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Baslertrommel-Rudiments

und
ihre Anwendung am Drumset

von
Daniel Rogger

Diplomarbeit für das Fach Didaktik/Methodik


Der Abteilung Jazz der Musikhochschule Basel
August 2004
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Abstract
Dieses Schlagzeugsolo ist einfach unfassbar. Diese Technik, diese Dynamik! Dieser
Einfallsreichtum, diese Musikalität, und er steigert immer mehr. Wird immer
schneller und extremer. Da, endlich der Abschlag aufs Becken. Die Leute jubeln,
klatschen und stehen auf. Fantastisch!

Als das Konzert vorüber ist fragt ein Zuhörer den Drummer, wo er gelernt hat so
schnell zu spielen. Er sagt ganz entspannt: „Da in Züri bi dä Tambuurä vo dä Kna-
bemusig“.

Der Schlagzeuger, von dem ich rede, ist Charly Antolini. Das Konzert war in der
Widder-Bar in Zürich vor ein paar Jahren. Diese Aussage faszinierte mich, da ich
früher auch selber Tambour war. Trotzdem war mir schleierhaft, wie er das „Bas-
lertrommeln“ auf das Schlagzeug übertragen konnte. Kann es sein, dass Tambou-
ren bessere Schlagzeuger wären oder sind, wenn man weiss wie das Traditionelle
Baslertrommeln aufs Set zu übertragen ist? Jeder rümpft doch die Nase wenn er
Ordonnanzmärsche von den Tambouren hört. Vielleicht schlechte Erinnerungen ans
Militär?

Ich möchte die Geheimnisse der Baslertrommelgrundlagen lüften und zeigen was
Sinn am Drumset macht und was nicht.

2
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 5

2 Diagramm: Ziel meiner Diplomarbeit 6

3 Fragen und Antworten der Umfrage bei anderen


Schlagzeuglehrern 7

4 Zur Geschichte der Trommel 10

5 Die Baslertrommel 12

6 Ausbildung der Tambouren 14

6.1 Tambourenvereine 14
6.2 Militärtambour 14
6.3 Jugendmusik 14
6.4 Ausbildung in Basel 15

7 Tambourenwesen 16

7.1 Regionalverbände und Sektionen 16

8 Baslertrommelnotenschriften 18

8.1 Hieroglyphenschrift 18
8.2 Bergerschrift 19
8.3 Zündstoffschrift 20
8.4 Regeln der Zündstoffschrift 20

9 Grundlagen des Baslertrommelns 23

9.1 Aufbau einer Grundlage 23


9.2 Gegenüberstellung der Baslertrommelgrundlagen und der
26 Standard American Drum Rudiments 24
9.3 Grundlagen geordnet nach Schwierigkeitsgrad 30
9.4 Notenbeispiele des Baslertrommelns 31
9.5 26 Standard Drum Rudiments 34

10 Schlegelhaltung der Tambouren 36

10.1 Bewegung und Haltung der rechten Hand 37


10.2 Drumsticks 39

11 Anwendung am Drumset 40

11.1 Einerstreich 41
11.2 Wirbel 48
11.3 3er rechts/links 48
11.4 Paradiddle 50
11.5 Doppelte Paradiddle 52
11.6 Einfacher Tagwachtstreich 53
11.7 Doppelter Tagwachtstreich 54
11.8 Doppelierter Tagwachtstreich 55
11.9 7er Endstreich 55

3
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.10 Zitterstreich 56
11.11 5er gebunden 56
11.12 5er mit Nachschlag 57
11.13 7er gebunden 57
11.14 7er mit Nachschlag 58
11.15 9er gebunden 58
11.16 11er gebunden 58
11.17 13er gebunden 58
11.18 15er gebunden 59
11.19 Schleppstreich 59
11.20 Ordonnanztriole 59
11.21 Doublé 60
11.22 Batafla 60
11.23 Bataflafla 60
11.24 5er Ruf 61
11.25 9er Ruf 61
11.26 Französischer Endstreich 62
11.27 Mühleradstreich 62
11.28 Märmelistreich 63
11.29 Coup de Charge 63
11.30 Coup de Charge Triole 63
11.31 3er Streich 63
11.32 2/4 Takt Marschgrundlage 64
11.33 6/8 Takt Marschgrundlage 64

12 Reflektion 65

13 Danksagung 65

14 Literaturverzeichnis 66

15 Selbständigkeitserklärung 68

Anhang: Schülerjournal

Beilage: CD-Tonbeispiel

4
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

1. Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser

Wussten Sie, dass wir hier in der Schweiz ein Kulturgut pflegen, das einmalig auf
der Welt ist? Ja, genau das Baslertrommeln. Kein Land hat so eine hohe Trommel-
kultur wie die Schweiz. Ich weiss, dass die Amerikaner und die Schotten auch
trommeln können. Aber die Schweizer haben Figuren in ihrem Trommelrepertoire,
die keiner sonst trommelt. Diese Figuren heissen in der Fachsprache Rudiments,
oder wie die Schweizer sagen: Grundlagen. Was sind Grundlagen überhaupt ge-
nau? Wie setzen sie sich zusammen? Braucht man diese Grundlagen am Schlag-
zeug? Und vor allem brauchen meine Schüler diese Figuren?

Da ich früher trommelte und seit geraumer Zeit eine Jungtambourengruppe einer
Jugendmusik leite, beschäftigten mich diese Fragen bezogen auf das Drumset. Es
war mir wichtig eine Arbeit zu schreiben, die ich später in meinem Lehrerberuf
wieder verwenden kann. Neben meinem Job als Tambourenleiter kommen Tam-
bouren auch zu mir in den Drumset-Unterricht. Natürlich ist es von Vorteil, dass ich
beide Seiten kenne. Trotzdem stellte ich mir immer wieder die Frage, wie ich das
schon recht gute Trommelspiel eines jungen Tambours positiv aufs Schlagzeug
übertragen kann. Diese Kernfrage war meine Motivation meine Diplomarbeit über
dieses Gebiet zu schreiben und Nachforschungen anzustellen.

Da ich aber nur meine eigenen Erfahrungen hatte, habe ich einen Fragebogen im
Vorfeld meiner Arbeit erstellt und an verschiedene Drummer der Schlagzeugersze-
ne Schweiz geschickt. Ich wollte mir Klarheit verschaffen, wie andere Lehrer mit
diesem Thema umgehen.

Das Feedback war recht gross. Ich musste aber feststellen, dass sich auf diesem
Gebiet niemand so richtig auskennt. Viele wollten aber ein Exemplar meiner Arbeit
als Nachschlagwerk und als Information. Dies war entscheidend, wieso ich meine
Arbeit ähnlich wie ein Lehrmittel aufgebaut habe, damit ich diese später an interes-
sierte Schüler und andere Schlagzeuglehrer abgeben kann.

Um einen guten Überblick über die Trommelkultur und das Tambourenwesen zu


bekommen, greife ich kurz Themen auf, die das Trommeln beeinflussen und beein-
flusst haben. So gehe ich z. B. kurz auf die Geschichte ein; erkläre die Bauweise
der Basler Trommel, das Hauptinstrument des Tambours, die Ausbildung eines
Tambours etc. Ich denke, je mehr ein Lehrer weiss über den musikalischen Hinter-
grund seines Schülers, in meinem Fall des Tambours, desto mehr kann er den
Schüler positiv lenken, motivieren und Zusammenhänge sehen und erklären.

Ich erkläre absichtlich nicht alles ins Detail, wenn es sich ums Schlagzeug handelt.
Da ich annehme, dass diejenigen, die diese Arbeit lesen von Musik und besonders
vom Schlagzeugspiel etwas verstehen und das nötige Fachwissen mitbringen.

In dieser Arbeit werden „nur“ Baslertrommelgrundlagen behandelt. Ich werde die


Grundform dieser Grundlagen nicht verändern, da sonst die Arbeit ins unermessli-
che steigen würde.

Um es aber speziell zu betonen: Meine Arbeit soll den Unterricht ergänzen und ein
neues Lernfeld für mich und eventuell andere interessierte Lehrer eröffnen.
Der Einfachheit halber habe ich bei der Erwähnung von allgemeinen Personen in
dieser Arbeit stets die männliche Form verwendet.

5
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

2. Diagramm: Ziel meiner Diplomarbeit

Meine Diplomarbeit
Informationen über die Tambouren,
ihr Spiel und Traditionen. Anwen-
dung der Baslertrommelrudiments
am Drumset.

Schlagzeuglehrer
Mehr Hintergrundkenntnisse über Tam-
bouren, kann Schüler, der Tambour ge-
wesen ist von Anfang an Erfolgserlebnis
erleben lassen.

Neuer Schüler
(Tambour)
Vorteile fürs Drumset: Nachteile fürs Drumset:
• Gute Technik • Keine Koordination mit
• Gute Rhythmik Füssen
• Notenlsen • Schlegelhaltung
• Dynamik • Keine Improvisation
• Disziplin im Üben • Feeling fehlt für Groove
• Rudiments • Nicht kreativ im Spiel
• Gute Feinmotorik • Neue Notenschrift lernen
• Kann ev. Wirbeln • Keine Phrasierung
• Guter Bewegungsab-
lauf

Motivation

Guter Drummer

6
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

3. Fragen und Antworten der Umfrage bei an-


deren Schlagzeuglehrern

Was machen überhaupt andere Schlagzeuglehrer mit einem neuen Schüler der vor-
her Tambour war und schon eine Zeit lang trommelt? Integriert er das Können und
Erlernte des neuen Schülers in den Unterricht? Geht das überhaupt? Die Tambou-
ren spielen doch auf dem Marsch beim Umzug des Musikfestes, das hat doch nichts
mit Schlagzeug zu tun. Diese Umfrage hat mir meine Fragen beantwortet.

Im Vorfeld meiner Diplomarbeit arbeitete ich einen Fragebogen aus um mir Klar-
heit über mein Thema zu verschaffen. Ich wusste zwar, dass viele Tambouren auf
Schlagzeug wechseln oder dieses Instrument parallel zum Tambourenunterricht
spielen, konnte mir aber nicht so ganz vorstellen, wie andere Lehrer mit solchen
Schülern arbeiten. Ich schrieb 58 mir bekannte Schlagzeuger an. 26 Antworten
kamen wieder zurück, die ich nun in diesem Kapitel auswerten möchte. Diese Aus-
wertung hilft mir meine Arbeit realitätsgetreu einzugrenzen. Leider kamen viele
Antworten nur stichwortartig. Trotzdem half es mir für einen groben Überblick.

Folgende Fragen waren in meinem Fragebogen enthalten:

1. Hast Du schon mal Kontakt gehabt mit den Rudiments des Baslertrom-
melns?

Diese Frage konnten 17 mit Ja beantworten. 9 mit Nein.

2. Wenn ja, in welcher Form?

-Nur wenig bei Urs Wiesner im Nebenfach -Fasnacht


-Im Selbststudium -In New York
-In einer Tambourengruppe -In Form von Noten
-Im Militär -In Boston bei Alan Dawson
-Bin selber Leiter einer Tambourengruppe -Mit dem Lehrmittel Zündstoff
-Habe früher aktiv getrommelt

Die meisten Antworten waren aber oberflächlich und gingen nicht ins Detail.

3. Hattest Du auch schon Tambouren, die Schlagzeug spielen wollten?

Diese Frage konnten 17 mit Ja beantworten. 9 mit Nein.

4. Wenn ja, wie lange trommelten diese schon?

Hier gab es Antworten von 1 bis 30 Jahre. Wobei im Durchschnitt diese Tambouren
2-5 Jahre trommelten.

7
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

5. Hattest Du versucht, das schon erlernte Trommelspiel von diesen Schü-


lern auf das Drumset zu übertragen?

Diese Frage konnten 14 mit Ja beantworten. 3 mit Nein.

6. Wenn ja, wie?

Hier ein paar Ausschnitte aus Antworten:

-Die Stockhaltung -Zuerst in Verbindung bzw. Vergleich mit den


-Akzente auf Toms 26 Standard American Rudiments
-Fussostinatos dazu -Groove-Konzepte mit Rudiments
-Open Roll, Rudiments -technisch
-Grooves + Fills von Steve Gadd -Verteilung auf’s ganze Set

Ganz konkrete Antworten oder Notenbeispiele erhielt ich nicht, mehr stichwortar-
tig. Ich konnte aber eine gewisse Ratlosigkeit herausspüren.

