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Physik der Oberstufe

Michael Kopp 1. Auage

Dieses Buch
Hier prsentiere ich Ihnen stolz mein Physik-Script. Fr die Oberstufe habe ich vor jeder anstehenden Klausur fr mich eine Zusammenfassung erstellt

A  und weil ich diese Zusammenfassungen in L T EX tippte, konnte ich sie


fr meine Mitschler verfgbar machen. So bekam ich nicht nur ein gutes Feedback, sondern unser Kurs wohl teilweise einen besseren Schnitt. . . Ich habe das Werk in mehrere groe Themen aufgeteilt, die mehr oder weniger unabhngig voneinander dastehen. Was mir aber wichtig ist, ist die Verknpfung des Wissens bzw. der Informationen

innerhalb

der Unterab-

schnitte. So wird man auf zahlreiche Referenzen und Verweise stoen, die einfach zeigen sollen, dass ein hnlicher Inhalt schon unter einem anderen Gesichtspunkt abgehandelt worden war  hier besteht also eine Inhaltliche Verknpfung. Darber hinaus endet dieses Buch mit einem seitenlangen Index, in dem man die wichtigsten Begrie nden kann und die dazugehrige Seite sieht. Wie oben schon angedeutet: Ich habe all das hier am PC getippt  und zwar sehe ich beim Schreiben nur schlichte

Courier-Schrift.

Besonders bei For-

meln knnen sich da Fehler eingeschlichen haben. Aber auch sonst wimmelt diese Buch vermutlich von kleineren bis bermittelgroen Fehlern. Manchmal habe ich auch versucht, Sachverhalte

besser

als unser Buch bzw. unser

Lehrer zu erklren. Dabei sind manchmal etwas seltsame und anspruchsvolle Gedankengnge entstanden, und ich hoe, ich konnte diese vernnftig entwickeln, sodass der leser auch etwas davon hat. Hier ndet der interessierte Leser auch Formeln und Details, die im Unterricht (zumindest bei uns) keinen Platz hatten, von denen ich aber denke, dass sie interessant sein knnten und das Thema abrunden. In diesem Werk wurden diejenigen meiner Praktika aufgenommen, die lehrreich sind; so haben es eben nur wenige geschat, hier aufgenommen zu werden... Insgesamt denke ich, dass man mit diesem Buch ganz vernnftig aufs Abi lernen knnte  mir blieb das erspart, weil im entscheidenden Moment meine Anitt zur Chemie berwog. Auf jeden Fall bitte ich herzlich darum, sich nicht allzusehr ber die Fehler aufzuregen, sondern sich stattdessen ber den richtigen Rest zu freuen. Viel Spa bei der Lektre. Michael Kopp, im August 2008

Inhaltsverzeichnis
I E-Feld 9
10 12 14 15
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 15 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

1 Denitionen zu Strom 2 Widerstand 3 Feldlinienmodell 4 Elektrische Feldstrke


4.1 4.2 Kraft auf Ladungstrger Distanzen im E-Feld

5 Kondensator
5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 Strke des E-Felds im Kondensator Kapazitt 5.3.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusammenhang mit felderzeugenden Ladungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dielektrizittszahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

16
16 16 16 17 17 18 18

Schaltungen von Kondensatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Speichern von Energie im Kondensator 5.5.1 Energiespeicherort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

6 Teilchen im E-Feld
6.1 6.2 Beschleunigung 6.2.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ablenkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Weiterug . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

19
19 19 21

II B-Feld
7 Die Magnetische Flussdichte
7.1 7.2 7.3 Draht im Magnetfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . langgestreckte Spule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Messung der Magnetischen Flussdichte mittels der Hall-Sonde

22
23
23 23 24

8 Lorentzkraft
8.1 Kraft auf einzelne Ladungstrger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

25
25

Inhaltsverzeichnis
8.1.1 8.1.2 8.2 Kreisbewegung im Magnetfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schraubenbewegung im Magnetfeld . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 26 26

Geschwindigkeitslter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

9 Elektromagnetische Induktion
9.1 9.2 9.3 9.4 9.5 9.6 9.7 9.8 Relativbewegung 9.2.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Induktion durch Flchennderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sinusspannung Induktion durch nderung der Magnetischen Flussdichte Induktionsgesetz Selbstinduktion

27
27 27 27 28 28 29 29 30 30

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Lenz'sche Regel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einschaltvorgang eines Spulenstromkreises Energie des Magnetfelds

III Schwingungen
10 Begrie & Denitionen 11 Harmonische Schwingung
11.1 allgemeiner Lsungsansatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11.2 Das Fadenpendel 11.3 Das Federpendel 11.5 Der Schwingkreis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

32
33 34
34 35 36 36 36

11.4 Das Wasserpendel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

12 Gedmpfte Schwingungen
12.1 Konstante Reibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12.2 Reibung abhngig von der Geschwindigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . .

39
39 39

13 Erzwungene Schwingung

41

IV Wellen
14 Denition Mechanische Welle 15 Feder-Massen-Modell 16 Harmonische Wellen
16.1 Wellengleichung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16.2 Zeigerdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

42
43 44 45
45 47

17 Reexion

48
5

Inhaltsverzeichnis
17.1 Festes Ende 17.2 Loses Ende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 48 48 49

17.3 Konstruktionshilfe

17.4 Im Zeigerformalismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

18 berlagerung
18.1 Eindimensionaler Wellentrger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18.2 Kreis- und Kugelwellen auf mehrdimensionalen Wellentrgern . . . . . .

50
50 51

19 Stehende Welle
19.1 Stehende Welle im Zeiger-Formalismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19.2 Randbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

52
52 53

20 Beugung
20.1 Das Huygen'sche Prinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20.2 Beugung am Doppelspalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20.3 Fraunhofer-Nherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20.4 Interferenz am Einzelspalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20.5 Interferenz am Gitter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20.6 Spektrale Zerlegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

55
55 55 56 58 59 61

21 Brechung
21.1 Beschreibung 21.2 Huygens 21.3 Totalreexion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

62
62 62 63 63 63 63

21.4 bergang dicht  dichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21.5 Dispersion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21.6 Spektrenvergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

22 Polarisation
22.1 EMW an Gitterstben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22.2 Polarisation bei Brechungsvorgngen 22.2.1 Streuung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22.2.2 Brewster-Winkel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

64
64 64 65 65

23 Erdbeben - Kurzbersicht 24 Schallwellen 25 Elektromagnetische Wellen


25.1 Dipol . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25.2 Hertz'scher Dipol . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25.3 Erregung des Hertz'schen Dipols durch EM Wellen . . . . . . . . . . . . 25.4 Denition Elektromagnetische Welle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25.5 Ausbreitungsgeschwindigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

66 67 68
68 68 68 69 70

Inhaltsverzeichnis
25.6 Reexion und stehende Welle 25.7 Maxwellgleichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 70

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

V Quantenphysik
26 Denitionen
26.1 Quantenphysik ?! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26.2 Wesenszge der Quantenmechanik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

72
73
73 73

27 Interferenz
27.1 Messung unbestimmter Methoden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27.2 Abhngigkeit von Wellenlnge des Lichts, mit dem beobachtet wird . . .

75
75 76

28 Mathematischer Formalismus 29 Abweichungen von Klassischen Vorstellungen


29.1 Photoeekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29.2 Unbestimmtheitsrelation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29.3 Lokalisationsenergie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29.4 Photon als Quantenteilchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

79 80
80 81 81 82

VI Praktika
A Induktion
A.1 A.2 A.3 A.4 Magnet im Kupferrohr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kraftbertragung auf Alufolie mittels Magnetismus Strom- und Spannungsverlauf bei Selbstinduktion Wirbelstrombremse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

83
84
84 85 85 91

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit


B.1 B.2 B.3 B.4 B.5 Versuch B.2.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schallgeschwindigkeit in Luft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schaubilder Schallgeschwindigkeit in Messing

94
94 95 96

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100

Erregung mit Lautsprecher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Zusammenfassung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102

C Versuche zu Ultraschall I
C.1 C.1.1 C.1.2 C.1.3 C.1.4 Versuch Beobachtungen

103
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 . . . . . . . . . . . . 105

Beugung am Doppelspalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104 Mgliche Erklrungen fr die Abweichungen

Inhaltsverzeichnis
C.1.5 C.2 C.2.1 C.2.2 C.2.3 C.2.4 C.2.5 C.3 C.3.1 C.3.2 C.3.3 C.3.4 C.3.5

Fraunhofer-Nherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
. . . . . . . . . . . 107 Versuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 . . . . . . . . . . . . . 110

Reektion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - A Beobachtung

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Reektionsanteil - A Mgliche Erklrungen fr die Abweichung Versuch

Reekion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - B . . . . . . . . . . . . 111 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 . . . . . . . . . . . . . 112 Beobachtungen

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112 Mgliche Erklrungen fr die Abweichung Reektionsanteil - B . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112

D Versuche zu Ultraschall II
D.1 Interferenz zweier Ultraschallwellen D.1.1 D.1.2 D.1.3 D.2 D.2.1 D.2.2 D.2.3 D.3 D.3.1 D.3.2 D.3.3 Versuch Beobachtung

114
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 Versuch

Radarfalleneekt

Beobachtung

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118 Versuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119

Beugung am Gitter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Beobachtungen

Auswertung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums


E.1 Versuch E.1.1 E.1.2 E.2 E.2.1 E.2.2 E.3 E.4 E.3.1 Bestimmung der Wellenlnge

121

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122

Bestimmung der Abgestrahlten Energie . . . . . . . . . . . . . . . 121

Messwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Ermittlung der Durchschlagspannung . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Bestimmung der Wellenlnge Fehlerquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 . . . . . . . . . . . . . . . . . 128

Auswertung

Leuchtdioden, Photodioden & Photozellen

VII Index

131

Teil I E-Feld

1 Denitionen zu Strom
Strom kann dann ieen, wenn ein geschlossener tieren Elektronen (e ) elektrische Energie von einer

Stromkreis
Strom-

vorliegt. Dabei transporbzw.

Spannungsquelle

zu

einem Verbraucher, der sie dann in andere Energieformen umsetzen kann.

Spannung:
Ein Ma dafr, wie Viel Energie ein einzelnes Elektron dabei transportiert ist die Spannung

in Volt

V U= W Q J [U ] =
und

J =V C

(1.1)

mit

als transportierter Energie in Joule

als bewegter Ladung in Coulomb

C.

Potential:
Eigentlich handelt es sich bei Spannung um eine Elektrischen Stromkreis hat ein Potential frei wird, wenn zwischen einem Punkt

Potentialdierenz . Jeder Punkt in einem

P1 (einem beliebigen Punkt) und P0 (der Erdung1 ) eine Leitung hergestellt wird. Das Potential bezeichnet man dann mit 01 . Ein weiterer Punkt P2 hat nun ein Potential 02 in Bezug auf die Erdung und ein Potential 12 im Bezug auf Punkt P1 . 12 bezeichnet man auch als Spannung zwischen P1 und P2 . Es gilt
also:

Es stellt dar, wie viel Energie pro Ladung

UA
Sowohl das Potential

zu B

= A

zu Erdung

B U

zu Erdung

= V.

(1.2)

als auch die Spannung

haben die Einheit Volt

Stromstrke:
Ein Ma dafr, wie viele Elektronen in einer bestimmten Zeit durch den Stromkreis ieen ist die Stromstrke

in Ampre

A [I ] = C s
(1.3)

I=
mit

Q t

als Zeit in Sekunden

s.
P0
im Stromkreis gewhlt werden, solange

1 Statt der Erdung kann auch ein anderer, beliebiger Punkt


es immer der selbe Punkt ist.

10

Leistung:
Kombiniert man Spannung und Stromstrke (also Gleichungen (1.1) und (1.3)), so kann man die Elekrtische Leistung

in Watt

errechnen:

P =I U =

W Q W = Q t t

[P ] =

J =W s

(1.4)

11

2 Widerstand
Ein Widerstand ist ein technisches Bauteil, das elektrische Energie in Wrmeenergie unsetzt. In einen Stromkreis eingebaut sorgt es dafr, dass ein Teil der von der Quelle abgegebenen Leistung fr einen Verbraucher nicht nurzbar ist, da sie schon vorher am Widerstand in Wrme umgesetzt wurde. Man unterscheidet zwischen tet ist, die selbe Spannung

parallel

und

in Reihe

geschalteten Widerstnden (siehe

Abb. 2.1 auf S. 12). Whrend ein Widerstand, der parallel zu einem Verbraucher geschal-

abbekommt wie der Verbraucher, wird ein Widerstand,

der in Reihe zum Verbraucher geschaltet wird von dem selben Strom Fr Ohmsche Widerstnde gilt dabei das Ohm'sche Gesetz:

durchossen.

U = R= I

W Q Q t

W t = Q2

[R ] =

W Q Q t

J s = C2

(2.1)

Es besagt, dass bei sogenannten stannte

ohmschen Widerstnden sich Stromstrke zur Spannung

dar.

am Widerstand bzw. Leiter proportional zueinander verhalten. Die Proportionalittskon-

stellt den Widerstand in Ohm

Aus einem Verbund an Widerstnden lsst sich ein

Ersatzwiderstand Rersatz

berech-

nen. Man kann sich dabei vorstellen, dass man die Widerstnde, die man zu seiner Berechnung heranziehr, entfernt, und dafr ein Bauteil einsetzt, das den Widerstand hat, wie die einzelnen Bauteile zusammen. Dabei muss man bei der Summation der

1 Im weitesten Sinne ist jeder nicht supraleitende Leiter ein Widerstand 2 also der selbe Stromstrke I

Parallelschaltung

Reihenschaltung

Abbildung 2.1: Arten von Schalverbnden

12

Widerstnde bercksichtigen, ob sie in Reihe oder parallel geschaltet sind; Fr den Ersatzwiderstand in einer Reihenschaltung ergibt sich:

RErsatz = R1 + R2 + R3 + ...
Fr parallel geschaltete Widerstnde ergibt sich jedoch:

(2.2)

RErsatz =

1 R1

1 R2

1 +

1 R3

+ ....

(2.3)

13

3 Feldlinienmodell
Zwischen zwei Ladungen sie als

felderzeugende Ladungen.1
q

Q1

und

Q2

besteht immer ein E-Feld. Deshalb bezeichnet man

Ein E-Feld ist derjenige Bereich, in dem auf ein elektrisch geladenes Teilchen  mit der Probeladung (positiv oder negativ)  eine elektrische Kraft ausgebt wird, die von Anziehungen oder Abstoungen der felderzeugenden Ladungen herrhren. Aufgrund des E-Feldes fhrt eine Probeladung folglich Bewegungen innerhalb des Feldes aus. Bahnen, auf denen sich eine solche Probeladung bewegen, bezeichnet man als

Feldlinien. In der Darstellung besteht die Konvention, dass man den Weg eines positiv
Q1
zu einer negativen

geladenen Probeteilchens eintrgt, also den Feldlinien mittels Pfeilspitzen die Richtung zuweist, die eine positive Ladung nehmen wrde. Die Feldlinien laufen von einer positiven Felderzeugenden Ladung

Q2 . Sie stehen jeweils auf der Oberche

der Ladungstrger und kreuzen sich nicht. Fr Darstellungen gilt, dass die Krfte auf ein Probeteilchen umso strker sind, je dichter die Feldlinien an dieser Stelle sind. Es kann dazu kommen, dass E-Felder abgeschirmt werden  beispielsweise beim Fa-

raday'schen Kg. Hier besteht innerhalb eines von Leitern eingeschlossenen Bereichs
kein E-Feld, rundherum dagegen schon.

1 Felderzeugende Ladungen erhalten ein groes


genden) erhalten ein kleines

Q,

Probeladungen (die kleiner sind als die felderzeu-

q.

14

4 Elektrische Feldstrke
4.1 Kraft auf Ladungstrger
Die Kraft auf eine Probeladung wirkt tangential zu den Feldlinien. Diese Kraft ist Proportional zu der elektrischen Ladung diesem Bereich von einem

Fel

q
1

des Teilchens. Verlaufen Feldlinien in In diesem ist die Elektrische Feldstrke

einem Bereich gerade, parallel und im selben Abstand voneinander, so spricht man in

konstant .

homogenen

E-Feld.

Normalerweise sind E-Felder

inhomogen.
J N V m [E ] = = = C C m
(4.1)

Fel E= q
wobei

die Elektrische Feldstrke des Feldes ist.

4.2 Distanzen im E-Feld


Um Ladungen in einem homogenen E-Feld der Feldstrke bewegen, bentigt

parallel zu den Feldlinien zu

man die Energie

W.

Diese ist proportional zu der Strecke

parallel

der Feldlinien, sowie der Ladung

des Teilchens. Es gilt dabei:

W =qEl
Benutzt man nun Formel 1.1, so gilt:

[W ] = C

N m = Nm = J C

(4.2)

U =El = E l,

(4.3)

Interpretiert man das Ergebnis nach Formel 1.2, so gilt folgendes: Zwischen den Punkten

P1

und

P2

in einem E-Feld liegt immer die Spannung

= U1

zu 2

wobei man

die Strecke

nur in Richtung der Feldlinien messen muss.

Das bedeutet widerrum, dass man Ladungen problemlos senkrecht zu den Feldlinien bewegen kann. Diese Linien

bezeichnet man als

quipotentialchen.

1 Es tritt beispielsweise (nhrungsweise) zwischen zwei elektrisch gelandenen parallelen Platten auf. 2 in Betrag und Richtung
Fllen entsprechend

3 bzw. wird frei; bewegt man eine positive Ladung mit den Feldlinien, wird Energie frei  in anderen 4 bzw. im Raum diese Flchen

15

5 Kondensator
Im Grunde besteht ein

Kondensator

aus zwei Metallplatten, die durch ein

Dielektrikum

voneinander getrennt sind. Schliet man die Pole einer Spannungsquelle an einen Kondensator an, so wird er aufgeladen und kann elektrische Energie speichern und spter wieder abgeben. Fr Kondensatoren gibt es zahlreiche Aufbaumglichkeiten.

5.1 Strke des E-Felds im Kondensator


Das Homogene E-Feld im Kondensator kann man leicht ausrechnen. Durch Umformung von Formel 4.3 kommt man fr einen Kondensator, an dem die Spannung zwei Platten, die sich im Abstand

zwischen

voneinander entfernt benden, anliegt, auf:

E=

U d

(5.1)

5.2 Zusammenhang mit felderzeugenden Ladungen


Auf Kondensatorplatten der Flche auf der Auenseite verteilt . Der bestimmten Flche ist:

A sind die felderzeugenden Ladungen Q gleichmig Quotient gibt an, wie gro die Ladung auf einer Q A [ ] = C m2
(5.2)

=
Diese hang mit der Feldstrke

Flchenladungsdichte auf den Kondensatorplatten steht in direktem ZusammenE


zwischen den Platten. Es git nmlich:

E=
Dabei ist ttszahl

0 r

[E ] =

C m2 C Vm

V m
und

(5.3)

0 die Elektrische Feldkonstante mit 0 8, 85 1012 VC m ( Kapitel 5.3.1) mit r 1 fr Luft.

die Dielektri-

5.3 Kapazitt
Die Kapazitt ten Spanung

eines Kondensators gibt an, wie viel Ladung

bei einer bestimm-

gespeichert werden kann. Sie ist deshalb deniert als der Quotient von

1 Es geht dabei um die Ladung

einer Platte

16

5.4 Schaltungen von Kondensatoren


Ladung

und Spannung

U: C= Q U F. [C ] = C =F V
(5.4)

Dabei ist

die Kapazitt in Farad

Die Kapazitt eines Plattenkondensators mit homogenem E-Feld kann darber hinaus noch folgendermaen berechnet werden:

C = 0 r
Wobei

A d

[C ] =
und

C m2 C = =F Vm m V

(5.5)

A die Oberche einer Platte in m2

d der Abstand der Platten in m darstellt.

5.3.1 Dielektrizittszahl
Die Dielektrizittszahl ein

Dielektrikum 2 eingefhrt wird. Es handelt sich dabei um eine Materialkonstante die


r = CDielektrikum CV akuum
(5.6)

gibt an, um welchen Faktor sich die Kapazitt verndert, wenn

vom Sto anbngt. Es gilt dabei:

Weiter gilt als gute Nhrung

CV akuum CLuf t

5.4 Schaltungen von Kondensatoren


Schaltet man Kondensatoren parallel ( Abb. 2.1), so kann man als Kapazitten der einzelnen Kondensatoren Addieren:

Ersatzkapazitt

die

CErsatz = C1 + C2 + C3 + ...

(5.7)

Man kann sich dabei vorstellen, das die Platten der Kondensatoren, die den selben Plattenabstand haben, seitlich aneinander angefgt werden und sich somit eine Flche ergibt, die sich aus allen Teilchen addiert. Betrachtet man nun Formel 5.5, so ist ersichtlich, wieso man so rechnet. Schaltet man die Kondensatoren dagegen in Reihe, so muss man zum Berechnen der Ersatzkapazitt folgendermaen vorgehen:

CErsatz =

1 C1

1 C2

1 +

1 C3

+ ....

(5.8)

Hierbei ist es so, als wrden sich die Plattenabstnde aller Kondensatoren mit den Selben Plattenchen addieren. Aus Formel 5.5 ist dieses Vorgehen wieder ersichtlich.

2 Materie im Kondensator, durch die das E-Feld geht

17

5 Kondensator

5.5 Speichern von Energie im Kondensator


Ein Kondensator kann an einer Spannungsquelle aufgeladen werden. Diese kann dann abgetrennt werden. Da das E-Feld zwischen den Kondensatorplatten von den Ladungen

Q1,2

auf den Platten kommt, und diese Ladungen nicht abieen knnen, bleibt das

E-Feld weiterhin erhalten. In ihm ist nun Energie gespeichert . Nach Formel 1.1 kann man die gespeicherte Energie des Kondensators berechnen, indem man Spannung man dazu das Integral:

und Ladung

multipliziert. Da die Spannung dabei nicht

konstant ist, sondern sich proportional zur Ladung verhlt ( Formel 5.4), berechnet

UB

W =
UA

1 C U2 C U dU = 2

UB

=
UA

1 1 2 2 C UA C UB 2 2

(5.9)

Das Integral liee sich mit Formel 5.4 umschreiben:

UB

W =
UA

1 C U dU = QU 2

UB
(5.10)

UA

Wird ein Dielektrikum eingefhrt, so erhht sich die Speicherkapazitt des Kondensators um den Faktor

r ,

da sich die Kapazitt ja genauso erhht ( Kapitel 5.3.1).

5.5.1 Energiespeicherort
Die Energie, die der Kondensator speichert, wird in dem Raum gespeichert, den das E-Feld ausfllt. Formel 5.9 kann man umformen (der Einfachheit halber sei

UA = 0

und

UB = U ): W =
Wobei

1 1 A 1 1 Q U = C U 2 = 0 r E 2 d 2 = 0 r E 2 V 2 2 2 d 2 m3

(5.11)

das Volumen des vom homogenen E-Feld durchsetzten Raum im

darstellt.

3 beispielsweise kann ein geladenes Teilchen immernoch darin bewegt werden


kann einen Verbraucher dazu bringen, Arbeit zu verrichten

Formel 4.2 oder sie

18

6 Teilchen im E-Feld
6.1 Beschleunigung
Ein geladenes Teilchen kann mit einem E-Feld beschleunigt werden. Aufbau siehe Abb. 6.1 auf S. 20. Dazu ist in einer der Kondensatorplatten ein Loch. Das Teilchen wird zur gegenberliegenden Platte gebracht und diese wird gleichnamig zum Teilchen geladen  die Platte mit Loch entsprechend ungleichnamig  indem eine Spannung wird. Von der Platte ohne Loch wird das Teilchen also abgestoen und von der mit Loch angezogen. Da das Teilchen dabei mglichst den kompletten Kondensator durchiegt, nimmt es nach Formel 1.1 die Energie kinetische Energie:

angelegt

W = U q auf. Diese Energie wird bei dem Teilchen

vollstndig in Bewegungsenergie umgewandelt und somit ergibt sich mit der Formel fr

v=
Dabei ist

2W = m

2U q m

[v ] =

J C

C = kg

Nm m = kg s

(6.1)

die Masse des Teilchens

6.2 Ablenkung
Aus Kapitel 4.1 wissen wir, dass ein geladenes Teilchen im E-Feld eine Kraft erfhrt, die von seiner Ladung abhngt ( Formel 4.1). Bewegt sich nun ein Teilchen zwischen zwei Kondensatorplatten, zwischen denen eine Spannung Zu der anfnglichen Bewegung mig beschleunigte Bewegung

anliegt, durch, so bendet

es sich in einem E-Feld, von dem es abgelenkt wird. Siehe dazu Abb. 6.2 auf S. 20.

v0

kommt im Kondensator noch eine weitere, gleich-

v1

 abhngig von der Ladung

Teilchens  in Richtung einer der beiden Platten

und der Masse

des

hinzu. Fr die Distanz

y ,

die das

Teilchen in Richtung einer Platte abgelenkt wurde gilt:

y =
Dabei ist

Eq 2 U q U q t = t2 = (x)2 2 2m 2dm 2 d m v0 U d

(6.2)

die Feldstrke des E-Feldes zwischen den Kondensatorplatten,

die Span-

nung zwischen den beiden Platten,

der Abstand zwischen den beiden Platten und

1 positiv geladene Teilchen werden in Richtung der negativ geladenen Platte abgelenkt und entsprechend

19

6 Teilchen im E-Feld

Abbildung 6.1: negatives Teilchen beschleunigt

d l

Abbildung 6.2: Teilchen wird abgelenkt

20

6.2 Ablenkung
x
die Distanz in Richtung der ursprnglichen Bewegung, die das Teilchen schon im

Kondensator hinter sich gebracht hat. Das Teilchen folgt im Kondensator also einer Parabelfrmigen Flugbahn.

6.2.1 Weiterug
Verlsst das Teilchen dann den Kondensator, nachdem es ihn auf der Lnge frmigen Bewegungen zusammen 

(parallel

zu den Platten gemessen) durchogen hat, so setzt sich seine Bewegung aus zwei gleich-

v0

und

v1 ,

da nun keine Beschleunigenden Krfte

mehr auf sie wirken. Es ergibt sich dadurch eine Gesamtgeschwindigkeit

vges

von:

vges =

2 2 + v1 v0

(6.3)

Mit dieser Geschwindigkeit setzt das Teilchen seinen Weg fort. Um die Richtung zu ermitteln, leitet man Formel 6.2 ab. Den Winkel und der alten

zwischen der Neuen Flugbahn

vges

v0

erhlt man mithilfe dieser Ableitung:

= tan
Dabei ist ankam.

U ql 2 d m v0

(6.4)

Teilchens,

U die Spannung, die zwischen den Kondensatorplatten anligt, m die Masse des q seine Ladung und v0 die Geschwindigkeit, mit der es parallel zu den Platten

21

Teil II B-Feld

22

7 Die Magnetische Flussdichte


Die Magnetische Flussdichte

ist ein Vektor, mit dessen Hilfe sich berechnen lsst, wie

sich ein Magnetisches Feld auf seine Umwelt auswirkt.

7.1 Draht im Magnetfeld


Die Magnetische Flussdichte Lnge

gibt an, welche Kraft

ein Leiter mit der wirksamen

s,

der von einem Strom der Strke

durchossen wird, in einem Magnetfeld

erfhrt.

B=

F I s
Dir Richtung der Kraft

(7.1)

Linke-Hand-Regel
Kapitel 8).

Einheit von

ist T (Tesla):

1T = 1 AN . m

bestimmt. Diese Kraft wird auch als

Lorentzkraft

wird durch die

bezeichnet (Siehe

7.2 langgestreckte Spule


In einer langgestreckten luft- oder materiegefllten Spule der Lnge dungszahl

und der Win-

n,

die von dem Strom

Ierr

durchossen wird, entsteht ein Magnetfeld mit der

Flussdichte

B = 0 r Ierr 0
bezeichnet dabei die

n l

(7.2)

V s Magnetische Feldkonstante. 0 1, 257 106 A m BM aterie r bezeichnet dabei die Permeabilittszahl . Sie ist der Quotient r = B V akuum

Sie hngt

zwar von dem Sto des Spulenkerns ab, ist jedoch keine Stokonstante, weil sie auch von der Gre der Magnetischen Flussdichte abhngt.

