sprechen kann, löst einige (unterbewusste) Phantasien und Verhaltensweisen aus:
Die Biodeutschen glauben, diese Person kann alle Satzkonstruktionen sprechen.
Man traut ihr schwierigere Aufgaben zu.
Sie bekommt mehr Respekt.
Sie bekommt sofort eine freundliche, umgängliche Reaktion.
Fazit: Auch A2-Sprecher:innen können diese Sprechweise trainieren und mehr Vorteile bekommen. Kommentiert [GB1]:
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Verben mit Präpositionen und Nomen-Verb-Gruppen
Verben mit Präpositionen gelten als B2-Marker, wenn sie flüssig korrekt gesprochen werden.
Diese Fähigkeit lässt sich ganz einfach trainieren.
Nehmen Sie einen B2-Text. Lassen Sie Ihren Zeigefinger über dem Text kreisen,
stoßen Sie den Finger auf den Text und
finden Sie so ganz unwillkürlich ein Verb mit Präposition.
Dieses Verb mit Präposition, z.B. „arbeiten an“ trainieren Sie bitte nach folgendem Muster:
1. Formulieren Sie einen Hauptsatz mit diesem V+P:
Der Archäologieprofessor arbeitet an einem Buch über Pyramiden in Nubien.
2. Formulieren Sie einen W-Fragesatz mit diesem V+P:
Seit wann arbeitet er an diesem Buch?
3. Formulieren Sie einen Nebensatz mit diesem V+P:
Der Archäologieprofessor bekräftigt seine Absicht, dass er weiterhin an dem Buch arbeitet.
4. Versuchen Sie, mit diesem V+P ein Passiv zu bilden:
An dem Buch über Pyramiden in Nubien wird weiterhin gearbeitet.
Dieses harte Training (HS/ W/ NS/ Passiv) hat folgende Vorteile:
Jede Person trainiert aufgrund des Zufallsgenerators „kreisender Zeigefinger“ eine eigene
Sammlung von V+P. Das ist wichtig, damit in einer B2-Prüfung nicht drei Kandidat:innen
hintereinander die gleichen V+P benutzen.
Den Prüfern würde das auffallen,
Kandidat:in 1 würde bestehen, Kandidatin 2 würde misstrauisch beäugt und Kandidat:in 3
würde durchfallen mit dem Argument,
dass alle drei einen guten Sprachlehrer hatten,
aber nur auswendig Reproduziertes von sich geben.
Jede Person kennt bei dem von ihr ausgesuchten V+P genau
den Satzbau, die Endungen, die Satzmelodie etc. bei allen Satzbauarten.
Der Passiv-Satz hat noch eine wichtige Funktion. Drei Varianten sind möglich:
+ es gibt ein Passiv, kein Problem.
+ es gibt ein „schiefes Passiv“, die Deutschen verstehen, aber sie verziehen das Gesicht und
wenden ein: „Man sagt das so nicht.“
+ ein Passiv ist bei diesem V+P nicht möglich.
Indem ich den Passiv-Satz probiere, sehe ich, bis wohin ich dieses V+P benutzen kann.
Ich kenne den Wirkungsradius dieses V+P.
Das erleichtert das flüssige Sprechen ungemein.
Eine Person, die Sätze mit V+P flüssig korrekt sprechen kann, gilt als Profi im Beruf.
Eine Person, die Sätze mit V+P flüssig korrekt sprechen kann, gilt als Person,
die mit dem Kunden sprechen kann.
Damit hat sie beim Teamchef einen Stein im Brett.
Eine Person, die Sätze mit V+P flüssig korrekt sprechen kann, gilt als nützlich.
Wer diese Phantasien in den ersten Sätzen eines (Telefon-) Gesprächs auslösen kann,
bekommt die Unterstützung von Frau Werwolf und weitere zwei Minuten mit dem Chef.
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Für Nomen-Verb-Gruppen gelten dieselben Trainingssätze und dieselben Vorteile.
Es lohnt sich also, wenn Sie ca. 8 V+P und 3 NV-Gruppen solange hart trainieren,
bis Sie sie flüssig sprechen und die Sätze variieren können.