7. Hast Du versucht, diesen Schülern die Matched Grip-Haltung oder die


Traditional Grip-Haltung beizubringen?

3 Lehrer entschieden sich für Matched Grip. 4 für Traditional Grip. 10 lassen den
Schüler selber entscheiden.

8. Kennst Du die Notenschriften der Tambouren?

Zur Auswahl standen drei Schriftarten: Hieroglyphen-, Berger-, Zündstoffschrift.

Diese Frage konnten 16 mit Ja beantworten. 10 mit Nein.

9. Wenn ja, welche?

11 kennen die Zündstoffschrift. 9 die Bergerschrift. 2 die Hieroglyphenschrift.

Viele Lehrer kennen mehr als eine Schrift. Jedoch nur oberflächlich und mangel-
haft.

[Link] meinst Du, welche Rudiments des Baslertrommelns lassen sich gut
auf das Drumset übertragen?

als Groove: als Fill:


-Batafla, Bataflafla -Einerstreich
-Einerstreich -Wirbel
-Paradiddle/diddle -Paradiddle/diddle
-Ordonnanztriole -Schleppstreich
-Wirbel eingebaut in Beats -5er Ruf/9er Ruf
-Ordonnanztriole
-Tagwachtstreiche
-7er
-gebundene Rufe
-Batafla, Bataflafla

8
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Ein Feedback von vielen war, dass gewisse Rudiments innerhalb des Grooves oder
Fills angepasst werden müssen.

[Link] Du Vor- oder Nachteile wenn jemand vorher Tambour war und
danach auf’s Set wechseln möchte?

Vorteile:
gute Technik/Rhythmik, kann schon Notenlesen, solide Ausbildung, Sensibilität für
genaue Ausführung, Akzente, Dynamik, gute Stockhaltung, Disziplin im Üben, Ru-
diments sind schon bekannt, gute Feinmotorik, kann offen wirbeln, gute Bewe-
gungsabläufe,

Nachteile:
Keine Erfahrung mit Koordination der Füsse, Unterschied zwischen Tambouren –
Grip und Schlagzeuger-Grip, keine Kreativität, keine Improvisation, es wird tech-
nisch gespielt, Feeling fehlt, Grösse und Gewicht der Stöcke, neue Notenschrift fürs
Schlagzeug lernen, Timingprobleme, Phrasierung muss erlernt werden.

[Link] Tambourenstücke (Kompositionen oder Märsche) kennst Du?

Ice Power (Ivan Kym), Top Secret (Roman Lombriser), Aarabi (F. Berger), Ordon-
nanzmärsche, s’Brösmeli (Anton Wymann), Schweizer Tagwacht, Zapfenstreich,
Fahnenmarsch, s’Gundeli, d’Ysebahn ([Link]), Constellation (Vincent Vuilleu-
mier), Spooky (Roger Meier/Reto Käser) Tsunami (Daniel Rogger) Ins Gelände (ü-
berliefert), Steffisburger (überliefert), Holländer (überliefert), Sempacher (überlie-
fert) 48er (Alfred Flach), Neue Basler Tagwacht ([Link])

Hier war ich überrascht wie viele Stücke bei dieser Frage angegeben wurden.

13. Hättest Du Interesse mehr über meine Diplomarbeit zu erfahren? Was


würde Dich interessieren?

17 wollen meine Arbeit, meine Rückschlüsse und Erfahrungen, die ich mit meiner
Arbeit mache, lesen. Die meisten äusserten den Wunsch mehr Informationen über
die Tambourenwelt zu erfahren, damit Sie, wenn sie einen Tambour als Schüler
bekommen, mehr Feedback haben. Viele fühlen sich unsicher auf diesem Gebiet
und wollen mehr Fachwissen. Das Interesse, Schweizer Rudiments sinnvoll am
Schlagzeug anzuwenden, war sehr hoch. 5 hatten kein Interesse und 4 gaben gar
keine Antwort.

Auswertung für mich:

Diese Analyse gab mir den Anstoss meine Erfahrungen als Tambour und Schlag-
zeuglehrer und die Arbeit mit Tambouren, die Schlagzeug spielen lernen wollen, zu
vertiefen und Nachforschungen anzustellen. Mit der Frage 3 ist ganz klar das mehr
als die Hälfte aller Lehrer schon Tambouren hatten als Schüler. Ich nehme diese
Auswertung als Basis für mein weiteres Vorgehen in den nachfolgenden Kapiteln in
meiner Diplomarbeit. Sie dient mir als Leitplanke und Wegweiser für die ganze Ar-
beit.

9
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

4. Zur Geschichte der Trommel im Abendland


Um zu begreifen wie die Trommelkultur in unserem Land entstanden ist und Ihre
Grundzüge und Traditionen, wie sie heute sind, bin ich zurück zu den Wurzeln und
habe ein bisschen in der Trommelgeschichte nachgeforscht.

Die Trommel, mit ihren fast unüberschaubaren Formen, zählt zu den ältesten Mu-
sikinstrumenten, wenn sie nicht gar als ältestes Instrument anzusehen ist. Sie war
im europäischen Raum bis ca. 1200 unbekannt.

Die Kreuzritter brachten sie aus dem Orient in ihre Heimat zurück. In der Schweiz
sind die Trommeln erstmals zu Anfang des 14. Jahrhunderts nachgewiesen und
fanden von allem Anfang an für militärische Zwecke Verwendung; so für die Fuss-
truppen, um diese im Schritt zu halten, wie auch als Signalinstrument zur Über-
mittlung von Befehlen.

Trommeln werden zusammen mit Pfeifern urkundlich erstmals 1339 bei der
Schlacht von Laupen erwähnt und fanden in der Folge bis zum 17. Jahrhundert
Verwendung bei den Schweizer Landsknechten und Söldnerheeren.

Abbildung 1: Gebet im Berner Münster vor dem Auszug in die Laupenschlacht

10
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Im 16. Jahrhundert erlebte das Trommelspiel einen sozialen Wandel - es wurde


hoffähig. Deutsche Urkunden belegen die Aufnahme von Schweizer Pfeifern und
Trommlern in die Hofkapellen von Fürsten und Herzögen.

Auch in Frankreich und Schottland entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert
eine hochstehende Trommelkultur. Im 17. Jahrhundert begannen die Engländer
damit, Kolonien an der amerikanischen Ostküste zu gründen. In dieser Zeit wurde
das „Rudimental Drumming“, wie man die Kunst des Snare-Drum-Spielens heu-
te nennt, nach Amerika gebracht.

Abbildung 2: Der Weg der Trommel nach Europa und Amerika

I 12. Jahrhundert: Die Trommel kommt nach Europa

II 12. – 17. Jahrhundert: In Europa entwickelt sich die Trommelkunst

III 17. Jahrhundert: Das „Rudimental Drumming“ gelangt nach Amerika.

Durch die enge Verbindung von Armee und Volk in der Schweiz wurde die Trommel
auch schon früh für zivile Anlässe verwendet, so bei kirchlichen Festen, Landsge-
meinden oder bei der Ankündigung obrigkeitlicher Erlasse. Bis ins 19. Jahrhundert
diente die Trommel ausschliesslich für Marschmusik, bis die Militärmusik von
Trommeln und Pfeifern auf Harmoniebesetzung wechselte. Seither hat sich die
Trommel immer mehr vom militärischen Hintergrund gelöst.

Sie wird heute nicht mehr als Signalinstrument verwendet, doch hat sie immer
noch die Aufgabe, Musikkorps und Armee im Schritt zu halten. Daneben hat sich
auch eine eigenständige Trommelkultur entwickelt, die angefangen in Basel heute
in der ganzen Schweiz Verbreitung gefunden hat.

Die Trommel hat längst in den Konzertsaal Einzug gehalten. Ihre rhythmischen
Klänge werden immer häufiger nicht mehr in Marschform sondern in stehend ge-
trommelte Kompositionen gekleidet, die konzertanten Charakter haben.
Quellen: „Schweizerischer Tambouren Verband 1990, 9“ „Berg 2003, 8-9“ „Ruoss 1982 , 1“

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

5. Die Baslertrommel
Wie ist eigentlich eine Baslertrommel gebaut? Was für Material wird verwendet?
Wie sieht das Instrument aus, dass mein neuer Schüler vorher gespielt hat? In
diesem Kapitel wird es kurz erklärt.

Die in der Schweiz gebräuchlichste Trommel für Tambouren ist die Baslertrommel
(ø 38-42 cm). Sie ist die grösste im Vergleich zu den übrigen im Land verwendeten
Trommeln in dieser Sparte.

Die Baslertrommel ist nicht auf einen bestimmten Ton gestimmt, sondern wird, wie
die Gattung der Trommeln überhaupt, als „Membranophon“ (griech. „Haut“) mit
unbestimmter Tonhöhe bezeichnet. Der Grundton lässt sich durch „Schränken“, das
heisst Anziehen der Seile und damit Erhöhung der Spannung auf die Felle verän-
dern.

Zum Grundton hinzu kommt ein Geräuschanteil, der durch die nach dem Klang
bezeichneten Schnarrsaiten erzeugt wird. Diese setzen sich zusammen aus Darm-
saiten, die im oberen dynamischen Bereich (Forte) in Schwingung versetzt werden
und Metallsaiten für den unteren Bereich (Piano). Beide Saiten lassen sich durch
eigene Spannschrauben am Saitenschloss entsprechend einstellen.

Die Geräuscherzeugung erfolgt durch Schlagen auf eine gespannte Membran aus
Kalbsfell oder Kunststoff, die dadurch in Schwingung versetzt wird. Die Luftsäule
im Trommelkessel bewegt sich nach unten, dadurch wird das Saitenfell und die
daran anliegenden Saiten zum Schwingen gebracht.

Werden die Saiten unterzogen, d.h. verhindert man eine Berührung der Saiten mit
dem Saitenfell (z.B. in einem Trauermarsch), so klingt die Trommel dumpf. Ist das
Instrument gut geschränkt, kann man es so als Tenortrommel verwenden.

Die Baslertrommel gibt es in verschiedenen Ausführungen was das Material betrifft.


So gibt es Trommeln aus Holz-, Aluminium- oder verchromten Messingzargen. Der
moderne Trommelbauer experimentiert auch mit anderen Kesselmaterialen so z.B.:
Titan und verschiedene Kunststoffarten.

Die Farben vom Trommelreif sind meistens die gleichen wie die der Staats-, Kan-
tons-, Stadt- oder Gemeindewappen. Darum haben die Trommeln je nach Gegend
andere Farben.

Die Holztrommel ist sehr traditionell und für den Liebhaber eines guten Klanges
gebaut. Die Zarge ist aus Birke, Buche oder Esche gefertigt. Das Schlagfell ist mit
einem Naturfell (Kalb oder Ziege) bestückt. Das Resonanzfell ist bei allen Trom-
meln meistens aus Kunststoff.

Vorteil: sehr guter Klang und vom Ge-


wicht her leicht.

Nachteil: witterungsabhängig wegen


Naturfell. Anschaffungspreis ca. Fr.
1'800.-

Abbildung 3:Holztrommel aus Esche

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Die Trommel mit einer Messingzarge ist das meist verbreitete Instrument in der
Tambourenszene. Die Zarge kann hochpoliert (gelblich-goldener Farbton) oder ver-
chromt werden. Die Fellbestückung ist unterschiedlich. In seltenen Fällen wird Na-
turfell als Schlagfell aufgezogen. Normalerweise werden Plastikfelle, häufig aber
das Powerfell (synthetisches Kunststofffell mit besseren Klangeigenschaften als
Plastik) benutzt.

Abbildung 4: Trommel mit verchromter Messingzarge Abbildung 5 Trommel mit Aluminiumzarge

Vorteil bei Kunststofffell: Man kann das Instrument bei jedem witterungsunab-
hängig. Anschaffungspreis Fr. 1'500.-

Nachteil: ist schwerer als Holztrommel, nicht so guter Klang.

