Unigor 1
Unigor 1
für
– Unigor 1 –
Inhaltsverzeichnis
Seite
Einleitung 2
Technische Daten
Messbereiche und Messbereichserweiterung 4
Anzeigegenauigkeit 5
Einfluss von Temperatur, Frequenz, Fremdfeld und Kurvenform
5
Ablesekonstanten 6
Überlastschutz 7
Gebrauchsanleitung
Allgemeine Richtlinien 9
Strommessungen bei Gleichstrom 11
Spannungsmessungen bei Gleichstrom 12
Strommessungen bei Wechselstrom 13
Spannungsmessungen bei Wechselstrom 15
Strom- und Spannungsmessungen von Wechselstrom mit Frequenzen bis 10'000
Hz 15
Schaltung (Prinzipschaltbild 23
Schalttechnische Vorteile
Ein eingebauter Stromwandler ermöglicht die Messung des Gleich-·und
Wechselstromanteiles eines Wechselstromes, dem ein Gleichstrom überlagert ist.
Ausserdem macht dieser Wandler die Anzeige des Unigor von etwaigen Änderungen
der Gleichrichtercharakteristik weitgehend unabhängig und gestattet die Verwendung
der linear geteilten Gleichstromskala auch für Wechselstrommessungen.
Gedruckte Schaltplatten machen den Aufbau des Unigor auch mit den vielen
Bauelementen für 42 Messbereiche übersichtlich und erleichtern allfällige Service-
Arbeiten am Gerät.
2
Drehspulmesswerk mit Spannbandlagerung
ist stossunempfindlich und hat keine Lagerreibung. Der verwendete Glaszeiger ist
gegen Überlastungen besonders widerstandsfähig und kann sich nicht verbiegen.
Das Messwerk ist vom übrigen Gerät getrennt in einem separaten Raum staubdicht
eingebaut.
Spiegelunterlegte Skala
mit nur einer proportionalen Teilung für alle Strom- und Spannungsbereiche für
Gleichstrom und auch für Wechselstrom. Diese Skala, mit V, A bezeichnet, hat eine
Länge von ca. 80 mm und ist direkt beziffert, so dass die Ablesung je nach
gewähltem Messbereich nur mit eins oder mit einer Zehnerpotenz multipliziert
werden muss, um den Messwert zu erhalten.
Separate übersichtliche Skalen gestatten die direkte Ablesung von Widerstand und
Temperatur.
Überlastungsschutz
Das Instrument wird durch einen besonders empfindlichen Schutzschalter bei
falscher Handhabung und Überlastung vor einer Beschädigung weitgehend
geschützt.
Einfache Bedienung
Es ist nur ein Messbereichwähler und ein Stromartumschalter vorhanden. Die
eindeutige Klemmenzuordnung und die übersichtliche Gestaltung des
Messbereichschildes ermöglichen eine einfache Bedienung.
Die Batterie für die Widerstandsbereiche ist in einem separaten Raum untergebracht.
Die Batterie ist nach Abnahme der Bodenplatte frei zugänglich.
Eine Bedienungsanweisung mit den technischen Daten in übersichtlicher, jedoch
gekürzter Form befindet sich auf der Unterseite des Instruments.
Äussere Form
Die charakteristische äussere Form mit den Klemmenanschlüssen, dem
Messbereichschild, den Schaltern und der bewährten Schräglage des Messwerkes
wurde von der bisherigen Universal-Reihe übernommen. Zur besseren
Unterscheidung von anderen Unigor-Typen ist beim Unigor 1 der Rand des
Gehäuseoberteiles in grünem Pressstoff ausgeführt.
3
Technische Daten
Messbereiche
Gleichstrombereiche (–)
Spannung Innenwiderstand Strom Innenwiderstand ca.
