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Das Kapitel behandelt grundlegende Konzepte der Elementargeometrie, einschließlich Winkel, besondere Dreiecke und Vierecke, sowie deren Eigenschaften und Berechnungen. Es werden wichtige geometrische Sätze vorgestellt, die zur Berechnung von Strecken, Winkeln, Flächeninhalten und Volumina verwendet werden können. Die Lernziele umfassen das Verständnis von Winkeln, deren Maße und die Anwendung von Winkelsätzen in verschiedenen geometrischen Figuren.

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Das Kapitel behandelt grundlegende Konzepte der Elementargeometrie, einschließlich Winkel, besondere Dreiecke und Vierecke, sowie deren Eigenschaften und Berechnungen. Es werden wichtige geometrische Sätze vorgestellt, die zur Berechnung von Strecken, Winkeln, Flächeninhalten und Volumina verwendet werden können. Die Lernziele umfassen das Verständnis von Winkeln, deren Maße und die Anwendung von Winkelsätzen in verschiedenen geometrischen Figuren.

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1

ÜBERBLICK: GEOMETRIE
2
Zu Beginn ein Trailer-Video zu diesem Kapitel.

Inhalt

1. Winkel

2. Besondere Dreiecke und Vierecke

3. Kongruenz und Ähnlichkeit

4. Rechtwinkliges Dreieck

5. Flächeninhalte

6. Volumina

Dieses Kapitel (ohne Trainings- und Quizaufgaben) als PDF-Dokument herunterladen.

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Kapitels schon beherrschen, können Sie direkt mit der
Schlussprüfung fortfahren.
3
Lernziele

▪ Sie können elementargeometrische Objekte anhand ihrer definierenden Eigenschaften


identifizieren (Abschnitt 2).

▪ Sie können Gradmaß und Bogenmaß unterscheiden und ineinander umrechnen (Abschnitt 1).

▪ Mit Hilfe grundlegender Sätze der Elementargeometrie (Stufen- und Wechselwinkel an


Parallelen, Strahlensätze, Kongruenz von Dreiecken, Winkelsummen, Satz des Pythagoras)
können Sie Strecken und Winkel berechnen (Abschnitt 1, 3, 4).

▪ Sinus, Kosinus und Tangens können Sie als Seitenverhältnisse in rechtwinkligen Dreiecken
interpretieren und damit fehlende Größen bestimmen (Abschnitt 4).

▪ Sie können Sinus und Kosinus als Koordinaten der Punkte des Einheitskreises identifizieren
(Abschnitt 4).

▪ Sie können Umfang und Flächeninhalt von Kreisen und einfachen Vielecken berechnen
(Abschnitt 5).

▪ Sie können Oberfläche und Volumen einfacher Körper wie Prismen, Zylinder, Pyramiden,
Kegel und Kugeln berechnen (Abschnitt 6).

ZUSAMMENFASSUNG

In diesem Kapitel werden Begriffe der sogenannten elementaren Geometrie behandelt.


Abgesehen vom letzten Abschnitt, in dem es um die Berechnung von Oberflächen und Volumina
räumlicher Figuren geht, werden ausschließlich Figuren in der Ebene betrachtet. Grundlage sind
Punkte, Geraden, Strecken und Winkel. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Berechnung von
Streckenlängen und Winkelgrößen im Dreieck, wobei auch die Winkelfunktionen Sinus, Kosinus
und Tangens eingeführt und verwendet werden.
4

Allgemeine Bezeichnungen

Im Folgenden sind noch einige Bezeichnungen aufgeführt, die im ganzen Kapitel verwendet
werden:

Für zwei Punkte P und Q in der Ebene verwenden wir die Bezeichnungen

• Gerade P Q für die Gerade, die durch die zwei Punkte geht.

• Strecke P Q für die Strecke mit Endpunkten P und Q.

¯
• P Q für die Länge der Strecke P Q. Diese ist gleich dem Abstand der Punkte.

1 DEFINITION

Zwei Geraden in der Ebene heißen parallel, wenn sie entweder identisch sind oder
keinen gemeinsamen Punkt haben, sich also nicht schneiden. Zu einer gegebenen
Geraden g und einem Punkt P , der nicht auf g liegt, gibt es genau eine Gerade h, die
durch P geht und parallel zu g ist (die sogenannte Parallele zu g durch P ).

Parallele h zu g durch P

Sind von drei Geraden g, h und k die Geraden g und h parallel, sowie die Geraden h und k
parallel, so sind auch die Geraden g und k parallel.

Die Bezeichnung von Vielecken (Polygonen) geschieht durch Angabe ihrer Eckpunkte entlang der
Kanten. Das Sechseck in der folgenden Abbildung trägt also den Namen „Sechseck ABCDEF ”
(oder auch „Sechseck BCDEF A”, „Sechseck AF EDCB” etc.).

Sechseck ABCDEF
5
Am häufigsten werden Dreiecke auftreten, weshalb für diese auch die Seiten und Innenwinkel
eine feste Bezeichnung erhalten. Im Dreieck ABC erhalten die Seiten des Dreiecks die Namen a,
b und c, wobei a (bzw. b bzw. c) dem Eckpunkt A (bzw. dem Eckpunkt B bzw. dem Eckpunkt C )
gegenüber liegt. Die Innenwinkel bei A, B und C heißen dann α, β und γ (vgl. Abbildung).

Bezeichnungen im Dreieck ABC .

Entsprechend werden die Seiten und Winkel eines Dreiecks A′B′C ′ mit a′, b′, c′ und α′, β′, γ′
bezeichnet.

Um Abstände von Punkten bzw. Streckenlängen vergleichen zu können, werden oft Kreise
benötigt.

2 DEFINITION

Ein Kreis mit Mittelpunkt M und Radius r besteht nämlich genau aus denjenigen
Punkten, welche von M den Abstand r haben (vgl. linke Seite der folgenden Abbildung).

Zwei Punkte P und S liegen also genau dann auf demselben Kreis um M , wenn sie denselben
¯
¯
Abstand von M haben, d.h. wenn P M = SM gilt.

Kreis mit Radius sowie Kreis mit Sehnen und Durchmesser

Bezeichnungen im Kreis:

• Eine Sehne des Kreises ist eine Strecke, deren Endpunkte auf dem Kreis liegen (in der
Abbildung z.B. die Strecken RQ und T U ).
6
• Ein Durchmesser des Kreises ist eine Sehne, die den Mittelpunkt enthält (in der Abbildung
z.B. die Strecke T U ).

Die Länge eines jeden Durchmessers des Kreises ist genau doppelt so groß wie der Radius des
Kreises. Insbesondere sind alle Durchmesser eines Kreises gleich lang.
Oft wird nicht nur der Abstand eines Kreispunktes zum Mittelpunkt als Radius bezeichnet,
sondern auch die Strecke selbst.
7

1. WINKEL
8
Inhalt
1.1 Einführung in Winkel
1.2 Maße für Winkel
1.3 Beziehung zwischen verschiedenen Winkeln
1.4 Winkel in Dreiecken und in Vielecken

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Abschnitts schon beherrschen, können Sie zu den zugehörigen
Übungs-, Trainings- und Quizaufgaben gehen.

Lernziele

▪ Sie können spezielle Winkel benennen und ihre Größen im Gradmaß und Bogenmaß
angeben.

▪ Sie können von Gradmaß in Bogenmaß umrechnen und umgekehrt.

▪ Sie können mit Hilfe von Winkelsätzen aus gegebenen Winkelgrößen neue Winkelgrößen
berechnen.

Für die Beschreibung geometrischer Figuren sind außer Streckenlängen (bzw. Abständen von Eckpunkten)
auch Winkel und ihre Größen wichtig. Grundlegende Aussagen zu Winkeln und Zusammenhänge der
Größen verschiedener Winkel werden hier behandelt.

1.1 Einführung in Winkel


Zwei Halbgeraden (auch Strahlen genannt), die von einem gemeinsamen Punkt S (dem sogenannten
Scheitel) ausgehen, schließen zwei Winkel ein (vgl. Abbildung). Der eingezeichnete Winkel α wird Winkel
zwischen h und g genannt, der Winkel β, der Winkel zwischen g und h; die Reihenfolge der Nennung
geschieht also immer gegen den Uhrzeigersinn.

Lade Bild...
Winkel zwischen Halbgeraden

Für eine grobe Unterscheidung von Winkelgrößen gibt es einige Bezeichnungen:

Vollwinkel wenn die Halbgeraden übereinstimmen.

wenn die Halbgeraden eine Gerade bilden. Dieser ist somit halb so groß wie der
gestreckter Winkel
Vollwinkel.
9
rechter Winkel Winkel, welcher halb so groß ist wie der gestreckte Winkel.

spitzer Winkel Winkel, der kleiner als der rechte Winkel ist.

stumpfer Winkel Winkel, der größer als der rechte, aber kleiner als der gestreckte Winkel ist.

überstumpfer
Winkel, der größer als der gestreckte Winkel ist.
Winkel

Lade Bild...

Schließen zwei Halbgeraden (oder Geraden) einen rechten Winkel ein, so sagt man, dass die Halbgeraden
(bzw. Geraden) senkrecht aufeinander stehen.

Die Halbgeraden, zwischen denen man Winkel betrachtet, sind oft gegeben durch den Anfangspunkt und
jeweils einen weiteren Punkt. Der Winkel zwischen der ersten und der zweiten Halbgeraden wird dann
mittels der drei Punkte angegeben: ∡P SQ.
Hierbei ist stets der erstgenannte Punkt P der weitere Punkt auf der ersten Halbgeraden, der
zweitgenannte Punkt S der Scheitelpunkt und der drittgenannte Punkt Q der weitere Punkt auf der
zweiten Halbgeraden.

1.1 BEISPIEL

Man betrachte zum Beispiel die Innenwinkel eines Dreiecks ABC . Der Innenwinkel α bei A ist
dann der Winkel zwischen den Halbgeraden mit Anfangspunkt A, welche durch B bzw. C gehen.
Gemäß obiger Bezeichnungsregelung ist also α = ∡BAC . Die Reihenfolge der drei Punkte ist
dabei wichtig:

∡CAB wäre in diesem Beispiel nicht der Innenwinkel bei A, sondern der Außenwinkel. Mit
∡ABC würde der Außenwinkel bei B bezeichnet.

Lade Bild...

Übung zur Benennung von Winkeln

1.2 Maße für Winkel


10
Um die Größe eines Winkels anzugeben, sind zwei verschiedene Maßeinheiten gebräuchlich: Das Gradmaß
(gekennzeichnet durch ein hochgestelltes Gradzeichen, z.B. 90∘) und das Bogenmaß (ohne besondere
Kennzeichnung). Festgelegt ist, dass der Vollwinkel im Gradmaß 360∘ beträgt und im Bogenmaß 2π, was
ungefähr 6,283 ist.

Erläuterung zu dieser Festlegung

Das Gradmaß 360 für den Vollwinkel hat historische Gründe und geht auf die Babylonier zurück,

das Bogenmaß von 2π ist der Umfang eines Kreises mit Radius 1. Daher kommt auch der Name
„Bogenmaß”.

Die Maße der anderen Winkel ergeben sich dann als Anteile aus dem Vollwinkel.

1.2 REGEL

Winkel im Gradmaß im Bogenmaß

Vollwinkel

360 2π

überstumpfer Winkel zwischen 180∘ und 360∘ zwischen π und 2π

gestreckter Winkel 180



π

stumpfer Winkel zwischen 90∘ und 180∘ zwischen π

2
und π

rechter Winkel
∘ π
90
2

spitzer Winkel zwischen 0∘ und 90 zwischen 0 und


∘ π

2
11

1.3 BEISPIEL

1. Wenn man einen gestreckten Winkel in drei gleich große Teile teilt, erhält man Winkel, deren
Größen 1

3
der Größe des gestreckten Winkels sind, also 1

3
⋅ 180

= 60

bzw. im Bogenmaß
.
1 π
⋅ π = ≈ 1,047
3 3

2. Wird der rechte Winkel halbiert, erhält man einen Winkel der Größe 1

2
⋅ 90

= 45

bzw. im
Bogenmaß 1

2

π

2
=
π

4
≈ 0,785 .

