Sockel Kellerwand
Sockel Kellerwand
5.5 Anforderungen
5.5.1 Abdichtung gegen aufsteigende
Feuchtigkeit und Spritzwasser
5.5.2 mechanische Belastung
5.5.3 Verschmutzung
5.5.4 Entwässerung/ Belüftung
5.8 Testfragen
5.9 Literaturhinweise
5.10 Bildnachweis
07
08 EBB 5.1 Definition Keller
Regen
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Gebäudeteile, die ganz oder überwiegend Dampfdiffusion
Baukonstruktion und Baustoffkunde unter der Erdoberfläche liegen, werden
03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
als Keller bezeichnet. Die eingeschränkten
natürlichen Belichtungs- und Belüftungsmög- Spritzwasser
lichkeiten begrenzen die Nutzung der Keller-
räume. Hierzu wird in den Art. 45 und 47 der Sickerwasser
BayBO Stellung genommen [1].
5.2.2 Wasser
Niederschläge, die auf den Boden fallen, laufen
entweder als Oberflächenwasser ab oder ver- Gebäudelasten
sickern. Einen Teil des Sickerwassers hält der
Boden gegen die Schwerkraft als Haftwasser Verkehrslast
fest. Haftwasser umgibt die Bodenteilchen
als mikroskopisch dünne Hüllen (Adsorpti-
onswasser) und füllt das Netz der feineren
Poren im Boden (Kapillarwasser). Je enger der
Kapillarraum, desto größer ist die kapillare
Steigfähigkeit des Wassers im Boden [3]. Die aussteifende
kapillare Steigfähigkeit ist abhängig von der Querwände
Korngröße und den Mischungsverhältnissen
zwischen den Korngrößen (Abb. 5.2.4).
Sickerwasser erreicht vor allem durch das
System der größeren Poren das Grundwasser.
Im Grundwasser sind alle Poren ständig mit
Wasser ausgefüllt. Wird das Versickern durch
wasserundurchlässige Schichten aus bindigem Erddruck
Boden oder Abdichtungen (z.B. Flachdach)
behindert, so bildet sich Stauwasser. Stau-
wasser übt einen hydrostatischen Druck auf
angrenzende Bauteile aus.
Abb. 5.2.2 Statische Belastungen der Kelleraußenwand
Beinahe alle Bauteile, die die Erde berühren
müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Diese Schutzmaßnahmen werden in der DIN
18195 Bauwerksabdichtung geregelt [2]. Druckspannung Fundamentbreite
Die Maßnahmen zum Schutz gegen Wasser
werden danach differenziert, ob das Wasser
einen hydrostatischen Druck auf die Bau-
teile ausübt oder an diesen „abfließt“ [3].
Als nicht drückendes Wasser werden Nieder-
schlags-, und Sickerwasser in tropfbarer, flüs-
siger Form oder Bodenfeuchtigkeit bestehend
aus Haftwasser (Adsorptions- und Kapillar- % der
wasser) bezeichnet. Bodenfeuchtigkeit baut Druckspannung
keinen hydrostatischen Druck auf die Bau-
werksabdichtung auf. Durch Niederschlags- Abb. 5.2.3 Druckverteilung unter dem Fundament
Sickerwasser
und Sickerwasser entsteht nur kurzzeitig ein
geringer hydrostatischer Druck. EBB 07
08
Von drückendem Wasser spricht man, wenn TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
hydrostatischer Druck herrscht. Er entsteht Baukonstruktion und Baustoffkunde
DIN 18195-4
Bauwerksabdichtungen,
Abdichtungen gegen Bodenfeuchte
und nicht stauendes Sickerwasser an
Bodenplatten und Wänden, Bemes-
sung und Ausführung
Kunststoffmodifizierte Bitumen-
dickbeschichtung (KMB)
Kunststoffmodifizierte, ein- oder zwei-
komponentige Masse auf Basis von
Bitumenemulsion. Die gebräuchlichste
Form der vertikalen Abdichtung ge-
gen nicht drückendes Wasser ist die
kalt aufgebrachte bituminöse Dickbe-
schichtung. Sie wird in zwei Arbeits-
gängen mit Trockenschichtdicken von
2-4mm aufgebracht. Ein tragfähiger
Untergrund ist Grundvoraussetzung
für die Dichtheit und die Dauerhaft-
igkeit dieser Abdichtung. Auf Beton
kann die Beschichtung direkt aufge-
tragen werden, wenn dieser eine
ebene und geschlossene Oberfläche
aufweist. Wandflächen aus porigen
Materialien sind mit einem Putz der
Mörtelgruppen PII oder PIII zu ebnen.
Dickbeschichtungen sind leicht zu ver-
arbeiten und lassen sich gut an kom-
plizierte Detailpunkte anarbeiten.
Bitumendichtungsbahnen
werden vollflächig mit 10cm
Stoßüberdeckung ein oder zweilagig
aufgeklebt. Sie sind auch als selbst-
klebende Bitumendichtungsbahnen
(KSK) erhältlich.
Abb. 5.3.2 Zuordnung der Abdichtungsarten nach DIN 18195
Kunststoffdichtungsbahnen
werden in der Horizontalen lose
auf Trennalge verlegt oder mit 5cm
Stoßüberdeckung verklebt. Als ver-
tikale Abdichtung ist ein Verkleben
unumgänglich. Kunststoffdichtungs-
bahnen werden meist 1-lagig verlegt
und sind 1,5-2mm stark.
Zementgebundene
Dichtungsschlämmen
sie bestehen aus Zement, Quarzsand
und anorganischen chemischen Zusät-
zen und wirken als abdichtender Ober-
flächenschutz. Schlämmen werden
mehrlagig als 3-10 mm Schichten
aufgebracht. Zementgebundene
Dichtschlämmen sind starre Abdich-
tungsschichten die reissen können
wenn im Untergrund Bewegungen
auftauchen. Sie eignen sich als Ober-
flächenvergütung, die die Abdichtung
unterstützt z.B. zum Poren verschlie-
Abb. 5.3.3 Aufstreichen einer Bitumendickbeschichtung Abb. 5.3.4 Aufspritzen eines Bitumenanstrichs
ßen bei Konstruktionen aus wasserun-
durchlässigem Beton, aber nicht als
alleinige Abdichtung.