Die Trommel mit Aluminiumzarge dito wie Messingzarge. Man kann Sie auch ver-
chromen oder unbehandelt lassen (raue matte Zarge).

Vorteil: dito Messing. Leichteres Material.

Nachteil: etwas teurer als Messing. Anschaffungspreis ca. Fr. 1'700.-

Quellen: „Ruoss 1982, 61-66“ , [Link]

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

6. Ausbildung der Tambouren


Wie sieht überhaupt die Ausbildung eines Tambours aus? Was für Möglichkeiten
und Arten gibt es? Was sind die Unterschiede. Ich habe mich mit verschiedenen
Leuten aus der Tambourenszene getroffen um mir Klarheit zu verschaffen.

6.1 Tambourenvereine

Die meisten Tambouren spielen in reinen Tambourengruppen mit. In den ländli-


chen Gegenden werden Tambourenschüler in Tambourenvereinen ausgebildet. Die
Mitglieder übernehmen zugleich auch die Ausbildung des Nachwuchses.

Die meisten Tambourenlehrer sind aber keine professionellen Musiklehrer sondern


gute Amateure oder Militärtambouren. Das kommt daher, dass man dieses Instru-
ment nicht in einer Musikfachhochschule studieren kann.

Die Tambourenvereine sind häufig stark verwurzelt in den Gemeinden und prägen
dort das kulturelle Leben nachhaltig. Für Mitglieder der Vereine hat die Teilnahme
an regionalen und nationalen Tambourenwettspielen hohe Priorität.

6.2 Militärtambour

Das „Konservatorium“ der Tambouren ist die Ausbildung zum Militärtambour. In


die Militärmusik kann man nur eintreten, wenn man eine strenge und technisch
schwierige Fachprüfung besteht. Im Militär geniesst ein Tambour eine fundierte
Ausbildung im technischen sowie auch im musikalischen und notentheoretischen
Teil.

Die Ausbildung geht aber über die Basler Trommel hinaus. Es werden auch Perkus-
sionsinstrumente wie Bongo, Tom-Toms, Kongas, Timbales ein wenig Schlagzeug
und Kleinperkussion gelehrt. Alle diese Perkussionsinstrumente sind aber für einen
Tambour als Zweitinstrument anzusehen.

Weiter werden die Militärtambouren in die Kunst des Dirigierens eingeführt, damit
jeder Militärtambour wenn nötig Jungtambourengruppen in seinem Verein ausbil-
den und leiten kann.

6.3 Jugendmusik

In den Städten (z.B. Zürich, Bern, Genf) werden die Tambourenschüler fast aus-
schliesslich in Jugendmusiken ausgebildet. Diese führen neben einem Blasorchester
und Nachwuchsspielen meistens auch eine Tambourengruppe.

Sie kommen in den Genuss der bestehenden Infrastruktur und der Auftrittsmög-
lichkeiten der Jugendmusik. Die Tambourengruppen der Jugendmusiken sind meis-
tens offener für musikalische Abenteuer und spielen auch viel Trom-
mel/Perkussionsstücke was beim Publikum sehr gut ankommt.

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Einige Tambouren helfen auch als Schlagwerker in den Orchestern aus, wenn das
Schlagwerkregister nicht komplett ist. Die Ausbildung liegt in den Händen einzelner
Personen, welche sich auch hier in den meisten Fällen aus den eigenen Reihen rek-
rutieren.

6.4 Ausbildung in Basel

Basel ist die Hochburg der Pfeifer- und Tambourenszene. In Basel holt sich ein be-
trächtlicher Teil des trommlerischen Nachwuchses die instrumentaltechnischen Fer-
tigkeiten nach wie vor in einer Cliquenschule und wächst damit in einen Verein und
dessen Traditionen hinein.

Auch hier sind die meisten Lehrer gute Amateure oder Militärtambouren. Ein gros-
ser Teil der Ausbildung konzentriert sich auf die fastnächtlichen Aktivitäten. Der
grösste Teil der Trommelliteratur wird mit der Pfeifergruppe zusammen gespielt.

Besonders hohe Anforderungen werden in jüngster Zeit in cliquenunabhängigen,


professionell geführten Trommelschulen gestellt, in denen sich der Lehrer oder
Lehrerin eingehender um die Betreuung einzelner, begabter Schüler kümmern
kann, als dies einer nebenamtlichen Lehrkraft möglich wäre.

Trommelschulen werden meistens von Trommelbauern geführt.

Quellen: „Duthaler 1986, 185 „Interview mit Robatel Patrick“ [Link]

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

7. Tambourenwesen
Wieviele aktive Tambouren gibt es überhaupt in der Schweiz? Wie sieht es mit den
verschiedenen Trommelkulturen in der Schweiz aus? Wie sind sie in Ihren Vereinen
und Verbänden organisiert? Dieser Abschnitt wird es aufzeigen.

Die Tambourenvereine, Jugendmusiken, Erwachsenenmusikvereine und Cliquen


sind in regionalen Tambourenverbänden organisiert. Dachverband ist der Schwei-
zerische Tambourenverband (STV). Er dient dem Zweck zur Erhaltung und Förde-
rung des Trommel-, Pfeifen- und Claironspiels.
Obwohl unsere Land klein ist, verändert sich die musikalische Ausrichtung der
Gruppen je nach regionalen Gepflogenheiten. Die Basler betreiben ihre Trommle-
rei vor allem an der Fasnacht. Sie pflegen ihre eigenen speziellen trommeltechni-
schen Grundlagen wie z.B. Batafla, Bataflafla, Doublé, Mühleradstreich etc.
Basler Cliquen bestehen aus einer Trommler- und einer Pfeifergruppe (Piccolos).
Im Wallis sind die Tambouren bis heute noch stark vertreten. Sie spielen oft mit
sogenannten „Natwärrisch“-Pfeifern zusammen.
In der Zentralschweiz haben reine Tambourengruppen Tradition. Das heisst, hier
wird nur getrommelt. Es gibt keine Pfeifergruppe. Das Bestreiten eines Wettspiels
hat höchste Priorität. Es ist fast schon wie Sport. Die Konkurrenz ist recht gross.
Darum spielen die meisten Vereine auf einem sehr hohem Niveau.
In der Ostschweiz und Romandie ist das trommlerische Denken offener. Man
probiert mal was Neues aus. Mischt auch die traditionelle Trommelkultur mit Per-
kussion. Man wagt mal was Neues, was eher in Richtung Schlagzeug tendiert.

7.1 Regionalverbände und Sektionen

Hier eine Zusammenfassung der Regionalverbände und Sektionen. Wobei zu sagen


ist, dass manche Gruppen, Vereine und Cliquen nicht an einen Verband ange-
schlossen sind.1

Regionalverband: Anzahl Sektionen: Aktive:

OTV
(Ostschweizerischer Tambourenverband) 50 647

ZTPV
(Zentralschweizerischer Tambourenverband) 58 1110

OWTPV
(Oberwalliser Tambouren-und Pfeiferverband) 26 979

UR
(Union Romande des sociétes de Tambours,
Fifres et Clairons) 34 529

FTT
(Federazione Ticinese dei Tamburini) 3 40

Total: 165 3305

1
STV; Tambouren und Pfeifer der Schweiz, 1990 (Statistik basiert auf heutigem Stand)

16
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Bei den Mitgliederzahlen der Sektionen handelt es sich um die Aktiven ab 16 Jah-
ren. Sehr viele Sektionen haben zusätzlich in ihren Reihen noch zahlreichen Nach-
wuchs von Jugendlichen unter 16 Jahren, die vom STV statistisch nicht erfasst
sind.

Auch sind viele Basler Cliquen, die den grössten Anteil an Tambouren in der
Schweiz verzeichnen, keinem regionalem Tambourenverband angeschlossen. Laut
dem Protokoll des Fasnachts-Comités Basel 2003/2004 gibt es 97 Pfeifer- und
Tambourengruppen (Cliquen).

Wenn ich im Schnitt 40 Tambouren pro Gruppe rechne, komme ich auf eine Anzahl
von 3'880. Nehme ich noch die Zahl der Jungtambouren der unten stehenden Sta-
tistik dazu komme ich auf 5'994 aktive Tambouren nur in Basel. Die genaue Zahl
wird aber wahrscheinlich noch höher sein.

Abbildung 6: Statistik aus [Link]/pics/[Link]

Darum schätze ich die Gesamtzahl aktiver Tambouren Schweizweit auf ca. 10'000.

Quellen: [Link]

17
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

8. Baslertrommelnotenschriften
Die Tambouren benutzen unterschiedliche Notenschriftsysteme. Wie diese entstan-
den sind und die Regeln der „offiziellen“ Notenschrift erkläre ich in diesem Ab-
schnitt. Als Lehrer kann ich anhand eines Notenblattes die theoretischen und tech-
nischen Fähigkeiten eines Schülers gut abschätzen.

Die heutigen drei angewendetenTrommelnotenschriften der Schweizer Tambouren


heissen Hieroglyphen-, Berger- und Zündstoffschrift und sind einzigartig auf
der Welt. Diese Schriften finden hauptsächlich in der Schweiz Anwendung.

Wenige Drumkorps in Deutschland, Holland, Frankreich und den U.S.A. bedienen


sich dieser speziellen Trommelnotenschrift. Diese Entwicklung kommt daher, dass
das „Basler Trommeln“ sehr komplex ist und spezielle Trommelfiguren (Schlagab-
folgen) verwendet, die es nur im Basler Trommeln gibt. Z.B. Märmelistreich, Müh-
leradstreich, Coup de Charge etc.

Ich persönlich arbeite mit der Zündstoffschrift. Der Vollständigkeit halber möchte
ich aber auch die anderen Schriften kurz vorstellen.

8.1 Hieroglyphenschrift

Die sogenannte Hieroglyphenschrift, die von Samuel Severin um 1865 erfunden


wurde, wird heute hauptsächlich in Basler Pfeifer- und Tambourengruppen (Cli-
quen) angewendet. Diese Schrift fand in der Schweiz keine grosse Verbreitung, da
die aufgezeichneten Basler Märsche hauptsächlich mündlich weitergegeben wur-
den. Dazu kommt, dass man früher als Nicht-Basler, teilweise heute noch, gar kei-
ne Chancen hatte in eine Clique aufgenommen zu werden. Darum kam diese Nota-
tion nie über die Basler Kantonsgrenzen hinaus. Als „Nicht-Basler“ hat man keine
Chance diese Hieroglyphen zu lesen. Die Notation von Severin ist als Gedächtnis-
stütze gedacht und nicht als exakte Niederschrift, die nachgespielt werden kann.
Der Text orientiert sich an der Melodie der Pfeifer. Severin verzichtet ganz auf Mu-
siknoten, er setzt Zeichen für die verschiedenen Streiche. Hinweise auf die rechte
oder linke Hand oder eine zeitliche Einteilung gibt es nicht. Natürlich wurde diese
Schrift von jeder Clique weiter entwickelt. Darum entstanden die vielen verschie-
denen Trommelschriften, die heute in Basel in Gebrauch sind. Als Beispiel sind die
sieben gebräuchlichsten Notationsweisen des Endstreiches mit „Coup de charge“
angeführt:

Abbildung 7: Verschiedene Hieroglyphenzeichen

18
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

8.2 Bergerschrift

Wie man sich denken kann, ist die Hieroglyphenschrift keine befriedigende Lösung
für eine seriöse Niederschrift. Der Basler Trommelkomponist Dr. Fritz R. Berger
erkannte diese Schwachstelle und entwickelte ab 1920 die erste einheitliche
brauchbare Notation.

Dabei übernahm er das Notenbild der herkömmlichen Musiknotenschrift mit allen


italienischen Ausdrücken und speziellen Zeichen. Diese Schrift ermöglichte den
Komponisten eines Trommeltextes eine genaue Festlegung der Dynamik und der
rhythmischen Vorstellungen.

Diese Notenschrift war die Voraussetzung für den Export des Basler Trommelns. So
setzte die Basler Trommelkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem
eigentlichen Siegeszug durch die Schweiz an und bewies hauptsächlich gegenüber
dem (damals einfachen) Ordonnanz-oder Militärtrommeln seine rhythmische und
musikalische Überlegenheit.

