Karma
Karma
Alfred Ballabene
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Index
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Ohne Murren, ohne Klage,
weiß doch Gott nur, was er will.
(Otto H. Hoffmann)
Wenn eine Religion Gott zum Lenker und Richter macht und ihn für alles
gegenwärtige irdische Geschehen verantwortlich macht, indem er mittels der
Schutzengel und sonstigen himmlischen Abgesandten darauf einwirkt, ist dieser Gott
natürlich für das persönliche Schicksal verantwortlich. Fragen, weshalb es dem einen
gut und dem anderen schlecht geht, bleiben hierbei jedoch offen. Es bleibt an einem
Gott, der für alles verantwortlich ist, der Makel der Ungerechtigkeit haften. Die
Erklärung, dass die einen ihren Lohn schon zu Lebzeiten erhalten haben und die
anderen ihn dann später im Himmel bekommen, ist für viele ein unglaubwürdiger
Trost.
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Dieser Erklärungsnotstand bringt dem Christentum und auch den anderen
Hochreligionen in unserer gegenwärtigen Zeit zunehmend Schwierigkeiten. Der
Hinweis "Du sollst glauben und nicht denken" ist für viele inakzeptabel.
Wenn wir das indische System der Karmalehre genauer betrachten, so finden wir
gleich einer juridischen Gesetzgebung eine Klassifizierung der karmischen
Vergeltung. Die Idee einer seelischen Evolution ist den indisch orthodoxen Lehren
fremd. Die Reinkarnationen bauen nicht auf einer sich weiter entwickelnden
Persönlichkeit auf, sondern bilden eine chaotische Folge von Inkarnationen als
Mensch, Tier oder Pflanze.
Eine der wichtigsten hinduistischen Schriften für die Reinkarnation und die Lehre
vom Karma ist die Bhagavad Gita. Hier erklärt Gott Krishna Arjuna das Prinzip der
Reinkarnation (2:22):
Zum Zeitpunkt des Todes stirbt der Körper, die Seele aber stirbt nie. Die Seele
verlässt den Körper und kehrt in einen neuen Körper. Sie wechselt die Körper
wie man seine Kleidung wechselt. Die Seele ist auf ewiger Wanderschaft und
nimmt sich eine unendliche Anzahl von Körpern, bis alle Karmas erschöpft
sind, die der Seele anhängen. Dieser Prozess ist die Reinkarnation.
Gemäß der Bhagavad Gita ist es nicht selbstverständlich, dass der Mensch als
Mensch wiedergeboren wird. Je nach Ausmaß seiner Verfehlungen / Frömmigkeit ist
eine Wiedergeburt auch in Form eines Tieres, einer Pflanze, eines Einzellers oder
eines Halbgottes möglich. Um aus dem Kreis der Wiedergeburten zu entfliehen,
muss die Seele in einem menschlichen Körper sein. Nur dann kann das ewige
Seelenheil, auch „Moksha“ genannt, durch die Befreiung der Seele von den Karmas
erlangt werden. Hierfür muss ein vollkommenes Leben geführt werden, in welchem
rechter Glaube, rechte Erkenntnis und rechtes Verhalten die Voraussetzung sind.
Was uns im Westen überrascht, ist, dass auch Götter vom Kreis der Reinkarnationen
nicht verschont sind, da auch sie menschliche Züge haben und somit auch sündigen.
Und was uns wiederum überrascht ist, dass Götter in ihrem paradiesischem Zustand
nicht in der Lage sind Moksha zu erlangen, sondern hierzu eigens als Mensch
geboren werden müssen.
Es gibt weitere Eigenheiten in dieser Lehre. Bei Selbstmord wird die Seele für
tausende von Jahren verbannt und muss auf der untersten Stufe des Lebens neu
beginnen. Auch kann es sein, dass die Seele erstarrt und in keinen neuen Körper
einkehren kann und als Geist existieren muss bis ans Ende aller Tage.
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In dem Bestreben die Anheftungen des Karma zu überwinden, um dadurch Moksha,
Befreiung, zu erlangen, hat man im Hinduismus versucht das Grundprinzip des
Karma aufzuschlüsseln, um hierdurch handhabbare Richtlinien zu finden. Es wurde
deshalb vor tausenden Jahren eine Klassifizierung erstellt, die jedoch meines
Erachtens von geringem praktischem Nutzen ist. In den Klassifizierungen werden
eine Fülle von Begriffen verwendet für Handlungen und diversen Motivationen,
jedoch keine Erklärungen hierfür, etwa aus psychologischer Sicht, eine
Wissenschaft, welche unserer Gegenwart entstammt und somit neue Perspektiven
einbringt. Auch werden in dieser Fülle fast juridischer Begriffe keine Sichtweisen aus
jenseitiger Perspektive eingebracht - weil jenen Gelehrten jenseitige Gegebenheiten
genauso fremd waren wie den gegenwärtigen Materialisten. Wie in heutiger Zeit die
Philosophen wollten auch sie intellektuell verstehen und haben über keine
Fähigkeiten des Astralreisens verfügt. Aus meiner Sicht, bringen diese kompliziert
konzipierten Aufzählungen nichts weiter als hohle Worthülsen.
Abschließende Betrachtung
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Karma ist im Hinduismus eine automatische Rückwirkung von Handlungen,
Gedanken und Gefühlen. Gleich einem Echo kommt alles auf den Menschen wieder
zurück und bestimmt solcherart die Qualität der nachfolgenden Wiedergeburt. Nach
der Bhagavad Gita, einer heiligen Schrift der indischen Kriegerkaste, sollte der
Mensch, um karmafrei zu werden, eigene Interessen dem König (jetzt Staat) und
dem sozialen Wesen (zum Beispiel Befolgung des Kastenwesens) unterordnen.
Wenn keine eigenen Interessen verfolgt werden, dann können keine eigenen Taten
als Karmakräfte auf den Menschen zurück fallen. Da aus Gefühlen Wünsche und
Ängste entstehen, sollte der Mensch frei von Gefühlen sein. Dazu gehört
erschreckender Weise auch die Liebe, was man allerdings aus der Sicht eines
Kriegers, der in erster Linie Befehlen und nicht Gefühlen gehorchen soll verstehen
muss. Gehorsam und nicht eigenständige Entscheidungen (etwa durch das
Gewissen) befreien vom Karma.
Nach der orthodox hinduistischen Lehre wird Karma andauernd geschaffen und
abgetragen, in einem nie enden wollenden Kreislauf, ähnlich dem Wasserschöpfen
bei einem Drehbrunnen.
Ähnlich wie bei einem Schöpfbrunnen wird in einem nie endenden Kreislauf altes
Karma abgetragen und neues Karma geschaffen
Der sogenannte Sündenfall wird von den Kabbalisten gut geheißen. Nach ihrer Lehre
liegt im Hinweis, dass die Frucht vom Baum der Erkenntnis stammte, zugleich die
Erklärung. Durch diesen Vorgang entwuchs der Mensch einem unreflektierten
Dasein und wurde zu einem intelligenten Wesen. Dieser Prozess, der mit dem
Sündenfall begonnen hatte, ist bis dato noch nicht abgeschlossen. So lange der
Mensch den Schritt vom Tier zum intelligenten Wesen noch nicht komplett vollzogen
hat, werden seine tierischen Elemente in Form sexueller Begierden,
Körperverhaftung und Wünschen, die durch den Genuss des Apfels vom Baum der
Erkenntnis erlangte Intelligenz dazu nützen, um die Instinkte ausleben zu können.
Genau hier setzt die Bedeutung des Karma ein. Es lässt den Menschen durch die
karmische Rückwirkung sein Fehlverhalten erkennen und korrigieren. Dies geschieht
indem es dem Menschen die Not erleben lässt, welche er anderen durch sein
egoistisches Verhalten zugefügt hatte. Aus dem Leiden erwächst Mitgefühl, das ein
Nachvollziehen der Schmerzen zur Voraussetzung hat.
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Mitte des 19. Jahrhunderts begann das wissenschaftliche Denken sich auf das
innere Sein des Menschen auszuweiten. Zunächst war es der Spiritist Allan Kardec
der die Reinkarnation erstmals zur Sprache brachte und Ergebnisse von Aussagen,
die in Trance gemacht wurden, publizierte.
Ihm folgten die Theosophen, allen voran C.W. Leadbeater, mit Untersuchungen über
die Reinkarnation. Damit startete die Reinkarnationsforschung.
In ihren Ergebnissen brachten C.W. Leadbeater und C. Jinarajadasa Berichte,
welche eine jeweilige Kette von Lebensbeschreibungen umfassten. Diese Protokolle
wurden in Tabellen zusammen gefasst, aus denen die wesentlichsten Kenndaten der
Leben ersichtlich waren: Lebenszeit, Geschlecht (das mehrmals wechselte),
Lebensdauer, Land der Geburt und Dauer der zwischen den Geburten liegenden
Jenseitsaufenthalte.
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Links: Jinarajadasa (1875 oder 1877 - 1953)
Rechts: C.W. Leadbeater (1847-1934).
Nach den ersten Publikationen durch die Theosophen erlahmte die Forschung auf
diesem Gebiet. Eine Belebung öffentlichen Interesses erfolgte erst in den 1950er
Jahren speziell in den USA. Ausschalggebend hierfür war der „Fall Bridey Murphy“:
Die US-Amerikanerin Virginia Tighe berichtete unter Hypnose von einer früheren
Inkarnation als „Bridey Murphy“ im 19. Jahrhundert in Irland, sprach dabei selbst
irisch und machte erstaunlich detaillierte Angaben. Ein Zeitungsbericht darüber löste
in den USA ein regelrechtes „Reinkarnationsfieber“ aus, und etliche Angaben Tighes
konnten bei Nachforschungen in Irland bestätigt werden.
Je mehr man in der Reinkarnationsforschung ins Detail ging, desto näher kam man
mit den Schicksal bildeten Gesetzmäßigkeiten in Berührung. So war es auch eine
Reinkarnationsforscherin namens Gina Cerminara, die mehr als ein halbes
Jahrhundert nach C.W. Leadbeater, die psychischen Mechanismen vorhergehender
Leben ausforschte, welche zu den Schicksal bestimmenden Faktoren des nächsten
Lebens wurden.
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Was fürchtest Du? Es kann Dir nur begegnen,
was Dir gemäß und was Dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, da Du Dein Leid wirst segnen,
das Dich gelehrt, zu werden, was Du bist.
([Link]
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gehört es andern an.
Ach, es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter !
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Gina Cerminara (1914 - 1984)
Die Auswertungen und Berichte von Gina Cerminara wiesen erstmals darauf hin,
dass das Karma von der Psyche aus gesteuert wird. Bislang führte man das Karma
zurück auf Schicksalsgötter (z.B. die drei Nornen), auf Gott und seine Engel oder auf
die jenseitigen Meister des Karmas (Lipikas). G. Cerminara zeigte erstmals an Hand
der Sitzungsberichte, dass es der Mensch selbst ist, der sein Schicksal gestaltet -
und dass auch er es ist, der es ändern kann! Das war ein ganz großer
Erkenntnisschritt, der bislang nicht die Würdigung erhielt, welche G. Cerminara mit
dieser Neuorientierung der Sichtweise verdient hätte.
Edgar Cayce war ein US-amerikanisches Medium. Er gab Antworten zu Fragen über
Themen wie Gesundheit, Astrologie, Reinkarnation und Atlantis, während er in
Trance war.
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Edgar Cayce (1877 – 1945)
Mögen die Gedanken aus den Botschaften von Cayce lückenhaft sein, so sind sie
dennoch der erste Ansatz und Grundstein einer Karma-Forschung, die sich als
fundiert genug bewies, um später mittels Rückführungstherapien in die Praxis
umgesetzt zu werden.
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Blindheit gegenüber den Karmakräften:
"Gelegenheiten nütze jederzeit,
scher Dich um keine Zukunft, die ist weit!"
Nicht nur die Justiz schlägt dann zu, sondern auch das Karma!
Vorsicht! Vielleicht wischt die Zeit doch nicht alles fort!
Stellen wir uns das Universum wie ein großes Gefäß vor, in dem nichts verloren geht.
Das gilt nicht nur für physikalische Gegebenheiten, sondern auch für innere Kräfte.
Unser Universum besteht aus Information, aus physikalischen Informationen und
wenn man das Universum auch höherdimensional sieht auch aus Informationen des
Bewusstseins. So gesehen bleibt alles was wir tun, aber auch ein jegliches Gefühl
wie Zorn, Hass oder Liebe weiter existent. Wie Lichtstrahlen werden Gefühle und
Denkweisen ausgestrahlt und wieder zurückreflektiert. Nichts, das entstanden ist,
löst sich im Nichts auf. Alles bleibt erhalten und wirkt wieder zurück. Eine Kraft kann
nicht ausgelöscht werden, sie kann nur in ihrer Richtung geändert werden.
Wenn wir die Karmagesetze verstehen lernen, dann lernen wir auch die Kräfte zu
lenken und zu verändern, so dass sie nicht mehr destruktiv sondern förderlich auf
uns wirken.
Wirkweisen im Karma
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Wünsche/Ängste – das ist der dynamische Antrieb, der immer wieder neues
Karma schafft
Stetigkeitsprinzip
In der Physik spricht man von Ruhe und Beschleunigung. Bei Beschleunigung muss
eine Trägheit überwunden werden; sie erfordert also Kraft. Gleiches gilt für
Gewohnheiten und seelische Qualitäten; sie zu ändern erfordert ebenfalls Kraft.
Die Änderung eines psychischen Zustandes ist analog einer Richtungsänderung
eines bewegten Objektes. Wird keine Kraft aufgeboten, bleibt alles beim Alten. Dies
ist das Gesetz der Trägheit, das auch im Karma gilt. Jede Eigenschaft und Eigenheit
neigt dazu, sich durch die Leben fortzusetzen, bis eine Korrektur erfolgt.
Eigenschaften unterliegen dem Stetigkeitsprinzip, solange keine Willensanstrengung
dagegen unternommen wird, bzw. das Karmagesetz sich dagegen auswirkt. Das
heißt, wenn eine Eigenschaft gut ist, wird sie normalerweise beibehalten, da sie
keinen Schaden anrichtet, entsprechend dem Stetigkeitsprinzip. Wenn jedoch die
Eigenschaft/Verhalten bösartig ist, so zwingt die Schadensfolge sie zu bereinigen.
Wenn dies nicht durch Selbstüberwindung geschieht, dann erfolgt dies durch
Anhäufung von negativen Schicksalskräften, die ein leidvolles Abtragen zur Folge
haben. In diesem Falle wird der Mensch durch Schaden auf die Unstimmigkeit
aufmerksam gemacht.
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Die aus Wünschen bzw. Begierden resultierende Kraft, die den Menschen ständig
weitertreibt, kann als primäre Karma bildende Kraft angesehen werden. Diese wird
vor allem aus dem jedem Menschen innewohnendem Bestreben nach Wohlbefinden
geweckt. Dieses Streben zieht das Ersehnte herbei und lässt so das Geistwesen
durch die vielfältigen Erfahrungen von Erfolg und Enttäuschung zu immer größerer
Kraft und Weisheit gelangen.
Wünsche können sich auf dreierlei Weise auswirken:
* Der Mensch sieht, dass seine Wünsche erfüllt werden können und wird
entsprechende Anstrengungen unternehmen. Das Ausleben eines Wunsches führt
zur Erkenntnis über seinen Wert oder Unwert.
* Die Wünsche können nicht erfüllt werden und bleiben deshalb für die nächste
Zukunft latent erhalten.
* Innere Blockaden, die sich z.B. in vergangenen Leben gebildet hatten, verhindern
die Erfüllung eines Wunsches. Da sich dieser in direkter Weise nicht erfüllen kann,
erfüllt er sich in indirekter Weise, z.B. Ersatzhandlung.
Bumerang-Karma
– die karmischen Kräfte wirken sich in gleicher oder ähnlicher Art aus.
„Gibt es Regeln im Bumerang Karma? Ja: „Gleiches zieht Gleiches an“. Ein Beispiel:
ein Mensch, der seinem Hass erliegt und anderen Schmerz zufügt, an den heften
sich jene Eindrücke an, nämlich Hass, und Schmerz. Je intensiver und stärker
Eigenschaften und Tat in der Auswirkung sind, um so intensiver brennen sie sich in
der Erinnerung ein. Das nimmt der Mensch als fest verhaftete Aufprägung mit in die
jenseitige Welt und mit ins nächste Leben.
Im nächsten Leben wirken die Seelenanhaftungen von Hass und Schmerz als
Zugkräfte ähnlich wie Wünsche oder Ängste. Sie lenken unbewusst derart die
Geschicke des Menschen, dass ähnliche Situationen wieder herbeigeführt werden –
so lange, bis der Mensch dagegen ankämpft und jene unglückliche Konstellation
überwindet.“
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geschehen ist. Dann muss der Mensch, wenn er sich weiter entwickeln will, diese
Fehlhaltung auf die eine oder andere Weise in einem neuen Leben korrigieren. Das
kann zum Beispiel geschehen, indem er das selbst erleidet, was er einem anderen
zugefügt hat - dadurch lernt er die Situation des anderen besser verstehen. Der
Grundgedanke ist dann nicht "Aug um Aug, Zahn um Zahn", sondern ein "Eintauchen
in die Situation des Geschädigten, damit man alles aus einem solchen Blickwinkel
sehen kann und verstehen lernt".
Pendelprinzip
Die Entwicklung eines Menschen erfolgt meist nicht stetig, entlang einer Geraden,
sondern gleicht eher einem schwingenden Pendel.
Einem Pendeln zwischen entgegen gesetzten Lebensäußerungen, mit immer kleiner
werdenden Abweichungen von der Geraden, bis als Endziel ein Gleichgewicht
erlangt wird. Die Ursache, die das Pendel in die entgegengesetzte Richtung
ausschlagen lässt, ist ein Wunsch, der aus der Erkenntnis der Unvollkommenheit
entspringt.
Je stärker die Ängste und die damit gekoppelten Wünsche sind, desto stärker sind
die treibenden Impulse, die wie bei einem Pendel, das durch stärkere Impulse auch
stärker ausschlägt, hier ebenso zu extremeren Verhaltensweisen führen.
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Eine Seele war in Palästina und später zur Zeit der Kreuzzüge als Frau inkarniert. In
letzterer Inkarnation zwangen sie die Umstände - ihr Mann war ein Kreuzzügler -
dazu, sich männliche Eigenschaften wie Selbstbehauptung und Tatkraft anzueignen.
In ihrem nächsten Leben war sie ein Mann der Frühsiedlerzeit in Amerika, wo sie als
Freibeuter und Freidenker sämtliche Länder der Ostküste durchzog. Heute finden wir
ihren männlichen Geist in einem weiblichen Körper inkarniert.
Ein Christ im früheren Rom, der an Geist und Körper gefoltert worden war, hatte so
sehr wegen seiner geistigen Grundsätze gelitten, dass er sich im nächsten Dasein
materieller Befriedigung widmete.
Geschlechterfolge:
Die Seele verkörpert sich in Abständen als Mann oder Frau, ohne Regelmäßigkeit.
Dadurch werden sowohl weibliche als auch männliche Lebenserfahrungen in der
gesamten Palette von biologisch bis sozial in den verschiedensten Spielarten
erfahren (war speziell in früheren Zeiten mit stark ausgeprägtem Rollenverhalten
wichtig).
Reflexionsprinzip
Bumerang-Karma:
Eine Art des vergeltenden Karma mag bezeichnenderweise Bumerang-Karma
genannt werden, da es wie ein Bumerang wirkt. So erscheint eine gegen einen
anderen Menschen gerichtete ungute Tat auf den Urheber in gleicher Art und Weise
wie die vollbrachte Tat zurückzuprallen.
Organismus-Karma:
Hierbei spielt der Missbrauch des Organismus in einem früheren Leben eine Rolle,
und das Ergebnis ist eine entsprechende Vergeltung in einer späteren Inkarnation
durch Erkrankung des Organismus. Es zwingt dann meist den betreffenden
Menschen infolge eines körperlichen Mangels auf diesem Gebiete mäßig zu werden.
Wirkebenen
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1) Der eigene Körper als Manifestationsebene
Bindungen:
Bindungen durch ungute Taten lösen einen karmischen Zwang aus – sie müssen
karmisch aufgelöst werden.
Liebesbindungen sind freiwillige Bindungen – aus ihnen resultiert kein karmischer
Zwang, sie zwingen den Menschen nicht wiedergeboren zu werden!
Die Beziehung zwischen Opfer und Täter in der Karmaabtragung kann eine vielfache
sein.
Feine Verknotungen und Verflechtungen, für unsere fünf Sinne unerfassbar, dehnen
sich unter der uns sichtbaren fließenden Oberfläche der Geschehnisse als ein
Lebensteppich aus.
Liebe, Sympathie oder Schicksalsgefährten schaffen ebenso Bindungen in positiver
Hinsicht. Jeder Mensch entwickelt sich gemäß seinem eigenen Wesen. Aber er
wandert diesen Pfad zur Vervollkommnung nicht allein, sondern Hand in Hand mit
anderen, die ihn lieben gelernt haben. Meist ist der/die Betreffende durch viele
gemeinsame Erdenleben schon mit jenen in Liebe zugewendeten Menschen
zusammen gewesen. Die wahre Zuneigung hat sie zu einer “geistigen Familie”
vereint.
