Studiengang: Digital Business Management (DBM)
Buchführung
SS 17
#81112
Lehrstuhl für Rechnungswesen und Finanzierung
Warum haben Sie sich für
Digital Business Management
entschieden?
Wer hat bereits Vorkenntnisse in
Buchführung?
(z.B. Schule, Praktikum, Erststudium, Ausbildung, ... )
Lern- und Erfolgsziele im Modul „Buchführung“
• Ziel 1: Beherrschung der Technik der Buchführung
Grundlagen und Grundbegriffe des betriebl. Rechnungswesens
Fähigkeit zur eigenständigen Buchung und Vorbereitung eines
Jahresabschlusses
• Ziel 2: Erarbeitung der Grundlagen des Jahresabschlusses
Verständnis der Grundbegriffe und Grundprobleme des
Jahresabschlusses
• Ziel 3: Erfolgreiche Prüfungsklausur (90 min)
Buchführung 5 Sommersemester 2020
Literatur
Bitte stets auf aktuelle Auflage achten:
• Coenenberg/Haller/Schultze: Einführung in das Rechnungswesen
• Döring/Buchholz: Buchhaltung und Jahresabschluss
• Schmolke/Deitermann: Industrielles Rechnungswesen
• Wöltje: Buchführung Schritt für Schritt
Buchführung 6 Sommersemester 2020
Literatur
Vormerken …
Nach unten scrollen …
Buchführung 7 Sommersemester 2020
Organisatorisches
• StudIP: Folien & Übungen zu den Vorlesungen
• Dozent: Dr. Markus Faber
• Sprechstunden: nach Terminvereinbarung
• Email: [Link]@[Link]
• Tutorium: Zu den Inhalten werden Übungstermine angeboten, an
denen die zuvor eingestellten Übungsaufgaben bearbeitet werden.
Diese Übungen werden von Tutoren gehalten und sollten
wahrgenommen werden, um erfolgreich die Klausur bestehen zu
können. Ort und Uhrzeit der Übungstermine werden via StudIP
kommuniziert.
Buchführung 8 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
1 Einführung
2 System der doppelten Buchführung
3 Buchtechnische Behandlung wichtiger Geschäftsvorfälle
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
5 Organisation der Buchführung
Buchführung 9 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Buchführung und Rechnungswesen
• Zur Einleitung:
Video „Einführung in das Rechnungswesen“
[Link]
Buchführung 10 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Verortung der Buchführung im Rechnungswesen
Eigner Gläubiger
Kapitalmärkte
Gewinn Zinsen
Unternehmung
Eigen- Fremd-
Arbeit- kapital kapital
Lohn, Arbeits-
nehmer
Gehalt kräfte
Umsatz Produkte
Beschaf- Material,
fungs- Liefer-
Entgelt Betriebs- Absatz-
anten Wertschöpfung Kunden
märkte
mittel märkte
Dienst-
Umsatz
leistungen
Dienst-
Dienst- Entgelt
leistungen Infra-
leister struktur
Steuern
1. Semester Aufwendungen Erträge
2. Semester Kosten Leistungen
3. Semester Auszahlungen Staat Einzahlungen
Buchführung 11 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Begriff, Zweck & Abgrenzung
• Begriff „Rechnungswesen“
quantitative Abbildung des Unternehmensgeschehens
• Zweck / Funktionen
Abbildung wirtschaftlicher Sachverhalte für Dokumentations-,
Planungs-, Steuerungs- und Kontrollzwecke
• Adressaten
unternehmensinterne Adressaten internes ReWe
unternehmensexterne Adressaten externes ReWe
Buchführung 12 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Bereiche & Begrifflichkeiten
1. Betriebliches Rechnungswesen = Externes und internes
Rechnungswesen
2. Externes Rechnungswesen (Rechnungslegung, financial accounting)
Buchführung / Finanzbuchhaltung
Jahres-, Einzel-, Konzernabschluss
„Steuerbilanz“
3. Internes Rechnungswesen (management accounting)
Kosten- und Leistungsrechnung/Controlling
(= internes Rechnungswesen i.e.S.)
Investitionsrechnung
Finanzrechnung
Buchführung 13 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Externes Rechnungswesen
Buchführung 14 Sommersemester 2020
Externes Rechnungswesen
Adressaten
Investoren / Mitgesellschafter
Handelspartner Gläubiger
Gemeinsames Interesse
aus verschiedenen
Perspektiven:
INFORMATION
Geschäftsführung
Zulieferer
Mittel zum Zweck:
Externe
staatliche Organe Rechnungslegung Kunden
Arbeitnehmer Öffentlichkeit
Buchführung 15 Sommersemester 2020
Externes Rechnungswesen
Funktionen
Informationsfunktion intern u. extern, als Grundlage für Kontrolle, Disposition,
Planung, Bilanzanalyse und Bilanzvergleich
Rechenschaftsfunktion intern u. extern, gesetzlich und freiwillig, gegenüber
Eigentümern, Gläubigern und öffentlich-rechtlichen
Institutionen
Dokumentationsfunktion Nachweis inner- und zwischenbetrieblicher Wert-
bewegungen, Nachweis der Geschäftsvorfälle und
sonstigen Ereignisse eines Unternehmens in der
Buchführung
Sicherungsfunktion Nachweis der Erhaltung und der Möglichkeit der Rück-
zahlung von Fremdkapital gegenüber den Gläubigern
Ermittlungsfunktion Erfolgsermittlung als Grundlage für Ausschüttung und
Besteuerung, Vermögensermittlung als Grundlage für
Auseinandersetzung, Fusionen, Konkurs
Buchführung 16 Sommersemester 2020
Betriebliches Rechnungswesen
Internes Rechnungswesen
Buchführung 17 Sommersemester 2020
Buchführung #1
Buchführung 18 Sommersemester 2020
Wer von Ihnen hat vor
ein Unternehmen zu gründen?
Buchführung 19 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Beispiel zu Bilanz, Gewinn & Verlust, Cashflow
Gründung eines Unternehmens (GmbH)
„more-copy-GmbH“ zum 01.01.20x1
Ballwieser: 5.000 € Bargeld + gebrauchter Kopierer (3.500 €)
Coenenberg: 7.000 € Bargeld + Kopierpapier (1.500 €)
Moxter: 8.000 € Bargeld
Buchführung 20 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Inventar = Grundlage der Eröffnungsbilanz
Bargeld (Vermögen) (in €)
Ballwieser 5.000
Coenenberg 7.000
Moxter 8.000 20.000
Kopiergerät (Ballw.) 3.500
Kopierpapier (Coe.) 1.500
Was bekommen wir für das Inventar?
Buchführung 21 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Finanzierung des Vermögens durch Eigenkapital
Bargeld (Vermögen) (in €)
Ballwieser 5.000
Coenenberg 7.000
Moxter 8.000 20.000
Kopiergerät (Ballw.) 3.500
Kopierpapier (Coe.) 1.500
Anteile am Stammkapital (Eigenkapital)
Ballwieser (34%) 8.500
Coenenberg (34%) 8.500
Moxter (32%) 8.000 25.000
Haben wir für die Gründung Schulden aufgenommen?
Buchführung 22 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Finanzierung des Vermögens durch Fremdkapital
Bargeld (Vermögen) (in €)
Ballwieser 5.000
Coenenberg 7.000
Moxter 8.000 20.000
Kopiergerät (Ballw.) 3.500
Kopierpapier (Coe.) 1.500
Anteile am Stammkapital (Eigenkapital)
Ballwieser (34%) 8.500
Coenenberg (34%) 8.500
Moxter (32%) 8.000 25.000
Schulden (Fremdkapital)
Nein!
z.B. aufgenommener Bankkredit 0
Buchführung 23 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Struktur der (Eröffnungs-)Bilanz
Aktiva Bilanz (in €) Passiva
Vermögen Eigenkapital
Bargeld 20.000 Ballwieser (34%) 8.500
Kopiergerät 3.500 Coenenberg (34%) 8.500
Kopierpapier 1.500 Moxter (32%) 8.000
Fremdkapital 0
Summe 25.000 Summe 25.000
Vermögen Kapital
Buchführung 24 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Eröffnungsbilanz der Unternehmensgründung (in €)
Bilanz:
Begriff: Gegenüberstellung von Vermögensgegenständen, Schulden und
Eigenkapital am Bilanzstichtag = Eröffnungsstichtag oder das Ende des
Geschäftsjahres (balance sheet; statement of financial position)
Funktion: Darstellung der „Vermögenslage und Finanzlage“ (Bestandsrechnung)
01.01.20x1
Aktiva (Vermögen) Passiva (Kapital)
Kopiergerät 3.500 Stammkapital 25.000
Kopierpapier 1.500
Geld 20.000 Schulden 0
Summe 25.000 Summe 25.000
Buchführung 25 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Sachverhalte während dem Geschäftsjahr (in €)
Gewinn- und Verlustrechnung: kurz „GuV“
Begriff: Gegenüberstellung von Erträgen und Aufwendungen sowie Ermittlung
des Erfolgs (Gewinn oder Verlust, profit or loss statement, income statement)
über ein Geschäftsjahr; i.d.R. 12 Monate
Funktion: Darstellung der „Ertragslage“
GuV (20x1)
Umsatzerlöse 40.000 Erträge
Gehälter -30.000 - Aufwendungen
Abschreibungen -700
Papierverbrauch -500
Gewinn 8.800 Erfolg*
* HGB: Jahresüberschuss/-fehlbetrag
Buchführung 26 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Sachverhalte während dem Geschäftsjahr (in €)
Kapitalflussrechnung: kurz „Cashflow“
Begriff: Gegenüberstellung der Ein- und Auszahlungen eines Geschäftsjahres
(statement of cash flows)
Funktion: Darstellung der „Finanzlage“; Veränderung der flüssigen Mittel
Kapitalflussrechnung (20x1)
Umsatzeinzahlungen 28.000 Einzahlungen
Gehälter -30.000
- Auszahlungen
Veränderung
Cash Flow -2.000
Zahlungsmittelbestand
Die Kapitalflussrechnung ist verpflichtend für alle IFRS-Abschlüsse (IAS 1.10) und nach HGB für
Konzernabschlüsse sowie bestimmte Jahresabschlüsse (§ 264 Abs. 1 u. § 297 Abs.1 HGB)
Buchführung 27 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Vergleich
GuV versus Cashflow: beides sind Periodenrechnungen
Gewinn- und Verlustrechnung Kapitalflussrechnung
Umsatz 40.000 Umsatzeinzahlungen 28.000
- Gehälter -30.000 - Gehälterauszahlungen -30.000
- Abschreibungen -700
- Papierverbrauch -500
Gewinn 8.800 Veränd. Zahlungsmittel -2.000
Buchführung 28 Sommersemester 2020
Eröffnungsbilanz & Jahresabschluss
Ende des Geschäftsjahres (in €)
31.12.20x1
Aktiva (Vermögen) Passiva (Kapital)
Kopiergerät 2.800 Stammkapital 25.000
Forderungen 12.000 Gewinn 8.800
Kopierpapier 1.000
Geld 18.000
Summe 33.800 Summe 33.800
- 2.000 Zahlungsmittelbestand + 8.800 Eigenkapital (Gewinn)
Detaildarstellung: Kapitalflussrechnung Detaildarstellung: GuV
Buchführung 29 Sommersemester 2020
Externes Rechnungswesen
Rechtsgrundlagen
• Deutsche Rechtsgrundlagen
– Handelsgesetzbuch (HGB), Drittes Buch: Handelsbücher
§§ 238 - § 342e HGB
generelle Anwendungspflicht für den Jahresabschluss
– Gesellschaftsrechtliche (z.B. AktG, GmbHG) und steuerrechtliche
(AO, EStG) Sondervorschriften
• Europäische und internationale Rechtsgrundlagen
– Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Union zur
Rechnungslegung
– International Financial Reporting Standards (IFRS)
Buchführung 30 Sommersemester 2020
Externes Rechnungswesen
Jahresabschluss
• Jahresabschluss (§ 242 HGB)
Rechnungsmäßiger „Abschluss“ des Geschäftsjahres zur Darstellung
der „Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“ eines Unternehmens
• Bestandteile des Jahresabschlusses:
– Mindestbestandteile (HGB):
Bilanz („Vermögens- und Finanzlage“)
Gewinn- und Verlustrechnung („Ertragslage“)
– abhängig von Rechtsform, Unternehmensgröße,
Kapitalmarktorientierung weitere Bestandteile
• Datenbasis des Jahresabschlusses ist immer die Buchführung
Buchführung 31 Sommersemester 2020
Externes Rechnungswesen
Jahresabschluss
• Aufstellung
– zum Ende des Geschäftsjahres (i.d.R. 31.12.)
– weitere wichtige Anlässe (z.B. Unternehmensgründung,
Liquidation, „Fusion“)
• Offenlegung („Informationsfunktion“):
Jahresabschlüsse insbesondere von Kapitalgesellschaften (AG,
GmbH) sind zu veröffentlichen (§§ 325-329 HGB)
• Weitere Abschlüsse
– Einzelabschluss nach IFRS (§ 325 Abs. 2a HGB)
– Konzernabschluss für eine Unternehmensgruppe
(§§ 290, 315a HGB)
– Zwischenbericht (Quartals- oder Halbjahresabschluss)
Buchführung 32 Sommersemester 2020
Buchführung #2
Buchführung 33 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
1 Einführung
2 System der doppelten Buchführung
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
5 Organisation der Buchführung
Buchführung 34 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
2 System der doppelten Buchführung
• Inventur und Inventar
• Inventar vs. Bilanz
• Auflösung der Bilanz und erfolgsneutrale Buchungen
• Auflösung des Eigenkapitalkontos und erfolgswirksame Buchungen
• Rechnungslegungspflicht/Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 35 Sommersemester 2020
Inventur (§240 HGB)
1. Zwei unterschiedliche Arten von Inventurverfahren:
Körperliche Bestandsaufnahme durch Zählen, Messen, Wiegen
& Schätzen (= tatsächliche Inaugenscheinnahme)
Buch- / Beleginventur – Qualität und Quantität von
Vermögensgegen-ständen und Schulden werden aufgrund
schriftlicher Unterlagen festgestellt
Ziel: Anfangsbestand (AB) + Zugang ./. Abgang = Endbestand (EB)
2. Vermögensgegenstände und Schulden sind jeweils einzeln nach Art,
Menge und Wert zu einem bestimmten Stichtag zu erfassen
3. Nach Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Bestandsaufnahme unterscheidet
man in Stichtagsinventur, ausgeweitete Stichtagsinventur, permanente
Inventur, vor- und nachverlagerte Stichtagsinventur
Buchführung 36 Sommersemester 2020
Inventurerleichterungen (§ 241 HGB)
Klassische
Stichtagsinventur Inventurerleichterungen (§ 241)
10 Tage vor und nach
dem Bilanzstichtag
ggf. mengen- und
wertmäßige
Fortschreibung/
Rückrechnung
vor- oder nach-
Permanente Stichproben-
verlegte Stich-
Inventur inventur
tagsinventur
wertmäßige Fortschreibung verlässliche Lagerbuchführung
bzw. Rückrechnung (Mengenfortschreibung)
nicht bei verderblichen oder besonders
wertvollen Vermögensgegenständen
Buchführung 37 Sommersemester 2020
Inventar: Grundlage der Bilanz
• Begriff (§ 240 HGB)
Als Ergebnis der Inventur ist das Inventar das
Bestandsverzeichnis der Vermögensgegenstände und Schulden
des Kaufmanns nach Art, Menge und Wert
• Zweck
Prüfung der Bilanzerstellung: Vergleich des Inventars mit der
Bilanz, die originär über die Buchführung / Buchhaltung erstellt
wird
Ggfls. Anpassungen der Bilanz an das Inventar bei (materiellen)
Abweichungen!
Buchführung 38 Sommersemester 2020
Inventar: meist 3 Bestandteile
A. Vermögen
I. Anlagevermögen (dauerhaft)
II. Umlaufvermögen (kurzfristig)
B. Schulden (Fremdkapital)
C. Reinvermögen (Eigenkapital) = A. ./. B.
Buchführung 39 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
Inventar zum 31.12.20X6 (in €)
A. Vermögen
I. Anlagevermögen
1 Stück Kopiergerät Xerox € 2.100,--
4 Stück PC HP 0815 € 15.700,--
1 Stück Klimaanlage Coldfrost € 2.000,--
II. Umlaufvermögen
1. Kopierpapier € 2.500,--
2. Kassenbestand € 37.500,--
Summe des Vermögens € 59.800,--
B. Schulden
1. Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung € 15.700,--
Summe der Schulden € 15.700,--
C. Ermittlung des Reinvermögens
Summe des Vermögens € 59.800,--
./. Summe der Schulden € 15.700,--
= Reinvermögen (Eigenkapital) € 44.100,--
Buchführung 40 Sommersemester 2020
Inventar: Erfolgsermittlung durch Vergleich
1. Durch Vergleich der Reinvermögen der Inventare zweier unterschiedlicher
Stichtage lässt sich der erwirtschaftete Erfolg einer Periode bestimmen (z.B.
