Odin
Odin
Alfred Ballabene
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Odin wird in der gegenwärtigen Zeit als Kriegsgott verehrt. Ein Kriegsgott war Odin
vielleicht unter anderem. Odin war vieles - eine sehr schillernde Gestalt:
Odin ist der Vater der Götter und der Vater der Menschen.
Odin (Wodan) ist unter anderem der Gott des Sturmes (siehe Odem = Hauch, odeur,
franz. Geruch, odeln = riechen etc. Worte, die mit Luft und Hauch und Wind
zusammen hängen).
Ich füge hier eine Stelle aus einem Brief ein, den ich als Kommentar zu obiger
Behauptung erhalten habe:
"Also OD kenne ich aus dem armenischen, ich lebe schon einige Jahre in
Erevan, das ist hier das Wort fuer Luft."
In der Verbindung Odins mit Luft mag auch der Ursprung im Glauben liegen, dass er
der Herr über die Seelen ist, denn früher hatte man sich die Seele als einen luftigen
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Hauch vorgestellt (z.B. "die Seele aushauchen"). Vielleicht wurde solcher Art Odin
auch zu einem Todesgott, (Gevatter Tod mit seinem schwarzen Umhang und
Schlapphut ist eine Erscheinung Odins). Er ist der Gott der im Winde fahrenden
Seelen und der Gespenster. Als solcher führt er die Wilde Jagd an.
So wie der Tod zwischen den zwei Welten, die irdische Welt und die Jenseitige Welt,
hin und her reist, so trifft das auch für Odin zu. Odin ist der Wanderer, jedoch ein
Wanderer, dem alle Welten offen stehen. Es liegt nahe - niemand, außer ihm ist in
allen Welten so zu Hause und mit ihnen vertraut wie Odin - das macht ihn weise,
denn er ist "erfahren" ( "-fahren" kommt vom Reisen). Als der Wanderer zwischen
den Welten wird er auch gerne im Nebel und in der Dämmerung dargestellt. Als
solcher ist er der Lehrer der Astralwanderer, gegenwärtige Schamanen, die den
Zugang nicht über Rituale, sondern über Veranlagung gefunden haben.
Odin ist ein Gott des Verstandes und der Mannhaftigkeit, aber auch des Diebstahls
und der Schlauheit. Odin ist auch der Gott des Sieges (in der Schlacht) und damit
des Reichtums (Beute). Er ist der Friedensgott ebenso wie der Kriegsgott und gilt als
der große Schiedsrichter.
Odin ist auch der Schamane, der in den 9 Nächten an der Weltenesche, die Initiation
erfuhr und damit übernatürliches Wissen - die Runen. Als Schamane ist er ein Gott
der Ekstase, der Beredsamkeit und Dichtkunst (Dichtermet, den er stahl). Außerdem
ist er zauberkundig und weiß über die magische Macht der Runen, welche diesen
innewohnt, zu gebieten.
"Odin ist der Gott der Tages- und Jahreszeiten. Als Tagesgott hat er nur ein
Auge, die Sonne. Wie die Luft alles durchdringt, so ist Odin der alles
durchdringende Geist der Natur. Als Gott des Geistes sinnt er über das
Schicksal der Welt nach. Die Edda nennt ihn den grübelnden Asen.
Aus dem Blut des weisen Zwerges Kwasir gewann er den Dichtermet
Odroerir. Er war erforderlich zur Ausübung der Seherschaft. Er ist
identisch mit Amrita oder Soma. Nur wer ihn trank war fähig, die Edda
zu schauen und sie in Hexametern auszudrücken. Ein weiter blauer
Mantel (der Äther) umhüllt ihn, langes Haar und ein dichter Bart
zeichnen ihn aus. Am Arm trägt er den Goldring Draupnir (Tropfer). Auf
seinem Hengst Sleipnir (Wind) fährt er über die Wolken dahin. In
Walhalla thront Odin auf dem goldenen Hochsitz Hlidskialf, von dem
aus er die ganze Welt überschauen kann. Seine beiden Raben Hugin
und Munin sitzen auf seiner Schulter. Er sendet sie täglich aus in die
Welt, damit sie ihm daraus berichten." (Aus:[Link])
Odin liebt die Frauen. Er kann beliebig viele Gestalten annehmen. Ja, er ist sogar als
Oki der Vorläufer des Weihnachtsmannes. Er ist hierdurch zeitlos und lebendig bis in
unsere Zeit im Volksglauben verankert geblieben. Wer sich in ihn vertieft, ist von
seinem schillerndem Wesen fasziniert.