1200 V 4 MΩ 30 A 0,004 Ω
600 V 2 MΩ 6 A 0,030 Ω
300 V 1 MΩ 1,2 A 0,16 Ω
120 V 400 kΩ 0,3 A 0,4 Ω
30 V 100 kΩ 0,06 A 1,6 Ω
12 V 40 kΩ 12 mA 7,5 Ω
3 V 10 kΩ 3 mA 29 Ω
0,6 V 2 kΩ 1,2 mA 69 Ω
60 mV 200 Ω 300 µA 200 Ω
12 mV 114 Ω - - - -
Wechselstrombereiche (~)
Spannung Innenwiderstand Strom Innenwiderstand ca.
1200 V 4 MΩ 30 A 0,004 Ω
600 V 2 MΩ 6 A 0,030 Ω
300 V 1 MΩ 1,2 A 0,16 Ω
120 V 400 kΩ 0,3 A 0,4 Ω
30 V 100 kΩ 0,06 A 1,5 Ω
12 V 10 kΩ 12 mA 50 Ω
3 V 1 kΩ 3 mA 70 Ω
0,6 V 50 Ω 1,2 mA 300 Ω
- - - - 300 µA 3000 Ω
Temperaturbereiche
Bereich Bereich am Unigor Thermopaar
0-220 °C ΔT 12 mV Fe-Konstantan 2 Ohm eingeeicht, direkte
Skala
0-900 °C ΔT 12 mV u. 60 mV Fe-Konstantan
0-1200 (1600) °C ΔT 12 mV u. 60 mV NiCr-Ni und PtRh-Pt
Widerstandsbereiche
Bereich Wert für Skalenmitte Spannungsquelle
(Ω) 0,1 Ω... 100 Ω 6,7 Ω 1,5V Batterie
Ω 10 Ω... 10 kΩ 300 Ω
Ωx10 100 Ω... 100 kΩ 3000 Ω
kΩ– 10k Ω... 10 MΩ 300 kΩ 100... 130 V–
kΩ~ 100... 240 V~
Messbereicherweiterung
Erweiterter mit Type
Bereich
600 A– Getrenntem Nebenwiderstand Klasse 0,5 GE 52 17 H
120 A– 600 A-60 mV bzw. 120 A-12 mV
600 A/6 A~ Durchsteckstromwandler (100:1) bei 500/5 A GE 44 07
120 A/1,2 A~ und 5 VA: Klasse 0,2. Zusätzlicher Anzeigefehler mit
30/0,3 A~ Unigar 1 kleiner als 0,2 % (45... 65 Hz)
600 A/0,3 A~ Zangenstromwandler (2000:1). Zusätzlicher GE 44 53
120 A/0,06 A~ Anzeigefehler mit Unigor 1 kleiner als 3 %
30/0,012 A~
6000 V≃ Vorwiderstand 4,8 kV (16 MΩ) GE 41 55
(20 MΩ)
220 °C Temperaturfühler mit FE-Konstantan Thermopaar GE 48 31
Grundwerte der Thermosp. nach DIN bzw. Ö-Norm.
4
Anzeigegenauigkeit
Fehlergrenzen
Die angegebenen Fehlergrenzen gelten bei horizontaler Gebrauchslage, bei einer
Temperatur von 20° C und bei sinusförmigem Wechselstrom von 50... 60 Hz 1)
Strom- und Spannungsbereiche (V, A)
Gleichstrom: ± 1 % vom Skalenendwert
Wechselstrom: ± 1,5 % vom Skalenendwert
Widerstandsbereiche
Gleichstrom: ± 1 % von der Skalenlänge bzw.
± 4 % von der Anzeige in Skalenmitte
Wechselstrom: ± 1.5 % von der Skalenlänge bzw.
± 6 % von der Anzeige in Skalenmitte
Temperaturbereich: ± 5° C bei Verwendung eines Eisen-Konstantan-
Thermoelementes der Eichreihe nach DIN bzw. Ö-Norm
mit einem Widerstand von 2 Ohm.