Geschäftsjahr, Kalenderjahr)
2. Erfolgsermittlung ohne Kapitaleinlagen / -entnahmen während der Periode
EK t2 ./. EK t1 = Gewinn; wenn gilt: EK t2 > EK t1
EK t2 ./. EK t1 = Verlust; wenn gilt: EK t2 < EK t1
3. Erfolgsermittlung mit Kapitaleinlagen / -entnahmen während der Periode
EK t2 ./. EK t1 + Privatentnahmen ./. Privateinlagen = betrieblicher Erfolg
Gewinn, wenn gilt: EK t2 > EK t1 ; Verlust; wenn gilt: EK t2 < EK t1
4. Privatentnahmen bzw. -einlagen erfolgen durch den Kaufmann oder den / die
Gesellschafter
Buchführung 41 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
Erfolgsermittlung für Geschäftsjahr 20x6 (in €)
31.12.20x5 31.12.20x6
A. Vermögen
I. Anlagevermögen (dauerhaft) 2.800 19.800
II. Umlaufvermögen (kurzfristig) 31.000 40.000
B. Schulden (Fremdkapital) 0 15.700
C. Reinvermögen (Eigenkapital = EK) 33.800 44.100
D. Periodenerfolg = 44.100 ./. 33.800 Gewinn = 10.300
Buchführung 42 Sommersemester 2020
Exkurs: Wichtige Abkürzungen & synonyme Begriffe
1. Eigenkapital (EK), Eigenmittel (der Gesellschafter)
2. Fremdkapital (FK), Schulden, Verbindlichkeiten
3. Aktiva (A), Vermögen, Anlage- und Umlaufvermögen, Kapitalverwendung,
Investitionsseite, Mittelverwendung, Vermögenslage
4. Passiva (P), Eigen- und Fremdkapital, Kapitalaufnahme, Finanzierungsseite,
Mittelherkunft, Finanzlage
5. Minus: „ – “ oder „ ./. “
6. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
7. Kapitalflussrechnung (KFR), Cashflow (CF)
8. Soll (S) und Haben (H)
9. Erträge (Ertr.) und Aufwendungen (Aufw.)
10. Einzahlungen (Ez., Einz.) und Auszahlungen (Az., Ausz.)
11. Berichtsjahr, Periode (t)
12. Zeitpunkte und -perioden: t1 oder 20x5
13. Gewinn & Verlust, betrieblicher Erfolg
14. Bilanzstichtag, Stichtag, Berichtsdatum
15. Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)
16. Kapitalgesellschaft (KapGes)
17. Personengesellschaft (PersGes)
Buchführung 43 Sommersemester 2020
Exkurs: Wichtige Abkürzungen & synonyme Begriffe
Buchführung 44 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
2 System der doppelten Buchführung
• Inventur und Inventar
• Inventar vs. Bilanz
• Auflösung der Bilanz und erfolgsneutrale Buchungen
• Auflösung des Eigenkapitalkontos und erfolgswirksame Buchungen
• Rechnungslegungspflicht/Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 45 Sommersemester 2020
Buchführung bzw. Finanzbuchhaltung
• Zur Einleitung:
Video „Finanzbuchhaltung“
[Link]
Buchführung 46 Sommersemester 2020
Grundsatz
Keine Bilanz ohne Inventar!
Eine Bilanz ohne Inventar genügt nicht den
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 47 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
Vergleich des Inventars zum 31.12.20X6 (in €) ...
A. Vermögen
I. Anlagevermögen
1 Stück Kopiergerät Xerox € 2.100,--
4 Stück PC HP 0815 € 15.700,--
1 Stück Klimaanlage Coldfrost € 2.000,--
II. Umlaufvermögen
1. Kopierpapier € 2.500,--
2. Kassenbestand € 37.500,--
Summe des Vermögens € 59.800,--
B. Schulden
1. Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung € 15.700,--
Summe der Schulden € 15.700,--
C. Ermittlung des Reinvermögens
Summe des Vermögens € 59.800,--
./. Summe der Schulden € 15.700,--
= Reinvermögen (Eigenkapital) € 44.100,--
Buchführung 48 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
... mit der Bilanz zum 31.12.20X6 (in €)
31.12.20x6
Aktiva (Vermögen) Passiva (Kapital)
Kopiergerät 2.100 Stammkapital 25.000
sonstige BGA 17.700 Gewinnvortrag 8.800
Kopierpapier 2.500 Gewinn 2006* 10.300
Geld 37.500 Schulden 15.700
Summe 59.800 Summe 59.800
Buchführung 49 Sommersemester 2020
Inventar vs. Bilanz
Materiell gleich, formell unterschiedlich
Inventar Bilanz
Einzelerfassung aller Posten nach Art, kurz gefasste Übersicht: Zusammen-
Menge und Wert fassung gleichartiger Posten
enthält Mengen- und Wertangaben enthält nur Wertangaben
Detaillierter Einblick Kein direkter, detaillierter Einblick
Staffelform (Liste) Kontoform (Gegenüberstellung)
jährliche Bestandsaufnahme wird aus Buchführung abgeleitet
Eigenkapital
A. Vermögen (Vermögen ./. Schulden)
B. Schulden Vermögen
C. Reinvermögen Schulden
Buchführung 50 Sommersemester 2020
Bilanz
Bilanzgleichungen
Nachfolgende Gleichungen müssen immer erfüllt sein:
Vermögen ./. Schulden = Eigenkapital
Eigenkapital
(Vermögen ./. Schulden) Vermögen
Vermögen Schulden
Schulden Negatives Eigenkapital
(Vermögen ./. Schulden)
Außerdem muss immer gelten:
Aktiva = Passiva
Vermögen = Kapital
Kapital = Eigenkapital + Fremdkapital (Schulden)
Buchführung 51 Sommersemester 2020
Bilanz
Bilanzdarstellung
Nachfolgende Gleichungen müssen immer erfüllt sein:
Vermögen ./. Schulden = Eigenkapital
Eigenkapital
(Vermögen ./. Schulden) Vermögen
Vermögen Schulden
Schulden Negatives Eigenkapital
(Vermögen ./. Schulden)
Aktiva Bilanz zum [Datum] Passiva
Summe Summe
Buchführung 52 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
Bilanz zum 31.12.20X6 (in €)
31.12.20x6
Aktiva (Vermögen) Passiva (Kapital)
Kopiergerät 2.100 Stammkapital 25.000
sonstige BGA 17.700 Gewinnvortrag 8.800
Kopierpapier 2.500 Gewinn 2006* 10.300
Geld 37.500 Schulden 15.700
Summe 59.800 Summe 59.800
Wie ermittelt man den Gewinn (10.300 €)?
Buchführung 53 Sommersemester 2020
more-copy-GmbH
Bilanz zum 31.12.20X6 (in €)
31.12.20x6
Aktiva (Vermögen) Passiva (Kapital)
Kopiergerät 2.100 Stammkapital 25.000
sonstige BGA 17.700 Gewinnvortrag 8.800
Kopierpapier 2.500 Gewinn 2006* 10.300
Geld 37.500 Schulden 15.700
Summe 59.800 Summe 59.800
* Gewinnermittlung durch Reinvermögensvergleich 20x6 und 20x5
44.100 – 33.800 = 10.300
= Reinvermögen aus 20x5
Buchführung 54 Sommersemester 2020
Bilanz
• Aufgabe: Darstellung der „Vermögens- und Finanzlage“ (Höhe
und Struktur von Vermögen und Kapital)
• Bestands- und Stichtagsrechnung (quick snapshot), daher
Stichtagsprinzip (GoB)
• Elemente: Vermögensgegenstände, Schulden, Eigenkapital
(assets, liabilities, equity), verknüpft durch die Bilanzgleichung
• Die Bilanz ist wegen der Bilanzgleichung immer „ausgeglichen“
(Bilanzsumme Aktivseite = Bilanzsumme Passivseite)
• Wird aus der Buchführung abgeleitet und ggfls. an das Inventar
angepasst
Buchführung 55 Sommersemester 2020
Aktivseite der Bilanz (verkürzt)
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
II. Sachanlagen
III. Finanzanlagen
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
III. Wertpapiere
IV. Flüssige Mittel
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Buchführung 56 Sommersemester 2020
Anlagevermögen
Begriff und Bestandteile
• Begriff
dauerhaft (i.d.R. länger als ein Geschäftsjahr) genutzte
Vermögensgegenstände
• Hauptbestandteile
Sachanlagen
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Betriebs- und Geschäftsausstattung (BuG oder BGA)
Finanzanlagen (z.B. Unternehmensbeteiligungen durch Aktien)
Immaterielles Vermögen (Patente, Software u.ä.)
Buchführung 57 Sommersemester 2020
Umlaufvermögen
Begriff und Bestandteile
• Begriff
Vermögensgegenstände, die während des Geschäftszyklusses im
Unternehmensprozess „umlaufen“
• Hauptbestandteile
Vorräte (Lagerbestände)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Werkstoffe, „Material“)
(Unfertige und fertige) Erzeugnisse, Waren
Forderungen
Wertpapiere (kurzfristig)
Flüssige Mittel (Zahlungsmittel)
Bankguthaben, Schecks u. ä. (Buchgeld)
Kassenbestand (Bargeld)
Buchführung 58 Sommersemester 2020
Forderungen und Verbindlichkeiten
• Forderungen
– Zahlungsansprüche des Unternehmens
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (LL) gegen
Kunden aus dem Verkauf „auf Ziel“
Forderungen aus Ausleihungen u.ä.
• Verbindlichkeiten
– Zahlungsverpflichtungen (Schulden)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (LL) gegenüber den
Lieferanten des Unternehmens entstehen durch Kauf „auf Ziel“
Bankverbindlichkeiten (Kredite) u. ä.
Buchführung 59 Sommersemester 2020
Passivseite der Bilanz (verkürzt)
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital „eingezahltes“ Kapital (Satzung)
II. Kapitalrücklagen „eingezahltes“ „Mehr“kapital
III. Gewinnrücklagen einbehaltene Gewinne
IV. Gewinn-/Verlustvortrag in Vorjahren nicht verwendet
V. Jahresüberschuss/-fehlbetrag Gewinn/Verlust des Jahres
B. Rückstellungen unsichere Schulden
C. Verbindlichkeiten sichere Schulden
D. Rechnungsabgrenzungsposten Rückwirkung aus GuV
Buchführung 60 Sommersemester 2020
Bilanz
Aktiva & Passiva nach § 266 HGB für KapGes
Aktiva Bilanz (in €) Passiva
Aktiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche II. Kapitalrücklage
Rechte und Werte [Link]ücklagen
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 1. gesetzliche Rücklage
und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder
Rechten und Werten mehrheitlich beteiligten Unternehmen
3. Geschäfts- oder Firmenwert 3. satzungsmäßige Rücklagen
4. geleistete Anzahlungen 4. andere Gewinnrücklagen
II. Sachanlagen IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten V. Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
B. Rückstellungen
2. technische Anlagen und Maschinen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2. Steuerrückstellungen
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3. sonstige Rückstellungen.
III. Finanzanlagen C. Verbindlichkeiten
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1. Anleihen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen davon konvertibel
3. Beteiligungen 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein 3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
Beteiligungsverhältnis besteht 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und
6. sonstige Ausleihungen. der Ausstellung eigener Wechsel
B. Umlaufvermögen 6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
I. Vorräte 7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Beteiligungsverhältnis besteht
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 8. sonstige Verbindlichkeiten
3. fertige Erzeugnisse und Waren davon aus Steuern
4. geleistete Anzahlungen davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände D. Rechnungsabgrenzungsposten
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen E. Passive latente Steuern
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
4. sonstige Vermögensgegenstände
III. Wertpapiere
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. sonstige Wertpapiere
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks
C. Rechnungsabgrenzungsposten
D. Aktive latente Steuern
Buchführung E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 61 Sommersemester 2020
Buchführung #3
Buchführung 62 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
2 System der doppelten Buchführung
• Inventur und Inventar
• Inventar vs. Bilanz
• Auflösung der Bilanz und erfolgsneutrale Buchungen
• Auflösung des Eigenkapitalkontos und erfolgswirksame Buchungen
• Rechnungslegungspflicht/Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 63 Sommersemester 2020
Buchungen
• Zur Einleitung:
Video „Buchungssätze“
[Link]
Buchführung 64 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen"
Eröffnungsbilanz in t0
Es sei folgende Eröffnungsbilanz gegeben:
Aktiva Eröffnungsbilanz Passiva
A. Anlagevermögen A. Eigenkapital
BGA* 180.000 (Eingezahltes) Kapital 312.000
Fahrzeuge 330.000 B. Verbindlichkeiten
B. Umlaufvermögen (Bank-)Darlehen 20.000
Bankguthaben 65.000 Verbindlichkeiten LL** 243.000
575.000 575.000
* BGA: Betriebs- und Geschäftsausstattung, zählt zu Sachanlagen
** LL: aus Lieferungen und Leistungen
Buchführung 65 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
Geschäftsvorfälle in t1
1. Kauf eines PKW (€ 20.000) durch Banküberweisung
2. Umwandlung einer Verbindlichkeit LL (€ 25.000) in ein
langfristiges Darlehen
3. Fahrzeugkauf zu € 18.000 auf Ziel
4. Verbindlichkeit in Höhe von € 23.000 wird durch Banküberweisung
beglichen
Verbuchung allein mit dem Instrument der Bilanz: das sind noch
keine Buchungssätze, verdeutlicht aber das grundlegende Prinzip der
doppelten Buchführung und der zu wahrenden Bilanzgleichheit!
Funktioniert aber nur, wenn man nach jedem Geschäftsvorfall eine
Inventur macht und daraus Inventar und Bilanz ableitet!!!
Buchführung 66 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
Geschäftsvorfälle
Ein Geschäftsvorfall besteht immer aus 2 Bewegungen!!!
Für jede Bewegung sind separat folgende 4(x 2 = 8) Fragen zu
beantworten:
1. Wie lautet die Bilanzposition, die sich verändert?
2. Welche Seite der Bilanz verändert sich durch die Bewegung:
Vermögen oder Kapital?
3. Erhöht oder verringert die Bewegung die Bilanzposition?
4. Wie hoch (€) ist die Bewegung?
Buchführung 67 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
1. Aktivtausch
Geschäftsvorfall 1: Kauf eines PKW (€ 20.000) durch Banküberweisung in t1
Bewegung 1: Ergebnis:
Bilanzposition? Fahrzeuge „Position Fahrzeuge erhöht
Vermögen oder Kapital? Vermögen die Aktiva um 20.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Steigt
Höhe der Bewegung? 20.000
Bewegung 2: Ergebnis:
Bilanzposition? Bank „Position Bank verringert
Vermögen oder Kapital? Vermögen die Aktiva um 20.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Sinkt
Höhe der Bewegung? 20.000
Buchführung 68 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
1. Aktivtausch
1. Eröffnungsbilanz in t0
Aktiva Eröffnungsbilanz t0 Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 330.000 Bankdarlehen 20.000
Bank 65.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
2. Kauf eines PKW (€ 20.000) durch Banküberweisung in t1
Bilanzgleichheit!!!
3. Bilanz nach Kauf des PKW in t1
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge + 20.000 € 350.000 Bankdarlehen 20.000
Bank - 20.000 €
45.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Buchführung 69 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
1. Aktivtausch
1. Eröffnungsbilanz in t0
Aktiva Eröffnungsbilanz t0 Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 330.000 Bankdarlehen 20.000
Bank 65.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Aktivtausch: Bilanzsumme & EK = konstant; Struktur der Aktivseite ändert sich
3. Bilanz nach Kauf des PKW in t1
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge + 20.000 € 350.000 Bankdarlehen 20.000
Bank - 20.000 €
45.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Buchführung 70 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
2. Passivtausch
Geschäftsvorfall 2: Umwandlung einer Verbindlichkeit LL (25.000 €) in ein
langfristiges Bankdarlehen in t2
Bewegung 1: Ergebnis:
Bilanzposition? Verbindlichkeit „Position Verbindlichkeiten
Vermögen oder Kapital? Kapital LL verringert die Passiva
um 25.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Sinkt
Höhe der Bewegung? 25.000
Bewegung 2: Ergebnis:
Bilanzposition? Darlehen „Position Darlehen erhöht
Vermögen oder Kapital? Kapital die Passiva um 25.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Steigt
Höhe der Bewegung? 25.000
Buchführung 71 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
2. Passivtausch
1. Bilanz in t1 nach Kauf des PKW
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen 20.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
2. Umwandlung Verbindlichkeit LL (€ 25.000) in Darlehen in t2
Bilanzgleichheit!!!
3. Bilanz nach Umwandlung der Verbindlichkeit LL in t2
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen + 25.000 € 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL - 25.000 € 218.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Buchführung 72 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
2. Passivtausch
1. Bilanz in t1 nach Kauf des PKW
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen 20.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Passivtausch: Bilanzsumme & EK = konstant; Struktur der Passivseite ändert sich
3. Bilanz nach Umwandlung der Verbindlichkeit LL in t2
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen + 25.000 € 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL - 25.000 € 218.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Buchführung 73 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
3. Aktiv-Passiv-Mehrung
Geschäftsvorfall 3: Kauf eines PKW auf Ziel (18.000 €) in t3
Bewegung 1: Ergebnis:
Bilanzposition? Fahrzeuge „Position Fahrzeuge erhöht
Vermögen oder Kapital? Vermögen die Aktiva um 18.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Steigt
Höhe der Bewegung? 18.000
Bewegung 2: Ergebnis:
Bilanzposition? Verbindlichkeiten LL „Position Verbindlichkeiten
Vermögen oder Kapital? Kapital LL erhöht die Passiva um
18.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Steigt
Höhe der Bewegung? 18.000
Buchführung 74 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
3. Aktiv-Passiv-Mehrung
1. Bilanz in t2 nach Umwandlung Verbindlichkeit LL in Darlehen
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 218.000
Summe 575.000 Summe 575.000
2. Kauf PKW auf Ziel (€ 18.000) in t3
Bilanzgleichheit!!!
3. Bilanz nach Kauf PKW auf Ziel in t3
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge + 18.000 € 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL + 18.000 € 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Buchführung 75 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
3. Aktiv-Passiv-Mehrung
1. Bilanz in t2 nach Umwandlung Verbindlichkeit LL in Darlehen
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 350.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 218.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Aktiv-Passiv-Mehrung: Bilanzsumme steigt (Bilanzverlängerung), EK = konstant
3. Bilanz nach Kauf PKW auf Ziel in t3
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge + 18.000 € 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL + 18.000 € 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Buchführung 76 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
4. Aktiv-Passiv-Minderung
Geschäftsvorfall 4: Verbindlichkeit (23.000 €) wird per Banküberweisung
beglichen in t4
Bewegung 1: Ergebnis:
Bilanzposition? Verbindlichkeit LL „Position Verbindlichkeiten
Vermögen oder Kapital? Kapital LL verringern die Passiva
um 23.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Sinkt
Höhe der Bewegung? 23.000
Bewegung 2: Ergebnis:
Bilanzposition? Bank „Position Bank verringert
Vermögen oder Kapital? Vermögen die Aktiva um 23.000 €“
Erhöhung oder Verringerung? Sinkt
Höhe der Bewegung? 23.000
Buchführung 77 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
4. Aktiv-Passiv-Minderung
1. Bilanz in t3 nach Kauf PKW auf Ziel
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
2. Begleichung Verbindlichkeit LL (€ 23.000) per Überweisung in t4
Bilanzgleichheit!!!
