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Der elektronische Text stellt sich ‚nur‘ situativ gemäß den genutzten Darstellungs-
medien bzw. Interfaces her. Er ist nicht als permanent wahrnehmbares Oberflächen-
phänomen manifest mit einem medialen Zeichenträger verbunden, sondern besteht
aus flexibel materialisierten Datenpaketen. Das hat zur Folge, dass Inhalte einer
Website aus ganz unterschiedlichen Online-Angeboten situativ zusammengesetzt
sein können (vgl. Jones 2011, 116). Nicht selten werden beispielsweise Google-Maps-
Applikationen in andere Websites eingebunden, wenn es darum geht, Orte auch auf
einer (interaktiven) Landkarte visuell nachvollziehbar zu lokalisieren. Voraussetzung
ist die verlustfreie und durch Breitbandtechnologie gewährleistete schnelle Übertrag-
barkeit der entsprechenden Datenpakete.
Der elektronische Text ist desweiteren in rein technischer Hinsicht durch Hard-
ware-Dispositionen geprägt wie Bildschirmdiagonale, Auflösung, Helligkeit, abruf-
bares Farbspektrum, Schärfe- und Kontrast-Einstellung, Reaktions- und Ladezeitzeit,
Blickwinkel, Grafikkarte etc. Software-technisch haben die Browser-Einstellungen
(z. B. Schriften-Verfügbarkeit), installierte Plug-Ins (z. B. Flash-Player) etc. unmittel-
bare Auswirkung auf die Oberflächendarstellung (Pentzold/Fraas/Meier 2013, 88). In
der Regel ermöglichen diese ‚medialen Affordanzen‘ (in Anlehnung an Kress 2010,
79 ff.), dass der elektronische Text bzw. die Website ein Maximum an multimodaler
Zeichenhaftigkeit darstellen lässt. Konsequenz ist, dass auch die Autoren elektroni-
scher Texte bzw. Websites durch die Fülle der zur Verfügung stehenden semiotischen
Ressourcen digitaler Kommunikation vor besondere Anforderungen gestellt sind
(Kress/van Leeuwen 2001, 2; vgl. van Leeuwen 2005). In der Regel machen sie sich
besondere Tools zunutze, die die ‚multimodale Orchestrierung‘ (Kress 2010, 161) der
Textproduktion, der Navigationsorganisation, des Bildeinsatzes, des Screendesigns,
der Farb- und Typografieauswahl mehr oder weniger vereinfacht. In diesen Fällen
steht das textuelle Endprodukt ebenfalls in hoher Abhängigkeit von den Affordanzen
der hard- und softwaretechnischen Disposition des Produktionsmediums. Die Gestal-
tung ist geprägt von den Möglichkeiten und der Handhabung der zur Anwendung
kommenden Computertechnologie, der Grafiksoftware, des Textverarbeitungspro-
gramms oder Content-Managementsystems (CMS), des Screendesign-Tools etc.
Die elektronische Textproduktion steht und stand ständig unter dem Einfluss
eines hochdynamischen Medienwandels. Dieser ist gekennzeichnet durch die
rasante Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien, welche schnell in die
alltägliche (Online)Kommunikationspraxis aufgenommen werden. Demzufolge voll-
zieht sich die Etablierung und Konventionalisierung neuer textbasierter Kommuni-
kationsmuster und -funktionalitäten erheblich schneller als in Offline-Kontexten.
Wegen dieser engen Verschränkung zwischen Medientechnologieentwicklung und
kommunikativer Praxis hat sich in der linguistischen Online-Forschung der Begriff
der Kommunikationsform etabliert (vgl. Beißwenger 2002; Diekmannshenke 2002;
Schmitz 2004; Dürscheid 2005; Schlobinski 2005; Thaler 2007; Meier 2008; Fraas/
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Meier/Pentzold/Sommer 2013a). Er läuft nach Holly (2011, 157) „quer zu“ dem Begriff
der Textsorten(familie), wodurch er allerdings für die Website bzw. andere online-
mediale Kommunikationsweisen wie Chat, E-Mail, Weblogs etc. einen hohen heuris-
tischen Wert besitzt.