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Warum ich Odin liebe
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und um zu helfen, sich in manches Haus begibt.
Ich liebe Dich, denn nirgends sonst ich eine Gottheit sah,
die scherzte, sang und zechte
und mit Humor den Menschen war so nah.
Mit der Suche nach dem Ursprung der Bezeichnung "Asen" für die germanischen
Götter wandern wir bereits in den Osten Europas und nach Asien. Wenn man nach
dem Ursprung der Indogermanen sucht, führt der Weg ebenfalls nach Asien. Die
Germanen stammen nicht aus dem hohen Norden Europas, sondern aus den weiten
Steppen Russlands. Das sollten wir auch beim Odin-Kult bedenken. Was bei den
Germanen die Wedda, ist bei den Arias in Indien die Veda.
Noch etwas zu Odin: Reiten war in den zerklüfteten Bergen Norwegens nicht
angesagt. Selbst im flacheren Finnland bevorzugte man Rentiere zum Reiten, weil
diese den dortigen klimatischen Gegebenheiten besser angepasst waren. Odin mit
seinem Pferd Sleipnir stammte aus Asien.
Ur-Indogermanen:
Auszug aus diversen Artikeln von Wikipedia:
Viele Wissenschaftler nehmen an, dass die Ur-Indogermanen etwa in den
Zeitraum zwischen 4000 und 3000 v. Chr. einzuordnen sind. Sie besiedelten
die Steppen nördlich des Schwarzen und Kaspischen Meeres.
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Man nimmt an, dass die Indogermanen im 5. vorchristlichen Jahrtausend als
kriegerisches Hirtenvolk lebten. Sie domestizierten das Pferd (Sredny-Stock-
Kultur um 4000 v. Chr.), gegen 3000 v. Chr. erfanden sie auch das Fuhrwerk
(Worte für Rad, Achse, Deichsel, Geschirr, Nabe stehen dafür), sie betrieben
eine intensive Vieh- und Weidewirtschaft mit Schafen und Rindern. Gemäß
dieser Hypothese sind sie nach Klimaverschlechterungen zwischen 4400 und
2200 v. Chr. in mehreren Wellen west-, süd- und ostwärts gezogen.
(Wikipedia)
Das Gemeinwesen der Ostgoten wird 375 von den Hunnen überrannt und die
Ostgoten zur Heerfolge gezwungen. (Wikipedia)
Ostwikinger:
Bei uns sind hauptsächlich die Westwikinger aus Norwegen und Dänemark
bekannt. Die Ostwikinger aus Schweden konzentrierten sich dagegen auf die
Ostsee und Osteuropa. Sie betrieben über die großen osteuropäischen
Ströme Handel, der sie bis nach Byzanz und Bagdad führte.
Der Kern des durch die Ostwikinger gegründeten russischen Reiches lag in
Nordrußland. Frühzeitig schon zogen die Waräger ihre Schiffe auf Rollen über
die Wasserscheiden und fuhren die südrussischen Ströme Don und Wolga
hinunter nach dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen See.