1 es ist nur die Lnge entscheident, die senkrecht zu den magnetischen Feldlinien steht. Schliet der
Draht also den Winkel mit

mit den Feldlinien ein, so muss seine wirksame Lnge

berechnet werden

2 Daumen: physikalischer Stromuss der Elektronen, Zeigenger: Richtung der Feldlinien, Mittelnger: 3

s = sr sin(),

wobei

sr

die reale Lnge des Drahtes ist

Ferrromagnetische Stoe haben r >> 1, diamagnetische Stoe haben r 1 und permamagnetische


Stoe haben Bsp.:

Richtung der Kraft

r < 1. r (W eicheisen) 800, r (Stahl) 4000, r (P ermalog ) 300000, r (Luf t) 1

23

7 Die Magnetische Flussdichte

7.3 Messung der Magnetischen Flussdichte mittels der Hall-Sonde


In einer Hallsonde, die von einem Strom der Strke Breite dichte

durchossen wird und die die

d in Richtung der Magnetischen Feldlinien des zu messenden Feldes der FlussB hat, und in der sich n Elektronen mit der Ladung e benden, entsteht die Spannung UH senkrecht zu den Magnetischen Feldlinien und senkrecht zur Richtung des BI 1 ne d B UH :
(7.4)

Stromdurchusses.

UH =
der Geschwindigkeit

(7.3) und zur Bewegungsrichtung mit

Hat die Hallsonde senkrecht zum B-Feld der Strke

die Hhe

h,

so ergibt sich fr die Hallspannung

UH = B v h

Der Hall-Eekt resultiert aus einer Ablenkung der Elektronen aufgrund ihrer Bewegung im zu messenden B-Feld. Dadurch wird Ladung getrennt und es entsteht ein E-Feld. Die Hall-Spannung

UH

stellt sich dann ein, wenn die Ablenkung durch E-Feld (Fel ) die

Ablenkung durch das B-Feld (FL ) vllig kompensiert hat.

24

8 Lorentzkraft
Die

Lorentzkraft

ist eine Kraft, die bewegte Ladungen erfahren, wenn sie sich senkrecht

zu den Magnetischen Feldlinien durch ein Magnetisches Feld bewegen. Sie diente uns zur Denition der

Magnetischen Flussdichte ( Gleichung 7.1).

8.1 Kraft auf einzelne Ladungstrger


Ein Ladungstrger mit der Ladung die Kraft

q,

der sich mit der Geschwindigkeit

in einem

Magnetfeld der Magnetischen Flussdichte

senkrecht zu den Feldlinien bewegt, erfhrt

FL : FL = B q v
(8.1)

8.1.1 Kreisbewegung im Magnetfeld


Wenn geladene Teilchen in ein Magnetfeld gelangen, bewegen sie sich auf einer Kreisbahn senkrecht zu den Feldlinien des Magnetfeldes. Die Lorentzkraft entspricht dann nmlich der

Zentripetalkraft Fz 1 , weil sie immer senkrecht zur Bewegungsrichtung steht

und somit stndig zum Kreismittelpunkt zeigt. Der Radius des entstehenden Kreises errechnet sich nach:

r=
Das Teilchen hat nach der Zeit

mv Bq

(8.2)

eine komplette Kreisbahn durchogen.

T =

2m Bq v

(8.3) der Teil-

Interessanterweise hngt die Umlaufzeit (8.3) nicht von der Geschwindigkeit

chen ab. Man macht sich die Erkenntnisse aus (8.2) zunutze, um die Masse m der Teilq 2 chen oder die der Teilchen zu messen, da Radius r und Mam gnetische Flussdichte B leicht messbar sind. Damit die Geschwindigkeit der Teilchen

speziesche Ladung

zu bestimmen ist, werden sie alle durch einen

Geschwindigkeitslter ( 8.2) geschickt,

wodurch man errechnen kann, wie schnell sie sind.

2 wenn die Ladung

1F

mv 2 r

Bekannt ist

25

8 Lorentzkraft

8.1.2 Schraubenbewegung im Magnetfeld


Wird das Teilchen so eingebracht, dass seine Geschwindigkeit eine Komponente in Richtung der Feldlinien hat, so bewegt es sich auf einer Schraubenbahn. Schliet die Bewegungsrichtung des Teilchens mit den Feldlinien den Winkel

ein, so ist die Geschwin-

digkeit, aus der man den Kreisradius berechnet berechenbar mit

vs = v sin(). Aus der anderen Geschwindigkeit ergibt sich die Lngsbewegung der Schraube vl = v cos(). In der Zeit T (Siehe 8.3) legt das Teilchen dabei lngs der Feldlinien die Ganghhe h
zurck. Sie ist der Abstand in Richtung der Feldlinien zwischen zwei Kreisbahnen:

h=

2m v cos() qB

(8.4)

8.2 Geschwindigkeitslter

Abbildung 8.1: Skizze eines Geschwindigkeitslters Ein Geschwindigkeitslter besteht aus einem gekreuzten B-Feld und einem E-Feld. Haben die Teilchen die richtige Geschwindigkeit

v , so knnen sie den Geschwindigkeitslter

passieren. Der Eekt rhrt daher, dass das B-Feld die Teilchen in die andere Richtung ablenkt als das E-Feld. Sind die Teilchen zu schnell, so werden sie vom B-Feld zu stark abgelenkt, sind sie zu langsam, werden sie vom E-Feld zu stark abgelenkt. In Abbildung 8.1 wirkt die Elektrische Kraft die Lorentzkraft

Fe l

auf negativ geladene Teilchen nach oben, whrend

FL

nach unten wirkt. Es gilt dabei:

v=

E B

(8.5)

26

9 Elektromagnetische Induktion
Bei der

Elektromagnetischen Induktion

entsteht eine Spannung in einem Leiter, hervor-

gerufen durch ein Magnetisches Feld. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen.

9.1 Relativbewegung
Bewegt man einen Leiter der Lnge der Flussdichte Spannung

mit der Geschwindigkeit

durch ein Magnetfeld

(oder das Magnetfeld um den Leiter), so wird in dem Leiter eine

Uind

induziert. Dabei spielt nur die Geschwindigkeitskomponente

vs

senkrecht

zu den Feldlinien (und dem Draht) eine Rolle. Fr die Richtung des Stromusses gilt die Linke-Hand-Regel . Es gilt:

Uind = vs B l

(9.1)

9.2 Induktion durch Flchennderung


Wird eine Leiterschlaufe mit Flussdichte von

Windungen so durch ein homogenes Magnetfeld der

A1

auf

B gefhrt, dass in der Zeit t die vom Feld durchsetzte Schlaufenche sich A2 ndert2 , so gilt: Uind = n B A =nBA t
(9.2)

Durch die Bewegung der Leiterschlaufe am Rande des Magnetfeldes taucht sie also mal mehr und mal weniger ein. Die Flchennderung kann aber auch als Verformung passieren, oder dass die Leiterschlaufe im Magnetfeld gekippt wird; damit ndert sich nmlich die eektive Flche, also die Flche, die zu den Magnetischen Feldlinien senkrecht steht

9.2.1 Sinusspannung
Somit lsst sich einfach Strom erzeugen, dessen Spannungsverlauf sinusfrmig ist. Indem man nmlich eine Spule der Querschnittsche

A0

in einem B-Feld rotieren lsst, dass

die Rotationsachse senkrecht zu den Feldlinien steht, erhlt man eine Flche

Aef f

die

1 Daumen: Bewegungsrichtung des Drahtes, Zeigenger: Feldlinien, Mittelnger: Physikalische Strom2 sich also eine nderung von
richtung

A = A2 A1

ergibt

27

9 Elektromagnetische Induktion
senkrecht zu den Feldlinien des Magnetfeldes steht, durch die also Induktion stattnden kann. Es git dabei

Aef f (t) = A0 cos() = cos( t) (t) = A0 sin( t) A


mit der Kreisfrequenz

(9.3) (9.4)

und der Zeit der Drehung

t,

da sich die Spule logischerweise

kreisfrmig dreht (ihre Seitenkanten beschreiben die Bahn eines Zylinders senkrecht zu den Magentfeldern). Die Flchennderung

ergibt sich durch die Ableitung nach

t.

Mittels Formel 9.2 kann damit die induzierte Spannung errechnet werden.

9.3 Induktion durch nderung der Magnetischen Flussdichte


In einer Leiterschlaufe mit Flussdichte zu den Feldlinien in einem homogenen Magnetfeld bendet, das in der Zeit

n Windungen und der Querschnittsche A, die sich senkrecht t von der B =nAB t

B1

auf

B2

gendert wird, ergibt sich:

Uind = n A

(9.5)

9.4 Induktionsgesetz
Kapitel 9.2 und 9.3 kann man zu einem einzelnen Gesetz zusammenfassen: Dem Spule der Querschnittsche

Induktionsgesetz . Dafr wird der Magnetische Fluss deniert: Fr eine Leiterschlaufe /


A die sich in einem homogenen Magnetfeld der Flussdichte B
bendet, gilt:

=BA
Die Einheit von

(9.6)

ist

J A s m2 = 1 A = 1 V A = 1V s 1T m2 = 1 AN m
vernanschaulichen, so kann man sich vorstellen, dass

Mchte man sich

die An-

zahl der Feldlinien ist, die senkrecht durch die Querschnittsche laufen. Die nderung von einem der beiden Faktoren

oder

ruft jeweils eine Induktionsspannung hervor.

Kommt in einem Versuch sowohl eine Vernderung von

als auch von

vor, so kann

man getrennt berechnen, welche Induktionsspannung sich fr eine nderung der durchossenen Querschnittsche ergibt, welche Induktionsspannung sich fr die nderung des B-Feldes ergibt und diese beiden Spannungen addieren, um dann auf die endgltige Induktionsspannung zu kommen. Es gilt also fr die Formeln: (9.2) + (9.5)

(9.7)

B+nAB =n Uind = n A
3 Das hochgestellte Pnktchen bedeutet, dass es sich um eine Ableitung nach der Zeit handelt.

(9.7)

28

9.5 Lenz'sche Regel


Wichtig ist sowohl hier, als auch bei 9.2 und 9.5, dass schen Flusses

Uind

zur

nderung

des Magneti-

proportional ist. Liegt eine Leiterschlaufe also in einem Magnetfeld,

das konstant schwcher wird, so wird eine konstannte Spannung induziert. gleiches gilt, wenn sich die Flche konstant ndert  dann wird eine konstannte Spannung induziert. Zu beachten ist aber auch die Selbstinduktion einer Spule!

Kapitel 9.6 !

9.5 Lenz'sche Regel


Die

Lenz'sche Regel

besagt, dass ein Induktionsvorgang so verluft, dass er der Ursache

seiner Entstehung entgegenwirkt. Wenn also beispielsweise ein Elektromagnet vor einem Metallring eingeschaltet wird, so wird in dem Ring ein solcher Strom induziert, dass das Magnetfeld, welches aus dem Stromuss im Ring resultiert, entgegen dem der Spule weist. Die Lenzsche Regel sorgt dafr, dass wir Formel 9.7 abndern mssen:

Uind = n

(9.8)

Diese neue Induktionsspannung bezieht sich nun auf eine bereits in der Spule bestehende Spannung. Hat man nmlich beispielsweise eine stromdurchossene Spule und fhrt in diese Materie ein mit

r >> 1,

so sinkt die Stromstrke

fr die Dauer des Einfhr-

vorganges. Aus (7.2) ist ersichtlich, dass so, dass sie dem Wachstum von Urspannung sein.

steigt. Nach Lenz verluft die Induktion nun

entgegenwirkt. Ihre Spannung muss also entgegen der

9.6 Selbstinduktion
Sobald sich in einer stromdurchossenen Spule die Stromstrke

ndert, induziert diese

Spule eine Spannung  eben auch bei sich selbst. ndert sich nmlich die Stromstrke

in einer Spule, so sorgt diese Stromnderung fr eine Vernderung des Magnetischen

Flusses. Aus Kapitel 9.3 folgern wir, dass Induktion stattnden kann. Diese Induktion ndet in der Spule selbst statt, wo eine Spannung induziert wird, die nach der

Regel

Lenz'schen
. Uind I

dem Stromuss, der fr die Induktion sorgt, entgegenwirkt. Dabei gilt:

Dieses Phnomen ist als Die

Selbstinduktion

bekannt. Liegen in einem Stromkreis Schlin-

gungen des Leiters vor, so reagieren diese wie eine Spule.

Induktivitt L
Uind
ist:

eines Leiters gibt an, wie gro diese entgegengesetzte induzierte

Spannung

Uind = L I

(9.9)

ist I = A Die Einheit von I s Die Induktivitt ist allgemein deniert mit: L=
4 also auch zur

Uind I

(9.10)

nderung der senkrecht felddurchsetzten Flche bzw. der nderung der Flussdichte

29

9 Elektromagnetische Induktion
Fr

langgestreckte Spulen mit n Windungen, der Lnge l und mit der Querschnittsche
L = 0 r n2 A l

gilt dabei:

(9.11)

Die Einheit von

ist :

[L] =

V s A

kg m2 C2

kg m2 s2 A2

9.7 Einschaltvorgang eines Spulenstromkreises


Schaltet man einen Stromkreis, in dem eine Spule sitzt, ein, so baut sich die Stromstrke erst mit der Zeit auf. Dies ist ein direktes Resultat der Selbstinduktion. Wenn nmlich der Strom eingeschaltet wird, also in Schaubild 9.1(a) die Funktion sich gerade von der Zeitachse entfernt, ist die nderung des Stromes

(t) I

uerst gro, da sich die

Spannung ja von berhaupt kein Wert auf einen positiven Wert ndert. Nach Formel 9.9 ist die Induktionsspannung hier also stark negativ. Mit dem Lenz'schen Gesetz in Einklang ist diese Induktionsspannung also ihrer Ursache entgegengesetzt und 

fngt 

die Vernderung der Stromstrke ab. Der Stromverlauf ist deshalb an dieser Stelle auch kurvenfrmig. Ohne die entgegengerichtete Induktionsspannung htte der Strom sein Maximum praktisch sofort erreicht. So nhrt er sich seinem Maximum nur an. Je mehr Zeit innerhalb einer halben Periode verstreicht, desto nher kommt der ausgebremste Strom seinem Maximum, aber immernoch ist eine gegenluge Spannung da, die ihn dezimiert. Da er konsequent dezimiert wird, wird

asymptotisch

(tn ) auch kleiner, da ja stndig I

die wachstumsschwchende Induktionsspannung auf den Strom einwirkt. Wenn der Strom dann wieder abgeschaltet wird, also von seinem Maximum abfllt, ist in Schaubild 9.1(b) ein noch grerer Peak entstanden, der diesmal nach oben zeigt, also auch eine groe positive Spannung hinweist.

(tn ) I

ist an dieser Stelle stark negativ,

weil der Strom sich von einem nahezu konstannten Wert 

erstmalig 

abbewegt. Nach

Gleichung 9.9 sorgt diese Spannung nun dafr, dass der Stromstrkenabfall abgefangen wird, also nicht so drastisch aussieht, weshalb sich auch hier wieder ein kurvenfrmiger Lauf ergibt.

9.8 Energie des Magnetfelds


Unterbricht man einen Spulenstromkreis, so wird die Spule nach dem Lenz'schen Gesetzt dafr sorgen, dass der Strom noch mglichst aufrecht erhalten wird. Mit diesem Strom kann Arbeit verrichtet werden  im Magnetfeld muss also Energie gespeichert sein. Die enthaltene Energie des Magnetfeldes zwischen zwei Zeitpunkten t1 und t2 berechnet sich mit

t2

Emag =
t1

P (t)dt

(9.12)

30

9.8 Energie des Magnetfelds

(a) Stromverlauf

(b) Spannungsverlauf

Abbildung 9.1: Vorgnge beim Einschalten eines Stromkreises mit Spule  siehe Kapitel 9.7

Mit der Formel fr elektrische Leistung

Pel = U I
I (t2 ) I (t1 )

und Formel 9.9 ergibt sich so

t2

Emag =
t1

(t) I (t) dt = LI

1 2 I (L I (t)) dI (t) = L 2

I (t2 )
(9.13)

I (t1 )

5 Weil

= I

dI dt und somit

dt = I

dI dt

dt = dI

31

Teil III Schwingungen

32

10 Begrie & Denitionen


Schwingung Elongation Amplitude Frequenz
eine sich zeitlich periodisch wiederholende nderung einer oder mehrerer physikalischer Gren um enen Mittelwert Auslenkung - Entfernung von einer Ruhelage zu einem Zeitpunkt Betrag der maximalen Auslenkung

s(t)

s T

Periode(ndauer)

die Dauer einer Vollstndigen Schwingung

Anzahl von Schwingungen pro Zeit

f=

1 T

Winkelgeschwindigkeit Rckstellkraft
wobei

Drehung im Bogenma je Zeit

= =2f FR

Kraft die da Pendel in Richtung der Ruhelage beschleunigt eine Schwingung, deren

Harmonische Schwingung
FR s(t)
gilt

t-s(t)-Diagramm

sinusfrmig ist,

33

11 Harmonische Schwingung
11.1 allgemeiner Lsungsansatz
Im Allgemeinen hat sich bei uns der Lsungsansatz etabliert, eine Dierentialgleichung zweiten Grades aufzustellen. Dabei wird die Rckstellkraft Arten ausgerechnet. Einmal ber den Zusammenhang ber den Zusammenhang dann, weil

FR auf zwei verschiedene FR = m a(t) und das andere mal

s (t) = v (t)

und

FR = D s(t). Zur Dienentialgleichung wird die Gleichung v (t) = a(t) und somit s (t) = a(t). Unser Lsungsansatz ist

also im Allgemeinen

ms (t) = D s(t)
Die Lsung dieser Gleichung ist dann fr uns die

(11.1)

ist, die ihrer zweiten Ableitung proportional ist . Mit ihr ergibt sich

Sinusfunktion, da sie diejenige Funktion


(11.2) (11.3) (11.4)

s(t) = s sin( t + ) s (t) = s cos( t + ) s (t) = s 2 sin( t + )


2

Mit diesen Gleichungen lsst sich eine harmonische Schwingung beschreiben . Als nachgewiesen, dass es sich bei der Schwingung um eine harmonische Schwingung handelt, gilt es, wenn man zeigen kann, dass

FR (t) = D s(t) D = m 2
fr die

(11.5) (11.6)

komplette
T

Schwingung gilt.

Setzt man nun Formel 11.2 und Formel 11.4 in Formel 11.1 ein, so ergibt sich Periodendauer einer periodischen Schwingung allgemein

fr die

T =2
1 f (x)

m D

(11.7)

2 ist die Phasenverschiebung 3 mit = 2


T

= sin(x) f (x) = sin(x) f (x) = f (x)

34

11.2 Das Fadenpendel

11.2 Das Fadenpendel


Bei einem Fadenpendel wirkt bei einer Masse immer eine Kraft rung des Fadens. Sie ist die Reactio der Zentripetalkraft

FA

in der Verlnge-

FZ ,

die den Schwingkrper auf

seiner Kreisbahn hlt. Zustzlich greift jederzeit die Schwerkraft erhlt einerseits

Fg

am Schwingkrper

an. Mithilfe eines Krfteparallelogramms kann man die Schwerkraft nun zerlegen und

FA ,

andererseits die Rckstellkraft

FR .

Diese weist

immer tangential

zur Kreisbahn in Richtung der Ruhelage.

l s FR FA Fg

Abbildung 11.1: Skizze eines Federpendels mit den bedeutenden Gren eingetragen Vom Nebenwinkelsatz aus kann man den Auslenkungswinkel

noch an verschiedenen

Stellen nden. Hier gelten dann die Beziehungen am rechtwinkligen Dreieck

FR = sin() Fg
Der Winkel

(11.8)

(im Bogenma) wiederum ist deniert mit

=
Fr kleine Winkel

s l

(11.9)

gilt nun

sin(). s FR Fg l

Fhrt man diese Nhrung jetzt entweder bei

Formel 11.8 oder bei Formel 11.9 durch, so erkennt man, dass

FR

Fg s l FR

(11.10)

Da sowohl

Fg = m g

als auch

konstant sind, hngt

bei einer Schwingung nur von

ab. Damit ist also bewiesen, dass das Fadenpendel fr kleine Auslenkungen

harmonische Schwingung

<6

eine

ausfhrt. Seine Richtgre ist

D=
4 so sie existiert - im Ruhepunkt nmlich nicht

mg l

(11.11)

35

11 Harmonische Schwingung

11.3 Das Federpendel


Bei einem Federpendel hngt an einer Feder mit der Federhrte der Masse

ein Schwingkrper

m.

Die Ruhelage dieses Systems ist dann erreicht, wenn die Kraft, mit der

die Feder am Schwingkrper zieht Feder das Hook'sche Gesetz

FF

D=

so gro ist, wie der Schwerkraft F gilt, gilt weiter s

Fg .

Da bei einer

FF = D s = Fg s0 = s0
aus.

mg D

(11.12)

ist dabei die Auslenkung des Pendels vom vllig unausgelenkten Zustand der Feder Das Hook'sche Gesetz macht hier von Anfang an klar, dass es sich bei der Schwingung

um eine harmonische handelt. Die Federhrte entspricht der Richtgre . Besteht ein System aus einem Schwingkrper zwischen zwei Federn, so gilt fr die Richtgre

D = D1 + D2

(11.13)

11.4 Das Wasserpendel


Ein Wasserpendel besteht aus einem U-Rohr mit dem konstanten Querschnitt das Wasser der Masse die Hhe

in

mges

mit der Dichte

gefllt wird. Die Wasseroberchen in

den beiden Rohrteilen stehen einander gegenber und die Wassersule hat insgesamt

2 h0 ,
6

weil

h0

die (gebogene) Strecke vom unteren Rohrmittelpunkt bis zu

einem der Wasserspiegel ist. Die Schwingung mit der Elongation Pegelstand .

s(t) schwingt um diesen

+ Wird nun das Wasser auf Seite A um s ausgelenkt, so sinkt der Pegel auf Seite B um + s+ . Die Wassersule ist auf Seite A 2 s+ hher. Dieses an Wasser V erfhrt + nun die Gewichtskraft Fg = m g nach unten, die gleichzeitig als Rchstellkraft FR

Mehr

fungiert. ber die Zusammenhnge von Masse, Dichte und Volumen (m = V ) und + + der Umrechnung des Volumens (V = A 2 s ) ergibt sich so fr die Rckstellkraft

F R = g A 2 s+
Dabei sind auer Richtgre

(11.14)

s+

alles Konstanten. Es ergibt sich fr das Wasserpendel also eine

von

D =2g A

(11.15)

11.5 Der Schwingkreis


Ein Schwingkreis ist ein Stromkreis, der im einfachsten Falle lediglich einen Kondensator der Kapazitt

und eine Spule der Induktivitt

enthlt. In ihm schwingt Strom der

5 beide heien deshalb 6 h(t) = h + s(t)


0

36

11.5 Der Schwingkreis


Ladung

Q zwischen Kondensator und Spule hin und her. Aufgrund des simplen Aufbaus7

gilt im Stromkreis

(t) = L Q (t) Uind = L I 1 Q(t) = Q(t) UC = C C UC = Uind

(11.16) (11.17) (11.18)

Der Kondensator wird anfangs einmalig geladen. Somit steckt im Kondensator Energie

Eel . Der Kondensator entldt sich nun langsam ber die Spule, dabei iet logischerweise
Strom - und zwar mehr Strom, als zu dem Zeitpunkt da der Kondensator noch ungeladen war - somit steigt

(t). I

Es ergibt sich nach den Gleichungen 11.16 und 11.18 eine

Induktionsspannung. Diese wirkt dem Stromuss entgegen (Siehe Kap. 9.5 auf S. 29) und damit kann sich der Kondensator nicht sofort entladen. Der Entladestrom nhert sich nun langsam (asymptotisch) seinem Maximum an. In der Zeit, in der der Kondensator entladen wurde, baute sich in der Spule (und rundherum) ein Magnetfeld auf. Dieses Magnetfeld speichert nun die Energie der Kondensator vorher enthalten hatte (Eel

Emag ,

die

= Emag ). Wenn der Kondensator schlielich (t) infolgedessen stark negativ I

leer ist, ergibt sich erneut eine Induktionsspannung. Da der Strom vorher einen relativ groen Wert hatte und nun vllig abgeschaltet ist, wird unterhlt. Durch diese Induktionsspannung wird der Kondensator nun wieder geladen. Wenn das Magnetfeld komplett abgebaut ist, wird der Kondensator wieder so viel Energie haben, wie direkt nach dem Auaden . Die Platte, die vorher aber negativ war, ist jetzt positiv und anderstherum. Das E-Feld hat sich also umgekehrt. Wenn der Vorgang dann wieder von Vorne beginnt, wird auch das B-Feld der Spule in die andere Richtung weisen als zuvor. Es handelt sich hierbei um eine harmonische Schwingung, bei der Stromstrke und Spannug einer Sinusfunktion folgen. Setzt man die Gleichungen 11.16 und 11.17 in Glei (t) = 1 Q(t) deren Lsung chung 11.18 ein, so erhlt man eine Dierentialgleichung Q LC wieder eine Sinusfunktion ist: und es wird erneut Spannung induziert, die den bereits abgebrochenen Stromuss weiter

cos( t) Q(t) = Q sin( t) = Q sin( t) I (t) = I LC cos( t) U (t) = U


Fr den Schwingkreis ergibt sich eine Periodendauer von

(11.19) (11.20) (11.21)

T =2
7 Die Spannung des Kondensators

LC

(11.22)

UC

liegt direkt an der Spule an, ebenso wie die Induktionsspannung

8 von Verlusten der Dmpfung sei hier abgesehen

Uind

direkt am Kondensator anliegt

37

11 Harmonische Schwingung
Will man mechanische und elektrische Schwingungen Vergleichen, so gelte folgende Entsprechungen:

s = Q v = I a = I 1 D = C m = L 1 1 1 D s2 = Q2 2 2 C 1 1 m v2 = L I2 2 2

38

12 Gedmpfte Schwingungen
Im Gegensatz zur idealen harmonischen Schwingung nimmt die Amplitude delt. Dies geschieht im Allgemeinen durch Krfte Systeme resultieren.

s im

Laufe

der Schwingung ab. Energie der Schwingung wird in andere Energieformen umgewan-

Fgl

die aus der Reibung schwingender

12.1 Konstante Reibung


Konstante Reibung tritt bspw. bei mechanischen Schwingungn auf. Hierbei ist die Bremsende Kraft

Fgl

konstant. Es gilt also fr die Rckstellkraft

FR
(12.1)

FR = m s (t) = D s(t) Fgl


um eine harmonische Schwingung. Die Amplitude Schwingung um s ab, mit

Es gilt also hier das lineare Kraftgesetz nicht mehr und somit handelt es sich nicht

linear

der Schwingung nimmt bei jeder

s =

2 Fgl D

(12.2)

12.2 Reibung abhngig von der Geschwindigkeit


Geschwindigkeitsabhngige Reibung tritt beispielsweise bei der Wirbelstrombremse auf. Hierbei nimmt die Amplitude

s zwischen

den einzelnen Schwingungen exponentiell ab.

Fr die Rckstellungskraft ergibt sich hierbei

FR = m s (t) = D s(t) R s (t) R


vor. Eine Lsung der Dierentialgleichung

(12.3)

ist hierbei eine Reibungskonstante. Auch hier liegt keine harmonische Schwingung

ist hierbei die Funktion (12.4)

s(t) = s ekt sin( t)


wobei

von der Eigenfrequenz

abweicht. Hier gilt

=
1m s (t)

2 0 k2

(12.5)

2 also der Frequenz, die das System ohne Reibung ausfhren wrde

= D s(t) R s (t)

39

12 Gedmpfte Schwingungen
Wobei auch

R . 2m Bei dieser Art der Schwingungen muss man zwischen drei verschiedenen Sorten un-

eine Reibungskonstante ist mit

k=

terscheiden:

Schwingfall

0 > k 2

Das System Schwingt und die Amplitude nimmt exponentiell ab

Aperiodischer Grenzfall Kriechfall


0 < k 2

0 = k 2

Das System schwingt fast eine halbe Periode lange,

die Amplitude geht jedoch in krzestmglicher Zeit gegen null. Das System schwingt nur kurz in eine Richtung, dann nimmt die

Amplitude relativ langsam ab. Es kann auch sein, dass Der Zusammenhang zwischen Reibung und Geschwindigkeit komplexer ist oder sich im Laufe einer Periode verndert.....

40

13 Erzwungene Schwingung
Das Gegenteil einer gedmpften Schwingung ist eine erzwungene Schwingung. Dabei wird von Auen auf das schwingende System Einuss ausgebt. Dieser Einuss erfolgt periodisch, jedoch nicht notwendigerweise mit der Eigenfrequenz sondern auch mit anderen Frequenzen weitere Kraft

der Schwingung

Zur Rckstellkraft

FR

kommt also noch eine

F1

hinzu mit

1 sin( t + ) F1 (t) = F
Fr eine gedmpfte Schwingung ergibt sich also

(13.1)

FR (t) = m s (t) = D s(t) k s (t) + F1 (t) 0

(13.2)

Je nachdem, wie sich verschiedenen Fllen:

und

zueinander verhalten, unterscheidet man zwischen drei

0:

Das System passt sich der Schwingung des Zwanges an und schwingt ohne

Phasenverschiebung.

