C1
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ISBN 978-3-7098-0829-0
Grammatik C1
Inhaltsverzeichnis
Passiv 2
1. Vorgangspassiv 2
1.1. Vorgangspassiv mit Subjekt 3
1.2. Vorgangspassiv ohne Subjekt 4
2. Zustandspassiv 5
Nomen-Verb-Verbindungen 7
1. Nicht fixierte Nomen-Verb-Verbindungen 7
2. Funktionsverbgefüge 8
3. Figurative Nomen-Verb-Verbindung 12
Modalverben 13
1. Grundbedeutungen der Modalverben (objektiver Gebrauch) 15
2. Subjektive Bedeutungen der Modalverben (auf die Sprecherin / den Sprecher bezogen) 18
3. Passiv mit Modalverben 22
Konjunktiv II 24
1. Bildung der Formen 24
2. Funktionen 26
2.1. Irrealer Konditionalsatz 26
2.2. Die Unterscheidung zwischen Realität und Irrealität 27
2.3. Irrealer Wunschsatz 27
2.4. Höflichkeit 28
2.5. Vorsichtige Aussage 28
2.6. Nicht eingetroffenes Ereignis 29
2.7. Subjektive Modalverben 29
Konjunktiv I 31
1. Bildung der Formen 31
2. Funktionen 33
Nominalisierung - Verbalisierung 35
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Grammatik C1
Passiv
In der deutschen Grammatik unterscheidet man zwischen den Verbformen Aktiv und Passiv. In der Regel gibt
es von jedem Verb Aktivformen. Passivformen lassen sich von vielen Verben nicht oder nur in besonderen Kon -
texten bilden. Im Deutschen verwendet man das Aktiv weitaus häufiger als das Passiv.
Mit dem Aktiv lassen sich unterschiedliche Aktionsarten beschreiben:
- Tätigkeiten arbeiten, essen, laufen
- Vorgänge erwachen, fließen, steigen
- Zustände liegen, sitzen, wohnen
Mit dem Passiv beschreibt man Vorgänge oder Zustände.
Die Passivformen bestehen aus zwei oder mehr Wörtern:
- Vorgangspassiv werden + Partizip II Leider wurden nicht alle Aufgaben erledigt.
Leider sind nicht alle Aufgaben erledigt worden.
- Zustandspassiv sein + Partizip II Das Hotelzimmer ist bereits reserviert.
1. Vorgangspassiv
Die häufigste Passivform im Deutschen ist das so genannte Vorgangspassiv.
Man bildet es mit werden und Partizip II.
Ein Satz im Vorgangspassiv hat im Grunde die gleiche Bedeutung, wie der entsprechende Satz im Aktiv, aller-
dings wird aus der Handlung des Subjekts ein Vorgang.
Touristen besichtigen die historischen Stätten. > Die historischen Stätten werden von Touristen besichtigt.
Nur bestimmte Sätze, die formal Aktiv sind, kann man ins Vorgangspassiv setzen.
Handlung geht vom Subjekt aus Max repariert den Wagen. Der Wagen wird von Max repariert.
Handlung geht vom Subjekt aus Man diskutiert lange. Lange wird diskutiert.
Handlung ist reflexiv Eva setzt sich auf eine Bank. kein Vorgangspassiv möglich
Handlung, aber Perfekt mit „sein“ Die Diebe verschwinden leise. kein Vorgangspassiv möglich
Das Subjekt handelt nicht. Ein Auto steht auf dem Parkplatz. kein Vorgangspassiv möglich
Der Vorgang betrifft das Subjekt. Das Wasser verdunstet. kein Vorgangspassiv möglich
Übung 1
Kann man von folgenden Sätzen ein Vorgangspassiv bilden?
Beispiel: Man bespricht die Lage. ja
X nein
a) Man liefert die Pakete. ja nein g) Man trifft eine Entscheidung. ja nein
b) Man schläft ein. ja nein h) Man trifft sich mit Freunden. ja nein
c) Man tanzt. ja nein i) Man erklärt dir etwas. ja nein
d) Man macht sich Sorgen. ja nein j) Man sitzt auf dem Sofa. ja nein
e) Man erhält Besuch. ja nein k) Man kennt dich. ja nein
f) Man bemerkt die Gefahr. ja nein l) Man erkennt dich. ja nein
2
Grammatik C1
Für das Perfekt, das Plusquamperfekt und das Futur II verkürzt man das Partizip II von geworden zu worden.
Kopulaverb: Die Kinder sind müde geworden.
Vorgangspassiv: Die Kleider sind gereinigt worden.
Der Pilot steuert den Airbus Das Erdbeben zerstörte den Palast.
Aktiv:
Vorgangspassiv: Der Airbus wird vom Piloten gesteuert. Der Palast wurde durch das Erdbeben zerstört.
Übung 2
Bilden Sie das Vorgangspassiv. Achten Sie auf die Zeit.
a) Manche Ärzte empfehlen diese Impfungen. e) Der Beamte überprüfte den Inhalt des Kuverts.
b) Ich hatte den Kollegen bereits informiert. f) Paul kopierte alle wichtigen Dateien.
c) Computer überwachen die Produktion. g) Wir hatten dieses Angebot abgelehnt.
d) Ihr habt dieses Projekt heftig kritisiert. h) Das Rote Kreuz verteilte die Hilfsgüter.
Das Indefinitpronomen man lässt sich im Vorgangspassiv mit der Präposition von und dem Indefinitpronomen
[irgend]jemandem wiedergeben.
Man hat den Mantel gereinigt. > Der Mantel ist von jemand[em] gereinigt worden.
In der Regel entfällt es aber. > Der Mantel ist gereinigt worden.
Auch das Indefinitpronomen niemand kann man im Vorgangspassiv wiedergeben.
Niemand hatte ihn gewarnt. > Er war von niemand[em] gewarnt worden.
In der Regel entfällt auch niemand. Den Satz im Vorgangspassiv muss man dann mit einer Negation bilden.
Niemand hatte ihn gewarnt. > Er war nicht gewarnt worden.
Leider fand niemand eine Lösung. > Leider wurde keine Lösung gefunden.
Übung 3
Bilden Sie das Vorgangspassiv.
Beispiel: Man überfiel die Bank Die Bank wurde überfallen.
a) Man verschob den Termin. e) Man schlug die Zelte auf. i) Niemand zwang dich.
b) Man schliff die Messer. f) Man schloss den Tresor. j) Niemand las die Instruktionen.
c) Man vermied einen Konflikt. g) Niemand entdeckte den Schatz. k) Niemand unterschrieb den Vertrag.
d) Man verlor das Spiel. h) Niemand fand den Fehler. l) Niemand wusch den Wagen.
1)
Ist der Urheber keine Person, wird im Vorgangspassiv häufig durch + Akk. verwendet. > Das Haus wurde durch ein Feuer beschädigt.
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Grammatik C1
Beispiel: Es wurde bei der Konferenz lange über diese Themen diskutiert.
Bei der Konferenz wurde lange über diese Themen diskutiert.
Lange wurde bei der Konferenz über diese Themen diskutiert.
Über diese Themen wurde bei der Konferenz lange diskutiert.
Achtung: Auch wenn „Es“ verborgen ist, steht das Prädikat im Singular; „Es“ ist immer noch Subjekt.
Übung 4
Bilden Sie das Vorgangspassiv im Perfekt.
Beispiel: Kollege - danken Dem Kollegen ist gedankt worden.
Übung 5
Bilden Sie das Vorgangspassiv im Präteritum.
Beispiel: eine Alternative - suchen Nach einer Alternative wurde gesucht.
Übung 6
Bilden Sie das Vorgangspassiv.
4
Grammatik C1
2. Zustandspassiv
Das Zustandspassiv oder Stativ bildet man mit den Formen von sein1 und einem Partizip II2.
Das Projekt ist bereits abgeschlossen.
Meist verwendet man das Zustandspassiv nur im Präsens oder im Präteritum.
Man kann das Zustandspassiv auch in den übrigen Zeiten bilden, allerdings wird es sehr selten so verwendet.
Wie der Name Zustandspassiv bereits sagt, lassen sich damit Zustände beschreiben.
Das Brot ist gebacken. / Die Schuhe sind geputzt. / Das Rätsel war gelöst.
Häufig wird das Zustandspassiv als Resultat einer vorausgegangenen Handlung gesehen.
Man hat das Haus renoviert. > Zustandspassiv: Das Haus ist nun renoviert.
Man hatte die Fenster geputzt. > Zustandspassiv: Die Fenster waren dann geputzt.
Übung 7
Bilden Sie Sätze im Zustandspassiv.
Beispiel: die Schuhe - putzen Putz bitte die Schuhe! - Die sind doch schon längst geputzt.
In den meisten Fällen bildet man das Zustandspassiv von Verben mit Akkusativobjekt (transitive Verben). Dabei
kann in der Regel die Handlung, die dem Zustandspassiv im Präsens oder Präteritum vorausgeht, durch einen
Satz im Vorgangspassiv im Präteritum / Perfekt bzw. im Plusquamperfekt wiedergeben.
Das Brot ist gebacken. > Vorgangspassiv: Das Brot wurde gebacken. / Das Brot ist gebacken worden.
Der Raum war renoviert. > Vorgangspassiv: Der Raum war renoviert worden.