In einem Sprachtest verwenden Sie dann 2-3 Ihrer einstudierten V+P und 1-2 NV-Gruppen.
Die Prüfer werden das registrieren und Sie als B2-Sprecher:in erkennen.
Der Aufwand dieses Trainings beläuft sich auf ca. zwei Stunden.
Attribute
Attribute sind nicht Informationen.
Sie sind die Antwort auf die Frage: Welcher/ Welche/ Welches genau?
Mit einem Attribut kann ich Informationen auf kleinem Raum präzisieren.
Die B2-Version mit dem Attribut ist dabei die kürzeste Version.
Position 1 V2
Das Attribut „mit dem Hut“ ist also nicht eine zweite Information,
die das Verb auf Position 3 drückte.
Das Attribut ist eine Präzisierung der Information auf Position 1,
das Verb bleibt auf Position 2.
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Komposita und Fachbegriffe
Komposita sind zusammengesetzte Nomen.
Ein Fachbegriff wie „Pleuelstange“ ist für Biodeutsche nicht mehr verständlich.
Damit sie diesen Fachbegriff in ihren Aktivwortschatz aufnehmen,
können Sie zwei Zugänge benutzen:
1. Sie gehen in einen Kontext und lassen sich den Aufbau und den Ablauf vorführen,
in diesem Beispiel eine Autowerkstatt, und
lassen sich von einem Insider den Gegenstand und seine Funktionsweise zeigen.
Eine Pleuelstange überträgt die Kraft aus dem Motor auf den Antriebsstrang und
damit auf die Räder.
Diesen Weg beschreiten häufig die Unternehmen,
sie führen ihre Auszubildenden und neuen Mitarbeiter:innen oft in den Arbeitskontext und
„stoßen sie ins kalte Wasser“. Die Methode führt (nach einer schockierenden Anfangsphase)
zu routiniertem, präzisem Arbeiten im jeweiligen Kontext.
B2 ist der Sprachlevel für das professionelle Arbeiten im Kontext.
2. Die Biodeutschen gehen in die Wortfamilie und leiten das Wort vom A1-Grundwort ab.
Die moderne Schreibweise „Pleuel“ stammt vom älteren „Bleuel“,
einem Holzschläger, mit dem die Menschen früher nasse Wäsche ausgeklopft haben.
Der Wortstamm ist „blau“,
die Wäsche, das Wasser, die überanstrengte Hand oder der Rücken der geschlagenen Person
werden bei dieser Tätigkeit blau.
Die übertragene Kraft macht … [das Objekt] blau. Der Bleuel = der kleine Blaumacher.
Diesen Weg beschreiten häufig die Sprachwissenschaftler:innen,
sie gehen der Etymologie eines Wortes nach und vollziehen die Herkunft und
die diversen Bedeutungswechsel eines Wortes nach,
auch durch die Zeiten und diversen Sprachen und Kulturen.
Die Methode führt zu einem profunden, tiefen Verstehen der Kulturen.
C1 ist der Sprachlevel für das stilsichere Agieren mit den tiefen Kräften der Kultur.
Aus diesen Tiefen resultieren die wirkmächtigen Emotionen, Phantasien und
Manipulationen, die diesen Begriffen und idiomatischen Wendungen innewohnen.
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Fachbegriffe aus anderen Sprachen stellen die höchsten Anforderungen an Biodeutsche,
weil sie oft die Wortstämme nicht kennen.
Ein Fachbegriff wie „Ornithologie“ ist für sie dauerhaft unbekannt, „ein Buch mit sieben Siegeln“,
sie finden keinen Zugang zu diesem Begriff.
Die Erklärung „Vogelkundler“ ist für sie dann wieder einfach.
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Die Methode „Hase und Igel“
Jede Prüfung, jeder Wettlauf, jedes Spiel rührt von einer Person oder eine Instanz,
die die Regeln für die Prüfung/ den Wettlauf/ das Spiel/ … festlegt.
Diese Person oder Instanz ist der Igel.
Der Igel legt die Regeln so fest, dass der Igel immer gewinnt.