“Meine Mutter war in einem früheren Leben eine Schwester oder eine nahe
Verwandte. Mein Vater war Kapitän auf einem Schiff, auf dem ich Seemann war. Ich
hatte den Eindruck, dass viele andere Menschen in diesem Leben auch in einer
meiner Lebenszeiten im [Link] Jahrhundert gelebt hatten. (Fall A-558)
Ja, ich kannte meine Mutter aus vielen früheren Lebenszeiten als Freund, als
Schwester und in anderen Verwandtschaftsbeziehungen. Mein Vater war ein Bruder.
Die Menschen, mit denen ich zusammen war, als ich beschloss geboren zu werden,
würde ich in der Zukunft treffen.” (Fall A-372)
2.) Die zweite Ebene ist das natürliche U m f e l d im Sinne der äußeren Umgebung
und dem sozial-kulturellem Umfeld. In diesem Umfeld werden Bedingungen
geschaffen um zu lernen oder abzutragen.
3.) Die vielleicht wichtigste Aktionsebene, in der karmische Kräfte manifest werden,
ist die P s y c h e.
Während die westliche Psychatrie die Ursachen psychischer Störungen allein in
Erlebnissen früherer Lebensjahre zu finden glaubt, zeigt die
Reinkarnationsforschung, dass in manchen Fällen die eigentliche Ursache durch ein
Erlebnis in einem vergangenen Erdenleben hervorgerufen worden ist. Ein
vorliegendes Kindheitserlebnis stellt dann nur den auslösenden Faktor in diesem
Leben für die schwelende Störung aus früheren Zeiten dar.
Verursacht werden solche psychischen Störungen vor allem durch verdrängte
Emotionen, wie z.B. unerfüllte Wünsche, Furcht (verursacht durch großen
Schrecken, durch Nichthabenwollen eigener moralischer Schwächen usw.), oder
auch durch Schuldgefühle. Verdrängungen bilden nicht integrierte
Persönlichkeitsbestandteile, die oft große Energien in sich tragen und sich plötzlich
gewaltsam in nicht kontrollierbaren irrationalen Vorstellungen, Emotionen und
Verhaltensweisen Geltung verschaffen. Bei psychosomatischer Erkrankung bilden
diese Persönlichkeitsabspaltungen die Ursache für eine organische Erkrankung. Die
psychischen Kräfte rufen symbolisch entsprechende Erscheinungen in den Organen
hervor. Diese “Organ-Sprache” stellt gewisse Beziehung zum “Symbolischen Karma”
her.
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Beispiel für Symbolisches Karma (zum Verständnis der “Organ”-Sprache):
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zunehmender seelischer Reife etwa beschleunigt. Ich nehme das an, obwohl ich es
nicht durch Fakten begründen kann. Teilhard de Chardin hat diese Beschleunigung
für die gesamte Menschheit postuliert und mit historischen Fakten belegt. Demnach
hat und wird sich die Entwicklung der Menschheit exponentiell beschleunigen. Da
eine exponentielle Kurve der Bewusstseins/Wissens-Bildung zur Unendlichkeit hin
anwächst, kann diese Entwicklung nicht ewig weiter gehen. Sie erreicht einen
Endpunkt auf der Zeitlinie. Hier muss das Bewusstsein der Menschen rein
mathematisch in einen anderen Zustand übergehen. Diesen Zustand, der durch die
Bewusstseinsentwicklung angestrebt und gemäß der Kurve relativ bald erreicht wird,
nennt Teilhard de Chardin "Christusbewusstsein". Im Maha Yoga würde man sagen
"Allbewusstsein", "All-Liebe".
Im Anschluss die von Teilhard de Chardin entwickelte Kurve. Die Abschnitte wurden
in der Benennung modifiziert.
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Zweidimensional dargestellte Brownsche Bewegung in einer stehenden Flüssigkeit
(Der schottische Botaniker Robert Brown entdeckte 1827 unregelmäßige, ruckartige
Bewegungen kleiner Teilchen in Flüssigkeiten oder Gasen.)
Gleiches wie für die Teilchen mit der Brownschen Bewegung gilt für einen einzelnen
Menschen. Das Schicksal des einzelnen Menschen weist demnach nicht den
gleichmäßigen Trend, wie er für die gesamte Menschheit gilt, auf. Es zeigen sich
karmische Unregelmäßigkeiten. Langfristig gesehen gelten jedoch auch für einzelne
Menschen vermutlich die evolutionären Trends. (Leider gibt es diesbezüglich meines
Wissens noch keine Untersuchungen, etwa mittels Rückführungen.)
Teilhard de Chardin hat diese sich beschleunigende Entwicklung vor mehr als einem
halben Jahrhundert postuliert, zu einer Zeit als das noch nicht so offenkundig war wie
jetzt.
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Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955)
Als Paläontologe (er war Geologe, Anthropologe und Paläontologe) war Teilhard de
Chardin an den Ausgrabungen des Peking-Menschen beteiligt, der vor etwa 450 bis
850 tausend Jahren gelebt hat. Der Peking Mensch kannte schon Steinwerkzeuge.
Als Paläontologe war Teilhard de Chardin über die Zeitskala der Entwicklung der
Steinwerkzeuge bestens informiert. Eine langsam ansteigende Entwicklung, die sich
in der Jungsteinzeit und dann in den diversen Metallzeiten immer stärker
beschleunigte. Das waren allgemein bekannte wissenschaftliche Fakten. Was neu
hinzu kommt ist Teilhard de Chardins Versuch als Theologe, die technische
Entwicklung auf die des Wissens als Bewusstsein gestaltendes Element zu
übertragen und dies mit der Religion in Beziehung zu setzen. Hierbei vertritt er die
optimistische These, dass zunehmendes Wissen auch zu mehr Verständnis und
Verantwortung führt, kurz gesagt zu einer Verfeinerung des Menschen.
Eine solche Entwicklung auf der Zeitlinie nicht ewig weiter gehen kann. Wo endet
dann eine solche Entwicklung? Dieser Frage ist Teilhard de Chardin nachgegangen.
Als Jesuit kam Teilhard de Chardin zum Schluss, dass dieser Endpunkt das
Christusbewusstsein sei.
Hoffen wir, dass dies für die Menschen gilt. Es könnte ja sein, dass die Kurve nicht
im Christusbewusstsein mündet, sondern in einer Roboterzivilisation mit unklarer
Zukunft der verbleibenden Menschen.
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Jedenfalls scheint es ein kosmisches Entwicklungsgesetz zu geben. Diesem Faktum
ist Gina Cerminara nachgegangen. Als Beispiel für die zunehmende Glättung von
Fehlverhalten, das letztlich in Ausgwogenheit mündet, beschrieb sie einen Vorgang,
den sie "Pendelgesetz" nannte. Mit dem Pendelgesetz verknüpft ist das Postulat,
dass das Getriebenwerden durch Wünsche und Ängste im Laufe der Inkarnationen
abnimmt und einem inneren Gleichgewicht zu strebt, das im kosmischen
Bewusstsein endet. Was den einzelnen individuellen Weg anbelangt mag es
Abweichungen geben. Es gibt vielleicht viele Wege auf einen Berggipfel. Sie mögen
oft sehr unterschiedlich sein, langsam mit vielen Serpentinen, steil und beschwerlich,
gefährlich und weniger gefährlich. Egal, alle diese Wege, wie immer sie sein mögen,
münden über kurz oder lang auf dem Berggipfel.
Das Getriebenwerden durch Wünsche und Ängste nimmt im Laufe der Inkarnationen
ab und strebt einem inneren Gleichgewicht zu, das im kosmischen Bewusstsein (= Ω,
Omega) endet.
Wenngleich der Prozess der karmischer Befreiung ein fließender Prozess ist, will ich
ihn zur besseren Veranschaulichung in Entwicklungsstufen beschreiben:
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Individualismus – das Ego grenzt sich nach außen ab
Individualität = Dreieck, Ego (Egoismus) = Kern
Im weiteren Verlauf entwickelt der Mensch Religiosität. Hier beginnt die erste
Hinwendung zu Gott, die zunächst noch äußerlich betont. Religiosität besteht
im Befolgen äußerer Lebensvorschriften und Gebote. Es ist ein
Untertanenverhältnis zu einem personifiziertem Gott.
Allmählich wird die Verbindung zum Göttlichen subtiler. Der Mensch wird
verinnerlicht und lauscht auf „die innere Stimme des Gewissens“.
Das Ego beginnt sich nach oben zu öffnen. Beginn des spirituellen Weges. Aktives
Bemühen einer Hinwendung zu Gott
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Im letzten Stadium erwirbt der Mensch eine verfeinerte Intuition oder das was man
„Gespür“ nennt und empfängt in wichtigen Dingen häufig Impulse von einer höheren
Instanz. Der Mensch wird bisweilen geführt, ohne dass er sich dessen bewusst ist.
Das Höhere Selbst gewinnt über den Weg der Intuition und des Nach-Innen-
Lauschens an Einfluss
(Höheres-Selbst = Dreieck, Göttlicher Funke = Kern)
Der höchste Aspekt des Menschen trägt nach gegenwärtigen Gepflogenheiten die
Bezeichnung „Höheres Selbst" oder "Inneres Sein". Ersteres ist ein Begriff, der von
den Theosophen geprägt wurde. Darunter versteht man den höchsten menschlichen
Aspekt, der vom Göttlichen durchdrungen und unsterblich ist. Das höhere Selbst
steht über jenem individuellen Teil, welcher der Reinkarnation unterworfen ist.
Das Höhere Selbst des Menschen „erwacht“ und tritt durch verschiedene Vorgänge
in Erscheinung. Hierzu gehören Visionen, kosmische Zustände, Erwachen der
Kundalini und anderes mehr.
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Zwischen irdischem Menschen und höherem Selbst entsteht eine bleibende Brücke
Was vorher eine Ausrichtung nach oben war wird im nächsten Stadium (oben
abgebildet) zu einer festen Verbindung. Auch im Alltag, nicht nur in Versenkung
bleibt die Verbindung mit dem Höheren Selbst aufrecht. Der Mensch verfügt dadurch
über ein sicheres inneres Wissen welche Handlungen, Gedanken und Gefühle richtig
sind und welche nicht. Die Lebensführung erfolgt nicht mehr wie zu Beginn durch
Befolgung äußerer Gebote, sondern durch ein klares inneres Empfinden, das sich
nicht nach Konventionen und Moralismen orientiert, sondern nach den kosmischen
Prinzipien der Liebe (ist ein Zustand und unabhängig von Handlungen, Absichten
und psychischen Gegebenheiten).
In diesem Stadium stellt sich oft eine besondere Fähigkeit ein, die man „direktes
Wissen“ oder engl. „instant knowing“ nennt. Es handelt sich hierbei um eine innere
Klarheit, die man situationsbedingt besitzt. Es ist ein Wissen, das dann da ist wenn
man es benötigt und das man scheinbar nie zuvor erworben hat. Es ist einfach da.
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Der irdische Mensch wird frei von Egoismus und wird vom Höheren Selbst
(kosmisches Bewusstsein) durchdrungen
Was das Karma uns einbringt ist Erfahrung. Unsere inneren und äußeren Aktionen
wirken durch das Karma auf uns zurück und dies zwingt uns über die Qualität der
Ursachen nachzudenken. Wir machen uns keine Gedanken ob wir einmal einen
Fehler gemacht hatten, sondern erleben Unrecht und Leid in direkter Weise was uns
dazu veranlasst uns von Ursachen, die solches herbeiführen könnten, abzuwenden.
Dieses Lernprinzip ist fernab einer Gebotsbefolgung und fernab einer polarisierten
Weltanschauung von Gut und Böse.
In einem Brief wurde ich einmal auf einprägsame Art darauf hingewiesen:
Letztlich geht es nicht darum, ob etwas in der physischen Welt oder wo auch
immer erlebt, durchlitten und erfahren wird. Wichtig ist, es wird erfahren, und
zwar bis hinein in die Tiefe der Seele, die dort das karmische Geschehen sich
auflösen lässt. Wir hier in der materiellen Welt glauben, dass nur das materiell
Erfahrene (der physisch Erlebte, etwa ein Unfall mitsamt seinen physischen
Folgen, wie Blindheit, Lähmung, oder sonst) real sei und deshalb mit Karma
zu tun hat. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass etwas in die
Seelenschichten reicht, in die hinein Veränderungen statt finden. Beim einen
muss dazu eine physische Tragödie ausgelöst werden, beim anderen reicht
eine tiefe, schmerzhafte Einfühlung........
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Ein Kind, das keine Ahnung vom Feuer hat, wird es erst lernen, wenn es sich
einmal verbrannt hat. Dahinter steckt keine Strafe. Dahinter steckt kein Lohn.
Es tut dem Kind weh. Und so lernt es etwas über einen Teil des Wesens des
Feuers. Nur über den Teil, der schmerzt! Über die anderen Teile des Feuers,
den, der wärmt, den, mit dem man Nahrung zubereiten kann, lernt das Kind
auf andere Weise, sinnlicher, freudvoller - anders eben, man kann es nicht
vergleichen, es lernt etwas über einen Teil des Lebens, nämlich den, der mit
dem Feuer zu tun hat. So dann auch mit Wasser, Wind, Erde - und, erweitert,
auch mit Gefühlen, Gedanken - was ich tue, sage, denke - damit habe ich zu
tun, die Folgen habe ich zu tragen, und zwar auch vollkommen wertfrei........
Globale Verantwortung
Solange der Mensch auf sein Ego bezogen ist (egoistisch sein), wird die Dynamik
seines Karmas nicht abflachen. Das Ego erzeugt immer wieder neue Wünsche und
vor allem, was oft übersehen wird, es schafft jede Menge psychischer Probleme. Es
ist ein sich selbst verstärkender Prozess, weil bei jedem psychischen Problem die
Aufmerksamkeit wiederum auf das Ego gelenkt wird, dieses gestärkt wird, weshalb
die Störung dann ihrerseits wieder gravierender empfunden wird. Je mehr Ego, desto
mehr psychische Probleme und umgekehrt. So wie körperlicher Schmerz die
Aufmerksamkeit auf den Körper lenkt, so lenkt ein psychisches Problem die
Aufmerksamkeit auf das Ego.
Solange dem Menschen das eigene Ich am wichtigsten ist, solange wird der Mensch
alle Resourcen und Annehmlichkeiten diesem Ich zufließen lassen und sei es auf
Kosten der Mitmenschen und der Umwelt. Man kann sagen: je stärker Ich-betont
(egoistisch) ein Mensch ist, desto weniger fühlt er sich für Mitmenschen und Umwelt
verantwortlich.
Nach der Lehre des modernen Yoga liegt in einem ersten Schritt das spirituelle Ziel
des Yoga darin den Egoismus abzubauen. Das wird unter anderem dadurch
gefördert, dass man sich verstärkt der Umwelt in Aufmerksamkeit, Liebe und
Verantwortungsbewusstsein widmet. Es ist ein erster Schritt in Richtung Auflösung
des Egos oder wie es meist genannt wird der „Ichverhaftung“. Das hat nichts mit
einer Auslöschung der Persönlichkeit zu tun, die Entscheidungen trifft. Dergleichen
wird auch nicht angestrebt. Es hat damit zu tun, dass die Entscheidungen im Sinne
eines Allgemeinwohles, im Sinne einer kosmischen Harmonie und der Gesamtheit
allen Lebens getroffen werden.
Betrachten wir die Erde als einen großen Organismus. Ob dieser Planet ein eigenes
Bewusstsein hat oder nicht, möge hier nicht diskutiert werden, weil es am Prinzip
unserer globalen Verantwortung nichts ändert. Was einen Organismus kennzeichnet
ist die Vernetzung der einzelnen Teile. Kein Teil existiert für sich allein, sondern wird
beeinflusst und beeinflusst andere Teile. So wirkt sich das Bedürfnis der Menschen
nach Lebensgrundlagen auf die Tier und Pflanzenwelt aus, auf den Wasserhaushalt
und vielem mehr. Die Wechselwirkungen zwischen Menschheit und dem Planeten
kann man als karmische Verknüpfung betrachten. In gleicher Weise die Interaktion
zwischen dem einzelnen Menschen und seiner Nation und der gesamten
Menschheit.
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Die Wechselwirkungen der Menschheit mit den Tieren und Pflanzen und den
geologischen Gegebenheiten beschränken sich nicht auf die materielle Ebene,
sondern äußern sich in karmischer Weise auch auf anderen Wirkebenen bis in den
transzendenten Bereich hinein.
Es mag sein, dass der transzendente Bereich auf dem ersten Anblick für die
Wirkweisen des Karmas nicht sonderlich wichtig erscheint. Bei genauerer
Betrachtung ändert sich der Eindruck, sofern man an eine höhere göttliche Ordnung
glaubt. Der transzendente Bereich ist ein verbindendes Element, das gleich einem
unsichtbaren Netz alles Leben miteinander verbindet. Wer hierfür Gespür bekommt,
erkennt, dass alles Leben einen einzigen globalen Organismus bildet. Das führt zu
einer völlig anderen Einstellung gegenüber der Natur. Der alte Leitsatz „macht Euch
die Erde untertan“ wird dadurch aufgehoben.
Ein Grundprinzip des Karmagesetzes ist, dass eine jede Handlung auf den
Menschen, der die Handlung gesetzt hatte, rückwirkt. Kollektive Handlungen wirken
auf das Kollektiv zurück – hier wären wir bei der Menschheit und ihrem kollektiven
Karma.
Die Ansammlung von Müll- und Plastik-Treibgut im Pazifik ist bereits derart groß,
dass man von einem neuen Kontinent sprechen kann – etwa zweimal so groß wie
die Bundesrepublik Deutschland. Unzählige Fische und Vögel verenden an
Plastikteilen, die für Nahrung gehalten wurden.
31
Schweinehaltung
Es geht nicht darum ob der Mensch Fleisch isst. Es geht darum welche Achtung und
Rücksicht der Mensch den Tieren und Pflanzen entgegen bringt.
Viele Tiere führen durch die Menschen ein qualvolles Leben und sterben durch seine
Hand. Wie soll ein gerechter Ausgleich erfolgen? Die Tiere können ja durch die
Dominanz des Menschen nicht die Situation umkehren im Sinne einer Vergeltung.
Die Wiedergutmachung an den Tieren könnte auf folgende Weise geschehen
(unbewiesene Annahme): Es wird bei den höher entwickelten Tieren das durch die
Menschheit erlittene Leid dadurch abgegolten, dass ihnen die Möglichkeit einer
menschlichen Geburt gegeben wird, nach einer langen Zeit der Vorbereitung im
Jenseits. Ergänzt könnte diese Annahme noch durch Einbeziehung von
Naturgeistern werden. Es gibt zusätzlich zu den irdischen Naturgeistern auch astrale
"Naturgeister" etwa wie Engelwesen oder dämonische Wesen.
Dies könnte eine der Erklärungen des rasanten Geburtenanstieges der Menschheit
sein.
Eine zweites Erklärungsmodell erklärt den Geburtenanstieg damit, dass die Erde ein
Läuterungsplanet innerhalb eines Gebietes der Galaxis ist.
Obige Postulate wären eine Antwort auf die Frage: "Woher kommen die vielen
Seelen, wenn man bedenkt, dass vor etwa 12 tausend Jahren nur etwa 5 bis 10
Millionen Menschen lebten?"
Als einzelne Menschen können wir am Trend nichts ändern. Was wir aber wohl
können ist der Natur und den Tieren in Liebe zu begegnen. Wir müssen dazu nicht
unser Leben einschränken, es genügt, wenn wir unser Herz weiten.
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Auch Pflanzen sind unsere Geschwister, obwohl sie stumm sind. In den Tieren,
speziell unter den am meisten entwickelten, fällt es uns schon leichter unsere
Geschwister zu sehen.
33
belastet und ihm zu Methoden verhelfen, die das Stottern minimieren. Aber kann es
nicht sein, dass das Karma damit etwas Bestimmtes vorgesehen hat? Es könnte
sein, dass vorgesehen war den Menschen durch das Stottern von der Gesellschaft
zu isolieren, in der Absicht, dass er dadurch weniger angepasst und integriert ist und
durch die teilweise Isolation seine Verinnerlichung gefördert wird. Was uns negativ
erscheint wird positiv beurteilt. Das ist ein völlig anderer Gesichtspunkt und eine
völlig andere Zielsetzung – und sie mag für einen ganz bestimmten Menschen gelten
und für hunderte andere nicht.
Es liegt nahe das Karma und den dadurch festgelegten Lebensweg mit einem
Labyrinth vergleichen. In Anbetracht des vorhin gebrachten Beispieles bedeutet dies,
dass man keineswegs generelle Hinweise geben kann, bildlich gesehen etwa ob der
Weg nach links oder nach rechts gehen soll. Es bleibt alles nach wie vor der
persönlichen Einschätzung überlassen und es gibt keine generellen Richtlinien, so
sehr man dies bedauern mag. Es kann bestenfalls eine allgemeine Orientierung
gegeben werden, in der Art eines Kompasses. Ein Kompass in einem Labyrinth, das
klingt wenig zweckdienlich. Stimmt, es kann nur gesagt werden wo das Ziel liegt,
aber nicht auf welchem Weg man es erreichen kann. Aber immerhin, es ist schon
etwas, eine winzige Hilfe, wenngleich nicht viel. Es bewahrt davor nach rückwärts zu
gehen.