Übung 8
Bilden Sie Sätze im Vorgangspassiv (Plusquamperfekt) und im Zustandspassiv.
Beispiel: den Auftrag erledigen Der Auftrag war erledigt worden, dann war er erledigt.
1)
Unterscheiden muss man das Zustandspassiv vom Perfekt / Plusquamperfekt mit sein: Max ist verreist. / Das Kind war eingeschlafen.
2)
Handelt es sich um das Partizip II eines reflexiven Verbs, spricht man von einem Zustandsreflexiv: sich betrinken > Er ist betrunken.
3)
Das Zustandspassiv im Futur II wird so gut wie nie gebraucht.
5
Grammatik C1
Nicht immer beschreibt das Zustandspassiv das Resultat einer vorangegangenen Aktion, denn z. T. lässt sich
kein entsprechendes Vorgangspassiv bilden.
Das Haus ist seit einiger Zeit wieder bewohnt. / Unsere Möglichkeiten sind begrenzt.
Im Zustandspassiv wird der Urheber häufig nicht genannt, kann aber mit von / durch angegeben werden.
Der Ausbau des Flughafens war von der Behörde genehmigt.
Die Finanzierung des Projekts ist durch Sponsoren gesichert.
Übung 9
Formulieren Sie die Aussagen im Zustandspassiv.
Beispiel: Der Vertrag legt die Lieferfristen fest. Die Lieferfristen sind durch den Vertrag festgelegt.
a) Ein Fluss trennt die beiden Stadtteile. f) Der Nebel hat die Berggipfel verhüllt.
b) Die Verfassung schützt die Pressefreiheit. g) Der Regen hat die Wege aufgeweicht.
c) Das Gesetz regelt den Waffenbesitz. h) Das Unwetter hat das Land verwüstet.
d) Die Kostenexplosion gefährdet das Projekt. i) Die lange Trockenheit hat die Bäume geschädigt.
e) Die laute Musik lenkt die Kinder ab. j) Die Leistung des Teams hat die Fans enttäuscht.
Übung 10
Formulieren Sie die Sätze um.
Beispiel: Man verband die Teile mit Klebstoff. Die Teile sind mit Klebstoff verbunden.
a) Man schrieb den Brief mit Bleistift. f) Man fütterte die Jacke mit Samt.
b) Man überzog die Oberfläche mit Kunststoff. g) Man bestrich den Toast mit Butter.
c) Man belegte die Brote mit Schinken. h) Man verkleidete die Decke mit Holz.
d) Man verdünnte den Sirup mit Wasser. i) Man beklebte die Wand mit Plakaten.
e) Man reinigte die Instrumente mit Alkohol. j) Man vergiftete die Böden durch Pestizide.
In einem Zustandspassiv wird das Partizip II z. T. wie ein Adjektiv (mit dem Kopulaverb sein) verwendet.
- gleiche oder sehr ähnliche Bedeutung: Das Fenster ist geöffnet. > Das Fenster ist offen.
Die Arbeit ist beendet. > Die Arbeit ist fertig.
- Negation mit un: Die Möbel waren lackiert. > Die Möbel waren unlackiert.
Die Zimmer sind geheizt. > Die Zimmer sind ungeheizt.
Übung 11
Beantworten Sie die Fragen.
Beispiel: Wer behandelte diese Krankheit? - Niemand, denn sie ist nach wie vor unbehandelt.
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Grammatik C1
Nomen-Verb-Verbindungen
1. Nicht fixierte Nomen-Verb-Verbindungen
Nomen treten oft bevorzugt oder z. T. sogar ausschließlich in Kombination mit bestimmten Verben auf, wobei
aber sowohl die Bedeutung der Verben als auch die Bedeutung der Nomen die gesamte Bedeutung ergeben.
- bezahlen > die Rechnung bezahlen / einen Preis bezahlen / Miete bezahlen
- stoßen auf > auf Gold stoßen / auf Widerstand stoßen / auf Zustimmung stoßen
- sich etw. zuziehen > sich eine Grippe zuziehen / sich eine Verbrennung zuziehen / sich Ärger zuziehen
Übung 1
Welches Verb passt? (Mehrfache Verwendung möglich!) Ergänzen Sie ein Partizip II.
befolgen erleiden begehen einhalten gewinnen
Beispiel: Max hat die Anweisungen leider nicht befolgt .
Übung 2
Welche Verben passen? Markieren Sie. 1 Antwort oder 2 Antworten sind falsch.
Übung 3
Welche Nomen passen? Markieren Sie. 1 Antwort oder 2 Antworten sind falsch.
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Grammatik C1
2. Funktionsverbgefüge
Bestimmte Verben gebraucht man als Funktionsverben (FV) zusammen mit einem Nomen, einer Nominalgruppe
oder einer Präpositionalgruppe in so genannten Funktionsverbgefügen (FVG). Die FV haben außerhalb des
FVG bestimmte Bedeutungen, aber im FVG geben sie diese weitgehend auf. Die Bedeutung des gesamten
FVG wird hauptsächlich oder ausschließlich vom beteiligten Nomen getragen. 1
1. FV, die mit einem Akkusativ vorkommen:
z. B. anstellen, ausüben, erstatten, erteilen, finden, genießen, leisten, machen, treffen, üben, vornehmen
- einen Unterschied machen
- die Erlaubnis erteilen
- Druck ausüben
2. FV, die mit einer Präpositionalgruppe vorkommen:
z. B. sich befinden, bleiben, bringen, gehen, geraten, kommen, liegen, sein, stehen, treten, sich versetzen
- in Ordnung bringen
- zu einer Entscheidung kommen
- unter Verdacht stehen
3. FV, die mit einem Akkusativ oder mit einer Präpositionalgruppe vorkommen:
z. B. führen, geben, haben, halten, nehmen, (sich) setzen, stellen, ziehen
- ein Gespräch führen <> zu Ende führen
- ein Bad nehmen <> in Besitz nehmen
- eine Frage stellen <> unter Beweis stellen
Übung 4
FVG mit Akkusativ - Ergänzen Sie die Nomen.
Vermutungen Widerstand Vergleich Kritik Auskunft
Verzicht Entscheidung Behandlung Faszination Gehör
Absage Einfluss Beifall Vorsorge Vertrauen
a) Um Unterschiede zwischen den Angeboten zu erfassen, sollte man einen ______________ anstellen.
b) Sie müssen wirklich so bald wie möglich eine ________________ treffen.
c) Leider hat das Theaterstück beim Publikum keinen ______________ gefunden.
d) Jana dachte, dass sie eine Zusage erhält, aber man hat ihr eine ______________ erteilt.
e) Sicher ist, dass viele Faktoren einen ______________ auf das Wetter ausüben.
f) Wenn Sie immer so schüchtern und leise sind, finden Sie bei anderen niemals ______________.
g) Deine Freunde verlassen sich auf dich. Du genießt das ______________ deiner Freunde.
h) Viele Anwohner wollen gegen den Ausbau der Straße ______________ leisten.
i) Weißt du, warum Dinosaurier auf viele Kinder eine solche ______________ ausüben?
j) Wenn sie spätere Risiken vermeiden möchten, sollten Sie ___________ treffen .
k) Wenn man etwas nicht genau weiß, muss man wohl oder übel _______________ anstellen.
l) Alles passt Max nicht. Er muss immer an allem ______________ üben.
m) Ich fragte, wann das Konzert stattfindet, aber man konnte mir keine ______________ erteilen.
n) Ich habe ein Problem mit einem Zahn. Der Zahnarzt muss eine ______________ vornehmen.
o) Die Menschen sind an Luxus gewöhnt und es fällt ihnen schwer, ______________ zu leisten.
1)
FVG lassen sich nicht immer eindeutig gegen andere Nomen-Verb-Verbindungen abgrenzen.
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Grammatik C1
Übung 5
Ergänzen Sie die Präpositionen z. T. mit Verschmelzung. (in - zu - auf - aus - unter - außer / zum / zur)
Übung 6
Ergänzen Sie die folgende Verben: geben - haben - halten - nehmen - (sich) setzen - stellen - ziehen.
Beispiel: Bereits den Besitz von Dopingmittel muss man unter Strafe stellen.
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Grammatik C1
■ Artikelgebrauch in FVG
In vielen FVG gelten feste Regeln für den Artikelgebrauch.
- ohne Artikel
Platz nehmen, Abhilfe leisten, unter Druck setzen, vor Gericht stehen
- mit Artikel - bestimmt (oft mit Präposition) oder unbestimmt
die Konsequenzen ziehen, eine Anordnung treffen, zur Sprache bringen, im Zweifel sein
Übung 7
Ergänzen Sie einen Artikel, falls möglich.
a) Ihr solltet den Streit beenden und endlich ______ Kompromiss schließen.
b) Wer zu Ferienbeginn reist, muss oft lange Wartezeiten in ______ Kauf nehmen.
c) Sind Sie denn schon zu ______ Entscheidung gekommen?
d) Wir müssen los. Wir müssen jetzt ______ Abschied nehmen.
e) Musst du noch einkaufen? - Ja, ich muss noch ______ Besorgung machen.
f) Bei diesem Streit sollten beide Parteien mehr ______ Zurückhaltung üben.
g) Ich möchte die Aussage des Zeugen nicht in___ Zweifel ziehen.
h) Sie sollten bitte folgende Informationen zu___ Kenntnis nehmen.
i) Max wollte seine Freunde auf jeden Fall in___ Vertrauen ziehen.
j) Die Unparteilichkeit von Richter*innen sollte außer ______ Frage stehen.
k) Darf ich Ihnen vielleicht ______ Rat geben?