Zum einen fokussiert die Kommunikationsform musterhafte Kommunikati-
onsweisen (z. B. Online-Zeitung, E-Mail, Chat etc.), die unterschiedliche Textsorten
(z. B. Nachricht/Kommentar, Geburtstagseinladung/Newsletter, Beratungs-/Plau-
derchat) beinhalten können. Zum anderen ermöglicht der Begriff der Kommunika-
tionsform eine Integration medientechnologischer Disposivität und medienkommu-
nikativer Praxis. Er richtet die Aufmerksamkeit auf die medienhistorische Tatsache,
dass Medientechnologie Ergebnis von sozialen Kommunikationsprozessen ist, die
bestimmte Kommunikationsinstrumente erforderlich machen. Desweiteren führt
der Begriff der Kommunikationsformen vor Augen, dass die Materialisierung, also
die Wahrnehmbarkeit, kommunikativ genutzter Zeichen erst durch Medien ermög-
licht wird. Kommunikation mittels Zeichen wird somit durch Medien hergestellt und
zugleich begrenzt (vgl. Holly 2011, 150). Neben der Interdependenz zwischen Media-
lität und Kommunikation werden auch die kommunikativen Konventionalisierungen
behandelt, die mit bestimmten (medialen) Settings etabliert sind. Holly verdichtet
diese auf drei Aspekte. Erstens Modes und Kodes, d. h. die verfügbaren Sinneskanäle
und Zeichenarten, zweitens kommunikationsstrukturelle Gegebenheiten wie Grade
an Kopräsenz, Wechselseitigkeit oder Adressierung und drittens die zeitliche Struktur
entsprechend der Flüchtigkeit bzw. Verdauerung von Kommunikaten (Holly 2011, 153).
Diese Kriterien lassen sich zur Bestimmung der einzelnen (medialen) Kommunikati-
onsformen im Detail anwenden (vgl. Schmitz 2004, 58; Meier 2012, 264).
Im Online-Medium haben sich in Abhängigkeit bestimmter Internetdienste (z. B.
World Wide Web, Usenet, E-Mail) verschiedene Kommunikationsformen wie die
E-Mail- (Ziegler 2002) und Foren-Kommunikation, der Chat (Beißwenger 2007) und
die hier im Zentrum stehende Website entwickelt (Storrer 1999; Meier 2008; Jacobs
2009; Fraas/Meier 2012). Die Website kann zudem weitere Sub-Kommunikatonsfor-
men enthalten. So finden sich nicht selten neben den hypertextuell organisierten
Informationseinheiten auch Live-Ticker, Fotogalerien und interaktive Angebote wie
Foren oder Kommentierungsmöglichkeiten (vgl. spiegel-online). Darüber hinaus ver-
ursachen die hochdynamischen Entwicklungen im Online-Medium die Hervorbrin-
gung immer neuer oder abgewandelter Kommunikationsformen. Weblogs und Social
Media-Anwendungen wie Facebook haben mittlerweile die ‚persönliche Website‘
nahezu verdrängt. Beide bewirken eigene Kommunikationsnetzwerke, die je nach
Gebrauch bestimmte Kommunikationsformen wie ‚Bloggen‘, Bildergalerie, E-Mail
oder Chat auf flexible Weise in Beziehung setzen (vgl. entsprechenden Beitrag in
diesem Band).
Diese fortschreitende Dynamik des Medienwandels und die voranschreitende
Intermedialität der Kommunikationspraktiken veranlasst Holly nunmehr weniger
von festen medialen Settings auszugehen, sondern Kommunikationsformen in ihrer
414 Stefan Meier
Vielfalt zu betrachten und allgemeiner als „kulturelle Praktiken“ und als „medial,
historisch und kulturell verankerte Dispositive“ zu konzeptualisieren (Holly 2011,
155 ff.).
Eine solche Öffnung des Begriffs der Kommunikationsformen ermöglicht auch,
die Website (oder die Lernsoftware etc.) als solche trotz der hohen Dynamik des
(Online)Medienwandels zu betrachten. Er macht den Blick frei auf die Interdepen-
denz zwischen medialer Infrastruktur, medienermöglichter semiotischer Potenziale
und etablierter Nutzungskonventionalisierungen. Demnach lässt sich die Kommuni-
kationsform Website medienspezifisch wie folgt bestimmen:
1. Medientechnologische Materialiserung: Beamer, Monitor, Notebook-, Netbook-,
Tablet-, Smartphone- und Handydisplays.
