Schraegdach
Schraegdach
6.9 Schrägdach
6.9.1 Definition
- Neigung
- Dachformen
- Begriffe
- Dachüberstände
Kaltdach, Warmdach
6.10 Schrägdachbestandteile
6.10.1 Tragstruktur
6.10.2 Dampfsperre
6.10.3 Wärmedämmung
- Untersparrendämmung
- Aufsparrendämmung
- Zwischensparrendämmung
- Lieferformen, Formate
6.10.4 Luftschichten
- Hinterlüftung der Deckung
- Überlüftung der Dämmung
6.10.5 Lattungen
6.10.6 Unterdach
- Unterdichtung
- Unterdeckung
6.10.7 Deckung
- Stroh - Reet
- Ebene Schuppen
- Verformte Schuppen
- Metallbahnen
- Profilplatten
- Glas
- Flachdach als Schrägdach
6.12 Blitzschutz
6.13 Anschlüsse
- Traufe
- Ortgang
- First
- Grat
- Graben
- Kehle
- Vertikale Bauteile
- Dachflächenfenster
6.15 Testfragen
6.16 Literaturhiweise
6.17 Bildnachweise
05
06 EBB 6.9 Schrägdach
Luftschicht
6.10 Schrägdachbestandteile 1 2
6.10.1 Tragstruktur
Sparrendach, Pfettendach, Massivdach, Fuss-
pfette, Mittel- und Firstpfette, Streichsparren,
Wechsel (s. 02.5. Decken, Dachtragwerke).
6.10.2 Dampfsperre
Bei grossen Temperaturdifferenzen und einem 3 4
1 Dampfsperre
erhöhten Wasserdampfdruckgefälle von Innen PE Film, Sd > 100 m
nach Aussen kann im Querschnitt Tauwas- 2 Dampfbremse
Polypropylen + Mikrofaservlies,
ser anfallen. Die Anordnung einer dichten, Sd > 2 m
innenseitigen Dampfsperre (Warmdach) oder
3 luftdichtes Klebeband,
einer diffusionshemmenden Dampfbremse alterungsbeständig
(Kaltdach), verhindert das Eindringen von 4 Dauerelastisches Dichtband,
Wasserdampf in den Bauteilquerschnitt [10], PUR Schaum
(Abb. 6.10.1). Abb. 6.10.1 Materialien zu Herstellung der Dampfdichtigkeit
05
06 EBB Dies schützt vor Durchfeuchtung der Wärme-
dämmung und damit verbundenen Wärme-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso [Link] dichter die Dampfsperre, desto
Baukonstruktion und Baustoffkunde sorgfältiger müssen Anschluss- und Stoss-
punkte ausgeführt werden. Überlappende
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
Folienstöße (5-10 cm Überlappungsbreite)
werden mit doppelseitigen Klebebändern
oder Gewebebändern gedichtet. Anschlüsse
an vertikale Bauteile (Aussenwände, Kamin)
werden mit vorkomprimierten Dichtungsbän-
dern, Dichtungsschnüren und verschraubten
Anpressleiten hergestellt (Abb. [Link] u.
Abb. [Link]).
Folienstoss
Dampfsperren werden überlappend
- Dampfsperren im Dachbereich:
auf dem Sparren gestossen, die Dich-
tigkeit wird mittels Doppeklebeband - Polyäthylenfolien 0,2 - 0,3 mm
und Leistenpressung am Stosspunkt
hergestellt
- Aluminiumfolien 0,05 mm
(z.B. auf Dämmung kaschiert )
Abb. [Link] Warmdach: Dampfsperrenstoss Bahnenbreite 1 - 1500 mm
- Dampfbremsen:
- beschichtete Kraftpapiere 0,5 - 1 mm
- glasfaserverstärkte Pappen 0,5 - 2 mm
- Holzwerkstoffplatten 5 - 20 mm
6.10.3 Wärmedämmung
seitlicher Folienanschluss: Bezogen auf den Wärmeschutz wäre der Ide-
mittels Klemmleiste und Klebeband
wird die Dampfsperre an die aufge-
alfall eine homogene Wärmedämmschicht,
hende Wand dicht angeschlossen. Zur die sich über die gesamte Fläche der Aussen-
Aufnahme von Bauteilbewegungen
wird das Folienende schlaufenförmig
hülle erstreckt. Konstruktiv bedingte Durch-
ausgeführt. dringungen der Dämmschicht mit Materialien,
Der Innenputz sollte bis Unterkante
Sparren geführt werden, so daß eine
die schlechtere Wärmedämmeigenschaften
glatte Anschlussfläche vorliegt. aufweisen sind jedoch unvermeidbar. Diese
Punkte stellen „Wärmebrücken“ dar. Auf-
Zwischensparrendämmung/ grund des lokal auftretenden geringeren
Untersparrendämmung
Vermeidung von Kältebrücken/
U-Wertes und einer damit verbundenen nied-
Wärmeverlust über die Sparren rigeren Oberflächentemperatur kann es zu
Tauwasserbildung und ggf. Bauschäden durch
Feuchtigkeitseinwirkung im Bereich der Wär-
mebrücken kommen [11]. Im Dachquerschnitt
sind verschiedene Anordnungsmöglichkeiten
für die Wärmedämmung möglich (s. auch
[11] Der Wärmedurchgangskoef-
fizient von Baustoffen in [W/m²K]
03.1 Hüllsysteme, Bauphysik, Energie).
wird als U-Wert bezeichnet.
ders häufig ausgeführtes Dachdämmver TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
fahren. Die Dämmstärke wird durch die Baukonstruktion und Baustoffkunde
Lieferformen - Formate
Wärmedämmungen für schräge Dächer
werden in der Regel als Rollen, Plattenstapel, [12] Dämmstoffstärken
Matten oder als Schütt- und Einblasdämm- werden bei Neubauten zwischen 25 cm
und 30 cm ausgeführt. Für eine ener-
stoffe eingesetzt [12]. Bei Platten und Rollen giesparende Bauweise sind U-Werte
sind unterschiedliche Dämmstoffdicken in Abb. 6.10.4 Lüftungsquerschnitt unter 0,15W/(m2*K) anzustreben. Bei
Altbauten sollten Dämmstoffstärken
2 cm Schritten erhältlich. Dämmstoffdicken >14 cm vorgesehen werden:
liegen in der Regel zwischen 12 - 24 cm.