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Grammatik C1
Übung 9
Aktive Bedeutung: bringen, führen, geben / erteilen, leisten, stellen, treffen
Beispiel: zur Sprache _bringen_ ansprechen
Übung 10
Passive Bedeutung: finden, genießen, gelangen / kommen, stehen, bekommen / erhalten,
Beispiel: zur Sprache _kommen__ angesprochen werden
a) einen Auftrag __________ > ______________ d) den Respekt __________ > ______________
b) unter Kontrolle __________ > ______________ e) zur Überzeugung __________ > ______________
c) Zustimmung __________ > ______________ f) unter dem Schutz _________ > ______________
Übung 11
Welche Nomen passen? Markieren Sie. 1 Antwort oder 2 Antworten sind falsch.
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Grammatik C1
3. Figurative Nomen-Verb-Verbindung
Figurative Nomen-Verb-Verbindung sind durch eine bildhafte Umdeutung gekennzeichnet.
Die Bildhaftigkeit ist dabei z.T. mehr oder weniger ersichtlich.
den Mund halten, ins Auge springen, in Grenzen halten, zur Kasse bitten
Viele Ausdrücke müssen allerdings interpretiert werden und sind nur durch kulturelles, historisches Wissen etc.
transparent.
ein Eigentor schießen, sich ins Zeug legen, im Stich lassen, ins Gras beißen
Übung 12
Welches Verb passt und was passt zusammen?
hat heult kommt macht schießt setzt trägt
Beispiel: Wer Eulen nach Athen trägt , (3) macht etwas Überflüssiges / Unsinniges.
Übung 13
Welches Verb passt und was passt zusammen?
geht gießt greift haut tanzt tritt zieht
Beispiel: Wer an die Decke geht , (6) wird wütend / ärgerlich.
Übung 14
Figurative Nomen-Verb-Verbindungen mit Körperteilen
Beispiel: jemanden an der Nase herumführen > jemanden täuschen, narren, betrügen
a) mit halbem ____________ zuhören > nicht richtig zuhören, unkonzentriert sein
b) lange ____________ machen > stehlen
c) etwas auf die leichte ____________ nehmen > etwas nicht ernst genug nehmen
d) ein langes ____________ machen > enttäuscht sein
e) jemandem den ____________ waschen > jemanden kritisieren, tadeln
f) jemandem auf die ______________ schauen > jemanden kontrollieren
g) auf großem ____________ leben > luxuriös leben, über seine Verhältnisse leben
h) jemandem auf den ____________ fühlen > jemanden genau prüfen
i) jemanden auf den ____________ nehmen > jemanden täuschen, verspotten, ärgern
j) jemandem die ____________ drücken > jemandem Glück wünschen
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Grammatik C1
Modalverben
Die Verben können, dürfen, müssen, sollen, wollen und mögen bilden die Gruppe der Modalverben 1. Sie
können auch als Vollverben ohne Infinitiv gebraucht werden und treten dann z. B. ohne Ergänzung, mit einer
Richtungsangabe oder mit einem Akkusativobjekt auf.
Warum kommst du nicht mit? - Ich mag nicht.
Wollen Sie diese Frau heiraten? - Ja, ich will.
Ich muss morgen nach Wien.
Ich möchte hier sofort raus.
Ich mag keine Erdbeeren.
Ich könnte so eine schwierige Arbeit nicht.
Was soll das?
Als Modalverben weisen diese Verben eine Reihe von Besonderheiten auf.
Sie bilden zusammen mit dem reinen Infinitiv eines Vollverbs das Prädikat des Satzes.
Je nach Satzart steht das Modalverb dabei an Position I oder Position II.
Der Infinitiv steht an Position ENDE, z. B.
Kann ich Ihnen helfen?
Leider darf ich nichts zu dieser Sache sagen.
Wann soll ich dich anrufen?
Im Nebensatz allerdings steht dann das Modalverb am Ende des Satzes direkt hinter dem Infinitiv, z. B.
Clara ist traurig, weil sie uns nicht besuchen kann.
Mithilfe der Modalverben wird der Aussage eines Satzes eine Modalität verliehen, d. h. es wird z. B. ausge-
drückt, wie notwendig, wichtig, möglich o. ä. eine Aussage für das Subjekt ist.
Clara kann / darf / muss / soll das Regal aufstellen.
Häufig kann außerdem eine Absicht, ein Wunsch o. ä. ausgedrückt werden.
Clara will / mag das Regal aufstellen.
Mit Modalverben kann die Sprecherin / der Sprecher aber auch ausdrücken, für wie wahrscheinlich sie / er die
Aussage hält, ob sie / er die Aussage als glaubwürdig einstuft oder für empfehlenswert hält o. ä.
Der Dieb könnte / dürfte / müsste / muss / soll durch den Keller ins Haus gekommen sein.
Die Regeln sollten / müssten geändert werden.
Man spricht vom subjektiven Gebrauch, wenn eine Sprecherin / ein Sprecher mithilfe eines Modalverbs aus-
drückt, wie sicher sie / er etwas weiß, für wie zuverlässig sie / er eine Information hält oder was sie / er sie für
ratsam hält, z. B.
Vermutung: Das Wetter könnte sich bessern.
Gerücht: Die Ministerin soll schon länger Bescheid gewusst haben.
Empfehlung: Du solltest mehr auf deine Ernährung achten.
1)
Auch andere Verben werden z. T. in dieser Gruppe genannt, z. B. brauchen, lassen, werden.
Die Konjunktivform von mögen (möchten) wird bisweilen auch als ein eigenständiges Modalverb angesehen.
13
Grammatik C1
Beim objektiven Gebrauch verwendet man die Modalverben in allen Zeiten, der Infinitiv ändert sich dann nicht.
Präsens: Eva muss die Arbeit erledigen.
Präteritum: Eva musste die Arbeit erledigen.
Perfekt: Eva hat die Arbeit erledigen müssen.
Plusquamperfekt: Eva hatte die Arbeit erledigen müssen.
Futur I: Eva wird die Arbeit erledigen müssen.
(Futur II: Eva wird die Arbeit haben1 erledigen müssen.)
Beim objektiven Gebrauch bilden die Modalverben Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II und Konjunktiv Vergan-
genheit nicht mit dem Partizip II, sondern mit dem Infinitiv (Ersatzinfinitiv). Es entsteht eine Infinitivgruppe.
Perfekt: Man hat das Problem lösen können.
Plusquamperfekt: Man hatte uns nicht beunruhigen wollen.
Konjunktiv II Vergangenheit: Man hätte die Leute früher informieren sollen.
Beim subjektiven Gebrauch verwendet man die Modalverben in der Regel im Präsens oder im Konjunktiv II Man ge-
braucht den Infinitiv Präsens oder den Infinitiv Vergangenheit. (Partizip II + haben / sein), um eine Zeit anzugeben.
Häufig lässt sich eine Modalität mithilfe eines Modalverbs kürzer formulieren als z. B. mit einem Infinitivsatz.
Boris war nicht in der Lage, alle Aufgaben zu erledigen. > Boris konnte nicht alle Aufgaben erledigen.
1)
Das Hilfsverb muss - vor den beiden Infinitiven stehen. Das Futur II mit Modalverben ist aber kaum gebräuchlich.
In verschiedenen Grammatikwerken finden sich auch unterschiedliche Varianten: *Sie wird die Arbeit erledigt haben müssen.
14
Grammatik C1
1)
im Präsens oft mit Verdoppelung: Das Wetter will und will nicht besser werden.
15
Grammatik C1
Mit können lässt sich dem Subjekt eine Befähigung, ein Talent etc. zuschreiben, mit einer Negation wird dem
Subjekt eine Befähigung, ein Talent abgesprochen.
Der Papagei kann gut sprechen, er kann aber nicht gut singen.
Übung 1
Befähigung / Talent / Kompetenz - können / Unfähigkeit / Unvermögen - nicht können
Beispiel: Jana war nicht imstande, die Frist einzuhalten. Jana konnte die Frist nicht einhalten.
a) Julia war natürlich in der Lage, diese kleine Reparatur selbst durchzuführen.
b) Warum war der Ingenieur nicht fähig, exakte Berechnungen durchzuführen?
c) Der neue Techniker ist sicher imstande, das defekte Gerät schnell zu reparieren.
d) Felix bringt es nicht fertig, seinen Kollegen die ganze Wahrheit zu sagen.
e) Wer ist in der Lage, alle relevanten Details zu nennen?
f) Auch der Tourismus vermochte die wirtschaftliche Lage in der Region kaum positiv zu beeinflussen.
g) Die Schüler und Schülerinnen waren bei dieser Hitze nicht in der Lage, sich zu konzentrieren.
h) Mein Cousin versteht sich sehr gut aufs Kochen mexikanischer Gerichte.
Mit können - seltener mit dürfen - lässt sich auch ausdrücken, dass eine Möglichkeit, eine Gelegenheit besteht
oder dass es eine Chance gibt.
Wir können mit dem Taxi nach Hause fahren, aber wir können auch den Bus nehmen.
