Tutorial Lichttechnik
Tutorial Lichttechnik
1. Inhalt
2. Ausblick ......................................................................................... 2
3. Einführung...................................................................................... 3
4. Scheinwerfer................................................................................... 5
5. Sonstige Technik ........................................................................... 10
6. Das Lichtpult................................................................................. 14
7. Grundlagen der Beleuchtung ........................................................... 15
8. Lichtdesign ................................................................................... 19
9. Tipps & Tricks ............................................................................... 27
10. Literatur ...................................................................................... 29
11. Glossar ....................................................................................... 30
12. Credits ........................................................................................ 33
2. Ausblick
In diesem Tutorial könnt ihr lernen, wie man mit wenig Aufwand ein TEN SING Konzert
ins richtige Licht rückt. Angefangen von der richtigen Wahl der Scheinwerfer und Technik
und deren Positionierung über Grundlagen der Beleuchtung bis hin zu Basics des Lichtde-
signs. Grundlegende Kenntnisse der Veranstaltungstechnik werden vorausgesetzt, aller-
dings muss man kein Technik-Guru sein, um von diesem Tutorial profitieren zu können,
ganz im Gegenteil.
3. Einführung
Die Beleuchtung wird bei TEN SING oft vernachlässigt und unterschätzt. Nicht zu selten
kam es vor, dass zwar der Sound und die Show perfekt waren, man vom Bühnengesche-
hen aber nicht viel mitbekam, weil man mangels guter Beleuchtung nicht viel gesehen
hat. Ich selber habe es schon erlebt, am Samstag Mittag einen Anruf zu bekommen, in
dem ich gebeten wurde, doch noch schnell für denselben Abend eine kleine Lichtanlage
zu besorgen, da das Orgateam da nicht dran gedacht hatte...
Das zweite Problem ist, dass die meisten Beleuchter bei TEN SINGs – im Gegensatz zu
den Tontechnikern – deutlich weniger praktische Erfahrung und Ausbildung haben. Einen
Scheinwerfer anschalten kann schliesslich jeder. Leider verlieren die Shows dadurch viel
von ihrer Attraktivität, was sich durch eine Minimal-Schulung leicht vermeiden lässt. Und
dazu ist dieser Wisch hier da.
Bei einigen wichtigen Begriffen wird in einer Fussnote das englische Pendant eingeführt.
In der Veranstaltungstechnik wird eben viel auf Englisch geredet.
Falls ich zwischendurch mal einen Begriff verwenden sollte, der nicht erklärt wurde (soll
ja mal vorkommen), findet ihr eine Erklärung der wichtigsten Begriffe am Ende des Tuto-
rials im Glossar (Seite 30).
Dimensionen
Da wir uns einerseits im Showbereich (im Gegensatz zum Theater) befinden und ande-
rerseits ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung haben, werde ich nur Konzepte vor-
stellen, die auf diese Rahmenbedingungen passen. Viele der Dinge, die ich hier schreiben
werde, gelten so nicht für Schauspielbühnen, Fernseh- und Filmproduktionen oder Show-
bühnen von grösseren Dimensionen. Während bispielsweise auf Showbühnen von kleinen
Ausmassen praktisch das komplette Licht von Parabolscheinwerfern stammt, wird man
diese in Schauspielhäusern vereinzelt irgendwo ganz hinten im Lager finden; auf grossen
Showbühnen dagegen haben Multifunktionsscheinwerfer schon längst die führende Rolle
übernommen.
Weiterhin sind viele Dinge Geschmackssache. Ich persönlich schwöre bei der Frontbe-
leuchtung auf Stufenlinsenscheinwerfer, während viele Veranstaltungstechnikbetriebe
meist PAR56 benutzen (siehe Foto unten). Solche Vorlieben sind eine Folge der Herkunft
des Technikers und seiner Ausbildung, natürlich auch abhängig von der Person, die
Lehrmeister für den Techniker war. Und das Budget hat immer noch ein Wörtchen mitzu-
reden...
4. Scheinwerfer
Es gibt viele Arten von Scheinwerfern1. Ich will hier nur einen kurzen Abriss über diejeni-
gen geben, die bei Showproduktionen am häufigsten Verwendung finden. Erstmal ein
bisschen Nomenklatur zum Angeben: Nur ein Laie nennt einen Scheinwerfer „Lampe“, im
Fachchinesisch heisst das „Leuchte“. „Lampe“ hingegen meint das Leuchtmittel, also die
Glühbirne oder Entladungsröhre.
Zu jedem Scheinwerfertypus werde ich einige klassische Vertreter angeben, was natür-
lich nicht bedeuten soll, dass das die einzigen oder besten sind. Jeder hat seine Lieblinge,
mit denen er am liebsten arbeitet – das hier sind meine für kleine Produktionen. Dass ich
persönlich lieber mit Martin Scannern und Movingheads arbeite, heisst nicht, dass andere
schlechter oder besser sind.
1
„fixture“
Parabolscheinwerfer (PAR)
Die Standardleuchte überhaupt für Showbühnen.
Ihr grösster Vorteil: billig, billig, hell, leicht, billig,
billig. Das Gehäuse ist aus Aluminium, silber oder
schwarz, im Innern brennt eine Pressglaslampe mit
Parabolspiegel als Reflektor2, die Lichtstrahlen ver-
lassen die Lampe je nach Lampentyp fast parallel
bis breit gestreut. Verschiedene Ausführungen sind
erhältlich, die sich durch Grösse, Leistung und Ab-
strahlwinkel unterscheiden. Am gebräuchlichsten
PAR64, 2.9kg PAR64, 2.9kg
sind die grössten PAR64 und der kleinere Bruder
PAR56. Der PAR64 ist so beliebt, dass er von den Technikern liebevoll „Kanne“ getauft
wurde. Er ist in vielen Varianten erhältlich: Mit 1000W-Lampe gibt es sie als CP60 (Stan-
dard in der Schweiz), CP61 und CP62, mit steigender Vergenz3. In 500W gibt es nur das
„raylight“ mit kleiner Vergenz, das in Deutschland (leider) meistens ausgegeben wird.
Aus Preisgründen werden meist Raylights verwendet. Wenn ihr aber die Möglichkeit habt,
an CP60 ranzukommen, ist das die Wahl schlechthin – immerhin gibt es doppelte Leis-
tung auf gleichem Winkel. Aufpassen beim Mieten, dass ihr auch die Kannen bekommt,
die ihr bestellt habt und dass alle das gleiche Leuchtmittel drin haben! Speziell gibt es
noch sogenannte ACLs4 mit einer Vergenz von unter 3°.
PARs werden meist zu viert oder zu sechst an
eine Aluminiumröhre5 gehängt, fertig verkabelt
und dann auf ein Stativ gepackt oder an eine
Traverse6 ge-
hängt. Das nennt
6bar PAR64, 20kg
sich dann 4bar
PAR64, bzw. 6bar PAR64. Vorteil: Die Bars werden fertig
ausgeliefert, so hat man mit einem Handgriff sechs Leuch-
ten aufgehängt. Da die Kannen aus Aluminium bestehen,
sind sie unheimlich leicht (4bar ~13kg, 6bar ~20kg) und
man kann ein Truss praktisch unbeschränkt mit ihnen be-
hängen. Versteckert wird das Ganze meist mit Sokapex-
oder Harting-Steckern, zu denen ihr am Dimmer das pas-
sende Pendant braucht.
CP62, CP61, CP60, ACL
Strahlengänge verschiedener PAR64 Lampen. Von links nach rechts: Raylight, CP60, CP61, CP62.
