Fandom Observer 194
Fandom Observer 194
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Irrlehre abschwören. Wie wenig dies aber gesellschaftlicher Abstieg, wenn die Bekann- meine ich auch alle anderen – häuteten, ka-
genutzt hat, lässt sich an Hand seiner späte- ten erfahren, dass der Gatte gar kein Verhält- men unter dem Profi-Ehrengast plötzlich ganz
ren Geschichten leicht nachweisen. nis mit seiner Sekretärin hat – der hockt lie- normale Menschen zum Vorschein. Und –
Aber Jeschke war ja nicht der erste, der ber auf SF-Cons. Shocking!! ganz große Überraschung – sogar recht an-
vom SFCD domestiziert werden sollte. Anne Nun sollten wir doch endlich mal in die genehme Zeitgenossen.
Steul traf dieses Schicksal schon ein Jahr frü-
her. Hatte sie doch die Unverschämtheit zu
behaupten, dass die Beschäftigung mit SF
mehr dem Geselligen diene – also die
fannische Seite des Fandoms. Das durfte ja
nicht sein. War es doch das Bestreben des
SFCD sein Mitglied mehr oder weniger zum
Raketenbauer auszubilden. Das wichtigste Ziel
des SFCD nach damaligem Verständnis war
ja die Verbreitung des Weltall-Eroberungs-Ge-
danken. Die Raketen bauen heute andere. Der
SFCD e. V. von Heute hat sich andere Auf-
gabenfelder gesucht. So setzt er seine ganze
Kraft zur Erforschung alltäglicher Probleme ein,
wie es nun auch die Erektionsstörungen sind.
Aber im Umfeld von Anne Steul gab es
ein Zwillingspaar – Söhne eines in Deutsch-
land stationierten GIs. Einer von beiden wur-
de übrigens in der ersten Mitgliederliste des
SFCD als Mitglied mit der magischen Mitglieds-
nummer 25 geführt. Gut, er wohnt schon lan-
ge wieder in den USA. Für den SFCD e. V. von
heute wahrscheinlich nur ein völlig unbedeu-
tendes Ex-Mitglied und als Ehrengast zu ei- Heitere Gesellschaftsspiele in Gottes freier Natur wurden auch veranstaltet
nem Jubel-Con völlig ungeeignet – dieser
Gregory Benford. Runde schauen. Es liegt mir hier jetzt voll- Aber so ganz war das nun doch kein nor-
Auch jener Typ mit der Mitgliedsnummer kommen fern, alle Erschienen namentlich zu males Fantreffen. Sehr gemischt. Will mal sa-
249 dürfte den heutigen SFCDlern völlig gleich- erwähnen. Das überlasse ich dem so genann- gen, Profis gab es nun nicht wenige unter
gültig sein. Was kann schon ein Jesco von ten „Organisator“. Nehmen wir jetzt hier nur den Besuchern. Ca. 40 % verdient seinen Le-
Puttkamer über Erektionsstörungen sagen. Prominenz – und schon haben wir ein Pro- bensunterhalt mit und durch SF. Kann auch
blem. Ist nun jene Profi-Prominenz des Jetzt kaum ein anderer Con vorweisen. Gut, der
Aber verlassen wir dieses unerfreuliche gemeint oder doch die Fan-Prominenz des aller-, allererste auf deutschem Boden
Thema. Irgendwann wird auch der SFCD den Gestern. Zu letzteren zählt auf jeden Fall Ha- vielleicht. Jener in Wetzlar, der aber wird ja
Tunnel am Ende des Lichts entdecken. gen Zboron, Gert Zech und Waldemar vom SFCD offiziös nicht als Con aner-
Wenden wir uns dem Zausel-Treff in Kumming – um hier nur kannt.
Unterwössen zu. Es gab kein Pro- Trotz allem, es war ein an-
gramm, es gab genehmer Con. Nun, ein jün-
keine Ehrengäs- gerer Besucher – sagen wir
te – obwohl so mal so zwischen 20 und 21,
mancher der aber mit der Erfahrung Jahr-
dort Auflaufen- hunderte alter Borniertheit
den jedem Con ausgestattet – hätte da so
als Ehrengast hät- seine Probleme gehabt.
te dienlich sein Denn, wie schon gesagt, es
können – und gab kein Programm. Man
auch schon so war sich selber Programm
manches Mal war. genug – mag jetzt jener
Schauen wir doch oder dieser einwerfen.
einmal in die Run- Was auch wieder nur ein
de. – Jetzt mal so weit verbreitetes Klischee
ganz nebenbei be- ist. Die dort Versammel-
merkt, Teilnehmer- ten hatten sich noch et-
Listen – die früher was zu sagen. Um es
nach jedem Con Braeg und Alfred Vejchar jetzt einmal ganz langsam zu schrei-
ter
r Kumming, Die
gern und oft veröf- – auch Waldema ben: sie redeten miteinander. Man
Bier enthemmt
fentlicht wurden – genoss das Beisammensein, das gute Es-
sind wohl dem Datenschutz anheim einige zu nennen. Und als Profis darf ich hier sen (die Gewichtszunahme bei einigen soll
gefallen. Es wäre ja auch allzu peinlich, wenn mal Thomas Mielke, Wolfgang Jeschke und ganz erheblich gewesen sein), halt eben die
die Frau Gattin, der man erzählt hat, dass auch jenen Ronald anführen, der, wenn er entspannte Atmosphäre eines gemütlichen
man mit der Sekretärin nach Paris zur Tagung als Pseudonym auftritt, immer ein M. im Na- Familientreffens.
der Extrem-Nudisten fährt, plötzlich erfährt, men führt. Also „Ehrengäste“. Nur, und das
dass dies alles gar nicht wahr ist. Welch ein verblüffte ungemein, als sie sich – und hier
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Stammtische 1
(aktualisiert am 24.07.2005)
Aschaffenburg, SF-Stammtisch
jd. letzten Freitag i. M., 20 Uhr; „Zur
Löwengrube“, Schneebergstraße 9
Karl E. Aulbach, (0 60 92) 77 36;
[Link]@[Link]
Aschaffenburg II
jeden letzten Sonntag i.M. ab 18 Uhr,
Gaststätte „Zur Eisenbahn“, Haupt-
straße 1, Stockstadt/Main. Info: Ursula
Aschenbrenner, (0 60 27) 29 86
Braunschweig, SF-Stammtisch
jd. 1. Montag i.M., 20 Uhr, „Biergarten
Tiger Pub“, Wilhelm-Bode-Str. 33;
Homepage:
[Link]
Dresden, PR-Stammtisch
alle 14 Tage, Haus der Volkssolidarität
(nahe der Dreikönigskirche neben der
Pizzeria), 18 Uhr
Uwe Schillbach,
[Link]@[Link]
Eheleute Mommers – ganz entspannt
Düsseldorf, Phantastischer Treff
jeden 2. Samstag im Monat, Gaststätte
„Beim Franz“, Gerresheimer Str. 19,
40211 Düsseldorf
Giessen, SF-Stammtisch
jeden 1. Samstag im Monat ab 18.00
Uhr, „Stadthaus“, Kongresshalle Giessen
am Berliner Platz 2, 35390 Giessen. Info:
Harald Latus, (06 41) 47 65 3
➥
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Wir warten!
Auf Conberichte zum 50-Jahre-SCFD-Con und dem (immerhin mal wieder
nach längerer Pause auf diesem Kontinent) stattfindenden SF World Con ...
Vielleicht motivieren derlei überragende Events die zurückgezogen
dahinträumende fannische Gemeinde ja auch wieder zur verstärkten
Fanzineproduktion ...
Oder geschieht derlei Erweckung und Auslenkung überschüssiger Energien
nicht viel eher auf kleinen und feinen Cons, z.B. zwischen Armdrücken und
Fußballspielen ganz in der Nähe von Peine...?
hat, hilft mir das auch nicht weiter. Also, was einzuordnen. Würde ich allerdings als Redak-
>Von 2 bis 87< soll das – warum soll dieser Roman so „fas- teur nicht machen, denn dann finden die ein-
zinierend“ sein, warum sollte ich ihn kaufen zelnen Beiträge wohl nicht mehr unbedingt
PROGRESS REPORT # 2 und lesen (was ich vorerst auf keinen Fall die (erst störende) Aufmerksamkeit – und als
Conzine/ACD/ca. A5/4 S./150 Ex machen werde)? So präsentiert sind das sinnvolle ‚Lückenfüller’ vermeiden sie auch die
Stefan Schaper, Stiller Winkel 1a, 38159 lediglich 2 Schleichwerbeseiten! Gerade vor ‚Streckung’ (durch größere Schrifttypen oder
Denstorf wenigen Tagen bekam ich vom Heyne Verlag unnütze Zeichnungen/Fotos) von Artikeln mit
Für den ACD Con 2005 vom 26.-28. Au- eine Neuerscheinung von John Ringo (bei dem nicht passender Länge. Also gilt: Auf jeden
gust im Naturfreundehaus Uhlenhorst in Peine Namen muss ich immer an irgendwelche Fall so lassen, motiviert zum Hinschauen!
ist hier „Gästeliste – Hotels – Programm“ ein- Westernklischees denken) erhalten, die ich Carsten Kuhr informiert dann noch über „Die
zusehen. Daselbst gibt es die Fanwelt- nach der Lektüre des Interviews mit diesem Konkurrenten Harry Potters“ – leider ist das
uraufführung des Spiels „Fandom Attack“... Herrn (geführt von Dirk van den Boom) auf mehr eine Aneinanderreihung und wenig
keinen Fall lesen werde – der Typ tickt ja echt nützlich, unsereiner wäre mit diesem Text
verkehrt: „Wir vergießen dabei so viel Blut wie bestimmt nicht auf Cornelia Funke und Dar-
nötig, aber wir ziehen es vor, mit überlegener ren Shan gestoßen, wie überhaupt das Fin-
Feuerkraft zu antworten.“ Wenn es nach dem den von (etlichen vorhandenen) Glanzlichtern
Typen ginge, würde man gleich morgen im (nicht nur) im Jugendbuchbereich derzeit auf
Iran einmarschieren, tags darauf Nordkorea Zufällen basiert. Und dann ist da noch Achim
unter einem Atomteppich ersticken und am Schnurrer mit einem Portrait von Robert Kraft,
nächsten Wochenende Kuba im Meer versen- aber ich wollte ja eigentlich nur 3 Punkte
ken. So habe ich mir einen Military-SF-Autor herausgreifen...
eigentlich immer vorgestellt, da werden alle Preiswürdigkeitseinschätzung:
Vorurteile bestätigt... „wir sind alle Könige),
TREFFER # 33 incl. SCHNAPP ZU
Sammlermagazin/AA/44+28 S.
Redaktion Treffer, Postfach 450444,
50879 Köln
Irgendwie noch recht dünne anzusiedeln,
was dem Schnäppchenjäger im „Heft im Heft
zum Herausnehmen“ an Anzeigen geboten
wird – es fehlt ganz einfach noch das gewis-
se Etwas, aber für die Heftis sind doch 650
Atlans oder 1700 Perrys auch schon was,
oder? Im Magazinteil geht es um Produktio-
PHANTASTISCH! # 19 nen des Zauberkreis-Verlags, wobei besonders
Magazin/A4/68 S./1200 Ex die ja nun wirklich sehenswerten Cover von
Achim Havemann, Harlinger 119, 29456 R.S. Lonati Erwähnung finden (man erfährt
Hitzacker auch einiges zum Leben dieses sehr zurück-
Gerade (siehe den Oberserver vom Juli) gezogen lebenden Herrn), wie viele Hefte
wurde Klaus Bollhöfener für seine Tätigkeit wohl dunnemals allein wegen seiner Titel-
als Chefredakteur dieses Blattes der Kurd-Lass- zeichnungen über den Kiosktresen wander-
witz-Preis 2005 verliehen (in der Rubrik Son- ten; aber auch so ein gescheitertes Comicheft
derpreis), da gibt es auch schon die dritte wie „Kasperle“ (der Titelstrip sei abgrundtief
Nummer diesen Jahres... Und auch 3 Punkte schlecht gewesen), bei deren Anblick sich
möchte ich ansprechen (gehen wir mal vom auch unsereiner erinnerte, irgendwann einmal
Negativen zum Positiven): Da gibt es zwei was dazu geführt hat, dass wir unsere Fein- in sagenhafter Kindheit eines dieser Dinger
Seiten zum (bis dato vollkommen unbekann- de bisher immer besiegt haben.“ Was ja his- in Händen gehalten zu haben. Im Newsteil
ten, was aber im Bereich dieses Genres nicht torisch nicht stimmt – ist die Verdrängung in dann ein interessanter Bericht zu „Pornos und
ungewöhnlich ist) deutschen Fantasyautor gewissen US-Köpfen tatsächlich so groß...? Gewalt? Stadt schließt Comicbörse in der
Tobias O. Meißner, von dem bei Piper (gute Was allein schon optisch auffällt, ist die ver- Westfalenhalle“, Veranstalter Peter Köhler steht
Adresse) der erste Band eines gewissen streute Anordnung von recht zahlreichen (kür- Rede und Antwort. Fazit: Ein Durchblätter-
‚Mammut’-Zyklus erschienen ist. Nun liest sich zeren) Rezensionen. Irgendwie nervt das, weil Magazin – es besteht jedenfalls noch Anlass
die kurze Inhaltsangabe nicht sonderlich auf- man andauernd ‚hängenbleibt’ – und es wird zur Hoffnung...