Abbildung 8: Dr. F.R. Berger, der Erfinder der Bergerschrift

Hier ein Notenbeispiel der Bergerschrift des Stückes: d’Glaibasler

Abbildung 9: Notenbeispiel Bergerschrift

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

8.3 Zündstoffschrift

Die heute am meisten angewendete Trommelnotenschrift der Schweizer Tambou-


ren heisst Zündstoffschrift. Den Namen erhielt sie mit dem neu eingeführten Lehr-
mittel „Zündstoff für Trommler“ des STV 1983. In diesem Lehrmittel wurde
die Bergerschrift überarbeitet.

Vor allem die Darstellung des Notenbildes sowie auch der Auftaktrufe und der ge-
bundenen Wirbelfiguren wurde neu angepasst. Wirbelstreiche sind als Vorschläge
geschrieben und zählen nicht zum Notenwert. Abschläge bestimmen entsprechend
ihrem Notenwert den Rhythmus.

Durch diese Überarbeitung konnte man das Rhythmusbild viel besser erfassen. Das
Notenlesen in dieser Schrift ist sehr angenehm und klar definiert. Inzwischen ist
ein neues Lehrmittel auf den Markt gekommen. Es heisst „Wirbel“ und wurde
wiederum vom STV 2001 herausgegeben. Der „Wirbel“ hat den „Zündstoff für
Trommler“ abgelöst.

Nachfolgend werde ich genauer auf die Zündstoffschrift eingehen, da ich diese
Schrift in meinen weiteren Kapiteln (9.2. und 11) wiederverwende.

Alle neu angemeldeten Kompositionen im STV müssen in der Zündstoff-


schrift geschrieben sein. Die Bergerschrift ist heute aber trotzdem, vor
allem in Basel, noch viel verbreitet.

8.4 Regeln der Zündstoffschrift

Die Baslertrommel ist ein Eintoninstrument mit unbestimmter Tonhöhe. Darum


genügt zur Aufzeichnung von Trommelmärschen und Kompositionen eine einzige
Notenlinie. Die rechte Hand ist oberhalb der Notenlinie, die linke Hand un-
terhalb.

_1l1 1 1 1 1f1 1 1 101l1 1 1 1 1 1 1 =


R L R

Schreibweise von Schleppstreich und Doublé:

Der sogenannte Schleppstreich ist ein einfacher Vorschlag (Flam). Das Doublé ist
ein Inverted Flam Tap. Zur besseren Lesbarkeit werden Schleppstreiche und
Doublé mit speziellen Notenköpfen dargestellt.

Einfacher Vorschlag Schleppstreich

Ö _11m1 1 1 1 1 1 1 1=

20
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Für das Doublé wird der Pianoschlag im Notenbild nicht notiert. Statt dessen wird
beim Schleppstreich ein „Fähnchen“ angehängt.

P mf rechtes Doublé p mf linkes Doublé

_u§§ §m1 1 1 1 = Ö
mf p mf p mf p mf p mf
_(11 1 1 1 1 1= _z§§ §v1 1 1 1 1 1= Ö _*11 1 1 1 1 1 =
_.°e°x°l1.°e°x°l10m1 1 1 1 1 = Ö _,§§ *1 16§ §*1 10(1 1 1 1 1 1 1=
In der Trommelsprache hat sich zum Teil der Begriff „Ruf“ (z.B. 5er Ruf) einge-
bürgert. Man versteht darunter eine in sich abgeschlossene Wirbelfigur. Fortlaufend
gespielte Rufe werden „gebundene Streiche“ genannt. Die Doppelschläge (Wir-
bel) sind bis ins Endprodukt gleichmässig verteilt und offen zu spielen. Mit den Ab-
schlägen der gebundenen Streiche wird der Rhythmus bei Wirbelkompositionen
hervorgehoben.

Schreibweise von gebundenen Streichen und Rufen:

Zur besseren Lesbarkeit werden gebundene Streiche und Rufe (schnelle Wirbelfigu-
ren) im schnellen Tempo mit gestrichenen Noten der Anzahl Schläge entsprechend,
wie folgt dargestellt:

5er gebunden

_p°qe¨le°¨pqfl11 1=
3 3
Ö _uHZK11 l1 =
7er gebunden rechts

_p°qq¨¨qfp°qq¨¨qf0l1 1 1 1 1 = Ö _lF11 lF110l1 1 1 1 1 =


5er Rufe sind in der Regel als Bei einigen Märschen oder
Auftaktfigur gespielt. Kompositionen werden 5er Rufe
als Volltakt gespielt.

_-¨qf0l1 1 1 1 1 1= Ö_J0l1 1 1 1 1 = _-¨qzl11 1 1 1 = Ö_KU11 1 1 1=


Mit den Abschlägen wird der Rhythmus dargestellt. Die Doppelschläge werden im
Notenwert nicht berücksichtigt. Die Anzahl Doppelschläge und der Abschlag erge-
ben die Streichbezeichnung. Der Bogen über dem Rufgebilde verbindet den Beginn
des Streiches mit dem Abschlag. Die Ziffer gibt die Anzahl der Schläge an.

21
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Alles nochmals in Kürze:

Der Unterschied zwischen der Zündstoffschrift und der herkömmlichen Berger-


schrift besteht im wesentlichen in der Darstellung der Auftaktrufe und der gebun-
denen Wirbelfiguren:

1. Wirbelstreiche und Rufe sind als Vorschläge geschrieben und zählen nicht zum
Notenwert.

2. Abschläge bestimmen, entsprechend ihrem Notenwert, den Rhythmus.

3. doppelte Vorschläge (kein Sonderzeichen) ohne Bindebogen werden zwi-


schen den Abschlägen gleichmässig verteilt und offen getrommelt.

4. doppelte Vorschläge mit Bindebogen werden an den Abschlag gebunden


und gerafft getrommelt.

Unten sieht man anhand dieses Notenbeispiels sehr gut den Unterschied zwischen
der Berger- und Zündstoffschrift.

Abbildung 10: Vergleich zwischen Berger- und Zündstoffschrift.

Hier noch ein Notenbeispiel in der Zündstoffschrift:

Abbildung 11: Notenbeispiel in der Zündstoffschrift


Quellen: „Duthaler 1986, 241“ „Berger 1948, 31“ „STV 2001, Wirbel“ „STV 1992, 11+68“

22
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

9. Grundlagen des Baslertrommelns


Dieses Kapitel ist die Grundvoraussetzung für das Verstehen meiner weiteren Ar-
beit. „Die speziellen Baslertrommelgrundlagen“. Sicher beherrscht ein Tambouren-
schüler nicht alle und eventuell auch nicht die schnelle Endversion. Das kommt
darauf an, wie lange er schon trommelt. Trotzdem macht es Sinn, wenn man den
Hintergrund und die Zusammenhänge versteht.

Laut dem neuesten Lehrmittel des STV „Wirbel“ gibt es 33 verschiedener Basler-
trommel Grundlagen (Rudiments). Eine Grundlage, so sagen die Tambouren statt
Rudiment, ist wie ein Baustein, aus dem später ganze Kompositionen oder Märsche
zusammengesetzt werden können. Wie das ganze aussieht wird in diesem Kapitel
besprochen.

Das ganze Trommelspiel ist auf drei Hauptgrundlagen aufgebaut. Es sind dies:

Einerstreich: Einzelschlag rechts und links

Wirbel: Doppelschläge rechts und links

Schleppstreich: Zierstreich mit Vorschlag rechts und links

Alle weiteren Grundlagen sind auf diesen drei Hauptgrundlagen aufgebaut:

9.1 Aufbau einer Grundlage

Die Grundlagen werden von den Tambouren immer nach dem gleichen Aufbaumus-
ter (6 Phasen) geübt und getrommelt:

Einschlag: rechter Schlag oder Schleppstreich

Aufbau: regelmässige Beschleunigung

Übergang: Übergang vom kontrollierten Schlag zum Prellschlag

Endprodukt: Endform technisch und rhythmisch

Finale: gleichmässiges Anheben von Tempo und Dynamik

Abschlag: kraftvoller Abschlag

Abbildung 12: Aufbau einer Grundlage

23
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

9.2 Gegenüberstellung der Baslertrommelgrundlagen und der


26 Standard American Drum Rudiments

Als Lehrer muss ich die Rudiments und ihre Namen kennen. Was ist aber wenn ein
Schüler kommt und vom „Zitterstreich“ erzählt. Wäre es nicht gut wenn ich beide
Seiten kennen würde?

In Amerika wurden 1932 von der National Association of Rudimental Drummers -


kurz N.A.R.D - 26 Figuren gesammelt, die heute als die „26 Standard American
Drum Rudiments“ weltweit verbreitet sind. Über die Jahre sind andere Rudiments
entwickelt worden und sind den ursprünglichen 26 hinzugefügt worden. Insgesamt
sind es nun 40 Rudiments auf dieser Liste.

In diesem Kapitel möchte ich die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten der
33 Baslertrommelgrundlagen und der 26 Standard American Drum Rudiments her-
vorheben und gegenüberstellen. Wobei zu sagen ist, dass nicht jede Grundlage zu
einem „American Rudiment“ zugeordnet werden kann und umgekehrt. Meine Arbeit
macht nur Sinn, wenn ein Lehrer oder Schüler die Namen und die Unterschiede
beider Seiten kennt und begreift.

Achtung!! Bei allen Baslertrommel Grundlagen werden die


Doppelschläge (Wirbel) piano getrommelt, Abschläge forte.

[Link] Single Stroke Roll (Einzelschlagwirbel)

>1lflf0lflf0lflf= etc.

Einerstreich und Single Stroke Roll sind identisch.

2. Wirbel Double Stroke Roll (Doppelschlagw.)

>1llff0llff0llff = etc.

Wirbel und Double Stroke Roll sind identisch.

3. 3er rechts/links Drag, The Ruff (doppelter Vorschlag)

_1uGUH11uGU 1zKZJ1zKZ
oder

Beim 3er sind die piano Doppelschläge gleichmässig zwischen den Hauptschlägen
verteilt (triolisch). Die Doppelschläge werden in der Zündstoffschrift im Notenwert
nicht berücksichtigt. Es gibt auch noch einen Three Stroke Roll der gleich ge-
spielt wird. Der existiert aber nur im „Scottish Pipe Band Drumming“. Beim Drag
sind die Doppelschläge an den Abschlag herangezogen. Will man beim 3er den

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

gleichen Effekt erzielen, muss man über den Doppelschlägen einen Bindebogen
zum Abschlag schreiben. Anscheinend gibt es mehrere internationale Bezeichnun-
gen für dieses Rudiment. So begegnete ich auf meinen Recherchen den Namen: 3
Stroke Ruff und Half-Drag.

4. Paradiddle Single Paradiddle

_peplepef0l etc.

Bei den Tambouren wird der Paradiddle von Anfang mit Betonung gelernt. Leider
gibt es nur diese eine Betonung, und es wird schwierig diese beim Schüler wegzu-
kriegen, wenn man eine andere Betonung einstudieren will.

5. Doppelte Paradiddle Double Paradiddle

-pepeplepepef= etc.

Auch der doppelte Paradiddle wird bei den Tambouren mit Betonung gelernt (siehe
Paradiddle).

6. Einfacher Tagwachtstreich Single Drag

_uGOzKTuGOzKT=
6 6
etc.

Beide Rudiments werden identisch gespielt. Der Single Drag ist nicht auf der Liste
der N.A.R.D. Ich habe dieses Rudiment aber im „Modern Rudimental Swing Solos
for the advanced Drummer“, von Charley Wilcoxon gefunden. Ebenfalls ist es auf-
gelistet auf der Homepage von Tomas Howie ([Link]).

7. Doppelter Tagwachtstreich Double Drag

_uGOfJzKRlH110l
5 5
etc.

Dito einfacher Tagwachtstreich. Wieso die Tambouren den doppelten Tagw.


Streich in Quintolen aufschreiben und die Amerikaner im 6/8, weiss ich nicht. Ich
finde es im schnellen Tempo schwierig zu sagen, was wirklich rhythmisch stimmen
könnte. Jedenfalls ist der Aufbau bei Wilcoxon und bei den Tambouren gleich. Hier
das Beispiel:

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

B1l1 1 1zZ11 1l1 1 1 1f1 1 1 1 uU110f1 1 uU11 1 1f1 1 1 1 1l1 1 1 zZ11 =


Jedenfalls macht das Aufschreiben im 6/8 mehr Sinn, wenn ich die Schreibweise
mit der nachfolgenden Grundlage vergleiche.