3. Bilanz nach Begleichung Verbindlichkeit LL in t4
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank -23.000 € 22.000 Verbindlichkeiten LL - 23.000 € 213.000
Summe 570.000 Summe 570.000
Buchführung 78 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
4. Aktiv-Passiv-Minderung
1. Bilanz in t3 nach Kauf PKW auf Ziel
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Aktiv-Passiv-Minderung: Bilanzsumme sinkt (Bilanzverkürzung), EK = konstant
3. Bilanz nach Begleichung Verbindlichkeit LL in t4
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank -23.000 € 22.000 Verbindlichkeiten LL - 23.000 € 213.000
Summe 570.000 Summe 570.000
Buchführung 79 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
Zusammenfassung & Einschätzung aus Sicht der Praxis
1. Merke: Jeder Geschäftsvorfall verändert mindestens zwei
Bilanzpositionen (mind. 2 Bewegungen)
2. Merke: Dabei gilt immer Vermögen = Kapital (!!!), auch wenn die
Bilanz ihre Struktur (Aktiv- / Passivtausch) oder ihr
Gesamtvolumen (Bilanzverlängerung / -kürzung) ändert
Buchführung 80 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
Zusammenfassung & Einschätzung: Vergleich t4 mit t0
1. Vorteil: Veränderung des Eigenkapitals des Berichtsjahres lässt
sich durch Eigenkapitalvergleich ohne großen Aufwand
bestimmen
Man muss unterjährig keine Aufzeichnungen von Geschäftsvorfällen
(Bewegungen) vornehmen
Eine Inventur zur Erstellung des Inventars am Jahresende muss
ohnehin vorgenommen werden
2. Nachteil: Direkte Zuordnung von Positionen der Aktiv- zur
Passivseite in der Bilanz ist nicht möglich! Z.B. wie wurden die
PKWs im obigen Beispiel finanziert?
3. Nachteil: Eigenkapitalvergleich lässt keine Rückschlüsse auf
die Veränderung des Erfolgs während des Geschäftsjahres zu!
Buchführung 81 Sommersemester 2020
Fallstudie „Bilanzveränderungen“
Zusammenfassung & Einschätzung: Vergleich tn mit tn-1
Wie kann man diese Informationsdefizite beheben?
• Nicht nur am Geschäftsjahresende wird eine Inventur
durchgeführt, ein Inventar erstellt und daraus eine Bilanz
abgeleitet, sondern man wiederholt diesen Vorgang nach jedem
neuen Geschäftsvorfall!
• Die einzelnen Bilanzen dokumentieren die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage. Auch die Analyse der Erfolgsentstehung und -
zusammensetzung wäre durch Vergleich der einzelnen Bilanzen
grundsätzlich möglich; aber: in der Praxis viel zu aufwendig!
Daher: „Auflösung“ der Bilanz in einzelne Konten (Rechnungs-
stellen). Sämtliche Geschäftsvorfälle werden unterjährig (nur) auf den
betreffenden Konten erfasst (= gebucht) und am Jahresende unter
Berücksichtigung der Inventur zu einer Bilanz zusammengefasst.
Buchführung 82 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Aktiv- und Passivkonten: Aufbau
1. Ein Konto ...
ist ein zweiseitiges Rechenschema, das ausgehend vom Anfangsbestand
(AB) die Wertänderungen bis zum Endbestand (EB) erfasst
besteht aus Soll- („S“) und Habenseite („H“); „S“ und „H“ haben keine
materielle (inhaltliche) Bedeutung = dienen nur der Unterscheidung!
In der Bilanz gibt es Aktiv- und Passivkonten
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
AB 20 Abgang 5 Abgang 20 AB 70
Zugang 100 Abgang 15 Abgang 100 Zugang 140
... ... EB 100 EB 90 ... ...
Summe 120 Summe 120 Summe 210 Summe 210
Buchführung 83 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Aktiv- und Passivkonten: Salden bzw. Endbestand
1. Ein Bilanzkonto ...
mit einem Soll-Saldo ist i.d.R. ein Aktivkonto: „Soll-Saldo“ deshalb, da die
Soll-Seite größer ist als die Haben-Seite
mit einem Haben-Saldo ist i.d.R. ein Passivkonto: „Haben-Saldo“ deshalb,
da die Haben-Seite größer ist als die Soll-Seite
!!! Soll-Salden stehen auf der Haben- und Haben-Salden auf der Soll-Seite !!!
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
AB
Abgänge (-) AB
Abgänge (-)
Zugänge (+)
EB (= Soll-Saldo) Zugänge (+)
EB (= Haben-Saldo)
Buchführung 84 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Aktiv- und Passivkonten: Salden bzw. Endbestand
1. Ein Bilanzkonto ...
gehört entweder zu den Aktiv- oder den Passivkonten und
wechselt seine Zugehörigkeit zur Aktiv- oder Passivseite i.d.R. nicht;
Ausnahme: z.B. Bank
Soll (S) Bank Haben (H)
AB
Aus dem Aktivkonto „Bank“ wird
das Passivkonto:
Zugänge (+) Abgänge (-) „Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten“!
EB (= Haben-Saldo)
Buchführung 85 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Aktiv- und Passivkonten: Buchungsschema
1. Ein Aktivkonto nimmt im Soll zu (links) und im Haben ab (rechts)
2. Ein Passivkonto nimmt im Haben zu (rechts) und im Soll ab (links)
3. Über die Bildung des Saldos (Endbestand) muss am Ende des
Geschäftsjahres jedes Konto wertmäßig ausgeglichen werden!
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
Buchführung 86 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Soll (S) BGA-Konto Haben (H) Soll (S) Vblk LL-Konto Haben (H)
... ... ... ... ... ... ... ...
... ... ... ... ... ... ... ...
... ... EB 180.000 EB 236.000 ... ...
Buchführung 87 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
Buchführung 88 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 45.000 Verbindlichkeiten LL 236.000
Summe 593.000 Summe 593.000
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
Buchführung 89 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
Jede Zeile der Bilanz „löst sich auf“ in mindestens ein Konto!
Man nennt Aktiv-/Passivkonten zusammen auch „Bestandskonten“
Buchführung 90 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
WICHTIG!
Buchführung 91 Sommersemester 2020
Was bedeutet „buchen“?
1. Begriff „Buchen“: Erfassen von Geschäftsvorfällen auf Konten
2. Instrument, mit dem man bucht, heißt „Buchungssatz“ und hat
folgenden Aufbau:
Aufbau: „Soll an Haben“ (Heißt: ohne Soll, kein Haben!)
Beispiel: Konto „Fahrzeuge“ € 20.000 an Konto „Bank“ € 20.000
3. Buchungssätze – Typen:
Einfacher Buchungssatz: „Fahrzeuge an Bank“
Zusammengesetzter Buchungssatz:
„Fahrzeuge 20.000 an Bank 10.000
Verbindlichkeit 10.000
Buchführung 92 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Konvention und Aufgabe
• Sprachkonvention: um nicht jeden Geschäftsvorfall verbal umschreiben
zu müssen, verwendet man Buchungssätze in standardisierter Form:
– Einfacher Buchungssatz:
[Soll] [Betrag] an [Haben] [Betrag]
– Zusammengesetzter Buchungssatz
[Soll] [Betrag] an [Haben] [Betrag]
[Soll] [Betrag] [Haben] [Betrag]
... ...
• Dient der rechnerischen Erfassung von Geschäftsvorfällen („Buchen“)
• anhand von Belegen auf Konten
• für Zwecke des Jahresabschluss und internes Rechnungswesen
Buchführung 93 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Mögliche Belegarten
Belege aus Belege aus
unternehmensexternen Transaktionen unternehmensinternen Transaktionen
Beispiele: Beispiele:
Eingangsrechnungen Kopien von Ausgangsrechnungen
Quittungen Quittungsdurchschriften
Gutschriftsanzeigen des Lieferanten Kopien von Gutschriftsanzeigen an
für Rücksendungen und/oder Kunden
Preisnachlässe Kopien von Begleitbriefen für
Begleitbriefe zu erhaltenen weitergegebene Schecks/Wechsel
Schecks/Wechseln/Avalen Tätigkeitsnachweise/Projektpläne
Bank-/Postbelege (z. B. Lohn- und Gehaltslisten
Kontoauszüge) Materialentnahmescheine
Verträge (Miete, Leasing, Darlehen, Quittungen über Privatentnahmen
Bürgschaften, Garantien) Nachweise über Storno und
Umbuchungen
Abschreibungspläne
Buchführung 94 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Jahresabschlussprozess im Überblick
Quelle: Schöttler/Spulak, Theoriebuch, 2010, S. 48
Buchführung 95 Sommersemester 2020
Buchführung #4
Buchführung 96 Sommersemester 2020
Buchführung #5
Buchführung 97 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
Aufgabe
1. Eröffnungsbilanz erstellen: Erstellen Sie mit Hilfe des Inventars
die Eröffnungsbilanz zum 1.1.20x0
2. Anfangsbestände einbuchen: Eröffnen Sie die Bestandskonten
per Einbuchung der Anfangsbestände in einem Buchungssatz
inkl. T-Konten
3. Geschäftsvorfälle buchen: Erstellen Sie die Buchungssätze zu
allen Geschäftsvorfällen des Geschäftsjahres 20x0 und
verbuchen Sie diese zusätzlich auf den eröffneten T-Konten
4. Schlussbilanz erstellen: Erstellen Sie die Schlussbilanz zum
31.12.20x0
Buchführung 98 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
1. Eröffnungsbilanz erstellen: Inventar zum 1.1.20x0
Inventar:
• Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA): 180.000 €
• Fahrzeuge: 330.000 €
• Bank: 65.000 €
• Bankdarlehen: 20.000 €
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen: 243.000 €
Buchführung 99 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
1. Eröffnungsbilanz erstellen
Inventar:
• Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA): 180.000 €
• Fahrzeuge: 330.000 €
• Bank: 65.000 €
• Bankdarlehen: 20.000 €
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen: 243.000 €
Aktiva EB zum 1.1.20x0 Passiva
Sachanlagen 510.000 EK 312.000
Bank 65.000 Bankdarlehen 20.000
Bank 65.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Summe 575.000 Summe 575.000
Buchführung 100 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
2. Anfangsbestände: Konteneröffnung zum 1.1.20x0
Eröffnungsbuchung: Einbuchung der Anfangsbestände (€)
BGA 180.000 an EK 312.000
Fahrzeuge 330.000 Darlehen 20.000
Buchungssatz
Bank 65.000 Verbindlichkeiten LL 243.000
Soll Haben
S BGA H S Darlehen H T-Konten
AB 180.000 AB 20.000
S Fahrzeuge H S Verbindlichkeit H
AB 330.000 AB 243.000
S Bank H S Eigenkapital H
AB 65.000 AB 312.000
Buchführung 101 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
2. Anfangsbestände: Konteneröffnung
Alternativ könnten wir auch ein Eröffnungsbilanzkonto (EB-Konto)
erstellen.
Eröffnungsbilanzbuchungen bzw. EB-Konto sind nicht relevant
für Klausur!
Buchführung 102 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen
1. Kauf eines PKW (€ 20.000) durch Banküberweisung
2. Umwandlung einer Verbindlichkeit LL (€ 25.000) in ein
langfristiges Darlehen
3. Fahrzeugkauf zu € 18.000 auf Ziel
4. Verbindlichkeit in Höhe von € 23.000 wird durch Banküberweisung
beglichen
Verbuchung über Buchungssätze: für jeden Buchungssatz gilt,
dass er in Summe die Bilanzgleichheit wahren muss:
Wertmäßig in Summe muss gelten: Soll = Haben (!)
Buchungssätze werden unabhängig von Inventur und Inventar
erstellt
Buchführung 103 Sommersemester 2020
Auflösung der Bilanz in Konten
Bilanz & Aktiv-/Passivkonten im Zusammenspiel
Aktiva Bilanz Passiva
Soll (S) Aktivkonto Haben (H) Soll (S) Passivkonto Haben (H)
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
WICHTIG!
Buchführung 104 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen: Aktivtausch
Geschäftsvorfall 1: Kauf eines PKW (€ 20.000) durch Banküberweisung in t1
Bewegung 1: Bewegung 2:
Bilanzposition? Fahrzeuge Bilanzposition? Bank
Aktiva oder Passiva? Aktiva Aktiva oder Passiva? Aktiva
Art der Bewegung?* + im Soll Art der Bewegung? - im Haben
Höhe der Bewegung? 20.000 Höhe der Bewegung? 20.000
*Zunahme/Abnahme im Soll/Haben?
Buchungssatz: Fahrzeuge 20.000 an Bank 20.000
Soll (S) Fahrzeuge Haben (H) Soll (S) Bank Haben (H)
AB 330.000 Abgang 5 AB 65.000 AB 65.000
Zugang 20.000 Abgang 15 EB 45.000 Abgang 20.000
... ... EB 350.000 EB 90 ... ...
Summe 350.000 Summe 350.000 Summe 65.000 Summe 65.000
Buchführung 105 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen: Passivtausch
Geschäftsvorfall 2: Umwandlung einer Verbindlichkeit LL (25.000 €) in ein
langfristiges Bankdarlehen in t2
Bewegung 1: Bewegung 2:
Bilanzposition? Verbindlichkeit LL Bilanzposition? Darlehen
Aktiva oder Passiva? Passiva Aktiva oder Passiva? Passiva
Art der Bewegung?* - im Soll Art der Bewegung? + im Haben
Höhe der Bewegung? 25.000 Höhe der Bewegung? 25.000
*Zunahme/Abnahme im Soll/Haben?
Buchungssatz: Vblk. LL 25.000 an Darlehen 25.000
Soll (S) Vblk LL Haben (H) Soll (S) Darlehen Haben (H)
AB 330.000 AB 243.000 Abgang 20.000 AB 20.000
Abgang 25.000 Abgang 15 EB 45.000 Zugang 25.000
... ... EB 350.000 EB 90 ... ...
Summe 350.000 Summe 350.000 Summe 65.000 Summe 65.000
Buchführung 106 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen: Aktiv-Passiv-Mehrung
Geschäftsvorfall 3: Kauf eines PKW auf Ziel (18.000 €) in t3
Bewegung 1: Bewegung 2:
Bilanzposition? Fahrzeuge Bilanzposition? Verbindlichkeiten LL
Aktiva oder Passiva? Aktiva Aktiva oder Passiva? Passiva
Art der Bewegung?* + im Soll Art der Bewegung? + im Haben
Höhe der Bewegung? 18.000 Höhe der Bewegung? 18.000
*Zunahme/Abnahme im Soll/Haben?
Buchungssatz: Fahrzeuge 18.000 an Vblk. LL 18.000
Soll (S) Fahrzeuge Haben (H) Soll (S) Vblk LL Haben (H)
AB 330.000 AB 243.000 Abgang 20.000 AB 243.000
Zugang 20.000 Abgang 15 Abgang 25.000 Zugang 18.000
Zugang 18.000 EB 350.000 EB 90 ... ...
Summe 350.000 Summe 350.000 Summe 65.000 Summe 65.000
Buchführung 107 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen: Aktiv-Passiv-Minderung
Geschäftsvorfall 4: Verbindlichkeit (23.000 €) wird per Banküberweisung
beglichen in t4
Bewegung 1: Bewegung 2:
Bilanzposition? Verbindlichkeiten LL Bilanzposition? Bank
Aktiva oder Passiva? Passiva Aktiva oder Passiva? Aktiva
Art der Bewegung?* - im Soll Art der Bewegung? - im Haben
Höhe der Bewegung? 23.000 Höhe der Bewegung? 23.000
*Zunahme/Abnahme im Soll/Haben?
Buchungssatz: Vblk. LL 23.000 an Bank 23.000
Soll (S) Vblk. LL Haben (H) Soll (S) Bank Haben (H)
AB 330.000 AB 243.000 AB 65.000 AB 65.000
Abgang 25.000 Zugang 18.000 Abgang 25.000 Abgang 20.000
Abgang 23.000 EB 350.000 EB 90 Abgang 23.000
Summe 350.000 Summe 350.000 Summe 65.000 Summe 65.000
Buchführung 108 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
3. Geschäftsvorfälle buchen
Merke: Jeder Geschäftsvorfall ...
• wird doppelt verbucht = verändert mind. 2 Konten
• verändert mind. 1 Konto im Soll und 1 Konto im Haben
• ist wertmäßig ausgeglichen, d.h. in Summe gilt je Buchung: Soll
= Haben
• kann mit nachfolgendem Buchungsschema verbucht werden:
S Aktivkonto H S Passivkonto H
AB EB EB AB
+ − − +
Zugang Abgang Abgang Zugang
AB = Anfangsbestand; EB = Endbestand
Buchführung 109 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
4. Schlussbilanz erstellen: T-Konten zum 31.12.20x0
S BGA H S EK H
AB 180.000 EB 180.000 EB 312.000 AB 312.000
Zugang 20.000 Abgang 15 Zugang 20.000 Abgang 15
Zugang 18.000 EB 350.000 Zugang 18.000 EB 350.000
Summe 180.000 Summe 180.000 Summe 312.000 Summe 312.000
S Fahrzeuge H S Darlehen H
AB 330.000 AB 243.000 Abgang 20.000 AB 20.000
Zugang 20.000 Abgang 15 EB 45.000 Zugang 25.000
Zugang 18.000 EB 368.000 EB 45.000 ... ...
Summe 368.000 Summe 368.000 Summe 45.000 Summe 45.000
S Bank H S Vblk. LL H
AB 65.000 Abgang 20.000 Abgang 25.000 AB 243.000
Abgang 25.000 Abgang 23.000 Abgang 23.000 Zugang 18.000
EB 90 EB 22.000 EB 213.000 EB 350.000
Summe 65.000 Summe 65.000 Summe 261.000 Summe 261.000
Buchführung 110 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
4. Schlussbilanz erstellen: Buchungssatz
Auch jeder Endbestand (EB) hat eine Gegenbuchung!