- Mineralwolle-Randleistenmatten
Rollenbreiten werden in 10 cm Schritten aluminiumkaschiert, für die Däm-
zwischen 50 cm und 120 cm Gesamtbreite mung zwischen den Sparren
- Glaswolle-Klemmfilz, unkaschiert,
hergestellt. Dies sollte bereits bei der Planung für die Dämmung zwischen den
der Sparrenabstände berücksichtigt werden, Sparren
- Steinwolle-Dämmkeile, Dämmung
um unnötigen Verschnitt zu vermeiden. Die zwischen Sparren
Rollenlängen liegen zwischen 280 - 650 cm. - Glas-/Steinwolle Dämmplatten,
Dämmung auf Sparren mit aufka-
Dämmplatten sind in Breiten zwischen 50 cm schierter Unterspannbahn
und 61,5 cm marktüblich und werden in - Schütt- und Einblasdämmstoff,
Dämmung zwischen Sparren
Längen zwischen 110 cm und 126,5 cm gelie- - Steinwolleflocken, Zellulosefasern
fert. Produktbezogen sind Sonderformate und aus Altpapier, Perlite - Dämmstoff-
schüttung, Korkschrot 3-5mm
Übergrößen möglich (Abb. 6.10.01; 3-4). - Polystyrolplatten, Dämmung unter
Abb. 6.10.5 Dachlattenbündel und auf Sparren
- Polyurethanplatten und -keile, beid-
6.10.4 Luftschichten seitig Alu-beschichtet, Dämmung
Durch die Anordnung von durchlüfteten Traufe und First und an Dachdurchdringungen unter und auf Sparren
- Korkplatten, Dämmung zwischen,
Schichten wird sichergestellt, dass Feuchtig- (z.B. Dachflächenfenster) sichergestellt sein unter und auf Sparren
keit, die aufgrund von extremen Witterungs- (Abb.6.10.27), [13]. - Verbundplatten, Dämmstoff (Mine-
ralwolle, Hartschaum bis 8cm) und
verhältnissen (z.B. Schlagregen), Diffusions Gipskarton oder Holzwolleleicht-
oder Konvektionsvorgängen oder aufgrund 6.10.5 Lattungen bauplatte mit integrierter Dampf-
sperre, zusätzliche Dämmung unter
von Undichtigkeiten in den Dachquerschnitt Lattungen sind je nach Sparrenabstand und Sparren
gelangt, wieder aus der Konstruktion ent- Deckungsgewicht zu wählen (Abb.6.10.5), - Wolle/Baumwolle/Flachs/Kokos-
fasern, zwischen Sparren
weicht. [14]. - Schaumglasplatten, Dämmung auf
Nennquerschnitte - Auflagerabstände (Achse) Sparren
Hinterlüftung der Deckung 24 / 48 mm - bis 0,70 m, Sortierklasse S13
Feuchtigkeit die unter die Deckung gelangt, 24 / 60 mm - bis 0,80 m, Sortierklasse S13 [13] Lüftungsquerschnitt
(Schlagregen, Flugschnee, abtropfendes 30 / 50 mm - bis 0,80 m, Sortierklasse S10 Lattung und Konterlattung erzeugen
Tauwasser) kann in der Regel auf der Unter- 40 / 60 mm - bis 1,00 m, Sortierklasse S10 unter der Deckung den Lüftungsquer-
schnitt.
spannbahn, bzw. dem Unterdach ablaufen. Bei Kaltdächern mit einer Dachnei-
Der Lüftungsquerschnitt unter der Deckung 6.10.6 Unterdach gung < 10° muss über der Dämmung
> 5 cm, bei Dächern > 10 ° Dachnei-
sichert die Austrocknung von Restfeuchte Unterhalb der Deckung leitet das Unterdach gung > 2cm freier Lüftungsquer-
(Abb.6.10.4). als zusätzliche wasserführende Schicht ein- schnitt vorliegen (DIN 4108)
Feuchtigkeit läuft auf dem Unterdach
dringende Niederschläge ab. Unterschieden zur Traufe ab, die Luftströmung zwi-
Überlüftete Dämmung (Kaltdach) werden Unterdeckungen und Unterdich- schen Traufe und First sichert das Aus-
trocknen von Restfeuchte
Feuchtigkeit, die trotz der innenseitigen tungen.
Dampfsperre/Dampfbremse in die Dämmung
gelangen konnte (Tauwasser) oder sich wäh- Unterdeckungen
rend der Bauphase dort gesammelt hat, kann Unterdeckungen sind nicht dicht, sondern
[14] Sortierkriterien
mit einem Luftstrom oberhalb der Dämmung diffusionsoffen. Die Bahnen lagern entweder Bauholz wird nach genormten Krite-
abgeführt werden. Diese Luftschicht ist nach auf einer Schalung oder direkt auf bzw. über rien sortiert und in Sortierklassen kate-
gorisiert (S7, S10, S13 aufsteigende
DIN 4108 nicht zwingend erforderlich, wenn der Dämmung. Die einfachste Form der Un- Güteklasse).
Ausgleichsmassnahmen (dichte Dampf- terdeckung ist die Unterspannbahn, die mit Kriterien sind: Baumkante, Äste,
Jahrringbreite, Faserneigung, Risse,
sperre, diffusionsoffene Unterspannbahn) Abstand zur Dämmung frei von Sparren zu Verfärbungm Druckholz, Mistelbefall,
vorgesehen werden. Wird eine Luftschicht Sparren spannt. Die Regendichtigkeit wird Krümmung. Dachlatten sind es erst,
wenn die sortierten und versandbe-
vorgesehen, dann muss der erforderliche bei den verschiedenen Konstruktionsweisen reiten Bündel (bis max. 10 Latten) eine
Belüftungsquerschnitt über der Dämmung durch überlappende Stöße, bei Unterdichtun- Sortierungskennzeichnung und an der
Stirnseite die Farbkennung der Sortier-
(> 2 cm) und ein ungehinderter Luftstrom an gen durch Verschweissen oder Verkleben der klasse nach DIN 4074 (rot=S10 und
den Zu- und Abluftöffnungen im Bereich von Bahnen hergestellt. blau=S13) haben.
05
06 EBB 6.10.7 Deckungen
Kriterien für die Wahl des geeigneten Dek
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso kungsmaterials sind:
Baukonstruktion und Baustoffkunde - Regeldachneigung [2]
- Materialeigenschaften
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
- Halbzeuge, Sonderformate und Profile
- Verarbeitungs- und Fügetechnik
Stroh - Reet
Reet und Stroh sind natürliche Baustoffe, die
landwirtschaftlich erzeugt werden.
Reet wächst an flachgeneigten Ufern, wo es
in der kalten Jahreszeit geerntet, gereinigt und
getrocknet und zu Bündeln weiterverarbeitet
wird. Zum Decken von Dächen können Rohr-
kolbenschilf, Roggenstroh und Weizenstroh
verarbeitet werden. Stroh und Reetdächer
Abb. 6.10.6 verstärkte Unterspannbahn, diffusionsoffen werden ab einer Regeldachneigung von 45 °,
besser 50 ° ausgeführt. Reet- und Strohdächer
sind atmungsaktiv und luftfilternd, diffusions-
fähig und feuchtigkeitsspeichernd, aber auch
[15] Baustoffklassen Stroh, Reet
brennbar [15].