8. Doppelierter Tagwachtstreich

-uGPufJ11zKEzlH11=1l etc.

9. 7er Endstreich

_uHElzJPf0l etc.

Die Grundlagen Nr. 8+9 gibt es nur im Baslertrommeln.

10. Zitterstreich Single Ratamacue

_uGPelzKEpf01l
3 3
etc.

Der Zitterstreich und der Single Ratamacue tönen gleich. Die Tambouren spielen
ihn sowohl als Auftakt- wie auch als Volltaktfigur.

11. 5er gebunden Five Stroke Roll

_uHZK11uHZK01l1 etc.

Der 5er gebunden wird regelmässig und offen gespielt. Das Grundfeeling ist trio-
lisch. Der 5 Stroke Roll wird binär und gerafft zum Abschlag hingezogen getrom-
melt. Er wird aber auch je nach Situation ternär und/oder als Volltaktruf in Amerika
getrommelt. Beide Rudiments können auch links begonnen werden.

26
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

12. 5er mit Nachschlag Six Stroke Roll

_uHTuHT0l etc.

Beide Rudiments werden identisch getrommelt. In manchen Lehrmitteln wird der


Six Stroke Roll auch als reine Sechstole mit dem gleichen Handsatz aufgeschrie-
ben. Wieso diese Unstimmigkeiten herrschen weiss ich nicht. Und habe es in mei-
nen Nachforschungen auch nicht herausgefunden.

13. 7er gebunden rechts/links Seven Stroke Roll

_lF11l1F101l _fL11 fL01f


oder

Beide sind ähnlich. Allerdings fangen die Schweizer erst eine Sechzehntelnote nach
dem Schlag an zu wirbeln. Das verschiebt die Betonung Die Schweizer fangen „auf-
taktig“ an, die Amerikaner „volltaktig“. Beim gleichen Handsatz wie die Schweizer
würde das Tap Seven Stroke Roll in den U.S.A. heissen.

14. 7er mit Nachschlag

_uFIzLT0l etc.

15. 9er gebunden

_lD11 1f1é1 0l etc.

Die Grundlagen Nr. 14+15 gibt es nur im Baslertrommeln.

16. 11er gebunden rechts/links Eleven Stroke Roll

_lS11 lS110l _fà11fà10f


oder

Von der Schlagabfolge sind sie gleich. Nur fangen beide Versionen an einem ande-
ren Ort an (Schweizer „auftaktig, Amerikaner „volltaktig“). (siehe 7er gebunden)

27
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

17. 13er gebunden Thirteen Stroke Roll

_lA11 1f£110l etc.

Siehe 11er gebunden.

18. 15er gebunden rechts/links Fifteen Stroke Roll

_g^11 0f das gleiche auch rechts

Siehe 11er gebunden.

19. Schleppstreich Flam (einfacher Vorschlag)

_,>11 ,>110m etc.

Schleppstreich und Flam werden identisch gespielt.

20. Ordonnanztriole Swiss Army Triplet

_,uf,uf0m
3 3
etc.

Beide Rudiments tönen identisch. Wobei bei der Ordonnanztriole alle Schläge forte
gespielt werden.

21. Doublé Inverted Flam Tap

_,§§ *1 1 6§ §*1 10(


etc.

Das Doublé ist eine typische Grundlage des Baslertrommelns und kommt immer in
Baslermärschen vor. Beide Rudiments tönen identisch.

28
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

22. Batafla Flam Accent

_,tU11ciZ01m
3 3
etc.

Beide Rudiment sind komplett identisch. Typische Grundlage des Baslertrommelns.


Diese Figur kommt vielfach in Basler Märschen vor.

23. Bataflafla Pataflafla

_.epv.epv01m etc.

siehe Batafla.

24. 5er Ruf Five Stroke Roll

_J0l1 1 1J1 l1 1 J10l etc.

Beim 5er Ruf ist der erste Schlag ein Schleppstreich. Über die ganze Figur wird ein
Crescendo gespielt. Der 5er Ruf wird rund und offen getrommelt. Der Five Stroke
Roll könnte auch als 4-facher Vorschlag angesehen werden.

25. 9er Ruf Nine Stroke Roll

_à11 l1 1 1 01à1 1l1=


etc.

Die Tambouren spielen einen Schleppstreich am Anfang jedes 9er Rufes. Sonst
sind beide identisch.

26. Französischer Endstreich Lesson 25

_uGPfuGPf0l etc.

Beide Rudiments sind vom Handsatz her gleich. Fangen jedoch an einem anderen
Punkt an. Gleicher rhythmischer Ablauf wie Französischer Endstreich heisst in den
U.S.A. „The Ratatap“.

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

27. Mühleradstreich 28. Märmelistreich

_uHElep.f0l etc. _ut>J1zi<H11 0l


3 3
etc.

Diese zwei Grundlagen sind typische Basler Grundlagen. Diese kommen praktisch
nur in Basler Märschen vor. Fast nie in Kompositionen.

29. Coup de Charge 30. Coup de Charge Triole

_J0pqcl11 1 1 J0etc. _J0pecl11 1 1 1 1J0


3
etc.

Diese zwei Grundlagen sind auch typische Basler Figuren. Sie kommen hauptsäch-
lich in Basler Märschen vor als Endstreich.

31. 3er Streich 32. 2/4 Marschgrundlage 33. 6/8 Marschgrundlage

_u§.lz§xf0l etc. _J0puf1.uf10m1 1 1 1 J0


etc. -J0uuf,uf01m1 1 1 1 1 1 1 J0 etc.

Die Grundlagen Nr. 31-33. sind typische Grundlagen des „Ordonanztrommeln“.


Ordonanzmärsche oder Märsche in diesem strengen Stil.

Die Grundlagen Nr. 27-33 werden im amerikanischen Trommeln nicht als


Rudiment aufgeführt. Sie werden aber sicher in irgend einer Form ange-
wendet.

9.3 Grundlagen geordnet nach Schwierigkeitsgrad

Dieser Abschnitt soll einen Überblick geben welche Grundlagen ein Tambouren-
schüler nach wie vielen Jahren beherrschen sollte. Das ist aber nur ein Richtwert
und hängt vom einzelnen Schüler ab. Die Schwierigkeitsgrade hängen davon ab,
wie schnell eine Grundlage vom einzelnen Schüler einstudiert werden kann.

Leichte Grundlagen, Beherrschung nach 1-2 Jahren:

1. Einerstreich 7. Schleppstreich
2. Wirbel 8. 5er Ruf
3. 3er links/rechts 9. 9er Ruf
4. Paradiddle 10. Franz. Endstreich
5. doppelter Paradiddle 11. Ordonnanztriole
6. Einfacher Tagwachtstreich

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Mittelschwere Grundlagen, Beherrschung nach 2-3 Jahren

12. 5er gebunden 18. Batafla


13. 7er geb. rechts/links 19. Bataflafla
14. 11er geb. rechts/links 20. 6/8 Takt Marschgrundlage
15. 15er geb. rechts/links 21. 2/4 Takt Marschgrundlage
16. 3er Streich 22. Doppelter Tagwachtstreich
17. 5er mit Nachschlag

Schwere Grundlagen, Beherrschung nach 3-4 Jahren oder mehr

23. doppelierter Tagwachtstreich 29. Doublé


24. Zitterstreich 30. 7er-Endstreich
25. 7er mit Nachschlag 31. Mühleradstreich
26. 9er gebunden 32. Coup de Charge
27. 13 er gebunden 33. Coup de Charge Triole
28. Märmelistreich

9.4 Notenbeispiele des Baslertrommelns

Hier einige Notenbeispiele mit Tonbeispielen (Anhang CD) wie nun ein Marsch oder
eine Komposition in Zündstoffschrift aussehen und tönen kann. Natürlich alles zu-
sammengesetzt aus Baslertrommelgrundlagen.

Das erste Beispiel ist ein Marsch mit grosser Trommel. Gespielt von der Tambou-
rengruppe des Schweizer Armeespiel.

Abbildung 13: Noten- und Hörbeispiel, Zusammensetzung von Rudiments

31
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Das zweite Beispiel ist eine Komposition im höchsten Schwierigkeitsgrad. Ebenfalls


gespielt vom der Tambourengruppe Schweizer Armeespiel

Abbildung 14: Noten- und Hörbeispiel, Zusammensetzung Rudiments

Drittes Beispiel ist ein berühmter Baslermarsch mit Piccolo. Gespielt von der Clique
Hypokras, Basel.

Abbildung 15: Tonbeispiel Baslermarsch mit Piccolo

Beim vierten Hörbeispiel fand ich leider keine Noten, aber es ist ein herrliches Hör-
erlebnis. Bitte jetzt zurück lehnen und geniessen. Hier eine wunderschöne Auf-
nahme der berühmten „D’Ysebahn“ von Fritz Berger. Gespielt wiederum von der
Tambourengruppe Schweizer Armeespiel.

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Das fünfte und letzte Beispiel ist ein Trommelperkussionsstück von mir mit Schle-
gelshoweinlagen. Diese Art von Kompositionen ist bei den Tambouren und auch
beim Publikum sehr beliebt.

Abbildung 16: Notenbeispiel Tambouren / Perkussionsstück

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9.5 26 Standard Drum Rudiments

Nochmals zur Vollständigkeit im Anhang die Amerikanischen Rudiments.

Abbildung 17: 26 Standard Drum Rudiments

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Abbildung 18: 26 Standard Drum Rudiments

Quellen: „STV 2003, 92“ „STV 1994, 68“ „Berger 1948, 4“ „STV 2003, 38“ [Link] /
[Link]

35
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10. Schlegelhaltung der Tambouren


Die Schlegelhaltung der Tambouren ist anders als bei einem Schlagzeuger. Ein
Schlagzeuglehrer muss das wissen, damit er einen positiven Einfluss auf die Schle-
gelhaltung und den Bewegungsablauf beim neuen Schüler nehmen kann.

Die Schlegelhaltung der Tambouren ist die traditionelle Haltung (traditional


Grip). Die für den Laien ungewohnt erscheinende Schlegelhaltung ist auf die schräg
hängende Trommel ausgerichtet. Sie ermöglicht dem Spieler, auch beim Gehen die
Schläge technisch und rhythmisch genau und richtig zu spielen.

Abbildung 19: Schlegelhaltung vorne Abbildung 20: Schlegelhaltung Seite

Die korrekte Schlegelhaltung bei den Tambouren zeigt aus der Sicht des Spielers
einen Winkel von ca. 120°

Abbildung 21: Schlegelhaltungswinkel

36
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Genau diese Schlegelhaltung macht den Tambouren Probleme wenn Sie auf das
Drumset wechseln wollen! Die linke Hand ist kein Problem. Der Bewegungs-
ablauf bleibt gleich. Bei der rechten Hand sieht der Bewegungsablauf bei den
Tambouren aber anders aus.

10.1 Bewegung und Haltung der rechten Hand

Der Bewegungsablauf der rechten Hand basiert auf einer gleichzeitigen Dreh- und
Hebebewegung aus der Grundstellung. Die Bewegung geht seitlich vom Körper
weg.

Abbildung 22: Bewegungsablauf der rechten Hand

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Diese seitliche Bewegung ist nicht sehr förderlich für einen geschmeidigen Bewe-
gungsablauf am Schlagzeug. Der neue Schüler muss auf diese Umstellung auf-
merksam gemacht werden. Es sollte von Anfang an korrigiert werden!!

Zudem unterscheidet sich die Schlegelhaltung der rechten Hand eines Tambours
gegenüber der eines Schlagzeugers wesentlich. Der Schlegel liegt praktisch 90° zu
den Fingern. Der hintere Teil des Schlegels ist gut sichtbar.

Abbildung 23: Schlegelhaltung rechte Hand

Auch hier muss eine Korrektur der Schlegelhaltung vorgenommen werden


um richtig am Set spielen zu können!!