2
„parabolic aluminized reflector“, deswegen PAR
3
Abstrahlwinkel
4
„aicraft landing light“ – Flugzeug-Landescheinferfer
5
„pipe“
6
„truss“
Stufenlinsenscheinwerfer (SL)
Das ist die Standardleuchte fürs Theater, des-
wegen von vielen auch als Theaterleuchte be-
zeichnet. Korrekte Bezeichnung ist „Fresnellin-
senscheinwerfer“7, da vorne drin eine Fresnel-
linse (oder eben Stufenlinse) drinsteckt. Sie
sind vor allem für Frontlicht und Seitenlicht ge-
eignet. Normalerweise steckt vorne drauf eine
Torblende8, das ist ein drehbares Gestell mit
vier Flügeln dran. Damit lässt sich der Lichtke-
gel ziemlich gut einstellen, um nicht zu viel zu
beleuchten. Die Brennweite und damit die
Desisti Leonardo
Grösse des Lichtkegels und die Schärfe des 1kW, 6.4kg
Randes lässt sich bequem einstellen. Sie gibt es
in Tausenden von Varianten, von 250W bis 20kW ist alles vor-
handen. Am häufigsten sind 500W, 1kW und 2kW anzutreffen.
Beispiel: Desisti Leonardo
Profilscheinwerfer
Das, was man landläufig als „Spot“
bezeichnet. Korrekte Bezeichnung:
Ellipsenspiegel-Scheinwerfer9 oder
Kondensoroptik-Scheinwerfer. Beim
Ellipsenspiegelscheinwerfer ist – im
Gegensatz zum parabolischen Spie-
gel – der Lichtaustritt aus dem Re-
flektor nicht (fast) parallel, sondern
wird auf einen zweiten Brennpunkt
fokussiert, an dem eine Irisblende
oder ein Blendenschieber ange-
Source Four ETC, 7kg bracht ist, mit denen man die Form
des Lichtstrahls verändern kann.
Davor und danach befindet sich ein Linsensystem mit ge-
ringer Vergenz. Beim Scheinwerfer mit Kondensoroptik
befindet sich im Strahlengang ein kompliziertes Linsensys-
tem ähnlich dem einer Kamera. Das Resultat bei beiden ist
ein scharf begrenzter, enger Lichtkegel. Benutzt wird der
Profiler als Beleuchtung von statischen Objekten, wie z.B.
Keyboards, Schlagzeugen oder Rednerpulten.
Eine weitere Verwendung ist der Einsatz als Verfolger-
scheinwerfer10. Dieser wird im hinteren Zuschauerraum
auf ein Stativ gestellt und von einer Person bedient. Ver-
folger haben meist erweiterte Funktionen, wie eine Iris-
blende, mit der sich der Lichtstrahl verkleinern lässt, eine Strahlengang einer Stufenlinse gerin-
Fokussierung, um den Rand des Kegels weich oder scharf ger Vergenz (oben) und eines Profil-
scheinwerfers (unten)
zu machen und leider oft auch Farbfilter.
7
„fresnel spotlight“
8
„barn door“
9
„ellipsoid profile spot“
10
„followspot“
Beispiel Profiler: Source Four 575W ETC – Genial, durch die Bauweise bekommt man mit
einer 575W-Lampe die gleiche Lichtausbeute, wie normalerweise mit 1000W. Zudem ist
er extrem leicht.
Beispiel Verfolger: Robert Juliat Ivanhoe 2500W – Das Hammerteil schlechthin.
Fluter
Ein ziemlicher Vorschlaghammer. Eigentlich das, was man im Baumarkt als Halogenfluter
bekommt, wird auch „Strahler“ genannt. Ohne Torblenden unbenutzbar, allerdings haben
nur die wenigsten billigen eine Möglichkeit, selbige anzubringen. Problematisch ist, dass
der Lichtaustritt nicht parallel und die Leuchtfläche relativ gross ist, so kann man selbst
mit Torblenden nicht viel ausrichten. Fluter tun genau das, was ihr Name sagt: Einen
möglichst grossen Bereich mit möglichst viel Licht zu
überfluten. Nicht gerade die subtilste Variante, wenn
auch die billigste. Im Theater werden sie meist zur Be-
leuchtung des Hintergrundes verwendet (Horizontleuch-
ten). Leider sind viele TEN SINGs darauf angewiesen,
aus finanziellen Gründen von Stufenlinsen auf Fluter
auszuweichen – meiner Meinung nach eine bedauerliche
Tatsache, zumal Stufenlinsen gar nicht so viel mehr
kosten. Lieber 4bars statt 6bars nehmen und die nervi-
gen Fluter durch SL-Leuchten ersetzen.
Beispiel: 500W oder 1000W aus dem Baumarkt. Profes-
sioneller: Kobold FL 1000W mit absolut gleichmässiger
Kobold 1kW, 4.1kg Ausleuchtung und Torblenden.
Multifunktionsscheinwerfer
Die neueste Generation der Beleuchtung. Unterschieden wird zwi-
schen spiegelabgelenkten Scheinwerfern11 und kopfbewegten
Scheinwerfern12. Zusammengefasst wird diese Art von Licht unter
„intelligentes Licht“ (etwas irreführend, noch kann Licht nicht den-
ken). Die Funktionalität ist eigentlich bei beiden die gleiche. Die Idee
ist, einen Profil- oder Stufenlinsenscheinwerfer mit wechselbaren
Farbfiltern, Effekten und sonstigem Krimskrams auszustatten, die
komplett fernbedienbar sind. Und als Extra-Gimmick gibt es noch die
Möglichkeit dazu, die Richtung des Strahls fernzusteuern. Bei Scan-
nern ist das Gehäuse mit Lampen, Farbrädern und Effekten starr im
Gehäuse und der Lichtstrahl wird über einen
beweglichen Spiegel abgelenkt (schnell). Bei
Moving Heads ist der komplette Scheinwerfer Martin Mk V, 35kg
auf ein bewegliches Gestell montiert und wird
als ganzes bewegt (präzise und mehr Effekte). Ein wunderbares
Spielzeug und mit Sicherheit die Erfindung des Jahrhunderts, aber
noch zu teuer, um eine komplette TEN SING-Show damit zu fahren.
Beispiel Scanner: Martin PAL 1200 FX, vergleichbare Modelle von
Clay Paky und HighEndSystems.
Beispiel Moving Head: Martin MAC500 profile (= Profiler) und
MAC600 wash (= Stufenlinse), vergleichbare Modelle von Controlite,
Starlight und HighEndSystems.
Martin MAC2000 profile
11
„scanner“
12
„moving head“
Effekte
Es gibt Unmengen an kleinen und grossen Lichteffekten. Zu den
gebräuchlichsten zählen wohl Stroboskope und UV-Röhren.
Stroboskope13 sollte man auf Live-Bühnen vorsichtig einsetzen, da
sie schnell als störend empfunden werden. Hier zählt: Stroboskope
gehören in den hinteren Teil der Bühne oder auf die Seite, so dass
sie in Richtung Publikum blitzen, nicht aber direkt in deren Augen.
Ist schwierig, ich weiss, aber auch wichtig. Der Effekt sollte aber
nicht blitzende Menschen und Bühne sein, sondern blitzende Luft
(Nebel!), so kann man mit einem 500W-Strobe schon mächtig
„Lärm“ machen.
UV-Röhren (Schwarzlicht) werden von Tänzern geliebt, sollten aber
den Rest der Show nicht verwendet werden, ausser zu speziellen
Zwecken. Insbesondere musst du darauf achten, dass die Röhren
vom Publikum nicht zu sehen sind, da viele die Röhren selber als
unangenehm empfinden. Hierfür eignen sich schwarz lackierte Bret-
ter, auf die die Röhren montiert werden, die man dann an der Büh-
nenvorderkante anbringt, so dass das Publikum nur die Bretter
sieht. Ausserdem gibt es viele Abdeckstifte, Schminken und Fussel, Strahlen eines Thomas
Curtain (9x240W)
die fluoreszieren und dadurch Menschen in Schwarzlicht nicht grade
schön aussehen lassen.
