Praktikum Kolloquiumsscript 2 & 3
Christian Lehmann 28. Januar 2004
Inhaltsverzeichnis
1 Aufschlsse
1.1 1.2 1.3 1.4 Zweck der Aufschlsse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Freiberger Aufschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Soda-Pottasche-Aufschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Saurer Aufschluss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2
2 2 2 3
Spezielle Nachweisreaktionen
2.1 2.2 2.3 2.4 Carbonationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ammoniumionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Amalgannachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leuchtprobe auf Zinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4
4 4 4 4
Vorproben
3.1 3.2 Borax- und Phosphorsalzperlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Oxidationsschmelzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
5
5 5
Der
4.1 4.2
H Cl -Gruppe
Fllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Trennung des Rckstandes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
6 6
Die
5.1 5.2 5.3 5.4
H 2 S -Gruppe
Fllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Trennen in Kupfer- und Arsengruppe . . . . . . . . . . . . . . . . Die Arsengruppe Die Kupfergruppe
7
7 7 8 8
Die
6.1 6.2 6.3 6.4
(N H 4 )2 S -Gruppe
Fllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Abtrennen von Cobalt und Nickel . . . . . . . . . . . . . . . . . . Der alkalische Sturz Trennen von Aluminium, Zink und Chrom . . . . . . . . . . . . .
9
9 9 9 10
Die
7.1 7.2 7.3
(N H 4 )2 C O 3 -Gruppe
Fllen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Abtrennen des Bariums
11
11 11 11
Nachweis von Strontium und Calcium
1
1.1
Aufschlsse
Zweck der Aufschlsse
Oft bleibt selbst beim Lsungversuch in konzentrierter
H N O3
ein Rckstand,
welcher teilweise auch einer gesonderten Gruppe - der schwerlslichen Gruppe zugeordnet wird. Das Ziel der Aufschlussverfahren ist es nun, die vorhandenen Kationen doch noch in Lsung zu bringen. Dabei werden die vorliegenden Verbindungen zerstrt und, je nach Aufschluss, in verschiedene lsliche Vebindungen umgewandelt.
1.2
Freiberger Aufschluss
Der Freiberger Aufschluss beruht auf der Bildung von Thiosalzen. Im klassischen Trennungsgang kann dies etwa Zinnstein (SnO2 ), Antimonoxid (Sb2 O3 ) oder Arsenoxid (As2 O3 ) sein. Auch andere Kationen mit dieser Eigenschaft knnen so in Lsung gebracht werden. Dazu stellt man eine gut gemrserte Mischung aus gleichen Teilen elementarem Schwefel (S ) und wasserfreiem Natriumcarbonat (Na2 C O3 ) her. Anschlieend mischt man den Rckstand (die aufzuschlieende Substanz) und etwa 6 mal so viel der hergestellten Mischung und schmilzt vorsichtig (in einer Bunsenbrenneramme oder auf einer starken Kochplatte). Man erkennt das Ende der Reaktion, wenn keine Gasblasen (S O2 und
C O2 )
mehr aufsteigen.
Zur Erklrung dienen die folgenden Reaktionsgleichungen:
2SnO + 2Na2 CO3 + 9S 2Na2 SnS3 + 3SO2 +2C O2 4Sb2 O3 + 12Na2 CO3 + 44S 8Na3 SbS4 + 9SO2 +12C O2 4As2 O3 + 12Na2 CO3 + 44S 8Na3 As S4 + 9SO2 +12C O2
Die Schmelze kann nach dem Erkalten in kaltem Wasser gelst werden, wobei eventuell verbleibende unlsliche Bestandteile abltriert werden mssen. Suert man das Filtrat anschlieend mit konz. bilen Thiosuren, welche sofort in
H Cl
an, so entstehen die termisch insta-
H2 S
und die entsprechenden Sulde zerfallen:
2H+ + SnS2 H2 S + Sn S2 3 6H+ + 2SbS3 3H2 S + Sb2 S5 4 6H+ + 2AsS3 3H2 S + As2 S5 4
Nach dem Filtrieren lassen sich standes mit konzentrieter
As , Sb
und
Sn
durch Waschen des Rck-
HCl
in Lsung bringen. Die Nachweise dieser Ionen
laufen anschlieend analog der
H2 S -Gruppe
mglich.