Laut meiner Umfrage (siehe Kapitel 3 „Fragen + Antworten der Umfrage bei
Schlagzeuglehrern“) kommen manchmal Tambouren in die Setstunde und wollen
von Anfang an Matched Grip spielen. Das ist aber eher selten.

Laut meiner Umfrage erklären viele Lehrer beide Haltungen ihren Schülern
und überlassen dann die Entscheidung am Schluss ihnen.

Ich persönlich habe jahrelang Traditional Grip gespielt und spiele „ihn“ in gewissen
Situationen immer noch. Vorallem wenn es technisch wird. Meinen Schülern emp-
fehle ich aber den Matched Grip, da in den Jugendmusiken wo ich unterrichte ne-
ben dem Set auch noch Stabspiele und Kesselpauken unterrichtet wird.

Unter dieser Voraussetzung macht der Matched Grip mehr Sinn. Jedoch liegt die
Entscheidung beim Schüler, mit welcher Haltung er sich am wohlsten fühlt. Jeden-
falls sehe ich am Drumset keine Vor- oder Nachteile zwischen den zwei Schlegel-
haltungen. Es gibt sehr gute Drummer die Traditonal spielen z.B Dave Weckl, Ste-
ve Gaad, Art Blakey etc. Die meisten Drummer spielen aber Matched Grip.

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

10.2 Drumsticks

Eine weitere Umstellung für den neuen Schlagzeugschüler sind die Schlegel selber.
Die Tambourenschlegel sind viel dicker und schwerer als Schlagzeugschlegel. Das
Gewicht eines Tambourenschlegels variert ca. zwischen 55-90 Gramm pro Schle-
gel. Wobei das Gewicht eines Drumsticks ca. zwischen 30-50 Gramm liegt. Zudem
ist der Durchmesser eines Tambourenschlegels um vieles dicker als ein Drumstick.

Tambourenschlegel hinten: ∅ ca. 15-18 mm

Schlagzeugschlegel hinten: ∅ ca. 11-14 mm

Abbildung 24: Schlegelvergleich

Abbildung 25: Vergleich der Schlegelkopfes

Quellen: „STV 1983, 4“ „STV 2001, 9+10“

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11. Anwendung am Drumset

In diesem Kapitel versuche ich alle 33 Baslertrommelgrundlagen am Set sinn-


voll anzuwenden.

Nun kommen wir zum Hauptthema meiner Arbeit. Die Anwendung der Basler-
trommelgrundlagen am Drumset. Da ich selber sechs Schüler habe, die vorher
Tambouren waren, habe ich ein paar Übungen mit ihnen schon ausprobiert. Die
Anwendungen beschränken sich nur auf die Hände. Die Bassdrum wird nicht in-
tegriert, da ich davon ausgehe, dass der Schüler neu anfängt Drumset zu spie-
len und vorher „nur“ trommelte und wenig Erfahrung mit der Koordination zwi-
schen Händen und Füssen besitzt. Später könnte man dieses Element selbst-
verständlich integrieren.

Der neue Schüler ist dafür mehr geübt in den Händen. Diese positive Aus-
gangslage möchte ich nutzen. Ganz klar ist, dass er die „Basics“ schon ein we-
nig kann. Ohne dies geht es natürlich nicht. Das heisst: ein einfacher Rockbeat
mit Viertels- und Achtelsnoten in der Bassdrum müsste er schon beherrschen.

Meine Überlegung ist aber, dass er das erlernte Trommelspiel mög-


lichst sinnvoll am ganzen Set einbeziehen kann.

Ich habe die Übungen in drei Schwierigkeitsgrade aufgeteilt. Level 1 ist vom
Niveau her leicht und ist für einen Tambour, der 1-2 Jahre getrommelt hat, zu
bewältigen. Level 2 ist schon anspruchsvoller und für einen Tambour gedacht,
der schon 3-4 Jahre getrommelt hat oder schon länger. Level 3 ist für den in-
teressierten, technisch fortgeschrittenen Drummer oder Tambour, der die Bas-
lertrommelgrundlagen in sein Spiel integrieren möchte.

Weiter teile ich die Grundlagenanwendung in Grooves und Fills auf.

Die Übungen sollen mehr als Idee fungieren und Basis für andere
Spielmöglichkeiten sein. Ich benutze absichtlich nur die Schlagabfolgen
der Baslertrommelgrundlagen als Basis für die Übungen, da sonst der
Rahmen dieser Arbeit gesprengt wird.

Drumset-Notation:

40
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.1 Einerstreich (Single Stroke Roll, Einzelschlagwirbel)

>1lflf0lflf0lflf=
Am Set gibt es ganz viele Möglichkeiten den Einerstreich anzuwenden. Ich arbeite
hier mit Systemen. Das ist platzsparend fördert die Kreativität des Schülers und
ergibt wahnsinnig viele Spielvarianten.

Händesystem für Einerstreichgrooves: (Level 1-3)

Die Systeme sind im 2/4 Takt geschrieben. Spielt man jede Übung zweimal hinter-
einander oder kombiniert zwei verschiedene Übungen miteinander, so entsteht ein
4/4 Takt.

1 2

3 4

5 6

7 8

9 10

11 12

13 14

41
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

15 16

17 18

19 20

21 22

23 24

25 26

27 28

29 30
Man kann die rechte Hand auch auf dem Ridebecken spielen statt auf dem Hi-Hat.

Bassdrumsystem:

Zu den oben aufgeführten Übungen gibt es 8 Bassdrumpattern.


Natürlich darf auch hier kombiniert werden oder eigene Patterns erfunden werden.

A B C D

E F G H

42
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Weitere Einerstreichgrooves:

Auf diesem Blatt habe ich ein weiteres binäres System, welches hervorragend mit
dem Einerstreich funktioniert.

Level 1-3 / Grooves

1 2

3 4

5 6

7 8

Die rechte Hand kann auch auf dem Ridebecken spielen statt auf dem Hi-Hat.

Bassdrumsystem:

Zu den oben aufgeführten Übungen gibt es wieder die gleichen 8 Bassdrumpattern.

A B C D

E F G H

Fills:

Auf Fills mit der rhythmischen Figur der Übungen 1-8 verzichte ich bewusst. Solche
findet man auch haufenweise in jedem Schlagzeuglehrmitteln.

43
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Einerstreich-Fills mit Sechzehntelnoten:

Als nächstes möchte ich Fills behandeln auf der Basis des Einerstreichs. Ich ver-
zichte bewusst auf simple Achtel- und Sechzehntelnotenfills (Level 1), die schon
tausendmal in verschiedenen Schlagzeugbüchern aufgeschrieben worden sind. Da
die Tambouren viel mit Dynamik arbeiten, möchte ich hier lieber diese Nuancen
einfliessen lassen.

Hier sind als Idee zwei Beispiele mit Akzenten auf der Basis eines simplen Rockbe-
ats. Akzente sind forte, Zwischenschläge piano!!

Level 2 / Fills

Man kann solche Übungen mit einem herkömmlichen Schlagzeugbuch kreieren. Ich
nenne solche Takte „Snare/Tomgrooves“. Man spielt einen einfachen Rockbeat und
adaptiert diesen. Die Toms ersetzen die Bassdrum, Backbeat Akzente auf der Sna-
re bleiben auf der Snare. Aufgefüllt wird mit piano sechzehntel Schlägen auf der
Snare. Den Schülern macht das enorm viel Spass und ergibt auch einen Sinn.

Bei den nächsten zwei Beispielen kommt noch die linke auf den Toms Hand zum
Einsatz.

Level 3 / Fills

Gut tönen betonte Einerstreiche als Samba auf der Snare oder Snare und Stand-
tom. Dieses Beispiel kann aber auch als Fill benutzt werden.
Level 3 / Fill / Grooves

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Einerstreich mit Achteltriolen:

Auch hier benutze ich ein System für die Hände und für die Bassdrum.

Level 1+2 / Groove

1 2

3 4

5 6

Bassdrumsystem:

A B

C D

E F

Die Grooves könnten dann so aussehen:

45
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Einerstreichfills mit Achteltriolen:

Ich habe zwei einfache Übungen aufgeschrieben wie man Fills in Achteltriolen spie-
len kann kombiniert mit einem Shufflegroove.

Level 1 / Fills

Die folgenden Figuren kennen die Tambouren recht gut. Sie kommen meistens in
3/8 Takt Kompositionen vor. Ersetzt man die Achteltriolen in den oben aufgeführ-
ten Übungen durch diese Figuren, entstehen neue Fills.

Level 2 / Fills

1 2

Hier sind noch ein paar andere Möglichkeiten dieselben Figuren auf dem ganzen
Set zu verteilen.

Level 2-3 / Fills

4 5

46
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Fills mit Sechzehnteltriolen

Tambouren können und kennen die Sechzehnteltriolen sehr gut wenn sie schon 3-4
Jahre getrommelt haben.

Hier zwei Beispiele:

Level 3 / Fills

Es gibt ja noch zwei andere Sechzehnteltriolenfiguren:

A B

Ziel ist zum Beispiel alles zu kombinieren:

Es gibt natürlich noch hundert andere Möglichkeiten. Die alle aufzuzeigen würde
der Rahmen dieser Arbeit sprengen. Ich möchte aber gerne auf ein paar Schlag-
zeugbücher hinweisen, die für solche Übungen speziell für den Einerstreich respek-
tive Single Stroke Roll hervorragend geeignet sind.

Bücher für Übungen Einerstreich:

-Drums Easy, Pädagogisches Lernkonzept, Tom Hapke, Verlag Hapke


-Drummers ABC Band 2, Holger Hälbig, Verlag Schott
-Advanced Concepts, Kim Plainfield, Manhatten Music
-Modern Drumming 1, Diethard Stein, Leu-Verlag

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.2 Wirbel (Double Stroke Roll)

>llff0llff0llff=
Den offenen Wirbel beherrschen die Tambouren sehr gut. Wobei zu sagen ist, dass
der Wirbel erst nach 3-4 Jahren richtig rund läuft. Er ist das A und O einer Trom-
melkomposition. Er wird aber erst interessant, wenn er Ein- und Abschläge auf-
weist. Denn diese bestimmen den Rhythmus.

Beim Set kann man den Wirbel sehr gut als gebundene Rufe verwenden. Aus ei-
nem „normalen“ Wirbel kann man keine Grooves oder Fills entwickeln. Darum
komme ich später bei den Rufen wieder auf dieses Thema zurück.

11.3 3er rechts/links (Drag, The Ruff, doppelter Vorschlag)

_uGUH11 uGU _zKZJ11 zKZ


oder

Wie schon im Kapitel 9.2 beschrieben wurde, wird der 3er von den Tambouren re-
gelmässig gespielt. Das hat den Vorteil, dass man tolle Fills in ternären Grooves,
wie z.B. Swing, spielen kann. Für den normalen Tambour ist es eher ungewohnt,
den 3er wie ein Drag zu spielen. Darum beschränke ich mich auf die gewohnte
Spielart eines Tambours. Man muss einfach berücksichtigen, dass ein Tambour die
Doppelschläge piano spielt. Für gewisse Grooves oder Fills passt das natürlich
nicht. Darum müssen die Doppelschläge je nach Situation angepasst werden.

Der 3er kann super für einen Walzer eingesetzt werden.

Level 1 / Groove

Man kann den 3er als Effekt bei Grooves wunderbar einsetzen.

Level 2 / Groove

Wenn man es genau nimmt, ist das schon eine Kombination aus Einerstreich und
3er rechts!!

48
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Fills mit 3er rechts

Der 3er rechts kann auf verschiedene Arten als Fill angewendet werden. Die Tam-
bouren sind sich gewohnt eine Figur meistens mit der rechten Hand anzufangen.
Darum schreibe ich hier Beispiele, die mit rechts anfangen. Trotzdem sollte man
die linke Hand nicht vernachlässigen und Figuren spielen die links, beginnen (3er
links).

Als nächstes zwei Fills mit Achtelnoten. Beim zweiten habe ich die linke Hand durch
die Bassdrum ersetzt. Snaredrum und Standtom spielen gleichzeitig. Diese zwei
Fills passen gut zu einem einfachen Rockbeat.

Level 1 / Fills

Dieses Fill eignet sich für einen einfachen Swingrhythmus.