Temperatureinfluss
Für je 10 °C bei Gleichstrom max. 1 % vom Sollwert
bei Wechselstrom max.l,5 % v. Skalenendwert
Die angenäherte Grösse des zusätzlichen Temperaturfehlers innerhalb des Tem-
peraturbereiches von 0 °C bis +50 °C ist aus folgenden Kennlinien zu entnehmen.
Zusätzlicher
Temperaturfehler f in %
vom Sollwert
für·Gleichstrom.
Zusätzlicher
Temperaturfehler f in %
vom Messbereichendwert
für Wechselstrom.
Der Frequenzfehler von max. 3 % gilt auch für Spannungsbereiche über 300 V im
Frequenzbereich bis 1'500 Hz und für Strombereiche über 0,3 A bis 5'000 Hz.
Die Eingangskapazität des Unigor 1 bei allen Wechselstrombereichen ist ca. 60 pF.
1)
Siehe auch Frequenz- und Kurvenformeinfluss.
5
Fremdfeldeinfluss
Der Einfluss eines Gleichstrom-, pulsierenden oder Wechselstromfremdfeldes
(50 Hz) von 5 Gauss ist auch bei ungünstiger Einwirkung (Richtung des Feldes,
Phasenlage zwischen Wechselstromfeld und -messgrösse) vernachlässigbar klein.
Kurvenformeinfluss
Die Anzeige eines Drehspulmesswerkes mit Gleichrichter ist proportional dem
Mittelwert der Wechselstromgrösse. Bei der Eichung des Unigor in Effektivwerten
wird der Formfaktor (Effektivwert geteilt durch Mittelwert) von 1,11 für eine
sinusförmige Kurvenform berücksichtigt. Eine Abweichung von der Sinusform kann
einen Anzeigefehler hervorrufen. Im allgemeinen verursacht eine spitze Kurve
negative und eine rechteckige Kurve positive Anzeigefehler.
Prüfspannung
5'000 V nach den IEC- und VDE-Regeln. Die Spannungsprüfung mit 5'000 V
gewährleistet eine gefahrlose Bedienung des Instrumentes bei Spannungen bis zu
1'500 V. Bei der Messung von höheren Spannungen mittels eines separaten
Vorwiderstandes darf das Instrument nicht berührt werden.
Weitere technische Hinweise über die Wartung, die Schaltung und die Werte der
Einbauelemente werden auf den Seiten 22 und 23 gegeben.
Ablesekonstanten
Messbereich Messwert = Ablesewert x ...
Ablesung auf der V, A-Skala mit Bezifferung
0–120 0–60 0–30
6000 V -- x 100 V --
1200 V x 10 V -- --
600 V -- x 10 V --
300 V -- -- x 10 V
120 V x1V -- --
30 V -- -- x1V
12 V x 0,1 V -- --
3 V -- -- x 0,1 V
0,6 V -- x 10 mV --
60 mV -- x 1 mV --
12 mV x 0,1 mV -- --
6
Der Überlastungsschutz
Vielfachmessinstrumente sind sowohl für die Messung kleinster Werte (mV, µA) als
auch beträchtlicher Spannungen und Ströme geeignet. Es sind demnach bei falscher
Messbereicheinstellung Überlastungen bis zu mehr als dem tausendfachen
Messbereichendwert möglich. Bei der gedrängten Bauart elektrischer Geräte und
Anlagen kann auch bei sorgfältiger Abtastung von :Messpunkten und aufmerksamer
Bedienung des Instruments durch eine Berührung mit anderen spannungsführenden
Teilen eine irreparable Beschädigung erfolgen. Ferner wird die Möglichkeit einer
Überlastung grösser, wenn das Gerät weniger geschultem Personal anvertraut oder
auch von mehreren Personen benützt werden muss.