Asphaltmastix
Drückendes Wasser Nicht stauendes Sickerwasser: Wasser das bei stark durchlässi- Asphaltmastix ist ein Gemisch aus
Grundwasser, Schichtenwasser, Hochwasser oder anderes Was- gen Böden ohne Aufstau absickern kann. Wasser das bei wenig Bitumen, Gesteinsmehl und Sand
ser, das einen hydrostatischen Druck ausübt durchlässigen Böden durch dauerhaft funktionierende Dränung mit einem Massenanteil an Bitumen
nach DIN 4095 abgeführt wird von 13 bis 22 % welches im heißen
Zustand als gießfähige Masse einge-
Nicht drückendes Wasser Bodenfeuchte bracht wird. Asphaltmastix unters-
Wasser in tropfbarer flüssiger Form mit geringen hydrostatischem Kapillar im Boden gebundenes Wasser cheidet sich von Gussasphalt durch
Druck (Wassersäule max. 10cm), ausschließlich auf horizontalen die höhere Elastizität und die feinere
oder geneigten Flächen Körnung der Zuschläge. Als horizon-
Zeitweise aufstauende Sickerwasser tale Abdichtung auf der Bodenplatte
Wasser, das sich auf wenig durchlässigen Bodenschichten ohne ist sie mit einer mittleren Schichtdicke
Drainung aufstauen kann. Die Bauwerkssole liegt mindestens von 10mm einzubringen. Eine darauf
30cm über Bemessungs-wasserstand aufgebrachte Schicht aus Gussasphalt
schützt die Abdichtung vor mecha-
Abb. 5.3.5 Im Erdreich auftretendes Wasser nischer Beschädigung.
07
08 EBB Vorgehängte hinterlüftete
Fassadenbekleidung
die Lufteintrittsöffnung der Hinterlüftung muss
gegen das eindringen von Kleintieren und Insek-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
ten durch ein Gewebe oder Metallgitter geschützt
Baukonstruktion und Baustoffkunde werden. In der Hinterlüftung anfallendes Wasser
muss in der Sockelzone abgeführt werden. Die
03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel Fassadenbekleidung kann bis OK Terrain geführt
werden, wenn Spritzwasser, Verschmutzung und
mechanische Belastungen die Verkleidung nicht
Traufstreifen schädigen.
als Spritzwasserschutz
grober Kies, Korngruppe 32/63
Horizontale Abdichtung
An der unregelmäßigen Oberfläche
im Mauerwerksbau
wird das auftreffende Wasser in unter-
in Außen- und Innenwänden ist mindestens eine
schiedliche Richtungen reflektiert
horizontale Abdichtung vorzusehen
Bitumen- oder Kunststoffbahnen unter der
Vertikale Abdichtung über OKG ersten Steinlage verhindert das kapillare
nach DIN 18195-9 ist die Abdichtung Aufsteigen von Feuchtigkeit in der Wand.
im Regelfall 30cm über die Gelän- Feuchtigkeit kann während der Bauzeit und
deoberfläche zu führen. Im fertigen beim Versagen der vertikalen Abdichtung der
Zustand dürfen 15cm nicht unter- Sockelzone auftreten.
schritten werden
min. 30/15 cm
Sockel Verkleidung
aus gekantetem Blech (Aluminium,
Edelstahl, Titanzink) als Anprall- und
Spritzwasserschutz
Gleitlager
gesandete Bitumenbahn
Frosttiefe min. 80 cm
Vertikale Abdichtung
der Kelleraußenwand
als Anstrich: kunststoffmodifizierte
Dickbeschichtung, zementgebundene
Dichtschlämme
als Bahnen: Kunststoff, Elastomer Horizontale Abdichtung
oder Bitumen im Mauerwerksbau
Die Abdichtung ist min. 10cm unter zusätzliche Abdichtung in der Lagerfuge der Mau-
die OK Bodenplatte zu führen erwerks über FFB Keller. Im Fall das Wasser auf dem
Boden des Kellers steht wird verhindert, daß die
Wärmedämmung gesamte Wand durch die kapillare Steigkraft des
Perimeterdämmung Wassers durchfeuchtet.
aus feuchteresistenten Material wie
extrudiertem Polystyrol, Schaumglas
Dimensionierung nach EnEV,
Energieeinsparverordnung
bis 30 cm über OKG
horizontale Abdichtung
der Bodenplatte
auf der Bodenplatte
als Bahnen: Kunststoff oder Bitumen
min.10cm
Schutzlage
beim Verfüllen des Aushubs,
Noppenbahn
min.50 cm Arbeitsraum
Abb. 5.3.6 Abdichtung gegen Bodenfeuchte und nichtstauendes Wasser an Kelleraußenwand, -Bodenplatte und Sockel
durch einen mindestens 5 cm starken Schutz-
estrich oder durch den weiteren Fußboden- EBB 07
08
aufbau sicher gestellt werden. TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde
Drainage
03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
Als Drainage wird die Entwässerung vom Bau-
grund durch ein System von Sickerleitungen
oder Filtern bezeichnet, die das Wasser gezielt
vom Gebäude ableiten. Drainagen vermeiden
das Entstehen von hydrostatischem Druck auf Ringdrainage entlang der Kelleraußenwand
erdberührende Bauteile. Drainagen werden
vorgesehen, wenn durch schwach wasser-
durchlässige oder bindige Bodenschichten
mit zeitweise aufstauendem Wasser zu rech-
nen ist. An Gebäudeteilen, die in permanent
stehendem Wasser, z. B. Grundwasser oder
Stauwasser errichtet werden, müssen hinge-
gen Abdichtungen gegen drückendes Wasser
ausgeführt werden (siehe 5.3.3 Abdichtung
gegen drückendes Wasser). Das in Draina- Flächendrainage unter der Bodenplatte
gen gesammelte Wasser kann in den Regen- Abb. 5.3.7 Drainagen
[5] DIN 4095 Drainung zum Schutz
wasserkanal eingeleitet oder über einen baulicher Anlagen
In der DIN wird die Regelausführung
Sickerschacht in darunter liegende wasser- von Flächen und Ringdrainagen be-
durchlässige Schichten ins Grundwasser ver- schrieben. Diese darf angewandt
werden, wenn die definierten Richt-
sickert werden. werte (Gelände, Auflast, Einbautiefe,
Gebäudehöhe u.s.w.) für Wände,
Decken und Bodenplatten einge-
Es ist zwischen Ringdrainagen und Flächend- halten werden. Für die Planung einer
rainagen zu unterscheiden [5], (Abb. 5.3.7). Drainage sind Untersuchungen zum
Einzugsgebiet, dem Baugrund, der
Ringdrainagen, ein System aus perforierten Wasserzusammensetzung, -ableitung
Rohrleitungen (Wassereintrittsfläche min. und –menge und dem Grundwasser-
stand notwendig.