Level 2 / Fills

Die Verschiebung, die durch die Dreiergruppen mit Sechzehntelnoten entsteht,


klingt schön, wenn man den 3er rechts über das ganze Set verteilt.

Level 2 / Fills

Hier noch ein Beispiel mit Sechzehnteltriolen. Es hat einen guten Effekt, wenn man
die Akzente forte spielt alles andere piano. Das betrifft auch ein paar rechte Schlä-
ge. Gut auf Dynamik achten!!

Level 3 / Fills

49
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.4 Paradiddle (Single Paradiddle)

_peplepef0l etc.

Der Paradiddle zeigt unwahrscheinlich viele Spielmöglichkeiten auf. Die Tambouren


kennen Ihn leider nur in der Grundform (siehe oben). Trotzdem gibt es ein paar
interessante Möglichkeiten den Paradiddle in der „Tambourenfassung“ anzuwen-
den. Akzent ist forte, Zwischenschläge piano.

Unten ein Groove, der die „Kids“ extrem motiviert. Er ist relativ einfach und doch
effektiv.

Level 1 / Groove

Der gleiche Groove mit anderen Bassdrumbegleitungen.

Level 2 / Groove Level 3 / Groove

Hier kann auch das Bassdrumsystem angewendet werden. Dabei entstehen „coole“
Grooves.

A B C D

E F G H

Natürlich kann man die linke Hand auf der Snare auch als Akzent einsetzen. Das
tönt gut und sollte für einen Tambour nicht allzu schwer sein.

50
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Paradiddlefills:

Bei den Paradiddlefills ist es besser die Akzente wegzulassen. Die Fills tönen dann
einfach besser.

Level 1 / Fills

Level 2 / Fills

Level 3 / Fills

Paradiddleanwendungen gibt es extrem viele. Alle aufzuschreiben würde den rah-


men sprengen. Ein gutes Lehrbuch für Paradiddleanwendungen ist:

Modern Drumming 2, Diethard Stein, Leu-Verlag

51
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.5 Doppelte Paradiddle (Double Paradiddle)

-pepeplepepef0l etc.

Doppelte Paradiddle kommen in Kompositionen von Tambouren seltener vor. Wenn


aber dann meistens in einem 6/8 Kontext. Wie bei den einfachen Paradiddle spie-
len sie die Akzente forte, die Zwischenschläge piano.

Hier ein Groove der sich vom doppelten Paradiddle ableiten lässt. Klingt wie eine
funkige Version des afro-kubanischen Bembe.

Level 2 / Grooves

1 2

3 4

Hier ein funky Groove im ¾ Takt auf der Basis des doppelten Paradiddles.

Level 3 / Groove

Mit der Betonung der Tambouren kann man nicht wirklich tolle Fills kreieren. Des-
halb muss man andere Betonungen verwenden, damit ein Fill gut tönt und Sinn
macht. Hier zwei Beispiele:

Level 2 / Fills

1 2

52
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.6 Einfacher Tagwachtstreich (Single Drag)

_uGOzKTuGOzKT0
6 6
etc.

Diese spezielle Grundlage wird häufig in Tambourenkompositionen verwendet. Ein


bekanntes Stück ist die Franzosentagwacht. Zu diesem Stück könnte man einen
Swing-Groove dazu spielen weil es ja eine ternäre Grundlage ist. Der Name
kommt daher, weil in vielen „Tagwachten“ (Tambourenkompositionen), diese
Grundlage verwendet wird.

Daran denken, Tambouren spielen Doppelschläge piano!!

In einem Hip-Hop Groove verschachtelt, tönt diese Grundlage recht „tricky“.

Level 3 / Groove

Dieses Beispiel sollte als Basis für andere Ideen dienen.

Ich denke jedoch, dass diese Grundlage sich besser für Fills eignet.

Dieses Fill funktioniert mit einem Rockbeat.

Level 1 / Fill

Hier bekommt das Fill eine schöne Dreierverschiebung.

Level 2-3 / Fills

2 3

53
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

Diese zwei Fills kann man beim Swing verwenden.

Level 2-3 / Fills

3 4

11.7 DoppelterTagwachtstreich (Double Drag)

_uGOfJzKRlH110l
5 5
etc.

Im Kapitel 9 habe ich schon alles über diese Grundlage geschrieben. Wie der einfa-
che Tagwachtstreich kommt auch der doppelte Tagwachtstreich in „Tagwachten“
vor. Bei der Schweizer Tagwacht (Militärisches Signal) wird der doppelte Tagwacht-
streich verwendet.

Ich habe versucht den doppelten Tagwachtstreich in einen Groove einzubetten. Ein
gutes Resultat erzielte ich aber nicht. Gleich verhält es sich mit einem Fill. Ich habe
aber trotzdem versucht ein Beispiel aufzuschreiben.

Für mich tönt er sehr aufgezwungen und marschmässig. Trotzdem kann man diese
Grundlage, denke ich, als „Effekt“ einsetzen.

54
Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.8 Doppelierter Tagwachtstreich

-uGPufJzKEzlJ10l etc.

Der doppelierte Tagwachtstreich kommt in der Trommelkomposition „Neuen Bas-


lertagwacht“ vor. Ihn einzuflechten in einen Groove oder Fill finde ich schwierig.
Am besten eignet er sich in einem 12/8 Takt. Diese Grundlage ist technisch sehr
anspruchsvoll und kann wieder als „Effekt“ angewendet werden. Ihren Einsatz finde
ich jedoch begrenzt.

Level 3 / Groove

Level 3 / Fill

11.9 7er Endstreich

_uHElzJPf0l etc.

Eine weitere „Effektgrundlage“. Sie kommt vor allem in Baslermärschen vor. Tech-
nisch sehr schwierig. Sie kommt sowohl als Auftakt- wie auch als Volltaktfigur vor.
Zwei Beispiele für den „Effekt“.

Level 3 / Groove

1 2

55
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.10 Zitterstreich (Single Ratamacue)

_uKPelzKEpf0l
3 3
etc.

Der Zitterstreich ist für mich auch eine „Effektgrundlage“ angewendet auf dem
Drumset. Der Zitterstreich kann auch volltaktig gespielt werden. Er kann auch sehr
gut in einem Swingkontext angewendet werden.

Hier zwei Beispiele als Idee:

Level 3 / Groove Level 3 / Fill

1 2

11.11 5er gebunden (Five Stroke Roll)

_uHZK11uHZK0l etc.

Die Tambouren spielen den 5er gebunden sehr rund und regelmässig. Diese
Grundlage ist technisch recht schwierig. Das Grundfeeling ist ternär. In fast jedem
mittelmässig schweren Stück ist er anzutreffen. Für Grooves eignen sich kurze Se-
quenzen von der Grundlage. Das gilt auch für Fills . Man baut ihn in beiden Fällen
wieder als „Effekt“ ein. Er eignet sich aber sehr gut für Drumsolos. Am besten in
Kombination mit anderen Grundlagen. Hier ein paar Beispiele für Grooves und Fills.

Level 3 / Groove

Level 3 / Fill

2 3

56
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.12 5er mit Nachschlag (Six Stroke Roll)

_uHTuHT0l etc.

Diese Grundlage ist technisch schwierig. Sie kommt in vielen Märschen und Kom-
positionen vor. Auch sie ist für Drumsolos bestens geeignet. Natürlich in Kombina-
tion mit anderen Grundlagen.

Hier zwei Beispiele für ihren Einsatz:

Level 3 / Groove

1 2

11.13 7er gebunden (Seven Stroke Roll)

_lF11lF110l etc.

Der 7er Ruf gebunden kann als eine Verdoppelung eines „Sechzehntelpaketes“ an-
gesehen werden. Darum eignet sich diese Grundlage überall dort wo man etwas
verdoppeln will.

Level 3 / Groove + Fill

Das nächste Fill eignet sich vor allem in einem Swingkontext.

Level 3 / Fill

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.14 7er mit Nachschlag

_uFIzLT0l etc.

Für mich macht diese Grundlage nicht so viel Sinn, da sie auf eine Quintole aufge-
baut ist. Rhythmisch soll sie gleich tönen wie der 5er mit Nachschlag. Das stimmt
aber streng genommen nicht. Wenn man die gleiche Rhythmik erzielen möchte,
empfehle ich den 5er mit Nachschlag. 7er mit Nachschlag eignet sich für langsame-
re Tempi.

11.15 9er gebunden

_lD11 f1é01l etc.

Dito wie 7er mit Nachschlag. Für die gleiche Rhythmik empfehle ich 7er gebunden.
9er gebunden eignet sich für langsamere Tempi.

11.16 11er gebunden (Eleven Stroke Roll)

_lS11 lS1101l etc.

Der 11er gebunden eignet sich für den Einsatz für langsame Tempi in Shuffle oder
Swing. Seine Grundstruktur ist die Sechstole. (Für Ideen siehe 7er gebunden).

11.17 13er gebunden

_lA11 1f£11 01l etc.

Dito 11er gebunden.

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.18 15er gebunden (Fiftteen Stroke Roll)

_g^11 0f etc.

Dito 11er gebunden.

11.19 Schleppstreich (Flam, einfacher vorschlag)

_,>,>0m etc.

Aus dem Schleppstreich kann man keinen Groove entwickeln. Dafür um so schöne-
re Fills oder als Effekt.

Level 1/ Fills

1 2

3 4

11.20 Ordonnanztriole (Swiss Army Triplet)

_,iZ,iZ0m
3 3
etc.

Die Ordonnanztriole wird in den Ordonnanzmärschen eingesetzt. Daher hat sie ih-
ren Namen. Mit dieser Grundlage kann man schöne Fills spielen. Ternär sowie bi-
när.

Level 2-3 / Fills

1 2

3 4

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.21 Doublé (Inverted flam Tap)

_,§§ §*1 16§ § *1 10(


etc.

Diese Grundlage kommt nur in Baslermärschen vor. Meiner Meinung nach ist das
eine Grundlage, die man nicht so gut auf das Set übertragen kann. Die Vorschläge
sind zu nahe beieinander. In Achtelstriolen gibt es noch einen guten Effekt auf der
Snare.

Level 3 / Fill

11.22 Batafla (Patafla)

_,tUciZ0m
3 3
etc.

Eigentlich sollte diese Grundlage Flabata heissen. Da die Silbe Fla für Schlepp-
streich steht. Aber das nur am Rande bemerkt. Wenn man den Schleppstreich ver-
schiebt auf den letzten Triolenachtel, ergibt sich ein schöner Fill für Swing. Eben-
falls kann man auch eine Dreierverschiebung in Sechzehntelnoten spielen. Die I-
deen sind schon bei der Ordonnanztriole aufgeschrieben. Hier ist einfach ein an-
derer Handsatz.

11.23 Bataflafla (Pataflafla)

_.epv.epv0m etc.

Auch hier ein Missverständnis der Aussprache. Sollte doch logischerweise Flaba-
tafla heissen.

Zwei Bataflaflafills die gut tönen:

Level 2 / Fills Für langsame Tempi

1 2

60
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.24 5er Ruf (Five Stroke Roll)

_J10l1 1 J1 l1 1J1 0l etc.

Den 5er Ruf kann man als Groove-Integration betrachten. Das heisst er wird ein-
zeln in einen z.B. Rockgroove integriert. Die Tambouren spielen den 5er Ruf immer
mit einem Schleppstreich am Anfang und über die ganze Figur ein Crescendo. Bei-
des lassen wir auf dem Set weg. Das wirkt nur störend. Für Fills kann man ihn sehr
schön einsetzen.

Level 2-3 / Grooves + Fills

1 2

3 4

11.25 9er Ruf (Nine Stroke Roll)

_à11l1 1 1 0à1 l1 1 1 01l


etc.

Die Tambouren spielen den 9er Ruf wie den 5er Ruf auch am Anfang mit einem
Schleppstreich. Der Schleppstreich wird auch hier weggelassen.

Level 1-3 / Grooves +Fills

1 2

3 4

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.26 Französischer Endstreich (Lesson 25)

_uGPfuGPf0l etc.

Wie schon der Name sagt ist der Endstreich eine Figur die sich an jedem Ende ei-
nes Teiles oder Verses wiederholt. Der Französische Endstreich kann voll- wie auch
auftaktig gespielt werden.