Bei allen Sprachprüfungen ist klar, dass es diese Regeln gibt.
Es ist aber nicht immer klar, wer die Regeln mitbringt und setzt, wer der Igel ist.
In den Sprachprüfungen ist es möglich,
dass die Kandidat:innen die Igel-Rolle zeitweise einnehmen und wichtige Punkte sammeln.
Exkurs:
Wenn Sie in Ihrer Prüfung „Ick bün all hier“ sagen können, werden Sie Ihre Prüfer stark beeindrucken.
Wer einen Spruch aus den Grimmschen Märchen zitieren kann,
löst bei Deutschen eine Phantasie aus: Diese Person kennt alle Grimmschen Märchen.
Wer die Grimmschen Märchen kennt, kennt alles in der deutschen Kultur.
Suchen Sie mal „Rucke di guck“ oder „Spieglein, Spieglein“,
benutzen Sie diese Sprüche im Kontakt mit Deutschen und schauen Sie, was passiert.
Die Kandidat:innen drehen während der Prüfung die Struktur dieser Prüfung. Beispiele:
Während eines Vorstellungsgesprächs stellt die gut vorbereitete Kandidatin detaillierte
Fragen zur Arbeitsweise des Unternehmens. Sie provoziert Verhaltensweisen der
Interviewer:innen, aus denen sie Informationen über das Arbeitsklima in der Abteilung
ablesen kann. Die Interviewer:innen gehen auf dieses Gesprächssetting ein, weil sie neugierig
sind und die Arbeitsweise dieser Kandidatin besser verstehen wollen. Solche
Vorstellungsgespräche habe ich, GB, als Recruiter mehrfach gesehen und mitgetragen.
Ein ausländischer Facharzt teilt in der Fachsprachenprüfung (FSP) den Prüfer:innen detailliert
mit, welche Rahmenbedingungen für seinen Facharzt-Einsatz gelten müssen, damit er diese
Stelle antritt. Je enger er die Bedingungen setzt, desto klarer wird sein berufliches Zielgebiet.
Eine Prüferin gibt ihm noch während der FSP eine Visitenkarte, die ihn zur nächsten
Arbeitsstelle führt. Der ausländische Facharzt war in meinem, GBs, FSP-Vorbereitungskurs.
Ein ausländischer Allgemeinmediziner kümmert sich in der FSP konsequent um seinen
„Patienten“, er kümmert sich in keiner Weise um das Prüfungssetting. Auf die Frage, ob er
das Prüfungssetting kenne, antwortete er, „Nein, und das ist auch nicht nötig“. Indem er sich
auf seinen „Patienten“, auf dessen Bedürfnisse und dessen optimale Behandlung
konzentriert, übererfüllt er völlig stressfrei und freundlich die Kriterien der FSP. Der ärztliche
Prüfer bietet ihm im Anschluss an die FSP eine Arbeitsstelle an. Auf die abschließende Frage,
warum er sich in der Fachsprachenprüfung so verhalten habe, antwortete er lächelnd: „Ich
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wollte wissen, ob Ihr Prüfungssetting etwas taugt“. In dieser FSP mimte ich, GB, den
„Patienten“.
Daraus ergeben sich eine Frage und viele Vorteile für die Prüfer:innen.
Frage: Akzeptieren die Prüfer:innen es, dass die Kandidat:innen die Führung im
Vorstellungsgespräch/ in der FSP übernehmen?
Die Antwort ist oft JA, weil
es den Prüfungsprozess beschleunigt;
die Prüfer:innen viele relevante Informationen erhalten;
dieser Teil der Prüfung für die Prüfer:innen mühelos ist, alles wird geliefert, "es kommt von
allein";
die Prüfer:innen den Kandidat:innen beim Bearbeiten und Lösen von Aufgaben zuschauen
können;
die Prüfer:innen zuschauen können, wie die Kandidat:innen die Führung übernehmen.
die Kandidat:innen insgesamt viel präziser ihre Qualitäten zeigen können.