2. Semiotische Vorrausetzung: Mögliche Nutzung semiotischer Ressourcen wie
Schrift/Typografie, statisches Bild, Grafik, Piktogramme, Screendesign etc.,
weniger häufig mündliche Sprache, Audio, Bewegtbild
3. Mögliche Ansprache von Sinnesmodalitäten: vor allem visuell und weniger
auditiv
4. Potenzielle Kommunikationsrichtung: vor allem unidirektional, bei interaktiven
Sub-Kommunikatiosformen auch bidirektional
5. Mediale Funktionsweise: Speicherung und Übermittlung von Informationen,
hypertextuell navigierbar, zuweilen personalisiert
6. Art der Übermittlung: elektronische Datenpakete über digitale Netzwerke (Inter-
bzw. Intranets)
7. Zeitlichkeit: zeitversetzt
8. Mögliche Kommunikationspartner: zumeist 1:n, interaktiv: n:n
9. Sozialer Status: privat/institutionell, öffentlich im Internet, teilöffentlich im Int-
ranet
Der elektronische Text und insbesondere die Website können ein Maximum an Mul-
timodalität aufweisen. Dabei dienen die Zeichen nicht nur der inhaltlichen Kommu-
nikation (z. B. mittels Schrift, Bilder, Grafiken etc.), sondern dienen zum einen der
Oberflächenstrukturierung (z. B. durch Linien, Textflächen, Freiräume, Farbflächen,
Kästen). Zum anderen markieren sie Navigationsinstrumente, um die hypertextu-
elle Linkstruktur der Website nutzen zu können. Demnach bildet die Gestaltung von
elektronischen Texten bzw. Websites eine besondere kommunikative Praxis (vgl. van
Leeuwen 2005; Kress/van Leeuwen 2006; Kress 2010). Screen- bzw. Interfacedesigns
weisen als Meta-Zeichen den einzelnen kommunikativen Einheiten ihre funktions-
markierende Position zu. Der Entwurf von Sitemaps bildet die hypertextuelle Insze-
nierung der Inhalte. Ferner gibt die genutzte Makro-, Meso- und Mikrotypografie
(Stöckl 2004b) der Schrift bestimmte Funktionen (z. B. Textmodularisierung, Inhalts-
Websites als multimodale digitale Texte 415
Funktion fünf lässt sich jedoch den operationalen Zeichen zuordnen, da sie ebenfalls
auf die Nutzungsmöglichkeit (in diesem Fall auf Interaktivität) der Website hinweist.
Funktion sechs umfasst besondere Sprachhandlungen wie Werbung. Damit kann sie
auch als Teil repräsentationaler Zeichen verstanden werden. Die aufgeführten Inhalte
und Informationen sind als kommunikative Handlungen der Information, der Beleh-
rung, der Kommentierung etc. realisiert. Die (online-)kommunikativen Zeichenfunk-
tionen sind somit von der Kommunikationsform geprägt, was sich entsprechend auf
die kommunikationsstrukturierenden Handlungsmuster (Textsorten) als Affordanzen
auswirkt.
Die Kommunikationsform Website hat im Zuge ihrer Verwendung Konventionen
der Oberflächenstrukturierung ausgebildet. Position und Gestalt der Zeichen weisen
ihnen eine oder mehrere der aufgeführten Funktionen zu. So unterliegt die einzelne
Webseite noch immer häufig einer Zwei- oder Drei-Säulen-Struktur. In der linken
Säule und/oder über dem mittleren Content-Bereich findet sich gemäß der Leserich-
tung von links oben nach rechts unten zumeist das Navigationsmenü (operationale
Zeichen). In der mittigen (oder rechts anschließenden) Säule lassen sich eine Abfolge
von Inhalten (repräsentationale Zeichen) wiederfindet. Weblogs weisen die Naviga-
416 Stefan Meier
tion eher am rechten Rand auf (Bittner 2007, 234). Grund ist die Aufmerksamkeitsfo-
kussierung auf die umgekehrt chronologische Abfolge der Blogeinträge im Zentrum
der Seiten. Identifikatorische Zeichen zeigen sich bei Websites wie bei Blogs häufig
am oberen Rand und als einheitsstiftende Elemente zumeist auf allen Unterseiten
der Website. Sie bestehen in Form von Logos, Farben des Corporate Designs oder
Betreibernamen der Sites. Ordnungszeichen verteilen sich über die Gesamtfläche zur
Zuordnung und Abgrenzung von einzelnen Seitenelementen. Hier kommen neben
expliziten Markierungen wie Farbhintergrundwechsel, Linien und Kästen auch impli-
zite Hinweise durch bestimmte Abstände hinzu. Ist beispielsweise ein kleiner Pfeil
neben ein Wort platziert, so kann man davon ausgehen, dass auch das Wort Bestand-
teil der Verlinkung ist. Erst durch die Nähe dieser beiden Zeichenelemente werden sie
als zusammengehöriges Navigationszeichen erkannt.
Die hier vorgestellte Unterscheidung zwischen inhaltlichen (repräsentationalen)
Ordnungszeichen und operationalen Zeichen findet ihre Begründung auch in der hin-
tergründig realisierten Sitearchitektur. Seit Einführung des Prinzips des XHTML als
technische Weiterentwicklung des statischen HTML sind die Informationen zur Ober-
flächenstrukturierung, der Textauszeichnung und der Textinhalte durch separate
Stylesheets (CSS), Markup-, und Contentverzeichnisse auf den Webservern abgelegt
(vgl. Bittner 2007, 230 ff.). Dies führte zur stärkeren Arbeitsteilung zwischen Interface-
design, medieninformatischer Webentwicklung, Datenbank- und Netzwerkadminis-
tration sowie inhaltsproduzierendem und -verwaltendem Contentmanagement. Zu
weiteren Spezialisierungen dieser Bereiche hat der Einsatz von Contentmangement-
systemen (CMS) geführt. Hierbei nutzen die Inhaltsproduzenten ‚nur‘ Eingabemas-
ken. Ihre elektronischen Textprodukte und ausgewählten Bilder werden software-
und datenbankgestützt in feste Oberflächen- und Hypertextstrukturen eingepasst und
automatisch für die unterschiedlichen digitalen und printmedialen Ausgabe-Medien
aufgearbeitet. Eine solche Arbeitsteilung verursacht eine Trennung der Oberflächen-
strukturierung und Textformatierung vom Textproduktionsprozess. Während klassi-
sche Textverarbeitungsprogramme die Bandbreite multimodaler Textproduktion im
Vergleich zur Schreibmaschine revolutionär ausgeweitet haben, bewirkt der Einsatz
von CMS eine starke Begrenzung der multimodalen Gestaltungsfreiheit des Textpro-
duzenten. Diese ist softwaregemäß durch Layout- und (Corporate)Design-Vorgaben
bestimmt und beschränkt sich auf die reine Texterstellung und Auswahl bestimmter
audiovisueller-, Bild- bzw. Audio-Dateien.