1.3
Soda-Pottasche-Aufschluss
Der Soda-Pottasche-Aufschluss dient im klassischen Trennungsgang in erster Linie zum Aufschluss von hochgeglhten Oxiden (z.B. (z.B.
Al2 O3 ),
Erdalkalisulfaten
BaSO4 )
und Silberhalogeniden (z.B.
Ag Br ).
Die Mischung aus Soda und
Pottasche dient dazu, den Schmelzpunkt gegenber den reinen Salzen zu verringern und mglichst lsliche Carbonate zu bilden (Ausnahme: hochgeglhte Oxide).
Dazu stellt man eine gut gemrserte 1:1 Mischung von wasserfreiem Natriumcarbonat (Soda,
Na2 CO3 )
und Kaliumcarbonat (Pottasche,
K2 C O3 )
her.
Anschlieend mischt man den Rckstand (die aufzuschlieende Substanz) und 4-6 mal so viel der hergestellten Mischung und schmilzt (Bunsenbrenner). Es entsteht ein klarer Schmelzuss. Die Reaktion ist dann sptestens nach 10 Minuten abgeschlossen. Es nden folgende Reaktionen statt:
Fr Erdalkalisulfate:
BaS O4 + Na2 C O3
Ba C O3 + Na2 S O4
Fr hochgeglhte Oxide: Fr Silberhalogenide:
Al2 O3 + Na2 C O3 2Na Al O2 + C O2 2Ag C O3 + 2Na Br H Cl
lsen, aus welcher dann
2Ag Br + Na2 C O3
Beim Lsungsversuch mit Wasser erhlt man eine trbe Lsung, welche man abltriert. Der Rckstand lsst sich in verdnter die entsprechenden Kationen nachgewiesen werden knnen.
1.4
Saurer Aufschluss
Der Saure Aufschluss wird im klassischen Trennungsgan benutzt, um Eisen(III)oxid (Fe2 O3 ) und Chrom(III)-oxid (Cr2 O3 ) aufzuschlieen. Dabei werden Sulfate gebildet. Man verreibt den Rckstand mit der der 6fachen Menge an Kaliumhydrogensulfat (KHSO4 ) und schmilzt dieses Gemisch bei einer mglichst niedriegen Temperatur. Danach erhizt man bis zur schwachen Rotglut. Es ensteht ein klarer Schmelzuss. Es nden folgende Reaktionen statt:
Zu Beginn:
2KHSO4
K2 S2 O7 + H2 O K2 S2 O7 2K SO4 + SO3
Bei schwacher Rotglut:
Fe2 O3 + 3SO3 Fe2 (SO4 )3
Anschlieend lst man in
H2 S O4
und ltriert ab.
Spezielle Nachweisreaktionen
Bei allen Nachweisreaktionen sollte man immer eine Vergleichsprobe (in der sich das vermutete Ion bendet), so wie eine Blindprobe (in der das Ion nicht vorhanden ist) verwenden, um zweifelsfrei zu erkennen, ob der Nachweis positiv oder negativ ist.
2.1
Carbonationen
Hierzu nimmt man ein Urglas an dessen Unterseite man einen Tropfen frische Bariumhydroxidlsung (Ba(O H)2 ) anbringt. Diesen stellt man durch Mischung von Natronlauge (NaO H ) und Bariumchloridlsung (Ba Cl2 ) her. Die Ursubstanz wird mit im Tropfen. Damit man nicht aus Versehen nur das eine Vergleichprobe ohne Reaktionen:
HCl
versetzt, so dass Kohlendioxid (C O2 ) ausgetrieben
wird. Dieses bildet einen Niederschlag von weiem Bariumcarbonat (Ba C O3 )
C O2
der Luft nachweist, sollte immer
CO2 3
angefertigt werden.