Beide Baustoffe gehören zu den Der Baustoff ist sehr anfällig gegenüber
leicht entflammbaren Baustoffen (B3)
und müssen von Gebäuden mit nicht
Schädlingen wie z.B. Wanzen, Ameisen, Scha-
brennbrennbaren Deckungen 15 m; zweilagige Unterdichtung ben und Vögeln, auch Moose zerstören die
von anderen Gebäuden mit leicht ent-
flammbarer Bedachung 25 m Abstand
Dachhaut. Eine ständige Wartung des Daches
einhalten. ist deshalb unumgänglich. Bei regelmäßiger
Wartung ist eine Lebensdauer von 30 bis 50
Jahren möglich. Obwohl Strohdeckungen
wärmedämmend sind, darf der Dämmwert
der Deckung nicht angerechnet werden.
Eine zusätzliche Dämmung unterhalb der
Unterdachschalung Deckung wird erforderlich. Bei Reet sind die
Deckungen 30 - 35 cm, bei Stroh 25 - 30 cm
[16] Schuppenformate: dick. Die Bündel werden mit der darunterlie-
Holz: genden Lattung entweder mit Draht vernäht
Scharschindeln (keil, parallel): oder Mithilfe von Stöcken gehalten, welche
Länge: 120 - 800 mm
Breite: 60 - 350 mm Abb. 6.10.7 Unterdach mit Unterdichtung an die Dachlatten mit Draht oder Teerstricken
Dicke: 5 - 20 mm gebunden werden.
Legschindeln (gleiche Dicke) Bei Warmdächern ist diese zweite Ebene Die Dichtigkeit wir durch mehrfache Überlap-
Länge: 60 - 1200 mm notwendigerweise diffusionsoffen, so dass pende Anordnung der Bündel gewährleistet
Breite: 100 - 350 mm
Dicke: 15 - 20 mm eindringende Feuchtigkeit und Restfeuchte (Abb. 6.10.8).
aus dem Dämmquerschnitt diffundieren und
Schiefer:
Sortierung: 1/1, 1/2, 1/4...1/64 die Wärmedämmung austrocknen kann. Vor
Länge: 110 - 500 mm Fertigstellung der abschliessenden Deckung
Breite: 110 - 420 mm
Dicke: 5 - 6 mm dient das Unterdach bei Schlechtwetterperi-
oden während der Bauphase als Notdach.
Faserzement:
Europa-, Eifel-,...Vogtlandplatte Materialien für Unterdeckungen/Unterspann
Länge: 150 - 600 mm bahnen:
Breite: 200 - 600 mm
Dicke: 4 - 6 mm - gitterverstärkte PE-Folien, mikroperforiert
- Polypropylen-Spinnvlies, verbunden mit
Bitumen:
Poylmerbitumen, einer PP-Membrane, diffusionsoffen, was-
Oxidationsbitumen serdicht (Abb .6.10.6)
Länge: 333 - 360 mm
Breite: 500, 1000 mm
Dicke: 3 - 6 mm Unterdichtungen
Ton/ (Beton): Unterdichtungen sind Konstruktionen, bei
Biberschwanz denen eine zweilagige Abdichtung flächig auf
Länge: 380 (420) mm
Breite: 180 (168) mm einer Schalung aufliegt. Sehr flache Dachnei-
Dicke: 15 (14) mm gungen können diese Dichtungsschicht als
Strangfalz-, Pressfalzziegel Zusatzmassnahme unter der Deckung erfor-
Länge: 400 (420) mm derlich machen (Abb. 6.10.7).
Breite: 205 (333) mm
Dicke: - (-) mm
Materialien für Unterdichtungen:
Metall:
Kupfer : Parallelogramm, Quadrat,
- Kunststoff-Dichtungsbahnen
Rechteck - Bitumen-/Polymerbitumendichtungsbahnen
Länge: 430 - 600 mm
Breite: 430 - 600 mm
- Bitumen-/Polymerbitumen-Schweißbahnen
Dicke: 0,7 mm - Bitumen-Dachbahnen Abb. 6.10.8 Reetdachdeckung
Ebene Schuppen
Ebene Schuppen werden aus Ton, Beton, 1 2 3
EBB 05
06
Holz (Schindeln), Faserzement, Bitumen oder TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Stein hergestellt (Abb. 6.10.9). In Abhängig- Baukonstruktion und Baustoffkunde
Funktionsweise
An den Schuppenstössen der oberen Deck- 4 5
1 Faserzementschindel
schicht kann Niederschlagswasser auf die
2 Biberschwanzziegel
versetzt angeordneten Schuppen der zwei-
ten Schicht fliessen. Diese leitet das Wasser 3 Strangfalzziegel
90°
zip ist traditionell bewährt und erreicht eine
85°
80°
90
7 5°
70°
gute Dichtigkeit der Deckungsebene, da an
65°
80
60
jeder Stelle mindestens drei wasserableitende 1 Biber Spließdeckung
°
55
Schichten übereinanderliegen (Abb. 6.10.11). 70
°
2 Strangfalzziegel
50
°
Ebene Schuppen sind in Abhängigkeit vom 60 40 45 3 Biber, Doppel/ Kronendeckung
Material in verschiedenen Dimensionen und 35
° °
4 Betonstein mit tiefliegendem
50 °
Ausführungen erhältlich [16]. 30 Längsfalz
°
Sie werden in der Regel bis auf Schuppen 40 25°
aus Beton oder Ton mit Nägeln oder Klam- 20°
30
mern auf der Unterkonstruktion befestigt. 1 5°
Die Befestigungspunkte liegen innerhalb der 20
10°
Höhen- bzw. Seitenüberdeckung. Diese Über-
10
deckung richtet sich nach der Schuppenlänge 5°
und der Dachneigung. Je flacher die Dach- 0 0°
neigung, desto größer ist das Überlappungs- Abb. 6.10.10 Regeldachneigungen für ebene Schuppen
maß.
Kronendeckung:
Schuppen aus Ton oder Beton können in der Bei der Konendeckung liegen auf
jeder Latte zwei Reihen Biberschwänze
Fläche ohne eine Zusatzbefestigung aufge- (Lager- und Deckschicht), die unterein-
legt werden. Bei sehr steilen Dachneigungen ander einen Verband (versetzte Fuge)
bilden. Beide Schichten bilden ein
und an Sonderbereichen (Ortgang, First, Grat, Abb. 6.10.11 Funktionsweise der Überlappung Deckgebinde und überlagern das dar-
Kehle) ist zusätzliche eine Befestigung mit unterliegende Deckgebinde, so daß
der Fugenschnitt der Deckschichten
Schrauben, Haftklammern, Deck- und Ver- vom First zur Traufe in gerader Linie
strichmörtel oder Drahtstiften erforderlich verläuft.