Wie diese wenigen Beispiele zeigen, ist es zweckmässig, ein Vielfachmessgerät mit
einer Schutzeinrichtung zu versehen. Beim Unigor 1 wurde daher die beim
Goerz·Universal 1 bereits bewährte Schutzmethode angewendet und ein neu
entwickelter, noch empfindlicherer Schutzschalter eingebaut, dessen Relais, in Serie
zum Messwerk geschaltet, bei Überlastung einen Kontakt öffnet und den
Messstromkreis unterbricht.
Die hohe Empfindlichkeit des Relais ergibt sich durch die Anwendung des Prinzips
der Sättigungssperre. Der Relaisanker A, der mit einer Kontaktfeder S verbunden ist,
wird durch einen permanentmagnetischen Fluss am Relaisjoch R gehalten. Bei
ausreichender Erregung der Relaiswicklung kommt das Joch in Sättigung und
schwächt infolge der Erhöhung des magnetischen Widerstandes den Haltefluss des
Permanentmagnets NS, so dass der Anker durch die Kraft P zum Abfallen gebracht
und der Schutzschalterkontakt geöffnet wird.
Die gesamte Schaltzeit vom Eintritt der Überlastung bis zur Unterbrechung des
Messstromkreises beträgt 0,005... 0,01 sek. Das Relais spricht sowohl mit
Gleichstrom·als auch mit Wechselstromerregung an. Der Ansprechstrom ist etwa 10-
bis 20mal so gross wie der Messwerkstrom für Endausschlag. Der Schutz wird
demnach bei einem Messwert, der – in der Regel – dem 10- bis 20fachen Betrag des
eingestellten Messbereiches entspricht, bei folgenden Überlastungen wirksam:
Bei einer plötzlichen, zumindest 40fachen Überlastung mit Gleichstrom und falsch
eingestellter Stromart (Umschalter auf «~») wird das Relais durch den auf der
Sekundärseite des Wandlers auftretenden Stromimpuls zum Ansprechen gebracht.
Hingegen bleibt der Überlastungsschutz bei nur langsam anwachsendem Gleichstrom
unwirksam.
Durch kräftige mechanische Stösse oder durch Einwirkung starker Fremdfelder auf
das Relais kann der Schutzschalter in die «AUS»-Stellung springen. Auf die Anzeige
haben jedoch solche Fremdfelder keinen Einfluss.
Achtung: Nach einer Überlastung des Instrumentes soll der Schutzschalter erst dann
wieder eingeschaltet werden, wenn die Ursache seines Ansprechens beseitigt ist. Das
Einschalten erfolgt durch Niederdrücken des Druckknopfes «⊙», der auf der linken
Seite aus dem Messbereichschild herausragt.
Die Bereiche 30 A≃ und 12 mV– sind nicht mitgesichert.
Unigor annähernd in horizontale Lage bringen, wenn mit einer Genauigkeit von 1 %
bei Gleichstrom und 1,5 % bei Wechselstrom gemessen werden soll.
Unigor nicht in die Nähe von Eisenmassen, Leitungen oder Stromschienen, in denen
grosse Ströme fliessen, und nicht direkt neben andere Drehspulinstrumente stellen.
① Im stromlosen Zustand prüfen, ob der Zeiger auf 0 der V, A-Skala zeigt. Ist
dies nicht der Fall, Zeiger mit der Korrekturschraube in die Nullstellung
bringen. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Skalenfenster nicht
elektrostatisch aufgeladen ist, wie dies nach dem Reinigen des Glases mit
einem Tuch oder Putzleder der Fall sein kann. Um eine Fehlanzeige zu
vermeiden, soll nach dem Reinigen die Ladung durch Berühren des Glases an
mehreren Stellen oder durch Abwischen mit einem feuchten Tuch abgeleitet
werden.
