Think Different
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Think Different
Die Welt anders denken
Fr Brad
Inhalt
Die Seitenangaben beziehen sich auf die gedruckte Ausgabe des Buches.
Einleitung.
Drei Geschichten 9
Teil 1
1 Saat 15
2 Woz 25
3 Phreaks 35
4 College 45
5 Auf der Suche 55
6 Apple 63
7 Garage 75
8 Apple II 87
9 Reich 101
10 Piraten 115
11 Sculley 133
Teil 2
12 NeXT 149
13 Familie 167
14 Siliwood 185
15 Rckkehr 199
16 Different 209
17 Umschwung 223
18 Musik 239
Teil 3
19 Krebs 255
20 Erlsung 267
21 Leben 283
22 Vermchtnis 299
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Zeitleiste 307
Anmerkung der Autorin 313
Bibliografie 317
Anmerkungen 321
Register 337
Bildnachweis 345
Einleitung
Drei Geschichten
Es war an einem warmen Junitag im Jahr 2005, als Steve Jobs zu seiner ersten Collegeabschlussfeier ging als Ehrenredner. Dabei trat der milliardenschwere Grnder und Leiter von Apple nicht als ein stocksteifer
Geschftsmann auf. Mit gerade einmal fnfzig Jahren war der Mann, der
selbst das College abgebrochen hatte, ein Hightech-Rockstar, eine lebende
Legende fr Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.
Mit Anfang zwanzig prsentierte Jobs der Welt beinahe im Alleingang den
ersten Computer, den man auf seinen Schreibtisch stellen konnte und der
dort ganz selbststndig arbeitete. Er revolutionierte das Musikgeschft und
die Hrgewohnheiten einer ganzen Generation mit einem schicken kleinen
Gert namens iPod und einer gigantischen Verfgbarkeit von Songs im
iTunes-Store. Er finanzierte und frderte eine Firma namens Pixar, die die
erstaunlichsten computeranimierten Filme produzierte unter anderem Toy
Story, Oben, Cars und Findet Nemo und damit imaginre Figuren auf bisher ungekannte Weise zum Leben erweckte.
Obwohl er weder Ingenieur noch Computer-Nerd war, erfand Steve Jobs
ein Must-Have-Produkt nach dem anderen, da er immer die Nutzer im Sinn
hatte. Und ohne dass diejenigen, die ihm an diesem Tag im Juni 2005
zuhrten, etwas davon wussten, wurde bereits an weiteren erstaunlichen Innovationen gearbeitet, unter anderem am iPhone, das einen erheblichen Teil
der Fhigkeiten eines Computers im Taschenformat zur Verfgung stellte.
Immer wieder wurde der vierfache Vater mit dem Erfinder Thomas Edison
und dem Automobilmagnaten Henry Ford verglichen, die beide erschwingliche, lebensverndernde Annehmlichkeiten entwickelten und damit den
amerikanischen Alltag revolutionierten.
Doch neben seinen Erfolgen erlebte Jobs ebenso viel beachtete Niederlagen. Als er dreiig Jahre alt war, wurden ihm bei Apple smtliche
Zustndigkeiten entzogen, da man ihn fr zu destruktiv und schwierig hielt.
Er setzte sich zum Ziel, eine weitere Computerfirma zu grnden, und
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Teil 1
Saat
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Patty Jobs,
Jahrbuchfoto von 1972
Die Gegend sdlich von San Francisco war damals noch in weiten Teilen unbebaut und mit Aprikosen- und Pflaumenbaumplantagen durchsetzt. Die
Familie kaufte ein Haus in Mountain View, und als Paul sich in der Garage
eine Werkstatt einrichtete, rumte er einen Teil davon frei und sagte zu
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seinem Sohn: Steve, das ist jetzt deine Werkbank. Er brachte Steve bei, wie
man mit einem Hammer umgeht, und schenkte ihm einen Satz Miniwerkzeuge. Wie Jobs sich spter erinnerte, verbrachte sein Dad im Laufe der
Jahre viel Zeit mit mir er brachte mir bei, wie man etwas baut, wie man
etwas auseinandernimmt und wieder zusammensetzt.
Die gewissenhafte Handwerkskunst seines Vaters und dessen Hingabe an
die feinsten Details hinterlieen einen tiefen Eindruck. Er ist eine Art Genie
mit seinen Hnden. Er kann alles reparieren und es zum Laufen bringen und
jedes mechanische Gert auseinander- und wieder zusammenbauen,
erzhlte Jobs 1985 in einem Interview. Zudem betonte sein Vater die
Wichtigkeit, Dinge richtig zu machen. So lernte sein Sohn beispielsweise:
Wenn du ein Zimmermann bist und eine wunderschne Kommode anfertigst, wirst du fr die Rckseite kein Sperrholz verwenden, auch wenn sie an
der Wand steht und niemand sie je zu Gesicht bekommt. Du wirst wissen,
dass sie da ist, also wirst du ein schnes Stck Holz fr die Rckseite
verwenden.
Diese Lektion sollte Jobs spter wieder und wieder auf neue AppleProdukte anwenden. Damit man nachts ruhig schlafen kann, mssen sthetik und Qualitt konsequent bis zum Ende durchgehalten werden, sagte
er.
Auch Clara Jobs untersttzte ihren kleinen Sohn, bernahm abends bei
Freunden das Babysitten und finanzierte so den Schwimmunterricht. Und
weil Steve seinem Alter voraus und wissbegierig war, brachte sie ihm das
Lesen bei, was ihm in der Schule einen groen Vorsprung verschaffte.
Unglcklicherweise wurde genau dies fr Steve zu einer Art Problem. In
der Schule wollte ich eigentlich nur zwei Dinge tun, erinnerte er sich
spter. Ich wollte Bcher lesen, weil ich es liebte, Bcher zu lesen, und ich
wollte rausgehen und Schmetterlinge fangen. Was er nicht wollte, war, Anweisungen zu befolgen. Mit dem vorgegebenen Ablauf eines Schultages kam
er nicht zurecht, und bald langweilte es ihn, im Klassenzimmer zu sitzen. Er
hatte das Gefhl, anders zu sein als seine Mitschler.
Als er sechs oder sieben Jahre alt war, erzhlte er dem Mdchen, das auf
der anderen Straenseite wohnte, dass er adoptiert worden sei. Heit das,
deine echten Eltern haben dich nicht gewollt?, fragte es.
Die unschuldige Frage traf ihn wie ein Schlag in den Magen und setzte
ihm einen bengstigenden Gedanken in den Kopf, der ihm vorher nie
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gekommen war. Schluchzend kam er ins Haus gerannt. Seine Eltern beeilten
sich, ihn zu trsten und diese Vorstellung zu vertreiben. Sie waren sehr
ernst und schauten mir direkt in die Augen, sagte er. Sie sagten: Wir
haben dich ganz bewusst ausgewhlt.
Tatschlich hielten ihn seine Eltern fr etwas ganz Besonderes fr
auergewhnlich intelligent, wenn auch ausgestattet mit auergewhnlich
starkem Willen. Spter vermuteten Freunde und Kollegen, dass sein Antrieb
und sein ausgeprgtes Kontrollbedrfnis aus einem tief verwurzelten Gefhl
des Verlassen-worden-Seins herrhrten. Er selbst aber sah es nicht so. Zu
wissen, dass ich adoptiert worden war, hat vielleicht dazu gefhrt, dass ich
mir unabhngiger vorkam, aber verlassen habe ich mich nie gefhlt,
erzhlte er einem Biografen. Ich habe mich immer als jemand Besonderes
gefhlt. Meine Eltern haben mir das Gefhl gegeben, besonders zu sein.
Einige seiner Lehrer sahen ihn allerdings weniger als ganz besonderes
Kind, sondern eher als Unruhestifter. Jobs fand die Schule derartig langweilig
und schrecklich, dass er und einer seiner Freunde den meisten Spa daran
hatten, fr Tumult zu sorgen. Viele Kinder kamen mit dem Fahrrad zur
Schule und schlossen diese an Stnder vor der Monta Loma Elementary
School an. In der dritten Klasse lieen sich Jobs und sein Freund von vielen
ihrer Klassenkameraden die Schlosskombinationen verraten. Eines Tages
tauschten sie dann smtliche Schlsser aus. Sie brauchten bis zehn Uhr
abends, um all die Fahrrder zu sortieren, erinnerte er sich.
Das schlimmste Verhalten wurde fr ihre Lehrerin aufgespart. Jobs und
sein Freund lieen im Klassenzimmer eine Schlange frei oder zndeten unter
ihrem Stuhl Feuerwerkskrper. Ihre nervsen Zuckungen hat sie uns zu
verdanken, sagte er spter.
Wegen seines Fehlverhaltens wurde er zwei oder drei Mal nach Hause
geschickt, aber er konnte sich nicht erinnern, jemals bestraft worden zu sein.
Stattdessen verteidigte ihn sein Vater und sagte den Lehrern: Wenn Sie sein
Interesse nicht aufrechterhalten knnen, sind Sie doch selber schuld.
In der vierten Klasse wurde er von einer ganz speziellen Lehrerin gerettet,
von Imogene Teddy Hill, die freundlich zu ihm war, als die Familie Jobs
eine schwere Zeit durchmachte. Beeindruckt von einem Nachbarn, der als
Immobilienmakler gutes Geld verdiente, besuchte Paul Jobs die Abendschule
und verschaffte sich selbst die Maklerlizenz. Aber sein Timing war schlecht,
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und die Nachfrage an Immobilien sank genau in dem Augenblick, da er versuchte, ins Geschft einzusteigen.
Eines Tages fragte Mrs. Hill ihre Schler: Gibt es irgendetwas, das ihr in
unserem Universum so gar nicht versteht? Der junge Jobs antwortete: Ich
verstehe nicht, warum mein Vater ganz pltzlich so pleite ist.
Clara Jobs bernahm einen Teilzeitjob in der Lohnstelle einer rtlichen
Firma, und die Familie nahm ein zweites Darlehen fr ihr Haus auf. Fr etwa
ein Jahr war das Geld beraus knapp.
Nachdem sie Steve Jobs einige Wochen lang in ihrer Klasse gehabt hatte,
war Mrs. Hill in der Lage, ihren ungewhnlichen Schler richtig einzuschtzen. Sie bot ihm einen verfhrerischen Handel an: Wenn er ein
Matheaufgabenheft selbststndig ausfllte und mindestens 80 Prozent der
Aufgaben richtig waren, wrde sie ihm fnf Dollar und einen riesigen
Lutscher schenken.
Ich hab sie angeguckt, als wollte ich sagen: Haben Sie sie nicht mehr alle,
Lady?, erinnerte sich Jobs. Aber er nahm die Herausforderung an. Es
dauerte nicht lange, und seine Bewunderung und sein Respekt fr Mrs. Hill
waren so gro, dass er keine weiteren Bestechungen mehr brauchte.
Sie erwiderte die Bewunderung und versorgte ihren Ausnahme-Schler
mit einem Bausatz, um sich eine optische Linse schleifen und eine eigene
Kamera anfertigen zu knnen. Aber das hie noch lange nicht, dass aus Jobs
ein einfaches Kind geworden wre. Viele Jahre spter amsierte Mrs. Hill
einige von Jobs Kollegen, indem sie ihnen ein Foto vom Hawaiitag zeigte.
Jobs stand in der Mitte und trug ein Hawaiihemd. Aber das Foto verriet nicht
die gesamte Geschichte: Er hatte an diesem Tag kein Hawaiihemd dabeigehabt, dafr aber einen Mitschler dazu berredet, ihm seins zu geben.
Eine der Heiligen meines Lebens, nannte Jobs seine Lehrerin spter
und fgte hinzu: In diesem Jahr habe ich, glaube ich, mehr gelernt als in jedem anderen Schuljahr. Imogene Hill war es auch, der er das Verdienst zuschrieb, ihn auf den richtigen Weg geleitet zu haben. Ich bin zu hundert
Prozent sicher, wenn es in der vierten Klasse nicht Mrs. Hill und einige andere gegeben htte, ich wre ganz sicher im Knast gelandet, sagte er spter.
Nachdem sein Interesse an der Schule neu entflammt war und sich sein
Verhalten leicht verbessert hatte, wurde Jobs bei einem Leistungstest so hoch
eingestuft, dass die Verantwortlichen an seiner Schule die Empfehlung
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ausgaben, er solle zwei Klassen berspringen. Seine Eltern waren jedoch nur
damit einverstanden, dass er eine Klasse bersprang.
Auf der Middle School wurde der Lernstoff schwieriger, aber noch immer
wollte Steve Jobs Schmetterlinge fangen gehen. Auf einem Zeugnis der sechsten Klasse wurde er als exzellenter Leser bezeichnet, aber es wurde hinzugefgt: Er hat groe Schwierigkeiten damit, sich selbst zu motivieren und
den Sinn darin zu sehen, fr den Unterricht zu lesen. Er stelle auerdem
manchmal ein Problem fr die Disziplin dar.
Die siebte Klasse brachte eine sehr viel rauere Schlermischung zusammen. Prgeleien waren an der Tagesordnung. Einige Schler tyrannisierten
den drahtigen Jungen, der ein Jahr jnger war als alle anderen. Jobs ging es
elend, und in der Mitte des Jahres setzte er seinen Eltern ein Ultimatum. Er
sagte, wenn er wieder zu dieser Schule msse, wrde er einfach nicht hingehen, erinnerte sich sein Vater. Sie nahmen ihn ernst. Also entschlossen wir
uns, dass es besser sei umzuziehen, sagte sein Vater.
Seine Eltern kratzten ihr weniges Kapital zusammen und kauften ein
Haus mit drei Schlafzimmern in Los Altos, wo die Schulen erstklassig waren
und sicher. Hier, so glaubten sie, wrde ihr begabter Sohn sich auf den Unterricht konzentrieren knnen. Aber Mitte der 60er Jahre nderten sich die
Zeiten. Schon bald sollte Jobs ganz andere Dinge im Sinn haben.
Bob Dylan
Woz
Die neue Schule stellte tatschlich eine Verbesserung dar, und Jobs traf andere Jungs, die seine Interessen teilten. Hier schloss er Freundschaften, die
sein gesamtes Leben verndern sollten.
Auerdem hatte er das Glck, im Santa Clara Valley aufzuwachsen, einem
Ort, an dem es nur so wimmelte von Ingenieuren und Tftlern, die seine
wachsende Leidenschaft fr das expandierende Feld der Elektronik fttern
konnten.
Nachdem Paul Jobs klargeworden war, dass sein Sohn sein Interesse an
Autos und anderen Handwerkstechniken nicht teilte, hatte er ihm von der
Grundschule an elektronische Gerte geschenkt, die er auseinandernehmen
und studieren konnte. Steve Jobs fand in seiner alten Nachbarschaft zudem
einen Mentor, einen Hewlett-Packard-Ingenieur namens Larry Lang, der ihn
zum Beispiel mit einem altmodischen Kohlemikrofon faszinierte, das er so
umgebaut hatte, das es keinen elektronischen Verstrker bentigte. Lang
zeigte dem Jungen auch die Heathkits-Baustze, die aus elektronischen Komponenten und detaillierten Anleitungen bestanden und mit denen sich Hobbytechniker Radios und andere Gerte selber bauten.
Dafr zahlte man mehr Geld, als wenn man loszog und sich das fertige
Produkt kaufte, erinnerte sich Jobs. Aber er war fasziniert davon, wie ihm
das Zusammensetzen der Einzelteile dabei half, die Wirkungsweisen der Gerte zu verstehen, und ihm bewusst machte, was er selbst bauen konnte.
Diese Dinge waren keine Rtsel mehr. Ich meine, man schaute sich einen
Fernsehapparat an und dachte: So einen hab ich noch nicht gebaut. Aber ich
knnte es. Es gibt einen im Heathkit-Katalog, und ich hab schon zwei andere
Heathkits gebaut, also knnte ich den auch hinkriegen, sagte Jobs. Es gab
einem ein enormes Ma an Selbstvertrauen, dass man durch Information und
Lernen scheinbar sehr komplexe Apparaturen im eigenen Umfeld begreifen
konnte.
Auch nach dem Umzug der Familie blieb Jobs in Kontakt mit Lang, der
ihm dabei half, in einen Hewlett-Packard-Explorer-Club aufgenommen zu
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werden. Jobs versammelte sich mit anderen Schlern in der Cafeteria des
Unternehmens, wo die Ingenieure von ihrer Arbeit berichteten. Es geschah
bei einem dieser Besuche, dass Jobs zum ersten Mal einen Desktop-Computer erblickte. In den 60er Jahren waren die kleinsten Computer so gro wie
Khlschrnke, die meisten fllten jedoch ganze Rume aus und bentigten eigene Klimaanlagen, damit sie nicht berhitzten. Hewlett-Packard hatte 1968
den 9100A entwickelt, die erste Desktop-Rechenmaschine fr die Forschung,
und bewarb ihn als Personal Computer, der bei der Lsung wissenschaftlicher und technischer Probleme zehn Mal schneller sei als die meisten
gngigen Gerte.
Er war riesig, vielleicht vierzig Pfund schwer, aber er war eine Schnheit, sagte Jobs. Ich habe mich gleich in ihn verliebt.
Whrend er versuchte, seinen eigenen Frequenzzhler zu bauen, der die
Impulse eines elektronischen Signals messen konnte, stellte Jobs fest, dass
ihm Bauteile fehlten. Ohne sich groe Gedanken zu machen, suchte er kurzerhand im Telefonbuch die Privatnummer von HP-Grnder Bill Hewlett und
rief ihn an. Hewlett nahm das Gesprch gndig entgegen und sprach zwanzig
Minuten lang mit Jobs. Als der Plausch beendet war, hatte sich Jobs nicht nur
die fehlende Teile besorgt, sondern zudem den Kontakt fr einen Ferienjob.
Er verbrachte einen Sommer am Flieband, wo er Schrauben in Frequenzzhler einbaute, die in Laboren und Fabriken benutzt wurden. Ich war im
Himmel, wie er sich spter erinnerte.
Es waren Menschen wie Bill Hewlett, die dabei halfen, aus dem Santa
Clara Valley einen Anziehungspunkt fr Ingenieure und technische Spezialisten zu machen. Zustzlich zum wachsenden Hewlett-Packard-Unternehmen
in Palo Alto boten die Missile Divison von Lockhead in Sunnyvale ein nahe
gelegenes NASA-Forschungszentrum und Fairchild Semiconductor in San
Jose den Technik-Interessierten eine steigende Zahl von Arbeitspltzen. Zudem waren die Stanford University im nahen Palo Alto und die University of
California-Berkeley, ein stckweit nrdlich, regelrechte Brutsttten von Wissenschaft und Technologie.
Die Jahre von Jobs Kindheit waren eine Zeit rapider Innovationen in der
Welt der Elektronik, der Naturwissenschaften und der Technologie, die den
unsichtbaren Strom der Elektrizitt zu erstaunlichen Prozessen befhigte. In
den spten 40er Jahren erfanden drei Wissenschaftler, die in den AT&T-BellLaboren arbeiteten John Bardeen, Walter Brattain und William Shockley
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den Transistor, ein winziges Bauelement, das Elektronen leiten und verstrken konnte. Der Transistor umschloss jenes Material, das man Halbleiter nannte weder ein echter Isolator, noch ein Leiter und das elektronische Strme in eine Richtung senden konnte, nicht jedoch in die andere. Mit
der Zeit wurde Silizium zum bevorzugten Halbleitermaterial, und die winzigen Vorrichtungen, die daraus resultierten, wurden als Halbleiter oder Chips
bekannt. Indem er die sperrigeren, weniger verlsslichen Vakuumrhren ersetzte, wurde der Transistor zur Basis fr alle elektronischen Gerte und ermglichte es Wissenschaftlern und Ingenieuren, immer kleinere Varianten zu
entwickeln, Transistorradios zum Beispiel, die man sich in die Hosentasche
stecken konnte, Fernseher, die in ein Regal passten, Taschenrechner von der
Gre einer Handflche und schlielich einen Computer, den man sich auf
den Schreibtisch stellen konnte.
Whrend Hewlett-Packard und die anderen Firmen wuchsen und sich darauf verlegten, neues Equipment, Halbleiter und Gerte mit verbesserten
Fhigkeiten herzustellen, begannen ehrgeizige Mnner ihre eigenen Firmen
zu grnden, um weitere Innovationen auf den Markt zu bringen. Es war, wie
Jobs spter sagte, wie bei diesen Blumen oder Getreidesorten, die ihre Saat
in Hunderte Richtungen verstreuen, wenn man darauf pustet.
Die hohe Aktivitt und Konzentration auf Chips und Schaltkreise zog
mehr und mehr Menschen in die Gegend. Die Obstplantagen wurden fr neue
Huserbauten plattgewalzt, und zwischen 1960 und 1970 verdoppelte sich die
Einwohnerzahl von San Jose, whrend sich die des nahe gelegenen Cupertino
sogar vervierfachte. Bald schon wrde die Gegend als Silicon Valley Berhmtheit erlangen.
Zu dieser Zeit besuchte Jobs die Junior High, und sein Vater arbeitete fr
eine Firma, die Laser fr elektronische und medizinische Produkte herstellte.
Auch daran entwickelte Jobs ein Interesse und baute sich mit Ersatzteilen,
die er geschnorrt oder die sein Vater mit nach Hause gebracht hatte, seinen
eigenen Laser. Manchmal nahm er seine Projekte auch mit zur Junior Highschool und prsentierte sie dort.
Aus einem der Mitschler, Bill Fernandez, wurde ein guter Freund, der an
einem Projekt fr die Wissenschaftsschulmesse mit ihm zusammenarbeitete
und mit dem er auch andere Interessen teilte. In den kommenden Jahren unternahmen sie immer wieder lange abendliche Spaziergnge, bei denen sie
sich ber alle mglichen ernsten Themen unterhielten, vom Vietnamkrieg bis
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zu Mdchen, von Drogen bis zur Religion. (Tatschlich rang Jobs sein ganzes
Leben lang mit groen Ideen und schwierigen Problemen, indem er sie auf
langen Spaziergngen besprach.)
Mit dreizehn hatte Jobs aufgehrt, zur lutherischen Kirche zu gehen,
nachdem er den Pfarrer mit einem Zeitschriftenartikel ber verhungernde
Kinder in Afrika konfrontiert hatte. Wei Gott davon? Und was wird mit
diesen Kindern passieren?, fragte er den Pfarrer. Als dieser zugab, Ja, Gott
wei davon, erklrte Jobs, dass er nicht zu einem solchen Gott beten knne.
Trotzdem verbrachten er und Fernandez Stunden damit, spirituelle Themen zu diskutieren. Wir waren beide an der spirituellen Seite der Dinge interessiert, an den groen Fragen: Wer sind wir? Was ist der Sinn von alledem? Was bedeutet es?, sagte Fernandez. Meistens war es Steve, der das
Reden bernahm Er hatte gerade seine groe Leidenschaft des Tages gefunden oder etwas, das ihm auf der Seele lag, und er schwatzte mir stundenlang die Ohren voll, whrend wir spazieren gingen.
1968, das Jahr, in dem Jobs mit der Highschool begann, war eines der
ereignisreichsten der neueren amerikanischen Geschichte. Martin Luther
King, der mit gewaltlosen Mitteln gegen die Rassendiskriminierung gekmpft
hatte, wurde im April ermordet. Zwei Monate spter wurde Prsidentschaftskandidat Robert Kennedy nach einer Wahlkampfrede erschossen. Die Proteste gegen den Vietnamkrieg erreichten einen Hhepunkt, als die Demonstranten bei der Democratic National Convention in Chicago einen Aufruhr
auslsten.
Gleichzeitig tauchte ein kurioses neues Gesellschaftsphnomen auf der
Bildflche auf. In einer Coverstory mit dem Titel Die Hippies beschrieb das
Time Magazine 1967 die hauptschlich weien, gebildeten jungen Leute aus
der Mittelschicht, die ausstiegen, das College und traditionelle Berufswege
ablehnten und stattdessen nach Liebe, Frieden und Erleuchtung suchten
unter anderem, indem sie mit halluzinogenen Drogen wie Marihuana und
LSD experimentierten. Die Hippies, die ihren Spitznamen einem BeatnikBegriff aus den 50ern verdankten (hip oder Hipster), zogen sich knallbunte Kleidung an, hrten Acid Rock von Bands wie Jefferson Airplane oder
den Grateful Dead und trugen ihre Haare lang. Zum Epizentrum der Bewegung wurde das Haight-Ashbury-Viertel im nahe gelegenen San Francisco.
Im Kontrast dazu stellte die Homestead Highschool, in die Jobs in diesem
Jahr kam, noch immer klassisches, geschtztes Vorstadtleben dar. Bestehend
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aus einer Reihe von ein- und zweistckigen Gebuden und umgeben von
Stacheldraht, sah der Campus ein bisschen nach Gefngnis aus. Die fnfhundert Schler der Jahrgangsstufe 1972 waren beinahe ausnahmslos wei nur
zwei schwarze und eine Handvoll asiatischer Mitschler gehrten dazu. Eine
strenge Kleidungsvorschrift verlangte, dass Jungs sich die Haare auf Ohrhhe
stutzen mussten. Bluejeans waren verboten, also trugen Jungs Stoffhosen
und Mdchen Kleider und Rcke, deren Saum nicht weiter als sieben Zentimeter von den Knien entfernt sein durfte.
Mitschlern gegenber konnte Jobs khl und sprde sein, und er trat
uerst selbstbewusst auf vielleicht zu selbstbewusst. Aber man hielt ihn
auch fr intelligent und einen sehr guten Schler. Carlton Ho, der damals
Tambourmajor bei der Highschool-Drumband war und heute als Professor
fr Bauingenieurswissenschaften ttig ist, erinnerte sich, dass er und Jobs
einen Mathematiklehrer nervten, indem sie whrend des Unterrichts Kataloge fr Technikzubehr durchbltterten und die Angebote diskutierten.
Whrend ihres Junior-Jahres begann sein Freund Bill Fernandez damit,
an Abenden und Wochenenden seinem Nachbarn Steve Wozniak dabei zu
helfen, in dessen Garage einen kleinen Computer zu bauen. Wozniak, der fast
fnf Jahre lter und Jobs damit vier Schuljahre voraus war, hatte in
Homestead als herausragender Mathematik-, Naturwissenschaften- und
Elektronikschler gegolten. Auch wenn seine Familie es sich nicht wirklich
leisten konnte, hatten ihm seine Eltern ermglicht, ein Jahr an der University
of Colorado in Butler zu studieren. Aber Wozniak, oder Woz, wie seine Freunde ihn nannten, war hauptschlich daran interessiert gewesen, mit den
Mglichkeiten der groen Uni-Computer herumzuexperimentieren oder bis
spt in die Nacht Bridge zu spielen. Am Ende des Jahres litten seine anderen
Noten und er kehrte nach Hause zurck, um ein Community College zu besuchen, wo er Computerwissenschaften studierte.
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Steve Jobs,
Jahrbuchfoto von 1971
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Steve Wozniak,
Jahrbuchfoto von 1968
Der Computer, den Wozniak und Fernandez bauten, sah nach nicht viel aus.
Zusammengesetzt aus Ersatzteilen, die sie sich zusammengeklaubt hatten,
verfgte er gerade einmal ber genug Speicherkapazitt fr 256 Zeichen (also
fr etwa einen ausgeschriebenen Satz). Wozniak konnte kleine Programme
auf Lochkarten schreiben, die den Computer dazu brachten, alle drei Sekunden zu piepen oder Lichter, die an der Vorderseite angebracht waren, aufblinken zu lassen. Es gab keine Tastatur und keinen Monitor und selbst fr
einfachste Berechnungen zu wenig Speicherkapazitt. Trotzdem: Er konnte
ein Programm laufen lassen. Sie nannten ihn den Cream Soda Computer, weil
sie whrend des Baus so viele Flaschen Cream Soda konsumiert hatten. (Der
Computer starb einen frhen Tod, als eine berspannung aus der Stromleitung die Schaltkreise in einer Rauchwolke aufgehen lie.)
Fernandez wurde klar, dass seine Freunde, die beide ein Faible fr
Elektronik wie fr Schlerstreiche hatten, sich treffen sollten. Eines Tages
also kam Jobs auf dem Fahrrad vorbei. Wozniak wusch gerade sein Auto am
Straenrand. Hey, Woz, rief Fernandez. Komm hier rber, ich will dir
Steve vorstellen.
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Steve Jobs,
Jahrbuchfoto von 1972
Phreaks
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um ein Ferngesprch abzugreifen, wenn man sie richtig blies. Durch einen
Bekannten stberten Jobs und Wozniak ihn schlielich auf und luden ihn zu
einem Treffen ein.
Der Mann, der in der Tr von Wozniaks Studentenzimmer auftauchte,
war alles andere als ein strahlender Captain. Sein Haar hing zu einer Seite
herunter, ihm fehlten einige Zhne, und weil er in seinem VW-Bus lebte,
hatte er schon lnger nicht mehr geduscht. Mehrere Stunden lang erfuhren
sie von ihm weitere Details darber, wie man die Box benutzten konnte,
tauschten Einwahlcodes und Techniken aus.
Spt in dieser Nacht traten Wozniak und Jobs die Rckfahrt zum Haus
der Jobs in Los Altos an, als der kleine rote Fiat liegen blieb. Nachdem sie
eine Telefonzelle gefunden hatten, baten sie den Vermittler, eine 800-Nummer zu whlen, da sie sich mittels ihrer Blue Box die Hilfe umsonst holen
wollten. Der Angestellte in der Vermittlung der Telefongesellschaft witterte
jedoch rger und schaltete sich immer wieder dazwischen. Gerade als sie
echtes Geld in das Telefon steckten, um einen ganz normalen Anruf zu ttigen, fuhr ein Polizeiwagen rechts ran.
Die Polizisten tasteten beide ab. Einer von ihnen zog die Box aus
Wozniaks Manteltasche und fragte ihn, worum es sich dabei handele.
Wozniak erzhlte ihm, es sei ein Musik-Synthesizer, damals eine noch relativ
neue Erfindung. Whrend die Polizei sie befragte, wurden die beiden immer
nervser. Ihre Antworten waren aber offenbar zufriedenstellend, und die Polizisten fuhren sie zu einer Tankstelle und gaben ihnen die Box zurck.
Anfnglich benutzten Wozniak und Jobs die Box zu ihrem eigenen
Vergngen. Jobs rief damit etwa von einem der Schultelefone bei Witz-Hotlines in England an. Er hinterlie Nachrichten fr Mitschler, dass sie
zuhren, aber nicht auflegen sollten. Einmal rief Wozniak sogar spt nachts
im Vatikan an. Er gab vor, Henry Kissinger zu sein, damals Sicherheitsberater
von Prsident Nixon, und bat um ein Gesprch mit dem Papst. Anfangs versicherte der Teilnehmer am anderen Ende, jemand wrde geschickt, um den
Heiligen Vater zu wecken kam dann aber zur Vernunft, als der Anrufer sein
Lachen nicht lnger unterdrcken konnte.
Trotz des Konfliktes mit dem Gesetz hatte Jobs schon bald eine Eingebung. Verkaufen wir die Dinger, sagte er zu Wozniak. Whrend die ersten
Auftrge einliefen, fand Wozniak einen Weg, wie sich die Kosten fr die
Bauteile von 80 Dollar auf 40 Dollar reduzieren lieen, und schlielich
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verkauften sie die Boxen fr 300 Dollar und fr Schler zum Sonderpreis fr
150 Dollar. Wozniak whlte den Codenamen Berkeley Blue, Jobs Oaf
Tobark, und sie machten einen ordentlichen Gewinn.
Es war an einem Sommerabend, als sich die beiden wieder einmal mit
einem potentiellen Kufer trafen. Mitten im Verkaufsgesprch zckte der
Kunde pltzlich einen Revolver und richtete ihn auf Jobs. Schnell war ihm
klar, dass Diskutieren in diesem Fall nichts bringen wrde, also hndigte
Jobs die Box aus.
Wenig spter traf er die Entscheidung, aus dem Geschft auszusteigen. Es
langweilte ihn mittlerweile, und das Risiko, beim Verkauf illegaler Ware entweder erschossen oder geschnappt zu werden, war zu gro. Wozniak wiederum machte weiter und verkaufte insgesamt zweihundert Boxen. Und selbst
nachdem Jobs ausgestiegen war, teilte Wozniak den Gewinn zu gleichen Teilen mit seinem Freund, genau so, wie sie es zu Beginn getan hatten.
Die ganze Geschichte hatte womglich eine unerwartete Wirkung auf die
Zukunft. Ron Rosenbaum, der 1971 die Esquire-Geschichte geschrieben hatte,
sagte spter, dass die frhe Verbindung von Jobs und Wozniak mit dem berchtigten Captain Crunch der eigentlich John Draper hie einer der
Grnde dafr sein konnte, dass sich Computerhacker in spteren Jahren auf
die Rechner anderer Firmen konzentrierten und den Apple Macintosh in
Ruhe lieen.
Als seine Zeit an der Highschool dem Ende entgegenging, begann Jobs gegen traditionelle Erwartungshaltungen zu rebellieren. Er perfektionierte ein
Starren ohne zu blinzeln, mit dem er die Leute verrckt machen konnte. Er
experimentierte mit Fastenkuren und strengen Diten, bei denen er beispielsweise nur Obst und Gemse a. Mit seiner ersten Freundin, Chrisann Brennan, probierte Jobs LSD aus. Auch als Acid bekannt, wird LSD heute als
beraus gefhrlich eingestuft, vor vierzig Jahren begegnete man jedoch
hufig Menschen, die es probiert hatten, um zu einer tieferen Bewusstseinsform zu gelangen.
Mit siebzehn war Jobs dnn, trug langes Haar, einen zotteligen Bart und
schleppte betrchtliche ngste mit sich herum. Er schlurfte in der Gegend
herum und sah halb irre aus, erinnerte sich Chrisann Brennan. Aber wenn
sie zusammen waren, war er ruhig, schchtern und lustig, ein romantischer
Teenager, der Lyrik, Bob Dylan und das Schrammeln auf seiner eigenen Gitarre liebte. Er sagte mir bei unserem ersten oder zweiten Date, dass er mal
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Millionr werden wrde, und ich glaubte ihm, berichtete sie. Steve konnte
in die Zukunft sehen.
Am Ende des Schuljahres entschied sich Jobs zum Missfallen seines
Vaters dazu, den Sommer zusammen mit Chrisann in einer Htte zu verbringen, von der aus man ber das gesamte Valley blicken konnte. Auch wenn der
Vermieter ihn zuerst nicht haben wollte, war Jobs niemand, der ein Nein als
Antwort akzeptierte, und so vermietete ihm der Mann schlielich doch noch
ein Zimmer. Jobs und seine Freundin verbrachten einen groen Teil des
Sommers dort. Sein Vater hatte es ihm nicht erlaubt aber, wie so oft, tat
Jobs, was er wollte, und Konsequenzen hatte er nicht zu erwarten. Sein Vater
eilte sogar zur Rettung, als der rote Fiat Feuer fing.
Um sich das Geld fr die Reparatur zu verdienen und ber die Runden zu
kommen, besorgten sich Jobs, Chrisann, Wozniak und ein weiterer Freund
gut bezahlte Jobs als Alice-im-Wunderland-Darsteller in einem Einkaufszentrum. Chrisann Brennan war Alice, und die Jungs wechselten sich als Verrckter Hutmacher und Weies Kaninchen ab, wobei sie gigantische Kpfe
aufsetzen mussten, die ihnen bis zu den Knien reichten. Es war hei, die
Klimaanlage des Einkaufszentrums kaputt und die Kostme waren schwer.
Immer wieder rannten die Jungs in die Umkleidekabine, um sich Wasser zu
holen und die Kpfe zu tauschen.
Wozniak machte es Spa, Jobs aber nicht. Die Kostme wogen eine
Tonne. Nach ein paar Stunden wolltest du den Kindern nur noch ne
Abreibung verpassen, sagte er.
Das Elend whrte nicht lange. Der Sommer ging zu Ende, und Jobs wrde
sich bald in Richtung College aufmachen, so wie es seine Eltern vor so vielen
Jahren versprochen hatten. Aber wieder einmal wrde der junge Mann mit
dem starken Willen es auf seine ganz eigene Weise angehen.
Reed College
College
Clara und Paul Jobs nahmen das Versprechen, ihren Sohn aufs College zu
schicken, ernst, und sie hatten im Lauf der Jahre einiges an Geld
zurckgelegt. Viel hatten sie allerdings nie gehabt, und dementsprechend war
auch der gesparte Betrag nicht allzu hoch. Ihr Sohn jedoch hatte seine eigenen Erwartungen.
Als es an der Zeit war, sich fr Colleges zu bewerben, zeigte Jobs kein Interesse an den diversen Campus-Mglichkeiten der University of California,
obwohl eine ffentliche Universitt wie Berkeley eine preisgnstige Alternative gewesen wre. Viele seiner Mitschler machten sich nach Stanford auf,
und auch er htte dort womglich ein Stipendium bekommen. Aber diese
Idee lehnte er ebenfalls ab, da ihm diese gesetzte Universitt eher fr diejenigen geeignet erschien, die bereits wussten, welchen Weg sie im Leben einschlagen wollten.
Nachdem er einen Freund auf dem Reed College besucht hatte, einer
kleinen, privaten und liberalen Kunsthochschule in Portland, Oregon, schien
ihm die Sache klar. Sie verfgte lediglich ber eine Studentenschaft von etwa
12 000 Kommilitonen war damit weitaus kleiner als die Homestead High
und stand im Ruf, Freidenker und Suchende anzuziehen. Er setzte es sich in
den Kopf, sich dort einzuschreiben, und wurde angenommen. Aber die Gebhren des Reed Colleges betrugen fr das Studienjahr 1972/73 3950 Dollar
(heute etwa 21 400 Dollar) und das war schlicht mehr, als sich seine Eltern
leisten konnten.
Sein Vater war entsetzt von den Kosten und versuchte, seinen Sohn
umzustimmen. Auch seine Mutter bemhte sich. Aber schlielich verloren sie
auch diesen Kampf wie so viele zuvor. Steve sagte, dies wre das einzige
College, auf das er gehen wolle, und wenn er da nicht hingehen knne, wrde
er berhaupt nicht studieren, sagte Clara Jobs.
Wieder einmal gaben seine Eltern nach und kratzten das Geld fr das erste Semester zusammen.
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Im Herbst beluden sie den Familienwagen und fuhren Jobs zur Uni. Ganz
darauf konzentriert, sich selbst ein neues Leben aufzubauen, machte er seinen Eltern nicht einmal die Freude eines herzlichen Abschieds. Ich hab nur
irgendwie gesagt: Also danke, bye. Ich wollte nicht mal, dass die Gebude
sahen, dass meine Eltern da waren, sagte er. Ich wollte blo wie ein Waisenkind aus Kentucky sein, das jahrelang durchs Land getrampt und auf
Frachtzge gesprungen war.
Spter, sagte er, habe er sein Verhalten an diesem Tag ehrlich bereut.
Das gehrt zu den Dingen in meinem Leben, fr die ich mich wirklich
schme, erzhlte er einem Biografen. Ich habe ihre Gefhle verletzt. Das
htte ich nicht tun sollen. Sie hatten so viel auf sich genommen, damit ich
dorthin gehen konnte.
Jobs nahm es beinahe augenblicklich in Angriff, auergewhnliche
College-Erfahrungen zu machen mit dem Lernstoff hatte dies allerdings
nicht unbedingt etwas zu tun. In Reed herrschten anspruchsvolle akademische Standards, und man verlangte von den Studienanfngern, im ersten
Semester eine gewaltige Lektreliste durchzuackern. Jobs hatte ein lockeres
Prozedere erwartet. Als sein Freund Wozniak ihn besuchte, beschwerte er
sich bitterlich: Die zwingen mich hier, diese ganzen Seminare zu belegen.
Wozniak war selbst nicht gerade ein herausragender Student gewesen,
aber immerhin verstand er die Regeln des Spiels. Ja, erwiderte Wozniak,
so ist das gedacht mit dem College.
Jobs konnte dem nichts abgewinnen. Er schrieb sich fr einen Tanzkurs
ein, hauptschlich, um Mdchen kennenzulernen. Auf dem Campus stach er
heraus, weil er beinahe berall barfu herumlief und nur in Sandalen
schlpfte, wenn es schneite. Zusammen mit einem neuen Freund, Daniel Kottke, hielt er sich an eine eigene Lektreliste ber Zen-Buddhismus, spirituelle
Erleuchtung und Bewusstseinserweiterung. Sie praktizierten Meditation und
lasen Diet for a Small Planet, einen damaligen Bestseller ber die Verschwendung von Getreide fr die Fleischproduktion. Beide wurden zu
berzeugten Vegetariern.
