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Schweizer Norm

Norme suisse
Norma svizzera

SIA 269:2011 Bauwesen 505 269

Ersetzt zusammen mit der Norm SIA 269/1 die Richtlinie SIA 462, Ausgabe 1994

Bases pour la maintenance des structures porteuses


Basi per il mantenimento di strutture portanti
Existing structures – Bases

Grundlagen der Erhaltung von Tragwerken

269
Referenznummer Herausgeber
SN 505269:2011 de Schweizerischer Ingenieur-
und Architektenverein
Gültig ab: 2011-01-01 Postfach, CH-8027 Zürich

Anzahl Seiten: 28 Copyright © 2011 by SIA Zurich Preisgruppe: 24


Allfällige Korrekturen und Kommentare zur vorliegenden Publikation sind zu finden unter [Link]/korrigenda.

Der SIA haftet nicht für Schäden, die durch die Anwendung der vorliegenden Publikation entstehen können.

2011-01 1. Auflage

2 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


INHALTSVERZEICHNIS

Seite Seite

Vorwort ....................................................... 4 Anhang

0 Geltungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 A Schrittweises Verfahren bei der


0.1 Abgrenzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Überprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
0.2 Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 B Anforderungen an die Tragsicherheit 25
0.3 Abweichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 C Überprüfungswerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

1 Verständigung ................................. 6 Genehmigung und Gültigkeit ...................... 28


1.1 Fachausdrücke .................................. 6
1.2 Bezeichnungen ................................. 8

2 Grundsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.2 Überwachung und Instandhaltung . . . . . . . 10
2.3 Überprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

3 Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.1 Nutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.2 Tragsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.3 Gebrauchstauglichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
3.4 Verhältnismässigkeit von Erhaltungs-
massnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

4 Aktualisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.2 Aktualisierung von Einwirkungen . . . . . . . . . 13
4.3 Aktualisierung von Baustoff- und
Baugrundeigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.4 Aktualisierung von Tragwerksmodellen
und geometrischen Grössen . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.5 Aktualisierung von Tragwiderständen
und des Verformungsvermögens . . . . . . . . . 14

5 Tragwerksanalyse und Nachweise . . . 15


5.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5.2 Deterministische Nachweise . . . . . . . . . . . . . . . 15
5.3 Probabilistische Nachweise . . . . . . . . . . . . . . . . 16
5.4 Nachweis der Verhältnismässigkeit von
sicherheitsbezogenen Erhaltungs-
massnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

6 Überprüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
6.1 Vorgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
6.2 Zustandserfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
6.3 Zustandsbeurteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
6.4 Massnahmenempfehlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

7 Erhaltungsmassnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
7.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
7.2 Instandsetzung und Veränderung . . . . . . . . 22
7.3 Überwachung und Instandhaltung . . . . . . . 23
7.4 Sichernde Sofortmassnahmen . . . . . . . . . . . . 23
7.5 Ergänzende Sicherheitsmassnahmen . . 23

SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich 3


VORWORT

Die Norm SIA 269 liefert die Grundsätze und die Vorgehensweise bei der Behandlung bestehender Tragwerke und richtet
sich an die Fachleute der Erhaltung von Bauwerken. Zudem sind in den Kapiteln zu Überprüfung und Massnahmenpla-
nung die Werkeigentümer angesprochen.

Die Norm SIA 269 ist Bestandteil der Tragwerksnormen des SIA. Sie stützt sich auf die Grundlagen der Norm SIA 469
Erhaltung von Bauwerken und ergänzt die Norm SIA 260 im Bereich der Erhaltung bestehender Tragwerke.

Die Norm SIA 269 ist die grundlegende Norm auf dem Gebiet der Erhaltung von Tragwerken und wird für die Einwirkun-
gen und die verschiedenen Bauweisen durch folgende Normen ergänzt:
– Norm SIA 269/1 Erhaltung von Tragwerken – Einwirkungen
– Norm SIA 269/2 Erhaltung von Tragwerken – Betonbau
– Norm SIA 269/3 Erhaltung von Tragwerken – Stahlbau
– Norm SIA 269/4 Erhaltung von Tragwerken – Stahl-Beton-Verbundbau
– Norm SIA 269/5 Erhaltung von Tragwerken – Holzbau
– Norm SIA 269/6 Erhaltung von Tragwerken – Mauerwerksbau
– Norm SIA 269/7 Erhaltung von Tragwerken – Geotechnik.

Für die Überprüfung bestehender Gebäude bezüglich Erdbeben gilt das Merkblatt SIA 2018 weiterhin. Es ist jedoch vor-
gesehen, die Erhaltungsnormen mit einer Norm SIA 269/8 Erhaltung von Trag werken – Erdbeben zu ergänzen.

Die Normen SIA 269/1 bis 269/8 sind ebenfalls Bestandteil der Tragwerksnormen des SIA und ergänzen die Reihe der
Normen SIA 261 bis 267.

Die Norm SIA 269 ersetzt zusammen mit der Norm SIA 269/1 die Richtlinie SIA 462 (1994) Beurteilung der Tragsicher-
heit bestehender Bauwerke.

Die Anwendung der Norm SIA 269 setzt eine detaillierte Kenntnis der Normen SIA 260 und 469 voraus. Begriffe, die in
diesen beiden Normen schon definiert sind, insbesondere auch die Begriffe betreffend die Erhaltung, werden im Kapitel
Verständigung nicht mehr aufgeführt.

Die Norm SIA 269 führt die Fachausdrücke «Aktualisierung», «Erfüllungsgrad», «Massnahmenkonzept», «Massnahmen-
projekt» und «Verhältnismässigkeit von Erhaltungsmassnahmen» ein. Zudem werden für die Überprüfung die Fachaus-
drücke «Überprüfungssituation» und «Überprüfungswert» (in Anlehnung an die entsprechenden Fachausdrücke für die
Projektierung von Tragwerken) verwendet. Der Begriff «Mangel» wird im Sinne des allgemeinen Sprachgebrauchs ver-
wendet. Als «Mangel» gilt danach das Fehlen einer technischen oder körperlichen Eigenschaft, losgelöst von jeglicher
juristischen Interpretation. Aus einem Mangel kann daher nicht automatisch eine Mängelhaftung abgeleitet werden. Der
Begriff «Mangel» darf sich nicht nur auf den Zustand bei der Abnahme beziehen.

Bestimmte Aspekte bestehender Tragwerke werden gemäss einem risikobasierten Verfahren behandelt. Entsprechend
werden in der Norm SIA 269 die Fachausdrücke «Massnahmeneffizienz» und «Sicherheitskosten» definiert. Die Norm
SIA 269 führt Leitlinien ein für die Anwendung der Methoden der Zuverlässigkeitstheorie, weshalb deren grundlegende
Begriffe ebenfalls unter den Fachausdrücken aufgeführt werden. Die Umsetzung dieser Leitlinien bei der Festlegung des
Sicherheitsniveaus zum Nachweis der Tragsicherheit sowie bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit von Erhaltungs-
massnahmen setzt vertiefte Kenntnisse voraus.

Die Projektleitung anerkennt die Bedeutung des Expertenkollegiums im Sinne, wie es erstmals in der Richtlinie SIA 462
eingeführt wurde. In Beachtung des Prinzips der Trennung von technischen Bestimmungen und der Zuordnung der Ver-
antwortlichkeiten an die verschiedenen Leistungsträger wird jedoch auf eine ausdrückliche Behandlung des Experten-
kollegiums in der Norm SIA 269 verzichtet.

Projektleitung Erhaltung von Tragwerken

4 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


0 GELTUNGSBEREICH

0.1 Abgrenzung

0.1.1 Die Norm SIA 269 legt die Grundsätze der Erhaltung von Tragwerken als Bestandteil von bestehenden Bau-
werken unter Berücksichtigung ihres Erhaltungswerts fest.

0.1.2 Die Norm SIA 269 gilt für alle bestehenden Tragwerke in unterschiedlichen Bauweisen in Analogie zur Norm
SIA 260.

0.1.3 Die Norm SIA 269 regelt die Tätigkeiten und Massnahmen im Zusammenhang mit der Erhaltung beste-
hender Tragwerke. Sie ergänzt im Bereich der Erhaltung von Tragwerken die Bestimmungen der Normen
SIA 469 und SIA 260.

0.1.4 Die Norm SIA 269 gilt in Verbindung mit den Normen SIA 269/1 bis 269/8. Für Anwendungen ausserhalb
des Geltungsbereichs dieser Normen sind die Grundsätze der Norm SIA 269 sinngemäss anzuwenden.

0.1.5 Bei Veränderungen sind in der Regel neue Tragwerksteile gemäss den Normen SIA 260 bis 267 und beste-
hende Tragwerksteile gemäss Norm SIA 269 sowie den Normen SIA 269/1 bis 269/8 zu behandeln. Von
dieser Regel kann in Bezug auf die Festlegung der veränderlichen Einwirkungen abgewichen werden, wenn
aufgrund von spezifischen Überlegungen andere Abgrenzungen angezeigt sind.