(Sturmsicherung). 1 2 3
Verformte Schuppen
Die Problematik des durchsickernden Wassers
an den Stößen der ebenen Schuppen kann
durch die Ausbildung von Schikanen reduziert
werden (Abb.6.10.12 u. Abb.6.10.14).
Funktionsweise 4 5
Bei verformten Schuppen verhindern Fäl-
1 Tessiner Pfanne (Beton)
zungen das Eindringen des Niederschlages
2 Flachdachpfanne (Ziegel)
und leiten das Wasser gezielt ab. Zusätzlich
3 Falzziegel
erhöht die Profilierung der Schuppen deren
Stabilität und Tragfähigkeit. Einschichtige 4 Krempziegel
90°
85°
80°
90
7 5°
u. Abb. 6.10.14). Nach der Herstellungsart
70°
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
65°
80 werden verformte Schuppen in stempelge-
°
Baukonstruktion und Baustoffkunde
60
°
presste und stranggepresste Formate unter-
55
70
45 °
03.6 Hülle Dächer Schrägdach
50
• •
teilt [18].
°
° 60
40 Die Abstände von Traglattungen errechnen
°
35 50 sich aus der jeweiligen Ziegellänge abzüglich
°
1 Mönch und Nonne 30 einer notwendigen Mindestüberdeckung. Die
40
Hohlpfanne
25° Überdeckungsweite variiert in Abhängigkeit
Krempziegel
20° 30 von der Dachneigung. (z.B. Krempziegel: Zie-
2 Verschiebeziegel 1 5° gellänge 340 mm; 8 cm Mindestüberdeckung
20
3 Falzziegel
10° = 26 cm Lattweite). Spezielle Anschlusspunkte
4 Betonstein mit hoch-/ 10
tiefliegenden Längsfalzen 5° und Funktionen erfordern Sonderformate. Je
5 Flachdachpfanne
0° 0 nach Deckungsart werden Formsteine und
Dachsystemteile für Anschlüsse an First und
Abb. 6.10.13 Regeldachneigungen verformte Schuppen Ortgang, für Durchdringungen, Kehlen und
Lüftungen angeboten.
Metallbahnen
Metallbedeckungen werden in Bahnen (Scha-
ren) oder großformatigen Tafeln verlegt, die
über Fälze handwerklich miteinander verbun-
den sind. Die im wesentlichen eingesetzten
Metalle (Aluminium, Blei, Kupfer, Titanzink,
Edelstahlblech) weisen unterschiedliche
Bahnbreiten, Bahnlängen und Materialstär-
22.5 ken in Abhängigkeit von der Gebäudehöhe
auf [19].
[18] DIN 456 Dachziegel - Güteei-
genschaften
Aluminium:
42
85°
90°
8 0°
90
75°
tumenbahn) angeordnet.
70°
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
65°
80
Diese schützt vor schädigender Einwirkung
60
Baukonstruktion und Baustoffkunde
°
55
durch Holzschutzmitteln aus der Schalung, 70
°
50
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
dient als Gleitlage bei thermischen Längen-
°
45
60 40
°
änderungen, verbessert den Schallschutz und 35
°
leitet als Unterdach eindringendes Wasser 50 °
30
ab. Die Befestigung der Metallbahnen auf ° 1 Winkelstehfalz
40 25°
der Schalung bzw. den Leisten erfolgt hand- 2 Belgische Leiste
30 20°
werklich oder maschinell (Abb. 6.10.18, 3 Doppelstehfalz
15°
Abb. 6.10.19, Abb. 6.10.22 - 24). 20
Deutsche Leiste
1 0° Hohlwulst
Bei der Ausbildung der Fälze (Hafte und Holzwulst
10
Bleche werden zusammengefaltet) wird die 5°
thermische Längenausdehnung der Bahnen 0 0°
berücksichtigt (verschiebliche und feste
Hafte). Abb. 6.10.21 Bsp. Regeldachneigungen Metalldeckungen
2
Abb. 6.10.17 einfach überlappend, Gefällestufe
Abb. 6.10.19 Hafte, Hosenhafte: verschieblich Abb. 6.10.22 Längsverbindungen bei Metallbahnend
Abb. 6.10.20 maschinelle Falzbearbeitung Abb. 6.10.23 handwerkliche Bearbeitung der Metallbahnen Abb. 6.10.24 Doppelfalzschliesser
12 05
06 EBB
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
Baukonstruktion und Baustoffkunde
Lüfterfirst:
gekantetes Blech auf Trennlage (Bitu-
menbahn) und ebener Holzschalung/
Unterkonstruktion
Halteblech:
an vertikaler Holzschalung befestigt
dient der Befestigung des Insekten-
schutzes und der Verwahrung der
Scharenden
Insektenschutz:
gekantetes Lochblech
Blechdeckung:
auf ebener Holzschalung und Trenn-
lage (Bitumenbahn). Die Scharenden
werden aufgekantet und durch den
Lüfter überdeckt
Faserzement ist als Wellplatte in zwei Form- 03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
profilen (Profil 5, Profil 8) erhältlich, während
Profilbleche als Trapez- Wellen- oder Stegpro-
filplatten angeboten werden (Abb. 6.10.29).
Bei Profilplatten wird die Regeldachnei-
3 4
gung unter Berücksichtigung der Parameter
Abstand, Plattenlänge, Profilhöhe und Mate-
rialstärke zwischen First und Traufe festgelegt.
Entscheidend ist der Horizontalstoß, der u. U. 1 Faserzementwelle
durch die Einlage von Butylstreifen verbessert
2 Aluminium-, Edelstahlwelle
werden kann [10].
3 Kunststoffprofilplatten
Wie bei den kleinformatigen Schuppende-
ckungen sichert die Überlappung der Pro- 4 Bitumenwellplatten
Befestigung
Befestigungen erfolgen über Haken- und
Flanschverbindungen oder mit Verschrau-
Trapezprofilblech, Stahl, Aluminium
bungen. Sie werden an den Hochpunkten Abb. 6.10.30 Befestigungs-
angeordnet (doppelte Sicherheit) und mit haken-, Verschlusskappe
Verschlusskappen oder Neoprendichtungen
ausgeführt um Eindringen von Feuchtigkeit Wellplatte, Stahl, Aluminium
zu verhindern.(Abb. 6.10.30).