Die Waräger gründeten um 862 ein riesiges Reich mit der Hauptstadt Kiew:
die Kiewer Rus. Mit der Entstehung der Kiewer Rus, beginnt die russische
nationale Geschichte. Das Wort „Rus“ leitet sich vermutlich von einem
Warägerstamm ab, der aus Schweden kommend die großen Flüsse Dnepr
und Wolga entlang ruderte. (Wikipedia)
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Die wilde Jagd
In stürmischen Nächten jagt ein wildes Heer von Geistern und Toten durch die Lüfte.
Manchen Auffassungen zufolge ist der Anführer dieser wilden Horde Odin als
Todesgott.
Met: Odin war auch ein Ekstatiker (Skaldenmet). Die Entrückung war ein
wesentliches Element östlicher Schamanen.
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Die wilde Jagd:
Grelle Blitze durchzucken die Nacht.
Sleipnirs Hufe donnern über die Wolken.
Odins Stimme jauchzt vor Freude,
verwoben mit dem Dröhnen des Sturms.
Enthoben eilt er durch die Lüfte.
Ekstase, welche die Grenzen verwischt,
die Grenzen zwischen Tod und Leben.
Welch Glück, ohne Grenzen zu sein!
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„Hüte dich vor der Nacht“ rufen sie,
„schließe die Türen, bleib in der Hütte!“
Wie fürchten sie die Nacht der wilden Jagd,
die an den Wänden ihrer Illusionen rüttelt!
Aus „Der Tod und sein Lehrling“, SSE Verlag, Wien, 2008, ISBN 978-3-901975-37-0
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Durch dieses Toben Odin neues Leben schafft.
Doch wehe wenn die wilde Jagd tobt in der Seele innen!
Was ruht, sich nicht bewegt, dem Eis des Winters gleicht,
doch was uns aufwühlt, lässt nach neuen Wegen suchen.
Schmerzvoll zerbricht das Alte, neu musst du beginnen.
Über den Traum: Meine Frau glaubt nicht an Götter, leider. Wir haben schon so
manche Diskussion über dieses Thema geführt - keine emotionellen, hitzigen
Diskussionen, nein, dafür lieben und achten wir einander zu sehr. Meine Frau ist
Wissenschaftlerin und so sind unsere Debatten sachliche Argumente, welche die
Ansichten des anderen zu widerlegen versuchen. Als Spezialistin für das Gehirn
bringt meine Frau Argumente ins Spiel, die zeigen, was der Zauberkasten in
unserem Kopf vermag. Da ich deshalb mit "Erfahrungen" schlecht punkten kann,
denn diese können über Gehirnfunktionen wegerklärt werden, verlege ich mich dann
auf die Astrophysik und Quantenphysik, argumentiere mit den Wissenslöchern in den
Naturwissenschaften, über schwarze Materie und Energie, andere Dimensionen und
manches mehr.
So habe ich einmal wieder mit ihr eine Diskussion geführt und mich in Gedanken
seufzend an die Götter gewendet - und da hatte meine Frau jenen Traum von Odin.
Vor ihm hat sie seitdem eine gewisse Ehrfurcht - auch wenn er in ihren Augen keine
Gottheit, sondern eine lebendige Bewusstseinskraft ist (seltsamer Weise hat sie
buddhistische Auffassungen, obwohl sie sich nie mit Buddhismus befasst hatte).
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Über Raben und Wölfe
Vom Wind getragen gleitet ihr über die Wipfel der Bäume.
Geschwister von Hugin und Munin, froh ist Euer Rufen.
Ein Stück des Weges wird mein Geist euch folgen;
dann wird er weiter zieh'n durch Nebelwolken und Regenbögen,
getragen und umspielt vom Hauch des Windes,
Odin suchend, dessen Lachen ich hör,
ein Lachen vom Wind getragen, gleitend über die Wipfel der Bäume.
Über Raben und Wölfe: Jäger aus den Einöden Sibiriens und Alaskas behaupten,
dass Raben (Krähen) und Wölfe bei der Jagd im Winter zusammen arbeiten. Die
Raben suchen aus der Luft nach verstecktem Wild. Dann kreisen sie darüber und
rufen laut (verschreien es). Die Wölfe kennen das Signal und umzingeln das
Versteck und gelangen meist erfolgreich an die Beute. Dann kommt das große Mahl.