Interessant sind Effektgeräte wie Moonflowers, die bunte Strahlen in
die Menge werfen. Da diese Geräte allerdings oft auch ein paar Euro
kosten, sollte man sich schon die Miete eines Scanners oder Moving-
heads überlegen, der dann fünfmal so viele Effekte bietet und nur das
dreifache kostet.
Ganz nett sind auch sogenannte Blinder. Helle weisse Scheinwerfer-
blöcke, die in Richtung Publikum zeigen und zwei Funktionen haben.
Einerseits das Publikum für kurze Momente zu blenden und anderer-
seits den Akteuren mal die Chance zu geben, das Publikum zu sehen.
Diesen ziemlich praktischen Effekt sollte man mit Bedacht einsetzen,
nach einem Blinder sieht man für einige Sekunden nichts von der
Bühne, da diese ja wieder dunkel ist. Alternativ zu den normalen Blin-
Blinder 8xPAR36 dern kann man auch einfach klassische Scheinwerfer an der Vorder-
(8x650W) kante der Bühne in Richtung Publikum aufhängen und diese herneh-
men.
13
„strobe“
5. Sonstige Technik
Mit Scheinwerfern alleine habt ihr noch kein Licht gemacht. Deswegen kommt in diesem
Kapitel eine Auflistung der Dinge, die man sonst noch braucht. Natürlich gibt es noch
deutlich mehr, was man zum Basteln so benötigt, aber ich werde hier einmal die grund-
legenen Begriffe und Geräte erläutern.
Dimmer
Der Dimmer14 ist das Herzstück der ganzen Lichtanlage.
Er regelt die 230V Netzspannung herunter auf gerade so
viel Prozent, wie man vom Pult aus einstellt. Das funktio-
niert durch sogenannten Phasenanschnitt. Der am Aus-
gang angehängte Scheinwerfer erhält eine Spannung, die
bei jeder Halbwelle der sinusförmigen Eingangsspannung
um einen einstellbaren Phasenwinkel vor dem Nulldurch-
gang eingeschaltet und beim Nulldurchgang wieder aus-
geschaltet wird. Dadurch kommt bei einem eingestellten
Winkel von 180° 100% der Eingansspannung an, bei 0°
kommt genau nichts an. Der Nachteil dieser Art der
Spannungsverminderung ist, dass durch das Abhacken
der Schwingung viele Oberwellen15 entstehen, die von
den Elektrizitätswerken überhaupt nicht gerne gesehen
werden. Bei Anlagen mit weniger als 100kW spielt das
praktisch keine Rolle. Wird mehr Leistung verbraucht,
gibt es Dimmer, die mit Phasenabschnitt arbeiten, also
dem entgegengesetzten Prinzip zum Phasenanschnitt.
Durch geschicktes Mischen dieser beiden Dimmerarten
kann man die Oberwellenbelastung minimieren. Übrigens:
Wenn du von diesem Absatz absolut nichts verstanden
hast, ist das auch nicht schlimm. Man muss kein Elektro-
ingenieur sein, um Licht zu machen! Das war nur ein klei-
ner Exkurs für den geneigten Leser...
Drehstrom
Das wichtigste überhaupt: Ohne Strom geht gar nichts. Und weil wir mit hohen Leistun-
gen und Strömen arbeiten, reicht ein kleiner Schuko16-Stecker nicht aus. Wir brauchen
also Drehstrom, Starkstrom, Dreiphasenstrom oder wie man ihn auch immer nennen
mag. Das sind die dicken Kabel mit den fünfpoligen rot-orangenen Steckern dran. Wieviel
Strom man braucht, kann man sich einfach ausrechnen: Addiere alle angehängten Lasten
(Scheinwerfer) in Watt und teile durch 230V, dann erhälst du grob den Maximalstrom in
Ampere, der fliessen kann. Natürlich ist das nur eine kleine Überschlagsrechnung, aber
wenn du so viel Strom zur Verfügung stellst, kann nicht viel schief gehen. Wichtig: Bei
Wechselströmen werden für die Spannung Durchschnittswerte angegeben. Da die Span-
nung aber sinusförmig ist, ist der Maximalwert um den Faktor 1.4117 höher, also 324V
bei 230V Netzspannung.
Lastkabel
Sie transportieren, ähnlich dem Multicore beim Ton, in einem dicken Kabel mehrere dün-
nere Kabel auf ein Stativ, um zum Beispiel 6 Scheinwerfer mit einem einzigen Kabel zu
versorgen. Von den Tontechnikern wegen ihrer einstreuenden Oberwellen oft „Schweine-
kabel“ genannt. Angeschlossen werden sie meist über sogenannte Harting-Stecker,
schwere Metallsteckverbindungen mit Sicherheitsverriegelung. Vorsicht: In manchen Na-
tionen wird im Stecker die Masse auf einen Pin gelegt, der hier in Deutschland nach DIN
14
engl. „to dim“ = verdunkeln
15
Hochfrequente Wellen, die der normalen 50Hz-Netzfrequenz überlagert werden. Für
eine nähere Betrachtung empfiehlt sich die Theorie der Fouriertransformation.
16
Schutzkontakt, die normalen Stecker für den Haushalt
17
Bei sinusförmigen Spannungen berechnet sich der Maximalwert aus dem Effektivwert
durch Multiplikation mit 2 ≈ 1.41
einen Kanal (also Strom) führt. Diese nette Kurzschlussschaltung wird liebevoll „FI
booster“18 genannt.
Lichtpult
Von hier aus steuert der Lichttechniker die Anla-
ge. Wird auch „Stellwerk“ (im Theater) oder in
Österreich „Regulierung“ genannt. Der Ort, an
dem die Ton- und Lichtpulte stehen, wird von den
Tontechnikern FoH19 genannt, dieser Begriff hat
sich auch beim Licht weitgehend durchgesetzt.
Näheres folgt im Kapitel „Das Lichtpult“.
Rigging
Rigging ist der Überbegriff für alles, woran man Dinge aufhängt.
Streng genommen zählen Stative nicht dazu, aber wer wird schon
so kleinlich sein... Im Normalfall wird man Scheinwerfer an Alumi-
nium-Röhren aufhängen, die dann quer auf ein Stativ geschraubt
werden. Bei grösseren Anlässen benutzt man Traversen. Das sind
mehrere durch Diagonalstreben versteifte Aluröhren, meist drei
oder vier. Diese haben eine deutlich höhere Traglast, vor allem
kann man damit grosse Strecken überwinden und mitten über die Bühne Scheinwerfer
aufhängen, wo Stative recht fehl am Platz wären. Auf grossen Bühnen sieht man kein
einziges Stativ, alle Leuchten sind an Traversen, die hoch über der Bühne kreuz und quer
hängen, „geflogen“, sprich oben aufgehängt. Gleiches gilt übrigens für den Ton: Es ist
sicherlich nicht verboten, Longthrows am Rigg aufzuhängen!
Bei grossen Events werden die Traversen selber an der Decke mit Hilfe von Kettenaufzü-
gen befestigt. Kleinere Events bauen eine Art Brücke mit den Traversen, da kleine Hallen
oft keine Möglichkeit bieten, tonnenweise Material an die Decke zu hängen. Letzte und
unschönste Variante sind Bodenlifte20, die ähnlich aussehen und funktionieren wie Gabel-
stapler ohne Auto drunter. Vorteil der Varianten eins und drei ist, dass man das Truss
knapp über dem Boden aufbauen, bestücken und verkabeln kann und es dann komplett
hochzufahren. Bei der mittleren Variante des starren Truss muss man von einer Leiter
aus die Scheinwerfer hängen und verkabeln, was etwa dreimal so lange dauert und zu-
dem gefährlicher und anstrengender ist.