= 0 : :

Es kommt zur

Resonanz.

Das System schwingt um

= 90o hinter

dem Zwang. Hierbei wchst seine Amplitude stark an. Die Amplitude sinkt sehr stark und das System schwingt mit einer Pha-

senverschiebung von

= = 180o

hinter dem Zwang her.

41

Teil IV Wellen

42

14 Denition Mechanische Welle


Eine Mechanische Welle tritt dann auf, wenn ein Ort. Dabei wird Energie

Wellentrger 1 eine Strung weiterleitet,

ohne dass dabei die Teilchen des Wellentrgers wandern - sie bewegen sich nur am

Teilchen des Wellentrgers bewegen, wird als Diese ist vom Wellentrger abhngig.

Schnelle v bezeichnet. Eine Welle breitet sich dabei mit einer bestimmten Ausbreitungsgeschwindigkeit c aus.
3
Es kann dabei sein, dass sich nur eine einzelne

transportiert. Die Geschwindigkeit, mit der sich die einzelnen

Strung ausbreitet, es kann sich aber auch um einen periodischen Vorgang handeln. Man unterscheidet dabei zwischen Longitudinal- oder Lngswellen und Transversalbzw. Querwellen. Bei

in

Ausbreitungsrichtung, bei

Longitudinal wellen bewegen sich die Teilchen des Wellentrgers Transversal wellen bewegen sie sich senkrecht zur Ausbrei-

tungsrichtung.

1 Es kann sich dabei um feste, ssige oder gasfrmige Materie handeln 2 kinetische und potentielle Energie
abhngt; das bezeichnet man als

3 Es kann auch dazu kommen, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit von der Frequenz der Schwingung

Dispersion .

43

15 Feder-Massen-Modell
Das Feder-Massen-Modell dient dazu, sich die Ausbreitung einer Strung vorstellen zu knnen: In diesen Modell liegen Massenteilchen in einer Reihe und werden von Federn miteinander verbunden. Wird nun eines dieser Teilchen angeregt - bspw. nach oben gezogen -, so spricht man hier von einer Strung - schlielich wurde die geradlinige Anordnung der Teilchen gestrt. Durch die Feder dieses ersten Massenteilchens zu seinem Nachbarn - durch die Strung wurde sie gespannt - wird dieser nun nach oben gezogen, wodurch er die nchste Feder spannt, die nun wiederum den nchsten Massenpunkt nach oben zieht. Durch die Trgheit der Massen der einzelnen Teilchen vergeht ein gewisser Zeitraum, bis ein Massenteilchen so weit ausgelenkt ist, wie sein Nachbar . Auf diese Weise breitet sich die anfngliche Strung durch den kompletten Wellentrger aus sieht man von Reibung u.. ab.

1 daraus resultiert die Ausbreitungsgeschwindigkeit

44

16 Harmonische Wellen
Eine

Fortschreitende Welle ist das, was man sich fr gewhnlich unter dem Begri Wel-

le vorstellt. Dabei wird dem Wellentrger periodisch Energie zugefhrt und die Massenteilchen bewegen sich mit gleichartigen, erzwungenen Schwingungen. Handelt es sich bei diesen Schwingungen der einzelnen Massenteilchen um harmonische Schwingungen, so wird die Welle als

Harmonische Welle
1

bezeichnet. breitet sich dabei mit der Geschwindigkeit

Ein bestimmter Schwingungszustand

aus. Betrachtet man also zwei Teilchen, die genau

gleich schwingen , so muss es sich bei t1 um ein Vielfaches von der handeln. wird als

c t1

auseinanderliegen, und phasen-

Schwingungsdauer T

ist der krzeste zeitliche Abstand zwischen zwei Teilchen, die phasengleich

schwingen. Die krzeste Distanz zwischen zwei Teilchen, die Phasengleich schwingen,

Wellenlnge bezeichnet. Es gilt als Zusammenhang


c= =f T

(16.1)

16.1 Wellengleichung
Nun lsst sich einfach eine Wellengleichung herleiten, die dazu dient, die Auslenkung eines beliebigen Teilchens einer Welle zu einer beliebigen Zeit zu bestimmen. Dazu nimmt man an, dass die Welle sich linear ausbreitet und zwar in positive wird die Welle periodisch angeregt, zum Zeitpunkt

x-Richtung. Bei x = 0

t = 0 wird sie das erste mal in positive

s-Richtung

ausgelenkt.

x = 0 schwingt das Teilchen also mit einer harmonischen Schwingung. Seine Amplitude ist s und seine Drehfrequenz ist , dadurch betrgt sein Drehwinkel zum Zeitpunkt t: = t. Die Gleichung zu seiner Schwingung lautet somit:
Am Punkt

s(t) = s sin( t)
Dieses Teilchen regt nun seine Nachbarn in positiver jedes Teilchen, das vom ersten weiter als

(16.2) an und bertrgt seine

x-Richtung

Bewegung darauf. Da sich diese Ausbreitung mit der Geschwindigkeit

vollzieht, hat

x(t) = c t t(x) =

x c

(16.3)

entfernt ist, keine Auslenkung - die erste Strung ist noch nicht bis zu ihm durchgedrungen.

1 Das entspricht einem Bestimmten Winkel im Zeigerformalismus (Kap. 16.2). 2 also jederzeit mit dem selben Winkel darstellbar sind

45

16 Harmonische Wellen
Betrachtet man nun ein Teilchen, das nach Formel 16.3 schon schwingen muss, so kann man auf dessen Auslenkung ganz einfach schlieen, indem man berechnet, wie lange die Welle sich vom ersten Teilchen bis hierher ausgebreitet hat. Diese Dauer ergibt sich mit Formel 16.3. Aus der bereits verstrichenen Zeit der das Teilchen an der Stelle

und dieser Zeit ergibt sich die Zeit, zu

x=0

den gesuchten Schwingungszustand hatte. Somit

setzt man diese Zeit in Formel 16.2 ein, und erhlt die gesuchte Auslenkung:

s(x, t) = s sin t

x c

=s sin

2 T

x
T

=s sin 2

t x T

(16.4) 2 Die Umformung erhlt man mit = und c = . T T Diese Formel beschreibt nun fr eine Schwingung die Auslenkung fr beliebige Zeitpunkte und an beliebigen Orten. Sie kann auf drei verschiedene Arten verwendet werden: 1. Auslenkung eines einzelnen Punktes zu einer Bestimmten Zeit: Dazu muss man in die Formel schlicht Abstand und die Zeit

vom ersten angeregten Teilchen

seit dem Beginn von dessen Anregung.

2. Ein Momentanbild der Schwingung erzeugen: Hierzu gibt man schlicht die Zeit seit Beginn der Anregung des ersten Teilchens in die Formel ein und wird eine

s(x)-Gleichung

erhalten. Dabei muss man aber

beachten, dass diese Gleichung zum Schaubild einer Sinus-Welle gehrt, die in beide Richtungen ins Unendliche geht. Die Welle ist zu einem Bestimmten Zeitpunkt aber noch nicht so weit fortgeschritten. Ab einem bestimmten Punkt (mit Formel 16.3 zu berechnen), sind die Teilchen noch nicht ausgelenkt. 3. Die Schwingung eines speziellen Teilchens in der Zeit erzeugen: Hierbei geht man entsprechend vor - man setzt den beachtet dabei, dass vor

x-Wert

des Teilchens ein und

t=0

keine Schwingung stattgefunden haben kann, son-

dern erst ab der durch Formel 16.3 zu bestimmenden Zeit.

Phasenverschiebung
Bei den Berechnungen fr eine Wellengleichung sind wir stets davon ausgegangen, dass das Teilchen bei

x = 0

zum Zeitpunkt

t = 0 0

angeregt wird und vorher noch nicht

ausgelenkt war. Ist dies nicht der Fall, so muss man dies als rcksichtigen. Sie drckt sich in einem Winkel Drehwinkel

Phasenverschiebung 3

be-

aus, der als konstanter Wert stets zum (16.5)

addiert wird:

(t) = t + 0
Hat ein Massenteilchen an Phasenverschiebung

x = 0

bei

t = 0

bereits die Auslenkung

s1 ,

so betrgt die

0 = sin1
3 Im Prinzip die Phasendierenz zum idealen Zustand.

s1 s

(16.6)

46

16.2 Zeigerdarstellung

16.2 Zeigerdarstellung
Dadurch, dass die einzelnen Massenteilchen der Harmonischen Welle harmonische Schwingungen ausfhren, lassen sie sich auch leicht mit dem Zeiger-Formalismus darstellen. Jedem einzelnen Teilchen wird ein gedachter, im Kreis rotierender Zeiger zugeordnet, dessen Lnge der Maximalen Auslenkung des Teilchens entspricht. Die Rotationsfrequenz des Zeigers entspricht der Frequenz des schwingenden Teilchens. Der Anteil des Zeigers, parallel zur Schnelle, entspricht der Auslenkung des einzelnen Teilchens.

47

17 Reexion
17.1 Festes Ende
Bei einer Reexion an einem festen Ende drehen sich sowohl Schnelle breitungsrichtung den. Dieses

v,

als auch Aus-

um. Dabei zieht das letzte - befestigte - Wellentrgerteilchen seine des Wellentrgers wird damit zur neuen Schnelle.

letzten Vorgnger zurck in die Ausgangslage, nachdem sie von der Schnelle bewegt wur-

Zurckgezogen-Werdens

17.2 Loses Ende


Bei Reexion am losen Ende dagegen, behlt die Schnelle nur die Ausbreitungsgeschwindigkeit

ihre Richtung bei, whrend

ihre Richtung umkehrt. Hierbei knnen sich die

letzten Wellentrger frei bewegen. Sie werden von der Schnelle bewegt, und ziehen ihre Vorgnger dann mit in die selbe Richtung; dieses neuen Schnelle.

Mitgezogen-Werden

wird hierbei zur

17.3 Konstruktionshilfe
Zur Konstruktion einer durch Reektion resultierenden Welle gibt es kleine Tricks. Dazu stellt man sich die Welle einfach weiter hinter dem reektierenden Ende vor. Der

'berschssige'

Wellenteil wird dann

Festes Ende Loses Ende

am festen Punkt punktgespiegelt. an der Achse, auf der sich das lose Ende bewegt, gespiegelt.

Diese Spiegelungen addiert man dann schlicht zu der hinlaufenden Welle und hat als Resultierende Welle die Reexion. Um diese reektierten Wellen mathematisch auszudrcken kann man analog zu Formel 16.4 auf S. 46 die folgenden Formeln verwenden. Fr Reektion am

festen Ende

gilt:

sr (x, t) = s sin 2
Und fr Reektion am

(2 L x) t T

(17.1)

losen Ende

gilt:

sr (x, t) = s sin 2

t (2 L x) T

(17.2)

48

17.4 Im Zeigerformalismus
Bei der Reektion gibt es jedoch zu bedenken, dass die reektierte Welle nach der Zeit

t1

erst eine bestimmte Strecke

x1

zurckgelegt hat, so dass sie erst

ab

dem folgenden (17.3)

Punkt schwingt:

x1 = 2 L c t!

17.4 Im Zeigerformalismus
Im Zeigerformalismus sieht eine Reexion beim festen und losen Ende unterschiedlich aus. Beim

festen Ende

erfolgt ein so genannter

Phasensprung.

Das bedeutet, dass an

dem Teilchen, an dem reektiert wird, der Zeiger der herlaufenden Welle genau in die Gegenrichtung zeigt, wie der Zeiger der reektierten Welle. Das ist logisch, da die Summe der beiden Vektoren an dieser Stelle einen Nullvektor ergeben muss. Bei Reektion am

losen Ende dagegen, tritt der Phasensprung nicht auf. Hier kann das

letzte Teilchen sich frei bewegen. Die Zeiger fr hinlaufende und reektierte Welle sind an dieser Stelle identisch - deshalb ergibt sich hier auch eine doppelt so hohe Amplitude.

49

18 berlagerung
Treen zwei Strungen oder Wellen auf einem Wellentrger aufeinander, so durchdringen sie sich ungestrt. Dabei addieren sich jedoch die Elongationen und Schnellen der beiden Wellen - es sieht aus, als htte man eine neue Welle. Diesen Vorgang bezeichnet man als

Interferenz

18.1 Eindimensionaler Wellentrger


Gleichlaufende Wellen
Laufen zwei Wellen in die gleiche Richtung und haben darber hinaus noch die selbe Wellenlnge die Phasendierenz

, so unterscheiden sie sich voneinander durch den Gangunterschied bzw. . Der Gangunterschied ist die rumliche Distanz zwischen zwei-

mal den selben Schwingungszustnden auf den verschiedenen Wellen, die Phasendierenz gibt dagegen an, wie sich die Phasen der beiden Wellen in

einem

Punkt unterscheiden.

Diese beiden Gren ndern sich fr die beiden Wellen nicht. Es gilt der Zusammenhang

= 2
nische Welle der selben Frequenz. Es kann nun zu - kommt es zur auf der Wellenlnge liegt (

(18.1)

Im Allgemeinen entsteht so aus harmonischen Wellen einer Frequenz eine neue harmo-

Sonderfllen kommen: Wenn der Gangunterschied nahe an oder genau


) - und somit die Phasendierenz gegen 0 strebt 0

konstruktiven Interferenz . Hierbei liegen nmlich Wellenberge und -tler


= k k = (0; 1; 2; 3; . . .)
(18.2)

stets aufeinander und ergeben somit eine Maximale Amplitude:

Im Entgegengesetzten Fall dagegen kann es zur sendierenz an jedem Punkt Amplituden:

der Gangunterschied die Hlfte der Wellenlnge ausmacht

kommen, wenn und somit die Pha2 , liegen die Wellenbuche der einen Welle den

destruktiven Interferenz

Wellentlern der zweiten Welle gegenber. Durch die Addition entstehen hier minimale

=k
1 Ist

k = (1; 2; 3; . . .)

(18.3)

s 1 =s 2,

so ist keine Welle mehr erkennbar, weil die Wellenbuche und Tler einander aufheben.

50

18.2 Kreis- und Kugelwellen auf mehrdimensionalen Wellentrgern

Gegenluge Wellen
Laufen zwei Wellen aufeinander zu, so durchdringen sie sich ebenfalls und addieren ihre Amplituden und Schnellen. Hierbei ergibt sich ebenfalls ein Spezialfall: Die

Welle.

Stehende

Sie kommt jedoch nur unter bestimmten Bedingungen zustande, nmlich wenn

beide Wellen die selbe Amplitude

und

die selbe Wellenlnge haben.

18.2 Kreis- und Kugelwellen auf mehrdimensionalen Wellentrgern


Bei mehrdimensionalen Wellentrgern - also bspw. Wellen in Wasser (2D) oder Schallwellen in Luft (3D) - kann es zu komplexeren Interferenzmustern kommen. Neben sich linear ausbreitenden

Ebenenwellen, deren Wellenfront 2 eine gerade Linie bildet, kommen

nmlich auch Wellen vor, deren Wellenfronten rund sind. Eine Ebenenwelle kann man sich auch als langgezogene zweidimensionale Welle vorstellen. Die Prinzipien bei der Interferenz sind dabei jedoch die selben: Die Wellen durchdringen sich gegenseitig und addieren dabei ihre Amplituden. Bei einer Kreis- oder Kugelwelle kommt es so aber zu besonderen Mustern. Es ist dabei ntig, dass die Wellen

kohrent sind, damit sie interferieren knnen - d.h. dass zwischen ihnen eine feste, zeitlich
unvernderliche Phase(nbeziehung) (

= const)

Bei Kreiswellen bilden sich hyperbelfrmige

Knotenlinien. Hier lschen die Wellen sich

besteht.

die ganze Zeit ber aus (destruktive Interferenz). Diese Linien entsprechen den Knotenpunkten bei linearen Wellen. Entsprechend liegen auch Stellen, an denen die Schwingungen besonders stark sind (konstruktive Interferenz) auf hyperbelfrmigen Linien. Je weiter der Abstand zwischen den Wellenursprngen ist, desto mehr Interferenzlinien ergeben sich, ebenso entstehen mehr Interferenzlinien, wenn die Frequenz der Wellen erhht wird. Nach dem Verfahren in 18.1 (S. 50) kann man bestimmen, ob man an bestimmten Punkten konstruktive oder Destruktive Interferenz hat. Der Gangunterschied an einem Punkt ergibt sich aus der Dierenz der Entfernungen von den beiden Wellenursprngen

= s1 s2
Wobei

(18.4)

s1

die Entfernung des Punktes vom ersten und

s2

die Entfernung des Punktes

vom zweiten Ursprung ist.

2 Diejenigen Bereiche, in denen die Teilchen im selben Schwingungszustand sind. Zwei Wellenfronten
haben somit den Abstand

Sie liegen immer senkrecht zu der bzw. den Ausbreitungsrichtung(en).

(Eine Kreiswelle hat viele radiale Ausbreitungsrichtungen.).

51

19 Stehende Welle
Bei der stehenden Welle sieht man die Bewegung in eine der Ausbreitungsrichtungen - bewegen sich die Teilchen voneinander. Die Abdes Wellentrgers nicht. Diese Stellen haben den Abstand von 2 schnitte dazwischen - sog. - schwingen auf der Stelle. Also schwin langen Bereich alle Teilchen des Wellentrger phasengleich, wobei die gen in diesem 2 Amplituden der Teilchen sich folgendermaen berechnen lassen: nicht mehr. An bestimmten Punkten - den

Knotenstellen

Schwingungsbuche

s r (x ) = 2 s 1 sin
dabei ist und

x + sin(2 ) = 2 s 1 sin 2 2 x

x + sin(2 ) 2

(19.1)

s r

die Amplitude eines Teilchens, das

von einem Knotenpunkte entfernt ist

s 1

ist die (gleichen) Amplituden der Einzelnen Wellen.

Stehende Wellen ergeben sich hug aus Reexionen. Dabei luft der eigentlichen Welle ihre Reektion entgegen - mit der gleichen Wellenlnge und der gleichen Amplitude . (Beachte 19.2 auf S. 53)

19.1 Stehende Welle im Zeiger-Formalismus


Eine Welle auf einem Wellentrger besteht im Prinzip aus Masseteilchen, von denen jedes einzelne eine harmonische Schwingung ausfhrt. Ein benachbartes Teilchen fhrt ebenfalls diese harmonische Schwingung aus, jedoch schwingt es leicht phasenverschoben. Benutzt man das Zeiger-Modell fr die Schwingungen der einzelnen Massenteilchen, so hat man eine Gerade (bildlich die

Ruhelage ), auf der im Abstand der Massenteilchen


2
Im Abstand von

Vektorpfeile angebracht sind, die alle die selbe Lnge haben und ich die selbe Richtung rotieren mit der selben Drehfrequenz.

sind zwei Vektorpfeile somit

gleichphasig. Die Ausbreitung der Welle geschieht nach diesem Modell so, dass ein Massenteilchen durch die Anregung seines Nachbarn auch einen  bertragen bekommt. Treen nun zwei Wellen der gleichen Wellenlnge

baugleichen 

Vektorpfeil

gegenlug aufeinander, so hat vor

dem Treen jedes Massenteilchen seinen Vektorpfeil. Beim Treen bekommt dann das erste Massenteilchen zwei Vektorpfeile - von jedem seiner Nachbarn einen, und ausgehend von diesem ersten Teilchen bekommen auch die Teilchen seiner Umgebung mit der Ausbreitung der beiden Wellen einen zweiten Vektorpfeil.

1 Bei perfekter Reexion ohne Reibungsverluste zumindest. 2 Die Komponente des Vektorpfeils senkrecht zu der Geraden reprsentiert die Auslenkung des einzelnen 3 Die einzelnen Vektorpfeile drehen mit auch der selben Geschwindigkeit
Massenteilchens

52

19.2 Randbedingungen
Jedes Teilchen verfgt nun also ber zwei Vektorpfeile, die mit der selben Drehfrequenz rotieren. Dadurch besteht ein fester Winkel zwischen den beiden Vektorpfeilen, der sich nicht ndert. Die Auslenkung des Massenteilchens wird nunmehr durch die Vektorsumme der beiden Vektorpfeile bestimmt . Es entsteht so also aus den Vektorsummen eine neue Schwingung. Da der Winkel der Vektorpfeile der Teilschwingungen sich nicht ndert, kommt es an bestimmten Stellen dazu, dass hier die Phasendierenz zwischen den Vektorpfeilen

= +2 n ist, und somit der Summenvektor ein Nullvektor 0 ist.

An dieser Stelle schwingt die neu entstandene Welle somit nie; man nennt sie

gungsknoten. An anderen Stellen ist die Phasenverschiebung = 0 + 2 n , somit ist


der Additionsvektor hier stets maximal lang. An dieser Stelle kann die Schwingung ihre maximale Auslenkung erreichen; diese Stelle nennt man

Schwin-

Schwingungsbauch.

19.2 Randbedingungen
Wenn auf einem beschrnkten Wellentrger eine stehende Welle durch Reexion entstehen soll, so mssen bestimmte Randbedingungen erfllt werden. Die Welle muss an einem Ende reektiert werden. In einer ersten Phase wird sich so auf jeden Fall

eine

Stehende Welle bilden - eben weil praktisch eine identische Welle zurckluft. Sobald die stehende Welle jedoch die Seite erreicht hat, auf der sie angeregt wird, muss das anregende Teilchen in einem bestimmten Schwingungszustand sein. Um wieder den Zeiger-Formalismus heranzuziehen: Wenn sich bei der stehenden Welle durch Addition zweier Einzelwellen-Vektoren ein Vektor am Punkt der Anregung ergeben hat, so muss dieser der selbe sein, wie das anregende hat. Aus diesem Grund ist eine stehende Welle nur auf beschrnkten Wellentrgern mit bestimmten Lngen

Teilchen von sich aus

htte bzw.

mglich. Allgemein kann man die Frequenzen, bei denen sich die

stehenden Wellen ausbilden berechnen mit

f=

(19.2)

Allgemein ist es bei einem Wellentrger gegebener Lnge mglich, mehrere verschiedene stehende Wellen darauf hervorzurufen (charakterisiert durch verschiedene verschiedenen Schwingungen haben bestimmte Namen. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Umstnden:

k ). Diese

Zwei lose Enden


Fr zwei lose Enden gilt der Zusammenhang

L=k

2kc fk = 2 4L

k = (1; 2; 3; ...)

(19.3)

4 bzw. deren Komponente senkrecht zur Ruhelage 5 Ohne Reibung 6 bzw. angeregte 7 bzw. von der Anregung aus

53

19 Stehende Welle
k
gibt in diesem Falle die Anzahl an Schwingungsknoten an. Der Wellentrger muss also

mindestens halb so lang sein, wie die stehende Welle.

Zwei feste Enden


Bei zwei festen Enden ergibt sich der selbe Zusammenhang wie bei zwei losen Enden, nur dass der Faktor

hierbei die Anzahl der Schwingungsbuche angibt.

Ein festes und ein loses Ende


Hierbei gilt der Zusammenhang

L=k
Fr

k 4

k = (1; 3; 5; ...)

(19.4)

drfen hier nur ungerade Werte gewhlt werden, weil die Welle in diesem Fall am

einen Ende des Wellentrgers einen Bauch und am anderen Ende einen Knoten haben muss. Somit kommt fr jeden erlaubten

k -Schritt

eine halbe Wellenlnge hinzu. Man

knnte die Formel deshalb auch umformulieren zu

L=k

(2 k 1) c fk = 2 4 4L

k = (1; 2; 3; ...)

(19.5) wird

Diese Darstellung htte den Vorteil, dass und dass man eindeutig sagen kann, dass

k wie bei der anderen Formel gewhlt k die Anzahl der Wellenbuche8 ist.

Nomenklatur der Wellen


Allgemein ist es bei einem Wellentrger gegebener Lnge mglich, mehrere verschiedene stehende Wellen darauf hervorzurufen (charakterisiert durch verschiedene verschiedenen Schwingungen haben bestimmte Namen. Allgemein wird die Schwingung mit der niedrigsten Frequenz - und somit der grt mglichen Wellenlnge - auf einem Wellentrger unter den gegebenen Umstnden als

k ).

Diese

Grundschwingung

oder

te Schwingung wird

1. Harmonische bezeichnet. Die nchst mgliche, hherfrequenals Oberschwingung oder 2. Harmonische bezeichnet, dann wird
k
fr die

schlicht bei jeder folgenden Schwingung die Ordnungszahl der Harmonischen erhht. Bei den Formeln 19.3 und 19.4 kann man davon sprechen, dass der Faktor

k.

Harmonische steht.

8 am losen Ende ist nur ein

halber Wellenbauch, er wird trotzdem mitgezhlt

54

20 Beugung
Bei der Beugung weicht Licht an einem Hindernis vom geradlinigen Strahlengang ab. Zu erklren ist das mit dem Huygen'schen Prinzip ( 20.1): Bspw. wird an einem Spalt, auf den die Wellenfront einer Ebenenwelle trit, nur eine Elementarwelle durchgelassen, die sich dann Kreisfrmig haben.

hinter

dem Spalt in alle Richtungen ausbreiten kann und

somit auch Bereiche erfasst, die keine geradlinige, oene Verbindung zum Wellenursprung

20.1 Das Huygen'sche Prinzip


Das Huygen'sche Prinzip dient dazu, Vorgnge rund um Wellen zu erklren. Dabei wird angenommen, dass eine Welle aus vielen kreisfrmigen

Elementarwellen

besteht,

die sich berlagern. So bilden die Wellenfronten vieler Elementarwellen durch berlagerung die Wellenfront einer Welle. Von der Front dieser Wellen gehen wiederum Elementarwellen aus, die sich in einer neuen Wellenfront berlagern ( Fortschreiten der Welle). Kommt eine Welle bspw. an einem Spalt an, so geht an diesem Spalt eine der Elementarwellen als Kreisfrmige Welle weiter, whrend die anderen Elementarwellen zurckgeworfen werden.

20.2 Beugung am Doppelspalt


Hierbei kann man sich vorstellen, dass durch jeden einzelnen Spalt nur eine Elementarwelle hindurchtritt. Es ergibt sich so ein Interferenzmuster dieser beiden Elementarwellen, das so aussieht, als wrden zwei Kreiswellen dort erzeugt, wo der Spalt liegt. Das Maximum, welches direkt der Mitte zwischen den beiden Spalten gegenberliegt bezeichnet man als

Maximum 0. Ordnung,

anschlieend wird ausgehend davon hoch-

gezhlt. Bei den Minima benennt man das erste neben dem Maximum 0. Ordnung als

Minimum 1. Ordnung.

In Abbildung 20.2 auf Seite 58 ist ein Versuchsaufbau dargestellt, mit dem man bspw. die Wellenlnge von Licht bestimmen kann. Grundvoraussetzungen sind dabei, dass Kohrenzbedingungen fr das Licht erfllt sind und dass paralleles Licht senkrecht zur Doppelspaltebene einfllt. Bei der Beugung am Doppelspalt ergibt sich rein theoretisch fr die Verteilung der Intensitten ein Interferenzbild wie in Abbildung 20.1(a) auf Seite 57. Rein praktisch

1 in der 3. Dimension kugelfrmigen 2 vorausgesetzt dass das einfallende Licht senkrecht zur Doppelspaltebene einfllt

55

20 Beugung
nimmt die Intensitt jedoch ab, je weiter man vom Maximum 0. Ordnung entfernt ist. Das kommt daher, dass sich hier zwei Interferenzphnomene berlagern: Einmal die Interferenz am Doppelspalt und dann noch die Interferenz am Einfachspalt (Siehe Kap. 20.4). Die Interferenzbilder zweier Einfachspalte berlagern sich nmlich zustzlich und stecken damit die maximal erreichbare Intensitt unter den jeweiligen Winkeln ab. Weil die beiden Spalte so nahe aneinander liegen, fallen die Interferenzbilder der beiden Einzelspalte jedoch praktisch aufeinander.

20.3 Fraunhofer-Nherung
Gilt auerdem bei der Beugung am Doppelspalt

a a
Winkel

g dk

(20.1) (20.2)

so kann man sich einigen Rechenaufwand sparen. Durch Formel 20.1 ist nmlich der

nicht nur unter der Linie vom Punkt zwischen den Spalten zum Punkt auf

den Leuchtschirm und der Horizontalen zu nden sondern auch nherungsweise zwischen den beiden Lichtstrahlen und einer gedachten Waagerechten. Auerdem sind die beiden Lichtstrahlen dadurch praktisch parallel und (nur) deswegen kann man den Winkel und so kann man hier auch den Gangunterschied Dadurch ergibt sich

direkt an den Spalten wiedernden (S. Skizze). Dadurch ergibt sich ein hnliches Dreieck

wiedernden (in der Skizze fett). (20.3)

= g sin(k )

Je nachdem, ob man einen hellen oder einen dunklen Punkt in Z betrachtet, nimmt man eine der beiden Bedingungen aus Formel 18.2 (heller Punkt) oder 18.3 (dunkler Punkt) an.