9
② Der Umschalter ist nach Bedarf auf Gleichstrom «–», Wechselstrom «~» oder
für Widerstandsmessungen «Ω» in die Mitte zu stellen. Die Umschaltung von –
auf ~ über die Ω-Stellung kann auch während einer Messung erfolgen, ohne
dass dadurch der Messkreis unterbrochen oder das Unigor überlastet würde.
④ Vor dem Anschalten des Unigor ist der Schutzschalterdruckknopf, falls er sich
in der AUS-Stellung befinden sollte, in die EIN-Stellung zu drücken.
⑤ Die Wahl der Anschlussklemmen und Steckbuchsen ist schematisch auf der
⑥ Bodenplatte des Unigor erläutert. Eine ausführliche Anleitung für den
Anschluss des Instruments und die Bedienung des Ohm-Knopfes geben die
folgenden Abschnitte.
Besonders zu beachten ist bei der Messung von Gleichspannungen mit einmaliger
oder periodisch wiederkehrender Überlagerung von Spannungsspitzen, dass die Höhe
dieser Spannungsspitzen die Messbereichgrenze von 1200 V nicht überschreitet.
Ansonsten können Überschläge auftreten, die die Isolationsgüte der Innenschaltung
herabsetzen und den Abbrand wesentlicher Bauelemente zur Folge haben. Solche
Spannungsspitzen treten z. B. an einer mit Gleichstrom durchflossenen Wicklung mit
Eisenkern auf, wenn der Stromkreis plötzlich unterbrochen wird. Auch bei der
Messung an Transduktoren und Fernsehgeräten können solche unzulässig hohe
Spannungsspitzen auftreten.
Ferner ist es wichtig zu beachten, dass der Messbereichwähler nicht als Ausschalter
benützt wird. Es darf daher nicht während einer Strommessung der
Messbereichwähler von einem Strombereich (A) in die Leerstellung zwischen
1200 V und 6 A oder auf einen Spannungsbereich (V) gedreht werden. Die hierbei
auftretenden Spannungsspitzen und Schaltfunken können zu einer allmählichen
Zerstörung der Isolation und zu einem Abbrand der Kontakte führen.
Auf die Erdungsverhältnisse und die maximal zulässige Spannung gegen Erde wird
bei der Beschreibung der Strom- und Spannungsmessung näher eingegangen.
10
Strommessungen bei Gleichstrom
direkter Anschluss
Achtung! 30 A-Bereich
ohne Schutzschalter
Unigor womöglich immer in jene Leitung schalten, deren Spannung gegen Erde
geringer ist, wobei diese aus Sicherheitsgründen 1500 V nicht überschreiten darf.
(Siehe auch Seite 6.)
mit Nebenwiderstand
11
Spannungsmessungen bei Gleichstrom
direkter Anschluss
Messbereich 12 mV Messbereiche 60 mV bis 1200 V–
(114 Ω) (3333 Ω/V)
Achtung! 12 mV-Bereich
ohne Schutzschalter
Achtung! 30 A-Bereich
ohne Schutzschalter
Unigor womöglich immer in jene Leitung schalten, deren Spannung gegen Erde
geringer ist, wobei diese aus Sicherheitsgründen 1500 V nicht überschreiten darf
(siehe auch Seite 6).
Die Ablesung erfolgt auf der V, A-Skala.
Ablesekonstante siehe Seite 6.
Zangenmessbereich Messbereich
am Unigor 1
600 A 0,3 A
120 A 0,06 A
24 A 12 mA
Der durch die Anlegezange bewirkte zusätzliche Anzeigefehler ist nicht grösser als
±3 % vom Messbereichendwert, wenn die Stossflächen des Zangenkernes praktisch
ohne Luftspalt aufeinander liegen. Auf die Sauberkeit der Stossflächen ist daher
besonders zu achten.
Achtung: Die Anlegezange ist für eine Betriebsspannung von max. 650 V geprüft.
Bei Messungen an blanken Leitern darf diese Spannung nicht überschritten werden.