Der innere Kompass zeigt uns das Ziel. Wenngleich der Weg nicht beschrieben
werden kann, so kann man sehr wohl das Ziel beschreiben. Leider gehen bezüglich
des Zieles die Meinungen weit auseinander. Die meisten, die das Ziel beschreiben
befinden sich selbst noch im Labyrinth – ich will mich hierbei nicht ausschließen.
Deshalb sei Vorsicht angeraten bei Erklärungen, die das Ziel beschreiben. Meist
haben die jeweiligen religiösen oder philosophischen Beschreibungen des Zieles
folgendes gemeinsam: das Ziel liegt kerzengerade vor dem Weg, den der jeweilige
Weisheitslehrer gerade geht. Geht er nach links, so behauptet er, dass das Ziel links
sei, geht er nach rechts, so meint er, dass das Ziel rechts sei. So irren die Weisen die
Wege entlang, kreuzen ihre Wege und trennen sich wieder. Blinde meist, die Führer
sein wollen.
Die Religionen und Weisheitslehren sind wie ein Kaufladen – es wird eine große
Auswahl angeboten. Auf jeder Verpackung steht jeweils der Vermerk „die einzige
Wahrheit“. Wie Sie gewiss herausgefunden haben, will ich mich von all diesen
Angeboten distanzieren. Das stimmt! Sicherlich wollen Sie auch wissen inwiefern
sich mein Angebot von den übrigen unterscheidet. Es ist eine andere Verpackung,
vielleicht ein anderer Inhalt, aber es trägt die selbe Aufschrift wie alle anderen
Angebote: "die einzige Wahrheit"!
Schenken wir wieder dem Karma in der symbolischen Darstellung eines Labyrinthes
unsere Aufmerksamkeit. Ein Labyrinth ist mit seinen Sackgassen und Irrwegen sehr
entmutigend. Damit wir uns nicht so verlassen fühlen und gelegentlich auch einen
Hoffnungsschimmer sehen, gibt es in dem Labyrinth auch gelegentlich Wegweiser.
34
Ich konnte es mir nicht verwehren solch einen Wegweiser darzustellen. Weil ich nun
mal sehr auf Yoga fixiert bin, habe ich zu dem Wegweiser einen von der Askese
gezeichneten Yogi hingesetzt. Der Yogi sagt: „Befolge meine Richtlinien, dann
kommst Du zum Ziel. Du baust Dein Karma ab und frei geworden vom Karma
gelangst Du in den Himmel oder wie immer Du den höchsten Zustand nennen willst.“
Leider hat jemand über den Wegweiser einen weiteren Wegweiser gesetzt. Offenbar
der rote Bursche, der davor steht. Dieser ruft mit marktschreierischer Vitalität: „Wie
willst Du Eigenverantwortlichkeit erlernen, wenn Du blind Gebote befolgst? Nur wenn
man aus Fehlern lernt, dann sitzt der Lernstoff so richtig fest, dann weißt Du wie Du
dran bist und welche Folgen Dein Handeln hat. Fehler machen klug!“
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Die Schilder sind schlecht lesbar. Auf beiden steht „die einzige Wahrheit“. Also seien
Sie unbesorgt, Sie können somit nicht fehl gehen.
Offenbar handelt es sich hierbei um zwei unterschiedliche Strategien – die eine für
Unentschlossene und die andere für solche, die gerne leiden wollen.
Beide Möglichkeiten haben ihren Pferdefuß und sind eine schwere Entscheidung, die
einem da abverlangt wird. Es wäre doch zu schön, wenn es da einen Mittelweg gäbe.
Wenn ich mich so zurück erinnere: ich bin selbst einmal vor diesem Wegweiser
gestanden. Welchen Weg ich gewählt habe? Ich habe mich zunächst hingesetzt,
mein Brot und die Flasche Apfelsaft ausgepackt und habe es mir gut gehen lassen,
bevor ich mich zu einer Entscheidung habe hinreißen lassen. Den beiden habe ich
auch etwas von Speise und Trank gegeben und habe mit beiden geplaudert. So
während des Gespräches haben sie mir folgendes Erstaunliche verraten: die
Wegweiser sind für breit ausgetretene Wege da, welche von den meisten bevorzugt
werden. Die meisten glauben, dass ein Weg, der von vielen begangen wird auch der
richtige Weg ist. Die Schilder sind also als Wegweiser für die Mehrzahl der
Ankömmlinge gedacht. Natürlich gibt es auch einige wenige Außenseiter, die es
bevorzugen einen eigenen Weg zu gehen. Das sind dann kaum sichtbare Pfade,
unbequem und von manchem Gestrüpp verdeckt. Wildpfade werden weder in einer
Karte eingetragen noch durch Wegweiser gekennzeichnet.
Die hinter dieser Andeutung stehende Möglichkeit war mir neu. Aufmerksam
geworden blickte ich hinter den Pfeiler des Wegweisers, erhob mich, dankte den
Beiden für ihre Gesellschaft und ihr Gespräch und schritt durch eine kaum sichtbare
Lücke im Gebüsch, hinter welcher sich ein schmaler Pfad auftat. Ein Gedicht an Odin
kam mir in Erinnerung:
Odins Wege
Auf breiter Straße wirst Du Odin selten finden.
Du musst Stein und Dickicht überwinden.
Hart und beschwerlich ist Dein Weg,
über manchen Abgrund führt der Steg.
Wem das Ziel ist keine Mühen wert,
wer nur aus Büchern liest am warmen Herd,
dem wird die Weisheit nicht gegeben,
denn sie zu erlangen heißt ERLEBEN!
Ich bevorzuge es meiner Zukunft im Vertrauen auf eine höhere Führung ohne Furcht
entgegen zu sehen. Vieles, das geschieht und wir als unangenehm empfinden, mag
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sich in der einen oder anderen Weise in der Zukunft als Segen erweisen. Ich will
hierzu eine Geschichte bringen, die ich einmal irgendwo gelesen habe:
Man kann oft sehr schwer unterscheiden was wichtig ist und was nicht. Im
Nachhinein wissen wir das vielleicht, aber im Voraus selten. Ein Beispiel aus einer
Zeitung in eigenen Worten:
"Ein Engländer wollte im 19. Jahrhundert eine Expedition in das Landesinnere
Afrikas machen. Er schaffte sich Material und Träger an. Er wollte auch Stiefel
haben und ging zu einem Schuster. Der aber hätte ihm die Stiefel nicht mehr
vor dem Aufbruch zur Expedition fertig machen können. So bot er ihm
gebrauchte Stiefel an. Es waren Militärstiefel. Der Engländer probierte sie an
und sie passten. Also nahm er sie.
Die Expedition gelangte immer tiefer in das Land, weit weg von der
"Zivilisation". Eines nachts übernachteten sie bei einem Stamm. Am nächsten
Morgen bat der Guide den Engländer schnell aufzubrechen und nicht bei dem
Stamm zu bleiben. Unterwegs erzählte er: Er hatte eine Beratung von dem
Häuptling und etlichen Stammesangehörigen belauscht. Sie waren alle dafür,
den Engländer und seine Wache in der Nacht umzubringen, um sich die
Schätze anzueignen. Da sagte einer der Männer: habt ihr nicht gesehen, dass
er Militärstiefel trägt. Der ist sicher ein hochrangiger Militär, der auf
unauffälliger Erkundung ist. Wenn wir den töten, haben wir das ganze
englische Militär auf dem Hals und sie werden uns alle töten.
Damit wurden die gebrauchten Stiefel zum Lebensretter. Hätte der Engländer
"Glück" gehabt und der Schuster hätte eilig die neuen Stiefel noch zurecht
bekommen, so wäre der Engländer ermordet worden."
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Sinnfindung im Leben und Lebensplan
Ich glaube ein erfülltes Schicksal ist zugleich ein erfülltes Leben; man ist mit sich
selbst zufrieden. Es kann sein, dass jemand eine Erfüllung im Abtragen von
Schuldgefühlen sieht, aber das ist Ansichtssache. Wenn man sich schon mit
Schuldgefühlen herum schlägt, so ist es besser statt Selbstbestrafung einen Weg der
Wiedergutmachung zu suchen, einen Weg der Versöhnung.
Das Leben sollte mehr sein als ein Routineablauf in der Erledigung von
Obliegenheiten. Es sollte auch innerlich bereichern. Es sollte Würze beinhalten, gut
bekömmliche Würze. Dazu gehört, dass man immer wieder Neues erschließt. Das
bedeutet nicht, dass man Altes verwirft, sondern, dass man Altes weiter entwickelt.
Dadurch bleibt das Leben spannend. Wenn etwas spannend ist, dann erzeugt es
innere Spannung – jedoch in diesem Fall nicht als Aggression, sondern als Dynamik
und Lebensfreude.
Von einem erfüllten Leben kann man dann sprechen, wenn es ein Lebensziel gibt,
für das es lohnte sich einzusetzen und man das auch verwirklicht hat. Derlei
Lebensziele sind individuell sehr unterschiedlich und können nicht durch die
Erfüllung eines religiösen Vorschriftenkataloges normiert werden. Eines kann jedoch
pauschal gesagt werden: ein erfülltes Lebensziel verhilft einem Menschen zu neuen
Erkenntnissen.
Lebenserfüllung heißt Einsatz, Neuland erkunden, Unterordnung an ein Ziel und
etliches mehr. Sie ist nicht an Spiritualität gebunden, sondern kann sich genauso gut
erfüllen in Kunst, Erziehung von Kindern, Forschung oder was immer es auch sein
mag. Passivität und sich treiben lassen, egoistisches Genießen kann niemals ein
erfülltes Leben mit sich bringen. Die Menschen erkennen dies dadurch, dass sich bei
ihnen in Bezug auf ihr Leben das Gefühl einer sinnlosen Leere auftut.
Die Frage, ob ein Lebensziel und seine Erfüllung vorherbestimmt ist, lässt sich nicht
so leicht beantworten. Die Jenseitsforschung spricht davon, dass es für jeden
Menschen einen Lebensplan gibt. Allerdings wird dieser Lebensplan sehr häufig
nicht erfüllt. Der vor der Geburt erstellt Plan scheint somit eine optimale Option zu
sein. Wenn diese Option nicht erfüllt werden kann, kommt ein Ersatzplan zur
Geltung.
Es wird dem Menschen durch eine solche Planung, die von einem höheren
Seelenaspekt heraus erfolgt, keineswegs die Entscheidungsfreiheit seiner irdischen
Persönlichkeit genommen. Die Entscheidungen bleiben frei, auch dann, wenn es sich
um Fehlentscheidungen handelt. Bei einer Fehlentscheidung versucht eine innere
planende Instanz aus der Situation das Beste zu machen, indem ein Ersatzplan
erstellt wird. Dem Menschen sind diese Vorgänge meist nicht bewusst.
Das Leben sollte für den Menschen Schule und Bewährung sein – deshalb auch ein
Plan, der so viel wie ein Lehrplan ist. So wie es Ärzte und Psychologen gibt, welche
dem Menschen in der irdischen Welt zu helfen versuchen, gibt es ähnliche Instanzen
im Jenseits, die sich mit dem Karma befassen – so jedenfalls wird es in einigen
esoterische Lehren postuliert. Diese Instanzen tragen die Bezeichnung (Theosophie)
„Lipikas“.
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Eine Stelle aus dem Jenseitsroman „Die Tempelstadt“ von A. Ballabene über
Karmaentscheidungen und einem Lipika:
„Eine Entscheidung ist oft eine Folge der Gewichtung. Stell dir den Menschen
als ein Bündel verschiedenster karmischer Kräfte vor. Kräfte, die in gleicher
Richtung ziehen und solche die in die gegenteilige Richtung oder woanders
hin wirken. Eine jede Eigenschaft des Menschen, jeder Wunsch, jede Angst,
jede von Emotionen behaftete Erinnerung übt eine innere Kraft aus, die ihr Ja
oder Nein bei einer Schicksal bestimmenden Entscheidung in die Waagschale
wirft. Es ist nicht ein Ich, das entscheidet, sondern eine Summe innerer Kräfte.
Diese psychisch verankerten Kräfte ändern sich nicht von einem Tag zum
anderen. Sie haben eine gewisse Trägheit.“
„Das kann doch nicht wahr sein“, rief Elbrich. „Ich dachte es gibt eine göttliche
Ordnung! Die Allmutter selbst hatte sich doch um Carla bemüht, sie wird das
doch nicht zulassen!“
„Was stellst du dir unter der Allmutter vor? Eine Despotin? Sie ist wie die
Sonne, die allem Licht gibt, ob Unkraut oder Getreide. Sie ist reine Liebe und
protegiert nicht. Sie greift in keine Interessenskonflikte ein. Der Mensch selbst
muss entscheiden.“
„Du hast mir ja einmal von den Lipikas, den Meistern des Karmas erzählt, die
für Schicksalsgerechtigkeit sorgen, an die müssen wir uns wenden und den
Fall vortragen“, empörte sich Elbrich.
Sodashi lächelte, „ich gehöre auch zu den Lipikas“, sprach sie und sah dem
verblüfften Elbrich ins Gesicht.
Es verschlug ihm die Sprache. In seinen Augen waren Lipikas die obersten
Regenten, die sich um Gerechtigkeit und förderliche Schicksalsentwicklung
bemühten. Sie gehörten den obersten Ebenen an und kaum jemand bekam
sie je zu Gesicht. Und zu ihnen gehörte Sodashi?
39
Lipikas in Grenzen gehalten und so gelenkt, dass Wachstum und Entwicklung
möglich sind. Dies wollen ja letztlich alle, nur sind sie sich nicht in der
Richtung einig.“
Elbrich ereiferte sich: „Ich gehöre nicht zu den Lipikas und unterliege nicht
ihren Gesetzen des Gleichgewichtes. Also ist es mir erlaubt alles daran zu
setzen, um diese Zukunft von Carla zu verhindern“.
„Ja, das ist dir erlaubt. Unter den Lipikas gibt es auch Angehörige, welche die
Interessen der dunklen Seite vertreten. Sie sind keineswegs böse oder
destruktiv, wie man meinen könnte. Es wäre eher angemessen, sie als
kosmische Staatsanwälte oder Vollzugsrichter zu bezeichnen. Was das
Schicksal von Carla anbelangt, sind im Augenblick sie am Zug.“
„Woher weiß man, wann wer ‚am Zug’ ist?“ Elbrich wurde die Situation immer
rätselhafter.
„Vorher waren die Yogis am Zug. Dadurch war es möglich, dass ich Carla den
Maha Yoga beibrachte, sie die kosmische Einheit und Allliebe erkennen
konnte und ihrem Leben ein spirituelles Ziel vor Augen geführt wurde. Es ist
so: der Mensch kann nicht einfach unbegrenzt gefördert werden. Von Zeit zu
Zeit muss er sich auch beweisen. Auch muss er Altes aufarbeiten und der
neuen Situation anpassen. Er muss mittels Entscheidungen und Verzicht
beweisen, welchen Stellenwert er der spirituellen Entwicklung beimisst.
Hierbei ist die andere Seite am Zug. Sie darf prüfen!“
„Wenn du der Ansicht bist, dass eine Prüfung zu verfrüht oder unangemessen
ist, kannst du dich ja an die Lipikas wenden. Hier gebe ich dir eine Tafel, in
welcher ein astraler fingerprint von Carla enthalten ist. Das ist notwendig.
Nach einem weltlichen Namen kann ein Lipika schwer jemanden ausfindig
machen. Ein fingerprint jedoch ist eine Kennung, die eine astrale Verbindung
zu Carla ermöglicht – damit ist es für die Lipikas eine Leichtigkeit Carla
anzupeilen. Die momentan zuständigen Lipikas findest Du in der Halle hinter
dem Turm, der wie ein Ritter aussieht. Du bist ja damals solch einem Lipika
begegnet.“ Damit reichte sie Elbrich eine gelbe Tafel, und sah ihn interessiert
an, in Erwartung der Entscheidung, die er treffen würde.
Abgesehen vom individuellen Lebensplan gibt es Werte, die von allen Menschen
angestrebt werden sollten. Dazu gehört etwa das Streben nach Mitgefühl und Liebe.
Auch die Gefühle zu verfeinern, das Schöne zu empfinden, zu Lernen und sich zu
entwickeln gehört dazu. Diese Eigenschaften geben den Taten in der
Lebenserfüllung, den künftigen Karma-Elementen, eine bestimmte Färbung, einen
goldenen Glanz wenn es sehr gut läuft.
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sich Karten legen lassen
einen Tauschhandel mit Gott betreiben: wenn Du mir hilfst, verspreche ich Dir
ein gehorsamer Vasall zu sein.
Aktiv leben, seine Ziele verwirklichen und den Rest als unwägbar akzeptieren.
Das Schicksal kann uns hart treffen oder sanft mit uns umgehen. Das steht außer
Zweifel. Und das meiste hiervon, speziell jenes das uns von Geburt und Kindheit
mitgegeben wurde, ereilte uns, ohne dass wir dagegen etwas machen konnten. Nicht
wenige von uns sind durch Schicksalsereignisse geschädigt. Unsere Erfahrungen
aus den vergangenen Jahren lassen uns mit Sicherheit oder Angst der Zukunft
entgegen sehen.
Das meiste von dem, das unser Schicksal vorsieht, entzieht sich unserer Lenkung,
wenngleich sich mehr als man allgemein zu glauben bereit ist, durch Klugheit und
Einsicht handhaben lässt. Von den zwei Aspekten des künftigen Schicksals „lenkbar“
und „unlenkbar“ können wir versuchen den lenkbaren Anteil zu erhöhen. Was den
unlenkbaren Anteil anbelangt, so können wir dagegen aufbegehren, uns resigniert
abfinden oder darauf vertrauen, dass es einen undurchschaubaren höheren Sinn
besitzt. Die letztere der drei Möglichkeiten wirkt zumindest versöhnlich und
beruhigend.
Immer wieder wird ein größerer oder kleinerer Teil des Schicksals uns
Unvorhergesehenes entgegen bringen. Diesen Anteil des Unvorhergesehenen
wollen wir so weit wie möglich verringern. Das ist nur dann möglich, wenn wir uns
selbst und unsere Handlungen unter Kontrolle haben. Kontrolle jedoch ist nur dann
möglich, wenn wir uns richtig einschätzen und die Lenkung nicht dem UBW oder
manipulierenden Menschen oder Organisationen überlassen.
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Wollen wir unser Schicksal in die Hand nehmen oder es uns bequem machen und
uns manipulieren lassen, von den Mitmenschen, den Medien und unberechenbaren
Schicksalskräften?
Sehen wir uns um: die meisten Menschen werden von Wünschen und Ängsten
gesteuert. Davon gedeihen ganze Industrien. Sie warnt uns vor Schweiß- und
Mundgeruch und zeigt uns wie sich die Menschen von uns dann abwenden, sie zeigt
wie unser Besitz ohne die entsprechenden Produkte von Motten zerfressen wird,
verstaubt oder baufällig wird und vieles mehr. Es kommt auch ein Muss hinzu, etwa
wenn man Eindruck erwecken will muss man dieses oder jenes Auto besitzen, diese
oder jene Marke rauchen, glänzendes Haar besitzen und anderes mehr. Glück,
Wohlbefinden und Status wird mit Produkten gekoppelt. Zufriedenheit und inneren
Frieden erreichen wir jedoch weniger durch die Erfüllung diverser Wünsche, sondern
durch das Gegenteil, durch Wunschlosigkeit.
Wünsche und Ängste treiben uns zu maximaler Leistung, zum Geldverdienen und zu
einer Freizeitgestaltung, die wiederum Stress erzeugt statt Erholung. Stress führt zur
Außenwendung und ist ein Betäubungsmittel, das durch Ablenkung bewirkt, dass wir
nicht mit den zahlreichen ungelösten Problemen und der inneren Leere konfrontiert
werden.
Wenn man all das durchschaut, liegt es auf der Hand, dass man eine Kontrolle über
unbewusste Motivationen anstrebt. Das ist allerdings ein mühsamer Weg. Es
erfordert die eigenen Schwächen akzeptieren zu lernen und unempfindlich
gegenüber dem Gerede und Urteil anderer zu werden.
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Es gibt Methoden, die uns auf dem Weg einer aktiven und eigenständig gelenkten
Selbsterkenntnis helfen. Einige hiervon seinen anschließend skizziert.
Selbstbeobachtung
Selbstbeobachtung ist ein hoch spannendes Vorhaben. Man lernt viel daraus. Immer
wieder führt es zu überraschenden Entdeckungen – an uns selbst und sobald wir ein
Muster erkannt haben, lernen wir seine Wirkweisen auch bei unseren Mitmenschen
erkennen und verstehen. Eine gute Vorgehensweise bei der Selbstbeobachtung ist
eine große Kunst. Aufgelistet sind es folgende Regeln, die beachtet werden wollen:
Beobachtung unserer Reaktion auf ein Ereignis. Wir beobachten wie unser
Körper reagiert (etwa Erröten oder Schwitzen), wir beobachten unsere
Emotionen (Angst, Zorn, Verunsicherung) und unsere Handlungsreaktion. Um
letzteres studieren zu können, dürfen wir nicht augenblicklich eingreifen oder
zumindest nicht zu sehr eingreifen.