Natürlich sind alle hungrig und keiner will dem anderen etwas geben. Die Raben sind
schlau und warten sicher nicht, bis nur die Knochen über bleiben. Sobald die Haut
aufgerissen ist, die Innereien frei gelegt sind und am Boden allerlei Stücke herum
liegen, zupfen die Raben die Wölfe am Schwanz und belästigen sie. Wenn sich ein
Wolf knurrend umdreht, ist schon der nächste Rabe an der Beute und holt sich
schnell ein Stück heraus. Das Prinzip des gemeinsamen Jagens und Teilens
funktioniert somit gut.
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Odin, Wanderer im Nebel
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Gruß an Odin
Auf einsamen, Nebel umhangenen Wegen reitet Odin,
an der Grenze zwischen Diesseits und Jenseits,
wo Dunstschleier die Sträucher gespenstisch beleben.
Still reitet er auf Sleipnir über dieses geheimnisvolle Land,
überfliegt von Sleipnirs Geisterflug getragen den Grenzfluss,
und lenkt seinen Weg in das Land der Verstorbenen.
Er eilt durch das Land der Schatten, mit Felsen aus Nebel.
Hinauf trägt ihn sein Pferd zu den Welten der Götter,
und die Nebelfelsen zu seinen Seiten werden bunt,
werden zum farbensprühendem Regenbogen.
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Odins Wege
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Odin und Lokis Zauberwerk
Odins Blick
Odins Blick
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Auch ohne, dass er seinen Namen mir genannt,
hab ich erspürt die Quelle von dem tiefen Blick.
Odin ist's, er konnt' sich nicht vor mir verbergen,
sein Wesen ist mir allzusehr vertraut und wohl bekannt.
Chiimori, die mongolische Bezeichnung für Windpferd, steht für die innere Kraft eines
Menschen, seine Seele. Wenn der Schamane in die Welt der Götter oder die
Unterwelt reisen wollte, so reiste er auf einem Vogel oder einem fliegendem Pferd.
Bevor der Schamane in Trance ging vollzog er die spätere innere Reise in einem
Tanz, in welchem er symbolisch das Pferd, ein Stab mit Pferdekopf - Steckenpferd -
mit sich führte.
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Tibeter: Lung-Ta
Griechen: Pegasus
Germanen als das Reittier von Odin: Sleipnir
Eine mongolisch-türkische Legende erzählt von einem magischen Pferd, das als
Fohlen mit acht Beinen und der Fähigkeit zum Fliegen geboren wurde.
Das Windpferd war das geistige Kind einer Schamanin namens Chichek und sollte
ihr helfen, der Herrschaft eines bösen Khans zu entfliehen. Dieses gelingt erst nach
seinem Tod, als es in Chicheks Trance wieder als reales Pferd erscheint, und sie
davonträgt. In mongolischen Darstellungen wird das Windpferd meistens mit Flügeln
gezeigt.
Die rituelle Anrufung des Windpferdes erfolgt morgens und bei zunehmendem Mond
durch ein Rauchopfer.
Auf den tibetischen Gebetsfahnen sind in den Ecken meistens die vier Tiere der
Himmelsrichtungen und in der Mitte das Windpferd dargestellt. Von diesem haben
die Fahnen auch den Namen Lung-Ta übernommen. Sie flattern im Wind, und
transportieren so die Gebete zum Himmel wie das im Wind fliegenden Pferd.
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Sleipnirs Flug
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dann wird die Seele frei, derweil dein Körper ruht.
Später liebte ich das Reiten - das Wanderreiten. Bei diesen bisweilen viele Tage
dauernden Wanderungen ritt ich einen Sommerrappen namens Igor. Ich habe ihn
geliebt und er mich auch. Manchmal war unsere Verbindung so eng, dass es sogar
zu telepathischen Übertragungen kam.