Zur Umrechnung von Gradmaß in Bogenmaß und umgekehrt bezieht man sich immer auf den Vollwinkel:
Ein Winkel von zum Beispiel 36∘ hat also einen Anteil von 36

360
am Vollwinkel, und beträgt daher im
Bogenmaß . Allgemein erhält man die Umrechnungsformel:
36 2π π
⋅ 2π = =
360 10 5

1.4 REGEL

Gradma ß des Winkels Gradma ß des Winkels


Bogenma ß des Winkels =

⋅ 2π =

⋅ π
360 180

und umkehrt

Bogenma ß des Winkels



Bogenma ß des Winkels
Gradma ß des Winkels = ⋅ 360 = ⋅ 18
2π π

Übung zur Umrechnung von Gradmaß in Bogenmaß und umgekehrt

In den Videos wird nochmal das Bogenmaß und die Umrechnung von Grad- in Bogenmaß Lade Bild...
erklärt.
Lade Bild...

1.3 Beziehung zwischen verschiedenen Winkeln


12
Zwei sich schneidende Geraden bilden vier Winkel (s. Abbildung).

Lade Bild...
Winkel zwischen sich schneidenden Geraden

Zwei nebeneinanderliegende Winkel ergänzen sich immer zu einem gestreckten Winkel, weshalb man die
Beziehungen


α + β= 180


β + γ= 180


γ + δ= 180


δ + α= 180

erhält. Insbesondere erhält man also β = 180



− α = 180

− γ = δ und daher

α = γ und β = δ.

Zwei gegenüberliegende Winkel sind also gleich groß. Gegenüberliegende Winkel nennt man auch
Scheitelwinkel (voneinander). In folgender Abbildung sind also α und α′, sowie β und β′ Scheitelwinkel
voneinander.

Lade Bild...
Scheitelwinkel

Schneidet eine Gerade g zwei parallele Geraden h und k, so sind die auf den gleichen Seiten von g bzw. h
und k liegenden Winkel gleich groß (in der folgenden Abbildung die Winkel α und α′, sowie die Winkel β
und β′). Derartige Winkel nennt man auch Stufenwinkel (voneinander).

Lade Bild...
Stufenwinkel

Den Scheitelwinkel zu einem Stufenwinkel nennt man Wechselwinkel. In der folgenden Abbildung sind also
α und α′ Wechselwinkel (voneinander), sowie β und β′. Diese sind ebenfalls gleich groß.

Lade Bild...
Wechselwinkel

Die letzten drei Aussagen zusammenfassend hat man also:


13

1.5 REGEL

Scheitelwinkel, Stufenwinkel und Wechselwinkel sind gleich groß.

1.4 Winkel in Dreiecken und in Vielecken


Aus der Gleichheit der Größen von Scheitelwinkeln und Stufenwinkeln lässt sich der Satz über die
Winkelsumme im Dreieck gewinnen.

1.6 SATZ

Die Summe der Innenwinkel in einem Dreieck beträgt stets 180∘ (Bogenmaß π).

Herleitung

Die Herleitung erhält man folgendermaßen: Man betrachte ein Dreieck ABC wie in der Abbildung.

Lade Bild...
Winkelsumme im Dreieck

Die Gerade k sei die Parallele zur Geraden AB durch den Punkt C . Dann sind α′ und α gleich groß,
und β′ und β gleich groß, weil es jeweils Stufenwinkel sind. Des Weiteren sind γ′ und γ gleich groß,
weil es Scheitelwinkel sind. Die drei Winkel α′, β′ und γ′ geben aber zusammen den gestreckten
Winkel. Also gilt

′ ′ ′ ∘
α + β + γ = α + β + γ = 180 .
14
Kurztest

Im Dreieck ABC wie in der Skizze seien α und β .


∘ ∘
= 50 = 69

Wie groß ist der dritte Innenwinkel γ des Dreiecks?


Lade Bild...
Antwort: γ = ? °

Prüfen Lösung anzeigen

Aus der Winkelsumme im Dreieck erhält man allgemeiner auch eine Winkelsumme im Vieleck, da man das
Vieleck in Dreiecke zerlegen kann.

Video zur Anwendung von Winkelsummen im Vieleck, Wechsel- und Stufenwinkeln. Lade Bild...

1.7 REGEL

Die Summe der Innenwinkel im n-Eck beträgt (n − 2) ⋅ 180



(Bogenmaß (n − 2) ⋅ π).

1.8 BEISPIEL

Die Winkelsumme im Viereck (n ) beträgt .


∘ ∘
= 4 2 ⋅ 180 = 360

Die Winkelsumme im Fünfeck (n = 5 ) beträgt 3 ⋅ 180



= 540

.
Die Winkelsumme im Sechseck (n = 6 ) beträgt 4 ⋅ 180

= 720

.

Lade Bild...
Zerlegung eines Sechsecks in vier Dreiecke

In einem Dreieck lassen sich die Größen der Innenwinkel vergleichen, indem man die ihnen
gegenüberliegenden Seiten vergleicht.
15

1.9 REGEL

1. Sind in einem Dreieck zwei Seiten gleich lang, so sind die diesen Seiten gegenüberliegenden
Winkel gleich groß. Solche Dreiecke heißen gleichschenklig (s. Definition 2.1).

2. Ist in einem Dreieck eine Seite länger (bzw. kürzer) als eine zweite Seite, so ist der der ersten
Seite gegenüberliegende Winkel größer (bzw. kleiner) als der der zweiten Seite
gegenüberliegende Winkel.

Da hiermit alle Fälle aufgeführt sind, gelten auch die Umkehrungen: Dem größeren Winkel liegt die längere
Seite gegenüber. Sind zwei Winkel gleich groß, so sind die diesen Winkeln gegenüberliegenden Seiten
gleich lang.

Lade Bild...
gleichschenkliges Dreieck und gleichseitiges Dreieck

1.10 BEISPIEL

Bei einem gleichseitigen Dreieck sind alle drei Seiten gleich lang. Somit sind auch alle drei Winkel
gleich groß. Da aber die Summe der drei Winkel 180 ergibt, beträgt also jeder einzelne Winkel

.
1 ∘ ∘
⋅ 180 = 60
3

In einem gleichseitigen Dreieck betragen daher die Größen der Innenwinkel 60∘.

Übung zur Berechnung neuer Winkelgrößen aus bekannten Winkelgrößen


16

ÜBUNG 1
17
In Abbildung 1 ist ein Fünfeck abgebildet. (Die rechtwinkligen Gitterlinien dienen zur Orientierung.)

Abbildung 1: Fünfeck ABCDE

a) Welcher Winkel wird mit ∡ABC bezeichnet?

b) Wie lauten die Bezeichnungen für die verschiedenen Innenwinkel des Fünfecks?

c) Welche der Innenwinkel sind spitz, stumpf etc.?


18
Antworten

a) Der Außenwinkel bei B.

b) Die Bezeichnungen der Innenwinkel sind:

bei A: ∡BAE bei B: ∡CBA bei C : ∡DCB

bei D: ∡EDC bei E : ∡AED

c) Die Innenwinkel bei A und C sind spitz, der Innenwinkel bei B ist überstumpf, der
Innenwinkel bei D ist stumpf und der Innenwinkel bei E ist ein rechter Winkel.

Fünfeck ABCDE mit Innenwinkeln

Lösung zu a

Bei der Bezeichnung steht der Schnittpunkt der betreffenden Halbgeraden in der Mitte, d.h.
∡ABC ist ein Winkel beim Punkt B.

Die anderen beiden Punkte bezeichnen die Punkte auf den Halbgeraden, wobei der erste Punkt
auf der ersten und der letzte auf der zweiten Halbgeraden liegt. Der Winkel ∡ABC ist also der
Winkel zwischen der Halbgeraden durch A und der durch C .

Erste und zweite Halbgerade bezieht sich auf die Durchschreitung des Winkels gegen den
Uhrzeigersinn. Also bezeichnet ∡ABC den Außenwinkel bei B.
19
Lösung zu b

Fünfeck ABCDE mit Innenwinkeln

Die Bezeichnung besteht aus den Angaben von drei Punkten, nämlich zuerst ein Punkt auf der
ersten Halbgeraden, dann der Scheitelpunkt, an dem der Winkel anzutreffen ist, und zuletzt ein
Punkt auf der zweiten Halbgeraden.
Erste und zweite Halbgerade bezieht sich auf die Durchschreitung des Winkels gegen den
Uhrzeigersinn.

Beim Innenwinkel bei A steht also A in der Mitte, und die anderen beiden Punkte sind die
anderen Endpunkte der zwei an A anliegenden Seiten, also E und B. Damit weiß man schon,
dass der Innenwinkel also entweder mit ∡EAB oder mit ∡BAE bezeichnet wird.

Wenn man den Winkel gegen den Uhrzeigersinn durchschreiten will, muss man bei B anfangen
und kommt dann auf der Halbgeraden durch E an. Der Innenwinkel ist also ∡BAE .

Die anderen Innenwinkel erhält man genauso:

bei B: ∡CBA bei C : ∡DCB

bei D: ∡EDC bei E : ∡AED


20
Lösung zu c

Die Strecken AE und ED verlaufen entlang der Gitterlinien. Also ist der Innenwinkel bei E ein
rechter Winkel.

Der Winkel zwischen einer waagerechten Halbgeraden durch A und der Strecke AE wäre ein
rechter Winkel. Der Innenwinkel bei A ist daher kleiner als ein rechter Winkel, also ein spitzer
Winkel.
Ebenso ist der Innenwinkel bei C ein spitzer Winkel.

Der Innenwinkel bei B ist größer als ein gestreckter Winkel, also ein überstumpfer Winkel.

Die Strecke ED verläuft waagerecht. Wäre also CD senkrecht (mit C unterhalb von D), so läge
ein rechter Winkel vor, wäre CD ebenfalls waagerecht, so läge ein gestreckter Winkel vor. Der
Innenwinkel bei D ist also größer als ein rechter Winkel, aber kleiner als ein gestreckter Winkel.
Somit ist es ein stumpfer Winkel.
21

ÜBUNG 2
22
1) Rechnen Sie die folgenden Gradmaße ins Bogenmaß um:

a) 30 b) 50
∘ ∘

c) 122∘ d) 315∘

2) Rechnen Sie die folgenden Bogenmaße ins Gradmaß um:

a) b) 0.36π

c) 2.1 d) 2.1 + π

Antworten zu 1)

a) π

6
≈ 0, 52 b) 5π

18
≈ 0, 87

c) 61π

90
≈ 2, 13 d) 7π

4
≈ 5, 50

Es gilt die Umrechnungsformel:

Gradma ß des Winkels ß


Gradma des Winkels
Bogenma ß des Winkels =

⋅ 2π =

⋅ π
360 180
23
Antworten zu 2)

a) 135∘ b) 64, 8∘

c) ≈ 120, 32

d) ≈ 300, 32

Es gilt die Umrechnungsformel:

ß
Bogenma des Winkels

ß
Bogenma des Winkels
Gradma ß des Winkels = ⋅ 360 = ⋅ 18
2π π
24

ÜBUNG 3
25
Im Dreieck ABC mit Winkel α = 30

und β = 70

wird W auf der Seite c so gewählt, dass die Strecke
CW den Winkel γ halbiert. Weiter wird E auf der Seite a so gewählt, dass die Gerade W E parallel zur
Seite b ist (vgl. Abbildung).

Wie groß ist der Winkel ∡EW C ?

Antwort

Der Winkel ∡EW C beträgt 40∘.

Lösungsweg 1

Wegen der Winkelsumme im Dreieck ABC ist γ = 180



− α − β = 80

, und da CW den
Winkel halbiert, ist ∡W CB =
1

2

⋅ 80 = 40

.

Wegen der Winkelsumme im Dreieck W BC ist nun ∡BW C = 180



− β − ∡W CB = 70 .