Analyse der Reaktionen unserer Mitmenschen auf unsere Worte und Gesten
Wachheit und Aufmerksamkeit bei der Selbstbeobachtung
Beobachtung von Gedanken und Gedankenketten
Akzeptanz der eigenen Schwächen
Sich statt von Moralismen von der Selbsterkenntnis leiten lassen.
Lesen von Literatur aus Psychologie und Verhaltensforschung
Allmählich kristallisiert sich durch die Selbstbeobachtung ein klares Bild heraus, etwa
von einer Eigenschaft, die gerade im Focus unserer Aufmerksamkeit und Analyse
steht.
Eine etwas ausgefallene Methode hierzu findet sich in meinem ebook „Der Schatten“.
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Erkennen des Musters
(Bild aus dem ebook „Der Schatten“)
44
Tagesrückschau
Die Tagesrückschau besteht darin, dass wir die Ereignisse des Tages in unserer
Erinnerung durchgehen und die Handlungen, Antriebe, Emotionen, äußeren
Ereignisse und Reaktionen analysieren, um daraus zu lernen, Erfahrungen zu
integrieren und Rückschlüsse zu ziehen.
Methode:
1) chronologisch vorgehen, Ereignis um Ereignis
2) imaginäres Nachvollziehen der Hauptereignisse, ein summares Empfinden
aufsteigen lassen
3) Prüfung einer bestimmten Eigenschaft an Hand der Tagesereignisse
Durchführung:
Beginn mit einem meditativen Nacherleben und schwingungsmäßigem Erspüren der
emotionellen Qualitäten. Nachfühlen positiver Schwingungen, Erkennen der
Begleitumstände, Versuch Fehlhaltungen zu entschlüsseln.
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anschließend die Situation noch einmal durchleben, diesmal jedoch imaginär in der
richtigen Handlungsweise.
Oder: Verbindung mit dem jenseitigen Helfer oder Schutzengel und Erleben der
Tagesereignisse in einem gehobenem Schwingungszustand mit dem Empfinden
seiner Gegenwart.
Das Frieden-Schließen:
Wir geben uns im Gebet an Gott und den Satguru hin, mit allem, was wir haben und
sind, mit unseren hellen und dunklen Seiten und wir fühlen, wie die Göttliche Liebe
uns annimmt. Wir schaffen Frieden mit unserer Situation, mit allen Menschen und
danken.
Charakterspiegel
Dient dazu das kennenzulernen, was wir umgestalten wollen: jenes unbewusste und
unvollkommene Wesen, die "Person", mit der wir uns identifizieren, mit all ihren
Faktoren und Eigenschaften. Der Charakterspiegel ist ein ständiger Begleiter auf
dem Weg. Im Laufe der Zeit lässt sich eine Entwicklung absehen und kleine
Erfolgserlebnisse erhöhen die Freude an der Arbeit an sich selbst. Man beginnt mit
den gröbsten Manifestationen einer Eigenschaft, dem wertungsfreien Erkennen und
Festhalten. Aus dem Stadium des Forschens entwickeln sich dann tiefere
Erkenntnisse der Zusammenhänge und emotionalen Reaktionen. Dadurch, dass wir
uns verstehen lernen, lernen wir auch andere verstehen.
Material: Eigenschaften, die in uns vorhanden sind, in uns wirken, wie wir mit ihnen
arbeiten.
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nicht verärgert, sondern gemäßigt und tolerant, jedoch mit dem besten Vorsatz es
das nächste mal besser zu machen.
Praxis:
Die "negative" Eigenschaft wird unter einer eigenen Rubrik in den Tagesplan
eingetragen und gekennzeichnet, wie weit die Beherrschung gelungen ist. Damit wird
der Vorsatz an der Eigenschaft zu arbeiten immer wieder erneuert und jeder Fort-
und Rückschritt registriert.
Eine völlige Überwindung wird kaum gelingen, aber eine Korrektur ist schon ein
schönes Erfolgserlebnis. Keinesfalls darf als Methode eine Unterdrückung eingesetzt
werden. Statt dessen versucht man sich gut zuzureden und die Umstände zu klären.
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Traumaufzeichnungen und Traumanalyse
Notizen
Ein Notizbuch zur Seite legen und am Morgen alles notieren, zunächst in
Schlagworten und nach Möglichkeit mit geschlossenen Augen. Je stärker wir wach
sind desto leichter vergessen wir. Später, wenn wir Zeit haben, notieren wir alles
ausführlich.
Wir sollten anfangs jeden Traum notieren, damit wir die Beobachtungsgabe und
Merkfähigkeit schulen. Oberflächlichkeit reißt immer größere Lücken in unsere
Erinnerungen und alles wird vage und uninteressant.
Wir sollten auch scheinbar unwesentliche Träume oder Traumpassagen notieren. Oft
erkennen wir die Bedeutung erst retrospektiv oder in größerem Zusammenhang.
Jedem Traum einen Titel geben, dann findet man sich im Traumtagebuch besser
zurecht.
Mit gleichgesinnten Freunden etliche Träume besprechen und gemeinsam deuten.
Gemeinsam finden sich mehr Ideen und alles wird spannender.
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Auflösung der Folgen der Vergangenheit
Es mag interessant sein die eigenen Vorleben zu erschauen, aber letztlich handelt es
sich um das Ego, das seine Identität in der Vergangenheit sucht. Das Ergründen von
Vorleben mag für eine bestimmte Entwicklungsphase wichtig sein, denn man lernt
hierbei die Unsterblichkeit der Seele zu vertiefen. Auch lernt man einige
Eigenschaften und Geschehnisse der Gegenwart verstehen. Es ist aber letztlich
wichtig die Verhaftung der eigenen Existenz an die Vergangenheit zu lösen und sich
den Aufgaben der Gegenwart zu widmen.
Im Laufe der seelischen Weiterentwicklung beginnt sich die Einstellung zur eigenen
Vergangenheit zu verändern. Sie wird fremder und zunehmend weniger interessant.
Je mehr man die Schicksale anderer nach fühlt und innerlich nacherleben lernt,
desto mehr wird das eigene Schicksal und speziell die Vergangenheit zu einem
Schicksal unter vielen anderen. Man wird Teil eines großen Stromes.
Über die Quelle aus der diese Lebens-Schauungen einfließen mögen gibt es
verschiedene Spekulationen. Eine dieser Spekulationen beruft sich auf eine Akasha
Bibliothek. Man begründet die Akasha Bibliothek damit, dass kein Geschehen, das
sich je ereignet hat vergessen wird, sondern sich irgendwo speichert, sei es in einem
kollektiven Bewusstsein oder in einer höheren Dimension, der man die Akasha
Bibliothek zuschreibt. Der Begriff „Bibliothek“ ist hierbei symbolisch gedacht,
wenngleich weniger abstrakt und bildlich orientierte Menschen in tieferen Zuständen
tatsächlich so etwas wie Lebensbücher in den Händen halten mögen.
Hier ein Beispiel des Zuganges zu einer Akasha Bibliothek aus dem Jenseitsroman
„Die Schicksalsbücher“ von A. Ballabene:
Albin öffnete das Buch und zu seinem Erstaunen fand er keinen Text vor. Es
war eine Art Bilderbuch. Nachdem er oberflächlich einige Seiten überblättert
hatte und nichts anderes als Bilder oder Ornamente sah, betrachtete er die vor
ihm liegende Seite genauer. Es war eine Schwarzweiß-Zeichnung mit
Bäumen, deren Äste teilweise ornamental ineinander verschlungen waren.
„Ein Dschungel“ formte sich der Gedanke in Albins Kopf. In der Mitte der Seite
war ein dunkler Fleck im Schatten der Bäume. Albin sah genauer hin. Da
begannen sich aus dem dunklen Feld die Konturen eines Tempels
abzuzeichnen. Seinen Blick auf dieses Zentrum gerichtet gewahrte er, wie
sich die Blätter der umgebenden Äste zu bewegen begannen. Es war kaum
merklich und nahe einer Sinnestäuschung. In der Peripherie des Sehfeldes
wirkte die Bewegung der Äste stärker. Da begannen sich von außen her die
Bäume um das Zentrum zu drehen. Albin wurde kurz schwindlig und schon
bildete sich ein Strudel und zog ihn in das Bild hinein. Auf einmal stand Albin
in einer von hohen tropischen Bäumen umgebenen Lichtung. Er fühlte sich als
Inder und sah die Lichtung mit vertrauten Augen. Wie aus einer Erinnerung
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tauchte plastisch eine Lebensgeschichte in ihm auf, all sein Fühlen und
Denken in den Bann ziehend. ..
Durch das Eintauchen in andere Persönlichkeiten und Schicksale nimmt man das
eigene, vergangene Schicksal nur noch als eines unter vielen wahr. Mag sein, dass
es lebhafter und betonter in Erinnerung ist, aber letztlich ist es doch nur ein Schicksal
unter vielen, die man erlebt und in die eigene Persönlichkeit integriert hat.
Wie das Befinden ist, wenn man die Ich-Verhaftung ablegt, das ist schon schwierig
zu erklären. Einige Dogmatiker machen es sich einfach indem sie sagen: „die Ich-
Verhaftung abzulegen bedeutet das Ich zu überwinden und ich-los zu leben.“ Das
jedoch ist nicht möglich. Solange wir leben, werden wir immer ein Ich haben.
Vielleicht liegt da jedoch auch eine Ungenauigkeit in der Übersetzung und mit Ich ist
ein egoistisches Ego gemeint. Wenn dem so ist, dann passt wieder alles.
Wenn man den Zustand des Freiseins von einer Ich-Verhaftung beschreiben will, so
zeigt sich die Situation durchaus komplex und ist vor allem von der ideologischen
Ausrichtung abhängig. Nach der Ideologie des Maha Yoga sind es mehrere
Gegebenheiten, die der Übersichtlichkeit halber in einer Liste angeführt sein mögen:
Unser Bewusstsein weitet sich und transzendentes Wissen und Empfinden
strömt in uns ein. Dadurch identifizieren wir uns weniger mit dem Körper und
den irdischen Gegebenheiten. Wir sind freier geworden.
Wir nehmen Anteil an anderen Schicksalen, an dem Leben um uns inklusive
dem Leben der Natur. Je mehr wir uns hierin vertiefen, desto unwichtiger wird
uns unser eigenes Ich.
Wir lernen durch Identifikation andere Leben und Schicksale kennen. In der
Folge ist uns unsere Vergangenheit dann weniger wichtig. Sie ist eine
Erfahrung, die wir gemacht haben. Es ist wohl eine Erfahrung, die detaillierter
ist als die Erfahrungen, die wir durch Identifikation erlebt haben, aber nicht
mehr das einzige Um und Auf.
Ich weiß nicht, ob Nachfolgendes bereits eine Folge eines angehenden
Alzheimer oder spiritueller Fortschritt ist oder beides zugleich. Die eigene
Vergangenheit verschwindet zunehmend in einem Nebel und das Jetzt tritt in
den Vordergrund. Hierbei steht kein Ego mehr im Vordergrund, das nach
Erfüllung von Wünschen schreit. Es ist ein sich bewusst Sein, ein Handeln und
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ein Schwimmen in einem Strom. Die Kräfte, die um einen fließen sind wichtig
geworden und nicht mehr ein Körperbefinden.
Der Maha Yoga ergänzt die Karma Auffassungen des orthodoxen Yoga durch die
Einbeziehung eines progressiven Lernprozesses (Evolution), durch Erkenntnisse aus
der Psychologie und durch Wissen, das durch Botschaften an Medien (E. Cayce, G.
Cerminara) oder in Astralreisen erworben wurde .
Die nunmehr veraltete indische Karmalehre wurde durch folgende Ergebnisse der
Karmaforschung erneuert und erweitert:
Entwicklung - Forschungsergebnisse von C.W. Leadbeater und C.
Jinarajadasa.
Das Leben ist eine Schule und Reinkarnation ist der Aufstieg in eine höhere
Klasse.
G. Cerminara - die treibenden Kräfte des Karmas liegen in der Psyche
G. Cerminara - Karma kann sich in 4 Wirkebenen entfalten (Körper, Psyche,
Umwelt, Jenseits)
Karma kann auch in jenseitigen Ebenen abgetragen werden, denn der
Mensch ist selbst wenn er verkörpert ist nach wie vor ein jenseitiges Wesen.
Wenn wir die Psyche eines Menschen betrachten, so finden wir eine Reihe von
Persönlichkeitsqualitäten von sanft bis aggressiv, von intellektuell bis körperlich,
welche als Module für eigenes Verhalten und zur vergleichenden Interpretation des
Verhaltens anderer Personen dienen. Im Traum können solche
Persönlichkeitsmodule zu scheinbar eigenständigem Leben erwachen.
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Persönlichkeitsmodule zur Kategorisierung von Mitmenschen (Assoziationen mit
typischen Repräsentanten)
52
In den Rückführungstherapien wird versucht unsere Erinnerung an frühere Geburten
in das Bewusstsein zurück zu holen. Während der Therapie erleben wir die damalige
Persönlichkeit. Die damaligen Probleme dienen als Basis um die gegenwärtigen
psychischen Probleme zu verstehen und zu lösen. Dieser Ansatz wird im Sinne
psychologischer Therapien zur Heilung verwendet.
Der Westen neigt dazu psychische Gegebenheiten als Funktionen zu sehen und
ebenso die subtilen Energieflüsse (Kundalini) ähnlich den Kräften in der Physik.
Funktionen lassen sich besser handhaben, zergliedern, verstehen und berechnen.
Der Tantriker hat eine andere Herangehensweise. Für ihn sind alle psychischen und
vitalen Kräfte von Bewusstsein durchflutet. Der zentrale Kern dieses Bewusstsein ist
die höchste und unsterbliche Instanz im Menschen, genannt das Höhere Selbst. Im
Gegensatz zu westlichen Anschauungen, denen gemäß Bewusstsein unteilbar ist, ist
im Tantra Bewusstsein teilbar. Ein großes Bewusstsein kann aus sich heraus Teile
absplittern, die ein scheinbar isoliertes, individuelles Eigenbewusstsein bilden. Auf
Grund dieser Fähigkeit des Höheren Selbst können alte Persönlichkeitsaspekte aber
auch Kräfte wie die Kundalini mit einem eigenen Bewusstsein ausgestattet und
belebt werden. Das gibt dem Tantriker die Möglichkeit mit diesen Aspekten oder
Kräften auf andere Weise zu kommunizieren als im Westen üblich, wobei diese
Kommunikation sich nicht auf den informativen Charakter beschränkt (Auswertung
von Kommunikationen mit Aspekten im Traum) sondern auch aktive, magische oder
paranormale Aspekte mit einschließt. In dieser Herangehensweise eines Tantrikers
steckt Akzeptanz und Respekt gegenüber diesen Kräften, eben weil in ihnen
seelisches Leben erkannt wird. Dieses Verhalten wird der vom westlichen Denken
geprägte Mensch nicht aufbringen, denn weshalb sollte er vor Funktionen Respekt
haben?
Durch eine mediale Verbindung mit dem Höheren Selbst oder kosmischen Kräften
der All-Liebe können die psychischen Aspekte von Anima/Animus mit den spirituell
höheren kosmischen dualen Kräften in Resonanz gebracht werden. Das führt zu
einer Umwandlung der psychischen Aspekte, die dadurch den individuellen rahmen
überschreiten und zu kollektiv-kosmischen Repräsentanten werden.
Ich möchte mich auf den gebrachten Vorstellungen der Odinisten aufbauend einem
etwas exotischen Thema widmen, nämlich dem von Erscheinungen von Helfern und
Gottheiten im Zustand von Visionen oder von Begegnungen in Astralreisen.
Unser Höheres Selbst ist eine mit dem göttlichen All-Bewusstsein verbundene
seelische Instanz, die einen Teil ihres Bewusstseins abgespalten hat, um dieses mit
Materie zu umhüllen – das ist unser gegenwärtiges Ich in seiner materiellen
Inkarnation. In gleicher Weise kann es Teile seines Bewusstseins abspalten, um
solcherart die als Erinnerung gespeicherten Persönlichkeiten früherer Inkarnationen
zu revitalisieren.
53
Hierdurch kann das Höhere Selbst auf astraler Ebene Erscheinungen früherer
Inkarnationen bilden, um durch diese zu wirken. Mit der Gestalt werden hierbei alle
damit verbundenen Erinnerungen und Eigenschaften revitalisiert, wobei aus späteren
Leben neu Erlerntes mit einfließt. Das Höhere Selbst kann solche nunmehr hoch
entwickelten Erscheinungen, die auf frühere Leben aufbauen, verwenden, um
Schutz- oder Lehr-Aufgaben zu unterstützen.
Ein jenseitiger Helfer betreut jemanden, der auf dem spirituellen Weg ist und sich
einer Schamanengruppe angeschlossen hat. Da der Schützling Indianer als seine
Idole gewählt hatte, nimmt sein jenseitiger Helfer, der in seiner letzten Inkarnation
Norweger war, die Gestalt an, die er einst als nordamerikanischer Indianer hatte und
erscheint dem Schützling als Indianer namens „Weißes Pferd“. Damit hat der Helfer
seine alte Erscheinung als Indianer mit all den Erinnerungen und
Lebensgepflogenheiten revitalisiert. Er imitiert nicht einen Indianer, sondern er ist ein
Indianer.
Wenn wir auf die Gedankengänge des Odinismus zurückgreifen, die jenen des
Tantra Yoga sehr nahe kommen oder mit diesen identisch sind, so ist es dem
Höheren Selbst auch möglich die Gestalt einer Gottheit anzunehmen, um einen
Schützling in dieser Gestalt zu führen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass
die Transzendenz sehr vielfältig ist und sehr wohl die Möglichkeit besteht, dass
einem Tantriker eine reale Gottheit oder ein in Vollkommenheit verwirklichte/r Yogi/ni
in der Gestalt einer (dann meist unbekannten Gottheit) erscheint.
54
Karma in Wechselwirkung mit dem Jenseits
Die Karmalehre wird meist ausschließlich auf unser verkörpertes Sein bezogen, auf
unser irdisches Schicksal. In Wirklichkeit schwimmen wir jedoch in einem Meer
transzendenter Kräfte, die auf uns einwirken und unseren Lebensweg beeinflussen
wollen. Das wird meist nicht wahr genommen, weshalb es sowohl im Westen als
auch im Osten kaum in Betracht gezogen wird. Die östlichen Lehren sind genauso
auf das Irdische bezogen wie der Westen, nur dass der Osten die irdische Welt als
leidvoll und negativ ablehnt, während sie die westliche Zivilisation das irdische Leben
bejaht. Davon abgesehen ziehen sowohl der Osten als auch der Westen nur den
verkörperten Menschen in Betracht. Das wird jedoch unserem Wesen in keiner
Hinsicht gerecht, denn in Wirklichkeit sind wir jenseitige Wesen, die für eine
vorübergehende Zeit in die Materie hinein gebunden sind.
Da wir unserem Wesen nach jenseitige Wesen sind, bleibt auch während unserer
irdischen Inkarnation die Transzendenz für uns von großer Bedeutung. Die
Wechselwirkung mit der Transzendenz ist nach wie vor intensiv, auch wenn meist
nicht erkannt.
Die Wechselwirkung mit der Transzendenz vollzieht sich in dreifacher Art:
telepathische Einflussnahme durch Geistwesen (etwa Umsessenheitsgeister)
Zusendungen, als Intuition wahrgenommen, von unseren höheren und im
Jenseits verbleibenden Seinsaspekten.
durch astrale Aussendungen, die vom UBW aus gesteuert werden und durch
welche ein Informationsaustausch erfolgt.
Alle diese drei Kommunikationsarten laufen unbewusst ab. Im Zuge einer seelischen
Weiterentwicklung wird sich der Mensch dieses Geschehens zusehends bewusst.
Nach den östlichen Lehren verlagert sich bei einem erleuchteten Menschen sowohl
der Informationsaustausch als auch das handelnde Eingreifen im Karmageschehen
zusehends von der irdischen Ebene auf jenseitige Ebenen.
Obiges Bild zeigt einen Erleuchteten Taoisten mit vielen astralen Aussendungen, die
auf vielfältigste Art in dieser und in jenseitigen Ebenen wirken. Es ist gleichzeitig
Ausdruck eines kosmischen Bewusstseins.
Aus praktischer Sicht kann sich ein Erleuchteter eins mit allem fühlen, aber in seinem
tagbewussten Wirken kann er nur mit einem Lebewesen eine Verbindung
aufnehmen. Eine intensive Wahrnehmung (Identifikation) kann nicht mit mehreren
Lebewesen gleichzeitig erfolgen, da die Aufmerksamkeit immer nur auf ein Zielobjekt
gebündelt sein kann und nicht auf mehrere zugleich – das ist eine Einschränkung
unserer cerebralen Verarbeitung (Gehirn), die wir in keiner Weise umgehen können.
Auch ein Erleuchteter bleibt ein Mensch mit den menschlichen körperlichen
Begrenzungen.
Der Glaube an die vielfache Präsenz eines Meisters ist dadurch entstanden, dass
sich in der Anhängerschaft eines solchen Meisters gezeigt hat, dass dieser vielerorts
gleichzeitig wirkt. Ob dieses Wirken bewusst oder unbewusst erfolgt ist, darüber
haben die Anhänger meist keine Rückmeldung.