Übung 2
Möglichkeit / Gelegenheit - können / (dürfen)
Beispiel: Wir hatten die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen. Wir konnten / (durften) am Projekt teilnehmen.
a) Die Bürger haben jetzt die Chance, bei einer wichtigen Angelegenheit ihre Meinung kundzutun.
b) Beim Meeting bietet sich uns die Gelegenheit, alle Missstände anzusprechen.
c) Wer hatte die Gelegenheit, bei der Bürgerversammlung sein Anliegen vorzubringen?
d) Wir bekamen die Gelegenheit, die Produkte dieses Herstellers zu testen.
e) Man bot den Wissenschaftler*innen die Möglichkeit, ihre Experimente fortzusetzen.
f) Haben wir die Möglichkeit, unsere Bestellung noch zu stornieren?
g) Nur wenige Teams haben die Aussicht, diesen Wettbewerb zu gewinnen.
h) Viele Angestellte haben die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Homeoffice zu erledigen.
Mit dürfen - seltener mit können - lässt sich ausdrücken, dass dem Subjekt etwas erlaubt ist, dass eine Geneh-
migung vorliegt. Eine Negation drückt ein Verbot aus.
In dieser Straße dürfen (können) nur Anwohner parken. Andere Leute dürfen (können) hier nicht ihr Auto abstellen.
Übung 3
Genehmigung / Erlaubnis <> Verbot - dürfen / können <> nicht dürfen
Beispiel: Die Forscherin erhielt die Genehmigung, im Schutzgebiet zu arbeiten.
Die Forscherin durfte im Schutzgebiet arbeiten.
16
Grammatik C1
Mit müssen wird ausgedrückt, dass eine Notwendigkeit, eine Pflicht z. B. durch Normen, Vorschriften, Gesetze
oder aus natürlichen Gründen besteht
Man muss atmen. / Verträge muss man einhalten. / Bei Rot muss man stehen bleiben.
Übung 4
Notwendigkeit / Pflicht / Vorschrift - müssen / nicht dürfen
Beispiel: Es war unumgänglich, die Geräte auszutauschen. Man musste die Geräte austauschen.
Mit wollen drückt man u. a. aus, dass das Subjekt einen Wunsch, eine Absicht, eine Entschlossenheit hat. Im
Präsens verwendet man für einen höflichen Wunsch möchten. Mit der Negation wird dann eine Ablehnung, ein
Widerwille oder eine Weigerung ausgedrückt.
Ich wollte dir etwas erzählen, aber ich möchte, dass du es nicht weitererzählst.
Paul wollte auf keinen Fall etwas mit der Sache zu tun haben.
Übung 5
Wille / Absicht / Wunsch / Bereitschaft - wollen / möchten
Beispiel: Ich hatte vor, dich am Wochenende zu besuchen. Ich wollte dich am Wochenende besuchen.
Mit müssen oder sollen kann man Befehle, Anweisungen, Aufträge, Anweisungen etc. ausdrücken. Dabei sind
solche Sätze mit müssen eindringlicher, mit sollen nicht so autoritär.
Herr Maroth, Sie müssen sich bei der Polizei melden./ Paul soll jetzt zum Chef kommen.
Übung 6
Befehl / Anweisung / Anordnung / Auftrag - müssen / sollen
Beispiel: Wir haben den Auftrag, ein Konzept zu entwickeln. Wir sollen / müssen ein Konzept entwickeln.
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Grammatik C1
2. Subjektive Bedeutungen der Modalverben (auf die Sprecherin / den Sprecher bezogen)
1. Gruppe
Wenn eine Vermutung, eine Schlussfolgerung etc. eine Handlung, einen Vorgang, eine Situation in der Gegen-
wart oder in der Zukunft betrifft, gebraucht man den Infinitiv Präsens.
Er sagt: „Ich bin sicher, dass Lena zu Hause ist.“ „Lena muss zu Hause sein.“
Er sagt: „Vielleicht regnet es morgen“ „Morgen könnte es regnen.“
Wenn eine Vermutung, eine Schlussfolgerung etc., die eine Handlung, einen Vorgang, eine Situation in der Ver-
gangenheit betrifft, gebraucht man den Infinitiv Perfekt.
Er sagt: „Ich bin sicher, dass Lena in Rom war.“ „Lena muss in Rom gewesen sein.“
Er sagt: „Vielleicht hat sich dein Kollege geirrt.“ „Dein Kollege könnte sich geirrt haben.“
Schlussfolgerung (sicher)
müssen bestimmt / sicher / gewiss / zweifellos
Eva muss gestern zu Hause gewesen sein.
nicht können Schlussfolgerung mit Negation / Einschränkung sicher nicht / sicher nur
nur können Das kann kein Fehler / nur ein Fehler sein. zweifellos nicht / zweifellos nur
unbestätigte Information / Gerücht ich habe gehört / gelesen, dass ...
sollen (Information aus zweiter Hand) man sagt / erzählt, dass ...
Paul soll den Unfall genau gesehen haben. es heißt, dass … / angeblich
kritischer Kommentar / bezweifelte Aussage jemand behauptet / beteuert, dass sie / er...
wollen
Paul will den Unfall genau gesehen haben. jemand sagt / erzählt / erklärt, dass sie / er ...
2. Gruppe
Bei einem Rat, einer Empfehlung gebraucht man den Konjunktiv II Präsens von sollen / müssen.
Das Vollverb steht im Infinitiv Präsens. Du solltest / müsstest dich besser vorbereiten.
Bei nachträglichen Feststellungen gebraucht man den Konjunktiv II Vergangenheit von sollen / müssen.
Das Vollverb steht im Infinitiv Präsens. Du hättest dich besser vorbereiten sollen / müssen.
1)
Bei einem Rat mit müsste vermutet der Sprecher in der Regel, dass der Rat nicht befolgt wird.
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Grammatik C1
Mit dem Konjunktiv II von können (mögen) drückt eine Sprecherin / ein Sprecher aus, dass sie / er sich relativ
unsicher ist. Es handelt sich um eine vage Vermutung, eine Spekulation. Mit dem Konjunktiv II von dürfen wird
eine klare Tendenz ausgedrückt. Man zeigt, dass man eine Vermutung für wahrscheinlicher hält.
Alles könnte (mag) ganz anders gewesen sein.
Die Lage dürfte sich in nächster Zeit wieder beruhigen.
Übung 7
Vermutung - könnte / dürfte
Beispiele: Karl löst das Problem wahrscheinlich ganz schnell. Karl dürfte das Problem ganz schnell bald lösen.
Karl hat das Problem wahrscheinlich bereits gelöst. Karl dürfte das Problem bereits gelöst haben.
Mit dem Konjunktiv II von müssen sagt eine Sprecherin / ein Sprecher, dass sie / er sich relativ sicher ist (Schlussfol-
gerung). Mit müssen und mit können + nur wird ausgedrückt, dass man sich ganz sicher ist, dass man keine ande-
re Option für möglich hält. Mit können + Negation, drückt man aus, dass man eine Aussage für unmöglich hält.
Die Lieferung müsste bald ankommen.
Eva muss bei dieser Aufgabe Hilfe gehabt haben.
Eva kann diese Aufgabe nur mit fremder Hilfe geschafft haben.
Boris kann mit dieser Geschichte nichts zu tun haben.
Übung 8
Schlussfolgerung - müsste / muss <> kann nicht / kein / nur
Beispiel: Sicher hat niemand mit diesem Ende gerechnet. Niemand kann mit diesem Ende gerechnet haben.
a) Ich bin mir ziemlich sicher, dass Max die Aufgabe schon erledigt hat.
b) Tanja hat zweifellos nichts von der Sache gewusst.
c) Ich bin mir relativ sicher, dass wir unsere Ziele in diesem Jahr wieder erreichen.
d) Dieses Gebäude ist sicher schon über 400 Jahre alt.
e) Ich bin ganz sicher, dass es sich hier nur um ein Versehen handelt.
f) Clara hat diese grobe Unhöflichkeit bestimmt nicht toleriert.
g) Man hat den Patienten nach der Operation mit Sicherheit rund um die Uhr überwacht.
h) Ich bin mir sicher, dass Lisa den Bluff nicht durchschaut hat.
i) Zweifellos hat Sandra die Situation falsch eingeschätzt.
j) Höchstwahrscheinlich lassen sich solche Fehler künftig vermeiden.
19
Grammatik C1
Mit sollen drückt eine Sprecherin / ein Sprecher aus, dass sie / er keine Garantie für die Aussage übernimmt.
Es handelt sich um ein Gerücht oder um eine Information, deren Quelle unsicher ist.
Der Präsident soll in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein. / Clara soll sich mit ihrem Freund gestritten haben.
Übung 9
Gerücht / unbestätigte Information - soll
Beispiel: Man erzählt, dass sich der Innenminister persönlich um die Angelegenheit gekümmert hat.
Der Innenminister soll sich persönlich um die Angelegenheit gekümmert haben.
Mit wollen kann eine Sprecherin / ein Sprecher ausdrücken, dass sie / er die Aussage einer Person über sich
selbst sehr skeptisch sieht, dass sie / er erhebliche Zweifel an dieser Aussage hat. Ein relativ langer Kommentar
lässt sich so zudem kürzer formulieren. Da meistens die Aussage einer Person angezweifelt wird, findet man
hier meistens will.