Da EW parallel zu AC ist, ist ∡BW E = ∡BAC = α = 30



(Stufenwinkel).

Der Winkel ∡BW E und der gesuchte Winkel ∡EW C geben zusammen den Winkel ∡BW C ,
also folgt:

∘ ∘ ∘
∡EW C = ∡BW C − ∡BW E = 70 − 30 = 40 .
26
Lösungsweg 2

Wegen der Winkelsumme im Dreieck ABC ist γ = 180



− α − β = 80 , und da CW den

Winkel halbiert, ist ∡ACW =


1

2

⋅ 80

= 40 .

Wegen der Winkelsumme im Dreieck AW C ist nun ∡CW A = 180



− α − 40
∘ ∘
= 110 .

Da EW parallel zu AC ist, ist ∡BW E (Stufenwinkel).



= ∡BAC = α = 30

Der gesuchte Winkel ergibt mit ∡BW E und ∡CW A zusammen den gestreckten Winkel. Also ist
.
∘ ∘ ∘ ∘ ∘
∡EW C = 180 − ∡BW E − ∡CW A = 180 − 30 − 110 = 40

Weitere Lösungswege

Die angegebenen Lösungswege sind nicht die einzigen möglichen. Zum Beispiel könnte man
zunächst den Winkel ∡W EB und dadurch den Winkel ∡CEW bestimmen, sowie den Winkel
∡W CE bestimmen und zuletzt die Winkelsumme im Dreieck W EC verwenden.
27

ÜBUNG 4
28

In obiger Skizze ist die Gerade k parallel zur Seite AB des Dreiecks ABC , und die Gerade h ist senkrecht
zur Seite AB (d.h. sie schließt mit der Geraden AB rechte Winkel ein) und geht durch den Punkt C .

Welche der nummerierten Winkel sind mit Sicherheit genauso groß wie der Winkel β?

Antwort

Nur die Winkel 7 und 9 sind mit Sicherheit genauso groß wie β.

Lösung

Da die Gerade k parallel zur Seite AB ist, ist der Winkel 7 ein Stufenwinkel zu β und der Winkel 9
ein Wechselwinkel zu β. Diese sind also genauso groß wie β.

Alle anderen nummerierten Winkel haben im Allgemeinen eine andere Größe als β.

Die Winkel 8 und 10 sind Nebenwinkel zu 7 und 9 und haben daher die Größe 180∘ − β.

Die Winkel 1 und 3 sind Stufen- bzw. Wechselwinkel von α und haben daher die Größe α.

Die Winkel 2 und 4 sind Nebenwinkel zu 1 und 3 und haben daher die Größe 180∘ − α.

Der Winkel 5 ist einer der drei Innenwinkel im Dreieck AH C und hat wegen der Winkelsumme
von 180∘ die Größe 180∘ − α − ∡CH A = 180
∘ ∘
− α − 90

= 90 .
− α

Der Winkel 6 ist einer der drei Innenwinkel im Dreieck BH C und hat wegen der Winkelsumme
von 180∘ die Größe 180∘ − β − ∡BH C = 90

− β .
29

2. BESONDERE DREIECKE UND VIERECKE


30
Inhalt
2.1 Besondere Dreiecke
2.2 Besondere Vierecke

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Abschnitts schon beherrschen, können Sie zu den zugehörigen
Übungs-, Trainings- und Quizaufgaben gehen.

Lernziele

▪ Sie kennen Eigenschaften gleichschenkliger, gleichseitiger und rechtwinkliger Dreiecke.

▪ Sie wissen, was Trapeze, Parallelogramme, Rechtecke und Quadrate sind.

▪ Sie kennen Eigenschaften dieser besonderen Vierecke und können gegebene Vierecke als
solche identifizieren.

Drei- und Vierecke mit besonderen Eigenschaften (z.B. mit gleich langen Seiten oder besonderen
Innenwinkeln) erhalten oft spezielle Namen, die hier erläutert werden.

2.1 Besondere Dreiecke

2.1 DEFINITION

Ein Dreieck, welches (mindestens) zwei gleich lange Seiten besitzt, nennt man gleichschenkliges
Dreieck und die zwei gleich langen Seiten die Schenkel des Dreiecks. Die dritte Seite wird Basis
des gleichschenkligen Dreiecks genannt.
Ein Dreieck, dessen Seiten alle gleich lang sind, nennt man gleichseitiges Dreieck.

Wie im Abschnitt Winkel erklärt, ist ein Dreieck genau dann gleichschenklig, wenn das Dreieck (mindestens)
zwei gleich große Innenwinkel besitzt.
Ein Dreieck ist genau dann gleichseitig, wenn alle Winkel gleich groß sind, d.h. wenn alle Innenwinkel 60∘
betragen.
31

gleichschenkliges Dreieck und gleichseitiges Dreieck

BEMERKUNG

• Ein gleichseitiges Dreieck ist ein spezielles gleichschenkliges Dreieck, bei dem die Basis (die
dritte Seite) genauso lang ist wie die zwei Schenkel.

• Weiß man von einem Dreieck schon, dass es gleichschenklig ist und dass ein Winkel 60∘
beträgt, so sind alle Winkel 60∘ groß, d.h. das Dreieck ist sogar gleichseitig. Dies ergibt sich
aus der Winkelsumme im Dreieck und der Gleichheit zweier Winkel im gleichschenkligen
Dreieck.

2.2 BEISPIEL

gleichschenkliges Dreieck im Kreis

Betrachtet man im Kreis mit Mittelpunkt M und Radius r eine Sehne mit den Endpunkten P und
Q (vgl. Skizze), dann ist das Dreieck M P Q gleichschenklig mit den Schenkeln M P und M Q, da
¯
¯
M P = r = M Q gilt.

¯
Das Dreieck ist genau dann gleichseitig, wenn auch P Q = r gilt bzw. wenn der Winkel ∡P M Q
genau 60∘ beträgt.
32

2.3 DEFINITION

Ein Dreieck, welches einen rechten Winkel als Innenwinkel besitzt, heißt rechtwinkliges Dreieck.

rechtwinkliges Dreieck

In einem rechtwinkligen Dreieck gelten spezielle Gleichungen z.B. der Satz des Pythagoras über die
Seitenlängen. Daher werden diese in einem eigenen Abschnitt Rechtwinkliges Dreieck behandelt.

Übung zum Erkennen besonderer Dreiecke

2.2 Besondere Vierecke

2.4 DEFINITION

Ein Parallelogramm ist ein Viereck, bei dem jeweils gegenüberliegende Seiten parallel sind.

Aus der Parallelität der gegenüberliegenden Seiten ergeben sich noch weitere wichtige Eigenschaften des
Parallelogramms:
33

2.5 REGEL

In einem Parallelogramm gilt:

• Gegenüberliegende Seiten sind gleich lang.

• Gegenüberliegende Seiten sind parallel.

• Die Winkel an gegenüberliegenden Ecken sind gleich groß.

• Die Winkel an benachbarten Ecken ergänzen sich zu 180 .


• Die Diagonalen des Vierecks halbieren sich gegenseitig (d.h. ihr Schnittpunkt ist Mittelpunkt
beider Diagonalen).

Andererseits ist jedes Viereck automatisch ein Parallelogramm, wenn es eine dieser Eigenschaften
erfüllt.

2.6 BEISPIEL

Das Dreieck ABC wird am Mittelpunkt M der Seite CB gespiegelt (vgl. Skizze). Dann ist das
Viereck ABA′C ein Parallelogramm, denn sowohl die Seiten AB und A′C = AB
′ ′
sind gleich
lang, als auch die Seiten BA′ ′
= C A

und CA.

Dreieck an einer Seitenmitte gespiegelt


34

2.7 BEISPIEL

Die Seitenmitten eines Vierecks sind die Ecken eines Parallelogramms

Mc

Md

Mb

A Ma B

Die Punkte C und D können mit der Maus gezogen werden.

Verbindet man in einem Viereck die Mittelpunkte der Seiten, so erhält man stets ein
Parallelogramm (vgl. Skizze). In der Skizze sind nach der Umkehrung des ersten Strahlensatzes die
Strecken MaMb und McMd jeweils parallel zur Diagonalen AC und damit zueinander parallel,
und die Strecken MbMc und MdMa sind jeweils parallel zur Diagonalen BD.

2.8 DEFINITION

Ein Rechteck ist ein Viereck, dessen Innenwinkel alle gleich groß sind. Aufgrund der Winkelsumme
im Viereck sind dann alle Innenwinkel rechte Winkel.

Da alle Winkel des Rechtecks gleich groß sind, sind insbesondere gegenüberliegende Winkel gleich groß,
d.h. ein Rechteck ist ein spezielles Parallelogramm.
Dies bedeutet auch, dass die Eigenschaften eines Parallelogramms in Regel 2.5 auch für das Rechteck
gelten.
Im Rechteck erfüllen die Diagonalen sogar noch eine weitere Eigenschaft.
35

2.9 REGEL

Ein Viereck ist genau dann ein Rechteck, wenn die Diagonalen gleich lang sind und sich
gegenseitig halbieren.

2.10 BEISPIEL

Ein Viereck, dessen Diagonalen Kreisdurchmesser sind, ist ein Rechteck.

Betrachtet man im Kreis mit Mittelpunkt M und Radius r zwei Durchmesser AC und BD (vgl.
Skizze), dann ist das Viereck ABCD, das man so erhält, stets ein Rechteck. Der Kreismittelpunkt
¯
¯
M halbiert ja gerade die Durchmesser AC und BD und es gilt AC = 2r = BD, d.h. die

Diagonalen des Vierecks sind gleich lang.

2.11 DEFINITION

Ein Quadrat ist ein Rechteck, dessen Seiten alle gleich lang sind.
36

2.12 REGEL

In einem Quadrat gelten:

• Alle Winkel sind rechte Winkel und alle Seiten sind gleich lang.

• Die Diagonalen sind gleich lang, halbieren sich gegenseitig und stehen senkrecht
aufeinander.

Andererseits ist jedes Viereck automatisch ein Quadrat, wenn es eine der beiden Eigenschaften
erfüllt.

Video zu besonderen Vierecken (Rechteck, Quadrat) in einem Dreieck:


Zum besseren Verständnis dieses Videos ist es sinnvoll, zuvor das Video über die
Anwendung der Strahlensätze anzuschauen.

Zuletzt soll noch ein Viereck behandelt werden, das im Allgemeinen kein Parallelogramm ist.

2.13 DEFINITION

Ein Trapez ist ein Viereck, bei dem (mindestens) zwei gegenüberliegende Seiten parallel sind.
37

2.14 BEISPIEL

Trapez im Dreieck

Im Dreieck ABC seien Ma die Mitte der Seite a und Mc die Mitte der Seite c (vgl. Skizze). Dann ist
das Viereck AMcMaC ein Trapez, da die Strecke McMa parallel zur Strecke AC ist (vgl.
Umkehrung des ersten Strahlensatzes).
Das Viereck AMcMaC ist aber kein Parallelogramm, da die Seiten AMc und MaC nicht parallel
sind. (Die Geraden AMc und MaC schneiden sich ja im Punkt B.)

Zwar ist nicht jedes Trapez auch ein Parallelogramm, aber jedes Parallelogramm ist insbesondere auch ein
Trapez.

Übung zum Erkennen besonderer Vierecke.

weitere Übung zum Erkennen besonderer Vierecke.


38

ÜBUNG 1
39

gleichseitiges Dreieck in vier Dreiecke zerlegt

In dem gleichseitigen Dreieck ABC in obiger Skizze sind M der Mittelpunkt der Seite c, der Punkt P auf
der Seite b so gewählt, dass ∡P M A = 30

gilt, und der Punkt Q auf der Seite a so gewählt, dass
∡BM Q = 30

gilt.
Welche der Teildreiecke sind gleichschenklig, welche gleichseitig und welche rechtwinklig?