Verkabelung
Der Dimmer wird vom Pult aus gesteuert über ein klassisches XLR-Kabel, nennt sich beim
Licht DMX-Kabel (toll, oder?). Leider wurde mal festgelegt, dass der Standard für DMX
fünfpolige XLR-Stecker sein sollen, obwohl nur drei Pins benutzt werden. Benutzt werden
18
FI = Fehlstrohmschaltung, die den Strom abschaltet, sobald weniger Strom in die
Steckdose zurückkommt als rausgeschickt wurde, was bedeutet, dass irgendwo Strom
auf die Erdung geleitet wird. Der Schwellwert beträgt meistens zwischen 10mA und
30mA.
19
„Front of House“ – oft auch einfach „Frontplatz“
20
„Genies“
also normale XLR-Kabel, an die man an jedem Ende einen Adapter auf 5poliges DMX an-
stöpselt. Man kann also einfach einen Kanal am Multicore nehmen und von der Stagebox
zu den Dimmern eine XLR-Strippe legen. Einige Leute werden mir jetzt aufs Dach stei-
gen, da die Leitungsimpedanz von DMX- und XLR-Kabeln nicht identisch ist und durch die
Fehlanpassung Reflexionen und damit Signalverfälschungen entstehen. Meine Meinung
ist, dass man diese Effekte kaum bemerkt.
Die Platzierung der Dimmer ist ein heikles Thema. Ein idealer Standort ist unter oder
seitlich neben der Bühne mit unter der Bühne verlegten Lastkabeln, da die Tonkabel
normalerweise auf der Bühne verlaufen. Jetzt noch die Kabel zu den Stativen gezogen, in
Mehrfachsteckdosen oder direkt in die Bars eingesteckt, Leuchten in die passenden
Steckdosen einstöpseln – fertig. Werden Traversen benutzt, stellt man die Dimmer in die
Nähe eines Stativs und zieht von dort alle Kabel auf das Truss.
6. Das Lichtpult
Es gibt viele Arten von Pulten. Für
kleinere Produktionen ist die geläu-
figste Familie der MA Lightcomman-
der. Beispielsweise der MA Light-
commander 12/2 mit zwei mal zwölf
Kanälen. Nach oben hin ist die Anzahl
der Kanäle praktisch unbeschränkt,
ein häufig anzutreffender Verwante
des LC12/2 ist der LC48 mit 48
Kanälen. Wie die Pulte genau funktio-
nieren, entnehmt ihr am besten der
jeweiligen Bedienungsanleitung. Im
Prinzip funktionieren aber alle Pulte
gleich. Es gibt zwei Arten, eine Show
zu fahren: Über sogenannte Presets
oder über programmierte Szenen.
Presets
Auf der linken Seite des Pultes gibt es zwei waagrecht unterteilte Sektionen, die identisch
aussehen und je 12 Fader (das sind die Schieberegler) haben. Oben bzw. unten wird Pre-
set A bzw. B genannt. Auf jedem Fader liegt ein Kanal – normalerweise ein Scheinwerfer.
Das Prinzip läuft so, dass man während Preset A auf der Bühne gerade angezeigt wird
Preset B nach seinen Wünschen vorbereitet. Dann blendet man von A nach B über und B
wird auf der Bühne gezeigt. Nun kann man A für die nächste Szene vorbereiten, wieder
zurückblenden und so weiter.
Szenen (Bilder)
Alternativ dazu kann man sich, statt jede Szene von Hand einzustellen, jede Szene sepa-
rat speichern. Dann hat man für jede Szene einen eigenen Regler und kann so einfach
von einer zur nächsten gehen und sogar mehrere Szenen gleichzeitig laufen lassen. Die
Fader von Preset B werden zu den Szenen-Fadern (also Szene 4 auf Fader 4), während
die Fader von Preset A weiterhin den jeweiligen Kanälen zugeordnet sind. Man kann nun
im unteren Bereich die gewünschte Szene am Fader hochziehen und parallel oben einzel-
ne Scheinwerfer separat fahren. Wie genau man Szenen programmiert, entnehmt ihr
bitte dem jeweiligen Handbuch eures Pultes.
Chase
Zum Schluss gibt es noch die Lauflichter, „Chase“ genannt. Hier werden nicht einzelne
Szenen sondern zeitliche Abfolgen von Szenen gespeichert. So kann man eine beliebige
Folge von Scheinwerfen in beliebiger Reihenfolge aufleuchten lassen, wenn’s sein darf
auch im Takt der Musik. Dazu kann man ein Kabel vom Mischpult (z.B. als Aux-Send oder
Direct Out) zum Lichtpult ziehen, auf dem vorzugsweise CD und Bassdrum liegen. Auch
hier bitte im Handbuch nachschauen, wie’s geht. Theoretisch könnte man so eine Show
komplett automatisch als ultralanges Lauflicht mit variablen Überblendzeiten fahren. Wird
auch so gemacht – aber für eine einzige Show lohnt sich das kaum, erst recht nicht für
TEN SING, das ja vor Spontaneität platzt...
Beleuchtung kommt aus dem Theater, woher auch sonst. Alle guten Beleuchter haben
mal im Theater gearbeitet, oder zumindest mal ein Praktikum dort gemacht. Wenn einer
noch nie ein Theater von innen gesehen hat, sieht man das auch sofort am Lichtdesign.
Es lohnt sich, ein paar mal in die Oper oder ins Theater zu gehen und sich auf das Licht-
design zu konzentrieren. Vielleicht kannst du auch mal ein ein- oder zweiwöchiges Prakti-
kum im Schauspielhaus machen. Ich garantiere dir: Danach hast du plötzlich immens
mehr Ahnung von Licht als du dir jemals hast träumen lassen.
Zur Erinnerung: Die hier vorgestellten Beleuchtungskonzepte treffen so nur für kleine
Showbühnen zu. Ich unterteile in Front- und Effektlicht, was übrigens von mir erfundene
Begriffe sind. Im Theater unterscheidet man Hauptlicht, Grundlicht, Führungslicht, Auf-
helllicht, Baunzlicht, Dreiviertelgegenlicht, Ergänzungslicht, Fülllicht, Akzentlicht, Spitz-
licht, Reflexlicht und noch einige Lichtarten mehr.
Frontlicht
Ziel Nummer eins der Beleuch-
tung ist: Man soll was sehen.
Effekte und Selbstdarstellung des
Beleuchters kommen weit spä-
ter. Nochmal: Das wichtigste
überhaupt ist, dass man das
Bühnengeschehen mitbekommt,
gerade bei TEN SING, wo der
Zuschauer noch viel mehr an den
einzelnen Idividuen interessiert
ist. Deswegen erlasse ich hiermit
ein kaiserliches Dekret, das allen
Lichttechnikern fortan verbietet,
farbige Scheinwerfer von vorne
aufzuhängen (Ausnahmen bedür-
fen schriftlicher Genehmigung
mit dreifachem Durchschlag mit
vierwöchiger Vorlauffrist und
erheblicher Bearbeitungsgebühr,
einzuwerfen an der grünen Ton-
unsere Beispielbühne – nur Frontlicht ne am Eingang). Es ist ganz ein-
fach: Ich will keine grünen oder
blauen Gesichter sehen. Weisse T-Shirts sind weiss, nicht rot. Die Dekoration hat nicht
umsonst Farben. Also ist das Licht, das von vorne kommt schlicht und ergreifend weiss.
Um die Farbe kümmern wir uns im nächsten Kapitel.