0.1.6 Die Norm SIA 269 darf für die Projektierung und Bemessung von neuen Tragwerken nicht verwendet werden.

0.2 Verweisungen

0.2.1 Auf das nachfolgend aufgeführte Merkblatt wird verwiesen. Dieses ist ganz oder in Teilen im Sinne der Ver-
weisung mitgeltend:
– Merkblatt SIA 2017 Erhaltungswert von Bauwerken.

0.2.2 Zurückgezogene Normen und Richtlinien dürfen nicht als normbezogene Bestimmungen, sondern nur im
Sinne der Verweisungen verwendet und nur zur Dokumentation ehemaliger Grundlagen in die Nutzungsver-
einbarung und in die Projektbasis aufgenommen werden.

0.3 Abweichungen

0.3.1 Abweichungen von der vorliegenden Norm sind zulässig, wenn sie durch Theorie oder Versuche ausrei-
chend begründet werden oder wenn neue Entwicklungen und Erkenntnisse dies rechtfertigen.

0.3.2 Abweichungen von der Norm sind in den Bauwerksakten nachvollziehbar und mit Begründung zu dokumen-
tieren.

SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich 5


1 VERSTÄNDIGUNG

1.1 Fachausdrücke

In Ergänzung zu den Fachausdrücken in den Normen SIA 260 und SIA 469 werden in der vorliegenden
Norm die nachstehend definierten, allgemeinen Fachausdrücke verwendet. Weitere, spezifische Fach-
ausdrücke werden in den Normen SIA 269/1 bis 269/8 definiert.

Aktualisierung Prozess, um vorhandene Kenntnisse mit neuen Informationen


actualisation zu ergänzen.
attualizzazione
updating

Bestehendes Tragwerk Tragwerk eines ausgeführten und abgenommenen Bauwerks.


structure porteuse existante
struttura portante esistente
existing structure

Deterministischer Nachweis Nachweis nach dem Konzept der Partialfaktoren.


vérification déterministe
verifica deterministica
deterministic verification

Direkte Kosten Kosten innerhalb der gewählten Systemabgrenzungen.


coûts directs
costi diretti
direct costs

Erfüllungsgrad Mit Überprüfungswerten ausgedrückte numerische Aussage, in


degré de confo rmité welchem Mass ein bestehendes Tragwerk rechnerisch die vor-
grado di confo rmità gegebenen Anforderungen an die Tragsicherheit erfüllt.
degree of compliance

Erhaltungsmassnahme Betriebliche oder bauliche Massnahme zur Einschränkung von


intervention de maintenance Gefährdungen sowie zur Sicherstellung des Bestands und der
intervento di conservazione materiellen und immateriellen Werte eines Bauwerks.
maintenance intervention

Erhaltungswert Materieller und immaterieller Wert eines Bauwerks gemäss


valeur de maintenance Merkblatt SIA 2017.
valore di mantenimento
maintenance value

Massnahmeneffizienz Effizienz von sicherheitsbezogenen Erhaltungsmassnahmen,


efficacité des interventions ausgedrückt als Quotient von Risikoreduktion und Sicherheits-
efficienza degli interventi kosten.
efficiency of interventions

Massnahmenkonzept Mit einer Studie von Erhaltungsvarianten ausgearbeitetes Kon-


concept d’intervention zept zur Ausführung von Erhaltungsmassnahmen über einen
concetto dell'intervento festgelegten Zeitabschnitt mit definierter, örtlicher Abgrenzung.
concept of intervention

Massnahmenprojekt Umsetzung des Massnahmenkonzepts einschliesslich Projek-


p rojet d’intervention tierung von Erhaltungsmassnahmen.
p rogetto di intervento
design of remedial intervention

Probabilistischer Nachweis Nachweis unter expliziter Berücksichtigung der Wahrschein-


vérification probabiliste lichkeitsverteilungen der Basisvariablen.
verifica probabilistica
p robabilistic verification

Restnutzungsdauer Geplante Zeitdauer, während der ein bestehendes Bauwerk


durée d’utilisation restante gemäss Nutzungsvereinbarung noch in Betrieb bleibt.
durata d’utilizzo rimanente
remaining service life

6 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


Risiko Produkt aus der auf eine bestimmte Zeiteinheit bezogenen Ein-
risque tretenswahrscheinlichkeit eines Schadenereignisses und der
rischio quantifizierten, potenziellen Schadenfolge für Personen, Sach-
risk
güter und Umwelt.

Sensitivitätsfaktor Mass für die relative Wichtigkeit der einzelnen Basisvariablen


facteur de sensibilité für die Grenzzustandsbedingung.
fattore di sensitività
sensitivity factor

Sicherheitskosten Sicherheitsbezogene Kosten von Erhaltungsmassnahmen, die


coûts de sécurité jährlich über die Restnutzungsdauer abgeschrieben werden.
costi per garantire la sicurezza
safety costs

Überprüfungssituation Physikalische Gegebenheiten und Bedingungen innerhalb der


situation d’examen Restnutzungsdauer, für die an einem bestehenden Tragwerk
situazione di esame nachgewiesen wird, dass massgebende Grenzzustände nicht
examination situation
überschritten werden.

Überprüfungswert Aus einem charakteristischen oder einem anderen repräsenta-


valeur d’examen tiven Wert in Verbindung mit Partial- und Umrechnungsfaktoren
valore di esame bestimmter, allenfalls auch direkt festgelegter Wert, der in einen
examination value
Nachweis an einem bestehenden Tragwerk eingeht.

Verhältnismässigkeit von Erhaltungs- Gegenüberstellung von Aufwand und Nutzen von Erhaltungs-
massnahmen massnahmen mit dem Ziel eines effizienten Mitteleinsatzes.
p roportionnalité des interventions de main-
tenance
p roporzionalità degli interventi di conservazione
p roportionality of maintenance interventions

Versagensrate Auf eine Zeiteinheit (in der Regel 1 Jahr) bezogene Wahrschein-
taux de défaillance lichkeit, dass ein Tragwerk oder Tragwerksteil versagt oder eine
tasso di rottura Gebrauchsgrenze überschreitet.
failure rate

Verstärkung Massnahme zur Verbesserung des Tragwiderstands und der


renfo rcement Gebrauchstauglichkeit eines Tragwerks oder eines Bauteils.
rinforzo
reinfo rcement

Zuverlässigkeitsindex Mass für die Versagensrate, formuliert als deren inverse stan-
indice de fiabilité dardisierte Normalverteilung.
indice di affidabilità
reliability index

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1.2 Bezeichnungen

1.2.1 Lateinische Grossbuchstaben

A d,act Überprüfungswert einer aussergewöhnlichen Einwirkung

Cacc Konstante zur Quantifizierung der Risikoakzeptanz

Cd,act aktualisierte Gebrauchsgrenze

CF direkte Kosten bei Versagen

CW Kosten der Wiederherstellung des Tragwerks

E Auswirkung

Ed,act Überprüfungswert einer Auswirkung

Ed,dst,act Überprüfungswert einer destabilisierenden Auswirkung

Ed,stb,act Überprüfungswert einer stabilisierenden Auswirkung

Em,act aktualisierter Erwartungswert einer Auswirkung

EFM Massnahmeneffizienz

G(…) Grenzzustandsfunktion

Gk,act aktualisierter charakteristischer Wert einer ständigen Einwirkung

NF Erwartungswert der Anzahl Todesfälle bei einem Versagensereignis

P{…} Wahrscheinlichkeit

Pacc Todesfallwahrscheinlichkeit für eine Person

Pk,act aktualisierter charakteristischer Wert einer Vorspannung

Qk1,act aktualisierter charakteristischer Wert der (veränderlichen) Leiteinwirkung

R Tragwiderstand

Rd,act Überprüfungswert des Tragwiderstands

Rm,act aktualisierter Erwartungswert des Tragwiderstands

SCM Sicherheitskosten von Erhaltungsmassnahmen

Xd,act Überprüfungswert einer Baustoff- oder Baugrundeigenschaft

Xi Basisvariable

Xk,act aktualisierter charakteristischer Wert einer Baustoff- oder Baugrundeigenschaft

1.2.2 Lateinische Kleinbuchstaben

a0 Konstante der Grenzzustandsfunktion

ad,act Überprüfungswert einer geometrischen Grösse

n Erfüllungsgrad

t Zeit

1.2.3 Griechische Buchstaben


αE Sensitivitätsfaktor für eine Auswirkung

αR Sensitivitätsfaktor für einen Tragwiderstand

β Zuverlässigkeitsindex

β0 Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes

γG,act aktualisierter Lastbeiwert für eine ständige Einwirkung

8 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


γG,inf,act aktualisierter Lastbeiwert für ständige Einwirkungen (Überprüfung mit unteren Überprüfungs-
werten)

