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Textanalyse

Das Dokument beschreibt die Grundlagen für die Analyse von Texten. Es erklärt wie das Verstehen eines Textes funktioniert und unterscheidet zwischen dem äußeren und inneren Teil eines Textes. Des Weiteren werden verschiedene Ansätze der Textanalyse vorgestellt.

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v.

Theorie der Textanalyse

In diesem Kapitel geht es darum, die Gnmdlagen für eine praktische Umsetzung
der in den vorangegangenen Kapiteln gemachten theoretischen Erwägungen zu
legen.341 Es bildet somit den zweiten Schmlrpunkt dieser Arbeit.
Der Formwille manifestiert sich vor allem in Sprachbildem Es soll im Folgen-
den der Schmlrpunkt gezielt auf Metaphern gelegt mlrden. Andere Manifestatio-
nen des Formwillens, etwa die äußere Struktur des Textes, sollen zurückstehen.
Letztlich gilt aber für alle anderen Manifestationen des Formwillens das nachfol-
gend Ausgefiihrte entsprechend

1. Analyse von Texten

Um einen Text analysieren zu können, kommt es zum einen darauf an, dass man
sich klar macht, wie das Verstehen eines Textes gnmdsätzlich funktioniert und zum
anderen, dass man sich der unterschiedlichen Ansätze der Analysemethoden be-
wusst wird

a) Verstehen eines Textes

Wenn das Objekt, mllches man mittels der Hermeneutik untersuchen und wrstehen
möchte, ein Text ist, dann kann man sich den Vorgang des Verstehens als ein Auf-
spalten des literarischen Textes - das Objekt -in zwei Komponenten vorstellen:
Zmn einen in sein ,Äußeres', gemeint ist damit alles, was mit den Sinnen wahrge-
nommen mlrden kann. Bei einem Text sind das zunächst einmal die Buchstaben.
Aber auch die Gestaltung des Textes, also ob der Text etwa als gebundenes Buch
oder etwa auf handgeschriebenen einzelnen Blättern vorliegt, ist von Bedeutung.
Zmn anderen kann der Text in sein ,Inneres' zerlegt mlrden, das meint zunächst
den in dem Text enthaltenen Sinn oder schlicht die Bedeutungen. Aber mliterhin

341 Anzumerken ist, dass die Theorie der Text~se nachfolgend vereinfacht behandelt wird.
Insbesondere die Schichtmode11e, wie sie in vielfli.1tiger Fonn in der Literaturwissenschaft dis-
kutiert werden, sind hier übergangen. Wenn man so will, werden zumindest rudimentär eigent-
lich doch zwei Schichten unterschieden: Die Figuren innerhalb des Textes (in der Regel hier
als ,Objekt I' bezeichnet) als eine Schicht und die Aussagen über den Autor selbst, soweit sie
sich aus dem literarischen Text entnehmen lassen (in der Regel hier als ,Objekt 11' bezeichnet),
als eine weitere Schicht.

M. Eckert, Literatur und Kriminologie 139


© Centaurus Verlag & Media UG 2002
fällt hienmter auch - tnld dem gilt das besondere futeresse dieser Arbeit - der "wei-
tere Inhalt,,!342 Vergleiche hierzu die nachfolgende Abbildung:

12. Schematische Darstellung des Verstehens

Text
(Objekt)

Äußeres
/~ Inneres
Buchstaben etc. "weiterer Inhalt"

Verstehet'

Das Problem besteht ntnl darin, von dem Äußeren eines Textes auf sein Inneres zu
schließen. ihn also zu ~rstehen. Hierbei kann zunächst zwischen dem psychologi-
schen Verstehen tnld dem Sinn-Verstehen tnlterschieden werden. Beim psychologi-
schen Verstehen wird ~rsucht, durch Nacherleben einer Situation oder durch Sich-
hinein~rsetzen (Emphatie) in einen anderen zu ~rstehen. Diese Art des Verste-
hens ist gefühlsmäßig, subjektiv und kann ,,falsch" in dem Sinne sein, dass die ei-
gene Befmdlichkeit auf die äußere Realität beziehtnlgsweise den Autor projiziert
wird Beim Sinn- Verstehen - auf das es in der Hermeneutik vorrangig ankommt -
handelt es sich um das Verstehen eines Sach~rhaltes durch die Beleuchtung tnld
Erfassung des Sinnzusammenhangs, in den dieser eingeordnet werden muss. Der
Sach~rhalt muss also in etwas Übergeordnetes eingebettet werden.
In dieser Arbeit besteht dieser übergeordnete Zusammenhang in den Erkenntnis-
zielen, die im sechsten Kapitel dieser Arbeit formuliert werden. Der Vollständig-
keit halber sei erwälmt, dass auch andere übergeordnete Zusammenhänge denkbar
wären, etwa innerhalb des Textes Sprachstil (Dialekte, Soziolekte) oder Textgat-
ttnlg (Epik, Lyrik, Drama) oder, außerhalb des Textes, Vergleiche mit anderen Tex-
ten desselben Autors oder eine Betrachtung im Zusammenhang niit den histori-
schen Geschehnissen zur Zeit der Textproduktion.

342 VgJ. Kap. ,,Der [Link]", Abschn. ,,Eigenschaften des FormwiJlens".

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