2.2
Mit der festen Substanz: Im Tropfen:
C O2 + 2H + 3
H2 C O3 H2 O + C O2
CO2 + Ba(O H)2 Ba C O3
Ammoniumionen
Hierbei versetzt man die zu prfende Lsung mit einem
Na O H -Pltzchen
und
misst den pH-Wert des entweichenden Gases (z.B. mit einem feuchten pHStreifen). Durch die Natronlauge vertreibt man den Ammoniak aus dem Ammoniumion (NH4 ), welcher dann am pH-Papier basisch reagiert. Reaktionen:
OH + NH+ H2 O + N H3 4 NH3 + H2 O
2.3 2.4
NH+ + O H 4
Amalgannachweis Leuchtprobe auf Zinn
3
3.1
Vorproben
Borax- und Phosphorsalzperlen
Die Vorproben mit Hilfe von Borax- oder Phosphorsalzperlen dienen als Vorprobe dazu, eine Idee zu bekommen, welche Kationen sich in der Analyse benden knnen. Dazu taucht man ein heies Magnesiastbchen mehrmals in Borax (Dinatriumtetraborat-Decahydrat,
Na2 B4 O5 (O H)4 8H2 O )
und schmilzt eine gleich-
mige Perle daraus. Dann taucht man die noch heie Perle in die zu prfende Substanz und schmilzt erneut. Die Phosphorsalzperlen (Natriumammoniumhydrogenphosphat-Tetrahydrat,
Na N H4 H PO4 4H2 O )
stellt man entsprechend
her, wobei sich die Farben lediglich fr Nickel unterscheiden (in der Boraxperle rotbraun, in der Phosphorsalzperle rtlich). Des weiteren unterscheidet man zwischen Oxidations- und Reduktiontionsamme. Reaktionsgleichungen:
Borax:
Na2 B4 O5 (OH)4 + Cu SO4 2Na B O2 + Cu(B O2 )2 + SO3 NaNH4 HP O4 Na PO3 + N H3 +H2 O
Phosphorsalz:
NaPO3 + CuSO4 Na Cu PO4 + SO3
Wichtige Perlen sind Mangan (violett), Cobalt (blau), Eisen (rot-gelb) und Nickel.
3.2
Oxidationsschmelzen
Mit Hilfe einer Oxidationsschmelze kann man
Mn2+
und
Cr3+
erkennen. Da-
zu stelt man eine Mischung aus gleichen Teilen Natriumcarbonat (Na2 C O3 ) und Kaliumcarbonat (K2 CO3 ) her. Danach gibt man diese Mischung auf eine Magnesiarinne, schichtet die Substanz und etwas Kaliumnitrat dar/ber. Zum Abschluss gibt man wieder die Mischung darber. Anschlieend schmilzt man dieses im Bunsenbrenner. Auf der Rckseite der Rinne kann man im Falle des im Falle des
Cr3+
eine gelbe Farbe,
Mn
2+
eine blau-grne Farbe erkennen.
Reaktionsgleichungen:
MnO2 + KNO3 + Na2 C O3 Na MnO4 + K N O2 + C O2 Cr2 O3 + 6KNO3 + 2Na2 C O3 2Na2 Cr O4 + 6K N O2 + 2C O2
4
Zur
Der
H Cl -Gruppe
gehren die Kationen
HCl -Gruppe genz dient HCl .
4.1 Fllen
Pb2+ , Hg2+ 2
und
Ag+ .
Als Fllungsrea-
Nach dem ein Teil der Analysensubstanz in mglich wenig bzw.
H2 O
(hei oder kalt),
HNO3
gelst wurde, fllt man durch allmhliche Zugabe von
H Cl
die
Chloride der oben genannten Ionen aus. Anschlieend werden diese abltriert, dass Filtrat entsprechend eingeengt und geprft, ob sich noch weitere Chloride fllen lassen. Dieser Vorgang wird so lange wiederhohlt, bis keine Chloride mehr aus dem Filtart ausfallen. Reaktionsgleichungen:
Die muessen hier noch hin!
Da Niederschlge schnell altern und damit zu falschen Analysenergebnissen fhren knnen, sollte der Rckstand sofort weiterverarbeitet werden. Er wird am Ende des Fllens mit in der
HCl
gewaschen, um ein bessere Trenung zu erreichen. Das
Filtrat wird mit dem ursprnglichen Filtrat vereint und zur weiteren Analyse
H2 S -Gruppe
aufbewahrt.