γG,sup,act aktualisierter Lastbeiwert für ständige Einwirkungen (Überprüfung mit oberen Überprüfungs-
werten)

γM,act aktualisierter Widerstandsbeiwert

γP Lastbeiwert für eine Einwirkung aus Vorspannung

γQ1 aktualisierter Lastbeiwert für eine (veränderliche) Leiteinwirkung

δE Parameter der Lognormalverteilung für eine Auswirkung

δR Parameter der Lognormalverteilung für einen Tragwiderstand

η Umrechnungsfaktor (bezüglich Baustoffeigenschaften)

νE,act aktualisierter Variationskoeffizient für eine Auswirkung

νR,act aktualisierter Variationskoeffizient für einen Tragwiderstand

ρ Koeffizient zur Beschreibung der Konsequenzen eines Tragwerksversagens

ψ0 Reduktionsbeiwert für den seltenen Wert einer veränderlichen Einwirkung

ψ0i Qki,act seltener Wert der aktualisierten veränderlichen Begleiteinwirkung i


ψ1 Reduktionsbeiwert für den häufigen Wert einer veränderlichen Einwirkung

ψ2 Reduktionsbeiwert für den quasi-ständigen Wert einer veränderlichen Einwirkung

ψ2i Qki,act aktualisierter quasi-ständiger Wert der veränderlichen Einwirkung i in Kombination mit einer
aussergewöhnlichen Einwirkung bzw. dem häufigen Wert der (veränderlichen) Leiteinwirkung

ΔRM Risikoreduktion infolge von Erhaltungsmassnahmen

Φ (...) Standard-Normalverteilungsfunktion

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2 GRUNDSÄTZE

2.1 Allgemeines

2.1.1 Die Erhaltung bestehender Tragwerke hat aktuelle Anforderungen und Bedürfnisse, insbesondere in Bezug
auf die Sicherheit von Individuum und Gesellschaft, zu berücksichtigen. Sie hat wirtschaftlich und umwelt-
schonend sowie kultur- und sozialverträglich zu erfolgen.

2.1.2 Mit der Erhaltung eines bestehenden Tragwerks über die Restnutzungsdauer werden in Ergänzung bzw.
Präzisierung der Norm SIA 469 folgende Ziele verfolgt:
– die Anforderungen aus der Nutzung zu erfüllen
– die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen
– die Tragsicherheit und die Gebrauchstauglichkeit zu gewährleisten
– den Erhaltungswert zu bewahren
– das Potenzial eines Bauwerks auszuschöpfen.

2.1.3 Umfang und Inhalt der Tätigkeiten im Rahmen der Erhaltung sind der Bedeutung des Tragwerks, den Ge-
fährdungsbildern und der Komplexität der Aufgabenstellung anzupassen.

2.1.4 Im Hinblick auf bedeutende Erhaltungsmassnahmen ist der Erhaltungswert eines Bauwerks zu ermitteln.

2.2 Überwachung und Instandhaltung

2.2.1 Überwachung und Instandhaltung sind gemäss Norm SIA 469 für alle Arten von Tragwerken auszuführen.
Veränderte Bedingungen und neue Erkenntnisse sind zu berücksichtigen.

2.2.2 Die Überwachung hat zum Ziel, die Prognosen über das Tragwerkverhalten zu verifizieren und ein unvor-
hergesehenes Tragverhalten, Schädigungsmechanismen und Gefährdungen möglichst frühzeitig zu erken-
nen.

2.2.3 Die Instandhaltung beinhaltet die geplanten Tätigkeiten gemäss dem Unterhaltsplan und die Behebung klei-
ner Schädigungen. Diese Tätigkeiten haben vorwiegend präventiven Charakter.

2.2.4 Bei Feststellung von Schäden, Mängeln, unerwartetem Tragverhalten oder einer bedeutenden Beeinträchti-
gung des Tragwiderstands oder der Betriebssicherheit ist eine Überprüfung zu veranlassen. Gegebenen-
falls sind auch sichernde Sofortmassnahmen auszuführen.

2.3 Überprüfung

2.3.1 Die Überprüfung hat zum Ziel, die Tragsicherheit und die Gebrauchstauglichkeit eines Tragwerks hinsicht-
lich seiner vereinbarten Restnutzung nachzuweisen und, sofern erforderlich, Erhaltungsmassnahmen vor-
zuschlagen.

2.3.2 Die Nutzungsvereinbarung ist auf ihre Gültigkeit zu überprüfen, allenfalls anzupassen oder, wenn fehlend,
zu erstellen.

2.3.3 Die Projektbasis ist gemäss den Normen SIA 269/1 bis 269/8 zu aktualisieren oder, wenn fehlend, zu erstellen.

2.3.4 Die Überprüfung erfolgt auf Basis der Aktualisierung von Einwirkungen, Baustoff- und Baugrundeigen-
schaften, Tragwerksmodellen und geometrischen Grössen sowie von Tragwiderständen und des Verfor-
mungsvermögens. Die Aktualisierung hat alle verfügbaren Informationen zu berücksichtigen. Insbesondere
sind auch die Einflüsse von Schädigungsmechanismen zu beachten.

2.3.5 Die Nachweise erfolgen in der Regel nach dem deterministischen Verfahren gemäss den Grundsätzen der
Norm SIA 260.

10 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


2.3.6 Probabilistische Nachweise können angebracht sein:
– bei besonders hohem oder besonders tiefem Kenntnisstand über das Tragwerk und seinen Zustand
– bei grossen Konsequenzen eines Tragwerksversagens
– um die Effizienz von Überwachungs- und Instandhaltungsstrategien zu beurteilen
– für grundsätzliche Entscheide über einen ganzen Tragwerksbestand.

SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich 11


3 ANFORDERUNGEN

3.1 Nutzung

Die Restnutzungsdauer und die zugehörigen Nutzungszustände eines Tragwerks und seiner Teile sind bei
der Überprüfung oder bei der Planung von Erhaltungsmassnahmen festzulegen.

3.2 Tragsicherheit

3.2.1 Die Tragsicherheit gilt als ausreichend, falls entweder rechnerisch das erforderliche Niveau der Tragsicher-
heit eingehalten ist oder die Möglichkeit eines Tragwerksversagens durch ergänzende Sicherheitsmass-
nahmen oder sichernde Sofortmassnahmen unter Kontrolle gehalten wird.

3.2.2 Der deterministische Nachweis der Tragsicherheit ist erbracht, falls die Bedingungen nach Ziffer 5.2.1 erfüllt
sind.

3.2.3 Der probabilistische Nachweis ist erbracht, falls die Bedingungen nach Anhang B erfüllt sind.

3.2.4 Die zuverlässigkeitstheoretischen Anforderungen an die Tragsicherheit sind in Anhang B festgelegt.

3.3 Gebrauchstauglichkeit

3.3.1 Bei unveränderter Nutzung wird die Gebrauchstauglichkeit in der Regel anhand der Ergebnisse der Zustands-
erfassung nachgewiesen. Die Erfahrungen der Nutzer sollten einfliessen.

3.3.2 Bei geänderter Nutzung ist die Gebrauchstauglichkeit anhand der Ergebnisse der Zustandserfassung sowie
mit den aktualisierten Einwirkungen und Gebrauchsgrenzen nachzuweisen.

3.3.3 Der deterministische Nachweis der Gebrauchstauglichkeit ist erbracht, falls die Bedingung nach Ziffer 5.2.2
erfüllt ist.

3.4 Verhältnismässigkeit von Erhaltungsmassnahmen

3.4.1 Die Verhältnismässigkeit von Erhaltungsmassnahmen ergibt sich aus der Gegenüberstellung von deren
Aufwand (direkte und indirekte Kosten für die Erfüllung der Anforderungen) und Nutzen (Reduktion von
Risiken, Gewinn an Erhaltungswert und Zuverlässigkeit), bezogen auf die Restnutzungsdauer.

3.4.2 In der Regel wird die Verhältnismässigkeit von Erhaltungsmassnahmen empirisch beurteilt. Bei sicherheits-
bezogenen Erhaltungsmassnahmen kann die Beurteilung durch den Nachweis nach Ziffer 5.4 unterstützt
werden.

3.4.3 Erweisen sich sicherheitsbezogene Erhaltungsmassnahmen als unverhältnismässig, ist entweder die Mass-
nahmenplanung zu überarbeiten oder die Nutzungsvereinbarung an die festgestellten Verhältnisse anzu-
passen. Im Fall von aussergewöhnlichen Überprüfungssituationen kann eine ungenügende Situation akzep-
tiert werden, auch wenn Bedingungen gemäss Ziffer 5.2 nicht erfüllt sind; das Individualrisiko ist jedoch
gemäss Ziffer B.4 zu beschränken.