Datenbankgenerierte Websites haben die Modularisierung der Website-Oberflä-
chen weiter vorangetrieben. Die Modulstruktur setzt sich aus mehreren hierarchisch
aufgebauten Informationsbausteinen zusammen und bildet durch die hypertextuelle
Struktur eine Erweiterung multimodaler Medienkommunikation. Modularisierung
ist gekennzeichnet durch Segmentierung von Langtexten. Sie werden bereits seit der
Frühphase der Online-Kommunikation als kurze Bedeutungseinheiten gefasst, die
aus einer oder unterschiedlichen Zeichenmodalitäten wie Sprachtext, Bild und Grafik
zusammengesetzt sein können (Bucher 1998, 85 ff.). Textmodule als komprimierte
Websites als multimodale digitale Texte 417
418 Stefan Meier
Die Lexia stellt die einzelne Seite des elektronischen Textes bzw. der Website
dar. Sie ist aus einer oder verschiedenen Dokumenten zu einer simultanen Sehfläche
zusammengestellt. Diese kann größer als die zur Verfügung stehende Sichtfläche des
Displays sein, so dass erst durch Scrollen situativ verborgene Inhalte der Lexia sicht-
bar werden.
Das Cluster schließlich umfasst eine hypertextuell vernetzte Bedeutungseinheit,
wie sie mit der Website besteht. Online-Auftritte können zudem Unter-Cluster enthal-
ten. So bildet das Netzdossier eine online-journalistische Darstellungsform, die ein
bestimmtes Thema innerhalb eines Online-Magazins hypertextuell aufbereitet. Das
Netzdossier weist eine eigene Startseite auf, die das entsprechende Thema vorstellt.
Sie beinhaltet weitere Module und Verlinkungen zu möglichen Hintergrundberich-
ten, Kommentaren, Bildern und Grafiken.
Das Website-Cluster besitzt die dreidimensionale Struktur eines Hypertextes.
Diese wird durch Verlinkungen zwischen den einzelnen Webseiten vollzogen. Dabei
dienen die Links zum einen als Hinweis auf den Inhalt der verknüpften Seite und
zum anderen als Zugang zu dieser. Sie lassen als interne Links die Website zu einer
3-dimensionalen Kommunikationseinheit und als externe Links die entsprechende
Webseite oder den gesamten Web-Auftritt als Bestandteil eines weiteren Kommunika-
tionsnetzes werden. Inhaltlich und technisch steht er in Verbund mit anderen Seiten
oder Sites, die im World Wide Web ebenfalls publiziert sind. Die Links selbst können
mit ganz unterschiedlichen Zeichenressourcen realisiert sein. Einzelne Wörter, Satz-
elemente, ganze Textmodule, Pfeile, Piktogramme, Grafiken und fotografische Bilder
dienen als Links, die gemäß ihrer Modularität und Animation als solche erkennbar
werden. Auch mögliche interaktive Verwendungsweisen, sind sprachlich und gra-
fisch über die Verlinkung markiert (Pauwels 2012).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die elektronischen Texte der Web-
seiten trotz ihrer Multimodalität und Hypertextualität in der Regel Bestandteile eines
kohärenten Superzeichens sind, welches auf der Oberfläche durch Kohäsionshin-
weise und auf der inhaltlichen Ebene durch eine kohärente Gesamtfunktion konsti-
tuiert ist.
Websites als multimodale digitale Texte 419
gerichtet werden. Das heißt, er kann nicht nur auf die bedeutungsstiftende Korres-
pondenz von einzelnen Sprache-Bildeinheiten begrenzt bleiben, sondern muss alle
online-medial genutzten Zeichenmodalitäten behandeln. Dies umschließt neben den
inhaltlichen Zeichenensembles zahlreiche auch Bedeutungseinheiten zur Kommu-
nikation von Funktionalität und Navigation. Ein solcher Untersuchungsgegenstand
führt zu besonderen Erkenntnisinteressen und Fragestellungen, die im Folgenden
vorgestellt werden.