Bei geraden Schirmen kann man nun noch weiter vereinfachen. Der Abstand ber den geometrischen Zusammenhang

dk

ist

dk = tan(k ) dk = a tan(k ) a
gegeben. Fr

(20.4)

sehr kleine

Winkel

gilt (20.5)

sin(k ) k tan(k )
Und diese kleinen Winkel werden erreicht, wenn Formel 20.2 gilt. Tut sie das

nicht, so

ist diese zweite Vereinfachung nicht zulssig. Bei der Untersuchung von Lichtwellen ist dies aber normalerweise der Fall und so kann man Formel 20.3, Formel 20.4 und Formel 20.5 mit den Bedingungen aus Formel 18.2 bzw. 18.3 kombinieren:

3 Der Winkel

und ein rechter Winkel ndet sich sowohl in den kleinen Dreieck am Doppelspalt (in

der Skizze teilweise. fein gestrichelt und fett) als auch in dem Dreieck, mit dem

bestimmt wird

4 Der Wert fr

(in der Skizze gestrichelt).

entspricht dabei der

Ordnung des Minimums bzw. Maximums.

56

20.3
Beugung am 2 er-Gitter 4

Fraunhofer-Nherung

Intensitaet 3.5

Relative Intensitaet

2.5

1.5

0.5

0 0 100 200 300 400 500 600 700 Phasendifferenz in Grad

(a) Intensittsverteilung bei der Beugung am Doppelspalt  theoretisch! Die Phasendierenz

kann dabei in Distanzen dk dk = tan asin


2

auf dem Schirm umgerechnet werden:

a
100 Intensitaetsverteilung 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 -1.5 -1 -0.5 0 0.5 1 1.5

(b) Intensittsverteilung bei Beugung am Einzelspalt (Spaltbreite 3000 nm, Wellenlnge 440 nm)

Beugung am 10 er-Gitter 100 Intensitaet 90 80 70 Relative Intensitaet 60 50 40 30 20 10 0 0 100 200 300 400 Phasendifferenz in Grad 500 600 700

(c) Intensittsverteilung bei Beugung am Gitter bei 10 Spalten  theoretisch!

57

Abbildung 20.1: Diverse Intensittsverteilungen

20 Beugung

Abbildung 20.2: Skizze zum Versuchsaufbau zur

Beugung am Doppelspalt
k . Ordnung gilt nherungsweise
(20.6)

Fr einen maximal hellen Punkt Z bzw. ein Maximum

=g

dk = k k = (0; 1; 2; 3; . . .) a k.

und dementsprechend gilt fr einen dunklen Punkt Z bzw. ein Minimum

Ordnung

=g

dk =k a 2

k = (1; 2; 3; . . .) max = g

(20.7)

Es ist dabei logisch, dass der grte, zu erreichende Gangunterschied Somit kann man sagen, dass bei der Wellenlnge 20.6 maximal

betrgt .

aufgrund der Beziehung aus Gleichung


(20.8)

kmax =

Maxima auftreten knnen und aufgrund der Beziehung aus 20.7 maximal

kmax =
Minima.

g 1 + 2

(20.9)

20.4 Interferenz am Einzelspalt


Fllt eine Welle auf einen einfachen Spalt, so geschieht auch hier Interferenz. Ist der Spalt (Spaltbreite

c) breit genug c

Randbereichen. Ist der Spalt

, so geschieht diese Interferenz nur in den ueren jedoch schmal genug (c > ), so ergibt sich ein richtiges

Interferenzbild, wie es in Abbildung 20.1(b) auf Seite 57 dargestellt ist.

5 Das wre, wenn die Elementarwelle in senkrechter Richtung zur Doppelspaltebene betrachtet wird.

58

20.5 Interferenz am Gitter


Dieses Phenomn kann man folgendermaen erklren (siehe dazu Abbildung 20.3 auf Seite 60): Das Licht das von dem Einzelspalt ausgeht, besteht aus einer Vielzahl Elementarwellen. Jede einzelne hat einen sehr kleinen Abstand und diese Wellen interferieren. Der Gesamtgangunterschied fr das Lichtbndel

von

von ihrem Nachbarn

ist dabei gem Formel 20.3 zu

bestimmen. Der Gangunterschied zweier benachbarter Wellen

betrgt somit (20.10)

e =
den Abstand

sin() c n 2 sin() =

Nun greift man sich zwei Lichtstrahlen heraus. Ihre Ursprnge haben in der Spaltebene

s s=

(20.11)

. Nach Formel 18.3 lschen sich diese 2 beiden Wellen also aus. Ebenso lschen sich die einzelnen Nachbarwellen der jeweiligen
und somit haben sie den Gangunterschied Wellen vllig aus. Die Elementarwellen, die in der Spaltebene den Abstand haben, lschen sich also generell aus. Somit ist der Bereich dem die Elementarwellen

s voneinander

nicht

chell

in der Spaltebene, in

ausgelscht werden, folgendermaen berechenbar: (20.12)

chell = c s i i = (0; 2; 4; ...)


Der Faktor

i muss gerade sein, weil sich immer zwei Wellen auslschen; eine aus dem bereich [0; s[, die andere aus dem Bereich [s; 2s[. Somit ergibt sich aus Formel 20.11 und Formel 20.12 die Folgerung, dass unter bestimmten Winkeln k kein Licht auf einem
Schirm hinter dem spalt sichtbar ist, weil sich der Fall wenn

alle

einzelnen Wellen auslschen. Dies ist sein.

g = k . chell

kann dabei niemals

chell = s

Trotzdem sind wie in Abbildung 20.1(b) nicht alle Maxima gleich hoch. Das ligt daran, c 1 ergeben kann  fr alle weiteren Winkel ist er dass der Anteil hell nur fr = 0 c kleiner. Entscheidend fr die weitere Intensittsabnahme ist aber, dass die Intensitt I vom E-Feld-Vektor abhngt:

I |E |2

(20.13)

Dieser Betrag des E-Feld-Vektors (|E |) nimmt kontinuierlich ab, weil er sich aus den EFeld-Vektoren der einzelnen Elementarwellen zusammensetzt. Die Summe dieser schlielich nimmt deswegen mit wachsenden Winkeln

ab, weil die Phasendierenz zwischen

den einzelnen Vektoren wchst (Formel 20.3 und 18.1). Bei der Vektoraddition ergeben sich maximale Vektoren aus einzelnen Vektoren, wenn diese alle parallel zueinander stehen. Je weniger parallel (also je grer die Phasendierenz) desto kleiner ist das Vektoraddukt (der Vektorweg wird immer kugeliger) und desto kleiner ist die Intensitt.

20.5 Interferenz am Gitter


Ein Gitter ist ein Mehrfachspalt. Die

Gitterkonstannte g

gibt an, wie weit die Mittel-

punkte zweier benachbarter Gitter auseinander liegen. Interferenz am Gitter funktioniert

6 Bei mehr als

htten manche Wellen schon wieder Partner um sich gegenseitig auszulschen.

59

20 Beugung

Abbildung 20.3: Skizze zu Interferenz am Einzelspalt bzw. am Gitter

im Prinzip wie Interferenz am Einzelspalt, nur dass hier nicht unendlich viele Elementarwellen entstehen / interferrieren. Die Bedingungen fr Minima und Maxima sind aus Kap. 20.2 zu entnehmen. Betrachtet man Abbildung 20.3, so wird klar warum: der Gangunterschied

e zwischen zwei einzelnen Spalten ist entscheidend dafr, ob die beiden

Wellen einander auslschen. Dieser ist dank der Denition der Gitterkonstante ebenso zu berechnen wie beim Doppelspalt. Ein bedeutender Unterschied zwischen Beugung am Doppelspalt und Beutung am Gitter ist aber das entstehende Interferenzbild: Die einzelnen Maxima sind beim Gitter nmlich wesentlich weiter voneinander entfernt und auerdem schrfer. Vergleicht man Abbildung 20.1(a) und 20.1(c) auf Seite 57, so ist dies ersichtlich.

Die Erklrung fr die vielen

kleinen

Maxima ist dass hier die

bei der Addition

geschlossene Vektorzge (Kreise) bilden, die nichts produktives zur Intensitt beitragen (siehe Formel 20.13). Schrfer werden die Maxima dadurch, dass die Intensitten schneller abfallen. Fr das Gitter gilt die selbe Einschrnkung wie fr den Doppelspalt: Die einzelnen Spalte fungieren jeweils als Einzelspalt, wodurch sich in einem realen Beugungsbild zwei verschiedene Phenomne berlagern.

60

20.6 Spektrale Zerlegung

20.6 Spektrale Zerlegung


Bisher wurde bei der Beugung nur eine einzige Farbe in Betracht gezogen (

tisches 

monochroma7

Licht). Verwendet man bei einer Beugung jedoch Licht aus mehreren Farben ,

so muss man die Maxima fr die einzelnen Farben entsprechend berechnen. Es ergeben sich so in ein und dem selben Aufbau verschiedene Interferenzbilder fr die verschiedenen Farben, die sich gegenseitig berlagern knnen.

7 normales, weies Licht besteht aus vielen verschiedenen Farben

61

21 Brechung
21.1 Beschreibung
Bei der Brechung wird eine Welle beim bergang in ein anderes Medium von seiner ursprnglichen Ausbreitungsrichtung abgelenkt. Diese Ablenkung basiert auf unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten in unterschiedlichen Medien. Eine Begleiterscheinung ist die Reexion. Grundstzlich tritt Brechung bei verschiedenen Wellenformen auf, hauptschlich spricht man jedoch im Bereich der Optik von Brechung. Im Allgemeinen sind die Angaben aber auch auf bspw. Erdbebenwellen zu beziehen. Fr den Einfallswinkel dabei der Zusammenhang:

und den Ausfallswinkel

 beide gegenber einem Lot

gemessen, welches senkrecht auf der Grenzche zwischen den Materealien steht  gilt

n2 c1 sin() = = n2,1 = sin( ) n1 c2


Dabei sind

(21.1) der Vakuum-

nM absolute Brechzahlen der Materealien M : Das Verhltnis lichtgeschwindigkeit c0 zur Ausbreitungsgeschwindigkeit im Medium cM : nM = c0 cM

(21.2)

n2,1

wird als

relativer

Brechungsindex fr den bergang von Material 2 nach Material

1 bezeichnet.

dnneren
krzer.

Ist

n2 > n 1

so spricht man bei

M2

vom optisch

dichteren

und bei

M1

vom optisch

Medium. Im dichteren Medium panzt sich eine Welle langsamer fort und

dementsprechend wird die Wellenlnge beim bergang in ein optisch dichteres Medium

21.2 Huygens
Mit dem Huygens'schen Prinzip lassen sich sowohl Brechung als auch Reexion anschaulich darstellen: Bei der Brechung breiten sich die von der Wellenfront am Materialbergang entstehenden Elementarwellen im optisch dichteren Medium langsamer aus, berlagern sich dann aber wieder zu einer Wellenfront. Verfolgt man parallel zu den sich im optisch dichteren Medium ausbreitenden Elementarwellen die, die sich weiterhin im optisch dnneren Medium ausbreiten, so erkennt man hier, dass sich diese Wellen zu einer reektierten Wellenfront berlagern.

62

21.3 Totalreexion

21.3 Totalreexion
Allgemein gilt, dass der Lichtweg umkehrbar ist. Wird ein Lichtstrahl also in ein optisch dicheres Medium gebrochen und dort genau senkrecht reektiert, so nimmt es genau den Weg, den es gekommen ist, wieder zurck. Fllt Licht jedoch unter einem Winkel von einem optisch dichteren Medium in ein o optisch dnneres, sodass der Austrittswinkel rein rechnerisch ber 90 liegen wrde, so tritt

Totalreexion auf. Der Einfallswinkel, bei dem dies stattndet, wird als Grenzwinkel

grenz

bezeichnet. Normalerweise wird stets ein kleiner Anteil der Welle beim bertritt

in ein anders Medium reektiert und dieser Anteil wchst, je grer der Einfallswinkel wird. Bei Totalreexion wird die komplette Welle reektiert und ins opitsch dichtere Medium zurckgeworfen.

21.4 bergang dicht  dichter


Beim bergang einer Welle von einem optisch dnneren in ein optisch dichteres Medium wird die Welle stets mit Phasensprung

reektiert, nur beim bergang vom

optisch dichteren ins optisch dnnere Medium erfolgt die Reexion ohne Phasensprung.

21.5 Dispersion
Als

Dispersion

bezeichnet man die Abhngigkeit des Brechungsindexes eines Materials

von der Wellenlnge bzw. Frequenz des einfallenden Lichts. Je kurzwelliger bzw. hochfrequenter eine Welle ist, desto strker wird sie gebrochen und desto grer ist folglich ihr Brechungsindex. Diese Eigenschaft macht man sich zunutze, um ein Spektrum zu erzeugen: In einem Prisma wird violettes Licht strker gebrochen als rotes. Leuchtet man mit einem eng begrenzten weien Lichtbndel auf ein Prisma, so erhlt man dahinter ein (soweit die Farben im Wei vorhanden waren) kontinuierliches Spektrum.

21.6 Spektrenvergleich
In Tabelle 21.1 auf S. 63 werden wichtige Eigenschaften eines Spektrums vom Doppelspalt mit denen vom Prismenspektrum verglichen.

Ursache Farbanordnung Kontinuitt Anzahl

Gitter
Beugung durch Interferenz Rot wird weiter weg abgelenkt mehrere Spektren neben- und bereinander mehrere Maxima je Farbe (mglich)

Prisma
Dispersion bei Brechung Blau wird strker gebrochen kontinuierliches Spektrum Jede Farbe nur einmal

Tabelle 21.1: Verglich der spektralen Zerlegung von Licht nach Beugung am Gitter und Brechung am Prisma

63

22 Polarisation
Als ren.

linear polarisiert

bezeichnet man Licht, dessen E-Feld-Vektoren alle in einer Ebene

schwingen. Somit lassen sich logischerweise nur Quer- bzw. Transversalwellen polarisie-

22.1 EMW an Gitterstben


Eine linear polarisierte Elektromagnetische Welle kann ein metallenes Gitter nur dann passieren, wenn ihr

senkrecht zu den Gitterstangen schwingt. Danntabular werden

die Elektronen in den Stben nmlich nicht zu starken Schwingungen angeregt (bzw. sie knnen aus Platzgrnden nicht schwingen). Ist die Polarisationsebene jedoch parallel zu den Gitterstben, so wird in den Stben eine Schwingung erzwungen. Diese sorgt ber ein kompliziertes Interferenzverfahren dafr, dass die Elektromagnetische Welle ausgelscht wird. Trit eine solche Welle schrg auf ein Gitter, so kann stets nur der Teil  also die Komponente  das Gitter passieren, die senkrecht zu den Gitterstben steht. Auf diese Weise wird die Polarisationsebene des Lichts gendert: Vorher war sie schrg zu den Gitterstben, jetzt die berlebende Komponenten senkrecht zum Gitter ausgerichtet. Natrlich hat die Welle dabei an Intensitt eingebt. Trit eine Welle unter dem Winkel

auf ein Gitter ( bezeichnet den Winkel der Polarisationsebene mit dem Horizont bei

lotrechten Gitterstben), so kann nur ein Anteil

|Ea |

weiterlaufen: (22.1)

|Ea | = |E0 | sin()

Sind zwei Polarisationslter parallel hintereinander aufgestellt mit senkrechten Polarisationsebenen, so dass normalerweise kein Licht hindurchgelangen knnte, so kann ein Anteil des Lichts die Filter passieren, wenn man noch einen dritten zwischen die beiden Filter stellt, dessen Polarisationsebene von denen der beiden anderen abweicht. Von einer Welle, die den ersten Filter passiert hat (|Ea |), gelangt dann der Anteil den Aufbau, wenn der neue Polarisationslter mit dem Winkel

|Ed |

durch

zum ersten steht:

|Ed | = |Ea |

1 sin(2 ) 2

(22.2)

22.2 Polarisation bei Brechungsvorgngen


Bei den folgenden Erklrungen sollte bedacht werden, dass eine Elektromagnetische Welle stets die Elektronen in ihrer Umgebung zu Schwingung anregt  und zwar in

64

22.2 Polarisation bei Brechungsvorgngen


Richtung ihres

E.

Fasst man die schwingenden Elektronen als Dipol auf, so kann dieser

Dipol keine Welle parallel seiner Schwingungsrichtung / Lngsachse ausstrahlen, sondern nur senkrecht dazu. Bei unpolarisiertem Licht schwingen die Elektronen also in alle Richtungen senkrecht zur Ausrbeitungsrichtung eines Lichtbndels.

22.2.1 Streuung
Wird ein Lichtbndel gestreut und ndert so seine Ausbreitungsrichtung um

90o ,

kom-

men nur Elektronen in Frage, die sowohl senkrecht zur ehemaligen als auch zur neuen Ausbreitungsrichtung schwingen. Da nur diese eine Richtung in Frage kommt, schwingt das gestreute Licht auch nur in dieser Richtung  ist also linear polarisiert.

22.2.2 Brewster-Winkel
Stehen bei einer Brechung die Ausbreitungsrichtungen von reektiertem und gebrochenem Lichtstrahl genau senkrecht aufeinander, so ist das reektierte Licht vllig linear polarisiert. Es kommt nmlich auch hier nur eine einzige mgliche Richtung in Frage, in der die Elektronen Schwingen knnten, um einerseits noch in der vom gebrochenen Licht erzeugten Ebene zu schwingen und andererseits senkrecht zur neuen Ausbreitungsrichtung zu schwingen.

65

23 Erdbeben - Kurzbersicht
Durch tektonische Vorgnge knnen sich in der Erde Spannungen bilden, die sich dann bei einem Erdbeben lsen, wenn die Gesteinsschichten wegschnellen. Die Erde in der Umgebung des Epizentrums wird zum Mitschwingen angeregt. Ein Erdbebenzentrum km liegt in 30 bis 800km Tiefe. Longitudinalwellen breiten sich mit c 6 in allen Richh km , wobei diese sich nicht im ssigen tungen aus, Transversalwellen folgen mit c 3 h Erdkern weiter fortbewegen knnen. Groe Zerstrungen verursachen dabei auch die von diesen beiden Wellen angeregten

Oberchenwellen

an der Erdoberche mit star-

ken Horizontalbeschleunigungen, die mit Frequenzen zwischen keine Eigenfrequenz aufweisen.

f [1; 30] Hz

schwingen.

Gebude versucht man deshalb auch so zu bauen, dass sie in diesem Frequenzbereich

66

24 Schallwellen
Bei Schallwellen handelt es sich um

Longitudinalwellen 1 . Hierbei schwingen die Massen(a)


in Richtung bzw.

teilchen lngs der Ausbreitungsrichtung um eine Ruhelage. Dadurch entstehen Regionen erhhten und verminderten Drucks. An Stellen maximalen sind die Teilchen dabei in Ruhe, wobei ihre Schnelle der Ausbreitungsrichtung wirkt. Was in den vorangegangenen Kapiteln gesagt wurde, stimmt fr Schallwellen auch weiterhin. Hier muss man allerdings bedenken, dass man Bei Schallwellen nicht eindeutig

(a) und minimalen (b) Drucks (b) entgegen

Wellenbuchen Schnellen knoten.2 .


von tungsmedium

sprechen kann. Wo nmlich ein

Druck bauch ist, sitzt gleichzeitig ein

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit

des Schallwellen ist dabei abhngig vom Ausbrei-

und von der Temperatur, wobei der Luftdruck die Schallgeschwindigkeit

nicht beeinusst.

Reexionen, berlagerungen & Co


Schallwellen knnen an festen Gegenstnden - wie bspw. Wnden - reektiert werden. Dabei bildet sich an dem festen Gegenstand ein Schnellenknoten bzw. Druckbauch. In einem begrenzten Hohlkrper kann darber hinaus noch zustzlich Reektion an einem oenen Ende geschehen; dann liegt am Oenen Ende ein Bewegungsbauch. Die Reektion an einem festen Gegenstand entspricht dabei der an einem festen Ende, Reektion an einem oenen Ende entspricht dabei der am losen Ende des Wellentrgers.

1 In Festkrpern knnen sie sich auch als Transversalwellen fortpanzen. 2 Was man mit einem Mikrophon messen kann sind die Vernderungen des Luftdrucks 3 Luft: ca. 340 m ; Wasser: ca. 1485 m ; Eisen: ca. 5200 m
s s s

67

25 Elektromagnetische Wellen
25.1 Dipol
Lsst man in einem Schwingkreis Ladungen schwingen, so wird gleichzeitig eine elektromagnetische Welle emittiert. elektromagnetische Welle:

Aus den Thomson'schen Schwingungsgleichungen ergibt

sich dabei fr die Frequenz, mit der der Schwingkreis schwingt und damit auch seine

f0 =
Es handelt sich dabei um die

C L

(25.1)

Eigenfrequenz

des Schwingkreises. Es ist also nicht alleine

die Frequenz, bei der er seine elektromagnetische Strahlung aussendet, sondern auch die Frequenz, mit der er angeregt werden kann, wobei sich maximale Resonanz ergibt.

25.2 Hertz'scher Dipol


Um einen Dipol mit hohen Frequenzen anregen zu knnen, versucht man also die Werte fr

und

mglichst

klein

zu bekommen. Das gelingt, indem man einen Kon-

densator mit mglichst Breitem Plattenabstand und kleinen Plattenchen nebst einer Spule mit wenig Querschnittsche, geringer Windungszahl und kleiner Lnge verwendet. Verndert man einen Schwingkreis konsequent nach diesen Richtlinien, erhlt man einen Hertz als Spule.

'schen Dipol.

Er besteht aus einem schlichten Draht. Dabei bernehmen

die Drahtenden die Funktionen der Kondensatorplatten und der Draht selbst fungiert

25.3 Erregung des Hertz'schen Dipols durch EM Wellen


Auf einem Empfangsdipol kann sich eine stehende Welle bilden, wenn seine Lnge

mit Formel 19.3 bereinstimmt. Platziert man einen Verbraucher auf dem Hertz'schen Dipol, so muss man beachten, dass sich an manchen Stellen Strom- und an manchen Stellen Ladungsknoten bilden.

1 Das bemerkt man bspw. wenn man einen Schwingkreis (mit richtiger Kapazitt 2 Ein Glimmlmpchen kann man so nicht in der Mitte eines Dipols der Lnge
bruchte.

und Induktivitt zum Leuch-

L)

in der Nhe eines Radios schliet - es wird im Radio ein Knacken zu hren sein.

L =

ten bringen, weil sich hier ein Stromknoten herausbildet und das Lmpchen Strom zum Leuchten

68

25.4 Denition Elektromagnetische Welle

f(x) -f(x)

f(x) -f(x)

0.2

0.4 0.6 Wellenlaenge in Lambda

0.8

0.1

0.2 0.3 Wellenlaenge in Lambda

0.4

0.5

(a) I-x-Diagramm,

L = , t = 0

(b) I-x-Diagramm,

L=

2,

t=0

f(x) -f(x)

f(x) -f(x)

0.2

0.4 0.6 Wellenlaenge in Lambda

0.8

0.1

0.2 0.3 Wellenlaenge in Lambda

0.4

0.5

(c) Q-x-Diagramm,

L = , t =

T 4

(d) Q-x-Diagramm,

L=

2,

t=

T 4

Abbildung 25.1: Stehende Wellen auf einem Empfangsdipol zu verschiedenen Zeiten; entweder Strom oder Ladung betrachtet

satorplatten benden, auf denen sich die Ladung komplett sammelt, wenn die komplette
Energie der Schwingung in elektrischer Feldenergie vorliegt. Hat man einen Dipol, der lnger ist als , so ergeben sich auf der Lnge des Dipols mehrere Stellen, an denen die 2 Ladung sich zu Maxima 'sammelt' (s. Abb. 25.1 auf S. 69) Es ist dabei aber entscheidend, in welchem 25.5 auf S. 70).

An den Dipolenden ergeben sich Ladungsbuche, weil sich hier schlielich die

Konden-

Medium

sich der Dipol bendet ( Kap.

25.4 Denition Elektromagnetische Welle


Eine elektromagnetische Welle besteht aus einem B-Feld und einem E-Feld die sich durch ihre andauernden nderungen stets gegenseitig 'erschaen'. Dabei stehen B-Feld und E-Feld senkrecht aufeinander und gleichzeitig senkrecht zur Ausbreitungsrichtung, es handelt sich um eine

Querwelle.3

3 Die von einem Dipol abgestrahlte elektromagnetische Welle ist


gungen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung nur in

nicht in Richtung seiner Achse.

linear polarisiert. D.h., dass die Schwineiner Richtung liegt. Auerdem strahlt der Dipol

69

25 Elektromagnetische Wellen
Im Nahfeld eines Hertz'schen Dipols wird die Welle noch durch Ladungen und Strme (mit)bestimmt, ab einer gewissen Entfernung - im

Fernfeld
4

- jedoch erzeugen sich die

Felder durch ihre zeitliche nderung gegenseitig. Wre dies nicht der Fall, so msste die Intensitt reziprok kubisch zur Entfernung abfallen - das tut sie aber nicht. Die Schwingung im Dipol muss aber auch schnell genug sein, damit sich die Felder richtig abschnren knnen, also in sich geschlossene Feldlinien bilden, die nicht mehr mit dem Dipol zusammenhngen.

25.5 Ausbreitungsgeschwindigkeit
Auch wenn elektromagnetische Wellen kein Medium brauchen, um sich fortzupanzen, ist die

Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegen vom umgebenden Medium abhn-

gig. Die Frequenz einer Welle bleibt beim bergang in ein anderes Medium unverndert. Durch die vernderte Ausbreitungsgeschwindigkeit und Formel 16.1 (S. 45) dagegen passt sich die Wellenlnge der Welle dem Medium an. Es gilt dabei fr die Ausbreitungsgeschwindigkeit

c=

1 0 r 0 r

(25.2)

25.6 Reexion und stehende Welle


Eine EM Welle wird an einer leitenden Wand reektiert. Dabei baut sich in der Wand ein Gegen-E-Feld auf . An dieser Stelle ist somit die Summe des E-Feldes ein

E-Feld-Knoten

0, es liegt also

vor. Durch die Ladungsverschiebung in der Wand ergibt sich wieder

ein B-Feld und somit liegt an der Wand ein

B-Feld-Bauch.

Durch die Reexion an der Metallwand ergibt sich logischerweise eine

stehende Welle,

zumindest in direkter Nhe zur Reexionsche. Bei ihr sind B-Feld und E-Feld um . = 2

phasenverschoben

25.7 Maxwellgleichungen
Fr uns sind folgende Aussagen der Maxwell'schen Wellengleichungen wichtig:


5 4I

Bewegt sich ein B-Feld mit der Geschwindigkeit Strke

E = B v.

Dieses E-Feld ist

Ursache

v,

so erzeugt es ein E-Feld der

der Lorentz-Kraft.

Ein sich nderndes B-Feld erzeugt ein elektrisches Wirbelfeld Ein bewegtes E-Feld erzeugt ein B-Feld Ein sich nderndes E-Feld erzeugt ein magnetisches Wirbelfeld
1 r3 'sche Regel: Das B-Feld der EM Welle induziert eine entgegengerichtete Spannung in der Wand.

Lenz

70

25.7

Maxwellgleichungen

Man kann sich die Richtungen der Felder jeweils (logisch) herleiten. Dazu kann man die rechte Hand verwenden und mit dem Daumen den Feldlinien eines E-Felds folgen, denn so man erhlt aus der Richtung der Finger die Richtung des B-Feldes. Um das entstehende E-Feld zu bestimmen, verwendet man das Lentz'sche Gesetz: Wenn aus einem E-Feld ein B-Feld entsteht, so wird dieses stets in die Richtung zeigen, dass das aus

ihm

entstehende E-Feld dem ersten - urschlichen - E-Feld entgegensteht. D.h. Es

muss ein B-Feld entstehen, dem man mit dem Daumen der Rechten Hand so folgen kann, dass die Finger der Rechten Hand dem bestehenden E-Feld entgegenzeigen. In dem Fall, dass ein B-Feld sich bewegt, kann man sich der Linken-Hand-Regel bedienen: Das E-Feld muss so entstehen, dass Elektronen in ihm der Lorentz-Kraft folgen wrden.