Bei Profilplatten aus Metall sind aufgrund
der thermischen Längenänderung sowohl
Fest- (Fixierung, Schubübertragung), als auch Stegprofilplatte, Kupfer
Schiebebefestigungen (Langlöcher, Gleit-
[20] Regeldachneigungen
schuhe) vorzusehen (Abb. 6.10.31). Profilplatten
Faserzementwellplatten:
Formteile Materialstärken:
Kurzwelle 5,7 - 7,0 mm
Anschlussdetailpunkte (Ortgang, Traufe, First, Abb. 6.10.29 Stegprofilplatte, Stahl, Aluminium
Wellplatte 6,5 - 7,0 mm
Kehlen, Grate) werden in Ausnahmefällen
Plattenlängen:
handgefertigt ausgeführt. In der Regel sind Kurzwelle 625, 830 mm
für jede Profilplatte passgenaue Systemteile in verschiebliche Halterung
Wellplatte 1250, 1600 mm
2000, 2500 mm
der entsprechenden Profilierung erhältlich. zur Aufnahme von Plattenbreiten: 920, 1000 mm
Längsausdehnungen der
Stegprofilplatten Regeldachneigung:
Dachverglasungen Kurzwelle > 25°
Im Dachbereich dürfen zum Schutz vor her- Wellplatte:
bei Dachtiefe < 30 m > 10°
abfallenden Glasteilen nur Gläser verwendet bei Dachtiefe > 30 m > 12°
werden, die raumseitig splitterbindend sind. Metallprofilplatten:
Bei Einfachverglasungen kann hierzu Ver- Materialstärken:
Welle, Trapez 0,5 - 1,5 mm
bundsicherheitsglas (VSG) verwendet werden; Stegprofil (Alu) 0,7 - 1,2 mm
bei Isolierglas muß die innere Scheibe aus VSG Stegprofil, (Kupfer) 0,6 mm
Stegprofil, (Stahl) 0,6 - 1,0 mm
bestehen. Alternativ kann Glas mit Draht-
netzeinlage verwendet werden (Drahtglas), Abb. 6.10.31 Falzverbindung bei Stegprofilplatten (KalZip) Plattenlänge:
Welle, Trapez (Alu)
jedoch können hierbei thermische Probleme LKW Transport 750 - 15.000 mm
und Korrosion auftreten. Welle, Trapez (Alu)
Bahntransport 750 - 30.000 mm
Für viele Profiltafeln werden auch passende
lichtdurchlässige Profilplatten aus Polcarbonat Welle (Stahl) < 20.000 mm
Stegprofil (Kupfer) < 30.000 mm
oder glasfaserverstärktem Kunststoff als kos- Stegprofil (Alu, Stahl) < 50.000 mm
tengünstige Alternative angeboten.
Plattenbreiten:
Welle, Trapez,(Alu) 600, 1000 mm
Stegprofil
Maße (transportbedingt) (Alu, Stahl) 305, 1000 mm
Isolierglas wird bis maximal 3,2 m x 6,0 m Stegprofil (Kupfer) 457 mm
hergestellt; bei Dachverglasungen begrenzt Regeldachneigungen:
hauptsächlich die zulässige Durchbiegung der bei Dachtiefe < 06 m > 05°
bei Dachtiefe < 10 m > 06°
Scheibe unter Schneelast die max. Scheiben- bei Dachtiefe < 15 m > 08°
größe. Abb. 6.10.32 Formteilherstellung für Eternitwellen bei Dachtiefe > 30 m > 10°
14 05
06 EBB Verlegearten
Bei Schrägverglasungen wird zwischen
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso dichtender und deckender Verlegeart unter-
Baukonstruktion und Baustoffkunde schieden. Bei der dichtenden Verlegung
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
werden die Gläser allseitig über Pressleisten
und Dichtungen gehalten und angedichtet
(Abb. 6.10.33). Die Neigung der Glasfläche
sollte mindestens 10 ° betragen. Um Was-
serstauungen an den Querstößen von Press-
leisten zu vermeiden, müssen die Pressleisten
linienförige Lagerung und dicht-
ende Verlegung der Glasscheiben: sowie die Dichtungen an diesen Stellen ent-
Glasscheiben werden allseitig mit sprechend abgeschrägt werden .
Pressleisten auf der Unterkonstruktion
befestigt. Bei der deckenden Verlegung überlappen die
Gläser an den Querstößen analog zu Schup-
pendeckungen. Niederschlagswasser kann
ungehindert zum Tiefpunkt ablaufen. Eine
ausreichende Dichtigkeit wird über zwischen
die Gläser eingelegte Neoprendichtungspro-
Abb. 6.10.33 Renzo Piano building workshop; Genua 1991 file erreicht. Die notwendige Überdeckung
wird durch sog. Stufenisoliergläser ermög-
Quersstoss:
deckende Verlegung, Dichtung mittels
licht. Diese Art der Verglasung ist ab ca.
Neoprenprofil 30 ° Dachneigung möglich (Abb. 6.10.34).
Beide Verlegungssarten (deckend und dich-
Stufenisolierglas:
Zur Ausbildung einer Traufkante kann tend) können kombiniert ausgeführt werden
eine der Glasscheiben zurückgesetzt (Abb. 6.10.35).
werden. Der Randverbund des
Isolierglases muß im Bereich der
Traufkanten zusätzlich geschützt Lagerung der Glasscheiben
werden. (z.B. Emaillierung des Randes
im Siebdruckverfahren) Glasscheiben von Schrägverglasungen kön
nen linienförmig auf Tragprofilien (häu-
figste Anwendungsform; (Abb. 6.10.33),
Tragprofil flächig oder punktförmig gelagert werden
(Abb. 6.10.36).Bei einer punktförmigen
Lagerung werden Punkthalterungen in der
Scheibenfläche und am Scheibenrand unter-
Abb. 6.10.34 Deckende Verlegung; öffenbare Glaslamellen schieden: In der Scheibenfläche punktgela-
gerte Gläser werden im Randbereich gebohrt
und mit gelenkig gelagerten Punkthaltern an
Längsstoss:
der Tragkonstruktion befestigt. Idealerweise
Befestigung mit Pressleisten sitzt hierbei das Gelenk in der Scheibenachse.
Die Dichtung zwischen den Scheiben erfolgt
Stufenisolierglas: mit dauerelastischen Dichtstoffen. Bei einer
Kantenschutz durch emaillierten Rand
punktförmigen Lagerung am Scheibenrand
können die Scheiben entweder an den Ecken
oder in der Fuge zwischen zwei Scheiben
Quersstoss:
durch Klemmprofile gehalten werden. Die
deckende Verlegung, Dichtung mittels Lastabtragung wird durch die Verklotzung
dauerelastischer Verfugung der Scheiben in der Fuge gewährleistet. Diese
Neoprenprofil: Methode hat den Vorteil, dass die Scheiben
zur zwängungsfreien Lagerung der nicht aufwändig durchbohrt werden müssen.