4.2
Trennung des Rckstandes
Der Rckstand im Filter kann sowohl Bleichlorid (PbCl2 ), als auch Silberchlorid (Ag Cl ) und Quecksilber(I)-chlorid (Hg2 Cl2 ) enthalten. Um diese zu trennen bergibt man den Rckstand mit heiem Wasser, welches das Bleichlorid aus dem Filter in Lsung bringt. Um ein erstes Indiz fr weiterarbeitet. Als nchstes bergibt man den Rckstand mit konz. Ammoniak, wobei das
Pb2+ zu bekomen, lsst man
das Filtrat abkhlen (z.B. mit Eiswasser), whrend man mit dem Rckstand
Ag+ einen lslichen Komplex ([Ag(N H3 )2 ]+ ) bildet und die Hg2+ zurckbleiben. 2
Ist Quecksilber vorhanden so frbt sich der Rckstand durch die Bildung von elementarem Quecksilber schwarz. Reaktionsgleichungen:
Ag+ + 2NH3 [Ag(NH3 )2 ]+ 2Hg2+ + Cl + 2NH3 Hg +[Hg(N H2 )]Cl +N H+ 2 4
Das z.B.
Ag+ , welches sich im Diammoniumagentatkomplex bendet. Gibt man HNO3 zu dieser Lsung, so fllt erneut das Ag Cl aus, welches sich durch Ag Cl
Wrfel und Okteader, welche beleuchtungsabhngig farblos oder
UV-Licht dunkel frbt. Unterm Mikroskop erkent man beim Auskristallisieren von schwarz erscheinen. War Blei in der Analysensubstanz, so sollte in dem abgekhlten Filtrat (welches am Anfang beseite gestellt wurde) wieder
Pb Cl2 auskristallisiert sein. Kann
man das nicht zweifelsfrei erkennen, lohnt sich das erneute Erhitzen (damit es wieder in Lsung geht) und die Zugabe von Schwefelsure, wodurch Bleisulfat (PbSO4 ) ausfllt.
5
Bi
3+
Die
H2 S -Gruppe
In der
H2 S -Gruppe ndet man die Ionen Hg2+ , Pb2+ , Cu2+ , Sb3+ , Cd2+ , Sn2+ , 3+ und As .
Fllen
5.1
Bevor man mit dem eigentlichen Fllen beginnen kann, muss man strende Nitrationen beseitigen in dem man mit Hilfe von konz. bis keine
H Cl
so lang abraucht,
NO 3
mehr nachgewiesen werden knnen.
Um die Fllung der Sulde zu verbessern (die beginnt man damit, frisches
hhen) wird der pH-Wert auf etwa 2 erhht (z.B. mit
S2 -Konzentration zu er(N H4 )2 C O3 ). Danach
H2 S -Wasser
zuzugeben, wodurch die Sulde der gefllt. Dieses wiederholt man so
oben genannten Ionen ausfallen. Diese werden abltriert und das Filtrat wird eingeengt. Dann wird erneut mit
H2 S -Wasser
lange, bis keine Sulde mehr ausfallen. Um auch das Cadmium als Suld fllen zu knnen, muss der pH-Wert am Ende vorsichtig auf 3-4 erhht werden (keinesfalls hher!). Dann wird mit wird mit
H2 S -
Wasser gefllt. Auch dieses Suld wird abltriert und der gesamte Rckstand
H2 S -Wasser
gesplt.
Reaktionsgleichungen:
Muessen hier noch hin!
Das gesamte Filtrat wird weiter fr die Urotropin-Gruppe aufbewahrt.
5.2
Trennen in Kupfer- und Arsengruppe
Man trennt die Sulde mit Hilfe von heiem Ammoniumpolysuld ((N H4 )2 Sx ) grob in die Kupfer- und in die Arsengruppe. Hierzu bergiet man den Rckstand mit der heien Flssigkeit, wodurch sich das Arsen-, Antimon- und Zinnsuld lsen. Diese 3 bilden die Arsengruppe. Die anderen 5 bilden die Kupfergruppe. Den verbleibenden Rckstand lst man mit 4 molarer
HNO3 . Bleibt dabei ein Rckstand, so kann dies weier bis gelber Hg2+
in der Analyse befand. Dieses kann man mit
elementarer Schwefel oder das schwarze Quecksilbersuld sein. Dadurch kann man leicht erkennen, ob sich Reaktionsgleichungen: Hilfe der Amalganbildung (vgl. 2, Seite 4) prfen.