Was ist einer der grössten Unterschiede zwischen Porträt-Aufnahmen daheim gemacht
und Porträt-Aufnahmen im Fotostudio gemacht? Die Beleuchtung. Ganz genau die Rich-
tung, aus der das Licht kommt. Beleuchtet man ein Gesicht frontal, hat man keine Schat-
ten, da das Licht aus derselben Richtung kommt, aus der man blickt. Das Gesicht (und
auch Körper und Kleidung und alle anderen Objekte) wirken flach und unplastisch. Das
Gegenrezept: Von der Seite beleuchten. Dadurch bekommen Objekte Schattierungen und
gewinnen dadurch an Plastizität. Richtlinie sind die berühmten 45°: Einfallende Licht-
strahlen sollten stets einen Winkel von 35°-45° zum Beobachter haben. Der ideale
Standort für Scheinwerfer wäre ein Halbkreis über der Bühne, um 45° nach vorne ge-
kippt (kann sich das jetzt jemand vorstellen?). Meist ist es aber schwierig, so etwas zu
konstruieren, deswegen wird Frontlicht meist auf Stativen schräg von vorne oder an Tra-
versen vorne über der Bühne platziert. Lieber etwas zu weit aussen als zu weit innen und
so hoch wie möglich. Je höher die Scheinwerfer, desto besser kann man Personen aus-
leuchten, ohne den Hintergrund unnötigerweise auzuhellen. Dadurch setzen sich Objekte
auf der Bühne deutlich vom normalerweise unwichtigen Hintergrund ab.
Effektlicht
Ziel Nummer zwei der Beleuchtung ist: Show ma-
chen. Das Prinzip von Effektlicht ist einfach: Bei
beleuchtendem Licht ist die Stelle von Bedeutung,
an der der Lichtstrahl auf Objekte auftrifft, da
diese schlussendlich hell werden. Bei Effektlicht
hingegen spielt der Auftreffpunkt keine Rolle,
vielmehr interessiert der Strahl selber. Und das
ist auch die einzige Aufgabe, die Nebel auf der
Bühne hat: Lichtstrahlen sichtbar machen. Einne-
beln im herkömmlichen Sinne macht man beim
Militär, aber nicht auf einer Bühne auf der auch
noch ein Chor
unsere Beispielbühne – Front- und Effektlicht
steht. Schwa-
cher Nebel ist unheimlich freundlich, denn man sieht
im Dunst nur diejenigen Lichtstrahlen, die in Richtung
des Beobachters zeigen. Und hier sind wir bei Effekt-
licht: Farbige Scheinwerfer werden prinzipiell hinter
der Bühne aufgestellt und zeigen in Richtung des Pub-
likums. So sieht man die Strahlen im Nebel, während
das weisse Frontlicht vom Beobachter wegzeigt und
seine Strahlen somit unsichtbar sind. Umgekehrt für
die Akteure auf der Bühne, sie sehen normalerweise
nur eine weisse Wand vor sich, ob des starken weis-
sen Lichts, das auf sie leuchtet. Aber die Show ist ja
so sieht das dann für die Akteure aus für das Publikum und nicht für die Akteure.
Nebel
... ist eigentlich der falsche Ausdruck, „Dunst“ würde viel besser passen. Der Nebel als
solches interessiert ja gar nicht. Im Idealfall wäre der Nebel vollkommen unsichtbar und
würde nur da aufleuchten, wo er von einem Lichtstrahl durchkreuzt wird. Dies kann man
am besten durch eine regelbare Nebelmaschine realisieren, die im Gegensatz zu Disco-
komplettzuneblern einen kontinuierlichen schwachen Ausstoss haben, nicht viel mehr, als
drei oder vier Zigaretten produzieren. Darüber kommt ein Ventilator, der den Nebel auf
der Bühne verteilt.
Ein Beispiel
Wir nehmen als Mindestausstattung zwei
Stative mit je zwei 1000W-Stufenlinsen
dran und zwei Stative mit je einem 6bar
PAR64 Raylight oder CP60. Die Aufstellung
kannst du der Skizze entnehmen, das Pub-
likum sitzt auf dieser Skizze unten. Wichti-
ge Punkte: Das Frontlicht kommt eher von
der Seite als von vorne. Das Effektlicht ist
im hinteren Teil und zeigt Richtung Publi-
kum, idealerweise steht es hinter der Büh-
ne, ansonsten seitlich daneben. Auch das
Effektlicht sollte so hoch wie möglich ge-
kurbelt werden. Und wenns sein muss,
darf man auch die leidigen Fluter statt den
Stufenlinsen nehmen.
Ausleuchten
Beim Frontlicht gilt: Je weiter innen ein Scheinwerfer steht, desto weiter auf die entge-
gengesetzte Seite muss er leuchten. Leuchten, die ganz aussen stehen, beleuchten die
eigene Bühnenhälfte; Leuchten, die innen stehen, beleuchten die entgegengesetzte Büh-
nenhälfte. Grafisch lässt sich das wohl am besten illustrieren, siehe Skizze.
Hat man mehr als zwei Scheinwerfer pro
Seite, wird die Bühne in dementsprechend
viele Teile unterteilt. Wichtig ist, dass eine
Person, egal wo sie im Innern der Bühne
steht, mit in allen Richtungen ausgestreck-
ten Armen gut sichtbar ist. So leuchte ich
auch normalerweise ein: Ich stelle eine
grosse Person mit seitlich ausgestreckten
Armen an alle kritischen Punkte der Bühne
(vor allem an die Vorderkante!) und stelle
die Torblenden dementsprechend ein. Wäh-
renddessen sitzt jemand am Pult und
macht die von mir gewünschten Leuchten
an. Zum Schluss werden alle Frontleuchten
voll aufgedreht und man sucht nach „Lö-
Skizze zum Einleuchten des Frontlichts
chern“ in der Ausleuchtung, die dann noch
korrigiert werden müssen.
Hat man genügend Scheinwerfer, kann man alternativ nach Funktionen beleuchten. Ein
Paar Leuchten für den Chor, ein Paar für die Band und so weiter. Die restlichen werden
dann fürs Löcherstopfen hergenommen, da insbesondere der Tanz meist die ganze Bühne
benutzt.
Das Effektlicht wird nach Ästhetik eingeleuchtet. Hier hat der Lichtdesigner freie Hand zu
tun was er will. Ich lasse die Scheinwerfer an einem Bar normalerweise eine Art Fächer
bilden, der von der gegenüberliegenden Seite symmetrisch nachgebildet wird. Bei einer
kleinen Bühne wie der im Beispiel kann man als Richtlinie alle Scheinwerfer auf die vor-
dere Bühnenkante oder noch ein Stückchen in Richtung Publikum strahlen lassen. Hier
klettert einer auf eine Leiter und richtet die Scheinwerfer aus, während du selber am
Mischpult sitzt und Anweisungen gibst, idealerweise haben beide zur Stimmschonung ein
Mikrofon oder noch besser Funkgerät.
Sicherheit
Zentrales Stichwort an dieser Stelle: Die Versammlungsstättenver-
ordnung (VStättV). Jeder Techniker muss diese schon mal gelesen
haben. Normalerweise wird keiner von der Bauaufsicht kommen, um
eure Bühnen abzunehmen. Wenn aber mal ein Feuer ausbricht oder
ein Scheinwerfer runterfällt und ihr auch nur die kleinste Vorschrift
nicht beachtet habt, könnt ihr persönlich dafür haftbar gemacht wer-
den. Lasst euch also von keinem einreden, dass man keine Ret-
tungswege braucht und die Scheinwerfer auch nicht gesichert werden
brauchen, weil ja eh nichts passieren wird. Am Schluss seid nämlich
ihr für alles, was mit Licht und Rigg zu tun hat, verantwortlich.
„Safety“: StahlkabelFür TEN SING sind die Abschnitte 2 bis 4 von Bedeutung, insbeson-
zum Sichern von ge- dere §§ 31-34, 80, 81, 103-105, 107-111, 114-120. Besorgt euch ein
flogenem Material
Exemplar, nehmt es auf jeden Auftritt mit und schenkt dem Orga-
team auch gleich noch eins, um sie mal vor den Kopf zu stossen, was man normalerweise
so alles falsch macht. Einer Versicherung ist es nämlich ziemlich egal, ob TEN SING einen
guten Zweck verfolgt oder nicht.