20cm²/m) werden entlang der Außenfunda-
mente mit einem Gefälle von min. 0,5% ver-
legt. Die Unterkante der Drainleitungen soll
[6] Materialien Drainage
an jeder Stelle mindestens 20 cm unter OK
Bodenplatte und nicht unterhalb der Funda- Vertikale Drainage
vor Außenwänden
ment Unterkante liegenum sicher zu stellen, - Sickerplatten aus bituminierten
daß das Fundament nicht unterspült wird. Polystyrolkügelchen (d=ca. 6,5cm)
mit Filterflies
Wird die Drainage um Gebäudeecken geführt, - Noppenbahnen
sollte an den Ecken ein Revisionsschacht ein- Abb. 5.3.8 Ringdrainage mit Revisionsschacht - Wasserdurchlässige Betonlangloch-
steine
geplant werden, um Verstopfungen leicht - Kiessand Körnung 0/8mm,
beseitigen zu können. Drainageleitungen Breite min. 50cm (DIN 1045)
- Kies Körnung 8/16,
haben einen Durchmesser von min. 10 cm Breite min. 15cm mit Geotextil
und sind heute gebräuchlicherweise aus
Horizontale Drainage
Kunststoff und mit einem Filterflies geschützt. unter Bodenplatten
Aus den rundum perforierten Leitungen kann - Kies Körnung 8/16, d=15cm
mit untenliegendem Geotextil
Wasser auch nach unten entweichen. Ein Teil - Flächendrainschicht Körnung 4/16,
des Wassers kann so direkt in das verdichtete min. 10cm und Filterschicht
Körnung 0/4 min. 10cm
Kiesbett, auf dem die Rohre verlegt sind, ver-
sickern. Es sind auch Rohre mit nach unten Drainschicht um Drainleitungen
- Kies Körnung 8/16, d=10cm
geschlossenen Querschnitten erhältlich, die mit Geotextil
in einer Magerbetonschicht verlegt werden - Sickerschicht Körnung 4/16,
min.15cm und Filterschicht
(Abb. 5.3.11). Körnung 0/4, min.10cm
Um sicherzustellen, dass anfallendes Wasser Abb. 5.3.9 Draindämmung mit Filterflies [7]
[7] Draindämmung
rasch von den Drainleitungen aufgenom- (auch Perimeterdämmung)
men und abgeleitet werden kann, sind bei Die Draindämmung fasst zwei Funk-
tionen in einem Bauteil zusammen.
der Verfüllung der Baugruben Sicker- oder Sie übernimmt die Dämmung des
Drainschichten vor den Kelleraußenwänden Kellers und gleichzeitig die Ableitung
des Wassers nach unten. Sie kommt
einzubringen. Diese werden mit Filterflie- nur bei Kellern mit hochwertiger Nut-
sen (Geotextil) oder Filterschichten (Kiessand zung zum Einsatz. Draindämmung
besteht zum Beispiel aus extrudiertem
0/8mm) vor dem Einschwämmen von Klein- Polystyrol, deren Dämmwirkung auch
teilen, die die Sickeröffnungen verschließen in feuchter Umgebung erhalten bleibt.
Sie besitzt zusätzlich vertikale Rillen
würden, geschützt. Filterschichten werden bis auf der dem Erdreich zugewandten
20 cm unterhalb des Geländes hochgeführt. Seite, in denen das Wasser nach unten
ablaufen kann. Der einfachen Verar-
Im Sockelbereich eingebrachter gewaschener beitung halber wird diese Dämmung
Kies schützt auch die Drainplatten gegen auf der gerillten Seite vom Hersteller
direkt mit einem Filtervlies kaschiert,
Kleinteile. Die vertikale Wasserableitung ent- so dass das Vlies, die Drainung und
lang der Kelleraußenwand wird durch Kies- Abb. 5.3.10 Noppenbahn die Dämmung in einem Arbeitsgang
verlegt werden können (Abb.3.5.9).
10 07
08 EBB packungen oder durch vor den Wänden lose
aufgestellten, durch den Erddruck gehaltenen
als weiße Wanne bezeichneten Abdichtung
werden Kelleraußenwände und Bodenplatte
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso Drainelemente oder Noppenbahnen sicher- aus WU-Beton erstellt. Schwarze Wannen
Baukonstruktion und Baustoffkunde gestellt (Abb. 5.3.10). Die Drainleitungen sind Gebäudeabdichtungen gegen drücken-
03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
selbst werden zusätzlich mit einer Kies- oder des Wasser mit Schutzschichten aus bitumen-
Sickerpackung umhüllt [6], (Abb. 5.3.8, Abb. haltigen Baustoffen oder Kunststoffen. Die
5.3.11). Abdichtungen der schwarzen Wanne kommen
[8] DIN 18195-6
Bauwerksabdichtungen,
nicht mit dem Erdreich in Berührung, da sie
Abdichtungen gegen von außen Flächendrainagen liegen unterhalb der durch zusätzliche bauliche Maßnahmen wie
drückendes Wasser und aufstauendes
Sickerwasser, Bemessung und Aus-
Bodenplatte und verhindern bei stark wasser- z.B. Noppenbahnen oder Wärmedämmungen
führung belasteten Böden eine Durchfeuchtung der geschützt werden.