55
Wenn die Aussendungen unbewusst erfolgen, so stellt sich die Frage, welche
Instanz im Menschen diese Aussendungen lenkt. Dass sie dem Meister nicht
bewusst sind, heißt noch lange nicht, dass diese von der Psyche, nämlich dem UBW
gesteuert werden. Da die Aussendungen von göttlichem Wesen durchdrungen sind
und über wunderbare Kräfte verfügen ist anzunehmen, dass die lenkende Instand
das Höhere Selbst des Meisters ist.
Je höher sich diese Menschen mit einem lockeren Astral und der Neigung zu
Aussendungen entwickeln, desto häufiger werden die Aussendungen vom Höheren
Selbst geleitet. Langsam verschiebt sich der Schwerpunkt von der Psyche zum
Höheren Selbst.
56
nichts als ein Kämpfer im Licht,
wie es Sankt Michael war
und es dem Himmel entspricht.
57
Wer sich nicht schenken will den heiigen Schauern,
trägt keine Frucht, denn er ist wüst und leer.
Nur gegen euch, ihr Lauen, kann ich für euch kämpfen!
Was nützt ich euch, wollt ich die Stimme dämpfen?
Ein Stummer, kann er andre sprechen lehren?
Ich bin gesandt zu jenen, die sich wehren,
und denen, die mir meinen Weg erschweren,
soll Führer ich und Wegbereiter sein!
58
Die Erlösung, das Ende vom Karma, nach den Lehren von
West und Ost
Alle Religionen haben als zentralen Aspekt ihrer Lehre ein Heilversprechen. Die
Arten der Heilsversprechen sind sehr unterschiedlich. Die meisten Religionen
versprechen einen paradiesischen Zustand als Belohnung für ein gutes Leben und
einen Straf-Ort für schwere Verstöße. Das mag ein Ansporn für eine ethische oder
zumindest moralische Lebensführung sein. Zudem gibt es den Menschen Hoffnung
auf ein Weiterleben. Wie immer man zu der Vorstellung eines Weiterlebens nach
dem Tod stehen mag, auf jeden Fall ist unbestritten, dass diese Vorstellung dem
Menschen Zuversicht, Hoffnung und auch Stärke im Leben verleiht.
59
Im Gegensatz zu den Gründungszeiten der Hochreligionen denken die Menschen
gegenwärtig anders. Der überschaute Zeitrahmen ist größer.
Die Idee einer globalen Evolution ist sinnvoller als eine statische Welt und auch
interessanter. Es ist ein kleiner logischer Schritt, dass man diese Idee auch auf den
einzelnen Menschen überträgt und auch diesem eine innere Entwicklung
(Lernprozess) zuspricht. Im Laufe des Lebens erkennt man diese Entwicklung im
Laufe der Alterszunahme des einzelnen Menschen. Die Lebenserfahrungen prägen
ihn und lassen ihn reifen. Wir sehen vor uns somit eine globale Entwicklung, eine
Entwicklung des einzelnen Menschen im Laufe des Lebens und wenn wir an ein
Weiterleben glauben, an Reinkarnationen, so ist es naheliegend, dass wir diese
Sichtweise auch hierauf übertragen. Die aufeinanderfolgenden Leben als Stufenleiter
eines Lernprozesses und einer inneren Reifung.
Da unsere Kultur und speziell die hier besprochene Thematik nach wie vor von den
Religionen geprägt wird, so möge in den folgenden zwei Kapiteln noch eine kurze
Skizzierung die Aussagen von Christentum und Hinduglauben zu diesem Thema hier
gebracht sein.
60
Paracelsus (1493-1541)
Wie ich annehme, störte sich Paracelsus in erster Linie an der Vorstellung eines
fleischlichen Körpers, der wie immer er heil sein mag, von sich aus schon einengend
und aus der Warte eines geistigen Lebens unvollkommen ist.
Es heißt:
Der Himmel wird in der Bibel als ein Ort des ewigen Friedens beschrieben, wo es
kein Leid, keine Angst, keinen Krieg und keine Krankheiten mehr gebe (Offb. 21,1-5
EU).
In erster Linie sind die Aussagen über die Auferstehung auf eine Glorifizierung von
Jesus Christus ausgerichtet. Christus wird in den Mittelpunkt gerückt, über die
Menschen selbst wird wenig ausgesagt. Erst wenn man abseits der volkstümlichen
Stellen in kompetenten Schriften sucht, findet man Texte, die über das Befinden des
Menschen im Himmel Auskunft geben. Die Aussagen gehen nicht ins Detail. Im
Endeffekt wird festgestellt, dass der verklärte Paradieseszustand nicht beschrieben
werden kann. Diese Aussage ist logisch und sie nicht zu akzeptieren steht im Ruch
des Besserwissertums. Etwas, was man noch nicht erlebt hat, kann man nicht
61
nachvollziehen und mag es noch so eindringlich in Worten beschrieben werden. Erst
recht nicht etwas, das unsere irdischen Erfahrungen weit übersteigt.
Folgende Zitate aus einer Vatikan-Schrift sind zwar keine Erklärung über das
Befinden der Menschen nach der Auferstehung, aber sie zeigen, gleich einem
Kompass die Richtung an, in welcher das Befinden des Menschen nach der
Auferstehung gedacht werden kann:
Aus: [Link]
361 Dieses ,,Gesetz der Solidarität und Liebe" (ebd.) versichert uns, dass bei
aller reichen Vielfalt der Personen, Kulturen und Völker alle Menschen
wahrhaft Brüder und Schwestern sind."
Aus meiner Sicht sind das ganz großartige Stellungnahmen. Sie tragen abgesehen
von ihrer Richtigkeit eine wunderschöne Poesie und Ästhetik in sich.
Eine Beschreibung über das Befinden der Menschen nach der Auferstehung, im
Zustand der Verklärung ist in folgenden Stellen angedeutet:
"1023 Die in der Gnade und Freundschaft Gottes sterben und völlig geläutert
sind, leben für immer mit Christus. Sie sind für immer Gott ähnlich, denn sie
sehen ihn, „wie er ist" (1 Joh 3,2), von Angesicht zu Angesicht [Vgl. 1 Kor
13,12; Offb 22,4].
Fast könnte man den „Zustand höchsten, endgültigen Glücks“ als „sat-chit-ananda“
verstehen. Was die christliche Anschauung von der des Yoga unterscheidet, ist, dass
man sich im Christentum keine körperfreie Existenz vorstellen konnte/kann. Das
wurde auch von der westlichen Wissenschaft übernommen. "Information bedarf
eines Informationsträgers". Gefühle und Gedanken etwa bedürfen des Gehirns als
Informationsträger. Oder prosaisch ausgedrückt eine Software kann nur existieren,
wenn sie eine Hardware als Träger hat.
Der ferne Osten denkt da anders. Im Yoga gilt, dass reines Bewusstsein auch ohne
Körper existieren kann, da es schon vor der Schöpfung war und auch nach der
Lösung von der Schöpfung wieder körperlich ungebunden, raum- und zeitlos weiter
existiert. Nur dadurch, dass ein Bewusstsein körperlos ist, kann es zum
Allbewusstsein werden.
"1027 Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit Gott und all denen, die
in Christus sind, geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus. Die
Schrift spricht zu uns davon in Bildern, wie Leben, Licht, Frieden, festliches
62
Hochzeitsmahl, Wein des Reiches, Haus des Vaters, himmlisches Jerusalem
und Paradies: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem
Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat,
die ihn lieben" (1 Kor 2,9)."
"Die Formulierung in obigem Text "Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit
Gott … geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus“ entspricht der
Auffassung der Yogaphilosophie, in welcher der höchste Zustand als „neti neti“
beschrieben wird, übersetzt „nicht dies, nicht das“, was so viel bedeutet wie
„unbeschreiblich“.
"1028 Da Gott unendlich erhaben ist, kann er nur dann gesehen werden, wie
er ist, wenn er selbst den Menschen sein Mysterium unmittelbar schauen lässt
und ihn dazu befähigt. Diese Schau Gottes in seiner himmlischen Herrlichkeit
wird von der Kirche „die beseligende Schau" [visio beatifica] genannt."
Im Yoga nennt man das Samadhi. Im Großen und Ganzen ist bedient sich die
christliche Gemeinschaft eines anderen Sprachgebrauches als der Yoga, aber
inhaltlich sind beide in vielen Punkten identisch.
Was das Christentum kennzeichnet ist die Nächstenliebe, oder die Liebe per se.
Diese großartige und für die Welt neue Orientierung, neue Botschaft wurde von
Yogapionieren wie Vivekananda übernommen und der Yoga somit durch christliche
Ideen erneuert. Von einer selbstaufopfernden Nächstenliebe ist der Osten inklusive
dem Mahayana Buddhismus weit entfernt. In dieser Aussage ist das Christentum
einsame Spitze.
Diese Aussage des Christentums wurde von dem hier gebrachten Mahayoga, der
mehr westliche als östliche Elemente enthält, voll übernommen.
Das Christentum lehnt Selbstbefreiung ab und betont den Gnadenakt durch die
Barmherzigkeit Christi. Sicherlich wird von einem Christen ein tugendhaftes Leben
erwartet. Doch dies gilt nicht als Selbstbefreiung, weil der Mensch wie gut er auch
immer sein mag, doch letztlich noch mit diesem und jenem Mangel behaftet bleibt.
Wenn man es so ausdrücken will: ein einziges Leben reicht nicht aus, um alle
Mängel durch Einsicht zu beheben. Deshalb ist der Gnadenakt Christi nötig, um den
Menschen heil(ig) werden zu lassen. Gemäß der Reinkarnationslehre hat man für
diesen Vorgang der Heil-Werdung mehr Zeit. Aber auch im Yoga gibt es Richtungen,
denen gemäß das letzte Stück des Weges, die Befreiung von den irdischen
Bindungen mit ihrem Zwang zu Wiedergeburten, durch einen göttlichen Gnadenakt
erreicht wird - im Tantra durch Shiva oder Mahashakti, im Maha Yoga durch die
Partnergottheit. Unter Partnergottheit versteht man keine Gottheit aus dem indischen
Pantheon, sondern eine erleuchtete Intelligenz auf dem Niveau des Allbewusstseins
63
der jenseitigen Welten wieder inkarniert. Die Reinkarnation kann nach orthodox
hinduistischer Auffassung auch in einem Tierkörper oder einem Baum erfolgen. Nach
wie vor ist den orthodoxen Indern das Prinzip der Evolution unbekannt. Es gibt keine
Entwicklung, sondern nur Bestrafung und Belohnung.
Die Qualität der Wiedergeburt hing nach alt-orthodoxer Auffassung vom angehäuften
Karma der Vorleben ab. Das Karma wirkt sich nach diesen alten Auffassungen in
einem primitiven Mechanismus aus im Sinne von „Aug um Aug, Zahn um Zahn“. Den
gleichen Stellenwert wie Ethik hatte in den Karma-Altauffassungen die soziale
Ordnung, die bis in kleinste Details festgelegt war. Karma entstand nicht aus einem
seelischen Gerechtigkeitssinn, sondern war eine von den Göttern den Menschen
(Universum) auferlegte Ordnung. Im etablierten brahmanischen Hinduismus gehörte
dazu auch das Kastenwesen.
JETZT BITTE BEACHTEN! Der Tantra und dazu gehört der Maha Yoga ist ein Ein-
Gott Glaube und hat sehr wenig bis nichts mit dem Hinduismus zu tun!!!
Die Tantriker lehnten im Gegensatz zur Hindureligion immer schon das Kastenwesen
ab und überhaupt jegliches brahmanische soziale Regelwerk. Man sieht: die
Auffassung was Karma und was als karmischer Verstoß (Sünde) ist, war und ist für
Indien nicht einheitlich.
Im Brahmanentum herrschte (und herrscht) wie im alten Ägypten der Glaube an eine
Weltordnung, welche nicht nur in den Sternen, sondern auch im sozialen Gefüge der
Menschen und deren individuellen Lebensart als inneres Gesetz verankert ist. Ein
Verstoß gegen dieses Weltengefüge ist ein Verstoß gegen göttliche Richtlinien.
Nun, ich bin kein Hindu und die Hinduregeln interessieren mich nicht. Der Tantra
macht eine klare Aussage: Der Mensch erlangt Befreiung, indem er das Ego (=
Egoismus) überwindet. Das führt, wenn auch die Liebe hoch geschrieben wird,
unweigerlich zur selbstaufopfernden Nächstenliebe, wie es das Christentum
verkündet. Es ist überraschend, der ferne Westen steht dem Tantra näher als die
nahe Hindureligion.
Der befreite Zustand (Moksha aus moderner Sicht) ist ein Zustand eines erweiterten
Bewusstseins. Es ist ein Dasein als reines körperloses Bewusstsein. In dieser
Existenzform hat der Mensch seine sich abgrenzende Individualität teilweise oder
ganz überwunden und ist mit seinem Bewusstsein mit dem göttlichen All-
Bewusstsein verschmolzen. Das hat nichts mit einem „Persönlichkeitstod“ zu tun. Die
Persönlichkeit bleibt als wahrnehmende Instanz bestehen. Allerdings ist die
Wahrnehmung verglichen zu einer irdischen Inkarnation immens erweitert. Überall
wohin sich das Bewusstsein hinwendet, taucht es in das Leben ein und hat an
diesem Teil.
64
Der soeben geschilderte Zustand ist kein Endstadium. Es gibt wahrscheinlich keinen
endgültigen Erleuchtungszustand, kein Ende des Weges. Die Persönlichkeit
entwickelt sich weiter. So wie sie in der Wahrnehmung wächst und die üblichen
menschlichen Grenzen überschreitet, ebenso wächst sie in ihrem Engagement und
dem von ihr gewählten Verantwortungsbereich.
1) Erster Wegabschnitt
Im ersten Stadium des spirituellen Weges versucht der Mensch auf intellektuelle
Weise Wissen zu sammeln. Das ist wichtig, denn das Wissen wird er/sie einmal
benötigen. Hierbei wird das eigene Denken angeregt und da sehr viel
unterschiedliche Lehren, Ratschläge und Wissen/Pseudowissen angeboten wird, so
ist man gezwungen nachzudenken und Spreu vom Weizen zu trennen. Das ist eine
sehr wichtige Phase. In dieser Phase braucht man keinen Guru. Im Gegenteil, ein
Guru wäre da schlecht, denn man soll ja selbstständig denken lernen, zu einem
eigenständigen Menschen werden.
Kennzeichen:
Man will erkennen und verstehen und um die Geheimnisse hinter den Geheimnissen
wissen.
2) Zweiter Wegabschnitt
In diesem Stadium erhebt sich die Kundalini und die Medialität steigt stark an. Der
Mensch überschreitet seine irdischen Grenzen und dehnt sich in seinen Erfahrungen
in den jenseitigen Bereich aus. Er ist nicht mehr ein rein irdischer Mensch, sondern
beginnt zusehends schon zu Lebzeiten auch ein jenseitiges Wesen zu werden.
Umsessenheitsgeister stellen sich ein und machen dem Suchenden den Weg
schwer.
65
Nunmehr wird der spirituelle Weg zu einer Gratwanderung. Was ist eine
Gratwanderung? Das ist ein schmaler Weg, schon oben nahe der Gipfelhöhe. Der
Grat führt auf den Gipfel rauf oder von einem Gipfel zu einem anderen. Was aber
einen Gratweg von einem anderen üblichen Weg unterscheidet ist die Tatsache,
dass bei einem Grat links und rechts ein Abgrund lauert. Deshalb gelingt nur so
wenigen der spirituelle Weg - die Gratwanderung. Man darf nur gerade aus schauen,
auf den Weg. Wenn man den Verlockungen folgt, den blick vom Weg abwendet,
dann läuft man Gefahr in den Abgrund zu stürzen. Dieser Bedingungslosigkeit,
welche dieser Weg fordert, sind nur wenige Menschen bereit zu erfüllen.
Wenn jemand diesen schmalen spirituellen Weg, die Gratwanderung, betreten hat,
kann er/sie nicht mehr umdrehen. Wenn man mal oben ist auf einem Grad, kann
man nicht mehr sagen, der Weg gefällt mir nicht, ich will eine Straße gehen. Da gibt
es keine Straße mehr da oben, eben nur den Grad. Und wenn Du den Grad nicht
weiter gehen willst, dann musst Du eben umdrehen - und was siehst Du da -
ebenfalls einen Gradweg. Da der Weg zurück genauso gefährlich ist wie vorwärts,
wird man logischerweise nicht umdrehen, sondern vorsichtig weiter die Schritte nach
vorne fortsetzen. Einmal auf dem Weg hat man eine weitere Wahl mehr - man muss
den Weg gehen, man muss den Gradweg schaffen oder man stürzt in den Abgrund -
der links und rechts vom Weg ist.
Allerdings erscheint dieser Weg jenen, die sich klar entschieden haben, keineswegs
beschwerlich. Ich habe diesen Weg nicht nur schön, sondern sogar bequem
gefunden. Von Gefahren sah ich keine Spur. Es hängt also davon ab, ob ein Mensch
von Wünschen hin und her gerissen wird und Unvereinbares vereinbaren will.
66
Tausendfältig wird gegeben
meinem strebenden Bemühn
neu verkörpertes Erglühn!
([Link]
In diesem Stadium ist es gut einen verkörperten Führer zu haben, der Erfahrungen
mit bringt. (Manche glauben nämlich, dass ein Channel-Kontakt zu einem jenseitigen
Guide ausreicht.)
Nach dem ersten Kontakt im jenseitigen Nahbereich beginnt das Reisen. Zunächst in
tiefere Sphären, weil diese der irdischen Ebene näher sind. Es stellen sich auch
mediale Kontakte zu höheren Wesen ein. Sie lehren auf eine andere Art als
verkörperte Menschen. Während ein menschlicher Begleiter aus seinen Erfahrungen
heraus berät, lehren die hohen jenseitigen Wesen durch wortlose Übertragung. Es
werden Zustände übermittelt, durch welche die irdische Sichtweise verändert wird
und man mit jenseitigen Augen zu sehen lernt.
Kennzeichen:
Mystisches Weinen. Man weint aus Sehnsucht nach einer Heimat, die man ganz
nahe fühlt und doch noch nicht gefunden hat. Schmerz und Glückseligkeit mischen
sich auf seltsame Art.
3) Dritter Wegabschnitt
Hat der Mensch diesen Abschnitt auf dem spirituellen Weg betreten, ist er bereits
mehr ein jenseitiges als ein irdisches Wesen, obwohl er nach wie vor in einem
materiellen Körper lebt. Nichts desto weniger ist er nicht weltfremd, sondern weiß
sich sowohl im irdischen Umfeld als auch im jenseitigen Umfeld sicher zu bewegen.
Es gibt keine Probleme mehr mit Umsessenheitsgeistern. Sie meiden jenen erhellten
Menschen. Zugleich werden von solchen Menschen auch jenseitige Aufgaben
übernommen und durchgeführt teilweise bewusst, teilweise unbewusst und vom
höheren Selbst geleitet. Manchmal kann über diese Aufgabengebiete frei gesprochen
werden, manchmal müssen sie verschwiegen werden. Ein verkörperter Mensch trägt
in sich alle aurischen Schwingungen, was ihm ermöglicht, sowohl Höllen als auch
Himmel zu betreten, was eine jenseitige Intelligenz auf höherer Ebene nicht kann.
Dadurch ist es für einen verkörperten Menschen möglich Hilfsdienste zu leisten,
welche Jenseitige nicht vollbringen können - etwa in Einsätzen unterworfene Seelen
aus dem Griff von Dunkelgeistern zu befreien und in höhere Ebenen zu führen.
Was das Karma anbelangt, so ist dieses aufgelöst und eine Wiedergeburt nicht mehr
nötig, wird aber oft freiwillig auch in Zukunft auf sich genommen. Hier gilt folgendes
in Bezug auf Karma:
67
Sobald die karmischen Kräfte golden durchlichtet sind, fallen sie ab, wie das Laub
am Ende des Jahres. Der Mensch wird frei.
Kennzeichen:
Man ist erfüllt von Friede, Stille und heiterem Glück. Alles, was man um sich sieht ist
schön und liebenswert. Wenn man Leidvolles um sich sieht, fühlt man den Schmerz
68
und doch gleichzeitig auch die kommende Erlösung und das kommende Glück des
Leidenden, wissend, dass selbst der kleinste Käfer eine unsterbliche Seele hat. In
allem, in Blättern, Blumen, Ameisen und Fliegen und allem höheren Leben wohnt
Gott und man begegnet ihm in tiefer Liebe.
Ursprünglich wurde das Karma als eine lineare Folge von Ursache und Wirkung
gesehen. Ein Fischernetz mit vielen Querverbindungen und Knoten zum Vergleich
wäre vielleicht richtiger. Jedenfalls ist die alte Auffassung vom Karmagesetz eine zu
große Simplifizierung.
als Automatismen?
durch Eingreifen und Kontrolle göttlicher Vollzugskräfte?
70
Wer oder was wirkt beim Karma?
Automatismen, Himmel und Hölle, Gott und Teufel – alles findet sich in uns als
Spiegelbild der Schöpfungskräfte.