Mit Blick auf die Kommunikationsform stellt sich die Frage, welche der media-
len Möglichkeiten werden in dem zu analysierenden Online-Angebot genutzt. Welche
Zeichenressourcen kommen zum Einsatz, welche Kommunikationsrichtungen sind
dominant, welche mediale Infrastruktur ist zur Produktion und Darstellung nötig,
und welche medialen Funktionen werden realisiert.
Mit Blick auf die semiotischen Ressourcen ist genauer zu fragen, welche Moda-
litäten für welche kommunikativen Funktionen gebraucht werden. Welchen kommu-
nikativen Beitrag leisten die einzelnen Modi, die Modi innerhalb des Items bzw. des
Moduls, der Lexia sowie des Clusters. Dabei interessieren nicht nur die Content kons-
tituierenden Zeichengebilde als repräsentationale Zeichen, sondern auch die beson-
deren Funktionen der identifikatorischen Zeichen, die strukturierende Funktion der
Ordnungszeichen und die instrumentelle Funktion der operationalen Zeichen.
Mit besonderem Blick auf die multimodale Designpraxis treten diese unterschied-
lichen Zeichenfunktionen als kommunikative Handlungen in den Fokus. Visualisie-
rungs- und Versprachlichungsstrategien, Bildgestaltung wie Motivwahl, Ausschnitt,
Perspektive, Farb- und Formgebung, Link-, Mikro- und Mesotypografiegestaltung
sowie Screen- und Grafikdesign werden hinsichtlich ihrer konnotativen Bedeutungs-
potenziale analysiert.
Mit Blick auf die kommunikativen Handlungen ist zu fragen, welche Funktionen
vollziehen die einzelnen Textmodule und Webseiten als eigenständige Bedeutungs-
einheiten und welchen Beitrag leisten sie für die kommunikative Gesamtfunktion der
Website?
Mit speziellerem Blick auf die Hypertextualität treten Sequenzierungsstrategien
in den Vordergrund und insbesondere dramaturgische Inszenierungen der dreidimen-
sionalen Textkonstitution. Inwiefern lässt die Website desweiteren nutzergenerierte
Inhalte zu? Wie frei oder eingeschränkt ist die Rezeption durch die Linkführung? In
welche kommunikativen Netzwerke ist die Website über externe Verlinkungen mit
welchen kommunikativen Funktionen eingebunden?
Mit Blick auf den Medienwandel stellen sich in diachroner Perspektive Fragen
zum Wandel der Kommunikationsform, der einzelnen Genres und der damit verbun-
denen Gestaltungsmuster. Beispielhaft lässt sich dies an der fortschreitenden Margi-
nalisierung der ursprünglich so dominant vertretenen persönlichen Homepage illus-
trieren. Diese ist durch die Blog-Kommunikation sowie Social-Media-Anwendungen
so gut wie ersetzt. Mit der Zeit sind Ausdifferenzierungen der bestehenden und neuen
kommunikativen Praktiken samt entsprechender Designmuster entstanden. Welche
420 Stefan Meier
3 Methodisch-methodologische Ansätze
Der Gegenstand elektronischer Text bzw. die Website wird in der Forschung aus unter-
schiedlichen Perspektiven behandelt, welche unterschiedliche Prioritäten an den
Gegenstand herantragen. Während eine Hypertextforschung ein besonderes Augen-
merk auf die Modularisierung und Sequenzierung legt, gehen medienlinguistische
Ansätze von den medial bedingten Produktions- und Rezeptionspraktiken aus. Hinzu
tritt eine framebasierte Forschungspraxis, die neben der medial-materialen Prägung
digitaler Kommunikation auch Auswirkungen sozial konstituierter Wissensrahmen
in der online-medialen Praxis untersucht. Sozialsemiotisch motivierte Multimodali-
tätsforschung interessiert sich vor allem für die im elektronischen Text gebrauchten
semiotischen Ressourcen und deren bedeutungsgenerierende Funktion. All diese
Ansätze sind jedoch nicht voneinander unabhängig entwickelt worden, sondern
haben auch Konzepte und Methoden der anderen Perspektiven mit aufgenommen.
Folgend werden die einzelnen Ansätze hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Prioritä-
tensetzung in der Gegenstandsbestimmung, Fragestellung und Methodik betrachtet.
3.1 Hypertextlinguistik/-forschung
3.1.1 Gegenstände
Websites als multimodale digitale Texte 421
sehen wird. Allerdings kann er durch externe Links mit hypertextuellen Verbünden
verknüpft sein. In der Regel stellen sie aus Sicht der Hypertextforschung am Compu-
ter erstellte Beiträge dar, die für den (Aus)Druck bestimmt sind (Storrer 2008, 323).