Schlussbilanzbuchungen: Einbuchung der Endbestände ins
Schlussbilanzkonto (kurz: SBK) in €
Aktivkonten: SBK an Aktivkonto
Passivkonten: Passivkonto an SBK
SBK (BGA) 180.000 an BGA(-Konto) 180.000
SBK (Fahrzeuge) 368.000 Fahrzeuge(-Konto) 368.000 Aktivkonten
SBK (Bank) 22.000 Bank(-Konto) 22.000
Darlehen(-Konto) 45.000 SBK (Darlehen) 45.000
Vblk. LL(-Konto) 213.000 SBK (Vblk. LL) 213.000 Passivkonten
EK(-Konto) 312.000 SBK (EK) 312.000
Soll Haben
Buchführung 111 Sommersemester 2020
Fallstudie „Erfolgsneutrale Buchungen“
4. Schlussbilanz erstellen: vom SBK zur SB
S Schlussbilanzkonto (SBK) H
BGA 180.000 EK 312.000
Fahrzeuge 368.000 Darlehen 45.000
Bank 22.000 Vblk. LL 213.000
Summe 570.000 Summe 570.000
Aktiva Schlussbilanz (SB) 31.12.20x0 Passiva
Sachanlagen 548.000 EK 312.000
Bank 22.000 Bankdarlehen 45.000
Bank 65.000 Verbindlichkeiten LL 213.000
Summe 570.000 Summe 570.000
Buchführung 112 Sommersemester 2020
Wiederholung: Buchführung #4
Buchführung 113 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Grundlage für finanzielle Kennzahlen
Kennzahlen
Buchführung 114 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Jahresabschlussprozess im Überblick
Quelle: Bornhofen/Bornhofen, Buchführung 1, 2014, S. 72
( )
Buchführung 115 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Kontenübersicht (ohne Erfolgskonten)
Quelle: Bornhofen/Bornhofen, Buchführung 1,, 2014, S. 72
Buchführung 116 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Schlussbilanzkonto und Schlussbilanz
1. Das Schlussbilanzbilanzkonto ist das Abschlusskonto der
Bestands-(= Bilanz-)Konten
2. Das Schlussbilanzkonto wird aus der laufenden Buchführung
abgeleitet
3. Aus dem Schlussbilanzkonto wird durch Zusammenfassung und
vorschriftsmäßige Gliederung die Schlussbilanz abgeleitet
4. Das Schlussbilanzkonto ist ein Buchführungskonto, die
Schlussbilanz (Aktiva, Passiva) gehört zum Jahresabschluss
5. Die Eröffnungsbilanz eines Geschäftsjahres entspricht der
Schlussbilanz des vorhergegangen Geschäftsjahres
(Grundsatz der Bilanzidentität = GoB)
Buchführung 117 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Übungsaufgaben
Buchen Sie folgende Geschäftsvorfälle:
1. Wir überweisen unserer Hausbank zum Ausgleich unseres Darlehens
15.000 €.
2. Es wird ein Grundstück zum Preis von € 10.000 gekauft. Bezahlt wird
durch Banküberweisung.
3. Unser Mitarbeiter erhält einen Vorschuss über 250 € in bar.
4. Ein Postbankkonto wird eingerichtet und 500 € bar eingezahlt.
5. Ein mittelfristiges Darlehen über 20.000 € wird aufgenommen. Der
Darlehensgeber überlässt dem Unternehmen Wertpapiere im
Gegenwert von 7.000 €, eine Forderung aus Lieferung und Leistung
über 3.000 € (die Buchung erfolgt auf einem separaten Konto „Ford.
gegen Dritte“), Barmittel über 2.000 € und überweist 8.000 € auf das
Bankkonto.
6. Kauf von Rohstoffen über 500 € gegen Rechnung.
7. Verkauf einer Maschine (Wert in der Bilanz: 2.000 €) für 3.000 € in
bar
Buchführung 118 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
2 System der doppelten Buchführung
• Inventur und Inventar
• Inventar vs. Bilanz
• Auflösung der Bilanz und erfolgsneutrale Buchungen
• Auflösung des Eigenkapitalkontos und erfolgswirksame Buchungen
• Rechnungslegungspflicht/Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 119 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Mischcharakter
Veränderungen des Eigenkapitals (EK) durch:
1. Privatentnahmen oder -einlagen (= erfolgsneutrale Änderungen)
2. Unternehmenstätigkeit (= erfolgswirksame Änderungen)
Aufwendungen („Verlustbeiträge“, Eigenkapitalminderung,
Werteverzehr),
Erträgen („Gewinnbeiträge“, Eigenkapitalwachstum, Wertentstehung)
→ Eigenkapitalkonto hat Mischcharakter
Buchführung 120 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Auflösung in Erfolgskonten & Privatkonto
1. Probleme eines einheitlichen EK-Kontos
Vom Charakter her unterschiedliche Vorgänge (erfolgsneutrale
Vorgänge zwischen Gesellschaft und Gesellschafter sowie Erfolge
aus Unternehmenstätigkeit)
Unübersichtlichkeit des EK-Kontos wegen Vielzahl der
Geschäftsvorfälle
Erfolgskomponenten werden nicht ersichtlich
2. Lösung: Auflösung des EK-Kontos in Unterkonten
Privatkonto (auch: PrivK, PrivatK)
Gewinn- und Verlustkonto (auch: GuV, GuV-Konto, GuVK)
Auflösung in Erfolgskonten: Ertrags- und Aufwandskonten
Buchführung 121 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Auflösung in Erfolgskonten & Privatkonto
Entnahmen Einlagen
Verringern Erhöhen
das EK das EK
PrivK
Quelle: Bornhofen/Bornhofen, Buchführung 1, 2014, S. 72 mit eigenen Erweiterungen
Buchführung 122 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Auflösung in Erfolgskonten & Privatkonto
Aktiva Bilanz Passiva
Vermögen Kapital
S Eigenkapitalkonto H
./. Entnahmen/Kapitalherabsetzung Anfangsbestand
./. Verlust + Einlagen/Kapitalerhöhung
= Endbestand + Gewinn
S EK-Bestandskonto H S EK-Bewegungskonto H
./. Entnahmen AB
EK-Minderungen EK-Mehrungen
= EB + Einlagen
= Aufwendungen = Erträge
= Privatkonto
Buchführung 123 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Auflösung in Erfolgskonten & Privatkonto
Aktiva Bilanz Passiva
Vermögen Kapital
S Eigenkapitalkonto H
./. Entnahmen/Kapitalherabsetzung Anfangsbestand
./. Verlust + Einlagen/Kapitalerhöhung
= Endbestand + Gewinn
S EK-Bestandskonto H S EK-Bewegungskonto H
./. Entnahmen AB
EK-Minderungen EK-Mehrungen
= EB + Einlagen
= Aufwendungen = Erträge
= Gewinn- und Verlustkonto
Buchführung 124 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Buchungsschema (wie Passivkonto)
Aktiva Bilanz Passiva
Vermögen Kapital
S Eigenkapitalkonto H
EB − Abgang Zugang + AB
S EK-Bestandskonto H S EK-Bewegungskonto H
EB AB EB AB
Abgang − + Zugang Abgang − + Zugang
= Privatkonto = Gewinn- und Verlustkonto
Buchführung 125 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Privatkonto
• Privatkonto ist ein Unterkonto des Eigenkapitals (= Hauptkonto)
• Es beinhaltet privat veranlasste Eigenkapitalveränderungen, die
keinen Einfluss auf den Erfolg der Unternehmenstätigkeit nehmen
= erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle
• Z.B.: Bareinlagen und -entnahmen, Sacheinlagen und -entnahmen
des Unternehmensinhabers bzw. der Unternehmensinhaber
Quelle: Schöttler/Spulak, 10. Aufl., S. 49-50
Buchführung 126 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Abschluss des Privatkontos
• Buchungssatz: Privatkonto an EK
• Buchungssatz: EK an Privatkonto
Quelle: Schöttler/Spulak, 10. Aufl., S. 49-50
Buchführung 127 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung (hier GKV)
Soll Gewinn- und Verlustkonto (GuV) Haben
Aufwendungen (Minderung EK) Erträge (Mehrung EK)
Materialaufwand Umsatzerlöse
(z. B. Rohstoffe) Zinserträge
Personalaufwand Sonstige Erträge
(Löhne und Gehälter)
Abschreibungen
(Wertminderungen)
Zinsaufwendungen
Steuern
GKV = Gesamtkostenverfahren
Buchführung 128 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung (GKV & UKV)
Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB)
1. Umsatzerlöse 1. Umsatzerlöse GuV-Gliederungsschema
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an 2. Herstellungskosten der zur Erzielung der
fertigen und unfertigen Erzeugnissen
3. andere aktivierte Eigenleistungen
Umsatzerlöse erbrachten Leistungen
3. Bruttoergebnis vom Umsatz
für Kapitalgesellschaften
4. sonstige betriebliche Erträge GKV 4. Vertriebskosten UKV (§ 275 HGB)
5. Materialaufwand: 5. allgemeine Verwaltungskosten
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und 6. sonstige betriebliche Erträge
Betriebsstoffe
und für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
6. Personalaufwand:
a) Löhne und Gehälter GKV =
Gesamtkostenverfahren
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung
davon für Altersversorgung
7. Abschreibungen:
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufver- UKV =
mögens, soweit diese die in der
Kapitalgesellschaft
üblichen Abschreibungen überschreiten
Umsatzkostenverfahren
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 7. sonstige betriebliche Aufwendungen
9. Erträge aus Beteiligungen, 8. Erträge aus Beteiligungen,
davon aus verbundenen Unternehmen davon aus verbundenen Unternehmen
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und 9. Erträge aus anderen Wertpapieren und
Ausleihungen Ausleihungen des
des Finanzanlagevermögens Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen davon aus verbundenen Unternehmen
11. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, 10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,
davon aus verbundenen Unternehmen davon aus verbundenen Unternehmen
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf 11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf
Wertpapiere Wertpapiere
des Umlaufvermögens des Umlaufvermögens
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen,
davon an verbundene Unternehmen davon an verbundene Unternehmen
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
15. Ergebnis nach Steuern 14. Ergebnis nach Steuern
16. sonstige Steuern 15. sonstige Steuern
17. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 16. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
Buchführung 129 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung (GKV verkürzt)
Umsatzerlöse
Staffelform
- Materialaufwand
- Personalaufwand „Betriebsergebnis“,
operatives Ergebnis
- Abschreibungen
+/- Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
+ Beteiligungserträge, Wertpapiere, …
- Abschreibungen auf Beteiligungen, Wertpapiere, …
+ Zinserträge
Finanzergebnis
- Zinsaufwand
= Jahresüberschuss-/fehlbetrag vor Steuern
- Steuerergebnis (KSt / ESt, GewSt, keine USt!!!)
= Jahresüberschuss-/fehlbetrag nach Steuern
Buchführung 130 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Abschluss des GuV-Kontos
S Gewinn- und Verlustrechnung H
S Aufwandskonten H S Ertragskonten H
+ Zugänge – Korrekturen – Korrekturen + Zugänge
= GuV-Saldo = GuV-Saldo
GuV an Aufwandskonto Ertragskonto an GuV
S GuV-Konto H
Aufwands- Ertrags-
posten posten
Buchführung 131 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Abschluss des GuV-Kontos
Quelle: Schöttler/Spulak, 10. Aufl., S. 56
Buchführung 132 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Soll GuV Haben Soll GuV Haben
Summe der Summe der
Summe der Ertragskonten Aufwandskonten Summe der
Aufwandskonten Ertragskonten
Verlust Gewinn
EK an GuV GuV an EK
S EK H
Verlust Gewinn
Buchführung 133 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Aufgabe
Nennen Sie für die nachfolgenden Vorgänge den Geschäftsfalltyp und
ob dieser erfolgswirksam oder erfolgsneutral ist.
Vorgänge im Geschäftsjahr Geschäftsfalltyp Erfolgsneutral/
oder am Geschäftsjahresende -wirksam
Kauf Grundstück gegen Bargeld Aktivtausch erfolgsneutral
Verkauf Tisch mit Verlust gegen Bargeld Bilanzverkürzung erfolgswirksam
Wertminderung PKW aufgrund Unfall Bilanzverkürzung erfolgswirksam
Aufnahme Darlehen bei einer Bank Bilanzverlängerung erfolgsneutral
Umschuldung Lieferantenverbindlichkeiten
Passivtausch erfolgsneutral
gegen Bankdarlehen
Kauf Rohstoffe gegen Rechnung Passivtausch erfolgswirksam
Welcher Geschäftsfall ist nie erfolgswirksam? Aktivtausch
Buchführung 134 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Verkaufspreis = 110 €
PrivK PrivK
Buchführung 135 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Buchführung 136 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Verkaufspreis = 90 €
PrivK PrivK
Buchführung 137 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Buchführung 138 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
(+100 € Rückstellung)
PrivK PrivK
Buchführung 139 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
(-100 € Rückstellung)
PrivK PrivK
Buchführung 140 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Buchen Sie die folgenden erfolgswirksamen Geschäftsvorfälle:
a) Lastschrift auf dem Bankkonto für Telekom-Rechnung: 260 €
b) Überweisung der Löhne: 6.800 €
c) Gutschrift der Zinsen auf dem Bankkonto: 20 €
d) Gutschrift auf dem Bankkonto für Vermittlungsprovision: 800 €
e) Barkauf von Postwertzeichen: 30 €
f) Lastschrift auf dem Bankkonto für Lagermiete 700 €
g) Barkauf von Büromaterial: 50 €
h) Lastschrift auf dem Bankkonto für Versicherungsprämie: 800 €
i) Eingang einer Rechnung für Werbeanzeigen: 1.860 €
j) Erlöse aus verkauften Erzeugnissen: 40.000 €
Buchführung 141 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung:
1. ist eine Zeitraumrechnung, die Stromgrößen enthält (keine Bestands-
rechnung wie die Bilanz!!!)
2. folgt dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsabgrenzung
(GoB)
3. wird aus dem GuV-Konto der Buchführung abgeleitet
4. ist ein Bestandteil des Jahresabschlusses
5. hat für Kapitalgesellschaften ein gesetzlich vorgegebenes
Gliederungsformat (§ 275 HGB)
Buchführung 142 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Eigenkapital: Gewinn- und Verlustrechnung
1. Das GuV-Konto ist Teil der doppelten Buchführung (Doppik) und
nimmt als Sammelkonto, die Salden der Ertrags- und Aufwandskonten auf
(analog zum Schlussbilanzkonto der Bilanz-Rechnung)
2. Die GuV-Rechnung ist Bestandteil des Jahresabschlusses (§ 242 Abs.
2 und 3 HGB) und damit ein extern orientiertes Informationsinstrument
außerhalb der Doppik (analog zur Bilanz-Rechnung; § 242 Abs. 1 HGB)
3. Für das GuV-Konto besteht keine gesetzliche Gliederungsvorschrift.
Dagegen findet sich in § 275 HGB eine gesetzlich vorgeschriebene
Gliederung der GuV-Rechnung, gilt verbindlich aber nur für
Kapitalgesellschaften sowie diesen gleichgestellte Gesellschaften – für alle
anderen Unternehmen dient sie als Orientierungshilfe
4. Die GuV-Rechnung kann nach dem Gesamtkosten- (GKV) oder dem
Umsatzkostenverfahren (UKV) erstellt werden
Buchführung 143 Sommersemester 2020
Doppelte Buchführung
Zusammenhang Bilanz & GuV: Schlussbilanzbuchungen
Quelle: Schmolke/Deitermann (2014), S. 46
GuV an Aufwandskonto Ertragskonto an GuV
Passivkonto an SBK
GuV an EK
SBK an
Aktivkonto
Buchführung 144 Sommersemester 2020
Buchführung #8
Buchführung 145 Sommersemester 2020
Buchführung #9
Buchführung 146 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
2 System der doppelten Buchführung
• Inventur und Inventar
• Inventar vs. Bilanz
• Auflösung der Bilanz und erfolgsneutrale Buchungen
• Auflösung des Eigenkapitalkontos und erfolgswirksame Buchungen
• Rechnungslegungspflicht/Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Buchführung 147 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Handelsrechtliche Grundlagen
Buchführung 148 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Handelsrechtliche Grundlagen
Wer muss eine Buchführung erstellen?
• Jeder Kaufmann gem. § 238 HGB
• Handelsgewerbe (§ 1 HGB i.V.m. § 15 EStG)
• Selbständig
• Nachhaltig
• Gewinnerzielungsabsicht
• Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr
• Handelsregister (§ 2 HGB)
• Abt. A: Einzelunternehmer/Personengesellschaften
• Abt. B: Kapitalgesellschaften
Buchführung 149 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Handelsrechtliche Grundlagen
Wer muss eine Buchführung erstellen?
• Andere Unternehmer gem. Steuerrecht
• Abgabenordnung
• § 140 AO: Derivative (d.h. abgeleitete) Buchführungspflicht
• § 141 AO: Originäre Buchführungspflicht (z.B. Landwirt)
• Einnahmenüberschussrechnung (§ 60 Abs. 4 EStDV)
• Andere Unternehmer gem. anderer Gesetze
• Umsatzsteuergesetz (Berechnung Umsatzsteuer)
• Einkommensteuergesetz (Einbehalt Lohnsteuer)
• Gewerbeordnung (Pfandleiher, Makler, Bauträger)
Buchführung 150 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Handelsrechtliche Grundlagen
Wer muss KEINE Buchführung erstellen?
• Nichtkaufleute gem. § 1 Abs. 2 HGB
• z.B. Kleinstunternehmer, Landwirte oder Freiberufler
• Kleingewerbetreibende gem. § 241a HGB
• Einzelkaufleute (d.h. keine Gesellschaften!) und
• ≤ 600.000 € Umsatzerlöse p.a. ( § 277 HGB) und
• ≤ 60.000 € Gewinn p.a.