regend oder originell – und wenn dann der der Wunsch laut, doch bitteschön diesen gan-
Autor erzählt, wie er an dem Werk gearbeitet zen Part schön zusammenhängend irgendwo
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pia auf den Grund (in Sachen Energie- THE GRIDLEY WAVE # 273
verbrauch und der Grundversorgung mit Was- ERB-News/ca. A4/2 S.
ser); die # 231 bietet vor allem Betrachtun- The Burroughs Bibliophiles, University
gen zum Film Per Anhalter durch die Galaxis, of Louisville, Louisville, KY 40292, USA
erzählt was zu den deutschen Erstveröffentli- Der ‚Kala-Award’ (Kala = Ape-Mother of
chungen von Episoden zu Space 1999 – Tarzan) ging an Binti (= Female Gorilla im Zoo
Mondbasis Alpha (DVD-Boxen 1 und 3) und von Brookfield, Illinois, USA), die 1996 einen
bringt die ominöse Kabel 1-Liste der besten Dreijährigen, der ins Gorillagehege gefallen
SF-Filme aller Zeiten (Matrix und Star Wars – war, aufhob und den Wärtern übergab. Der
Eine neue Hoffnung [welche Folge ist das Preis wurde übrigens vom Zoo mti Bedauern
denn, dieser Titel sagt mir gar nix!?] ganz abgewiesen, „because they didn’t wish to
vorne, echt seltsam (Platz 5 für Planet der show favoritism to one of their inmates.” Binti,
Affen von 1988, häh???)... (Redaktion: Sandra 17, ist inzwischen selbst Mutter geworden –
Vockenberg) und wem das nicht reicht, der kann 18
Hörspielepisoden aus dem Jahre 1932 von
„Tarzan of the Apes“ auf CD erwerben! Die
THE COMICS JOURNAL # 268 Folgen wurden dunnemals (man höre und
Magazine/ca. A4/200 S. staune!) im Abstand von 2 bis 3 Tagen ge-
Fantagraphics Books, 7563 Lake City sendet, startend mit „Tarzan’s First Birthday
Way N.E., Seattle, WA 98115, USA 09-12-32“…
„In the manga world, sexually teasing
Beinahe-Aus des ACD ist nunmehr ein neues voyeuristic episodes, including glimpses up
durchaus beständiges Hoch über der rühri- skirts and into locker rooms, are called ‘fan
gen Szene stationär verankert. Die 78 Mit- service.’ Mainstream North American comics
glieder (außerhalb Deutschlands auch in der aimed at teenage males flirt with fan service, >jenseits der 500 <
Schweiz, Österreich und Schweden zu finden as well, but American society tends to have
bzw. in Afghanistan stationiert, das aktuelle a narrower comfort zone when it comes to LOCUS # 532
Intra wurde übrigens berufbedingt zum größ- combining teens, sex and comic books.” Magazine/ca. A4/80 S.
ten Teil in Phuket, Thailand zusammengestellt) Michael Dean befasst sich in dem Artikel Locus Publications, P.O. Box 13305,
beliefern sich auch diesmal mit dem üblichen “Impure Manga – DC’s CMX versus Manga Oakland CA 94661, USA
Mix aus LBs, Stories, News, atlanbezogenen Fans” mit den Änderungen bwz. der Zensur, „Harry Harrison celebrated his 80th
Berichten (zwischen Realität und Phantastik die Manga-Nachdrucke bei DC in den letzten birthday with his daughter Moira, many
schwebend), Wissen, Quiz und der großen beiden Jahren zum Ärger der Fans so aufer- friends, and a cake decorated with a stainless
>ACD Jubiläums Statistik< als Ausblick auf die legt wurden (für die deutschen Leser auch steel rat.” Ansonsten ist diese Mai-Ausgabe
2-bändigen Chronikbände (die ebenfalls noch ein inzwischen altes Kapitel/Ärgernis) ... „Pa- für den Zineredax eine Nummer mit Unbe-
in diesem Jahr erscheinen sollen) – der Chef- nels were re-framed or partially blacked out, kannten: Es gibt Interviews/Gespräche mit
redakteur mit dem meisten INTRAs ist/war actions were abscured and clothes were Sean Stewart, Rosemary Kirstein und Chris
übrigens Udo Emmerich, und die Ewige drawn onto nudes figures in an effort to make
Mitgliederliste offenbart auch (un)vergessene the book marketable to a wider range of
Namen...! Natürlich gibt es ein Farbcover und ages.“
ebenso selbstverständlich ein Gimmick – eine Die langen Interviews in dieser Juni/Juli-
CD (Auflage: 120 Ex) mit „Unvoiced“-Musik- ausgabe sind diesmal mit Craig Thompson
kompositionen von Reimer Deutler. Alles zum und Bob Burden geführt, es werden (Farb-
ewigen Einheitspreis (nur 25% mehr als die- )Comics von „Our Gang“ (Walt Kelly 1945/47)
ser Observer), wer da meckert (der Club- nachgedruckt und Paul Slade begibt sich nach
kassierer mit dem sich auftuenden Schwar- Europa, mit der Betrachtung „Hergé at Sea“...
zen Euroloch ausgenommen), ist selber
schuld! Also: Wer sich für das Fandom und
den ACD interessiert, der sollte sich diese
Ausgabe ruhig mal zuschicken lassen – oder
sich auf dem Peine-Con (s.o. PROGRESS
REPORT # 2) abholen... (Redaktion: Ernestine
Gohr)
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Conclusio
Seit Jahr und Tag trudeln beim Zineredax
(und auch beim Herausgeber dieses wohl-
löblichen Blattes) deutungsreiche Postkarten
aus München ein, versehen mit ironischen
Texten eines gewissen >Elric von Melnibone<!
Inzwischen verweigere ich deren Annahme,
denn die postalische Überwachung hat nach
Dutzenden von Zusendungen gemerkt, dass
auf den Karten Phantasiebriefmarken kleben
und kassiert deshalb seit neuestem Nach-
entgelt. Aber bevor die Sache im Papierkorb
landete (an einen Absender kann das Objekt
schließlich nicht zurückgeschickt werden),
wurde mir die hier dokumentierte jüngste
Zusendung zugesteckt (kommt, wenn man
gewisse Leute Jahrzehnte kennt bzw. beruf-
lich mit ihnen zu tun hatte). Fällt das nun
unter den Kunstbegriff oder ist es mehr
Comedy...?
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News
Deutschland erschienen seine Anthologien bei Die Asche des Verstorbenen soll nach einer
Ein großes Ableben Bastei Lübbe. Byron Preiss hinterlässt eine privaten Trauerfeier im Familienkreis — gleich
Frau und zwei Töchter. der des ebenfalls verstorbenen „Erfinders“ der
[Link] 2005 – Chris Bunch Locus/New York Times Star Trek-Serien, Gene Roddenberry — von der
Space Services Inc. in Houston ins All geschickt
Nach langer Krankheit verstarb 62-jährig der 20. Juli 2005 – James „Scotty“ werden. Dies war Doohans letzter Wille.
Science Fiction Autor Chris Bunch. Hauptsäch- Doohan Heise/ddd
lich war er im Seriengeschäft aktiv (Shadow
Warrior, Last Legion, etc.) und schrieb mehr Der kanadische Schauspieler James Doohan,
als 30 Romane. Er war aktives Mitglied der besser bekannt als Scotty, der Herr über die
SFWA (SF and Fantasy Writers of America). legendäre Raumschiff-Enterprise-Beam-Ma-
Bunch war Vietnam Veteran (patrol schine, ist im Alter von 85 Jahren an den
commander) und schrieb im weiteren Verlau Folgen einer Lungenentzündung gestorben.
des Krieges als Korrespondent für „Stars & Er litt außerdem seit einiger Zeit an der
Stripes“. Seine Erfahrungen aus der Zeit hat- Alzheimer-Erkrankung.
ten offensichtlich Einfluss auf sein schriftstel-
lerisches Schaffen, gilt er doch als eine der
tragenden Säulen der Military SF. Gemeinsam
mit Allan Cole verfasste der den achtbändi-
gen Zyklus „Die STEN Chroniken“.
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Henry hatte sich nach seinem ersten Auf- jagt er seine Leserinnen durch 105 Kapitel,
enthalt in der Elfenwelt darauf eingestellt, erst die fast alle mit einem klassischen Cliffhänger
einmal den schnöden Dingen des Alltags enden. Auf fünf Hauptebenen spielen sich die
nachzugehen und den vergangenen Erlebnis- Ereignisse ab, was mir Respekt dem Autor
sen bisweilen wehmütig hinterherzu- gegenüber abringt, der offensichtlich den
schmecken. Dass er sich in Holly Blue, die Überblick behalten konnte.
hübsche und pfiffige Tochter des ermordeten
Purpurkaisers verliebt hatte, machte die Sa- Am Ende wird das Buch noch richtig ernst.
che nur schmerzvoller. Doch während er die Es gibt eine riesige Schlacht, es sterben die
Katzen seines in der Parallelwelt verbliebe- Menschen und Elfen im Großen wie im Klei-
nen Nachbarn Fogarty versorgt, erreicht ihn nen. Auch der Purpurkaiser wird tot sein, ge- Herbie Brennan
ein Hilferuf. Der Purpurkaiser sei zum Leben köpft von seinem eigenen Sohn und damit Der Purpurkaiser
wieder erweckt worden und stehe als Zom- vor jeder künftigen Wiederbelebung sicher. Übersetzung: Frank Böhmert
bie unter der Macht eines Nekromanten. Der Eine Lektüre für unter Zwölfjährige ist der DTV-Premium, 14++
kaiserliche Onkel Lord Hairstreak arbeite daran, Roman, der meist wie ein Jugendroman wirkt,
ein Portal zur Unterwelt zu öffnen und die aber eher nicht, zu grausam empfand ich
Macht im Elfenreich zu übernehmen. Henrys manche Todesart sowie überhaupt die Pro-
Hilfe ist notwendig und natürlich will er sich blematik eines gestorbenen Vaters, dem man
sofort auf den Weg machen. Doch alles und soeben noch nachtrauert und der im nächs-
nicht zuletzt seine Schwester, die den Schlüs- ten Moment als trauriger Zombie die Schwie-
sel zum Portal versteckt hat, hat sich gegen rigkeit verursacht, sich über sein „Leben“ zu
ihn verschworen und als er endlich drüben freuen oder zu erkennen, dass ein solches
ankommt, ist die Situation im Elfenreich Leben schlimmer als der Tod ist. Schwieriger
schlechter als er annehmen konnte. Holly Blue Stoff, finde ich. Da muten die aufgespießten
und der designierte Kaiser Pyrgus Malvae sind Bodyguards fast schon harmlos an, ist man
verbannt, die wahnsinnige Witwe des im Fernsehen doch Drastischeres gewohnt.
Zombiekaisers ist aus dem Gefängnis frei Fast könnte man vermuten, „Der Purpurkaiser“
gelassen worden und befiehlt fröhlich Hin- ist ein Roman für jung gebliebene
richtungen und Henry wird zur Begrüßung von Mittvierziger, die sich in Jeans und T-Shirts
einer riesigen Spinne angegriffen. immer noch am wohlsten fühlen...
ddd Herbie Brennan
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Alastair Reynolds
Träume von Unendlichkeit
In diesem Taschenbuch sind zwei von Raum, an der Spitze des Artefaktes, vorzu- Musterschieber mit ausgewählten Menschen
Alastair Reynolds Novellen vereint, die im Ori- dringen. Angetrieben durch menschliche Neu- in Kontakt, in dem sie sich mit deren Geist
ginal bei zwei kleineren Verlagen in England gierde, dem Drang jedes Rätsel zu lösen und vereinen bzw. an ihren Denkprozessen teil-
erschienen sind. Beide Novellen spielen in der Hoffnung, dass am Ende all der Mühen haben lassen. Vielfach kehren die Menschen
dem gleichen Universum wie seine bisheri- eine entsprechende Belohnung erfolgt, erdul- mit veränderten Gedankengängen zurück, wo-
gen Romanveröffentlichungen und stellen den sie nicht nur Verletzungen und biologisch- bei die Musterschieber genial begabte Ma-
somit eine Ergänzung dar. technische Veränderungen ihres Körpers, son- thematiker zu sein scheinen, die einem ma-
In Reynolds Universum ist die Menschheit thematischen Rätsel scheinbar nie aus dem
weit in die Tiefen des Weltalls vorgestoßen, Wege gehen. So ist es Celestine geschehen,
ohne dabei auf intelligentes Leben zu sto- als sie mit den Musterschiebern schwamm.