3.4.4 Erweisen sich sicherheitsbezogene Erhaltungsmassnahmen als verhältnismässig, sind sie umzusetzen.

12 SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich


4 AKTUALISIERUNG

4.1 Allgemeines

4.1.1 Grundsätzlich sind die Einwirkungen, die Baustoff- und Baugrundeigenschaften, das Tragwerksmodell, die
geometrischen Grössen, die Tragwiderstände und das Verformungsvermögen zu aktualisieren.

4.1.2 Die Aktualisierung berücksichtigt unter anderem:


– die Ereignisse während der Bauausführung und der Nutzung
– die Erkenntnisse aus Beobachtungen und Messungen während der bisherigen Nutzung
– die bisherigen Massnahmen
– die Resultate von Zustandserfassungen
– die vereinbarten Nutzungszustände während der Restnutzungsdauer
– die Erfahrung aus dem Verhalten vergleichbarer Tragwerke unter vergleichbarer Nutzung.

4.1.3 Die aktualisierten Werte sind in der Projektbasis festzuhalten.

4.2 Aktualisierung von Einwirkungen


4.2.1 Aktualisierte charakteristische Werte von Einwirkungen werden in der Regel gemäss Norm SIA 269/1 fest-
gelegt.

4.2.2 Falls statistische Verteilungen für Variablen von veränderlichen Einwirkungen aufgrund von Messreihen
oder anderen Informationen vorhanden sind, darf aktualisiert werden, indem
– der charakteristische Wert der veränderlichen Einwirkung Qk,act entsprechend dem von der Wiederkehr-
periode abhängigen Fraktilwert oder
– der Überprüfungswert einer Auswirkung Ed,act nach dem Verfahren gemäss Anhang C ermittelt wird.

4.3 Aktualisierung von Baustoff- und Baugrundeigenschaften

4.3.1 Die Identifikation der Baustoffe oder des Baugrunds erfolgt aufgrund des Studiums der Bauwerksakten und
bei der Zustandserfassung. Eine Baustoff- oder Baugrundeigenschaft Xk,act ist gemäss den Bestimmungen
der Normen SIA 269/2 bis 269/8 zu aktualisieren.

4.3.2 Angaben zur Aktualisierung von Umrechnungsfaktoren η und zu aktualisierten Widerstandsbeiwerten γM,act
enthalten die Normen SIA 269/2 bis 269/8.

4.4 Aktualisierung von Tragwerksmodellen und geometrischen Grössen

4.4.1 Das gewählte Tragwerksmodell muss das Tragverhalten wirklichkeitsnah abbilden und sich für die Vorher-
sage des Tragverhaltens in den betrachteten Überprüfungssituationen eignen.

4.4.2 Die Aktualisierung von geometrischen Grössen ad,act basiert auf den vorhandenen Abmessungen sowie
Schädigungen und Mängeln, die im Rahmen der Zustandserfassung festgestellt werden. Widersprüche zu
den Bauwerksakten sind zu klären.

SIA 269, Copyright © 2011 by SIA Zurich 13


4.5 Aktualisierung von Tragwiderständen und des Verformungsvermögens

4.5.1 Die Aktualisierung des Tragwiderstands und des Verformungsvermögens erfolgt nach den Grundsätzen der
Normen SIA 262 bis 267, SIA 266/2 sowie SIA 269/2 bis 269/8. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die
Einwirkungen und das Verformungsvermögen des Tragwerks gegenseitig beeinflussen können.

4.5.2 Die Einflüsse von Schädigungen und Mängeln auf den Tragwiderstand und das Verformungsvermögen sind
zu quantifizieren und als aktualisierte geometrische Grössen oder als aktualisierte Baustoff- und Baugrund-
eigenschaften zu berücksichtigen.

4.5.3 Falls statistische Verteilungen für Variablen zur Ermittlung des Tragwiderstands oder des Verformungs-
vermögens aufgrund von Beobachtungen und Messungen vorhanden sind, darf aktualisiert werden, indem:
– der charakteristische Wert einer Baustoff- oder Baugrundeigenschaft Xk,act nach den Normen SIA 269/2
bis 269/8 oder
– der Überprüfungswert des Tragwiderstands Rd,act nach dem Verfahren gemäss Anhang C ermittelt wird.

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5 TRAGWERKSANALYSE UND NACHWEISE

5.1 Allgemeines

5.1.1 Die Tragwerksanalyse und die Nachweise erfolgen analog zu den Grundsätzen der Norm SIA 260. Die ent-
sprechenden Einflussgrössen sind mit ihren aktualisierten Werten zu berücksichtigen.

5.1.2 Die den Nachweisen zugrunde gelegten Versagensarten des Tragwerks sind zu beurteilen. Insbesondere
ist zu beurteilen, ob sich das Versagen vor dem Erreichen des Tragwiderstands ankündigt.

5.2 Deterministische Nachweise

5.2.1 Nachweis der Tragsicherheit

[Link] Für die betrachtete Restnutzungsdauer und Grenzzustände des Typs 1 gilt die Tragsicherheit als nachge-
wiesen, wenn folgendes Kriterium für den Erfüllungsgrad n eingehalten ist:
Ed,stb,act
n= ≥1 (1)
Ed,dst,act

[Link] Für die betrachtete Restnutzungsdauer und Grenzzustände der Typen 2 bis 4 gilt die Tragsicherheit als
nachgewiesen, wenn folgendes Kriterium für den Erfüllungsgrad n eingehalten ist:
Rd,act
n= ≥1 (2)
Ed,act

[Link] Der Überprüfungswert des Tragwiderstands wird mit aktualisierten Querschnitts- und Baustoffkennwerten
gemäss den Normen SIA 269/2 bis 269/8 ermittelt:
R { Xd,act, ad,act}
Rd,act = (3)
γR,act

In der Regel kann an Stelle von (3) der Ausdruck


ηR k,act
Rd,act = (4)
γM,act

verwendet werden.

[Link] Für andauernde und vorübergehende Überprüfungssituationen sind die Überprüfungswerte einer Auswir-
kung wie folgt zu ermitteln:

Ed,act = E (γG,actGk,act, γP Pk,act, γQ1Qk1,act, ψ0i Qki,act, Xd,act, ad,act) (5)

[Link] Der Lastbeiwert für eine ständige Einwirkung γG,act darf gemäss Tabelle 1 aktualisiert werden, falls die
Aktualisierung der ständigen Einwirkungen gemäss Norm SIA 269/1 durchgeführt wird.

Tabelle 1: Aktualisierte Lastbeiwerte für den Nachweis der Tragsicherheit

Grenzzustand

Einwirkungen Lastbeiwert Typ 1 Typ 2 Typ 3

Ständige Einwirkungen (inkl. Erdauflasten)


– ungünstig wirkend γG,sup,act 1,05 1) 1,20 1) 1,00
– günstig wirkend γG,inf,act 0,95 1) 0,90 1) 1,00
1)
Gk,act wird entweder mit γG,sup,act oder mit γG,inf,act multipliziert, je nachdem, ob die Gesamtwirkung
ungünstig oder günstig ist.

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[Link] Für veränderliche Einwirkungen und Einwirkungen aus dem Baugrund gelten die Lastbeiwerte gemäss
Norm SIA 260.

[Link] Die Reduktionsbeiwerte ψ0, ψ1 und ψ2 sind der Norm SIA 260 zu entnehmen.

[Link] Für aussergewöhnliche Überprüfungssituationen sind die Überprüfungswerte einer Auswirkung wie folgt zu
ermitteln:

Ed,act = E (Gk,act, Pk,act, A d,act, ψ2i Qki,act, Xd,act, ad,act) (6)

[Link] Für Grenzzustände des Typs 4 ist der Nachweis der Ermüdungssicherheit mit einem der folgenden Verfah-
ren zu führen:
– Dauerfestigkeitsnachweis mit den Ermüdungseinwirkungen der Norm SIA 269/1
– Betriebsfestigkeitsnachweis wie für neue Tragwerke mit Betriebslast-Teilfaktoren gemäss Norm SIA 269/1
– Nachweis mit einer Berechnung der Schadensakkumulation
– Nachweis mit der Methode des Strukturspannungskonzepts.

Dabei ist zwischen den Ermüdungseinwirkungen während der bisherigen Nutzungsdauer und der Restnut-
zungsdauer zu unterscheiden.

5.2.2 Nachweis der Gebrauchstauglichkeit

Für die betrachtete Überprüfungssituation gilt die Gebrauchstauglichkeit als nachgewiesen, wenn folgendes
Kriterium erfüllt ist:

Ed,act ≤ Cd,act (7)

Dabei bezeichnet Ed,act den Überprüfungswert der Auswirkung infolge der in der untersuchten Überprü-
fungssituation betrachteten Lastfälle und Cd,act die zugehörige aktualisierte Gebrauchsgrenze.