Martin sagt, dass er früher in der Schule immer der Klassenbeste war, aber ich zweifle sehr daran.
> Martin will früher in der Schule immer der Klassenbeste gewesen sein.
Übung 10
Kritischer Kommentar / bezweifelte Aussage - will
Der Zeuge behauptet etwas, aber man ist nicht sicher, ob er die Wahrheit spricht:
Beispiel: „Ich habe alles genau beobachtet.“ Der Zeuge will alles genau beobachtet haben.
20
Grammatik C1
Mit dem Konjunktiv II von sollen kann eine Sprecherin / ein Sprecher ausdrücken, was sie / er für empfehlens-
wert, ratsam hält. Wenn man davon ausgeht, dass die Empfehlung, der Rat nicht beachtet wird, verwendet man
den Konjunktiv II von müssen.
Du solltest dich gesünder ernähren. / Du müsstest mehr Sport treiben (aber ich weiß, du hast wenig Zeit).
Wenn eine Sprecherin / ein Sprecher etwas für bedauerlich, nicht ratsam hält, sollte das Gegenteil geschehen.
Es wäre bedauerlich, wenn wir eine falsche Entscheidung träfen. > Wir sollten keine falsche Entscheidung treffen.
Übung 11
Empfehlung - sollte / müsste
Beispiel: Ich empfehle Ihnen, solchen Menschen nicht zu vertrauen.
Sie sollten solchen Menschen nicht vertrauen.
a) Ich rate dir dazu, dich von einem Facharzt untersuchen zu lassen.
b) Es ist empfehlenswert, nicht zu viel Bargeld auf diese Reise mitzunehmen.
c) Ich glaube, es ist besser, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.
d) Ich empfehle Ihnen, sich einen guten Anwalt zu nehmen.
e) Ich halte es für besser, wenn Sie in Zukunft auf Alkohol verzichten.
f) Es ist empfehlenswert, wichtige Daten an getrennten Orten zu speichern.
g) Ich denke, es wäre besser, wenn wir mal eine Pause einlegen würden.
h) Ich rate euch, dem Hund nicht zu nahe zu kommen.
i) Ich rate dir, dich um deine eigenen Angelegenheiten zu kümmern.
j) Es ist empfehlenswert, sich vor der Safari impfen zu lassen.
Mit dem Konjunktiv II Vergangenheit von sollen drückt eine Sprecherin / ein Sprecher aus, was sie / er im
Nachhinein für besser gehalten hätte, wofür es aber jetzt zu spät ist. Es hat sich inzwischen eine negative Kon-
sequenz ergeben.
Du hättest diesen Vertrag niemals unterschreiben sollen.
Um die Aussage zu verstärken kann man in Sätzen ohne Negation den Konjunktiv II Vergangenheit von müs-
sen, in Sätzen mit Negation den Konjunktiv II Vergangenheit von dürfen verwenden.
Du hättest dich besser vorbereiten müssen. / Du hättest nicht so viel Wodka trinken dürfen.
Übung 12
Erkenntnis im Nachhinein / Bedauern - hätte ... sollen / müssen <> hätte nicht … sollen / dürfen
Beispiel: Es wäre besser gewesen, wenn Sie diesen Menschen nicht vertraut hätten.
Sie hätten diesen Menschen nicht vertrauen sollen / dürfen.
21
Grammatik C1
Man muss den Teekocher wieder reinigen. > Der Teekocher muss wieder gereinigt werden.
Man soll die Bürotüren immer abschließen. > Die Bürotüren sollen immer abgeschlossen werden.
Man kann die Rechnung auch bar bezahlen. > Die Rechnung kann auch bar bezahlt werden.
Man darf die Bilder nicht berühren. > Die Bilder dürfen nicht berührt werden.
Man will / möchte den Termin verschieben. > Der Termin soll verschoben werden.
Übung 13
Bilden Sie Sätze im Vorgangspassiv.
Beispiel: Man konnte den Fehler beheben. Der Fehler konnte behoben werden.
a) Man kann die Reihenfolge nicht verändern. f) Man konnte den Aufenthalt nicht verlängern.
b) Man muss ihm immer alles zweimal erklären. g) Niemand durfte den Raum betreten.
c) Die Mitarbeiter dürfen die Pläne nicht weitergeben. h) Man will den Versuch wiederholen.
d) Niemand konnte diese Thesen widerlegen. i) Man wollte die Leute nicht beunruhigen.
e) Die Experten sollten die Risiken aufzeigen. j) Max wollte die Angelegenheit schnell erledigen.
Übung 14
Bilden Sie Sätze im Vorgangspassiv mit Modalverben. Achten Sie auf die Zeit.
Beispiel: Es war nötig, alles zweimal zu kontrollieren.
(Man musste alles zweimal kontrollieren.) Alles musste zweimal kontrolliert werden.
1)
Das Futur I Passiv mit Modalverben ist wenig gebräuchlich und das Futur II Passiv mit Modalverben gebraucht man so gut wie gar nicht.
Der Text wird haben ausgedruckt werden müssen. (Wortstellung bei Ersatzinfinitiven)
22
Grammatik C1
Aktiv Vorgangspassiv
Präsens / Zukunft: Man dürfte den Text ausdrucken. Der Text dürfte ausgedruckt werden.
Vergangenheit: Man dürfte den Text gedruckt haben. Der Text dürfte ausgedruckt worden sein.
Übung 15
Bilden Sie Sätze im Passiv mit Modalverben.
Beispiele: Vielleicht ändert man den Termin. (Präsens / Futur)
Aktiv: Man könnte den Termin ändern. > Der Termin könnte geändert werden.
Wahrscheinlich hat man die Leute informiert. (Vergangenheit)
Aktiv: Man dürfte die Leute informiert haben. > Die Leute dürften informiert worden sein.
Übung 16
In der Zeitung steht, was bald passiert und was gestern passiert ist.
Beispiel: Verhaftung eines gesuchten Mörders Ein gesuchter Mörder soll verhaftet worden sein.
23
Grammatik C1
Konjunktiv II
Der Konjunktiv II kommt in zwei Zeitformen vor:
Gegenwart und Futur z. B. gäbe, käme, wüsste
Vergangenheit z. B. hätte gegeben, wäre gekommen, hätte gewusst
Die schwachen Verben bilden die Gegenwartsform für den Konjunktiv II wie das Präteritum.
Anstelle der Konjunktivformen für Gegenwart / Zukunft werden vor allem im mündlichen Sprachgebrauch auch
Würde-Formen (würde + Infinitiv) verwendet.
ich lernte > ich würde lernen; wir blieben > wir würden bleiben; du hülfest > du würdest helfen
Bei Hilfs- und Modalverben sollte allerdings die Würde-Form in der Regel nicht verwendet werden.
Hilfsverben Modalverben
sein > wäre können > könnte mögen > möchte
haben > hätte müssen > müsste wollen > wollte
werden > würde dürfen > dürfte sollen > sollte
1)
Die Endungen für den Konjunktiv sind identisch mit den Endungen der schwachen Verben im Präteritum.
2)
Allerdings ist die Bildung des Konjunktiv II z. T. auch mit ä möglich: begönne - begänne; stünde - stände
3)
Die gemischten Verben senden und wenden bilden den Konjunktiv II gleich wie die schwachen Verben: sendete; wendete
24
Grammatik C1
können > hätte können müssen > hätte müssen mögen > hätte mögen
dürfen > hätte dürfen sollen > hätte sollen wollen > hätte wollen
- Konjunktiv II im Passiv
Den Konjunktiv II für Gegenwart / Zukunft bildet man mit würde + Partizip II.
Den Konjunktiv II für Vergangenheit im Vorgangspassiv bildet man mit wäre + Partizip II + worden.
Der Plan würde umgesetzt, wenn die Finanzierung gesichert wäre.
Der Plan wäre umgesetzt worden, wenn die Finanzierung gesichert gewesen wäre.
Vorgangspassiv Zustandspassiv
Gegenwart / Zukunft er, sie, es würde gebaut2 er, sie, es wäre motiviert
Vergangenheit er, sie, es wäre gebaut worden er, sie, es wäre motiviert gewesen
Beim Vorgangspassiv mit Modalverben muss man zwischen objektivem und subjektivem Gebrauch unterscheiden.
- objektive Bedeutungen der Modalverben (z. B. Option, Möglichkeit)
Man könnte diesen Vertrag kündigen. > Dieser Vertrag könnte gekündigt werden.
Man hätte diesen Vertrag kündigen können. > Dieser Vertrag hätte gekündigt werden können.
- subjektive Bedeutungen der Modalverben (z. B. Vermutung)
Man könnte diese Vorschrift ändern. > Diese Vorschrift könnte geändert werden.
Man könnte diese Vorschrift geändert haben. > Diese Vorschrift könnte geändert worden sein.
Übung 1
Ergänzen Sie die Tabelle.
du sprichst du du
du fährst du du
Aktiv
du wirst enttäuscht du du
1)
Im einem NS wird in der Regel das Hilfsverb vor die Infinitivgruppe gestellt. > Es hätte mich geärgert, wenn ich nicht hätte mitkommen dürfen.