Ausung mit
(NH4 )2 Sx ???
CuS + 2H+ H2 S + Cu2+ CdS + 2H+ H2 S + Cd2+ PbS + 2H+ H2 S + Pb2+ Bi2 S3 + 6H+ 3H2 S + 2Bi3+
5.3
Die Arsengruppe
In der Lsung der Arsengruppe benden sich die Ionen
SbS3 . 4 Zu dieser Lsung wird so lange
As S3 , SnS2 4 3
und
H Cl
zugegeben, bis sie wieder sauer reagiert.
Dadurch fallen die 3 Sulde wieder aus (ist der Niederschlag rein wei, so bendet sich keines der 3 Ionen in der Analyse). Gibt man jetzt halbkonz. durch eine 1:1 Mischung aus
H Cl
zu,
lsen sich Antimon und Zinn. Das im Rckstand verbleibende Arsensuld wird
H2 O2 / konz. N H3 gelst und kristallchemisch mit Cs Cl und KI als rotbraune Haufen nachgewiesen. Sn2+ lsst sich mit der Leuchtprobe (vgl. 2, Seite 4) nachweisen, Antimon als oranges Sb2 S3 (durch Zugabe von H2 S -Wasser).
5.4
2+
Die Kupfergruppe
In der Lsung der Kupfergruppe benden sich die Ionen
Cd
, wobei davon ausgegangen wird, dass der
Pb2+ , Cu2+ , Bi3+ und eventuelle Nachweis des Hg wie
bei der Trennung der beiden Teilgruppen beschrieben, durchgefhrt wurde (vgl. 5.2, Seite 7, bzw. 2, Seite 4). Um das
Pb
als
und verdnnt mit 2 m
PbSO4 (Bleisulfat) zu fllen, H2 SO4 . Der Niederschlag
dampft man mit
H2 S O4
ein
wird abltriert und mit am-
moniakalischer Weinsurelsung wieder in Lsung gebracht. Bei der Zugabe von
K2 CrO4
(Kaliumchromat) fllt gelbes
Durch Zugabe von einem berschuss und bildet man den
PbCr O4 (Bleichromat) aus. N H3 zum Filtrat fllt man Bi(O H)3
[Cu(NH3 )4 ]2+
(Kupfertetrammin(II)-komplex), bzw. den
[Cd(NH3 )6 ]
2+
(Cadmiumhexamminkomplex). Der Kupferkomplex ist sehr leicht
an der blauen Farbe der Lsung zu erkennen. Da Kupfer den Cadmiumnachweis
K C N (Kaliumcyanid), wodurch Cu(CN)4 )3 (Kupfertetracyano(I)komplex) bildet. Bei der Zugabe von H2 S 2+ fllt nur noch (so vorhanden) Cd als gelbes Cd S aus.
als Suld strt, gibt man bis zur Entfrbung sich
Die
(N H4 )2 S -Gruppe
arbeitet man mit dem Filtrat des
In der
(NH4 )2 S -Gruppe
Fllen
H2 S -Gruppe.
6.1
H2 S -Gruppe verwendet, muss bekannt sein, ob sich CrO2 -Ionen in der Lsung benden, weil diese dann durch Ko4 3+ 2+ chen mit C2 H5 OH in Cr und Mn berfhrt werden mssten. Des weiteren 3 mssen PO4 -Ionen durch einen Anionenaustausch beseitigt werden, da im baWird nicht das Filtrat der oder
MnO 4
sischen vor allem Erdalkaliphosohate schwerlslich sind und damit ausfallen. Vor Beginn der Fllens sollte das eventuell noch vorhandene werden. Anschlieend gibt man eine Spatelspitze etwa 7. Danach gibt man einen berschuss an Zeit gelinde (etwa 40
H2 S
verkocht
N H4 Cl
(Ammoniumchlorid)
zu, um das Mangan in Lsung zu halten und erhht den pH-Wert mit
N H3
auf
(N H4 )2 S
zu und erwrmt einige
C) und ltriert ab.