Antwort

Die Dreiecke AM P und M BQ sind rechtwinklig bei P und Q, aber weder gleichseitig noch
gleichschenklig.
Das Dreieck M QP ist gleichschenklig, aber nicht gleichseitig und auch nicht rechtwinklig.
Das Dreieck P QC ist gleichseitig, und damit auch gleichschenklig, aber nicht rechtwinklig.
40
Lösung

Da das Dreieck ABC gleichseitig ist, betragen alle Innenwinkel 60∘. Da außerdem M der
Mittelpunkt der Strecke AB ist und die Winkel ∡P M A und ∡BM Q gleich groß sind, ist die
ganze Figur symmetrisch zur Geraden CM .

Wegen der Symmetrie sind also sowohl die Strecken P M und QM , als auch die Strecken P C
und QC jeweils gleich lang. Die Dreiecke P QM und P QC sind also beide gleichschenklig.

Wie oben erwähnt gilt ∡P CQ = ∡ACB = 60 , weshalb das Dreieck P QC nicht nur

gleichschenklig, sondern sogar gleichseitig ist.

Das Dreieck P QM ist jedoch weder gleichseitig noch rechtwinklig, da

∘ ∘
∡QM P = 180 − ∡P M A − ∡BM Q = 120

ist.

Wegen der Winkelsumme im Dreieck AM P ist der Winkel ∡AP M gegeben durch

∘ ∘ ∘ ∘ ∘
∡AP M = 180 − ∡M AP − ∡P M A = 180 − 60 − 30 = 90 .

Also ist das Dreieck AP M rechtwinklig bei P . Da alle Winkel des Dreiecks verschieden groß sind,
sind auch alle Seiten unterschiedlich lang. Das Dreieck ist also nicht gleichschenklig und erst recht
nicht gleichseitig.
Ebenso ist das Dreieck M BQ rechtwinklig bei Q, aber weder gleichschenklig noch gleichseitig.
41

ÜBUNG 2
42
¯
¯
Betrachtet wird das unten skizzierte Rechteck ABCD mit Seitenlängen AB = 4 cm und BC = 2 cm
und den Seitenmitten Ma, Mb, Mc und Md.
Welche der folgenden Vierecke sind Trapeze, Parallelogramme, Rechtecke oder Quadrate?

a) Viereck AMaMcD b) Viereck ABMcD

c) Viereck MaBMcD d) Viereck MaBMcMd

e) Viereck MaMbMcMd f) Viereck ABMcMd

Rechteck mit Seitenmitten

Antworten

a) b) c) d) e) f)

Trapez × × × ×

Parallelogramm × × ×

Rechteck ×

Quadrat ×
43
Lösungen nach Vierecktypus

Ein Viereck ist ein Trapez, wenn mindestens zwei Seiten parallel sind.
Von den im obigen Rechteck eingezeichneten Linien sind jeweils parallel:

• AB und CD (und natürlich deren Teilstücke AMa, MaB, CMc und McD),

• ,
AD MaMc und BC ,

• MaMb und McMd,

• MaMd und MbMc,

• MaD und BMc.

Von den aufgeführten Vierecken sind also nur Viereck MaBMcMd (Antwort d) und Viereck
ABMcMd (Antwort f) keine Trapeze.

Ein Viereck ist ein Parallelogramm, wenn je zwei gegenüberliegende Seiten zueinander parallel
sind. Dies trifft auf die Vierecke in a), c) und e) zu.

Da ein Rechteck ein spezielles Parallelogramm ist, sind nur noch die Parallelogramme in a), c) und
e) zu untersuchen. Da ∡MaAD = ∡BAD = 90

ist, ist das Viereck AMaMcD also ein
Rechteck.
Das Viereck MaBMcD ist kein Rechteck, da z.B. ∡McBMa ∘
< 90 ist.
Um zu sehen, dass das Viereck MaMbMcMd kein Rechteck ist, verwendet man hier am besten
das Kriterium, dass im Rechteck die Diagonalen gleich lang sein müssen. Beim Viereck
MaMbMcMd sind die Diagonalenlängen nämlich gerade die Längen der Seiten AB und BC des
¯
¯
¯
¯
Rechtecks ABCD, also M M = BC = 2 cm und M M = AB = 4 cm, und somit nicht
a c b d

gleich lang.
44
Da ein Quadrat ein Rechteck ist, dessen Seiten alle gleich lang sind, ist nur noch zu überprüfen, ob
das Rechteck AMaMcD gleich lange Seiten hat. Dies ist wegen

¯
¯
¯
DM = AM =
1
AB = 2 cm c a
2

und

¯
¯
M M = AD = 2 cm a c

der Fall. Also ist das Viereck in a) sogar ein Quadrat.

Lösung zu a)

Da das Viereck ABCD ein Rechteck ist und Ma und Mc jeweils die Seitenmitten sind, ist MaMc
auch parallel zu AD und BC . Daher sind im Viereck AMaMcD alle Innenwinkel rechte Winkel,
weshalb das Viereck ein Rechteck ist (und insbesondere auch ein Trapez und ein Parallelogramm).

Nach Voraussetzung gilt weiter

¯
¯
¯
AM =
1
AB = 2 cm = AD. a
2

Das Rechteck AMaMcD hat also auch gleich lange Seiten und ist daher sogar ein Quadrat.

Lösung zu b)

Im Viereck ABMcD sind die Seiten AB und McD parallel, weil das Ausgangsviereck ABCD
ein Rechteck ist. Also ist das Viereck zumindest ein Trapez.

Das Viereck kann aber kein Parallelogramm (und daher auch weder Rechteck noch Quadrat) sein,
da die sich gegenüberliegenden Seiten AB und McD nicht gleich lang sind.
45
Lösung zu c)

Im Viereck MaBMcD sind die Seiten MaB und McD parallel, weil das Ausgangsviereck ABCD
ein Rechteck ist. Außerdem sind sie beide 2 cm lang. Also ist das Viereck ein Parallelogramm (und
insbesondere ein Trapez).

Da die Innenwinkel aber keine rechten Winkel sind, ist das Viereck kein Rechteck und auch kein
Quadrat.

Lösung zu d)

Im Viereck MaBMcMd gibt es keine parallelen Seiten. MaB ist parallel zu McD und daher nicht
parallel zu McMd, und MaMd ist parallel zu BD und daher nicht parallel zu BMc.
Also ist MaBMcMd weder ein Trapez, Parallelogramm oder Rechteck, noch ein Quadrat.

Lösung zu e)

Im Viereck MaMbMcMd sind die Diagonalen genau die Parallelen zu den Seiten des Rechtecks
ABCD , und sie halbieren sich gegenseitig. Daher ist das Viereck ein Parallelogramm (und damit
auch ein Trapez).

Da die Diagonalen aber verschiedene Längen haben (nämlich 2 cm bzw. 4 cm), ist das Viereck kein
Rechteck und erst recht kein Quadrat.

Lösung zu f)

Das Viereck ABMcMd besitzt keine parallelen Seiten. Also ist es weder ein Trapez,
Parallelogramm oder Rechteck, noch ein Quadrat.
46

ÜBUNG 3
47

Dreieck ABC an der Seite c gespiegelt

Das Dreieck ABC in der Skizze wird an der Seite c gespiegelt und C ′ ist dann der Bildpunkt von C . Unter
welchen Voraussetzungen an das Dreieck ABC ist das Viereck AC ′BC ein Trapez, ein Parallelogramm,
ein Rechteck oder sogar ein Quadrat?

Antwort

Das Viereck AC ′BC ist genau dann ein Trapez, wenn das Dreieck ABC gleichschenklig mit
Schenkeln a und b ist. In diesem Fall ist das Viereck AC ′BC sogar ein Parallelogramm.
Das Viereck AC ′BC ist genau dann ein Rechteck, wenn das Dreieck ABC gleichschenklig mit
Schenkeln a und b und rechtwinklig bei C ist. In diesem Fall ist das Viereck AC ′BC sogar ein
Quadrat.

Lösung zu Trapez und Parallelogramm

Damit das Viereck AC ′BC ein Trapez ist, müssen die Seiten AC und BC ′ oder die Seiten AC ′
und BC parallel sein.
Sind AC und BC ′ parallel, so sind α = ∡BAC und ∡ABC ′ Wechselwinkel und daher gleich
groß.

Da C ′ aber der Spiegelpunkt von C ist, gilt ∡ABC ′ = ∡CBA = β . Sind also AC und BC ′
parallel, so gilt α = β und daher ist das Dreieck ABC gleichschenklig mit Schenkeln a und b.
Falls AC ′ und BC parallel sind, erhält man die Wechselwinkel ∡C ′AB und ∡CBA, und damit
ebenfalls α = β .

Setzt man umgekehrt voraus, dass α = β gilt, so sind die jeweils gegenüberliegenden Winkel im
Viereck AC BC gleich groß; die Winkel bei A bzw. B haben die Größe 2α

= 2β und die Winkel
bei C und C betragen jeweils γ. Also ist das Viereck AC BC in diesem Fall ein Parallelogramm.
′ ′

Das Viereck AC ′BC ist also genau dann ein Trapez, wenn das Dreieck ABC gleichschenklig mit
Schenkeln a und b ist, und in diesem Fall ist das Viereck AC ′BC sogar ein Parallelogramm.
48
Lösung zu Rechteck und Quadrat

Da ein Parallelogramm genau dann ein Rechteck ist, wenn mindestens ein Winkel 90∘ beträgt
(wodurch dann im Parallelogramm automatisch alle Winkel 90∘ betragen), ist das Viereck AC ′BC
also genau dann ein Rechteck, wenn es ein Parallelogramm ist und wenn z.B. ∡ACB = γ = 90

gilt.

Nach der Lösung zum Parallelogramm ist das Viereck AC ′BC also genau dann ein Rechteck,
wenn a = b und γ ∘
= 90 gelten, wenn also das Dreieck ABC gleichschenklig mit Schenkeln a
und b und rechtwinklig bei C ist.

¯
¯
¯
¯
Dann gilt aber insbesondere AC = C B = BC = CA, d.h. das Viereck AC BC ist sogar ein
′ ′ ′

Quadrat.
49

ÜBUNG 4
50

Um die Ecken A und C eines Quadrates ABCD sind zwei gleich große Kreise gezeichnet, die die Seiten
des Quadrates in den Punkten P , Q, R und S schneiden (vgl. Skizze). Durch Verbinden der Punkte P , Q,
R und S wird das Quadrat in vier Dreiecke und ein Viereck zerlegt.

Welche besonderen Eigenschaften haben die Dreiecke und das Viereck?

Antwort

Die Dreiecke AP S , P BQ, QCR und RDS sind alle gleichschenklig und rechtwinklig.
Das Viereck P QRS ist ein Rechteck, aber im Allgemeinen kein Quadrat.
51
Lösung

Da das Viereck ABCD ein Quadrat ist, sind seine Innenwinkel alles rechte Winkel. Die Dreiecke
,
AP S P BQ QCR , und RDS sind daher alle rechtwinklig mit rechtem Winkel bei A bzw. B
bzw. C bzw. D.

¯
¯
Da die Punkte P und S auf demselben Kreis um A liegen, gilt AP = AS . Also ist das Dreieck
AP S auch gleichschenklig.

¯
¯
Aus dem gleichen Grund gilt CQ = CR, weshalb auch das Dreieck QCR gleichschenklig ist.

Nach Voraussetzung sind die Kreise um A und C gleich groß, d.h. die Strecken AP und CQ sind
auch gleich lang. Da außerdem AB und BC gleich lang sind, weil das Viereck ABCD ein
Quadrat ist, erhält man

¯
¯
¯
¯
¯
¯
P B = AB − AP = BC − CQ = BQ.

Das Dreieck P BQ ist also auch gleichschenklig.

Mit einer ganz analogen Begründung erhält man, dass auch die Strecken RD und DS gleich lang
sind, d.h. dass auch das Dreieck RDS gleichschenklig ist.

Zuletzt zum Viereck P QRS : Da die betrachteten Dreiecke alle gleichschenklig und rechtwinklig
sind, haben alle ihre Basiswinkel die Größe 45∘.

