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43. J. Fritz g o he: Ueber eigenthiimlich modificirtes Zinn.


In dem sehr kalten W h t e r 1687/68 hatten pon einer in d e ~
freien Luft liegenden Parthie Banka-Zinn eine Anzahl Blijcke eine
eigenthiimliche Vergnderung ihrer Structur erlitten. Unter Aufbllihung
ihrer Masse waren sie giinzlich oder auch nur theilweise stjinglich
krystallinisch geworden und mehr oderweniger in kleinere odcr grbkere,
diese Structur zeigende Bruchstiicke, zum Theil sogar in ein sand-
artiges, krystallinisch kbrniges Pulver zerfallen. Dabei hatter: sich
im Innern Hohlrtiume gebildet, welche mit einem metallgliinzenden Hiiut-
chen iiberzogen waren, wiihrend die krystallinischen Gebilde nicht
metallgltinzend, sondern matt erschienen. Durch sorgftiltige Entfernung
d e s Zerbriikelten, erhielt ich sehr instructive Stiicke, welche aus noch
lose zusammenhlingenden kleineren Stiicken bestanden, deren Verbin-
dungastellen unregelmiifsige und unebene durch Spalten auaeinander-
gehaltene Fliichen darstellten, von denen 8118 die KrystalJisation nach
versohiedenen Richtungen statt gefunden hatte. Ich lege hier der
rerehrten Versammlung eine Anzahl dinser kleineren Stiicke, sowie
auch mehrere Stiicke vor, an welchen die metsllgliineende Flliche der
Hohlrliurne deutlich sichtbar ist. Yon einigen der nocb zusarnmen-
bgngenden griifseren Stiicken habe ich etereoskopische Photographieen
anfertigen lassen, durch welche die oben erwtihnte Structur deudich
veranschaulicht wird, und welche ich gleichfalls vorzulegen die Ehre
habe. Alle diese Stiicke haben meist nur einen sehr lockern Zusam-
menhang, und zerfdien bei gelinder Beriihrung und theilweise sogar
bei ruhigem Liegen in stiingliche, leicht zwischen den Fingern zer-
reibbere Cebilde.
Fiif die Ursache dieser hiichst eigenthiimlichen Urnwandlung hake
ich e k e lang andauernde KPte, denn nur bei einer solcheu ist sie
&on mehrmals in SE,Petereburg bei fiir den HandeL bestimmteki
Zinnvorrtithen von den eie beaufaichtigenden Arbeitern beobachtet
worden. Dafiir eprioht auch eine lihniiche Structarverhderung, welchc
ein im Winter 1867/68 der K a t e ausgesetzt geweaenee Stiick Zinnrohr
erbtten ha&
t !, bei dem keine anderen Einfliisse mitgewirkt haben konnten.
Im jtingst verfloaeenen Winter habe ich Zinn in mancherlei
FOITKWR ,
der WinterkHlte ausgesetzt ohue irgend eine Veriinderung
daran wabreunehmen, allerdinge aber W 8 r die Kalte ungleich geringer
da im vurhergebenden Winter. Auch eine, freilich nur kurze Zeit
daaernde Einwirkung einer Kglterniechung von fester Kohlansiiure
ll~ldAether hat mu do negatives.l%esdtat ergeben. I& beabeichtige
aber, mehe Vemnche fordgumhen, und namendich Zinnbliicke etc.
in clie kiiltwten Cfegenden Rublands, wo eioh Beobachter finden lassen,
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zu enteenden. In der nbhgtm Zeit gedenko ich, das sUlnglich kry-
stallisirte Zinn, welches do& wohl eine eigenthiimliche allotropieche
ModiBcation darstellt , einer genauen Unterauchung von chemischer
und physikalischer Seite an unterwerfen, and behalte mir vor, dariiber
weitere Mittheilungen zu machen.

44. L. Dsrmstadter uud [Link]: Ueber einige


Abkijmmlinge des Naphtols und ein NapbtobioxyL
Wir haben schon seit einiger Zeit Versuche angestellt, Nitro.
Derivate deR Naphtols darzustellen, und sind dabei auf unerwartete
Schwierigkeiten gestofsen.
Bei Behandlung des Naphtols mit Salpeterstiure von vewchieden-
ster Concentration und unter mannigfacher Abiinderung det Bedin-
gungen, ist es bisher nicht gelungen, charakterisirte Producte zu erhalten.
Dagegen bot sich ein anderer Weg, zu den gesuchten Kiirpern
zu gelangen, der sich bei dem ersten Versuche als sehr glatt envies,
niimlich die Anwendufig der Naphtolsulfosaure die inzwischen von
Schiiffer ") beechrieben wurde.
Wird eine Lasung dieeer Siiure in Salpetemiiure eingetaagen, so
tritt nach kurzer Zeit Rothffirbung und in deren Folge Ausscheidung
eines gelben Kiirpers ein, der sich leicht durch Filtration trennen und
durch Umkrystallisiren rein erhslten Itifst.
Dieser Karper ist das von Mart i u s beschriebene*) Binitronaphtol
rnit allen Eigenschaften, die der genannte Chemiker beobachtete.
Wir fiigen hinzu, dafs der Schmelzpunkt desseiben (verglichen
rnit einem Praparat von Mart,ius) bei 1380 liegt und d& der Kiirper
namantlich aus einer heirsen Chloroform-Lasung in wohl ausgebildeten
gelb durchscheinenilen Prismen krystallieirt.
Wir aind durch die Bereitwilligkeit der Ha. M a r t i u s und Men-
d e 1ss o h n in den Stand gesetzt, dime Darstellung in griifserem Maak-
w b e zu versuchen und zweifeln nicht, dafs sich dieselbe rnit Vortheil
verwenden lassen wird.
Auch verdient die Reaction sls solche Interesse: die Verdriingung
des SchwefelsBure-Restes durch die Nitrogruppe N 02,die vor Rurzem
auch von S c h mi tt und G liu t z an der Nitrophenolschwefelehre bei
Bebandlung rnit concentrirter Salpeterahre beobachtet wurde*), geht in
unserm Falle rnit ausnehmender Leicbtigkeit vor sich.

*) Dime Berichte Jahtg. II, S. 90.


"*) Zeitschriff f. Chemie. N. F. Bd. 4. 8. 80.
+") Dieeae Berkhte Jahrg. II, 8. 52.
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