[9] DIN 1045
Bodenplatte. Flächendrainagen werden nach Braune Wannen sind wie schwarze Wannen
Tragwerke aus Beton, Stahlbeton ihrer Einzugsfläche < 200m² und > 200m² nach der Farbe des abdichtenden Materi-
und Spannbeton
kategorisiert. Bei Flächen < 200m² reicht eine als benannt. Als Dichtmaterial wird Bentonit
Drainschicht aus, die durch nach außen abfal- eingesetzt. Bentonit, ein natürlich vorkom-
lende, in die Fundamente eingelegte Rohre mender Ton, quillt bei Berührung mit Wasser
(min. DN50) in die Ringdrainage entwässert auf und dichtet sich somit selbst ab.
wird (siehe Abb. 5.3.12). Wichtige Auswahlkriterien sind neben der zu
Bei Flächen > 200m² wird über im Gefälle in erwartenden Wasserbeanspruchung die Platz-
der Kiespackung verlegte Drainrohre entwäs- verhältnisse auf dem Baugrund, die Bauwerks-
Ton mit offenen Stößen
sert (Abb. 5.3.7). form und die zu erwartenden „Bewegungen“
der Konstruktion (Temperatur, Schwinden,
5.3.3 Abdichtungen gegen drückendes Setzen, Erschütterungen) (Abb. 5.3.13).
Wasser
Abdichtungen gegen drückendes Wasser weiße Wanne
Steinzeug gelocht oder geschlitzt halten hydrostatischem Druck von Stauwas- Bei weißen Wanne sind Kelleraußenwände
ser oder Grundwasser stand. Sie sind ähnlich und Bodenplatte aus WU-Beton dichtende
einem Schiffsrumpf wasserdicht und werden und tragende Elemente zugleich. Weiße
als Wannen bezeichnet. Wannen stellen Wannen sind die heute am häufigsten einge-
hohe technische Anforderung an Material setzte Abdichtung gegen drückende Wasser.
und Ausführung. Bei nichtbindigen Böden In der Regel wird auf der Sauberkeitsschicht
Kunststoff geschlitzt
sind die Abdichtungen bis min. 30cm über eine Bodenplatte als Plattenfundament vorge-
den höchsten Grundwasserstand zu führen, sehen. WU-Beton werden Zusatzmittel beige-
bei bindigen Böden bis min. 30cm über die mischt, die den Kapillarporenraum verkleinern
Geländeoberkante. Überhalb dieser Marken und das Eindringen von Wasser in den Beton
sind die Abdichtungen gegen drückendes verhindern. Der Rissbildung durch Schwinden
Wasser an die Abdichtungen gegen Boden- wird durch einen erhöhten Bewehrungsan-
Kunststoff Kastenprofile feuchte und nicht drückendes Wasser anzu- teil und der Unterteilung in kürzere auf die
Abb. 5.3.11 Drainrohre schließen [8]. statischen Erfordernisse abgestimmte Beto-
Drei Wannentypen sind gebräuchlich: Bei der nierabschnitte (ca. 6m) entgegengewirkt.
Verfüllung Baugrube
Weiße Wanne
Filterflies
Kiespackung
außenkante Baugrube,
gewachsener Boden
min. 20 cm
betrieb) Riss gefährdet ist. Ist mit Rissbildung TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
durch Erschütterung zu rechnen, ist die Weiße Baukonstruktion und Baustoffkunde
Wasserdruck
raum innenseitig 03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
Mit besonderer Aufmerksamkeit müssen alle der dem Wasser-
Fugen, d.h., Gebäudedehnfugen und Beto- druck ausgesetz-
ten Abdichtung,
nierabschnittsfugen z.B Bodenplatte/Kel- kann diese reißen
leraußenwände, geplant werden. Einfache
Baukörperformen begrenzen den Fugenanteil
und vereinfachen die Geometrie der Fugen-
ausbildung. In die Fugen werden Fugenbän-
der eingelegt die an den Stößen und Ecken Abb. 5.3.15 Von Innen geklebte Abdichtung
miteinander zu einer durchlaufenden Dich-
tung verbunden werden [10] (Abb. 5.3.17).
ben würde (Abb. 5.3.15). Steht ausreichend [10] Fugenbänder
Als Dichtungsbänder für Fugen kom-
schwarze Wanne Arbeitsraum zur Verfügung wird auf der Kel- men labyrinthartige Kautschuk Profile,
Die Abdichtungen der schwarzen Wannen leraußenwand abgedichtet und anschließend Blecheinlagen, Quellprofile und Ver-
pressschläuche in Frage. Kautschuk-
müssen dem Erddruck standhalten. Sie über- die Schutzkonstruktion aufgestellt. In beiden profile müssen an den Stößen anvul-
nehmen im Gegensatz zur weißen Wanne Fällen bedarf der Anschluss der vertikalen kanisiert werden. Eckverbindungen
werden auf Gehrung gearbeitet.
jedoch keine lastabtragenden Aufgaben. Die Abdichtung an die unter der Bodenplatte lie- Blecheinlagen müssen an den Stößen
Abdichtungsebene (schwarze Wanne) liegt genden horizontalen Abdichtung besonderer verschweißt werden. Eine Überlap-
pung der Bleche ist nicht ausreichend.
außerhalb der tragenden Konstruktion unter- Sorgfalt (Abb. 5.3.14, Abb. 5.3.16). Sie erfolgt Quellprofile und Verpressschläuche
halb des Plattenfundaments und außenseitig durch Ausrundung der Ecke oder einen rück- bestehen aus Bentonit oder Kunststof-
fen und werden in dafür vorgesehene
der Kelleraußenwände. Die schwarze Wanne läufigen Stoß. Schwarze Wannen werde aus Aussparungen eingelegt (Abb. 3.5.21)
ist vor Beschädigung durch eine Vormauerung ein- oder mehrlagigen Bitumen- Bitumen-
(Außenwände) oder eine Schutzschicht aus schweiß-, Kunststoff- oder Elastomerbahnen
Magerbeton (Bodenplatte) geschützt. Es gibt erstellt.