• Regelung unbeachtlich wenn Grenzwerte an zwei aufeinander
folgenden Stichtagen überschritten werden
Buchführung 151 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Handelsrechtliche Grundlagen
Quelle: Bornhofen: Buchführung 1, 2016, S. 9
Buchführung 152 Sommersemester 2020
Rechnungslegungspflicht nach HGB
Bestandteile
Buchführung Inventar Jahresabschluss
grds. für alle Bilanz
„Kaufleute“1
(§§ 238, 240, 242)
GuV
Anhang
nur für
Kapitalgesellschaften2
allgemein Lagebericht
(§ 264)
1 Ausnahme: Einzelkaufleute mit Umsatz von max. 600 T€ und Jahresüberschuss 60 T€
(§§ 241a, §242 Abs. 4 HGB)
2 und gleichgestellte Unternehmen, z. B. KapCo-Ges., Lagebericht nicht für kleine Gesellschaften
Buchführung 153 Sommersemester 2020
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Übersicht
Grundsätze
ordnungsmäßiger
Buchführung
Grundsätze Grundsätze
Grundsätze
ordnungsmäßiger ordnungsmäßiger
ordnungsmäßiger
Buchführung Bilanzierung
Inventur
i.e.S. und Bewertung
Buchführung 154 Sommersemester 2020
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Ableitung der GoB
„Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung“ sind ein unbestimmter
Rechtsbegriff:
• Es handelt sich um Vorgaben zur Buchführung, die nur teilweise
gesetzlich formuliert sind, d.h. sich vielmehr aus Wissenschaft,
Bilanzierungspraxis, Rechtsprechung und Empfehlungen von
Verbänden etabliert haben
• Generalnorm gem. § 238 HGB:
„Sachverständiger Dritter muss sich in angemessener Zeit einen
Überblick der Unternehmenslage verschaffen können.“
• Interpretationshilfe durch Fachliteratur und Gerichtsbarkeit; z.B.
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW), Deutsches Rechnungslegungs
Standards Committee (DRSC), Bundesfinanzhof (BFH)
Buchführung 155 Sommersemester 2020
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
Übersicht der GoB
Quelle: Baetge/Kirsch/Tiele: Bilanzen, 2014, S. 150
d.h.
Periodisierung
Buchführung 156 Sommersemester 2020
Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung und Bewertung
Übersicht der GoB
Formelle Materielle
Bilanzierungsgrundsätze Bilanzierungsgrundsätze
Bilanz- Bilanz- Bilanz- Bilanz- Bilanzkontinutität
klarheit übersicht- wahrheit vollständig-
lichkeit keit
Bilanz Formale Materielle
identität Bilanzkontinuität Bilanzkontinuität
Gliederungs- Posten- Bewertungs- Prinzip des
stetigkeit stetigkeit kontinuität Wert-
zusammenhangs
Buchführung 157 Sommersemester 2020
Grundsätze ordnungsmäßiger Bewertung
Übersicht der GoB
1. Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going-concern-Prinzip)
2. Grundsatz der Einzelbewertung
3. Vorsichtsprinzip
Realisationsprinzip
Imparitätsprinzip: Niederstwertprinzip bzw. Höchstwertprinzip
4. Anschaffungskostenprinzip
Buchführung 158 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
1 Einführung
2 System der doppelten Buchführung
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
5 Organisation der Buchführung
Buchführung 159 Sommersemester 2020
Der Wertschöpfungsprozess
Märkte, Staat und Unternehmung
Eigner Gläubiger
Kapitalmärkte
Gewinn Zinsen
Unternehmung
Eigen- Fremd-
Arbeit- kapital kapital
Lohn, Arbeits-
nehmer
Gehalt kräfte
Umsatz Produkte
Beschaf- Material,
fungs- Liefer-
Entgelt Betriebs- Absatz-
anten Wertschöpfung Kunden
märkte
mittel märkte
Dienst-
Umsatz
leistungen
Dienst-
Dienst- Entgelt
leistungen Infra-
leister struktur
Steuern
Auszahlungen Einzahlungen
Aufwendungen Erträge
Staat
Buchführung 160 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
• Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
• Verbuchung der Umsatzsteuer (Vorsteuer & Mehrwertsteuer)
• Buchung von Handelsgeschäften – Erfassung des Warenverkehrs
• Buchungstechnik in Industrieunternehmen – Besonderheiten
Buchführung 161 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Anlagevermögen nach § 266 HGB
Definition Anlagevermögen: Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind,
dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen (i.d.R. > 1 Jahr); vgl. § 247 Abs. 2 HGB
I. Immaterielle Vermögensgegenstände:
1. Selbst geschaffene gewerbl. Schutzrechte & ähnl. Rechte & Werte;
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnl. Rechte & Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten & Werten;
3. Geschäfts- oder Firmenwert;
4. geleistete Anzahlungen;
II. Sachanlagen:
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken;
2. technische Anlagen und Maschinen;
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung;
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau;
III. Finanzanlagen:
1. Anteile an verbundenen Unternehmen;
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen;
3. Beteiligungen;
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs-
verhältnis besteht;
5. Wertpapiere des Anlagevermögens;
Buchführung
6. sonstige Ausleihungen. 162 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Beschaffungsvorgang
1. Was geben wir ab?
• Barzahlung: Kasse; oder Überweisung, Scheck: Bank
• oder zukünftige Zahlung: kurzfristige Verbindlichkeit (Zahlung auf
Ziel; z.B. innerhalb von 2 Wochen per Lieferantenrechnung) =
Verbindlichkeit aus Lieferungen & Leistungen
= Haben-Buchung
2. Was erhalten wir?
• Produkt eines anderen Unternehmens, z.B. Maschine, PKW, Tisch,
Regal, … = Vermögensgegenstand
und / oder
• Dienstleistung eines anderen Unternehmens oder eines
Mitarbeiters, z.B. Schaltung von Werbeanzeigen durch eine
Agentur, Steuerberatung, Arbeitskraft, … = Aufwand
= Soll-Buchung
Buchführung 163 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Vermögensgegenstand vs. Aufwand
1. Vermögensgegenstand (VG); § 246 Abs. 1 HGB
• Abstrakte Einzelverwertbarkeit
• d.h. der VG muss durch (Weiter-)Verkauf, Tausch oder
Nutzungsüberlassung an einen Dritten (außerhalb des
Unternehmens) übertragbar sein
• Selbständige Bewertbarkeit
• d.h. der VG muss mit einem objektiv nachvollziehbaren Wert in
der Bilanz ansetzbar sein (i.d.R. zu Anschaffungskosten)
2. Aufwand:
• Kein Vermögen
• Keine Einzelverwertbarkeit gegeben
Buchführung 164 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Vermögensgegenstand vs. Aufwand
Geschäftsfall Vermögen Aufwand
Kauf Pkw x
Kauf Software x
Jährl. Wartung einer Software x
Schulung Mitarbeiter x
Bezahlung einer Stromrechnung x
Gehälter für Mitarbeiter x
Betanken eines Firmenfahrzeugs x
Einkauf Büroausstattung x
Buchführung 165 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Lebenszyklus des Anlagevermögens
1. Zugang: §§ 253, 255 HGB
Erwerb: Anschaffungskosten
Herstellung: bei Selbsterstellung erfolgt der Zugang zu Herstel-
lungskosten
Anschaffungs- oder Herstellungskosten (AHK) sind Ausgangswert und
Obergrenze der Bewertung
2. Nutzung: planmäßige, außerplanmäßige Abschreibungen &
Zuschreibungen; § 253 Abs. 3 und 5 HGB
3. Abgang durch:
Verkauf
Veräußerungsgewinn: Verkaufspreis über (Rest-) Buchwert
Veräußerungsverlust: Verkaufspreis unter (Rest-) Buchwert
Verschrottung, Entnahme, Tausch
Buchführung 166 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Zugang per Erwerb: Anschaffungskosten
Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögens-
gegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem
Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können (§ 255 Abs. 1 HGB).
Anschaffungspreis Kaufpreis in € (ohne Umsatzsteuer)
+ Anschaffungsnebenkosten z.B. Bezugskosten, Steuern (o. Ust)
& Zölle, Fundament und Montage,
Provisionen, Makler-/Notargebühren
+ nachträgliche AHK z.B. Herstellungsaufwand für
Aggregaterweiterung und Umbau
./. Anschaffungspreisminderungen Rabatte, Boni, Skonti, Gutschriften,
Zuschüsse, Subventionen
= Anschaffungskosten
Zinsen zur Anschaffungsfinanzierung sind keine Anschaffungskosten
Buchung: Anlagevermögen an Verbindlichkeiten LL oder Bank oder Kasse
Buchführung 167 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Zugang per Erwerb: Anschaffungskosten
Sachverhalt (ohne Umsatzsteuer)
• Kauf Maschine zum Preis von 20.000 €
• Schulung der Mitarbeiter zum Einsatz der Maschine: 1.500 €
• Frachtaufwand Maschine: 250 €
• Errichtung Fundament Maschine: 600 €
Sämtliche Zahlungen erfolgen auf Ziel.
Aufgaben
1. Wie hoch sind die Anschaffungskosten für die Maschine?
2. Stellen Sie die Buchungen bei Rechnungseingang und bei
Rechnungsausgleich dar.
Buchführung 168 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Zugang per Erwerb: Anschaffungskosten
Lösung (ohne Umsatzsteuer)
1. Anschaffungskosten = 20.000 + 250 + 600 = 20.850 €
2. Buchungssätze:
Maschine 20.850 an Verbindlichkeiten LL 22.350
Schulungsaufwand 1.500
Verbindlichkeiten LL 22.350 an Bank 22.350
bzw.
Verbindlichkeiten LL 22.350 an Bank (Maschine) 20.000
an Bank (Fracht) 250
an Bank (Fundamentarbeiten) 600
an Bank (Schulung) 1.500
Buchführung 169 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Zugang per Herstellung: Herstellungskosten
Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die
Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstandes, seine
Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche
Verbesserung entstehen (§ 255 Abs. 2 HGB).
1. Materialeinzelkosten
2. Fertigungseinzelkosten
3. Sondereinzelkosten der Fertigung
AKTIVIERUNGS
4. Materialgemeinkosten PFLICHT
5. Fertigungsgemeinkosten
6. Wertverzehr des Anlagevermögens
(fertigungsbedingt)
7. Allgemeine Verwaltungskosten
8. Aufwendungen soziale Einrichtungen
9. Aufwendungen freiwillige soz. Leistungen AKTIVIERUNGS
10. Aufwendungen betriebl. Altersversorgung WAHLRECHT
11. Zinsen für fertigungsbed. Fremdkapital Hinweis: Auf die Verbuchung von
Herstellungsvorgängen kommen
12. Vertriebskosten AKTIVIERUNGS
VERBOT
wir später noch zurück!
13. Forschungskosten
Buchführung 170 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang per Verkauf: zu Buchwerten (erfolgsneutral)
Sachverhalt (ohne Umsatzsteuer)
• Verkauf einer selbst genutzten Maschine zum Preis von 20.000 €
• Buchwert der Maschine bei Verkauf = 20.000 €
• Frachtaufwand Maschine (wird dem Käufer in Rechnung gestellt): 250 €
Sämtliche Zahlungen erfolgen auf Ziel.
Aufgaben
1. Wie hoch ist der Verkaufspreis der Maschine?
2. Stellen Sie die Buchungen bei Rechnungsversand und bei
Rechnungsausgleich dar.
Buchführung 171 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang per Verkauf: zu Buchwerten (erfolgsneutral)
Lösung (ohne Umsatzsteuer)
1. Verkaufspreis = 20.000 €
2. Buchungssätze:
Rechnungsversand & Fracht
Forderung LL 20.000 an Maschine 20.000
Frachtaufwand 250 an Bank 250
Forderung LL 250 an Frachtaufwand 250
Verkürzt:
Forderungen LL 20.250 an Maschine 20.000
an Bank 250
Begleichung der Rechnung durch den Käufer
Bank 20.250 an Forderungen LL 20.250
Buchführung 172 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
• Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
• Verbuchung der Umsatzsteuer & sonstiger Steuern
• Buchung von Handelsgeschäften – Erfassung des Warenverkehrs
• Buchungstechnik in Industrieunternehmen – Besonderheiten
Buchführung 173 Sommersemester 2020
Umsatzsteuer und Vorsteuer
• Zur Einleitung:
Video „Buchungssätze mit Vorsteuer und Umsatzsteuer“
[Link]
Buchführung 174 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Grundlagen
Grundsatz Der Umsatzsteuer (USt) unterliegen Lieferungen und
(§§ 1, 1a, Leistungen, die ein Unternehmer im Rahmen seines
1b UStG) Unternehmens im Inland gegen Entgelt ausführt.
Umsatzsteuerpflichtig sind zudem Einfuhren:
• aus einem Mitgliedstaat der EU
innergemeinschaftlicher Erwerb
• aus einem Drittland unterliegen
Einfuhrumsatzsteuer
Befreiungen
steuerpflichtig, aber steuerbefreit
(§ 4 UStG)
Steuersatz
Normal 19 %, ermäßigt 7 %
(§ 12 UStG)
Ausweis USt muss in der Rechnung gesondert ausgewiesen werden
(§14 UStG) Ausnahme: Kleinbetragsrechnungen bis 150 € (brutto),
vgl. § 33 UStDV
Buchführung 175 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Grundlagen
Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer
Einkauf von Lieferungen und Verkauf von Lieferungen und
Leistungen Leistungen
Eingangsumsatzsteuer Ausgangsumsatzsteuer
Vorsteuer Umsatzsteuer
Steuererstattungsanspruch Steuerzahlungspflicht
Vermögen (vgl. §15 UStG) Schuld (vgl. §13a UStG)
Umsatzsteuer
- Vorsteuer (i.d.R. geringer als USt)
= Umsatzsteuerschuld (Zahllast)
Buchführung 176 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Grundlagen
Berechnungen:
Umsatzsteuer (USt) = Verkauf; das Unternehmen stellt eine Rechnung
(auch MwSt)
• Umsatzsteuer = Rechnungsbetrag (netto) x 19 %
Bsp.: 100 € x 0,19 = 19 €
• Rechnungsbetrag (brutto) = Rechnungsbetrag (netto) x 119 %
Bsp.: 100 € x 1,19 = 119 €
Vorsteuer (VSt) = Einkauf; das Unternehmen erhält eine Rechnung
• Vorsteuer = Rechnungsbetrag (brutto) x 0,19 / 1,19
Bsp.: 119 € x 0,19 / 1,19 = 19 €
• Rechnungsbetrag (netto) = Rechnungsbetrag (brutto) / 119 %
Bsp.: 119 € / 1,19 = 100 €
Buchführung 177 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
System der Umsatzsteuererhebung
Forstbetrieb Möbel-Hersteller Privatperson
Kaufpreis: Kaufpreis:
10.000 € 40.000 €
+ 1.900 € USt + 7.600 € USt
Steuerberechnung: Steuerberechnung: Steuerberechnung:
Umsatzsteuer 1.900 € Umsatzsteuer 7.600 € VSt/USt 7.600 €
Vorsteuer 0€ Vorsteuer 1.900 €
Zahllast 1.900 € Zahllast 5.700 €
Finanzamt
7.600 = 1.900 + 5.700
Buchführung 178 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
System der Umsatzsteuererhebung
Zahlungstermine für die Umsatzsteuerschuld bzw. -erstattung
(§ 18 Abs. 1 UStG)
• Standard: bis zum 10. des Folgemonats
• ≤ 7.500 € p.a. Steuerschuld quartalsweise
• ≤ 1.000 € p.a. Steuerschuld jährlich
Bei Umsätzen von maximal 17.500 € p.a. (inkl. USt) muss keine
Umsatzsteuer berechnet werden
(Wahlrecht, § 19 Abs. 1 UStG)
Buchführung 179 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Beispiel: Kauf von Anlagevermögen
Barkauf eines Schreibtisches zum Kaufpreis von 600 € zuzüglich (zzgl.)
19 % Umsatzsteuer:
Soll BGA Haben Soll Kasse Haben
Zugang 600 Abgang 714
Soll Vorsteuer Haben <<< Aktivkonto (Forderung)
BGA 114
Buchungssatz: BGA 600 € an Kasse 714 €
Vorsteuer 114 €
Buchführung 180 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Beispiel: Verkauf von Anlagevermögen
Barverkauf einer nicht mehr genutzten Sortieranlage zum Buchwert
1.000 € zzgl. 19 % Umsatzsteuer:
Soll Kasse Haben Soll Maschine Haben
Zugang 1.190 Abgang 1.000
Passivkonto (Verbindlichkeit) >>> Soll Umsatzsteuer Haben
Masch. 190
Buchungssatz:* Kasse 1.190 € an Maschine 1.000 €
an Umsatzsteuer 190 €
* Verkauf zu Buchwert
Buchführung 181 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Verrechnung & Ausgleich
Ausgangsrechnungen Eingangsrechnungen
Umsatzsteuer Vorsteuer
USt-Schuld USt-Forderung
(Passivkonto) (Aktivkonto)
USt-Verrechnung
= Ermittlung Zahllast
„Bank“ (Netto-Zahlungsforderung)
oder
„Verbindlichkeit Finanzamt“ (Netto-Zahllast)
Buchführung 182 Sommersemester 2020
Verbuchung der Umsatzsteuer
Verrechnung & Ausgleich
Verrechnung Vorsteuer und Umsatzsteuer: „kleineres Konto abräumen“
Soll Vorsteuer (VSt) Haben Soll Umsatzsteuer(USt) Haben
AB 0 Abgang 114 Abgang 114 AB 0
BGA 114 SB 0 SB 76 Masch. 190
Summe 114 Summe 114 Summe 190 Summe 190
Umsatzsteuer (Passivk.) 114 € an Vorsteuer (Aktivk.) 114 €
Ausgleich Umsatzsteuerschuld
Soll Umsatzsteuer Haben Soll Verbl. Finanzamt Haben
VSt 114 AB 0 AB 0
Vblk FA 76 Maschine 190 USt 76
SB 0 SB 76
Summe 190 Summe 190 Summe 76 Summe 76
Umsatzsteuer 76 € an Verbindlichkeit Finanzamt 76 €
(Vblk FA)
Buchführung 183 Sommersemester 2020
Verbuchung sonstiger Steuern
Unterschied zur Umsatzsteuer: erfolgswirksam!