5.3 Probabilistische Nachweise

Falls aktualisierte Verteilungen der Basisvariablen vorhanden sind, darf die Tragsicherheit mit den Metho-
den der Zuverlässigkeitstheorie nachgewiesen werden.

5.4 Nachweis der Verhältnismässigkeit von sicherheitsbezogenen Erhaltungs-


massnahmen
5.4.1 Die Verhältnismässigkeit von sicherheitsbezogenen Erhaltungsmassnahmen wird aufgrund ihrer Effizienz
und unter Berücksichtigung folgender Aspekte beurteilt:
– Sicherheitsanforderungen von Individuum und Gesellschaft
– Verfügbarkeit eines Bauwerks oder einer Anlage
– Schadensausmass für Personen, Sachgüter und Umwelt
– Erhaltung des kulturellen Werts.

5.4.2 Die Massnahmeneffizienz wird mit dem Koeffizienten EFM beurteilt:


ΔR M
EFM = (8)
SCM
ΔR M bezeichnet die Risikoreduktion infolge von Erhaltungsmassnahmen (formuliert als diskontierter, jähr-
licher monetärer Wert über die Restnutzungsdauer) und SCM bezeichnet die Sicherheitskosten (formuliert
als diskontierter, jährlicher monetärer Wert über die Restnutzungsdauer), die der eigentlichen Sicherung
des Tragwerks angelastet werden. Für die Diskontierung kann ein Zinssatz von 2% angesetzt werden.

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5.4.3 Eine sicherheitsbezogene Erhaltungsmassnahme gilt als verhältnismässig, wenn EFM ≥ 1,0 ist. Eine sicher-
heitsbezogene Erhaltungsmassnahme gilt in der Regel als unverhältnismässig, wenn EFM < 1,0 ist; die
Berücksichtigung der Aspekte gemäss Ziffer 5.4.1 kann jedoch zu einer anderen Beurteilung führen.

5.4.4 Bei der Ermittlung der Risikoreduktion können für ein gerettetes Menschenleben 3 bis 10 Millionen Schwei-
zer Franken angenommen werden. Falls die Risikoreduktion allein unter Berücksichtigung von Menschen-
leben ermittelt wird, gilt eine sicherheitsbezogene Erhaltungsmassnahme als verhältnismässig, wenn
EFM ≥ 1,0 ist.

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6 ÜBERPRÜFUNG

6.1 Vorgehen

6.1.1 Allgemeines

[Link] Die Überprüfung erfolgt stufenweise mit zunehmender Vertiefung. Sie besteht aus der generellen Überprü-
fung und gegebenenfalls aus einer oder mehreren detaillierten Überprüfungen. Der Grad der Vertiefung
hängt von der Qualität der zur Verfügung stehenden Informationen über das Tragwerk und dessen Bedeu-
tung ab.

[Link] Die Ergebnisse der Überprüfung müssen einer Plausibilitätskontrolle standhalten und dem beobachteten
Tragwerkszustand und -verhalten entsprechen.

[Link] Die Ergebnisse der Überprüfung sind in einem Bericht festzuhalten.

6.1.2 Veranlassung

[Link] Bei Änderung der Nutzung oder der Nutzungsanforderungen sowie bei einer Veränderung besteht Veran-
lassung, ein bestehendes Tragwerk zu überprüfen.

[Link] In Ergänzung zu Ziffer [Link] besteht Grund für eine Überprüfung, wenn:
– bedeutende Schädigungen oder Mängel am Tragwerk festgestellt wurden
– bedeutende Baugrund- oder Tragwerksbewegungen oder -verformungen aufgetreten sind
– aussergewöhnliche oder unvorhergesehene Einwirkungen eingetreten sind
– ein Tragwerk nicht oder ungenügend überwacht wurde oder nicht überwacht werden kann
– aufgrund der Überwachung Zweifel an der Bewertung des Zustands bestehen
– eine Untersuchung der Zuverlässigkeit des Tragwerks angebracht erscheint
– neue Erkenntnisse über Einwirkungen oder Tragwerkseigenschaften vorliegen.

6.1.3 Generelle Überprüfung

[Link] Die generelle Überprüfung erstreckt sich auf das gesamte Tragwerk einschliesslich aller Bauteile, bei deren
Versagen eine Gefährdung für Personen, wertvolle Sachgüter und die Umwelt zu erkennen ist.

[Link] Der Umfang der generellen Überprüfung und die Abgrenzung der zu untersuchenden Bauteile sind objekt-
spezifisch festzulegen.

[Link] Die generelle Überprüfung erfolgt in der Regel schrittweise gemäss Anhang A.

6.1.4 Detaillierte Überprüfung

[Link] Eine detaillierte Überprüfung ist durchzuführen, falls in der generellen Überprüfung der Nachweis der Er-
füllung der Anforderungen nicht erbracht werden kann und wenn der damit verbundene Aufwand den erwar-
teten Nutzen rechtfertigt.

[Link] Die detaillierte Überprüfung beschränkt sich in der Regel auf ausgewählte Teile eines Tragwerks und kann
in mehreren Stufen mit zunehmender Vertiefung erfolgen (vgl. Anhang A).

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6.2 Zustandserfassung

6.2.1 Allgemeines

[Link] Die Zustandserfassung ist Grundlage für die Zustandsbeurteilung und die Massnahmenempfehlung. Sie
basiert auf der Nutzungsvereinbarung und der Projektbasis und berücksichtigt Inspektions- und Überprü-
fungsberichte sowie Erfahrungen der Benutzer.

[Link] Die Zustandserfassung hat zum Ziel


– Hinweise auf Gefährdungsbilder, Informationen über Einwirkungen und Angaben zur Exposition des Trag-
werks zu erhalten
– den Zustand sowie allfällige Schädigungen und Mängel des Tragwerks zu erkennen und für die Zustands-
beurteilung zu dokumentieren.

[Link] Zu jeder Zustandserfassung gehört eine Beurteilung der Zuverlässigkeit und Plausibilität der Ergebnisse.

[Link] Im Vordergrund der Zustandserfassung steht das Beschaffen von Informationen über:
– das Tragwerk und Tragverhalten
– die Gefährdungsbilder und Nutzungszustände sowie Einwirkungen und deren Auswirkungen
– den Zustand von Tragwerksteilen, insbesondere jener, die starken Umwelteinflüssen ausgesetzt sind
– die Bauverfahren und die Baustoffe mit ihren heutigen und in Zukunft zu erwartenden Eigenschaften.
[Link] Die Vorbereitung der Zustandserfassung am Tragwerk beinhaltet in der Regel:
– die Zielsetzung mit Begründung der gesuchten Informationen
– das Untersuchungsprogramm mit Angaben zu allfälligen Nutzungsbeschränkungen während der Zustands-
erfassung
– die Angabe und die Begründung der Untersuchungsmethoden
– Art und erwartete Ergebnisse von Untersuchungen am Tragwerk und von Laborprüfungen
– Angaben über die Repräsentativität der Untersuchungen und der erwarteten Ergebnisse
– Angaben zur Instandsetzung bei Probenahmen und Sondierungen.

6.2.2 Untersuchungen

[Link] Die Untersuchungen des Tragwerks umfassen in der Regel:


– das Tragsystem
– die massgebenden Abmessungen der Tragwerksteile, deren konstruktive Durchbildung und die Überein-
stimmung mit den Bauwerksakten
– die Baustoffe und deren Eigenschaften
– die Ausrüstungsteile, die für das Tragverhalten von Bedeutung sind.

[Link] Im Hinblick auf die Festlegung des Tragwerkmodells sind die statischen und kinematischen Randbedingun-
gen, wie Einspannungen, Lagerungsbedingungen und Beweglichkeit von Fugen, zu erfassen. Insbesondere
sind die Interaktion zwischen Tragwerk und Baugrund sowie die Stabilität des Gesamtsystems und der ein-
zelnen Tragwerksteile zu untersuchen.

[Link] Die Untersuchung hat jene Bauteile zu umfassen, die das Tragverhalten des Tragwerks beeinflussen.

[Link] Bei ermüdungsbeanspruchten Tragwerken ist die konstruktive Durchbildung zu untersuchen, um ermüdungs-
empfindliche Konstruktionsdetails zu erkennen und die Ermüdungsfestigkeiten gemäss den Normen SIA 269/2
bis 269/5 zu ermitteln.

6.2.3 Versuchsgestützte Ermittlung des Tragverhaltens

[Link] Eine Veranlassung für die Ermittlung des Tragverhaltens anhand von statischen oder dynamischen Belas-
tungsversuchen besteht:
– bei ungenügenden Kenntnissen und Informationen über das Tragwerk und dessen Tragverhalten
– zum Nachweis eines elastischen Tragwerkverhaltens
– zur Kalibrierung von Tragwerksmodellen für die Tragwerksanalyse

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– vor Aufbringen höherer Nutzlasten, sofern kein rechnerischer Nachweis möglich ist
– im Rahmen einer Sonderinspektion.