Auerdem lie sich Jobs von einem Campus Leader namens Robert Friedland begeistern, der wegen LSD-Besitzes zwei Jahre Gefngnis abgesessen
hatte. Mit Charisma und Verkaufstalent ausgestattet, besorgte dieser Jobs
LSD fr dessen stndige Versuche, zu persnlicher Erleuchtung zu gelangen
zu denen auch seine Diten und die andauernde Lektre zhlten. Viele Jahre
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In den 70er Jahren zog das winzige Reed College in Portland, Oregon, eine
Mischung aus Freigeistern, Knstlern, Filmemachern, Lyrikern und unkonventionellen Denkern an etwa den Lyriker Allen Ginsberg und den Schriftsteller Ken Kesey.
Aber trotz der liberalen Ausrichtung erwarteten die Professoren von den Studenten, ausgiebig zu lesen und zu reflektieren, und die Lektreliste des ersten Semesters enthielt unter anderem Bcher wie Die Ilias und Die Peloponnesischen Kriege.
Jobs hingegen war eher an der Suche nach einer anderen Art von Erkenntnis
interessiert durch Zen-Buddhismus, stliche Mystik und Diten. Folgende
Bcher standen whrend seiner kurzen Zeit in Reed auf seiner eigenen
Lektreliste:
Ein Screenshot von Pong, dem ersten Spielhallen-Videospiel berhaupt, das Atari 1972
herausgebracht hatte
Zu Hause bei seinen Eltern bltterte Jobs die Zeitung durch und stie auf
eine faszinierende Stellenanzeige: Haben Sie Spa und verdienen Sie Geld.
Atari, ein frher Videospiele-Hersteller, suchte nach Technikern.
Jobs Hauptqualifikation bestand darin, dass er jede Menge Geld ausgegeben hatte, um Ataris Pong zu spielen. Das schlichte Spiel, bei dem man
vertikale Balken bewegte, die Paddel darstellen sollten, um einen elektronischen Ball vor- und zurckzuschlagen ein recht primitives elektronisches
Pingpong , war Ataris erstes Produkt und das erste echte Videospiel fr
Spielhallen. Nachdem es 1972 auf den Markt kam, wurde es ein gigantischer
Hit. Der Erfolg von Pong etablierte die Firma als eine Art kreativer Vorreiter
von Videospielen, die damals in Bars, Bowlingbahnen und Billardhallen
aufgestellt wurden. Atari begann gleichzeitig damit, Videospiele fr den
heimischen Fernseher zu konzipieren.
Fest entschlossen, das Geld fr seine Reise zu verdienen, und unbeirrt von
seinem Mangel an Erfahrung, tauchte Jobs langhaarig und in abgerissenen
Klamotten in der Atari-Lobby auf und verkndete, er wrde nicht eher wieder
verschwinden, bis man ihn einstellte. Der Chief Engineer, Al Alcorn, unterhielt sich mit ihm und sah einen Funken, eine gewisse innere Energie, die
ihn davon berzeugte, dem neunzhrigen Studienabbrecher einen Job zu
geben.
Viele Atari-Angestellten trugen lange Haare, waren Studienabbrecher
oder Nerds mit BMX-Rdern, aber selbst in dieser Gesellschaft fiel Jobs doch
ein wenig zu sehr aus dem Rahmen. Er nervte Arbeitskollegen mit seinen
penetranten Meinungsuerungen und kritisierte ihre Arbeit. Schlimmer
noch: Er war zu der berzeugung gelangt, dass er dank seiner reinigenden
Joghurt-und-Obst-Dit nicht mehr regelmig duschen msse, was seine Anwesenheit nicht gerade angenehmer machte. Schlicht gesagt: Er roch nicht
gut.
Alcorn versetzte Jobs in die Nachtschicht, wo er seine Arbeit, das Ausfeilen von Spielen, ausben konnte, ohne die Kollegen zu verrgern.
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Schon nach ein paar Monaten teilte Jobs seinen Atari-Bossen mit, dass er
kndigen wolle, um sich auf eine spirituelle Mission nach Indien zu begeben.
Er bemhte sich zwar, die Firma war aber nicht daran interessiert, seine
Reise zu zahlen. Dafr bot Alcorn ihm grozgigerweise an, ihm auf halbem
Weg entgegenzukommen. Atari hatte ein technisches Problem in Deutschland, das der deutsche Vertrieb nicht lsen konnte. Die Firma schickte Jobs,
um sich der Sache anzunehmen, sodass er von dort aus nach Indien weiterreisen konnte.
Bestell dem Guru schne Gre von mir, fgte Alcorn hinzu.
In Deutschland kmmerte sich Jobs um das Problem, wenn auch die
deutsche Niederlassung dabei Gelegenheit bekam, sich ber seine kratzbrstige Art und seinen merkwrdigen Geruch zu beschweren. Jobs wiederum
war gar nicht begeistert davon, dass man ihn hier mit Fleisch und Kartoffeln
bewirten wollte.
Nach einem Zwischenhalt in Zrich flog er nach Neu- Delhi, wo ihn beinahe sofort die Ruhr, schlimmer Heuschnupfen und Gewichtsverlust heimsuchten. Als es ihm besser ging, wagte er sich nach Norden und stie zufllig
auf ein religises Fest. Ich konnte gutes Essen riechen. Ich hatte lange Zeit
nicht mehr das Glck gehabt, gutes Essen zu riechen, also wanderte ich darauf zu, um meine Aufwartung zu machen und zu Mittag zu essen, erinnerte
er sich.
Offenkundig hob er sich aus der Menschenmenge ab. Whrend er a,
erblickte ihn das religise Oberhaupt des Festes und setzte sich lachend
neben ihn. Unfhig, mit ihm zu kommunizieren, griff der Mann Jobs Arme
und fhrte ihn einen Bergpfad hinauf zu einem Platz, an dem es einen
Brunnen und einen kleinen Teich gab. Dort tunkte der fromme Mann Jobs
Kopf ins Wasser, zog ein Rasiermesser hervor und rasierte ihm den Kopf
mit der Begrndung, es sei gut fr die Gesundheit des jungen Mannes.
Als Daniel Kottke in Indien ankam, um sich seiner Reise anzuschlieen,
war Jobs dnn, fast kahl und trug nur ein leichtes Baumwollgewand. Die
beiden fuhren in klapprigen Bussen, feilschten auf Mrkten und wanderten
an ausgetrockneten Flussbetten entlang. Auch wenn er nach einem tieferen
spirituellen Bewusstsein suchte, war Jobs doch verblfft von dem Nebeneinander von extremer Armut und religiser Frmmigkeit. Die beiden suchten
einen Guru, von dem ihnen Friedland nach einer Reise im vergangenen Jahr
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erzhlt hatte. Aber der Guru war gestorben und seine Anhnger hatten sich
verstreut und nicht viel mehr zurckgelassen als religisen Plastikschmuck.
Sie setzten ihre Reise fort und holten sich in einer Stadt, die fr ihre Bder
berhmt war, die Krtze. Nachdem er mit Lusen und Flhen gekmpft hatte,
schnitt sich auch Kottke das Haar ab. Jobs kam zu einem Schluss: Wir
wrden einfach keinen Ort finden, an dem wir einen Monat lang bleiben konnten, um Erleuchtung zu finden. Gerade erst hatte er in der Welt der
Elektronik gearbeitet, und er begann darber nachzudenken, dass Thomas
Edison vielleicht sehr viel mehr dazu beigetragen hat, die Welt zu
verbessern als jeder Theoretiker oder religise Guru. Nach mehreren Monaten kehrte er, bewegt von der intensiven Erfahrung, mit Kottke ins nrdliche
Kalifornien zurck.
Jahre spter sagte Jobs, seine Erlebnisse in Indien htten ihn die Kraft
der Intuition und die Weisheit der Erfahrung gelehrt, ihm also beigebracht,
sich auf das eigene Erleben und den gesunden Menschenverstand zu verlassen anstatt auf westlichen Intellekt und rationales Denken. Ein Wechsel
in der Grundeinstellung, der sein Lebenswerk beeinflussen sollte. Und doch
auch als Jobs in sein drittes Lebensjahrzehnt eintrat, suchte er noch immer
nach etwas Grerem.
Etwa fr ein weiteres Jahr wechselte er zwischen dem gewissermaen traditionellen Leben im Silicon Valley wo er fr Atari arbeitete, eine Physikvorlesung in Stanford besuchte und an einem rtlichen Zen-Zentrum studierte und seinem unkonventionellem Oregon-Lebensstil hin und her. Mit
seinen Collegefreunden lebte und arbeite er immer wieder phasenweise auf
der Friedland Farm, die sich nun All-One-Farm-Kommune nannte. Er
begann damit, nach Informationen ber seine leiblichen Eltern zu suchen,
und fand heraus, dass sie unverheiratete Master-Studenten gewesen waren.
Er zahlte auerdem 1000 Dollar fr einen zwlfwchigen Kurs in einer Einrichtung, die sich Oregon-Feeling-Center nannte und in der man tiefsitzende
Kindheitsproblemen mittels der Urschreitherapie lsen wollte. Schlielich
entschied er, dass auch hier nicht die Antwort zu finden war, die er suchte.
Im Sommer 1975 war er wieder bei Atari und arbeitete dort als Consultant, als ihm Firmengrnder Nolan Bushnell einen besonderen Auftrag erteilte. Bushnell, ein dreiunddreiigjhriger Unternehmer, der an Jobs Gefallen gefunden hatte, bat ihn, ein Spiel namens Breakout zu entwickeln, bei
dem die Spieler eine Backsteinmauer mit einem vor und zurckgeworfenen
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Ball zerstren sollten. Da die Spiele damals direkt in die Hardware und nicht
wie heute in separater Software programmiert wurden, wollte Bushnell die
Anzahl der bentigten Chips so niedrig wie mglich halten, und er wollte das
Ergebnis schnell. Genauer gesagt, sehr schnell: in vier Tagen.
Job stand gerade wieder mit seinem alten Highschool-Freund Steve
Wozniak in Kontakt, der neuerlich das College abgebrochen hatte, um Geld
zu verdienen, und nun einen Traumjob in der Taschenrechner-Abteilung von
Hewlett-Packard gefunden hatte. Wozniak machte sich nichts aus bewusstseinsverndernden Drogen, dafr war er hoffnungslos abhngig von einem
Atari-Spiel namens Gran Trak 10, und Jobs lie seinen Freund regelmig
nachts in die Firma, wo Woz sich diesem ersten Lenkrad-Videospiel nach
Herzenslust widmen konnte. Es gab noch einen anderen Vorteil: Er konnte
Jobs helfen, wenn er irgendwo nicht weiterkam.
Da er genau wusste, dass die Konstruktion seine Fhigkeiten berstieg,
rekrutierte Jobs Wozniak, um die Chips und das Design auszutfteln, wobei
er versprach, die 700 Dollar, die er fr das Projekt erhalten wrde, mit ihm zu
teilen. Indem er nach seinem Dienstschluss bei Hewlett-Packard die Nchte
durcharbeitete, entwickelte Wozniak eine Konstruktion, bei der er tatschlich
nur eine Minimalmenge von Chips verwendete, die Jobs auf einer PrototypPlatine integrierte. Bushnell, der spter die Chuck-E.-Cheese-Pizza-Kette
grndete, war so angetan von dem Endergebnis, dass er Jobs einen Bonus
zahlte der angeblich 5000 Dollar betrug. Auerdem bot er Wozniak einen
Job an.
Jobs bezahlte Woz aber nur die 350 Dollar, die ihm zu Beginn versprochen worden waren und machte sich wieder Richtung Oregon auf. Sie
hatten einen Preis fr ihre intensive Arbeit zu zahlen: Beide erkrankten am
Energie zehrenden Pfeifferschen Drsenfieber.
Als die Hhe von Bushnells Bonuszahlung zehn Jahre spter in einem
Buch ber die Geschichte Ataris enthllt wurde, lange nachdem die beiden
Apple gegrndet hatten, war Wozniak zutiefst verletzt. Er hatte das Gefhl,
sein guter Freund sei nicht ehrlich zu ihm gewesen und htte ihn betrogen.
Als Jobs von dem Buch erfuhr, rief er seinen alten Freund an und sagte
ihm, er knne sich nicht daran erinnern, einen Bonus behalten zu haben, und
da er sich in so einem Fall doch gewiss erinnert htte, sei es sicher auch
nicht so gewesen.
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Viele Jahre spter, als sein Biograf Walter Isaacson Jobs zu der Zahlung
befragte, wurde er ungewhnlich still und zgerlich. Jobs sagte: Ich wei
nicht, woher diese Behauptung stammt. Ich gab ihm die Hlfte des Geldes,
das ich bekam.
Doch sowohl Bushnell, als auch Alcorn erinnern sich daran, dass der Bonus gezahlt wurde und Woz ist sich sicher, nur 350 Dollar erhalten zu
haben. Dies war eine hssliche Seite von Steve Jobs, dem Charmeur, der
manchmal nur an sich selber dachte.
In vieler Hinsicht war es ein Glck, dass Wozniak damals noch nicht die
gesamte Geschichte kannte. Er hatte Treffen eines neuen Computer-Clubs besucht und war so fasziniert, dass er bald schon versuchte, sein eigenes Modell
zu entwerfen. Er konnte gar nicht anders und teilte seine Idee seinem guten
Freund und neuem Kollegen Steve Jobs mit.
Was als Nchstes passierte, nderte ihr Leben. Es nderte aber auch die
gesamte Welt.
Apple
Zu behaupten, Steve Wozniak sei von der Idee eines Computers in einem
kleinen Gehuse begeistert gewesen, drfte eine Untertreibung sein.
In jedem Fall inspirierte ihn die Vorstellung enorm, und er konnte es
nicht abwarten, eine eigene Konstruktion auszuprobieren.
Im Januar 1975 verffentlichte das Magazin Popular Electronics eine
Titelgeschichte ber den ersten echten Mikro-Computer, den Altair, der
von einer Firma in Albuquerque, New Mexico, hergestellt worden war. In
Wirklichkeit handelte es sich eher um einen Bausatz. Es dauerte Stunden,
alles zusammenzusetzen, und anschlieend funktionierte der Rechner auch
nicht besonders gut. Keinerlei Zubehr wurde mitgeliefert kein Monitor,
keine Tastatur, nicht einmal eine Software, um ihm Befehle geben zu knnen.
Um den Altair zu benutzen, musste der Hobbytftler sich ein eigenes Programm schreiben, und selbst dann konnte der Computer zur Antwort lediglich mit seinen Lichtern an der Vorderseite blinken. In vieler Hinsicht war er
dem Cream Soda Computer hnlich, den Wozniak Steve Jobs beinahe fnf
Jahre zuvor gezeigt hatte.
Aber es gab einen groen Unterschied im Inneren. Whrend sich Wozniak
bei Hewlett-Packard auf Taschenrechner konzentriert, von zu Hause aus eine
Witz-Hotline betrieben hatte und mit seiner ersten Freundin ausgegangen
war, waren die Mglichkeiten der Halbleitertechnologie geradezu explodiert.
Ab den spten 50er Jahren war es den Ingenieuren gelungen, viele Transistoren auf einem kleinen Stck Silizium zu kombinieren, ebenso wie die Verbindungen zwischen ihnen. Diese neuen integrierten Schaltkreise, oder Mikrochips, konnten massenweise Daten speichern oder andere Aufgaben erfllen, wobei sie ganze Bereiche eines groen Computers bernahmen. Aber die
Schaltkreise waren fest in den Chips verdrahtet, was bedeutete, dass die
Chips nur das tun konnten, wozu sie programmiert worden waren wie bei
der Breakout-Version von Jobs und Wozniak.
In den frhen 70er Jahren jedoch entwickelte eine junge Silicon-ValleyFirma namens Intel Corporation einen einzigen Chip, der dazu programmiert
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Wozniak gab nach, und die beiden begannen damit, ihr Grundkapital
zusammenzukratzen. Wozniak verkaufte seinen HP-Taschenrechner fr 500
Dollar aber der Kufer zahlte ihm am Ende nur die Hlfte. Jobs verkaufte
seinen rot-weien Volkswagen-Bus. Allerdings musste er einen Teil seines
Gewinnes fr die Reparatur des Wagens ausgeben, der kurz nach dem
Verkauf den Geist aufgab. Gemeinsam schafften sie es, 1300 Dollar
aufzutreiben, was heute 5000 Dollar entsprche.
Als Nchstes bentigten sie einen Namen fr ihre Firma. Auf dem Rckweg vom Flughafen, von dem aus Wozniak Jobs nach einem seiner Ausflge
zur All One Farm abgeholt hatte, platzte Jobs mit einem Vorschlag heraus:
Apple Computer.
Schlielich war er gerade von der Apfelbaumplantage gekommen und befand sich in einer seiner Nur-Obst-Phasen, in der er jede Menge pfel zu sich
nahm. Noch besser: Der Name wrde sie auf jeder alphabetischen Liste beinahe ganz nach oben setzen und ihnen im Telefonbuch einen Platz vor Atari
sichern. Sie dachten ber Alternativen wie Matrix Electronics oder Executek
nach. Aber Apple schien einfach zu passen.
Beide frchteten jedoch, sich rger mit den Beatles einzuhandeln, die fr
ihr Apple Record Label bekannt waren. (Eine Sorge, die sich bald als
berechtigt herausstellte.) Auerdem fragte sich Jobs, ob Apple nicht doch zu
niedlich fr eine Firma klang, die ernst genommen werden wollte. Da ihnen
aber nichts Besseres einfiel, blieben sie dabei.
Jobs berzeugte einen seiner frheren Chefs von der Atari-Nachtschicht,
Ron Wayne, ein Logo zu kreieren, und zeichnete auf, was wo auf der Platine
sein wrde. Wayne fertigte eine aufwendige Grafik von Newton unter einem
Baum an, an dem ein Apfel leuchtete.
Whrend sie ihre Arbeit fortsetzen, begann sich Wozniak wegen der mglichen Konsequenzen zu sorgen. Was, wenn er einige seiner Apple-Ideen bei
seinem Hewlett-Packard-Job benutzen musste? Was, wenn er seine Ideen auf
anderem Wege ffentlich machen wollte? Um sein Gewissen zu erleichtern,
erzhlte er seinen Bossen bei HP, dass er den Entwurf eines kleinen, kostengnstigen Computers entwickelt hatte.
Ein Meeting mit einigen HP-Managern wurde anberaumt, und Wozniak
stellte seinen Computer vor. Die hohen Tiere waren interessiert, konnten sich
das Gert jedoch nicht als HP-Projekt vorstellen. Sie lieen Wozniak wissen,
die Firma habe kein Interesse.
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Wozniak war enttuscht, es stand ihm aber auch nichts mehr im Weg. Mit
Jobs einigte er sich, je die Hlfte an der Firma zu halten. Aber da sie das Gefhl hatten, jemanden zu brauchen, der eine Pattsituation verhindern konnte,
machten sie auch Wayne zum Partner und gaben ihm einen Anteil von 10
Prozent, whrend sie jeweils 45 Prozent erhielten.
Wayne setzte einen Vertrag auf, den die drei am 1. April 1976 unterzeichneten und damit offiziell das Unternehmen Apple Computer schufen.
Der Vertrag sollte nicht lange halten. Wayne war bereits ber vierzig und
sehr viel konservativer als seine Mittzwanziger-Partner. Er hatte bereits bei
dem scheiternden Versuch, eine Spielautomatenfirma zu grnden, schwere
Verluste eingefahren. Sollte Apple in Schwierigkeiten geraten, wrde er mit
am Haken hngen. Als er darber nachdachte, bekam er kalte Fe. Ich
hatte schon herausgefunden, was mir Magenprobleme verschaffte, sagte er.
Wenn Apple scheiterte, htte ich mein Lehrgeld doppelt bezahlt. Steve Jobs
war ein totaler Wirbelwind, und ich hatte die Energie verloren, um mich von
solchen Wirbelwinden nicht umpusten zu lassen.
Kurz nachdem er unterzeichnet hatte, zog er sich aus der Unternehmung
zurck und erhielt 800 Dollar fr seine Anteile. Spter, nur um sicherzustellen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen war, zahlte Apple ihm weitere
1700 Dollar. Damit war er gut bedient. (Htte er jedoch durchgehalten und
an seinem Anteil an der Firma bis heute festgehalten, wre er zum Milliardr
geworden.)
Jobs und Wozniak waren bald schon zu beschftigt, um ber den
Rckschlag nachzudenken. Um Kunden fr die einhundert Platinen
aufzutreiben, die er bestellt hatte, spazierte Jobs barfu in einen neuen Computerladen namens Byte Shop und begann ein Verkaufsgesprch mit dessen
Besitzer Paul Terrel, einem regelmigen Homebrew-Computer-Club-Besucher. Terrel wollte eine Konkurrenzkette zu Radio Shack aufziehen, und
mit dem aggressiven jungen Verkufer kam er schnell zur Sache: Er wollte
keine Platinen und seine Kunden ebenso wenig. Ein Computerladen brauchte
Computer. Und wenn die kleine Apple-Firma ihm komplett gefertigte Gerte
lieferte, wrde er fr jedes 500 Dollar zahlen in bar.
Jobs war verblfft. Er hatte versucht, einige 40-Dollar-Platinen zu verscherbeln, und nun hielt er eine 25 000- Dollar-Bestellung in Hnden. Vor
seinen Augen leuchteten die Dollarzeichen auf.
Er rief sofort Wozniak an. Sitzt du?, fragte er.
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Wozniak war geschockt vollstndig baff. Der Auftrag belief sich auf das
Doppelte seines Jahresgehaltes, viel mehr, als er sich je hatte vorstellen
knnen.
Aber die winzige Firma hatte keine Bauteile, kein Kapital, um welche zu
kaufen, und keinen Platz, um die Computer zusammenzubauen. Wie sollte sie
jemals liefern?
Steve Jobs und Steve Wozniak machten sich zu Recht Sorgen darum, ob
ihnen die Namensgebung ihres neuen Unternehmens rger mit der Firma
der Beatles, Apple Corps, einhandeln wrde.
Die beiden waren viel zu unerfahren und naiv, um einen Anwalt zu engagieren und der Frage auf formalem Wege nachzugehen. Tatschlich setzte ihre
Entscheidung eine lang anhaltende Fehde zwischen den beiden grten
Apples der Welt in Gang.
Sobald Apple Computer gro herauskam und Aufmerksamkeit auf sich zog,
wurde die Firma von Apple Corps verklagt. In einem Vergleich von 1981
erklrte Apple Computer sich einverstanden, sich auf Computer zu beschrnken und die Musik Apple Corps zu berlassen. Aber auch diese Einigung lie zwischen beiden Parteien keine Eintracht entstehen.
In den spten 80er Jahren stellte der ehemalige Beatle George Harrison fest,
dass man den Macintosh Computer benutzen konnte, um Musik zu komponieren, und Musiker ihn nutzen konnten, um Instrumente zu programmieren. Unfhig, sich an die Beatles-Zeile Let it be zu halten, zog Apple
Corps erneut vor Gericht.
Nach einem monatelangen Prozess kamen beide Seiten zu einer neuerlichen
Einigung, wobei Apple geschtzte 26,5 Millionen Dollar zahlte, um die Sache
zu bereinigen.
Die Einrichtung des iTunes Store riss 2003 die alten Wunden auf und fhrte
zu einem weiteren Prozess. Indem sie Willen zur Vershnung bekundeten,
erreichten beide Seiten 2007 eine definitive Einigung, die Apple die Kontrolle
smtlicher Warenzeichen einrumte, von denen wiederum einige an Apple
Corps der Beatles zurck lizenziert wurden.
Trotz allem war die Musik der Beatles bis 2010 bei iTunes nicht erhltlich.
Es war, wie es in einem anderen Beatles-Lied so schn heit, a long and
winding road.
Steve Jobs Elternhaus in Los Altos, Kalifornien, samt der Garage, in der Apple Computer anfangs unterkam
Garage
Um eine Firma aufzubauen, und sei es auch nur eine kleine, braucht man
Geld. Also begab sich Jobs zuerst einmal auf die Suche nach Kapital, oder zumindest nach jemandem, der bereit war, ihm Bauteile vorzuschieen, die er
erst spter bezahlen wrde.
Zunchst wandte er sich wegen eines Kredits an eine Bank. Dann versuchte er bei dem Laden, bei dem er frher seine Bauteile bezogen hatte, anzuschreiben. Schlielich fragte er seine frheren Atari-Bosse, ob er ihnen
Teile abkaufen knne.
Alle lehnten ab.
Am Ende erhielt Wozniak ein kleines Darlehen von einigen Freunden, und
Jobs berzeugte einen Chiphersteller, ihm die Bauteile auf Kredit zu
verkaufen. Apple hatte dreiig Tage Zeit, um sie zu bezahlen, sonst wrden
Zinsen anfallen. Dies war eine regulre Geschftspraxis, aber das wusste Jobs
nicht.
Das nchste Problem war, einen Ort zu finden, an dem die neuen Computer gebaut werden konnten. Wozniak, inzwischen 25 Jahre alt und seit
Kurzem verheiratet, arbeitete von seiner vollgestopften Wohnung aus, und
seine Frau Alice verlor langsam die Geduld. Ihr Ehemann arbeitete unentwegt, entweder bei Hewlett-Packard oder an dem neuen Computer, und ihr
Esstisch war mit jeder Menge Kram vollgestellt, den sie nicht anfassen durfte.
Jobs, der jetzt einundzwanzig war, lebte wieder bei seinen Eltern. Er bernahm das alte Kinderzimmer seiner Schwester Patty, um dort in einer Kommode die einzelnen Komponenten zu verwalten. Patty selbst, die verheiratet
war und ihr erstes Kind erwartete, wurde auerdem von ihm dazu eingespannt, alle Bauteile in die neu angefertigten Platinen einzulten, wobei er ihr einen Dollar pro Platine bezahlte. So wurden in seinem eigenen und ihrem alten
Zimmer schlielich die ersten Gerte zusammengesetzt.
Als Jobs stolz das erste Dutzend Computer beim Byte Shop ablieferte,
zeigte sich Terell trotzdem unbeeindruckt. Es gab keine Tastaturen, kein Netzteil, keinen Monitor es war nicht einmal ein Gehuse um die Platinen
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gebaut worden. Es gab auch keine Software, die sie in Gang gebracht htte.
Aber Terrell, der sein Wort hielt, bezahlte Jobs und besorgte sich die fehlende
Teile selbst.
Von den ersten Gewinnen mietete Jobs einen Briefkasten und einen Anrufauftragsdienst an, was Apple den Anstrich eines professionellen Unternehmens geben sollte. Als schlielich die ersten fnfzig grob ausgefhrten
Computer gebaut und an Terell verkauft worden waren, hatte Apple genug
Gewinn eingefahren, um die Bauteile fr fnfzig weitere Computer zu bezahlen. Jobs hatte das Gefhl, einen Lauf zu haben, und er war sicher, weitaus
mehr Computer an Freunde und andere Geschfte verkaufen zu knnen.
Als Aushilfe stellte er seinen alten Highschool-Freund Bill Fernandez ein,
der bei Hewlett-Packard gearbeitet hatte. Ein Collegefreund wurde mit der
Buchfhrung beauftragt, und als sich Daniel Kottke whrend der Sommerferien der Firma anschloss, schlief er bei der Familie Jobs auf der Couch.
Als das Haus immer berfllter wurde, entschied Jobs Vater, dass das
Geschft umziehen musste. Also siedelte er das aufblhende Unternehmen in
seine geliebte Garage um. Er baute Rigipsplatten sowie Beleuchtung ein und
verlegte eine Telefonleitung. Dann parkte er seinen Wagen vor dem Haus,
rumte das eigene Werkzeug beiseite und berlie den Platz seinem Sohn.
Selbst Jobs Mutter Clara wurde ins Geschft miteinbezogen. Sie beantwortete das Telefon, empfing Vertreter und potentielle Kunden und nahm es
ebenso mit der verrckten Obst-und-Mohrrben-Dit ihres Sohns auf wie mit
den Verpackungen von Wozniaks Fastfood. Einmal sagten Clara und Paul,
wie der Journalist Michael Moritz schrieb, scherzhaft zu Freunden, sie
wrden ihre Hypothek dadurch abbezahlen, dass sie Kche, Badezimmer
und Schlafzimmer vermieteten.
Mit den ersten Verkufen kam Apple auch zum ersten Mal in die Presse.
Im Juli 1976 berichtete das Interface-Magazin, dass es sich bei Jobs, der
Private Consultant bei Atari gewesen sei, um den Marketing-Leiter und
bei Wozniak, dem kreativen und innovativen Talent, um den technischen
Leiter handele. Das Herz der Firma, so hie es in dem Artikel mit einiger
bertreibung, bilde eine disziplinierte, finanziell gesunde Gruppe, die fr
ihre Klientel vllig neue Aussichten in Sachen Computer-Hardware, Software
und Service erffnet.
Das Herumgewusel in der Jobs-Garage klang wie eine echte Firma.
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Trotz der Verkufe der neuen Computer steckte Jobs in einem Dilemma.
Er suchte noch immer nach einer tieferen Bedeutung in seinem Leben, und er
dachte ernsthaft darber nach, seine Sachen zu packen und zu einem ZenKloster in Japan aufzubrechen.
Er hatte seine frhere Freundin Chrisann Brennan im Zen-Zentrum besucht und ging nun ebenfalls regelmig dorthin. Er vertraute seine Sorgen
Kobun Chino an, einem spirituellen Mentor, dem Jobs eng verbunden bleiben
sollte, und Chino hrte zu. Am Ende riet er Jobs, bei seinem Geschft zu
bleiben, es sei nicht weniger bedeutsam als ein Leben als Mnch. Und nach
einigem Zgern stimmte Jobs zu.
Whrend Jobs seine Zukunft abwog und die Herstellung, den Verkauf und
das Marketing des ersten Computers berwachte, hatte Wozniak bereits mit
der Arbeit an einem zweiten Modell begonnen, mageschneidert auf die
Bedrfnisse, die ihm selbst am wichtigsten waren. Er fand einen Weg, wie der
Computer Farben generieren konnte, sodass er ihn an seinen Farbfernseher
anschlieen konnte. Weil er unbedingt Ataris Breakout auf seinem neuen
Spielzeug benutzen wollte, fgte er Ton, Grafik und die Mglichkeit hinzu, ein
Gert anzuschlieen, mit dem man manuell die Paddel auf dem Bildschirm
steuern konnte. Da die Chips, die den Mikroprozessor untersttzten, immer
schneller und leistungsfhiger wurden, konnte er auch den Computer
schneller und prziser werden lassen. Und da Wozniak es liebte, mit so effizienten wie schnittigen Konstruktionen aufzutreten, schaffte er es am Ende
auch, die bentigten Chips gegenber der ersten Version um die Hlfte zu
reduzieren.
Er baute sogar die BASIC-Programmiersprache fest in seine Konstruktion
ein, sodass der Kunde den Computer mit nach Hause nehmen, einen Fernseher oder Monitor anschlieen, ihn anschalten und tatschlich sofort benutzen
konnte.
Als er mit seinem Entwurf fertig war, gerieten Jobs und Wozniak bezglich eines Details aneinander: Woz hatte vor, acht zustzliche Slots bereitzustellen, an denen die Kufer Zubehr oder eine zustzliche Platine anschlieen
knnten. Jobs hingegen wollte die Zahl auf zwei begrenzen, da er davon ausging, dass die Leute hchstens einen Drucker oder ein Modem anschlieen
wrden, mit dem man dem Computer ermglichte, ber eine Telefonleitung
zu kommunizieren. Er wollte es unkompliziert halten.
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Die Uneinigkeit hielt an. Aber Wozniak, der wusste, wie gern potentielle
Computerkufer an ihren Gerten herumbastelten, um sie zu verbessern, verteidigte seinen Standpunkt und berzeugte Jobs schlielich.
Der Apple I war fr Hobbytftler und Nerds gedacht gewesen. Dieser
Computer aber richtete sich an Menschen, die wirklich etwas damit anstellen
wollten.
Um herauszufinden, welche weiteren Innovationen in der noch jungen
Computerwelt ausgebrtet wurden, flogen Jobs und Wozniak Ende August
1976 nach Atlantic City, um sich eine Computermesse anzuschauen. Sie hielten den Apple II in ihrem Hotelzimmer unter Verschluss und versuchten, einige Apple I zu verkaufen. Whrend Wozniak auf dem Hotelzimmer am neuen
Modell arbeitete, nahm Jobs die Konkurrenz in Augenschein, Firmen mit
leicht zu vergessenden Namen wie IMSAI, Cromemco und Processor Technology. Er schnappte auf, dass Radio Shack die Produktion eines eigenen Computers plante, ebenso wie Commodore, ein Taschenrechner-Hersteller. Er
kam zu zwei Schlssen: Apple hatte ein besseres Gert als sie alle im Angebot,
aber es musste noch sehr viel besser aussehen.
Um zu produzieren, was Jobs und Wozniak nun den Apple II nannten,
wrden sie einen erheblichen Geldbetrag brauchen mehr als 100 000 Dollar. Durch seinen frheren Chef Al Alcorn erhielt Jobs eine Audienz bei Ataris
Prsident. Aber Jobs Jugend und sein Mangel an Erfahrung zeigten sich.
Whrend er so charmant wie mglich versuchte, den Chef und seine Untersttzung fr sich zu gewinnen, legte Jobs seine nackten Fe auf den
Schreibtisch des Mannes. Dieser kam so in den Genuss eines erstklassigen
Blickes auf das, was sich ansammelt, wenn man keine Schuhe trgt.
Ein echter Deal-Killer.
Nehmen Sie die Fe von meinem Schreibtisch, bellte er den jungen
Existenzgrnder an und fgte scharf hinzu: Wir kaufen Ihr Produkt nicht!
Bei anderer Gelegenheit verhandelte Jobs mit einem Lieferanten um einen guten Preis fr Speicherchips. Als seine ursprngliche Strategie nicht
wirkte, drohte Jobs ihm, er wrde sein Geschft aus den Firmenkontakten
streichen, obwohl er noch nie zuvor etwas bei ihnen bezogen hatte.
Wozniak, der wusste, dass sie die Chips brauchten, meldete sich zu Wort.
Jobs versuchte, seinen Freund mit einem schwungvollen Tritt zum Schweigen
zu bringen. Statt ihn zu treffen, rutschte er jedoch vom Stuhl und verschwand
unter dem Tisch.
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Was sie ebenfalls noch immer brauchten, war Kapital. Jobs wandte sich
an Atari-Grnder Nolan Bushnell, der den Game Maker in diesem Jahr fr 14
Millionen Dollar an Warner Communications verkauft hatte. Bushnell wollte
nicht investieren, aber er brachte Jobs mit einem risikofreudigen Investor in
Kontakt, der in junge Firmen Geld steckte und dafr Anteile haben wollte.
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Das Titelblatt der Bedienungsanleitung,
mit Apples erstem Logo,
das Ron Wayne 1976 entwarf
Don Valentine fuhr im Mercedes vor der Jobs-Garage vor. Er hatte in Atari
investiert und kannte sich mit den Start-up-Unternehmen des Silicon Valley
aus. Diese beiden Kids kamen ihm dann aber doch berraschend naiv vor, vor
allem, als sie ihm erzhlten, dass sie vielleicht ein paar Tausend Computer
pro Jahr verkaufen konnten. Fr sie wre das bereits eine Menge gewesen,
schlielich hatten die beiden bisher weniger als zweihundert Gerte absetzen
knnen.
Valentine schloss daraus zu Recht, dass sie weder von Marketing eine Ahnung hatten, noch davon, wie man groe Abschlsse macht. Er sagte: Sie
dachten nicht mal annhernd gro genug. Ihm schien das ein schlechtes
Zeichen zu sein. Groe Denker erreichen oft auch Groes. Kleine Denker
nie, sagte er gern. Er gab ihnen einen Korb, vermittelte Jobs aber den Namen eines anderen potentiellen Investors, A. C. Mike Markkula.
Markkula, gerade Anfang dreiig, war frher bei Intel angestellt gewesen
und beim Brsengang der Chip-Firma zum Millionr geworden. Er hatte sich
jetzt mehr oder weniger zur Ruhe gesetzt, erfreute sich an seiner Familie und
lebte von seinen Investments.
Markkula kam in einem goldenen Chevrolet Corvette vor der Jobs-Garage
an. Das Erste, was ihm auffiel, war die Tatsache, dass beide Steves einen
Haarschnitt brauchten. Dann sah er den Computer und war vllig aus dem
Huschen. Das war genau das, was ich immer haben wollte, seit ich die
Highschool verlassen hatte, sagte er. In dem Augenblick waren uerlichkeiten und Krperpflege vergessen. Die Haare kann man sich immer
schneiden lassen, sagte er.
Nach einer Reihe von Diskussionen bot er an, persnlich einen Kreditrahmen von 250 000 Dollar sicherzustellen, um den Apple II anzukurbeln. Er
hatte nur eine Bedingung: Wozniak musste bei Hewlett-Packard kndigen
und sich komplett um die Firma kmmern.
Hier tauchte ein Haken auf: Wozniak hatte keineswegs vor, dies zu tun.
hnlich wie bei den frhen Automobilen, zeigte der Apple I kaum eine hnlichkeit mit spteren Computermodellen.
In der Apple-Betriebsanleitung hie es, er sei komplett montiert und geprft. Nutzer mussten lediglich eine Tastatur, einen Monitor und Strom anschlieen.
Anschlieend
empfahl
man
ein
einfaches
Testprogramm
(RET)
( bedeutet Null, NICHT ein grogeschriebenes O; b bedeutet blank, also
Leerzeichen, und (RET) Return auf der Tastatur.)
DRITTENS: Geben Sie ein: . A (RET)
(Nun sollte auf dem Display das Programm auftauchen, das Sie soeben
aufgerufen haben.)
VIERTENS: Geben Sie ein: R (RET)
Apple II
Steve Jobs dachte vielleicht wirklich nicht gro genug, Mike Markkula aber
schon.
Als frherer Marketing-Manager von Intel hatte er nie selbst eine Firma
geleitet. Aber der einstige Highschool-Turner war ein waschechter Ingenieur,
der das Potential von Desktop-Computern sehr wohl zu schtzen wusste. Sofort begriff er, dass der Apple II mehr sein konnte als ein Spielzeug fr Tftler
und Videospieler. Er konnte ein wirklich ntzliches Hilfsmittel werden, vor
allem fr ganz normale Verbraucher, die beispielsweise einen berblick ber
ihre Kochrezepte oder Bankkonten behalten wollten.
Dies ist der Beginn einer ganzen Industrie, sagte er zu Jobs und
Wozniak und prophezeite, dass die Firma es innerhalb weniger Jahre in die
Fortune 500 schaffen wrde, eine renommierte Liste von Amerikas grten
Firmen. Das passiert nur einmal pro Jahrzehnt.
Um dies zu erreichen, brauchte er das richtige Team und das schloss
Steve Wozniak ebenso ein wie Steve Jobs. Wozniak jedoch war vollkommen
glcklich mit seiner Arbeit fr Hewlett-Packard, und seiner jungen Frau gefiel die Sicherheit des monatlichen Einkommens. Zudem hatte er schon lange
zuvor entschieden, dass er nie anderen sagen wollte, was sie zu tun hatten.
Lieber wollte er Computer entwerfen und Software programmieren. Ich bin
nicht der Management-Typ, wie er resmierte.
Er berdachte die Entscheidung einige Tage lang und teilte Markkula
schlielich mit, dass er bleiben wrde, wo er war.
Steve Jobs hatte noch nie ein Nein als Antwort akzeptiert, und er hatte
auch nicht vor, jetzt damit anzufangen. Er brach zu einem Ein-Mann-Feldzug
auf, um die Meinung seines Freundes zu ndern. Jobs berredete Wozniaks
Freunde, ihn anzurufen. Er telefonierte mit Woz Bruder und ging sogar zu
den Eltern von Woz, um sie unter Trnen um Hilfe zu bitten. Woz musste den
Hrer neben das Telefon legen.
Am Ende hatte Jobs Kampagne Erfolg. Ein langjhriger Freund
berzeugte Woz schlielich, dass er als Ingenieur in der neuen Firma ein
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Vermgen machen konnte, ohne ein Boss oder eine Fhrungskraft werden zu
mssen.
Im Januar 1977 wurde die Firma Apple Computer formell gegrndet,
wobei sie Jobs, Wozniak und Markkula zu gleichen Teilen gehrte und ein
kleiner Aktienanteil fr andere freigehalten wurde. Um das Team zu komplettieren, brachte Markkula einen alten Freund und ehemaligen Arbeitskollegen,
Mike Scott, als Prsidenten mit an Bord, der als zweiter Mike den Spitznamen
Scotty verpasst bekam.