Das Filtrat sollte mglichst farblos bis schwach gelblich sein. Geht die Farbe eher ins gelbbrunliche ist hchstwahrscheinlich Nickel kolloid in Lsung gegangen und entzieht sich damit dem Nachweis in der Grund sollte es durch Kochen mit
(N H4 )2 S -Gruppe. Aus diesem N H4 C H3 C O O (Ammoniumacetat) wieder (N H4 )2 C O3 -Gruppe.
ausgeockt werden. Das Filtrat wird auf Vollstndigkeit der Fllung geprft. Das Filtrat ist der Ausgangspunkt fr die
6.2
Abtrennen von Cobalt und Nickel
Der Niederschlag sollte sofort mit kalter verdnnter
H Cl
aufgelst werden (bis
H2 S -Entwicklung aufgehrt Al3+ , Zn2+ und Cr3+ . Im Filter
die dnnt) und einigen Tropfen
hat). Das Filtrat enthlt dann verbleibt
Fe2+ , Mn2+ ,
(ver-
Ni2 S3
und
Co2 S3 . C H3 C O O H
Den Rckstand lst man mit Hilfe einer Mischung aus
H2 O2 .
Aus dieser Lsung kann man Nickel als ro-
ten Komplex mit Dimethylglyoxim nachweisen (teilweise ist es angebracht diesen Nachweis bei einem pH-Wert von 8 durchzufhren). Cobalt kann man mit Hilfe der blauen von
H2 [Co(SC N)4 ] (z.B. durch Zugabe KSCN ) nachweisen. Um sicher zu gehen kann man mit Ether ausschtteln,
welcher sich auch blau frbt. Dieser Nachweis ist sehr empndlich, so dass man auch wenig Cobalt neben viel Nickel nachweisen kann. Als Vorprobe fr Cobalt eignet sich auch die Boraxperle, denn die blaue Farbe des Cobalt berdeckt die anderen.
6.3
Der alkalische Sturz
Das Filtrat (vom Abtrennen des Cobalt und Nickel) wird zur Entfernung des
H2 S
kurze Zeit gekocht und dann zur Oxidation des
Fe2+
zu
Fe3+
mit konzen-
trierter
HNO3
versetzt. Anschlieend verdampft man den Groteil der Sure
wieder um den alkalischen Sturz zu erleichtern. Manche Autoren empfehlen auch die Lsung durch Zugabe von
Na C O3 (Natriumcarbonat) nahezu neutralisieren,
was jedoch mit Bedacht getan werden sollte, da man beim alkalischen Sturz beabsichtigt den pH-Wert schockartig zu erhhen. Es wre also sehr schlecht wenn man aus Versehen den pH-Wert hier schon ber 7 verschiebt!
K OH - oder Na O H -Pltzchen, H2 O2 (30%ig) 3+ 3+ 2+ 2+ zusetzt. Diese Lsung erwrmt man leicht und giet die Fe -Mn -Al -Zn 3+ Cr -Lsung zu. Dabei darf auf keinen Fall umgekehrt verfahren werden, weil
Man bentigt fr den alkalischen Sturz einige welche man in mglichst wenig Wasser lst und wenige Tropfen sonst der alkalische Schock fr die Ionen nicht stark genug wre. Es fallen bei diesem Schritt die braunen Hydroxide von Eisen und Manganoxid (Fe(OH)3 und lst man mit konzentrierter
MnO(OH)2 ) aus, welche abltriert werden. Den Rckstand HCl auf und fhrt die entsprechenden Nachweise. Fe(SC N)3
(z.B. durch
Das Vorhandensein von Eisen erkennt man oft schon an der gelben Farbe der Lsung. Nachweisen kann man es zum Beispiel als rotes Zugabe von
KSCN )
oder mit
K4 [Fe(C N)6 ]
als Berliner Blau.
Zum Nachweis von Mangan kann man zum Beispiel eine Oxidationsschmelze durchfhren. Dazu fllt man es durch Zugabe von der Ursubstanz.