[Link] Bei Belastungsversuchen wird das Verhalten des Tragwerks und der Tragwerksteile erfasst und aufgezeigt,
ob unter bestimmten Belastungen die Verformungen des Bauwerks reversibel sind und übermässige
Rissbildungen, Schwingungen oder Verschiebungen ausbleiben.

[Link] Die Ergebnisse von Belastungsversuchen sind anhand von Tragwerksmodellen zu interpretieren. Dabei sind
die Einflüsse, die im Versuch nicht oder nur ungenügend modelliert werden können, besonders zu beachten.

6.3 Zustandsbeurteilung

6.3.1 Allgemeines

[Link] Die Zustandsbeurteilung bewertet den Zustand des Tragwerks als Gesamtes oder von einzelnen Bauteilen
bezüglich Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit. Sie beinhaltet eine Abschätzung der
weiteren Zustandsentwicklung.

[Link] Das Tragwerk ist auch hinsichtlich seiner Robustheit zu beurteilen. Dabei sind die Folgen von Schädigun-
gen infolge aussergewöhnlicher Einwirkungen oder Umwelteinflüssen auf die Tragfähigkeit und die Stabilität
des Tragwerks mit Gefährdungsbildern und entsprechenden Versagensszenarien zu untersuchen.

[Link] Bei den Versagensszenarien ist zu unterscheiden zwischen last-, kraft- oder verformungsinduzierten Vor-
gängen, die sich vor Erschöpfung des Tragwiderstands mit unterschiedlich grossen Verformungen ankündi-
gen können. Es ist abzuklären, ob ein zum Versagen führender Vorgang rechtzeitig festgestellt werden
kann.

[Link] Nicht einsehbare und nicht direkt prüfbare Tragwerke oder Tragwerksteile sind anhand indirekter Hinweise
zu beurteilen.

[Link] Ist eine Zustandsbeurteilung nicht mit ausreichender Zuverlässigkeit möglich, kann die Massnahmenplanung
unter sinngemässer Anwendung der Beobachtungsmethode gemäss den Normen SIA 260 und 267 erfolgen.

[Link] Die Zustandsbeurteilung beruht wenn möglich auf einer quantitativen, andernfalls auf einer empirischen
Analyse.

6.3.2 Quantitative Analyse

[Link] Bei der quantitativen Analyse der Tragsicherheit und der Gebrauchstauglichkeit ist festzustellen, ob die ent-
sprechenden Nachweise erfüllt sind. Dabei ist für die Tragsicherheit der Erfüllungsgrad auszuweisen.

[Link] Modellunschärfen und die Bedeutung der massgebenden Überprüfungswerte können anhand einer Sensiti-
vitätsanalyse untersucht werden.

[Link] Kann keine genügende Tragsicherheit nachgewiesen werden, sind die Wahl des Tragwerkmodells und der
Einfluss der massgebenden Parameter auf das Ergebnis des Nachweises der Tragsicherheit zu beurteilen.
Es ist festzustellen, ob sich der massgebende Versagensmechanismus vor Erreichen des Tragwiderstands
ankündigt. Weiter ist abzuschätzen, ob eine zusätzliche, detaillierte Überprüfung neue Erkenntnisse liefern
kann.

[Link] Kann der Nachweis des Grenzzustands des Typs 4 nicht erbracht werden, ist abzuschätzen, ob eine zusätz-
liche, detaillierte Überprüfung neue Erkenntnisse liefern kann. Diese beinhaltet einzeln oder in Kombi-nation:
– eine verfeinerte Ermittlung der bisherigen und künftigen Ermüdungseinwirkungen unter Berücksichti-
gung der Restnutzungsdauer
– eine verfeinerte Tragwerksanalyse oder Belastungsversuche zur genaueren Ermittlung der ermüdungs-
relevanten Spannungsgrössen
– eine verfeinerte Ermittlung der Ermüdungsfestigkeit, allenfalls anhand von Versuchen
– die Anwendung der Methoden der Zuverlässigkeitstheorie zur Ermittlung der Versagenswahrscheinlich-
keit.

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6.3.3 Empirische Analyse

[Link] Eine empirische Analyse ist insbesondere dann vorzunehmen, wenn der Nachweis der Tragsicherheit ge-
mäss Ziffer 5.2.1 oder 5.3 nicht oder nicht ausreichend zuverlässig erbracht werden kann.

[Link] Bei einer empirischen Analyse darf eine genügende Tragsicherheit vermutet werden, wenn alle folgenden
Bedingungen erfüllt sind:
– Es sind keine Schädigungen und Mängel feststellbar, welche die Tragfähigkeit mindern.
– Das Tragwerk hat über eine längere Nutzungsdauer ein befriedigendes Tragverhalten gezeigt.
– Ähnliche Erfahrungen mit dem Tragverhalten von vergleichbaren Tragwerken liegen vor.
– Für die Restnutzungsdauer sind keine Änderungen der Nutzung vorgesehen.
– Das Risiko eines Tragwerksversagens und dessen Folgen können als akzeptierbar eingestuft werden.

[Link] Falls eine genügende Tragsicherheit aufgrund einer empirischen Analyse vermutet wird, sind ergänzende
Sicherheitsmassnahmen gemäss Ziffer 7.5 zu treffen.

6.3.4 Prognose der Zustandsentwicklung

[Link] Die Prognose der Zustandsentwicklung beinhaltet Angaben zur voraussichtlichen Entwicklung des Zustands
des Tragwerks sowie der Tragsicherheit und der Gebrauchstauglichkeit.

[Link] Bei der Prognose der Zustandsentwicklung werden die voraussehbaren Veränderungen der Einwirkungen,
der Tragwiderstände und des Tragverhaltens unter Einbezug möglicher Schädigungsmechanismen berück-
sichtigt.

[Link] Qualitative Aussagen zur Zustandsentwicklung beruhen auf der Zustandserfassung sowie auf Erfahrungen
vergleichbarer Tragwerke.

[Link] Quantitative Aussagen zur Zustandsentwicklung beruhen auf einer Modellbildung von zeitabhängigen Ein-
wirkungen, Schädigungsmechanismen und anderen zeitabhängigen Vorgängen.

[Link] Die Prognose der Zustandsentwicklung ist mit der in der Nutzungsvereinbarung festgelegten Restnutzungs-
dauer zu vergleichen.

6.4 Massnahmenempfehlung
6.4.1 Die Massnahmenempfehlung bildet die Basis für den Grundsatzentscheid des Werkeigentümers über das
weitere Vorgehen.

6.4.2 Die Massnahmenempfehlung kann folgende Optionen beinhalten:


– Akzeptieren des bestehenden Zustands
– sofortige Korrektur des bestehenden Zustands mit sichernden Sofortmassnahmen
– ergänzende Sicherheitsmassnahmen
– Durchführen einer (weiteren) detaillierten Überprüfung
– Ändern der Überwachung und Instandhaltung
– Instandsetzungs-, Erneuerungs- und/oder Veränderungsmassnahmen
– Ersatz des gesamten Tragwerks oder einzelner Teile davon
– Ausserbetriebnahme
– Rückbau.

6.4.3 Falls der Nachweis des Grenzzustands des Typs 4 nicht erbracht werden kann, stehen zunächst ergän-
zende Sicherheitsmassnahmen im Vordergrund. Erst wenn sich diese als ungenügend erweisen sollten, ist
eine Veränderung des Tragwerks erforderlich.

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7 ERHALTUNGSMASSNAHMEN

7.1 Allgemeines

7.1.1 Die Massnahmenplanung beruht auf dem Grundsatzentscheid des Werkeigentümers über die vorgesehe-
ne Nutzung des Tragwerks und über das weitere Vorgehen.

7.1.2 Im Rahmen der Massnahmenplanung sind auf die Restnutzungsdauer ausgerichtete betriebliche und/oder
bauliche Erhaltungsmassnahmen zu definieren.

7.1.3 Die Interaktion des bestehenden Tragwerks oder Tragwerkteils mit bestehenden anderen Bauteilen, mit be-
nachbarten Bauwerken und dem Baugrund ist zu beachten.

7.1.4 Der Einfluss einer Erhaltungsmassnahme auf die Einpassung, die Gestaltung und die kulturellen Werte
sowie bei historischen Bauwerken auch auf die Erhaltung der Originalsubstanz ist aufzuzeigen.

7.1.5 Die Funktionsweise und die zu erwartende Wirksamkeit der Erhaltungsmassnahme zur Gewährleistung der
Dauerhaftigkeit während der Restnutzungsdauer sind auszuweisen.