ßen. Eine privat finanzierte Erkundungs- Dies ist zwar nicht der einzige Berührungs-
mission entdeckte in „Diamantenhunde“ nun punkt zur ersten Novelle, aber „Türkis“ unter-
auf einem für Menschen unbewohnbaren Pla- scheidet sich ganz wesentlich von
neten ein riesiges Artefakt. Roland Childe, ein „Diamantenhunde“. Die Handlung ist viel ru-
Nachkomme jenes Mannes, der verschiede- higer verfasst und ausschweifender formu-
ne Erkundungssonden in die Weite des Rau- liert. Als Leser vermisst man teilweise einen
mes aussandte, stellt ein Team zusammen, Handlungsfaden und die Auseinandersetzung
um das Artefakt zu erkunden. Von dem einzi- um die Seele eines in den Musterschieber
gen Überlebenden einer Raumschiff- aufgegangenen Despoten wirkt ein wenig
besatzung, die durch Zufall auf das Artefakt deplaziert. Gerade zum Ende der Novelle hin
stieß und es betrat, besitzen sie einige, we- versucht Reynolds in seiner Novelle einen
nige Informationen. Das Artefakt verfügt nur Handlungsfaden einzuspinnen, der für Span-
über einen einzigen Zugang, der in eine Kam- nung und Rasanz sorgen soll. Dies misslingt
mer mündet. Durch die einzig vorhandene Tür ihm größtenteils.
kann man erst dann in die nächste Kammer Im Vordergrund steht die Suche nach Ver-
treten, wenn ein mathematisches Rätsel ge- ständigung. Nach Verständigung mit Wesen,
löst wurde. Mehrere Lösungsmöglichkeiten die total fremdartig sind, denen aber eine
stehen zur Auswahl. Wählt man nicht gleich verzehrende Faszination anhaftet. Naqui, de-
die richtige Lösung, so bestraft einen das Ar- ren Schwester Mini während eines eigentlich
tefakt. Zu Beginn noch mit so harmlosen Sa- verbotenen Eintauchens in eine Ballung der
chen wie Stromschlägen, aber je weiter man Musterschieber von diesem absorbiert und
kommt, desto härter und brutaler werden die so zu einem Teil des Gesamtkollektivs wur-
Strafen. Mit welchen man rechnen muss, kön- dern sind auch bereit, dafür zu sterben. Ja, de, stürzt sich nach diesem Verlust in die
nen die Expeditionsmitglieder an den Über- sie werden regelrecht süchtig danach eine Forschungsarbeit. Diese wird zum Mittelpunkt
resten der Raumschiffbesatzung erkennen. weitere Tür zu öffnen, ein weiteres Rätsel zu ihres Lebens und nur schwerlich kann sie
Dementsprechend hat Roland Childe sein lösen und so der letzten Kammer einen wei- notwendige Kompromisse akzeptieren, wenn
Team zusammengestellt. Darunter findet sich teren Schritt näher zu kommen. Dafür geben politisch motivierte Entscheidungen in ihre
neben dem Ich-Erzähler Richard Swift, ein al- zumindest Childe und Swift all ihre Hemmun- Arbeit störend eingreifen. Die Bemühungen
ter Bekannter Childes und mathematisch gen auf, überschreiten alle persönlichen Gren- Naquis die Musterschieber zu verstehen, eine
überaus begabt, u.a. Dr. Trintignant, der zen. wie auch immer geartete Kommunikation
aufgrund seiner Experimente an Menschen Die Novelle ist vom Erzählerischen her sehr herzustellen oder zumindest einen bewusst
auf diversen Planeten gesucht wird, und stringent formuliert und bietet lediglich die erlebten beidseitigen Kontakt, der ein gegen-
Celestine, Swifts ehemalige Frau, deren Ver- Schilderung der Ereignisse aus der Sicht des seitiges Verstehen nach sich zieht, stellen die
stand durch eine Spezies, die sich Musters- Ich-Erzählers. Reynolds verzichtet hier auf eine wirklich lesenswerten Passagen in dieser
chieber nennt und die in der zweiten Novelle tiefergehende Charakterisierung seiner Figu- Novelle dar.
eine größere Rolle spielt, so verändert wurde, ren, sondern konzentriert sich voll auf den Zwei Jahre liegen zwischen dem Verfas-
dass sie mathematische Problemstellungen Weg zur letzten Kammer. Die Handlung ist sen beider Novellen. Jahre, in denen Reynolds
fast jeglicher Art lösen kann. Während dafür spannend und durchaus rasant in Sze- mit dem Schreiben voluminöser Romane be-
Celestine dank ihrer logischen Fähigkeiten Rät- ne gesetzt, wobei die mathematischen Er- schäftigt war. Die beiden vorliegenden No-
sel um Rätsel zu lösen in der Lage ist, sorgt läuterungen einiger Rätsel die meisten Leser vellen stellen unter Beweis, dass er wenig
Dr. Trintignant dafür, dass die Teammitglieder weit überfordern dürfte. aus dieser Zeit verlernt hat. Als bahnbrechend
mit den notwendigen technischen und/oder Die zweite Novelle trägt den Titel „Türkis“ oder unbedingt lesenswert dürften beide nicht
biologischen Ergänzungen ausgestattet wer- und spielt auf dem Wasserplaneten Turquoise. eingeordnet werden, dennoch wird man als
den, die ein immer weiteres Vordringen in Dort untersuchen die beiden Schwestern Leser gut unterhalten.
das Artefakt erst ermöglichen. Naqui und Mini Okpik das Verhalten einer anno
Der Film „Cube“ hat unzweifelhaft hier als algenähnlichen Lebensform, die über ein
Grundidee gedient, wobei Reynolds dessen planetenweites Gruppenbewusstsein verfügt Alastair Reynolds
Setting aber deutlich erweitert. Es geht nicht und sich zu größeren Ballungen zusammen- Träume von Unendlichkeit
darum einen Fluchtweg aus einem Riesen- ziehen kann. Diese Ballungen verfügen über Heyne-Verlag; Taschenbuch; Überset-
würfel mathematisch zu berechnen, sondern eine Art von Intelligenz, die für den Menschen zung: Irene Holicki; BRD: April 2004;
die Expedition verfolgt das Ziel in den letzten völlig fremdartig ist. Dennoch treten die 334 Seiten, 8+95
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Charles Sheffield
Schwarz wie der Tag
Nach „Cold as Ice” (deutscher Titel: Kalt wie es darum, die Signale für den menschlichen und bietet - wenig überraschend - ein Hap-
Eis) liegt mit “Schwarz wie der Tag” der Verstand aufzuschlüsseln, wofür man sich py-End.
dritte Roman einer Trilogie vor, deren zwei- dem Computernetzwerk in dem auch Bat Der Roman verfügt unzweifelhaft über Stär-
ter “The Ganymede Club” bislang Mitglied ist, zu nutze macht. Gleichzeitig ist ken, die vor allem in den Charakterisierungen
hierzulande nicht verlegt wurde. Gründe für Alex Ligon an diesem Signal interessiert, da der Figuren und einiger halbwegs neuer Ideen
diese etwas fragwürdige Veröffentlichungs- es sein Vorhersagemodell entscheidend be- zu finden sind. Sheffields Handlungs-
politik des Verlags sind mir nicht bekannt einflusst und eventuell den Untergang der hintergrund ist hingegen ein wenig zu posi-
Menschheit zu verhindern vermag. tiv und einspurig geraten. Der mittlerweile drei-
Die Romane des britischen Autor Charles ßig Jahre zurückliegende Krieg scheint allen
Sheffield wurden lange Jahre nicht mehr ins noch so im Gedächtnis zu haften, dass Intri-
Deutsche übertragen. Zuletzt erschienen ei- gen, Machthunger und Brutalität nur sehr
nige seiner Werke bei Heyne und davor bei gemäßigt vorzufinden ist. Es fehlt an Gegen-
Goldmann. Bastei-Lübbe ist es nun zu ver- gewicht zur bereits erwähnten positiven
danken, dass dem deutschsprachigem Leser Grundhaltung.
auch das Spätwerk des Autors zugänglich Mit der modernen Schreibe jüngerer briti-
gemacht wird. Beim vorliegenden Roman scher Autoren wie Alastair Reynolds oder
dürfte es sich um sein letztes Werk handeln, Richard Morgan kann Sheffield nicht mithal-
denn Charles Sheffield, der mit der ebenfalls ten. Dennoch bieten seine beiden Romane
überaus bekannten SF-Autorin Nancy Kress „Kalt wie Eis“ und „Schwarz wie der Tag“ ein
verheiratet war, starb im November 2002 an überdurchschnittliches Lesevergnügen und
den Folgen eines Hirntumors. dürften Fans der Space Opera gefallen.
In „Schwarz wie der Tag“ gibt es ein Wie- anno
dersehen mit dem introvertierten Computer-
und Waffensammler Rustum Battachariya, der
eines der geheimnisvollsten Waffensysteme
des großen interplanetaren Krieges auf der
Spur kommt. Bei „Dark as Day“ soll es sich
um ein Waffensystem handeln, welches in Charles Sheffield
der Endphase des Krieges von der besten Schwarz wie der Tag
Waffenentwicklerin des Sonnensystems Bastei-Lübbe; Taschenbuch
Nadeen Selassie geschaffen wurde und zum Originaltitel: Dark as Day, Überset-
Glück nie zum Einsatz kam. Wie der Name zung: Ulf Ritgen, USA: 2002, BRD:
schon andeutet soll es sich hierbei um ein Um diese drei Haupthandlungsträger grup- Juni 2005, 606 Seiten, 8+95
alles vernichtendes Waffensystem handeln. piert Charles Sheffield eine Vielzahl von Ne-
Natürlich kann Bat der Möglichkeit nicht benfiguren, die ihm sogar bewogen haben,
wiederstehen dieses Waffensystem seiner seinem Roman ein Personenregister voran zu
Sammlung hinzuzufügen. stellen. Die Handlung an sich ist dabei gar
Probleme ganz anderer Art hat Axel Ligon, nicht so kompliziert angelegt und für den Leser
dessen Familie einer der mächtigsten Kon- bleibt die Anzahl der Figuren durchaus über-
zerne des Sonnensystems gehört. Aus der schaubar. Wesentlich komplizierter sind hin-
Konzernführung hat sich Axel bereits seit Jah- gegen einige wissenschaftliche Passagen des
ren zurückgezogen und geht seinen eigenen Buches, vor allem die Erklärungen zu den
Interessen nach. Diese liegen unter anderem angewandten Entschlüsselungstechniken.
Charles Sheffield
darin ein Programm zu entwickeln, welches Hier wird die wissenschaftliche Ausbildung
in der Lage ist die Entwicklung der Mensch- des Autors am deutlichsten.
heit innerhalb des Sonnensystems zu tref- Während der Lektüre des Romans stellte
fend wie möglich zu extrapolieren. Durch die ich mir des öfteren die Frage, wo der Autor
Errichtung eines umfassenden Computer- seine Leser hinführen möchte. Die vier ver-
netzwerkes mit unvorstellbarer Rechen- schiedenen Handlungsebenen werden sehr
kapazität laufen seine Programme endlich mit detailliert ausgearbeitet und dann zu einem
der notwendigen Genauigkeit. Sein Entset- Strang zusammengeführt. Dabei lässt es der
zen ist groß, als seine Modellrechnungen Autor ein wenig an Rasanz fehlen. Die Hand-
darauf hinaus laufen, dass die Menschheit in lung plätschert in weiten Teilen langsam vor
absehbarer Zeit nicht mehr existent ist. sich hin und obwohl Charles Sheffield ein
Die junge SETI-Sucherin Milly Wu stellt so routinierter Autor ist, der in der Lage ist, inte-
etwas wie das Bindeglied zwischen Bat und ressante und facettenreiche Figuren zu schaf-
Axel Ligon dar. Ihr gelingt es eine überaus fen, verfügt der Roman so über seine Län-
kompliziert verschlüsselte Funknachricht von gen. Der eine oder andere Nebenhandlungs-
außerhalb des Sonnensystems aus der Viel- strang hätte ganz gestrichen bzw. zusammen-
zahl der eintreffenden Signale herauszufiltern, gestrichen werden können. Erst zum Ende
was einer Sensation gleichkommt. Nun geht hin nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf
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Hofheim / Taunus
dressler/fo 194/preis/dpp
jeden 3. Freitag i.M. ab 19 Uhr, Gast-
stätte „Ländscheshalle“, Am Rheingau-
erweg (Stadtteil Wallau). Info: Hans-
Nominierungsrunde für DPP abgeschlossen Günther Dahlke, (06 11) 94 65 77 7,
Auch 2005 wird es wieder Preisträger des Deutschen Phantastik Preises geben. Immerhin 700 starbase65@[Link] (Starbase 65)
Personen haben sich an der Nominierungsrunde beteiligt, die jetzt abgeschlossen ist. Der
Preis wird seit dem Jahr 1999 als Publikumspreis verliehen. Die Nominierungsliste kann auf Köln, SF Stammtisch
[Link] eingesehen werden. Hier die wichtigsten Kategorien: Jeden Freitag ab 17 Uhr: „Phönix“,
Kyffhäuser Straße 4 / Ecke
Roman Deutschsprachig Original-Antho Barbarossaplatz.
Florian Wendland: Dunkeltann (Lacrima) Helmuth W. Mommers (Hrsg.): Der Atem Got-
Nina Blazon: Im Labyrinth der alten Könige tes - Visionen 2004 (Shayol) Köln, Phantastik-Stammtisch
(Ueberreuter) Markus Kastenholz & Timo Kümmel (Hrsg.): Jeden 2. Samstag im Monat ab 16:00
Markus Heitz: Der Krieg der Zwerge (Piper) Nocturno # 5 Uhr:“Refugium“, Herthastraße 12 (Ecke
Monika Felten: Die Nebelsängerin (Piper) Michael Schmidt (Hrsg.): Schattenseiten (Web- Vorgebirgsstr.).