Scotts Anstellung sollte etwas Ordnung in das chaotische Geschft bringen und Jobs mehr oder weniger auf Kurs halten. Aber von Anfang an geriet
der intensive und manchmal launische Scott in Konflikt mit dem
leidenschaftlichen und oft aggressiven Jobs.
Als Scott mit einstieg, war Apple aus der Garage aus- und in das erste
Bro eingezogen, und eine seiner ersten Aufgaben bestand darin, ein vernnftiges Gehaltsmodell auszuarbeiten. Chris Espinosa, der zu dieser Zeit immer
noch die Homestead Highschool besuchte, hatte whrend der Winterferien
damit begonnen, in der Garage zu arbeiten, und erinnerte sich spter, dass
Jobs die Leute aus dem Scheckbuch der Firma bezahlt hatte und das auch
nicht allzu regelmig. Am St. Patricks Day dieses Jahres versah Scott nun
also alle mit einer Personalnummer fr das Gehaltssystem, wobei er die
Nummer 7 fr sich selbst behielt. Espinosa, der noch heute fr Apple arbeitet,
war Nummer 8, da die anderen Nummern bereits vergeben waren, als er von
der Schule kam.
Wozniak bekam die Nummer 1 und Jobs Nummer 2 eine Entscheidung,
die Jobs zur Weiglut brachte. Er stellte Scott zur Rede und forderte Nummer
1. Er rastete vllig aus. Aber im Gegensatz zu so vielen anderen musste Jobs
ber die Jahre feststellen, dass Scott nicht so leicht nachgab. Er stimmte
einem kleineren Kompromiss zu: Jobs bekam auf seinem Mitarbeiterabzeichen die Nummer 0, blieb aber bei der Gehaltsabrechnung Nummer 2.
Whrend Wozniak an der neuen Platine arbeitete, konzentrierte sich Scott
auf die Herstellung, Markkula kmmerte sich um das Marketing und die Finanzen, und Jobs bernahm so ziemlich alle weiteren Aufgaben, die mit dem
Bro und dem Apple II zu tun hatten. Er war berchtigt dafr, um die kleinsten Details Wirbel zu machen: Als die Schreibmaschine fr das Bro
geliefert wurde, regte er sich furchtbar darber auf, dass sie blau war und
keine neutralere Farbe hatte. Als die Telefone nicht in dem Elfenbeinton
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eintrafen, den er bestellt hatte, beschwerte er sich so lange, bis die Telefongesellschaft sie wieder austauschte. Er wollte weie Arbeitsbnke und
keine grauen.
Jobs hchste Ansprche betrafen den Computer selbst. Den ersten Entwurf fr die Platine lehnte er ab, weil die Leiterbahnen nicht gerade genug
waren, auch wenn die Platine fr die spteren Besitzer des Computers unsichtbar sein wrde. Er heuerte einen Spezialisten an, um ein Netzteil zu entwerfen, das keinen lauten Ventilator zur Khlung brauchte. Whrend alle
anderen Computerhersteller Gehuse aus Metall benutzten, entschied er,
dass Plastik sauberer und einladender wirken wrde.
Bei der Konzeption des Gehuses schaute sich Jobs das Design von
Haushaltsgerten und Stereoanlagen im Macys-Kaufhaus an. Er konnte zwischen Dutzenden Beigetnen whlen, keiner davon gefiel ihm aber wirklich,
also wollte er seinen eigenen entwickeln. Er verbrachte Wochen mit der
Diskussion darber, wie genau die Ecken des Gehuses abgerundet werden
sollten, wobei er Scott mit seiner Unentschlossenheit an den Rand des
Wahnsinns trieb.
Das Time Magazine schrieb einmal, Wozniak sei jemand, der in einem
Schaltkreis ein Sonett sehen knne. Jobs hingegen konnte einen beigefarbenen Kasten anschauen und Schnheit darin entdecken. Er stellte sich
einen Computer vor, der so anmutig und elegant wie ntzlich war, eine Verschrnkung von Technologie und Kunst, aus der etwas ganz Besonderes hervorgehen wrde. Diese Vision sollte ihn mit wechselndem Erfolg seine
gesamte Karriere hindurch antreiben.
Doch sein Perfektionsanspruch so wie er ihn definierte machte den
Menschen in seiner Umgebung erheblich zu schaffen. Er verlangte von jedem
Zulieferer niedrigere Preise und sagte: Rechnen sie mit spitzem Bleistift.
Er setzte die Arbeit von jungen Programmierern herab, manchmal ohne vollstndig zu verstehen, was sie taten, und zu allem teilte er eine ausgeprgte
Meinung mit. Er und Scott brllten einander so oft und so ffentlich an, dass
man ihre Meinungsverschiedenheiten als die Scotty Wars bezeichnete. Regelmig musste Jobs durch Spaziergnge ber den Parkplatz beruhigt
werden.
Jobs kann berhaupt nicht leiten, sagte Scott. Nachdem er es
geschafft hat, etwas in Gang zu bringen, macht er alle verrckt. Er fliegt einfach gern wie ein Kolibri mit 90 Meilen pro Stunde in der Gegend herum.
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Verkaufsgesprche, das Marketing und die Chefs reserviert. Die andere Hlfte
war mit Linoleum bedeckt und verfgte ber sieben Laborbnke fr die Technik und die Herstellung.
Da niemand sich um die Gste kmmerte, die vorbeischauten, um sich zu
informieren, kam Chris Espinosa dienstags und donnerstags nach der Schule
vorbei, um allen Interessenten die Computer zu demonstrieren.
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Eine Broschre fr den Apple II mit einem der ersten Apple-Slogans simplicity is the ultimate sophistication. Eine berzeugung, die man noch heute an Apples Produkten, Designs
und Werbekampagnen ablesen kann
Der Absatz wuchs weiterhin, vor allem, als andere Firmen begannen, auf Kassetten Spiele und andere Programme zu verkaufen, die den Computer noch
ntzlicher machten. Markkula hatte ein Programm geschrieben, mit dem
man sein Bankkonto fhren konnte, und er drngte Wozniak, eine Mglichkeit zu finden, ein kleines Diskettenlaufwerk anzuschlieen, das es mglich
machen sollte, das Programm auf den Computer zu laden und schneller auszufhren. Im Frhjahr 1978 hatte Wozniak den Apple II schlielich so weit,
um mit einem neuen Laufwerk zu kommunizieren, das von flachen, dnnen,
gut dreizehn Zentimeter groen Disketten Daten lesen konnte.
Von nun an wrde sich neue Software viel einfacher teilen, verkaufen und
benutzen lassen. Apples Umsatz schoss bis Ende September 1978 auf 7,9 Millionen Dollar.
Whrend all dieser Zeit glaubten Jobs und seine Partner bei Apple nach
wie vor, dass sie lediglich Gerte fr Hobbytftler bauten, fr VideogameSpieler und private Nutzer. 1979 fanden jedoch zwei Geschftsleute aus Boston einen Weg, um Finanzkalkulationen zu vereinfachen. Jedes Mal, wenn
sich eine Erwartung an Absatzzahlen oder Kosten nderte, war es bislang notwendig gewesen, Dutzende Betrge per Hand auszurechnen, um sich die
Auswirkung vor Augen zu fhren. Ihr Programm VisiCalc (fr Visible Calculator) entwickelten sie auf dem Apple II und verkauften es ausschlielich fr
Apple-Computer. Damit hatten nun auch groe Unternehmen, die die neuen
Desktop-Computer bisher weitgehend ignoriert hatten, einen guten Grund,
sich einen Apple anzuschaffen.
Benjamin Rosen, Brsenanalyst bei Morgan Stanley in New York, wollte,
dass seine Technikabteilung ihm einen Apple-Computer besorgte, aber dort
glaubte man nicht an dessen Nutzen. Es gengte eine Demonstration, erinnerte er sich. Er ffnete VisiCalc und zeigte den Technikern Reihen und Spalten von Betrgen. Er nderte einen davon und drckte auf Recalc. Jeder
andere Betrag auf dem Dokument nderte sich sofort.
Ein Wow ging durch den Raum, sagte er und bekam seinen Computer, wobei er zu einem der ffentlich sichtbarsten Untersttzer der jungen
Firma wurde.
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Whrend Jobs berstunden schob, um mit Apples Wachstum schrittzuhalten, stellte er sich in seinem Privatleben einer ganz anderen Herausforderung. Zusammen mit seinem alten Collegefreund Daniel Kottke mietete
er sich ein Haus, dem sie den Spitznamen Rancho Suburbia gaben. Auch
Chrisann Brennan, mit der Jobs immer mal wieder kurzzeitig zusammen war,
zog nicht nur in eines der Zimmer ein, sondern bernahm auch einen Job bei
Apple. Die Beziehung wurde fr einige Zeit wieder aufgenommen bis Chrisann Brennan schwanger wurde.
Sie war sich sicher, dass Jobs der Vater war. Er bestritt es und hatte keine
Lust zu heiraten. Er riet ihr davon ab, das Baby zur Adoption freizugeben,
zeigte aber in anderer Hinsicht wenig Interesse, ignorierte sie im Grunde.
Frustriert, wtend und emotional nicht gerade stabil, kndigte Chrisann
ihren Job und zog auf die All One Farm in Oregon, die sie schon frher gelegentlich besucht hatte.
Das Kind, ein kleines Mdchen, kam dort am 17. Mrz 1978 zur Welt. Jobs
besuchte sie drei Tage spter, und gemeinsam gaben sie dem Mdchen den
Namen Lisa Nicole Brennan. Anschlieend aber wollte er weder mit Chrisann
Brennan noch mit dem Baby das Geringste zu tun haben.
Auch wenn Jobs Apple-Anteil inzwischen Millionen Dollar wert war,
steuerte er nur gelegentlich finanzielle Untersttzung bei und stritt weiterhin
ab, der Vater zu sein. Einmal unterzeichnete er sogar ein rechtskrftiges Dokument, dass er krperlich gar nicht dazu in der Lage sei, Kinder zu zeugen.
Whrenddessen schlug sich Brennan mit Gelegenheitsjobs durch und lebte
von der Sozialhilfe des Countys.
1979, als DNA-Tests noch neu waren, berraschte Jobs Chrisann damit,
dass er die Angelegenheit ein fr allemal klren wollte. Der Vaterschaftstest
kam zu dem Ergebnis, dass er mit einer Wahrscheinlichkeit von 94,41
Prozent der Vater sei. Trotzdem bestand er vor Freunden, Apple-Mitarbeitern
und sogar Journalisten darauf, dass statistisch jemand anderer als Vater in
Frage komme.
Am Ende hngte ihm das San Mateo County ein Verfahren an, und Jobs
wurde dazu verurteilt, 385 Dollar Unterhalt im Monat fr das Kind zu zahlen
und dem County 5856 Dollar an geleisteter Sozialhilfe zurckzuerstatten.
Ich konnte mir mich selbst damals nicht als Vater vorstellen, also habe
ich mich der Sache nicht gestellt, sagte er. Spter bereute er sein Verhalten
und gestand: Ich wnschte, ich htte das anders gehandhabt. ber die
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Jahre kaufte er Chrisann ein Haus, bezahlte Lisas Schulen und untersttzte
sie finanziell. Aber es sollte noch lange dauern, bevor er tatschlich eine Art
Vater fr sie sein wrde.
Es war schon ein merkwrdiger Zufall, dass Jobs dreiundzwanzig Jahre
alt war, als Lisa geboren wurde, im gleichen Alter also, in dem seine leiblichen Eltern gewesen waren, als er unehelich geboren und zur Adoption
freigegeben worden war. Aber das sollte er erst in einigen Jahren erfahren.
Vorlufig richtete sich seine Aufmerksamkeit auf sein anderes Baby, Apple,
das ihn in Krze zu einem sehr stolzen Papa machen sollte.
Computer Talk
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Worte fr unsere Kommunikation bentigen, bentigt auch der Computer
eine Sprache.
Eine der frhen BASIC-Sprachen wurde fr den Altair von einigen jungen
Leuten aus Harvard verfasst Bill Gates, Paul Allen und Marty Davidoff
und basierte auf einer BASIC-Sprache, die von der Digital Equipment Corporation genutzt wurde. Gates und Allen grndeten daraufhin eine Firma namens Microsoft.
Wozniaks BASIC-Sprache wiederum beruhte auf einer Hewlett-Packard-Version. So wie die Menschen in Texas anders sprechen als in New York, waren
die beiden BASIC-Versionen nicht gleich. Wollte man ein Programm, das fr
den Apple geschrieben worden war, auf einem Computer laufen lassen, der
die BASIC-Version von Gates und Allen verwendete, musste zuerst eine
bersetzung stattfinden.
Nach Apples Erfolg mit dem Apple II wurde aus Steve Jobs eine Art Berhmtheit er
tauchte auf dem Cover diverser Magazine als Gesicht der neuen Computer-Revolution auf.
Das erste Magazin, auf dem er erschien, war Inc.
Reich
Wie Jobs frh herausfand, braucht jede wachsende Firma Kapital und zwar
reichlich , um ihre Expansion anzutreiben. Als Apple wuchs, wurden weitere
Ingenieure bentigt, um neue Produkte zu entwerfen, mehr Platz fr Bros
und die Herstellung, mehr Bauteile und Ausrstung, mehr Werbung und so
weiter.
Das Eintreiben des Kapitals vernderte die Richtung von Apple und dem
Leben seiner Grnder.
Markkulas Anfangsinvestition war Ende 1977 fast vollstndig aufgebraucht, und die Firma holte sich im darauffolgenden Frhjahr ihr Kapital
zum ersten Mal aus externen Quellen. Mit der Prsentation des Apple II stellte das Unternehmen, das bei seiner Grndung im Frhjahr 1977 auf einen
Wert von 5309 Dollar geschtzt worden war, blo ein Jahr spter einen Wert
von drei Millionen Dollar dar. 1979 und 1980 kauften neue Investoren weitere Anteile. Ihre Kufe verringerten den prozentualen Anteil, den Jobs an der
Firma besa, aber da jeder Investor mehr zahlte als der vorherige, schnellte
damit der Wert seiner Aktien in die Hhe.
Das Resultat? Als Jobs dreiundzwanzig Jahre alt war, wurde sein Vermgen auf mehr als eine Million Dollar geschtzt. Als er vierundzwanzig wurde,
war es schon auf mehr als 10 Millionen angewachsen. 1979 verkauften er und
Markkula jeweils Anteile fr mehr als eine Million Dollar. Jobs verbesserte
sein Erscheinungsbild, tauschte seine zerrissenen Jeans gegen Maanzge
und legte gelegentlich sogar eine Fliege um. Er tauschte sein Mietshaus gegen
ein Eigenheim in Los Gatos und seine Schrottmhle gegen einen Mercedes.
Aber wohl auch, weil er es in Sachen Design und uerlichkeiten so genau
nahm, richtete er sich sein Haus nie komplett ein, lebte jahrelang mit einer
Matratze und dem Apple II auf dem Fuboden seines Schlafzimmers und mit
nicht viel mehr Mobiliar als einem Tisch und Sthlen.
Einer der Investoren des Jahres 1979 war die gigantische Xerox Corporation. Zu ihrem Geschftsabschluss gehrte es, dass Apple einen Blick auf einen Teil der geheimen Forschung werfen durfte, die Xerox in ihrem nahe
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war ein Flop, der sich nie gut verkaufte und die Frage aufkommen lie, ob
Apple berhaupt imstande sei, einen serisen Computer herzustellen.
Der Lisa wrde eine neue Chance darstellen, und Jobs wollte das Projekt
unbedingt selbst leiten. Scott setzte jedoch jemand anderen in die
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Am 12. Dezember 1980 legte Apple Computer Inc. den grten Brsengang hin, seit die Ford Motor Company 1956 Aktien verkauft hatte. Die 4,6
Millionen Aktien wurden zu jeweils 22 Dollar rasch verkauft, aber die Nachfrage war so gro, dass der Preis bereits am ersten Tag auf 29 Dollar hinaufschoss. Dem fnfundzwanzigjhrigen Steve Jobs gehrten 15 Prozent des Unternehmens, was nun annhernd 220 Millionen Dollar entsprach. Trotz all
seiner weiteren Verkufe war Wozniaks Anteil 116 Millionen Dollar wert.
Mindestens vierzig weitere Apple-Angestellte waren zu Millionren geworden. Es war eine berauschende Zeit. Der pltzliche Reichtum war aufregend, lenkte aber auch ab und brachte manch einen bei Apple aus dem
Gleichgewicht.
Wozniak hatte weiterhin am Apple II gearbeitet, kmpfte aber damit, einen Platz in der sehr viel greren Firma zu finden. Er war leicht abgelenkt
und ging zu einem anderen Projekt ber, wenn er sich mit dem aktuellen
langweilte, selbst wenn es noch nicht abgeschlossen war. Er fand eine neue
Freundin und begann mit dem Sportfliegen.
Kurze Zeit nach dem Brsengang plante er zusammen mit seiner Freundin und zwei anderen Freunden einen kleinen Ausflug. Doch es kam zu Problemen beim Take-off. Das Flugzeug strzte ab, die Passagiere wurden verletzt,
und Wozniak selbst kam mit einem ausgeschlagenen Zahn und einer zeitweiligen Amnesie davon.
Nach seiner Genesung gnnte er sich eine lange Pause von der Firma, um
nach Berkeley zu gehen und seinen Collegeabschluss nachzuholen, wobei er
sich als Rocky Rakoon Clark einschrieb. Es war ihm klargeworden, dass er
nicht viel bentigte, um sein Leben zu genieen, solange er nur lachen, mit
seiner Familie und seinen Freunden zusammensein und den Dingen nachgehen konnte, die er gerade interessant fand. Sich ber Absatzziele, die Konkurrenz und den Kampf gegen Grokonzerne Gedanken zu machen, war nicht
seine Sache und wrde es auch nie sein. Ich wrde sagen, glcklich zu sein
ist das Wichtigste im Leben wie viel man lacht, sagte er spter. So bin
ich, so mchte ich sein und wollte es nie anders.
Jobs wiederum gab seinen Eltern einen Aktienanteil im Wert von 750 000
Dollar. Sie waren damit in der Lage, zum ersten Mal ihre Hypothek
abzubezahlen, und schmissen eine kleine Party, um dies zu feiern. Jedes Jahr
nahmen sie an einer Kreuzfahrt teil. Davon abgesehen aber setzten sie ihr
normales Leben fort.
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Das Geld und Apples Erfolg brachten Jobs immensen Ruhm. In den folgenden Jahren zierte er verschiedene Magazin-Cover als das jugendliche
Aushngeschild einer Generation von Erfindern und Geschftsleuten, die der
Allgemeinheit den Computer geschenkt hatten.
Das Geld strte ihn nicht ganz gewiss schenkte er es nicht weg wie
Wozniak , aber es stand fr ihn nicht im Mittelpunkt, und er weigerte sich,
sich vom Geld treiben zu lassen. Der Weg ist das Ziel, sagte er. Es geht
nicht nur darum, etwas Unglaubliches erreicht zu haben. Es geht darum, das
Unglaubliche tatschlich tagein, tagaus zu tun, die Chance zu bekommen, an
etwas wirklich Unglaublichem beteiligt zu sein.
Es sollte nicht lange dauern, und er fand bei Apple einen Platz fr sich, inmitten jener unglaublichen Erfahrungen. Und es kam keinen Deut zu frh:
Der Industriegigant International Business Machines, bekannt als IBM, die
weltweit vorherrschende Computerfirma, war drauf und dran, sich ebenfalls
mit Pauken und Trompeten ins Personal-Computer-Geschft zu strzen.
Das Dreamteam hinter dem Macintosh von 1984 (Steve Jobs ganz rechts)
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Piraten
Die erste Geschichte, die Steve Jobs 2005 den Stanford-Abgngern erzhlte,
handelte von der Verbindung von Punkten, von der Verbindung zwischen
dem Versprechen seiner Eltern an seine leibliche Mutter, dass er aufs College
gehen wrde, und seiner Entscheidung, in Reed nach einem Semester das
Studium abzubrechen. Nun, 1981, im Alter von sechsundzwanzig, fanden die
restlichen Teile ihren Platz.
Nach seiner Verbannung vom Lisa-Projekt und dem erfolgreichen Brsengang wandte Jobs seine Aufmerksamkeit einem kleineren Apple-Projekt zu,
bei dem es darum ging, einen einfachen, preisgnstigen Computer fr jedermann zu entwickeln. Das geheime Projekt, Macintosh genannt, war schon
mehrere Male beinahe abgewrgt und in einem separaten Gebude untergebracht worden, getrennt vom Hauptgeschft.
Als Jobs vermehrt Interesse an der Idee eines einfachen, gnstigen Computers zeigte, begann er zugleich, einige der aufregenden Innovationen einzufordern, die er bei Xerox gesehen hatte. Eine davon war die Auswahl wunderbarer Schriftarten gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Computer
ausschlielich ber eine Schriftart verfgt ber eckige, klobige Buchstaben,
die sich leicht auf billigen Monitoren abbilden lieen.
Jobs drngte darauf, dass es der Macintosh den Nutzern ermglichen
solle, aus einem Men von Schriftarten in verschiedenen Gren, in Fett- und
Kursivdruck zu whlen. Um sie noch exklusiver zu machen, bestand er darauf, dass sie nach Weltstdten benannt wrden New York, London,
Geneva (Genf) und Chicago.
Die Entscheidung beruhte auf seinen Erfahrungen am Reed College, wo
er, befreit von den Pflichtseminaren, in jenen Kurs ber Kalligrafie und sthetische Schriftarten hineingeraten war. Damals schien diese Themenwahl
vllig beliebig. Aber nun, Anfang der 80er Jahre, entpuppte sie sich als
durchaus ntzlich.
Es ist zum groen Teil diesem Kurs zu verdanken, dass der Mac zum ersten Personal Computer wurde, der es den Nutzern ermglichte,
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Auch Scott hatte seine Probleme. Er hatte Ordnung und Struktur bei
Apple eingefhrt und Jobs vier Jahre lang im Zaum gehalten. Aber er hatte
stets etwas von einem Tyrannen an sich gehabt, und als Apple wuchs, bekam
er gesundheitliche Probleme und sein Management-Stil wurde unberechenbar. Im Mrz 1981, nur wenige Monate nach Apples Brsengang, feuerte er
kurzerhand etwa vierzig Angestellte, die er schlichtweg als nicht gut genug
bezeichnete. Die Kndigung, die schlielich als Black Wednesday in Erinnerung blieb, war ein groes Thema in der gesamten Firma und verstrte die
Angestellten.
Scott wurde kurze Zeit spter vor die Tr gesetzt. Markkula wurde Prsident, was Jobs weitaus mehr Freiheiten verschaffte, als ihm seit langer Zeit zur
Verfgung gestanden hatten.
Rasch bernahm Jobs die Leitung des Macintosh-Projektes. Einer seiner
ersten Schritte bestand darin, ein Team herausragender Kpfe zusammenzustellen. Andy Hertzfeld arbeitete am Apple II und war ganz erpicht darauf, sich
der neuen Gruppe anzuschlieen. Eines Morgens hatte er sein Bewerbungsgesprch mit Jobs und ging dann wieder an seine Arbeit. Schon am selben
Nachmittag lugte Jobs ber die Trennwand seines Bros und teilte ihm mit,
er habe den Job.
Hey, das ist groartig, erwiderte Hertzfeld. Er bruchte lediglich ein
oder zwei Tage, um zu beenden, woran er gerade arbeite.
Jobs sah das anders. Was ist wichtiger als die Arbeit am Macintosh?,
fragte er. Dabei, erinnerte sich Hertzfeld spter, kam er zu meinem
Schreibtisch herber und zog das Stromkabel meines Apple II mit einem
Ruck aus der Steckdose. Alles, woran Hertzfeld gearbeitet hatte, war weg.
Jobs stellte den Monitor auf den Computer und sagte zu Hertzfeld: Kommen
Sie mit, ich bring Sie zu Ihrem neuen Schreibtisch.
Der neue Schreibtisch stellte sich als Raskins alter heraus.
Im Verlauf der nchsten drei Jahre erlebte die kleine Projektgruppe Jobs
von seiner besten und von seiner schlimmsten Seite seinen Charme und
seine schneidende Kritik, seine berschwnglichkeit und Arroganz und seine
Vision, seine Fhigkeit, etwas ganz Gewhnliches zu betrachten und ganz intuitiv das Potential zu etwas ganz Besonderem darin zu erkennen. Er wollte
kein gutes Produkt, nicht einmal ein groartiges. Der Macintosh das sagte
er wieder und wieder musste irrsinnig toll werden.
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Ein Software-Designer, der ein Zeichenprogramm schrieb, das im Computer installiert sein wrde, fand einen Weg, wie man schnell Ovale und Kreise gestalten konnte. Jobs gefiel das, er wollte aber sofort etwas anderes: Konnte es auch abgerundete Rechtecke hervorbringen?
Der Designer schreckte zurck. Dies hinzuzufgen wrde schwierig und
nicht wirklich ntig sein.
Aber Jobs wollte das nicht hren. Rechtecke mit abgerundeten Ecken
gibt es berall!, sagte er und begann Beispiele aus dem Raum aufzuzhlen.
Dann schleifte er den Designer zu einem Spaziergang um den Block und
zeigte auf ein Parkverbotsschild mit abgerundeten Ecken. Als er das gesehen
hatte, gab der Designer nach und fgte RoundRects zu seinem Repertoire
hinzu.
Manchmal erhoben die Techniker Einspruch aber nicht allzu
nachdrcklich. Chris Espinosa, der noch in der Garage der Jobs angefangen
hatte, war es irgendwann leid, dass Jobs an seinem Entwurf fr einen kleinen
Taschenrechner, der Teil des Desktops sein sollte, ewig etwas herumzumkeln hatte. Jedes Mal, wenn er einen Blick darauf warf, war Jobs nicht
zufrieden: Die Rnder waren zu dick, der Hintergrund zu dunkel, die Knpfe
hatten die falsche Gre.
Schlielich entwarf Espinosa ein kleines Programm, das Steve-Jobs-baudir-deinen-eigenen-Taschenrechner-Set, mit dem Jobs smtliche Variablen
selbst festlegen konnte. Er setzte sich daran und werkelte eine Weile herum.
Sein fertiges Design stellte dann auch tatschlich den Macintosh-Taschenrechner dar, der sich lange Jahre nicht mehr verndern sollte.
Bei allen Fortschritten machte sich Jobs doch Sorgen darber, dass der
kleine Computer zu lange brauchte, um hochzufahren. Indem er seine Macht
der Realittsverzerrung auf die Mathematik ausweitete, drngte er das Team,
die bentigte Zeit zu krzen. Er rechnete ihnen vor, dass innerhalb einiger
Jahre gewiss fnf Millionen Menschen tglich einen Mac benutzen wrden
eine lcherliche Schtzung, bedenkt man, dass im Laufe der vergangenen
Jahre gerade einmal einige Hunderttausend Apple II verkauft worden waren.
Das wrde bedeuten, dass das Krzen von zehn Sekunden fnfzig Millionen
Sekunden pro Tag einsparen wrde. In einem Jahr entspricht das vermutlich mehreren Lebensspannen, fhrte Jobs aus. Und da er schon mal in Schwung gekommen war, ging er vollends aufs Ganze: Wenn ihr es schaffen
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knnt, dass er zehn Sekunden schneller hochfhrt, dann rettet ihr Dutzende
Menschenleben. Das ist es doch nun wirklich wert, meint ihr nicht?
Das Team fand einen Weg, die Hochfahrzeit zu krzen.
Immer ging es ihm darum, herauszufinden, wie etwas leichter und unkomplizierter zu benutzen war, denn, wie es in Apples erster Broschre so
schn hie: Simplicity is the ultimate sophistication. Wenn man sich ein
Problem zum ersten Mal anschaut, sieht es einfach aus, weil man noch nicht
allzu viel davon wei, wie er sagte. Dann steigt man in das Problem ein und
stellt fest, dass es wirklich kompliziert ist, und man kommt mit jeder Menge
detaillierter Lsungen.
Die meisten Leute hren an diesem Punkt auf. Der Trick aber sei, einfach
weiterzumachen, bis man das zugrundeliegende Prinzip des Problems gefunden habe und mit einer schnen, eleganten Lsung, die wirklich funktioniert, wieder am Ausgangspunkt anlangt. Vermutlich beeinflusst von
seiner Beschftigung mit dem Zen-Buddhismus, konzentrierte er sich ebenso
intensiv auf die Frage, was man bei einem Produkt weglassen kann, wie auf
das, was man einbauen muss.
Besondere Aufmerksamkeit zollte er dem Aussehen des Macs. Wiederum
studierte Jobs Haushaltsgerte, insbesondere Mixer. Statt eine rechteckige
Box als Grundform zu benutzen, wurde der Computer hoch und schlank
konzipiert, damit er weniger Platz auf dem Schreibtisch einnehmen wrde.
Im Gegensatz zum Apple II wurde die Tastatur vom Rest getrennt.
Die ursprnglichen Versionen waren zu kastenfrmig fr Jobs
Geschmack. Es muss kurvenreicher sein, drngte er. Als er den Entwurf
schlielich abnickte, bat er die entscheidenden Mitglieder des Teams, die
Gussform zu unterzeichnen. In einer besonderen Geste wurden ihre Unterschriften im Inneren des Gehuses aufgedruckt. Auch wenn nur Techniker
dies je zu Gesicht bekommen wrden, so hatten die Knstler doch ihr bedeutendstes Werk signiert.
Der neue Computer verfgte ber ein neuartiges Diskettenlaufwerk, das
statt der frheren groen und dnnen neun Zentimeter groe Disketten aus
hartem Plastik verwendete klein genug, um in Hosentaschen zu passen.
(Obwohl sie heute kaum noch benutzt werden, bilden diese viereckigen Disks
in den meisten Computerprogrammen das Save-Icon.) Zur gleichen Zeit
aber drckte Jobs gegen den Einspruch des Teams einige fragwrdige
Entscheidungen durch. Um die Kunden dazu zu zwingen, die Maus zu
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verwenden, entfernte er die Pfeiltasten, mit denen man den Cursor bewegen
konnte, von der Tastatur. Obwohl im Computer installierte Festplattenlaufwerke ber mehr Speicherplatz verfgten als Diskettenlaufwerke und
bereits allgemein gebruchlich wurden, weigerte er sich, eines in den Mac
einbauen zu lassen, weil er keinen lauten Ventilator hinzufgen wollte, um es
zu khlen. Und er stimmte einem Entwurf mit nur 128 Kilobytes (oder 128
000 Bytes) Arbeitsspeicher zu eine magere Bilanz fr ein Gert mit derartig
vielen Details auf dem Monitor. Im Gegensatz dazu hatte der Lisa ber zehnmal mehr Arbeitsspeicher verfgt. Indem er die Lektion ignorierte, die ihm
Wozniak mit dem Hinzufgen weiterer Anschluss-Slots am Apple II hatte
geben wollen, sorgte Jobs dafr, dass der Macintosh sich so schwer ffnen
lie, dass hchstens wild entschlossene Technik-Nerds einen Weg finden
wrden, um weiteren Speicherplatz hinzuzufgen.
Whrend er die Team-Mitglieder schonungslos antrieb, gab Jobs ihnen
zugleich das Gefhl, diejenigen zu sein, die bei Apple am hrtesten arbeiteten.
Er sorgte dafr, dass der Khlschrank jederzeit mit teuren Fruchtsften gefllt war, und bezahlte ermdeten Ingenieuren Massagen. Anderen Teams
kam die Gruppe mit der Zeit arrogant und verwhnt vor.
Als der Macintosh kurz vor der Markteinfhrung stand, hatte Apple den
Erfolg ntiger denn je. Den verschiedenen Apple-II-Versionen wurde bei
Apple intern zwar wenig Begeisterung gezollt, doch noch immer trugen sie
das Unternehmen. Es war Markkula ebenso wie Jobs zu verdanken, dass der
Rechner in Schulen und bei Studenten fr Furore gesorgt und die Arbeit am
Computer bei der Jugend populr gemacht hatte. Doch die Industrie nderte
sich schnell.
1981 eroberte der Gigant IBM schlielich das Desktop-Computergeschft
mit seinem Personal Computer, kurz PC. Apple war auf derart arrogante
Weise davon berzeugt, der strkere Akteur zu sein, dass das Unternehmen
im Wall Street Journal eine ganzseitige Anzeige mit folgendem Text verffentlichte: Willkommen IBM. Ernsthaft. Willkommen auf dem aufregendsten und wichtigsten Markt, seit die Computer-Revolution vor 35 Jahren
begann
Weil sie einen derartigen Vorsprung gehabt hatten und den IBM-PC
nichts Besonderes oder Aufregendes auszeichnete, machte sich die junge
Apple-Crew blo lustig ber ihn. Aber da sie nur das Gert selbst beachteten,
bersahen sie IBMs herausragende Reputation, seine mchtigen
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zur Machine of the Year. Aber es hob nur eine Person als Aushngeschild
der Revolution hervor: Steve Jobs. Mit einschmeichelndem Verhandlungsgeschick und blindem Vertrauen, schrieb das Magazin, ist es Steve Jobs,
mehr als jeder andere, der die Tr aufgestoen und den Einzug des Personal
Computers ermglicht hat.
In dem Geschftsjahr, das im September 1982 endete, verkaufte Apple
700 000 Apple-II-Gerte und erzielte, trotz der Probleme mit dem Apple III,
583 Millionen Dollar Umsatz, genug, um es zum ersten Mal auf die Fortune-500-Liste von Amerikas grten Unternehmen zu schaffen genau wie
Markkula es Jahre zuvor prophezeit hatte.
Aber die guten Zeiten sollten nicht andauern. Innerhalb von zwei Jahren
verkaufte IBM deutlich mehr Computer als Apple, und Softwarehersteller
brachten weitaus mehr Programme fr den IBM-PC heraus als fr den Apple.
Andere Computerhersteller drngten sich darum, die Lizenz fr das
Microsoft-Betriebssystem zu erhalten, damit auch auf ihren Gerten die neue
IBM-Software laufen konnte. Es dauerte nicht lange, und alle Desktop-Computer sangen dasselbe Lied und griffen auf dieselbe Software wie die IBMComputer zurck. Wer, wie Apple, nicht mit einstimmte, sah einer unsicheren Zukunft entgegen.
Der Lisa-Computer, dessen Entwicklung etwa 50 Millionen Dollar
gekostet hatte, wurde 1983 mit reichlich Wirbel der ffentlichkeit vorgestellt.
Es war der erste Computer mit einer Maus, der erste, der die erstaunlichen
Mens und Dateiordner anbot, die den Besuch bei Xerox zu einem derartig
verblffenden Erlebnis gemacht hatten. Er war randvoll mit Arbeitsspeicher
und verfgte ber zwei Diskettenlaufwerke sowie einige benutzerfreundliche
Programme. Whrend man in dieser Zeit gewhnlich Tage bentigte, um den
Gebrauch von Software zu lernen, konnte man mit dem Lisa innerhalb weniger Stunden zurechtkommen. Aber all seine Extras hatten den Preis auf 10
000 Dollar hochgetrieben, und es gab fr ihn keine weitere Software auf dem
Markt. Die Technik-Insider waren fasziniert aber die meisten potentiellen
Kunden fanden den hohen Preis nicht gerechtfertigt.
Als Jobs das neue Gert bei der Presse bewarb, konnte er sich nicht
zurckhalten und lie einige Andeutungen ber den Macintosh fallen. Da
man nun wusste, dass bald ein Computer mit hnlichen Fhigkeiten fr sehr
viel weniger Geld auf den Markt kommen wrde, khlte das Interesse am
Lisa bereits ab, bevor das Gert berhaupt lieferbar war. Was die Sache noch
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schlimmer machte: Die Lisa-Software wrde auf dem Macintosh nicht funktionieren. Als wre der Wettbewerb mit IBM noch nicht genug, kmpfte
scheinbar eine Apple-Abteilung gegen die andere.
Auerdem kmpfte Apple gegen Microsoft. 1983, bevor der Mac offiziell
vorgestellt wurde, kndigte Microsoft an, fr IBM und deren Nachahmer ein
Betriebssystem namens Windows zu entwerfen, das Icons, Fenster und eine
Maus beinhalten wrde genau wie der Mac. Gates hatte versprochen, nach
dem Auslieferungsdatum des Macs ein Jahr mit dem Vertrieb von grafischen
Benutzeroberflchen zu warten. Da der Mac aber beinahe ein Jahr hinter
seinem ursprnglichen Terminplan zurcklag, holte Microsoft auf.
Jobs schumte vor Wut und bestellte Gates zur Firmenzentrale in Cupertino, wo er ihn vor den versammelten Apple-Managern anbrllte. Aber Gates
lie sich nicht erschttern. Nun, Steve, ich glaube diese Sache kann man von
verschiedenen Seiten betrachten, sagte er zu Jobs und den anderen im Konferenzraum. Ich wrde sagen, es ist eher so: Wir hatten beide diesen reichen
Nachbarn namens Xerox. Ich bin bei ihm eingebrochen, um seinen Fernseher
zu stehlen, und musste feststellen, dass du ihn bereits gestohlen hattest.
Tatschlich sollte Microsoft noch Jahre brauchen, um wirklich mit Apple
wetteifern zu knnen, aber dieser Gedanke konnte Jobs nicht beruhigen.
Noch immer glaubte er, nur sein Baby wrde die Computer-Revolution anfhren. Bei einer Klausur in dem Monat der Lisa-Markteinfhrung schwor er
das Mac-Team mit einigen prgnanten Slogans darauf ein, noch hrter zu
arbeiten. Real artists ship (Echte Knstler liefern), sagte er, um deutlich zu
machen, dass sie nicht weiterhin Deadlines berziehen durften und ihre
Produkte auf den Markt bringen mussten. Und er schrieb: Es ist immer
noch besser, ein Pirat zu sein, als zur Navy zu gehen, womit er zu verstehen
gab, dass die Technologie seiner rebellischen Gruppe weit besser war als das,
was der Mainstream anbot.
Das Team war inspiriert. Einige Mitarbeiter entwarfen eine Piratenflagge
mit Totenschdel, berkreuzten Knochen und einem bunten Apple-Logo als
Augenklappe und zogen sie am Apple-Gebude auf. Sie hatten alles gegeben.
Aber wrden sie am Ende auch die Beute kapern?
John Sculley (rechts) 1984 zusammen mit Steve Jobs, kurz vor ihrem Zerwrfnis
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Sculley
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einzelne Mitglied. Die Firma hatte 750 000 Dollar fr den von Blade-RunnerRegisseur Ridley Scott gedrehten Spot gezahlt und beschlossen, etwa 800
000 Dollar dafr auszugeben, dass er whrend des Super Bowls ausgestrahlt
wrde. Dies schien sich jetzt als dumme Idee zu erweisen.
Die beiden baten die Agentur, die Werbezeit an jemand anderen zu
verkaufen. Aber als die Agentur zurckmeldete, sie knne keinen guten Preis
erzielen, entschied Apple, den Werbespot doch zu senden.
Whrend des dritten Viertels des Spiels am Super-Bowl-Sonntag, in dem
die Los Angeles Raiders den Washington Redskins die Hlle hei machten,
wurden die Fernsehbildschirme Amerikas schwarz, woraufhin Reihen
kahlkpfiger Mnner in abgerissener Kleidung im Gleichschritt in einen
Raum marschierten und sich auf hlzerne Bnke setzten. Mit ausdruckslosen
Gesichtern blickten sie zu einer Leinwand, von wo aus ihnen ein dem Zauberer von Oz hnlicher Big Brother Lehren erteilte. (Eine nicht gerade subtile
Anspielung auf IBM.) Schnitt auf eine blonde Frau in roten Shorts und
Macintosh-T-Shirt, die mit einem Vorschlaghammer in der Hand hereingerannt kam. Pltzlich blieb sie stehen, schwang den Hammer und lie ihn in
den Bildschirm krachen, der in hellem Licht explodierte.
Am 24. Januar wird Apple den Macintosh vorstellen, sagte eine OffStimme und fgte, als Referenz auf den George-Orwell-Klassiker, hinzu: Sie
werden sehen, warum 1984 nicht wie 1984 sein wird.
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In Apples 1984-Super-Bowl-Spot trat eine Frau mit Apple-Logo auf, die durch Reihen von
schbig gekleideten Geschftsleuten rannte, um einen groen Monitor mit einem BigBrother-Gesicht zu zertrmmern. Der Spot gewann vier Auszeichnungen und wird allgemein
als einer der besten Werbefilme aller Zeiten angesehen
Der Spot war dster, schrg und geradezu hypnotisierend. Und fr viele der
beinahe 100 Millionen Zuschauer war er das Beste an dem gesamten
Football-Spiel.