71

Teil V Quantenphysik

72

26 Denitionen
26.1 Quantenphysik ?!
Die Eine besondere Eigenschaft ist dabei, dass bestimmte Gren tum

Quantenphysik beschreibt das Verhalten von Teilchen auf atomarer Ebene und tiefer. gequantelt vorkommen 
h
ist eine bedeutende Konstante in der Quantenphysik.

also nur bestimmte, diekrete Gren haben knnen. Das Planck'sche WirkungsquanIn der Quantenphysik knnen ber bestimmte Eigenschaften der beobachteten Objekte keine Aussagen gemacht werden. Bspw. kann man bei einem Quantenobjekt nicht sagen, wie es einen bestimmten Weg zurcklegt. Auerdem lassen sich manche Gren nicht beliebig genau messen. Bei Impuls

p und Ort x eines Teilchens beispielsweise hngt

die Messgenauigkeit der einen Gre von der Genauigkeit bei der zweiten Gre ab. Als mathematischen Formalismus, mit dem man das Verhalten der Teilchen recht jedem bestimmten Teilchen. Ihr Quadrat betreenden Punkt anzutreen. Insgesammt richtet es sich in der Quantenphysik oft nach Wahrscheinlichkeiten.... genau vorhersagen kann, dient die Zuordnung einer (x) zu 2 ist die Wahrscheinlichkeit, das Teilchen am

Wahrscheinlichkeitswelle

26.2 Wesenszge der Quantenmechanik


Statistisches Verhalten
Man kann fr ein einzelnes Teilchen nicht ausrechnen, wo es auftreen wird, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit dafr. Wiederholt man einen Versuch oft genug, wo werden viele Teilchen sich an diese Wahrscheinlichkeitsverteilung halten. Abgesehen von stochastischen Abweichungen ist dann die Verteilung der angetroenen Teilchen gleich der berechneten Aufenthaltswahrscheinlichkeit.

Interferenzfhigkeit

Einzelne Quantenobjekti knnen mit sich selbst interferieren. Vor-

aussetzung dafr ist, dass es fr den Weg mehrere (klassische) Mglichkeiten gibt. Auf diesem Weg interferieren nun die Wahrscheinlichkeitswellen miteinander und erzeugen die Auftrewarhscheinlichkeit.

Objektiv unbestimmbar

Bei mehreren (klassischen) Wegmglichkeiten zur realisierung

eines Zustands ist es nicht mglich, zu sagen, welchen das Quantenteilchen auch wirklich eingeschlagen hat. Vielmehr hat es schlichtweg teilchen zuzuordnen.

keinen der mglichen Wege

realisiert. Im Bezug auf manche Gren ist es nicht mglich sie einem Quanten-

73

26 Denitionen

Eindeutige Messung

Wenn mehrere (klassische) Mglichkeiten vorliegen, ist es mg-

lich, zu messen, welche dieser Mglichkeiten das Quantenobjekt realisiert, indem man es durch die Messung in den klassischen Zustand drngt. Man misst also nicht mehr die Eigenschaft des Quantenobjekts, weil dieses ja keinen der zu messenden Zustnde realisiert hat.

Komplementaritt Wegen

dieser Messung wird das Quantenteilchen sich von nun an

aber wie ein klassisches Teilchen verhalten. Es wurde gewissermaen gezwungen, einen klassischen Zustand zu realisieren und verbleibt dann in diesem. Man kann also entweder messen, wo sich ein Teilchen aufhlt oder seine Quanteneigenschaften  wie bspw. Interferenz  beobachten.

74

27 Interferenz
27.1 Messung unbestimmter Methoden
Messungen auf beiden mglichen Wegen
Wenn auch ein Wesenszug der Quantenmechanik besagt, dass das Teilchen sich an einem unbestimmten Ort aufhlt, so kann man diesen genau bestimmen  so ein weiterer Wesenszug. Misst man, wo sich ein Quantenteilchen aufhlt, so bekommt man dafr eine genaue Information. Diese Information kann nun dazu fhren, dass Interferenz (bspw. am Doppelspalt) unterbunden wird. Schickt man Quantenteilchen auf einen Einzelspalt, so ndet dort Beugung am Einzelspalt statt.

Schickt man die Quantenobjekte dagegen  unbeobachtet  auf einen

Doppelspalt, so ergibt sich Interferenz am Doppelspalt. Interessant ist dabei, dass die Elektronen weder den Weg durch den einen noch durch den anderen Spalt whlen und es trotzdem zu Interferenz zwsischen den kommt. Setzt man nun jedoch Messinstrumente ein, mit denen man

-Wellen der beiden klassisch mglichen Wege

theoretisch 2 unterscheiden

kann, durch welchen der beiden Spalten das Quantenobjekt gegangen ist, zwingt man es gewissermaen dazu, sich zu entscheiden, durch welchen der beiden Spalte es gehen mchte. Ohne die Messinstrumente kann es eine Art Zaubertrick rund um und durch den Doppelspalt auhren, dessen Eekt die Interferenz ist. Nun zwingt man es dagegen, sich zu entscheiden, welchen Spalt es nehmen mchte. Damit ist das Interferenzbild des Doppelspaltes ausgeschlossen, weil dazu  es muss

Irgendetwas

beide

Spalte einbezogen werden mssen

aus jedem der beiden Spalte zu der Beugung beitragen. Wird

das Quantenteilchen dagegen gezwungen, einen der beiden Wege zu nehmen, kann es nicht gleichzeitig noch den zweiten Weg mitbenutzen  was ja ntig gewesen wre, um Interferenz am Doppelspalt zu erhalten.

1 Die eektive Spaltbreite  auf die man durch Untersuchung des Interferenzbildes schliee  ist jedoch
auch abhngig von der Wellenlnge: Nur wenn die max. Ausung den kompletten Spalt abdeckt, ndet die INterferenz am Einfachspalt ungestrt statt.

2 Die Einschrnkung kommt daher, dass man wie beim Quantenradierer in jeden Spalt des Doppelspalts je eine Polarisationsfolie einbringt, wobei die beiden Polarisationswinkel sich um

90o

unter-

scheiden. Es ist danach das Interferenzbild von der Beugung am Einzelspalt zu beobachten, weil man durch bestimmte Gerte unterscheiden knnte, durch welchen Spalt die Quantenteilchen gelangt sind, auch wenn man bei normaler Beobachtung nicht darauf schlieen kann (weil wir ja kein unterschiedlich polarisiertes Licht unterscheiden knnen).

75

27 Interferenz

Messung auf einem mglichen Weg


Seltsam wird die Sache allerdings dadurch, dass der oben beschriebene Eekt auch dann eintritt, wenn nur einer der beiden Wege berwacht wird. Geht man wieder von Interferenz am Doppelspalt aus und berwacht nur am Einzelspalt zeigen. Bei zwei Wegen  A und B  wird nur der Weg A berwacht.

einen der beiden

Spalten auf passierende

Elektronen, so wird sich auf dem Schirm trotzdem das Interferenzbild von der Beugung

Trotzdem

wird ein

Teilchen gezwungen, sich zwischen den beiden Wege zu entscheiden. Nimmt ein Teilchen den Weg B, so kann es eigentlich nicht wissen, dass Weg A berwacht wird. Trotzdem lsst es sich von der berwachung auf Weg A in das klassische Schema drcken und verliert dadurch seine Fhigkeit, den Zaubertrick der Interferenz zu vollfhren.

Messung beider Wege die danach zurckgenommen wird


Beim oben angesprochenen Quantenradierer kann man nun eine weitere Polarisationsfolie einbringen. Sie wird zwischen (prpariertem) Doppelspalt und Schrim eingebracht o und ihr Polarisationswinkel steht im Winkel von 44 auf den Winkeln der beiden Folien in den Spalten. Licht, das von den Folien in den Spalten polarisiert wurde, muss nun, um auf den Schirm zu gelangen, auch diesen Filter passieren. Dabei kommen von dem Licht, das vorher in zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen polarisiert war, nur diejenigen o Anteile durch, die im Winkel von 45 zu den beiden Ebenen liegen. Nach diesem dritten Polarisationslter ist also alles licht wieder in die selbe Richtung (in der selben Ebene) polarisiert. Das Licht aus den beiden Spalten hat darber hinaus die selbe Intensitt  durch die beiden Spalte fllt die selbe Lichtmenge. Nach dem dritten Polarisationslter ist also nicht mehr entscheidbar, welchen der beiden Spalte das Licht passiert hat und somit ergibt sich wieder Interferenz am Doppelspalt mit dem dazugehrigen Schirmbild. Die Quantenteilchen mssen sich also am Doppelspalt nicht mehr entscheiden, weil sie wussten, dass ist, welchen Weg sie whlten  und dadurch mussten sie nicht mehr whlen.

hinter dem Spalt ein weiterer Filter kommt, durch den nicht mehr entscheidbar

Das Verwirrende also:


Die Quantenteilchen knnen somit also gewissermaen in die Zukunft blicken, bzw. den Weg sehen, den sie

nicht

genommen haben.

27.2 Abhngigkeit von Wellenlnge des Lichts, mit dem beobachtet wird
Interferenz tritt nur dann auf, wenn das Teilchen unbeobachtet ist  sich also gewissermaen ungestrt als Quantenobjekt auhren kann. So lange nimmt es keinen besonderen Weg und seine

-Wellen knnen ungestrt interferieren. Will man jedoch unterscheiden,

76

27.2 Abhngigkeit von Wellenlnge des Lichts, mit dem beobachtet wird
welchen Weg das Teilchen nimmt, so kann es nicht mehr als Quantenteilchen handeln und wird gezwungenermaen zum klassisch

eren

Teilchen.

Damit es sich wie ein vollstndig klassisches Teilchen verhlt, msste man unendlich genau beobachten, welchen Weg es nimmt. Da die Messung aber mit Licht funktioniert, ist der Genauigkeit der Ortsbestimmung durch die optische Ausung Grenzen gesetzt. Mit Licht der Wellenlnge kann man nmlich nur entscheiden, dass sich das Quanten1 teilchen im Bereich irgendwo aufgehalten hat. 2 Es ergibt sich der Zusammenhang (Daten siehe Tab. 27.0(a)) zwischen Spaltabstand g , Spaltbreite ergibt:

und Wellenlnge

0 , unterhalb der sich nurnoch Interferenz am Einzelspalt 2 g 2 l = 2 (g l) = 0


(27.1)

Damit entspricht die Wellenlnge

dem Doppelten des Balkens zwischen den beiden

Spalten des Doppelspalts. Oberhalb dieser Wellenlnge erhlt man teilweise das Interferenzbild am Doppelspalt. Das volle Bild des Doppelspalts siehe Tab. 27.0(b)) erst mit Licht der Wellenlnge

erhlt man dagegen (Daten

1 :
(27.2)

2 g = 1

Erklren kann man sich diese Zusammenhnge dadurch, dass die Ausung einer Lichtwelle durch deren Wellenlnge festgelegt ist  und zwar ist die maximale Ausungslnge gleich der Hlfte der Wellenlnge. Das wrde auch zur Abbe'schen Abbildungsbedin . Da wir gung (fr Lichtmikroskope) passen. Sie sagt, die Max. Ausung d = 2nsin() kein Mikroskop mit beschrnkung haben, ergibt sich fr unsere Beobachtung der Winkel . = 90o , da wir in Luft arbeiten ergibt sich n 1 und somit d = 2 Sobald nun die Ausung kleiner ist als der Steg zwischen den beiden Spalten, ist es auf keinen Fall mehr mglich, beide Spalte mit dem selben Lichtblitz zu beobachten. Wre die Wellenlnge ein klein bisschen grer, knnte es im ungnstigsten Falle sein, dass die Lichtwelle genau auf die Spaltmitte fllt und somit von beiden Spalten einen Teil betrachtet  nun knnte ein Elektron also weiterhin durch beide Spalte gleichzeitig gelangen und wrde trotzdem von der selben Welle registriert. Erst wenn

< 0

gilt,

ist dies ausgeschlossen und es kann immer nur ein Spalt gleichzeitig beobachtet werden. Somit ist absolut klar, aus welchem Spalt das Elektron geogen kam und somit ist Interferenz zwischen einem Elektron mit sich selbst aus zwei verschiedenen Spalten vllig ausgeschlossen. Bei grerer Wellenlnge (0 zu werden. Ist

< < 1 )

ist es nun fr Elektronen mglich, immern-

och beide Spalte zu passieren und trotzdem von dem selben Lichtblitz wahrgenommen

nur geringfgig grer als

0 ,

so ist es wenig wahrscheinlich, dass ein

Elektron dieses Kunststck zu Werke bringt. Hier berlagern sich die beiden Flle von Interferenz: Einmal am Doppelspalt von sehr wenigen Elektronen und einmal am Einzelspalt von sehr vielen Elektronen. Das Bild sieht deshalb noch weitgehend aus wie bei Beugung am Einzelspalt. Je mehr sich

dann

annhrt, desto mehr Elektronen ist es

mglich, das Kunststck zu vollfhren.

3 Denitionsgem wurde das angenommen, sobald die totalen Minima um das erste Hauptmaxima die
Intensitt

hatten.

77

27 Interferenz
(a) Bestimmung von

(b) Bestimmung von

[nm] 400 400 400 300 350 400 450

[nm] 100 150 200 100 100 100 100

0 [nm]
600 500 400 400 500 600 700

[nm] 250 275 300 325 350 250 200 250 250 300 300 300 300

[nm] 100 100 100 100 100 100 200 125 150 100 125 150 200

1 [nm]
500 550 600 650 700 500 400 500 500 600 600 600 600

Tabelle 27.1: Ergebnisse aus Versuchen mit Elektronen

Elektron = 4pm

Wenn dann

> 1

ist ein neuer Fall der totalen Unkontrollierbarkeit eingetreten:

Es ist jetzt berhaupt nicht mehr mglich, zu entscheiden, aus welchem Spalt ein bestimmtes Elektron gekommen ist  und folglich entsteht ab jetzt ein Interferenzbild des Doppelspalts auf dem Schirm. Was man die ganze Zeit ber beachten muss ist, dass Grenzwellenlnge:

<l

gelten msste, damit die

Interferenz am Einfachspalt ebenfalls eingeschrnkt wird. Es ergibt sich daraus eine neue

2 l = 2

(27.3)

Unterhalb dieser Wellenlnge ergibt sich nurnoch Interferenz am Einzelspalt, auerdem breit ist. sieht das interferenzbild so aus, als ob der Spalt nur l = 2

78

28 Mathematischer Formalismus
Um das Verhalten von Quantenteilchen vorherzusagen, ordnet man ihnen eine zu. Dazu ordnet man jedem Teilchen, abhngig von Seiner Energie Diese  DeBroglie-Wellenlnge berechnet sich nach

-Welle W , eine Wellenlnge

zu. Um die Welle aufzustellen bekommt deswegen auch ein Elektron eine Wellenlnge.

h h = mv p

(28.1)

Um die Welle mathematisch auszudrcken bentigt man jedoch nr und dessen Zeigerstrahl

Komplexe Zahlen. Man


y -Komponente imagi-

kann sich fr die Funktion einen rotierenden Zeiger denken, dessen ist auch die Aufenthaltswahrscheinlichkeit

x-Komponente reell ist. Da die Amplitude des Zeigers jedoch konstant ist, 2 eines Teilchens entlang einem rotierenden konstannt. Fr (x) ergibt sich: 2 x + 0 i sin 2 x
(28.2)

(x) = 0 cos(x ) + 0 i sin(x ) = 0 cos


Nach der Zeit

2 t zurckgedreht werden, um T wieder auf die durch Formel 28.2 gebracht zu werden. Dadurch ergibt sich eine Phase

t mssen alle Zeiger um den Betrag t = = x t

fr jeden Zeiger von

und damit fr die Wellengleichung:

(x, t) = 0 cos

2 x 2 t T

+ 0 i sin

2 x 2 t T

(28.3)

ber diese Wellengleichungen kann man nun Interferenzen der Teilchen berechnen. Interessant ist dabei, dass man die Interferenzen von einzelnen Teilchen berechnet. Um ein messbares Ergebnis zu erhalten addiert man die mit

mit sich selbst

-Wellen zur Zeit t0

am Ort x0 wie gewohnt um dann die Auftrewahrscheinlichkeit eines einzelnen Teilchens 2 sum (x0 , t0 ) zu berechnen.

79

29 Abweichungen von Klassischen Vorstellungen


29.1 Photoeekt
Versuchsdurchfhrung
Eine Metallplatte wird mit monochromatischem Licht bestrahlt. Vor der Metallplatte sitzt ein leitender Ring, durch den das Licht einfllt. Zwischen dem Ring und der Metallplatte wird eine Spannung

UA

angelegt und die Stromstrke gemessen. Die Spannung

wird whrend des Versuchs fr jede Frequenz so lange erhht, bis gerade keine Stromstrke mehr zu messen ist. Dann ist die Spannung Elektronen gerade so vom Ring abhlt . Jetzt gilt also

UA

gerade so gro, dass sie die losgelsten

UA e = Ekin = h f WA
Ist

(29.1)

WA

fr das Element bekannt, kann man nun das Planck'sche Wirkungsquantum

bestimmen.

Erkenntnisse
Beim

Photoeekt

wird eine Metallplatte mit Licht bestrahlt. Dieses Licht wechselwirkt

mit Elektronen auf der Platte. Ist das Licht energiereich genug, so kann es die Elektronen von der Platte lsen, dafr ist pro ELektron die Materialkonstante des Lichtes, die ber die Energie

Ablsearbeit WA

WA ntig. Alle Energie

hinausgeht, wird dem Elektron als kinetische

Wkin

bergeben.

f des Lichts abhngt  nicht jedoch von der Intensitt I . Nach klassischen Verstndnis sollte die vom Licht bertragene Energie von der
der Elektronen nur von der Frequenz Amplitude der Elektromagnetischen Welle, damit Die Intensitt beeinusst jedoch nur wie enthaltener Energie

berraschenderweise ergibt sich bei dem Versuch, dass die kinetische Energie

Wkin

viele

und damit

I (I E 2 )

abhngen.

Elektronen herausgelst werden; nicht

jedoch deren Energie. Fr Lichtwellen gilt der Zusammenhang zwischen Frequent

und

W: W =hf
(29.2)

Licht einer einheitlichen Frequenz also

diskrete

f,

das von einer Lampe ausgestrahlt wird, bertrgt

Energieportionen der Gre

gieportion wird als

Photon

nhf

bezeichnet. Die

Intensitt

an andere Teilchen. Eine solche Enerdes Lichts bestimmt lediglich, wie

1 Whrend noch Strom oss, schaten es immernoch Elektronen, sich bis zum Ring gegen das E-Feld
zu bewegen. Das Elektron der Elementarladung

e bentigt fr die Strecke s die Energie W = E e s

80

29.2 Unbestimmtheitsrelation
viele Photonen ausgesandt werden. Fr den Photoeekt ergibt sich so fr die Kinetische Energie

Wkin : Wkin = h f WA
(29.3)

29.2 Unbestimmtheitsrelation
In der Quantenphysik gibt es bestimmte Paare an Gren, deren maximal mgliche Messgenauigkeiten voneinander abhnngen. Die bedeutendsten davon sind Ord

x und Impuls

p.

Dabei ist es unabhngig vom Versuchsaufbau, der Durchfhrung etc. nicht mglich,

beide gren beliebig genau zu messen. Der Zusammenhang lsst sich bei Beugung am einzelnen Spalt leicht herleiten. Dadurch, dass man die Spaltbreite

vorgibt, kann man sich sicher sein, dass alle

Quantenteilchen, die spter auf dem Schirm zu sehen sind, den Spalt passiert haben. Im Bereich des Spaltes kann man also den Ort des Quantenteilchens bis auf die Strecke genau bestimmen. Somit gilt

x = l
Fr den Impuls

(29.4)

px parallel zur Spaltebene ergibt sich fr ein Teilchen, das um den Winkel px = sin() p

abgelenkt wurde, sodass es (beim Schirm) konstruktiv mit sich interferiert (29.5)

Fr das Teilchen gilt nach der Fraunhofer-Nherung fr konstruktive Interferenz

l sin() =
Nun ersetzt man in 28.1 das in 29.6 ein. somit ergibt sich

(29.6)

durch das aus 29.5, lst dies nach

auf und setzt diese (29.7)

x px = h
Diese Gleichung (29.7) drckt die aus: Je genauer man

Unbestimmtheitsrelation

der beiden Gren

und

messen will, desto ungenauer geht das nur fr

p.

29.3 Lokalisationsenergie
Aus Gleichung 29.7 ergibt sich indirekt, dass ein Teilchen, das man in seiner Bewegungsfreiheit  also dem Ort

auf den Bereich

einschrnkt  ein wesentlich strker

unbestimmter Impuls anhaftet. Da ein Quantenteilchen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit all seine Mglichkeiten ausprobiert, ist es also mglich, dass es jeden Impuls h annimmt. innerhalb von p = x Nun kann man versuchen, die Energie zu ermitteln, die mit einem Impuls  und damit auch mit der rtlichen Beschrnkung  verknpft ist. Da

ein Bereich an mglichen

Impulsen darstellt, ist es dem Quantenteilchen maximal mglich den Impuls

px

bzw.

px

zu erreichen, und deshalb deniert man

p = 2px .

81

29 Abweichungen von Klassischen Vorstellungen


Die

Lokalisationsenergie

bestimmt man nun ber die Kinetische Energie

Wkin , die ein

Quantenteilchen bekannter Masse fr die maximalen Impulse htte. Da

Wkin =
gilt, kann man

1 p2 1 m v2 = x 2 2 m

(29.8)

p ber Gleichung 29.7 ausdrcken. Dazu ersetzt man x noch durch L 

L ist die Lnge im eindimensionalen Raum, auf die man das Quantenteilchen beschrnkt. Somit ergibt sich fr die Lokalisationsenergie in einer Dimension (x-Dimension): Wlokal = Wkin = 1 h2 h2 1 = 2 4 L2 m 8 m L2
(29.9)

29.4 Photon als Quantenteilchen


Auch beim Photon handelt es sich um ein Quantenteilchen. Man kann seine Masse bestimmen und sogar nachweisen: Bewegt sich ein Photon gegen das Schwerefeld der Erde, so wandelt es Energie in potentielle Energie um. Wenn es um Energie

s steigt, muss es die ab . Wab = m g s umwandeln. Dadurch verndert sich seine Frequenz um f = W h

Auerdem ist dem Photon ein Impuls zuzuschreiben. Er ergibt sich aus der Formel E = m c2 der Relativittstheorie, indem man die Energie h f in Masse umwandelt und diese mit der einzigen Geschwindigkeit, bei der Photonen existieren (c), multipliziert:

pP hoton = m c =

hf f h c=h = 2 c c

(29.10)

Fr Photonen gilt also auch die Formel der DeBroglie-Wellenlnge. Es ergeben sich jedoch einige Unterschiede zum Elektron (welches bisher als das Beispielquantenteilchen verwendet wurde):

Photonen existieren nur bei

v = c;

Elektronen knnen auch in Ruhe existieren

Elektronen gehren zur Materie Photonen werden nicht von

E -Feldern

beeinusst

Das Pauli-Prinzip gilt nicht bei Photonen

82

Teil VI Praktika

83

A Induktion
A.1 Magnet im Kupferrohr
Versuchsbeschreibung:
In ein 2,5m langes Kupferrohr lsst man einen Magneten fallen. Gleichzeitig lsst man einen gleich schweren Magneten in einem Plastikrohr daneben fallen. Die beiden Rohre sind parallel und stehen senkrecht im Raum. Am Ende der Rohre wird beobachtet, welcher der beiden Magneten die selbse Strecke schneller zurcklegt.

Beobachtungen:
Der Magnet, der durch das Plastikrohr el, ist wesentlich schneller.

Auswertung:
Ein Krper, der frei im Raum fllt bentigt fr die Strecke 2,5m die Zeit t0 . t0 lsst sich folgendermaen Berechnen:

h=

1 g t2 0 2

2h = t2 0 g

2h = t0 g

(A.1)

m s2

s2 = s

h = 2, 5m ergibt sich so: t0 = Kupferrohr gemessene Zeit t1 lag


Fr

22,5 9,81
aber

0, 71s Die tatschlich fr demn Magneten im betrchtlich vom Wert t0 entfernt  der Magnet
1
in dem Kupferrohr einen Wirbelstrom

braucht im Kupferrohr deutlich lnger. Das liegt vermutlich daran, dass der Magnet

hervorruft. In diesem Fall liegt also Induktion durch Relativbewegung vor. Aufgrund des Lenz'schen Gesetzes wird in dem Kupferrohr so Induktionsspannung induziert , dass diese ihrer Ursache entgegenwirkt. Um der Ursache entgegenzuwirken, verluft der Stromuss so, dass ein Magnetfeld aufgebaut wird, das dem des fallenden Magneten so entgegengerichtet ist, dass dieser abgebremst wird.

1 dadurch, dass er sich beim Fallen bewegt 2 und damit ein Strom hervorgerufen

84

A.2 Kraftbertragung auf Alufolie mittels Magnetismus

A.2 Kraftbertragung auf Alufolie mittels Magnetismus


Versuchsbeschreibung:
Ein dreifach gefaltetes Stck Alufolie wird auf eine Wasseroberche gegeben, sodass es schwimmt. Mit einem Magneten, von dem

ein

Pol auf die Folie gerichtete wird, werden

etwa einen Zentimeter ber der Folie kreisende Bewegungen ausgefhrt.

Beobachtungen:
Die Alufolie beginnt sich in die Richtung zu drehen, in die man mit dem Magneten kreist. Fhrt man die Kreisbewegungen dann in die andere Richtung durch, so bremst man die Folie wieder ab.

Auswertung:
Diesen Vorgang kann man durch das Lenz'sche Gesetz erklren. Dadurch dass der Magnet ber der Alufolie bewegt wird, wird in der Folie ein Wirbelstrom erzeugt - es handelt sich um Induktion durch

Relativbewegung 3 .

Dieser Wirbelstrom baut um sich ein Magnetfeld auf. Gem dem Lenzchen Gesetz baut dieses Magnetfeld sich nun so auf, dass es seiner Ursache entgegenwirkt. Die Ursache der Induktion ist in diesem Fall wie oben ausgefhrt eine Relativbewegung. Das Magnetfeld des Wirbelstroms wird nun so entstehtn, dass es dieser Relativbewegung entgegenwirkt, also die Relativbewegung beendet. Dies wird erreicht, indem die Alufolie sich mglichst genau so schnell wie der Magnet bewegt, da sich ohne Geschwindigkeitsdierenz zwischen den beiden Bewegungen keine weitere Induktion ergibt. Beendet man die Bewegung des Magneten oder ndert gar seine Richtung, so gilt erneut das Lenz'sche Gesetz, das wiederum dafr sorgt, diese 'neue' Relativbewegung aufzuheben.

A.3 Wirbelstrombremse
Versuchsbeschreibung:
Ein Motor treibt eine Scheibe an. Diese dreht sich an einer Stelle durch das (starke) Magnetfeld eines Dauermagneten. An der Scheibe ist an einer Stelle ein Fhnchen montiert. Es dient zur Drehfrequenzbestimmung, da eine Lichtschranke so angebracht ist, dass das Fhnchen bei jeder Umdrehung die Lichtschranke passieren muss. Bei dem Motor wird die Spannung kontrolliert erhht und dazu die Stromstrke gemessen.

3 Die Relativbewegung ist also die

Ursache der Induktion

85

A Induktion

Beobachtungen:
Die Wirbelstrombremse funktioniert nur dann, wenn man Scheiben aus Metall verwendet. Fr eine Kupferscheibe ergeben sich Messergebnisse, wie sie in Tabelle A.1 auf Seite 86 zusammengestellt sind. In Tabelle A.2 auf Seite 86 sind Ergebnisse zu anderen Materealien zusammengestellt. Aus den Schaubildern A.1 auf Seite 87 und A.2 auf Seite 88 ist klar ersichtlich, dass der Zusammenhang zwischen der Drehgeschwindigkeit der Scheibe und der Stromstrke linear ist. Trgt man die Ausgleichsgeraden aller Messungen in ein gemeinsames Schaubild ein, so erhlt man daraus Abbildung A.4 auf Seite 90.