8. Lichtdesign
Grundlagen
Als Lichttechniker stehst du nicht über der Show, du stehst auch nicht neben oder vor
der Show. Vielmehr bist du Teil der Show. Eine gut durchdachte Aufführung wird schon in
der Konzeption Lichtdesign beinhalten, insbesondere bei Tänzen, Theater und speziellen
Liedern. Das Licht sollte nicht einfach planlos draufgesetzt wirken, sondern als Teil der
Gestaltung wirken. Soviel zur Theorie, klappt ja eh nicht...
Positionierung
Lichtdesign besteht aus zwei Teilen: Einerseits
die Positionierung der Scheinwerfer, anderer-
seits die Konzeptionierung der Show. Beides
geht bei grossen Shows Hand in Hand, bei
TEN SING hast du bei beiden Punkten jedoch
wenig Möglichkeiten. Hast du das Material
unserer Beispielbühne (4x SL, 8x PAR64),
bleiben dir nicht viele Alternativen ausser der
schon beschriebenen. Kannst du jedoch auf-
grund ausgiebiger finanzieller Unterstützung
auf mehr Leuchten umsteigen, gibt es doch
einige nette Dinge, wie man kreativ Licht auf-
stellen kann. Ich werde jetzt progressive eine
grössere Bühne aufbauen und zeigen, wo man Mit wenig Material einiges erreichen: Zwei 4bars,
neue Scheinwerfer sinnvoll unterbringt. Zu zwei Fluter und ein Moonflower (TS Ebdorf)
manchen gibts als Extra-Gimmick noch ein paar gerenderte Bildchen dazu.
Bühne 1
2 Stative mit je 2 1kW-Stufenlinsen
2 Stative mit je 1 6bar PAR64
12 Leuchten
Diese Bühne kennt ihr schon. Jetzt wollen wir mal ein bisschen was dazupacken.
Bühne 2
10m Truss
3x 6bar PAR64
Frontlicht s.o.
22 Leuchten
Jetzt haben wir statt den Stativen hinten
eine Traverse hingestellt und drei 6bars
dran, macht 18 Leuchten hinten. Ein 6bar
ist 3.05m lang, sollte also auf 10m Traver-
se passen. Das Frontlicht bleibt vorerst
gleich wie bisher.
An dem gerenderten Bild kann man auch
erkennen, dass ich – obwohl hinten 18
Leuchten hängen – nur zwei Farben ver-
wende. Das ist Geschmackssache, aller-
dings macht es deutlich mehr Effekt, mit
wenigen Farben zu arbeiten, die die Bühne
dafür komplett in Licht tauchen können.
Jetzt wäre es an der Zeit, ein grösseres Lichtpult mit 24 Kanälen aufzufahren.
Bühne 3
Wie oben, zusätzlich
18x Scroller
22 Leuchten
Jetzt fahren wir neue Gechütze auf. Bevor wir die Bühne mit mehr Scheinerfern zustop-
fen, leisten wir uns 18 sogennante Scroller. Das sind Magazine, in denen im Normalfall
20 Farbfilter aneinandergeklebt auf zwei Rollen gewickelt sind. Diese kann man dann per
DMX ansteuern, wodurch jede unserer 18 Leuchten 20 mögliche Farben bekommt. Damit
kann man schon richtig gutes Design machen, da man bei jeder Farbstimmung die volle
Anzahl Scheinwerfer benutzen kann.
Bühne 4
2x 10m Truss
4x 6bar PAR64 (mit oder ohne Scroller)
6-8x Stufenlinse 500W
Vorne ziehen wir jetzt auch noch eine Traver-
se entlang, an der wir doppelt so viele Stufen-
linsen aufhängen wie vorher, dafür etwas
schwächere. Diese Bühne eignet sich hervor-
ragend für ausgefeilte Theaterstücke, die viel
mit dem Raum der Bühne und verschiedenen
Stimmungen arbeiten. Auch kann man jetzt
gezielt den Chor, die Band und den Raum der
Solisten beleuchten. Vorteil: bei
Bühne 5
wie oben
zusätzlich:
1x 4bar PAR64
div. einzelne PAR64
Schon sind wir bei den Feinheiten. Das neue 4bar wird auf den Boden hinten an der
Rückseite der Bühne gestellt und ein Fächer an die Wand gebildet. Die Farbe sollte sich
nach der Beschaffenheit und Farbe des Hintergrunds richten, besonders schön sieht diese
Konstruktion auf Vorhängen aus, die grosse Falten
werfen. Die einzelnen PAR64
kann man mit floor-mount
ausgerüstet (ein zweiter Bügel
zum Auf-den-Boden-Stellen)
an verschiedenen Plätzen zum
Einsatz bringen.
Eine andere Verwendungs-
möglichkeit ist, die PAR64 am
Boden die Wände entlang zu
PAR64 shortnose
verteilen, um einen ähnlichen floormount
Effekt wie beim 4bar zu errei-
chen. Man kann aber auch das Schlagzeug chique
einfärben und beblinken.
Hintergrundlicht mit auf dem Boden verteilten
PAR64 oder PAR56 Zwei Folien kann man mit Kreppklebeband (nicht
Gaffer) nebeneinanderkleben und vor einen Fluter
montieren, der dann vom Boden aus die Rückwand beleuchtet. Ganz elegant wäre es,
das mit Scrollern zu realisieren, so dass man die Rückwand auch in diverse Farben tau-
chen kann.
Wie wärs noch mit PAR36 Pinspots? Kosten fast nichts, machen aber geniales Spitzlicht!.
Entdecke die Möglichkeiten!
Bühne 6
Frontlicht s.o.
3x 3m Truss
2x 2m Truss
2x T-Stück
2x Kettenlift
3x 6bar PAR64
2x 4bar PAR64
Licht, das von der Mitte der Bühne
kommt, ist immer ein guter Effekt. Dafür
bauen wir mit unserem Traversenmaterial
eine Konstruktion, die Aufhängung in mitt-
lerer Höhe erlaubt. Um diese Bühne an-
ständig aufbauen zu können, sollten wir
spätestens jetzt auf Kettenlifte umsteigen
und das Material fliegen. Kettenlifte
werden an der Oberseite der Tra-
verse befestigt, das Ende ihrer Ket-
ten an einem stabilen Aufhänge-
punkt an der Decke festgemacht.
So kann man das Material am Bo-
den aufbauen, -hängen und verka-
beln und dann am Stück hochfah-
ren. Für unsere Grössenordnung
muss man keine motorisierten Auf-
züge nehmen sondern kann die
billigeren muskelgetriebenen Vari-
anten benutzen.
Bühne 7
Frontlicht s.o.
1x 12m Truss
3x 6bar PAR64
4x MAC500
Wir gehen ganz andere Wege. Euer TEN
SING hat aus einem schweizer Schwarzgeld-
konto einen dicken Zustupf bekommen und
ihr beschliesst, der neuen Technik ihren Tri-
but zu zollen. Das hintere Truss wird neu
bestückt: drei 6bars und vier Moving Head
Profile, beispielsweise Martin MAC500 oder
die billigeren und kleineren und leichteren
MAC250, alternativ auch Scanner. Mit diesen
Multifunktionsscheinwerfern kann man dann
endlich richtig schönes Lichtdesign machen.
