1 Von Arne Tischer und Johannes Gutmann; 16.12.
10; Q12:2d4
2 Die Gesellschaftskritik Bertolt Brechts
3 am Beispiel der Dreigroschenoper
Bertolt Brecht und sein Leben: Die Dreigroschenoper
- Geboren am 10. Februar. 1898 in Augsburg
- Bereits 1914, nach Kriegsbeginn, veröffentlicht er seine „Augsburger Hintergrund:
Kriegsbriefe“ in der „München-Augsburger Abendzeitung“
- Ab 1925 begeistert er sich für die Kommunistische Weltanschauung; - Uraufgeführt 1928 & einer der größten Theatererfolg der Weimarer Republik
gleichzeitig entwickelt er seine Idee zum „Epischen Theater“
- Bearbeitung der Beggar's Opera von John Gay von 1728, nach Brechts Idee des
- Am [Link] 1933 (ein Tag nach dem Reichstagbrand) flieht er nach Prag
epischen Theaters
- Am [Link] 1947 verlässt er die USA Richtung Zürich
- keine durchkomponierte Oper, sondern politisches Theaterstück mit
- Brecht beteiligt sich ab 1949 aktiv an der kulturellen Gestaltung in der DDR Gesangsnummern
- Am 14. August 1956 stirbt Brecht
- Brecht äußert Gesellschaftskritik an der Weimarer Republik
Das Epische Theater
Ziel:
Charaktere:
- Zuseher soll das Stück mit Distanz betrachten
- Reflektion der Handlung - Macheath: (Mackie Messer) Kopf einer Londoner Verbrecherbande
- Brecht will mit dem Theater das Proletariat über seine Möglichkeiten - Jonathan Peachum: „hilft“ Bettlern für Anteile ihrer Einnahmen
informieren → Aufklärung
- Polly Peachum: Tochter von Mr. Peachum, heiratet Mackie Messer
Umsetzung:
- oberster Polizeichef Brown: Jugendfreund von Mackie
- Episches Theater erzählt
- Schauspieler zeigen die Handlungen und sollen sich nicht in die Personen - Lucy: Tochter des Polizeichefs
hineinversetzen
- Spelunken-Jenny: Hure und Ex-Geliebte Macheath
- Verfremdung: Unterbrechung des Ablaufes z.B. durch Kommentare
Handlung
Dritter Akt
Erster Akt - am Krönungstag wird Mackie von einer anderen Geliebten, bei der er
Unterschlupf gesucht hat verraten und soll hingerichtet werden
- Mr. Peachum beklagt schlechtes Geschäft, zudem treibt sich seine Tochter mit
Mackie herum - Brown, als reitender Bote verkleidet, erscheint und befreit Mackie
- Mackie und Polly heiraten in einem Pferdestall - drittes Dreigroschen-Finale: Alle Akteure besingen die Amoralität
- Pollys Vater, der „Bettlerkönig“, beschließt mit ihrer Mutter, den Inhalt: der Ballade „denn wovon lebt der Mensch?“
Schwiegersohn an die Polizei auszuliefern
Brecht kritisiert die Idee von Moral der bürgerlichen Gesellschaft
- erstes Dreigroschen-Finale: Mr. und Mrs. Peachum und Polly singen „Über die
Unsicherheit menschlicher Verhältnisse“ - keine Moral ohne Befriedigung der Existengrundlage
=> „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“
Zweiter Akt =>Kritik der bürgerlichen Schicht an der Moral der Armen ungültig:
- Polly warnt ihren Mann, dieser gibt an, zu fliehen Verbrechen armer Leuten berechtigt, da sie dem Überleben dienen
- Mackie geht anstatt zu fliehen ins Bordell => wird verraten - Zynistische Beantwortung der Leitfrage im Refrain
- Lucy trifft auf Polly => Eifersuchtsszene => Gewissen wirkt laut Brecht nicht immer
- anschließend befreit Lucy Mackie Quellen
- [Link] (14.12.10)
- Peachum ist wütend, droht Brown, den Krönungszug der Königin mit seinen
Bettlern zu stören - [Link] (14.12.10)
- zweites Dreigroschen-Finale: Mackie und Spelunke-Jenny singen die Ballade - [Link] (15.12.10)
„Denn wovon lebt der Mensch?“
- [Link]
- Die Dreigroschenoper, Bertolt Brecht, Suhrkamp 1955