14
Spannungsmessungen bei Wechselstrom
Messbereiche 0,6 V, 3 V und 12 V~ Messbereicherweiterung auf 6 kV~
(50 Ω, 1 kΩ und 10 kΩ) mit Vorwiderstand 4,8 kV (16 MΩ)
30 V bis 1200 V~ (3333 Ω/V) Type GE 41 55
15
Messung von überlagertem Gleich- und Wechselstrom
a) ohne Abriegelung des Gleichstromanteiles
Der Gleichstromanteil wird, wie üblich, durch eine Gleichstrom- oder
-spannungsmessung ermittelt, da das Drehspulmesswerk den überlagerten
Wechselstrom nicht anzeigt.
Bei der Messung des Wechselstromes wird durch den eingebauten Wandler nur der
Wechselstromanteil auf die Gleichrichterbrücke übertragen, während der
Gleichstromanteil ohne Einfluss auf die Anzeige über die Primärwicklung abfliesst.
Die Messung der Gleich- und Wechselstromanteile wird nun genauso durchgeführt,
wie dies in den vorangegangenen Abschnitten für Strom- und Spannungsmessungen
bei Gleich- bzw. Wechselstrom (S. 11-15) ausgeführt ist. Es ist jedoch darauf zu
achten, dass der gewählte Messbereich nicht kleiner als der zu messende Gleich-
oder Wechselstromanteil ist. Daher vor der Wahl des nächst kleineren Bereiches
immer den Gleich- und Wechselstromanteil messen, um eine Überlastung des Unigor
zu vermeiden. Gleichstromanteil in der Umschalterstellung «–», Wechselstromanteil
in der «~»-Stellung auf der V, A-Skala ablesen. Ablesekonstanten siehe Seite 6.
b) mit Abriegelung des Gleichstromanteiles
Bei vielen Wechselspannungsmessungen im Tonfrequenzgebiet mit überlagerter
Gleichspannung, insbesondere in der Elektronik, ist es erwünscht, den
Gleichstromanteil vom Messinstrument abzuriegeln. Das Unigor 1, eine Type für die
Starkstromtechnik ohne eingebauten Kondensator, kann für diese Art von Messungen
ebenfalls verwendet werden, wenn ein geeigneter Kondensator l) in Serie zum
Instrument geschaltet wird.
Messbereichwähler auf einen geeigneten, im Zweifels-
falle auf den grössten Spannungbereich stellen und
Stromartumschalter in die Stellung «~» bringen. Die zu
messende Spannung ist an die Klemmen «≃» über
einen Kondensator anzuschliessen. Um eine Zerstörung
des Kondensators zu vermeiden, ist zu beachten, dass
die überlagerte Gleichspannung die Betriebsspannung
des verwendeten Kondensators nicht überschreiten darf.
Durch den Kondensator, der in Serie zum
Innenwiderstand des Instrumentes liegt, wird bei
niederen Frequenzen die Anzeige frequenzabhängig. Der
zusätzliche negative Anzeigefehler bei Verwendung
eines Kondensators von 0,3 µF in % von der Anzeige in
Abhängigkeit von der Frequenz ist:
Etwaige Nullpunktabweichung
mit Nullstellungsschraube Den Zeiger mit dem Ω-Knopf
korrigieren (1) auf Endausschlag (0 der Ω, kΩ-
Skala) einregeln (4)
Das Unigor wird ohne eingesetzte Batterie geliefert. Es ist daher vor Inbetriebnahme
ein Element (ca. 200 x 37 mm) einer 3 V-Stabbatterie in den Batterieraum
einzulegen. Der Batterieraum befindet sich auf der Unterseite des Instrumentes und
ist nach Abnahme der Bodenplatte (Rändelschraube lösen) frei zugänglich.