Da die drei Winkel ∡BP Q, ∡QP S und ∡SP A zusammen einen gestreckten Winkel bilden,
ergibt sich für den Innenwinkel ∡QP S des Vierecks P QRS damit:

∘ ∘ ∘ ∘ ∘
∡QP S = 180 − ∡BP Q − ∡SP A = 180 − 45 − 45 = 90 .

Analog berechnet man, dass auch die anderen Innenwinkel 90 betragen. Da also alle

Innenwinkel des Vierecks P QRS rechte Winkel sind, ist das Viereck ein Rechteck.
Wie schon an der Skizze zu sehen ist, ist das Viereck aber im Allgemeinen kein Quadrat.
Dazu müssten noch zusätzlich die Seiten P S und P Q gleich lang sein, was genau dann der Fall
ist, wenn P der Mittelpunkt der Seite AB ist.
52
53

ÜBUNG 1
54
Welche der folgenden Bedingungen an die Dreiecke ABC und A′B′C ′ sind ausreichend, um zu
garantieren, dass die Dreiecke kongruent sind? (Fertigen Sie zunächst eine Zeichnung an, um die Fälle
bildlich vor Augen zu haben.)

a) a = a

,b = b

und c = c

b) α = α ,β

= β

und γ = γ

c) a = a

,b ′
= b und γ = γ

d) a = a ,b

= b

und α = α

e) a = a

,β = β

und γ = γ

f) a ′
= a ,α = α

und γ = γ

Antworten

Richtig sind: a),c), e) und f)

Erklärung

Sind alle entsprechenden Seiten gleich lang, sind die Dreiecke kongruent (Kongruenzsatz SSS), also
ist a) richtig.

Bei b) weiß man nur, dass alle Winkel übereinstimmen, weshalb die Dreiecke ähnlich sind, aber
nicht unbedingt kongruent. Um feststellen zu können, ob die Dreiecke kongruent sind, müsste man
noch etwas über die Seitenlängen wissen.

Bei Bedingung c) stimmen die Dreiecke in zwei Seiten und dem eingeschlossenen Winkel überein.
Nach Kongruenzsatz SWS sind die Dreiecke also kongruent.

Bei Bedingung d) stimmen die Dreiecke in zwei Seiten und dem Winkel überein, der einer Seite
gegenüberliegt. Für den Kongruenzsatz SsW müsste der Winkel der längeren Seite gegenüberliegen.
Um also auf die Kongruenz schließen zu können, müsste man noch wissen, dass a > b ist. Im
Allgemeinen kann man aber nicht beurteilen, ob die Dreiecke kongruent sind.

Bei e) und f) sind nicht nur alle drei Winkel gleich (wegen der Winkelsumme im Dreieck ist mit
zweien auch der dritte gleich), sondern auch noch eine Seitenlänge. Also sind e) und f) richtig
(Kongruenzsatz SWW).
55

ÜBUNG 2
56

In obiger Skizze ist im Rechteck ABCD der Punkt M so gewählt, dass ∡BAM = 32

, ∡M BA = 40 ,

∡DCM = 58

und ∡M DC = 50

gelten. Die Punkte P und R sind auf den Seiten AB bzw. CD so
gewählt, dass die Gerade P R die Parallele zu den Seiten BC und AD durch den Punkt M ist.

Dadurch entstehen im Rechteck ABCD acht Dreiecke, nämlich die Dreiecke ABM , BCM , CDM und
DAM , sowie die Dreiecke AP M , P BM , M CR und M RD.

Welche dieser Dreiecke sind zueinander ähnlich?

Antworten

Nur die Dreiecke AP M und M RC sind zueinander ähnlich, und die Dreiecke P BM und RM D
sind zueinander ähnlich. Von den weiteren eingezeichneten Dreiecken sind keine zueinander
ähnlich.
57
Erklärung

Zunächst betrachtet man die auftretenden Winkel, da Dreiecke genau dann ähnlich sind, wenn
ihre Innenwinkel übereinstimmen.

Die Innenwinkel des Rechtecks ABCD sind alle rechte Winkel. Da P R parallel zu BC ist, sind
auch ∡RP A, ∡BP R, ∡DRP und ∡P RC rechte Winkel.

Mittels der Winkelsumme im Dreieck berechnet man nun alle weiteren Winkel, wie in der
folgenden Skizze angegeben.

Es gibt also vier Dreiecke mit rechten Winkeln, nämlich AP M , P BM , M CR und M RD.
Davon haben die Dreiecke AP M und M CR jeweils noch einen Innenwinkel von 32∘ und einen
Innenwinkel von 58∘. Diese sind also zueinander ähnlich, wobei die Punkte A, P , M jeweils den
Punkten M , R bzw. C entsprechen (entsprechend der Übereinstimmung der Winkelgrößen).

Die Dreiecke P BM und M RD haben jeweils noch Innenwinkel von 40∘ und von 50∘. Diese zwei
Dreiecke sind also auch zueinander ähnlich.

Das Dreieck ABM hat Innenwinkel von 32 , 40 und 108 ,


∘ ∘ ∘

das Dreieck BCM hat Innenwinkel von 50∘, 32∘ und 98∘,
das Dreieck CDM hat Innenwinkel von 58∘, 50∘ und 72∘, und
das Dreieck DAM hat Innenwinkel von 40 , 58∘ und 82∘.

Bei diesen Dreiecken stimmen also nie alle drei Innenwinkel überein, weshalb keine davon
zueinander ähnlich sind.
58

ÜBUNG 3
59

In obiger Skizze sind die Geraden AA′ und BB′ parallel. Des Weiteren sind die Streckenlängen
¯
¯
¯
¯
SA = 4 cm, AB = 2 cm, AA = 1,5 cm und A T = 1,2 cm gegeben.
′ ′

Wie lang ist die Strecke T B?

Antwort

Die Strecke T B ist 1,8 cm lang.


60
Lösungsweg

¯
¯
¯
Zunächst ist SB = SA + AB = 6 cm. Mit dem zweiten Strahlensatz (mit den sich in S
¯
schneidenden Geraden) kann man dann die Streckenlänge BB berechnen: ′

¯
¯
BB SB 6

= =
¯
¯
AA SA
4

¯
und daher BB = ⋅ 1,5 cm = cm.
′ 3 9

2 4

Wiederum mit dem zweiten Strahlensatz (diesmal aber mit den sich in T schneidenden Geraden)
erhält man als Verhältnis der Längen von T B zu T A′:

¯
¯
TB BB 3

= =
¯
¯
TA AA
2
′ ′

¯
¯
und daher T B = T A = ⋅ 1,2 cm = 1,8 cm.
3 ′ 3

2 2
61

ÜBUNG 4
62

In obiger Skizze ist die Gerade P R parallel zur Geraden AB. Bekannt sind außerdem die Streckenlängen
¯
¯
¯
¯
AS = 3 cm, AB = 7 cm, AP = 2 cm und AC = 5 cm.

Welche weiteren Streckenlängen lassen sich aus diesen Angaben berechnen, und wie lang sind dann diese
Strecken?

Antwort

¯
¯
Berechnen lassen sich die Längen P C = 3 cm, SB = 4 cm, sowie mit dem zweiten Strahlensatz
¯
¯
¯
P Q = 1,8 cm, P R = 4,2 cm und QR = 2,4 cm.
63
Lösungsweg

¯
¯
¯
¯
¯
¯
Zunächst berechnet man P C = AC − AP = 3 cm, sowie SB = AB − AS = 4 cm.

Da die Geraden P R und AB parallel sind, lassen sich die Strahlensätze mit Zentrum C
anwenden. Nach dem zweiten Strahlensatz (mit Strahlen CA und CS ) erhält man

¯
¯
¯
PQ
=
CP
⇒ PQ =
3 ⋅ 3
cm = 1,8 cm.
¯
¯
AS CA
5

Ebenso nach dem zweiten Strahlensatz (diesmal mit Strahlen CA und CB) erhält man

¯
¯
PR
¯ =
CP
⇒ PR =
3 ⋅ 7
cm = 4,2 cm.
¯
¯
AB CA
5

Damit lässt sich auch die Länge der Strecke QR berechnen:

¯
¯
¯
QR = P R − P Q = 4,2 cm − 1,8 cm = 2,4 cm.

Da auf den Geraden CS und CB keine Streckenlängen bekannt sind, lassen sich auch keine
¯
CQ
weiteren berechnen. Lediglich die Streckenverhältnisse etc. sind durch die Strahlensätze
¯
CS

festgelegt.
In der folgenden interaktiven Grafik können Sie durch Verschieben des Punktes C sehen, dass die
übrigen Strecken in der Tat verschiedene Längen haben können.
64

4. RECHTWINKLIGES DREIECK
65
Inhalt
4.1 Bezeichnungen im rechtwinkligen Dreieck und Satz des Thales
4.2 Satz des Pythagoras und verwandte Sätze
4.3 Sinus, Kosinus und Tangens

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Abschnitts schon beherrschen, können Sie zu den zugehörigen
Übungs-, Trainings- und Quizaufgaben gehen.

Lernziele

▪ Sie sind mit den Seitenbezeichnungen im rechtwinkligen Dreieck vertraut und können mit
Hilfe des Satzes des Thales feststellen, ob ein Dreieck rechtwinklig ist.

▪ Sie kennen den Satz des Pythagoras und können diesen anwenden.

▪ Sie können mithilfe der Sinus-, Kosinus- und Tangensfunktionen Seitenlängen oder
Winkelgrößen im rechtwinkligen Dreieck berechnen.

▪ Sie wissen, wo Sinus und Kosinus verschiedener Winkel im Einheitskreis zu finden sind.

4.1 Bezeichnungen im rechtwinkligen Dreieck und Satz des Thales


Wir betrachten im gesamten Abschnitt ein rechtwinkliges Dreieck ABC mit rechtem Winkel γ bei C , und
verwenden die in der folgenden Abbildung angegebenen Notationen. Insbesondere wird die zu c
gehörende Höhe mit h bezeichnet und der Höhenfußpunkt mit S .

Notation im rechtwinkligen Dreieck


66

4.1 DEFINITION

Im rechtwinkligen Dreieck haben die Seiten besondere Namen:

• Die Hypotenuse ist die dem rechten Winkel gegenüberliegende Seite.

• Die Katheten sind die dem rechten Winkel anliegenden Seiten.

• Die Ankathete von α ist dabei die dem Winkel α anliegende Kathete (also die Seite b), und

• die Gegenkathete von α ist die dem Winkel α gegenüberliegende Kathete (also die Seite a).

• Die Ankathete von β ist die dem Winkel β anliegende Kathete (also die Seite a), und

• die Gegenkathete von β ist die dem Winkel β gegenüberliegende Kathete (also die Seite b).

Die Ankathete von β ist also zugleich die Gegenkathete von α, und die Gegenkathete von β ist die
Ankathete von α.

Der Satz des Thales gibt ein Kriterium, wann ein Dreieck rechtwinklig ist.

4.2 SATZ (SATZ DES THALES)

Das Dreieck ABC ist genau dann bei C rechtwinklig, wenn C auf dem Halbkreis mit den
Endpunkten A und B liegt.
67
Begründung

Zum Satz des Thales

Man wähle M als den Mittelpunkt der Strecke AB, d.h. den Mittelpunkt des Halbkreises (vgl.
Abbildung). Die Strecke CM teilt dann γ in zwei Teilwinkel γ1 und γ2. Liegt C außerhalb des
Kreises, so ist die Strecke CM größer als AM und daher α größer als γ1, und ebenso ist β größer
als γ2. Damit gilt


2 ⋅ γ = γ + γ1 + γ2 < γ + α + β = 180 ,

also γ . Entsprechend erhält man γ , wenn C auf dem Halbkreis liegt, und man erhält
∘ ∘
< 90 = 90

γ > 90

, wenn C innerhalb des Halbkreises liegt.
68

4.3 BEISPIEL

In jedem Dreieck P QR schneidet der Halbkreis über der Seite P Q die Seiten P R und QR (bzw.
deren Verlängerungen) in den Höhenfußpunkten. Nach dem Satz des Thales ist nämlich in der
Skizze unten die Strecke P S1 senkrecht zu QR, also P S1 die Höhe zur Seite QR. Ebenso ist QS2
senkrecht zu P R und daher QS2 die Höhe zur Seite P R.