U [V] f [s ] I [A] U [V] f [s ] I [A] U [V] f [s ] I [A]


1 1 1
2 3 4 5 6 7 8 9 10 4,8 8,2 11,4 14,5 17,5 20,5 23,5 26,3 29,0 0,08 0,11 0,14 0,18 0,21 0,24 0,27 0,30 0,32 2 4 6 8 4,6 9,5 13,9 18,8 0,06 0,13 0,20 0,27 2 4 6 8 10 4,8 9,9 14,6 19,6 24,9 0,06 0,13 0,20 0,26 0,34

Kupfer I

Kupfer II

Kupfer III

Tabelle A.1: Ergebnisse von drei Messungen des Versuches aus Aufgabe A.3 mit einer Kupferscheibe

U [V] f [s ] I [A] U [V] f [s ] I [A]


1 1
2,00 4,00 6,00 8,00 10,00 5,80 11,20 17,10 23,50 29,20 0,05 0,10 0,16 0,22 0,28 2,00 4,00 6,00 8,00 10,00 9,60 20,80 30,90 41,10 51,20 0,02 0,02 0,03 0,04 0,05

Aluminium

Kunststo

Tabelle A.2: Ergebnisse zu Messungen mit anderen Materealien aus Aufgabe A.3

Auswertung:
In Abbildung A.1 auf Seite 87 ist die Drehfrequenz in Abhngigkeit zur Stromstrke aufgetragen. Es wurde eine Ausgleichsgerade eingetragen, die mit dem Messwerten uerst gut bereinstimmt. Es liegt also nahe, dass Drehfrequenz und Stromstrke zueinander proportional sind. Es gilt also:

f I

(A.2)

86

A.3 Wirbelstrombremse
30 Kupfer I Kupfer I Kupfer II Kupfer II Kupfer III Kupfer III

25

Umdrehungen pro sec

20

15

10

0 0.05

0.1

0.15

0.2 Stromstaerke in A

0.25

0.3

0.35

Abbildung A.1: Ergebnisse der Messung des Versuches aus Aufgabe A.3 mit einer Kupferscheibe. In dem Schaubild sind die Daten von drei verschiedenen Messungen enthalten  Kupfer I bis III , jeweils mit Datenpunkten und einer Ausgleichskurve.

In Abbildung A.3 auf Seite 89 sind dann Leistung und Drehfrequenz gegeneinander aufgetragen. Dabei wird deutlich, dass die zur Drehung bentigte Leistung bei steigenden Drehfrequenzen quadratisch ansteigt. Es gilt also:

P f2
Verbindet man A.2 und A.3, so erhlt man

(A.3)

P I2
Das ist aber einfach erklrbar , da ja

(A.4)

P =I U

und

U =I R

und somit

P = I2 R

(A.5)

Aus Abbildung A.4 auf Seite 90 ist darber hinaus ersichtlich, dass die Ausgleichsgeraden Ursprungsgeraden sind - nur eine widersetzt sich diesem Trend. Es knnte nun einerseits

4 Da im Motor der Strom durch Spulen iet - also gewickeltem Draht - kann man nhrungsweise
davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen Gleichstrom betrieben wird, sind Induktionsvorgnge vernachlssigbar.

Ohm'schen Widerstand handelt. Da der Motor mit

87

A Induktion
55 50 45 40 Umdrehungen pro sec 35 30 25 20 15 10 5 0 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 0.3 0.35 Stromstaerke in A
Abbildung A.2: Ergebnisse der Messung verschiedener Materealien des Versuches aus Aufgabe A.3 mit Ausgleichskurven.

Kupfer II Kupfer II Aluminium Aluminium Kunststoff Kunststoff

sein, dass hier bei besonders niedriger Umdrehungszahl die Reibung uerst gro ist und die Kurve deshalb so nach unten

absackt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass mit den

Messgerten etwas nicht stimmt (da die Werte auf eine dermaen exakten Linie liegen). Daraus, dass Kurve des Kunststoes wesentlich steiler ist, kann man ablesen, dass er fr die selbe Drehfrequenz weniger Energie braucht. Dass dies auf das geringere Gewicht der Scheibe zurckzufrhen ist, ist unwahrscheinlich. Da eine Messung ber 10 sec dauert, hatte der Motor  wenn er eine schwerere und damit trgere Kupferscheibe antreibt  genug Zeit, auch mit geringerer Beschleunigung seine maximale Geschwindigkeit zu erreichen. Es ist also davon auszugehen, dass die gemessenen Drehfrequenzen maximal fr die Leistung des Motors ist und dabei nicht von der trgen Masse der Scheiben abhngt. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Kupfer- und Aluminiumscheiben von der Wirbelstrombremse beeinusst werden  im Gegensatz zur Plastikscheibe. Der Motor muss somit, wenn er eine Kupferscheibe antreibt, immer gegen die bremsende Kraft der Wirbelstrombremse antreiben.

88

A.3 Wirbelstrombremse

3.5

Messwerte Quadratische Funktionsanpassung

2.5

Leistung in W

1.5

0.5

0 0 5 10 15 Drehfrequenz in 1/s
Abbildung A.3: Ergebnisse der Messung Kupfer I des Versuches aus Aufgabe A.3 mit einer Kupferscheibe - mit quadratischer Regression

20

25

30

89

A Induktion

35

30

25

Kupfer I Kupfer II Kupfer III Aluminium Kunststoff

Umdrehungen pro sec

20

15

10

-5

-10 -0.05 0 0.05 Stromstaerke in A


Abbildung A.4: Die Ausgleichsgeraden aller Messungen zu Aufgabe A.3 in einem Schaubild eingetragen.

0.1

0.15

0.2

90

A.4 Strom- und Spannungsverlauf bei Selbstinduktion

A.4 Strom- und Spannungsverlauf bei Selbstinduktion


Versuchsbeschreibung:
Es wird ein Stromkreis gem Abbildung A.5 auf Seite 91 aufgebaut. Wenn der Schalter

S1 geschlossen ist, so iet Strom parallel - einerseits durch die Spule und R2 , andererseits durch R1 . Wird der Schalter S1 genet, so iet ein Induktionsstrom dem Verlauf der gestrichelten Pfeile nach, also in Reihe durch R1 , R2 und die Spule.
Uind(t) I(t) R2

R1

S1

Abbildung A.5: Schaltdkizze zum Versuchsaufbau von Aufgabe A.4: jeweils

Rn = 220,

die beiden Spulen haben jeweils

Doppelreedrelais, das mit der


An

gen, die Spannungsquelle liefert

U0 = 10V und der Frequenz f = 50Hz umschaltet. R2

R1 und R2 haben n = 800 WindunSchalter S1 ist ein

R2

wird die Spannung gemessen. Da es sich bei

um einen Ohmschen Wider-

stand handelt, ist Stromstrke nal ist.

U (t) I (t) (

Gleichung A.5). Deshalb ist es mglich, an

R2

die

I (t)

abzulesen, da sie ja zu der eigentlich abgelesenen Spannung proportio-

An die zweite Spule, die mit der ersten durch einen gemeinsamen Eisenkern vebunden ist, wird ein Oszilloskop angeschlossen. Wird in der ersten Spule eine Induktionsspannung

Uind (t)

induziert, so ist dazu ein sich nderndes Magnetfeld

= 0 B

ntig. Dieses sich

ndernde Magnetfeld hat ber den gemeinsamen Eisenkern auch in der zweiten Spule Auswirkungen, nmlich wird dort gem wie in der ersten Spule induziert. Somit kann man an

Uind = n A B I (t)

die selbe Induktionsspannung

R2

und der zweiten Spule

bzw.

Uind (t)

bestimmen.

Beobachtungen:
In Abbildung A.6 auf Seite 93 ist der Verlauf der Induktionsspannung dargestellt. In Abbildung A.7 ist die Spannung dargestellt, die am Widerstand nung genau dann einen extremen

R2

abfllt. Vergleicht

man die beiden Spannungsverlufe miteinander, so fllt auf, dass die Induktionsspan-

Peak

nach oben macht, wenn der Strom gerade seinen

Hchstpunkt erreicht hat und gerade am Absinken ist. Wenn der Strom gerade wieder ansteigt, so ist die Induktionsspannung stark negativ.

91

A Induktion

Auswertung:
Diese Phnomene sind duch nderung des Stromes

Induktion erklrbar. Wenn nmlich der Strom eingeschaltet


uerst gro, da sich die Spannung ja von berhaupt kein

wird, also in Schaubild A.7 die Funktion sich gerade von der Zeitachse entfernt, ist die

(t) I

Wert auf einen positiven Wert ndert. Nach

(tn ) Uind (tn ) = L I

(A.6)

ist die Induktionsspannung hier also stark negativ. Mit dem Lenz'schen Gesetz in Einklang ist diese Induktionsspannung also ihrer Ursache entgegengesetzt und 

fngt 

die

Vernderung der Stromstrke ab. Der Stromverlauf ist deshalb an dieser Stelle auch kurvenfrmig. Ohne die entgegengerichtete Induktionsspannung htte der Strom sein Maximum praktisch sofort erreicht. So nhrt er sich seinem Maximum nur asymptotisch an. Je mehr Zeit innerhalb einer halben Periode verstreicht, desto nher kommt der ausgebremste Strom seinem Maximum, aber immernoch ist eine gegenluge Spannung da, die ihn dezimiert. Da er konsequent dezimiert wird, wird

(tN ) auch kleiner, da ja stndig I

die wachstumsschwchende Induktionsspannung auf den Strom einwirkt. Wenn der Strom dann wieder abgeschaltet wird, also von seinem Maximum abfllt (vgl Abbildung A.7), ist in Schaubild A.6 ein noch grerer Peak entstanden, dier diesmal nach oben zeigt, also auch eine groe positive Spannung hinweist.

(tn ) ist an dieser I

Stelle stark negativ, weil der Strom sich von einem nahezu konstannten Wert  abfall abgefangen wird, also nicht so drastisch aussieht.

erstmalig 

abbewegt. Nach Gleichung A.6 sorgt diese Spannung nun dafr, dass der Stromstrken-

92

A.4 Strom- und Spannungsverlauf bei Selbstinduktion

Abbildung A.6: Im Oszilloskop sieht der Spannungsverlauf von

Uind (t)

so aus.

Abbildung A.7: Der Spannungsverlauf von

UR2 (t) dient zur bestimmung der Stromstkre

I (t)

93

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit


B.1 Versuch
In ein Glasrohr werden feine Korkspne gegeben und gleichmig verteilt. Dann sorgt man dafr, dass eine Schallwelle in das Rohr gelangt. Dort wird sie an den Rohrenden reektiert. Um die Art der Reexion zu beeinussen, kann man eine der nungen oder beide verschlieen. Um die Lnge des Rohres, in dem die Schallwellen schwingen knnen, zu beeinussen, kann man einen der beiden Stopfen weiter nach innen oder auen bewegen.

Kopplungskork

verschiebbarer Abstimmtropfen

Messingrohr

Resonanzrohr

Korkspne

Abbildung B.1: Skizze des Versuchsaufbaus - sowohl das Messingrohr mit Kopplungskork als auch der Abstimmstopfen sind entfernbar. Die Schallwellen werden dabei erzeugt durch 1. eine Stimmgabel 2. ein Messingrohr, an dem mit einem feuchten Lappen gerieben wird (dessen Schallwellen werden ber ein Rohr abgegeben) 3. einen Lautsprecher, der mit einem Sinusgenerator betrieben wird Die Idee dahinter ist, dass sich in dem Rohr eine

Kopplungskork

an einem Ende der Rhre an die Luft im

Bewegungsbuche. Diese liegen immer an der selben Stelle und knnen hier die Korkspne
bewegen. An diesen Stellen werden die Korkspne deshalb bald verschwunden sein, weil

Stehende Welle bildet. Diese hat dann

94

B.2 Schallgeschwindigkeit in Luft


die Schallwellen sie immer in Lngsrichtung zum Rohr bewegen. Sie sammeln sich dann an Stellen, an denen die Luft sich nicht (oder wenig) bewegt. Diese Stellen werden als

Geschwindigkeitsknoten

bezeichnet.

B.2 Schallgeschwindigkeit in Luft


Das Resonanzrohr wird an einem Ende mit dem Abstimmstopfen verschlossen, dann wird eine Stimmgabel angeschlagen. Sei wird vor das oene Ende gehalten und der Abstimmstopfen wird so lange in das Resonanzrohr hineingeschoben bzw. herausgezogen, bis die Korkspne sich zu kleinen Hgelchen anordnen - bis sich also eine gebildet hat. Bei dem Versuch wurde dabei eine Stimmgabel verwendet, die laut Hersteller mit einer Frequenz von

stehende Welle

f = 1700Hz

schwingt. Die verwendete Resonanzrohrlnge betrgt dabei

L = 0, 43m.

Misst man den Abstand zwischen zwei Spitzen der kleinen Hgelchen, so messen knnen. Im Versuch ergab sich somit eine 2 Wellenlnge von = 0.215m. sollte man eigentlich die Entfernung Mit diesen Werten lsst sich die Schallgeschwindigkeit in Luft berechnen:

c=

1 m m = f = 0.215m 1700 = 365, 5 366 T s s s clit = 343 m , s 6, 56%.


1

(B.1)

Der Literaturwert der Schallgeschwindigkeit betrgt Fall also eine Abweichung von ca.

wir haben in unserem

Das sieht eigentlich ganz gut aus - nur leider

muss an den Werten etwas falsch sein. Da das Resonanzrohr an einer Seite geschlossen ist und an einer Seite oen, sollte sich eigentlich eine Stehende Welle bilden, die an der geschlossenen Seite einen Wellenknoten hat. Fr eine stehende Welle, die diese Bedingungen erfllt, existiert die Formel und an der oenen Seite einen Wellenbauch

L=k
Setzt man die gefundenen Werte fr Werte stimmen.

k 4
und

k = (1; 3; 5...) L
ein, so erhlt man

(B.2)

k=8

- und das sollte

eigentlich nicht mglich sein. Es ist nichtsdestoweniger berraschend, wie przise die

Eine mgliche Erklrung dafr knnte sein, dass die Stimmgabel zu nahe an die nung gehalten wurde, und sich somit faktisch die Bedingung fr zwei geschlossene Enden ergibt - dann htte man k = 4 und damit einen erlaubten Wert.

1 Geschwindigkeitsknoten 2 Geschwindigkeitsbauch
von

3 Auch bei anderen Gruppen kommt dieses eigentlich unsinnige Ergebnis heraus: bei einer Rohrlnge
kommt exakt

L = 0, 55m, einer Frequenz k = 10 heraus.

von

f = 1700Hz

und einer gemessenen Wellenlnge von

= 0, 22m

95

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit

B.2.1 Schaubilder
Im Folgenden sind ein paar Schaubilder abgebildet, die sich auf die stehende Welle im Resonanzrohr beziehen. Es ist dabei ersichtlich, dass die Teilchen sich in Richtung des Rohres hin und her bewegen (siehe Abbildung B.2 auf Seite 97) und dabei sich ein Druck an den Stellen aufbaut, an denen die Teilchen dicht nebeneinander liegen (siehe Abbildung B.4 auf Seite 99). An der linken Seite - also Am Stopfen - bewegt sich das Teilchen nie (siehe Abbildung B.3 auf Seite 98). Wenn die Teilchen laufen sie ihre

maximal ausgelenkt

sind (also jeweils im oberen Schaubild), bewe-

gen sie sich kurzzeitig nicht, es besteht aber der grte Druck zwischen ihnen. Durch-

Ruhelage

(jeweils im unteren Schaubild), so haben sie die maximale Ge-

schwindigkeit, jedoch herrscht ein einheitlicher Normaldruck zwischen ihnen. An den Stellen, an denen in Abbildung B.3(a) die Funktion die x-Achse schneidet, herrscht nie Luftbewegung. Hier in der Nhe werden sich die Korkspne sammeln, die von den Stellen weggeschubst werden, an denen die Funktion eben

nicht

Null ist.

96

B.2 Schallgeschwindigkeit in Luft

1.01

1.005

0.995

0.99

0.985 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 Rohrlaenge in m 0.3 0.35 0.4 0.45

(a) Hier sind sie bei der maximalen Auslenkung gezeigt (bspw.

t = 0)

1.01

1.005

0.995

0.99

0.985 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 Rohrlaenge in m 0.3 0.35 0.4 0.45

(b) Hier sind sie in Ruhelage gezeigt (bspw.

t=

T 4)

Abbildung B.2: In diesem Schaubild sind Luftteilchen eingezeichnet, die in der Ruhelage alle 7mm voneinander entfernt liegen wrden. Bei den Stopfen vorstellen. 97

x=0

kann man sich

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit

t=0 1 f(x)

0.5 Geschwindigkeit v relativ

-0.5

-1 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 0.3 0.35 0.4

Rohrlaenge [m]

(a) Die Teilchen bei maximaler Auslenkung (bspw.

t = 0)

t=0 1

0.5 Geschwindigkeit v relativ

0.5

1 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 Rohrlnge [m] 0.3 0.35 0.4

(b) Die Teilchen in Ruhelage (bspw.

t=

T 4)

Abbildung B.3: Hier sind die relativen Geschwindigkeiten der Luftteilchen eingetragen.

98

B.2 Schallgeschwindigkeit in Luft

t=0 1

0.5

Druck p relativ

0.5

1 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 Rohrlnge [m] 0.3 0.35 0.4

(a) Die Teilchen bei maximaler Auslenkung (bspw.

t = 0)

t = T/4 1 f(x)

0.5

Druck p relativ

-0.5

-1 0 0.05 0.1 0.15 0.2 0.25 Rohrlaenge [m] 0.3 0.35 0.4

(b) Die Teilchen in Ruhelage (bspw.

t=

T 4)

Abbildung B.4: Hier sind die relativen Drcke der Luft eingetragen.

99

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit

B.3 Schallgeschwindigkeit in Messing


Nun wird auf das noch oene Ende des Resonanzrohres das Erregerrohr aus Messing aufgesetzt. Genau in der Mitte wird es eingespannt. An dieser Stelle ist also gewissermaen ein Geschwindigkeitsknoten erzwungen. Die Enden des Stabes dagegen knnen (ziemlich ) frei schwingen. Durch die Anregung des Rohres mit einem nassen Lappen drften sich Transversalstrungen und sogar Transversalwellen bilden. Diese drften dann an den Enden des Messingrohrs reektiert werden . Somit msste sich im Messingrohr eine stehende Transversalwelle bilden. Durch die vorgegebenen Bedingungen sich nach der entsprechenden Wellenlnge und der Formel

kann das Rohr nur in

bestimmten Frequenzen mit einer stehenden Welle schwingen - nmlich nur dann, wenn

L=k

k 2

(B.3)

ungerade k ergeben7 . Das Rohr kann also in seiner Grundschwingung (1. Harmonische)
schwingen, dann aber erst wieder in der 3. Harmonischen, aber nicht in der 2. Harmonischen (der

Oberschwingung ).

Ist die Lnge

Lmess des Messingrohres bekannt, so kann man damit die Schallgeschwin-

digkeit in Messing berechnen. Hierzu versetzt man das Messingrohr in Schwingungen, bis sich eine harmonische Schwingung ergeben hat. Bei dieser zhlt man dann die

lenknoten

Wel-

- diese Anzahl ergibt den Faktor

k.

Die Frequenz

f,

mit der das Messingrohr

schwingt, muss man so herausnden wie in Kapitel B.2. Schwingt das Messingrohr also, stellt man den Abstimmstopfen so ein, dass sich die Korksphne im Rohr wieder zu Hgelchen anordnen. Zwischen diesen misst man dann die Abstnde und damit . ber die schon vorher errechnete Schallgeschwindigkeit in Luft 2 c kann man so nach Formel B.1 einfach die Frequenz bestimmen, mit der die Luftsule schwingt. Sie ist genauso gro, wie die Frequenz, mit der das Messingrohr schwingt - in unserem Falle war

= 0, 1434m, fmess =

somit ergibt sich

365, 5 m 1 c s = = 2548, 8 2, 55kHz 0, 1434m s

(B.4)

ber die Zusammenhnge aus Formel B.1 und B.3 ergibt sich fr die Schallgeschwindigkeit in Messing bei einem Messingrohr der Lnge Wellenknoten (k digkeit

= 1)

mit der Frequenz

fmess

Lmess = 0.67m, das mit einem einzigen = 2548, 8Hz schwingt die Schallgeschwin(B.5)

cmess =

2 fmess Lmess 1 m = 2 2548, 8 0, 67m = 3415, 4 k s s

4 An der Stelle mit dem Kopplungskork zwar weniger, es handelt sich hier aber nicht um ein feste Ende,
weil der Kork so ausgelegt ist, die Bewegung des Messingrohres weiterzuleiten - er darf sie also nicht bremsen.

5 teilweise werden sie am Kopplungskork an die Luftsule abgegeben 6 an den beiden freien Enden Schwingungsbuche und in der Mitte ein Schwingungsknoten 7 also k = (1; 3; 5; ...)

100

B.4 Erregung mit Lautsprecher


Diese Berechnung war sehr przise - der Literaturwert liegt bei Abweichung von

3400 m , s

das ergibt eine

0, 45%.

keits

knoten. Das ist aber leicht zu erklren, weil es sich bei dem Kork ja immer noch um ein festes Ende handelt, das bei einer stehenden Welle eben immer einen Geschwindigkeitsknoten hervorruft. Gleichzeitig ist an der Stelle aber ein

Ironischerweise

bendet

sich

der

Kopplungskork

dabei

an

einem

Geschwindig-

Druckbauch. Das ist nun wieder leicht zu verste-

hen und auch bildhaft vorzustellen: Der Kopplungskork wandelt die Transversalwellen des Messingrohres in Longitudialwellen um. Dabei drckt er die direkt vor ihm liegende Luft abwechselnd zusammen (erzeugt also berdruck), um dann wieder beim Zurckweichen einen Unterdruck zu erzeugen (der die Teilchen wieder auseinander zieht). Die Teilchen direkt am Kork werden dabei aber wenig bewegt; sie geben praktisch nur den Druck weiter.

B.4 Erregung mit Lautsprecher


Nun werden beide Enden des Rohres frei gemacht und ein Lautsprecher wird vor eines der beiden oenen Enden positioniert. Er hat etwas Abstand zum Rohr, damit sich hier kein geschlossenenes Ende ergibt. Nun wird der Lautsprecher an einen Sinusgenerator angeschlossen und bei diesem wird die Frequenz so lange gendert, bis sich die bereits beobachteten Resonanzphenomne einstellen - bis der Kork sich also wieder in Hufchen anordnet. Ist das geschehen, wird die Frequenz mglichst przise gemessen - dazu verwendet man ein Mikrophon, das an ein Oszilloskop angeschlossen wird. Das Mikrophon kann man hinter dem zweiten oenen Ende des Rohes positionieren; auch wenn der Schall hier eigentlich in das Rohr zurck reektiert wird, werden stets gengend Luftteilchen in der Umgebung mit angeregt, um den Schall aus dem Rohr hinauszutragen. 1 833, 3Hz . Da de stehende Diese Messung ergab eine Frequenz von fanr = 0,0012s Welle hier aufgrund der Bedingung zweier loser Enden zustande gekommen ist, kann man Formel B.3 heranziehen, wobei diesmal alle positiven, ganzzahligen drfen.

Durch abzhlen der

Geschwindigkeitsbuche
k

erreicht werden

(also der Stellen, an denen

kein
9

Kork liegt) erhlt man den Faktor betrgt

- in unserem Falle ist

k = 2.

Die Lnge des Rohres

LRohr = 0, 43m.

Wir knnen hier die Umformung von Formel B.5 verwenden .

Es ergibt sich fr uns also:

cLuf t =

2 833, 3 1 0, 43m m m 2 f LRohr s = = 358, 319 358 k 2 s s 4, 4%

(B.6)

und damit eine Abweichung von

zum Literaturwert und eine Abweichung von

2, 2%
8k

zu dem Wert, den wir vorher errechnet hatten.

9 Die Formel aus den Bedingungen zwei oene Enden ist die selbe wie fr die Bedingungen zwei
geschlossene Enden.

= (1; 2; 3; ...)

101

B Versuche zur Schallgeschwindigkeit

B.5 Zusammenfassung
Fr die Schallgeschwindigkeiten haben wir also mit verschiedenen Mglichkeiten folgende Werte errechnet: Medium Luft Luft Messing Methode (Reexionsbedingungen) Stimmgabel, (oen, geschlossen) Lautsprecher (oen, oen) Erregerrohr (oen, oen) Wert Abweichung v. Literatur

366 m s 358 m s 3415 m s

6, 6% 4, 4% 0, 5%

Tabelle B.1: Zusammenstellung der Messergebnisse

Diese Ergebnisse zeigen, dass wir sehr przise gearbeitet haben. Die geringen Abweichungen lassen sich sicher dadurch erklren, dass wir bspw. die Lnge der Rhre nicht przise genug messen konnten - schlielich wird nicht die gesamte Rhre als Resonanzkrper verwendet; der Stopfen ragt ja etwas hinein. Ein weiteres Problem knnte sein, dass der Stopfen nicht hart genug war. Sowohl der Kopplungskork als auch der Abstimmstopfen sind aus Materialien, die sich minimal von der Luftsule mitbewegen lassen. Die Enden sind also nicht

100%ig

fest.

Auch die Beschriftung der Stimmgabel muss nicht vllig korrekt gewesen sein; schon kleine Abweichungen der tatschlichen Frequenz von der, die wir zur Berechnung verwendet haben, haben schon groe Auswirkungen. Darber hinaus muss der Literaturwert der Schallgeschwindigkeit nicht mit dem

schlichen

tat-

verschmutzt  sein, dass also Teile anderer Stoe enthalten sind, die die Schallgeschwindigkeit
tur, Luftfeuchtigkeit etc. einrechnen mssen, darber hinaus knnen die Medien  beeinussen knnen. Eine weitere Ungenauigkeit knnte sich dadurch ergeben, dass die von uns beobachtete Welle nicht unbedingt vllig

Wert bereinstimmen - eigentlich htte man Bedingungen wie Tempera-

stehend

war. Mglicherweise knnen die Resonanzpheno-

mne teilweise schon beobachtet werden, wenn die Resonanz nicht perfekt ist, und wir haben schon bei solchen nicht perfekten Zustnden die Messwerte genommen.

102

C Versuche zu Ultraschall I
C.1 Beugung am Doppelspalt
C.1.1 Versuch
Vor einen Doppelspalt aus Plastik wird eine Ultraschallsender in ca.

20cm

Abstand

zwischen den beiden Spalten positioniert. Dies dient dazu, dass die Schallwellen, die auf die Spalte treen eine feste Phasenbeziehung haben - steht der Sender genau zwischen den beiden Spalten (das wre der Idealzustand), haben die Schallwellen, die von den Spalten ausgehen die Phasendierenz

= 0. a = 25cm1
halb-

Hinter dem Doppelspalt wird nun ein Mikrophon im Abstand von

kreisfrmig bewegt . ber ein Oszilloskop wird berwacht, was das Mikrophon empfngt. Erkennt man auf dem Oszilloskop ein Minimum der vom Mikrophon registrierten Schallwellen , so misst man den Winkel

den der Lautsprecher zu einer gedachten Geraden

senkrecht zum Doppelspalt durch den Mittelpunkt der Doppelspalte einschliet. Dann gilt es, die Eigenfrequenz des Mikrophons zu ermitteln; oensichtlich nimmt es Frequenzen innerhalb eines kleinen Bereiches wesentlich besser war. Dazu wird das Mikrophon direkt vor den Lautsprecher gestellt und am Frequenzgenerator wird so lange de Frequenz verstellt, bis das Oszilloskop einen maximalen Ausschlag anzeigt. Bei uns ergab sich das fr eine am Oszilloskop ablesbare Periodendauer von 1 = 41 2 kHz . ber den Zusammenhang einer Frequenz von f = T 3

T = 24s;

also bei

c=
ergab sich da

=f T 8, 16mm.

(C.1)

c = 340 m s

eine Wellenlnge von

C.1.2 Beobachtungen
Lokale Maxima, bei denen der Ausschlag kleiner ist als in ihrer Umgebung, nden sich fr folgende Winkel:

= {0o ; 11o ; 20o ; 27o ; 40o ; 50o ; 61o }


1 Gemessen zum Mittelpunkt zwischen den beiden Spalten 2 Dabei muss man sehr vorsichtig vorgehen, weil schon die Bewegung des Mikrophons zu Einer vernderten Anzeige fhrt; przise Messungen knnen so nur bei werden.

ruhendem Mikrophon vorgenommen

3 Eigentlich Minimum an registriertem

Druck ; schlielich ist das Mikrophon druckempndlich.

103

C Versuche zu Ultraschall I

Abbildung C.1: Aufbau des Doppelspaltversuchs

Je grer der Winkel

dabei ist, desto weniger Eindeutig ist das Maximum - also umso

kleiner sind die im Oszilloskop beobachteten Wellenhhen .