Hypertexte lassen sich demgegenüber nicht ausdrucken. Sie können im Ausmaß
extrem schwanken. Während das gesamte World Wide Web als Hypertext verstanden
werden kann, lässt sich bereits eine kommunikative Einheit von zwei bis drei Sequen-
zen ebenfalls als Hypertext fassen.
Die Website wird als eine kommunikative Einheit behandelt. Jacobs (2004)
beschreibt sie als eine funktional-thematische Ganzheit, die als Teilnetz im World
Wide Web realisiert ist. Storrer (2000) spricht von einer thematischen Gesamtvorstel-
lung und einem kommunikativen Zweck, der mit der Produktion der Einzeltexte der
Website verfolgt wird. Hier ist nicht nur das übergeordnete Thema einheitsstiftend,
sondern auch eine übergeordnete kommunikative Hypertextfunktion.
Hypertexte stellen Textnetzwerke dar, die dem Nutzer nicht eine lineare Abfolge
von Informationen präsentieren, sondern diesem die Wahlmöglichkeit lassen,
eigenen Informationsbedürfnissen nachzugehen und entsprechenden Linkpfaden
zu folgen. Begrenzt ist diese Selbstbestimmtheit durch die Begrenztheit des Text-
netzes selbst. Nutzungs- und Darstellungsmedium können nur Computer- und Soft-
waretechnologie und/oder digitale Infrastrukturen sein, die das eigenständige Navi-
gieren bzw. Browsen ermöglichen. Durch die Digitalität verfügen Hypertexte auch
über flexible Oberflächen, die sich je nach Produktionsprozess, Darstellungsmedium
und Navigation ändern. Sie lassen sich inhaltlich individuell oder interaktiv erwei-
tern und dienen dadurch der computervermittelten Kommunikation und der kollabo-
rativen Wissensproduktion. Hypertexte unterliegen einer wechselnden Dynamik. Sie
können als relativ festes Autorenprodukt der Wissensvermittlung vorliegen. Als Bei-
spiel hierfür lässt sich die hypertextuell realisierte Enzyklopädie Encarta anführen,
die von 1993–2009 von Microsoft auf CD und DVD jährlich aktualisiert herausgegeben
wurde. Demgegenüber ist die dynamische Alternative, die Online-Enzyklopädie Wiki-
pedia, zu nennen. Sie wird von einer großen Zahl von Autoren ständig interaktiv und
kollaborativ überarbeitet und erweitert.
Fragestellungen und Methoden der Hypertextforschung sind auf die Module, Struk-
turen, Kohäsionen/Kohärenzen, Dynamiken und Textsorten non-linearer digitaler
Kommunikate ausgerichtet. Dabei bildet die Website nicht den alleinigen Gegen-
stand, sondern es tritt jede Form digital vernetzter Wissensproduktion und -kommu-
nikation in den Blick. Eine solche Untersuchung muss insbesondere der Flexibilität
und der Veränderbarkeit der Inhalte mit besonderer Datenaufbereitung und Archivie-
rung der Analysekorpora begegnen. Ein besonderes Augenmerk liegt ferner auf der
Untersuchung von Verknüpfungsdarstellungen sowie der Markierung der Einzelseite
422 Stefan Meier
als Element des hypertextuellen Verbundes. Die Fragestellungen lassen sich wie folgt
zusammenfassen.
1. Mit Blick auf die einzelnen Module und Hypertextsorten:
a) Welche kommunikativen und technischen Funktionen haben die Einzelkom-
munikate?
b) Welche Thema-Rhema-Struktur liegt in den inhaltlichen Modulen vor?
c) Wie fügt sich der Einzeltext bzw. das Modul in das Gesamtkommunikat ein,
welche Funktion übernimmt es hierfür?
2. Mit Blick auf die Hypertextstruktur:
a) In welcher Netzstruktur sind die einzelnen Items, Lexia zu Cluster verbun-
den? Neben der qualitativen Rekonstruktion der Sitemap lassen sich hier
auch computerlinguistisch automatisierte Verfahren (Mehler 2004) und/oder
quantitativ-kommunikationssoziologische Netzwerkanalysen (Bucher 2009)
durchführen.
b) Welcher dramaturgischen und kommunikativen Ausrichtung unterliegt die
Sequenzierung der Websiteinhalte?
c) Welcher kommunikativen Funktion unterliegt die Website als Gesamtkom-
munikat, und/oder inwiefern ist sie Teil eines übergeordneten Kommunikati-
onsnetzwerks?
3. Mit Blick auf die Kohäsion und Kohärenz zur Vermittlung von Identifikation,
Navigation, Inhalt, Linkführung etc.:
a) Welche sprachlichen und gestalterischen Mittel weisen die Website kohäsiv
auf der Oberfläche als Gesamtkommunikat aus?
b) Welche sprachlichen und gestalterischen Mittel weisen die Website auf der
inhaltlichen Ebene als kohärentes Gesamtkommunikat aus?