S1

S2

P Q

Der Punkt R kann mit der Maus gezogen werden.

Übung zum Erkennen rechtwinkliger Dreiecke und Benennung wichtiger Seiten

4.2 Satz des Pythagoras und verwandte Sätze


Ein wichtiger Satz, der die Seitenlängen eines rechtwinkligen Dreiecks miteinander in Verbindung bringt, ist
der Satz des Pythagoras.
69

4.4 SATZ (SATZ DES PYTHAGORAS)

Im rechtwinkligen Dreieck ist die Summe der Quadrate über den Katheten gleich dem Quadrat
über der Hypotenuse.

Mit den obigen Bezeichnungen gilt also

2 2 2
a + b = c .

Satz des Pythagoras


70
Begründung

Die einfachste Art, dies einzusehen, ist durch Betrachtung der folgenden Abbildung.

Hier wurden auf jede Seite eines Quadrats P QRS der Seitenlänge c das gegebene rechtwinklige
Dreieck aufgesetzt. Da das Dreieck rechtwinklig war, bilden die Strecken der Länge a und b, die sich
bei einem der Eckpunkte P , Q, R oder S treffen, eine Gerade, da der Winkel zwischen ihnen genau
β + 90

+ α = 180

ist. Die gesamt Figur ist also ein Quadrat mit Seitenlänge a + b. Mit den
Flächeninhaltsformeln aus Abschnitt V.5 ist daher (a + b)2 (=Flächeninhalt des großen Quadrats)
gleich groß wie c2 + 4 ⋅ ( 12 ab) (=Flächeninhalt des kleinen Quadrats und der vier rechtwinkligen
Dreiecke).
Aufgrund der ersten Binomischen Formel erhält man noch (a + b)2 = a
2 2
+ 2ab + b , und daher

1
2 2 2 2
a + 2ab + b = c + 4 ⋅ ( ab) = c + 2ab.
2

Subtraktion von 2ab auf beiden Seiten ergibt schließlich

2 2 2
a + b = c .

Ergänzend ein Mathe-Song von DorFuchs zum Satz des Pythagoras. (Alle Rechte liegen
bei Joh. Carl Beurich.)
71
Weitere Sätze, die die verschiedenen Strecken in einem rechtwinkligen Dreieck zueinander in Relation
setzen, sind der Kathetensatz und der Höhensatz. Diese sind zwar nicht Thema dieses Kurses, sollen der
Vollständigkeit halber dennoch behandelt werden.
72
ERGÄNZUNG (KATHETENSATZ UND HÖHENSATZ)

Um den Kathetensatz und den Höhensatz plausibel zu machen, werden die Ergebnisse aus dem
Abschnitt „Kongruenz und Ähnlichkeit” verwendet. Im Dreieck ABC (vgl. Abbildung vom Anfang
des Abschnitts) sind die Dreiecke ABC und ACS ähnlich, da sie in zwei Winkeln
übereinstimmen (nämlich ∡BAC = α = ∡SAC und ∡CSA ∘
= 90 ). Damit erhält
= ∡ACB

man die Verhältnisgleichungen für die entsprechenden Seiten

p b
= .
b c

Mit beiden Nennern durchmultipliziert ergibt sich der

4.5 SATZ (KATHETENSATZ)

Im rechtwinkligen Dreieck ist das Quadrat über einer Kathete flächengleich zu dem
Rechteck aus der Hypotenuse und dem der Kathete anliegenden Hypotenusenabschnitt.

Mit den obigen Bezeichnungen gilt also

2
b = p ⋅ c,

sowie für den rechten Teil

2
a = q ⋅ c

(vgl. Abbildung).

Wir benutzen dabei die Flächenformel für Rechtecke, nach der die Fläche eines Rechtecks gleich
dem Produkt zweier aneinanderliegender Seiten ist.
73

Kathetensätze und Satz des Pythagoras

Summiert man beide Gleichungen des Kathetensatzes erhält man

2 2 2
a + b = q ⋅ c + p ⋅ c = c ,

also wieder den Satz des Pythagoras.

Ein weiterer den Kathetensätzen ähnlicher Satz betrifft die Höhe zur Hypotenuse:

4.6 SATZ (HÖHENSATZ)

Im rechtwinkligen Dreieck ist das Quadrat über der Höhe flächengleich zu dem Rechteck
aus den beiden Hypotenusenabschnitten.

Mit den obigen Bezeichnungen gilt also

2
h = p ⋅ q.
74
Begründung

In der Abbildung vom Anfang des Abschnitts sind die Dreiecke ACS und CBS beide
ähnlich zum Dreieck ABC (vgl. Anfang des Paragraphen), und daher zueinander ähnlich.
Damit ergibt sich die Verhältnisgleichung

h p
= .
q h

Mit den Nennern durchmultipliziert erhält man die gewünschte Gleichung

2
h = p ⋅ q.

Mithilfe dieser Sätze lassen sich nun im rechtwinkligen Dreieck aus zwei bestimmenden Längen
alle anderen Längen berechnen.

Übung zur Anwendung des Satzes des Pythagoras

4.3 Sinus, Kosinus und Tangens


Im rechtwinkligen Dreieck hat man auch besondere Zusammenhänge zwischen den Seitenlängen und den
Innenwinkeln, welche mithilfe der Winkelfunktionen Sinus, Kosinus und Tangens beschrieben werden.
75

4.7 DEFINITION

Sinus, Kosinus und Tangens ordnen einem Winkel im rechtwinkligen Dreieck die
Längenverhältnisse der Katheten und Hypotenuse zu. Für die Definition betrachtet man zunächst
ein rechtwinkliges Dreieck ABC wie in der Abbildung.

Rechtwinkliges Dreieck ABC

Man definiert dann Sinus, Kosinus und Tangens von α durch

a ä
L nge der Gegenkathete von α
sin(α) = = , (1)
c ä
L nge der Hypotenuse

b ä
L nge der Ankathete von α
cos(α) = = , (2)
c ä
L nge der Hypotenuse

a ä
L nge der Gegenkathete von α sin(α)
tan(α) = = = . (3)
b ä
L nge der Ankathete von α cos(α)

In dem ersten Video werden nochmal die Definitionen von Sinus,


Kosiuns und Tangens erläutert; ferner wird auch der Kotangens
eingeführt, der in diesem Kurs aber weiter keine Rolle spielt. Das Video
endet mit zwei Beispielaufgaben zur Berechnung von Größen im
rechtwinkligen Dreieck, die im zweiten Video vorgerechnet werden.

Mit den Verhältnisgleichungen für die Seitenlängen ähnlicher Dreiecke lässt sich nachrechnen, dass sin(α)
, cos(α) und tan(α) nicht von der Größe des Dreiecks abhängen, sondern nur von der Winkelgröße von α
.

Auf diese Weise sind also Sinus, Kosinus und Tangens für alle spitzen Winkel definiert.
Betrachtet man statt α den Winkel β und beachtet, dass wegen der Winkelsumme im Dreieck
β = 90

− α gilt, so erhält man die Gleichungen
76

4.8 REGEL


sin(90 − α) = cos(α), (4)

cos(90 − α) = sin(α). (5)

Aus dem Satz des Pythagoras erhält man noch einen Zusammenhang zwischen sin(α) und cos(α),
nämlich

4.9 REGEL

2 2
(sin(α)) + (cos(α)) = 1.

Im Video wird die Regel hergeleitet und erläutert. Dabei wird auch auf die allgemeine
Definition der Sinus- und Kosinus-Funktion und auf deren Funktionsgraphen Bezug
genommen, die in diesem Kurs erst in Definition 4.11 bzw. im Kapitel Trigonometrische
Funktionen eingeführt werden.

Erklärung

Nach dem Satz des Pythagoras ist a2 + b2 = c


2
. Daraus folgt

2 2
a b a + b
2 2 2 2
(sin(α)) + (cos(α)) = ( ) + ( ) = = 1.
2
c c c
77

4.10 BEISPIEL

Sinus und Kosinus von 45∘, 30∘ und 60∘.

1. Betrachten wir ein rechtwinkliges Dreieck mit α = 45 . Dann ist auch β



= 90

− α = 45

.
D.h. die beiden Winkel sind gleich groß und damit sind auch die beiden Katheten gleich lang.
Aus dem Satz des Pythagoras erhält man nun

2 2 2 2
c = a + b = 2 ⋅ a .

Teilt man die Gleichung durch a2 und zieht die Wurzel, erhält man somit

c
= √ 2.
a

Also gilt

a 1 √2
∘ ∘
cos(45 ) = sin(45 ) = = = .
c √2 2

2. Betrachten wir ein rechtwinkliges Dreieck mit α = 30 . Dann ist β



= 90

− α = 60

.
Spiegelt man das Dreieck an der Seite b, so erhält man ein Dreieck ABB′, dessen
Innenwinkel sämtlich 60∘ betragen, das also gleichseitig ist. Daher gilt:

¯
¯
¯
a = BC =
1
BB =
1
AB =
1
⋅ c

2 2 2
78
Somit erhält man

a 1

sin(30 ) = = ,
c 2

sowie

1
∘ ∘
cos(60 ) = sin(30 ) = .
2

sin(60 )

und cos(30∘) ergeben sich nach Regel 4.9 als

3 √3
∘ ∘ ∘ 2
sin(60 ) = cos(30 ) = √ 1 − sin(30 ) = √ = .
4 2

Um Sinus- und Kosinuswerte auch für größere Winkel zu erhalten, betrachtet man zunächst ein
rechtwinkliges Dreieck im Koordinatensystem, wobei man den Punkt A als Ursprung wählt, die Seite b auf
die x-Achse legt und die Hypotenusenlänge auf 1 setzt (vgl. Abbildung).
Der Punkt B liegt dann auf dem Einheitskreis und hat die Koordinaten (b; a), was wegen c = 1 gleich
(cos(α); sin(α)) ist.

Kosinus und Sinus am Einheitskreis

Man legt daher für einen beliebigen Winkel α zwischen 0∘ und 360∘ (einschließlich) den Sinus und Kosinus
folgendermaßen fest:
79

4.11 DEFINITION

Man schneidet den Einheitskreis mit der Halbgeraden, die mit der positiven x-Achse bei (0; 0)
den Winkel α einschließt (vgl. obige Abbildung). Dann sind cos(α) die x-Koordinate des
Schnittpunktes und sin(α) die y-Koordinate des Schnittpunktes. Ist cos(α) nicht 0, so definiert
man noch den Tangens tan(α) als Quotient aus Sinus und Kosinus, d.h.

sin(α)
tan(α) = .
cos(α)

Des Weiteren definiert man diese Funktionen auch für Winkelgrößen größer als 360∘ und kleiner gleich 0∘
mittels

4.12 DEFINITION


cos(α + k ⋅ 360 ) = cos(α), (6)

sin(α + k ⋅ 360 ) = sin(α), (7)


tan(α + k ⋅ 360 ) = tan(α). (8)

für ganze Zahlen k und Winkel α zwischen 0∘ und 360∘.

Das Video illustriert die Definition von Sinus- und Kosinus für beliebige Winkel. Statt α
wird der Winkel dabei mit x bezeichnet. Zum Ende hin werden auch die
Funktionsgraphen der Sinus- und Kosinus-Funktion gezeigt, die in diesem Kurs erst im
Kapitel Trigonometrische Funktionen eingeführt werden.

Aus dieser Definition erhält man direkt Aussagen über das Vorzeichen der Funktionen für bestimmte
0 ≤ α < 360

:
4.13 REGEL


⎧= 0

cos(α)⎨> 0

< 0

⎧= 0

sin(α)⎨> 0

< 0
ü
f r α = 90

ü
f r 0

ü

f r 90

ü
f r α = 0

ü
f r 0

ü

f r 180
≤ α < 90


< α < 270

< α < 180


oder α = 270


oder 270

oder α = 180

< α < 360





.