Moving head profile sind grob gesagt auf
drehbare Gestelle montierte Profilscheinwer-
Solistenbeleuchtung: 4 MAC500 und ein Verfolger fer. Zusätzlich bekommen sie einen Farb-
wechler einmontiert; eine Iris, mit der man
den Strahl verkleinern kann; dazu sogennante „Gobos“ oder „Vignetten“, kleine Metall-
scheiben, in die man Muster einstanzen kann, die dem Strahl dann eine entsprechende
Form geben. Und weils so schön ist, ist das alles noch (incl. der beweglichen Halterung)
per Fernsteuerung bedienbar, was eigentlich den besonderen Reiz ausmacht. Das alles
zusammen rechtfertigt durchaus den Namen „Multifunktionsscheinwerfer“ und eröffnet
Bühne 8
Frontlicht s.o.
Halber Traversenkreis, Durchmesser 6m
8x MAC500
5x MAC600
Nun kommen wir zur letzten Bühne, die auch eher
experimentellen Charakter hat. Neben den moving
head profile Leuchten gibt es auch moving head
wash. Das sind - wieder grob gesagt - Stufenlinsen
statt Profiler. Sie geben also einen breiten, weich
begrenzten Strahl ab und sind vor allem als Ergän-
zung / Ersatz für die PAR64 gedacht. Während die
MAC500 ein Farbrad mit neun verschiedenen Farben besitzen, ist es in MAC600 dank
subtraktiver Mischung möglich, über 16 Millionen (sic!) Farben zu mischen. Man kann
eine komplett rot eingefärbte Bühne innert fünf Minuten in eine blaue Bühne übergehen
lassen, ohne dass jemand etwas merkt.
Wir stellen eine runde Traverse hin, die man (nicht gezeichnet) sehr gut verankern muss,
und hängen einige Leuchten rein, zusätzlich noch drei auf den Boden, was für Moving
Heads eine äusserst gute Position ist.
Zur Steuerung kann man hier noch den Scancommander nehmen, bei mehr als 16 Mo-
ving Heads gibt der aber den Geist auf und man muss auf schwereres Gerät ausweichen.
vier MACs besorgen musstet, sorg dafür, dass ihr genug Licht im Hintergrund habt. Hier
geht es nicht um die Anzahl Scheinwerfer total, sondern pro Farbe. Um ein anständiges
Lichtdesign machen zu können, braucht man mehr als zwei Kannen pro Farbe, damit
man die Bühne einfärben kann.
Vorbereitung
Licht komplett aus oder ein schwaches Arbeitslicht an, während das Saallicht noch an ist.
Sobald der erste Besucher den Besucherraum betreten hat, wird nichts mehr angerührt.
Und dann kann die Show losgehen...
Theater
Das ist bei TEN SING recht einfach. Frontlicht voll aufdrehen, kein Effektlicht, höchstens
weises. Kein Spot. Fertig. Manchmal erwartet die Regie von dir Kunststücke, wie Über-
blendungen oder ähnliches. Weigere dich, wenn du nicht ein Skript („Haha“ bei Spontan-
theater...) oder eine Regieassistenz hast und ihr das vorher mal probiert habt, sonst
funktioniert das eh nicht.
Ruhige Musik
Hier bietet sich an, mit wenigen Farben zu ar-
beiten. Halte das komplette Lied in nur ein oder
zwei Farben. Es tut nicht weh, einmal ein gan-
zes Lied lang nur zwei rote und zwei blaue
Scheinwerfer aufzuziehen und stehen zu lassen
bis zum Ende des Lieds, auch wenn dir dann
schnell langweilig wird. Mit dem Licht kannst du
zusätzlich zu Lautstärke und Tempo ein weite-
res Element einbauen, das einen Kontrast zwi-
schen ruhiger und hektischer Musik schafft.
Nutze dies aus. Und nicht vergessen: Frontlicht!
Schnelle Musik
Auch bei hektischer Musik darf man einem Lied ein Farben-Design verpassen, solange
man genug Scheinwerfer hat. Mit vier 4bars kann man sogar schnelle Lieder mit nur zwei
Farben beleuchten. Ansonsten gilt: Lauflichter was das Zeug hält, am besten im Takt der
Musik. Und nicht vergessen: Frontlicht!
Tänze
Entgegen jeder Vorstellung darf ein Lichttechniker
auch bei Tänzen nicht einfach blind die Sau rauslas-
sen. Hier ist das Frontlicht z.B. wichtiger als bei nor-
malen Songs, da ja nicht die Musik sondern Bewe-
gungen interessieren. Ich verstehe nicht, wie es man-
che Techniker schaffen, bei einem Tanz das Frontlicht
auszumachen, um es nach dem Tanz wieder anzuma-
chen... Hier gilt es, den Wünschen der Tänzer 100%ig
zu gehorchen. Wenn sie an einer bestimmten Stelle
ein bestimmtes Licht haben wollen, wird das schon
seinen Sinn machen. Und nicht vergessen: Frontlicht!
Hatte ich das eigentlich schon mal erwähnt?
Falsch! Effektlicht ohne Frontlicht
Nebel
Nebel ist im Allgemeinen nur dazu da, um Lichtstrahlen sichtbar zu machen. Sein Sinn ist
nicht, die Bühne wirklich einzunebeln, ausser in speziellen Fällen. Für gewöhnlich stört zu
viel Nebel, da durch ihn der Chor an Stimme verliert und an Husten gewinnt. Ausserdem
machen hohe Dichten das Frontlicht sichtbar, was normalerweise nicht gewünscht wird.
Wenn ihr keine regelbare Nebelmaschine habt, heisst die Devise: Sobald ein Lied zu Ende
ist, wieder ein wenig auf die Taste drücken. Vor dem Anfang des nächsten Liedes ist Ru-
he. Einerseits, um dem Nebel Zeit zum Verteilen und dem Chor zum Durchatmen zu ge-
ben, andererseits, weil das Nebelzischen sich sehr schlecht auf Aufnahmen macht und
schon so manches Recording unbrauchbar gemacht hat. Ein kleiner Trick, um Bodennebel
zu erzeugen: Bohre in eine Plastikwanne zwei grosse Löcher, so dass du eine Metallröhre
durchstecken kannst. Das Ganze abdichten und kaltes Wasser einfüllen. Wenn du jetzt
am einen Ende mit der Nebelmaschine reinpustest, bekommst du schweren, wattigen
Nebel.
Besser als jede Nebelmaschine sind sogenannte „Hazer“, also Dunstmaschinen. Diese
erzeugen einen kaum sichtbaren Dunst, der genau den richtigen Effekt hat.
Farbiges Frontlicht
Heikles Thema. Eigentlich ist das bei TEN SING der meistgesehene Fehler überhaupt.
Grüne Gesichter sind einfach hässlich. Blau bringt sowieso keine Lichtleistung (nichtmal
15% gegenüber weiss). Bleiben nur noch Rot- und Gelbtöne. Das sind auch die einzigen
Farben, die von vorne Sinn machen. Warme Farben kommen allerdings automatisch,
wenn ihr Kunstlichtscheinwerfer (alle oben beschriebenen ausser Multifunktionsleuchten)
mit unter 80% Leistung fahrt. Ich bin prinzipiell gegen jede Farbfolie vor Frontlicht-
scheinwerfern, aber viele werden mir hier widersprechen...
Selten kann man farbiges Licht gut gebrauchen, um eben gerade obige Effekte zu errei-
chen: Den Solisten weiss beleuchten und den Rest (Band und Chor) in rotes Licht eintau-
chen. Mir persönlich gefällt die Variante besser, bei der man alle von vorne weiss an-
leuchtet und von hinten die Farben gibt. Hat denselben Effekt, ausser dass man die Ge-
sichter und Körper von Band und Chor noch erkennen kann.
Im Theater wird manchmal farbiges Frontlicht gewünscht. In diesem Falle würde ich aber
stets eine Kombination anwenden, beispielsweise steil von rechts und links grünes Licht,
um den Farbeffekt zu erzielen, von vorne oben aber weisser Spot, um dem Gesicht Kon-
traste zu geben.