Glasscheiben
1,7 57 70 38 - - - -
2,5 83 80 50 250 42
Traufblech
4,5 150 100 79 333 92 333 90 verzinktes Stahlblech gekantet
7,3 243 120 113 400 145 400 135
Rinne
8,1 270 125 122 - - - -
Rinnenhalter
Flachstahl, verzinkt
13,3 443 150 177 500 245 500 220
Gefälle > 0,5%
gültig für die örtliche Regenspende von 300l/([Link])
Traufbohle
auf Sparren
Abb. 6.11.3 Fallrohrnennweite, Rinnenabwicklung in Abhä-
gigkeit vom ermittelten Regenwasserabfluss Abb. 6.11.4 Positionierung Dachrinne und Rinnenhalter
16 05
06 EBB In Abhängigkeit von der Beanspruchung sind
die Halter etwa alle 70 - 90 cm anzuordnen.
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso (Abb. 6.11.4 u. Abb. 6.11.6). Traufbleche
Baukonstruktion und Baustoffkunde schliessen den Übergang zwischen Dachrinne
und Dachdeckung. Sie werden mit Haften
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
befestigt und müssen mindesten 15 cm flä-
chig auf der Unterkonstruktion (Traufbohle)
aufliegen. Die Positionierung der Dachrinne
C-Profil als Montageschiene und des Traufbleches beeinflusst die Ent-
Rinnenhalter, wässerung des Unterdaches (Abb. 6.11.7). Je
zum Einhängen und Justieren
nach Aussenwandstärke und gestalterischem
Anspruch kann die Dachrinne auch verdeckt
angeordnet oder in die Dach- / Wandebene
integriert oder werden (Abb. 6.11.8). Bei
Gefahr von im Schadensfall nach Innen abflie-
ßenden Wassers sollte eine zusätzliche Dich-
tebene untergeschoben werden.
6.12 Blitzschutz
Abb. 6.11.5 Schnitt - Anschluss Abb. 6.11.6 Drehhalter an Befestigungsschiene, Rheinzink Im Falle einer besonderen Blitzgefährdung
(Hochhäuser, großflächige Gebäude, expo-
nierte Lage, weichgedeckte Bauwerke, Lager)
ist eine Blitzschutzanlage vorzusehen. Der äus-
sere Blitzschutz besteht aus einer maschen-
förmigen Fangleitung auf der Dachfläche
(Maschengröße 10 x 20 m), einer Ableitung
und der Erdung. Über eine Anschlussfahne
aus Bandstahl (3,5/30 mm) wird die Ableitung
(z.B. Rundstahl, verzinkt: 8, 10, 16 mm) an den
Fundamenterder angeschlossen. Ableitungen
können in der Wand liegen (Unterputz, im
Beton). Bei Metalldächern kann die Deckung
als Fangeinrichtung verwendet werden, wenn
sie mit mindestens 100 mm Überlappung ver-
legt wurden und Mindeststärken einhalten:
Stahl, verzinkt: 0,5 mm
Kupfer: 0,3 mm
Abb. 6.11.7 Entwässerung Unter-
dach Aluminium: 0,5 mm
Zink: 0,7 mm
Doppelte Sicherheit: Blei: 2,0 mm
zweite Dichtungsebene unter der Ent-
wässerungsrinne: OK Sicherheitsdich-
tung über OK Rinnenrand 6.13 Anschlüsse
Abb. 6.11.8 Integrierte Rinne, Eichstätt, 1980; Schattner
Traufe
Die Traufe ist der tiefste längseitige Abschluss
Deckung
Biberschwanz Kronendeckung der Dachfläche des geneigten Daches, an dem
Unterdach (Unterdeckung) in der Regel die Dachrinne angeordnet wird
Unterspannbahn auf Schalung
Ortgang
Fusspfette auf Ringbalken Der Ortgang ist der Fügepunkt zwischen der
Lastabtragung, Aussteifung
Dachkonstruktion und den stirnseitigen Gie-
Abb. 6.13.1 Traufe - Kaltdach; Biberschwanzdeckung belwänden.
EBB 05
06
17
Deckung
Biberschwanz Kronendeckung
2. - 4.
Ortgangrinne
gekantetes Zinkblech; mit Halteblech
an Konterlatten Deckung befestigt
Ortgangblech
Schutz der Mauerkrone vor Durch-
feuchtung, Verwahren der Ortgang
1. rinne
5.
Unterdach (Unterdeckung)
Unterspannbahn auf Schalung
6.
Füllholz
Auflager der auskragenden Schalung
des Unterdachs
Abb. 6.13.2 Ortgang mit Ortgangblech; D&K Eichstätt 2002
Ringbalken
Lastabtragung, Aussteifung des Gie-
Anforderungen - Fügung beldreiecks
1. Abschluss der Deckung zum Schutz
der Mauerkrone vor Durchfeuchtung Konstruktionsholz
Befestigung der Unterspannbahn
2. gerichtetes Ableiten des Nieder- am Dachrand; flächige Unterlage der
schlagswassers vom Dachrand auf die Ortgangrinne; Befestigung der Halte-
konstruktion des Ortgangbleches
Dachfläche (Dachrandüberhöhung)
3. Sicherung der Dachrandformteile
(Formsteine, Bleche gegen Abheben Abb. 6.13.3 Ortgang - Kaltdach; Ortgangrinne
4. ggf. Anordnung von Zustromöff-
nungen zu Querlüftung der Dachhaut Firststein
5. Zusammenschluss der Dämmebene- Firstlatte auf Firstlattenhalter
Dach/Wand 1. - 2.
Lüftungsvlies
6. dichter Anschluss der Dampfsperre mit Lüftungsöffnungen und Dich-
tungsvlies
First 5.
Der oberste Abschluss des geneigten Daches
wird als First bezeichnet.
[20] Die Richtlinien für die Aus-
führung von Metall-Dächern,
Anforderungen - Fügung Aussenwandbekleidungen und
Bauklempnerarbeiten,
1. Abschluss der Deckung, Schutz der herausgegeben vom Zentralverband
Sparrenenden und Wärmedämmung Sanitär, Heizung, Klima geben
1. - 2. Abstände und Aufkantungshöhen für
vor Durchfeuchtung Metalldeckungen vor in Abhängigkeit
Firststein im Mörtellager
2. Befestigung der Firststeine auf der Einzellüfter, Leeseite
von der Gebäudehöhe vor.