3.2 Medienlinguistik/-forschung
3.2.1 Gegenstände
Websites als multimodale digitale Texte 423
424 Stefan Meier
Durch die Breite der Medienforschung kann an dieser Stelle nicht das gesamte Spek-
trum an Fragestellungen und Methoden dargestellt werden. Somit wird sich auf
bestimmte Ansätze der Medienlinguistik beschränkt.
Mit Blick auf die verschiedenen Zeichensysteme ergeben sich Ansätze, die die
Besonderheiten der unterschiedlichen Kodierungen von Zeichen in der Medienkom-
munikation betrachten. Im Zentrum steht bei der Medienlinguistik weiterhin die
Sprache, die in ihrer Struktur und Diachronie sowie in ihrer Anwendung untersucht
wird (Burger/Luginbühl 2005; Perrin 2011). Als weiteres Zeichensystem wird zuneh-
mend das Bild in seiner statischen und bewegten Kodierung und in seinem multi-
modalen Zusammenhang behandelt (vgl. die Beiträge in Diekmannshenke/Klemm/
Stöckl 2011). Auch die Mediennutzung steht im Untersuchungsfokus, die mit quanti-
tativen sowie qualitativ gesprächsanalytischen und ethnografischen Ansätzen bear-
beitet wird (Holly/Püschel/Bergmann 2001). Bezogen auf die Internetkommunika-
tion hat sich in diesem Bereich ebenfalls eine breite Forschungslandschaft etabliert
(Fraas/Klemm 2005; Androutsopoulos/Runkehl/Schlobinski/Siever 2007; Bucher/
Gloning/Lehnen 2010; Fraas/Meier/Pentzold 2013). Hierin kommen textlinguistische,
sprach-, diskurs-, gesprächs- und korpusanalytische Verfahren zur Anwendung.
Folgende Forschungsfragen ergeben sich:
1. Welche sprachlichen Strukturen, Handlungen und Wandelprozesse sind unter
der technischen und institutionellen Prägung einer medienvermittelten Kommu-
nikation realisiert?
2. Welche Kommunikationsformen und Textsorten lassen sich in der (online-)
medialen Kommunikation bestimmen und welche sprachlichen Besonderheiten
zeigen sie?
3. Welche kommunikativen Funktionen sind durch die Korrespondenz von Sprache
und Bild sowie das Textdesign in (online-)medialen Kontexten realisiert?
4. Welche Wissensordnungen/Muster/Frames lassen sich durch die Perspektivie-
rungen, Hervorhebungen, Kontextualisierungen bestimmter sprachlich und/
oder multimodal realisierter Konzepte rekonstruieren?
3.3 Multimodalitätsforschung
3.3.1 Gegenstände
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426 Stefan Meier
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428 Stefan Meier
Websites als multimodale digitale Texte 429
kative Funktionalitäten wie ‚klick hier‘ oder ‚mehr…‘. Bilder sind in Verbindung mit
Sprachtext zu decodieren. Beispielhaft wären Infografiken, beschriftete Bilder etc.
Meier (2208, 302ff) schlägt eine Einteilung von Websites vor, die auf verschiedene
Handlungstypen abzielen. Die Einteilung richtet sich nach der jeweils dominanten.
Folgende Typen lassen sich so bestimmen:
1. Nachrichtenorientierte Websites
2. Imageorientierte Websites
3. Kampagnenorientierte Websites
4. Plattform- bzw. portalorientierte Websites
Kriterien für die Einordnung in die jeweiligen Kategorien bilden die kommunikative
Handlung, die Rubriken-, die Oberflächengestaltung und Bildverwendung.
Nachrichtenorientierte Websites sind prototypische journalistische Angebote, die
durch ständig aktualisierten Contentwechsel über das politische, kulturelle, wirt-
schaftliche, soziale und sportliche Geschehen berichten und es kommentieren etc.
Sie sind in ihren Rubriken an den Ressorts von Print-Zeitungen orientiert (z. B. Politik,
Wirtschaft etc.). Das Screendesign wandelt sich zunehmend von der Drei-Säulen-
Struktur zur Ein- bis Zwei-Säulen-Struktur. Auch ein Trend zur ‚Kachel-Struktur‘ (s.
[Link]) lässt sich feststellen. Am Kopfende ist die publizistische Marke aufge-
führt. Darunter folgt das Hauptmenü. Der mittige Content-Teil wird mit Schlagzeile,
einem größeren Bild und darunter platziertem Teaser bzw. Bildunterschrift zu einer
Titelgeschichte eröffnet. Es folgen untereinander kleinere Sprache-Bild-Einheiten.
Sogenannte Thumbnails sind mit Teasertext kombiniert und mit einem entsprechen-
den Volltext verlinkt. Bilder dienen als (symbolische bzw. konzeptuelle) Schlüssel zu
den Themen, als Dokumentationen, als Veranschaulichung und Eye-Catcher. Prototy-
pen: New York Times, spiegel-online, [Link], [Link].