Ein paar Tage spter stellte Jobs beim jhrlichen Treffen der Anteilseigner
das neue Gert vor. Er prsentierte es als Teil eines Showdowns zwischen
Apple und IBM und heizte die Menge an, indem er noch einmal den Spot
zeigte. Ganz der Showman, der er mittlerweile geworden war, zog er anschlieend den Macintosh an dem kleinen Handgriff auf der Oberseite aus
einem Sack, beschrieb seine besonderen Features und holte eine kleine
Diskette aus seiner Hosentasche. Als sie geladen war, begann der Mac zu zeigen, was er aufzuweisen hatte seine Schriftarten, Tabellen, Spiele und
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Grafiken. Schlielich drckte Jobs auf einen Knopf der Maus, und der Computer begann mit einer elektronischen Stimme zu sprechen: Hallo, ich bin
Macintosh. Es ist echt toll, aus diesem Sack herauszukommen
Der Saal tobte.
Im Laufe der nchsten Wochen lieferte Jobs persnlich Macintoshs zu
Mick Jagger (wobei er das Gert dessen Tochter berreichte) und, neben
weiteren Berhmtheiten, zu Sean Lennon, dem kleinen Sohn von Yoko Ono
und dem ermordeten John Lennon. Dutzende Journalisten hatten im Vorfeld
kurze Einfhrungen bekommen und fllten Magazine und Zeitungen mit
hymnischen Besprechungen. Das Gert wurde den Hndlern aus den Regalen
gerissen, sodass in wenigen Monaten etwa 70 000 abgesetzt wurden, mehr
als bei den ersten Verkufen des IBM-PCs.
Steve Jobs posiert 1984 mit seinem geliebten Macintosh in seinem Haus
Der Hype hielt nicht lange vor. Nach dem ersten Ansturm begannen die
Verkufe abzurutschen. ber Weihnachten 1985 hatte Apple mit dem
Verkauf von 150 000 Gerten gerechnet, am Ende waren es lediglich 100
000. Dann fielen die Absatzzahlen noch weiter.
All die Limitationen, die Jobs erzwungen hatte der knappe
Arbeitsspeicher und das Fehlen von Anschlssen, Cursortasten und einer
Festplatte , schreckten neue Kufer ab. Der minimale Arbeitsspeicher war
ein besonderes Problem. Ein Apple-Insider verglich es damit, einen Honda
mit nur vier Litern Benzin fahren zu wollen. Weil ein derartig groer Teil des
Arbeitsspeichers dazu bentigt wurde, die Aktivitten auf dem Bildschirm
aufrechtzuerhalten, konnte das Textverarbeitungsprogramm nicht mehr als
acht Seiten am Stck bewltigen, kaum genug, um ein einzelnes Kapitel zu
schreiben. Weil der Mac zudem zum berhitzen neigte, nannten ihn einige
Kritiker schlicht einen beigefarbenen Toaster.
Schlimmer noch: Im Frhjahr 1985 fiel Apple mit einem weiteren
kostspieligen Super-Bowl-Werbespot durch, in dem Brokrfte, die PCs benutzten, als Lemminge dargestellt wurden, die nacheinander von einer Klippe
sprangen. Der Spot wurde als Beleidigung derjenigen angesehen, die die
meisten Personal Computer gekauft hatten, und hinterlie einen bitteren
Nachgeschmack.
Im Frhjahr 1985 wurde Jobs dreiig und veranstaltete einen opulenten
Ball fr dreihundert Personen, wobei Ella Fitzgerald fr die Abendunterhaltung zustndig war. Seine Gste brachten ihm ganz besondere Geschenke mit
besten Wein, eine kostbare Erstausgabe und sogar eine gerahmte IBM-Aktie , aber all das lie er in seinem Hotelzimmer zurck. An diesen materiellen Dingen hatte er wenig Interesse.
Etwa zur gleichen Zeit stimmte er einem ausfhrlichen Magazin-Interview
zu. Apples Aktienwert, dessen Hhepunkt whrend der Lisa-Begeisterung bei
63,50 Dollar gelegen hatte, war gesunken, und somit war auch der Wert von
Jobs eigenem Anteil von einem Hhepunkt von ber 450 Millionen Dollar
um mehr als 200 Millionen gefallen. Er lachte ber den enormen Verlust und
sagte: Das ist nun wirklich nicht das Lehrreichste oder Elementarste, was
mir in den vergangenen zehn Jahren widerfahren ist.
Er hatte, wie er sagte, ber ein altes Hindu-Sprichwort nachgedacht: In
den ersten dreiig Jahren deines Lebens bestimmst du deine Gewohnheiten.
In den letzten dreiig Jahren deines Lebens bestimmen deine Gewohnheiten
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dich. Und als er ber Apple sprach, sagte er beinahe die groen Umwlzungen voraus, die bevorstanden: Ich hoffe, dass ich in meinem ganzen Leben
meinen Lebensfaden und den Apple-Faden wie bei einem Wandteppich
miteinander verweben und lsen kann. Es mag ein paar Jahre geben, in denen ich nicht da sein werde, aber ich werde immer zurckkehren.
Sein alter Freund Steve Wozniak hatte es genauso gehalten. Nachdem er
seinen Collegeabschluss gemacht hatte, war er 1983 zu Apple zurckgekehrt,
um an der Verbesserung des Apple II zu arbeiten. Aber im Februar 1985
nahm er mit der Begrndung, er wolle eine neue Art Fernbedienung entwickeln, wieder seinen Hut. Es rgerte ihn, dass die Firma, die er mitgegrndet
hatte, den Apple II beinahe vollstndig ignorierte und sich wiederholt auf die
neuesten Computermodelle konzentrierte, whrend die verschiedenen AppleII-Varianten den Hauptteil des Umsatzes einbrachten. Woz offenbarte auch,
dass er den grten Teil seiner Aktien verkauft und 70 Millionen Dollar sicher angelegt hatte.
Trotzdem ging er nicht ganz: Er blieb fr ein bescheidenes Gehalt wie es
heit, 12 000 Dollar als Berater ttig und in der ffentlichkeit als ein
Aushngeschild von Apple prsent.
Im Mrz 1985 verlieh Prsident Ronald Reagan Jobs und Wozniak zusammen mit einigen anderen die erste National Medal of Technology and Innovation. Da Steve Wozniak gerade die Firma verlassen hatte, schickte Apple
keine eigene Abordnung und richtete auch keine Feier aus. Die beiden machten nach der Verleihung schlicht an einem Sandwichstand Halt.
Auch Sculley hatte alle Hnde voll zu tun. Apple konnte sich ein Scheitern
des Macs nicht leisten es wre ein dritter Schlag gewesen, nach dem AppleIII-Fiasko und dem schlechten Abschneiden des Lisa-Rechners, der sich nur
halb so gut verkauft hatte wie erwartet worden war.
Mitten in dieser angespannten Situation begannen Jobs und Sculley aneinander herumzukritisieren und sich gegenseitig Vorwrfe zu machen. Sculley wurde klar, dass auch er sich in Jobs Realittsverzerrungsfeld hatte einfangen lassen. Er kam zu der Ansicht, dass Jobs sich zu viel in andere Arbeitsvorgnge einmischte, zu viele Anweisungen gab, Plne nderte und nicht die
Macintosh-Verbesserungen lieferte, die dringend erforderlich waren. Jobs
wiederum stellte Sculleys Kompetenz in Frage und zweifelte an, ob er berhaupt etwas von Elektronik oder dem Computergeschft verstand.
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und Russland und zog sogar kurzzeitig in Erwgung, sein Exil als Knstler in
Europa zu beziehen.
Auch berlegte er, ob er in die Politik gehen sollte, aber tatschlich hatte
er selbst nie gewhlt, was sich als Problem erwiesen htte. Er war dreiig
Jahre alt, war Millionr und galt in der Firma, die er mitgegrndet hatte, als
Versager. Er wusste nicht weiter.
Idole
Steve Jobs hatte verschiedene Idole, angefangen mit Albert Einstein, dessen
Bild in Jobs grtenteils uneingerichtetem Schlafzimmer hing.
Jobs hegte auch groen Respekt gegenber Akio Morita, dem Mitbegrnder
von Sony, der hohe Ansprche setzte und Schnheit wahrhaft anerkannte.
Als Morita 1999 starb, zollte Jobs ihm whrend einer Prsentation sein hchstmgliches Kompliment: Er drckte seine Liebe fr die Menschheit mit jedem Produkt aus, das er hergestellt hat.
Dann gab es noch Edwin Land, der sein Harvard-Studium geschmissen und
anschlieend mit der Entwicklung eines Kamerasystems, das Fotos beinahe
augenblicklich entwickelte, die Polaroid Corporation aufgebaut hatte. Jobs
nannte ihn ein Nationalheiligtum.
Nach einem scheiternden Versuch eines sofort nutzbaren Film-Aufnahmesystems, das nicht mit Videos mithalten konnte, wurde Land 1980 bei Polaroid
rausgeschmissen. Die Firma musste ihre groe Investition abschreiben. Jobs
regte das auf. Er hat lediglich ein paar lausige Millionen in den Sand gesetzt, und dafr hat man ihm seine eigene Firma weggenommen, sagte er.
Einige Jahre spter trafen sich Sculley und Jobs mit Land in seinem Labor in
Cambridge und Land erluterte, wie es zu seiner Erfindung gekommen war:
Ich begriff einfach, was die Polaroid-Kamera sein sollte. Sie war fr mich so
real, als stnde sie direkt vor mir, obwohl sie noch gar nicht gebaut worden
war.
Das traf bei Jobs einen Nerv. Genau so habe ich den Macintosh gesehen,
sagte er. Es gab keine Mglichkeit, eine Verbraucherstudie in Auftrag zu
geben, also musste ich loslegen und ihn entwerfen und den Leuten zeigen.
Was Jobs sogar noch mehr beeindruckte, war die Tatsache, dass Land sich
ebenso als Knstler wie als Wissenschaftler sah. Land wollte, dass seine
Firma an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft stnde, und das
habe ich nie vergessen, sagte Jobs.
Teil 2
12
NeXT
Steve Jobs erste Geschichte fr die Stanford-Abschlussklasse hatte 2005 davon gehandelt, dass man abwarten msse, welche Verbindungen das Leben
herstellte, welche Punkte es miteinander verband.
Seine zweite Geschichte, sagte er, handelt von Liebe und Verlust.
Beim Gedanken daran, wie er zusammen mit Wozniak in der Garage der
Familie Jobs angefangen hatte, sagte er: Ich hatte Glck ich habe frh in
meinem Leben herausgefunden, was ich gerne tun wollte. Zu seiner eigenen
Begeisterung hatte er Apple dabei helfen knnen, es innerhalb von zehn
Jahren auf eine Bilanz von beinahe zwei Milliarden Dollar Umsatz und zu
mehr als 4000 Angestellten zu bringen. Der Macintosh hatte in der Computerwelt wie eine Bombe eingeschlagen, als der Wunderknabe der Technik
gerade einmal dreiig geworden war.
Und dann, sagte er, wurde ich gefeuert.
Es war eine markerschtternde Erfahrung. Er erklrte, es habe damit begonnen, dass er eine talentierte Fhrungskraft eingestellt habe. Aber nach
einem Jahr begannen unsere Vorstellungen von der Zukunft auseinanderzudriften, und schlielich entzweiten wir uns. (Diese Zusammenfassung fiel weit gromtiger aus als sonst. Fr gewhnlich schrieb er Sculley die
alleinige Schuld an allen Problemen zu. So sagte er 1995: Ich habe den
falschen Typen angestellt, und er hat alles zerstrt, woran ich zehn Jahre lang
gearbeitet hatte.)
Ohne Apple war Jobs erschttert und am Boden zerstrt, wusste nicht,
wie es fr ihn weitergehen sollte. Aber dann, sagte er, begann in mir langsam etwas zu dmmern: Ich liebte noch immer, was ich tat.
Auch ohne Apple konnte Jobs seiner Vision und seiner Leidenschaft
nachgehen. Noch immer konnte er versuchen, ein weiteres grandioses
Produkt zu entwerfen. Also entschloss er sich, eine neue Firma zu grnden.
In Wirklichkeit kam Jobs mit dem Neubeginn nicht besonders gut
zurecht. Er war noch immer Apple-Vorsitzender, als er zu dem Schluss kam,
dass es einen Markt fr sehr leistungsstarke Gerte fr Universitten geben
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als IBM und deren Nachahmer mehr und mehr vom boomenden PersonalComputer-Markt an sich rissen. Mit der Zeit wuchs Apples Umsatz unter
Sculleys Leitung auf acht Milliarden Dollar an.
Losgelst von Apple, steckte Jobs 1986 sein Geld in zwei Unternehmen.
Anfnglich investierte er sieben Millionen Dollar in die neue Computerfirma,
die er aufbaute und NeXT nannte. Und er gab fnf Millionen Dollar aus, um
Star-Wars-Filmemacher George Lucas einen kleinen Hersteller von
Computergrafik-Ausrstung namens Pixar abzukaufen, wobei er sich einverstanden erklrte, weitere fnf Millionen Dollar in das Unternehmen zu
investieren.
Wie Jobs selbst, wrden auch die beiden Firmen in den kommenden
Jahren noch damit zu kmpfen haben, ihren eigenen Platz im Universum zu
finden.
Diesmal gab es keine erwachsenen Aufpasser. Ohne Persnlichkeiten wie
Mike Markkula oder John Sculley, die bei NeXT die Kontrolle bernommen
htten, hatte Jobs die Freiheit, zu tun, was er wollte und wann er es wollte.
Einer seiner ersten Schritte bestand darin, das perfekte Logo in Auftrag zu
geben. Nachdem vier Designer der Sache nicht gewachsen waren, stimmte
Jobs zu, die wahnwitzige Summe von 100 000 Dollar an Paul Rand zu zahlen,
der die Logos fr den Fernsehsender ABC und fr IBM gestaltet hatte. Rand
warnte ihn gleich, er wrde nur ein Logo bekommen und keine weiteren.
Da Jobs plante, einen Computer zu entwickeln, der wie ein Wrfel geformt
war, bot Rand ein wrfelfrmiges Emblem mit bunten Grobuchstaben und
einem klein geschriebenen e an, das, wie er Jobs erklrte, fr Verschiedenes stehen konnte: Education, excellence, expertise, exceptional, excitement, e = mc2.
Jobs liebte es. Von nun an wurde die Firma als NeXT bekannt.
Zumindest fr den Moment hatte Jobs herausgefunden, was seinem
Leben Bedeutung verlieh: die Arbeit. Nicht blo Arbeit, sondern Arbeit nonstop, Arbeit ohne jedes andere Leben, wie der Journalist Joe Nocera 1986 in
einem Portrt fr den Esquire schrieb. Man braucht wirklich einen hoch
konzentrierten Tunnelblick, wenn man etwas wahrlich Signifikantes erreichen will, sagte Jobs und fgte hinzu, dass er glaube, dass noch Ideen fr
weitere grandiose Produkte in ihm steckten. Wenn ich die Art von Firma
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aufbauen kann, die ich bei uns fr mglich halte, wird sie mir eine extreme
Zufriedenheit verschaffen.
NeXT nahm im folgenden Jahr Fahrt auf, als der Computer-Milliardr H.
Ross Perot aus Texas Jobs in einer PBS-Fernsehsendung sah und den jngeren Mann anschlieend fragte, ober er in das neue Projekt investieren knne.
Obwohl Jobs eigenes Kapital zur Neige ging und er eine Einlage verzweifelt
brauchte, gab er sich khl. Am Ende zahlte Perot 20 Millionen Dollar fr einen Firmenanteil von etwa 16 Prozent. Auch die Universitten Stanford und
Carnegie Mellon schlossen sich zusammen, um ein Prozent des Unternehmens zu erwerben.
Wie bei Apple war Jobs auch hier von vielen Details geradezu besessen.
Diesmal aber befand er sich auf einer speziellen Mission: Etwas in Steve
wollte sich selbst und anderen beweisen, dass Apple nicht nur ein Glcksfall
gewesen war, sagte Andrea Cunningham, die bei NeXT Pressesprecherin
war.
Er bestand auf einem Wrfeldesign, auch wenn das beim Einsatz von
Platinen nicht besonders sinnvoll war. Er wollte, dass der Computer mit
einem beeindruckenden schwarzen Lack berzogen war, sogar von innen. Als
ein winziger Riss auf dem Gehuse eines Modells zu sehen war, reiste er nach
Chicago und stellte denjenigen zur Rede, der es gefrbt hatte. Selbst die Fabrik musste seinem perfekten Design entsprechen und ber weie Wnde und
Maschinen in von ihm eigens ausgewhlten Farbtnen verfgen. Eine elegante magefertigte Treppe, denen sehr hnlich, die man heute in den AppleStores findet, schmckte sowohl die Fabrik als auch die speziell gestalteten
Firmensitze.
Wie bei Apple trat Jobs auch hier hufig einschchternd und fordernd
auf, brllte seine Designer und Ingenieure schnell an oder kritisierte ihre
Arbeit scharfzngig. Angestellte berichteten der New York Times von ihrer
Drei Mal-Regel: Wenn Jobs das erste Mal von einer Idee hrte, mochte er
sie nicht, er beschimpft den anmaenden Angestellten und nennt die Idee
oder das Produkt gehirnamputiert. Beim zweiten Mal gefiel es ihm besser
und beim dritten Mal nennt er sie dann irrsinnig toll.
Obwohl er zugesichert hatte, dass das Gert etwa 3000 Dollar kosten sollte, was bereits an der Obergrenze dessen lag, was Schler und Universitten
bezahlen wrden, begann der Preis zu steigen, da er optische Datenspeicher
einfhrte, die man wiederholt beschreiben konnte, hnlich wie bei einem
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heutigen CD-Brenner, sowie reichlich Speicherkapazitt und weitere Besonderheiten. Der Computer verfgte darber hinaus ber einzigartige Software,
die das Programmieren so leicht machen sollte wie das Spielen mit Legosteinen, und mit der man nicht immer bei null beginnen musste.
Es war nie seine Art gewesen, Kunden nach ihren Wnschen zu befragen.
Eines seiner Idole, der Autobauer Henry Ford, hatte einmal den berhmten
Satz geprgt, dass seine Kunden ihr Modell T in jeder Farbe ihrer Wahl haben
knnten solange es schwarz war. In diesem Fall fragte Jobs nicht danach,
wer wirklich ein derartig leistungsstarkes Gert haben wollte (oder gebrauchen knnte).
Der Computer sollte ursprnglich 1987 auf den Markt kommen, aber die
Deadline wurde wieder und wieder berzogen. Im Silicon Valley ging der
Witz um, der Name NeXT wrde wohl demnchst in Eventually (Irgendwann) umgendert werden.
Im Oktober 1988 wurde der Computer endlich offiziell und mit groem
Trara in der San Francisco Symphony Hall vor dreitausend Lehrkrften, Softwareentwicklern, Freunden und Reportern enthllt. Jobs fhrte die leistungsfhige Grafik des Gerts vor, die enorme Speicherkapazitt (das Gesamtwerk
Shakespeares war bereits installiert) und seine Fhigkeit, Musik abzuspielen.
Ein Bach-Duett zwischen dem Computer und einem Geiger beendete die
Show.
Als ein Reporter sich nach dem Grund fr die versptete Markteinfhrung
erkundigte, antwortete Jobs wie aus der Pistole geschossen, der NeXT komme
nicht versptet. Er sei seiner Zeit fnf Jahre voraus.
Aber ebenso wie beim Macintosh gab es auffllige Makel. Der Computer
selbst kostete nun 6500 Dollar, aber den Laserdrucker und andere notwendige Extras eingerechnet, musste man annhernd 10 000 Dollar investieren was auerhalb der Mglichkeiten vieler Kunden lag. Die Software, mit
der er laufen sollte, war noch nicht fertig, und es wrde auch noch einige
Monate dauern, bis es so weit war. Hinzu kam, dass der Computer nicht mit
Software, die bereits auf dem Markt war, betrieben werden konnte, sodass es
keine Extras gab. Der Bildschirm war nur schwarz-wei, und Jobs weigerte
sich, ein Diskettenlaufwerk in die schne Box einzubauen, was es Computernutzern erleichtert htte, Daten auszutauschen.
Es gab einen Moment, an dem seine Mitarbeiter wegen dieser
Entscheidung revoltierten. Als einer der Angestellten whrend eines Meetings
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dies
geschah
auf
einem
NeXT-Computer,
der
mit
einem
fertig
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Familie
Schon lange war die Hochzeit von einem der begehrtesten Junggesellen der
Hightech-Welt berfllig.
Anfang 1991, als NeXT und Pixar ums berleben kmpften, kam auf Jobs
eine weitere Krise in seinem Privatleben zu. Seine Freundin Laurene Powell
war schwanger.
Jobs war jetzt sechsunddreiig Jahre alt und weit entfernt von dem jungen, ungestmen, arroganten Jungen, der er 1978 gewesen war, als seine alte
Highschool-Freundin seine Tochter Lisa zur Welt gebracht hatte. Die Beziehung mit Laurene Powell, die im zweiten Jahr im Business-AdministrationMaster-Programm der Universitt Stanford studierte, nahm er ernst. Mindestens zwei Mal hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht erst krzlich bei
einem Ausflug nach Hawaii zum Jahreswechsel und ihr einen diamantenbesetzten Verlobungsring geschenkt. Aber nun kam er wieder ins Wanken.
Er befragte Freunde. Er rang mit den verschiedenen Mglichkeiten. Er
schreckte vor der Vorstellung, zu heiraten, zurck, und dann ignorierte er die
ganze Angelegenheit einfach. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres verlie
die siebenundzwanzigjhrige Laurene Powell frustriert sein Haus und zog
zurck in ihr altes Apartment.
Schlielich traf Jobs eine erwachsene Entscheidung. Am 18. Mrz 1991
wurden Jobs und Laurene Powell von seinem langjhrigen spirituellen
Berater Kobun Chino in einer Htte im Yosemite National Park getraut. Die
Torte war vegan, und die etwa fnfzig Gste gingen anschlieend gemeinsam
im Schnee spazieren.
Zwischen seinen Beziehungen mit Chrisann Brennan und Laurene Powell
hatte es eine Reihe von Freundinnen in seinem Leben gegeben. Kurz
nachdem Chrisann nach Oregon gezogen war, begann Jobs mit einer Frau aus
Apples ffentlichkeitsarbeitsfirma eine Beziehung, die einige Jahre hielt. In
den frhen 80er Jahren verschlug es ihn als Multimillionr und
Frauenschwarm in einen anderen Gesellschaftskreis. Zwei Jahre lang traf er
sich mehr oder weniger konstant mit der Folk-Sngerin Joan Baez, obwohl
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sie vierzehn Jahre lter war als er. Das Macintosh-Team war baff, als er sie
eines Tages mitbrachte, um ihr das Top-secret-Projekt vorzufhren, und sie
begleitete ihn auch auf eine Weihnachtsfeier. Schlussendlich aber war der Altersunterschied wohl doch zu gro.
Er ging auch mit Maya Lin aus, die das Vietnam Veteran Memorial in
Washington entwarf, und hatte ein Blind Date mit der Schauspielerin Diane
Keaton. Ein Jahr lang lie er sich zudem auf eine Beziehung mit einer Studentin aus Pennsylvania namens Jennifer Egan ein, die er jedes Mal besuchte, wenn er sich an der Westkste aufhielt. Er hielt ihr Vortrge ber die
Notwendigkeit, sich nicht an materielle Gegenstnde zu hngen, und sie
konterte mit der Frage, wie er es dann rechtfertigen knne, Computer herzustellen, die die Leute unbedingt haben wollten. Wir hatten die ausschweifendsten Debatten darber, sagte sie.
Jennifer Egan, die spter als Romanautorin mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, machte Jobs schlielich klar, dass sie zu jung fr die Ehe
war, und die Beziehung ging zu Ende.
1984 fragte ihn die Business Week nach seinen persnlichen Interessen,
und Jobs antwortete: Ich mag Filme, und ich verliebe mich gern.
In welche Art von Frauen? Junge, hochintelligente, knstlerische
Frauen. Ich denke, die findet man eher in New York als im Silicon Valley, erwiderte er.
Jobs erste echte Langzeitbeziehung spielte sich mit einer Frau ab, der er
begegnete, als sie den Apple-Firmensitz besuchte. Tina Redse war Grafikdesignerin, und die beiden verband eine lange, turbulente Beziehung. Mitte
der 80er Jahre hatte sich Jobs ein altes Herrenhaus im spanischen Stil mit
vierzehn Schlafzimmern angeschafft und beinahe unmbliert gelassen. Sie
zog dort mit ihm ein, obwohl er noch immer auf einer Matratze auf dem
Boden schlief und sich derartig als Perfektionist gebrdete, dass er es ihr
nicht einmal gestattete, eine Couch zu kaufen. Frustriert von dem Mangel an
Mbeln, zog sie schlielich wieder aus.
Wenn sie zusammen waren, verhielten sich die beiden dennoch
leidenschaftlich, sodass NeXT-Mitarbeiter sich spter an ihre Fummel-Sessions in der Firmenlobby erinnerten. Aber sie stritten sich auch erbittert,
manchmal sogar in aller ffentlichkeit. Wie Chrisann Brennan schreckte es
auch Tina Redse ab, wie kalt und mitleidslos er bisweilen sein und wie sehr er
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sie und andere verletzen konnte. Sie drngte ihn auch dazu, mehr Zeit mit
seiner Tochter Lisa zu verbringen, die inzwischen die Grundschule besuchte.
Ross Perot ermutigte Jobs 1989, Tina Redse zu heiraten, und schlielich
machte er ihr einen Antrag. Aber sie gab ihm einen Korb und entschied, sie
knnten es nie miteinander schaffen. Trotzdem blieben sie auch in Zukunft in
Verbindung.
Laurene Powell spazierte an einem Herbstabend in Jobs Leben, als er an
der Stanford Business School einen Vortrag hielt. Sie war mit einer Freundin
gekommen, und da keine anderen Sthle mehr frei waren, setzte sie sich auf
einen reservierten Platz. Als Jobs auftauchte, stellte sie fest, dass sie sich
neben den Ehrengast gesetzt hatte und sie zog ihn auf, indem sie behauptete,
sie habe bei einem Wettbewerb ein Abendessen mit ihm gewonnen.
Sie unterhielten sich nach der Rede ein paar Minuten miteinander. Jobs
htte eigentlich sofort zu einem NeXT-Meeting gemusst, als er aber in seinem
Auto sa, entschied er sich anders. Ich war auf dem Parkplatz, hatte den
Schlssel in der Hand und dachte mir: Wenn dies meine letzte Nacht auf
dieser Erde sein sollte, wrde ich sie dann lieber bei einem Geschftsmeeting
verbringen oder mit dieser Frau?
Ich rannte ber den Parkplatz und fragte sie, ob sie mit mir essen gehen
wollte. Sie sagte ja, wir spazierten zusammen in die Stadt, und seitdem sind
wir zusammen, sagte er.
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Steve Jobs mit seiner Ehefrau Laurene Powell
Die aus New Jersey stammende Laurene Powell hatte bereits als junges
Mdchen ihren Vater verloren und gelernt, sich durchzukmpfen. Ausgestattet mit goldblonden Haaren und sportlicher Kondition, machte die Vegetarierin einen Abschluss an der University of Pennsylvania und arbeitete an der
Wall Street bei Goldman Sachs, bevor sie sich zu einem Wirtschaftsstudium
entschloss. Sie verfgte ber alle passenden Qualitten: Intelligenz, gutes
Aussehen und einen beeindruckenden Lebenslauf.
Auch diese Beziehung hatte ihre Hoch- und Tiefpunkte, etwa wenn Jobs
ihr an einem Tag einen Heiratsantrag machte und das Thema dann monatelang vermied. Mal war sie Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit, dann
wurde sie von ihm ignoriert; seine dunklen Seiten verwirrten sie, sie ertrug
sie aber.
Laurene war einfach ein weiteres Familienmitglied, das Jobs in den
Jahren nach Apple in sein Leben holte. Chrisann Brennan und seine Tochter
Lisa wiederum hatte er nach ihrer Geburt jahrelang gemieden. Ich wollte
kein Vater sein, also war ich auch keiner, sagte er seinem Biograf Walter
Isaacson whrend einer Reihe von Interviewsitzungen. Gelegentlich fuhr er
kurz bei ihnen vorbei und unterhielt sich mit Chrisann, wobei er sein Kind im
Grunde ignorierte.
Aber nachdem er Apple verlassen hatte und bei NeXT arbeitete, was nher
bei ihnen lag, begann er, fter vorbeizuschauen, ging mit Lisa essen und
nahm sie sogar einmal mit in die Firma, wo sie auf dem Flur Rder schlug.
Als sie lter wurde, gingen sie miteinander spazieren oder fuhren
Rollerblades.
Trotzdem schrieb Lisa spter: Meine Mutter zog mich hauptschlich allein gro. Wir besaen nie viel, aber sie ist warmherzig, und wir waren glcklich. Wir sind oft umgezogen tatschlich dreizehn Mal. Sie wusste
durchaus, dass ihr Vater reich und berhmt war, aber sie lernte ihn doch nur
langsam kennen. Einmal, als sie Teenager war, nahm er sie mit auf eine
Geschftsreise nach Tokio.
Jobs hatte bei Apple seine Ernhrungsgewohnheiten entspannt und sagte:
Die Interaktion mit anderen Menschen erfordert ernsthafte Zugestndnisse
gegenber einer etwas gesnderen Lebensweise. Nach seinem Abgang war
er zu seinem strikten Vegetarier-Dasein zurckgekehrt liebte jedoch nach
wie vor Sushi. Auf der Reise nahm er Lisa mit zu einer Sushi-Bar im
Kellergeschoss des Hotels, wo sie sich tellerweise Unagi-Sushi teilten,
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gekochten Aal auf Reis. Einige davon waren mit Salz, andere mit ser Sauce
bedeckt. Beide waren warm und lsten sich in meinem Mund auf, erinnerte sich Lisa. Ebenso lste sich die Distanz zwischen ihr und ihrem so oft
abwesenden Vater auf. Es war das erste Mal, dass ich mich mit ihm so
entspannt und zufrieden fhlte, schrieb sie. Ein frher unzugnglicher
Raum hatte sich geffnet. Er war weniger streng mit sich selbst, und unter
den hohen Decken und auf den kleinen Sthlen, mit dem Fischfleisch vor sich
und mir neben sich, kam er mir ganz menschlich vor.
Kurz nach seiner Hochzeit zog Lisa bei ihm und Laurene Powell ein und
lebte whrend ihrer Highschool-Jahre bei ihnen. Spter ging sie nach Harvard und wurde Schriftstellerin. Wie in allen Beziehungen in Jobs Leben gab
es auch hier gute und schlechte Phasen, und es vergingen Monate und
manchmal sogar Jahre, in denen die beiden nicht miteinander sprachen. (Ihr
Collegeabschluss gehrte dazu: Sie lud ihn nicht ein, und er kam auch nicht.)
Auch ein anderes Puzzleteil von Jobs Familie fand seinen Platz.
Mitte der 80er Jahre wurde bei Clara Jobs Lungenkrebs diagnostiziert.
Bei seinen Besuchen befragte Jobs sie ber ihre Vergangenheit und erfuhr,
dass sie frher schon einmal mit einem Mann verheiratet gewesen war, der
im Krieg gefallen war. Auerdem erfuhr er weitere Einzelheiten ber seine
Adoption.
Jobs zgerte, seine leibliche Mutter aufzuspren, weil er Paul und Clara
Jobs nicht verletzen wollte, die er von Herzen liebte und als seine einzig
wahren Eltern betrachtete. Aber nachdem Clara im November 1986 im Alter
von zweiundsechzig Jahren starb, erzhlte er seinem Vater von seinem Interesse, und dieser gab ihm den Segen, die entsprechenden Schritte
einzuleiten.
Durch einiges Nachforschen und die Hilfe eines Detektivs war er schlielich in der Lage, Joanne Schieble in Los Angeles zu lokalisieren. Er erfuhr,
dass es sich bei seinem Vater um Abdulfattah John Jandali handelte, ein
Syrer, der Professor fr Politikwissenschaften geworden war. Joanne war
nach Jobs Geburt nach Wisconsin zurckgekehrt. Nachdem ihr Vater
gestorben war, heiratete sie Jandali, und sie bekamen ein weiteres Kind, ein
Mdchen, dem sie den Namen Mona gaben.
Steve hatte, wie sich herausstellte, eine leibliche Schwester.
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Jandali verlie die Familie nach nur wenigen Jahren und Joanne heiratete
erneut. Sowohl sie, als auch Mona nahmen den Nachnamen Simpson an,
auch wenn diese Ehe ebenfalls nicht hielt.
Jobs besuchte Joanne Simpson in Los Angeles, auch, um ihr dafr zu
danken, dass sie ihm das Leben geschenkt hatte. Sie entschuldigte sich
wiederholt und sagte, sie htte ihn immer vermisst.
Die Romanautorin Mona Simpson, die ihren Bruder Steve Jobs zum ersten Mal traf, als sie in
ihren Zwanzigern waren
Kurze Zeit spter traf Jobs Mona Simpson in New York, wo sie bei dem
Literaturmagazin Paris Review arbeitete und gerade den Roman Anywhere
But Here (berall, nur nicht hier) beendet hatte, in dem es um ihren Umzug
von Los Angeles nach Wisconsin mit ihrer Mutter ging. Sofort kamen sie
miteinander klar, stellten fest, dass sie beide eine Schwche fr lange Spaziergnge hatten, sich intensiv ihrer Arbeit widmeten und ber einen
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bemerkenswert starken Willen verfgten. Whrend sich Jobs seiner Schwester Patty nie sonderlich nahe gefhlt hatte, wurden er und Mona enge Freunde, und sie lernte auch seine Freundinnen und Lisa kennen.
Als renommierte Romanautorin zog sie ihren Stoff aus persnlichen Erfahrungen, und Mitte der 90er Jahre schrieb sie ein Buch mit dem Titel A
Regular Guy (Ein gemachter Mann) ber einen narzisstischen Workaholic,
der seine Tochter so lange ignoriert, bis er gefeuert wird. Der erste Satz
lautete: Er war ein Mann, der zu beschftigt war, um die Toilette zu splen.
Auch wenn es sich um einen Roman handelte, basierte die Figur eindeutig auf
Jobs, und es war schwer zu sagen, wo die Fakten aufhrten und die Fiktion
begann.
Mona hatte selbststndig damit begonnen, ihren Vater aufzuspren und
ihn in Sacramento, Kalifornien, gefunden. Jobs jedoch war nicht daran interessiert, sich mit ihm zu treffen, und befrchtete, dass sein leiblicher Vater
versuchen wrde, ihn irgendwie zu erpressen oder an sein Vermgen zu kommen. Er schrfte seiner Schwester ein, dass sie ihn nicht erwhnen solle.
Also flog Mona allein nach Sacramento. Jandali hatte seine Lehrttigkeit
aufgegeben und arbeitete als Gastronom. In ihrem Gesprch offenbarte er
ihr, dass vor ihr ein weiteres Kind, ein Junge, zur Welt gekommen war. Das
Baby werden wir nie wiedersehen, sagte er.
Er erzhlte Mona von den Lokalen, die er gefhrt hatte, einschlielich
eines mediterranen Restaurants in der Nhe von San Jose. Zu ihrer vlligen
berraschung fuhr er fort: Die ganzen erfolgreichen Technik-Spezialisten
sind da hingekommen. Sogar Steve Jobs. Dieser, ergnzte Jandali, sei ein
reizender Mensch gewesen und habe immer viel Trinkgeld gegeben.
Mona hatte keine andere Wahl, als ihr Geheimnis dass Steve Jobs sein
Sohn war fr sich zu behalten.
Aber sie rief Jobs sofort an und erzhlte ihm die bemerkenswerte
Geschichte. Jobs war verblfft und erinnerte sich an den Restaurantbesitzer. Er war Syrer. Mit beginnender Glatze. Wir haben uns die Hnde
geschttelt, sagte er spter.
Die verstreuten Puzzleteile von Jobs Lebensgeschichte und seiner Familie
kamen zusammen.
Im September 1991 brachte Laurene Powell einen Sohn zur Welt. Das
Paar brauchte zwei Wochen, um sich auf einen Namen zu einigen: Reed Paul
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Woodside
Anfang der 90er Jahre zogen Jobs und Laurene Powell in ihr Haus in Palo
Alto, in dem sie sich derartig wohlfhlten, dass sie sogar oft die Hintertr
einfach offen stehen lieen. In Woodside, wo er vorher gelebt hatte, wurde
Jobs jedoch in einen harten und erbitterten Nachbarschaftskampf verstrickt.
Das Haus in Woodside, ein ausgedehntes 5200-Quadratmeter-Gebude im
spanischen Kolonialstil mit vierzehn Schlafzimmern und dreizehneinhalb
Bdern, behielt Jobs in der Hoffnung, es eines Tages abreien und auf dem
Gelnde ein kleineres, praktischeres Wohnhaus errichten zu knnen.
Einige Jahre lang nutzten er und seine Familie es inklusive des Swimmingpools noch fr Partys. Als Prsident Bill Clinton und seine Frau Hillary ihre
Tochter Chelsea in Stanford besuchten, wohnten sie in einem der Gebude
des Waldgrundstcks.
Mitte 2004 bat Jobs die Planning Commission der Stadt, das Herrenhaus,
das 1926 fr den Kupfer-Magnaten Daniel C. Jackling errichtet worden war,
abreien zu drfen. Jobs gab an, es sei mangelhaft gebaut und bezeichnete
es als einen der schlimmsten Schandflecke eines Hauses, den ich je gesehen habe. Die Nachbarn bezeichneten es hingegen als historisch und
forderten, es msse erhalten werden.
Die Kommission erlaubte Jobs, das Haus niederzureien, jedoch nur unter
der Bedingung, dass er innerhalb eines Jahres jemanden fnde, der es an
einen anderen Platz wiederaufbaute. Der Stadtrat untersttzte Anfang 2005
die Entscheidung. Die Nachbarn klagten jedoch, und ein Richter verhngte
einen Stopp der Abbrucharbeiten.
Ab etwa 2000 lie Jobs das Haus offen, berlie es Wind und Wetter, sodass
es bis zum Ende des Jahrzehnts verrottete und von selbst auseinanderfiel.
2009 erhielt Jobs endlich eine neue Abrissgenehmigung. Zur Enttuschung
der
Nachbarn
wurde
das
Haus
im
Februar
2011
dem
Erdboden
14
Siliwood
Nach zwei Jahren Arbeit an Toy Story hatte das Pixar-Team ein gewaltiges
Problem: Woody, die Hauptfigur, war ein Ekel. Der Stoffcowboy mit der Schnur zum Aufziehen war gemein, egoistisch und sarkastisch.
In einer Szene schubste der Spielzeuganfhrer in Andys Kinderzimmer
den unschuldigen Neuzugang Buzz Lightyear aus dem Fenster in den Garten
des bsen Nachbarn. Anschlieend machte Woody die Lden zu und zuckte
mit den Achseln: Hey, in der Spielzeugwelt heit es: fressen oder gefressen
werden.
Die Leute bei Disney hatten sich einen Charakter mit Ecken und Kanten
gewnscht. Aber diesen Typ hassten sie.
Nachdem er Ende November 1993 eine Rohversion des Films gesehen
hatte, wies der Prsident von Disney Animation John Lasseter und sein Team
an, die Produktion unverzglich einzustellen. Der Film durfte erst fortgesetzt
werden, wenn ein Skript vorlag, das von Disney abgesegnet werden konnte.
Die erste echte Zusammenarbeit zwischen dem Glamour Hollywoods und der
Technologie des Silicon Valley Siliwood genannt lag auf Eis. Smtliche
Animationsarbeiten mussten ruhen, whrend die Autoren versuchten, die
Geschichte auszubgeln.
Die Entscheidung bengstige die Pixar-Mitarbeiter, denen es so wichtig
gewesen war, den ersten abendfllenden computeranimierten Film zu
produzieren. Und es war auch ein weiterer Rckschlag fr Steve Jobs, der
hinter der Firma stehen und den Angestellten whrend der Zwangspause
weiter ihr Gehalt zahlen musste.
Es war bereits fr NeXT ein schwieriges Jahr gewesen.