2)
Man kann den Konjunktiv II mit dem Präteritumstamm + Konjunktivendungen oder mit würde + Infinitiv bilden und daraus folgt:
würde und würde + werden können im Grunde bedeutungsgleich sein: würde gestohlen > würde gestohlen werden
25
Grammatik C1
Übung 2
Bilden Sie die entsprechenden Formen des Konjunktiv II.
Beispiele: ich gebe ich gäbe / ich würde geben
wir sprachen wir hätten gesprochen
a) du gehst f) ich verstand k) sie konnte empfehlen p) sie darf nicht gestört werden
b) er sagt g) wir zogen um l) er wird verhaftet q) sie soll angerufen werden
c) wir fahren h) ich darf teilnehmen m) er wird untersucht r) es musste erledigt werden
d) ich ging i) er muss abreisen n) ich wurde informiert s) er durfte nicht gestört werden
e) ihr sagtet j) du musstest bezahlen o) wir wurden betrogen t) sie konnte überzeugt werden
Übung 3
Bilden Sie Sätze im Konjunktiv II ohne Würde-Form. Was würden Sie tun?
Beispiel: Theo ruft dich nicht gern an. Ich riefe dich gerne an.
a) Clara erinnert sich nicht genau. e) Du verstehst diesen Zusammenhang nicht gut.
b) Hatem kommt nicht gern mit. f) Einige Leute denken nicht logisch.
c) Ihr lasst euch nicht genau informieren. g) Ihr nehmt euch nicht genug Zeit.
d) Die Leute nutzen die Geräte nicht professionell. h) Du entscheidest dich nicht schnell.
Übung 4
Bilden Sie Sätze im Konjunktiv II in der Vergangenheit. Was hätten Sie lieber getan?
Beispiel: Ich musste meinen Kollegen treffen. > Freunde Ich hätte lieber meine Freunde getroffen.
a) Ich musste Latein lernen. > Französisch e) Ich musste einen Liebesfilm sehen. > Thriller
b) Ich musste nach München fahren. > Berlin f) Ich musste nach London reisen. > Paris
c) Ich musste mich mit Max unterhalten. > Hatem g) Ich musste ein Apartment kaufen. > Haus
d) Ich musste ein Sandwich essen. > Kuchen h) Ich konnte erst um 6 Uhr kommen. > pünktlich
2. Funktionen
2.1. Irrealer Konditionalsatz
Ein irrealer Konditionalsatz zeigt, dass etwas nicht geschieht oder geschehen ist, weil eine Bedingung nicht er -
füllt ist oder nicht erfüllt war.
Man verwendet irreale Konditionalsätze in der Gegenwart und in der Zukunft, wenn die Bedingung nicht erfüllt ist.
Wenn / Falls ich hungrig wäre, äße ich etwas. > Wäre ich hungrig, äße ich etwas.
Man verwendet irreale Konditionalsätze in der Vergangenheit, wenn die Bedingung nicht erfüllt war.
Wenn / Falls ich durstig gewesen wäre, hätte ich getrunken. > Wäre ich durstig gewesen, hätte ich getrunken.
Übung 5
Eine Bedingung ist nicht erfüllt. Bilden Sie irreale Konditionalsätze im Präsens / Futur.
Beispiel: Yasmin kommt nicht mit, weil sie keine Zeit hat. Wenn Yasmin Zeit hätte, käme sie mit.
a) Emma geht nicht ins Kino, weil sie zu müde ist. e) Lilly spricht zu leise, weil sie so schüchtern ist.
b) Karl kauft kein Gebäck, weil er eine Diät macht. f) Paul geht nicht zum Zahnarzt, weil er Angst hat.
c) Leo versteht Julia nicht, weil sie undeutlich spricht. g) Lena fährt nicht in Urlaub, weil sie kein Geld hat.
d) Theo spielt nicht am Computer, weil er lernen muss. h) Mark fährt nicht schnell, weil es heftig schneit.
26
Grammatik C1
Übung 6
Bilden Sie irreale Konditionalsätze ohne wenn.
Beispiel: Du musst im Bett bleiben, weil du eine Grippe hast.
Hättest du keine Grippe, müsstest du nicht im Bett bleiben.
a) Du musst die Arbeit alleine erledigen, weil deine Kollegin krank ist.
b) Du kannst mir nicht helfen, weil du keine Lösung für das Problem weißt.
c) Du musst aus deiner Wohnung ausziehen, weil dir dein Vermieter gekündigt hat.
d) Du darfst diese Informationen nicht weitergeben, weil sie streng vertraulich sind.
e) Du kannst die Frage nicht beantworten, weil du dich nicht vorbereitet hast.
f) Du musst dich an den Vertrag halten, weil du ihn unterschrieben hast.
g) Du darfst nicht mit dem Motorrad fahren, weil du keinen Führerschein hast.
h) Du kannst Paula nicht besuchen, weil du ihre Adresse nicht hast.
Übung 7
Bilden Sie einen irrealen Satz mit sonst.
Beispiel: Ich hatte deine Adresse nicht. (ich - dich - besuchen)
Ich hatte deine Adresse nicht, sonst hätte ich dich besucht.
Übung 8
Bilden Sie einen irrealen Wunschsatz.
Beispiel: Martin belügt uns leider zu oft. Wenn er uns doch nicht so oft belügen würde (belöge)!
a) Tanja treibt leider zu wenig Sport. d) Jana sieht die Lage leider zu verbissen.
b) Max trifft leider zu oft falsche Entscheidungen. e) Paul zögert leider zu lange.
c) Julia benimmt sich leider zu launisch. f) Amira gibt leider zu schnell auf.
27
Grammatik C1
2.4. Höflichkeit
Eine höfliche Frage kann man mit Konjunktiv II formulieren.
Würdest du mir bitte das Salz reichen? / Könntet ihr uns bitte beim Umzug helfen?
Hätten Sie eine Minute Zeit? / Wären Sie wohl so freundlich, mir die Tür zu öffnen?
Übung 9
Bilden Sie eine höfliche Frage mit Konjunktiv II. (Verwenden Sie die Wörter in Klammern.)
Beispiel: Bringst du uns bitte zum Bahnhof? (so nett sein) Wärst du so nett, uns bitte zum Bahnhof zu bringen?
a) Tust du mir einen Gefallen bitte? (können) f) Siehst du dir bitte dieses Bild an? (so nett sein)
b) Nimmst du den Koffer bitte? (so nett sein) g) Fängst du bitte mit deinem Referat an? (werden)
c) Gibst du mir bitte den Kugelschreiber? (werden) h) Wirfst du bitte das Blatt in den Papierkorb? (werden)
d) Liest du die Aufgabe bitte vor? (können) i) Schlägst du bitte das Buch auf Seite 7 auf? (können)
e) Sprichst du bitte etwas lauter? (so freundlich sein) j) Lässt du mich bitte aussprechen? (so nett sein)
Einen Wunsch, eine höfliche Anfrage etc. kann man mit möchte oder hätte gern ausdrücken.
möchte / hätte gern + [Link].: Ich möchte bitte ein Schwarzbrot. / Ich hätte gern ein Schwarzbrot.
möchte + [Link]. + Infinitiv: Ich möchte [gern] ein Zimmer reservieren.
hätte gern + [Link]. + Partizip II: Ich hätte gern ein Zimmer reserviert.
Übung 10
Formulieren Sie einen Wunsch.
Beispiel: die Ausstellung - besichtigen Ich hätte gern die Ausstellung besichtigt.
Übung 11
Drücken Sie folgende Aussagen vorsichtiger aus. Verwenden Sie den Konjunktiv II.
Beispiel: Diese Methode ist sicherlich besser. Diese Methode wäre sicherlich besser.
a) Ich empfehle Ihnen, alles zu notieren. f) Tatsächlich ist das nicht schlecht.
b) Ich denke, niemand kann das besser als du. g) Ich hab' da mal eine Frage.
c) Ich weiß wirklich einen besseren Weg. h) So kommt man deutlich schneller ans Ziel.
d) Das habe ich nie und nimmer vermutet. i) Man kann das auch anders machen.
e) Mir liegt viel an einer konstruktiven Lösung. j) Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
28
Grammatik C1
Übung 12
Antworten Sie mit der Vergangenheitsform von Konjunktiv II Aktiv und fast.
Beispiel: Hast du den Flug etwa verpasst? Nein, aber fast hätte ich ihn verpasst.
a) Hast du das Spiel etwa verloren? g) Hast du dir etwa das Bein gebrochen?
b) Hat Toni das Glas etwa zerbrochen? h) Bist du etwa im Konzert eingeschlafen?
c) Habt ihr den Vertrag etwa unterschrieben? i) Bist du etwa betrogen worden?
d) Hast du den Fehler etwa übersehen? j) Ist Paul etwa überrascht worden?
e) Seid ihr etwa zu spät eingetroffen? k) Wurde die Fahrradfahrerin etwa verletzt?
f) Hast du etwa zu schnell aufgegeben? l) Musstest du etwa den Betrag zurückzahlen?
vielleicht, eventuell, unter Umständen etc. Er könnte den 19-Uhr-Zug genommen haben.
wahrscheinlich, vermutlich, ich glaube etc. Sie dürfte auch mitgefahren sein.
fast sicher, höchstwahrscheinlich etc. Dann müsste er jeden Moment kommen.
Übung 13
Bilden Sie Sätze mit Modalverben.
Beispiel: Clara bleibt wahrscheinlich zu Hause. Clara dürfte zu Hause bleiben.