1. Verkehrs-, Substanz- und Verbrauchsteuern
• Grundsteuer
• Versicherungs-, Kfz-, Mineralöl-, Strom-, Alkohol-, Tabak-, Kaffee-,
Zuckersteuer
Buchung:
Sonstige Steuern (Aufwandskonto) an Verbindlichkeiten LuL
2. Erfolgsteuern
• Körperschaft- (KSt) und Gewerbesteuer (GewSt)
Buchung:
Steuern v. Eink./Ertrag (Aufwandskonto) an Steuerrückstellungen
Buchführung 184 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
• Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
• Verbuchung der Umsatzsteuer (Vorsteuer & Mehrwertsteuer)
• Buchung von Handelsgeschäften – Erfassung des Warenverkehrs
• Buchungstechnik in Industrieunternehmen – Besonderheiten
Buchführung 185 Sommersemester 2020
Abschreibungen
• Zur Einleitung:
Video „Buchungssätze mit Abschreibungen“
[Link]
Buchführung 186 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Abschreibungen
Begrifflichkeiten
planmäßige Abschreibungen: nur auf abnutzbare Vermögens-
gegenstände
depreciation, amortisation
Steuerrecht: Absetzung für Abnutzung (AfA; Afa)
außerplanmäßige Abschreibungen: grds. auf alle Vermögens-
gegenstände
impairment, write-down
Steuerrecht: Teilwertabschreibung
Buchführung 187 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Abschreibungsgründe
Planmäßige & außerplanmäßige Wertminderungsgründe
gebrauchsbedingt wirtschaftlich bedingt rechtlich bedingt
Wertminderung durch Wertminderung durch Wertminderung aus
Gebrauch / Alterung: sinkende Wieder- rechtlichen Gründen
beschaffungspreise: (fixierter Zeitraum):
Minderung des • technischer Fortschritt • Auslauf von Miet- bzw.
Leistungsvermögens (Veralterung) Pachtverträgen
der Güter (z.B. Verschleiß, • Nachfrageänderungen • Ablauf von Schutz-
Rost, Verwitterung) (z.B. aufgrund von Trends) rechten (z.B. Patente)
Buchführung 188 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Planmäßige Abschreibungen
1. Funktion & Zweck der planmäßigen Abschreibung:
Anschaffungsvorgänge sind immer erfolgsneutral: Mit dem Einsatz
und Gebrauch von Anlagevermögen werden Umsatzerlöse erzielt > diesen
ist der Aufwand aus dem Gebrauch der Vermögensgegenstände
gegenüber zu stellen
Verteilung der Anschaffungskosten auf die Jahre der Nutzungsdauer
(„Anschaffungskostenallokation“; Abschreibungsaufwand) in der GuV =
Grundsatz der Periodenabgrenzung (§ 253 Abs. 3 HGB)
Ziel: zutreffende wirtschaftliche Bestandsbewertung des
Anlagevermögens in der Bilanz
2. Voraussetzungen zur Vornahme planmäßiger Abschreibungen:
Abnutzbares Anlagevermögen = begrenzte Nutzungsdauer; bestimmte
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens unterliegen der Abnutzung
durch Gebrauch
Beispiele: immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen (ohne
Grundstücke)
Nicht abnutzbares Anlagevermögen: Grundstücke, Finanzanlagen
Buchführung 189 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Planmäßige Abschreibungen
1. Ausgangswert: 3. Abschreibungsmethode
• Anschaffungskosten Art der Verteilung der AHK
• Herstellungskosten über die Nutzungsdauer;
hier: linear
2. Nutzungsdauer
-33% verbraucht
100%
=
Buchwert verbraucht
-33%
bei (Rest-)
Anschaf- Buchwert
fung (Rest-) -33% verbraucht
Buchwert
Leistungs- Verbrauch Verbrauch Verbrauch Leistungs-
vermögen in Jahr 1 in Jahr 2 in Jahr 3 vermögen
einer Anlage am Ende
der Nutzung
Schritte 1. - 3. = Abschreibungsplan
Buchführung 190 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Planmäßige Abschreibungsmethoden
Grundsätzlich jede Methode zulässig, es gilt jedoch, dass die Abschreibung
die Abnutzung möglichst entsprechend der tatsächlichen Verhältnisse
abbilden sollte
BW Lineare Abschreibung BW Degressive Abschreibung
(a = AHK / n) (a = RBW x p /100)
z.B. 3 Jahre z.B. 25% pro Jahr
t
t
BW
Leistungsbezogene BW Degressiv-lineare Abschreibung
(variable) Abschreibung
(a = JN / GN x AHK)
z.B. produzierte Stück Kombinationsvariante
t t
Buchführung 191 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Planmäßige Abschreibungen
1. Abschreibungszeitraum
Beginn: im Monat der Anschaffung oder Herstellung (Betriebsbereitschaft)
Ende: Ablauf wirtschaftlicher Nutzungsdauer ODER Abgang (dann:
Fortschreibung der Abschreibungen zeitanteilig bis zum Abgangszeitpunkt
„pro rata temporis“)
2. Sonderfall: geringwertige Vermögensgegenstände (GWG-
Regelung)
Regelung kommt aus dem Steuerrecht und wird handelsrechtlich für
zulässig erachtet
Regelung besagt: bewegliches Anlagevermögen mit Anschaffungskosten bis
€ 800,- (ohne USt) kann grds. aus Gründen der Wesentlichkeit auch sofort
aufwandswirksam bzw. als Zugang mit sofortiger Vollabschreibung
erfasst werden
Buchführung 192 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Außerplanmäßige Ab-/Zuschreibungen
1. Außerplanmäßige Abschreibung:
Grundsätzlich können alle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
(auch) zusätzlich außerplanmäßig abgeschrieben werden; hier also auch
Grundstücke und Finanzanlagen
Bedingung: voraussichtlich dauernde Wertminderung = Buchwert <
beizulegender Wert
Ausnahme: Finanzanlagen; hier reicht auch eine nur vorübergehende
Wertminderung aus, um eine außerplanm. Afa vorzunehmen (Wahlrecht)
2. Zuschreibungen
Wurden in Vorjahren außerplanmäßige Abschreibungen auf einen
Vermögensgegenstand erfasst, dann ist auf den Wert der fortgeführten AHK
zuzuschreiben, wenn der Grund für die vormalige außerplanmäßige
Abschreibung nicht mehr besteht
3. Insgesamt: Buchwert zu fortgeführten AHK =
AHK – planm. Abschreibungen – außerplanm. Abschreibungen + Zuschreibungen
Buchführung 193 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Fallstudie „Direkte Ab-/Zuschreibung“
1. Zum Jahresbeginn des ersten Geschäftsjahres (1.1.20X1) Kauf von 3
Maschinen auf Ziel zu (1) € 9.000,--
zu (2) € 15.000,-- und
zu (3) € 18.000,-- jeweils zzgl. USt, ND jeweils 3 Jahre, lineare Abschreibung:
Maschine (1) 9.000
Maschine (2) 15.000
Maschine (3) 18.000
Vorsteuer 7.980 an Verbindlichkeit LL 49.980
2. Die Rechnung aus dem Kauf der Maschinen wird durch Banküberweisung
beglichen:
Verbindlichkeit LL 49.980 an Bank 49.980
Ohne Abschlussbuchungen!
Buchführung 194 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Fallstudie „Direkte Ab-/Zuschreibung“
3. Abschreibungen am Ende des ersten Geschäftsjahres 20X1 (31.12.) und
Abschluss-buchungen (letztere: nur Maschinen und Abschreibungen):
Abschreibungsaufwand 14.000 an Maschine (1) 3.000
an Maschine (2) 5.000
an Maschine (3) 6.000
Ohne Abschlussbuchungen!
Buchführung 195 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Fallstudie „Direkte Ab-/Zuschreibung“
4. Maschine (1) wird am 30.09.X2 für € 7.000,- zzgl. USt gegen Überweisung
verkauft. Am 31.12.X2 fällt Maschine (2) aus und wird verschrottet & der
beizulegende Zeitwert von Maschine (3) liegt bei 1.000 €:
Abschreibungsaufwand 2.250 an Maschine (1) 2.250
Bank 8.330 an Maschine (1) 3.750
USt 1.330
sbE 3.250
Abschreibungsaufwand 5.000 an Maschine (2) 5.000
Außerplanm. Abschr. 5.000 an Maschine (2) 5.000
Abschreibungsaufwand 6.000 an Maschine (3) 6.000
Außerplanm. Abschr. 5.000 an Maschine (3) 5.000
Ohne Abschlussbuchungen!
Buchführung 196 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Fallstudie „Direkte Ab-/Zuschreibung“
5. Am 31.12.X3 zeigt sich, dass Maschine (3) ein Jahr länger nutzbar sein wird
und der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist:
Abschreibungsaufwand 1.000 an Maschine 1.000
Maschine 4.500 an Zuschreibung Masch. 4.500
Zuschreibung: 18.000 € / 4 Jahre = 4.500 €
6. Am 1.1. 20X4 entscheidet sich das Management Maschine 3 zu verschrotten
und vollständig durch eine neue Maschine zu ersetzen:
Außerplanm. Abschr. 4.500 an Maschine (3) 4.500
Ohne Abschlussbuchungen!
Buchführung 197 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Lineare Abschreibungsmethode
BW Lineare Abschreibung
(a = AHK / n)
z.B. 3 Jahre
Erwerb Lineare Zeitant. Nutzung Restbuchwert
Erwerb & Nutzung einer Sachanlage Jahr (AHK) Abschreibung (a) ("pro rata temporis") (RBW)
40.000 0 0 40.000
Betriebsbereitschaft 01.05.20X1 1 -3.333 8 Monate 36.667
Abschreibungsmethode: linear 2 -5.000 12 Monate 31.667
Nutzungsdauer (n): 8 Jahre 3 -5.000 12 Monate 26.667
4 -5.000 12 Monate 21.667
5 -5.000 12 Monate 16.667
6 -5.000 12 Monate 11.667
7 -5.000 12 Monate 6.667
8 -5.000 12 Monate 1.667
9 -1.667 4 Monate 0
Buchführung 198 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Geom.-degressive Abschreibungsmethode
BW Degressive Abschreibung
(a = RBW x p /100)
z.B. 25% pro Jahr
Erwerb (Geo.)-Degressive Zeitant. Nutzung Restbuchwert
Erwerb & Nutzung einer Sachanlage 40.000 € Jahr (AHK) Abschreibung (a) ("pro rata temporis") (RBW )
40.000 0 0 40.000
Betriebsbereitschaft 01.05.20X1 1 -6.667 8 Monate 33.333
Abschreibungsmethode: degressiv 2 -8.333 12 Monate 25.000
Degr. Abschreibungssatz (p): 25% 3 -6.250 12 Monate 18.750
4 -4.688 12 Monate 14.063
5 -3.516 12 Monate 10.547
Geometrisch-de gressive Abschreibung: 6 -2.637 12 Monate 7.910
a = RBW x p/100 7 -1.978 12 Monate 5.933
8 -1.483 12 Monate 4.449
Besonde rheit: 9 -1.112 12 Monate 3.337
Ein RBW von Null wird nie erreicht!!! 10 -834 12 Monate 2.503
11 -626 12 Monate 1.877
usw. usw. usw. usw.
Buchführung 199 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Linear/Degressive Abschreibungsmethode
BW Degressiv-lineare Abschreibung
Kombinationsvariante
Erwerb (Geo.)-Degressive Zeitant. Nutzung Verbl. lineare Lineare Restbuchwert
Erwerb & Nutzung einer Sachanlage Jahr (AHK) Abschreibung (aD ) ("pro rata temporis") Nutzungsdauer Abschreibung (aL) (RBW)
40.000 0 0 --- 0 40.000
Betriebsbereitschaft 01.05.20X1 1 -6.667 8 Monate 96 Monate -3.333 33.333
Abschreibungsmethode: linear/geomtr.-degressiv 2 -8.333 12 Monate 88 Monate -4.545 25.000
Degr. Abschreibungssatz (p): 25% 3 -6.250 12 Monate 76 Monate -3.947 18.750
Nutzungsdauer (n): 8 4 -4.688 12 Monate 64 Monate -3.516 14.063
5 -3.516 12 Monate 52 Monate -3.245 10.547
6 -2.637 12 Monate 40 Monate -3.164 7.383
7 --- 12 Monate 28 Monate -3.164 4.219
8 --- 12 Monate 16 Monate -3.164 1.055
9 --- 4 Monate 4 Monate -1.055 0
Buchführung 200 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Nutzung: Nutzungsabhängige Abschreibungsmethode
BW
Leistungsbezogene
(variable) Abschreibung
(a = JN / GN x AHK)
z.B. produzierte Stück
Buchführung 201 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang
1. Verschrottung
• Ausbuchung Rest- oder Erinnerungswert
• Buchung: Außerplanm. Abschr. an Konto im Anlagevermögen
2. Entnahme
• bei Einzelunternehmern/Personengesellschaften
• Buchung: Privatkonto an Konto im Anlagevermögen
3. Verkauf zum Restbuchwert
Über Restbuchwert Gewinn: sonstiger betrieblicher Ertrag (sbE)
• Buchung: Kasse / Bank an Konto im Anlagevermögen
sbE
Unter Restbuchwert Verlust: sonstiger betrieblicher Aufwand (sbA)
• Buchung: Kasse / Bank an Konto im Anlagevermögen
sbA
Buchführung 202 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang: Verkauf zum Restbuchwert
Beispiel
Verkauf Maschine zum Restbuchwert
• Restbuchwert: 60 €
• Verkaufspreis: 60 € netto zzgl. Ust (19%)
• Unternehmenserfolg: 0 €
Buchung:
Bank 71,4 an Maschine 60
an Umsatzsteuer 11,4
Buchführung 203 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang: Verkauf über Restbuchwert
Beispiel
Verkauf Maschine über Restbuchwert
• Restbuchwert: 60 €
• Verkaufspreis: 300 € netto zzgl. USt (19%)
• Unternehmenserfolg = 240 € (= 300 – 60)
Buchung:
Bank 357 an Maschine 60
an sbE 240
an Umsatzsteuer 57
Buchführung 204 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Abgang: Verkauf unter Restbuchwert
Beispiel
Verkauf Maschine unter Restbuchwert
• Restbuchwert: 60 €
• Verkaufspreis: 40 € netto zzgl. USt (19%)
• Unternehmenserfolg = -20 € (= 40 – 60)
Buchung:
Bank 47,6 an Maschine 60
sbA 20 an Umsatzsteuer 7,6
Buchführung 205 Sommersemester 2020
Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Sachanlagen
Zusammenfassung
1. Der Erwerb von Sachanlagen erfolgt erfolgsneutral zu Anschaffungs-
oder Herstellungskosten (AHK). Bestellvorgänge werden i.d.R. nicht
erfasst
2. Die Wertminderung der Sachanlagen wird über Abschreibungen in der
GuV (erfolgswirksam) erfasst
3. Planmäßige Abschreibungen können linear, degressiv,
leistungsabhängig oder in einer Methodenkombination (degressiv-
linear) erfolgen
4. Veräußerungen über Buchwert führen zu Veräußerungsgewinnen,
Veräußerungen unter Buchwert zu entsprechenden Verlusten
5. Die (fortgeführten) Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind
Ausgangswert und Obergrenze der Bewertung nach HGB
Buchführung 206 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
• Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Anlagen
• Verbuchung der Umsatzsteuer (Vorsteuer & Mehrwertsteuer)
• Buchung von Handelsgeschäften – Erfassung des Warenverkehrs
• Buchungstechnik in Industrieunternehmen – Besonderheiten
Buchführung 207 Sommersemester 2020
Der Wertschöpfungsprozess
Handels- vs. Industrieunternehmen
Buchhaltung und Jahresabschluss, 2011, S. 85
Quelle: Döring/Buchholz:
Wertschöpfung
Buchführung 208 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Möglichkeiten der Verbuchung von Handelsgeschäften
1. Verbuchung mit gemischten Warenkonten
2. Verbuchung mit getrennten Warenkonten
Nettomethode mit Inventur
Nettomethode ohne Inventur
Bruttomethode mit Inventur
Bruttomethode ohne Inventur
Buchführung 209 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode mit Inventur
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
Aktivkonto Ertragskonto
S Warenbestand H S Umsatzerlöse H
+ − − +
Aufwandskonto
S Wareneinsatz H
+ −
Passivkonto Passivkonto
S SBK H S EK H S GuV-Konto H
A P − + − +
Buchführung 210 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode mit Inventur
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
Bestandskonten Erfolgskonten
S Warenbestand H S Umsatzerlöse H
4
Anfangsbestand Saldo Warenverkäufe 2
Endbestand zu EKW zu VKW
zu EKW 3
Saldo „geht ab“ =
Zugang zu EKW
Abgang zu EKW
1 (= Wareneinsatz) 5 S Wareneinsatz H
Wareneinsatz Saldo 6
zu EKW
9
S SBK H S EK H S GuV-Konto H
Waren EK Saldo Gewinn Wareneinsatz Warenverkäufe
8 zu EKW zu VKW
7
Saldo = Gewinn
EKW = Einkaufswert
VKW = Verkaufswert
Buchführung 211 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode mit Inventur: Beispiel
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
Anfangsbestände Kasse und Eigenkapital je € 200
1. Wareneinkauf 10 Stück à € 15 bar
Warenbestand an Kasse 150
2. Warenverkauf 5 Stück à € 20 bar
Kasse an Umsatzerlöse 100
3. Warenverkauf 2 Stück à € 25 bar
Kasse an Umsatzerlöse 50
4. Kontenabschluss (Restbestand 2 Stück)
A1: Schlussbilanzkonto an Kasse 200
A2: Schlussbilanzkonto an Warenbestand 30 (2 á 15)
A3: Wareneinsatz an Warenbestand 120 (Saldo)
A4: GuV-Konto an Wareneinsatz 120
A5: Umsatzerlöse an GuV-Konto 150
A6: GuV-Konto an EK 30
A7: EK an Schlussbilanzkonto 230
Buchführung 212 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Beurteilung der Bruttomethode mit Inventur
Vorteil im Vergleich zur Nettomethode
1. Zustandekommen des Erfolgs wird im GuV-Konto ersichtlich (im
Vergleich zur Nettomethode, da Wareneinsatz vs. Umsatz)
Nachteile im Vergleich zur Bruttomethode ohne Inventur
1. unregelmäßige Abgänge werden nicht ersichtlich
2. Kein Kontenabschluss ohne Inventur möglich
Buchführung 213 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode ohne Inventur
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
Bestandskonten Erfolgskonten
S Warenbestand H S Umsatzerlöse H
Anfangsbestand Abgänge zu EKW 3 Saldo Warenverkäufe
zu EKW (=Wareneinsatz) 4 zu VKW 2
Endbestand zu
Zugang zu EKW EKW ins SBK 5
1 S Wareneinsatzsammelkonto H
Etwaiger Saldo = Abgänge zu EKW Saldo
6 7
Inventurdifferenz (=Wareneinsatz)
S SBK H S EK H S GuV-Konto H
Waren EK Saldo Gewinn Wareneinsatz Warenverkäufe
9 = Umsatzerlöse
Inventurdifferenz
8
(über sbA-Konto)
Saldo = Gewinn EKW = Einkaufswert
VKW = Verkaufswert
Buchführung 214 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode ohne Inventur: Beispiel
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
Anfangsbestände Kasse und Eigenkapital je € 200
1. Wareneinkauf 10 Stück à € 15 bar
Warenbestand an Kasse € 150
2. Warenverkauf 5 Stück à € 20 bar
Kasse an Umsatzerlöse € 100
WES an Warenbestand € 75
3. Warenverkauf 2 Stück à € 25 bar
Kasse an Umsatzerlöse € 50
WES an Warenbestand € 30
WES = Wareneinsatzsammelkonto
Buchführung 215 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode ohne Inventur: Beispiel
Ohne Vorsteuer/Umsatzsteuer
4. Kontenabschluss (Restbestand 2 Stück)
A1: Schlussbilanzkonto an Kasse 200
A2: Schlussbilanzkonto an Warenbestand 30 (2á15)
A3: sbA an Warenbestand 15 (Schwund)
A4: GuV-Konto an sbA 15
A5: Umsatzerlöse an GuV-Konto 150
A6: GuV-Konto an WES 105
A7: GuV-Konto an EK 30
A8: EK an SBK 230
Rot = Unterschied zur WES = Wareneinsatzsammelkonto
Bruttomethode mit Inventur SBK = Schlussbilanzkonto
Buchführung 216 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bruttomethode ohne Inventur
Vorteile
1. Zustandekommen des Erfolgs wird im GuV-Konto ersichtlich
(im Vergleich zur Nettomethode, da Wareneinsatz vs. Umsatz)
2. Unregelmäßige Abgänge werden ersichtlich
3. (Zwischen-) Abschluss mit Bestimmung des Gewinns ist auch ohne
Inventur möglich
Buchführung 217 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren
Schwankende Anschaffungspreise: Betrag des Wareneinsatzes?