< α < 360

Des Weiteren erhält man verschiedene Gleichungen, welche für alle Winkelgrößen α gültig sind:
, (9)

(10)
80
81

4.14 REGEL

Für alle α gilt

cos(α)
2
+ sin(α)
2
= 1 (nach Regel 4.9) ,
− 1 ≤ cos(α) ≤ 1 und − 1 ≤ sin(α) ≤ 1


cos(α + 90 ) = − sin(α), (11)


cos(α + 180 ) = − cos(α), (12)
∘ ∘
cos(α + 270 ) = cos(α − 90 ) = sin(α), (13)


cos(α + 360 ) = cos(α). (14)


sin(α + 90 ) = cos(α), (15)


sin(α + 180 ) = − sin(α), (16)

∘ ∘
sin(α + 270 ) = sin(α − 90 ) = − cos(α), (17)


sin(α + 360 ) = sin(α). (18)

Außerdem gelten noch die Gleichungen


sin(90 − α) = cos(α), (19)


cos(90 − α) = sin(α), (20)

sowie

sin(−α) = − sin(α), (21)

cos(−α) = cos(α). (22)

Natürlich lassen sich die Gleichungen auch im Bogenmaß ausdrücken.


≤ α < 2π

Für alle α gilt


Gleichungen im Bogenmaß

4.15 REGEL

Für 0 gilt

⎧= 0

cos(α)⎨> 0


< 0

⎧= 0

sin(α)⎨> 0

< 0
ü
f r α =

ü
f r 0 ≤ α <

ü
f r

ü
π

2
π

< α <
oder α =

f r α = 0 oder α = π

ü
f r 0 < α < π

ü
f r π < α < 2π
oder

2

2
< α < 2π (23)

(24)
82
83

4.16 REGEL

2 2
cos(α) + sin(α) = 1,

−1 ≤ cos(α) ≤ 1 und − 1 ≤ sin(α) ≤ 1.

π
cos(α + ) = − sin(α), (25)
2

cos(α + π) = − cos(α), (26)

3π π
cos(α + ) = cos(α − ) = sin(α), (27)
2 2

cos(α + 2π) = cos(α). (28)

π
sin(α + ) = cos(α), (29)
2

sin(α + π) = − sin(α), (30)

3π π
sin(α + ) = sin(α − ) = − cos(α), (31)
2 2

sin(α + 2π) = sin(α). (32)

Außerdem gelten noch die Gleichungen

π
sin( − α) = cos(α), (33)
2

π
cos( − α) = sin(α), (34)
2

sowie

sin(−α) = − sin(α), (35)

cos(−α) = cos(α). (36)


84

4.17 BEISPIEL

Die Anwendung der obigen Regeln soll an dem Beispiel α = 1020



verdeutlicht werden:
Wegen 1020 = 660 + 360 = (300 + 360) + 360 gilt

1
∘ ∘ ∘ ∘ ∘ ∘
cos(1020 ) = cos(660 ) = cos(300 ) = cos(30 + 270 ) = sin(30 ) = ,
2

sowie

√3
∘ ∘ ∘ ∘ ∘ ∘
sin(1020 ) = sin(660 ) = sin(300 ) = sin(30 + 270 ) = − cos(30 ) = −
2

und

√3

sin(1020 ) −
∘ 2
tan(1020 ) = = = −√ 3.
∘ 1
cos(1020 )
2

Anmerkung: Sinus, Kosinus und Tangens eines Winkels lassen sich mit Hilfe analytischer Methoden
berechnen, ohne vorher die Seitenlängen des Dreiecks kennen zu müssen (vgl. Analytische Definition von
Sinus und Kosinus auf Wikipedia). Diese Methoden verwendet zum Beispiel der Taschenrechner. Man kann
daher Sinus, Kosinus und Tangens auch benutzen, um aus gegebenen Winkeln und einer Seitenlänge eines
rechtwinkligen Dreiecks die anderen Seiten zu berechnen. Dazu müssen nur die Gleichungen aus der
ersten Definition nach den entsprechenden Seiten aufgelöst werden, also zum Beispiel

ä ä
L nge der Ankathete von α = cos(α) ⋅ L nge der Hypotenuse.

Umgekehrt kann man mit dem Taschenrechner auch den Winkel durch die Umkehrfunktion des Sinus bzw.
des Kosinus berechnen, wenn zwei Seiten gegeben sind.

Übung zur Bestimmung von Sinus und Kosinus verschiedener Winkel


85
86

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87

ÜBUNG 2
88
Im rechtwinkligen Dreieck ABC mit rechtem Winkel bei C sind die Höhe h = 6 cm , die Seite b = 6,8

cm und der Hypotenusen-Abschnitt q = 11,25 cm gegeben (vgl. Skizze). Berechnen Sie die Seiten a und
c des Dreiecks, sowie den Hypotenusen-Abschnitt p.

Rechtwinkliges Dreieck

Antwort

Es sind a ,
= 12,75 cm c = 14,45 cm und p = 3,2 cm .
89
Lösung

Um die anderen Streckenlängen zu berechnen, sollte der Satz des Pythagoras verwendet werden,
auch für die kleineren rechtwinkligen Dreiecke ASC und BCS .

Zunächst lässt sich die Strecke p mit Hilfe des Satzes des Pythagoras im Dreieck ASC berechnen:

2 2 2 2 2 2 2
p = b − h = (6,8 − 6 ) cm = 10,24 cm .

Also p = 3,2 cm .

Damit ist dann c = p + q = 14,45 cm .

Für die Berechnung der Seite a hat man nun mehrere Möglichkeiten: Anwendung des Satzes des
Pythagoras im Dreieck ABC (a2 = c
2
− b
2
) oder des Satzes des Pythagoras im Dreieck BCS (
a
2
= q
2 2
+ h ).
In jedem Fall erhält man a2 =
2601

16
cm
2
, und daher a =
51

4
.
cm = 12,75 cm

Anmerkung: Verwendet man auch den Kathetensatz und den Höhensatz, hat man noch mehr
Möglichkeiten, die anderen Strecken zu berechnen, und bräuchte insbesondere die Angabe von q
nicht. Nach der Berechnung von p kann man nämlich unter Verwendung von p und h die Strecke
q mit dem Höhensatz berechnen, oder auch unter Verwendung von p und b die Strecke c mit dem
Kathetensatz.
90

ÜBUNG 3
91
Bestimmen Sie zu folgenden Winkeln α einen Winkel β zwischen 0∘ und 90∘ (jeweils inklusive) so, dass
cos(β) = | cos(α)| und sin(β) = | sin(α)| gelten.

a) α = −10

b) α = 300

c) α = 1000

d) α = 550

Antworten

a) β = 10

b) β ∘
= 60

c) β = 80

d) β ∘
= 10
92
Lösungen

Da für alle Winkel α die Gleichung sin(α)2 + cos(α)2 = 1 gilt und da für β zwischen 0∘ und 90∘
stets sin(β) ≥ 0 und cos(β) ≥ 0 gilt, ist die Gleichung sin(β) = | sin(α)| genau erfüllt, wenn
die Gleichung cos(β) = | cos(α)| erfüllt ist. Wir werden daher im Folgenden nur die Gleichung
cos(β) = | cos(α)| betrachten. (Genauso gut könnte man auch nur die andere Gleichung
betrachten.)

Um β zu finden, verwendet man die Regeln für Sinus und Cosinus.


Zunächst gilt allgemein

cos(−α) = cos(α).

Daher erfüllt in Teil a) also β = −α = 10



die Bedingungen.

Für Teil b) benötigt man noch zusätzlich die Regel


cos(α + 360 ) = cos(α).

Dann erhält man nämlich

∘ ∘ ∘
cos(300 ) = cos(−60 ) = cos(60 ).

Also erfüllt in Teil b) der Winkel β = 60



die Bedingungen.

Für Teil c) wendet man die obige Regel mehrmals an und erhält
.
∘ ∘ ∘
cos(1000 ) = cos(−80 ) = cos(80 )
93
In Teil d) kann man mit obigen Regeln α zunächst auf 190 oder auf −170 reduzieren.
∘ ∘ ∘
= 550

Um in den Bereich zwischen 0∘ und 90∘ zu kommen, benötigt man noch:


cos(α + 180 ) = − cos(α).

In Teil d) erhält man also, dass für β die Gleichung



= 10


cos(β) = − cos(190 ) = − cos(550 )

gilt.
94

ÜBUNG 4
95
Auf einem Kreis werden in gleichen Abständen acht Punkte A bis H gewählt (d.h.
¯
¯
¯
¯
AB = BC = … = GH = H A), wodurch ein sogenanntes regelmäßiges Achteck ABCDEF GH

entsteht (vgl. Skizze). Die Seitenlänge des Achtecks betrage a = 3 cm . Welchen Radius hat der Umkreis
des Achtecks, also der Kreis, der durch alle acht Ecken verläuft?

regelmäßiges Achteck mit Hilfslinien zur Berechnung des Umkreisradius

Antwort

Der Radius beträgt √1 + √ 12 ⋅ a ≈ 3,92 cm .


96
Lösung

Zunächst untersucht man die eingezeichneten Stücke des Achtecks, wofür die Winkelgrößen
∡ADC und ∡BAD benötigt werden.

Da die Winkelsumme im n-Eck (n − 2) ⋅ 180∘ beträgt und im regelmäßigen n-Eck alle Winkel
gleich groß sind (aus Symmetriegründen), beträgt die Größe des Innenwinkels
∡EDC =
6

8
⋅ 180

= 135

(und ebenso die Größen der anderen Innenwinkel).
Da EA ein Durchmesser des Kreises ist, ist nach dem Satz des Thales der Winkel ∡EDA ein
rechter Winkel und daher gilt:

∘ ∘ ∘
∡ADC = ∡EDC − ∡EDA = 135 − 90 = 45 .

Ebenso ist ∡BAD = 45



.

Die Punkte K und L sollen so gewählt sein, dass KC und LB senkrecht auf AD stehen. Dann
sind die Dreiecke ABL und CDK aber rechtwinklig (bei L bzw. bei K ) und wegen
∡BAL = 45

und ∡KDC = 45

sogar rechtwinklig und gleichschenklig.

Mit dem Satz des Pythagoras gilt dann

¯
¯
¯
BL + AL = AB = a ,
2 2 2
2

¯
¯
¯
d.h. 2AL = a und daher AL =
2
. Ebenso erhält man KD =
2
. a a

√2 √2

Betrachtet man nun das Viereck LBCK , so weiß man schon, dass nicht nur die Seiten LB und
KC senkrecht auf LK stehen, sondern dass LB und KC auch gleich lang sind. Daher ist das
Viereck LBCK sogar ein Rechteck und insbesondere ist KL parallel zu BC und es gilt
¯
¯
KL = BC = a.

Für die Strecke AD erhält man also

¯
¯
¯
¯
AD = AL + LK + KD =
a
+ a +
a
= (1 + √ 2) ⋅ a.
√2 √2
97
Den Durchmesser AE des Umkreises berechnet man nun wieder mit dem Satz des Pythagoras:

¯
¯
¯ 2 2 2
AE = AD + DE = (a + √ 2a) + a = a + 2√ 2a + 2a + a = 4a + 2√ 2a .
2 2 2 2 2 2 2 2

¯
Also: AE = √4 + 2√2a. Und daher beträgt der Radius

¯
¯
AM =
1
AE =
1

4 + 2√ 2a =

1 + √
1
⋅ a.
2 2 2
98

5. FLÄCHENINHALTE
99
Inhalt
5.1 Umfang und Flächeninhalt von Polygonen (Vielecken)
5.2 Umfang und Flächeninhalt von Kreisen und anderen geometrischen Figuren

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Abschnitts schon beherrschen, können Sie zu den zugehörigen
Übungs-, Trainings- und Quizaufgaben gehen.

Lernziele

▪ Sie kennen die Formeln zur Berechnung der Flächeninhalte und Umfänge von Kreisen und
Rechtecken und können sie anwenden.

▪ Sie können den Flächeninhalt von Dreiecken berechnen.