Whrend die Kunden weiterhin NeXT-Computer mieden, verlieen Ende
1992 mehrere der Top-Mitarbeiter die Firma. Jobs fhlte sich im Stich
gelassen und wollte ebenfalls Schluss machen. Aber den Gedanken an ein
weiteres ffentliches Scheitern konnte er einfach nicht ertragen. Hier kann
jeder weggehen nur ich nicht, sagte er den verbliebenen Fhrungskrften.
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Im Frhjahr 1993 hrte Jobs dann endlich auf das, was Kunden und Manager ihm geraten hatten: NeXT stieg aus dem Hardware-Geschft aus und
rumte die Niederlage in diesem Feld ein. Im Fortune hie es: Jobs Traum,
einen weiteren groen Computerhersteller wie Apple aufzubauen, wo er Mitbegrnder gewesen war, ist tot, tot, tot.
NeXT entlie mehr als dreihundert Angestellte, behielt lediglich zweihundert und bergab seine fantastische Fabrik an Canon. Das Unternehmen
wrde weiterleben, jedoch lediglich als recht unaufflliger Hersteller von
Software, die von manchen schlicht obskur genannt wurde.
Jobs einst hell strahlender Stern verdunkelte sich weiter.
Nach einem steilen Fall von einem sehr hohen Ross, wie das Wall
Street Journal Mitte 1993 schrieb, kmpfe Jobs nun darum, zu zeigen, dass
er in der Computerindustrie noch immer von Bedeutung ist.
Man schenkt ihm schlicht keine Beachtung mehr, sagte Richard Shaffer, Redakteur von Computer Letter, der Zeitung. Es ist traurig.
Einige Magazine nannten ihn ausgebrannt. Als solle noch l ins Feuer
gegossen werden, bezeichnete das Fortune-Magazin den One-Hit-WonderBoy als einen von Amerikas hrtesten Bossen und beschrieb in einem Artikel,
wie Jobs mehrere Minuten lang in einer an Kraftausdrcken reichen
Sprache einen Manager wild angebrllt habe, der ihm mitgeteilt hatte,
dass das schwarze Gehuse des NeXT mehr kosten wrde, als Jobs hatte ausgeben wollen.
In der Story hie es weiterhin, der Achtunddreiigjhrige knne in einem
Moment charmant und ein groartiger Motivator sein und dann zu herben
Angriffen bergehen, wenn etwas nicht seinen Erwartungen entsprach. Als
Jobs den NeXT-Computer vorstellte, bestand er darauf, dass einer der Angestellten siebenunddreiig verschiedene Grntne ausprobierte, bevor der perfekte fr die Hintergrundfarbe der Prsentationsfolien gefunden war.
Die Hhepunkte waren unglaublich, sagte ein frherer Angestellter.
Aber die Tiefpunkte waren unvorstellbar.
Da er nun offenbar in einem dieser Tiefs steckte, suchte Jobs nach einem
Ausweg. Pixars Drehbuchautoren waren zwar in der Lage, Woodys Charakterschwchen mit einem umgeschriebenen Skript zu beheben, aber Jobs versuchte 1994 dennoch, Pixar teilweise oder komplett zu verkaufen. Er
probierte es bei Hallmark, dem Grukartenhersteller, bei Paul Allen, dem
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Microsoft-Mitbegrnder, und sogar bei Microsoft, konnte aber keinen Abschluss erzielen.
Als der Film dann fertig wurde und Disney bereit war, ihn Ende 1995 zu
Thanksgiving herauszubringen, machte er einen Sinneswandel durch. Dank
der ausgefeilten Software, die Pixar entwickelt hatte, und seiner klugen und
hingebungsvollen Mitarbeiter war aus dem Film eine liebenswerte, zeitlose
Geschichte ber den Wert von Freundschaft geworden.
Zugleich handelte es sich um einen Meilenstein der Technik. Mittels
przise eingesetzter Mathematik und durch den Gebrauch der neuesten, leistungsstrksten Rechner erschufen die Animatoren Spielzeugfiguren, die sich
flieend bewegen konnten, realistische Gesichtsausdrcke zeigten und feinste
Details aufwiesen. Woody, der auf einer Figur von Caspar, dem Gespenst,
basierte, die man zum Sprechen bringen konnte, indem man an einem Faden
zog, und die Lasseter als Kind geliebt hatte, verfgte ber mehr als siebenhundert mathematische Kontrollpunkte, davon mehr als zweihundert im
Gesicht. Die Hinzufgung von Stoffen, Falten, Schmutz, Dellen und anderen
Details kostete Tausende Stunden zustzlicher Arbeit. Und die Animatoren
arbeiteten eine ganze Woche nur daran, Woodys Gesichtszge auf wenige
Sekunden Dialog von Schauspieler Tom Hanks abzustimmen.
Whrend es die altmodische Animation erforderte, Charaktere immer
komplett neu zu zeichnen, konnten Anpassungen nun mit einem Klick umgesetzt werden. Lasseter war in der Lage, Einstellungen rasch zu verbessern, etwa, indem er den Animatoren sagte, sie sollten den Kopf von Charlie Naseweis neigen, damit es fr das Baby leichter ist, ihm die Nase abzubeien.
Oder er schlug einfach vor: Schauen wird doch mal, ob wir den Sabber des
Babys elastischer hinbekommen, damit er klebriger wird und sich weiter in
die Lnge zieht.
Insgesamt erforderte jedes Bild das fr ein Vierundzwanzigstel einer
Sekunde auf der Leinwand erschien fnf Megabyte Speicherplatz, beinahe
vierzig Mal mehr als im allerersten Macintosh vorhanden gewesen war. Alle
Charaktere, Hintergrnde und weitere Details zu den endgltigen Einstellungen zusammenzubauen, dauerte schlielich weitere Hunderte Stunden auf
einer ganzen Farm voller schneller Computer.
Als das Projekt zum Abschluss kam, schlugen die Vermarkter zu. Burger
King erklrte sich einverstanden, die Figuren mit ihren Kids Meals zu
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vielleicht aber auch nicht, andere erfolgreiche Filme folgen wrden. Die Experten bescheinigten ihm, er sei verrckt.
Vielleicht. Aber er war eben auch Steve Jobs, der kein Nein als Antwort
akzeptierte.
Er stellte einen Chief Financial Officer an, der die Idee der Wall Street und
den Investoren schmackhaft machen sollte. Wie bei Apple sorgte der
Gedanke, dass einige wenige dabei reich werden wrden und andere nicht,
fr Verstimmungen. Nur eine Handvoll Fhrungskrfte Mitbegrnder Ed
Catmull, Regisseur John Lasseter, der neue Financial Executive und einige
wenige andere wrden genug Aktien besitzen, um Millionre zu werden,
vorausgesetzt, dass sich der Brsengang als erfolgreich herausstellen sollte.
Der Rest der Belegschaft wrde lediglich in Zukunft in der Lage sein, Aktien
vergnstigt zu erwerben jedoch frhestens in vier Jahren. In der Zwischenzeit gehrten Steve Jobs etwa 80 Prozent der Firma.
Sein Timing war exzellent. In diesem Sommer schaffte es eine kleine, ein
Jahr alte Firma namens Netscape, die einen der ersten Browser frs Internet
entwickelt hatte, trotz ihrer kurzen Geschichte, erfolgreich Aktien zu
verkaufen. In diesem Licht sah der Erwerb von Pixar-Anteilen pltzlich
vielversprechend aus.
Toy Story kam am Thanksgiving-Wochenende 1995 heraus, heimste enthusiastische Kritiken ein, und Familien strmten in die Kinos. Am ersten
Wochenende spielte der Film 29 Millionen Dollar ein, was bei den
Thanksgiving-Premieren den Rekord brach. Er wurde auch zum Box-OfficeHit des Jahres, setzte 192 Millionen Dollar ber die Eintrittskarten in den
USA und noch einmal beinahe ebenso viel international um.
Eine Woche spter wurden die Pixar-Aktien zum Preis von 22 Dollar pro
Stck an der Brse gehandelt. Am ersten Handelstag schoss der Preis bereits
um mehr als das Doppelte in die Hhe, bevor er mit 39 Dollar pro Aktie
schloss. Der Brsengang brachte dem Unternehmen fr die Finanzierung
seiner zuknftigen Projekte mehr als 130 Millionen Dollar ein.
Sogar noch bemerkenswerter: Steve Jobs, das One-Hit-Wunderkind der
Personal Computer, der einen betrchtlichen Teil seines eigenen Vermgens
aufs Spiel gesetzt hatte, um die Firma am Leben zu erhalten, war eine Zeit
lang im Besitz von Anteilen im Wert von einer Milliarde Dollar, bevor der
Preis wieder zurck auf den Boden kam.
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Den Drehbuchautoren bei Pixar htte kein besseres Happy End einfallen
knnen.
Aber selbst whrend Jobs den Toy-Story-Erfolg genoss und sich an seiner
wachsenden Familie erfreute, ging ihm Apple nie wirklich aus dem Kopf.
Jeder, der ihn gut kennt, schrieb Fortune-Redakteur Schlender, wird
Ihnen sagen, dass kaum je ein Tag ins Land geht, an dem er nicht darber
nachdenkt, was er tte, wenn er Apple leiten wrde.
Apple war unter Sculleys Fhrung mehrere Jahre lang solide gewachsen,
aber als die Firma Anfang der 90er Jahre ins Stolpern kam, wurde auch er
geschasst. Unter seinem Nachfolger verstrkten sich die Probleme noch.
Es hatte zwar ein Jahrzehnt gedauert, schlielich aber war es Microsoft
geglckt, die besten Eigenschaften des Macintosh zu kopieren und zum Teil
sogar noch zu verbessern. Whrenddessen war die Apple-Technologie fade
geworden. In einem Interview uerte Jobs sich kritisch ber die
Entwicklung: Die Desktop-Computerindustrie ist tot. Die Innovationen sind
wortwrtlich versiegt. Microsoft dominiert mit sehr wenig Innovation. Apple
hat verloren, sagte er.
Im Herbst 1995 gestand er Fortune: Wissen Sie, ich htte einen Plan, der
Apple retten knnte. Er wollte keine Details preisgeben, sagte aber mit
groer Ernsthaftigkeit: Es handelt sich um das perfekte Produkt und die
perfekte Strategie fr Apple. Aber dort hrt ja keiner auf mich
Nun, nach dem enormen Erfolg bei Pixar, wrde vielleicht doch jemand
zuhren.
John Lasseter, das Genie hinter den Toy-Story- und Cars-Filmen, rumt
einem Ferienjob in Disneyland das Verdienst ein, ihn auf seine Aufgaben
vorbereitet zu haben.
Der sptere Chief Creative Officer bei Pixar und Walt Disney hatte von Kindheit an Cartoons geliebt. Jeden Samstag stand er um halb sieben auf, um
sich die ersten Zeichentrickserien anzuschauen. In der Highschool raste er
nach dem Wasserballtraining nach Hause, um nicht Bugs Bunny zu verpassen. Seine Mutter, eine Kunstlehrerin, ermutigte ihn dazu.
Als Freshman in der Highschool stie er auf ein Buch mit dem Titel The Art
of Animation, und ihm wurde zum ersten Mal klar, dass er womglich selbst
mit Animation seinen Lebensunterhalt verdienen knnte. Er studierte Kunst
und wurde eingeladen, im Rahmen eines neuen Programms beim California
Institute of Arts Animation als Fach zu belegen.
Aber er sagt, eine Menge von dem, was er ber Komik und komdiantisches
Timing wei, stamme von seinen Ferienjobs als Reisefhrer der Jungle
Cruise im Disneyland, wo er den Besuchern mit amsanten Kommentaren
die verschiedenen Figuren und Aktionen prsentierte. Ich stellte fest, dass
die Gags, wenn sie am bldesten waren, am komischsten sein konnten,
wenn man nur wusste, wie man sie zu bringen hatte.
Fr
die
Computeranimation
gengen
Computerkenntnisse
selbst
keineswegs. Um eine berzeugende virtuelle Welt entstehen zu lassen, kommen jede Menge mathematische und physikalische berlegungen hinzu.
Diese ganze Welt existiert nur dank der Mathematik. Alles, was darin
geschieht, besteht aus mathematischen Operationen, erklrte Rob Cook,
Pixar-Vizeprsident im Ruhestand, der einige der entscheidenden Softwares
konzipierte. Wenn wir unseren Job richtig machen, merkt das nur keiner.
Man stelle sich einen Ellbogen vor. Wenn er sich beugt, bewegen sich der
Arm, die Hand, das Handgelenk, und der Bizeps spannt sich an allesamt
mathematische Gleichungen. Sowohl in der Animation wie in der VideospielGrafik hilft die Trigonometrie bei Rotation und Bewegung, Algebra wird fr
die Berechnung von Special Effects benutzt und Integralrechnung ist ntig,
damit die Dinge real aussehen.
Um
komplexe
dreidimensionale
Bilder
herzustellen,
werden
Punkte
festgelegt, die die Umrisse der Figuren definieren und sie so zu Polygonen
machen. Da diese Umrisse eckig und unflexibel sind, werden die Polygone so
lange geteilt und damit abgerundet, bis das Bild geschmeidig und realistisch
wirkt. Die Technik namens Subdivision Surface wurde von Pixar erfunden.
Mit jedem Film stand Pixars Team vor der Herausforderung, in Sachen Computeranimation vlliges Neuland zu betreten: Das groe Krabbeln bentigte
realistische Bume und Bltter; in Die Monster AG gab es reichlich Haare
und Stoff, Findet Nemo bentigte aufspritzendes Wasser und in Die
Unglaublichen standen jede Menge Figuren mit starken Muskeln im
Mittelpunkt.
Zustzlich zu seinen Ingenieuren und kreativen Geschichtenerzhlern engagierte Pixar zahlreiche Wissenschaftler, etwa Physiker, zu deren Fachgebieten Wasser und Luft gehrten. Die Firma greife auf Cartoon-Physik
zurck, wie Cook sagte, die nicht so przise sein muss wie die wirkliche, den
Filmen aber eine realistische Anmutung gibt, whrend sie trotzdem all die
bertriebenen Sensationen und biegsamen Figuren ermglicht, durch die
Trickfilme so viel Spa machen.
15
Rckkehr
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nicht bald etwas Besseres anbot, wrden auch diese auf gnstigere Rechner
mit Intel-Chips und Microsofts Windows-Betriebssystem umsteigen.
Whrend des Sommers und zu Beginn des Herbstes suchte die Apple-Leitung nach der Wunderwaffe, nach einer Person oder einem Unternehmen,
das die Art ausgefeilter Software zur Verfgung stellen wrde, die ntig war,
um das Betriebssystem neu zu beleben und um ihre Produkte zurck in die
erste Reihe der technischen Errungenschaften zu katapultieren. Eine Zeit
lang zog man eine kleine Firma in Betracht, die sich noch nicht bewiesen
hatte und von einer frheren Apple-Fhrungskraft gegrndet worden war.
Dann erhielt Apple einen Anruf von Mitgliedern des NeXT-Managements, die
auf eigene Rechnung rieten, man solle NeXT in Erwgung ziehen. Die Verbindung erschien sinnvoll, schlielich war NeXT von Jobs und weiteren
ehemaligen Apple-Managern aufgebaut worden, und die beiden Firmen teilten sich gewissermaen das gleiche genetische Material.
Jobs hatte mehr Zeit bei Pixar verbracht und war offen fr den Gedanken,
Apple die NeXT-Software oder die gesamte Firma zu verkaufen, die noch immer Verluste machte.
Im Dezember 1996 kehrte Jobs zum ersten Mal seit seinem Abschied 1985
auf den Apple-Campus in Cupertino zurck und brachte sowohl seinen betrchtlichen Charme mit, als auch sein hypnotisches Verkaufstalent. In mehreren Sitzungen lockte er die Apple-Leitung mit den schillernden Mglichkeiten von NeXT und bedeckte die Whiteboards der Firma mit seiner Vision
davon, wie seine Software die Apple-Computer fr Internetprogrammierer
und -nutzer effizienter machen wrde. Amelio und sein Team waren im Sack.
Ende Dezember erklrte sich Apple in einem weiteren Pixar-Film-artigen Happy End einverstanden, NeXT fr mehr als 400 Millionen Dollar zu
kaufen. Der Betrag fiel berraschend hoch aus, denn die Firma NeXT bestand
zwar bereits seit zehn Jahren, war aber unprofitabel und machte nur etwa 47
Millionen Dollar Umsatz eine Summe, die Apple bereits in seinem dritten
Jahr erwirtschaftet hatte. Aber Apple kaufte mehr als nur Software. Das Unternehmen bekam Steve Jobs zurck, seinen visionren Grnder, der bereit
war, als Berater fr Amelio ttig zu werden.
Finanziell kam Jobs dabei natrlich ebenfalls gut zurecht: Fr seinen
NeXT-Anteil erhielt er 130 Millionen Dollar und 1,5 Millionen Apple-Anteile,
die wiederum 22,5 Millionen Dollar wert waren. (Der Rest des Geldes ging an
andere NeXT-Anteilseigner.)
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Anfang Januar traten Amelio und Jobs gemeinsam bei der groen Macworld Convention in San Francisco auf, einer Konferenz, die damals zweimal
im Jahr die grten Apple-Fans zusammenfhrte, um Ideen auszutauschen
und sich die Innovationen anzuschauen. Mehr als viertausend Menschen
Computernutzer, Lehrkrfte, Fachleute, Softwareentwickler und andere
zwngten sich in einen Ballsaal, um sich die sogenannte Keynote-Prsentation anzuschauen. Da die Computerverkufe dramatisch sanken, hofften sie
auf gute Nachrichten.
Amelio, der die Chance vertan hatte, seine Rede einzuben, schweifte ab
und schwafelte weit ber die verabredete Zeit herum. Schlielich stellte er
Jobs vor.
Als er auf die Bhne kam, sprangen die Macintosh-Fans von den Sitzen
und jubelten. Blitzlichter zuckten auf, und sie begrten ihren auf Abwege
geratenen Grnder mit langen Ovationen. Die Rckkehr von Elvis htte
keine grere Sensation hervorgerufen, schrieb der Journalist Jim Carlton.
In einer kurzen und prgnanten Prsentation machte Jobs deutlich, wie
NeXT den veralteten Gerten neue Energie verleihen wrde.
Nach der Konferenz blieben Jobs und Amelio in stetigem Kontakt, und im
Februar wurden zwei von Jobs Stellvertretern in Top-Positionen bei Apple
eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt war Jobs bereits zu der berzeugung
gelangt, Amelio sei, genau wie Sculley vor ihm, ein Bozo.
Obwohl die NeXT-Software schlussendlich dabei helfen wrde, die AppleComputer auf die Hhe der Zeit zu bringen, sollte dies doch einige Jahre in
Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit verschrften sich Apples Probleme
weiter. Die Kunden begannen den Computern den Rcken zuzukehren und
die roten Zahlen wurden immer dramatischer die Verluste beliefen sich
schlielich auf weit ber 1,5 Milliarden Dollar. Viele Menschen waren der
Ansicht, der Zusammenbruch stnde unmittelbar bevor.
Jobs begann die Geduld zu verlieren. Im Juni 1997 verkaufte er die 1,5
Millionen Anteile, die er fr NeXT bekommen hatte, zum Preis von 15 Dollar
pro Aktie, wobei ihm wieder einmal nur eine einzige Apple-Aktie blieb. Ich
hatte die Hoffnung, dass der Apple-Vorstand irgendwas unternehmen wrde,
so ziemlich aufgegeben, sagte er.
Er htte warten sollen. Womglich von Jobs unverblmter Einschtzung
des Leiters angespornt, entschied der Apple-Vorstand, er habe genug
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gesehen. Gil Amelio wurde Anfang Juli 1997 aus der Position des Chief Executive Officers entlassen. Jobs Beratungsttigkeit wurde ausgeweitet.
An diesem Tag wurden Apples Fhrungskrfte in einem Konferenzraum
versammelt. Amelio stand vor der Gruppe und sagte: Es ist Zeit fr mich,
weiterzuziehen. Er wnschte ihnen alles Gute und ging.
Wenige Minuten spter betrat Jobs den Raum und setzte sich. Er trug
kurze Hosen, Sneakers und hatte sich einige Tage lang nicht rasiert. Okay,
erklrt mir, was hier nicht stimmt, forderte er die Gruppe auf. Er bekam einige Antworten angeboten.
Jobs brachte die Sache auf den Punkt: Es sind die Produkte!, erklrte
er. Also, was stimmt nicht mit den Produkten?
Weiteres Gemurmel. Er unterbrach es mit seiner eigenen, kategorischen
Antwort:
Die Produkte sind MIST!
Ziemlich genau zwlf Jahre zuvor war der Wunderknabe aus der Firma
geworfen worden, die er mitbegrndet, aufgebaut, vermarktet und geliebt
hatte. Nun, im Alter von zweiundvierzig, war er zurck.
Es dauerte nicht lange, und er wurde zu Apples Interims-Chief-Executive
ernannt, eine Stellung, die er iCEO nannte, ein kleiner Vorgeschmack auf
die Produkte, die Apple bald schon auf den Markt bringen wrde.
Er hatte Apple seinerzeit nicht geleitet, er hatte berhaupt noch nie ein
Unternehmen geleitet, das auch nur annhernd so gro war wie Apple inzwischen, schon gar keines, das gerade rapid auf ein Desaster grten Ausmaes
zusteuerte. Aber hier handelte es sich nicht mehr um den aufmpfigen, impulsiven, kindischen Jungen, der vor die Tr gesetzt worden war. Der Familienmensch mit drei Kindern hatte einiges dazugelernt.
Noch immer strzte er sich mit Intensitt und Leidenschaft in die Arbeit,
und noch immer konnte er schmerzlich direkt und barsch sein. Er war
manchmal noch immer bsartig, selbst zu denjenigen, die er liebte. Aber er
lernte es auch, die Dinge bisweilen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Als er sich daranmachte, die aufgeblhte Apple-Unternehmung zu verschlanken, stellte er beispielsweise fest, dass ihm das Kndigen von Mitarbeitern
schwerer fiel. Sehr viel schwerer.
Er tat es, weil er der Ansicht war, dass es sein Job von ihm verlangte.
Aber, wie er sagte, wurde ihm klar, dass durchaus ich derjenige sein konnte,
der nach Hause kam, um meiner Frau und meinen Kindern zu sagen, dass ich
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gerade entlassen worden war. Oder dass es in zwanzig Jahren eines meiner
Kinder sein knnte. Ich hatte das noch nie derartig persnlich genommen.
Sein scheiternder Versuch, bei NeXT zum zweiten Mal das Unmgliche
mglich zu machen, hatte ihn demtiger werden lassen. Bei Pixar, wo er eher
Banker als Boss gewesen war, hatte er gelernt, die Kunst den Knstlern zu
berlassen und noch etwas mehr.
Anfnglich, berichtete Pamela Kerwin, Vizeprsidentin bei Pixar, dominierte Jobs die Meetings und schnitt den anderen das Wort ab mit Stzen wie:
Okay, ich sehe das folgendermaen. Aber nun, sagte sie, hrt er sehr viel
mehr zu, und er ist entspannter, gereifter.
Jobs sah es anders und fasste es folgendermaen zusammen: Ich vertraue den Menschen mehr.
Auf eine kaum vorstellbare Weise hatten sich erneut die Punkte verbunden. Jobs war bei Apple hinausgeworfen worden, hatte eine kriselnde
Firma erworben und diese dann an Apple, seine erste Liebe, verkauft, wo er
nun wieder die Verantwortung trug. Natrlich wre nichts von alldem
passiert, wenn er nicht zuvor gefeuert worden wre.
Bei seiner Ansprache an den Abschlussjahrgang in Stanford warnte er die
Studenten, auch sie wrden schmerzliche Rckschlge erleiden mssen.
Manchmal schlgt das Leben brutal zu. Verliert nicht den Glauben, sagte er
zu ihnen. Seine wichtigste Entscheidung sei es gewesen, dem treu zu bleiben,
was er liebte, ganz gleich, ob es sich um die Arbeit oder einen Lebenspartner
handelte.
Wenn sie diese Liebe noch nicht gefunden haben sollten, sagte er ihnen,
dann sucht weiter, bis ihr sie findet. Gebt euch nicht vorschnell zufrieden.
In den kommenden Jahren wrde Jobs sich Herausforderungen und Krisen stellen mssen, die er sich noch nicht vorstellen konnte. Aber er wrde
sich niemals damit zufriedengeben, etwas zu tun, was er nicht liebte.
Seinen neuen Job bei Apple begann er allerdings mit einem hchst ungewhnlichen Deal und legte eine sehr alte Rivalitt bei.
Steves Uniform
Ab den spten 90er Jahren und bis zum Ende seines Lebens wurde Jobs oft
in derselben Aufmachung gesehen: im schwarzen Rollkragenpullover und in
recht ausgetretenen New-Balance-Schuhen.
Jobs sagte, seine ursprngliche Anregung htte er 1980 bei einer Japanreise
und einem Besuch bei Sony erhalten, wo jeder Mitarbeiter eine Uniform
trug. In der Firma erklrte man ihm, dass nach dem Zweiten Weltkrieg viele
Arbeiter keine Kleidung mehr besessen htten. Also fhrten Arbeitgeber Uniformen ein, damit die Angestellten etwas zum Anziehen hatten. Mit der Zeit
stellten diese Uniformen eine Bindung zwischen den Arbeitern und dem Unternehmen her.
Jobs fand, so eine Uniform wrde sich auch bei Apple groartig machen
aber sein amerikanisches Team nahm ihm rasch den Wind aus den Segeln.
Trotzdem freundete sich Jobs mit dem Modedesigner Issey Miyake an, der
einige der Sony-Uniformen entworfen hatte, und bat ihn, einige schwarze
Rollkragenpullover herzustellen, die ihm gefielen. Er machte mir etwa 100
Stck, sagte Jobs, als er seinem Biografen Walter Isaacson einen Stapel in
seinem Kleiderschrank zeigte.
Rollkragenpullover und Jeans (ohne Grtel, bitte schn) wurden zu Jobs
persnlicher Vorzeigeuniform wenn er auch manchmal Cargo-Shorts und
Sandalen trug oder barfu herumlief. Die Routine machte es auergewhnlich einfach, sich jeden Tag anzuziehen, whrend sie zugleich weltweit Jobs
Image prgte.
Das Bild von Bill Gates berragt die Bhne, whrend Steve Jobs davon berichtet, dass Microsoft bei Apple investieren wolle
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Different
Lange bevor man sich in Amerika das passende Wort dazu ausdachte, waren
Steve Jobs und Bill Gates das, was man heute Frenemies, befreundete
Feinde, nennt. Aber nun stand Apple an einer entscheidenden Weggabelung,
und Jobs musste ihre Differenzen beilegen.
Die beiden blickten auf eine lange und komplizierte gemeinsame
Geschichte zurck. Beide wurden 1955 geboren und waren mit Anfang zwanzig berhmt geworden Jobs mit Personal Computern und Gates mit Software. Sehr frh programmierte Microsoft eines der Schlsselprogramme fr
den Apple II, entwarf das Tabellenkalkulationsprogramm Excel fr den
Macintosh und brachte das eigene Geschft mit Erweiterungssoftware in
Gang. Als Junggesellen in ihren spten Dreiigern gingen sie sogar zusammen zu Double-Dates.
Gates betrachtete Personal Computer als Mglichkeit, Unternehmen voranzubringen. Jobs sah sie als bemerkenswertes Werkzeug, um einzelnen
Menschen das Leben zu erleichtern. Gates, praktisch und methodisch veranlagt, war stets bereit, ein Produkt, das einigermaen in Ordnung war, auf den
Markt zu bringen und es spter zu verbessern. Jobs, der aufbrausende Gefhlsmensch, wollte grundstzlich nichts ausliefern, was nicht perfekt war.
Der attraktive und charismatische Jobs schaffte es als Erster, zum Millionr und zum Aushngeschild der technologischen Revolution zu werden.
Aber als Microsoft schlielich an die Brse ging, stiegen Gates Aktien derartig rasant, dass er rasch zu den wohlhabendsten Menschen in ganz
Amerika zhlte. Manchmal wollten beide das, was der andere hatte: Gates,
der wahre Computer-Nerd, kam nicht gut damit zurecht, dass Jobs, obwohl
er nicht einmal in der Lage war, Software zu programmieren, allgemein als
brillanter Visionr der Technologie angesehen wurde. Und Jobs, der hart verhandelte und als Chef keinerlei Kompromisse einging, litt darunter, dass man
Gates als den klgeren Geschftsmann darstellte.
Sie fhrten auch einen langen und erbitterten Streit um die Frage, ob
Gates und Microsoft die herausragendsten Teile des Macintosh fr ihr
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Die Apple-Software stellte fr Microsoft ein gutes Geschft dar, war aber
nicht berlebensnotwendig. Apple wiederum wrde ohne die MicrosoftProdukte schlicht zugrunde gehen der Apfel wortwrtlich verrotten.
Einer der ersten Schritte, die Jobs nach Amelios Ausscheiden unternahm,
war ein Anruf bei Gates. Ich werde hier den Umschwung einluten, lie er
wissen. Aber offenherzig fgte er hinzu: Ich brauche Hilfe.
Bei Verhandlungen, die den ausgiebigen Spaziergang eines Financial Executive von Microsoft mit dem barfigen Jobs einschlossen, kamen beide
Seiten rasch zu einer Einigung. Microsoft wrde weiterhin seine Software fr
den Mac herstellen und einen (nie offiziell bekannt gewordenen) Betrag zahlen, um die schwelenden Patent-Streitigkeiten beizulegen. Zustzlich wrde
Microsoft Apple-Anteile im Wert von 150 Millionen Dollar erwerben.
Um den dramatischen Effekt zu maximieren, plante Jobs eine Bekanntmachung bei einer sommerlichen Macworld-Convention in Boston. Noch
whrend der Proben zurrte Jobs per Handy die letzten Details des Deals mit
Gates zusammen. Ein Fotograf schnappte seine dankbaren Worte auf, die
dann auf dem Cover des Time Magazine auftauchen sollten: Bill, ich danke
dir fr die Untersttzung dieser Firma, sagte er. Ich glaube, die Welt ist
dadurch besser dran.
Das ergebene Macworld-Publikum war hingerissen, Jobs wiederzusehen
bis er begann, den Microsoft-Deal zu verdeutlichen. Die Zuschauer waren
nicht berzeugt, als er ihnen versicherte, die Zeit der Konkurrenz zwischen
Apple und Microsoft sei vorbei. Als er ihnen mitteilte, der Microsoft Internet Explorer wrde als Teil des neuen Macs angeboten werden, sthnten
sie auf. Und als Bill Gates selbstgeflliges Gesicht auf der riesigen Leinwand
des Auditoriums erschien, brach das Publikum in Buhs und Zischen aus.
Spter gab Jobs zu, den Bhnenaufbau, bei dem er und Apple neben dem
gigantischen Bild von Gates Gesicht winzig aussahen, persnlich verpatzt zu
haben. Auch Gates war peinlich berhrt, als er ein Video von seinem enormen
Gesicht auf der Leinwand sah. Aber das Signal war gegeben: Die Firma Microsoft ttigte eine fr ihr Verhltnis winzige Investition, demonstrierte dabei
aber der Welt, dass sie an Apples Zukunft glaubte. Apples Aktienwert schoss
noch am selben Tag in die Hhe, da die Investoren daraus schlieen konnten,
dass das Unternehmen definitiv berleben wrde.
Auch wenn Jobs erst in einigen Wochen der offizielle Interims-CEO sein
wrde, verschwendete er keine Zeit und setzte weitere radikale
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Entscheidungen um. Mit seiner nach wie vor ungebrochenen Chuzpe forderte
er den grten Teil des Vorstands zum Rcktritt auf, einschlielich Mike
Markkula, den ersten Investor, der von Anfang an Teil des Unternehmens
gewesen war. Der Vorstand wurde mit neuen Mitgliedern besetzt, die Jobs
Weltsicht teilten, dazu gehrten unter anderem sein Freund Larry Ellison,
der Kopf des Softwareherstellers Oracle, sowie Bill Campbell, ein frherer
Marketingleiter von Apple, der inzwischen einer anderen Softwarefirma
vorstand.
Intern setzte Jobs Amelios Bemhen fort, die Kosten dramatisch zu senken, um die Firma ber Wasser zu halten. Er stellte Apples Drucker-Geschft
ein und schaffte ein Message Pad namens Newton ab. Er studierte Apples
berladenes Angebot von einem Dutzend verschiedener Computer und zeichnete ein zweiteiliges Schema auf ein Whiteboard. Apple wrde vier Hauptprodukte herstellen und weiter nichts: Desktop- und Laptop-Computer fr
den Geschftskundenbereich und Desktop- und Laptop-Computer fr
Privatleute.
Er fhrte auch fr den Firmensitz neue Regeln ein, verbot zum Beispiel
Hunde am Arbeitsplatz. Der Veganer Jobs, der zum Frhstck Msli in Apfelsaft zu sich nahm, tauschte sogar die Belegschaft der Cafeteria aus, deren
Produkte er als Hundefutter bezeichnete. Nun tauchte Tofu auf dem
Speiseplan auf.
Whrend Jobs vorlufig weder neue Produkte, noch ein wirklich neuartiges Betriebssystem vorzuweisen hatte, begriff er instinktiv, dass er die Art
und Weise verndern musste, mit der die Welt und auch die eigenen Angestellten sein Baby wahrnahmen. So wie er sich an seinen alten Kumpel Bill
Gates gewandt hatte, nahm er auch wieder Kontakt zu den Werbeleuten auf,
die seinerzeit den 1984-Spot fr den Macintosh gedreht hatten, mit dem
Auftrag, ein neuerliches Wunder zu bewirken.
Jobs wollte keine Produkte bewerben. Stattdessen lag ihm daran, die
Werte des Unternehmens vorzustellen, auf dieselbe Weise, mit der Nike
Sportler feierte und die Schuhe, um die es ging, nicht einmal erwhnte. Unsere Kunden wollen wissen: Wer ist Apple? Und wofr stehen wir eigentlich?
Wo passen wir in diese Welt?, erklrte er in seinem typischen schwarzen
Rollkragenpullover, kurzen Hosen und Sandalen bei einer Zusammenkunft.
Uns geht es nicht darum, den Leuten Ksten zu bauen, damit sie ihre Arbeit
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erledigen knnen, auch wenn wir gut darin sind, sagte er. Bei Apple geht es
um mehr als das.
Das Werbeteam, das sich jetzt TBWA\Chiat\Day nannte, schloss daraus,
dass Apple nicht den Regeln folgte, an die sich andere hielten. Dies war keine
Firma wie jede andere. Recht schnell hatten sie einen Slogan parat: Think
Different.
Aber wie sollte Werbung dies zum Ausdruck bringen? Das Team probierte
es mit Apple-Kunden, Filmausschnitten, sogar mit Musen. In einer pltzlichen Eingebung entschlossen sie sich dann, Kreativitt zu feiern, herausragende Persnlichkeiten lebende und verstorbene , denen es darum gegangen war, die Welt zu verbessern. Wie Jobs ber diejenigen sagte, die nicht
mehr am Leben waren: Wenn sie je einen Computer verwendet htten, wre
es ein Mac gewesen.
Jobs sah den ersten Entwurf natrlich kritisch, steuerte aber sogar eine
Zeile fr den Text des Fernsehspots bei. Er klang so:
Dies gilt den Verrckten. Den Auenseitern. Den Rebellen. Denen, die Unruhe stiften.
Denen, die nicht ins Bild passen. Denen, die die Dinge anders sehen.
Von Regeln halten sie nichts. Dem Status quo zollen sie keinen Respekt.
Man kann sie zitieren, uneins mit ihnen sein, sie glorifizieren oder
verteufeln.
Nur ignorieren kann man sie nicht. Weil sie Vernderung bewirken. Sie
treiben die Menschheit voran.
Whrend mancher sie fr verrckt halten mag, sehen wir ihre Genialitt. Denn die Menschen, die verrckt genug sind, um zu denken, dass sie die
Welt verndern knnen, sind diejenigen, die es auch tun.
Zu dem Text waren Bilder von groen Geistern verschiedenster Bereiche zu
sehen: Albert Einstein, Pablo Picasso, Martin Luther King, Thomas Edison,
Bob Dylan, John Lennon und Yoko Ono, die Tnzerin Martha Graham, die
Fliegerin Amelia Erhart, der Puppenbauer Jim Henson und viele andere. Die
Werbung endete mit einer Schwarzblende, dem bunten Apple-Logo und dem
Slogan Think Different.
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Der Fernsehspot gewann spter einen Emmy, und die Kampagne lief in
den Printmedien wie im Fernsehen fnf Jahre lang erfolgreich. Sie berhrte
Jobs zutiefst. Als er die Werbung zum ersten Mal einem Newsweek-Redakteur vorfhrte, weinte er. Und auch als er sie seinem Biografen Walter Isaacson beschrieb, bekam er einen Klo im Hals. Gelegentlich finde ich mich in
einem Umfeld von Reinheit wieder, der Reinheit von Geist und Liebe, und
dann muss ich weinen. Es ergreift mich einfach tief in meinem Innersten,
sagte er. Dieser Spot war von einer Reinheit, die ich nie vergessen werde.
Es gab aber auch ein nicht gerade kleines Problem: Der Slogan brachte die
Englischlehrer auf die Barrikaden. Think Different war grammatikalisch
nicht korrekt. Die richtige Formulierung wre Think Differently gewesen.
Dies war vor allem deshalb ein groes Thema, weil Apple mehr Computer an
Schulen und Collegestudenten verkaufte als jede andere Firma.
Jobs und sein Team nahmen den Kampf mit der Sprache auf. Am Ende
wollte Jobs das Wort Different als Nomen verstanden wissen, wie in
Think Big oder Think Victory. Differently als Adverb zu benutzen,
wrde eine ungewollte Botschaft vermitteln. Es wrde dem Leser vorschreiben, wie er zu denken habe, wie es in einer Mitteilung hie, die das
Werbeteam vorbereitet hatte, um auf die Beschwerden zu reagieren.
Stattdessen lege Apple Wert darauf, dass der Slogan vermittele, worber wir
nachdenken sollten.
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Apples Think Different-Kampagne, die sowohl in Zeitungen als auch im Fernsehen zu sehen war, versuchte nicht, ein spezielles Produkt zu verkaufen. Stattdessen feierte sie Kreativitt, indem sie Apples Markennamen mit herausragenden Persnlichkeiten verknpfte (Albert Einstein / Lucille Ball und Desi Arnaz / Yoko Ono und John Lennon / Jim Henson und
Kermit, der Frosch)
2007 erklrten sich Steve Jobs und Bill Gates zu einem seltenen gemeinsamen Interview bei der All Things Digital Konferenz des Wall Street Journals bereit und brachten Mac und PC so ffentlich zusammen. Gegen Ende
ihrer Sitzung fragte jemand, was sie von einander gelernt htten.
Obwohl Jobs berhmt dafr war, Gates Geschmack zu kritisieren, war Gates
so freundlich, den intuitiv guten Geschmack sowohl fr Menschen als auch
fr Produkte seines Rivalen zu rhmen. Gates sagte, er selbst nhere sich
Produkten von einem technischen Blickpunkt aus, Jobs hingegen wrde
seine Entscheidung von einem Sinn fr Menschen und Produkte abhngig
machen, der, wissen Sie, auch fr mich schwer zu erklren ist. Er macht die
Dinge einfach anders, und ich finde, das hat etwas Magisches.
Jobs wiederum sagte, er sei beeindruckt davon, wie gut Microsoft mit anderen zusammenarbeite. Da Woz und ich bei unserer Firmengrndung den
ganzen Klimbim komplett selber erledigten, ist es uns spter immer
schwergefallen, uns mit anderen zusammenzutun, sagte er. Bill und Microsoft waren wirklich gut darin, weil sie in den Anfangstagen nicht alles allein gestemmt und so gelernt haben, sich mit Partnern sehr gut zu
verbinden.
Etwas mehr von dieser Fhigkeit htte Apple gutgetan, fgte er hinzu.
Die zwei wurden auch nach den groen Auseinandersetzungen in ihrer langen Beziehung gefragt.
Gates gab an, er habe viel Spa damit gehabt, mit Jobs an Projekten wie
dem Mac zusammenzuarbeiten. Jobs fgte hinzu, dass sie beide, als sie
seinerzeit anfingen, die Jngsten unter ihren Kollegen gewesen waren. Nun,
sagte er, seien sie oft die ltesten.
Und, wissen Sie, fuhr er fort, die meisten Dinge im Leben stelle ich mir
entweder als einen Song von Bob Dylan oder als Song von den Beatles vor,
aber es gibt diese eine Zeile in einem Beatles-Song: You and I have
memories longer than the road that stretches out ahead. (Du und ich, wir
teilen Erinnerungen, die lnger zurckreichen als der Weg, der noch vor uns
liegt.) Und das ist in diesem Fall wirklich wahr.