zwei Varianten für die Lage der Abdichtung
vor den Kelleraußenwänden. In Abhängig- 5.3.4 Dämmung
keit von dem möglichen Arbeitsraum in der Die Dämmung der Kelleraußenwand und
Baugrube wird die eine oder andere Variante der Bodenplatte dient der Minimierung des
ausgeführt. Ist der Arbeitsraum begrenzt wird Wärmeverlustes der Innenräume des Kellers
zuerst die schützende Vormauerung erstellt gegenüber dem anstehenden Erdreich. Eine
und diese dann - bevor die Kelleraußenwand Dämmung des Kellers ist nur nötig, wenn die
errichtet wird - von innen abgedichtet. In Kellerräume beheizt werden. Ist der Keller
diesem Fall ist sicherzustellen, dass zwischen unbeheizt muss die Geschossdecke zwischen
Abdichtung und Kelleraußenwand kein Luft- unbeheizten und beheizten Räumen gedämmt
einschluss verbleibt, da die vom Wasserdruck werden (Abb. 5.2.5). Neben dem energiespa-
belastete Abdichtung an dieser Stelle nachge- renden Wärmeschutz trägt die Dämmung zu Fugenbänder
Abb. 5.3.14 Außen aufgeklebte Abdichtung Abb. 5.3.16 Innen aufgeklebte Abdichtung Abb. 5.3.17 Weiße Wanne
12 07
08 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso beheizt beheizt beheizt
Baukonstruktion und Baustoffkunde
Sauberkeitsschicht:
> 5cm aus Beton > B10
Sohlenplatte:
>25cm aus Beton > B25
Wände:
> 30cm aus Beton > B25
Wasserundurchlässiger Beton:
(WU - Beton) beheizt beheizt beheizt
Nach DIN 1045-2 wird WU Beton als
„Beton mit hohem Wassereindring-
widerstand“ bezeichnet. Die Was-
sereindringtiefe darf 60 mm nicht
überschreiten. Um diese Dichtheit zu
erreichen muss der Kapillarporenraum
kleiner als 20 Volumenprozent sein.
Dies wird bei einem Wasserzement- unbeheizt unbeheizt unbeheizt
wert <= 0,5 erreicht. WU-Beton ver-
hindert das Eindringen von flüssigem
Wasser, nicht aber das Eindringen von
Wasserdampf. Deshalb muss dafür
Sorge getragen werden, dass eindif-
fundierende Feuchtigkeit abgelüftet
wird.
[12] DIN 4108-2 einem hygienischen Raumklima bei. An den Kellerwände werden vorzugsweise außen
Wärmeschutz und Energieeinspa-
rung in Gebäuden, Innenoberflächen der gedämmten Bauteile gedämmt, da innen liegende Dämmungen
Teil 2 Mindestanforderungen an den kommt es bei ausreichender Beheizung und bauphysikalisch problematisch sind (siehe
Wärmeschutz
Mindestwerte für Wärmedurchlass- Lüftung weder zu Tauwasserausfall noch zu 04.2 Ausbau Innenbekleidungen). Die Däm-
widerstand (R) von Bauteilen die an Schimmelpilzbildung. mung der Bodenplatte kann auf (üblich) oder
Erdreich angrenzen:
Kelleraußenwände 1,2 m² K/W Die Dicke der Wärmedämmung richtet sich unter (teuer, besser) der Bodenplatte erfol-
Kellerdecken 0,9 m² K/W u.A. nach den aktuellen Vorschriften (EnEv, gen.
[13] Kennwerte Wärmeschutzverordnung) und wird ergän-
zend in der jeweils aktuellen Ausgabe der DIN Dämmungen außenseitig der Abdichtung
Wärmeleitfähigkeit λ:
gibt an welche Wärmemenge in Watt 4108 geregelt [12] [13]. Da die Anforderungen werden als Perimeterdämmung bezeichnet
stündlich durch einen Quadratme- an den Wärmeschutz und Energiepreise in [7]. Sie halten dem Erddruck stand und behal-
ter einer 1 Meter dicken Stoffschicht
geleitet wird, wenn beide Oberflächen Zukunft steigen, sollten Wärmedämmungen ten ihre Dämmeigenschaften auch im feuch-
einen Temperaturunterschied von ei- großzügig bemessen werde. Die Temperatur- ten Milieu und über die gesamte Lebensdauer
nem Grad Celsius aufweisen. W/Km
schwankungen innerhalb des Erdreichs sind des Gebäudes. Daher eignen sich Platten aus
Wärmedurchlasswiderstand: geringer als über Terrain, daher können für extrudiertem Polystyrol (XPS) oder Schaumglas
R= d/λ , m²K/W
Kelleraußenwände Konstruktionen mit einem am besten. Perimeterdämmungen werden auf
Wärmedurchgangskoeffizient: schlechteren U-Wert als der der über Terrain die Abdichtung geklebt. Auf keinen Fall darf
U-Wert, W/K∙m²
liegenden Außenwand gewählt werden. In die Abdichtung durch mechanische Befesti-
der Regel sind U-Werte um die 0,3 W/m²K für gungen unterbrochen werden. Die Verkle-
erdberührte Bauteile ausreichend. Bei beto- bung ist eine Montagehilfe bis zum Verfüllen
nierten Tragkonstruktionen werden diese mit des Erdreiches (Abb.5.3.20, Abb. 5.3.21).
Dämmstärken von 12cm bei einer Wärmeleit- Jede im Erdreich eingesetzte Dämmung ist
gruppe (WLG) von 35-40 erreicht. dem Erddruck ausgesetzt. Es gibt jedoch auch
Abb. 5.3.18 Mauerfußdämmung Abb. 5.3.20 Perimeterdämmung unter der Kellerbodenplatte Abb. 5.3.21 Perimeterdämmung der Kelleraußenwand
Dämmplatten, die sich unter lastabtragenden
Bauteilen einsetzen lassen. Das kann zum EBB 07
08
13
einen unter einer Bodenplatte der Fall sein, TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
aber auch unter Einzel- oder Streifenfunda- Baukonstruktion und Baustoffkunde
menten. Entscheidend ist die Bodenpressung, 03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
die das Fundament auf die Dämmung und
anschließend auf den Boden abgibt. Dauernd
druckbeanspruchte Wärmedämmungen aus
extrudiertem Polystyrol können bis zu 0,24
N/mm² und aus Schaumglas 0,48 N/mm² auf-
nehmen.
Am Mauerfuss werden bei hohen technischen
Anforderungen wärmedämmende Mauer-
steine eingesetzt. So kann eine umlaufende
Wärmedämmebene erstellt werden (Abb.
5.3.19, Abb. 5.3.18).