Frank Schätzing: Der Schwarm (Kiepenheuer Site) Leipzig, SF-Stammtisch
& Witsch) Andreas Eschbach (Hrsg.): Eine Trillion Euro jd. 3. Mittwoch i.M., 19 Uhr 30 im Haus
(Lübbe) des Buches, Gerichtsweg 28
Roman-Debüt Deutschsprachig Armin Rößler & Dieter Schmitt (Hrsg.): Walfred Manfred Orlowski, Ernestistr. 6, 04277
Peter Lancester: Das blaue Portal (Eldur) Goreng (Wurdack) Leipzig
Armin Rößler: Demonwright - Das vergesse-
ne Portal (Wurdack) Sekundärwerk Leipzig, PR-Stammtisch
J.R.-Kron, Elbendämmerung (Intrag) Alien-Contact Jahrbuch (Shayol) jd. 1. Freitag i.M., 18 Uhr, Cafe „Eco“,
Christoph Marzi: Lycidas (Heyne) Magira-Jahrbuch (Fantasy Club e.V.) Brüderstr. (Nähe Bayerischer Platz)
Markus Saxer: Die Symmetrie des Bösen phantastisch! (Achim Havemann) Andreas Ortwein,
(Virpriv) Das Science-Fiction Jahr (Heyne) [Link]@[Link]
Shayol Jahrbuch zur Science-Fiction (Shayol) Lübeck, SFC Lübeck
Roman International jd. 2. Samstag i. M., 15 Uhr
Louis McMaster Bujold: Chalions Fluch (Lübbe) Grafiker „Im Alten Zolln“, Mühlenstraße 93
Tim Powers: Declare - Auf dem Berg der En- Candy Kay
gel (Festa) Michael Marrak Mainz, SF-Stammtisch
Jasper Fforde, Der Fall Jane Eyre (dtv) Rainer Schorm jeden 1. Freitag i.M. ab 18.30 Uhr im
John Ringo: Invasion - Der Aufmarsch (Heyne) Dirk Schulz Restaurant „Weinkeller“, Frauenlobst-
Stephen King: Der Turm (Heyne) Thomas Thiemeyer rasse, Mainz-City. Info: Jens Griesheimer,
(0 67 32) 91 82 80, tdmz@[Link].
Kurzgeschichte Deutschsprachig Hörbuch/Hörspiel [Link]
Stefan Wogawa: Ein Alien kommt selten al- Gabriel Burns (Universal)
lein (Walfred Goreng, Wurdack) Gruselkabinett (Titania Medien) Mülheim-Styrumer Bahnhofsgespräche
Nina Horvath: Hell dunkel, dunkel hell (Schat- H.R. Gigers Vampiric (LPL Records) Jd. 2. Mittwoch i.M. ab 18 Uhr in der
tenseiten, Leselupe) John Sinclair (WortArt) Gaststätte „Zum alten Bahnhof“,
Martin Schemm: Das Hügelgrab (Textzeichen) Otherland (hr) Hauskampstr. 14, Mülheim/Ruhr
Linda Budinger: Der Kessel der Ceridwen [Link] [Link]@[Link]
(Schattenreich, Bastei)
Andreas Eschbach: Quantenmüll (Der Atem
Gottes, Shayol) ➥
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Jürgen Grasmück, Hanau/Main, Karl Marx Stra- Dafür wurde dann aber bei der Siegel-
ße 25: verleihung Hal Clement’s Eiswelt (Iceworld) –
Um einige Worte zu dem Großband Ster- Utopia-Kriminal – Band 20 – 1957) glatt ver-
ne der Macht zu sagen: ich habe ihn nicht gessen.
zuende gelesen! Er kommt mir langweilig vor... Über den Bewin Verlag kann man im Le-
Ich weiß, Freund. Mir ging es ähnlich. Er xikon der Science Fiction Literatur von Alpers,
entsprach aber doch der Geschmacksrichtung Fuchs, Hahn und Jeschke (Wilhelm Heyne
einiger Leser, wie die Post zeigte, allerdings Verlag, München – 1980) gar fein lesen: … In
war die Zahl dieser Leser in der Minderzahl. späteren Jahren wurden nur noch deutsche
Die Verleihung des Clubsiegels war ein tech- Autoren veröffentlicht, wobei Vielschreiber den
nisches Versehen. Auch das kann vorkommen, Ton angaben, die für andere besser zahlen-
wenn die Erscheinungsnummer geändert de Verlage nicht gut genug waren. Wer
wird. (WE) irgendwie konnte, mied diesen Verlag wegen
aus ANDROmeda 8 – Dezember 1956 der Tiefsthonorare… Grasmück schrieb bis
1964 für den Bewin Verlag. Unter Jürgen
Grasse war er dann für den Zauberkreis Ver-
Und schon ist das ganze Dilemma der lag in Rastatt produktiv – um dann unter Dan
Siegelverleihung für die Pabel’schen Druckwer- Shocker diese herrlichen Gruselkrimis auf den
ke der frühen Zeit vor dem werten Leser aus- Markt zu werfen.
gebreitet – die Leserin darf aber auch jetzt
ins Grübeln kommen. Ins Grübeln darüber, Aber – ich schweife schon wieder ab.
wie solcherlei passieren kann, dass beim
Ändern der Erscheinungsnummer diese gra- Die Verleihung der Siegel für die Utopia-
vierenden Fehler dem Herausgeber Walter Großbände nahm seinen Anfang mit Beginn
Ernsting unterlaufen konnten. Sterne der des Jahres 1956 und endete Mitte 1957. Es
Macht (Planets for Sale) von E. Mayne Hull, mag nun kein Zufall sein, dass das abrupte
Gattin des ebenfalls vom SFCD gesiegelten Ende der Verleihung des Siegels auch mit dem
Großen der amerikanischen SF, Alfred Elton Wechsel von Walter Ernsting von Pabel zu
van Vogt, wurde mit folgendem Text ausge- Moewig zusammenfällt.
lobt: Der vorliegende Roman vom Umfang Dazu sollte man aber auch aufmerksam,
eines Buches wurde von der literarischen gewissenhaft und ohne Vorurteile den folgen-
Abteilung des „Science-Fiction-Club-Deutsch- den Text aus ANDROmeda 12 – Juli/August
land“ geprüft und trägt das Clubsiegel als 1957 - lesen:
wertvoller Weltraumabenteuerroman. (Utopia- Achtung! Wichtige Mitteilung! Literarische
Großband 42 – vor dem Titelblatt). Es ist heute Abteilung
auch nicht mehr zu eruieren, mit welchem Wie Herr Bingenheimer mitteilt, muß er
siegelwürdigen Roman der gescholtene Band wegen Arbeitüberlastung seine Mitarbeit bei
verwechselt worden sein könnte. Die einzige der Literarischen Abteilung (Siegelverleihung)
Erklärung des Ganzen liegt wohl in der Be- niederlegen. Die Verleihung des Clubsiegels
merkung von WE. Der Roman traf nicht den liegt daher ab sofort in den Händen des Lei-
Geschmack des Großteils der Leser. Und es ters der Literarischen Abteilung und der ein-
war schon immer leichter mit, als gegen den zelnen Städtegruppen. Der Literarischen Ab-
Strom zu schwimmen. Ein Umstand, den wir teilung steht in Zweifelsfällen Mr. Julian Parr
heute im ganzen Verlagswesen erleben. beratend zur Seite, auf jeden Fall in solchen.
Zu Herrn Jürgen Grasmück sollte man noch Fällen, wo ein Manuskript zu prüfen ist, das
Folgendes sagen: Im zarten Alter von 17 Jah- von einem Mitglied der Literarischen Abtei-
ren veröffentlichte er unter dem Pseudonym lung stammt. –
Jay Grams 1957 beim Bewin-Verlag seinen Die Siegelverleihung für die Serie Utopia
Erstling Die Macht des Kosmos. Vielleicht fühl- liegt in den Händen von Walter Ernsting und
te er sich deshalb schon ein Jahr zuvor dazu Walter Spiegl, unabhängig von der Literari-
prädestiniert, dieses Urteil über die Sterne der schen Abteilung. - Wie ich erst heute durch
Macht fällen zu können. Für seinen Roman Herrn Bingenheimer erfahre, hat sich Herr
Und die Sterne verblaßten (Wiesemann Ver- Spiegl gegen die Verleihung des Siegels für
lag, Wuppertal – ca. 1958) gab es dann ja Darltons Raum ohne Zeit ausgesprochen.
auch pflichtschuldigst das Siegel des SFCD (Leider erst drei Monate nach Verleihung). Ich
mit dem feinen Lobe-Text: Der vorliegende selbst hatte dem Roman das Siegel verlie-
Roman wurde von der literarischen Abteilung hen, nachdem Herr Dr. Eugen Sänger aner-
des Science Fiction Club Deutschland geprüft kennende Worte nach Lektüre der Kurzfassung
und wird als Space Opera empfohlen. gefunden hatte. Wurde das Siegel wirklich zu
Unrecht verliehen…??? WE. –
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Aber jetzt erst einmal die Aufstellung der Romane aus der Reihe Utopia-Großband und Utopia-Kriminal, die mit dem Siegel
ausgezeichnet wurden:
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Wenn man nun beide Kategorien der Siegelverleihung (Leihbücher und die Pabel-
Publikationen) zusammenfügt, ergibt sich dieses grandiose Bild:
Statistik
Autor Leihbuch Utopia Gesamt %
Gesamt 41 21 62
Ein Novum stellt hierbei Jürgen Nowaks nest Terridge angeführt. Hinter diesen beiden
Collection Zwischen Schöpfung und Unter- Pseudonymen verbirgt sich ja kein Geringe-
gang – Ein Zyklus von Science-Fiction-Kurz- rer als Ernst Hermann Richter, dem Leiter der
geschichten dar. Erschienen im Selbstverlag, „Literarischen Abteilung“ des SFCD. Ein Schelm,
gedruckt bei Gebr. Zimmermann in Balve. Der wer jetzt Böses denkt. Die anderen Größen
wohl bekannteste Fan-Kritiker seiner Zeit stell- der deutschen SF-Schreibe-Zunft mussten sich
te sich hier selbst den Kritikern – und sein mit jeweils nur sechs Nominierungen beschei-
Werk wurde von der „Fachwelt“ lobend auf- den.
genommen. Besiegelt wurde die „Anthologie“ Eine (Be)Wertung dieser so ausgezeich-
mit folgendem Text (als gelbe „Bauchbinde“ neten Romane möchte ich hier nun nicht
dem Heft beigebogen): Die Anthologie Zwi- vornehmen. Einmal würde es den Rahmen
schen Schöpfung und Untergang von Jürgen dieser Abhandlung sprengen und zum Zwei-
Nowak wurde von der „Literarischen Abtei- ten könnten nostalgische Gesichtspunkte das
lung“ des Science Fiction Club Deutschland Urteilsvermögen trüben.
geprüft und als „wertvoller Beitrag zur Science Es sind also 60 Romane, eine Anthologie
Fiction Literatur“ mit dem Clubsiegel ausge- (Lockende Zukunft) und eine Collection (Zwi-
zeichnet. Bezeichnend ist auch hier einmal schen Schöpfung und Untergang) ausgezeich-
mehr, dass die „literarische Abteilung“ den net worden. Aber – so lesen wir in der Spalte
Unterschied zwischen einer Anthologie und Meteoriten des Utopia-Großbandes 49 (wahr-
einer Collection nicht so ganz verstanden hat. scheinlich April 1957): In Anerkennung der
Verdienste des Verlages Erich Pabel um die
Die Hitliste der deutschen Autoren wird Verbreitung des SF-Gedankens in Deutschland
mit sieben Romanen von William Brown/Er- und seiner steten Unterstützung bei der Grün-
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dung und Stabilisierung des SFCD hat der anderen deutschen SF-Roman (Neuerschei-
Vorstand beschlossen, der Reihe Utopia-Ma- nung 1955 und 1956!) als „besten deutschen
gazin für ständig und für alle erscheinenden SF-Roman“ bestimmen. Es entscheidet allein
Nummern das Clubsiegel für „Wertvolle SF- die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Also:
Literatur“ zu verleihen. Dieser Entschluß fällt Keine Übersetzungen sind gewünscht, son-
um so leichter, als selbst bekannte dern nur original deutsche Romane von
amerikanische Fachleute auf diesem Gebiet Schriftstellern wie Freder van Holk, William
das Magazin als eines der besten der Welt Brown, Henry Bings, W. D. Rohr, Clark Darlton,
bezeichneten. Es soll hier jetzt nicht unter- Axel Jeffers usw. Bei Büchern läßt sich das
sucht werden, wer diese amerikanischen dementsprechende Datum leicht feststellen.