7.1.6 Im Anschluss an die Umsetzung von Erhaltungsmassnahmen sind die Nutzungsvereinbarung zu bestäti-
gen, die Projektbasis zu aktualisieren und die Nutzungsanweisungen umzusetzen.

7.1.7 Nach der Ausführung von Erhaltungsmassnahmen ist zu verfolgen, ob sich diese bewähren. Die dazu erfor-
derlichen Kontrollen sind im Überwachungsplan zu ergänzen.

7.2 Instandsetzung und Veränderung

7.2.1 Allgemeines

[Link] Die Instandsetzung eines Tragwerks beinhaltet Massnahmen, die in der Regel eine Kombination folgender
Ziele umfassen:
– Ursachen von Schädigungen beseitigen
– Schädigungsmechanismen verlangsamen oder unterbinden
– Schädigungen und Mängel beheben
– das Tragwerk oder Tragwerksteile schützen.

[Link] Bei der Projektierung einer Instandsetzung sind Ausführungsrisiken und die zu ihrer Beherrschung notwen-
digen Steuergrössen zu berücksichtigen.

[Link] Bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit von Erhaltungsmassnahmen ist die Beeinflussung des kultu-
rellen Werts besonders zu beachten.

7.2.2 Massnahmenkonzept

[Link] Das Massnahmenkonzept entspricht in Inhalt und Umfang der Projektstufe Vorprojekt.

[Link] Das Massnahmenkonzept wird aufgrund einer Optimierung von Erhaltungsvarianten gewählt.

[Link] Grundlagen für die Erhaltungsvarianten sind die Ergebnisse der Überprüfung, die Ziele der Bauwerks-
bewirtschaftung, die gegenwärtige und künftige Nutzung, die Restnutzungsdauer, der Erhaltungswert sowie
die gesetzlichen Auflagen.

[Link] Das Massnahmenkonzept ist mit einem Bericht zu dokumentieren.

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7.2.3 Massnahmenprojekt

[Link] Das Massnahmenprojekt entspricht in Inhalt und Umfang der Projektstufe Bauprojekt.

[Link] Im Massnahmenprojekt ist die Qualitätssicherung, bestehend aus Qualitätsanforderungen, Prüfverfahren


und Abnahmekriterien, festzulegen. Die Konsequenzen bei Nichterfüllen der Qualitätsanforderungen sind
aufzuzeigen.

[Link] Das Massnahmenprojekt ist in mit einem Bericht zu dokumentieren.

7.3 Überwachung und Instandhaltung

7.3.1 Überwachung und Instandhaltung erfolgen gemäss dem aktualisierten Überwachungs- und Unterhaltsplan.

7.3.2 Können starke Schädigungen nicht behoben werden, ist als ergänzende Sicherheitsmassnahme eine inten-
sivere Überwachung zu veranlassen.

7.4 Sichernde Sofortmassnahmen


7.4.1 Wenn die Tragsicherheit oder die Betriebssicherheit offensichtlich nicht gewährleistet ist, sind sichernde
Sofortmassnahmen zum Schutze von Personen, Sachgütern und Umwelt umzusetzen.

7.4.2 Als sichernde Sofortmassnahmen sind in Betracht zu ziehen:


– Beschränken der Nutzung
– bauliche Sofortmassnahmen, wie beispielsweise Abstützung und Unterspriessung des Tragwerks
– Intensivieren der Überwachung
– Ausserbetriebnahme und Absperrung des Bauwerks
– Alarmieren gefährdeter Personen
– Evakuieren gefährdeter Personen und Sachgüter.

7.4.3 Sichernde Sofortmassnahmen dürfen weitergehende Massnahmen weder präjudizieren noch verhindern.

7.5 Ergänzende Sicherheitsmassnahmen


7.5.1 Ergänzende Sicherheitsmassnahmen sind gemäss folgenden Kriterien objektspezifisch festzulegen:
– Bedeutung des Bauwerks und Schadenpotenzial
– Art des Tragwerksversagens (mit/ohne Ankündigung)
– Überwachbarkeit des Tragverhaltens
– Kontrollierbarkeit der Nutzung
– Kosten-Risiko-Überlegungen
– Möglichkeiten der Schadensbegrenzung.

7.5.2 Als ergänzende Sicherheitsmassnahmen sind in Betracht zu ziehen:


– Beschränken der Nutzung und Begrenzen der Restnutzungsdauer
– Begrenzen von Nutzlasten (gegebenenfalls durch konstruktive Massnahmen)
– Überwachen des Tragverhaltens (Kontrollmessung, Zwischeninspektion)
– permanentes oder periodisches Überwachen der Nutzung
– Einrichten von automatischen Warn- und Sicherungsanlagen
– Vorbereiten von Notfallmassnahmen
– Erarbeiten von Alarmdispositionen
– Einführen von Evakuationsplänen.

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ANHANG A SCHRITTWEISES VERFAHREN BEI DER ÜBERPRÜFUNG

Generelle Überprüfung Detaillierte Überprüfung


Ziff. 6.1.3 Ziff. 6.1.4

Grundlagen Grundlagen

Studium der Bauwerksakten Ergebnisse der generellen Überprüfung

Aktualisierung Nutzungsvereinbarung Ziff. 3 u. 4 Ergänzendes Studium der Bauwerksakten

Aktualisierung Projektbasis Ziff. 3 u. 4 Aktualisierung Nutzungsvereinbarung Ziff. 3 u. 4

Aktualisierung Projektbasis Ziff. 3 u. 4

Zustandserfassung Zustandserfassung

Ziff. 6.2 Ziff. 6.2

– visuelle Kontrollen – vertiefte Untersuchungen relevanter Bauteile


– einfache, i. d. R. zerstörungsfreie Untersuchungen – messtechnische Untersuchungen
– Laborprüfungen

Tragwerksanalyse und Nachweise Tragwerksanalyse und Nachweise

Ziff. 5 Ziff. 5

überschlägige deterministische Nachweise Ziff. 5.2 deterministische Nachweise Ziff. 5.2

probabilistische Nachweise Ziff. 5.3


– Beurteilung des Tragwerkskonzepts
– Mechanismen und Art des möglichen Tragwerks-
– i.d.R. nur massgebende Teile eines Tragwerkes
versagens
– verfeinerte Tragwerksanalyse
– Erkennen massgebender Bereiche des Tragwerks
– vertiefte Ermittlung von Einwirkungen und Auswir-
kungen

Zustandsbeurteilung Zustandsbeurteilung
Ziff. 6.3 Ziff. 6.3

– quantitativ – quantitativ
– empirisch – empirisch
– Prognose der Zustandsentwicklung – Prognose der Zustandsentwicklung

Massnahmenempfehlung Massnahmenempfehlung
Ziff. 6.4 Ziff. 6.4

– detaillierte Überprüfung – weitere detaillierte Überprüfung


– Überwachung und Instandhaltung – Überwachung und Instandhaltung
– sichernde Sofortmassnahmen – sichernde Sofortmassnahmen
– ergänzende Sicherheitsmassnahmen – ergänzende Sicherheitsmassnahmen
– Instandsetzung, Veränderung, Ersatz – Instandsetzung, Veränderung, Ersatz
– usw. – usw.

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ANHANG B ANFORDERUNGEN AN DIE TRAGSICHERHEIT

B.1 Die Anforderung an die Tragsicherheit wird durch den Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes oder durch das
Individualrisiko festgelegt.

B.2 Der Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes β0 ist abhängig von den Konsequenzen eines Tragwerksversa-
gens. Diese werden mit Hilfe des Koeffizienten ρ abgeschätzt.
CF
ρ= (9)
CW

CF bezeichnet alle direkten Kosten bei Versagen, CW die Kosten zur Wiederherstellung des Tragwerks nach
dem Versagen.

Bei Konsequenzen ρ > 10 oder hohen Folgekosten bei Versagen ist das erforderliche Niveau der Trag-
sicherheit aufgrund einer Risikoanalyse festzulegen.

B.3 Der Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes β0 ist in Tabelle 2 festgelegt.

Tabelle 2: Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes β0 mit Referenzperiode 1 Jahr

Konsequenzen eines Tragwerksversagens gemäss (9)


Massnahmeneffizienz EFM gering moderat gross
gemäss Ziffer 5.4 ρ<2 2<ρ<5 5 < ρ < 10

klein: EFM < 0,5 3,1 3,3 3,7

mittel: 0,5 ≤ EFM ≤ 2,0 3,7 4,2 4,4

gross: EFM > 2,0 4,2 4,4 4,7

Kann in der Phase der Überprüfung keine Effizienz von sicherheitsbezogenen Erhaltungsmassnahmen be-
stimmt werden, ist EFM = 1 anzusetzen.

B.4 Das akzeptierbare Individualrisiko beträgt 10–5 pro Jahr.