1. Einzelbewertung: jedem Stück wird ein Anschaffungspreis zugeordnet und bei
Abgang als Abgangswert erfasst
2. Durchschnittsbewertung: Es wird ein Durchschnittswert als Abgangswert
erfasst
Gewogener Periodendurchschnitt
Gleitender Durchschnitt
3. Verbrauchsfolgeverfahren
First-in-first-out (FiFo)
Last-in-first-out (LiFo)
Buchführung 218 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren – Periodendurchschnitt
01.01. Anfangsbestand 250 Stck. à € 20 € 5.000
13.02. Zugang 125 Stck. à € 22 € 2.750
28.06. Zugang 350 Stck. à € 25 € 8.750
Summe 725 Stck. € 16.500
Durchschn. EKW € 16.500 / 725 Stck. = € 22,76/Stck.
Endbestand 150 Stck.
Wert Endbestand 150 Stck. * € 22,76 = € 3.413,79
Wareneinsatz 575 Stck. * € 22,76 = € 13.086,21
Buchführung 219 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren – gleitender Durchschnitt
01.01. Anfangsbestand 250 Stck. à € 20,00 € 5.000,00
13.02. Zugang 125 Stck. à € 22,00 € 2.750,00
13.02 Bestand 375 Stck. à € 20,67 € 7.750,00
15.03 Abgang 175 Stck. à € 20,67 € 3.616,67
15.03 Bestand 200 Stck. à € 20,67 € 4.133,34
28.06. Zugang 350 Stck. à € 25,00 € 8.750,00
28.06. Bestand 550 Stck. à € 23,42 € 12.883,34
13.08. Abgang 400 Stck. à € 23,42 € 9.369,70
13.08 Bestand = Endbest. 150 Stck. à € 23,42 € 3.513,64
Wareneinsatz = Summe der Abgänge € 12.986,37
Buchführung 220 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren – Verbrauchsfolgeverfahren
1. Annahme einer fiktiven Verbrauchsfolge (Abgänge)
2. Fiktion über Verbrauch und Endbestand
3. Darf dem tatsächlichen Verbrauch nicht widersprechen
z.B. kein LiFo (last in, first out) bei verderblichen Waren
Methode Verbrauchsfiktion Endbestandsfiktion
FiFo aus AB und ersten Zugängen aus den letzten Zugängen
LiFo aus den letzten Zugängen aus AB und ersten Zugängen
Buchführung 221 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren – FiFo
FiFo: „first in, first out“
01.01. Anfangsbestand 250 Stck. à € 20,00 € 5.000,00
13.02. Zugang 125 Stck. à € 22,00 € 2.750,00
15.03 Abgang 175 Stck. à € 20,00 € 3.500,00
28.06. Zugang 350 Stck. à € 25,00 € 8.750,00
13.08. Abgang 400 Stck. 75 à € 20,00 € 9.250,00
125 à € 22,00
200 à € 25,00
13.08 Endbestand 150 Stck. à € 25,00 € 3.750,00
Wareneinsatz = Summe der Abgänge € 12.750,00
Buchführung 222 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Sammelbewertungsverfahren – permanentes LiFo
LiFo: „last in, first out“
01.01. Anfangsbestand 250 Stck. á € 20,00 € 5.000,00
13.02. Zugang 125 Stck. á € 22,00 € 2.750,00
125 á € 22,00
15.03 Abgang 175 Stck. € 3.750,00
50 á € 20,00
28.06. Zugang 350 Stck. á € 25,00 € 8.750,00
350 á € 25,00
13.08. Abgang 400 Stck. € 9.750,00
50 á € 20,00
13.08 Bestand = Endbest. 150 Stck. á € 20,00 € 3.000,00
Wareneinsatz = Summe der Abgänge € 13.500,00
Buchführung 223 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bezugskosten beim Wareneinkauf
Bezugskosten fallen beim Erwerber an und sind als Anschaffungs-
nebenkosten dem Warenbestand zuzurechnen, sofern einzeln
zurechenbar.
Einkauf: (Umsatzsteuer nicht vergessen!)
WB* (inkl. Bezugskosten) an Bank
Verbrauch: Bruttomethode mit (ohne) Inventur
Wareneinsatz(sammelkonto) an WB (inkl. Bezugskosten)
*WB = Warenbestand
Buchführung 224 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Bezugskosten: Beispiel (Bruttomethode ohne Inventur)
1. Wareneinkauf: 10 Stück à € 15 auf Ziel, der Spediteur stellt € 50 in
Rechnung, die bar bezahlt werden (zzgl. 19% USt)
Warenbestand 200 an Verb. LL 178,5
Vorsteuer 38 Kasse 59,5
2. Warenverkauf: 3 Stück à € 30 auf Ziel
Forderungen LL 107,1 an Umsatzerlöse 90
Umsatzsteuer 17,1
WES 60 an Warenbestand 60 (200 / 10 x 3)
Buchführung 225 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Transportkosten beim Warenverkauf
Transportkosten, die beim Verkäufer anfallen:
1. bei Eigentransport werden laufende Aufwandskonten
(KFZ-Kosten, Löhne …) angesprochen
(a) KFZ-Kosten
Löhne und Gehälter an Bank
2. bei Transport durch Dritte: Ausgangsfrachten
(a) Ausgangsfrachten an Bank
(b) GuV-Konto an Ausgangsfrachten
(Kontenabschluss)
Transportkosten werden sofort erfolgswirksam erfasst (=
Aufwandskonten), da direkter Zusammenhang zur Leistungs-
erbringung „Transport“ = keine Periodisierung notwendig bzw. erlaubt!
Buchführung 226 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Erfassungszeitpunkt für Umsatzerlöse
1. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB: „Gewinne sind nur zu berücksichtigen, wenn
sie am Abschlussstichtag realisiert sind“
2. Konvention:
Realisation i.d.R. bei Lieferung oder Leistungserbringung (meist
Übergang der Preisgefahr = Untergang, zufällige Verschlechterung)
bei Lieferungen zur Ansicht (Rückgaberecht) kein endgültiger
Gefahrenübergang
3. Erfassung einer Forderung zum Realisationszeitpunkt (auf Ziel):
Forderung an
Umsatzerlöse
USt
4. Kommt es zu Erlösschmälerungen oder Retouren, muss die
ursprüngliche Umsatzbuchung korrigiert werden
Buchführung 227 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Retouren
1. Rücksendungen können sich bspw. ergeben aus
Ansichtslieferungen (grds. keine Realisation, bei Rücklieferung keine Korrektur)
„Wandlung“ bei Gewährleistung
Falschlieferung
2. Offene Korrekturbuchung („Stornobuchung“) bei Rücksendung
Verkäufer bucht:
Umsatzerlöse an Forderung
USt
Warenbestand an Wareneinsatzsammelkonto
Käufer bucht:
Verbindlichkeit LL an Warenbestand
VSt
3. Ggf. hat der Verkäufer die Transportkosten zu tragen
Buchführung 228 Sommersemester 2020
Handelsgeschäfte
Erlösschmälerungen
1. Rabatte
Sofortrabatte mindern den Rechnungsbetrag und führen von Beginn an
zur Buchung eines niedrigeren Betrags
Warenpreis € 100
./. Rabatt € 5
Rechnungsbetrag € 95 = Buchungsbetrag
2. Nachträgliche Preisminderungen, z. B.
Boni
„Minderung“ bei Gewährleistungen
gem. §§ 255 Abs. 1 S. 3, 277 Abs. 1 HGB Teilstorno der
vorhergehenden Buchung (wie bei Retouren)
Buchführung 229 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
• Verbuchung von Beschaffung, Abnutzung & Abgang von Anlagen
• Verbuchung der Umsatzsteuer (Vorsteuer & Mehrwertsteuer)
• Buchung von Handelsgeschäften – Erfassung des Warenverkehrs
• Buchungstechnik in Industrieunternehmen – Besonderheiten
Buchführung 230 Sommersemester 2020
Der Wertschöpfungsprozess
Märkte, Staat und Unternehmung
Eigner Gläubiger
Kapitalmärkte
Gewinn Zinsen
Unternehmung
Eigen- Fremd-
Arbeit- kapital kapital
Lohn, Arbeits-
nehmer
Gehalt kräfte
Umsatz Produkte
Beschaf- Material,
fungs- Liefer-
Entgelt Betriebs- Absatz-
anten Wertschöpfung Kunden
märkte
mittel märkte
Dienst-
Umsatz
leistungen
Dienst-
Dienst- Entgelt
leistungen Infra-
leister struktur
Steuern
Auszahlungen Einzahlungen
Aufwendungen Erträge
Staat
Buchführung 231 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
1. Rohstoffe
Zur Be- und Verarbeitung bestimmt
Hauptbestandteil der Erzeugnisse
Bsp.: Holz, Stahl, Glas
2. Hilfsstoffe
Zur Be- und Verarbeitung bestimmt
Nebenbestandteil der Erzeugnisse
Bsp.: Lack, Farbe, Nägel, Schrauben, Leim
3. Betriebsstoffe
Dienen Ablauf und Aufrechterhaltung der Fertigung
Gehen selbst nicht in die Erzeugnisse ein
Bsp.: Strom, Treibstoff, Schmiermittel
Buchführung 232 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
1. Zugangsbuchung analog Handelswaren auf Bestandskonten
Bestand RHB an Verbindlichkeit / Bank / Kasse
2. Erfassung des Verbrauchs analog Handelswaren
mit Inventur:
Endbestand ermitteln und auf SBK umbuchen
SBK an Bestand RHB
Saldo des Bestandskontos ist als Verbrauch auf Aufwandskonto zu
erfassen
Aufwand RHB an Bestand RHB
ohne Inventur:
Jeder Verbrauch wird auf Aufwandskonto umgebucht
Aufwand RHB an Bestand RHB
Saldo des Bestandkontos ist Endbestand
SBK an Bestand RHB
Buchführung 233 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Bestandsveränderung an Erzeugnissen
Weichen produzierte und verkaufte Menge voneinander ab entspricht sich das
Mengengerüst auf Aufwands- und Ertragsseite des GuV-Kontos nicht
1. Gesamtkostenverfahren: Angleichung des Mengengerüsts durch
1. Produktion > Verkauf = Bestandserhöhung (Lageraufbau):
Hinzurechnung der Herstellungskosten (HK) der Lagerproduktion zum
Ertrag
2. Produktion < Verkauf = Bestandsminderung (Lagerabbau):
Hinzurechnung der HK des Verkaufs von Lagererzeugnissen zum
Aufwand
2. Umsatzkostenverfahren: Angleichung des Mengengerüsts durch
1. Produktion > Verkauf = Bestandserhöhung (Lageraufbau):
Kürzung des Aufwands um HK der Lagerproduktion
2. Produktion < Verkauf = Bestandsminderung (Lagerabbau):
Erhöhung des Aufwands um HK des Verkaufs von Lagererzeugnissen
Buchführung 234 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Gesamtkostenverfahren: Bestandserhöhung
Soll GuV-Konto Haben
Bestandserhöhung
auf Lager
Aufwand zu HK (Ertrag)
für produzierte
Erzeugnisse
verkauft
Umsatzerlöse
Periodengewinn
Buchführung 235 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Gesamtkostenverfahren: Bestandsminderung
Soll GuV-Konto Haben
Aufwand für produzierte und
abgesetzte Erzeugnisse
Aufwendungen der vom Lager Umsatzerlöse
verkauften Erzeugnisse
(= Bestandsminderung;
Aufwand)
Periodengewinn
Buchführung 236 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Bestandsveränderung an Erzeugnissen
Erfassung der Bestandsveränderung
1. mit Inventur:
Endbestand ermitteln und auf SBK umbuchen
SBK an Bestand Fertigerzeugnisse
Saldo des Bestandskontos ist als Bestandsveränderung zu erfassen
Bestand Fertigerzeugnisse an Bestandsveränderung
Bestandsveränderung an Bestand Fertigerzeugnisse
2. ohne Inventur:
Jeder Zugang/Abgang ist als Bestandserhöhung/-minderung zu erfassen
Bestand Fertigerzeugnisse an Bestandsveränderung
Bestandsveränderung an Bestand Fertigerzeugnisse
Saldo des Bestandkontos ist Endbestand
SBK an Bestand Fertigerzeugnisse
Buchführung 237 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Fallstudie
Methoden: unfertige Erzeugnisse mit Inventur, FE und RHB ohne
Inventur
1. Anfangsbestände Kasse und Eigenkapital je € 2.000,--
Kasse an EK 2.000
2. Bar-Einkauf RHB zu € 1.200,--
RHB an Kasse 1.200
3. Verbrauch von RHB im Wert von € 1.000,-- und Lohnkosten von
€ 200,-- (bar) bei der Produktion von 120 Stück in der ersten
Produktionsstufe (unfertige Erzeugnisse; UFE) zu Herstellungskosten
von € 10/Stück
Materialaufwand an RHB 1.000
Löhne und Gehälter an Kasse 200
Buchführung 238 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Fallstudie
4. Lohnkosten von € 100,-- (bar) bei der Produktion von 100 Stück der
Fertigerzeugnisse (FE) zu Herstellungskosten von € 11/Stück bei
einem Verbrauch von 100 Stück der unfertigen Erzeugnisse
Löhne und Gehälter an Kasse 100
Fertigerzeugnisse an Bestandsveränderung 1.100
5. 80 Stück der Fertigerzeugnisse werden zu je € 50 bar verkauft
Kasse an Umsatzerlöse 4.000
Bestandsveränderung an Bestand Fertigerz. 880
6. Kontenabschluss (Endbestände: UFE 20 Stück, FE 19 Stück, RHB
laut Kontensalden)
(A1) SBK an Kasse 4.500
(A2) SBK an RHB 200
(A3) SBK an UFE 200
(A4) Bestandsver. an UFE 1.000
Buchführung 239 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Fallstudie
6. Kontenabschluss (Fortsetzung)
(A5) SBK an Fertigerzeugnisse 209
(A6) sbA an Fertigerzeugnisse 11
(A7) GuV-Konto an Materialaufwand 1.000
(A8) GuV-Konto an Löhne und Gehälter 300
(A9) GuV-Konto an sbA 11
(A10) Umsatzerlöse an GuV-Konto 4.000
(A11) GuV-Konto an Bestandsveränderung 780
(A12) GuV-Konto an EK 1.909
(A13) EK an SBK 3.909
Buchführung 240 Sommersemester 2020
Buchung der industriellen Erzeugung
Buchung von Personalaufwendungen – Beispiel
Bruttoeinkommen € 3.227,--
Lohnsteuer € 732,--
Kirchensteuer € 58,56
Arbeitnehmeranteil Sozialversicherung € 501,54
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung € 501,54
Nettolohn € 1.934,90
Löhne und Gehälter € 3.227,00 an Bank € 1.934,90
soziale Abgaben € 501,54 an Verbindlichkeit SV € 1.003,08
an Verbindlichkeit F € 790.56
SV = Sozialversicherungsträger, F = Finanzamt
Buchführung 241 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
1 Einführung
2 System der doppelten Buchführung
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
5 Organisation der Buchführung
Buchführung 242 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
• Bewertung von Forderungen
• Periodenabgrenzung und Rückstellungen
• Systematik im Zeitablauf
• Hauptabschlussübersicht
Buchführung 243 Sommersemester 2020
Bewertung von Forderungen
1. Alle Vermögenswerte und Schulden sind am Bilanzstichtag
grundsätzlich einzeln zu bewerten und ggf. auf einen niedrigeren
„Zeitwert“ abzuschreiben.