29
Grammatik C1
Empfehlungen oder Ratschläge kann man mit sollte ausdrücken. Glaubt die Sprecherin / der Sprecher, dass
der Ratschlag eher nicht befolgt wird, formuliert man Empfehlungen oder Ratschläge mit müsste.
Ich denke, es wäre besser, wenn ... Man sollte / müsste einiges ändern.
Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn ... Du solltest / müsstest mehr Sport treiben.
Übung 14
Bilden Sie Sätze mit Modalverben.
Beispiel: Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn du dich zurückhieltest. Du solltest dich zurückhalten.
Nachträgliche Feststellungen, die ein Bedauern beinhalten können, drückt man mit hätte ... sollen / müssen
oder (mit Negation) mit hätte nicht .... sollen / dürfen aus.
Es wäre besser gewesen, wenn ... Man hätte besser aufpassen müssen / sollen.
Es wäre besser gewesen, wenn … nicht ... Das hättest du nicht machen sollen / dürfen.
Übung 15
Bilden Sie Sätze mit Modalverben.
Beispiel: Es wäre besser gewesen, wenn du dich erkundigt hättest. Du hättest dich erkundigen sollen.
30
Grammatik C1
Konjunktiv I
1. Bildung der Formen
Den Konjunktiv I gibt es in drei Zeitformen.
Gegenwart: Tina sagt, sie komme heute an.
Vergangenheit: Tina sagt, sie sei gestern angekommen und habe im Hotel übernachtet.
Zukunft: Tina sagt, sie werde nächste Woche ankommen. (selten gebraucht)
Man bildet den Konjunktiv I für die Gegenwart, indem die Endungen für den Konjunktiv an den Präsensstamm
hängt. Hauptsächlich verwendet man den Konjunktiv I in der indirekten Rede bzw. in der indirekten Frage. Aller-
dings findet man hier auch oft den Konjunktiv II, insbesondere dann, wenn die Konjunktiv-I-Form nicht vom der
Präsensform unterscheidbar ist.
Jana sagte, dass sie nach Frankfurt fahre, weil ihre Freunde auch führen.
In der indirekten Rede wird sehr oft die 3. Pers. Sg. und die 3. Pers. Pl. gebraucht.. Da der Konjunktiv I bei der
Singularform immer eindeutig ist und bei der Pluralform - mit Ausnahme von sein - immer mit der Präsensform
übereinstimmt, verwendet man im Sg. den Konjunktiv I und im Plural Konjunktiv II (gemischte Reihen).
Lisa behauptet, sie trinke seit Wochen nur Wasser.
John erklärte, er habe seit Wochen seine Freunde nicht mehr gesehen.
Lisa und John behaupten, sie tränken seit Wochen nur Wasser.
Lisa und John erklärten, sie hätten seit Wochen ihre Freunde nicht mehr gesehen.
Nur bei der indirekten Rede bzw. bei der indirekten Frage mit dem Kopulaverb / Hilfsverb sein gebraucht man
sowohl im Sg. als auch im Pl. den Konjunktiv I. Hier gibt es keine gemischte Reihe.
Lisa meinte, sie sei in letzter Zeit immer so müde.
Lisa und John meinten, sie seien in letzter Zeit kaum mehr ins Kino gegangen.
31
Grammatik C1
- Konjunktiv I - Vergangenheitsformen
Den Konjunktiv I für die Vergangenheit bildet man mit dem Partizip II und den Hilfsverben haben oder sein.
Auch hier verwendet man bei Verben mit sein immer Konjunktiv I, bei den Verben mit haben gemischte Reihen.
Lisa behauptet: „Ich bin früh aufgestanden.“ Lisa behauptet, sie sei früh aufgestanden.
John sagt: „Ich habe alles erledigt.“ John sagt, er habe alles erledigt.
Die Gäste sagen: „Wir sind lange geblieben.“ Die Gäste sagen, sie seien lange geblieben.
Die Spieler meinen: „Wir haben viel trainiert.“ Die Spieler meinen, sie hätten viel trainiert.
- Konjunktiv I - Modalverben
Auch bei den Modalverben gebraucht man gemischte Reihen. Die Formen für die Vergangenheit bildet man ha-
ben und Infinitiv.
Lisa behauptet: „Ich muss jetzt gehen.“ Lisa behauptet, sie müsse jetzt gehen.
John sagt: „Ich durfte nicht aufstehen.“ John sagt, er habe nicht aufstehen dürfen.
Lisa glaubt: „Alle können sich anmelden.“ Lisa glaubt, alle könnten sich anmelden.
John meint: „Viele wollten nicht helfen.“ John meint, viele hätten nicht helfen wollen.
- Konjunktiv I - Passiv
Den Konjunktiv I für das Vorgangspassiv bildet man mit dem Partizip II und den Hilfsverben werden, den
Konjunktiv I für das Zustandspassiv mit dem Partizip II und den Hilfsverben sein. Beim Vorgangspassiv im
Präsens verwendet man eine gemischte Reihe.
Vorgangspassiv
Lisa vermutet: „Ich werde bald informiert.“ Lisa vermutet, sie werde bald informiert.
John sagt: „Alles wurde gestern erledigt.“ John sagt, alles sei gestern erledigt worden.
Lisa glaubt: „Alle werden bald informiert.“ Lisa behauptet, alle würden bald informiert.
John denkt: „Die Leute wurden betrogen.“ John denkt, die Leute seien betrogen worden.
Zustandspassiv
Lisa betont: „Ich bin sehr verärgert.“ Lisa betont, sie sei sehr verärgert.
John sagt: „Alles war gut organisiert.“ John sagt, alles sei gut organisiert gewesen.
Lisa glaubt: „Alle sind schon unterrichtet.“ Lisa glaubt, alle seien schon unterrichtet.
John sagt: „Die Leute waren nervös.“ John sagt, die Leute seien nervös gewesen.
32
Grammatik C1
2. Funktionen
- Indirekte Rede
In der indirekten Rede ändern sich oft die Personalpronomen. (Wer spricht mit wem über wen?)
In der indirekten Rede ändern sich oft Zeit- und Ortsangaben. (Wann/wo findet das Gespräch statt?)
Eva sagte Max: „Meine Schwester will dich morgen anrufen.“
Indirekte Rede mit dass-Satz: Eva sagte Max, dass ihn ihre Schwester am nächsten Tag anrufen wolle.
Indirekte Rede mit HS-Struktur: Eva sagte Max, ihre Schwester wolle ihn am nächsten Tag anrufen.
Übung 1
Setzen Sie in die indirekte Rede. Julia sagte mir:
Beispiel: „Ich verreise am Samstag.“ Julia sagte mir, dass sie am Samstag verreise.
a) „Meine Schwester kommt zu Besuch.“ f) „Der Flug hat über zwölf Stunden gedauert.“
b) „Mein Hund ist krank.“ g) „Niemand holte mich vom Flughafen ab.“
c) „Ich bin noch nie in Budapest gewesen.“ h) „Dein Chef will mit dir sprechen.“
d) „Mein Bruder hat den Bus verpasst.“ i) „Ich muss noch einen Brief schreiben.“
e) „Die Prüfung war ziemlich schwierig.“ j) „Klaus musste sich einen Anwalt nehmen.“
Übung 2
Setzen Sie in die indirekte Rede. (Konjunktiv I oder II?) Was stand in der Zeitung?
Beispiel: „Die Firma muss viele Leute entlassen.“ - Die Firma müsse viele Leute entlassen.
a) „Der Minister wünscht einen genauen Bericht.“ h) „Einige Teilnehmer der Tagung reisten vorzeitig ab.“
b) „Namhafte Experten nehmen an der Konferenz teil.“ i) „Die Konzertbesucher mussten sehr lange warten.“
c) „Die NATO will sich nicht an dieser Aktion beteiligen.“ j) „Die Aktion wird demnächst durchgeführt.“
d) „Viele Leute müssen mit wenig Geld auskommen.“ k) „Die Verhandlungen wurden abgeschlossen.“
e) „Das Parlament wählte den neuen Präsidenten.“ l) „Ab Montag muss mit Stürmen gerechnet werden.“
f) „Die Bürger protestierten gegen die Entscheidung.“ m) „Manche Probleme konnten nicht gelöst werden.“
g) „Die Delegation blieb zwei Tage.“ n) „Das Treffen musste tatsächlich verschoben werden.“
- Indirekte Frage
Indirekte Fragen mit Fragewort werden mit dem Fragewort als Konjunktion eingeleitet.
Sie fragte Peter: „Wann gehst du ins Kino?“ > Sie fragte Peter, wann er ins Kino gehe.
Indirekte Fragen ohne Fragewort werden mit der Konjunktion ob eingeleitet.
Sie fragte Peter: „Gehst du heute ins Kino?“ > Sie fragte Peter, ob er heute ins Kino gehe.
Übung 3
Setzen Sie in die indirekte Rede. Paula fragt Max:
Beispiel: „Willst du bald abreisen?“ Paula fragt Max, ob er bald abreisen wolle.
33
Grammatik C1
Übung 4
Bewerben Sie sich in Dänemark
„Ein Job im Ausland (Beispiel) ist für viele Bewerber ein Wunschtraum.