Fazit:
Wenn ein „Igel“ die Prüfung betritt und die Struktur der Prüfung dreht,
bekommen die Prüfer:innen
schnell und
mühelos
detailliertere und
qualitativ bessere
Ergebnisse.
Sie wissen, dass es sich hier um eine Manipulation handelt.
Da diese Manipulation sich allerdings im Zielkorridor der Prüfung befindet und die Prüfung
übererfüllt, gehen die Prüfer:innen diesen Weg mit.
Nur schlechte Prüfer:innen und unsichere Chefs stoppen diesen Vorgang.
Auch das gehört zum Kalkül des „Igels“:
Schlechte Chefs halten der Prüfung des „Igels“ nicht stand und sortieren sich selbst aus.
Das Verfahren, in die Igel-Rolle zu schlüpfen und die Führung der FSP/ des Gesprächs zu
übernehmen, erfordert eine Vorbereitung, eine Auswahl unter 40 Adressen, Mut und
Selbstbewusstsein (Das lässt sich trainieren).
Schlechte Prüfer:innen sind schockiert
(und lassen sich von den anderen Prüfer:innen überzeugen).
Welche Hindernisse gibt es auf dem Weg zur Igel-Struktur und wie überwinde ich sie?
Ich versuche zu verstehen. Der „Igel“ hat geschummelt, oder? Ja und Nein.
Der „Igel“ benutzt einen so genannten „lauteren Trick“.
Die Prüfer:innen wissen, dass es ein Trick ist, aber dieser Trick ist nicht in den Regularien
ausgeschlossen, man kann diesen Trick in der Prüfung benutzen.
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Beispiel: Man darf in einer Prüfung nicht einen Spickzettel aus dem Ärmel ziehen und ihn
benutzen. Aber man darf in einer Prüfung die Aufsichtsperson um ein gestempeltes
Schmierpapier bitten und während der Prüfung einen Spickzettel schreiben. Der Stempel auf
dem Papier beweist, dass man den Spickzettel nicht von außen in die Prüfung getragen hat.
Wenn wir wissen, welche Punkte wichtiger sind,
können wir diese Punkte in der Prüfung bearbeiten.
Wenn wir wissen, in welche Richtung wir gehen müssen,
können wir schneller sein. (wenn, konditional, nicht sicher)
Weil ich die Punkte in die Prüfung trage, die ich bearbeiten möchte,
kann ich sie viel besser bearbeiten.
Weil ich die Richtung vorgebe, bin ich schneller. (weil, kausal, so gut wie sicher)
Wir sollen also eine Struktur für die FSP haben.
Für jeden Schritt dieser Prüfung sollen wir etwas im Kopf haben.
Egal, wie die Prüfung läuft, sollen wir mit den vorbereiteten Schritten/ Elementen/
Redemitteln/ ... antworten. Dann klingt es spontan und kenntnisreich.
Wenn ich meine Struktur vorbereitet habe, bleibe ich bei meiner Struktur.
Meine Struktur ist im Sinne der FSP die erfolgreichere Struktur.
Wenn wir etwas vorbereitet haben, ist niemand besser vorbereitet als wir.
Niemand weiß besser, was und wie wir es vorbereitet haben.
(GB: Wie lange haben Sie sich auf die FSP vorbereitet? 10 Jahre.
Wie lange haben sich die Prüfer auf die FSP vorbereitet?
2-3 Stunden höchstens, meistens am gleichen Tag, am Tag der Prüfung)
Lächeln und von Anfang an mit Erfolg rechnen, ist möglich.
Aber das geht doch nicht, Herr Baur.
Man kann doch nicht 100% der Gesprächsführung an sich reißen!
Warum nicht? Wir können uns selbst zur FSP anmelden.
Wenn wir fühlen, dass wir zum Zeitpunkt x bereit sind,
können wir uns zum früheren Zeitpunkt y anmelden.
Zur richtigen Zeit werden wir im richtigen Zustand sein und die Prüfung bestehen.
Man kann doch nicht ...!
GB sagt: Ja, das ist korrekt.
Man kann das nicht.
Das ist unmöglich.
Das geht nicht.
Das geht nicht bis zu dem Tag, an dem Sie es tun.