Na O H
und fhrt die Oxi-
dationsschmelze nach 3.2, Seite 5 durch. Dieser Nachweis funktioniert auch aus
6.4
Trennen von Aluminium, Zink und Chrom
Cr O2 , Zn(OH)2 und Al(OH) . Nachdem man 4 4 4 durch Kochen eventuell berschssiges H2 O2 entfernt hat, neutralisiert man mit HCl , gibt NH4 Cl zu und kocht erneut kurz. Anschlieend kann man durch Zugabe von verdnntem N H3 Al(OH)3 geIn der Lsung benden sich fllt, welches abltriert und getrocknet wird. Danach gibt man es auf eine Magnesiarinne, befeuchtet mit stark verdnnter Thnards Blau. Hat man zu viel durch schwarzes
Co(N O3 )2 -Lsung
(maximal 0,1
%ig) und glht in oxidierender Flamme. Ist Alluminium enthalten, bildet sich
Co(N O3 )2
zugegeben, kann die blaue Farbe
Co3 O4
berdeckt sein.
Ist das Filtrat gelb gefrbt, kann man auf das Vorhandensein von
Cr O2 4
und damit auf Chrom schlieen. Zum Nachweis von Chrom suert man mit
Ba Cr O4 Ba S O4 zurckzufhren, der 2 2 entstehen kann, wenn die S schon teilweise zu S O4 oxidiert sind. 2+ Nach dem man abltriert hat, bendet sich noch Zn in der Lsung, welches man im schwach sauren Gebiet mit H2 S oder (N H4 )2 S als weies Zn S
an, erhitzt und versetzt mit Dadurch fllt gelbes aus (entsteht ein weier Niederschlag, ist dieser auf fllt. Dieses ltriert man ab, trocknet es und gibt es auf eine Magnesiarinne. Anschlieend befeuchtet man (analog zu Thnards Blau) mit stark verdnnter
CH3 COOH
Ba Cl2 .
Co(NO3 )2 -Lsung (maximal 0,1 %ig) und glht in oxidierender Flamme. Ist
berdeckt werden, wenn man zu viel
Zink enthalten, bildet sich Rimanns Grn. Auch dieses kann durch schwarzes
Co3 O4
Co(N O3 )2
zugegeben hat.
Die
(N H4 )2 C O3 -Gruppe
(N H4 )2 S -Gruppe
verwenden kann, muss man
Bevor man das Filtrat aus der noch vorhandenes abltriert werden.
H2 S
durch Zugabe eines Tropfens konzentrierter
H Cl
und
kochen beseitigt werden. Danach sollten eventuell entstandene Schwefelkrnchen
7.1
Fllen
Der pH-Wert der Lsung sollte mindestens 7 betragen um die Fllung zu erleichtern. Die
(NH4 )2 CO3 -Lsung
sollte frisch bereitet werden und mglichst
konzentriert sein. Anschlieend fllt man mit Hilfe dieser Lsung die Carbonate von Barium, Strontium und Calcium (Ba C O3 , und den abltriert und durch Zugabe von verdnnter
Ca2+
SrC O3 und Ca C O3 ). Diese werC H3 C O O H als Ba2+ , Sr2+
wieder in Lsung gebracht.
7.2
Abtrennen des Bariums
Durch Zugabe von gelbes
NaCH3 CO O (Natriumacetat) und K2 Cr2 O7 fllt Barium als BaCrO4 aus. Um Strontium zweifelsfrei zu identizieren ist es notwendig,
das diese Fllung vollstndig ist. Man ltriert ab.
7.3
Nachweis von Strontium und Calcium
Aus dem Filtrat wird in zwei gleiche Teile geteilt. Im ersten wird durch Zugabe einer gesttigten Zugabe von Magnesiumpulver,
CaSO4L sung SrS O4 gefllt. Dieses kann dann, nach H Cl -feucht spektroskopisch untersucht werden.
Dabei zeigt sich eine intensiv rote Flamme (mehrere rote Linien, welche dicht beieinander liegen und eine breite orange Linie). Der andere Teil der Lsung wird mit verdnnter
H Cl
angesuert und mit einem Tropfen
H2 SO4
auf einem Objektrger vereinigt. Nach etwa 10 Minuten Ver-
dunstung bei Zimmertemperatur kann man unter dem Mikroskop die Bildung groer Gipsnadeln beobachten (Strontium bildet auch Kristalle, die jedoch viel feiner sind).