2. Der Wert von Forderungen LL bestimmt sich nach der Rückzahlungs-
fähigkeit bzw. Bonität des Schuldners:
einwandfreie Forderungen: Bewertung zum Nennbetrag
uneinbringliche Forderungen: Vollabschreibung inkl. USt-Korrektur
zweifelhafte Forderungen: Bewertung zum „wahrscheinlichen Wert“
Buchführung 244 Sommersemester 2020
Bewertung von Forderungen
Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls
Latente Erhöht Latente Akute
Risiken Risiken Risiken
Klassifikation Vollwertige Zweifelhafte Uneinbringliche
Forderungen Forderungen Forderungen
Bewertung Nennwert Nennwert Nennwert
abzüglich abzüglich
erwarteter Ausfall sicherer
Ausfall
Wertminderung Pauschalwert- Einzelwert- Abschreibung
(Aufwandskonto) berichtigung berichtigung (Afa)
(PWB) (EWB)
Umsatzsteuer- keine keine vollständig
korrektur
Buchführung 245 Sommersemester 2020
Forderungsbewertung
Beispiel
Forderungen LL gesamt , 119.000 €
davon :
- Uneinbringliche Forderung U 11.900
10.000 netto + 1.900 USt
- Zweifelhafte Forderung Z 23.800
20.000 + 3.800 USt,
wahrscheinlicher Rückzahlungsbetrag 80%
- Restbetrag einwandfreier Forderungen 83.300
70.000 + 13.300 USt, Ausfallrisiko: 2%
vor Wertberichtigung Wertbericht./USt-Korr. nach Wertberichtigung
U-Forderung 11.900 -11.900 0
(davon USt-Korrektur 1.900)
Z-Forderung 23.800 - 4.000 19.800 (= 16.000 + 3.800)
Einw. Forderungen 83.300 - 1.400 81.900 (= 68.600 + 13.300)
Gesamt 119.000 -15.400 101.700
Buchführung 246 Sommersemester 2020
Forderungsbewertung
Beispiel
Uneinbringliche Forderung U: Abschreibung
Afa Forderungen LL 10.000 an Forderungen LL 11.900
USt 1.900
Zweifelhafte Forderung Z: Einzelwertberichtigung
EWB 4.000 an Forderungen LL 4.000
Restbestand: Pauschalwertberichtigung
PWB 1.400 an Forderungen LL1.400
Buchführung 247 Sommersemester 2020
Bewertung von Forderungen: Folgejahr(e)
Uneinbringliche Forderung: z.B. Zahlungsfähigkeit wieder hergestellt
Forderungen LL an sbE
USt
Anpassungen der EWB und PWB: ohne USt
Forderung mit EWB lebt wider Erwarten auf und (1) / oder (2) wird direkt
per Bank beglichen:
(1) Forderungen LL an sbE (2) Bank an sbE
Bank an Forderungen LL
Erhöhung EWB/PWB: Verringerung EWB/PWB:
EWB/PWB an Forderungen LL Forderungen LL an EWB/PWB
Buchführung 248 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
• Bewertung von Forderungen
• Periodenabgrenzung und Rückstellungen
• Systematik im Zeitablauf
• Hauptabschlussübersicht
Buchführung 249 Sommersemester 2020
Periodenabgrenzung
• Zur Einleitung:
Video „Transitorische Rechnungsabgrenzungsposten“
[Link]
Buchführung 250 Sommersemester 2020
Periodengerechte Abgrenzung
§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB
Grundsatz der Periodenabgrenzung: Erfassung von Erträgen/
Aufwendungen in der Verursachungsperiode unabhängig vom
Zahlungszeitpunkt
Beispiele:
Abschreibungen: Aufwandserfassung bei Nutzung, Zahlungs-
erfassung bei Erwerb oder Veräußerung
Fertigerzeugnisse/Waren: Aufwand bei Ertrag
Umsatzerlöse: Ertrag bei Umsatzvorgang, Zahlung ggfls. später
1. Sonderprobleme der zeitlichen Abgrenzung
Antizipative Abgrenzung
Transitorische Rechnungsabgrenzung
2. Rückstellungen
Buchführung 251 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung
Transitorische Rechnungsabgrenzung
1. Vorauszahlungen im alten Geschäftsjahr 20x5 für zeitabhängige
Leistungen (Aufwand/Ertrag) des folgenden Geschäftsjahres 20x6
(§ 250 HGB)
2. Z.B. Vorauszahlungen für Mieten, Zinsen, Versicherungsprämien u. ä.
des folgenden Geschäftsjahres
3. Rechnungsabgrenzungsposten (RAP):
Aktiver RAP an Bank
noch nicht anrechenbare Vorsteuer (n.n.a.V.)
Bank an Passiver RAP
noch nicht fällig berechnete USt (n.n.f.b.U.)
Buchführung 252 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung
Beispiel transitorische Rechnungsabgrenzung
Die Miete für die Zeit vom 1.12.20x5 bis zum 28.2.20x6 in Höhe von
€ 3.570 wird am 31.12.20x5 vorausbezahlt. Der Vermieter hat zur
Umsatzsteuer optiert.
Mieter:
(Jahr x5) Aktiver RAP € 2.000,--
n.n.a.V. € 380,--
Mietaufwand € 1.000,--
Vorsteuer € 190,-- an Bank € 3.570,--
(Jahr x6) Mietaufwand € 2.000,-- an aktiver RAP € 2.000,--
Vorsteuer € 380,-- n.n.a.V. € 380,--
n.n.a.V. – noch nicht anrechenbare Vorsteuer
Buchführung 253 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung
Beispiel transitorische Rechnungsabgrenzung (Forts.)
Vermieter:
(Jahr x5) Bank € 3.570,-- an passiver RAP € 2.000,--
an n.n.f.b.U. € 380,--
an Mietertrag € 1.000,--
an USt € 190,--
(Jahr x6) Passiver RAP € 2.000,-- an Mietertrag € 2.000,--
n.n.f.b.U. € 380,-- USt € 380,--
n.n.f.b.U. – noch nicht fällige berechnete Umsatzsteuer
Buchführung 254 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung
Antizipative Abgrenzung
1. Nachzahlungen im folgenden Geschäftsjahr 20x5 für zeitabhängige
Leistungen (Aufwand/Ertrag) des alten Geschäftsjahres 20x4
2. Z.B. dem alten Geschäftsjahr zuzurechnende Zinsen, Mieten werden
erst im folgenden Geschäftsjahr bezahlt
3. Sonstige Verbindlichkeiten/Forderungen
Aufwand (Vorsteuer)* an Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Forderungen an Ertrag (Umsatzsteuer)
* Sofern formale Voraussetzungen
für Abziehbarkeit schon gegeben
Buchführung 255 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung
Beispiel antizipative Abgrenzung
Die Zinsen in Höhe von € 5.000,-- für ein Darlehen, das vom 1.7.20x1
bis zum 30.6.20x2 läuft, werden im Tilgungszeitpunkt fällig.
Darlehensgeber:
(Jahr x1) Sonstige Forderungen an Zinsertrag € 2.500,--
(Jahr x2) Bank € 5.000,-- an Sonstige Forderungen € 2.500,--
an Zinsertrag € 2.500,--
Darlehensnehmer:
(Jahr x1) Zinsaufwand an Sonst. Verbindlichkeit € 2.500,--
(Jahr x2) Sonst. Verbindlichkeit € 2.500,--
Zinsaufwand € 2.500,-- an Bank € 5.000,--
Buchführung 256 Sommersemester 2020
Zeitliche Abgrenzung: Zusammenfassung
Vorgang Abschlussbuchungen
altes GJ neues GJ im alten GJ
Aufwand Ausgabe Aufwandskonto an Sonstige Verbindlichkeiten
Ertrag Einnahme Sonstige Forderungen an Ertragskonto
Ausgabe Aufwand Aktiver RAP an Aufwandskonto
Einnahme Ertrag Ertragskonto an Passiver RAP
Buchführung 257 Sommersemester 2020
Rückstellungen (provisions)
§ 249 HGB
1. Rückstellung („unsichere Schulden“)
Belastung in kommenden Geschäftsjahren
deren Eintritt und/oder Höhe unsicher, mit deren Eintritt aber ernsthaft zu
rechnen ist,
die im abgelaufenen oder einem früheren GJ rechtlich oder wirtschaftlich
verursacht sind
2. Beispiel: Drohende Schadensersatzforderungen aus Gerichtsprozess
Verursachung des Schadens und Prozess (20x4)
sonst. betriebl. Aufwand an Rückstellung € 100.000,--
Prozessende und Zahlung (20x5)
Rückstellung € 100.000,-- an Bank € 90.000,--
an sonst. betr. Ertrag € 10.000,--
Buchführung 258 Sommersemester 2020
Rückstellungen
1. Rückstellungen sind zu bilden insbesondere für
ungewisse Verbindlichkeiten (Pensionsverpflichtungen,
Steuerverpflichtungen, Prozessrisiken)
drohende Verluste aus „schwebenden Geschäften“
bestimmte Aufwendungen für unterlassene Instandhaltungen bzw. für
Abraumbeseitigung
2. Rückstellungen können nur für Einzelrisiken bzw. Risikogruppen, nicht
aber für das allgemeine Marktrisiko gebildet werden
Buchführung 259 Sommersemester 2020
Rückstellungen vs. Rücklagen
Rückstellungen Rücklagen
1. Unsichere Schulden • Überschuss des gesamten EK über das
gezeichnete Kapital
2. Entstehen bei Gewinnermittlung • Entstehen durch Gewinnverwendung
oder Einlage
3. Funktion: • Funktion:
Vorsorge für bestimmte Risiken Allg. Risikopuffer/Verlustausgleich
Periodengerechte Erfolgsermittlung Stärkung der Haftungsbasis
Erhöhung der Krisenfestigkeit
• Besonderheit:
Stille Rücklagen/Reserven
Buchführung 260 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
• Bewertung von Forderungen
• Periodenabgrenzung und Rückstellungen
• Systematik im Zeitablauf
• Hauptabschlussübersicht
Buchführung 261 Sommersemester 2020
Zeitliche Systematik der Buchführung
1. Eröffnung der aktiven/passiven Bestandskonten zu Jahresbeginn
2. „Untergliederung“ der Bestandskonten durch Unterkonten (z.B. zum
„Wareneinkaufskonto“ die Unterkonten „Bezugskosten“, „Rücksendungen“,
„Preisnachlässe“, „Lieferantenskonti“
3. Buchung der Geschäftsvorfälle des GJ auf den Konten
4. Vorbereitende Abschlussarbeiten
Inventur
Abschreibungen
Rechnungsabgrenzung
Rückstellungsbildung
Abschluss von Bestandsunterkonten auf Hauptkonten
5. Abschlussbuchungen
6. Ableitung von Bilanz und GuV aus der Buchführung
Buchführung 262 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
• Bewertung von Forderungen
• Periodenabgrenzung und Rückstellungen
• Systematik im Zeitablauf
• Hauptabschlussübersicht
Buchführung 263 Sommersemester 2020
Buchführung und Rechnungswesen
Buchführung
Internes Erfolgs- Bestands-
Rechungswesen konten konten
Hauptabschlussübersicht (HÜ)
Jahresabschluss KapGes (HGB)
Handelsbilanz GuV
Erträge
Vermögen Kapital ./. Aufwand
= Gewinn/Verlust
Anhang
Buchführung 264 Sommersemester 2020
Hauptabschlussübersicht „Probeabschluss“
A23 Saldenbilanz I Umbuchungen Saldenbilanz II GuV Bilanz
Konto Soll Haben Soll Haben Soll Haben Aufwand Ertrag Aktiva Passiva
0700 TA Maschinen 620.000 191.500 428.500 428.500
0800 Andere Anlagen, BGA 360.000 80.000 280.000 280.000
2000 Rohstoffe 280.000 115.000 165.000 165.000
2200 Fertigerzeugnisse 15.000 10.000 25.000 25.000
2400 Forderungen aLL 288.000 288.000 288.000
2600 Vorsteuer 83.000 80.000 3.000 3.000
2690 Sonstige Forderungen 2.000 2.000 2.000
2800 Bank 228.000 228.000 228.000
3000 Kapital Werner Hinz 400.000 83.000 317.000 317.000
3001 Privat Werner Hinz 83.000 83.000 0 0
3010 Kapital S. Krüger 200.000 79.000 121.000 121.000
3011 Privat S. Krüger 79.000 79.000 0 0
3900 Sonst. Rückstellungen 15.500 5.000 10.500 10.500
4250 Darlehensschulden 444.000 444.000 444.000
4400 Verbindlichkeiten aLL 215.000 215.000 215.000
4800 Umsatzsteuer 80.000 80.000 0 0
4890 Sonstige Verbindlichkeiten 17.500 17.500 17.500
5000 Umsatzerlöse 1.511.000 8.000 1.503.000 1.503.000
5001 Erlösberichtigungen 8.000 8.000 0 0
5200 Bestandsveränderungen 10.000 10.000 10.000
5480 Erträge Auflösung Rückstellg 5.000 5.000 10.000 10.000
5710 Zinserträge 6.000 6.000 6.000
6000 Aufw. Rohstoffe 460.000 110.000 6.000 564.000 564.000
6001 Bezugskosten 10.000 10.000 0 0
6002 Nachlässe 6.000 6.000 0 0
6520 Abschreibungen SA 260.000 260.000 260.000
6700 Mietaufwand 120.000 120.000 120.000
6930 Verluste aus Schadensfällen 19.000 26.500 45.500 45.500
7510 Zinsaufwand 25.000 25.000 25.000
7800 Diverse Aufwendungen 220.000 220.000 220.000
2.900.000 2.900.000 667.500 667.500 2.654.000 2.654.000 1.234.500 1.529.000 1.419.500 1.125.000
Gewinn 294.500 294.500
Buchführung 265 Sommersemester 2020
Inhaltsübersicht
1 Einführung
2 System der doppelten Buchführung
3 Buchtechnische Erfassung des Wertschöpfungsprozesses
4 Abschlussarbeiten und Hauptabschlussübersicht
5 Organisation der Buchführung
Buchführung 266 Sommersemester 2020
“Bücher” der Buchführung
Grundsatz: Nachvollziehbarkeit durch Dritte
Ordnung der Buchungen
sachlich ergänzend zeitlich
Hauptbuch Nebenbuch- Grundbuch
(Sachkonten) haltungen (Journal)
Bestands- Erfolgs-
konten konten
Kontenplan
Buchführung 267 Sommersemester 2020
Belege, Grundbuch, Hauptbuch
Vorkontierung doppelte Buchführung
Belege Grundbuch Hauptbuch
Sachkonten
Eröffnungsbuchungen
Eigenbelege
Laufende Buchungen
Fremdbelege
Abschlussbuchungen Bestands- Erfolgs-
konten konten
Buchführung 268 Sommersemester 2020
Grundbuch (Journal)
Journal November 20x8 Seite ....
Sachkonten Betrag
Datum Beleg Buchungstext S H S H
Nr.
... .... ..... .... ..... ... ....
12.11. BA 158 Überweisung an 4400 2800 4.600 4.600
Vits KG
13.11. AR 896 Verkauf an 2400 5000 6.900 6.000
Holzen OHG
4800 900
14.11. BA 159 Überweisung 2800 2400 2.760 2.760
von Decker
... ... .... ... .... .... ..
Buchführung 269 Sommersemester 2020
Hauptbuch: Sachkonto Bank
Journal November 20x8 Seite ....
Sachkonten Betrag
Datum Beleg Buchungstext S H S H
Nr.
... .... ..... .... ..... ... ....
12.11. BA 158 Überweisung an 4400 2800 4.600 4.600
Vits KG
13.11. AR 896 Verkauf an 2400 5000 6.900 6.000
Holzen OHG
4800 900
14.11. BA 159 Überweisung 2800 2400 2.760 2.760
von Decker
... ... .... ... .... .... ..
Buchführung 270 Sommersemester 2020
Nebenbuchhaltungen
Kontokorrent- Material- Anlagen- Personal-
buchhaltung buchhaltung buchhaltung buchhaltung
Personenkonten Erfassung der Erfassung
Lohn- und
Bestände und Anlagenbestand
Debitoren Gehaltsabrech-
Veränderungen
(Kunden) nung
RHB, FE, UE, Sachanlageverm.
Kreditoren Personalaufwand
Waren Abschreib.
(Lieferanten)
Abstimmung mit Forderungen LL
Abstimmung mit Verbindlichkeiten LL
Buchführung 271 Sommersemester 2020
Kontenrahmen und Kontenplan
Kontensysteme
Kontenrahmen Kontenplan
Industrie Handel
Industrie-Konten- Gemeinschafts-Konten- Spezialkontenrahmen
rahmen (IKR) rahmen (GKR) DATEV
Abschlussgliederungs- Prozessgliederungsprinzip
prinzip
Buchführung 272 Sommersemester 2020
Industriekontenrahmen
Abschlussgliederungsprinzip
Klasse
0 Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände
1 Finanzanlagen
2 Umlaufvermögen, aktiv. Rechnungsabgrenzung Bestands-
konten
3 Eigenkapital und Rückstellungen
4 Verbindlichkeiten, passivische Rechnungsabgrenzung
5 Erträge
6 Betriebliche Aufwendungen
7 Weitere Aufwendungen Erfolgskonten
8 Ergebnisrechnungen
9 Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)
Buchführung 273 Sommersemester 2020
IKR- Kontenklasse 2:
Umlaufvermögen und aktive Rechnungsabgrenzung
Gruppe
20 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
21 unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen
22 Fertigerzeugnisse und Waren
23 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte
24 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
25 Frei
26 Sonstige Vermögensgegenstände
27 Wertpapiere des Umlaufvermögens
28 Flüssige Mittel
29 Aktive Rechnungsabgrenzung
Buchführung 274 Sommersemester 2020
GKR -Gemeinschaftskontenrahmen der Industrie
Prozessgliederungsprinzip
Klasse
0 Anlage- und Kapitalkonten
1 Finanz- und Privatkonten
2 Abgrenzungskonten
3 Wareneingangs- und Bestandskonten
4 Betriebliche Aufwendungen (Kostenarten)
5 Frei (Kostenstellen)
6 Frei (Kostenstellen)
7 Bestände an Erzeugnissen (Kostenträger)
8 Betriebliche Erträge (Umsatzerlöse, Bestandsveränd.)
9 Abschlusskonten
Buchführung 275 Sommersemester 2020
Abschluss
Viel Erfolg für die Klausur!
Buchführung 276 Sommersemester 2020