5.5 Anforderungen
Abdichtungen empfohlen. Die erste waag- dert das Verlegen einer waagrechten Abdich- TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
rechte Abdichtung erfolgt unterhalb der tung. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit können Baukonstruktion und Baustoffkunde
ersten Ziegellage direkt auf der Bodenplatte. Fugenbänder eingelegt oder die Konstruk- 03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
Sie kann Teil Abdichtung der gesamten tion in wasserundurchlässigem Beton aus-
Bodenplatte sein oder an diese angeschlossen geführt werden (siehe 5.3.3 Abdichtungen
werden. Diese erste waagrechte Abdichtung gegen drückendes Wasser). Kiespackungen,
ist auch unter den Innenwänden, die auf Drainplatten und/oder Flächen- und Ringdrai-
der Bodenplatte stehen, anzuordnen. Eine nagen können als Feuchteschutz unterhalb
zweite waagrechte Abdichtung, die in ca. 30 des Terrains geplant werden. Die Spritzwas-
cm über Gelände in die Lagerfuge eingelegt serbelastung wird durch Traufstreifen und
wird, verhindert das kapillare Aufsteigen von Rinnen entschärft. Welche Maßnahmen
Feuchtigkeit falls die erste unter dem Wand- gegen Feuchtigkeit notwendig werden, muss
fuß eingelegte horizontale Abdichtung und in Betrachtung aller Randbedingungen (Nut-
die außen liegende vertikale Abdichtung zung, Feuchtigkeit, Sockelhöhe, Material) von
versagen (Abb. 5.6.2). Die außen liegende Fall zu Fall entschieden werden.
vertikale Abdichtung soll mindestens bis auf
Putz
Werden Außenwände verputzt so ist in der
Sockelzone auf die Stossfestigkeit, Feuchte-
resistenz und Frostbeständigkeit des Putzes
zu achten. Geometrisch kann die verputzte
Sockelzone hinter dem darüber liegenden mit
eine Putzschiene abgeschlossenen Außen-
wandputz zurückspringen oder bündig an
diesen anschließen. Ein nach Außen stehender
Sockelputz würde durch das an der Fassade
Abb.5.6.1 1+2’te horizontale Abdichtung Mauerwerkswand ablaufende Wasser zusätzlicher Feuchte- und
Schmutzbelastung ausgesetzt und möglicher-
diese Höhe hochgezogen werden. Als Mate- weise könnte Wasser an der Materialfuge
rial eigenen sich Bahnen aus Bitumen oder hinter die Putzebene gelangen. Im Sprach-
Kunststoff. Diese werden Stoss überlappend gebrauch wird der Sockelputz auch oft als
lose verlegt. Sperrputz bezeichnet wobei dieser Begriff
nicht in der DIN 18550 verwendet wird. Die
Beton DIN beschreibt Anforderungen an den Sockel-
Bei betonierten Außenwänden können die außenputz.
Anforderung der DIN an die vertikale Abdich- Unter den Putzen mit mineralischen Binde-
tung 30cm über Terrain im Sockelbereich mitteln eignet sich reiner Zementputz der
erfüllt werden. Anders stellt sich die Situa- Mörtelgruppe PIII. Auch mit organischen
tion der waagrechten Abdichtung unterhalb Bindemitteln gebundene Kunstharzputze
von Wänden dar. Die Bewehrung der Wände werden im Sockelbereich aufgebracht [16]
wird mit der, nach der Betonage aus der (Abb. 3.5.29).
Zementputz
Zement ist ein hydraulisches Bindemit-
tel aus Kalkstein und Ton, Kalkmergel
oder Hochofenschlacke und härtet
auch unter Wasser aus. Als Zuschlag-
stoff wird Sand zugegeben. Zement-
putz ist feuchteresistent, jedoch riss-
anfällig. Daher ist er nur auf festen
Unterkonstruktionen einzusetzen.
Seine Dichtheit kann durch die Zugabe
von Additiven erhöht werden.
Kunstharzputz
Bei Kunstharzputzen werden or-
ganische Bindemittel wie Polymer-
dispersionen oder Lösungen für das
Erhärten des Materials eingesetzt. Als
Zuschlagsstoffe eignen sich miner-
alische und organische Stoffe. Kunst-
harzputz kennzeichnet sich durch
Feuchteresistenz und hohe Elastizität
Abb. 5.6.2 vorgelegte Entwässerungsrinne Abb.5.6.3 abgesenkter Traufstreifen aus.
16 07
08 EBB Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Wird die gemauerte oder betonierte Trag-
Tragenden Wand bzw. auf der Wärmedäm-
mung ca. 30 cm nach oben geführt. Reicht
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso konstruktion mit einem Wärmedämm- das verblendende Mauerwerk bis in die
Baukonstruktion und Baustoffkunde verbundsystem bekleidet, so sind alle Spritzwasserzone des Sockels hinunter oder
03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
Konstruktionsschichten (also Wärmedäm- bis ins Erdreich hinein, muss auch das Auf-
mung, Armierung und Oberputz) die mit steigen von Wasser in den Kapillarporen des
Bodenfeuchtigkeit in Berührung kommen mineralischen Baustoffs verhindert werden.
oder in der Spritzwasserzone des Sockels ver- Hierzu werden horizontale Sperrenschichten
legt werden, Feuchte resistent auszuführen. in die Mauerwerksfugen oberhalb der Spritz-
Hersteller von WDVS empfehlen den Wech- wasserzone eingelegt (Abb. 5.6.6).
sel zwischen feuchteresistenter und nicht
feuchteresitenter Wärmedämmung 50 cm Vorgehängte hinterlüftete
über Oberkante Terrain. Der Sockelputz und Fassadenbekleidungen
der Kleber für die Perimeterdämmung eines Eine vorgehängte und hinterlüftete Kons-
WDVS wird mit Zusatzmitteln für den Feuch- truktion benötigt an der Bekleidungsunter-
teschutz im Sockelbereich tauglich gemacht. kante kein Auflager. Ihre Eigenlasten werden
Wärmedämmverbundsysteme sind als kom- vollständig über die Unterkonstruktion
plettes Produkt durch eine allgemeine bau- abgetragen. Durch Lüftungs- und Entwässer-
aufsichtliche Zulassung anerkannt. Bei der ungsöffnungen können Insekten oder Klein-
Anwendung eines solchen Systems sind tiere hinter die Fassadenbekleidung gelangen
immer die Angaben zur Verarbeitung des und die Wärmedämmung schädigen. Daher
Herstellers zu beachten und nur Zubehörteile sind die Öffnungen im Sockelbereich mit Loch-
und Systemkomponenten eines Systems zu blechen oder Gittern zu versehen. Der gefor-
verarbeiten. derte Hinterlüftungsquerschnitt muss trotz
der Schutzmaßnahmen erreicht werden.