Die Batterie soll man auswechseln, wenn sich der Zeiger bei den Bereichen (Ω), Ω
und Ω x 10 nicht mehr auf Endausschlag einregeln lässt oder die Anzeige nach dem
Einregeln nicht konstant bleibt. Der Regelbereich des Ohmknopfes ist für
Batteriespannungen von 1,65 V bis 1,3 V vorgesehen. Es wird empfohlen, den
Zustand der Batterie von Zeit zu Zeit zu überprüfen und ein sich zersetzendes
Element rechtzeitig zu entfernen, bevor es den Batterieraum verunreinigt.
17
Durchführung der Messung mit eingebauter Batterie
Messbereich: (Ω) (0,1 Ω bis 100 Ω)
Der zu messende Widerstand Rx ist an die Klemme ⌽
und die Steckbuchse (Ω) anzuschliessen, wobei die
schwarzen Anschlussklemmen kurzgeschlossen
bleiben. Der Widerstandswert von Rx ist auf der (Ω)-
Skala in Ohm abzulesen.
18
Messbereich: kΩ~ (10 kΩ bis 10 MΩ)
100... 240 V~ Der Messvorgang ist wie beim Bereich kΩ–, nur dass
an Stelle der Gleichspannung eine Wechselspannung
erforderlich ist.
Bei Verwendung eines Kondensators C = 0,3 µF mit einer Toleranz von ± 1 % ergibt
sich eine Messgenauigkeit von 1,5 % bezogen auf die Skalenlänge bzw. von ± 6 %
von der Anzeige bei Skalenmitte. Ist die Abweichung von C vom Nennwert grösser
als angegeben, so ergibt sich eine Messunsicherheit für den Wert von Cx in den oben
angegebenen Grenzen zuzüglich der perzentuellen Abweichung von C vom
Nennwert.
Temperaturmessung
Die empfindlichsten Spannungsmessbereiche für 12 mV und 60 mV des Unigor 1
ermöglichen mit geeigneten Thermopaaren die Messung von Temperaturen. Bei
Anschluss eines Thermopaares an den 12 mV- bzw. 60 mV-Bereich wird die
Thermospannung entsprechend der Temp.-Differenz ΔT zwischen der «heissen»
Lötstelle des Thermopaares und den kalten Anschlüssen am Instrument angezeigt.
Voraussetzung für die nachstehend beschriebenen Temperaturmessungen ist die
Verwendung von Thermopaaren aus den Materialien Eisen-Konstantan (Fe-Konst.),
Nickelchrom-Nickel (NiCr-Ni) und Platinrhodium-Platin (PtRh-Pt) mit den
Grundwerten der Thermospannung nach DIN 43710 bzw. Ö-Norm M-5801.
19
Temperaturmessung
mit Fe-Konstantan-Thermopaar
Messbereich: 0 bis 220 °C ΔT
Thermopaar aus Eisen-Konstantan mit einem Widerstand
von 2 Ohm einschliesslich der eventuell verwendeten
Ausgleichsleitungen mit dem Konstantan-Leiter an die
(–) Klemme und dem Eisenleiter an die (+) 12 mV-
Steckbuchse anschliessen 1), Umschalter auf «–» stellen
und einen beliebigen Gleichstrom- oder
Spannungsbereich wählen. Die Temperaturdifferenz ΔT
kann direkt von der Temperaturskala in °C abgelesen
werden.
R−2
Temperaturdifferenz ΔT = T 1 x 0 , 86 in °C
100
Der Widerstand R in Ohm kann z. B. mit einem geeigneten Widerstandsmessbereich
des Unigor 1 gemessen werden (siehe auch Anmerkung auf Seite 21).
Der Goerz-Temperaturfühler, Type GE 48 31 ermöglicht die direkte Ablesung von
ΔT in °C, da der Widerstand des Fühlers 2 Ohm beträgt. Eine ausführliche
Gebrauchsanleitung wird jedem Fühler beigelegt.