Level 2-3 / Grooves + Fills

1 2

3 4

11.27 Mühleradstreich

_uHElep.f0l etc.

Der Mühleradstreich kommt vor allen in Baslermärschen vor. Er kann auch als End-
streich fungieren. Er kann als Fill eingesetzt werden. Seine Möglichkeiten sind aber
sehr begrenzt und je nach Stil tönt er aufgezwungen. Ich habe den Mühleradstreich
in einen Rockbeat eingeflochten.

Level 3 / Fill

62
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.28 Märmelistreich

_ut>Jzi<H110l
3 3
etc.

Der Märmelistreich ist sehr speziell. Eine typische Schlagabfolge in einem Basler-
marsch. Er eignet sich als Fill in einem 12/8 Takt.

Level 3 / Fill

11.29 Cou de Charge 11.30 Coup de Charge Triole

_J0pqxl11 1 1 1 1 J0l
etc. _J0pecl11 1 1 1 1 1 1 J0l
3
etc.

Die Grundlagen Coup de Charge und Coup de Charge Triole machen für mich nicht
so viel Sinn in einem Schlagzeugkontext. Am besten noch als kleines Fill in einem
Beat. Ich schreibe darum kein Beispiel auf.

11.31 3er Streich

_u.lzxf0l etc.

Der 3er Streich kommt praktisch in jeder Komposition oder Marsch vor. Er kann
voll-und auftaktig getrommelt werden. Unten ein paar Beispiele für Fills.

Level 2 / Fills

1 2

3 4

63
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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

11.32 2/4 Takt Marschgrundlage

_J10puf.uf0m1 1 1 1 1 J0l etc.

Die 2/4 Takt Marschgrundlage kommt von den Ordonnanzmärschen. Das sind tra-
ditionelle Militärmärsche von denen es zwölf Stück gibt. Diese Grundlage ist eine
zusammengesetzte Grundlage aus 5er Ruf und 3er Streich und man kann sie als
Fill in einem binären Kontext verwenden. Ich verzichte aber hier darauf ein Beispiel
zu schreiben, da ich im Vorfeld solche Beispiele schon geschrieben habe (siehe 3er
Streich). Im Prinzip ist es genau das gleiche nur kommt hier noch der 5er Ruf da-
zu.

11.33 6/8 Takt Marschgrundlage

-J01uiZ,iZ0m1 1 1 1 1 1 1 1 1J0l etc.

Auch die 6/8 Takt Marschgrundlage kommt von den Ordonnanzmärschen. Die 6/8
Takt Marschgrundlage eignet sich als Fill in einem ternären Kontext. Auch sie ist
eine zusammen gesetzte Grundlage aus 5er Ruf und Ordonnanztriole. Aus diesem
Grund schreibe ich kein Beispiel sondern verweise auf die Übungen bei den Ordon-
nanztriolen.

Schlussbilanz:
Nun habe ich alle Grundlagen ausführlich beschrieben und Beispiele geschrieben
die Sinn am Schlagzeug machen sollten. Wie am Anfang gesagt sollten meine Bei-
spiele Basis für andere Ideen sein. Jedenfalls ist das aber nur die Spitze des Eis-
berges. Im Grunde genommen besteht ein interessantes Fill oder Drumsolo aus
ganz vielen Grundlagen die zusammengesetzt sind. Ich hoffe jedoch einen kleinen
Einblick in die Welt des Basler Trommelns gewährt zu haben. Diese Kapitel dient
mir sicher als Inspiration und Motivation für weiter Anwendungen der Grundlagen
am Drumset. Es eröffnet für mich jedenfalls ein weiteres Lernfeld im Schlagzeug-
unterricht.

Quellen: alle, siehe Literaturverzeichnis, Kapitel 14

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

12. Reflektion
Beim Schreiben meiner Arbeit ist mir aufgefallen, wie zeitintensiv es ist eine Arbeit
in diesem Masse zu schreiben. Ich fand es aber trotzdem gut sich mit einem The-
ma extrem auseinanderzusetzen und sich immer wieder zu hinterfragen.

Bei meiner Arbeit weiss ich, dass auf dem Gebiet der Rudiments noch lange nicht
alles ausgeleuchtet wurde. Kombinationen von zwei oder mehreren Rudiments wä-
ren der nächste Schritt. Doch für einen Anfänger, in meinem Fall ein Tambour,
müsste das reichen.

Ich habe bemerkt, dass sich nicht alle Rudiments eignen für die Umsetzung auf das
Drumset. Manche Figuren sind eben doch speziell für das Baslertrommeln konzi-
piert. Trotzdem habe ich viele Ideen und Inspirationen für meine zukünftige Arbeit
als Schlagzeuglehrer schöpfen können und habe mit meiner Diplomarbeit ein neues
Lernfeld für den Unterricht eröffnen können.

Auf meinen Recherchen habe ich viel über die Trommelkultur von unserem Land
speziell über die Basler Fasnacht, lernen und erfahren dürfen. Obwohl ich schon
vorher einiges Fachwissen mitbrachte.

Ein positiver Punkt der Arbeit liegt darin, dass ich meine Computerkenntnisse er-
weitern und vertiefen konnte. Ich bin mir nun sicher, dass ich das Notenschreib-
programm „Finale“ bis ins Detail beherrsche. Für die Zukunft wäre ein Zehnfinger-
systemkurs sicher nicht zu verachten.

13. Danksagung
Bei folgenden Personen möchte ich mich bedanken für Ihre Unterstützung, Ideen
und Inspirationen für meine Arbeit:

Philippe Rütsche, Militär-Tambourinstruktor in Aarau, besten Dank für die Auf-


nahme von Tsunami
Rahel Rogger, meine Frau, besten Dank für die Korrekturarbeiten und die grosse
Geduld
Urs Grüninger, Manager, für die tollen Ideen und das Einscannen der Bilder
Patrick Robatel, ehemaliger Leiter der Tambourengruppe des Repräsentationsor-
chesters Schweizer Armeespiel, für die guten Gespräche und Infos
Christoph Hauser, für die tollen Fotos

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Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

14. Literaturverzeichnis
Antolini, Charly; Power Drums, the way i play; 2000; Schott Musik Interna-
tional,Mainz

Berger, Fritz R.; Trommelmärsche Band 1; 1948 ; Hug Musikverlage; Basel

Berg, Andreas; Drumset-Rudiments; 2003; AMA Verlag; Brühl

Duthaler, Georg; Vom Trommeln und Pfeifen; 1986; Edition Riannon AG; Basel

Gadd, Steve; Up Close;1991; Manhatten Music, Inc.; New York

Hapke, Tom; Drums Easy; 1999; by Tom Hapke

Hapke, Tom; Drums Easy 2; 1999; by Tom Hapke

Lützelschwab, Cyrill; First Steps in Drumset Band 2 ; 1985; by C. Lützelschwab;


Therwil

Plainfield, Kim; Advanced Concepts; 1992; Manhatten Music, Inc.;Miami

Ruoss, Urs; Die Grundlagen des Trommelns; 1982; by U. Ruoss; Jona

Stein, Diethard; Modern Drumming 1; 1992; LEU-Verlag; Bergisch Gladbach

Stein, Diethard; Modern Drumming 2; 1994; LEU-Verlag; Bergisch Gladbach

Savage, Matt; Rudimental Workshop; 2001; Warner Bros. Publications; Miami

Schweizerische Armee; Tambor-Ordonnanz; 1987; Reglement 53.52 df

Schweizerischer Tambourenverband; Zündstoff für Trommler; 1983; by STV; Na-


ters

Schweizerischer Tambourenverband; Tambouren und Pfeifer der Schweiz; 1990;


Rotten-Verlag; Brig

Schweizerischer Tambourenverband; Schweizer Trommelkompositionen Band 2;


1992, by STV; Naters

Schweizerischer Tambourenverband; Wirbel; 2001; by STV; Freiburg

Schweizerischer Tambourenverband; Schweizer Trommelkompositionen Band 4;


2003; Visp

Wilcoxon, Charley; Modern Rudimental Swing Solos for the Advanced Drummer;
1941; Ludwig Music Publ. Co; Cleveland, Oh

Quellen aus dem Internet:

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

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Diplomarbeit Daniel Rogger 2004
Baslertrommelrudiments und ihre Anwendung am Drumset

15. Selbständigkeitserklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich diese Arbeit selbständig durchgeführt und keine ande-
ren als die angegebenen Quellen, Hilfsmittel und Hilfspersonen beigezogen habe.
Alle Textstellen in der Arbeit, die wörtlich oder sinngemäss aus Quellen entnom-
men wurden, habe ich als solche gekennzeichnet.

Wenn diese Arbeit mit dem Prädikat „Ausgezeichnet“ bewertet wird, erkläre ich
mich hiermit für deren bibliothekarische Erfassung zur öffentlichen Zugänglichkeit
einverstanden.

Zürich, 6. August 2004

Daniel Rogger

68

Common questions

Auf Basis von KI

Schlagzeuglehrer sehen Vorteile in der guten Technik, Rhythmik und Dynamik, die aus dem Tambouren kommen, sowie in der Fähigkeit Noten zu lesen und in der Disziplin im Üben. Diese Eigenschaften können direkt am Drumset angewendet werden und ermöglichen Fortschritte und ein Erfolgserlebnis für den Schüler .

Die Trommel wurde durch die Kreuzritter aus dem Orient nach Europa gebracht und ab dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. Zuerst fand sie hauptsächlich für militärische Zwecke Verwendung, um Fußtruppen im Schritt zu halten und als Signalinstrument zur Übermittlung von Befehlen .

Daniel Rogger konzentriert sich auf die Baslertrommelrudiments, da sie ein einzigartiges Schweizer Kulturgut darstellen. Er entschied sich dafür, um den Unterricht zu ergänzen und ein neues Lernfeld zu eröffnen, da er bemerkt hat, dass andere Lehrer auf diesem Gebiet unsicher sind .

Ein Lehrer könnte einen methodischen Ansatz wählen, der auf der Integration von bekannten Rudiments in das Drumset-Spiel basiert. Der Lehrer könnte den Schüler dazu ermutigen, seine bestehenden Rudiments anzuwenden und durch neue Notenschriften und kreative Phrasierungen zu ergänzen, um so technische Fähigkeiten auf beiden Instrumenten zu verbinden .

Anfänger, die zuvor Tambouren waren, profitieren von guter Technik, Rhythmik, Dynamik, Notenlesen und Disziplin im Üben. Diese Fähigkeiten sind direkt auf das Drumset übertragbar und ermöglichen einen erfolgreichen Start .

Schwierigkeiten könnten in der fehlenden Koordination mit den Füßen, der Schlegelhaltung, fehlender Kreativität im Spiel und in der Notwendigkeit, eine neue Notenschrift zu lernen bestehen. Ein weiteres Problem könnte das fehlende Gefühl für Groove und Improvisation sein .

Das Paradiddle kann eingesetzt werden, um interessante Grooves und motivierende Übungen zu gestalten. Beispielsweise kann ein einfaches Paradiddle in verschieden Bassdrumbegleitungen eingebettet werden, was für Schüler leicht erlernbar und gleichzeitig effektiv ist .

Die schweizerische Trommelkultur unterscheidet sich dadurch, dass sie einzigartige Figuren in ihrem Trommelrepertoire hat, die 'Rudiments' genannt werden und von keinem anderen Land in dieser Form gespielt werden. Diese Unterscheidung ist bedeutend, da die Einzigartigkeit der Figuren als Kulturgut der Schweiz betrachtet wird .

Im 16. Jahrhundert erlebte das Trommelspiel einen sozialen Wandel. Die Trommel wurde höfisch und fand Aufnahme in die Hofkapellen von Fürsten und Herzögen in Deutschland sowie in Frankreich und Schottland, was zur Entwicklung einer hochstehenden Trommelkultur führte .

Die Unsicherheit der Schlagzeuglehrer resultiert aus einem Mangel an Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit Schülern, die zuvor Tambouren waren. Rogger plant, diese Unsicherheiten durch die umfassende Analyse und Dokumentation seiner Erfahrungen und der Rudiments in seiner Diplomarbeit abzubauen, die als Lehrmittel dienen soll .

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