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ANHANG C ÜBERPRÜFUNGSWERTE

C.1 Sind aktualisierte Wahrscheinlichkeitsverteilungen von Basisvariablen (Auswirkungen und Tragwiderständen)


vorhanden, dürfen Überprüfungswerte nach dem folgenden semi-probabilistischen Verfahren bestimmt wer-
den. Dabei gelten in der Regel folgende Annahmen:
– Auswirkungen infolge ständiger Einwirkungen sind normalverteilt
– Auswirkungen infolge veränderlicher oder aussergewöhnlicher Einwirkungen sind gumbelverteilt
– Variablen des Tragwiderstands sind normal- oder lognormalverteilt
– Steifigkeiten sind normalverteilt.

C.2 Der Überprüfungswert von normalverteilten Auswirkungen (E), Variablen des Tragwiderstands (R) und der
Steifigkeit darf wie folgt bestimmt werden:

Ed,act = Em,act (1 + αE β0 νE,act) (10)

Rd,act = Rm,act (1 + αR β0 νR,act) (11)

Em,act und Rm,act sind aktualisierte Erwartungswerte, νE,act und νR,act sind aktualisierte Variationskoeffizienten
und αE und αR sind Sensitivitätsfaktoren.

β0 ist der Zielwert des Zuverlässigkeitsindexes und kann aus Tabelle 2 entnommen werden.
C.3 Der Überprüfungswert von lognormalverteilten Auswirkungen (E) und Variablen des Tragwiderstands (R)
darf wie folgt bestimmt werden:
2

Ed,act = Em,act e (α E β0 δE – 0,5 δ E )


(12)
2
(αRβ0 δR – 0,5 δR)
Rd,act = Rm,act e (13)

mit:

δ 2E = ln (ν 2E,act + 1) (14)

δ 2R = ln
2
(ν R,act + 1) (15)

Em,act und Rm,act sind aktualisierte Erwartungswerte, νE,act und νR,act sind aktualisierte Variationskoeffi-
zienten, αE und αR sind Sensitivitätsfaktoren und δE und δR sind Parameter der Lognormalverteilung.

C.4 Der Überprüfungswert von gumbelverteilten Auswirkungen (E) darf wie folgt bestimmt werden:

Ed,act = Em,act [1 – νE,act (0,45 + 0,78 ln {– ln [Φ (αE β0)]}] (16)

C.5 Sofern Sensitivitätsfaktoren nicht mithilfe von FORM-Analysen (First Order Reliability Method) aktualisiert
werden, kann vereinfacht mit folgenden Faktoren gerechnet werden:
– αE = 0,7 für die Auswirkungen von Leiteinwirkungen
– αE = 0,3 für die Auswirkungen von Begleiteinwirkungen
– αR = – 0,8 für Tragwiderstände, die im Tragsicherheitsnachweis von massgebender Bedeutung sind
– αR = – 0,3 für Tragwiderstände, die im Tragsicherheitsnachweis von untergeordneter Bedeutung sind.

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Abkürzungen der in der Kommission SIA 260 vertretenen Organisationen

ASTRA Bundesamt für Strassen


BAV Bundesamt für Verkehr
Empa Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
EPFL Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne
ETH Zürich Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

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Projektleitung Erhaltung von Tragwerken

Dr. Paul Lüchinger, dipl. Ing. ETH, Zürich (Vorsitz)


Prof. Dr. Eugen Brühwiler, dipl. Ing. ETH, Lausanne
Thomas P. Lang, dipl. Ing. ETH, Bern
Prof. Thomas Vogel, dipl. Ing. ETH, Zürich

Kommission SIA 260 «Grundlagen der Planung und Erhaltung von Tragwerken»

Präsident Prof. Dr. Eugen Brühwiler, dipl. Ing. ETH, Lausanne EPFL

Mitglieder Prof. Dr. Michael Havbro Faber-Nielsen, dipl. Ing., Zürich ETH Zürich
Andreas Isler, dipl. Ing. ETH, Effretikon Projektierung
Thomas P. Lang, dipl. Ing. ETH, Bern BAV
Dr. Paul Lüchinger, dipl. Ing. ETH, Zürich Projektierung
Jean-Christophe Putallaz, dipl. Ing. ETH, Sion Verwaltung
Willi Schuler, dipl. Ing. ETH, Bern ASTRA
Philipp Rietmann, dipl. Ing. ETH, Zürich Projektierung
Dr. René Steiger, dipl. Ing. ETH, Dübendorf Empa
Dr. Philipp Stoffel, dipl. Ing. ETH, Zürich Beratung
Dr. Luc Trausch, dipl. Ing. ETH, Zürich Projektierung

Genehmigung und Gültigkeit


Die Zentralkommission für Normen und Ordnungen des SIA hat die vorliegende Norm SIA 269 am 23. November 2010
genehmigt.

Sie ist gültig ab 1. Januar 2011.

Sie ersetzt zusammen mit der Norm SIA 269/1 Erhaltung von Trag werken – Einwirkungen die Richtlinie SIA 462
Beurteilung der Tragsicherheit bestehender Bauwerke, Ausgabe 1994.

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Common questions

Auf Basis von KI

Der Nachweis der Tragsicherheit ist erbracht, wenn für die betrachtete Restnutzungsdauer und die Grenzzustände der Erfüllungsgrad n für Typen 1 bis 4 gemäß Norm SIA 260 eingehalten wird. Für Typ 1 muss gelten Ed,stb,act ≥ 1 (1), und für Typen 2 bis 4 muss Rd,act ≥ Ed,act (2) erfüllt sein .

Die Effizienz von Erhaltungsmassnahmen wird mit dem EFM-Koeffizienten beurteilt, wobei EFM = ΔR SCM. ΔR ist die Risikoreduktion und SCM die Sicherheitskosten, beide als diskontierter, jährlicher monetärer Wert. Eine Maßnahme gilt als verhältnismäßig, wenn EFM ≥ 1,0 ist; sie gilt in der Regel als unverhältnismäßig, wenn EFM < 1,0, wobei besondere Aspekte berücksichtigt werden können .

Probabilistische Nachweise sind angebracht bei einem besonders hohen oder niedrigen Kenntnisstand über das Tragwerk und seinen Zustand, bei großen Konsequenzen eines Tragwerksversagens, zur Beurteilung der Effizienz von Überwachungs- und Instandhaltungsstrategien, und für grundsätzliche Entscheidungen über einen ganzen Tragwerksbestand. Sie bieten den Vorteil, Unsicherheiten besser zu quantifizieren und Entscheidungen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten statt festen Grenzwerten zu treffen .

Die Verifizierung der Prognosen über das Tragwerkverhalten ist wichtig, um unvorhergesehenes Tragverhalten, Schädigungsmechanismen und Gefährdungen frühzeitig zu erkennen. Dies ermöglicht präventive Maßnahmen zum Erhalt der Tragsicherheit und Funktionalität des Bauwerks .

Nicht einsehbare Tragwerksteile können durch die Interpretation indirekter Hinweise und die Anwendung der Beobachtungsmethode analysiert werden. Dies beinhaltet die Erfassung von Schädigungsszenarien und die Nutzung empirischer Daten aus ähnlichen Fällen .

Bei der Planung von Erhaltungsmassnahmen sind die Restnutzungsdauer, die Interaktion des Tragwerks mit benachbarten Elementen, die kulturellen Werte und Gestaltungseinflüsse, die erwartete Wirksamkeit zur Dauerhaftigkeit, und die Einbindung in Überwachungspläne nach der Umsetzung essentiell .

Bei der Aktualisierung der Tragwiderstände und des Verformungsvermögens sollen die Einflüsse von Schädigungen und Mängeln quantifiziert und als aktualisierte geometrische Größen oder als aktualisierte Baustoff- und Baugrundeigenschaften berücksichtigt werden. Dabei werden die Normen SIA 262 bis 267, SIA 266/2 sowie SIA 269/2 bis 269/8 verwendet .

Die Tragsicherheit kann, falls nicht genügend Informationen vorliegen, durch probabilistische Nachweise bestimmt werden. Diese Methode ist insbesondere geeignet bei hohem oder niedrigem Kenntnisstand über das Tragwerk, wenn große Konsequenzen eines Versagens vorliegen oder um Überwachungs- und Instandhaltungsstrategien zu evaluieren .

Die Ziele der Erhaltung eines bestehenden Tragwerks gemäß Norm SIA 469 sind: die Anforderungen aus der Nutzung zu erfüllen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, die Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit zu gewährleisten, den Erhaltungswert zu bewahren und das Potenzial eines Bauwerks auszuschöpfen .

Die Zustandsbeurteilung umfasst die Bewertung des gesamten Tragwerks oder einzelner Bauteile bezüglich Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit. Ein Fokus liegt auf der Robustheit des Tragwerks und den Folgen von Schädigungen. Sie verwendet empirische oder quantitative Analysen und berücksichtigt nicht einsehbare Teile durch indirekte Hinweise .

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