Umbaulicht
Während den Pausen zwischen den Liedern absolute Dunkelheit herrschen zu lassen kann
zu lustigen unfreiwilligen Showeinlagen der Requisiteure führen. Um das zu verhindern
benutzt man während den Umbaupausen ein Umbaulicht, das dezent und dunkel sein
sollte. Hierfür eignen sich zwei hellblaue Scheinwerfer von vorne, die auf 50% aufgedreht
werden. Alternativ kann man auch die blauen Scheinwerfer von hinten ein bisschen
aufziehen.
Eine Lösung ist die Platzierung der Dimmer und der Lastkabel unter der Bühne, währen
die Tonkabel auf der Bühne liegen. Müssen Leitungen doch einmal gekreuzt werden, ver-
hindert ein Winkel von 90° das Schlimmste.
Hot Patching
Unsere Standardbühne verwendet vier Stative mit jeweils vier Leuchten (2x 4bar und 4x
Stufenlinse). Dafür verwenden wir einen 12-Kanal-Dimmer, der normalerweise zwei Har-
ting-Ausgänge hat mit je vier Kanälen. Wie bringen wir das nun auf die vier Lastkabel,
die dann zu den entsprechenden Stativen führen? Die Lösung heisst Hot Patching. In un-
serem Falle hätten wir ein Rack mit zwei Harting-Eingängen und vier Harting-Ausgängen.
Effektiv haben wir also die zwölf Eingangskanäle, die wir auf die vier mal sechs Aus-
gangskanäle „patchen“ müssen. Dazu ziehen wir an einem Art Steckbrett von jedem Ein-
gangskanal eine Verbindung zu dem Ausgangskanal, der von diesem Kanal bedient wer-
den soll. Es ist auch möglich, einen Eingang mit mehreren Ausgängen zu verbinden, um
Kanäle zu sparen. So können wir zum Beispiel Einganskanal 1-4 jeweils auf Kanal 1-4 der
Frontstative, Kanäle 5-8 auf das linke Effektstativ und 9-12 auf das rechte Effektstativ
legen.
Verfolger
Die Benützung eines Verfolgerscheinwerfers ist nicht annähernd so einfach und intuitiv,
wie es den meisten scheint. Hier braucht man eine Menge Übung und vor allem Kenntnis
der Show! Einige Richtlinien: Den Lichtkegel lieber etwas zu gross als zu klein machen,
auf keinen Fall die Füsse abschneiden, das Zentrum des Strahls ist nicht der Kopf son-
dern der Oberkörper. Bei Theater, Tänzen und Chorliedern hat der Spot nichts zu suchen.
Finger weg von den Farbscheiben! Ein Spotlight ist immer und absolut immer weiss. Halt
die Kiste ruhig – wenn sich der Solist viel auf der Stelle bewegt, gib ihm einen grösseren
Kegel und lass den Spot einfach stehen.
10. Literatur
11. Glossar
In diesem Stichwortverzeichnis werden einige der wichtigsten Begriffe der Beleuchtungs-
technik beschrieben.
Achromatische Farben Farben ohne Buntwerte, also Schwarz, Weiss und alle Grautö-
ne
ACL „aircraft landing light“ – PAR64-Lampe mit Vergenz von 2°.
Babyspot Kleiner Punktscheinwerfer, z.B. PAR36.
Additive Farbmischung Mischung von unterschiedlich farbigem Licht mit mindestens
zwei Lichtquellen.
Black Out Alles Licht aus.
Blendenschieber Metallschieber in Profilscheinwerfern und Verfogern, mit denen
der Lichtstrahl beschnitten werden kann.
Brennpunkt Der Punkt, an dem sich bei einer Linse oder einem Reflektor
parallel einfallende Lichtstrahlen schneiden.
Brennebene Die Ebene senkrecht zur optischen Achse, in der der Brenn-
punkt liegt. Blendenschieber, Gobos und Iris befinden sich hier
(es kann auch mehrere Brennebenen geben).
Brennweite Abstand der Linse oder des Reflektors zum Brennpunkt.
Chaser Lauflicht.
Dichroitische Filter Interferenzfilter, die im Gegensatz zu normalen Filtern das
nicht durchgelassene Licht nicht absorbieren, sondern reflek-
tieren. Sie werden nicht so heiss und liefern schärfere Farben.
Diffusionsfilter Tüllgewebe, das zur Zerstreuung des Lichts in den Strahl ein-
gebracht wird. Auf der Bühne meistens Frostfilter genannt.
Dimmer Gerät zur Verstellung der Helligkeit von elektrischen Lichtquel-
len. Wird normalerweise digital über das DMX-Protokoll ge-
steuert.
DIN Deutsche Industrie Norm.
DMX 512 „Digital MultipleXing“ – International anerkannter Standard
zur digitalen Übermittlung von Steuersignalen. Über ein
5poliges XLR-Kabel werden bis zu 512 Werte digital und daher
verzögerungsfrei übertragen. Die Aulösung beträgt 8 Bit pro
Kanal, das entspricht 256 Helligkeitsstufen. DMX wird auch
zur Steuerung von Moving Heads, Scannern, Farbwechslern
und allerlei anderen Dingen verwendet. Wichtig: Obwohl das
Standard-DMX-Kabel 5polig ist, sind nur drei Adern belegt. Es
kann also über einen Adapter auf ein 3poliges XLR-Kabel ge-
patcht werden, von denen normalerweise genügend rumlie-
gen. Insbesondere kann zur Übertragung vom Pult zur Bühne
das Ton-Multicore benutzt werden.
Ellipsenspiegel- Bezeichnung für einen Profilscheinwerfer.
scheinwerfer
EVG Bezeichnung für Elektrisches VorschaltGerät.
Farbenlehre Theorie über das Verstehen der Farben. Angefangen von New-
ton über Goethe ist die heute allgemein akzeptierte Theorie
diejenige von Harald Küpper.
12. Credits
Dankeschön!
Viele Bilder aus diesem Turorial stam-
men aus dem Mietkatalog der Procon
MultiMedia AG, praktisch alle Abbildun-
gen von Scheinwerfern und viele Fotos
von Bühnen. ([Link])
Zusätzliche Bühnenfotos stammen von
der Firma Brasser in Chur/CH.
([Link])
Die gerenderten Bühnen habei ich teil-
weise mit POV-Ray modelliert und ge-
rendert. Die CAD-Zeichnungen und eini-
ge gerenderte Bühnen wurden mit WY-
SIWYG erstellt.
Das Glossar ist stark an dasjenige von Prof. Max Keller aus seinem Buch „Faszination
Licht“ angelehnt. Aus demselben Buch stammen auch die meisten meiner theoretischen
Kenntnisse über Beleuchtung und einige wenige Bilder.
History
07.11.01 Erste Veröffentlichung online
08.11.01 History
Bilder von Strahlengängen
18.01.02 Neue Effekte
Tipps & Tricks
Kleinigkeiten
09.03.02 Intelligentes vs. Konventionelles Licht
Tricks aus dem Theater
12.06.02 220V sind in Wirklichkeit 230V (Dank an Tobias Heilmaier)
15.08.02 Viele kleine Neuerungen und Änderungen
10.11.02 Bühnenbeispiele angepasst
Viele neue Grafiken
Viele kleine Änderungen
Das Ende
Die neueste Version dieses Tutorials gibt es unter [Link]
Die Veröffentlichung dieses Dokumtentes ist nur durch Publizierung obigen Links erlaubt.
Falls du dieses Tutorial an einer anderen Stelle heruntergeladen haben solltest, bitte ich
um eine kurze Nachricht per Email. Vielen Dank.
Vielen Dank fürs Durchhalten bis hierher. Für Fragen, Anregungen und Kritik bin ich
selbstverständlich immer zu haben.
Möge euch ein Licht aufgehen!
Philipp Jardas
philipp@[Link]
ICQ 28654540