Das Leben ist ein Kampf – wer nicht kämpft verfällt der Trägheit und verliert
71
Gelten Wünsche und Ängste als psychische Wirkkräfte des Karmas
Wünsche und Ängste sind vorrangig jene Kräfte, welche den Menschen ständig
weitertreiben. Blickt man hinter die Kulissen so zeigt sich beim Menschen ein
Grundbedürfnis nach Liebe, welches sich in zahlreichen Varianten zeigt, deren
Verbindung mit der ursprünglich treibenden Kraft, der Liebe, kaum mehr zu erkennen
ist.
Hierzu ein Text aus dem ebook „Gespräche mit dem Schatten“ von A. Ballabene:
(Es handelt sich hier um eine Selbstanalyse der Hauptperson Severin)
"Der nächste Problemkreis war mit dem Schlagwort "Bedürfnis nach
Anerkennung" zusammen gefasst. Je mehr sich Severin mit dem Problemkreis
befasst hatte, desto umfangreicher und stärker vernetzt erschien ihm dies.
Letztlich verlor er fast den Überblick, weshalb er sich zu einer Übung aus dem
Bereich des Integralen Yoga entschloss. Die Übung hieß Pfeilwortsadhana
(sadhana = Übung).
Die Übung sieht folgender Maßen aus: im Zentrum befindet sich ein Begriff
(hier: "in der Mitte sein wollen"), um welchen gleich Strahlen Assoziationen
notiert werden.
Pfeilwortsadhana
Severin legte sich einen Zettel zurecht und machte die Assoziations-Übung.
Wahllos, wie ihm die Begriffe einfielen, notierte er sie auf:
Im Zentrum:
"im Mittelpunkt sein wollen"
Die Assoziationen waren:
sich wichtig machen --- angeben --- Positionskampf --- Machtstreben ---
Bedürfnis nach Anerkennung --- Bedürfnis nach Zuwendung ---
72
Bedürfnis nach Liebe -- Eitelkeit --- Rangordnung --- auffallen wollen
etc..
Man kann das Streben nach Liebe auch anders bezeichnen. Cerminara nannte es
“Vollkommenheitsstreben”. Gestützt wird diese Bezeichnung von Jenseitsforschern,
welche in der Inkarnation in erster Linie die Aufgabe der Bewährung und
Vervollkommnung sehen.
Dieses innere Streben, wie immer es benannt werden mag, folgt anscheinend einem
höheren göttlichen Gesetz, das dem menschlichen Wesen innewohnt, etwa so wie
Wachstum und Reifung als biologisches Gesetz den Organismen innewohnt.
Es ist vorteilhaft, wenn man einen kleinen Überblick über die Gesetzmäßigkeiten des
Karmas hat (siehe ebook "Karma" von A. Ballabene). Es verhilft zur Orientierung. Bei
allem aber sollten wir nicht den Sinn und das Ziel des Lebens vergessen. Durch das
73
Karma sollen wir geführt werden, geführt zu immer tieferen Erkenntnissen einer
spirituellen Weisheit entgegen. Und unser irdischer Weg wird nicht enden bis wir
unser Ziel erreicht haben, ein Ziel, das für uns schwer fassbar, doch unserem
inneren Lenker bekannt ist.
Ein Gott, der persönlich über seine Engel als Richter eingreift, etwa beim jüngsten
Gericht, das überliefern die Buchreligionen wie das Judentum, die christliche Religion
und der Islam.
Warum sollte man nicht Naturwissenschaftlich denken. Nicht dass man sich dem
Materialismus zuwendet, der nichts mit Naturwissenschaft zu tun hat, sondern eine
Glaubens Angelegenheit ist. Nein, sondern von der Naturwissenschaft die
selbstregulierenden Systeme abschauen.
Wo immer man hinblickt, erkennt man, dass die belebte und unbelebte Natur
selbstregulierend ist. Weshalb sollte das Schicksalsgeschehen des Menschen eine
Ausnahme sein? Alles innerhalb unserer Welt läuft nach gewissen Regeln. Die
mathematisch klaren Regeln nennt man Naturgesetze. Jene Faktoren, welche das
Schicksal des Menschen gestalten sind nicht so offensichtlich und klar wie die
Naturgesetze in der Physik. Dennoch ist anzunehmen, dass auch das was unser
Schicksal bestimmt nach Regeln abläuft. Die meisten dieser Regeln wissen wir aus
unserem Gespür heraus. So richtig erfasst sind sie jedoch nicht. Allerdings gibt es
Versuche solche Regeln aufzuschlüsseln - wie man dies etwa aus den Botschaften
von E. Cayce zu extrahieren versucht hat: siehe ebook "Karma" von A. Ballabene:
[Link]
bzw:
Gina Cerminara von Schirner: „Edgar Cayce: Erregende Zeugnisse von Karma und
Wiedergeburt“, Knaur Esoterik 4111, 1983, ISBN 3-426-04111-1
Die Wenigsten, welche ein religiöses Weltbild vertreten, haben sich Gedanken
darüber gemacht, was überhaupt Gerechtigkeit ist. Wie sollte ein Schicksalsrichter,
so es einen gäbe, den Menschen in seinem Tun und Lassen beurteilen?
Wird einzig und alleine die Tat bemessen? Im Sinne von "Aug um Aug, Zahn um
Zahn"? Das ist ja nicht einmal in unserer irdischen Gerichtsbarkeit der Fall, denn
sogar hier wird auch nach einer Motivation hinterfragt. Und wenn jemand zusieht wie
74
Unrecht geschieht, sollte er da eingreifen? Und ist ein Nicht-Eingreifen eine Sünde?
Und wann ist ein Eingreifen überhaupt möglich?
Eine Katze fängt eine Maus. Bevor sie die Maus tötet, spielt sie mit ihr. Das befiehlt
ihr der Instinkt, denn durch das Spielen mit der Maus trainiert sie das Fangen und
das ist wichtig, denn wenn die Katze einmal ihre vielen Jungen ernähren will, muss
sie geschickt im Jagen sein. Ist die Katze böse und teuflisch, weil sie eine Maus
derart quält?
Wie kommt die Maus dazu, dass sie langsam zu Tode gequält und dann gefressen
wird. Hat sie etwa ein derart schlechtes Karma gehabt?
Auch der Mensch ist noch sehr von Instinkten geprägt. Dazu gehört der
Selbsterhaltungstrieb, aber auch das gesamte Gebiet um die Sexualität. Auch das
Streben nach höherer Rangordnung gehört zu den Instinkten.
Wenn der Mensch seine Instinkte auslebt, gilt dies in manchen Fällen als gut, etwa
Instinkt des Beschützens und Pflegens, in anderen Fällen als schlecht, religiös
gesprochen als sündhaft.
Man könnte demnach glauben, dass das Ausleben mancher Instinkte gutes Karma
schafft und das Ausleben anderer Instinkte schlechtes Karma schafft.
Irgendwie wird hier das Gut/Böse Denken problematisch!
Vielleicht ist es ein Ziel, dass der Mensch nicht mehr von dem einen oder anderen
Instinkt getrieben wird, sei nun dieser Instinkt sozial akzeptiert oder nicht, und dass
es darauf ankommt, dass der Mensch selbstbestimmend wird. Selbstbestimmend
durch Einsicht.
Die Bhagavad Gita sagt, dass alle Gefühle Bindungen schaffen und deshalb zu
vermeiden sind. Das gilt selbst für die Liebe.
Im Christentum ist Liebe gut und Hass ist schlecht. Die Gefühle jedoch werden
weder belohnt noch bestraft, sondern nur die Taten, die eine Folge der Gefühle sein
mögen.
Aber wie viele bringen etwa gute Taten aus Lohnerwartung oder Anpassung, ohne in
ihrem Wesen liebevoll zu sein. Sie werden demnach nach gleichem Maß bewertet
wie jene, die aus der Liebe heraus handeln, nämlich auf Grund der Taten.
Wäre es möglich, dass nicht Taten, sondern die innere Reifung für das Karma
tragend ist? Liebe, Verständnis, Opferbereitschaft, Selbstüberwindung, Fähigkeit zu
Verzicht.
Nichts wird bemessen. Das innerste und unsterbliche Wesen des Mensch selbst
beurteilt das alte Schicksal und schmiedet sein nächstes.
75
Gibt es ein Gottesgericht?
Folgendes stand einmal in einem Brief: "Karma" kenne ich aus mehreren
theosophischen Büchern, die es mit "absoluter Gerechtigkeit" etwa so gleichsetzen:
"Hier darf nichts schiefgehen" und "hier geht niemals etwas schief".
Wenn eine jegliche kleinste Tat beurteilt werden sollte, müsste das einen sehr
großen Personalaufwand an Engeln, Karmameistern oder wen immer erfordern.
Schwer vorstellbar. Und wo beginnt eine kleinste Tat und was wird da noch beurteilt?
Etwa wenn eine Fliege erschlagen wird. Wird das schon beurteilt oder erst
Größeres?
Der Mensch ändert sich nicht sonderlich, wenn er in die jenseitigen Ebenen hinüber
wechselt. Auch dort wird er sich um Ordnungs- und Heilerstrukturen bemühen. So
wie es hier auf Erden Ärzte gibt, gibt es auch dort Heiler. Es wird nur auf andere
Weise geheilt. Wie es hier Lehrer gibt, gibt es auch dort Lehrer. Es wird nur anderes
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gelehrt. Auch gibt es dort im Jenseits Richter, die gelegentlich eingreifen. Diese
Richter nennt man Meister des Karmas. Ebenfalls gibt es Kläger und Fürsprecher.
So weit es absehbar ist, kommt der Entwicklung der einzelnen Individuen innerhalb
der Schöpfung eine zentrale Bedeutung zu. Jene höchst entwickelten Wesen, welche
sich der Entwicklung ganzer Gruppen von Individuen oder gar von Völkern widmen,
zählt man zur höchsten Kategorie der Meister des Karmas.
Tod: Die Tod-Helfer regeln den Ablauf und des Sterbens und führen die
verstorbenen Menschen in ein ihnen gemäßes jenseitiges Reich. Verstorbene
denen kein Tod-Helfer beisteht, bleiben oft als erdgebundene Seelen in der
irdischen Welt hängen.
Richter: Aufsicht, dass keine karmischen Ungerechtigkeiten entstehen, durch
etwaigen Übereifer der dunklen oder hellen Hierarchien (diese dürfen nur bis
zu einem bestimmten Limit "bestrafen" oder "fördern").
Schicksalsplanung: Konstruktion und Besprechen des Karmas für eine
neuerliche Inkarnation mit der jeweiligen Individualität und ihren
Helferfreunden.
Völkerkarma und Lenken einer Volksentwicklung - in dem Sinne: wie kann
man die Menschen trotz der vielen und großen Fehler, die gemacht werden,
doch noch in eine positive Entwicklungslinie führen (eine fast unmögliche
Aufgabe).
Obsorge von Erhaltung und Bewahrung von Tierarten und Pflanzenarten. In
diesem Zweig ist besonders erkennbar wie wichtig die Kooperation
verkörperter Menschen ist.
Der ganze jenseitige Wanderweg gehört auch noch dazu,
Prüfungen durch Lebenssituationen (wenn jemand einen Aufstieg will, so
muss er/sie auch die Reife dazu beweisen können. ...
Wenngleich vieles für unser Leben vorgegeben ist, so gibt es dessen ungeachtet
noch immer einen breiten Spielraum für freie Entscheidungen. Zumeist steuern wir in
unseren Entscheidungen die Erfüllung unserer Wünsche an, was immer diese
Wünsche auch sein mögen. Allerdings, dass wir einzig und alleine hier leben, um
unsere Wünsche zu erfüllen, erscheint eine etwas blinde Zielsetzung zu sein.
Es scheint doch sinnvoll, dass das menschliche Leben höheren Zielen zustrebt. Es
ist schwer vorstellbar, dass all die teils mühseligen, teils freudigen und leidvollen
Leben der Menschen keinen anderen Sinn hätten als das Glück des Augenblicks zu
genießen, schwer bezahlt durch Krankheiten, Alter und beruflichem Stress. Meine Art
den Sinn des Lebens zu sehen mag tendenziös sein, aber ein blinder, auf den
Augenblick bezogene Lebensablauf erscheint zu sinnlos.
Es ist eine brennende Frage, weshalb wir überhaupt da sind. Doch nicht, um eine
Zeit lang zu leben und dann wieder zu sterben? Das kann es doch nicht sein!
Manche sagen, dass wir hier wieder geboren werden, um unsere Verfehlungen
früherer Leben abzutragen. Ich glaube nicht, dass Abbüßen der Sinn unseres
77
Daseins auf Erden ist.
Eine andere Begründung, weshalb wir hier im Irdischen geboren werden scheint
positiver und wahrscheinlicher zu sein: Wir sind hier, um zu Lernen!
Wir lernen in einem allmählichen Prozess aus unseren Irrtümern und reifen dadurch
innerlich. Es gilt nachzudenken, die Geschehnisse um uns zu durchschauen, weise
und liebevoll zu werden. Vergeistigte Menschen zu werden mit Liebe zu unseren
Mitmenschen und zu allem Leben.
Karma verläuft nach einem selbstregulierendem System wie vieles andere in der
Biologie und sonst in der Schöpfung. Ein selbstregulierendes System besteht aus
chaotischen und ordnenden Kräften. Ein Beispiel: Die Äste eines Laubbaumes etwa
bilden sich nicht nach einer strikten Anordnung. Jede Baumkrone unterscheidet sich
von einer anderen Baumkrone. Die örtliche Astbildung erfolgt nach einem
chaotischem Prinzip. Es herrscht jedoch kein absolutes Chaos. Die Bäume wachsen
nicht in den Himmel oder unaufhaltsam in die Breite. Ihre "Standard-Form" erhalten
sie durch einschränkende Kräfte wie Schwerkraft, Festigkeit und Biegsamkeit des
Holzes, die zunehmende Schwierigkeit der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen
mit zunehmender Höhe. Kräfte und Gegenkräfte sorgen für ein Gleichgewicht. So ist
es auch beim Karma.
Wie es so scheint, zumindest jenen, die ein wenig nach innen hören und
aufmerksam beobachten, gibt es auch jenseitige Eingriffe, welche so manchem fast
feststehendem Ereignisverlauf eine Wendung geben. Fast jeder hat schon
Lebenserfahrungen gemacht, welche auf andere Weise nicht erklärbar wären.
Gerechtigkeit wird von vielen deshalb erwünscht, weil sie sich dadurch eine
Belohnung für ihre guten Taten und ihre gottesgefällige Lebensausrichtung erhoffen.
Und mit der Belohnung wird natürlich ein Wohlbefinden verbunden. Natürlich
erwartet man sich auch, dass die bösen Feinde bestraft werden.
Derlei Einstellungen und Wünsche werden für die Meister des Karmas keine
Motivation sein sich zu engagieren.
Es gibt viele jenseitige Wesen nicht-menschlicher Art. Vielen Kulturen von Europa bis
China glauben an Wesen, die wir als Teufel bezeichnen würden.
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Hier in der Folge wird nur ein Aspekt beleuchtet. Sicherlich gibt es noch viele weitere
Aspekte.
Es ist interessant zu beobachten, dass auf höheren Ebenen die gleiche Motivation
unbewusste Astralreisende festzuhalten vorherrscht. So werden unbewusste
Astralreisende in Schlafzimmern, Heimen, Hotels oder Kasernen sichergestellt,
sozusagen unter Verschluss gebracht.
Die gleiche Intention findet sich bei dem Dämon. Die sich verkriechen, verbleiben in
passiver Weise an dem Ort, wo sie sich geschützt fühlen und sind solcherart sicher
gestellt.
Welche Absicht steckt dahinter? Frei herum wandernde Astralreisende, führen
vielleicht zu einer gewissen Unordnung und unvorhergesehenen Situationen. Auch
ist es auf Grund emotionaler Instabilitäten möglich, dass unbewusste Astralreisende
aus höheren Ebenen in tiefere Ebenen abrutschen könnten. Das ist dort nicht
erwünscht. Aus der Sicht einer tieferen Ebene könnte das Gleiche geschehen,
Astralreisende könnten in eine höhere Ebene wechseln, was dort unten sicherlich
ebenfalls nicht erwünscht ist.
Es gibt Welten ohne Krankheit, Belastungen, Stress und Tod. Zum Beispiel gilt dies
für die jenseitigen Welten. In den tieferen Ebenen gibt es zwar Leid, aber dieses
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scheint eher selbst verursacht zu sein. In höheren Ebenen jedoch gibt es weder
Krankheiten, Stress durch Beruf, Verfolgung etc. und es gibt keinen Tod.
Gott oder welche Intelligenz auch immer hinter dieser Schöpfung steht, hat demnach
auch solche Welten geschaffen.
Die irdische Welt ist demnach eine Ausnahme.
Wozu hier geboren werden? Kann man denn nur hier Verfehlungen und Schuld
abtragen?
Wenn man schon so viel Wert auf Sühne legt und darin den Sinn unserer irdischen
Inkarnation vermutet, so sollte dennoch darauf hingewiesen sein, dass man seine
Schuld auch in tieferen Ebenen abtragen kann. Wenn jemand büßen will, so kann
er/sie es auch dort. Hierzu müssten wir nicht auf Erden geboren werden.
Leider hilft bei tief verankerten Gefühlen keine Logik. Es hilft nichts zu sagen, dass
Schuldgefühle niemandem helfen und dass sie nur Schaden anrichten. Wenn man
Schuldgefühle durch logische Einsicht nicht los werden kann, dann muss man eben
etwas tun. Schuld durch Selbstbestrafung abzubüßen, scheint zwar anfänglich eine
passende Option, weil es bequem erscheint und man weiterhin voll introvertiert
bleiben kann. Es kann aber nur davon abgeraten werden, weil dieses Abbüßen,
wenn es einmal zur Routine wird kein ende nimmt.
Eine bessere Option Schuldgefühle abzutragen ist anderen zu helfen, sozial
engagiert tätig zu sein, Gutes zu tun. Damit ist allen geholfen.
Kann man denn nicht auch in jenseitigen Ebenen lernen, reifen und
fortschreiten und sich dadurch die Reinkarnation ersparen?
Ja, man kann auch im Jenseits weiter lernen. Es gibt dort ausgezeichnete Lehrer und
auch Möglichkeiten Gutes zu tun und zu helfen.
Weshalb wir uns dennoch inkarnieren hat folgenden Hintergrund:
Man kann zwar in den höheren jenseitigen Welten lernen, sogar sehr viel. Aber
irgendwann wird der Fortschritt immer weniger und strebt einer Sättigung zu. Das
Wissen kann zwar nach wie vor vermehrt werden, aber die Gefühlswelt und die Kraft,
das was die Stärke einer Persönlichkeit ausmacht stagniert.
Wieso soll es nach einer Zeit, auch wenn sie sehr lange ist eine Stagnation geben?
Vielleicht ist es keine Stagnation, sondern nur ein sehr, sehr langsames inneres
Wachstum. Dennoch ist ein sehr, sehr langsames Wachstum, wenngleich positiv, so
dennoch nicht sehr zufrieden stellend. Es geht schneller wenn die Persönlichkeit
durch Herausforderungen und Schwierigkeiten bis zu ihrem Limit gefordert wird. Die
Persönlichkeit entwickelt sich unter schwierigen Bedingungen hundertmal so schnell.
Diese Gegebenheiten finden sich auf dem irdischen Plan. Allerdings ist das auch mit
Risiko verbunden. Man kann durch die Versuchungen und Irrungen, die mit einer
Inkarnation verbunden sind auch abstürzen, sogar tief abstürzen. Aus diesem Grund
weigern sich viele Jenseitige sich zu inkarnieren und bevorzugen eher einen
abgesicherten Stillstand als ein derartiges Risiko, das keineswegs zu unterschätzen
ist.
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Schicksalsschmiede
(Spruch am Eingang des Tempels der Schicksalswächter)
Aus: „Die Tempelstadt“, SSE Verlag, Wien, 2008, ISBN 3-901 975-33-0
Wir sind Schmiede des Schicksals!
Unter unseren Hammerschlägen
formt sich das Leben,
unter Freuden und Jauchzen,
unter Ächzen und Stöhnen.
Feuer und Glut
macht biegsam und formbar,
scheidet dunkle Schlacke
von glänzendem Metall.
Aus des Schmiedes fester Hand
wird aus Grobem Feines
und was einst dunkel
spiegelt glanzvoll das Licht!
Wenngleich das Schicksal sich aus einem unglaublich komplexen Geflecht von
Kräften zusammen setzt, so gilt nach wie vor das Gesetz von Ursache und Wirkung.
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Doch die Auswirkung einer Ursache muss nicht gleich zum Tragen kommen. Oft
liegen Jahre oder gar Geburten dazwischen. Das kann verschiedene Ursachen
haben.
1.) Die Lebenssituationen oder die innere Reife muss die Möglichkeit der
“Wiedergutmachung” bieten.
2.) Es wird abgewartet bis der Mensch reif genug ist, um aus der karmischen
Situation lernen zu können.
3.) Es kann sein, dass das Karma als Beziehung zu einer oder mehreren involvierten
Personen ausleben soll.