Imageorientierte Websites dienen der Vorstellung und (Selbst)Darstellung einer
Einzelperson, einer Institution, eines Unternehmens etc. Hier ist die persönliche
Homepage bzw. der Blog ebenso angesiedelt wie berufliche Auftritte von Selbstständi-
gen, Klein- und mittleren Unternehmen sowie Image-Präsentationen von Konzernen.
Die Startseite enthält häufig eine Begrüßung. Die weiteren Texte stellen Interessen,
Ziele, Leitbilder, Tätigkeiten und möglicherweise das Produktportfolio der Site-
Betreiber vor. Sie wenden sich an Bekannte, Branchenmitglieder, Kunden, Medien
und Öffentlichkeit und sind dabei um ein positives Fremdbild bemüht. Die Rubriken
können je nach Betreiber wechseln. Häufig findet man biografische und porträthafte
Informationen unter ‚Wir‘ oder der Abkürzung des Betreibernamens sowie Adressen
und/oder E-Mail-Kontaktangaben. Größere Firmen bedienen die Presse mit speziel-
lem PR-Material unter einer entsprechenden Rubrik. Auch ‚Aktuelles‘ kann konkrete
Firmen- und Institutionsaktivitäten und Veranstaltungen enthalten. Bilder zeigen
zumeist über Konzept- und Symbolbilder Elemente des Grundverständnisses bzw.
der Aktivität des Betreibers. Auch Gebäude von Institutionen und die Person selbst
430 Stefan Meier
Websites als multimodale digitale Texte 431
tät. Sie ruft eine besondere Konzeptualisierung und Analysepraxis hervor, um dieser
Komplexität des kommunikativen Zeichenhandelns gerecht zu werden.
In letzter Zeit unterliegt die Online-Kommunikation zudem einer verstärkten
Mobilisierung und Personalisierung. Klassische Desktop-Anwendungen werden
durch eine gesteigerte Nutzung von unterschiedlichen Endgeräten wie Smartphones
und Tabletcomputern flankiert. Dies bewirkt eine weitere Flexibilisierung der kom-
munikativen Gestaltung und Nutzung der Website. Durch die Bandbreite an unter-
schiedlichen Darstellungsmedien differenzieren sich auch die Oberflächenstrukturen
als Folge situativer Nutzung weiter aus. So zeigen News-Auftritte wie [Link] oder
[Link] in ihrer mobilen Ausgabevariation eine dem Smartphone angeglichene
vertikale Ausrichtung, während ihre Desktop-Formatierung weiterhin horizontale
Säulen- bzw. Itemanordnungen anbietet.
Mit der App-Technologie haben sich zudem weiter personalisierte Oberflächen-
und Inhaltsstrukturen etabliert. Nutzer stellen sich ihre persönlichen Netzkommu-
nikate zusammen. Gleichzeitig nutzen sie die und andere Apps zur eigenen inter-
personalen und one-to-many-Kommunikation. So bildet das WWW samt der dort
publizierten Website immer weniger eine mediale Infrastruktur, in der feste Website-
Formate abgelegt sind, sondern eine Netzstruktur zur Verbindung individueller Pro-
duktions- und Darstellungsmedien.
Ferner wird durch die zunehmende Textproduktion mit Hilfe von Contentma-
nagementsystemen die Multimodalität elektronischer Texter immer stärker daten-
bank- und softwareseitig vorstrukturiert. Die inhaltliche Pflege von inter- und int-
ranetveröffentlichten Websites, Weblogs, Wiki-Angeboten und Social Networks ist
damit von der Praxis des Screendesigns, der Bildinszenierung und typgrafischen
Gestaltung zunehmend getrennt.
Solche Entwicklungen machen eine stärker medientechnologisch informierte
und transmedial ausgerichtete Multimodalitätsforschung nötig. Analysen können
sich nicht mehr auf die einmalige Darstellung von Websites beschränken, sondern
müssen diese in unterschiedlichen Ausgabemedien und im transmedialen Verbund
mit korrespondierenden Print- und weiteren elektronischen Medien wie Fernsehen
oder öffentlichen Infoscreens betrachten. Dabei wird sich der Blick auch auf die Pro-
duktions- und Rezeptionsprozesse richten müssen. Prototypische Bedeutungszu-
schreibungen von elektronischen Texten lassen sich immer schwieriger bestimmen,
je flexibler ihre Erstellung, Modifikation und Nutzung in der Praxis ist. Dieser Flexi-
bilisierung kann mit einer verstärkten Perspektivierung der zugrundeliegenden Pro-
duktions- und Rezeptionspraktiken begegnet werden, indem ethnografische Metho-
den der teilnehmenden Beobachtung und Interviews mit prototypischen Nutzern die
‚klassische Textanalyse‘ ergänzen.
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