5.6.2 mehrschalige Wand Bei Fassadenbekleidungen aus Holz oder
Mehrschalige Wandkonstruktionen bestehen Holzwerkstoffen kommt dem konstrukti-
aus einer tragenden Wandkonstruktion und ven Holzschutz in der Sockelzone besondere
einer diese bekleidenden Wetterschutzschale. Bedeutung zu. Konstruktiver Holzschutz ver-
Die Eigen- und Windlasten leichter Außen- meidet das dauerhafte Einwirken von Feuch-
schalen werden über Unterkonstruktionen tigkeit und stellt regelmäßiges Aus- bzw.
in die tragende Wand übertragen. Schwere abtrocknen der Bauteile sicher.
Außenschalen tragen ihre Eigenlasten von Werden vorgehängte Fassadenbekleidungen
einem Auflager zum nächsten Auflager selbst bis zum Terrain hinabgeführt ist mit einer sich
ab. So sind dann oft im Sockelbereich die aus abzeichnenden Alterung in der Sockelzone
der Eigenlast resultierenden Vertikallasten im Vergleich zu der restlichen Fassadenbe-
abzufangen und ins Gebäudetragwerk über- kleidung zu rechnen. Ist das Fassadenraster
zuleiten. Windlasten werden über Anker an so aufgeteilt, dass sich die Sockelbekleidung
die Tragkonstruktion weitergeleitet. separat austauschen lässt wird die Instandhal-
Im Sockelbereich sind bei allen mehrschaligen tung des Sockels erleichtert (Abb. 5.6.4).
Wandkonstruktionen Zuluft- und Entwässe-
rungsöffnungen vorzusehen. Die Prinzipien
des das Wasser nach außen leitenden Gefälles
und der gefalzten Fuge (Schikane) verhindern
das Eindringen von Wasser hinter die Fassa-
denbekleidung.
zweischaliges Mauerwerk
Bei zweischaligem Mauerwerk wird die Außen-
bekleidung aus einem zu vermauernden Stein
erstellt. Diese schwere Außenschale kann
aus Klinker, Kalksand-, Beton- oder auch
30 cm
a.) zweischaliges Mauerwerk, b.) zweischaliges Mauerwerk, Lastabtragung der Vorsatzschale über
Lastabtragung der Vorsatzschale direkt auf die Kelleraußenwand vorgehängtem Stahlwinkel auf Kelleraußenwand
c.) zweischaliges Mauerwerk, Lastabtragung der Vorsatzschale über d.) zweischaliges Mauerwerk, Lastabtragung der Vorsatzschale über
druckfeste Dämmung auf die Kelleraußenwand Stahlkonsole auf Kelleraußenwand
e.) zweischaliges Mauerwerk, Lastabtragung der Vorsatzschale über f.) Holzständerbau mit vorgemauerter Klinkerwand ,
Stahlwinkel auf die EG- Außenwand, Sockel aus Betonfertigteil Lastabtragung der Vorsatzschale auf Fundament
Luft
Wasser
Abdichtung
Haustür
Niveaugleicher Anschluss Durch die Haustüre wird ein Gebäude betre-
Abb. 5.7.1 ten. In vielen Fällen übernimmt die Haustüre
Abdichtung Sockel Türanschluss
nach DIN 18195, Beiblatt 1
repräsentative Aufgaben. Bei einem stufen-
losen Zugang kann keine Anschlags- oder
[18] DIN 18195-9 Falzdichtung an der Unterkante der Tür aus-
Bauwerksabdichtungen, Teil 9:
Durchdringungen, Übergänge,
geführt werden. Damit anfallendes Wasser
An- und Abschlüsse nicht ungehindert ins Gebäudeinnere gelangt,
5.4.4 Anordnung der Abdichtung bei
Türschwellen
werden Absenkdichtungen ins Türblatt inte-
Sind die unter 5.4.2 und 5.4.3 griert (siehe 04.3 Ausbau, Trennwände ·
genannten Aufkanthöhen im Einzelfall
nicht herstellbar (z.B. bei behinder-
Türen, 3.5.4 Dichtung). Wird eine kleine
tengerechten Hauseingängen, Ter- durch den Anschlag entstehende Stufe von
rassentüren, Balkon- oder Dachter-
rassentüren), so sind dort besondere
1-2 cm in Kauf genommen kann eine Tür mit
Maßnahmen gegen das Eindringen umlaufender Falzdichtung eingesetzt werden
von Wasser oder das Hinterlaufen
der Abdichtung einzuplanen. So sind
(Abb. 5.7.4).
z.B. Türschwellen und Türpfosten Im Schwellenbereich von Haustüren ist im
von der Abdichtung zu hinterfahren
oder an ihrer Außenoberfläche so zu
Gegensatz zu Fenstertüren in der Regel eine
gestalten, dass die Abdichtung z. B. Wärmebrücke nicht zu vermeiden. Anschlags-
mit Klemmprofilen wasserdicht ang-
eschlossen werden kann.
winkel, durchlaufender Bodenbelag oder
Schwellenanschlüsse mit geringer oder Absenkdichtungen mit Ihren in den Boden-
ohne Aufkantung sind zusätzlich z.B.
durch ausreichend große Vordächer,
belag integrierten Auflaufschienen sind Bau- Abb. 5.7.2 Eingang DHH, München 2001, Andreas Meck
Fassadenrücksprünge und/oder un- teile die zwischen Innen- und Außenraum
mittelbar entwässerten Rinnen mit
Gitterrost vor starker Wasserbelastung
liegen und Wärme ableiten (Abb. 5.7.2, Abb.
zu schützen. Das Oberflächengefälle 5.7.3).
sollte nicht zur Tür gerichtet sein.
Falzdichtung
Die ins Türblatt integrierte
umlaufende Falzdichtung schlägt
aus einen aus Winkelprofilen
hergestellten Anschlag an. Es
entsteht eine 1-2cm Stufe.
Durch den Wetterschenkel am
Türblatt, den vorgelagerten
Gitterrost und das unter dem
Rost mit Außengefälle verlegte
Abdeckblech wird verhindert, daß
Wasser den Türanschlag belastet.