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Umschwung
Fr Jobs waren die letzten Monate des Jahres 1997 zermrbend. Er wurde
erst sptabends mit der Arbeit fertig, kam um etwa zehn Uhr nach Hause und
fiel ins Bett. Dann stand er morgens um sechs wieder auf, duschte und
begann von vorn.
Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so mde, sagte er. Er unterzog Apple der Generalberholung und behielt zugleich Pixar im Auge, eine
Kombination, die ihn derartig erschpfte, dass er, wenn er nach Hause kam,
nicht einmal mehr mit Laurene sprechen konnte. Zum Glck hatte sie Verstndnis dafr. Sie untersttzte mich und hielt, whrend der Ehemann abwesend war, die Familie zusammen, sagte er.
Noch bemerkenswerter war die Tatsache, dass Jobs Apple ohne festes Gehalt leitete. Er stimmte einer Entlohnung von lediglich einem Dollar pro Jahr
zu, genug, um fr seine Familie die Krankenversicherung aufrechtzuerhalten.
Er besa nur eine Aktie und er erhielt auch keine weiteren Aktienpakete oder
Aufwandsentschdigungen. Er sagte, mehr wolle er berhaupt nicht haben.
Unterm Strich ging es darum, dass ich nicht zu Apple zurckgekehrt war,
um ein Vermgen zu machen, sagte er (wobei festgehalten werden muss,
dass er, Pixar sei Dank, ja bereits ein gewaltiges Vermgen verdient hatte).
Ich wollte nur sehen, ob wir gemeinsam daran arbeiten konnten, den Umschwung herbeizufhren.
In der Industrie waren viele skeptisch, ob Apple saniert werden knne. Als
Jobs das Ruder bernahm, ging der Firma das Kapital zur Neige, und es sah
ganz danach aus, als steuere sie auf den Bankrott zu. Beinahe jeder kaufte
Computer mit Intel-Chips und Windows-Software, und sowohl Hewlett-Packard als auch Dell wuchsen sprunghaft an, indem sie unscheinbare, billige
Rechner anboten. Der Markt war derartig preisfixiert, dass selbst IBM
schlielich sein PC-Geschft verkaufte.
Bei einer Konferenz wurde Dell-Grnder Michael S. Dell gefragt, was er
tun wrde, wenn er in Jobs Schuhen steckte. Offenherzig antwortete er: Ich
wrde Apple dichtmachen und den Aktionren ihr Geld zurckzahlen.
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Aber Jobs, der seiner ursprnglichen Vision von Apple treu blieb, glaubte
daran, dass es inmitten von Technologie und Kommerz Platz fr Schnheit
und Kunst geben knne. Auerdem war er glcklich damit, Dell, HP und anderen den groen und langweiligen Markt fr Brohengste und Technikstreber zu berlassen, whrend er die Individualisten versorgte. Die
Wurzeln von Apple liegen in der Idee, Computer fr Menschen herzustellen
und nicht fr Unternehmen, wie er unterstrich.
Auf dem Markt fr Privatleute war noch nie besonders groer Erfolg
erzielt worden, doch er sah nicht ein, warum Apple es nicht schaffen sollte.
Schlielich, fhrte er an, sei auch die Bekleidungskette Gap sehr erfolgreich,
obwohl sie keine Anzge im Angebot hatte.
Um mit der Arbeit an einem neuen Macintosh zu beginnen, wandte er sich
an Apples Top-Designer Jonathan Ive, Jony genannt. Jobs bestellte bei ihm
einen Computer, der seinem 1984er Macintosh scheinbar sehr hnlich sein
sollte: Er musste benutzerfreundlich sein, eine Tastatur und einen Monitor
beinhalten, sofort funktionsfhig sein und weniger als 2000 Dollar kosten,
sodass er zum gnstigsten Gert in der Apple-Produktpalette wrde.
Nachdem einige der Entwrfe vom Boss abgelehnt worden waren, lie
sich Ives Team ein Gehuse einfallen, das eher wie ein dreieckiges Kissen als
wie ein Wrfel aussah. Die Idee, den Computer und die Tastatur in durchscheinendes Plastik zu kleiden, das ihr Innenleben der Welt sichtbar machte,
lie das Gesamtpaket verspielt und einladend wirken. Das Team besuchte
eine Jelly-Bean-Fabrik, um mehr ber durchsichtige Farben zu erfahren und
whlte schlielich ein grnliches Blau fr den eigentlichen Computer, auch
wenn spter weitere Bonbonfarben hinzugefgt wurden.
Jobs war begeistert von dieser Kreation, die er als Inbegriff grandiosen
Designs empfand. Die meisten Menschen halten Design fr die Art, wie etwas
aussieht, etwa der gewhlte Stoff fr die Vorhnge oder das Sofa, erklrte
er. Fr ihn jedoch war Design die fundamentale Seele einer vom Menschen
gemachten Schpfung, die sich am Ende in aufeinanderfolgenden ueren
Schichten des Produktes oder des Dienstes ausdrckt. Es gehe nicht nur
darum, wie ein Produkt aussieht oder sich anfhlt, sondern darum, wie es
arbeite. Bei dem neuen Gert sei also nicht nur die Farbe oder die Durchsichtigkeit oder die Form des Gehuses entscheidend. Die Essenz des iMacs
ist es, fr den Nutzer der bestmgliche Computer zu sein, bei dem alle Elemente zusammenspielen.
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Die hellen, durchscheinenden Farben des iMacs wurden von einem Besuch in einer JellyBean-Fabrik inspiriert. Die iCandy-Werbekampagne spielte darauf an und betonte, dass
dieser Computer anders war ser, freundlicher und mehr Spa machte
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Kritiker bezeichneten das Gert als Luftballon, schrieben, es she aus wie
aus einem Zeichentrickfilm und wre zum Knuddeln. Die Kunden beteten es
an. In den ersten sechs Wochen, nachdem er im August auf den Markt
gekommen war, verkaufte Apple beinahe dreihunderttausend iMacs, der
schnellste Start, den ein Modell jemals hingelegt hatte. Apples Aktienwert
stieg erneut an und erreichte ein Niveau, das dreimal so hoch war wie zu der
Zeit, als Amelio seinen Hut genommen hatte.
Noch besser: Eine Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass beinahe drei von
zehn iMac-Kunden niemals zuvor einen Computer besessen hatten und mehr
als einer von zehn Kunden von einem Windows-Rechner zum iMac wechselte. Das Timing war ideal; mehr und mehr Menschen waren darauf erpicht,
die Mglichkeiten des Internets und Innovationen wie die E-Mail, den
neuesten Instant-Messenger von AOL und die aufblhenden Web-Stores wie
Amazon und eBay fr sich zu entdecken.
Nachdem Apple im ersten Jahr der Lieferbarkeit beinahe zwei Millionen
iMacs verkauft hatte, wurden Mitte 1999 Laptops in Jelly-Bean-Farben als sogenannte iBooks auf den Markt gebracht. Auerdem demonstrierte Jobs, wie
Apple nun eine neue Technik namens Wi-Fi verwendete, die es den Nutzern
ermglichte, sich kabellos mit dem Internet zu verbinden.
Um Newsweek-Reporter Steven Levy die Wireless-Technik vorzufhren,
griff sich Jobs einen Laptop, trug ihn wie ein Kellner, der ein Tablett balanciert, und verdeutlichte so, wie der Computer im Raum herumbewegt werden
konnte und dabei online blieb. Jobs tanzte im wahrsten Sinne des Wortes
und lie seine Hften in einem freudvollen Mambo um den Konferenztisch
schwingen, schrieb Levy.
Ist das nicht der Grund, warum wir ursprnglich in dieses Geschft
eingestiegen sind?, fragte Jobs. Schauen Sie, was wir hier machen! Ja,
sagte Levy, dies war der beste Showman des Silicon Valley aber zugleich
der ultimative Apple-Fanboy.
Ein Jahr spter ging Jobs ein sogar noch greres Risiko ein, indem er
einen massiven, schwarzen, faszinierenden Wrfel vorstellte, der eher einer
Skulptur als einem Computer glich. Dem NeXT-Gert hnlich, hatte der
Power Mac G4 Cube auch eher den Preis einer Skulptur 3000 Dollar samt
Monitor und Tastatur und richtete sich an Nutzer, die mehr wollten als die
haushaltsbliche Ausstattung.
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Jobs war gereift, aber er war nicht viel milder geworden. Noch immer
parkte er auf den Behindertenpltzen, und seinem Mercedes fehlte noch immer das Nummernschild, was ihn offenbar davor bewahrte, Strafzettel
zugeschickt zu bekommen. Das ist so ein kleines Spiel, das ich spiele,
erzhlte er dem Fortune-Magazin. In privaten Unterhaltungen teilte er seine
Freude darber mit, dass seine jngste Tochter Eve, die 1998 zur Welt
gekommen war, ihm inzwischen nachwinken konnte, wenn er zur Arbeit fuhr.
Aber er fgte dann auch hinzu, dass er seinen Kindern nicht erlaubte,
fernzusehen, weil das ihre Kreativitt abtten knne.
Noch immer huschte er wie ein Pingpongball zwischen Apple und Pixar
hin und her, aber weniger fieberhaft. Pixar hatte mit Das groe Krabbeln
1998 einen weiteren Hit gelandet, und Toy Story 2 sollte sich 1999 als Blockbuster der Weihnachtszeit herausstellen, wobei beide mehr als 800 Millionen
Dollar weltweit einspielten. Obgleich er weniger Grund zur Sorge hatte, war
Jobs morgens um sechs auf den Beinen, beantwortete E-Mails, arbeitete
bereits, bevor die Kinder aufstanden und half dann beim Frhstck und
dabei, sie fr die Schule fertig zu machen. Wenn er konnte, arbeitete er von
zu Hause aus eine weitere Stunde und traf bei Apple um acht oder neun ein.
Beim Mittagessen erledigte er schon mal ein paar Dutzend Pixar-Telefonate
und E-Mails, und bis zum Ende des Tages hatte er Hunderte weiterer Nachrichten empfangen, hufig von Mac-Kunden, die ihrem CEO ihre
Gedanken mitteilen wollten.
Whrend also alles voranging, traf Jobs eine bedeutende Entscheidung.
Er unternahm einen Spaziergang mit seiner Frau und erklrte ihr, wie Apple
zur Basis fr das werden knne, was er erreichen wollte. Er war bereit, den
Interim-Zusatz aus seinem Titel zu streichen und mit allen Konsequenzen
und voller Arbeitszeit Apples Chief Executive zu werden. Er plane, wie er
Laurene sagte, weitere vier bis fnf Jahre zu bleiben.
Der Apple-Vorstand hatte ihn dazu ermutigt und ihm als Kder die Option auf vierzehn Millionen Apple-Anteile angeboten. Fr die Mitglieder der
Chefetage und einige Angestellte war so ein Angebot nicht ungewhnlich, und
normalerweise bedeuteten solche Optionen, in Zukunft Aktien zum gegenwrtigen Preis erwerben zu knnen. Bei jedem Dollar, den Apples Aktienwert
zulegte, wrde Jobs also vierzehn Millionen Dollar Profit machen.
Aber trotz seiner frheren Versicherung, er sei nicht zu Apple zurckgekehrt, um reich zu werden, wollte Jobs mehr. Was ich wirklich brauche,
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ist ein Flugzeug, in dem ich meine Familie zum Urlaub nach Hawaii mitnehmen kann, sagte er. Er hasste es, kommerzielle Fluglinien zu benutzen, besonders mit drei kleinen Kindern.
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Magazine das Gesamtpaket dieses Deals auf einen Wert von 381 Millionen
Dollar. Selbst wenn man alles bercksichtigte, was er erreicht hatte, war dies
eine unfassbar grozgige Entlohnung.
Beim Macworld-Treffen 2000 verriet Jobs dem Publikum, dass Apple
bald ein neues, auf der NeXT-Software beruhendes Betriebssystem vorstellen
wrde. Und wieder sparte er sich das Beste bis zum Schluss auf. Als er der
Menge erzhlte, dass er das Wort Interim aus seinem Titel strich, sprang die
Versammlung aus den Sitzen und skandierte: Steve! Steve! Steve!
Lchelnd nahm Jobs die Ovationen entgegen, betonte jedoch, dass er Teil
eines Teams sei. Ich akzeptiere euren Dank im Namen von allen bei Apple,
fgte er hinzu.
Unglcklicherweise sollte das Team Apple jedoch demnchst ins Schwimmen kommen. Der iMac, der so angesagt gewesen war, begann fad zu werden.
Der ausgefallen elegante Apple Power Mac G4 Cube, der im Sommer 2000
vorgestellt worden war, erwies sich als zu kostspielig. Er verkaufte sich in den
ersten Monaten nur halb so oft wie erwartet, und schlielich brachen die
Verkufe komplett ein. Der Cube wurde bald schon auf Eis gelegt Jobs erste groe Niederlage seit seiner Rckkehr.
2001 wurde die Konjunktur schwcher, Unternehmen, die einmal begehrteste Technik produziert hatten, verloren ihre Anziehungskraft, und Apple
fuhr erneut Verluste ein. Wieder einmal unkten Kritiker, es gbe womglich
keinen Platz fr eine derart unkonventionelle Firma.
Zur gleichen Zeit dachte Jobs darber nach, Apple in einen vllig neuen
Geschftszweig zu fhren. Die groen Computer- und Elektronikketten waren
nicht sonderlich gut darin, seine ungewhnlichen Rechner zu verkaufen, und
es war auch nicht besonders wahrscheinlich, dass sie ihnen je groe
Aufmerksamkeit zollen wrden. Ich bekam es mit der Angst zu tun, sagte
Jobs. Es war so ein Gefhl: Wir mssen etwas unternehmen.
Selbst in den Einzelhandel einzusteigen, war jedoch ein groes Risiko.
Jobs bat Millard Mickey Drexler, den damaligen Prsidenten von Gap, in
den Apple-Vorstand zu kommen, und er lockte Ron Johnson von der TargetKette an, um Apple-Stores zu entwerfen. Auf Drexlers Vorschlag hin bauten
sie einen Prototyp-Store, um zu schauen, was am besten aussah.
Johnson brachte die Idee einer sogenannten Genius-Bar ins Spiel, die in
etwa die Funktion der Rezeption in einem Hotel bernimmt und an die man
sich wenden kann, wenn man sich nicht zurechtfindet oder Hilfe braucht.
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Wie bei vielen Apple-Produkten, befand sich Jobs kurz vor der Erffnung
des ersten Apple Stores, als Johnson eine schmerzliche Erkenntnis traf. Der
Prototyp-Store war nach Produkten organisiert, die Kunden wrden jedoch
ihre Kaufentscheidungen danach ausrichten, was sie mit diesen Produkten
anstellen konnten, ob sie Videos aufnehmen oder ihre Kinder unterhalten
wollten. Die Umgestaltung des Stores nach Themen und Einsatzgebieten verschob die Erffnung um mehrere Monate, aber, wie Jobs sagte: Es war hundertprozentig die richtige Entscheidung.
Die ersten beiden minimalistisch gestalteten Stores wurden im Frhjahr
2001 in Tysons Corner, Virginia, und in Glendale, Kalifornien, erffnet.
Ohne begehrte Produkte wrde es fr Jobs jedoch wenig zu verkaufen
geben.
Die Verpackung
Um sich den Kopf darber zu zerbrechen, war fr Jobs kein Detail zu winzig.
Nicht nur forderte er schne, sthetisch gestaltete Produkte, sondern ebenso
schne, sthetisch gestaltete Verpackungen. Zusammen mit Apples TopDesigner Jony Ive war er besessen davon, den perfekten Faltkarton mit den
perfekten Schlitzen zu entwickeln. Ein Computer sollte sich auf aufregende
Weise aus der Verpackung heben lassen, ein neuer iPod oder ein neues
iPhone sollte sich spektakulr in ein perfekt abgestimmtes Plastiknest
schmiegen.
Die Verpackung kann zum Schauspiel werden, sie kann eine Geschichte entwickeln, sagte Ive.
Tatschlich befanden sich unter den Patenten, die Jobs und Ive gemeinsam
anmeldeten, diverse Designs fr iPod- und iPhone-Verpackungen. Insgesamt
taucht Jobs Name auf dreihundertdreizehn Apple-Patenten auf, bei Halterungen, Designs, Stromkabeln und jener anmutigen glsernen Treppe.
Die Verpackungen sind so elegant, dass sich manche Fans nicht von ihnen
trennen knnen, sie in Schrnken verstauen oder sich ins Regal stellen. Es
gibt online sogar einige Galerien mit Fotos, auf denen die Nutzer stolz ihre
neuesten Apple-Anschaffungen auspacken.
Steve Jobs sagte, er habe sehr frh angefangen, ein Augenmerk auf die Verpackungen zu richten, nachdem ihm Mike Markkula, sein Mentor und Apples
erster Groinvestor, mit auf den Weg gegeben hatte, er msse durchaus
auch auf uerlichkeiten achten (DO judge a book by its cover), und,
dass nachlssige
Steve Jobs vor einer der legendren iPod-Werbungen bei einer seiner KeynotePrsentationen
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Musik
Mitte 2000 hatte Jobs ein weiteres groes Problem an der Hand. Apple hatte
effektive Filmsoftware entwickelt, die es Mac-Nutzern ermglichte, problemlos ihre eigenen Videos zu schneiden und ihre Fotos zu bearbeiten.
Allerdings legten die Kunden gar keinen besonderen Wert darauf.
Stattdessen wollten sie ihre eigenen Musik-CDs herstellen.
Die Verkufe des iMac waren unter anderem deshalb zurckgegangen,
weil die Computer ber keine Laufwerke verfgten, in denen man CDs
brennen konnte. Warum? Weil zu den ersten CD-Brennern die miserablen
herausfahrbaren Laden gehrten, die Jobs so sehr verabscheute, weshalb der
iMac auch nicht einfach angepasst werden konnte.
Obendrein hatte Jobs schlicht die Revolution verpasst, die im
Musikgeschft stattgefunden hatte. Die jungen Leute die etwa in dem Alter
waren wie Jobs und Woz beim Bau ihres ersten Apples hatten herausgefunden, wie man digitale Musikdateien teilen konnte, und so Millionen von
Songs ausgetauscht, ohne fr sie zu bezahlen. Ein kleines Start-up-Unternehmen namens Napster stellte das gesamte Musik-Business auf den Kopf.
Jobs, der Musik wirklich liebte, hatte einen Homer-Simpson-Nein!Moment. Ich kam mir vor wie ein Depp, sagte er, als er schlielich die Augen aufmachte und feststellen musste, dass Millionen von Menschen ihre eigenen CDs herstellten und zwar ohne jede Hilfe von Apple. Ich glaubte,
wir htten es verpasst. Wir mussten uns ranhalten, um wieder aufzuholen.
Rasch wurden Teams mobilisiert. Designer und Ingenieure arbeiteten
daran, CD-Brenner in smtliche Computermodelle der Firma zu integrieren,
was erst Mitte 2001 abgeschlossen sein sollte.
Auerdem wrden die Computer eine Art Jukebox bentigen, Software,
die es den Musikfans erlaubte, ihre CDs und andere Musik hochzuladen,
Tracks zu suchen und zu verwalten. Apple hatte nichts dergleichen im Angebot. Ein kleines Team frherer Apple-Angestellter hatte jedoch bereits damit
begonnen, Musiksoftware zu programmieren. Apple kaufte die Firma, die
sich SoundJam nannte, und machte sie mit den eigenen kreativen Standards
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Auf einer Reise nach Japan fand Jon Rubinstein, Apples Senior-Vizeprsident, heraus, dass der Elektronikhersteller Toshiba eine winzige Festplatte entwickelt hatte, weniger als fnf Zentimeter im Durchmesser, die ber
fnf Gigabyte Speicherkapazitt verfgte genug, um eintausend digitale Audiodateien von der Lnge eines durchschnittlichen Liedes zu speichern. Die
japanischen Techniker wussten nicht, was sie damit anfangen sollten, aber
Rubinstein war es sofort klar. Ich kam zu Steve zurck und sagte: Ich wei,
wie wirs machen. Ich habe alles, was wir brauchen.
Jobs wies ihn an, den Deal durchzuziehen, und autorisierte zehn Millionen Dollar, genug, um smtliche Festplatten zu kaufen, die Toshiba fr Apple
produzieren konnte.
Ein Experte wurde engagiert, ein Team zusammengestellt und es wurde
damit begonnen, die Software, einen Bildschirm und die Chips zusammenzustellen, die ein Player brauchen wrde. Anfangs traf sich Jobs alle zwei bis
drei Wochen mit der Gruppe, aber als die ersten Prototypen entstanden, kam
er jeden Tag vorbei. Und jeden Tag zeigten sich Dinge, die optimiert werden
mussten: Er war nicht laut genug fr Jobs sechsundvierzigjhrige Ohren. Der
Klang war nicht scharf genug. Das Men war zu langsam. Oder es fielen zu
viele Zwischenschritte fr den Nutzer an. Jobs bestand darauf, dass man mit
weniger als drei Klicks zu einem Song gelangen musste.
Der Akku stellte eine besondere Herausforderung dar. Je mehr die Festplatte arbeiten musste, desto schneller ging der Akku zur Neige. Schlielich
entschieden die Techniker, dass mehrere Songs gleichzeitig in den
Arbeitsspeicher des Players geladen wrden, was weniger Ladevorgnge
bedeutete und mehr Saft in den Batterien brig lie. Der iPod passte am Ende
in eine Verpackung von der Gre eines Kartenspiels und verfgte ber einen
Akku, mit dem man bis zu zehn Stunden lang Musik hren konnte.
Ebenso wie er die Cursortasten beim ersten Mac weggelassen hatte und
das Diskettenlaufwerk beim iMac, stellte Jobs auch diesmal eigenwillige Anforderungen. Er wollte ausschlielich FORWARD-, BACK- und PAUSEKnpfe haben, und das Team msste ihn davon berzeugen, einen MENUKnopf hinzuzufgen. Aber bei einem An-und-Aus-Knopf zog er die Reileine.
Die Antwort lautete schlicht: Nein. Der Player wrde von selbst in den
Ruhezustand gehen, wenn er nicht benutzt wurde.
Damit das Gert hochwertiger aussah und keinen Wegwerfcharakter
haben wrde, legte Jony Ive das Gehuse in reinem Wei an ein
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Musik zu besorgen. Die Firma Napster machte 2001 dicht, nachdem sie ihre
Prozesse gegen die Musikfirmen verloren hatte. Um Musik auf den iPod zu
laden, musste man Tracks von den eigenen CDs importieren oder sie von
einem anderen Anbieter beziehen, von denen die meisten illegal waren.
Unsicher, wie sie den freien Austausch von Musik bekmpfen sollte, bot
die Musikindustrie den Kunden an, sich bei Online-Diensten anzumelden, die
in etwa wie ein eigener Radiosender funktionierten. Dort konnte man sich
Songs anhren, sie aber nicht abspeichern oder behalten.
Whrend Jobs nach einer besseren Lsung fr das Musikproblem suchte,
arbeitete Apple zudem an einem Ersatz fr den bunten iMac. Auch wenn
sechs Millionen der niedlichen Rechner verkauft worden waren, verlor die
Firma nach wie vor Marktanteile an Windows.
Jobs wollte, dass der nchste Computer die neuen Flachbildschirme
nutzte, die grer waren und Bilder plastischer darstellen konnten als die alten Modelle. Wie bei so vielen anderen Apple-Projekten zuvor, musste auch
dieses zurck aufs Zeichenbrett so wie die erste Toy Story umgeschrieben
werden musste. Die erste Version, die Ive ihm vorstellte, war im Grunde eine
schlankere Variante des alten iMacs. Es war nichts falsch daran, sagte
Jobs. Es war toll. Wirklich, es war toll. Er liebte es nur nicht.
Er lud Ive zu sich nach Hause nach Palo Alto ein, und gemeinsam gingen
sie durch den Gemsegarten und den Aprikosenhain, den Laurene nach dem
Kauf eines benachbarten Grundstckes angelegt hatte. Jobs schwor Ive auf
seine Vision ein: Jedes Element muss sich selbst treu sein, sagte er. Der
alte iMac war aufgeblht wie ein Kissen. Der neue sollte mit einem Flachbildschirm ausgestattet sein. Also fragte ihn Jobs: Wozu ein Flachbildschirm,
wenn du dann auf der Rckseite das ganze Zeug abstellst? Warum einen
Computer flach hinstellen, wenn er doch in Wirklichkeit aufrecht stehen
mchte?
Der neue iMac solle eher den Blumen im Garten hneln. Er sollte wie
eine Sonnenblume aussehen.
Keineswegs zufllig sah das Endergebnis dann auch tatschlich ein wenig
so aus. Der grere Flachbildschirm war mit einem dnnen, beweglichen
Chromhals verbunden, der wiederum auf einer Basis angebracht war, die wie
ein umgedrehter Blumentopf aussah. Nach zwei Jahren Arbeit an diesem
Design fand 2002 die Produkteinfhrung statt. Aber zu dem Zeitpunkt, da
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der iMac seine Wirkung htte zeigen sollen, ging etwas anderes vor sich: Das
Musikgeschft startete endlich durch.
Nachdem der iPod vorgestellt worden war, hatte Jobs im groen Stil damit begonnen, die Musikunternehmen davon zu berzeugen, dass er ein
Geschftsmodell entwickeln knne, bei dem sogar junge Leute wieder bereit
sein wrden, fr ihre Musik zu bezahlen diesmal jedoch eher fr jeden Song
einzeln als fr ganze Alben. Wegen seines Auenseiter-Status gab es sofortigen Widerstand, vor allem gegen die Idee, Songs individuell fr 99 Cent pro
Stck zu verkaufen. (Natrlich wrde Apple von jedem Verkauf einen Anteil
bekommen.) Manche waren aus knstlerischen Grnden dagegen. Andere
wollten weiterhin ganze Alben verkaufen, auch wenn die meisten Kufer im
Grunde immer nur einige bestimmte Songs hren wollten. In Wahrheit aber
war der Zug lngst abgefahren. Die Leute nahmen lngst Alben auseinander
und stellten ihre eigenen Playlists zusammen.
Es dauerte nicht lange, bis klar war, dass Jobs etwas Einzigartiges anbot.
Er hatte, wie er es nannte, das whole widget im Sinn das volle Programm. Jede Plattenfirma verfgte nur ber ihre Knstler und deren Alben,
nur Softwarefirmen ber ihre eigenen Abspielprogramme. Apple konnte
dagegen ein Komplettpaket anbieten eine benutzerfreundliche Abspielsoftware, einen eleganten iPod und einen Store, in dem man sich herunterladen
konnte, was immer man hren wollte, und der sich nahtlos mit der Software
verknpfte.
Um den Download-Prozess legal zu halten, bot der Store zudem Schutz an
und erlaubte es den Musikfans, ihre Songs an verschiedenen Computern und
iPods zu hren, fr die sie sich jedoch registrieren lassen mussten. So wrden
sie nicht mehr in der Lage sein, ihre Kufe per E-Mail weiterzureichen, Songs
von einem iPod auf einen anderen Computer zu laden (und so die
Musiksammlung mit Freunden zu teilen) oder die Songs von anderen Computern zu kopieren. Es schadet dem Charakter, zu stehlen. Wir wollen eine
legale Alternative zur Verfgung stellen, sagte Jobs dem Rolling Stone.
Jobs leistete bei einem Musikboss nach dem anderen berzeugungsarbeit. Er wandte sich auch an Knstler, von Bono ber Sheryl Crow bis zu
Rapper Dr. Dre. Er flehte Irving Azoff, den Manager der Eagles, an, die Rockband dazu zu ermutigen, ihre Musik zum Kauf zur Verfgung zu stellen. Einer
nach dem anderen kamen sie an Bord.
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Ende April 2003 ffnete Jobs den Mac-Nutzern den iTunes-Store, der
ber etwa zweihunderttausend Songs verfgte und das Angebot noch ausbauen wrde. Apple hatte vorhergesagt, es wrden sich eine Million Songs in
sechs Monaten verkaufen lassen. Die erste Million aber wurde schon in sechs
Tagen erreicht, und niemals schaute irgendjemand zurck. Kurz gesagt,
fhrte das Trio aus iTunes-Software, dem iPod-Player und dem iTunes-Store
alles, was Apple am besten konnte, in einem schlssigen Gesamtkonzept
zusammen. So wird Apples unglaubliche Technikgrundlage mit Apples legendrer Benutzerfreundlichkeit und Apples grandiosem Design verbunden,
sagte Jobs. Diese drei Aspekte kommen hier zusammen, und genau das
macht uns aus.
Im Oktober 2003 ffnete Apple den iTunes-Store fr Windows-Nutzer.
Bei der Prsentation entschied sich Jobs dafr, begleitet von einem ungewhnlich sentimentalen Lied auf die Bhne zu kommen. Country-Legende
Johnny Cash war krzlich verstorben, und Jobs whlte einen seiner Songs,
die alte Beatles-Nummer In My Life, die Cash kurz nach dem Tod seiner
Frau aufgenommen hatte.
Jobs hatte sich den Song angehrt, nachdem Cash selbst gestorben war,
und er hatte ihn sehr bewegt. Er whlte ihn, wie er sagte, weil er fr mich
einfach ein Beweis dafr ist, wie viel Bedeutung Musik in unserem Leben
haben kann.
Mit diesem letzten Schritt, Apples erstem wahren Bruch mit seinen
Auenseiter-Wurzeln, nahm der Gang ins Musikgeschft wirklich Fahrt auf.
Im April 2004 waren einhundert Millionen Songs vom iTunes-Store aus
verkauft worden und weniger als zwei Jahre spter konnte der milliardste
Download gefeiert werden.
Nachdem sich zwischen 2001 und 2003 weniger als zwei Millionen iPods
verkauft hatten, waren es Anfang Januar 2005 bereits zehn Millionen. Eine
Mini-Version sowie ein winziger, gnstiger Shuffle, der nur hundert
Songs speichern konnte, wurden vorgestellt und spter der Nano. Mitte
2006, gerade einmal etwas mehr als ein Jahr spter, hatten die Verkufe
smtlicher iPods die Stckzahl von 58 Millionen erreicht.
Noch entscheidender war die damit verbundene Tatsache, dass Musik und
iPod-Verkufe inzwischen etwa die Hlfte von Apples Gesamtumsatz
ausmachten.
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Und das sollte noch nicht alles sein. Im Fortune-Magazin sagte der
langjhrige Apple-Beobachter Brent Schlender, dass man kein Raketentechniker sein muss, um sich vorzustellen, wie Apple spter weitere Varianten des
iPods herausbringen wird, etwa mit einem greren Farbdisplay oder mit der
Fhigkeit, mit anderen iApps zusammenzuarbeiten, die Videoclips oder persnliche Kalenderdaten verwalten. Eines Tages, so prophezeite er, wrde die
iPod-Technik womglich zu so etwas wie einem fortgeschrittenen Mobiltelefon fhren.
Jobs war in keiner Weise am Ende. Aber ihm standen unglaubliche
Herausforderungen bevor.
Steves Playlist
Als die iPods in immer mehr Hosentaschen auftauchten, wurde die Frage
Und was hast du auf dem iPod? zu einer Mglichkeit, andere Menschen
wirklich verstehen zu lernen. Journalisten stellten die Frage Prsidentschaftskandidaten, Verliebte fhlten sich mit ihr gegenseitig auf den Zahn, Freunde teilten ihre Lieblingsstcke, und manchmal fragten sogar Arbeitgeber
ihre Bewerber.
Musik war fr Steve Jobs besonders wichtig, war er doch ein unerschrockener Fan sowohl von Bob Dylan und den Beatles als auch von dem Cellisten
Yo-Yo Ma. Dieser war zwar nicht in der Lage, auf Jobs Hochzeit zu spielen,
kam dafr aber spter bei ihm zu Hause vorbei und spielte fr ihn Bach, was
Jobs zu Trnen rhrte.
Dein Spiel ist das berzeugendste Argument fr die Existenz Gottes, das
ich je gehrt habe, denn ich glaube nicht, dass ein Mensch zu so etwas aus
sich selbst heraus in der Lage ist, sagte Jobs zu ihm.
Welche Knstler befanden sich denn nun auf Steve Jobs iPod? Sein Biograf,
Walter Isaacson, durfte einen Blick darauf werfen:
Bob Dylan, vertreten mit fnfzehn Alben und sechs berspielten RaubkopieBndern
Die Beatles, mit Songs aus sieben Alben
The Rolling Stones, mit Songs aus sechs Alben
Joan Baez, vier Alben
Yo-Yo Ma, drei Alben
Aretha Franklin
Bachs Zweites Brandenburgisches Konzert
B. B. King
The Black Eyed Peas
Buddy Holly
Coldplay
Don McLean
Donovan
The Doors
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Grateful Dead
Green Day
Janis Joplin
Jefferson Airplane
Jimi Hendrix
John Mayer
Johnny Cash
Joni Mitchell
Moby
The Monkees
Seal
Simon & Garfunkel
Talking Heads
10 000 Maniacs
U2
Teil 3
Jobs teilt einen besonderen Moment mit Laurene nach einer Keynote-Prsentation bei der
Apple Developers Conference im Juni 2011
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Krebs
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In den spten 90er Jahren, als Jobs gerade damit beschftigt war, Apple
zu retten und unentwegt zum sechzig Meilen entfernten Pixar zu hetzen, entwickelte er uerst schmerzvolle Nierensteine. Ich rannte einfach immer
ins Krankenhaus und lie mir eine Demerol-Spritze in den Hintern geben,
und am Ende schied ich ihn aus.
Im Oktober 2003 riet ihm seine behandelnde Urologin zu einer Computertomografie der Nieren, da es bereits fnf Jahre her war, seit die letzten
Aufnahmen gemacht worden waren. Seine Nieren waren in Ordnung, aber
das neue CT ergab einen Befund auf seiner Bauchspeicheldrse.
Seine rztin riet ihm, sich weiteren Untersuchungen zu unterziehen
aber er tat es nicht. Einige Tage spter rief sie ihn an und schrfte ihm ein:
Das ist wirklich wichtig!
Jobs, inzwischen achtundvierzig Jahre alt, machte einen Termin, bei dem
die rzte, wie er es den Studenten erzhlte, den Tumor fanden. Aber dies
fand im Herbst 2003 statt, nicht Mitte 2004 tatschlich ziemlich genau zu
dem Zeitpunkt, da er die melancholische Johnny-Cash-Melodie fr seine
Prsentation gewhlt hatte.
Fr gewhnlich wchst Bauchspeicheldrsenkrebs schnell und ist unheilbar, aber Jobs litt an einer seltenen, langsam wachsenden Form, einem neuroendokrinen Tumor, der sich zwischen den Zellen niedergelassen hatte, die
fr die Insulinproduktion zustndig sind. Die rzte empfahlen die Operation,
in der Hoffnung, den Tumor entfernen zu knnen, bevor er ausstrahlen
wrde.
Wenn er sich der Operation unterzog und der Krebs noch nicht gestreut
hatte, waren Jobs berlebenschancen sehr gut. Viele Patienten leben nach so
einer Operation noch zehn Jahre oder lnger.
Aber die chirurgische Entfernung eines derartigen Tumors ist keine Kleinigkeit. Manchmal ist es ntig, neben dem Tumor auch umliegendes Gewebe
zu entfernen, und manchmal, bei der sogenannten Duodenopankreatektomie
wird es erforderlich, Teile der Bauchspeicheldrse, der Gallenblase sowie des
Magens, des Darms und des Gallengangs zu entfernen. Im Grunde wird also
der gesamte Verdauungstrakt neu zusammengesetzt.
Zum Entsetzen seiner Familie, seiner engsten Freunde und Apples
Chefetage entschied sich Jobs gegen die Operation. In seinem Berufsleben
war er oft schnell mit einer Antwort zur Hand etwas war grandios oder es
war Mist, es gab ein Ja oder ein Nein. In seinem Privatleben ging es selten so
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schwarz-wei zu. Er hatte sich nicht dazu durchringen knnen, fr Lisa ein
Vater zu sein, und mit der Entscheidung zu heiraten hatte er sich lange
schwergetan. Er war nicht einmal in der Lage, ein Sofa zu kaufen. Ebenso
wenig konnte er sich nun mit der Notwendigkeit der Operation arrangieren.
Stattdessen konzentrierte er sich noch verbissener auf seinen veganen
Speiseplan und vermied jegliche Art tierischer Nahrung zugunsten von Mohrrben und Fruchtsften. Er probierte Akupunktur, Naturarzneien und andere
alternative Herangehensweisen aus. Whrend seiner gesamten Karriere hatte
er es nicht gestattet, dass die Kunden an seinen Produkten herumbastelten,
und nun wollte er auch nicht, dass die rzte an ihm herumbastelten. Ich
wollte einfach nicht, dass sie meinen Krper ffneten, sagte er spter.
Seine Familie und die kleine Gruppe der Freunde, die von der Situation
wussten, flehten ihn whrenddessen an, es sich anders zu berlegen. Sie
sprachen immer wieder mit ihm. Sie baten die rzte, auf ihn einzuwirken.
Seine Frau verstand seine Sorge, was das ffnen seines Krpers anbelangte,
versuchte ihn aber davon zu berzeugen, dass der Krper existiert, um dem
Geist zu dienen. Sie zog jeden nur mglichen Menschen heran, um ihn
umzustimmen, einschlielich seiner Schwester Mona Simpson. Es war sehr
traumatisierend fr uns alle, verriet einer der Betroffenen aus dem inneren
Kreis dem Fortune Magazine.
Im Juli 2004 unterzog er sich einer weiteren Tomografie, und die Ergebnisse waren nicht gut. Der Tumor schien gewachsen zu sein und womglich
ausgestrahlt zu haben. Schlielich nderte Jobs seine Meinung, und am 31.
Juli 2004 nahmen die rzte eine Duodenopankreatektomie vor. Am nchsten
Tag schickte Jobs von seinem Krankenhausbett eine E-Mail an seine Angestellten, in der er seine seltene Krebserkrankung erklrte und berichtete, dass
sie geheilt werden knne, wenn man sie rechtzeig operativ behandelte. Bei
ihm sei dies geschehen, schrieb er, was bedeute, dass er keine Bestrahlung
oder Chemotherapie bentigen wrde. Er versprach, im September zurck
am Arbeitsplatz zu sein.
Wieder einmal war dies nicht die ganze Geschichte. Whrend der Operation fanden die rzte heraus, dass der Krebs auf mindestens drei Stellen seiner Leber bergegriffen hatte. Hatte das Aufschieben der Operation sein Leben
verkrzt? Es lie sich unmglich sagen, da niemand wusste, ob der Krebs
bereits ausgestrahlt hatte, als er neun Monate zuvor entdeckt worden war.
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Jobs begann eine Chemotherapie und dies war nicht die einzige Komplikation. Man sagte Jobs, er brauche wegen seiner schweren Operation regelmige Mahlzeiten und reichlich Proteine, einschlielich derjenigen in
Fleisch, Fisch und Vollmilchprodukten. Da er aber einen groen Teil seines
Leben Vegetarier bzw. Veganer gewesen war, hatte er diese Speisen stets vermieden, und er hatte vor, dies auch weiterhin zu tun.
Jobs war seit jeher ein schwieriger Esser gewesen. ber die Jahre hatte er
immer wieder in Restaurants Speisen zurckgehen lassen, weil er sie fr ungeniebar hielt, und sogar als Erwachsener mit eigener Familie bertrieb er
gern, a nur Mhrensalat mit Zitrone oder blo pfel und unternahm gelegentlich Fastenkuren. In der Hoffnung, Jobs davon berzeugen zu knnen,
seinem Krper zu geben, was dieser brauchte, begann seine Frau, die ebenfalls Veganerin gewesen war, Fisch und andere proteinreiche Kost auf den
Speiseplan der Familie zu setzen. Aber es war ein schwerer Kampf.
Mit der neuesten Technik, die 2004 zu bekommen war, waren die rzte in
der Lage, Teile des genetischen Materials des Tumors zu bestimmen, was es
ihnen ermglichte, sehr spezifische und zielgerichtete Behandlungsschritte
vorzunehmen. Aber die Kombination von Operation, Behandlungen, Schmerzmedikation und Ernhrungsproblemen machte es Jobs schwer, Gewicht
zuzulegen und zu halten. Immer wieder sah er dnn und ausgemergelt aus.