Fachleute waren. Festzustellen bleibt aber, Und nochmals: Die Postkarte muß zwei Titel
dass das Siegel lediglich auf den Ausgaben und Autorennamen tragen, für 1955 und
8 und 9 zu sehen ist. Ab Ausgabe 10 – der 1956.
vermutliche Übergang vom Herausgeber Das wäre es für heute, Freunde - und ich glau-
Ernsting auf den Herausgeber Spiegl – tut sich be, es wurde allerhand geboten. Beim Preis-
sichtbar siegelmäßig gar nichts mehr. Quiz viel Vergnügen und Glück, bei der Wahl
Alles in allem darf man also von 81 vom der beiden besten deutschen SF-Romane viel
Science Fiction Club Deutschland besiegelten Fingerspitzengefühl. Bin gespannt, was da
Werken ausgehen. herauskommt. Wer bekommt im Januar 1957
den „Hugo“? Mit besten Wünschen und dem
Da das SFCD-Mitglied auch gleichzeitig Gruß des SFCD:
Utopia-Leser war, muss man bei diesen Un- ad astra! Ihr Walter Ernsting
tersuchungen die Kolumne Meteoriten der
Utopia-Großbände mit einbeziehen. Ein gu- In Band 44 wurde nochmals darauf hin-
tes Beispiel hierfür ist die deutsche „Hugo- gewiesen. Diesmal mit einem etwas erwei-
Verleihung“ für die Jahre 1955 und 1956. terten Titelangebot aus Utopia:
Aufgerufen hierzu wurde in Utopia-Großband Hiermit wird noch einmal zur regen Beteili-
42: gung an der Wahl der beiden besten deut-
Hugo Gernsback, der Vater der Science-Fiction, schen SF-Romane der Jahre 1955 und 1956
hat sich bereit erklärt, den besten deutschen aufgefordert, die von Hugo Gernsback mit dem
SF-Roman des Jahres mit dem „Hugo“ aus- „Hugo“ ausgezeichnet werden. Jeder Leser
zuzeichnen, wie das alljährlich in USA ge- utopischer Romane sollte den seiner Meinung
schieht. Die Leser selbst sollen bestimmen, nach besten Roman der Jahre 1955 und 1956
welcher Roman ihnen am besten gefiel. Es (mit Autor) auf einer Postkarte dem Leiter des
sind zu wählen: Wahlausschusses mitteilen. Auch Autoren mit
Die beiden besten und meistgelesenen SF- Pseudonymen sind teilnahmeberechtigt. Dazu
Romane der Jahre 1955 und 1956. Die beiden gehören u. a.: Wayne Coover, Henry Bings,
Titel und Autorennamen sind auf einer Post- Ernest Terridge, Clark Darlton, Axel Jeffers,
karte zu senden an Julian Parr ‚ Düsseldorf, Linklater, Henry Walter. - Von den Autoren bzw.
Begonienstraße 20. Um eine rege Beteiligung Romanen der Reihe Utopia kommen in Frage
wird herzlich gebeten. Einsendeschluß bei für 1955:
Erscheinen von Utopia-Großband Nr. 44. Aus „Die Himmeisfackel“ (Walter)
der Utopia-Großband-Reihe kommen für die „Bodenstation Venus“ (Walter)
Wahl des besten deutschen SF-Romans fol- „UFO am Nachthimmel“ (Darlton)
gende Titel in Frage: „Die große Mammuthöhle“ (Linklater)
1955: „Der Mann, der die Zukunft stahl“ (Darlton)
Die Himmelsfackel von Henry Walter (Utopia „Auf den Monden des Saturn“ (Rohr)
17) „Dr. Toyakas Weitraumtestament“ (Rohr)
Ufo am Nachthimmel von Clark Darlton (Uto- 1956:
pia 20) „Die Jupitergilde“ (Rohr)
Bodenstation Venus von Henry Walter (Uto- „Das Ding vom anderen Stern“ (Rohr)
pia 20) „Die Zeit ist gegen uns“ (Darlton) „Und Satan
Der Mann, der die Zukunft stahl von Clark wird kommen“ (Darlton)
Darlton (Utopia 24) Über teilnahmeberechtigte Kleinbände lesen
Auf den Monden des Saturn von W. D. Rohr Sie im Utopia-Kleinband Nr. 80. Schluß der
(Utopia 26) Vorschläge (Einsendungen per Postkarte) ist
Dr. Toyakas Weltraumtestament von W. D. Rohr der 31. Januar 1957. Die Karten sind zu sen-
(Utopia 28) den an: Julian Parr, Düsseldorf-Stockum,
1956: Begonienstr. 20. Sie dürfen lediglich die
Die Jupitergilde von W. D. Rohr (Utopia 30) beiden Jahreszahlen, zwei Buchtitel und zwei
Das Ding vom anderen Stern von W. D. Rohr Autorennamen enthalten.
(Utopia 32) Nochmals: Es wird darum gebeten, daß sich
Die Zeit ist gegen uns von Clark Darlton (Uto- möglichst viele Leser beteiligen!
pia 36) …
Außer den oben aufgeführten Romanen ist ad astra! Ihr Walter Ernsting
aus Utopia kein weiterer Titel teilnahme-
berechtigt. Der Leser kann aber auch jeden
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Den Leser des Heute lässt die letzte Auf- Die Erde brennt (Freder van Holk) ...1 %
stellung in tiefes Grübeln fallen. War er bisher Planet im Alpha Cntauri (Wolf Detlef Rohr) ...1 %
davon überzeugt, dass Leslie Linklater ein Invasion aus dem Weltall (Wolf Detlef Rohr)
englischer Autor war, muss er jetzt zum größ- ...1 %
ten Erstaunen feststellen, dass dies mitnichten Geheimnis der schwarzen Sonnenfiecken
der Fall war. Das Rätseln beginnt erst recht, (Wolf Detlef Rohr) ...1 %
wenn man bedenkt, dass hier wieder jemand Sie kamen von der Erde(Karl Herbert Scheer)
mit einem Pseudonym und einem getürkten ...1 %
Originaltitel hausieren geht. Der Verdacht fällt
zwar spontan auf Fritzheinz van Doornick, der Insgesamt erhalten also die Autoren folgen-
ja laut Verlagsangabe dieses Werk (Die große de Prozentzahlen.
Mammuthöhle / A World Belowe) übersetzt Clark Darlton (mit 4 Romanen) ...85 %
haben soll – aber weiß man es? Wolf Detlef Rohr (6 Romanen)... 5 %
Heqry Bings (mit 1 Roman) ...3 %
Das Ergebnis dieser Umfrage wurde dann Karl Herbert Scheer (mit 2 Romanen)....3 %
in Utopia-Großband 49 veröffentlicht: Alfred Neher (mit 1 Roman)...2 %
Der Wettbewerb um den besten deutschen Jesco von Puttkamer (mit einer Kurzgeschich-
SF-Roman der Jahre 1955 und 1956 ging am te, nicht teilnahmeberechtigt) ...1 %
31. Januar 1957 zu Ende. Die Leser von Uto- Freder van Holk (mit 1 Roman) ...0,5 %
pia bestimmten in eigener, freier Wahl den Henry Walter (mit 1 Roman) ...0,5 %
ihrer Meinung nach besten SF-Roman, der
sowohl in der Reihe Utopia wie auch in je- Die angeführten Ergebnisse sind natürlich
dem anderen beliebigen Verlag erscheinen nicht der Weisheit letzter Schluß, aber sie sind
konnte. An dieser Wahl haben sich Leser aus doch wenigstens die Meinung eines großen
Deutschland, der Schweiz und aus Österreich Leserkreises der utopischen Literatur. Es ist
beteiligt, und es wäre zu wünschen, daß sich unsere Absicht, in jedem Jahr einen Wettbe-
diese Beteiligung im Jahre 1957 noch stei- werb für den besten deutschen SF-Roman
gern wird. auszuschreiben genau so wie es in Amerika
Für das Jahr 1955 erhielt den „Hugo“, ge- der Fall ist. Ein Wettbewerb für die beste deut-
stiftet vom Vater der Science Fiction, Hugo sche SF-Kurzgeschichte dürfte sich erübrigen,
Gernsback in New York, der Roman „Ufo am denn da hat ohne Zweifel Jesco von Puttkamer
Nachthimmel“ von Clark Darlton (Utopia-Groß- mit „Zu jung für die Ewigkeit“ den Vogel ab-
band 19). Auch für das Jahr 1956 gelang es geschossen. Im Jahre 1957 wird der Kampf
Clark Darlton, den „Hugo“ zu gewinnen, und der Autoren um den „Hugo“ schärfere For-
zwar für seinen in Utopia-Großband 36 er- men annehmen, denn es sind einige wirklich
schienenen Roman „Die Zeit ist gegen uns“. sehr gute SF-Romane deutscher Verfasser in
Die beiden Urkunden werden von Hugo Vorbereitung. Wir werden in den Bücher-
Gernsback ausgestellt und von Forrest J. besprechungen im Utopia-Magazin laufend
Ackerman (Los Angeles) auf dem ersten deut- auf diese Spitzenwerke hinweisen, um un-
schen SF-Konvent dem Schriftsteller Clark sere Leser darauf aufmerksam zu machen.
Darlton am 14. 9. 1957 in Bad Homburg über-
reicht. Von den abgegebenen Stimmen erhiel- Um es schon einmal vorwegzunehmen,
ten folgende Romane 1955 die angegebe- den „Hugo“ für das Jahr 1957 erhielt – völlig
nen Prozentzahlen: unerwartet – Clark Darlton für seinen Roman
Raum ohne Zeit (Utopia-Großband 51).
Ufo am Nachthimmel (Clark Darlton) 72 %
Der Mann, der die Zukunft stahl (Clark Darlton) Heinz Bingenheimer – zwischenzeitlich
...18 % aus dem Vorstandsunwesen des SFCD aus-
Menschen zwischen den Planeten (Neher)...4 geschieden schrieb in Transgalaxis Ausgabe
% 5 – 1958 über diese „Hugo-Verleihungen“
Auf den Monden des Saturn (Wolf Detlef Folgendes: Clark Darlton (Walter Ernsting)
Rohr)...3 % Berufsautor, Redakteur, Übersetzer und Mit-
Dr. Toyakas Weitraumtestament (Wolf Detlef inhaber des SFCE veröffentlichte bisher in
Rohr)... 2 % Buchform „Überfall aus dem Nichts“ und
Die Himmelsfackel (Henry Walter) ...1 % weitere 15 Romane in Heftform. Erhielt 1957
für seine Romane „Ufo am Nachthimmel“ und
Und folgende Romane für das Jahr 1956: „Die Zeit ist gegen uns“ eine Urkunde des
amerikanischen Autors Hugo Gernsback, wel-
Die Zeit ist gegen uns (Clark Darlton)...73°/o che als symbolische Verleihung des „Hugo“
Und Satan wird kommen.(Clark Darlton)... 7°/o zu betrachten ist. Der „Hugo“ ist an sich eine
Welten in Brand (Henry Bings) ...6 % kleine versilberte Rakete, die H. Gernsback in
Verweht im Weltraum (Karl Herbert Scheer) Amerika alljährlich dem Autoren der besten
...5 % utopischen Geschichte (nur an amerikanische
Zu jung für die Ewigkeit (SF-Kurzgeschichte, Autoren) dediziert. Diese zweifellos nette
v. Puttkamer) ...2 % Geste sollte allerdings nicht dazu verleiten,
Das Ding vorn anderen Stern (Wolf Detlef Rohr) ganz allgemein von einem „amerikanischen
...2 % Literaturpreis“ zu sprechen. Den gibt es in
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Amerika natürlich auch, sogar in zwei Klas- Mit diesen tief schürfenden Bemerkungen
sen, aber bisher hat ihn noch kein SF-Autor wollen wir für heute die Exkursion ins Gestern
erhalten. Das ist auch verständlich, weil ein beenden. Da hier Vieles nur angerissen wer-
Literatur-Preis unter ganz anderen Gesichts- den konnte, werden in absehbarer Zukunft
punkten verliehen wird. Man nennt H. Gerns- (Ende 2005/Anfang 2006) die „Bücher, die
back übrigens den „Vater der SF“, doch dürfte unser Siegel tragen“ in erweiterter Form in
das wohl nur für Amerika Gültigkeit haben, Wolfgang Thadewalds „Chroniken“ erscheinen.
da bekanntlich Deutschland, Frankreich und
England etliche Jahrzehnte früher auf dem
Felde waren. … © 2005 Wolfgang Thadewald / Horst
Schwagensche
Es blieb aber nicht nur bei diesen „Hugo-
Verleihungen“. Zwischenzeitlich wurden sie
fast inflationär. Der Pabel- und später auch
der Moewig-Verlag erhielten einen „Hugo“ für
ihre herausragende verlegerische Arbeit zur
Verbreitung der Science-Fiction-Literatur in
Deutschland, der Schweiz und Österreich.