Unterkonstruktion (Firstlatte, Latten- Gebäudehöhe < 8 m:
halter, Mörtellager) Scharaufkantung: 40 - 60 mm
Abkantung Ortgangblech: > 50 mm
3. Anordnung von Ausstromöffnungen 3. Abstand Tropfkante
zur Dachlüftung (Firstlüfter oder Ein- 4. Bauwerk: > 20 mm
zellüfter, Insektenschutz) Gebäudehöhe 8 - 20 m:
4. Zusammenschluss der Dämmebenen Scharaufkantung: 40 - 60 mm
Abkantung Ortgangblech: > 80 mm
5. dichter Anschluss der Dampfsperre Abstand Tropfkante
Bauwerk: > 20 mm
Je nach Ausführung der Firstentlüftung 5. Gebäudehöhe > 20 m:
werden die Firststeine mit Mörtel aufgesetzt Scharaufkantung: 60 - 100 mm
Abkantung Ortgangblech: > 100 mm
oder mit Klammern, bzw. Nägeln an der First- Abstand Tropfkante
latte befestigt (Abb. 6.13.4). Abb. 6.13.4 First, oben Firstentlüftung; unten mit Einzellüfter Bauwerk: > 30 mm
18 05
06 EBB Grat
Linienförmige Verschneidungen zweier Dach-
TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso flächen an einer Aussenecke des Gebäudes
Baukonstruktion und Baustoffkunde werden als Grat bezeichnet. Im Gegensatz
zum First ist die Gratdeckung geneigt und
03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
muss aufgrund der geometrischen Verschnei-
dungen handwerklich angepasst werden
(Abb. 6.13.5 u. Abb.6.13.6).
Anforderungen - Fügung
2. 1. Abschluss der Deckung, Schutz der
Sparrenenden und Wärmedämmung
vor Durchfeuchtung
2. Befestigung der Gratsteine auf der
Unterkonstruktion (Gratlatte, Lat-
tenhalter, Mörtellager, First-/Grat
Abb. 6.13.5 Gratstein, Walmglocke; Frankfurter Pfanne klammern)
3. Anordnung von Ausstromöffnungen
zur Dachlüftung (Gratlüfter, Einzellüf-
Fristklammer/Gratklammer 2.
wird auf die Gratlatte genagelt und ter, zusätzliche Entlüftungsöffnungen
dient der Befestigung des unteren bei überlüfteter Dämmung; Insekten-
Gratsteins mit einem Haftnagel. Der
deckende Stein wird in die Klammer schutz)
eingehängt. 4. geometrische Verschneidung der
Dachsteine entlang der Gratlinie
4. 5. Zusammenschluss der Dämmebenen
1. 6. dichter Anschluss der Dampfsperre
Graben
3.
Der untere Wandanschluß einer geneigten
Frist-/Gratlattenhalter
die Bandstahllaschen werden aufge-
Dachfläche oder der untere Anschluß Dach-
bogen und auf die Sparren / Schalung Dach heisst Graben (Abb.6.13.7). Bei Dach-
genagelt
konstruktionen mit überlüfteter Dämmung
muss die Luftführung durch verkantete
Deckung Blechabdeckungen und Abstandslattungen im
Biberschwanz Kronendeckung Bereich der aufgehenden Wand sichergestellt
dem Gratverlauf geometrisch/ hand-
werklich angepasst sein. Da sich bei Überbelastung der Abläufe
3.
Wasser in der Grabenrinne anstauen kann,
zusätzliche Lüftungsöffnung
die Überlüftung der Dämmung wird
5. - 6. muss diese bis zur Anstauhöhe als dichte
durch zusätzliche Ausstromöffnungen Rinne mit Notüberläufen ausgeführt werden.
sichergestellt
Die Blechrinne sollte mindestens 20 cm
breit sein, an der Wand mindestens 20 cm
hochgeführt werden und ggf. zur Vermei-
Abb. 6.13.6 Grat; Kaltdach, Biberschwanzdeckung dung von Eisbildung beheizt werden.
Unterhalb der Rinne schützt eine zweilagige
3. Abdichtung vor Undichtigkeiten. Grabenrin-
nen sollten zu Reinigungszwecken begehbar
sein. Besser ist, sie ganz zu vermeiden.
5.
Grabenrinne Anforderungen - Fügung
1.
gekantetes Zinkblech, allseitig durch
Blechverwahrungen gesichert; einge-
1. Auflager für Grabenstein, gefalzte
legte Rinnenheizung 6. Blechverwahrung der Rinnenkante
zusätzliches Unterdach
2. Flächiges Auflager der Grabenrinne
als doppelte Sicherheit unterhalb der 5. durch zusätzliche Schalung/Unterdach
Rinne
3. Anordnung von Ausstromöffnungen
4. zur Dachlüftung (Hinterlüftung der
Deckung, Überlüftung der Dämmung
bei Kaltdach); Insektenschutz)
4. zusätzliche Abdichtung unterhalb der
Rinne, am Wandanschluss mindestens
20 cm hochgeführt
5. Notüberlauf: UK unterhalb der Öff-
nungen für die Dachentlüftung
Lüftungsöffnung 6. Eingelegtes Heizkabel zur Vermeidung
die Überlüftung der Dämmung wird von Eisbildung und Schneestau
durch die Luftführung entlang der auf-
gehenden Wand und die Anordnung 7. 7. dichter seitlicher Anschluss der Dampf-
der Ausstromöffnungen sichergestellt. sperre an Pfettenauflager
Abb. 6.13.7 Graben, Kaltdach, Biberschwanzdeckung
Kehle
Verschneidungen zweier Dachflächen an EBB 05
06
19
einer Gebäudeinnenecke werden als Kehle TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
bezeichnet (Abb. 6.13.8). Baukonstruktion und Baustoffkunde
Dachflächenfenster
Dachflächenfenster (Abb. 6.13.10 u.
Abb. 6.13.11) mit Aufsatzkranz ragen > 15 cm
über die Dachfläche. Umlaufend wird ein
Wasserleitblech aufgekantet und durch die
Zargenbekleidung des Fensters abgedeckt.
Innenseitig muss die Dampfsperre dicht an die
Wechselhölzer und Sparren angeschlossen
werden. Die Unterspannbahn ist firstseitig als
Rinne ausgeformt, so dass Restwasser seitlich
an den Rahmenhölzern vorbeifliessen kann.
5. Ab welcher Neigung kann Doppelsteh- 14. Wo befindet sich die Dampfsperre bei
falzdeckung verwendet werden? einem Warmdach (Schrägdach)?
a 25 % a unter der Wärmedämmung
b 12 ° b über der Wärmedämmung
c 7 ° c direkt unter der Dachhaut
d 40 % d Ein Warmdach benötigt systembe-
dingt keine Dampfsperre.
6. Welches Dachdeckungsmaterial eignet
sich für ein Dach mit 12° Neigung? 15. Wie nennt man ein einseitig geneigtes
a Faserzementwellplatten Dach?
b Mönch und Nonne a Satteldach
c einfache Schieferdeckung b Walmdach
d Biberschwanzziegel c Pultdach
d Schleppdach
7. Wozu dient eine Konterlattung?
a zur besseren Befestigung der Dach- 16. Welche Funktion hat eine Konterlatte?
ziegel a Sie dient zur Befestigung der Rinnen-
b zur Erzeugung eines Luftzwischen- haken.
raumes b Sie stellt den Übergang zwischen Ort-
c zur Vermeidung von Durchstoßpunk- gang und First her.
ten durch die Dachhaut c Sie stellt die Luftschicht zwischen
d zur Materialersparnis bei der Unterdach und Lattung her.