C.1.3 Auswertung
Maxima ergeben sich berall dort, wo der Gangunterschied der beiden von den Doppelspalten weglaufenden Wellen

= k k = (0; 1; 2; ...) = 0;

(C.2)

betrgt; an dieser Stelle haben die beiden Wellen, die von den Spalten ausgehen und sich zur gemessenen Welle addieren den Phasenunterschied es gilt nmlich

= 2
somit logischerweise die maximale durch Addition erreichbare Lnge hat. In unserem Versuch gilt der Zusammenhang

(C.3)

Im Zeigermodell addieren sich somit zwei parallele Zeiger zu einem resultierenden, der

nherungsweise. Somit haben die

im Mikrophon eintreenden Schallwellen einen nahezu parallelen Weg zurckgelegt und somit kann man nherungsweise sagen, dass gilt:

= g sin()
4 Wellen, die man im Oszilloskop sieht

(C.4)

104

C.1 Beugung am Doppelspalt


k
0 1 2 3 4 5 6

k errechnet
0 8,53 17,26 26,43 36,4 47,89 62,9

o [ ]

k gemessen
0 11 20 27 40 50 61

o [ ]

prozentualeAbweichung
0 -28,92 -15,87 -2,16 -9,88 -4,41 3,01

Tabelle C.1: Vergleich gemessener und errechneter Werte fr

k
1 2 3 4 5 6

k gemessen
11 20 27 40 50 61

o [ ]

k errechnet
10,49 9,41 8,32 8,84 8,43 8,02

[mm]

P rozentualeAbweichung
-28,61 -15,26 -2 -8,31 -3,27 1,75

Tabelle C.2: Vergleich gemessener und errechneter Werte fr

Da sich die Gangunterschiede, bei denen sich Maxima ergeben nach Formel C.2 berechnen lassen, kann man Formel C.4 und Formel C.2 kombinieren und es ergibt sich die sog. Fraunhofer Nherung (siehe Kap. C.1.5 auf S. 106):

g sin() = k asin
Danach ergeben sich fr Maxima

k g

k = (0; 1; 2; ...)

(C.5)

k.

Ordnung die Winkel in Tabelle C.1 auf S. 105

Fr die von uns gemessenen Winkel ergeben sich so bei den einzelnen Maxima die Wellenlngen in Tabelle C.2 auf S. 105 Es ergeben sich also besonders fr groe Winkel eine groe bereinstimmung der gemessenen und errechneten Werte.

C.1.4 Mgliche Erklrungen fr die Abweichungen


Mglichkeiten fr die Abweichungen knnen sein:

Winkel

Die Winkel mussten mit einem Geodreieck abgemessen werden und es war leider

zu kurz, um die Punkte, zwischen denen gemessen werden musste zu erreichen. Es musste also mehr oder weniger geschtzt werden.

Bestimmung der Punkte

Es war nicht ganz klar, zwischen welchen Punkten der Win-

kel berhaupt zu messen war; schlielich htte man den soliden Fu des Mikrophons unsichtbar und durchlssig machen mssen, um ihn zu erreichen...

105

C Versuche zu Ultraschall I

Bestimmung eines Maximums


handelte oder nicht.

Bei der Entscheidung, ob es sich an entsprechender

Stelle um ein Maximum handelte oder nicht hatte man bei der Untersuchung viel eignende Ermessensspielraum, ob es sich an besagter Stelle sicher um ein Maximum

Wellenlnge

Die Wellenlnge haben wir errechnet in dem wir die Periodendauer vom

Oszilloskop abgelesen haben - hier sind falsche Ablesungen mglich - auerden m verwendet, die haben wir die standardisierte Schallgeschwindigkeit c = 340 s aber bei uns sicher nicht galt (schlielich ist sie temperaturabhngig).

Fraunhofer Nherung
klein...

Die Fraunhofer-Nherung gilt eigentlich nur fr sehr groe

Abstnde von Mikrophon und Doppelspalt; mglicherweise war der unsrige zu

C.1.5 Fraunhofer-Nherung
Gilt bei der Beugung am Doppelspalt

a a
Winkel

g dk

(C.6) (C.7)

so kann man sich einigen Rechenaufwand sparen. Durch Formel C.6 ist nmlich der

nicht nur unter der Linie vom Punkt zwischen den Spalten zum Punkt auf

den Leuchtschirm und der Horizontalen zu nden sondern auch nherungsweise zwischen den beiden Lichtstrahlen und einer gedachten Waagerechten. Auerdem sind die beiden Lichtstrahlen dadurch praktisch parallel und (nur) deswegen kann man den Winkel ergibt sich ein hnliches Dreieck

direkt an den Spalten wiedernden (S. Skizze in Abbildung C.2 auf Seite 107). Dadurch

und so kann man hier auch den Gangunterschied

wiedernden (in der Skizze fett). Dadurch ergibt sich

= g sin(k )
Bei geraden Schirmen kann man nun noch weiter vereinfachen. Der Abstand den geometrischen Zusammenhang

(C.8)

dk

ist ber

dk = tan(k ) dk = a tan(k ) a
gegeben. Fr

(C.9)

sehr kleine

Winkel

gilt (C.10) gilt. Stimmt das

sin(k ) k tan(k )
Und diese kleinen Winkel werden erreicht, wenn

dk

nicht,

so ist

diese zweite Vereinfachung nicht zulssig. Gilt sie doch, so gilt weiter

5 Der Winkel

und ein rechter Winkel ndet sich sowohl in den kleinen Dreieck am Doppelspalt (in

der Skizze teilweise. fein gestrichelt und fett) als auch in dem Dreieck, mit dem (in der Skizze gestrichelt).

bestimmt wird

106

C.2 Reektion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - A

Abbildung C.2: Skizze zum Versuchsaufbau zur

Beugung am Doppelspalt

bei geradem

Bildschirm zur Erklrung der Fraunhofer-Nherung

Fr ein Maximum

k.

Ordnung gilt nherungsweise

=g

dk = k k = (0; 1; 2; 3; . . .) a k.
Ordnung

(C.11)

und dementsprechend gilt fr ein Minimum

=g

dk =k a 2

k = (1; 2; 3; . . .)

(C.12)

C.2 Reektion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte -A


C.2.1 Versuch
Mikrophon und Lautsprecher werden nebeneinander vor eine Lochplatte gestellt, hinter der eine feste Metallplatte ist. Nun verschiebt man die feste Metallplatte in und entgegen der Richtung zur Lochplatte.

C.2.2 Beobachtung
Verschiebt man die feste Metallplatte in und entgegen der Richtung zur Lochplatte, so beobachtet man im Oszilloskop abwechselnd Minima und Maxima. Bei unserem Aufbau ergaben sich Maxima bei Abstnden

der Platten voneinander:

d = {3, 0cm; 3, 75cm; 4, 0cm; 4, 7cm; 5, 3cm; 5, 8cm; 6, 3cm; 6, 8cm}


Es ergeben sich dabei jedoch nie absolute Minima - also eine gerade Linie auf dem Oszilloskop.

107

C Versuche zu Ultraschall I

Abbildung C.3: Aufbau des Versuchs ber Reexion an einer halbdurchlssigen Lochplatte.

C.2.3 Auswertung
Die Minima und Maxima ergaben sich durch Interferenz. In Abbildung C.3 Sind die Wege des Schalls von Lautsprecher zu Empfnger eingezeichnet (gestrichelt). Der Schall wird also teilweise von der Lochplatte reektiert und geht direkt weiter zum Mikrophon, teils kann der Schall aber auch durch die Lochplatte hindurch zur zweiten Wand von der er wieder reektiert wird.

Ein Teil dieses reektierten Schalls kann durch die Lcher

der Lochplatte wieder austreten. Diese Schallwellen addieren sich dann zu den direkt an der Lochplatte reektierten. Haben diese beiden Schallwellen wenn sie beim Mikrophon eintreen den Gangunterschied Maximum war, bei einem es ein Minimum. Bei diesem Aufbau ist der Gangunterschied die Strecke, die der Schall zwischen Lochplatte und Metallplatte verbringt, somit kommt es auch auf den Abstand zwischen Empfnger und Lautsprecher und deren Abstand von der Lochplatte an, wie lange der Schall zwischen den beiden Wnden Zeit verbringt . Da Lautsprecher und Empfnger aber sehr weit von den Platten entfernt sind, nahe beieinander stehen und die Lcher der Lochplatte sehr nahe aneinander liegen, kann man nherungsweise davon ausgehen, dass die

= k k = (0; 1; 2; ...) so nimmt das Mikrophon ein k = (0; 1; 2; ...) registriert Gangunterschied von = k + 2

6 Beide Reexionen erfolgen 7 also welche Strecke

ohne Phasensprung

8 Je weiter Sender und Empfnger voneinander entfernt sind, desto grer wird der Reexionswinkel
und desto lnger ist die Strecke des Schalls zwischen den Platten. Der selbe Eekt ergibt sich, wenn Sender und Empfnger nher bei den Platten sind.

108

C.2 Reektion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - A


k
9 10 11 12 13 14 15 16

[mm]

[mm]

prozentualeAbweichung
18,3 8,09 10,87 4 0,08 -1,54 -2,94 -4,17

30 37,5 40 47 53 58 63 68

6,67 7,5 7,27 7,83 8,15 8,29 8,4 8,5

Tabelle C.3: Aus unseren Verschiebungen

errechnete Wellenlngen und deren prozen-

tuale Abweichung vom anfangs bestimmten Wert

Schallwellen senkrecht auf die Lochplatte fallen und ebenso senkrecht reektiert werden. Somit darf man sagen, dass

=2d
nherungsweise gilt.

(C.13)

Somit knnte man die Wellenlnge des Schalls ber den Zusammenhang berechnen

2 d = k k = (0; 1; 2; ...)
Problematischerweise kann man ber das

(C.14)

man bedingt durch den Versuchsaufbau nicht

4mm

Abstand) geschweigedenn den

k hierbei keine genauen Aussagen machen, weil d fr k = 1 einstellen kann (das wren Abstand d = 0. Um zu erkennen, fr welche k man = 3cm) k = k0
zugeordnet, dem nchsten

also Maxima aufgezeichnet hat, wurden die Entsprechenden Wellenlngen ausgerechnet; dabei wurde unserem ersten Messwert (d Messwert

k = k0 + 1

usw. Daraus wurden die jeweils resultierenden Wellenlngen be-

rechnet und von diesen dann die Abweichung voneinander. Nun wurde der Wert gab sich fr Fr

k0

so

lange verndert, bis die Abweichung der errechneten Wellenlngen minimal war; das er-

k0 = 9.

In Tabelle C.3 auf S. 109 ist zusammengefasst, was sich fr unsere

Messwerte somit ergibt.

k = 13

wurde die Wellenlnge sehr genau bestimmt. Es ist hier ersichtlich, dass

bei greren Abstnden

die Abweichung verhltnismig kleiner ist, als bei kleineren

Abstnden; ein kleiner Messfehler beim Abstand wird einerseits durch eine grere Zahl

geteilt und macht andererseits nur einen kleineren Prozentsatz von der gemessenen

Lnge aus. Auerdem fllt der verflschende Anteil der Nherung geringer aus, je grer die Plattenabstnde sind.

C.2.4 Reektionsanteil - A
Ein totales Minimum kann man nur dann beobachten, wenn die beim Mikrophon einlaufende Welle

9 Der Schall muss den Abstand

doppelt berwinden (hin und zurck); daher die

109

C Versuche zu Ultraschall I
a) einen Gangunterschied von

hat und 2

b) genau die gleiche Amplitude. Reektiert die Lochplatte

40%

des Schalls direkt, so drfte das vermutlich nicht rei-

chen, damit sich ein absolutes Minimum bilden kann; schlielich werden von den die die Lochplatte passieren nach der Reexion nochmal geworfen. Bei einer anfnglichen Intensitt von direkt und

60%,

40%

zur Metallplatte zurck-

I0

erreichen also

0, 4 I0

das Mikrophon

0, 6 0, 4 I0 = 0, 24 I0

erreichen das Mikrophon ber eine einzige Reektion

an der Metallplatte; also nur etwas mehr als die Hlfte. Was hierbei nicht einbezogen ist, sind 1. Der Schall verliert an Intensitt, wenn er sich ausbreitet (reziprok kubisch). Da der Abstand

2 d = ,

den der Schall auf seinem weiteren Weg zustzlich nehmen

muss, verhltnismig klein ist, drfte das nicht weiter ins Gewicht fallen. 2. Mglicherweise ergeben sich zwischen Loch- und Metallplatte Interferenzphnomene (bspw. eine Stehende Welle), die dann mehr reektieren kann wenn sie eine Weile angeregt wurde 3. Der Schall, der einmal an der Metallwand reektiert wurde und von der Lochplatte wieder zurckgeworfen wird, tritt nach einer erneuten Reektion zu aus; es treten also aus und somit tritt nach

60%

wieder

0, 6 0, 4 0, 6 I0 = 0, 114 I0 im nchsten Zyklus zustzlich n Zyklen Die Intensitt 0, 4n 0, 6n I0 aus; Integriert 40%.

man diese Funktion, so ergibt sich eine maximal austretende Intensitt von ca.

0, 316 I0 ,

somit also immer noch weniger als die reektierten

C.2.5 Mgliche Erklrungen fr die Abweichung


Siehe hierzu auch Kap. C.1.4 auf S. 105

Wellenlnge Abstand

Mglicherweise wurde die Wellenlnge nicht przise bestimmt; einmal

durch Ablesefehler am Oszilloskop oder durch Verwendung der falschen Schallgeschwindigkeit Der Abstand wurde vermutlich nicht genau gemessen; schlielich kam es hier-

bei auf Millimeter an und man konnte ein Lineal nicht sinnvoll anlegen...

Maxima bestimmen Es war nicht eindeutig, wann genau man ein Maxima antraf Nherung Es gilt bei den Werten zu bedenken, dass die errechneten Werte nur aus einer
Nhrungsformel
bestimmt wurden. Schlielich taucht in den Berechnungen weder der Abstand Mikrophon-Lautsprecher noch der Abstand Mikrophon-Lochplatte oder der Abstand der Lcher der Lochplatte auf. Mglicherweise wrden unsere Messwerte mit einer przieseren Berechnung exaktere Ergebnisse liefern.

Parallelitt

Mglicherweise waren die beiden Platten nicht vollkommen parallel ausge-

richtet oder waren uneben; so ergibt sich logischerweise unterschiedliche Abstnde zwischen den Platten an verschiedenen Orgen.

110

C.3 Reekion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - B

Abbildung C.4: Versuchsaufbau zur Bestimmung der Wellenlnge durch teilweise Refelxion an einer Lochplatte (Zur Zeichenerklrung siehe Abb. C.3, S. 108)

C.3 Reekion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte -B


C.3.1 Versuch
Auf eine schrge Lochplatte werden Schallwellen geworfen. Sie werden teilweise nach unten

10

reektiert, knnen auch teilweise nach rechts weiterlaufen. Sowohl unten als

auch rechts stehen Metallplatten senkrecht zur Ausbreitungsrichtung des Schalls und reektieren diesen. ber der Lochplatte bendet sich ein an ein Oszilloskop angeschlossenes Mikrophon, mit dem man die Intensitt der Schallwellen

11

bestimmen kann. Die

Schallwellen die rechts reektiert wurden knnen zum Mikrophon reektiert werden, die Schallwellen von unten knnen die Lochplatte zum Mikrophon passieren. Eine der beiden Metallplatten (in unserem Aufbau die untere) lsst sich dabei parallel zur Schallausbreitungsrichtung verschieben. Immer wenn man am Oszilloskop ein Maximum erkennen kann, misst man, wie weit diese Platte verschoben wurde.

10 Richtungsangaben beziehen sich auf die Skizze in Abb. C.4 auf S. 111 11 das Mikrophon ist druckempndlich

111

C Versuche zu Ultraschall I

C.3.2 Beobachtungen
Es ergeben sich auf dem Oszilloskop abwechselnd Minima und Maxima; die Minima sind manchmal fast nur eine Gerade auf dem Oszilloskop. Bei den Abstnden Schirm:

d von einer beliebigen Ausgangslage erkennt man Maxima auf dem

d = {0mm; 6, 5mm; 9mm; 12mm; 23mm; 25mm; 30mm; 37mm; 41mm; 46mm; 50mm}

C.3.3 Auswertung
Die Maxima ergeben sich wieder bei einem Gangungerschied der Schallwellen von

k k = (0; 1; 2; ..).
Weg B

12

Bei der Reektion an der Lochplatte nimmt eine Schallwelle den

, die andere den Weg C; vorher nehmen sie einhellig den Weg A. Nachdem die

Schallwellen an den Metallplatten reektiert wurden, nehmen sie nach anschlieender Reektion bzw. Passierung

13

der Lochplatte wieder einhellig den Weg D. Auf diesem

kommt es nun zu berlagerungen. Den Gangunterschied kann man also berechnen, indem man jeweils das Doppelte der Strecken B und C voneinander abzieht (k ) ist dabei nicht von Bedeutung. Wir mussten die Metallplatte durchschnittlich um Faktor somit

14

. In der Nullstellung (d

= 0mm) ist dieser Gang15

unterschied oenslichtlich ein Ganzzahliges Vielfaches der Wellenlnge; welches Vielfache

d1 = 4, 33mm

bewegen

. Um den

k um eins zu erhhen wurde die Platte also durchschnittlich um 4, 33mm bewegt; haben wir durchschnittlich einen Gangunterschied von 2 4, 33mm = 8, 66mm

erzeugt. Da wir immer von Maximum zu Maximum gemenssen haben, msste dieser Gagnunterschied mit der Wellenlnge des Schalls bereinstimmen. In der Tat haben wir eine Abweichung von ca.

6, 1%

zu verzeichnen.

C.3.4 Mgliche Erklrungen fr die Abweichung


Siehe hierzu auch Kap. C.1.4 auf S. 105 und Kap. C.2.5 auf S. 110.

Neigung

Mglicherweise war die Lochplatte nicht genau im

45o

Winkel zu den reek-

tierenden Platten geneigt.

C.3.5 Reektionsanteil - B
Vgl. Argumentation in Kap. C.2.4 auf S. 109 Bei diesem Versuch wird von einer Ausgangsintensitt von diesen

I0 40%

nach unten reektiert,

40%

knnen

60%

die Lochplatte passieren, der Rest wird in Richtung des

12 Bezogen auf die Skizze in Abb. C.4 auf S. 111 13 Der Akt des Hindurchgelangens ohne Reektion

14 Das Doppelte deswegen, weil der Schall ja sowohl den Weg hin als auch zurck nehmen muss. 15 Dabei sind die Werte in zwei Gruppen aufgeteilt; bis einschl. 12mm und ab 23mm - hier wurden
oensichtlich einzelne Werte bersprungen

112

C.3 Reekion an einer Halbdurchlssigen Lochplatte - B


Lautsprechers zurckgeworfen. ber die Untere Platte gelangen also an das Mikrophon. Passiert der Schall anfangs die Lochplatte, so nehmen diesen Platte gelangen also

0, 40, 6I0 = 0, 24I0

60%

davon den Weg C. Von

60% werden anschlieend 40% in Richtung des Mikrophons reektiert. ber diese 0, 6 0, 4 I0 = 0, 24 I0 an das Mikrophon.

Da aus beiden Schallwegen die selbe Intensitt (und damit der selbe Druck) ans Mikrophon gelangt, ist es mglich, dass sich bei einem Gangunterschied von = k + k = (0; 1; 2; ...) die Wellen vllig auslschen; es ergibt sich also ein absolutes Minimum. 2 Dieses Absolute Minimum ist mit dem Aufbau in Kap. C.2.1 auf S. 107 nicht erreichbar. Es gilt jedoch zu beachten, dass folgender Aspekt

nicht

bercksichtigt wurde:

Der Schall verliert bei seiner Ausbreitung an Intensitt (reziprok kubisch). Ist also eine der beiden Strecken B oder C deutlich lnger, so drfte diese Abnahme schon dazu fhren, dass sich kein absolutes Minimum mehr bilden kann.

113

D Versuche zu Ultraschall II
D.1 Interferenz zweier Ultraschallwellen
D.1.1 Versuch
Zwei baugleiche Lautsprecher werden im Abstand

g = 10cm

voneinander parallel zu-

einander aufgestellt. Sie werden vom selben Sinusgenerator angesteuert und senden somit gleichphasige Schallwellen der gleichen Frequenz und Amplitude aus. Im Abstand

a = 70cm

senkrecht zur gedachten Verbindung der beiden Lautsprecher wird ein Mi-

krophon parallel zu der gedachten Verbindung um den Betrag Druck es erfhrt. ( Abb. D.1, S. 114)

seitlich bewegt. Das

Mikrophon ist druckempndlich und auf einem Oszilloskop wird ausgegeben, welchen

Um die Wellenlnge des Ultraschalls zu ermitteln, stellt man das Mikrophon kurz vor einen der beiden Lautsprecher (der andere wird abgeschaltet) und verndert so lange die Frequenz am Sinusgenerator, bis die Amplitude auf dem Oszilloskop maximal wird. Frequenz Auf dem Oszilloskop liest man die Periodendauer T 1 = 41kHz . ber den Zusammenhang f=T

= 24, 4s

ab. Somit betrgt die

c=
ergibt sich da

=f T 8, 30mm.

(D.1)

c = 340 m s

eine Wellenlnge von

Abbildung D.1: Versuchsaufbau zum Interferenzversuch

114

D.1 Interferenz zweier Ultraschallwellen

D.1.2 Beobachtung
Bewegt man das Mikrophon, so ergeben sich abwechselnd Minima und Maxima auf dem Oszilloskop. Maxima sind anzutreen bei

dmax = {0cm; 5, 5cm; 11, 5cm; 17, 5cm}


und Minima sind anzutreen bei

dmin = {3cm; 9cm; 15cm}


Vertauscht man die Anschlsse an einem der beiden Lautsprecher, so erhlt man dort, wo vorher Maxima waren nun Minima und andersherum entsprechend.

D.1.3 Auswertung
Siehe auch vorhergehendes Praktikum  viele Rechnungen werden dort ausfhrlich erklrt und hier nur noch angewendet...

Wellenlnge
Da

ist, darf man in diesem Fall die erste Fraunhofer-Nherung anwenden

(siehe dazu Praktikum 9). Die zweite Fraunhofer-Nherung darf man jedoch nicht o mehr anwenden, sich fr groe Abstnde d Winkel ber 5 ergeben:

= atan
Man muss also fr jeden Abstand

d a dk

= atan

17, 5 70

14o k
ausrechnen

den Zugehrigen Winkel

k = atan

d a
einsetzen

(D.2)

und diesen dann in die Formel fr den Gangunterschied

= g sin(k )
ber die Bedingungen fr ein Maximum am betreenden Punkt

(D.3)

= k k = (0; 1; 2; ...)
bzw. fr ein Minimum

(D.4)

=k+

k = (0; 1; 2; ...) 2
aust.

(D.5)

kann man die Formeln zusammenfassen, indem man Formel D.2 in Formel D.3 einsetzt, diese mit Formel D.4 bzw. Formel D.5 gleichsetzt und nach

115

D Versuche zu Ultraschall II
k
0 1 2

d
5 9

[cm]

o [ ]

[cm]

[cm]

prozentuale Abweichung 71,68 2,43 0,98

4,09 7,33 12,09

0,71 1,28 2,1

1,42 0,85 0,84

15

Tabelle D.1: Berechnung der Wellenlnge aus den Werten fr Minima

k
0 1 2 3

d
0

[cm]

o [ ]

[cm]

[cm]

prozentuale Abweichung 0 -5,63 -2,34 -2,6

5,5 11,5 17,5

4,49 9,33 14,04

0,78 1,62 2,43

0,78 0,81 0,81

Tabelle D.2: Berechnung der Wellenlnge aus den Werten fr Maxima

Fr uns ergibt sich so fr Maxima:

k,max
und fr Minima

g sin atan = k g sin atan k + 0, 5

d a

(D.6)

k,min =

d a

(D.7)

Die Werte die sich nach der Fraunhofer-Nherung ergeben, werden in Tabelle D.1 auf S. 116 aufgefhrt (fr die Minima) und in Tabelle D.2 auf S. 116 (fr die Maxima). Es ergibt sich eine schreckliche Abweichungen von

71, 68%.

Erstaunlicherweise liegen

jedoch die anderen Werte sehr nahe beieinander. Das lsst schlieen, dass die allererste Messung (in Tabelle D.1) ein Ausrutscher ist. Schlielich wird die Wellenlnge bei diesem Verfahren

ohne

den Ausrutscher im Mittel mit bei einer Varianz von

Abweichung von

1, 2%)

= 8, 2mm berechnet 2 lediglich V () = 0, 07mm .

(also eine

Vertauschung der Anschlsse


Als die beiden Anschlsse vertauscht wurden kehrten sich Minima und Maxima um, weil die Sender nicht mehr in Phase schwangen ( (

= 0),

sondern genau gegenphasig

= );

schlielich wurde durch die umgedrehte Polung der Stromuss in der Spule

des Lautsprechers genau in die Gegenrichtung (bezogen sowohl auf den frheren Zustand als auch auf den anderen Lausprecher) erwirkt. Wo bei ehemaliger Polung also ein Magnetfeld so aufgebaut wurde, dass die Membran angezogen wurde wurde nun ein genau gegenluges Magnetfeld aufgebaut, welches die Membran abstie und somit einen berdruck anstatt eines Unterdrucks erzeugte.

zustz2 lich zurcklegen bis sie in Phase mit der gerade am anderen Lautsprecher ausgehenden
Die Schallwelle eines der beiden Lautsprecher musste somit also die Strecke Welle war. Die Wellen hatten also direkt bei der Erzeugung eine Phasendierenz von

116

D.2 Radarfalleneekt

Abbildung D.2: Versuchsaufbau zum Versuch zum Radarfalleneekt

und damit auf der Geraden mit stets dem selben Abstand zu beiden Laut sprechern (MiSe) stets einen Gangunterschied von = . Auf dieser Gerade lag somit 2 stets ein Minimum. Da zwischen einem registrierten Minimum und einem Maximum die Phasendierenz sich stets verndert - und zwar von

bis

= 0;

also um genau

- hatten logischerweise die Punkte an denen vorher ein Minimum lag nun ein Maxi-

mum, weil die Phasendierenz zwischen der MiSe und dem Vorherigen Minimum sich um

nderte; jetzt ebenso, und damit bei gegenphasig schwingenden Lautsprechern die

Phasendierenz auf (ein ganzzahliges Vielfaches von) um ein Gangunterschied von verantwortlich ist. :-)

erhht wurde, woraus wieder-

=0

resultierte, der fr das Entstehen eines Maximums

D.2 Radarfalleneekt
Eine Radarfalle misst auf diese Art die Geschwindigkeit von Verkehrsteilnehmern

D.2.1 Versuch
Auf einem Wagen, der mit der Geschwindigkeit der mit einer konstanten Spannung von

v0 von einem Elektromotor bewegt wird, U = 0, 4V betrieben wird, ist eine Platte senk-

recht zur Fahrtrichtung montiert. Hinter dem Wagen wird ein Lautsprecher aufgestellt und vor dem Lautsprecher ein Mikrophon, das an ein Oszilloskop gekoppelt ist. Mit dem Oszilloskop wird gemessen, wie oft (n) in einer bestimmten Zeit registriert wird. ( Abb. D.2, S. 117) Wie in Kapitel D.1.1 auf S. 114 muss zuerst wieder die Wellenlnge bestimmt werden. In diesem Falle ergibt sich eine Periodendauer von D.1 die Wellenlnge

t0

ein Druckbauch

T = 8, 75s

und somit nach Formel

= 5, 95mm.

117

D Versuche zu Ultraschall II
t
[sek] 37 17

n
68 30

mm ] s 5,47
[ 5,25

prozentuale Abweichung 4,3 -2,8

Tabelle D.3: Messwerte zum Versuch des Radarfalleneekts

D.2.2 Beobachtung
Das Mikrophon registriert abwechselnd Druckminima und -maxima. In Tabelle D.3 auf S. 118 sind die Messwerte der verschiedenen Durchlufe festgehalten.

D.2.3 Auswertung
Whrend sich der Wagen bewegt, ergibt sich stndig eine stehende Welle aus der zum Wagen hinlaufenden Welle und der vom Wagen reektierten Welle. Dabei wird der Schalldruck an der Platte des Wagens stets ohne Phasensprung reektiert und somit bildet sich an der Platte des Wagens stets ein Druckbauch. Von Druckbauch zu Druck bauch liegt der Abstand . Zwischen den Druckbuchen liegen Druckknoten, ebenfalls 2 im Abstand . 2 Misst man mit dem Oszilloskop in der Zeit t0 also n Druckknoten, so hat sich der Wagen dabei um s0 = n bewegt, woraus sich die Geschwindigkeit 2

n s0 2 = v0 = t0 t0

[v0 ] =

mm s

(D.8)

errechnen lsst. Fhrt man diese Rechnung fr unsere Messwerte durch, so erhlt man die Ergebnisse, wie sie in Tabelle D.3 auf S. 118 aufgefhrt sind. festgehalten sind. Zur Kontrolle wurde die Geschwindigkeit ebenfalls bestimmt, indem die Zeit

t1

gemessen wurde, die das Fahrzeug braucht, um de Strecke

s1 = 20cm

zu

berwinden. Demnach ist

v1 =

s1 mm 20cm 5, 4 = t1 37sek s

Die Abweichung unserer Werte ist ebenfalls in der Tabelle zu nden. Als Durchschnittswert fr die aus unseren Messwerten berechnete Geschwindigkeit ergibt sich , was mit einer Abweichung von 0, 9% als sehr prziese anv0,durchschnitt = 5, 35 mm s gesehen werden kann. Mgliche Ursachen fr die Abweichung knnten sein:

verzhlen bei Minima Zeit stoppen


20cm

Es ist bei dem Versuchsaufbau sehr einfach, dass man sich bei

den Minima verzhlt, weil sie so schnell auftraten und wieder verschwanden. Auerdem musste man die Zeit, die der Wagen fr die durchfahrenen

von Hand mglichst genau stoppen bzw. fr das Durchlaufen der Minima,

wobei ja immer reaktionsbedingte und augenmabedingte

Fehler einschleichen.