Ja, das ist möglich. Es gibt mehrere Gründe hierfür: Es kann besser verarbeitet
werden. Der Schaden ist nicht so groß und heilbar, wodurch für den weiteren
Lebensauftrag keine Behinderung entsteht.
a) Menschen, welche als Kind verstorben sind, kehren meist sehr schnell, nach
Wochen bis Jahren wieder.
b) In den meisten Fällen lässt sich keine eindeutige Zeitangabe erstellen. Sie
schwankt zwischen wenigen Wochen oder Monaten - z.B. bei nicht fertig gelebtem
Auftrag - und vielen Jahrhunderten - z.B. wenn die Seele es vorzieht in einem
abgelegenen und angenehmen “Paradies” zu verharren.
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Treffen wir uns in einem nächsten Leben wieder mit geliebten Menschen?
Nach den Forschungen von C. Jinarajadasa kann dies bejaht werden. Er hatte bei
Rückführungen unter Hypnose diesbezügliche Ergebnisse erhalten wie sie z.B. in
einer seiner Tabellen festgehalten sind.
Nach Helen Wambach haben sich 81% der Versuchspersonen für die Geburt
entschieden. 19 % wollten nicht geboren werden und wurden dazu gezwungen.
Ist ein schweres Leben auch immer ein Abtragen von Schuld?
Nicht alle Schicksalsschläge, die auf den Menschen zukommen, müssen als Sühne
verstanden werden. Oft werden sie freiwillig auf sich genommen ohne karmischen
Hintergrund. Einige hier aus der Gurulinie haben bewusst ein schwierige Jugend mit
Entbehrungen auf sich genommen, weil sie dadurch anspruchslos wurden und
kämpfen gelernt haben. Deshalb haben sie sich im Yoga wesentlich leichter getan
und sind wesentlich schneller voran gekommen als andere Jugendliche, die eine
goldene Jugend hatten, verweichlicht sind und als Folge eine niedere
Schmerzschwelle hatten. Nicht nur das, weil sie nie kämpfen und arbeiten mussten,
alles reichlich zur Verfügung stand, haben sie sich daran gewöhnt ihre Zeit mit
Vergnügen zu verbringen, sind flach geworden und haben aus Langeweile oder um
mit anderen mitzuhalten Rauschgift genommen. Obwohl sie scheinbar ein
glückliches Karma hatten sind sie dann im Yoga gescheitert.
Unter symbolischem Abtragen von Karma versteht man ein fiktives Geschehnis, ein
symbolisches Ereignis, durch welches Karma, das sich auf der psychischen Ebene
84
findet, gelöscht wird. Es handelt sich hierbei um ein Heilverfahren, das durch eine
Ersatzhandlung herbei geführt wird.
Aus Yogananda "Autobiographie eines Yogi" ist uns nein Beispiel bekannt in
welchem Lahiri in einer Vision mit starken Emotionen ein Schloss mit reichem
Anwesen sah, das "ihm" gehörte. Einige Zeit schwelgte Lahiri Mahasaya in
diesem seinen Wunschtraum, als ihn Babaji wieder aus dieser Vision heraus
holte. Babaji wies Lahiri Mahasya darauf hin, dass dieser unerfüllte Wunsch
ihn in seiner künftigen spirituellen Laufbahn behindert hätte. Nun aber hätte
sich der Wunsch in dieser Vision erfüllt und sei damit erloschen.
In bestimmten Fällen ist das möglich. Es ist jedoch sicherlich selten der Fall.
Ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis:
Es war in der kalten Jahreszeit. Meine Tochter war ca. 5 Jahre alt und hatte eines
Abends leichtes Fieber. Auch klagte sie schon seit dem Vormittag über leichte
Halsschmerzen. Wir versuchten verschiedenes, um ihre Halsschmerzen zu lindern.
Nach Mitternacht weckte mich ein Stöhnen und Röcheln aus dem Kinderzimmer. Die
Halsentzündung hatte so zugenommen, dass mein Kind einem Erstickungsanfall
nahe war. Sie rang nach Luft und bot einen erbarmungswürdigen Anblick. Ich spürte
förmlich den Schmerz und die Angst des Erstickens, die meine Tochter hatte. In
meiner Not sandte ich eine Bitte an Maria und meinen Satguru meiner Tochter zu
helfen¸ ich würde gerne die Krankheit auf mich nehmen, wenn ich ihr dabei
Linderung verschaffen könnte.
Wir gaben ihr Medizin und machten neue feuchte Umschläge. Wir beruhigten sie so
gut es ging und ich betete im Stillen. Nach kurzer Zeit war sie vor Erschöpfung
wieder eingeschlafen.
Auch ich ging wieder zu Bett. Als ich am nächsten Morgen erwachte, quälten mich
Halsschmerzen der gleichen Art, wie sie meine Tochter hatte. Ich dachte bei mir ich
hätte mich angesteckt, obwohl ich durch Jahre schon keine Halsschmerzen mehr
hatte. Als ich dann meine Tochter sah, und sie fast keine Halsschmerzen mehr hatte,
erinnerte ich mich wieder meiner Bitte an Maria und war überrascht und gleichzeitig
sehr glücklich.
Die Seele verkörpert sich bisweilen als Mann und in Abständen wieder als Frau,
ohne sichtlicher Regelmäßigkeit. Das führt zu einer besseren Ausgewogenheit im
Menschen. Das galt speziell für frühere Zeiten, als den Männern und Frauen feste
Rollenbilder zugedacht waren.
Beispiele:
Aussage einer Versuchsperson von Helen Wambach:
“Ich entschied mich dafür eine Frau zu werden, weil die Frau liebevoller,
ausdrucksvoller, mehr im Einklang mit sich selbst ist. Ich fühle auch, dass der
weibliche Teil meines Ich dies besser widerspiegelt.” (Fall A-384)
85
Fig. 31 aus C. Jinarajadasa "Die okkulte Entwicklung der Menschheit", Adyar Vlg.,
1921, S. 64
86
In der Folge eine Liste der häufigsten psychischen Mechanismen wie sie G.
Cerminara aus den Hellseh-Sitzungen von Cayce zusammen gestellt hat.
Anschließend werden diese Mechanismen genauer besprochen und mit Beispielen
belegt.
Stetigkeitsprinzip
Reflexionsprinzip (Symb., Organ., Bumerangkarma)
Pendelprinzip
Wunschkräfte
Stetigkeitsprinzip
Ähnlich wie es in der Physik ein Trägheitsprinzip gibt, dem gemäß ein jeder Zustand
beibehalten wird und eine Zustandsänderung nur durch eine einwirkende Kraft
möglich ist, ähnlich ist es mit den Eigenschaften eines Menschen. Auch
Eigenschaften werden beibehalten und ohne äußeren Anlass, sei es durch Zwang
oder Einsicht erfolgt keine Umorientierung.
Ein weißer Farmer in Amerika hatte einen tiefsitzenden Hass gegen Afrikaner, der in
einer Inkarnation entstand, in der er Galeerensklave auf einem von Hannibals
Schiffen war und von farbigen Aufsehern grausam behandelt und erschlagen worden
war.
Eine Journalistin hatte viele Jahre lang eine ausgesprochen antisemitische
Einstellung genährt. In einem ihrer früheren Leben war sie in Palästina und gehörte
den Samaritern an, die in dauerndem Kampf gegen ihre jüdischen Nachbarn
gestanden haben.
Ein Büroangestellter von grundlegender Skepsis gegenüber allen religiösen
Bekenntnissen war in einem seiner Vorleben ein Kreuzritter gewesen, der jedoch
schmerzlich von der Kluft zwischen religiöser Bekenntnis und Tat seiner
Glaubensbrüder enttäuscht worden war, dass sich in ihm seither ein kaum
ausrottbares Misstrauen gegen äußere Glaubensbekenntnisse entwickelt hat.
Ein Mann, der in einem früheren Leben eine schreckliche Wandlung durch Geier
durchgemacht hatte, konnte vor Angst keine Federn anfassen.
Pendelprinzip
Die Entwicklung eines Menschen erfolgt meist nicht in einer gleichmäßigen
Entwicklung, wie man vielleicht erwarten würde. Sie gleicht eher einem Pendel, das
mal auf diese und mal auf die andere Seite ausschlägt. Die Ursache findet sich in der
Dynamik von Wünschen und Ängsten, wobei der vorherige Zustand als leidvoll
betrachtet wird und eine Fluchtbewegung nach der Gegenseite auf sich zieht.
Eine Wesenheit war in einem kleinen, schwachen Körper inkarniert und betete um
Kraft und Schönheit. Im nächsten Leben fand sie sich in einem starken Körper (s.
Pendelprinzip)
Eine Wesenheit fasste nach einem unglücklichen Liebeserlebnis in Atlantis den
Entschluss, nie wieder jemandem ihre ganze Liebe zu schenken, und war in
mindestens drei aufeinanderfolgenden Inkarnationen ein einsamer Mensch.
Eine Frau hatte in einer früheren Inkarnation das Gelübde der Ehelosigkeit abgelegt
und gehalten, und hatte in diesem Leben die größten Schwierigkeiten in der Ehe.
Eine Seele war in Palästina und später zur Zeit der Kreuzzüge als Frau inkarniert. In
letzterer Inkarnation zwangen sie die Umstände - ihr Mann war ein Kreuzzügler -
dazu, sich männliche Eigenschaften wie Selbstbehauptung und Tatkraft anzueignen.
In ihrem nächsten Leben war sie ein Mann der Frühsiedlerzeit in Amerika, wo sie als
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Freibeuter und Freidenker sämtliche Länder der Ostküste durchzog. Heute finden wir
ihren männlichen Geist in einem weiblichen Körper inkarniert.
Ein Christ im früheren Rom, der an Geist und Körper gefoltert worden war, hatte so
sehr wegen seiner geistigen Grundsätze gelitten, dass er sich im nächsten Dasein
materieller Befriedigung widmete.
Reflexionsprinzip (Bumerang-Karma)
Eine Tat, welche einem anderen Menschen oder Lebewesen Leid zufügt kommt oft
wie ein Bumerang zurück. Weshalb das so ist, darüber lässt sich diskutieren. Die
Meinungen gehen da sehr auseinander, wobei es jedoch durchaus möglich ist, dass
verschiedene Ursachen die Auslöser sein können:
Ein Sühnegeschehen auf Grund eines Schuldempfindens
Rachegedanken der Gegenseite - das führt zu permanenten Konflikten mit eigenen
Gegenreaktionen, welche die Gefahr bergen neuerliche Schuld auf sich zu ziehen.
Es besteht die Gefahr, dass eigene Vergeltungsaktionen auf undurchsichtige
Racheakte (deren Ursache mitunter in einer früheren Inkarnation zu suchen ist)
wiederum eine Kette neuer karmischer Vergehen auf sich zieht. Um diese Kette zu
durchbrechen und wieder Frieden herzustellen, wird Sühne auf sich genommen.
Freiwillige Annahme einer ähnlichen Situation, um daraus zu lernen, so dass ein
neuerlicher Fehler vermieden wird.
Vergeltung durch höheren Urteilsspruch. Diese Ansicht wird oft in konservativen
Ideologien vertreten. Ich bezweifle, dass ein blindes Aug um Aug, Zahn um Zahn
durch höhere Kräfte erzwungen wird.
Beispiele:
Ein Mensch, der in einer früheren Verkörperung andere Menschen geblendet hat, ist
im gegenwärtigen Leben blind.
Eine Leichtathletin im alten Rom, die sich durch Schönheit und durch körperliche
Geschicklichkeit auszeichnete, verspottete herzlos alle Frauen von weniger
ausgewogener Figur und besonders die Korpulenten. In ihrem gegenwärtigen Körper
leidet sie an übermäßiger Fettsucht.
Ein junger Mann, der nach einem Autounfall an den Rollstuhl gefesselt war, war in
frühchristlicher Zeit ein römischer Soldat und rühmte sich dessen gerne die Leiden
jener zu sehen, die sich zu den Gesetzen des Nazareners bekannten.
Eine Frau, deren Mann untreu geworden war, ist in einer früheren Verkörperung
selbst dem gleichen Mann gegenüber untreu gewesen.
88
Wie kommt es zu einem Abtragen karmischer Schuld durch Krankheiten?
Nach Cerminara:
Ein Kranker, der an chronischer Appetitlosigkeit und infolgedessen an schwerer
Unterernährung leidet, ist oft “seelisch ausgehungert”. Ein an schwerem Asthma
Leidender unterdrückte in einem vergangenen Leben das Leben anderer und erleidet
nun selbst Bedrückungen.
Eine Wesenheit, die in vergangenen Leben taub war für die Hilferufe anderer, leidet
nun an Taubheit.
Ein von Rückenmarkstuberkulose Befallener behinderte in einer vergangenen
Existenz andere Wesenheiten und ist nun selbst behindert.
Ein Junge, der ein chronischer Bettnässer ist, war im Vorleben beim Untertauchen
von Hexen beteiligt.
Eine Wesenheit machte sich über die zur Zeit der Christenverfolgung in der Arena
wehrlos Gepeinigten lustig und ist nun selbst als Krüppel wehrlos.
Epilepsie ist vielfach die karmische Folge sexueller Exzesse oder des Missbrauches
okkulter Kräfte.
Eine Wesenheit mit kleiner körperlicher Gestalt, verursachte dies durch das
hochmütige “Herabsehen” auf andere.
Die Ursache ungewöhnlicher Körpergröße eines Menschen war ebenfalls Hochmut;
dabei wurde die bildliche Haltung des “Herabsehens” zu einem Herabsehen im
wörtlichen Sinne umgewandelt.
Ein Mensch der stotterte wurde in einem Land des Altertums wegen Lügens und
Gotteslästerung von Weisen seines Landes verdammt.
Ein Kranker, der an Anämie leidend ist, hatte dies in einem vergangenen Leben als
Herrscher verursacht, indem er “viel Blut vergossen hatte”.
Wir müssen beachten, dass der Mensch kein isoliertes Wesen ist, sondern in eine
Gesamtheit mit all den daraus resultierenden karmischen Kräften eingebettet ist.
Etwa so wie eine Körperzelle in den Verband des Organismus eingebettet ist. Daraus
resultieren unvermeidliche Abhängigkeiten.
Kollektive Schuld unterschiedlichster Art lastet auf jedem einzelnen Menschen,
beginnend bei der gegenseitigen Abhängigkeit innerhalb seiner Familie bis hin zu
den kollektiven Schicksalskräften seines Volkes oder seiner Religion. Alle jene
Kräfte, die kreuz und quer wirken, sich überlagern oder ausgleichen, werden Teil der
Kräfte, die sein Schicksal bestimmen. Es ist deshalb irrig den einzelnen Menschen
isoliert zu sehen, um in seinem Schicksal bis ins kleinste Detail nach Belohnung und
Strafe seiner Taten zu suchen. Das sind altreligiöse Vorstellungen, die man
sicherlich als überholt betrachten kann.
Ein Beispiel: Ein Mensch, wählen wir uns zum besseren Verständnis einen alten
Menschen aus, der im Irak oder Syrien geboren wurde, leidet gegenwärtig unter
Krieg und Verfolgung. Karma-Puristen werden sagen, er hat sich sein Geburtsvolk
ausgesucht, um dort seine eigene Karmaschuld abzutragen. Ich glaube nciht, dass
das so stimmt. Die Zukunft, auch die eines Volkes ist nicht vorhersehbar. Zur Zeit der
Geburt jenes alten Syrers oder Irakers wusste niemand, weder hier auf Erden noch
im Jenseits, dass diesem Volk einmal ein dertart schreckliches Schicksal treffen
würde. Viele Geschehnisse auf Erden lassen sich solcherart erklären. Etwa die
zunehmende Geburtenanzahl der Menschen und die Spannungen und
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Aggressionen, die hier ausgelebt werden. Eine der vielen Ursachen hierfür kann sich
in der Schuld der Menschen finden, welche Tiere, die für den Verzehr vorgesehen
sind, unnötig quälen.
Nur damit wir uns dessen besser bewusst werden einige Beispiele
Die Ansammlung von Müll- und Plastik-Treibgut im Pazifik ist bereits derart groß,
dass man von einem neuen Kontinent sprechen kann – etwa zweimal so groß wie
die Bundesrepublik Deutschland. Unzählige Fische und Vögel verenden an
Plastikteilen, die für Nahrung gehalten wurden.
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Schweine im Tiertransport
Es geht nicht darum ob der Mensch Fleisch isst. Es geht darum welche Achtung und
Rücksicht der Mensch den Tieren und Pflanzen entgegen bringt.
Hier, links und rechts in unserem Alltag, beginnt unsere Verantwortung. Wir sind
nicht machtlos dem Trend ausgeliefert. Es sind nicht alleine die Geschehnisse, die
zählen, auch unsere Gefühle und unsere Einstellung fallen ins Gewicht.
Da ein jeder Einzelne auch an dem Karma der gesamten Menschheit mit trägt, sollte
es schon aus diesem Grund sein innerstes Anliegen sein, zumindest in seinem
kleinen Umfeld förderlich einzuwirken.
Wenn sich jemand mit anderen in einer Lebensgemeinschaft bindet, etwa mit einem
Lebenspartner und Kindern, so nimmt er eine Kette kausaler Zusammenhänge auf
sich, die sein Schicksal entscheidend verändern. Wir sprechen in diesem Fall von
einer Schicksalsverflechtung, die natürlich auch ohne Heirat und auf die vielfältigste
Art zustande kommen kann. Schon wenn zwei Menschen in einem Auto fahren, ist
ihr Karma für die Dauer der Fahrt verbunden. Während der eine vielleicht einen
Unfall herbeizieht, strahlt ihn der andere ab. Wir haben also eine Überlagerung von
zwei Feldern vor uns. Wie viele Kräfte bei einer Schicksalsverflechtung wirken, wie
sie zum Beispiel die Ehe darstellt, ist erst recht nicht übersehbar.
Darunter verstehen wir alle Schwierigkeiten und Nöte, die der Mensch durch seine
Inkarnation in einem grobstofflichen Körper auf sich nimmt. Die Belastungen durch
den physischen Körper sind nicht gering. Hilflos nach der Geburt ist der Mensch in
seiner Jugend der Willkür seiner Eltern ausgesetzt, um dann nach seinem
arbeitsreichen Leben ein gebrechliches Alter zu erwarten. Von der Warte eines
Geistwesens ebenfalls belastend sind die biologischen Grundgegebenheiten wie
Essen, Ausscheiden, Atmen und die träge Bewegungsmöglichkeit. Wir empfinden
dies nicht mehr so, wir haben uns daran gewöhnt, aber für ein freies Geistwesen ist
diese Daseinsart niedrig und beschwerlich. Welche Erlösung das Freiwerden aus
körperlicher Gebundenheit bedeutet, ersehen wir aus den zahlreichen Berichten von
Menschen, die kurz das Jenseits betreten durften. Ganz drastisch können wir das
biologische Grundkarma bei den Tieren nachempfinden. In der Regel neigt der
Mensch dazu, in der Existenz der Tiere, nur ein Liebreiz wahrzunehmen. Er sieht
alles nur unter der Sonnenperspektive Natur belassener Sorglosigkeit. Wenn wir ihn
aber fragen, ob er das Dasein eines Tieres führen möchte, so trifft ihn das fast wie
ein Schock.
91
Was ist ein Seelenteil (Teilseele)?
Der Mensch ist weder irdisch noch jenseitig eine unteilbare Einheit. Vom Irdischen
her wissen wir von Krankheiten (Persönlichkeitsspaltung, Verletzungen des Gehirns),
dass lediglich der Körper unteilbar ist, jedoch nicht das, was ihn beseelt. Allerdings
ist ein Seelenteil andererseits auch nicht völlig unabhängig, sondern mit dem
Hauptteil der Seele, dem höheren Selbst verbunden, etwa so wie der Arm mit dem
Körper verbunden ist. Seelenteile können sich bisweilen nur kurz, bisweilen auf
längere Zeit verselbstständigen.
Die Chassidim (jüdische Kabbalisten) vertreten die Ansicht, dass es dem höheren
Wesen eines Menschen auch möglich ist einen Teil seiner Seele einem inkarnierten
Menschen beizugesellen. Dieser Seelenteil verhält sich passiv, mischt sich also nicht
in das Karma des Menschen aktiv ein. Der Seelenteil verhilft jedoch jenem
Menschen besser fortzuschreiten, weil er Wissen und Kraft einbringt.
Es gibt zweierlei Motivationen hierfür:
einem Menschen zu helfen
eigenes Karma abzutragen, indem man als Beiwohner eines passenden Schicksals
mit leidet und mit lernt
Martin Buber: ,,Die Legende des Baalschem", Seite 290-292, Manesse Verl., Zürich,
1955
,,... So rüstete der Baalschem sich. Und da er sah, dass der Kraft, die in ihm wohnte,
nicht genug war zum Werk, beschloss er, alle Strahlen heim zu rufen, die er je an
irdische Wesen gespendet hatte. Er beschwor weithin die Strahlen, warf einen Ruf
über die Erde und sprach: ,,Kehret heim, meine Kinder, denn ich bedarf euer zum
Kampf". Alsbald flogen die Strahlenkinder herbei und umlagerten ihn schweigend in
weitem Kreis. Israel, Sohn des Elieser, der Baalschem, blickte weit hinaus, wo
Sphäre der Seinen sich leuchtend um Sphäre schloss, wie die sinkende Sonne am
Tagesrand ihr Bild anschaut, ausgegossen im Abendrot über alle Fernen. Sodann
sprach er mit leisen und langsamen Lippen: ,,Einst habe ich euch entsendet und
hingeschenkt, Trost oder Freude oder Lösung zu bringen. Aber nun rufe ich euch
heim, dass ihr wieder mein seiet und mir in dem großen Streit wider den Boten der
Nacht helfet. Ich hätte euch nicht gezogen von den Stätten der Welt, darin ihr
wachset und Leben weckt, wenn es nicht um das Heil ginge und um die Geburt der
Zukunft. Nun aber berufe ich euch". Da war wieder das Schweigen über dem Land.