Besonders gefragt 1) sind Jobs in Dänemark. Die Gründe 2) liegen auf der Hand: Dänemark
3) ist ein attraktives Land und 4) verfügt über einen stark wachsenden Arbeitsmarkt. In vielen
Branchen 5) werden ausländische Arbeitskräfte gesucht. Dänische Sprachkenntnisse 6) sind
hilfreich, aber nicht notwendig. Mit Englisch 7) kommen viele Bewerber gut klar. Da man nur
wenige bürokratische Hindernisse überwinden 8) muss, 9) stellt es für relativ viele Bewerber
kein Problem dar, in Dänemark eine Stelle zu finden.
Bewerbungen in Dänemark 10) unterscheiden sich von Bewerbungen in Deutschland. Zum
Beispiel 11) sind sie in Dänemark viel kürzer. Kopien von Diplomen und Zeugnissen
12) werden normalerweise nur im öffentlichen Sektor verlangt. Bewerbungsfotos 13) gehören in
Dänemark nicht in die Bewerbungsmappe.
Ein dänischer Lebenslauf 14) darf nicht länger als zwei Seiten im A4-Format sein.
Grundsätzlich 15) lässt sich sagen, dass die Anzahl der beigefügten Dokumente deutlich
geringer 16) ist als in Deutschland. Von Leuten, die schon im Berufsleben 17) stehen, 18) wird
in Dänemark kein Schul- oder Universitätszeugnis verlangt. Hier 19) reicht das letzte
Arbeitszeugnis als Nachweis aus. Man 20) kann also recht einfach Arbeit finden in Dänemark.
Schon viele Bewerber 21/22) konnten das feststellen.
Auch wenn nicht jeder, der sich 23) beworben hat, einen neuen Job 24) fand, so 25/26) war
es den Versuch doch wert. Und für viele 27) hat es auch geklappt.“
Ergänzen Sie die Lücken. Setzen Sie diesen Text nun in die indirekte Rede. Benutzen Sie den Konjunktiv I
oder, wenn nötig, den Konjunktiv II.
Ein Job im Ausland (Beispiel) sei für viele Bewerber ein Wunschtraum.
Besonders gefragt (1)________ Jobs in Dänemark. Die Gründe (2)__________ auf der Hand: Dänemark
(3)_________ ein attraktives Land und (4)____________ über einen stark wachsenden Arbeitsmarkt. In
vielen Branchen (5)_____________ ausländische Arbeitskräfte gesucht. Dänische Sprachkenntnisse
(6)___________ hilfreich, aber nicht notwendig. Mit Englisch (7)__________ viele Bewerber gut klar. Da
man nur wenige bürokratische Hindernisse überwinden (8)__________, (9)__________ es für relativ viele
Bewerber kein Problem dar, in Dänemark eine Arbeit zu finden.
Bewerbungen in Dänemark (10) _____________ sich von Bewerbungen in Deutschland. Zum Beispiel
(11)_______ sie in Dänemark viel kürzer. Kopien von Diplomen und Zeugnissen (12)____________
normalerweise nur im öffentlichen Sektor verlangt. Bewerbungsfotos (13)____________ in Dänemark nicht
in die Bewerbungsmappe.
Ein dänischer Lebenslauf (14)___________ nicht länger als zwei Seiten im A4-Format sein. Grundsätzlich
(15)___________ sich sagen, dass die Anzahl der beigefügten Dokumente deutlich geringer (16)_____ als
in Deutschland. Von Leuten, die schon im Berufsleben (17)_________, (18)________ in Dänemark kein
Schul- oder Universitätszeugnis verlangt. Hier (19)_________ das letzte Arbeitszeugnis als Nachweis aus.
Man (20)___________ also recht einfach Arbeit finden in Dänemark. Schon viele Bewerber (21)_________
das feststellen (22)__________.
Auch wenn nicht jeder, der sich (23)_________________ ______, einen neuen Job (24)_______________
________, so (25)__________ es den Versuch doch zumindest wert (26)____________. Und für viele
(27)__________ es auch geklappt.
34
Grammatik C1
Nominalisierung - Verbalisierung
Handlungen, Vorgänge kann man z. B. nominal > durch eine Präpositionalgruppe oder verbal > häufig durch
einen NS ausdrücken. In der Umgangssprache bevorzugt man den verbalen Stil, in Wissenschaft und Bürokra -
tie wird ein nominaler Stil verwendet.
Übung 1
Beispiele: die Verhaftung eines Diebes Man verhaftet einen Dieb. / Ein Dieb wird verhaftet.
die Liefergarantie Man garantiert für die Lieferung.
a) die Ankunft des Flugzeuges f) die Hilfe der Freunde k) die Baugenehmigung
b) die Änderung des Programms g) die Freude der Kinder l) die Kursteilnahme
c) die Bestellung der Ware h) die Rückkehr der Zugvögel m) die Reisevorbereitungen
d) die Furcht der Menschen i) die Steigerung der Produktion n) die Sturmwarnung
e) die Verspätung des Zuges j) die Geschäftsaufgabe o) der Benzingeruch
nominal: Aufgrund der steigenden Kosten müssen die Preise erhöht werden.
aufgrund (Präposition mit Genitiv) > weil (Subjunktion - Nebensatz mit Subjekt und Prädikat)
Prädikat: steigen (+Subj. > Nom.) - Zeit > Präsens
Subjekt: Was steigt? > die Kosten
verbal: Weil die Kosten steigen, müssen die Preise erhöht werden.
nominal: Trotz einer Verlängerung der Frist schaffte Max die Arbeit nicht.
trotz (Präposition mit Genitiv) > obwohl (Subjunktion - Nebensatz mit Subjekt und Prädikat)
Prädikat: verlängern (+[Link].) > Passiv: verlängert werden - Zeit > Präteritum > NS vorzeitig > Plusquamperfekt
Subjekt: Was war verlängert worden? > die Frist
verbal: Obwohl die Frist verlängert worden war, schaffte Max die Arbeit nicht.
> Aktiv: Subj. > [Link]. / Person (Subj.) : Wer hatte verlängert? > man / Was hatte man verlängert? > die Frist
verbal: Obwohl man die Frist verlängert hatte, schaffte Max die Arbeit nicht.
1)
für konditionale NS mit Negation: Man darf ohne Erlaubnis hier nicht parken. > Man darf hier nicht parken, wenn man keine Erlaubnis
hat.
35
Grammatik C1
Übung 2
Bilden Sie Nebensätze.
a) Dank großzügiger Spenden konnte man bald mit dem Aufbau beginnen.
Man konnte bald mit dem Aufbau beginnen, ______________________________ wurde.
b) Wegen der langen Dauer der Fahrt waren wir alle müde.
Wir waren alle müde, _______ die Fahrt so _________________________.
c) Aufgrund des Verlustes ihres Arbeitsplatzes geraten viele Menschen in Not.
Viele Menschen geraten in Not, ________________________________________haben.
d) Infolge heftiger Regenfälle waren viele Straßen unpassierbar.
Viele Straßen waren unpassierbar, __________________________________ hatte.
e) Trotz unserer Zweifel an seiner Geschichte widersprachen wir nicht.
__________________________________________________, widersprachen wir nicht.
f) Trotz der negativen Prognosen entwickelt sich die Situation ausgezeichnet.
Die Situation entwickelt sich ausgezeichnet, ___________________________________.
g) Trotz einer Verlängerung der Frist konnte er den Termin nicht einhalten.
Er konnte den Termin nicht einhalten, ___________________________hatte.
h) Durch den Abschluss einer Versicherung kann man das Risiko senken.
___________________________________________, kann man das Risiko senken.
36
Grammatik C1
temporal
Bei deinem nächsten Besuch könnten wir in den Nationalpark fahren.
> Wenn du uns nächstes Mal besuchst, könnten wir in den Nationalpark fahren.
Bei ihrem letzten Besuch waren wir im Theater.
> Als sie uns letztes Mal besuchte, waren wir im Theater.
Während der Examensprüfung müssen Sie auf Ihren Plätzen sitzen bleiben.
> Solange die Examensprüfung dauert, müssen Sie auf Ihren Plätzen sitzen bleiben.
Nach dem Ende des Konzerts verließen wir den Saal.
> Nachdem das Konzert beendet war, verließen wir den Saal.
Vor Beginn der Veranstaltung warteten wir vor der Tür.
> Bevor die Veranstaltung begann, warteten wir vor der Tür.
Seit Einführung der neuen Regelung gibt es deutlich weniger Probleme.
> Seit man die neue Regelung eingeführt hat, gibt es deutlich weniger Probleme.
Der Chef wird bis zu seiner Rückkehr vom Abteilungsleiter vertreten.
> Bis der Chef zurückkehrt, wird er vom Abteilungsleiter vertreten.
final
Zur Vermeidung von Unfällen müssen Sie alle Anweisungen genau befolgen.
> Sie müssen alle Anweisungen genau befolgen, damit Unfälle vermieden werden.
> Um Unfälle zu vermeiden, müssen Sie alle Anweisungen genau befolgen.
Zwecks einer Kontrolle der Bremsen brachte er das Auto in die Werkstatt.
> Er brachte das Auto in die Werkstatt, damit die Bremsen kontrolliert wurden.
> Er brachte das Auto in die Werkstatt, um die Bremsen kontrollieren zu lassen.
Übung 3
Bilden Sie Nebensätze.
37