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Andreas Gruber
horror
Der Judas-Schrein
Der Österreicher Andreas Gruber zählt zu den Obwohl sich alles in Körner gegen diesen
bekanntesten deutschsprachigen Einsatz sträubt, kann er diesen nicht verwei-
Kurzgeschichtenautoren und wurde für seine gern, da er in seinem letzten Einsatz einen
SF-Kurzgeschichten bereits für diverse dicken Lapsus begangen hat, durch den er
Phantastikpreise nominiert. Sein Werk ist the- nun stark unter Druck geraten ist. Die Aufklä-
matisch sehr breit angelegt. Neben einer rung des in seinem Heimatdorf begangenen
Sammlung mit SF-Kurzgeschichten, die unter Verbrechens dient nicht zur dazu seinen Feh-
dem Titel „Die letzte Fahrt der Enora Time“ ler wieder gut zu machen, sondern auch, um
verlegt wurde, erschien vor kurzem seine ihn vorerst aus der Schusslinie der Medien
Storysammlung „Der fünfte Erzengel“ in neu und den internen Untersuchungsbehörde zu
überarbeiteter Form beim SHAYOL-Verlag. Diese bringen.
erste Kurzgeschichtensammlung ist von der Andreas Gruber bietet seinen Lesern zu
Thematik her dem vorliegenden Roman zu- Beginn einen lupenreinen Krimi. Das von Alex
zuordnen. Aber auch im Krimi-Genre ist er Körner geführte Ermittlerteam fällt in das klei-
zuhause, was er mit dem Episodenroman „Ja- ne, vom Hochwasser bedrohte Bergdorf ein
kob Rubinstein“ bewies. und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf ört-
Als Autor ist Andreas Gruber in Teilzeit tä- liche Befindlichkeiten. Professionell, für die
tig, d.h. er geht vormittags einem ganz regu- Dorfbewohner allerdings eher hochnäsig, neh-
lärem Bürojob nach und konzentriert sich men sie ihre Ermittlungen auf und versuchen
dann in der zweiten Hälfte des Tages auf seine dem Mörder auf die Spur zu kommen. Nach
Schriftstellerei. Seine Kurzgeschichten werden und nach zeigt sich dann, dass dieser Fall
bereits seit einigen Jahren in diversen Klein- vor Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten
verlagen veröffentlicht und mittlerweile zählt den Tante aufgezogen, wird mit den Ermitt- nur so strotzt. Während die Ermittler den ver-
er zu den bekannteren, deutschsprachigen lungen in einem Mordfall betreut. In der Dorf- schiedensten Theorien nachhängen, bekommt
Kurzgeschichtenautoren des phantastischen disko wurde die verstümmelte Leiche einer der Leser bereits einen Einblick in die wah-
Genres. Jugendlichen gefunden. ren Hintergründe und kann sie entsprechend
Mit „Der Judas-Schrein“ legt er in der Rei- Was für das Team von Alex Körner wie seinem Vorwissen über den Cthulhu-Mythos
he H.P. Lovecrafs Bibliothek des Schreckens ein Routinefall beginnt, bedeutet für Alex bereits entsprechend einordnen.
des Festa-Verlags nun seinen ersten Roman Körner eine Konfrontation mit seiner Jugend An Dramatik gewinnt die Handlung, als das
vor, der gleich der umfangreichste dieser Rei- und mit dem Trauma des Todes seiner El- Bergdorf aufgrund des anschwellenden Hoch-
he geworden ist und sich natürlich thema- tern, welches er immer noch nicht überwun- wassers von der Außenwelt abgeschnitten
tisch an das von H.P. Lovecraft erschaffene den hat. Von vornherein sträubt sich alles in wird und die technischen Hilfsmittel des Er-
Cthulhu-Universum anlehnt. ihm an die Stätte seiner Kindheit zurückzu- mittlerteams nach und nach versagen. Iso-
Andreas Gruber läst die Handlung seines kehren. In einem Ort, wo die Zeit stehen ge- liert von jeglicher Unterstützung sehen sie sich
Romans in dem österreichischen Gebirgsdorf blieben zu sein scheint, wo man Zugezoge- einem Fall gegenüber, der immer weitere Krei-
Grein am Gebirge spielen. Alex Körner, selbst ne misstrauisch beäugt und über die Jahr- se zieht und in dem eine Vielzahl der Dorf-
in diesem Dorf aufgewachsen und nach dem hunderte hinweg ein Geflecht von gegen- bewohner verdächtig erscheint.
Tod seiner Eltern, die durch einen Brand um- seitiger Abhängigkeit und verwandtschaftli- Die Stärken von Andreas Grubers Debüt-
gekommen waren, von seiner in Wien leben- chen Beziehungen entwickelt hat. roman liegen eindeutig in den
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Charakterisierungen seiner Handlungsfiguren, konkret und der heutige Leser ist es einfach Verfassen dieses Romans und hat nun quasi
allen vorweg Alex Körner. Der Autor nutzt den gewohnt mit dem Übernatürlichen bzw. dem Blut geleckt, einen weiteren zu verfassen. Bar
ihm zur Verfügung stehenden Raum, um sei- Schrecken direkt konfrontiert zu werden. So jeglicher Reihenvorgaben dürfte ihm aufgrund
ne Figuren ausführlich zu charakterisieren. muss also auch Gruber versuchen den My- der hier gezeigten Leistungen ein lesenswer-
Sehr ausführlich werden Alex Körners Bezie- thos plastisch erscheinen zu lassen, indem tes, eigenständiges Werk gelingen.
hungen zu seinem Heimatdorf und die zwi- er das Ermittlerteam und hier vor allem Kör- anno
schen den einzelnen Mitgliedern des ner konkret mit den übernatürlichen Wesen,
Ermittlungsteams ausgearbeitet. welches das Dorf und seine Bewohner in
Hinzu kommt, dass Grein im Gebirge mit seinen Bann hält, konfrontiert.
all seinen Facetten überaus kenntnisreich und Die Schwäche dabei ist, dass Gruber über Festa-Verlag; H.P. Lovecrafts Bibliothek
detailliert in Szene gesetzt wurde. Es sind die sein Ziel hinausschießt. Die Handlung entwi- des Schreckens Band 16; Originalaus-
Kleinigkeiten in den Beschreibungen der ein- ckelt sich zum Ende hin zu einem Showdown gabe; April 2005; 463 Seiten; Hardco-
zelnen Handlungsorte und den Personenbe- zwischen Körner auf der einen und den Dorf- ver mit Schutzumschlag
schreibungen, die den Roman so glaubwür- bewohnern und dem Wesen auf der ande-
dig erscheinen lassen. Vor allem zu Beginn ren Seite. Eine Auseinandersetzung, die Kör-
erscheint es fast so, als wenn Andreas Gruber ner, beraubt von allen Teammitgliedern und
selbst in Grein am Gebirge beheimatet wäre. technischen Möglichkeiten, nur verlieren kann.
Die Einarbeitung des Lovecraft-Mythos, Am Ende findet sich Körner besiegt und völ-
eine zwingende Reihenvorgabe, in einen ak- lig isoliert von allen in einer Gummizelle
tuellen Handlungshintergrund gelingt hinge- wieder. Ein Szenario, welches für den kundi-
gen nur zum Teil. Dies liegt zum einen an gen Leser nicht überraschend ist, für den
den Mythos an sich, der so gar nicht mehr in Krimileser hingegen unbefriedigend bleibt und
moderne Erzählstrukturen und Handlungs- der Reihenvorgabe geschuldet ist.
verläufe hineinpassen will. Wo Lovecraft viel Dennoch hat Andreas Gruber mit seinem
mit Andeutungen und einem universellen Debütroman unter Beweis gestellt, dass er in
Schrecken gearbeitet hat, muss Gruber ver- der Lage ist seine Geschichte auch über die
suchen diesen in eine modern verfasste Krimi- Länge eines Romans zu erzählen. Er selbst
handlung einzubauen. Zum anderen wirken äußerte in einem ausführlichen Chat (zu fin-
die Erzählungen Lovecrafts auf den heutigen den unter [Link] im aktuellen Alien
Leser zum Großteil altbacken, sie sind wenig Contact) seine Befriedigung hinsichtlich des Der 37-jährige Autor bei einer Lesung
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Drei Episoden in
Noir oder Weniger
ist mehr
Sin City (USA 2005) bekommt, steht im Mittelpunkt des Films.
Regie: Robert Rodriguez, Frank Miller, Dann gibt es da noch die Story des abgehalf-
Quentin Tarantino; Drehbuch: Frank Miller; terten, herzkranken Cops Hartigan (Bruce
Musik: John Debney, Graeme Revell, Robert Willis) der einen pädophilen Killer (Nick Stahl)
Rodriguez jagt und letztendlich erfolgreich ist, aber ei-
Darsteller: Mickey Rourke, Bruce Willis, nen hohen Preis zu zahlen hat. Eine weitere
Benicio del Toro, Clive Owen, Jessica Alba, Episode handelt vom ‘Good Guy’ Dwight (Clive
Rutger Hauer, Josh Hartnett, Elijah Wood, Owen), der einen durchgeknallten Polizisten
Brittany Murphy (Benicio del Toro) zur Räson bringt und dabei
Laufzeit: 124 Min. Format: 1:2,35 die Balance der Absprachen zwischen kor-
Deutscher Kinostart: 11.08.2005 rupten Bullen, Prostituierten und Freiern in Sin
City empfindlich stört.
Der Comiczeichner Frank Miller sorgte in den Rodriguez will hoch hinaus, bietet eine im
80er Jahren für einen radikalen Stimmungs- Realfilm bisher nie dagewesene Optik, die
wechsel im Kreis der Superhelden-Comics. kaum noch von einem gezeichneten Comic
Erhobene moralische Zeigefinger und zu unterscheiden ist; hält sich peinlichst genau
quietschbunte Szenarien gehörten in Frank an Frank Millers Vorlagen (den er
Millers Comics der Vergangenheit an; graues, schlussendlich auch als Regisseur ins Boot
düsteres Ambiente und zwiespältige Helden holte) und scheut sich auch nicht, die Bruta-
dominierten in seinen Werken. Erstmalig fil- lität und Kompromisslosigkeit der Zeichnun-
misch ansatzweise umgesetzt wurde dies in gen zu übernehmen – Respekt! Konsequent
Tim Burtons ‘Batman’-Verfilmung aus dem ist der komplette Film in Schwarzweiß gehal-
Jahre 1989. Nach einer gelungenen Fortset- ten, mit spärlich gezählten einzelnen farbi-
zung ging die Reihe den Bach runter und gen Elementen, die unterstreichen sollen oder
wurde buntes Popcornkino, bevor Christopher schlicht überraschen. Eine Optik, die surreal-
Nolan dieses Jahr mit dem hervorragenden künstlich daherkommt und doch nie wie lang-
‘Batman Begins’ wieder eine innovative weiliges Blue-Screen wirkt (wird ja mittlerweile
Mittlerweile wurde das Paperback-Pro- Comicverfilmung im Geist von Frank Miller auf vor Green-Screen hergestellt...)
gramm für den anstehenden Sommer/ die Leinwand brachte. Robert Rodriguez, der Auch mit der Schauspielerriege hatte
Herbst angekündigt. in den letzten Jahren mit der ‘Spy Kids’-Reihe Rodriguez ein gutes Händchen: abgehalfter-
Im Juli erscheint der Roman „CABAL“ von auch eher in familienfreundlichem, kommer- te Alt-Stars wie Mickey Rourke, Rutger Hauer
Clive Barker in einer überarbeiteten Neu- ziellen Fahrwasser dümpelte und neben den und Powers Boothe (naja, so richtig abge-
ausgabe. okayen Desperado-Filmen keine nennenswer- halftert war der nie) empfehlen sich für wei-
Mit „Bringen wir Constance um!“ er- te Klasse belegen konnte hat sich nun mit tere Projekte, Clive Owen und Benicio del Toro
scheint ein neuer Roman von Ray Bradbury seinem Kumpel Quentin Tarantino und Frank sind gewohnt souverän, Nick Stahl (‘Termina-
in der neu geschaffenen Reihe Phantasia Miller persönlich an die Verfilmung der ex- tor 3’) und Elijah ‘Frodo’ Wood werden kon-
Crime im September als deutsche Erstaus- trem düsteren, brutalen Crime-Comics aus sequent gegen den Strich besetzt und sind
gabe. dem Sin City-Universum gemacht. Und anders trotzdem gut und auch die junge, eher uner-
Es folgt im November in Deutscher Erst- als in den bisherigen Miller-Verfilmungen wie fahrene Damenriege mit Jessica Alba und
ausgabe der Roman „Endstation Louisiana“ ‘Batman’ oder ‘Daredevil’, wo sich der Ein- Brittany Murphy fällt nicht negativ auf.
von Lucius Shepard innerhalb der Reihe fluss Millers eher auf Design, Atmosphäre und Neben Frank Miller holte Rodriguez noch
Phantasia Horror. einigen Charakteren beschränkte, geht Tarantino als ‘Gastregisseur’ ins Boot, der ei-
Ein Blick auf die Homepage der EP lohnt Rodriguez einen Schritt weiter und erstellt mit gentlich nix für Filme mit digitalen Spielerei-
sich. Dort sind bereits die Cover und kurze dem Kinofilm ‘Sin City’ quasi einen auf die en übrig hat. Aber dafür hatte ja Rodriguez
Inhaltsangaben zu finden. [Link]- Leinwand projizierten Comic! Sicherlich tech- einen Song für ‘Kill Bill Vol.2’ beigesteuert und
[Link]. Weiterhin sollte man sich den nisch innovativ, aber auch passend zum Me- so konnte der gute Quentin nicht nein sa-
Verlagsnewsletter bestellen, denn in Kür- dium Film? gen... In der kurzen Episode von Tarantino
ze dürften die ersten Infos zu neuen Drei Handlungsstränge aus den (die Autofahrt von Owen und del Toro) zeigt
Hardcovertitel bekannt gegeben werden. mittlerweile fünf Sin City-Comics werden im sich auch gleich der Klassenunterschied zwi-
Aktuelle Interviews mit Jochaim Körber Film dargeboten. Der ursprüngliche Comic um schen dem Regisseur Tarantino und dem
und Uli Kohnle finden sich auf http:// den am Rand des Wahnsinns delirierenden Regisseur Rodriguez. Hier meint man, einen
[Link]/Bibliothek/Alien-Contact/ Killer Marv (Mickey Rourke in einem großen kleinen Ausschnitt aus einem großen Gan-
[Link] und unter [Link] Comeback) auf der Jagd nach einem noch zen zu sehen, das Rodriguez in dem ganzen
[Link]/ übleren Gesellen, der seine neue Freundin Rest letztendlich nicht liefern kann! Die drei
Quelle: Verlagsnewsletter meuchelte – und der dabei in die perversen Episoden sind lieblos ineinandergewurschtelt,
anno Abgründe von Sin City hinabsteigt und es mit weshalb der großartige Teil mit Mickey Rourke
den wahren Machthabern der Stadt zu tun fast wie ein Fremdkörper wirkt und der eher
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fade Beginn mit Bruce Willis – der seinen dung ein. Auch derbe Gewalt und spektaku- abgespeckter Kinofilm – von über immerhin
Tough-Guy-Stiefel runterspielt – wie ein Zu- läre Optik halten halt nicht so lange vor! Hin- auch noch 90 Minuten – packender und be-
geständnis an den Massengeschmack daher- zu kommt, dass die drei Episoden, die Frank eindruckender geworden. Interessanterweise
kommt. Elegante Zeitsprünge, Verschachte- Miller in separaten Comicalben präsentierte, bietet die kommende Special-Edition des
lungen, überraschende Wendungen über die so komprimiert in einem filmischen Rahmen Films auf DVD die Möglichkeit, die einzelnen
einzelnen Episoden hinausgehend sucht der mit ihren ähnlichen Handlungssträngen und Episoden separat anzuschauen – und den
Zuschauer vergeblich und so schleicht sich Charakteren etwas gleichförmig wirken. Langfilm in einer noch längeren Fassung. Wer
nach einer guten Stunde eine gewisse Ermü- Vielleicht wäre ein auf zwei Episoden braucht da noch den Regisseur...