1 Man konnte das Maband nicht direkt an das Fahrzeug anlegen

118

D.3 Beugung am Gitter

Abbildung D.3: Versuchsaufbau zu Beugung am Gitter

Unregelmige Fahrt

Auerdem ist nicht auszuschlieen, dass der Wagen nicht ganz

regelmig auf der Schiene fuhr bzw. das Seil, welches sein Gegengewicht hielt nicht ganz regelmig durch die Halterung rutschte.

D.3 Beugung am Gitter


D.3.1 Versuch
Hinter einem Gitter mit der Gitterkonstanten

g = 3cm

wird ein Lautsprecher, der von

einem Sinusgenerator betrieben wird, aufgestellt. In einem festen Abstand

a = 25cm vom

Gittermittelpunkt wird hinter dem Gitter ein Mikrophon halbkreisfrmig bewegt. Das Mikrophon ist an ein Oszilloskop angeschlossen. Es registriert die Druckvernderungen. Erkennt man auf dem Oszilloskop ein Druckmaximum, so misst man den Winkel, den das Mikrophon von einer gedachten Senkrechten zum Gitter durch den Gittermittelpunkt berstrichen hat. ( Abb. D.3, S. 119) Beim bestimmen der Wellenlnge ergab sich eine Periodendauer von damit eine Wellenlnge von

T = 21s

und

= 7, 14mm.

D.3.2 Beobachtungen
In unserem Versuch ergaben sich Druckmaxima fr

k = {0o ; 12o ; 28o ; 58o }

119

D Versuche zu Ultraschall II
k
0 1 2 3

o [ ]

[mm]

prozentuale Abweichung 0 -12,64 -1,37 18,77

12 28 58

6,24 7,04 8,48

Tabelle D.4: Berechnungen fr die Wellenlnge bei Beugung am Gitter

D.3.3 Auswertung
Auch in diesem Falle darf man die erste Fraunhofer-Nherung anwenden (siehe Kap. D.1.3 auf S. 115), da

gilt. Somit kann man die Wellenlnge berechnen, indem

man Formel D.3 mit Formel D.4 gleichsetzt und nach

aust:

k =

g sin(k ) k

(D.9)

In Tabelle D.4 auf S. 120 sind die Ergebnisse der Rechnung mit der jeweiligen Abweichung von der Realitt aufgefhrt. Durchschnittlich ergibt sich bei unserer Messung eine 2 Wellenlnge von durchschnitt = 7, 25mm bei einer Varianz von V () = 1, 29mm und so mit einer Standardabweichung von

= 1, 14mm.

Grnde fr die Abweichung knnen sein (vgl. und siehe Praktikum 9):

Winkelmessen

Die Winkel mussten mit einem zu kurzen Geodreieck gemessen oder

besser abgeschtzt werden

Punkte ausmachen

Es war nicht ohne weiteres mglich, die Punkte, zwischen denen die

Winkel zu messen waren, auszumachen, weil dort, wo sie theoretisch sein mssten, das Stativmaterial war

Frequenz bestimmen

Die Frequenz bzw. Periodendauer zu bestimmen war nicht ganz

einfach; es mussten wieder Striche auf dem Oszilloskop gezhlt werden, aber manchmal war der Strahl auf dem Oszilloskop breiter aber auch so lie sich die Periodendauer nicht besonders przise ablesen, weil die Skala (die Markierungen auf dem Oszilloskop) zu gro gewhlt war.

Maximum bestimmen

Es war nicht ganz einfach, eindeutig zu sagen, wann genau man

das Maximum erreicht bzw. schon ber- oder noch unterschritten hatte.

120

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums


E.1 Versuch
Zur Bestimmung des Planck

'schen Wirkungsquantums h bentigen wir die Wellenlnge


W.
ber lsst sich dann das Planck'sche Wirkungsquantum

bzw. Frequenz

untersuchten Lichts sowie die damit transportierte Energie

den Zusammenhang errechnen:

W = hf

h=

W f

(E.1)

Wir verwenden in unseren Versuchen Leuchtdioden. Einerseits weil ihr Licht weitgehend

monochromatisch

ist, andererseits aber auch, weil die abgestrahlte Energie dabei leicht

bestimmt werden kann.

E.1.1 Bestimmung der Abgestrahlten Energie


Bei Leuchtdioden muss jedes Elektron energetisch vom Valenzband auf ein Leitungsband angehoben werden. Von dort kann es wieder zurckfallen und bei diesem Zurckfallen ein Photon emittieren. Entscheidend ist dabei, dass ein Elektron eine bestimmte Mindestenergie braucht, um den

Bandwechsel

vollziehen zu knnen. Diese Mindestenergie

ist dann auch genau die Energie, die es wieder abgibt, wenn es vom energetisch hheren Leitungsband wieder in das Valenzband zurckfllt  unabhngig davon, mit wie viel Energie

hochgehievt

wurde.

Bestimmt man nun also die Energie, die zum Wechsel vom Valenz- ins Leitungsband von jedem Elektron aufgebracht werden muss, so ist diese Energie gleich der, die ein Elektron beim bergang vom Leitungs- ins Valenzband in Form eines Photons abgibt. Wird an eine Diode die Spannung

angelegt, so erhlt ein einzelnes Elektron die Energie

W =U e
Um nun die Energie zum Bandwechsel zu bestimmen, bestimmt man die

(E.2)

liche

kleinste mg-

Spannung

U,

bei der Elektronen den Wechsel ins Leiterband schaen. Dies u-

ert sich dann dadurch, dass die Diode berhaupt erst Strom leitet  unterhalb dieser Spannung sitzen die Elektronen ja im Valenzband fest. Aus diesem Grund wird diese Spannung auch als

Durchlassspannung UD

bezeichnet.

Praktisch verwendet man den in Abb. E.1 skizzierten Aufbau. Dabei wird eine Leuchtdiode ber einen Widerstand in Durchlassrichtung mit einer regelbaren Spannungsquelle

121

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums

Abbildung E.1: Aufbau um eine

I -U -Kennlinie

von Leuchtdioden aufzunehmen.

verbunden. Der ieende Strom wird gemessen ebenso wie die Spannung, die zwischen den Enden der Leuchtdiode  und damit auch innerhalb der Leuchtdiode  besteht. Die Spannung wird nun schrittweise erhht und die Werte fr Stromstrke und Spannung Tabelliert.

E.1.2 Bestimmung der Wellenlnge


Zur Bestimmung der Wellenlnge von Licht verwendet man die Beugung von Licht am Gitter. Eine Leuchtdiode sendet als Lichtquelle Licht aus, welches in einem Gitter gebeugt wird.

Hinter dem Gitter steht ein Beobachter. Auf seine Netzhaut fllt das gebegte
1

Licht. Nimmt das Auge ein Maximum wahr, so geht das Gehirn davon aus, dass das Licht des Maximums sich senkrecht zur Gitterebene ausgebreitet hat. Das Gehirn spiegelt dem Beobachter also vor, er she zwei erste Maxima links und rechts der Lichtquelle. In Abb. E.2 ist dies im unteren Teil zu sehen. Um nun aber die Wellenlnge von Licht bestimmen zu knnen, bentigt man theoretisch ein Maximum bekannter Ordnung auf einem Schirm. Der Schrim ist in diesem Falle unser Gehirn. Unterhalb der LED wird eine Schiene befestigt, auf der Klammern rechts und links befestigt sind. Diese werden so gestellt, dass sie die Maxima 1. Ordnung seitlich berhren. So kann man den Abstand zwischen den beiden Maxima festhalten. Als Distanz die Distanz den Abstand

vom Gitter zum Schirm im klassischen Versuch wird in diesem Aufbau

a2 vom Gitter zu der Schine mit den Klammern verwendet. Hier kann man d1 zwischen zwei Maxima 1. Ordnung abmessen  der Abstand vom Maxid1 . Dieses Licht wird also um den 2

mum 0. Ordnung zu einem 1. Ordnung betrgt somit

1 Wenn die Gitterstriche senkrecht verlaufen.

122

E.2 Messwerte
a1 a2

LED

Befestigung zur Bestimmung der Maxima 1. Ord.

Gitter

Beo bach ter

2d1

von uns gedachte Posi tion der Maxima

tatsaechliche Position der Maxima

Abbildung E.2: Versuchsaufbau zur Bestimmun der Wellenlnge von Licht

Winkel

gebeugt:

1 = arctan
Bei Licht darf man die Fraunhofer

d1 a
anwenden, weil

(E.3)

'sche Nherung

a2

gilt. Somit

ergibt sich fr ein Maximum 1. Ordnung unter den Winkel

die Wellenlnge

= g sin(1 ) = g sin arctan

d1 a

(E.4)

E.2 Messwerte
E.2.1 Ermittlung der Durchschlagspannung
Fr verschiedene Leuchtdioden kamen wir auf die in Tabelle E.1 auf S. 124zusammengestellten Ergebnisse. In Abb. E.3 auf S. 125 sind diese Werte zusammengefasst in Form von sog.

I-U-Kennlinien.

In Tabelle E.1(f ) auf S. 124 sind die einzelnen Durchschlag-

spannungen aufgelistet.

123

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums

Tabelle E.1: Messwerte zur Bestimmung der Durchschlagspannung der einzelnen Leuchtdioden
(a) Messwerte der blauen (b) Messwerte Leuchtdiode Leuchtdiode der grnen (c) Messwerte der gelben Leuchtdiode

I [mA] 0 0 0.01 1.18 2.04 2.98 5.31 6.92 8.04 10.18 10.98 12.05 13.03 13.51 14.16 15.02 15.14 17.37
(d) Messwerte

U [V] 0 1.6 1.64 3.26 3.34 3.39 3.47 3.51 3.54 3.58 3.59 3.62 3.63 3.64 3.65 3.66 3.66 3.7
der

I [mA] 0 0 1.38 3.31 5.35 7.5 9.29 10.6 13.12 14.7 16.51 18.5

U [V] 0 1.65 1.85 1.91 1.96 2 2.03 2.05 2.09 2.12 2.14 2.17

I [mA] 0 0 0.1 0.51 1.66 3.12 3.35 7.06 7.94 11.8 15.03 16.61 19.8

U [V] 0 1.52 1.65 1.71 1.77 1.82 1.83 1.91 1.93 2 2.05 1.98 2.12

roten (e) Messwerte der infraroten (f ) Durchschlagspannungen der Leuchtdiode einzelnen Leuchtdioden

Leuchtdiode

I [mA] 0 0 0.18 1.43 3.14 7.16 9.78 11.75 14.15 16.25 17.88

U [V] 0 1.3 1.46 1.55 1.58 1.61 1.62 1.63 1.64 1.65 1.65

I [mA] 0 0 0.17 0.67 1.54 2.57 3.57 5.71 6.3 8.18 12.86 13.95 14.97

U [V] 0 0.81 0.95 1.01 1.04 1.06 1.08 1.09 1.1 1.11 1.13 1.13 1.14

Farbe der LED Blau Grn Gelb Rot Infrarot

UD
1,6

[V]

1,65 1,52 1,3 0,81

124

E.2 Messwerte

I-U-Kennlinien verschiedener Leuchtdioden 20 18 16 14 Stromstaerke I im mA 12 10 8 6 4 2 0 0 0.5 1 1.5 2 Spannung U in V 2.5 3 3.5 4 Blau Gruen Gelb Rot Infrarot

Abbildung E.3: Die Daten aus Tabelle E.1 in einem Schaubild zusammengefasst.

125

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums

E.2.2 Bestimmung der Wellenlnge


Fr unseren Aufbau gilt (nach Abb. E.2):

a2 = 0, 80m = 80cm g = 1 105


Die Messwerte fr die einzelnen Abstnde sind in Tabelle E.2 festgehalten.

Farbe der LED Blau Grn Gelb Rot

d1
8,6cm 9,8cm 10,5cm 11,4cm

Tabelle E.2: Messwerte zur Bestimmung der Wellenlnge der einzelnen LEDs

E.3 Auswertung
Fr die einzelnen LEDs ergeben sich somit Energien (berechnet aus den Durchschlagspannungen aus Tab. E.1(f ) mit Gleichung E.2) und Wellenlngen (berechnet aus der Lage der Maxima und Gleichung E.4) wie sie in Tabelle E.3 festgehalten sind. Die Abweichung vom Literaturwert ist direkt dahinter angegeben  fr uns ergibt sich also eine Abweichung vom Literaturwert von durchschnittlich

23, 8%. h [Js] 4, 59E 34 5, 39E 34 5, 32E 34 4, 93E 34


Abweichung

Farbe der LED Blau Grn Gelb Rot

W [J] 2, 56E 19 2, 64E 19 2, 44E 19 2, 08E 19

[m] 5, 37E 07 6, 11E 07 6, 55E 07 7, 11E 07

f [Hz] 5, 59E + 14 4, 91E + 14 4, 58E + 14 4, 22E + 14

3, 08E 01 1, 88E 01 1, 98E 01 2, 56E 01

Tabelle E.3: Die Messergebnisse aus der Bestimmung der abgestrahlten Energie und der Bestimmung der Wellenlnge werden hier zusammengesetzt und es wird das  eigentlich gesuchte  Planck'sche Wirkungsquantum errechnet.

Bestimmung von h nherungsweise aus einem f-D-Schaubild


127 ist ein

In Abb. E.4 auf S.

f -UD -Diagramm

fr alle LEDs gezeichnet. Hier ist die Ablsespannung, die

ja proportional zur Energie des Lichts ist ber der Frequenz aufgetragen. Die Steigung y ) sollte nun eigentlich das Planck'sche Wirkungsquantum widergeben. Fr die (m = x ersten drei Datenpunkte (der 4. wird als Ausreier eingestuft) ergab sich m = 0, 508816 14 und somit fr x = 100 10 y = 0, 508816 100 1014 = 5, 08816 1016 . Somit ergibt eV sich fr h = 0, 508816 = 8, 15 1034 Js und damit eine Abweichung von 22, 9%. 100T Hz

126

E.3 Auswertung

f-U-Diagramm aller LEDs 1.7 Messergebnisse Ausgleichsgerade

1.6

Durchlassspannung in V

1.5

1.4

1.3

1.2 4 4.2 4.4 4.6 4.8 5 Frequenz f in 100 THz 5.2 5.4 5.6

Abbildung E.4: Ein

f -UD -Diagramm

der LEDs

127

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums

E.3.1 Fehlerquellen

Vermutlich haben wir einfach die Distanz vom Gitter zum Schirm falsch bestimmt: Bspw. ergibt sich fr

a2 = 120cm

eine durchschnittliche Abweichung von

1, 51%.
Dadurch dass wir digitale Messinstrumente vewendet haben, knnte es gut sein, dass bei einer bestimmten Spannung schon ein Strom oss, dieser aber nicht angezeigt werden konnte, weil die Zahl so klein war, dass sie hinter dem Komma verschwand  dass wir diesen Strom also schlicht nicht ablesen konnten

Das Licht der LEDs ist keinesfalls vllig monochromatisch  das Maximum hatte schon einen Regenbogenrand der auf Zerlegung mehrerer Farben hindeutet. Den Abstand der Maxima so zu bestimmen war nicht ganz einfach.

Beim Festsetzen der Klammern zum Markieren der einzelnen Maxima war ein Versuchsteilnehmer auf den anderen angewiesen: Einer beobachtete und dirigierte, der andere stellte ein. Verrutschte der Beobachter, so wurde die Messung zunehmend ungenau, weil sich so auch die Punkte der subjektiv wahrgenommenen Maxima verschoben.

Bei dem Aufbau verrutschte Der Stnder der Diode beim wechseln der einzelnen Dioden  die Abstnde sind weniger genau

Zur Bestimmung verwenden wir eine Nherung (erste Fraunhofer'sche Nherung)  deswegen knnen unsere Versuchsergebnisse nicht vllig korrekt sein

Widerstnde in den Leitern verflschen die Spannungsmessung: An der Sperrschicht in der Diode fllt weniger Spannung ab, als wir messen.

E.4 Leuchtdioden, Photodioden & Photozellen


Leuchtdiode
[...] Der Halbleiter einer LED bildet eine Diode. Durch Anlegen einer Spannung in Durchlassrichtung wandern Elektronen zur Rekombinationsschicht am p-n-bergang. Auf der n-dotierten Seite bevlkern sie das Leitungsband, um nach berschreiten der Grenzche auf das energetisch gnstigere p-dotierte Valenzband zu wechseln, sie rekombinieren mit den dort vorhandenen Lchern. Bei Silizium-Dioden erfolgt der bergang strahlungslos durch Phononenanregung, indem das Gitter den Impuls der Teilchen aufnimmt. Der direkte bergang bei Gallium-Arsenid (GaAs) geht mit der Aussendung eines Photons einher. Ein weiterer Ursprung der Photonen besteht in einer plasmonisch-polaronischen Eine Leuchtdiode [...] ist ein elektronisches Halbleiter-Bauelement. Fliet durch die Diode Strom in Durchlassrichtung, so strahlt sie Licht, Infrarotstrahlung oder auch Ultraviolettstrahlung mit einer vom Halbleitermaterial abhngigen Wellenlnge ab.

128

E.4 Leuchtdioden, Photodioden & Photozellen


Wechselwirkung, die durch einen spinfreien bergang direkt zur Emission eines AugerPhotoelektrons fhrt. Dieser Mechanismus spielt insbesondere bei excitonischer Emission in grnen GaP-Leuchtdioden eine Rolle.  Quelle: Wikipedia

Fotodiode

Photodioden sind Halbleiter-Dioden, die sichtbares Licht, in manchen Aus-

fhrungen auch IR-, UV- oder Rntgenstrahlen, an einem p-n-bergang oder pinbergang durch den Inneren Fotoeekt in einen elektrischen Strom umwandeln. Sie werden unter anderem verwendet, um Licht in ein Spannungssignal umzusetzen, oder um mit Licht bertragene Informationen weiterverarbeiten zu knnen. [...] Treen Photonen auf das Material der Diode, so werden in der Raumladungszone Ladungstrger (Elektron-Loch-Paare) erzeugt, was zu einem Stromuss fhrt, da die Ladungstrger durch die Diusionsspannung in die jeweils entgegengesetzt dotierten Zonen wandern. Die Photonen mssen eine hhere Energie als die des Bandabstandes aufweisen, um diesen Eekt hervorzurufen (bei Silizium z. B. mehr als

1, 1eV ).

Der Fo-

tostrom ist ber viele Grenordnungen linear zum Lichteinfall, wenn keine Sttigung eintritt. Im Idealfall trgt jedes Lichtquant, das eine Energie besitzt, die grer als die charakteristische Energielcke (Bandabstand) des Halbleiters ist, zum Stromuss bei. Praktisch ist der Wert jedoch kleiner und wird als Quantenausbeute bezeichnet. Die Reaktionszeit ist bei geeigneter Beschaltung sehr kurz; sie kann bis herab zu Bruchteilen einer Nanosekunde betragen. Auch bei Dunkelheit iet ein temperaturabhngiger, kleiner Strom - der sog. Dunkelstrom (ID ). Die Dunkelstromkennlinie ist ein wichtiges Qualittsmerkmal von Fotodioden.  Quelle: Wikipedia

Fotozelle

Eine Fotozelle [...] ist ein Strahlungsdetektor. Sie zhlt insofern zu den Elek-

tronenrhren, als sich auch bei ihr in einem evakuierten Glasgef eine Anode und eine Kathode (Fotokathode) benden. Die Fotokathode besteht aus einem Metall (z.B. Caesium mit besonders geringer Austrittsarbeit), aus dem durch Licht Elektronen freigesetzt werden knnen (uerer Fotoelektrischer Eekt). Ist zwischen Anode (+) und Kathode (-) eine Spannung angelegt, so werden die vom Licht freigesetzten Elektronen zur Anode hin beschleunigt, ein elektrischer Strom (Fotostrom) kann gemessen werden. Ist die angelegte Spannung klein, so ist der Fotostrom proportional zur angelegten Spannung, der Proportionalittsfaktor hngt von der Belichtungsintensitt ab. Dieser Fotostrom geht bei hheren Spannungen in eine Sttigung ber, d.h. der Strom steigt bei weiterer Erhhung der angelegten Spannung nicht weiter an. Dies liegt daran, dass bei geringen Spannungen die elektrische Feldstrke nicht ausreicht, um alle durch den Fotoeekt an der Kathode austretenden Elektronen in Richtung Anode zu beschleunigen und damit zum Fotostrom beitragen zu lassen. Allerdings knnen natrlich nicht mehr Elektronen zwischen Kathode und Anode ieen als durch das Licht freigesetzt werden, weshalb die Sttigung auftritt. Auch wenn keine Spannungsquelle mit der Fotozelle verbunden ist, bildet sich zwischen Anode und Kathode bei Belichtung eine Spannung aus - die Anode ldt sich negativ auf. Diese Spannung ist proportional zur Frequenz des eingestrahlten Lichts und kann zur Ermittlung des

129

E Bestimmung des Planck'schen Wirkungsquantums


Planckschen Wirkungsquantums genutzt werden. Die Spannung bildet sich aus, weil das Licht (gengend hohe Frequenz und damit Energie vorausgesetzt) Elektronen aus der Fotokathode herausschlgt. Diese Elektronen besitzen eine Energie, die der Dierenz zwischen Quantenergie des Lichtes und Austrittsarbeit des Elektrons aus dem Kathoden-Metall entspricht. Die freien Elektronen treen (teilweise) auch auf die Anode und laden diese negativ auf. Dadurch bildet sich eine elektrische Spannung zwischen den Elektroden aus. Weitere Elektronen mssen nun das sich ausbildende elektrische Feld durchlaufen, um auf die Anode aufzutreen, wozu sie Energie bentigen. Schlielich ist die Spannung so gro, dass die Energie der neu herausgelsten Elektronen nicht mehr ausreicht, die Platte zu erreichen - die Spannung bleibt konstant.  Quelle: Wikipedia

130

Teil VII Index

131

Elektrische Feldkonstante

0 8, 85 1012 VC m
eines Teilchens. Fr Elektronen gilt:

q bezeichnet die m e = 1, 7588 m

Spezische Ladung

C 1011 kg

r h

bezeichnet die

Permeabilittszahl,

die festlegt, um wie viel strker das Magnetfeld

wird, wenn man einen Materiekern einfhrt. steht fr das

Planck'sche Wirkungsquantum, welches fr die Quantenphysik eine beh = 6, 62606896(33) 1034 Js = 4,13566733(10) 1015 eV s

deutende Rolle spielt.

132

Index
Abbe'sche Abbildungsbedingungen, 77 Ablsearbeit, 80 Absolute Brechzahl, 62 Ampre, 10 Amplitude, 33, 39 Aperiodischer Grenzfall, 40 Ausung, 77 Ausbreitungsgeschwindigkeit, 43, 70 Ausfallswinkel, 62 Beobachtung 77 Beugung, 55 Am Doppelspalt, 55 Einzelspalt, 58 Gitter, 59 Mehrfachspalt, 59 Quanten, 75 Brechung, 62 Brechzahlen, 62 Brewster-Winkel, 65 DeBroglie-Wellenlnge, 79 Destruktive Interferenz, 50 Dielektrikum, 16, 18 Dielektrizittszahl, 17 Dierentialgleichung, 34 Dierenzialgleichung, 37 diskret, 80 Dispersion, 43, 63 Druckbauch, 67 E-Feld Homogenes, 15, 16 Eigenfrequenz, 68 Einfallswinkel, 62 Einschaltvorgang, 30 Elektromagnetische 68 Denition, 69 Elektromagnetischen Induktion, 27 Welle, Induktionsgesetz, 28 Induktionsspannung, 37 Induktivitt, 36 allgemein, 29 langgestreckte 30 Intensitt von Licht, 80 Interferenz, 50, 55, 58, 59 Destruktive, 50 Oberchenwellen, 66 Oberschwingung, 54 Ohm'sches Gesetz, 12 Spulen, Nherung fr eine langgeHall-Eekt, 24 Hall-Sonde, 24 Harmonische, 54 Harmonische Schwingung, 33 Harmonische Welle, 45 Hertz'scher Dipol, 68 Hook'sches Gesetz, 36 Huygen'sches Prinzip, 55, 62 Magnetische Flussdichte, 23 Magnetischer Fluss, 28 Maxwell-Gleichungen, 70 Mechanische Welle, 43 Monochromatisch, 61 Gangunterschied, 50 Gedmpfte Schwingung, 39 gequantelt, 73, 81 Geschwindigkeitslter, 26 Grenzwinkel, 63 Grungschwingung, 54 von Quanten, Fadenpendel, 35 Feder-Massen-Modell, 44 Felderzeugende Ladung, 14 Feldlinien, 14 Festes Ende, 48 Fortschreitende Welle, 45 Fraunhofer-Nherung Erste, 56 Zweite, 56 Frequenz, 33 Lngswellen, 43 Ladungsbauch, 69 Leistung Elektrische, 11 Lenz'sche Regel, 29, 37 Linear polarisiert, 64 Linke-Hand-Regel, 23, 27 Lokalisationsenergie, 81 Longitudialwellen, 43 Lorentzkraft Auf Ladungstrger, 25 Denition, 25 Loses Ende, 48 Lot, 62 Elementarwellen, 55 Elongation, 33 Empfangsdipol, 68 Erdbeben, 66 Erdung, 10 Ersatzwiderstand, 12 Erzwungene Schwingung, 41 Kapazitt, 16 Knotenstellen, 52 Komplementaritt, 74 Komplexe Zahlen, 79 Kondensator, 16, 36 Konstruktive Interferenz, 50 Kreiswellen, 51 Kriechfall, 40 Kugelwellen, 51 Konstruktive, 50 Quanten, 73, 77 Wahrscheinlichkeitswellen, 73

streckte Spule, 23 Nomenklatur von Wellen, 54, 55

133

Index
Optisch dichter bzw. dnner, 62 Parallelschaltung, 12 Peak, 30 Permeabilittszahl, 23 Phasendierenz, 50 Phasensprung, 63 Phasenverschiebung, 34, 46 Photoeekt, 80 Photon, 82 Plakck'sches Wirkungsquantum, 73 Polarisation, 64, 76 Brewster-Winkel, 65 Durch Brechung, 64 Durch Streuung, 65 Polarisationslter, 64 Potential, 10 Probeladung, 14 Psi (), 73, 79 Psi-Welle, 79 Quantenphysik, 73 Quantenradierer, 76 Querwellen, 43 Rckstellkraft, 33 Randbedingungen, 53 Schallwellen, 67 Schnelle, 43 Schnellenbauch, 67 Schwingfall, 40 Schwingkreis, 36, 68 Schwingungsbuche, 52 Schwingungsknoten, 52 Selbstinduktion, 29 Spannung, 10 Spektrale Zerlegung, 61 Vergleich Doppelspalt und Prisma, 63 spezische Ladung, 25 Spule, 36 Strung, 43 Stehende Welle, 52 Strom, 10 Stromkreis, 10 Stromstrke, 10 Totalreexion, 63 Transversalwellen, 43 Wahrscheinlichkeitsverteilung, 73 Wahrscheinlichkeitswelle, 73 Wasserpendel, 36 Welle mechanische, 43 Wellenfront, 51 Wellengleichung Mechanische Welle, 45 Quanten, 79 Wellentrger, 43 Widerstand Elektrischer, 12 Ohm'scher, 12 Winkelgeschwindigkeit, 33 Wirbelstrombremse, 39 Wirkungsquantum, 73 Zeiger-Formalismus Stehende Welle, 52 Zeigerformalismus, 45 Denition, 47 Reexion, 49 Rechte-Hand-Regel, 71 Reexion, 48, 62, 67, 70 Reihenschaltung, 12 Resonanz, 41 Richtgre, 36 Volt, 10 berlagerung von Wellen, 50 Unbestimmtheitsrelation, 81 Unschrferelation, 81

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