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Igor und ich
Mit Rührung denke ich an meinen letzten Ritt auf Igor. Igor war etliche Monate schon
fußkrank. Um ihm dennoch ein wenig Bewegung zu verschaffen, ließ man im
Reitstall kleine Kinder auf ihn reiten und ihn im Schritt gehen. Igor humpelte stark.
Als ich ihn wieder besuchte, war er sehr aufgeregt, warf den Kopf hoch und schien
auf einmal viele Jahre jünger zu sein. Ich sattelte ihn in der Absicht im Schritt mit ihm
auszugehen, in der Hoffnung ihn nicht zu sehr zu belasten. Wie staunte ich und alle
Reiter um uns: Igor war auf einmal gesund und zeigte nicht die geringsten Anzeichen
von Fußschmerzen. Und so war es auf dem gesamten Ritt.
Eine Woche später wurde Igor von einem hengstischen Jungpferd auf den Vorderfuß
getreten und ihm der Knochen gebrochen. Igor musste der Gnadenschuss gegeben
werden. Ich habe bei meinem Abschied an seinem Kopfende viel geweint und die
Tränen kommen mir jetzt noch, wenn ich zurück denke.
Igors Tod war kein Zufall, sondern eng mit meinem Schicksal verbunden, aber wie
und wieso will ich für mich behalten. Nach Igor, jedenfalls, konnte ich mich nie wieder
mit einem Pferd befreunden und ich gab das Reiten auf.
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Igor mein astraler Begleiter
("astral" hat mit "Sternenlicht" zu tun, es leuchtet verglichen zum "Staubkörper" des
Menschen - so auch hier, ein leuchtender Igor und ein blasser Mensch)
Die Krähenfeder
Dort werd ich mit ihm weiter zieh'n durch Raum und Zeit,
durch Nebelwelten und Regenbogensphären,
bis auch jene Illusion wir abzulegen sind bereit.
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du bist mir immer nah und zeigst es mir
durch eine schwarze Feder, die ich gefunden.
Odins Opfer
Aus "Tengrismus", Wikipedia:
„..Das Wort "tudomany" (Ungarisch heute: Wissenschaft) war ursprünglich das
okkulte Wissen oder der Zauber. Der ungarische Schamane, der "Taltos" heißt,
erlangte sein "tudomany" nach einem einige Tage anhaltenden Scheintod,
währenddessen er initiiert wurde. Das Wort "Taltos" für den ungarischen Schamanen
stammt etymologisch aus dem türkischen "tal-, talt-", was die Bedeutung von "in
Ohnmacht fallen", "die Besinnung verlieren", "eintauchen" hat. Die Einweihung
geschah durch eine Prüfung, in welcher der angehende Schamane in seinem
Trancezustand den "bis zum Himmel reichenden Baum" (ung. "Tetejetlen nagy fa",
germanisch Yggdrasil) erklettern musste. Dieser Weltenbaum gehörte zum Weltbild
dieser Völker.“
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Odins Opfer
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Odin, Wanderer, zeig mir den Weg
Ich ahnte nicht, dass ich jetzt ungebunden war und frei.
Gleich einem Vogel dessen Welt ein Käfig war
und dem des Himmels helle Weite unbekannt,
fand ich verloren mich und wusste nicht was wahre Freiheit sei.
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um Odin gleich zu wandern, sei frei von jeder Last,
mit Einsamkeit und Stille als Begleiter,
lernst du dich öffnen und dich weiten.
Nach langen Zeiten hab ich erkannt und will es nun bekunden:
Einst rief ich laut: „zeig mir den Weg, oh Wandrer Odin“.
Er zeigte mir, dass keinen vorgezeigten Weg der Sucher kennt.
Es gibt ein Lernen und ein Wachsen nur, hab ich gefunden.
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An Mimirs Brunnen
An Mimirs Brunnen
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und die Quelle der Weisheit entspringt.