Jobs gesundheitliche Probleme bescherten Apple schwerwiegende
Herausforderungen. (Whrend viele Mitglieder der Chefetage es lieber gesehen htten, persnliche Probleme nicht ffentlich zu machen, ist die
Entscheidung nicht leicht zu treffen, wenn die Aktien eines Unternehmens an
der Brse gehandelt werden.) Gesetzlich sind Firmen dazu verpflichtet, ihren
Investoren Informationen offenzulegen, die das zuknftige Abschneiden der
Firma betreffen knnten, egal ob es um starke Umstze, ein neues Produkt,
Probleme mit einem aktuellen Produkt oder Sorgen um den CEO geht. (Schlielich treffen die Anleger finanzielle Entscheidungen basierend auf der Erwartung, wie das Unternehmen abschneiden wird, und um diese
Entscheidungen vernnftig treffen zu knnen, stehen ihnen diese Informationen schlichtweg zu.)
Bedenkt man, wie intensiv Jobs Engagement bei Apple war und welche
wichtige Rolle er bei Produkten wie dem sich rasant verkaufenden iPod-Sortiment und dem neuen iTunes-Store spielte, war seine Gesundheit eindeutig
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Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, indem ihr das Leben
von jemand anderem lebt.
Lasst euch auch nicht von den Erwartungen anderer leiten und passt euch
nicht ihren Meinungen an.
Und, was am wichtigsten ist, fgte er hinzu, habt den Mut, eurem
Herzen und eurer Intuition zu folgen. Sie wissen bereits, was ihr wirklich
werden wollt.
Bei seinem Kampf gegen den Krebs und whrend er sich seinem eigenen
mglichen Tod stellte, hatte Jobs diesen Rat auch fr sich selbst beherzigt.
Bedenkt man, dass das Forbes-Magazin sein (wachsendes) Nettovermgen
auf mehr als drei Milliarden Dollar schtzte Pixar und iPod sei Dank
htte er zumindest einen Teil seiner Gedanken auf wohlttige Zwecke richten
knnen und darauf, wie er mit seinem gigantischen Wohlstand einen Beitrag
htte leisten knnen. Aber es war nie Jobs Art gewesen, Geld wegzugeben.
Kurz nach seinem Weggang von Apple richtete er eine Stiftung ein, schloss sie
aber nach etwa einem Jahr wieder.
Als er 1997 zu Apple zurckkehrte, schaffte er smtliche Wohlttigkeitsprogramme des Unternehmens ab, einschlielich des Angebots, wohlttige
Spenden der Angestellten zu verdoppeln. Die Programme wurden nicht
wieder aufgenommen, solange er die Verantwortung trug.
Jobs nahm nur selten an Spendengalas oder hnlichen Veranstaltungen
teil und erklrte seinem Biografen Isaacson, er habe dazu geneigt, philanthropische Unternehmungen abzulehnen. Es gingen Gerchte um, er habe
hinter groen anonymen Spenden gesteckt, aber das war nur Spekulation.
2010 forderten Bill und Melinda Gates andere reiche Familien dazu auf, mehr
als die Hlfte ihres Vermgens an Wohlttigkeitsorganisationen zu spenden.
Seitdem sind mehrere Dutzend Milliardre und Millionre dem Aufruf
nachgekommen, aber Jobs gehrte nicht zu ihnen.
Seine Frau Lauren setzte sich stark fr Bildungsfrderung ein und rief das
Programm College Track ins Leben, das Schlern aus einkommensschwachen Familien mittels Frderunterricht dabei helfen sollte, einen
Collegeplatz zu bekommen. Jobs sagte: Ihre Arbeit beeindruckt mich sehr.
Aber er besuchte nie eines dieser Frderunterrichtsprogramme.
Seit seiner Krankheit, berichtete ein Freund der New York Times, hat er
sich auf zwei Dinge konzentriert darauf, das Team bei Apple aufzubauen,
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und auf seine Familie. Der Freund fgte hinzu: Das ist sein Vermchtnis.
Alles andere ist blo Ablenkung.
Bei der Herausforderung, die der Kampf mit seiner Krankheit bedeutete,
htte er sich zur Ruhe setzen und mehr Zeit mit seiner Familie verbringen
knnen. Im Herbst 2005 wurde sein Sohn Reed vierzehn, Erin zehn, und Eve,
seine Jngste, ging noch nicht einmal zur Schule.
Aber seine erste Liebe galt Apple, und sie war seine Berufung. Er arbeitete
hart daran, nach der Operation wieder auf die Beine zu kommen und an den
Arbeitsplatz zurckkehren zu knnen. Einige seiner wichtigsten Aufgaben lagen noch vor ihm.
Das Executive Team hinter dem iPhone-Design. Von links: Philip Schiller, iPod-Boss Tony
Fadell, Design Chief Jonathan Ive, Apple CEO Steve Jobs, Scott Forstall und Eddy Cue
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Erlsung
Steve Jobs hatte seit jeher ein Problem mit Knpfen und Tasten.
Als er den ersten Macintosh kontrollierte, forderte er das Weglassen der
Cursortasten, damit die Nutzer die Vorteile der Maus nutzten und um sie
simpel zu halten, bestand er darauf, dass die Maus nur ber einen Knopf verfgte, anstatt ber die gewnschten zwei oder drei. Als der iPod entworfen
wurde, weigerte er sich, einen An-und-Aus-Knopf zuzulassen, und ordnete
an, dass sich alle weiteren Knpfe auf ein Minimum beschrnkten. Im Aufzug
des Apple-Stores in Tokyo gab es berhaupt keine Knpfe, er hielt einfach auf
jedem der vier Stockwerke.
Das Wall Street Journal vermutete sogar einmal, er habe eine Vorliebe fr
Rollkragenpullover, weil ihn so keine Knpfe ausbremsten.
Als Jobs begann, ber ein Apple-Telefon nachzudenken, war eine seiner
ersten Ideen dementsprechend, die Tasten loszuwerden und die Kraft der
Berhrung zu nutzen.
Der Einfall kam ihm nicht von jetzt auf gleich, sondern entwickelte sich
mit der Zeit. Als er in den spten 90er Jahren zu Apple zurckkehrte, missfiel
ihm ganz besonders das Newton Message Pad, bei dem man eine Art Stift,
Stylus genannt, benutzte, um auf dem Bildschirm zu schreiben. Jobs fand das
lcherlich und berflssig. God gave us ten styluses (Gott hat uns zehn
Stylusse gegeben), sagte er und wackelte mit den Fingern. Lasst uns nicht
noch einen erfinden.
Da er wusste, dass Microsoft an einem Tablet-PC mit Stylus arbeitete,
fragte Jobs seine Designer, ob sie nicht ein Modell entwickeln knnten, das
sich mit Berhrungen steuern liee und keine zustzliche Tastatur mehr
brauchte. Die Gruppe arbeitete bereits daran, wie man die Finger benutzen
konnte, um das Track Pad an einem neuen Laptop, dem MacBook Pro, mittels Berhrungen mit den Fingern zu steuern, und sie testeten, ob sie diese
Fhigkeit so weit entwickeln konnten, dass man die Finger direkt auf dem
Bildschirm einsetzen knnte. Nach einiger Zeit gelang es den Designern, und
sie entwarfen die sogenannte Multi-Touch-Oberflche, die es ermglichte,
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schlielich das iPhone und spter noch Hunderte weitere Technikgerte mit
einer bemerkenswert festen Glasschicht.
Selbst nachdem das Glas-Problem gelst war, gab Jobs keine Ruhe. An
einem Montagmorgen kam er zu den Designern und sagte: Ich liebe das einfach nicht. Ich kann mich nicht davon berzeugen, mich darin zu verlieben.
Statt den glsernen Bildschirm in einem Aluminiumgehuse einzubetten,
wollte er, dass das Glasdisplay erst an den Kanten des Telefons abschloss. Die
Designer mussten von vorne beginnen auch Antenne und Schaltanordnung
mussten angepasst werden , um die Anmutung des Telefons entsprechend
zu ndern. Es musste einfach perfekt sein.
Zu dem Deal, den Jobs mit dem Mobilfunkkonzern Cingular ausgehandelt
hatte, der spter ein Teil von AT&T werden sollte, gehrte es, dass dessen
Fhrungskrfte erst einige Wochen vor dem Verkaufsstart das Telefon zu
Gesicht bekommen wrden. Jobs berzeugte AT&T zudem davon, die Anmeldeprozedur fr das Telefon zu erleichtern. Im Gegenzug fr die Exklusivrechte am Vertrieb wrde sogar ein Anteil der monatlichen Nutzergebhren
an Apple gehen. Und whrend andere Telefonhersteller den Namen des
Mobilfunkunternehmens auf das Handy druckten, weigerte Apple sich, sein
iPhone mit At&Ts Logo beflecken zu lassen.
Bei dem Macworld-Event im Januar bewarb Jobs das iPhone dann als
revolutionres Produkt, das den besten iPod aller Zeiten, ein groartiges
Mobiltelefon und, zum ersten Mal, das Internet fr die Hosentasche
miteinander verband.
Und es gab noch etwas: Apple entfernte das Wort Computer aus seinem
Firmennamen. Apple Inc. stellte inzwischen eine bessere Beschreibung fr
Amerikas fhrendes Unternehmen fr Verbraucherelektronik dar.
Jobs angestrebter Umschwung war beinahe abgeschlossen und er hatte
zweifelsfrei bewiesen, dass seine Rolle in der Schaffung der PersonalComputer-Industrie mit dem Apple II und dem Macintosh kein Zufallstreffer
gewesen war. Mit visionrem Denken, Genialitt und Courage hatte er ein
Unternehmen bernommen, das am Rande des Zusammenbruchs gestanden
hatte, und es mit einem cleveren und bunten iMac gerettet. Jahrelang hatte
Apple sich kaum auf dem Markt halten knnen, den das Unternehmen selbst
geschaffen hatte, und sank von 7 Milliarden Umsatz auf 5,4 Milliarden zum
Ende des Geschftsjahres im September 2001, kurz bevor der iPod ausgeliefert wurde.
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Dann, zustzlich zu seiner Wiederbelebung der Personal-Computer-Industrie und seiner Hilfe bei der Erschaffung eines vllig neuen Genres herzerwrmender computeranimierter Filme, revolutionierte Jobs mit dem iPod
und dem iTunes-Store das Musik-Business. Zwischen 2001 und Ende des
Jahres 2006, wenige Monate vor dem Verkauf des iPhones, hatte sich Apples
Umsatz mehr als verdreifacht (auf 19 Milliarden Dollar), und die Gewinne
stiegen sprunghaft auf beinahe 2 Milliarden Dollar an. Eine Aktie des Unternehmens, die Anfang 2003 auf den Tiefpunkt von 7 Dollar gesunken war,
wurde Anfang 2007 mit ber 80 Dollar gehandelt. Jemand, der am Tiefpunkt
hundert Aktien im Wert von 700 Dollar erworben hatte, besa nun also Anteile im Wert von 8000 Dollar.
Mit diesen Ergebnissen gestaltete Jobs die Landschaft der Verbraucherund Unterhaltungselektronik vllig neu. Es ist nicht so, dass er Technologien erfindet, er verbessert die bereits vorhandenen, schrieb New-YorkTimes-Redakteur John Markoff. Und Jobs selbst sagte ber seine neue
Kreation: Ich mchte nicht, dass die Leute dies fr einen Computer halten.
Fr mich ist es die Neuerfindung des Telefons.
Der Journalist und Gesellschaftskommentator Malcolm Gladwell drckte
es anders aus. Jobs sei ein Tweaker, ein Optimierer. Er erklrte: Der
Visionr beginnt mit einem leeren Blatt Papier und stellt sich die Welt ganz
neu vor. Der Optimierer findet die Dinge vor, wie sie sind, und dann muss er
so lange zerren und ziehen, bis er sie zur Perfektion gefhrt hat. Das ist keine
geringere Aufgabe.
Wozniak entwickelte den Schaltplan, um einen Personal Computer
herzustellen, aber Jobs optimierte die Ideen und lie nicht locker, bis sie zum
Macintosh wurden. Er erfand keine Animationsfilme, Musikplayer oder
Smartphones, aber er revolutionierte sie durch eine neue Herangehensweise.
Ironischerweise kmpfte er erbittert gegen diejenigen, die mit seinen fertigen Produkten herumbasteln wollten. Er war gegen weitere Anschlussmglichkeiten und austauschbare Akkus, wobei er so weit ging, dass er Schrauben
verwendete, die es den Kunden beinahe unmglich machten, die Gerte eigenhndig zu ffnen. Der grte Optimierer seiner Generation hatte keine
Lust, dass an seinen Erfindungen herumoptimiert wurde, schrieb Gladwell.
Ende Juni 2007 standen die Kunden Schlange, um zwischen 499 und 599
Dollar fr ein iPhone zu zahlen (je nach Speicherplatz), auch wenn die
meisten anderen Smartphones auf 300 Dollar oder weniger herabgesetzt
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worden waren. In den ersten drei Monaten verkaufte Apple 1,4 Millionen
Stck.
Der Absatz nahm Fahrt auf, als Apple im Herbst den Hchstpreis um 200
Dollar auf 399 Dollar senkte und das billigere Modell vom Markt nahm. Wie
immer beschtzte Jobs sein Baby umsichtig. Zu der ausgefeilten
Verkaufsstrategie gehrte auch, dass Jobs die Software, die auf dem Telefon
benutzt werden konnte, nicht freigeben wollte. Nach einem Aufschrei der unabhngigen Programmierer, die bereits mit den Hufen scharrten, um fr die
angesagte neue Technik Apps zu entwickeln, stimmte er zu, ein Jahr nach der
Markteinfhrung des iPhones einen App-Store einzurichten.
Ebenso wie der Windows-kompatible iTunes-Store die iPods benutzerfreundlicher gemacht hatte, verschaffte der App-Store dem iPhone einen Aufschwung. Im Geschftsjahr 2008 verkaufte Apple mehr als elf Millionen Telefone. Der Gesamtumsatz schoss auf den Betrag von 37,5 Milliarden Dollar
und der Gewinn auf sechs Milliarden.
Whrend Apple sich in einen Giganten verwandelte, hatte Jobs gegen sein
Bedrfnis anzukmpfen, Kontrolle ber die Botschaft und seine Produkte
auszuben. Solange er ein Underdog gewesen war, hatten sich die meisten
Journalisten und Fans bereitgefunden, ber seine Streitsucht und seine
scharfe Zunge hinwegzusehen. Als sehr viel mchtigerer Akteur kam er jetzt
jedoch als Tyrann des Pausenhofs herber.
Im April 2010 verga ein Apple-Angestellter versehentlich den Prototypen
einer zuknftigen iPhone-Version in einer Bar. Die Leute, die ihn fanden,
verkauften ihn fr 5000 Dollar an die Technik-Website Gizmodo. Diese nahm
ihn sofort auseinander und teilte smtliche Konstruktionsdetails der ffentlichkeit mit.
Jobs rief einen der Gizmondo-Redakteure persnlich an. Hier ist Steve,
sagte er. Ich will wirklich mein Telefon zurck. Bei den folgenden Gesprchen blieb Jobs hart, behielt zugleich aber seinen Sinn fr Humor. So
begann er einen seiner Anrufe mit den Worten: Hier ist DEIN NEUER
LIEBSTER MENSCH AUF ERDEN.
Apple bekam sein Telefon zurck, erstattete jedoch Anzeige beim San
Mateo County Sheriffs Department, dessen Leute daraufhin bei dem Journalisten, der die Story geschrieben hatte, die Tren eintraten und mehrere
Computer beschlagnahmten. Weder gegen den Journalisten noch gegen die
Website wurde je Anklage erhoben, trotzdem waren viele Medienvertreter der
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Ansicht, diese harten Bandagen seien bertrieben. Die zwei Mnner, die das
Telefon verkauft hatten, wurden wegen Unterschlagung von verlorenem Eigentum belangt.
Einige Mitglieder des Apple-Vorstands warnten davor, dass die Firma arrogant erscheinen knne, aber Jobs nahm ihnen das nicht ab. Das macht
mir keine Sorgen, weil wir nicht arrogant sind, sagte er.
Nachdem 2010 das iPhone 4 auf den Markt gekommen war, stellten die
Konsumenten aufgebracht fest, dass ein Fehler in der Konstruktion dazu
fhrte, dass Telefonate abbrechen konnten, wenn man das Telefon falsch
hielt. Das uere Metallband hatte unten links eine Lcke, und wenn sie
durch einen Finger berbrckt wurde, strte dies die Verbindung.
Als einer der Kufer sich per E-Mail beschwerte, stie er bei Jobs, der sich
gerade auf Hawaii befand, auf wenig Verstndnis. Kein Thema, schrieb er
zurck. Vermeiden Sie einfach, es so zu halten.
Eine Haltung, die die Fans, die gerade den vollen Preis gezahlt und von
Apple mehr erwartet hatten, nicht zufrieden stellte. Ebenso wenig wie der
Vorschlag, sie sollten sich eine Schutzhlle kaufen. Jobs nahm die Kritik persnlich und schmollte. Aber damit war es vorbei, als sich der Vorwurf mehrte,
Apple fhre sich auf wie Microsoft. Schlielich rumte Apple ein, dass das
iPhone nicht perfekt sei. Man versprach, das Problem in Ordnung zu bringen
und allen, die es wnschten, eine kostenlose Schutzhlle zur Verfgung zu
stellen.
Die Probleme waren bald aus der Welt, und Apple fuhr weiterhin enorme
Umstze ein. Steve Jobs hatte einen weiteren Home Run erzielt, was ihn eigentlich htte zufrieden stellen mssen. Aber eins stand noch aus.
Brsenskandal
Sein Sinn fr Design war makellos, Jobs Gehaltsentscheidungen gefhrdeten 2006 jedoch seinen Job.
Die Probleme begannen bereits Anfang 2000, als Jobs Aktienoption
zugesichert wurden. (Diese ermglichen es, Aktien in der Zukunft zu einem
festgelegten Preis, dem sogenannten Ausbungspreis, zu erwerben.) Ein Anreiz, der erheblich steigt, wenn der Wert der Aktien dies ebenso tut. Im folgenden Jahr jedoch fiel der Wert von Apples Aktien.
Im Sptsommer 2001 stimmte der Vorstand dafr, die Option verfallen zu
lassen und sie gegen neue zu ersetzen, die den aktuell niedrigeren Aktienwert reflektierten. Fr gewhnlich wird der Ausbungspreis auf den Tag
festgelegt, an dem die Optionen ausgegeben werden. Aber die AppleFhrungskrfte whlten ein frheres Datum, an dem der Aktienwert niedriger gewesen war, und erhhten somit Jobs potentiellen Profit.
Diese Praxis der Rckdatierung ist nicht per se illegal sie wird es erst,
wenn die Umdatierung nicht ffentlich gemacht und entsprechend verrechnet wird. Apple tat beides nicht.
2006 verffentlichte das Wall Street Journal eine mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Artikelserie ber die Rckdatierungspraxis Dutzender Unternehmen, die es ihren Fhrungskrften damit ermglicht hatten, hheren Profit
einzustreichen. Keiner davon stach allerdings derartig heraus wie Steve
Jobs.
Nicht nur hatte er rckdatierte Optionen akzeptiert, er hatte auch gnstige
Daten fr eintrchtige Gewinne fr andere Fhrungskrfte vorgeschlagen,
wie Apple berichtete. Nach einer internen Untersuchung kam die Firma jedoch zu dem Schluss, er habe sich kein Fehlverhalten zuschulden kommen
lassen. Er profitierte nicht persnlich, da sein zweiter Anteil von Optionen
nie zu Geld gemacht worden war und er die buchhalterischen Implikationen nicht verstanden habe.
Jobs entschuldigte sich persnlich bei den Apple-Anteilseignern und -Angestellten fr diese Probleme, die unter meiner Aufsicht angefallen sind und
fgte hinzu: Sie passen berhaupt nicht zu Apple. Apple musste die
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Firmenbilanz korrigieren und um 150 Millionen reduzieren, um die Rckdatierungen auszugleichen.
Die Brsenaufsicht leitete keinerlei Schritte gegen Jobs ein, klagte jedoch
gegen Apples frheren Chief Financial Officer und seine ehemalige Justiziarin. Ohne je ein Schuldeingestndnis abzugeben, kamen beide zu einer Einigung mit der Brsenaufsicht, zahlten Zivilstrafen und gaben beide mehr als
eine Million des Gewinns ihrer eigenen Optionen ab.
Steve Jobs prsentiert bei einer Apple Developers Conference am 6. Juni 2011 zum letzten
Mal ffentlich ein Produkt
21
Leben
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Ganz gewiss gingen nicht alle Apple-Ideen auf. Die erste Version des
Apple TV, ein Versuch, smtliche Programme, Filme, YouTube- und
Homevideos mittels einer Set-Top-Box auf dem Fernseher zusammenzubringen, kam nicht recht in Gang und wurde aufgegeben. Zwei weitere Versionen
haben noch immer kein groes Publikum erreicht, aber Jobs, der das Produkt
als Hobby bezeichnete, versuchte es weiter.
Er unterschied noch immer zwischen einem Schlag und einem Fehlschlag
und einer schlicht schlechten Performance, und seine Krankheit hielt ihn
nicht davon ab, mitzuteilen, was er dachte. Mitte 2008 sollte ein neuerer EMail-Dienst namens MobileMe sowohl bei den Computern als auch auf den
iPhones angewendet werden funktionierte jedoch nicht besonders gut. Das
System synchronisierte den E-Mail-Account auf den verschiedenen Gerten
nicht verlsslich, und manche Nachrichten gingen verloren. Die Kunden
zeigten sich unzufrieden.
Jobs bestellte das Team ein und begann das Meeting mit einer grundlegenden Frage: Kann mir einer von euch erklren, was MobileMe tun soll?
Nachdem er eine gute Antwort erhalten hatte, lie er eine weitere Frage
folgen und zwar in saftigen Ausdrcken: Warum ver noch mal tut es das
dann nicht?
Keine Antwort darauf wrde gut genug sein, und in harscher Brutalitt
beschimpfte er das Team: Ihr habt Apples guten Ruf beschmutzt, sagte er.
Ihr solltet euch gegenseitig dafr hassen, euch so im Stich gelassen zu
haben! Vor der gesamten Gruppe wechselte er die Projektleitung aus.
Schlielich wurde der Dienst in Ordnung gebracht.
Auch als Jobs sich seiner eigenen Sterblichkeit stellen musste, wurde er
nicht sanfter oder reflektierter, weder am Arbeitsplatz noch bei seiner Familie. Obwohl er wusste, dass seine Zeit begrenzt war, konnte er nicht von seiner Arbeit lassen.
Im Frhling 2008 flog er mit seiner Familie nach Hawaii, aber selbst dort
erklrte er sich zu einem Interview mit der Fortune-Magazin-Redakteurin
Betsy Morris bereit. Als sie fertig waren, bat er sie, das Aufnahmegert auszuschalten. Dann machte er ein schmerzliches Gestndnis: Ich liebe meine
Familie. Und ich komme jedes Jahr hierher. Ich mchte hier sein, sagte er.
Aber es fllt mir schwer. Immer, immer denke ich an Apple.
Wie in seiner Jugend gab es noch so vieles, was er erreichen wollte. Aber
sein Zustand verschlechterte sich. Im ersten Halbjahr 2008 verlor er vierzig
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Pfund, was, da er ohnehin schon sehr dnn war, seine Familie zutiefst erschtterte. Seine ausgemergelte Erscheinung hatte ohnehin bei Journalisten
und Investoren Sorgen ber die Gesundheit des Top Executives ausgelst, der
Apple nicht blo leitete, sondern Apple war. Anfangs schrieb die Firma seinen Gewichtsverlust einem gewhnlichen Virus zu. Spter lie man Journalisten und alle anderen, die nachfragten, wissen, Jobs Gesundheit sei eine
Privatangelegenheit.
In Wahrheit war es so, dass Jobs Krper durch die Ausbreitung des
Bauchspeicheldrsenkrebses lngst damit begann, sich selbst aufzuzehren
und immer schwcher zu werden. Jobs Leber war von der Krankheit angegriffen worden, und mit den Informationen, die ihnen ber die genetische
Zusammensetzung seines Tumors zur Verfgung standen, fhrten die rzte
nach wie vor zielgerichtete Therapien durch.
Im selben Jahr sah sich das amerikanische Bankensystem der schwersten
Finanzkrise der letzten hundert Jahre gegenber, wobei einige der wichtigsten Akteure strzten. Auch wenn weiterhin iPods und iPhones gekauft wurden, fiel Apples Aktienwert Ende 2008 um mehr als die Hlfte auf ein Tief
von 85 Dollar, was sowohl mit der Sorge um Jobs Gesundheit als auch mit
dem tiefen Einbruch des gesamten Aktienmarkts zu tun hatte.
Ende des Jahres sagte Jobs, zusammen mit anderen Verpflichtungen,
seinen geplanten Auftritt bei der Macworld ab, was erneut die Gerchtekche
anheizte. Bei einem ffentlichen Statement schob er Anfang Januar 2009
seine Probleme auf ein hormonelles Ungleichgewicht. Ende Januar lie er
sich dann offiziell aus medizinischen Grnden freistellen und gab bekannt, er
habe krzlich erfahren, dass meine gesundheitlichen Probleme komplexer
sind, als ich ursprnglich angenommen hatte. Die US-Brsenaufsicht erffnete ein Untersuchungsverfahren, um zu klren, ob Apples Bekanntmachungen der Wahrheit entsprochen hatten. Whrend eine Privatperson
Informationen zurckhalten kann, stellt das bewusste Irrefhren von Investoren ein Problem dar. Aber die Brsenaufsicht verfolgte die Sache nie
konsequent.
2009 begann Jobs mit dem ehemaligen Time-Magazine-Redakteur Walter Isaacson an seiner Biografie zu arbeiten. Mit dem Vorschlag, seine
Lebensgeschichte aufzuschreiben, wandte er sich zum ersten Mal 2004 an
Isaacson, zu Beginn seiner Krankheit. Isaacson, der bereits Biografien von Albert Einstein, Henry Kissinger und Benjamin Franklin verfasst hatte, hielt
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Jobs fr zu jung und den Zeitpunkt fr verfrht. Sie blieben in Kontakt, aber
schlielich war es Laurene, die sich mit folgenden Worten an den Autor
wandte: Sie sollten es wirklich jetzt tun. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten
gestattete Jobs einem Journalisten vollen Zugang zu seiner Arbeit, seinem
Familienleben und seiner Gedankenwelt.
Jobs Onkologe hatte ihn seit Monaten darauf vorbereitet, dass er womglich eine Lebertransplantation in Erwgung ziehen msse. Im Januar 2009
wurde er schlielich in Kalifornien auf eine Warteliste gesetzt. Der Bedarf an
Spenderorganen war dort jedoch derartig hoch, dass die Chance, rechtzeitig
eines zu bekommen, gering war. Um seine Mglichkeiten zu verbessern, trug
er sich zudem auf einer Warteliste in Memphis, Tennessee, ein.
Eine gute Entscheidung. Im Mrz erhielt er einen Anruf aus Memphis, bei
dem ihm mitgeteilt wurde, dass die Leber eines jungen Mannes, der bei
einem Autounfall ums Leben gekommen war, zur Verfgung stnde. Jobs
und seine Frau stiegen unverzglich ins Flugzeug, und die Operation verlief
gut. Doch, wie Isaacson schrieb, fanden die rzte nicht nur auf der gesamten
Leber Metastasen, sondern auch auf dem Gewebe um die Organe der
Umgebung.
Da der Krebs streute, wrde die Transplantation keine Heilung bedeuten.
Krebszellen befanden sich mit hchster Wahrscheinlichkeit in anderen
Bereichen des Krpers. Stattdessen brachte die Transplantation hauptschlich mehr Zeit und war zugleich besonders heikel, da Transplantationspatienten auf Medikamente angewiesen sind, die eine Abstoung des neuen Organs verhindern und zugleich das Immunsystem unterdrcken, sodass sich
auch der Krebs leichter ausbreiten konnte.
Eine Leber zu ersetzen ist ein langer und komplizierter chirurgischer Eingriff, und die Erholung davon vollzog sich nur langsam. Jobs musste mhsam
wieder mit dem Laufen beginnen, wozu er sich anfangs immer an einem Stuhl
festhielt. Jeden Tag, erinnerte sich seine Schwester Mona Simpson, stand er
mit Beinen auf, die zu dnn zu sein schienen, um ihn tragen zu knnen, die
Arme gegen den Stuhlrcken gedrckt. Er schob den Stuhl auf das Schwesternzimmer zu, und dort angekommen, setzte er sich darauf und ruhte sich
aus, bevor er den Rckweg antrat.
Laurene ermutigte ihn. Du schaffst das, Steve, sagte sie. Jeden Tag versuchte er, ein Stckchen weiter zu kommen.
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Er erholte sich und kehrte Ende Mai nach Hause zurck. Anfang Juni
begann Jobs damit, bei sich zu Hause Meetings abzuhalten, und Ende des
Monats kehrte er in sein Bro zurck, wo er am ersten Tag genau dort und
genau so weitermachte, wo er aufgehrt hatte mit einer ganzen Reihe von
Wutausbrchen.
Nun, da er zurck war, hatte Jobs erneut die Chance, eine weitere Kerbe
ins Universum zu schlagen. Die neue Leber vernderte sein Verhalten so gut
wie gar nicht. Noch immer schickte er Mahlzeiten als ungeniebar zurck und
erniedrigte Menschen in der ffentlichkeit. Als einer seiner vertrautesten
Kollegen ihn beiseitezog und ihn daran erinnern wollte, nachsichtiger zu sein,
entschuldigte er sich und sagte, er habe es verstanden. Dann aber ging alles
von vorne los. So bin ich eben einfach, sagte er.
Wie viele groe Mnner mit auergewhnlichen Begabungen ist er nicht
auf jedem Gebiet auergewhnlich, sagte Laurene Powell zu Isaacson. Ihm
fehlt die soziale Kompetenz, etwa sich in andere hineinversetzen zu knnen,
aber er engagiert sich sehr dafr, Menschen zu strken und zu frdern und
ihnen die richtigen Werkzeuge in die Hand zu geben.
Im November 2009 ernannte ihn das Fortune-Magazin zum CEO des
Jahrzehnts und erklrte: Das zurckliegende Business-Jahrzehnt gehrt
Jobs. Er sei ein Showman, ein geborener Verkufer, ein Magier, der ein
berhmtes Realittsverzerrungsfeld erschafft, und ein tyrannischer Perfektionist, stellte das Magazin fest. Er habe in zehn Jahren drei Mrkte radikal
und umsatztrchtig neu geordnet: die Musik, die Filme und die Mobiltelefone
und sein Einfluss auf seine ursprngliche Industrie, den Computermarkt,
ist nur gewachsen. Kein Wunder, hie es, dass er weltberhmt sei.
Zudem hatte er noch ein weiteres neues Produkt im rmel. Da das iPhone
die Umstze nach oben schieen lie, war nun die Zeit gekommen, die alte
Tablet-PC-Idee aus der Schublade zu holen. Zusammen mit Jony Ive
entschloss sich Jobs zu einem abgerundeten Rechteck, leicht und einladend
genug, um es mit einer Hand aufheben zu knnen, gro genug, um ein Buch
darauf zu lesen, zugleich klein genug, um es ohne Probleme in eine Handoder Aktentasche stecken zu knnen.
Noch immer auffllig dnn, kehrte er im Januar 2010 auf die Bhne
zurck, um das iPad vorzustellen, einen Tablet-Computer mit Touchscreen,
dessen Preis von 499 bis 829 Dollar reichte. Die gewhnlich enthusiastischen
Reaktionen auf ein neues Apple-Produkt fielen gedmpft aus. Ohne Tastatur
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ersetzte das Gert nicht wirklich einen Computer. Es war zu vielen der hippen
Sachen in der Lage, die auch das iPhone beherrschte, aber es passte nicht in
die Hosentasche. Einigen Kritikern und sogar zuknftigen Kunden fiel es
schwer zu verstehen, wozu es gut sein sollte.
Innerhalb von Stunden gingen achthundert E-Mails in Jobs Account ein,
von denen sich die meisten ber die Dinge beklagten, die dem Tablet-Computer fehlten. Das hat mich schon ziemlich runtergezogen, gab Jobs zu.
Das schlgt einen ein bisschen zurck.
Keiner derjenigen, die sich beschwerten, hatte jedoch das iPad aus der
Nhe gesehen oder es gar in Hnden gehalten. Als es im April ausgeliefert
wurde, nderte sich die Stimmung. Mit dem Tablet-Computer lie sich auf
den ersten Blick vielleicht nicht allzu viel Neues anstellen, aber er lag wunderbar in der Hand und es lie sich fantastisch mit ihm spielen. Mit der
Entwicklung von iPod, iPhone und nun dem iPad hatten es, wie der Autor
Stephen Fry vermerkte, Jobs, Ive und das Apple-Team verstanden, wie sich
die ungemein persnliche Beziehung einfangen lsst, die sich zwischen uns
und den Dingen entwickelt, die wir tglich in Hnden halten und benutzen.
Wie Ive ihm sagte: Fr uns geht es nur darum, so lange zu feilen, bis es so
aussieht, als stnde nichts mehr zwischen dem Nutzer und dem Inhalt, mit
dem er interagiert.
Auf dieselbe Weise, mit der der iPod das Geschft mit der Musik umgekrempelt hatte, erschufen Jobs und das iPad neue Mglichkeiten fr ElectronicBooks. Das iPad war Musikplayer, Spielgert und mobiler Internetzugang,
aber es war auch ein E-Reader. Vor dem Verkaufsstart des iPads hatte
Amazon mit seinem Kindle diesen Markt beherrscht. Nun, mit einem neuen
Gert und dem iBookstore, konnten die Verleger greren Einfluss darauf
nehmen, wie viel ihre E-Books kosten sollten, und die Leser konnten eine
grere Auswahl nutzen.
Zwischen April und Ende September 2010 verkaufte Apple 7,5 Millionen
iPads. Insgesamt, zusammen mit dem schnell wachsenden iPhone und aufgefrischten Macs, erreichte Apples Umsatz zum Ende des Geschftsjahres 2010
den Hchstwert von 65 Milliarden Dollar. Er war innerhalb eines Jahres um
50 Prozent gestiegen, und der Gewinn erreichte 14 Milliarden 21 Cents von
jedem eingenommenen Dollar , etwa dreimal so viel Profit wie bei einer normalen Firma blich.
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Im Mai 2010 schlielich wurde Apple zum wertvollsten Elektronikunternehmen der Welt. Ausgehend vom Aktienwert, schtzten Investoren die
Firma auf 222 Milliarden Dollar, womit sie Microsofts 219 Milliarden knapp
berholte. Whrend Microsofts Wert 2011 weitgehend stagnierte, strmte
Apple weiter voran und schloss 2011 mit 376 Milliarden.
Jobs wiederum konzentrierte sich auf anderes, auf die persnlichen Ziele,
die er sich gesetzt hatte, um durch seine Krankheit hindurchzukommen. Er
lie sich eine elegante Yacht bauen, auf der er, wie er hoffte, eines Tages mit
seiner Familie Reisen unternehmen knnte. Es war, wie Bob Dylan gesungen
hatte: He not busy being born is busy dying, und Jobs wurde klar: Wenn er
damit aufhren wrde, Zukunftsplne zu schmieden, wrde er keine Zukunft
haben.
Er und sein Sohn Reed vergtterten einander, und er wollte unbedingt
miterleben, wie Reed seinen Highschoolabschluss machte. Als es im Juni
2010 so weit war, genoss er den Moment sehr und schrieb von der Abschlussfeier aus eine E-Mail: Heute ist einer meiner glcklichsten Tage. Auf einer
Party am selben Abend tanzte Reed mit jedem einzelnen Mitglied der Familie, auch und das blieb allen wohl am meisten im Gedchtnis mit seinem
Dad.
Jobs Beziehung zu seinen Tchtern war komplizierter. Lisa, inzwischen
Anfang dreiig, besuchte ihn zwei Mal in Memphis. Anschlieend gingen sie
und ihr Vater erneut durch einen Monat, in dem sie nicht einmal mehr
miteinander telefonierten. 2011 kam sie nach Palo Alto, um ihn zu sehen.
Seine jngste Tochter, Eve, die bald schon ein Teenager sein wrde, war
willensstark und entschlossen wie ihr Vater, und war am geschicktesten darin, ihm klarzumachen, was sie von ihm erwartete.
Die fnfzehnjhrige Erin hatte es sich 2010 in den Kopf gesetzt, mit ihrem
Vater zur Oscar-Verleihung zu gehen, aber er wollte nichts davon hren.
Stattdessen war er in der Lage, das Versprechen zu erfllen, sie mit nach
Kyoto zu nehmen. Die Reise hatten sie 2008 geplant, sie aber canceln
mssen, als Jobs krank geworden war. Auch 2010 sagte er erneut ab, machte
es aber im Juli doch mglich. Wie Lisa bekam Erin Gelegenheit, Sushi und
Soba-Nudeln mit ihrem Dad zu essen und Zen-buddhistische Tempel zu besichtigen, was ein besonders verbindendes Erlebnis war. Sie gab Isaacson gegenber zu, dass ihr Vater nicht immer besonders aufmerksam gewesen war,
dass das aber fr sie in Ordnung gewesen sei. Ich wei, dass die Arbeit, die
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er leistet, wichtig ist, sagte sie. Ich brauche wirklich nicht mehr
Aufmerksamkeit.
Ende 2010 bumte sich der Krebs wieder auf. Eine Zeit lang war Jobs unfhig, Nahrung aufzunehmen, und musste intravens ernhrt werden. Er war
schwach und hatte zunehmende Schmerzen. Sein Gewicht fiel unter einhundertfnfzehn Pfund, mehr als fnfzig Pfund unter seinem Normalgewicht.
Laurene Powell zog Spezialisten fr Essstrungen hinzu, aber es half alles
nichts.
Im Januar 2011 lie sich Jobs erneut beurlauben, um mich auf meine
Gesundheit zu konzentrieren. Die nchsten Monate stellten ein permanentes Auf und Ab dar, da die rzte neue Behandlungsmethoden austesteten.
Mal ging es ihm besser, und dann kam der Rckfall. Im Februar wurde er
sechsundfnfzig, und im Mrz konnte er wieder essen und sprte neue Energie. Sein Zustand verbesserte sich so weit, dass er das noch leichtere, noch
schnellere iPad 2 mit seiner magnetischen Oberflche ffentlich enthllen
konnte. Das Publikum jubelte, als er auf die Bhne schritt, und gab ihm
Standing Ovations. Er schaffte es, auch am 6. Juni noch einmal aufzutreten,
um Apples iCloud-Dienst vorzustellen, der es den Nutzern ermglichte, ihre
Musik, Fotos und anderen digitalen Besitz online abzuspeichern und zu
synchronisieren.
Die Menschen, mit denen er gearbeitet, mit denen er aneinandergeraten
war, die er angeschrien und geliebt hatte, kamen nun, einer nach dem anderen, zu ihm, um sich von ihm zu verabschieden. Bill Gates trat durch die oft
unverschlossene Hintertr ein und blieb drei Stunden, in denen sie in Erinnerungen schwelgten und ber Technik, Bildung und ihre Familien sprachen.
Er und Jobs waren sich beide einig, dass sie die richtige Frau geheiratet und
gute Kinder bekommen hatten.
Gates gratulierte Jobs zu der Apple-Rettung und zu dem incredible stuff
unglaublichen Kram, den er entwickelt hatte. Er gab zu, das Jobs
Komplettpaket-Strategie, die Soft- und Hardware verband, funktioniert hatte.
Deine Strategie hat auch funktioniert, sagte Jobs in Hinblick auf Microsofts Beschrnkung auf Software.
Aber natrlich hielten beide ihren eigenen Weg fr den richtigen.
Jobs stand im Verlauf des Sommers zwei Mal kurz davor, zu sterben, erholte sich aber jedes Mal wieder. Das war schon so oft der Fall gewesen, dass
es schwer zu glauben war, dass es nicht immer so weitergehen wrde. Im
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Sptsommer besuchte Isaacson Jobs, um mit ihm die Fotos fr das Buch
durchzugehen. Zu krank, um aufrecht sitzen zu knnen, lag Jobs zusammengekrmmt im Bett.
Sie hatten ber seine Arbeit gesprochen, seine Vorlieben und Abneigungen und ber Gott. Jobs sagte ihm, er glaube so fifty-fifty an Gott. Aber,
sagte er, ich mchte gern daran glauben, dass etwas berlebt, wenn man
gestorben ist.