TOM
Short Cuts
Die Reisen des jungen Che (O: „The Freund Alberto, der ihn begleitet, hingegen rung für Lolita. Ob es nun die unverhohlen
motorcycle diaries“, Argentinien/Staaten 04; überzeugt. Zwei unterschiedliche Charaktere, verdrehten Augen der Gesangslehrerin Sylvia
Regie: Walter Salles; Darsteller: Geale Garcia die sich auf eine Reise begeben, die beide sind, wenn sie sie um ein paar zusätzliche
Bernal, Rodrigo de la Serna u.a.; 120 Minu- nicht mehr als die selben Menschen beenden Stunden bittet, die Vorwürfe in den Blicken
ten). Um die Menschen und Landschaften werden. ihres erfolgreichen Vaters, wenn er den Fah-
seiner südamerikanischen Heimat kennen zu Ein Roadmovie in eher klassischer Aus- rer ihres Taxis zurecht weisen muss, oder die
lernen, reist der junge Ernesto Guevara auf führung, der im Grunde nur durch die spätere angeblichen Gründe ihres letztens Freundes,
dem Motorrad Monate lang von einem Land Rolle Guevaras gedanklich nachwirkt. Men- die ihn dazu zwingen „ehrlich zu ihr zu sein“
zum nächsten. Das einfache Abenteuer und schen helfen zu wollen, die lediglich ihr kar- (nachdem es ihm gelungen ist sich eine Gunst
die Freuden des Lebens locken; davon ist sein ges Leben in Frieden leben wollen, ist ein von ihrem beziehungsreichen Vater zu ergau-
ehrenhaftes Ziel für einen jungen Idealisten.
Idealismus, der aber bald einer Ideologie ge-
genüber stehen wird. In der Tat stellt man
sich nach Salles Film die Frage, was aus Kuba
wohl geworden wäre wenn dieser junge (!)
Che Guevara auf der Insel geblieben wäre,
anstatt die bewaffnete Revolution in der Drit-
ten Welt herum zu tragen. Vielleicht wäre
Castro nicht der selbstherrliche Diktator ge-
worden; vielleicht hätte er den „lästigen Ide-
alisten“ aber auch irgendwann liquidieren
lassen. Handwerklich durchschnittlich, bleibt
„Die Reisen des jungen Che“ inhaltlich auf
halber (Lebens-)Strecke stehen.
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nern!). Die Beiläufigkeit, mit der alle auf ihr Betrachter kann man/frau durchaus vor- bei Dr. Monnier unter einem Vorwand vorbei
herum hacken, schmerzt Lolita und so be- gewarnt sein, in welch abstruse Richtung der zu schauen, nur um Annes Adresse ausspä-
schließt sie nun ihrerseits Menschen in ih- restlos ernst gemeinte Plot abdriftet. Jule be- hen zu können. Aber es dauert nicht lange
rem Sinne zu manipulieren. Sie läßt gegenü- klagt Jan gegenüber ihr garstiges Schicksal, und Faber kommen die ersten Zweifel. Eines
ber Sylvia fallen WER ihr Herr Papa ist und weil sie noch zig Jahre den Schadensersatz Tages steht Annes Mann, von dem er bereits
siehe da, schon kriecht sie wie ein Hünd- für einen reichen Macker abarbeiten muss, soviel wiedersprüchliches hören musste, dass
chen an. Lolita fühlt sich im Aufwind, aber für dem sie einst auf der Autobahn ungebremst er schon begann, ihn für ein Phantom zu hal-
die hohe Kunst der Manipulation ist sie nicht in den Kofferraum donnerte. In einem Auto ten, in seinem Büro.
kaltblütig genug. Die losgetretene Lawine ohne Tüv und Versicherung, als sie sich auf „Intime Fremde“ ist ein intensives Kam-
droht sie erneut ins Abseits zu schieben. der Überholspur nach der runter gefallenen merspiel über die Mechanismen, wie wir
Der Film von Agnès Jaoui ist der Kippe bückte. Verantwortungslos kann man Menschen einschätzen und ihr Verhalten be-
ungeschönte Blick auf einen Figuren-Reigen, ihr Verhalten nicht mehr nennen – vorsätz- urteilen. Zu dem gesellt sich ein nahezu
der – mit Ausnahme von Lolita – einzig da- lich rücksichtslos schon eher. Statt der Bonzen- krimihafter Plot, der stetig voran getrieben
mit beschäftigt scheint, dem eigenen Vorteil karre hätte es auch ein Kleinwagen mit Kind wird, ohne dabei allzu viel preiszugeben. Ist
hinterher zu jagen. Ehrliche Gefühle sind ein auf dem Rücksitz sein können. Würde Jules Anne tatsächlich ein Opfer ihrer Gefühle, oder
Luxus, den man sich nicht leisten will und Weltschmerz dann in ähnlicher Weise vor wird Faber von ihr (und anderen) nur geschickt
die verletzten Gefühle anderer nimmt man/ Selbstmitleid triefen?! Dagegen ist Jans idea- vorgeführt? Da dem Publikum mehr offenbar
frau besser erst gar nicht wahr. Emotionaler listische Sprücheklopferei aus dem „Best-of“ wird als dem verwirrten Mann, ist bald er-
Darwinismus, an dem Lolita ethisch fast zer- ideologischer Phrasendrescherei in ihrer Nai- sichtlich, dass sich die seltsame Beziehung
bricht. vität fast schon wieder zu ertragen. in eine völlig andere Richtung entwickeln wird.
Ein klein wenig sehnt man sich in dieser Ein ausgesprochen fetter Kandidat für den Von Mal zu Mal kann sich Anne aus ihren
Gefühlskälte nach der Leichtigkeit Eric „Magnolia-Award“. obsessiven Verstrickungen mehr lösen, ihrem
Rohmers, die dem gezeigten Schmerz ein Leben einen neuen Haltepunkt geben, wäh-
wenig die Spitze nimmt. Zuviel ist manches Intime Fremde (O: „Confidences trop inti- rend Faber langsam erkennt, dass seine Ge-
Mal einfach zuviel. mes“, F 03; Regie: Patrice Leconte; Darsteller/ wohnheiten nicht endgültigen Charakter ha-
innen: Sandrine Bonnaire, Fabrice Leconte u.a.; ben müssen. Anne und Faber brechen unab-
Die fetten Jahre sind vorbei (BRD/A 04; Re- 104 Minuten). Mit schlafwandlerischer Sicher- hängig voneinander ihre Zelte in Paris ab und
gie: Hans Weingartner; Darsteller/innen: Daniel heit irrt sich Anna in der Bürotür und nimmt ziehen nach Süden. Nicht als schlussendlich
Brühl, Julia Jentsch, Stipe Erceg, Burghart wenig später nicht vor dem Psychologen, eine glücklich vereintes Paar. Nein. Als Freunde der
Klaußner u.a.; 124 Minuten). Jan, Jule und Peter Tür weiter, sondern vor dem Steuerberater besonderen Art.
halten es für sinnvoll, nächtens in leere Villen So spannend wie hervorragend gespielt –
einzusteigen, dort das teure Inventar neu zu ein absolut sehenswerter Film. Nicht zuletzt
positionieren und Sinnsprüche (s. Titel) zu wegen Sandrinne Bonnaire, die mich nun seit
hinterlegen. Das fröhliche Treiben gerät ein fast zwei Jahrzehnten durch die Programmki-
klein wenig aus dem Ruder, als sie eines nos begleitet.
Nachts plötzlich den Eigentümer im Flur vor-
finden und Jan Knebelung, Fesselung und Sideways (Staaten 04; Regie: Alexander
Entführung der Person für eine gute Idee hält. Payne; Darsteller/innen: Paul Giamatti, Thomas
Untergetaucht wird in einer Almhütte, womit Haden Church, Virginia Madsen, Sandra Oh
die ausgelassenen Psychospiele beginnen u.a.; 126 Minuten). Miles und Jack sind Freun-
können. Jan hat was mit Jule, obwohl sie es de. Bevor Jack heiratet wollen beiden die er-
normalerweise mit Peter tut. Peter ist auf Jan
sauer, weil der die Situation komplett in die Faber Platz. Ohne sonderliche Umschweife lesensten Weinbaugebiete Kaliforniens ab-
Scheiße gefahren hat. Jule fühlt sich vom kommt sie auf ihr Problem zu sprechen und klappern und neben ordentlich Wein auch
Machismo der beiden Weicheier bedrängt und doch dauert es fast bis zum Ende der ersten etwas „Weib“ abgreifen. Bei letzterem Punkt
Geisel Hardenberg war in den 68ern auch Sprechstunde, bevor Faber erkennt, daß die ist Miles allerdings nicht richtig engagiert hält
schon Straßenkämpfer und Bettenspringer. apart schöne Frau keine Beratung in Finanz- er sich doch für einen Versager auf gleich
Den ausgeprägt fettesten Minuspunkt fährt problemen nötig hat. Trotzdem bringt er es mehreren Gebieten. Dass Jack ihm in puncto
sich das gern bejubelte Machwerk aus den nicht über sich, Madame auf den Irrtum hin- Frauen unter die Arme greifen will, macht die
Händen von Hans Weingartner mit seiner zuweisen. Denn eigentlich würde er sie gern Sache auch nicht einfacher. Die Reise endet
schlussendlichen Absegnung der drei Haupt- wieder sehen. Also läßt er ihr einen Termin in einem Fiasko.
figuren ein: Jan, Jule & Paul auf dem Weg zur für die nächste Woche geben. Der zurückge- Man könnte mit dem Umstand leben, dass
Sabotage der westeuropäischen TV-Gesell- zogen lebende Junggeselle erkennt, dass es Alexander Payne im vorbeifahren einen fast
schaft als ultima ratio individueller Welt- da draußen doch noch etwas gibt, das ihn zweistündigen Werbeclip über Kaliforniens
verbesserung. Antennenmaste in die Luft ja- jenseits der Zahlen und Paragraphen interes- Weinbau abgelichtet hat; wenn der Buddy
gen! Ratlosigkeit ist noch der freundlichste sieren kann. Er beginnt Dinge zu tun, die er movie zumindest funktionieren würde. Aber
Begriff, der sich mir dabei aufdrängt. Aber als nie für möglich gehalten hat – zum Beispiel zehrt Paul Giamattis penetrant miesepetrige
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Weinerlichkeit schon gehörig an den Nerven, tuation, Jerusalem gegen die weit überlege- Reitechsen ist McGregors unbekümmertes
gibt einem die soziale Destruktions- nen Truppen Saladins verteidigen zu müssen. Aufspielen der einzige Lichtpunkt. Ansonsten
maschinerie Jacks den Rest. Miles dürfte eine Ordentlich verhoben hat sich Ridley Scott betreibt Lucas intensive Selbstdemontage
ausgeprägt masochistische Ader pflegen mit einem historischen Thema, das ein wirk- seines Stoffes und liefert Beispiel über Bei-
wenn er das Schwarze Loch neben ihm nicht lich grandioses Meisterwerk hätte abgeben spiel für seine Unfähigkeit als Drehbuch-
nur die ganze Zeit über erträgt, sondern sich können (und verdient hätte). Scotts filmisches schreiber. Nur ein Beleg von so vielen:
mit ihm zuletzt auch wieder versöhnt. Wer Einerlei ist auch deshalb ein Rätsel, weil ihm Anakin trifft nach längere Zeit wieder sei-
einen Freund wie Jack sein eigen nennt, mit „Gladiator“ bereits eine Vorgabe geglückt ne Padme. Innige Umarmung und Küsserei
braucht wirklich keinen Todfeind mehr suchen. war, die nur Anlass zu guten Hoffnungen ge- hinter Säulen versteckt. Padme offenbart
Anders formuliert – „Sideways“ funktioniert ben konnte. Aber wo „Gladiator“ den Betrach- danach ihrem Anni, dass sie schwanger ist.
in keinster Weise. ter bereits mit den ersten Minuten in eine Skywalker reagiert überrascht und gibt sich
historisch relativ akkurate Welt zieht, schleppt erfreut. Einfügen sollte man in diesem Zu-
Hautnah (O: „Closer“, Staaten 04; Regie: Mike sich das Geschehen in „Kingdom“ unent- sammenhang, dass Padme bereits im achten
Nichols; Darsteller/innen: Julia Roberts, Jude schlossen dahin. Zerfurcht durch den überaus Monat ist und eine nicht gerade kleine Wöl-
Law, Natalie Portman, Clive Owen u.a.; 100 brutalen Mord Ballans an dem Dorfpfarrer, bung vor sich herschiebt. Nach Lucas ist dem-
Minuten). Dan und Alice lieben sich. Ebenso oder der unausgegoren ausgearbeiteten Kon- nach ein Jedi zwar in der Lage die Macht im
Larry und Anna. Es gibt Beziehungsprobleme frontation zwischen den Soldaten, die ihn Universum zu spüren, aber restlos unfähig zu
und siehe, da lieben sich Dan & Ann, wie festnehmen sollen, und Ibelins Männern. Für bemerken, dass seine Freundin hochschwan-
Larry & Alice. Hält aber auch nicht lange. einen Ritter, dem angeblich ritterliche Ehre das ger ist, wenn er sie stürmisch umarmt.