Traufstreifen
als Spritzwasserschutz
grober Kies, Korngruppe 32/63
An der unregelmäßigen Oberfläche wird das
auftreffende Wasser in unterschiedliche Rich-
tungen reflektiert
Perimeterdämmung
Abdichtung
reich eine Abdichtungs-Folie eingelegt? den? TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
a Sie dient als Gleitlager. a keine Baukonstruktion und Baustoffkunde
b Sie dient als Dichtung gegen drück- b Anlage eines Grabens um das Ge- 03.5 Hülle • Kellerwand • Sockel
endes Wasser. bäude in dem der Sockelbereich liegt.
c Sie dient als Dichtung gegen nicht c Verzicht auf den Sockelbereich und
drückendes Wasser. Weiterführung der Fassade bis Ober-
d Um das Aufsteigen von Feuchtigkeit kante Terrain.
in der Mauerwerkswand zu ver- d Aufschüttung des Geländes bis zur
hindern. Unterkante der aufgehenden Fassade.
14. Welche Eigenschaft muß ein Drainagerohr 20. Welchen Vorteil hat es ein Gebäude aufzu-
haben? ständern?
a Das Rohr muß aus Kunststoff sein. a Die Wärmedämmung des Innenrau-
b Das Rohr darf keine Öffnungen auf- mes ist gegen die Außenluft geringer
weisen. zu bemessen als gegen Erdreich.
c Das Rohr muß flexibel sein. b Die Bodenplatte muß nicht gedämmt
d Das Rohr muß rundherum mit kleinen werden.
Öffnungen versehen sein. c keinen
d Zur Unterbindung des Eindringens
15. Welch Maßnahme muss getroffen werden von Bodenfeuchtigkeit in das Bau-
um wasserundurchlässigem Beton herzu- werk.
stellen?
a Jeder beliebige Beton ist wasserun- 21. Warum werden Kiesschichten ohne Sand-
durchlässig. beimengungen als kapillarbrechende
b Maximalstärke der Wand 20 cm Schicht bezeichnet?
c Beton ohne jegliche chemische Zu- a Weil sich das Kapillarwasser aus den
satzmittel darunter liegenden Schichten in den
d alle 5 -8 m sind wasserdichte Bau- Kieszwischenräumen sammelt.
werksfugen anzuordnen. b Weil sie die Kapillarität des darunter
liegenden Bodens steigert.
16. Welche der Bedingungen für die Verlegung c Die kapillare Steigfähigkeit in der
von Bitumenbahnen ist falsch? Kiesschicht ist sehr hoch.
a Die Bahnen müssen ohne Hohlräume d Die kapillare Steigfähigkeit in der
miteinander verklebt werden. Kiesschicht geht gegen Null.
b Die Bahnen müssen mit aus-
reichender Überlappung verlegt 22. Wie groß ist die kapillare Steigfähigkeit
werden. von Wasser in feinem Sand?
c Der Kleber muß vollflächig aufgetra- a einige Zentimeter
gen werden. b einige Dezimeter
d Es darf kein Kleber an den Rändern c null
austreten. d eins
17. Welche Gefahr besteht bei unterschied- 23. Wo rühren die Ausblühungen im Sockelbe-
lichtief im Gelände liegenden Kellern eines reich eines Gebäudes her?
Gebäudes? a Durch Pilze, die sich bei ausreichen-
a keine dem Feuchtegehalt der Wand ansie-
b unterschiedliches Tragverhalten des deln.
an sonsten homogenen Untergrundes b Es liegt an der falsch ausgewählten
c unterschiedlicher Feuchtetransport in Qualität des Putzes.
den Wänden c Es liegt an der Dampfdiffusion vom
d unterschiedliches Aufschwimmen auf Innenraum durch die Wand nach
gestiegenem Grundwasserspiegel und außen.
Zerstörung von tragenden Bauteilen d Von der Verdunstung des im Mau-
erwerk befindlichen Wassers unter
18. Warum werden an Gebäuden Sockelzonen Zurücklassung transportierter Miner-
ausgebildet? alien und Salze.
a Um die aufgehende Wand vor Spritz-
wasser zu schützen. 24. Worauf ist bei der Verlegung von Wär-
b Sockelbereiche haben keine baukon- medämmung unter Gründungskörpern zu
struktive Bewandniss. achten?
c Sockelbereiche sind reine gestalter- a Wärmedämmung d= max. 10cm
ische Elemente. b Wärmedämmung mit ausreichender
d Um der Kellerfeuchtigkeit die Druckfestigkeit
Möglichkeit zur Verdunstung zu ge- c dampfdichte Wärmedämmung
ben. d nur Steinwolledämmung einsetzen
24 07
08 EBB 5.9 Literaturhinweise 5.3.16 Frick, Knöll, Neumann D., Weinbrenner U.
Baukonstruktionslehre 1, S. 667
5.2.1 EBB, Prof. Musso, F., München 5.6.6 f. Pfeifer, Rampcke,Achziger, Zilch
Mauerwerk Atlas 2001, S. 336
5.2.2 EBB, Prof. Musso, F., München
5.6.6 g. Hugues, Steiger, Weber
5.2.3 Batran, Bläsi, Eichner, Erdmann, Frey, Köhler, Arbeitsheft Holzbau, S.8
Kraus, Riener, Rothacher
Fachwissen Bau, S.18 5.6.6 h. Pfeifer, Rampcke,Achziger, Zilch
Mauerwerk Atlas 2001, S. 297
5.2.4 EBB, Prof. Musso, F., München
5.7.1 Deutsche Norm
5.2.5 EBB, Prof. Musso, F., München DIN 18195, Beiblatt 1, Bild 9/10
5.3.1 EBB, Prof. Musso, F., München 5.7.2 Heinrich , M., (München)
Doppelhaushälfte in München
5.3.2 Deutsche Norm Detail 2002 (1/2), S.94
DIN 18195-1 Bauwerksabdichtungen, S.6
5.7.3 Doppelhaushälfte in München
5.3.3 www.....Quelle nicht bekannt Detail 2002 (1/2), S.94
5.3.4 www.....Quelle nicht bekannt 5.7.4 EBB, Prof. Musso, F., München
Verfasser:
Mitarbeit
Cand.- Arch. Fabian Franck
Cand.- Arch. Peter Sommersgutter
Stand: 15.04.2008