Er setzte sich zu Mimir am Brunnenrand,
reichte ihm zum Gruß die Freundeshand.
Im Gespräch erklärte er sein Begehren,
ein Horn aus der Quelle des Wassers zu leeren.
Mimir nickte, er würd' es gern ihm geben,
doch ein Gesetz herrscht über allem Leben:
"Kein hohes Gut wird je errungen,
ohne dass man sich selbst bezwungen.
Willst Du zur Tiefe allen Wissens finden,
beweis', dass Du den Körper kannst bezwingen,
dass Du stärker bist als Furcht und Schmerz,
dass von Mut ist Dir erfüllt das Herz."
Ohne Zögern Odin sich das Aug entriss
und in des Brunnens dunkle Tiefen schmiss.
Von der Welten Weisheit Odin ist ab nun erfüllt.
Fern dem Weltenglanz in seinen Mantel fest gehüllt,
magst Du Glücklicher ihn finden nur auf schmalen Wegen
grüß ihn, neige das Haupt und bitt um seinen Segen.
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Über das Brunnenorakel
Jeder von uns hat schon einmal das Gehäuse einer großen Meeresschnecke ans
Ohr gehalten, um das "Meeresrauschen" zu hören.
Auch tiefe Brunnen rauschen, wenn sich die Töne von Wind und anderem vielfach an
den tiefen Wänden brechen. Brunnen haben aber noch etwas Besonderes an sich:
sie sind das Tor zur Unterwelt, zur Welt der "Saligen" und der unter der Erde
lebenden Elfenvölker. Das Rauschen im Brunnen waren die vielen Stimmen der
Saligen oder der Elfen, so glaubte man früher. Märchen enthalten oft alten
Volksglauben, etwa die Geschichte von der Frau Holle.
Deshalb wurden Brunnen von medialen Menschen früher aufgesucht, um aus dem
Rauschen die Botschaften aus der Welt der Verstorbenen zu hören, denn diese
verfügten über so manches Wissen jenseits der irdischen Zeit.
Speziell heilig waren Quellbrunnen, denn in ihnen hatten sich mehrere Kulte vereinigt
(an den Quellen wurde die Erdmutter verehrt).
Wie denkt man in der heutigen Zeit? Nicht viel anders. Die Parapsychologie kennt
das "weiße Rauschen", akustisch und visuell. Durch das weiße Rauschen wird die
äußere Wahrnehmungsfähigkeit desorientiert und es kommt zu Botschaften aus dem
Unterbewusstsein oder zu medialen Eingaben.
Eine Kristallkugel (ein spezieller Bergkristall mit vielen nadelförmigen Einschlüssen,
welche die Kugel wolkig aussehen lassen), das Flimmern eines senderlosen
Fernsehschirmes, vielfach rückgekoppelt (siehe die Forschungen um
Jenseitskontakte), Rauchorakel und vieles mehr bedient sich des weißen optischen
Rauschens.
Dieses Wissen finden wir in den Erzählungen von dem Mimir-Brunnen wieder - altes
Wissen, das in unserer gegenwärtigen Zeit zunehmend verloren geht.
Wer mehr wissen will, möge im Internet unter "Brunnenorakel" nachsehen.
Das Rauschen des Brunnens war zudem deshalb von besonderer Bedeutung, weil
der Brunnen in alten Zeiten auch als Eingang zur Unterwelt galt, zum Land der
Saligen.
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Odins Mond-Auge
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Odins Mond-Auge
Zum Gedicht:
Ich dachte mir, Odin ist nicht nur der oberste Gott des Himmels, sondern auch der
Gott der Unterwelt, als Anführer der Wilden-Jagd, Heimholer der in der Schlacht
gefallenen Krieger. Deshalb kam mir der Gedanke, dass Odin als Gott über Tag und
Nacht, Diesseits und Jenseits, symbolisch ein Mond-Auge und ein Sonnen-Auge
haben könnte.
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