Es ist zu beachten, dass die Ausgleichsleitung für den Ni- bzw. Pt-Schenkel
negatives und jene für den NiCr- bzw. PtRh-Schenkel positives Potential haben.
Beim 12 mV-Bereich ergibt die Ablesung auf der V, A-Skala mit der Bezifferung bis
120 mit 0,1 multipliziert die Thermospannung Ut in mV. Beim 60 mV-Bereich kann
Ut direkt auf der 60teiligen Skala in mV abgelesen werden. Die Übertemperatur ΔT
in °C ist dann mit folgender Formel zu berechnen:
12 mV-Bereich 60 mV-Bereich
Ut 0 , 865 Ut 0,5
ΔT = 1 R in °C ΔT = 1 R in °C
k 100 k 100
Ut ist in Millivolt und R ist in Ohm einzusetzen. Die Konstante k ist aus folgender
Tabelle zu entnehmen:
Ut in mV 0–4 4–8 8 – 16
k in PtRh-Pt 0,008 0,009 0,01
mV/°C NiCr-Ni 0 – 30 mV: 0,041
21
Wartung
Eine besondere Wartung des Instrumentes ist nicht notwendig. Es wird jedoch
empfohlen, die Batterie auszuwechseln, wenn die Spannung so weit ab gesunken ist,
dass mit dem Ohm-Knopf der Zeiger nicht mehr auf Endausschlag eingeregelt
werden kann oder die Anzeige nach dem Einregeln nicht konstant bleibt. Eine
entladene oder sich zersetzende Batterie soll nicht im Batterieraum bleiben. Batterie
daher in grösseren Zeitabständen auf ihren Zustand überprüfen. Die Batterie ist nach
Abnahme der Bodenplatte frei zugänglich.
Ist das Instrument durch Staub, Flüssigkeiten u. dgl. verschmutzt. so ist die
Reinigung mit einem trockenen, weichen Tuch, bei starker Verschmutzung mit Hilfe
von Alkohol oder Spiritus vorzunehmen. Auf eine saubere Oberfläche zwischen den
Anschlussklemmen ist besonders zu achten, da durch eine grobe Verschmutzung die
Isolation verschlechtert und der Eingangwiderstand, besonders bei den hohen
Spannungsbereichen, verkleinert werden kann.
Werksgarantie
Für mangelhafte Lieferungen haften wir unter Ausschluss weiterer Ansprüche wie
folgt:
2. Es steht uns frei, Mängel durch Reparatur in unserer Fabrik oder an anderen
Orten zu beheben oder entsprechenden Ersatz zu liefern. Eine Behebung des
Mangels durch den Abnehmer kann nur im Einverständnis mit uns erfolgen.
Jede Reklamation ist ausgeschlossen, wenn seit der Lieferung der Ware ab
Werk, Aussenbüro oder Vertreterlager ein Zeitraum von mehr als einem Jahr
verstrichen ist, ferner, wenn das Originalwerkssiegel, mit welchem unsere
Instrumente verschlossen sind, ohne unsere ausdrückliche Zustimmung
verletzt wurde.
Eine Haftung für sonstige Schäden irgendwelcher Art, die dem Besteller oder sonst
einem Dritten durch Material-, Arbeits-, oder sonstige Fehler entstehen, wird nicht
übernommen.
22
Prinzipschaltbild
M = Spannband-Messwerk s = Schutzschalterkontakt
W = Wandler B = 1.5 V-Batterieelement
G = Gleichrichterbrücke E = Einstellregler für die Widerstands- und
S = Schutzschalterrelais Kapazitätsbereiche
Der mit einem * bezeichnete Bereich ist zwischen dem 1200 V- und 6 A-Bereich als
Schutzbereich angeordnet. Er dient, wie bereits im Abschnitt Überlastungsschutz
beschrieben, der Verhinderung eines Kurzschlusses im Instrument, wenn unter
Spannung über den 1200 V-Bereich hinaus auf die Strombereiche geschaltet wird.