Endlich sprach ein Fünklein: "Vergib, Meister, und ihr alle vergebet, dass ich dich
bitten will, lieber Herr, du mögest mich wieder an meine Stätte lassen. Denn als du
mich aus dir hingabst, hast du mich in das Herz eines Jünglings gesenkt, der blickte
von seinem Fenster trübselig in eine Welt, die sich starr vor ihm verschloss. Seit ich
aber bei ihm eingekehrt bin, hat sie sich ihm lebendig aufgetan, und der Hügel vor
seinem Fenster ist ihm grün und gelb und rot und weiß, je nach dem Spiel der
Jahreszeiten. Willst du ihm das rauben?" Der Baalschem schwieg und winkte dem
Fünklein Gewährung zu. Aber sogleich hoben andere Stimmen an und erzählten von
den Menschen, die sie aus Zweifel und Leere, aus Taumel und Bitterkeit, aus
Blindheit und Not befreit hatten, und die, wenn sie von ihnen gingen, wieder in die
Finsternis hinsinken müssten. Und bald klang es von tausend Mündern durch die
Luft: "Willst du alle verderben, die du gelöst hast?" So ertönte tausendfältig die
92
Frage. Lange saß der Baalschem und lauschte, da aller Ton verklungen war, in die
nachzitternde Luft. Dann sprach er lächelnd: ,,Wohl denn, meine Kinder, ich segne
euch zum andern Mal. Kehret heim!" Er erhob sich und breitete seine Hände über die
lichte Schar.."
Alleine aus dem Wort "Abspaltung" ist ersichtlich, dass es sich hierbei um eine
destruktive Kraft handeln muss und nicht um ein harmonisches oder freiwilliges
Geschehen. Es handelt sich hierbei um Seelenteile oder mit Seelenkraft verbundene
psychische Aspekte, denen einerseits auf Grund geheimer Wünsche viel Kraft
zufließt, und die andererseits in ihrer Existenz aus moralischen oder sonstigen
Gründen abgelehnt werden. Sie werden deshalb quasi aus der verkörperten Person
herausgedrängt und existieren dadurch in nichtintegrierter, halbautonomen Weise.
Eine zur Diskussion stehende Stelle aus Dr. S. Smith: ,,Die astrale Doppelexistenz",
S. 106 - 107, Scherz Verl., Bern, München, Wien, 1974
Aus: ESB:'A Personal Memoir'('ASW: Meine Memoiren') von Mrs. Heywood.
Hierin berichtet Mrs. Heywood, eines Nachts im August 1921 habe sie im Bett
gelegen und daran gedacht, etwas ihr recht Angenehmes, aber ausgesprochen
Sehnsüchtiges zu tun. Sie schreibt:
"Bevor ich die egoistische Idee in die Tat umsetzen konnte, geschah etwas höchst
Seltsames - ich spaltete mich in zwei Personen. Das eine Ich in seinem rosa
Nachthemd hing weiter seinen Gedanken und Wünschen nach, doch ein zweites Ich,
gekleidet in ein weißes, sehr langes Kaputzenkleid, stand jetzt ruhig, unbeweglich
und unbeteiligt dreinschauend am Fußende des Bettes. Dieses weiße Ich schien
genauso wirklich wie das rosafarbene, und ich war zur selben Zeit in gleicher Weise
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bewusst an beiden Orten. Ich erinnere mich lebhaft, wie ich, als das weiße Ich, auf
das mit Schnitzereien versehene Bettgestell vor mir herunterblickte und dabei
dachte, dass das rosa Ich reichlich töricht sei. "Du denkst ziemlich wirres Zeug",
sagte das weiße Ich voll kalter Verachtung zu seinem rosa Pendant...
Das rosa Ich fauchte wütend zurück: "Ich denke, was ich will, und du kannst mich
nicht daran hindern, du frömmelnder weißer Tugendbold!" Es war besonders wütend,
weil es wusste, dass sein weißes Gegenüber eigentlich der stärkere Teil von ihnen
beiden war. Einen oder zwei Augenblicke später - ich fühlte keinen Übergang - war
das weiße Ich wieder mit dem rosa Ich in meinem Körper eingesperrt, und dort leben
sie seither zusammen wie Öl und Wasser."
Der Mensch ist ein komplexes Wesen und nicht alle psychischen Inhalte sind in sich
geeint. Starke innere Spannungen ausgelöst durch Wünsche und damit verbundenen
Schuldgefühlen können eine vorübergehende Spaltung beim Menschen bewirken,
die in seltenen fällen in medialen Zuständen sichtbar zum Ausdruck kommen
können. Insofern ist die in der Veröffentlichung von Dr. S. Smith gebrachte
Beobachtung ein seltener und wertvoller Beitrag.
Was ist ein Gespenst? Gelegentlich werden durch ein emotionell nicht verkraftbares
Ereignis, etwa Tod, auf traumatische Weise Seelenteile blockiert (eingefroren). Diese
Seelenteile können durch Jahrhunderte an den Ort und das vergangene Ereignis
gebunden sein. Sie richten zwar keinen Schaden an, aber der Gesamtseele fehlt
diese blockierte Kraft. Außerdem kann dieses Ereignis in seiner Nachwirkung, etwa
Furcht vor Feuer, Ersticken, Wasser etc. für bleibende Ängste sorgen, die auf
logische Weise nicht bewältigt werden können, da ihre Ursache in einem früheren
Leben liegt und auf übliche Weise nicht aufgelöst werden kann.
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Joan Grant u. Denys Kelsey ,,Wiedergeburt und Heilung", S.320 - 321.
"Was edel und hochstehend ist, kann sich in seiner dynamischen Kraft auf höheren
Devachanebenen manifestieren. Da schlechte Eigenschaften zu diesen Ebenen
keinen Zugang finden, werden sie in Extremfällen in ihren Gedankenhüllen auf
tieferen Ebenen zurückgelassen. Dort führen sie eine quasi selbstständige Existenz
ihrem Wesen gemäß. Ihre Kraft erhalten sie aus den festgehaltenen
Bewusstseinsanteilen, die darin wie in Eis eingefroren sind. Ansonsten befinden sie
sich im "Ideenreich" im Zustand der Latenz.
Die irdische Inkarnation trägt in sich die einmalige Möglichkeit, dass die Seelenteile,
gleichgültig welcher Ebene sie angehören, sich hier alle in der Psyche manifestieren
können, um auf irdischem Plan verarbeitet und integriert zu werden. Ist die
Persönlichkeit einheitlich, fließen keine Energien in Abspaltungen ab, welche sich
sehr oft als Gegenkräfte manifestieren. Der einheitlich ausgerichtete Mensch wird
deshalb, da seine Energien ungeteilt sind, von großer geistiger Kraft getragen.
"Wenn du vor deinem Tode deine eigenen Geister nicht erlöst hättest, hättest du
dann auf die Erde zurückkehren müssen, um diese Aufgabe zu erfüllen?"
"Ich hätte nicht wiedergeboren werden m ü s s e n ... aber vermutlich hätte ich dann
hier oben weiterhin ihre Existenz verleugnet. Ich habe mich so geschämt, sie auf
diese Seite des Flusses mitzubringen. Geister sind hier so etwas wie Ver- wandte,
deren man sich schämt, und man versucht, sie zu ver- leugnen ... Ich hätte nicht
ewige Zeit so tun können, als ob ich sie nicht kenne, denn sie mussten heimkehren,
damit ich eine ganze Person werden konnte."
Nach Joan Grant kann auch ein großer Schock, der z.B. mit dem Tod in einem
vergangenen Leben einherging, die Ursache dafür sein, dass ein Teil aus der
Persönlichkeit herausgesprengt wurde und nicht mehr integriert werden kann (da in
das UBW verdrängt). Joan Grant (Wiedergeburt und Heilung) betrachtet eine
bestimmte Kategorie von Gespenstern (die immer monoton die gleichen Vorgänge
wiederholen) als eine solche seelische Abspaltung durch Schock. Der verkörperte
Mensch weiß nichts von seiner Persönlichkeitsabspaltung, wohl aber fehlt ihm ein
Teil seiner Kraft und wirkt die Abspaltung andauernd auf sein UBW als traumatische
Kraft.
In der Folge eine Erzählung, die auf mediale Weise empfangen wurde:
Aus dem Buch "Marion" - eine Erzählung über die verheerenden Folgen einer
Golem-Magie.
Günther Kretzschmer: "Marion", Die Lebensbeichte einer Toten. Turm Verlag,
Bietigheim, 1970
Im Laufe der Erzählungen im Buche "Marion" hören wir mehr und mehr über
die Hintergründe, welche zur Erschaffung eines Golems führten, bis zu Details
der Magie zu seiner Erschaffung. Was dieses Buch jedoch von anderen
Golemerzählungen unterscheidet, ist die Schilderung der karmischen und
magischen Rückwirkungen auf den Magier als Urheber des Golems. Während
in den Golemlegenden von Prag und anderswo die Rabbis, welche Golems
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erschufen glorifiziert wurden und ein Herannahen großen Unglückes noch
rechtzeitig durch die Auflösung des Golems zuvorgekommen wurde (z.B. der
Golem wurde immer größer oder wurde zusehends widerspenstig), ist die
Geschichte in ihrem Ablauf im Buch "Marion" nicht so glimpflich abgelaufen.
Die in "Marion" abgehandelte Geschichte ist eine medial empfangene
Botschaft, welche die Situation der Magier Jahrhunderte später nach dem
Ereignis wieder gibt. Es wird hierin über die Folgewirkungen und das
Bemühen um die Auflösung des Golems erzählt. Denn die zur Belebung des
Golems nötigen Seelenkräfte entstammten den beiden Magiern und diese
Seelenkräfte waren durch alle künftigen Geburten an den Golem gebunden,
als Werkzeug zerstörerischer Kräfte. Nicht nur, daß die Seelenkräfte zur
inneren Weiterentwicklung den zwei Magiern fehlten, waren beide Magier
auch karmisch für alle Taten verantwortlich, welche mit Hilfe ihrer in dem
Golem inkorperierten Seelenteile verursacht wurden.
Dieses Buch ist nicht nur spannend zu lesen, sondern auch eine
wissensmäßige Bereicherung für jeden, der sich für solches Spezialwissen
interessiert.
Es ist möglich, dass psychische Aspekte, welche nicht integriert sind ein gewisses
Eigenleben führen und auch dazu führen können, dass sich von ihnen belebte
Astralkörper abspalten können. Diese Astralkörper suchen dann ihnen in der
Schwingung entsprechende Ebenen auf. Dort werden ihre eigenen Schwingungen
verstärkt und speisen solcherart im irdischen Menschen jenen psychischen Aspekt.
Auch ist es möglich, dass auf passive Art durch diese Seelenteile Kontakte
eingeleitet werden, die dann im irdischen Leben dazu führen, dass Begegnungen zu
bestimmten Personen oder "Zufallsereignisse" gefördert werden.
Bei der Inkarnation verkörpert sich nicht das gesamte Erfahrungsgut des Menschen.
Es sind jeweils nur Teile der Gesamtheit, wodurch der inkarnierte Mensch oft sehr
verschieden in Veranlagung und Charakter gegenüber früheren Inkarnationen ist.
Nach wie vor gibt es Seelenteile, die nicht genug gereinigt sind, um in das höhere
Selbst integriert zu werden. Auch kann es sein, dass man sie in ihrer Gesamtheit
nicht einer Inkarnation beigesellen will, weil vielleicht ihre Gesamtlast zu schwer
wäre. Diese Seelenteile schlummern in einer ihr gemäßen Ebene oder führen dort
ein Dasein, meist in der Gestalt, die eine frühere Inkarnation hatte, der sie
angehörten.
Wenngleich es nicht inkarnierte Aspekte des Menschen sind, stehen die Teilseelen in
schwacher Wechselwirkung mit seiner Psyche. Wenn es die Entwicklung des
Menschen erlaubt, kann der eine oder andere Seelenteil abberufen und in die
Inkarnation integriert werden. Solcherart werden psychische Inhalte (Lebensteile)
früherer Existenzen verarbeitet. Dies bedeutet, wenn die Integration gelingt, für den
Menschen eine Stärkung der inneren Kraft und der Persönlichkeit. Bis es soweit ist,
muss der Mensch neu aufscheinende Schwächen und Hindernisse (jeder Seelenteil
bringt Karmaverflechtungen und Karmakräfte mit sich) bemeistern. Es besteht somit
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kein Anlass, um über ,,Rückfälle" zu jammern, werden doch in Wirklichkeit
Fortschritte damit eingeleitet.
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Was sind Persönlichkeitskennzeichen?
Solch ein Stigma muss nicht unbedingt ein Körpermerkmal sein. Im Fall der uns
vertrauten Guru/Yogini Verbindung zwischen Gauri und Vayu ist es der gleiche
Vorname, bei Gauri "Alfreda", und bei Vayu "Alfred". Tatsächlich ließ der gleiche
Vorname Vayu sofort aufmerksam werden und der ihm begegneten Person eine
erhöhte Beachtung schenken.
In früheren Jahrhunderten haben die Menschen sich als Ebenbild Gottes empfunden
und den Tieren jegliche Intelligenz und auch die Seele abgesprochen. In der
heutigen Biologie wurde erkannt und nachgewiesen, dass zwischen den Menschen
und den höher entwickelten Tieren (Säugetiere und Vögel) in Bezug auf Denken und
Fühlen nur ein gradueller Unterschied besteht. Die frühere Kluft zwischen Mensch
und Schöpfung hat sich durch die Wissenschaft in einen fließenden Übergang
verwandelt (siehe Forschungen über Bonobos - wurden früher den Schimpansen
zugerechnet).
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"Ich sah eine Frau, die ein Fohlen in den Armen hielt, das teilweise die Merkmale
eine Kleinkindes aufwies."
"Ich befinde mich auf einer Straße aus hart getretener Erde, die sich vor einer kleinen
Ansiedlung zu einem Platz erweitert. Kinder spielen vor einem ärmlichen Bauernhof,
der sowohl schon dreihundert Jahre alt oder auch aus unserer gegenwärtigen Zeit
stammen könnte. Alles macht einen friedlichen, ländlichen Eindruck. Ich schaue den
spielenden Kindern zu und gewahre in ihrer Mitte eine Frau mit einem Eselfüllen auf
den Armen. Dieses zieht meine Aufmerksamkeit an sich und ich blicke es durch
längere Zeit von allen Seiten an. Ich habe mir jedes Detail eingeprägt: Das Eselfüllen
hatte eine halb menschliche und halb tierische Gestalt. Es ist von rosa Farbe, zart
und von der Größe eines etwa einjährigen Kindes. Es hat auf dem Körper keine
Haare. Die Gliedmaßen sind menschlich, Hände und Füße enden in weichen,
fleischfarbenen Hufen. Das Gesicht ist fast menschlich, lässt aber noch Eselzüge
erkennen. Die Ohren sind lang, jedoch rosarot und mit wenig Haaren.
Keineswegs! Jede Ebene hat ihre Vertreter unter den Lipikas und sie legen
Wert darauf, dass die Interessen ihrer Ebene nicht zu kurz kommen. Ein
einzelner Lipika kann nicht willkürlich seine Interessen vertreten und über ein
Schicksal entscheiden. Ungerechtigkeiten würden sofort Lipikas auf den Plan
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rufen, die andere Interessen vertreten. Es wird deshalb, wenn es um
Schicksals bestimmende Entscheidungen geht eine Versammlung der
Fürsprecher und Kläger unter den Lipikas einberufen. Hierbei zählen nicht
Argumente und gibt es auch keine langen Diskussionen. Es müssen Fakten
vorgelegt werden und nach diesen wird entschieden. Wesentliche Fakten sind
innere Entscheidungen eines Menschen. Wenn sich diese durch eine äußere
Handlung bewiesen haben, so ist der Fall klar und die weitere
Schicksalsrichtung ist vorgegeben. Bei inneren Entscheidungen, die sich noch
nicht bewiesen haben, aber auch nicht beweisen können, wenn es an
irdischen Gelegenheiten hierzu mangelt, wird die Angelegenheit kompliziert.
Die Fürsprecher müssen glaubhafte innere Entscheidungen vorbringen
können, damit eine günstige Änderung äußerer Gegebenheiten bewilligt wird.
Sie müssen Garantien vorbringen und in Kauf nehmen, dass bei Nicht-
Einhaltung der gegebenen Garantie eine Strafmaßnahme über den Schützling
verhängt werde (Schicksalswende im Sinne der Gegenseite).
Zählt nur was der Mensch in seinem Körper macht, denkt und fühlt?
Lipikas (Meister des Karmas) sind nicht allwissend. Sie bedürfen der Informationen,
um einen Menschen zu beurteilen. Viele Menschen begeben sich unbewusst
während dem Schlaf auf Astralwanderung. Hierbei verhält sich der Mensch
unbehindert nach seinem Naturell, ohne Spekulation und ohne Angst vor den
irdischen Zwängen von Moralismen, sozialem Druck, Gerichtsbarkeit etc., denn alle
diese Zwänge gibt es dort nicht. Das ist die Gelegenheit für Beobachter aus den
verschiedenen Gruppen der Lipikas, einen Menschen zu beobachten und
abzuschätzen. Hier ein Beispiel aus einer Astralreise:
"Ich ging einen Weg am Hang eines bewaldeten, engen Tals. Das Tal weitete
sich nach einiger Zeit des Wanderns sah ich vor mir wie der Weg leicht bergab
viel. Vor meiner erhöhten Position aus sah ich in vielleicht 30 Meter Abstand
wie sich das Tal zu einer großen freien Fläche ohne Grasbewuchs und mit
hart getretener Erde weitete. Ich blieb stehen und sah mir die Szenerie an. Auf
der etwa Fußballplatz großen Fläche fand ein Jahrmarkt statt. Um den Rand
des Platzes waren Verkaufsbuden dicht an dicht gereiht und davor eine
Anzahl von Leuten, die sich die Angebote ansahen. Was die Verkaufstände
anboten konnte ich aus der Entfernung nicht sehen.
In der Mitte der Fläche waren keine Verkaufsbuden. Es waren dort auch keine
Leute, denn es gab ja dort nichts zu sehen. Statt dessen sah ich eine Gruppe
von einem halben Dutzend groß gewachsener majestätischen Wesen mit
schwarz-weiß gestreiften Mänteln, die aufmerksam das Geschehen
beobachteten. Sie beobachteten nicht was die Leute taten, sondern was die
Leute dachten und fühlten. Interessiert blickte ich zu der Gruppe jener Wesen
hin. Doch gleich wurden sie unruhig, denn sie fühlten, dass sie jemand
unerwarteter Weise beobachtete. Sie empfingen auf telepathischer Weise
meine Ausstrahlung. Sofort blockte ich ab, stellte alle meine Gedanken ein
und blickte seitlich weg zur Landschaft.
Dann blickte ich wieder zu den Verkaufsbuden und sah dort einen mir lieben
Yogi vor einem Verkaufstand stehen, wo er einen Stapel von Karten in die
Hand nahm. Augenblicklich wusste ich, dass er in Gefahr war eine schlechte
Karte zu wählen. Sofort dachte ich an das Pyramidenspiel mit dem er in
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Ungarn einiges Geld verdient hatte und vor dem ich ihm dringend abgeraten
hatte. Er hatte auch damit aufgehört, doch jetzt im Augenblick war ungewiss,
ob er der Verlockung widerstehen würde können. (Retrospektiv: er konnte
seiner Versuchung widerstehen und hat sich nicht mehr am Pyramidenspiel
beteiligt).
Noch ein kleiner Hinweis: diese Lipikas waren Prüfer und hatten keine
liebevolle, sondern eine beinahe gnadenlose Ausstrahlung. Das war auch der
Grund weshalb ich schleunigst alles tat, um von ihnen ja nicht entdeckt zu
werden." (V)
Ich fürchtete immer dass ich nicht alt werden und frühzeitig sterben würde. Das
wundervolle Erlebnis mit dem goldnen Kind gibt mir jedoch Hoffnung, mein Leben
noch so führen zu können wie ich es immer vor hatte.
Ich sehe nicht ein, weshalb Du nicht ein gesundes, kraftvolles, langes Leben haben
könntest. So nach meinem Karmaverständnis und meinen Erfahrungen - selbst wenn
karmisch ein naher Tod programmiert gewesen wäre, wird das Karma geändert,
wenn ein Weiterleben sehr ertragreich zu sein verspricht. Karma ist viel flexibler, als
die meisten glauben.
Rechtshinweise
Illustrationen und Texte, soweit nicht anders angegeben, stammen von Alfred
Ballabene, Wien. Erstausgabe 2012. Überarbeitet und ergänzt 2016.
Urheber- und Publikationsrechte aller Grafiken, und Texte, soweit nicht anders
angegeben, im Besitz von Alfred Ballabene und Alfreda Wegerer.
Illustrationen von Alfred Ballabene und Texte sind bei Nennung des Urhebers Alfred
Ballabene freigegeben. (GNU)
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