Dachkonstruktion d Auf ihr wird das Traufblech befestigt.
17. Wie heißt der schräge seitliche Rand
eines geneigten Dachs?
25. Was versteht man unter Regeldachnei-
gung? EBB 05
06
21
a Walm a Die vorgeschriebene Dachneigung TUM EBB Univ. Prof. Florian Musso
b Kehle innerhalb eines Bebauungsgebiets Baukonstruktion und Baustoffkunde
c First b Dachneigung, die bei einem bestimm- 03.6 Hülle • Dächer • Schrägdach
d Ortgang ten Deckungsmaterial nicht unter-
schritten werden soll
18. Welchen Vorteil haben Doppelsteh- c Dachneigung, die bei einem bestimm-
fälze gegenüber Einfachstehfälzen? ten Deckungsmaterial nicht über-
a dichter schritten werden soll
b materialsparender d Die Dachneigung, mit der in der
c leichter herzustellen Regel die meisten Dächer gedeckt
d keine Befestigung erforderlich werden
19. Bei Kaltdächern muss 26. Wo sollte beim Schrägdach die Unter-
der freie Lüftungsquerschnitt über der spannbahn angeordnet sein?
Dämmung gemäß DIN 4108 mindes- a innen unter der Wärmedämmung
tens betragen: b direkt unter der Dachdeckung
a 4 cm bei Dachneigung < 10° c zwischen Lattung und Konterlattung
b 2 cm bei Dachneigung > 10° d unter der Dachdeckung und unter
c 5 cm bei Dachneigungen > 10° Lattung und Konterlattung
d 10 cm bei Dachneigungen> 10°
27. Welches Dämmaterial eignet sich
20. Welche Schicht folgt in einem mit besonders als Dämmung in der Sparre-
Kupfer gedeckten Warmdach unter der nebene?
Deckung? a Polyurethan-Hartschaum (PU)
a Wärmedämmung b Mineralwolle
b Luftschicht c Extrudierter Polystyrol-Hartschaum
c Unterdach (XPS)
d Lattung d Polystyrol-Partikelschaum
(EPS)
21. Welche Aussage trifft für ein geneigtes
Kaltdach zu? 28. Mit welchem Bauteil werden Dachrin-
a zwischen Dämmung und Unterdach nen an einem schrägen Dach befes-
wird entlüftet tigt?
b zwischen Unterdach und Deckung a Rinnhaken
wird entlüftet b Traufblech
c zwischen Dämmung und Innenver- c Fallrohr
kleidung wird entlüftet d Firstbohle
d zwischen Dampfsperre und Däm-
mung wird entlüftet 29. Wie werden Blech-Bahnendeckungen
befestigt?
22. Welchen Vorteil hat ein hinterlüftetes a mit Haften verfalzt
Dach gegenüber einem nicht hinterlüf- b durch das Blech genagelt
teten? c durch den Stehfalz geschraubt
a Es ist kostengünstiger d mit dem Unterdach verschweisst
b Es belüftet den Dachraum
c Tauwasser wird durch die Hinterlüf- 30. Wie sollten Unterspannbahnen bei
tung abgeführt Unterdeckungen beschaffen sein?
d Schäden an der Dachhaut sind leich- a diffusionsdicht
ter zu beheben b diffusionsoffen
c UV-beständig
23. Welches Bauteil leitet Regenwasser d wasserdurchlässig
von der Deckung in die Dachrinne?
a Traufbohle 31. Ihr Dach ist 10° geneigt.
b Traufblech Welche Deckung kommt in Frage?
c Regenrohr a Reet
d Insektengitter b Faserzement-Wellplatten
c Flachdachpfannen
24. Bei einem Gebäude mit einer d Lärchenholzschindeln
Höhe < 8m muss die Abkantung eines
vorgesehenen Ortgangbleches mindes- 32. Wie werden Faserzement-
tens betragen: Schindeln befestigt?
a 50 mm a eingehängt
b 120 mm b verschraubt
c 4 mm c mit Mörtel vermauert
d 250 mm d genagelt
22 05
06 EBB 6.16 Literaturhinweise 6.9.6 - 7 EBB, Prof. Musso, F. München
[8] Rheinzink GmbH (Hrsg.). (1988) 6.10.20 Rheinzink, Anwendung in der Architektur, S. 54
Anwendungen im Hochbau
Datteln: Eigenverlag 6.10.21- EBB, Prof. Musso, F. München
6.10.22
[9] Schunck, E., Finke, T., Jenisch, R., Oster, H-J.
(1991, 2002); 6.10.23 Rheinzink, Anwendung in der Architektur, S. 99
Dachatlas, geneigte Dächer
München: Institut für Internationale Architekturdoku- 6.10.24 [Link]ä[Link]
mentation GmbH
6.10.25- EBB, Prof. Musso, F. München
[10] Täumer & Söhne GmbH (Hrsg.). (1993) 6.10.27
Dachdecker und Spenglerarbeiten
Donauwörth: Ludwig Auer 6.10.28 keine Quelle
[11] Vittone, R. (1996) 6.10.29 Dachatlas, S.160
Batir, Manuel de la construction
Lausanne: Presses Polytechniques Et Universitaires 6.10.30 Dachatlas, S.152
Romandes
6.10.31 Kal-Zip, Gleitklipp, Planungsordner
[12] Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
(Hrsg.). (1999 - 2003) 6.10.32 Eternit in der Schweiz
Fachregeln für Dachdeckungen mit Schiefer, mit Dach- Zürich: GTA-Verlag
ziegeln und Dachsteinen, mit Faserzementdachplatten,
mit Faserzementwellplatten, mit Bitumenschindeln, mit 6.10.33 Fregoso & Basalto, Genua
Holzschindeln, mit Reet Glasbauatlas, S.290
Köln: Rudolf Müller GmbH
6.10.34 EBB, Prof. Musso, F., München
[13] Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks
(Hrsg.). ( 2003) 6.10.35 EBB, Prof. Musso, F., München
Fachregeln für Metallarbeiten, Unterdächer, Unterde- Quelle: Glas am Bau, S.107, S.159
ckungen, Unterspannbahnen, Wärmeschutz bei Dach
und Wand 6.10.36 Krewinkel, Heinz, Böblingen
Köln: Rudolf Müller GmbH Glasbauatlas, S.299
- [Link]: [14] Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks 6.10.37 Fregoso & Basalto, Genua
infoline Geneigtes Dach (Hrsg.). (2003) Glasbauatlas, S.291
Merkblatt äußerer Blitzschutz auf Dach und Wand
- [Link] Köln: Rudolf Müller GmbH 6.11.1 EBB, Prof. Musso, F.
Verfasser:
Mitarbeit
Cand.- Arch. Monika Breig
Cand.- Arch. Bernhard Kurz
Stand: 11.2005