Zwischendurch wird viel zerredet, werden wichtigste ist, verhält sich sein Vater hier aus- Natürlich schafft es auch die dritte Episo-
intime Einblicke im Separée gegeben und gesprochen wiedersprüchlich. Aber auch die de nicht, eine Geschichte stringent genug zu
emotional geht es hoch her – es sei denn Dramaturgie holpert ungelenk durch die 145 erzählen, um den Betrachter auch nur im
Minuten, so dass sich ein Ganzes, oder auch Ansatz zu interessieren. Statt dessen springt
nur ein einfacher Spannungsbogen, nicht ein- das Skript von einem angeblich wichtigen
stellen will. Übrig bleibt eine Collage, die zwar Schauplätz zum nächsten und betreibt akri-
immer wieder intensive Momente und Ein- bisch oberflächlich ein Name dropping („Da!
stellungen aufweist, aber letztlich nur Flick- Captain Antilles!“), das die eingefleischten Fans
das Skript verlangte einmal steinerne Mienen. werk bleibt. Immerhin kann Orlando Bloom entzücken soll. Die von der Hofpresse, Mo-
So unerquicklich wie diese Zusammenfas- als überaus edelsinniger Ritter überzeugen. nate im voraus, abgefeierte Handlungsschiene
sung ist auch die Adaption eines preisgekrön- Wären Regie und Drehbuch auf ähnlicher Höhe auf Kashyyyk, nebst Chewbaccas „Einführung“
ten Bühnenstoffes für die große Leinwand. gewesen, es hätte ein großer Film werden ist ein schlecht geratener Witz, da sich dort
Theater und Kino sind und bleiben zwei völ- können, der dem Thema der Kreuzfahrer-Herr- außer einigen Minuten Kriegsgetümmel und
lig unterschiedliche Welten. Weswegen schaft gerecht geworden wäre. etwas Wookie-Gebrüll absolut nichts (!) tut.
Nichols Film in seinen besseren Momenten Wenn dann ein oberfieser Palpatine am Ende
an mitgeschnittene Aufführungen erinnert. Star Wars III – Die Rache der Sith (O: „Star dem frisch verplombten Vader steckt, dass
Vielleicht hätte der Autor des Stücks sich auch Wars III – The revenge of the Sith“, Staaten eigentlich er selbst Schuld am Tod Padmes
nicht persönlich an dem Drehbuch versuchen 05; Regie: George Lucas; Darsteller/innen: ist, fühlt man sich in eher schlechte Trickserien
sollen. Das Resultat bleibt eine Verschwen- Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie der Achziger zurück versetzt: Darth steht breit-
dung schauspielerischen Potenzials und mei- Portman u.a.; 140 Minuten). Auf wundersa- beinig da, winkelt die Arme leicht an, hebt
ner Lebenszeit. me Weise wandelt sich Anakin Skywalker zu den Kopf und brüllt das Universum an. Grund-
Darth Vader und eine Galaxis (die „weit, weit gütiger, ist das sowas von schlecht!!!
Königreich der Himmel (O: „Kingdom of entfernte“!) geht den Bach runter. Wird eigentlich nur von Padmes Abgang
heaven“, Staaten/GB/Sp 05; Regie: Ridley Ich beginne lieber gleich mit dem einzig noch übertroffen. „Geburt der Zwillinge erle-
Scott; Darsteller/innen: Orlando Bloom, Jeremy positiven Aspekt einer in langen Jahren in die digt. Anakin auf Abwegen. Gut, dann sterb´
Irons, Ghassan Massoud, Eva Green u.a.; 145 Brüche gegangenen Sternen-Saga. Endlich (!!!) ich jetzt mal. Ciao!.“
Minuten). Um die Nachfolge seine Vaters an- kann Ewan McGregor im Ansatz zeigen, was „Roger! Roger!“
zutreten, reist Ballan von Ibelin ins Heilige in der Figur des jungen Obi-Wan an Potenzial
Land des Jahres 1184. Dort erwarten den jun- steckt. Tatsächlich musste ich in mich hinein (12. Juli 05 – robert musa)
gen, ehrenhaften Ritter politische Intrigen, lachen, dass es ihm nach zwei Vorläufen end-
Hass, Niedertracht, aber auch Edelmut, lich gelungen ist, sich aus dem Korsett der
Freundschaft und die Liebe. Durch geschürte Nicht-Regie eines George Lucas frei zu
Unruhen und der völligen Vernichtung des schwimmen. In all dem kindischen Unfug von
Kreuzfahrerheeres sieht sich Ballan in der Si- brabbelnden Kampfdrohnen und glucksenden
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die elektrische Stimulation des Lustzentrums, auch auf der medizinisch-ethischen Ebene. Norbert Schaeffer, Jahrgang 1949, ist einer der
geschickt miteinander verknüpft und so die Norbert Schaeffer hat die Vorlage behutsam meistbeschäftigten Hörspielregisseure. Nach
Konsequenzen von Entwicklungen ausgemalt, für den Rundfunk adaptiert und atmosphä- Studium der Germanistik, Politik und Soziolo-
die sich längst abzeichnen. risch stimmig inszeniert. Mit der Musik von gie promovierte er und wurde
Im Hintergrund des spannenden Thrillers um Eric Le Guen und einer hervorragenden Be- Rundfunkjournalist. Seit 1984 arbeitet er als
einen an „Dr. Mabuse“ gemahnenden Pati- setzung ist ihm ein intensives und nachdenk- freier Regisseur und Autor von Hörspiel-
enten mit Locked-in-Syndrom läuft liches Hörereignis gelungen.« bearbeitungen. Seine Inszenierungen, zu de-
unaufdringlich ein nicht minder spannender Bernard Werber, 1961 in Toulouse geboren, nen auch acht Science-Fiction-Hörspiele ge-
Diskurs über Motivation, Konditionierung, Sug- studierter Jurist und Kriminologe, war in den hören, errangen, zum Teil mehrfach, alle wich-
gestion und Macht. Wenn die fatalen Konse- achtziger Jahren als Wissenschaftsjournalist tigen Hörspielpreise, darunter das Hörspiel des
quenzen einer allzu leicht zu habenden Trieb- für den Nouvel Observateur tätig und arbei- Jahres 1991 und zweimal den Hörspielpreis
erfüllung vor Augen geführt werden, gewinnt tet heute als freier Autor. Sein Spezialgebiet der Kriegsblinden. Das letzte Geheimnis hat
das Kalkül in unserer von vordergründigen sind Insekten. Werber, in Frankreich überaus er nicht nur deutsch, sondern parallel in ei-
medialen Reizen geprägten Gesellschaft zu- populär, ist bei uns vor allem durch den Ro- ner französischen Fassung produziert, die in
sätzliche Aktualität. man Les Fourmis (Die Ameisen, 1991) bekannt unserem Nachbarland bereits auf CD erschie-
Die Jury würdigt nicht nur die originelle Idee, geworden. L’ultime secret, von Claudia Feld- nen ist. Rüdiger Vogler, der akzentfrei franzö-
sondern auch die intellektuell unterkühlte, mann übersetzt, ist bisher noch nicht auf sisch spricht, spielt in beiden Versionen die
immer dem logischen Fortgang verpflichtete Deutsch erschienen. Hauptrolle.
Umsetzung, nicht nur auf der philosophischen, Horst Tröster
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Actionlastiger Start
SF-Romane, die versuchen, ein komplett auf verschiedenen Handlungsebenen die
neues Universum mit seinen Gesetzen, sei- Helden dieses Romans.
ner Geschichte und seinen Völkern zu be- Venus Tigern ist eine der Romanfiguren:
schreiben, sind üblicherweise mindestens 500 Mit einem verzweifelten Aufstand auf einem
Seiten dick und spielen sich auf drei oder öden Bergwerksplaneten versuchen sie und
mehr Handlungsebenen ab. Mit diesen Ebe- ihre Mitstreiter aus der Gefangenschaft zu
nen kann das »neue« Universum aus verschie- entkommen. Die andere wichtige Romanfigur
denen Blickwinkeln beleuchtet werden, was ist Yakubar Tellim: Der Raumfahrer erlebt sei-
rascher ein komplettes Bild ergibt. Der vorlie- nen siebzigsten Geburtstag mit all den selt-
gende Roman »Altern verboten« von Jo Zybell samen Zeremonien und weiß, dass er eigent-
bietet zwar genau diese drei Handlungs- lich noch gar nicht sterben will. Am Ende des
ebenen, erreicht aber nicht einmal 100 Sei- Romans treffen sich die Lebenswege der
ten. beiden...
Es handelt sich um den ersten Band der Zybells Geschichte ist rasch zusammen-
neuen Reihe »Ren Dhark 5500«, mit welcher gefasst, was nicht überrascht: Letztlich lässt
der durch »Ren Dhark« bekannt gewordenen sich die Länge des Werks mit der eines Heft-
HJB-Verlag ein neues Marktsegment für seine romans vergleichen. Auch die raschen Schnitte
Kundschaft erschließen möchte: die der und die packende Handlung passen zum
actionlastigen und serienunabhängigen Heftroman. Leider braucht der Roman ein
Science Fiction. Jo Zybell ist hierfür kein bisschen, bis er in Gang kommt, weil Zybell
schlechter Kandidat: Mit seinen Romanen zur seine Figuren erst vorstellen muss – vor al-
Bastei-Heftromanserie »Maddrax«, die von den lem aber ab der Hälfte zieht das Geschehen
Fans stark gelobt werden, hat er sich schon an, wird spannender und mitreißender.
seit langem für »größere Aufgaben« empfoh- Mit »Erde 5500« wird die Science Fiction
len. sicher nicht neu erfunden. Wer aber gerne
Der Erstlingsroman der neuen Serie be- Romane über Raumfahrer und Raumlande-
schreibt eine Zukunft, in der sich die Mensch- soldaten liest, die ein wenig den Geist der
heit über viele Planeten in der Milchstraße »alten« SF atmen, wird hier bestens unter-
ausgebreitet hat. Nach einem interstellaren halten. Und das ist nicht das schlechteste!
Krieg hat sich offensichtlich eine militärische Klaus N. Frick
Struktur etabliert, in der eiserne Regeln gel-
ten: Menschen, die sich nicht an die Regeln
halten, werden als Bergbausklaven auf ab-
gelegene Planeten und Monde verbannt. Und Jo Zybell: Altern verboten (Erde 5500
wer älter als siebzig Jahre ist, muss üblicher- – Band 1), Originalausgabe, HJB Ver-
weise sterben. Verständlich, dass sich nicht lag (exklusiv bei: [Link]),
alle Menschen mit einem so umfassenden 94 Seiten
System einverstanden erklären – und das sind
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Stammtische 4
Wetzlar, SF-Stammtisch Wien, SF-Gruppe Wien Würzburg, SF-Stammtisch
jeden 3. Samstag i.M. ab 19 Uhr im Gast- jd. letzten Freitag i. M., 19 Uhr, „Gasthaus jd. 1. Donnerstag i. M., 20 Uhr, „St. Bruno“,
haus „Langgass“, Langgasse in Wetzlar. Möslinger“ Stuwerstrasse 14 (nahe Prater), Brettreicher Straße 4
Info: Thorsten Walch (01 77) 27 95 54 3 1020 Wien; Kontakt: Hermann Urbanek,
eMail: [Link]@chello at Zweibrücken, SF-Stammtisch
Wien, PR/SF-Stammtisch jd. 3. Samstag i. M., 20 Uhr, „Zum Lö-
jd. 1. Freitag i.M., 20 Uhr, „Ebbe und Flut“, Wiesbaden, SF-Stammtisch wen“, Zweibrücken-Ixheim
Kaiserstr. 94 2. Samstag i.M. ab 19 Uhr in der Gaststätte Info: Andreas Schweitzer, Etzelweg 185,
Michael M. Thurner, „Königlich Bayerisches Amstgericht “, 66482 Zweibrücken, Mail:
westernstar@[Link] Gerichtsstr.5. Info: Marcus Mollnar, (06 11) acrus@[Link] Website:
81 20 87 0 strekfcwi@[Link] [Link]
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w w w. t w i l i g h t b o o k s . d e Redaktionsschluss ist
wirklich jeweils der 15. des Vormonats
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