Nachdem er darber nachgedacht hatte, fgte er hinzu: Aber andererseits vielleicht ist es wie bei einem An-und-Aus-Schalter. Der Gedanke
brachte ein kleines Lcheln auf sein Gesicht und er fgte hinzu: Vielleicht
wollte ich deshalb nie An-und-Aus-Schalter an den Apple-Gerten haben.
Bei seinem letzten Besuch fragte ihn Isaacson, warum er dem Buch zugestimmt hatte, wo ihm doch seine Privatsphre so wichtig sei. Ich wollte, dass
meine Kinder mich kennen, sagte er. Ich war nicht immer fr sie da, und
ich wollte, dass sie wissen, weshalb, und dass sie verstehen, was ich getan
habe.
Jobs sagte Isaacson, dass er vorerst nicht vorhabe, das Buch zu lesen, vielleicht in einem Jahr. Womglich hatte ihn das Realittsverzerrungsfeld erwischt, aber Isaacson verlie Jobs mit dem Gefhl, er wrde vielleicht tatschlich noch eine Weile weiterleben.
Am 24. August trat Jobs jedoch als Apples Chief Executive zurck. Er
wollte es persnlich tun, auch wenn er einen Rollstuhl bentigte, um vor dem
Vorstand zu erscheinen. Den Mitgliedern, die ihn so lange untersttzt hatten,
las er einen Brief vor, den er zuvor aufgesetzt hatte:
Ich habe immer gesagt, falls je der Tag kommen sollte, an dem ich nicht
lnger meine Pflichten und die Erwartungen als Apples CEO erfllen kann,
wre ich der Erste, der es euch wissen lassen wrde. Leider ist dieser Tag jetzt
gekommen.
Er empfahl, Tim Cook als CEO zu ernennen, und fgte hinzu: Ich glaube,
dass Apples strahlendste und innovativste Zeit noch vor uns liegt. Und ich
freue mich darauf, in einer neuen Rolle dem Erfolg der Firma zuzuschauen
und zu ihm beizutragen.
Nach wie vor plante er, an neuen Produkten zu arbeiten und MarketingRatschlge zu geben, solange er dazu in der Lage sein wrde.
Am 5. Oktober 2011 verstarb Steve Jobs, und seine Ehefrau, seine Kinder
und beide Schwestern waren bei ihm.
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Seit seiner Jugend hatte er den Menschen gesagt: Das Leben ist kurz,
und wir alle werden sehr bald sterben. Es war dramatisch ausgedrckt, und
es war auch wahr. Dieses Leben im Besonderen war viel zu kurz.
Kurz nach Jobs Tod hinterlieen Fans Trauerbekundungen vor seinem Wohnhaus
22
Vermchtnis
Obwohl Steve Jobs ber Jahre hinweg gegen den Krebs gekmpft hatte, schien sein Tod doch unerwartet zu kommen.
Innerhalb von Stunden, nachdem die Nachricht bekannt geworden war,
wurden weltweit Trauerbekundungen laut in einer Zahl, die es bei einem
Geschftsmann so noch nie gegeben hatte. Vor Apples Hauptsitz am Infinite
Loop 1 in Cupertino, vor dem Wohnhaus der Jobs in Palo Alto und vor den
Apple Stores von San Francisco ber New York bis zu denen in China versammelten sich die Menschen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Sie hinterlieen Blumen und Kerzen und Hunderte persnlicher Danksagungen, die sie
an die Ladenscheiben hefteten. Sie legten auch pfel ab, unversehrte und angebissene. Sie brachten ihre iPhones und ihre iPads mit, auf denen sie Nachrichten der Trauer und der Dankbarkeit bekundeten.
Es war, als wre ein weltberhmter Film- oder Rockstar gestorben. Bono
von U2 nannte Jobs den Hardware-Software-Elvis. Sein Gesicht war auf
den Magazincovern zu sehen von People bis zum Economist, und viele Publikationen brachten Sonderausgaben heraus, die sein Leben wrdigten und
aus den Regalen gerissen wurden.
In ihrem Nachruf, der in der New York Times abgedruckt wurde, schrieb
Mona Simpson ber die Loyalitt ihres Bruders, ber seine Schnheitsliebe,
seine unglaubliche Beharrlichkeit und seine strikte Arbeitsmoral. Bevor er
am Ende das Bewusstsein verlor, berichtete sie, schaute er seine Schwester
Patty an, dann eine lange Zeit seine Kinder, dann seine Lebenspartnerin
Laurene und dann ber ihre Schultern hinweg.
Steves letzte Worte waren:
OH WOW. OH WOW. OH WOW.
Als Geschftsmann war er in seinen besten Jahren gewesen und hatte
vieles unvollendet zurckgelassen. In die Plne zu Apples neuer Hauptniederlassung war er tief involviert gewesen, war Entwurf fr Entwurf durchgegangen und hatte darauf bestanden, dass er die Aprikosenbume aufnahm, die
das Tal durchzogen hatten, als er ein Junge gewesen war. Er hatte gehofft,
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lcherlich hoch seine Anforderungen waren und wie viel er von den
Menschen um sich herum erwartete. Selbst Mona Simpson hielt in ihrem Nachruf fest, dass er siebenundsechzig Krankenschwestern getestet hatte, bevor
er drei fand, denen er vertraute.
Apple CEO Tim Cook spricht beim Gedenkgottesdienst fr Steve Jobs vor der Firmenzentrale
Aber schlielich war er in gewisser Weise wie seine Produkte. Sein Macintosh hatte zu wenig Arbeitsspeicher und keine Cursortasten, seinem iMac
fehlte das Diskettenlaufwerk, sein iPod hatte keinen Ausschalter. Jedes dieser
Produkte war brillant und hatte zugleich Schwchen. Aber die sehr realen
Unvollkommenheiten lieen sich bersehen, da der Rest so aufregend war.
Viele Fhrungskrfte und Ingenieure blieben jahrelang bei Apple, ertrugen
Jobs endlose Forderungen, weil sie unter ihm grandiose Arbeit leisteten, wie
sie sie anderswo womglich nie zustande gebracht htten.
Sosehr er sie auch unter Druck setzte, so wollte Jobs doch nicht, dass die
Menschen, mit denen er zusammenarbeitete, ihm nach dem Mund redeten
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Stay
Hungry
Stay
Foolish
ZEITLEISTE
24. Februar 1955
Jobs wird in San Francisco geboren und kurz
darauf von Paul und Clara Jobs adoptiert, die
ihn Steven Paul nennen
1967
Die Familie zieht nach Los Altos, Kalifornien,
damit Jobs auf eine bessere Schule gehen kann
1968
Jobs sieht den ersten Personal Computer, den
HP 9100A, eigentlich eine groe DesktopRechenmaschine
ca. 1970
Jobs wird Steve Woz Wozniak vorgestellt,
der zuknftige Apple-Mitbegrnder
September 1971
Woz erzhlt Jobs von den Blue Boxes, mit denen man umsonst Ferngesprche fhren kann.
Woz stellt eine Blue Box her, und beide
verkaufen die Gerte
September 1972
223/262
Jobs schreibt sich am Reed College in Portland,
Oregon, ein
Dezember 1972
Jobs beschliet, das Studium nach nur einem
Semester abzubrechen
Februar 1974
Jobs zieht wieder zu seinen Eltern und bekommt einen Job bei Atari
Sommer 1974
Jobs verbringt mehrere Monate auf der Suche
nach spiritueller Erleuchtung in Indien
Mrz 1975
Der Homebrew Computer Club wird gegrndet
1. April 1976
Die Firma Apple Computer wird offiziell von
Jobs, Wozniak und Ron Wayne (der kurz darauf
wieder aussteigt) gegrndet
Frhjahr 1976
Jobs erhlt Apples ersten Auftrag fr fnfzig
Computer (aus denen der Apple I wurde) und
bringt die Werkstatt in seinem Elternhaus unter
3. Januar 1977
Der Investor Mike Markkula stellt das
Startkapital von 250 000 $ zur Verfgung im
Gegenzug fr ein Drittel Unternehmensanteil
und der Bedingung, dass Woz bei HP kndigt,
um komplett fr Apple zu arbeiten
Januar 1977
Apple Computer zieht in seine ersten
Brorume auf dem Stevens Creak Boulevard
in Cupertino, Kalifornien, ein
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Februar 1977
Markkula stellt Mike Scott als Prsidenten von
Apple ein
Dezember 1979
Jobs und einige seiner Mitarbeiter besuchen
Xerox-PARC und entdecken neue Computertechnologie, inklusive der grafischen Benutzeroberflche und der Maus
Februar 1981
Jobs bernimmt die Kontrolle des Teams, das
den Macintosh Computer entwickelt
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8. April 1983
Jobs gelingt es, Pepsi-Cola-Marketing-Executive John Sculley zu Apples neuem CEO zu
machen
7. Februar 1986
Jobs kauft George Lucas die Firma Pixar ab
226/262
November 1986
Nach dem Tod seiner Adoptivmutter trifft Jobs
sich mit seiner leiblichen Mutter, Joanne
Schieble Jandali Simpson, und seiner Schwester Mona Simpson
Juli 1991
Jobs schliet mit Disney einen Deal ber drei
Pixar-Filme ab, einschlielich Toy Story
September 1991
Jobs Sohn, Reed Paul Jobs, wird geboren
August 1995
Jobs zweite Tochter, Erin Siena Jobs, wird
geboren
227/262
Apple stimmt dem Kauf von NeXT zu und holt
Jobs als Berater und Vorsitzenden in die Firma
zurck
9. Juli 1997
Gil Amelio wird als Apples CEO entlassen. Jobs
bleibt Berater, zwingt aber bald groe Teile des
Vorstands zum Rcktritt
6. August 1997
Bill Gates erscheint auf der Macworld-Leinwand
und gibt bekannt, dass Microsoft 150 Millionen
$ in Apple investiert
Herbst 1997
Jobs bringt die Think Different-Werbekampagne heraus
6. Mai 1998
Jobs stellt den iMac vor
Sommer 1998
Jobs jngste Tochter, Eve Jobs, kommt zur
Welt
5. Januar 2000
228/262
Jobs stellt das neue Mac OS X Betriebssystem
vor und streicht das Interims- aus seinem
Titel
9. Januar 2001
Jobs prsentiert iTunes
2. November 2001
Pixar bringt Die Monster AG in die Kinos
7. Januar 2002
Jobs stellt den iMac G4 mit dem ersten Flachbildschirm vor
229/262
28. April 2003
Der iTunes-Store fr Mac-Besitzer ffnet
Oktober 2003
Bei Jobs wird Bauchspeicheldrsenkrebs
diagnostiziert
5. November 2004
Pixar bringt Die Unglaublichen in die Kinos
230/262
10. Januar 2006
Jobs stellt das MacBook Pro vor, womit Apples
Wechsel zu Intel-Mikroprozessoren beginnt
Februar 2006
Der iTunes-Store verkauft seinen einmilliardsten Song
5. Mai 2006
Disney kauft Pixar und macht aus Jobs Disneys
grten Anteilseigner
9. Juni 2006
Pixar bringt Cars in die Kinos
9. Januar 2007
Jobs bringt das iPhone auf den Markt und
streicht Computer aus dem Firmennamen
7. August 2007
Apple gestaltet den iMac neu
231/262
Mrz 2008
Das Fortune-Magazin enthllt Jobs anhaltende
Krebserkrankung
9. September 2009
Jobs tritt zum ersten Mal nach der Transplantation ffentlich auf
232/262
27. Januar 2010
Jobs stellt das iPad vor
2. Mrz 2011
Trotz seiner Freistellung prsentiert Jobs das
iPad 2
6. Juni 2011
Steve Jobs prsentiert bei einer Apple
Developers Conference zum letzten Mal ffentlich ein Produkt (iCloud-Dienste)
7. Juni 2011
Jobs zeigt dem Stadtrat von Cupertino Plne
fr die neue Firmenzentrale
233/262
5. Oktober 2011
Steve Jobs stirbt in Palo Alto
Ein Foto vom Inneren des Original-Macintosh, der die Unterschriften aller Teammitglieder
zeigt
236/262
die Fotos zusammen, und Nicole Moulaison und Dave Barrett machten aus
alledem ein richtiges Buch.
Besonderer Dank geht an meinen Agenten, Ken Wright, der in diesem
Geschft den besten Partner abgibt, den man sich wnschen kann. Diana
Fenves und Ellen McIntosh (welch passender Name!) sprangen bei der
Recherche mit ein und Ellen stellte das Glossar zusammen. Becky Bull unternahm einen speziellen Ausflug zum Archiv der Stanford University, um die
originale Apple-Broschre zu lesen.
Schlielich mchte ich ganz besonders meiner Familie Respekt zollen,
Scott, Abby und Jenny, die Entwrfe lasen, zuhrten und unglaubliche Untersttzung zur Verfgung stellten, wenn ich tagelang verschwand. Sie sind
groartig!
Bibliografie
Da Steve Jobs bereits in seinen frhen Zwanzigern ins Rampenlicht trat, zu
Beginn der Computer-Revolution, und whrend seines gesamten Lebens dort
blieb, ist er zum Gegenstand einer enormen Menge von Bchern sowie Zeitungs- und Magazinartikeln geworden. Mindestens zehn Bcher erfassen einen Teil der Apple-Unternehmensgeschichte und eine Handvoll portrtieren
ihn als Persnlichkeit. Zustzlich kommt Jobs als Akteur in Bchern ber
Pixar und Atari vor und, unter anderem, in den Autobiografien von John
Sculley und Steve Wozniak.
Dank seines guten Aussehens, seiner Wortgewandtheit und seiner
aufrichtigen Leidenschaft war er der ultimative Coverboy, erschien acht Mal
auf dem Cover des Time Magazine und mindestens ein Dutzend Mal auf dem
Fortune-Cover. Ebenfalls tauchte er auf dem Rolling Stone, Inc., Wired,
Newsweek und der Zeitschrift auf, die heute Bloomberg Businessweek
genannt wird.
Beim Schreiben dieses Buches habe ich die meisten zur Verfgung
stehenden Publikationen ber Apple, Jobs, die mit ihm verbundenen Firmen
und frheren Kollegen zu Rate gezogen eine groe Zahl Titelgeschichten,
sowie viele Nachrichtenartikel und Reportagen. Zudem interviewte ich einige
frhere Mitschler, um seine Schulzeit besser verstehen zu knnen, stie auf
mndliche berlieferungen, sprte original Finanzdokumente von Apple und
Pixar auf und interviewte Journalisten, die ber Jobs berichtet hatten. Eine
reichhaltige Auswahl von YouTube-Videos ermglichte es mir, ihn dabei zu
sehen, wie er Reden hielt und einige der Ikonen unter den Apple-Produkten
prsentierte.
In den frhen 80er Jahren hatte der Journalist Michael Moritz Zugang zu
Jobs, seiner Familie und Freunden, als er an einem Buch ber die Grndung
von Apple arbeitete bis er einen Bericht im Time Magazine verffentlichte.
Nachdem der Artikel von einem New Yorker Redakteur aufgemotzt und als
The Updated Book of Jobs verffentlicht wurde, lie Jobs Moritz nicht
mehr an sich heran. Der Artikel und sein Buch (The Little Kingdom) aber
stecken voller Details ber Jobs Jugend. Beinahe jeder sptere Artikel und
jedes sptere Buch zum Thema baut darauf auf. Ein umfangreiches Interview
und eine mndliche berlieferung des Smithsonian sind online verfgbar
238/262
und ergnzen viele der offenen Fragen ber Kindheit, seine Jugend und seine
Studentenjahre.
2009 begann Walter Isaacson, ein angesehener Biograf und frherer
Time-Redakteur, mit einer autorisierten Jobs-Biografie. Die beiden trafen
sich gut vierzig Mal im Verlauf von ber zwei Jahren, und Isaacson interviewte auch Dutzende von Jobs Freunden, Familienmitglieder und Mitarbeiter,
die ihm auergewhnliche Einblicke gewhrten. Seine gut siebenhundert
Seiten lange Biografie, Steve Jobs, lohnt sich fr alle Leser, die den detailliertesten Bericht ber dieses ungewhnliche und bemerkenswerte Leben
bekommen wollen.
Neben den Bchern berichteten einige Journalisten viele Jahre ber ihn.
Brent Schlender, ein frherer Kollege vom Wall Street Journal und
langjhriger Fortune-Autor, schrieb eine Reihe von Titelgeschichten mit
durchdringenden Einsichten und groartigen Anekdoten. Steven Levy von
Newsweek und Wired, sowie Jeff Goodell vom Rolling Stone brachten bei
ihrer Berichterstattung gleichfalls Neuland zutage, wie auch verschiedene
Autoren des Wall Street Journals, darunter der Kolumnist Walt Mossberg
sowie Joim Carlton, Pui-Wing Tam und Nick Wingfield, sowie die New-YorkTimes-Autoren Steve Lohr und John Markoff.
Fr alle, die mehr wissen mchten ber die frhen Tage, steht online auf
der Website des Computer History Museums eine frhe Rede und jede Menge
Apple-Material zur Verfgung. Und wer sehen will, wie ein wahrer Meister
Prsentationen durchfhrte, kann tun, was viele Unternehmen empfehlen:
sich seine Produkteinfhrungen auf YouTube ansehen.
Anmerkungen
Einleitung
Jobs, Rede an der Stanford University, 12. Juni 2005, abgegerufen von [Link] [Link].
Kapitel 1: Saat
Jobs, Rede an der Standford University; Isaacson, Steve Jobs, S. 320; Moritz, The Little Kingdom, S. 3640; Goodell, The Steve Jobs Nobody Knew,
S. 38; Morrow, Smithsonian Oral History-Auszug; Sheff, Interview im Playboy; Sculley, Odyssey, S. 166; Cocks, The Updated Book of Jobs.
Kapitel 2: Woz
Moritz, The Little Kingdom, S. 54 ff.; U. S. Census data; Morrow, Smithsonian; Sheff, Playboy; Hewlett-Packard interaktive Zeitleiste, [Link];
Isaacson, Steve Jobs, S. 1419, 31; Frieberger und Swaine, Fire in the Valley,
S. 11 ff. Der Begriff Silicon Valley soll 1971 von Don Hoeffler, einem Redakteur des Handelsblattes Electronic News zum ersten Mal verwendet worden
sein. Young, Steve Jobs, Kindle Location 12851307; The Hippies, Time, 7.
Juli 1967; Interviews mit Terry Anzur und Carlton Ho; Cringely, Steve Jobs:
The Lost Interview; Bill Fernandez, ber The Last Thing, PBS, Ausstrahlung
vom November 2011; Wozniak, iWoz, S. 54 ff., 6071, 8691; Isaacson, Steve
Jobs, S. 25 ff. Die Berichte darber, wann sich Jobs und Wozniak zum ersten
Mal trafen, sind widersprchlich. In einigen Quellen heit es, Jobs sei ein
Sophomore-Schler gewesen, was bedeuten wrde, dass er vierzehn oder fnfzehn Jahre alt war. Die meisten geben jedoch an, dass Wozniak bereits zwei
Jahre am College verbracht hatte und gerade ein freies Jahr nahm, als die
beiden sich begegneten. Wenn das der Fall gewesen sein sollte, wre Jobs
fnfzehn und ein Junior Schler gewesen, da die beiden vier Schuljahre
auseinanderlagen.
Kapitel 3: Phreaks
Wozniak, iWoz, S. 88118; Moritz, The Little Kingdom, S. 6679; Isaacson,
Steve Jobs, S. 18 f.; Sheff, Playboy; Interview mit Carlton Ho; The Vietnam
240/262
241/262
242/262
[Link]; Peter Elkind, The Trouble with Steve Jobs, Fortune, 5. Mrz 2008.
Computer Talk
Wozniak, iWoz, S. 168172, 180192.
Kapitel 9: Reich
Sheff, Playboy; Moritz, The Little Kingdom, S. 268301; Morrow, Smithsonian; Isaacson, Steve Jobs, S. 92101; Alex Pang, interview with Dean Hovey,
22. Juni 2000, abgerufen von [Link] Grady Booch, Bericht von Andy Hertzfeld und
Bill Atkinson, 8. Juni 2004, Computer History Museum; Young, Steve Jobs,
Kindle Location 48655942; Linzmayer, Apple Confidential, S. 41 ff., 59 ff.;
Wozniak, iWoz, S. 222233, 148 f.; Prospectus, Apple Computer Inc., 16.
Dezember 1980; Tom Zito, The Bang Behind the Bucks, Newsweek Access,
Herbst 1984.
Kapitel 10: Piraten
Jobs, Rede an der Stanford University; Young, Steve Jobs, Kindle Location
56475653, 68806885; Levy, Insanely Great, S. 158 f.; Isaacson, Steve
Jobs, S. 112, 131 f., 142145, 177 ff.; Hertzfeld, Revolution in the Valley, S. 19,
24 f., 29 f., 46, 166 f.; Linzmayer, Apple Confidential, S. 92, 112; Steven Levy,
The Revolution According to Steve Jobs, [Link], 29. November 2011;
Moritz, The Little Kingdom, S. 132; Butcher, Accidental Millionaire, S. 151 f.;
Rose, West of Eden, S. 56.
Apple fr die Lehrer
Young, Steve Jobs, Kindle Location 46524657; Sheff, Playboy.
Kapitel 11: Sculley
Sculley, Odyssey, S. 61, 90, 107 f., 130, 155; Isaacson, Steve Jobs, S. 162210;
laut Isaacson habe die Agentur nie versucht, die Werbezeit zu verkaufen, man
habe dies nur gegenber Apple behauptet. Levy, Insanely Great, S. 180 ff.,
192; Bro Uttal, Behind the Fall of Steve Jobs, Fortune, 5. August 1985, S.
2024; Rose, West of Eden, S. 178, 201, 248253; Sheff, Playboy; Patricia A.
243/262
244/262
Berners-Lee, Time, 29. Mrz 1999; Charles Arthur, Berners-Lee says Jobs
made computing usable rather than infuriating, Blogeintrag, [Link], 16. Oktober 2011; Sir Timothy Berners-Lee, Longer bio, [Link]
Kapitel 13: Familie
Isaacson, Steve Jobs, S. 250283, 294, 556; Levy, Insanely Great, S. 143;
Rose, West of Eden, S. 64; Deutschman, Second Coming, S. 21, 72 ff.,
138141, 157160; Quotations from Chairman Jobs, BusinessWeek, 26.
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Magazine, 12. Januar 1997; Cocks, Updated Book of Jobs; Lisa BrennanJobs, [Link]; Tuscan Holiday, Vogue, Februar 2008; Driving Jane, The Harvard Advocate, Frhjahr 1999 sowie Confessions of a
Lapsed Vegetarian, The Southwest Review, 2008; James Daly, Counterculture Hero: Steve Jobs, Computerworld, 22. Juni 1992; Stross, Steve Jobs, S.
281 f.; Gary Wolf, Steve Jobs: The Next Insanely Great Thing, Wired,
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Woodside
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Tear-Down Interrupted, The New York Times, 15. Juli 2004; Patricia Leigh
Brown, Free to a Good Home. A Captain of Industrys Rejected Mansion,
The New York Times, 2. Januar 2005; Henry K. Lee, Steve Jobss historic
Woodside mansion is torn down, [Link], 15. Februar 2011.
Kapitel 14: Siliwood
Price, Pixar Touch, S. 130 ff., 143156; Deutschman, Second Coming, S.
176184; Alan Deutschman, Steve Jobs Next Big Gamble, Fortune, 8.
Februar 1993; G. Pascal Zachary und Ken Yamada, Whats Next? Steve
Jobss Vision, So on Target at Apple, Now is Falling Short, Wall Street
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Aus dem Disneyland-Dschungel
Brent Schlender, Pixars Magic Man, Fortune, 17. Mai 2006; Price, Pixar
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Eine Frage der Mathematik
Interview mit Rob Cook, Pixar-Vizeprsident im
Ruhestand, 19. Dezember 2011; Math in the Movies, Discoveries and
Breakthroughs Inside Science, [Link]/ dbis; An Interview with Tony
DeRose, Mathematical Association of America, [Link], 15. Oktober
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Mellon University, 8. Dezember 2011; Karen Paik, To Infinity and Beyond!
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Job: Restart Apple, Time, 18. August 1997; Peter Burrows und Ronald
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Kapitel 18: Musik
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Steves Playlist
Isaacson, Steve Jobs, S. 411415.
Kapitel 19: Krebs
Jobs, Rede an der Stanford University; Brent Schlender, The Three Faces of
Steve, Fortune, 9. November 1998; Isaacson, Steve Jobs, S. 452460, 476 f.,
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Kapitel 22: Vermchtnis
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Schlender, The Three Faces of Steve, Fortune, 9. November 1998; Jobs,
Rede an der Stanford University.
Register
Die Seitenangaben beziehen sich auf die gedruckte Ausgabe des Buches.
Abschlussrede 9, 11, 115 f., 205 f., 303
Aktien 108, 110, 141, 191
Apples Aktienwert 109, 140, 151, 201 f., 274, 286, 291 f.
von Steve Jobs 101 f., 109, 140, 151, 192, 201 ff., 223, 232 f., 271, 279 f.
Angestellte 90 f., 108, 117120, 122 ff., 153 f., 160, 187, 285
siehe auch unter einzelnen Angestellten
Angewohnheiten 26 f., 29, 56, 230 f.
Einfachheit 67, 79, 92, 115, 122 f., 267 f., 290, 301
Emotionen 10, 142 f., 216
Ernhrung 42, 47, 50 f., 173, 177, 214, 258 ff., 283
Fhrungsstil 117, 121, 142 f., 153 f., 160 f., 187, 285
Kleidung 31, 36, 207
Opportunismus 60 f., 103, 117, 129
Perfektionismus 90 f., 120 f., 154, 169, 187, 275, 284, 289
Realittsverzerrungsfeld 119 ff., 141 f., 256, 289, 295
Ruppigkeit 46, 80, 91, 108, 117 f., 140, 154, 160, 187, 285, 289
Vision 105, 110 f., 118 f., 152 f., 224 f.
Ansprachen 9, 11, 115 f., 205, 303
ber den Tod 255 f., 262
ber die Kndigung 159 f., 199
Anstellungen 27, 35, 43, 55 ff.
bei Wozniak 32 f., 68 f., 84, 88
Alcorn, Al 55 f., 61, 80
All-One-Farm-Kommune 59, 67, 95
Allen, Paul 98, 125, 187
Alpert, Richard 48, 53
Amelio, Gil 200203, 212 f., 229
Animationsfilme 158162, 188 f., 194 f.
Apple Computer (Apple Computer Inc., Apple Inc., Apple) 67, 69, 71, 74, 88, 109, 130131,
235236, 284285
siehe auch Wozniak, Steve; einzelne Produkte
Aktienwert 109, 140, 151, 274, 286, 291 f.
Arroganz 125, 277
Bedienungsanleitungen 83, 85
Betriebssystem 199 f.
Brsengang 107 ff.
CD-Brenner 240
Einzelhandel 234
252/262
Entlohnung 89, 223 f.
erster Auftrag 70, 75 f.
Firmensitze 75 ff., 92
Geld 67, 75, 8084
Geschftsgeheimnisse 150 f.
Gewinne 92, 291 f.
IBM und 125, 127, 192 f., 210213, 291 f.
Konkurrenz 79 f., 104, 224
Kndigungen 204 f.
Microsoft in Bezug auf 128 f., 192 f., 210213, 291 f.
Name 67 f., 274
NeXT 200 ff.
Rckkehr zu 201204, 223 ff.
Rcktritt von 150 f., 295 f.
Schwierigkeiten 199 f., 203
Think Different-Kampagne 215218, 217
Umsatz 127, 151 f., 274, 291 f., 300 f.
Umschwung fr 151, 227, 274
Unternehmenskultur 214 ff.
Apple Corps 71
Apple Education Foundation 130
Apple I 62, 79, 85
Apple II 79 f., 84, 86 f., 89, 92 ff., 97, 100 ff., 104, 106, 109, 118, 122126, 130, 133, 141, 151,
156, 209, 274
Apple III 104, 107, 127, 141
Apple TV 284
Atari 55 f., 58 ff., 68, 75, 77 f., 80, 82
AT&T 28, 273
Baez, Joan 168
Bardeen, John 28
Beatles 68, 71 f., 220, 248, 250
Bell Labore 28
Berners-Lee, Tim 163 f.
Bono 247, 299
Brsenaufsicht 280, 287
Brattain, Walter 28
Brennan, Chrisann 42 f., 51, 78, 94 f., 168 f., 172
Bushnell, Nolan 59 ff., 82
Byte Shop 70, 76
Campbell, Bill 213
Canon 156, 186
253/262
Captain Crunch (John Draper) 39, 41
Carlton, Jim 202
Cash, Johnny 248
Catmull, Ed 160 f., 191, 271
Chino, Kobun 78
Commodore 80 f.
Computer 26 f., 67 f., 130 f., 229, 241
siehe auch unter einzelnen Firmen; einzelnen Modellen
Chips 28, 64 ff., 78
erste Monitore 102 f.
Maus 103, 105, 267
Wozniak, Steve 32 ff., 63 f.
Cook, Rob 195
Cook, Tim 296, 301 ff.
Corning Incorporated 272
Cue, Eddy 266
Cunningham, Andrea 154
Davidoff, Marty 98
Dell, Michael S. 224
Disney siehe Walt Disney Company
Draper, John (Captain Crunch) 39, 41
Drexler, Millard (Mickey) 234
Drogen 30, 36, 42, 47 f.
Dylan, Bob 24, 34, 42, 216, 220, 250, 284, 292
Edison, Thomas 10, 58, 135, 216
Egan, Jennifer 168 f.
Einstein, Albert 144, 216, 287
Eisner, Michael 271
Ellison, Larry 189, 213
Entrepreneur des Jahrzehnts 157
Erziehung 1822, 53, 58, 130 f.
College 15 f., 45 ff., 49 ff.
High School 30 ff., 32, 3438, 41 ff.
Espinosa, Chris 89, 93, 108, 121
Fadell, Tony 266
Familie 45 f., 110, 178 ff.
siehe auch Kinder; Jobs, Clara; Jobs, Laurene Powell; Jobs, Paul
leibliche Mutter 15 f., 174
leibliche Schwester 174 ff., 288, 299 f.
leiblicher Vater 15, 174, 176, 179
254/262
Schwester 16 f., 76
Fernandez, Bill 2933, 76, 108
Findet Nemo 9, 196, 270
Ford, Henry 10, 135, 155
Forstall, Scott 266
Friedland, Robert 47 f., 50, 57
Fry, Stephen 291
Gates, Bill 98, 126, 208, 213, 219 f., 263, 294
Meinungsverschiedenheiten mit 126, 128 f., 209 f., 219 f.
Gates, Melinda 263
Geld siehe Vermgen
Ein gemachter Mann (A Regular Guy, Simpson) 175 f.
Gesundheit 223, 256
siehe auch Krebs; Tod
Gizmodo 277
Gladwell, Malcolm 275
Das groe Krabbeln 195, 230
Hanks, Tom 188
Harrison, George 71
Hawkins, Trip 105
Henson, Jim 216 f.
Hertzfeld, Andy 118 f.
Hewlett, Bill 27
Hewlett-Packard 26 ff., 59 f., 63
Hill, Imogene (Teddy) 20 f.
Ho, Carlton 31
Hovey, Dean 105
IBM 111, 124128, 136 f., 139 f., 152, 200, 224
iBookStore 291
iBooks 229
iCandy Werbekampagne 226
iDVD 241
Iger, Robert 271
iMac 223, 227 ff., 233, 239, 243246, 274, 302
Intel Corporation 64 ff.
Internet 164, 229
iPad 131, 236, 290 f., 299 ff.
iPad 2 294
iPhone 10, 37, 235, 266, 271274, 276, 278, 283 f., 286, 290 f., 299
iPhone 4 236, 277
iPod 9, 235, 238, 243, 244247, 248 ff., 260 ff., 267270, 273 f., 276, 283, 286, 291, 301 f.
255/262
Isaacson, Walter 61, 172, 207, 216, 250, 263, 287 ff., 293 ff., 318
iTunes 9, 71 f., 241, 248, 260, 274, 276
Ive, Jonathan (Jony) 225, 235, 243, 245 f., 266, 290 f.
Jagger, Mick 137
Jandali, Abdulfattah (John) 15, 174, 176, 179
Jobs, Clara 15, 18, 20, 45 f., 77, 173 f.
Jobs, Laurene Powell 168, 170, 223, 258, 263, 287
Vergangenheit von 167, 171 ff.
Sohn mit 177
Jobs, Patty 16 f., 76, 175, 300
Jobs, Paul 15 ff., 20, 25, 45, 77, 174, 179
Jobs, Steve 250 f.
siehe auch Angewohnheiten;
Erziehung; Gesundheit;
Kinder; Kindheit;
Vermgen
Kapital von 101 f., 109, 140, 151, 192, 201 ff., 230 f., 271, 279 f.
als Prominenter 100, 110, 126 f., 134, 233, 289
Johnson, Ron 234
Kennedy, Robert 30
Kerwin, Pamela 205
Kinder von Steve Jobs
Jobs, Erin Siena 189, 264, 293
Jobs, Eve 292, 230, 264
Jobs, Lisa Nicole Brennan 95 f., 166 f., 169, 172 f., 175, 258, 292 f.
Jobs, Reed Paul 177, 264, 292
Kindheit 15 f., 1822, 25 f.
King, Martin Luther, Jr. 30
Kottke, Daniel 47 f., 50 ff., 55 ff., 77, 94, 108
Krebs 256 f., 285289
Ausbreitung 258 f., 283, 286 f.
Dit und 258 ff., 283, 293 f.
Lgen ber 256, 258 f., 261 f., 286 f.
Land, Edwin 135, 144
Lang, Larry 25
Lasseter, John 160 ff., 184 f., 188, 191, 194, 271
Leary, Timothy 48
Lennon, John 139, 216 f.
Lennon, Sean 139
Levy, Steven 229, 261, 319
256/262
Lin, Maya 168
Lisa (Computer) 104107, 115 f., 124, 127 ff., 141
Lucas, George 152, 158
MacBook Air 283
MacBook Pro 268
Macintosh 41, 115124, 128 f., 137, 138, 267, 302
Werbespots 135 f., 137, 139
Macworld Convention 202, 212, 272
Markkula, A. C. (Mike) 83, 87 ff., 91, 93, 101 f., 118, 124, 127, 130, 133, 142, 152, 213, 228,
235
Markoff, John 275
Microsoft 97 f., 124127, 187 f.
Apples Verhltnis zu 128 f., 192 f., 210213, 291 f.
Miyake, Issey 207
MobileMe 284 f.
Die Monster AG 195, 270
Morita, Akio 144
Morris, Betsy 285
Motorola 65
Motorola ROKR 269
Musik 34, 238, 239 f., 250 f.
siehe auch iTunes
Napster 239, 245
Netscape 191
Newton 213, 267
NeXT 152159, 161, 163 f., 167, 169, 172, 186 f., 199, 200203, 205, 210
Nocera, Joe 153
Patente/Patentrechte 235
Perot, H. Ross 153, 157, 171
Picasso, Pablo 216
Pixar 9, 151 f., 187 f., 192 f.
siehe auch Lasseter, John
Animationen 158162, 188 f., 194 ff.
Disney und 159, 185 f., 188, 190, 270 f.
Polaroid Corporation 144
Pong 54 f.
Power Mac G4 Cube 230, 233
Rand, Paul 152
Raskin, Jef 117
257/262
Reagan, Ronald 141
Redse, Tina 169, 171
Religion siehe Spiritualitt
Rosen, Benjamin 94
Rosenbaum, Ron 41
Rubinstein, Jon 242
Schieble, Joanne 15 f., 174
Schiller, Philip 266
Schlender, Brent 189, 192, 249
Schlender, Fernanda 189 f.
Schlender, Greta 189
Scott, Mike (Scotty) 8891, 106, 117 f., 133, 266
Scott, Ridley 136
Sculley, John 107, 132, 133 f., 192
Meinungsverschiedenheiten mit 135, 141 f., 149 f.
Shaffer, Richard 187
Shockley, William 28
Siliwood 185
Simpson, Mona 174 f., 177, 258, 288, 299, 302
Smith, Alvy Ray 160 f.
Sony 144, 207, 241
Spiritualitt 29, 50, 57, 295
Stanford Abschlussrede
siehe Abschlussrede
Stores 154, 232, 234, 267, 299
Telefone 3841
siehe auch iPhone
Terrell, Paul 70, 76
Think Different-Kampagne 215218
Tod 299302
Rede ber 255 f., 262
Philosophie ber 255 f., 262, 295 f.
Toshiba 242
Toy Story 9, 162, 184, 189192, 194, 230, 245, 270 f.
Tribble, Bud 119
berall, nur nicht hier (Anywhere But Here, Simpson) 175
Die Unglaublichen 196
Valentine, Don 82 f.
Vaterschaft 95 f., 177180
258/262
siehe auch Kinder
Vermgen 102, 109, 140, 151, 192, 272
siehe auch Aktien
Entlohnung 60 f., 70, 231 ff.
Nettovermgen 262, 300 f.
von NeXT 201 f.
VisiCalc 94
Walt Disney Company (Disney) 159, 161, 185 f., 188, 190, 270 f.
Wayne, Ron 68 f., 83
Weeks, Wendell 272
The Whole Earth Catalog 303
Wi-Fi 229
Wozniak, Jerry 81
Wozniak, Steve (Woz) 33, 3741, 59, 62, 86, 90, 107, 140 f.
Ablenkungen 109 f.
Aktien von 108 f., 141
Anstellung 32, 68 f., 84, 87 f.
Apple I von 6568, 79
erster Computer 32 f., 63
Geld und 60 f., 81
Hewlett-Packard und 68 f., 84, 87 f.
technische Verfeinerungen durch 78 f.
Zusammenarbeit 66 f., 79, 82
Xerox 102105, 115, 127, 129
Yo-Yo Ma 250
Zen-Buddhismus 47, 53, 58, 78, 122 f., 293
Bildnachweis
S. 2: Foto von Norman Seeff; S. 6: Foto von Paul Grover/Rex USA, mit freundlicher Genehmigung von Everett Collection; S. 8: Associated Press/Palo
Alto Daily News, Jack Arent; S. 14: Foto von Otis Ginoza; S. 17, 32, 33: mit
freundlicher Genehmigung von Seth Poppel/Yearbook Library; S. 44: Reed
College, Edis Jurcys; S. 54: [Link] S.
62: Paul Sakuma/Associated Press; S. 74: Jessica Brandi Lifland/Polaris; S.
83:
[Link]
[Link].1976.102 646 [Link]; S. 86; Photoshot/Everett Collection; S.
93:
[Link]
[Link].1977.102 637 [Link]; S. 100: mit freundlicher Genehmigung von
Inc. Magazin; S. 107: mit freundlicher Genehmigung der Palo Alto Historical
Association; S. 112/113, 132: Foto von Norman Seeff; S. 137: [Link]
S.
138: Foto von Norman Seeff; S. 148: Doug Menuez/Associated Press; S. 166:
Ed Kashi/VII; S. 170: Ron Sachs/Polaris; S. 175: Najlah Feanny/CORBIS
SABA; S. 184: Randi Lynn Beach/Associated Press; S. 198: Foto von Joe Ravi/
Creative Commons Attribution-ShareAlike; S. 208: Julia Malakie/Associated
Press; S. 217: mit freundlicher Genehmigung von Gastlight Ad Archives; S.
222: Paul Sakuma/Associated Press; S. 226: mit freundlicher Genehmigung
von Gastlight Ad Archives; S. 232: Foto von Anna Roberto; S. 236:
HereToHelp/Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported; S.
238: Marcio Jose Sanchez/Associated Press; S. 254: Lea Suzuki/Corbis; S.
266: Jonathan Sprague/Redux; S. 282: Xinhua/eyevine/Redux; S. 298: Peter
Dasilva/The New York Times/Redux; S. 302: Associated Press; S. 305: Foto
von Justin Sullivan/Getty Images; Zeitleiste S. 307310: Illustrationen von
Michael Weldon; S. 311: Foto von Brad Blumental; S. 336: mit freundlicher
Genehmigung der Palo Alto Historical Association.
Mai 2012,,
Die Originalausgabe erschien 2012
unter dem Titel Steve Jobs. The Man Who Thought Different
bei Feiwel and Friends, New York
2012 Karen Blumenthal
Fr die deutsche Ausgabe
2012 Bloomsbury Verlag GmbH, Berlin
Alle Rechte vorbehalten
Satz und ebook: Greiner & Reichel, Kln
Umschlaggestaltung: Nina Rothfos & Patrick Gabler, Hamburg,
unter Verwendung einer Fotografie von
Shaun Curry/AFP/Getty Images
ISBN 978-3-8270-7592-5
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