Dann geht es doch.
Fühlen sich die Prüfer:innen verletzt, wenn jemand ihnen die Struktur aus der Hand nimmt?
Fühlen sie sich fremdbestimmt?
Nein, sie fühlen sich (in aller Regel) erleichtert und
bekommen ohne Mühe alle Infos, die sie erfragen wollten.
Werden alle meine Wünsche verwirklicht?
GB sagt: Ja, wenn du sie aussprichst.
Wenn du sagst,
was du willst,
bekommst du Unterstützung
von unerwarteter Seite.
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Eine einfache Variante der Igel-Struktur ergibt sich, wenn ich die Zeit verknappe.
Wenn ich nicht mehr zwanzig Minuten Zeit habe, sondern nur noch acht Minuten,
werde ich ganz anders effizient arbeiten. Die Zeit lässt sich tendenziell immer weiter verknappen,
Beispiel: Wenn du dein Leben in einem Wort ausdrücken sollst, welches Wort wäre das?
Eine sprachliche Variante der Igel-Struktur benutzt tekamolo. Nach einer kleinen Manipulation stellt
der Prüfer die Frage, die der Kandidat beantworten kann. Dieser sprachliche Trick ist relativ einfach.
Die Biodeutschen ordnen ihre Informationen nach dem Muster tekamolo, das ist temporal-kausal-
modal-lokal oder Wann?-Warum?-Wie?-Wo? Wenn man diese Reihenfolge einhält, erscheint den
Deutschen alles normal, sie stellen danach keine Fragen. Wenn man diese Reihenfolge
durcheinanderwirbelt, ist der Satz grammatisch korrekt, er entspricht aber nicht den Erwartungen
der Deutschen. Sie stellen dann Fragen.
Beispiel tekamolo (Wann?-Warum?-Wie?-Wo?):
Nach dem Abhören der Lunge würde ich wegen der anhaltenden Atemnot mit einer Bronchoskopie
zum betroffenen Lungenabschnitt vordringen. (In dieser Reihenfolge der Informationen werden die
Prüfer keine Frage stellen.)
Beispiel mokatelo (Wie?-Warum?-Wann?-Wohin?):
Mit einer Bronchoskopie würde ich wegen der anhaltenden Atemnot nach dem Abhören der Lunge
zum betroffenen Lungenabschnitt vordringen. (In dieser Reihenfolge fällt den Prüfern subtil auf, dass
die Information „Wie? – Mit einer Bronchoskopie“ weit weg von der erwarteten Satzposition ist. Sie
werden das hinterfragen: Warum nicht mit einem CT? Wie können Sie so sicher sein?) Geschickt
eingesetzt, löst diese Igelstruktur aus, dass Sie Fragen erhalten, die Sie gut beantworten können.
Eine komplexe Variante der Igel-Struktur skizziert Fragen im „Rückwärtsgang“, vom erfolgreichen
Ende zurück bis zur (noch unklaren) Diagnose. Die Vorteile des „Rückwärtsgangs“ sind:
Das (erfolgreiche) Ende ist von Anfang an bekannt;
ich kann mich nicht „verirren“, ich bleibe stets auf dem Kritischen Pfad, der mich zum Erfolg
führt;
jeder Schritt ist logisch.
Die Planung dieser Igel-Struktur sieht so aus:
Ich nütze dem Patienten.
Ich arbeite dem nachfolgenden Arzt zu, bestimmte Schritte sind schon erledigt, der kritische
Pfad ist für ihn kürzer.
Bei Unklarheiten erweitere ich meine Systematik.
Ich kann punktgenau Untersuchungsmethoden einsetzen.
Die anamnestischen Angaben grenzen die Diagnose (noch nicht hinreichend) ein.
Ich stelle Sicherungsfragen und gebe dem Patienten die Gelegenheit, dass er falsch
Verstandenes korrigieren bzw. Fehlendes ergänzen kann.
Ich erfasse die unstrukturiert vorgebrachten Angaben des Patienten in einer Struktur, die mir
die Übersicht erleichtert.
Wird fortgesetzt
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