▪ Sie können weitere Flächeninhalte berechnen, indem Sie Figuren in bekannte, d.h. mit den
Formeln berechenbare, Teile zerlegen.

In diesem Abschnitt geht es um die Berechnung der Flächeninhalte und Umfänge einfacher ebener
geometrischer Figuren.

5.1 Umfang und Flächeninhalt von Polygonen (Vielecken)

5.1 DEFINITION

Der Umfang einer geometrischen Figur ist die Länge der begrenzenden Linie. Der Umfang eines
Polygons (d.h. Vielecks) ist also genau die Summe seiner Seitenlängen.
100

5.2 REGEL

1. Der Umfang eines Dreiecks ABC ist gegeben durch U .


= a + b + c

2. Der Umfang eines Parallelogramms (und somit auch eines Rechtecks) mit den Seitenlängen
a und b ist gegeben durch

U = a + b + a + b = 2(a + b) = 2a + 2b.

Umfänge von Dreieck und Parallelogramm

Kurztest

Bei einem Rechteck mit Umfang 21.6 cm sei die lange Seite 3-mal so lang wie die kurze Seite.
Wie lang ist die lange Seite? Antwort: ? cm

Prüfen Lösung anzeigen

Im Vergleich zu den Umfängen von Polygonen sind deren Flächeninhalte im Allgemeinen aufwändiger zu
berechnen. Für besondere Polygone gibt es jedoch einfache Formeln:
101

5.3 REGEL

Der Flächeninhalt eines Rechtecks mit Seitenlängen a und b beträgt

F = a ⋅ b.

Daraus erhält man eine Formel für den Flächeninhalt von Dreiecken:

5.4 REGEL

Der Flächeninhalt eines Dreiecks beträgt

1
F = ö
⋅ Grundseite ⋅ H he.
2

Hierbei kann als Grundseite jede beliebige Seite des Dreiecks gewählt werden und die Höhe ist dann die
zur Grundseite senkrechte Höhe. Im Abschnitt Kongruenz und Ähnlichkeit wurde in Beispiel 3.8 erklärt, wie
man einsehen kann, dass es wirklich egal ist, welche Seite man als Grundseite wählt.
102
Begründung der Formel

Flächeninhalt des Dreiecks

Das Dreieck ABC links in der Abbildung kann man wie dort gekennzeichnet zu einem Rechteck mit
Seitenlängen c und hc ergänzen. Da das Dreieck ABC jeweils die Hälfte des Rechtecks AHC CE
und des Rechtecks HC BDC bedeckt, ist also die Fläche des Dreiecks gerade halb so groß wie die
des Rechtecks, somit

1
F = ⋅ c ⋅ hc.
2

Im Fall, dass die Höhe außerhalb des Dreiecks liegt (vgl. rechtes Dreieck in obiger Abbildung),
stimmt die Formel auch, die Begründung muss nur etwas geändert werden.

Das Problem, diese Formel anzuwenden, besteht meist darin, dass zunächst die Höhe bestimmt werden
muss. Mittels des Sinus im rechtwinkligen Dreieck gilt im Dreieck ABC für die Höhe hc die Gleichung
hc = sin(α) ⋅ b .

Dadurch erhält man für die Fläche F =


1

2
⋅ b ⋅ c ⋅ sin(α). Oder in Worten: Die Fläche im Dreieck ist gleich
der Hälfte des Produkts zweier Seiten und des Sinus ihres eingeschlossenen Winkels. Natürlich gilt die
Formel auch, wenn man zwei andere Seiten und deren eingeschlossenen Winkel betrachtet.
103

5.5 REGEL

Der Flächeninhalt eines Dreiecks ABC beträgt

1 1 1
F = ⋅ b ⋅ c ⋅ sin(α) = ⋅ a ⋅ c ⋅ sin(β) = ⋅ a ⋅ b ⋅ sin(γ).
2 2 2

5.6 BEISPIEL

Die Fläche eines gleichseitigen Dreiecks mit Seitenlänge a:


Die Innenwinkel im gleichseitigen Dreieck sind jeweils 60∘ (vgl. Beispiel 1.11 im Abschnitt Winkel).
Nach der zweiten Formel ist also der Flächeninhalt gegeben durch

1 √3
∘ 2
F = ⋅ a ⋅ a ⋅ sin(60 ) = a
2 4

(siehe Beispiel 4.10 im Abschnitt Rechtwinkliges Dreieck für den Wert von sin(60∘)).

Flächeninhalte komplexerer Polygone werden meist dadurch berechnet, dass man das Polygon in
einfachere Polygone zerlegt.
104

5.7 BEISPIEL

Das Haus vom Nikolaus (s. Abbildung) ist ein Fünfeck, bei dem alle Seiten die gleiche Länge haben.
Der Umfang ist somit das Fünffache dieser Seitenlänge. Um den Flächeninhalt zu berechnen,
beachte man, dass sich das Fünfeck aus einem gleichseitigen Dreieck und einem Quadrat
zusammensetzt. Ist die Seitenlänge des Nikolaushauses a = 1 cm, so erhält man als Flächeninhalt
somit

√3 √3
2 2 2 2
F = a + a = ( + 1) ⋅ 1 cm ≈ 1,43 cm .
4 4

das Haus vom Nikolaus

Übung zum Berechnen des Umfangs und des Flächeninhalts einfacher Polygone

weitere Übung zum Berechnen des Umfangs und des Flächeninhalts einfacher Polygone

5.2 Umfang und Flächeninhalt von Kreisen und anderen


geometrischen Figuren
Beim Kreis ist der Umfang die Länge der Kreislinie. Wie schon im Abschnitt Winkel erwähnt, ist die
Kreiszahl π so definiert, dass der Umfang des Einheitskreises (also des Kreises mit Radius 1) genau 2π
beträgt. Da sich der Umfang proportional zum Radius verhält, hat man allgemein die Formel:
105

5.8 REGEL

Der Umfang eines Kreises mit Radius r beträgt

U = 2πr.

Auch in der Formel für den Flächeninhalt eines Kreises taucht die Kreiszahl π auf.

5.9 REGEL

Der Flächeninhalt eines Kreises mit Radius r beträgt

2
F = πr .

Oft werden auch Teile eines Kreises betrachtet. Die wichtigsten Kreisstücke sind der Kreissektor und das
Kreissegment.
106

5.10 DEFINITION

Ein Kreissektor ist ein Teil der Kreisfläche, welcher von zwei Radien und einem Stück des
Kreisbogens begrenzt wird (vgl. linker Teil der folgenden Abbildung).

Ein Kreissegment ist ein Teil der Kreisfläche, welcher von einer Sehne des Kreises und einem Stück
des Kreisbogens begrenzt wird (vgl. rechter Teil der folgenden Abbildung).

Kreissektor und Kreissegment

Sowohl der Kreissektor als auch das Kreissegment sind (bis auf Drehung des Kreises) festgelegt durch den
Radius r des Kreises, den Mittelpunktswinkel α und die Länge b des Kreisbogens.

5.11 REGEL

Die Größen r, α (im Gradmaß) und b erfüllen stets die Gleichung

α
b = ⋅ 2πr.

360

Wenn α im Bogenmaß gegeben ist, erhält man die Formel b = αr (vgl. Umrechnung
Gradmaß/Bogenmaß).
107

5.12 REGEL

Der Flächeninhalt des Kreissektors mit Radius r, Bogenlänge b und Mittelpunktswinkel α (im
Gradmaß) beträgt

br α
2
F = = ⋅ πr .

2 360

Der Flächeninhalt des Kreissegments mit Radius r, Bogenlänge b und Mittelpunktswinkel α (im
Gradmaß) beträgt

br 1 α sin(α)
2 2
F = − r ⋅ sin(α) = r ⋅ ( ⋅ π − ).

2 2 360 2

Flächeninhalte komplexerer Figuren können oft dadurch berechnet werden, dass man die Figur in
einfachere Figuren zerlegt bzw. zu einfacheren Figuren ergänzt.
108

5.13 BEISPIEL

Man betrachte das vierblättrige Kleeblatt in der folgenden Abbildung.

vierblättriges Kleeblatt

Jedes einzelne Blatt besteht aus einem Quadrat mit Seitenlänge a = 1 cm und einem Kreissektor
mit Radius a = 1 cm und Mittelpunktswinkel 270∘. Der gesamte Flächeninhalt ist somit:

270
2 2 2 2
F = 4 ⋅ (a + ⋅ πa ) = (4 + 3π) ⋅ a ≈ 13,42 cm
360

Übung zur Berechnung des Umfangs und des Flächeninhalts von Kreisen

Berechnung eines weiteren Flächeninhalts:


109

ÜBUNG 1
110
Von einem Rechteck ist bekannt, dass der Umfang U = 30 cm beträgt und eine Seite 4 cm lang ist.

Wie lang ist die zweite Seite und wie groß ist der Flächeninhalt des Rechtecks?

Antwort

Die andere Seite ist 11 cm lang und der Flächeninhalt beträgt A = 44 cm .


2

Lösungsweg

Wegen der Umfangsformel U = 2a + 2b für Rechtecke ist die Länge der zweiten Seite (wenn die
erste a genannt wird):

U − 2a
b = = 11 cm.
2

Den Flächeninhalt berechnet man dann mit der Flächeninhaltsformel

2
A = a ⋅ b = 4 cm ⋅ 11 cm = 44 cm .
111

ÜBUNG 2
112
Gegeben ist ein gleichschenkliges Dreieck ABC mit c = 4 cm und a = b = 6 cm (vgl. Skizze). Wie groß
ist der Flächeninhalt des Dreiecks ABC ?

Antwort

Der Flächeninhalt beträgt A = 8√ 2 cm


2
≈ 11,31 cm .
2

Lösungsweg 1

Da das Dreieck gleichschenklig ist, ist der Fußpunkt Hc der Höhe zu c genau der Mittelpunkt der
Seite c, also ist AHc =
c

2
= 2 cm .

¯
Da das Dreieck AH C rechtwinklig ist, berechnet sich dann die Höhe H C des Dreiecks ABC
c c

mit dem Satz des Pythagoras durch:

¯
¯
¯
H C = AC − AH = (6 cm) − (2 cm) = 32 cm . c
2 2

c
2
2 2 2

¯
Also H C = 4√2 cm. c

Zuletzt wendet man die Flächeninhaltsformel für Dreiecke an:

1 1
2 2 2
A = hc ⋅ c = ⋅ 4√ 2 ⋅ 4 cm = 8√ 2 cm ≈ 11,31 cm .
2 2
113
Lösungsweg 2

Da das Dreieck gleichschenklig ist, ist der Fußpunkt Hc der Höhe zu c genau der Mittelpunkt der
Seite c, also ist AHc =
c

2
= 2 cm .

Da das Dreieck AHcC rechtwinklig ist, ist der Cosinus des Winkels α gegeben durch

¯
AH 1 c
cos(α) = = .
¯
AC
3

Mit dem Taschenrechner erhält man daraus α .



≈ 70,53

Zuletzt wendet man die Sinus-Flächeninhaltsformel für Dreiecke an:

1
2 2
A = sin(α) ⋅ b ⋅ c = 12 ⋅ sin(α) cm ≈ 11,31 cm .
2
114

ÜBUNG 3
115

Auf den Seiten eines Quadrats mit Seitenlänge a = 4 cm sind Halbkreise aufgesetzt (vgl. Skizze).
Wie groß sind der Umfang und der Flächeninhalt der gesamten Figur?

Antwort

Der Umfang der Figur beträgt U = 8π cm ≈ 25,13 cm .


Der Flächeninhalt der Figur beträgt A = (8π + 16) cm
2
≈ 41,13 cm .
2

Lösungsweg für den Umfang

Der Umfang der Figur besteht aus den vier Halbkreisbögen. Die Halbkreise haben den
Durchmesser a = 4 cm und daher den Radius r =
a

2
= 2 cm .

Die Länge eines Halbkreisbogens beträgt daher 1

2
⋅ 2πr = 2π cm .

Der Umfang beträgt also

U = 4 ⋅ 2π cm = 8π cm ≈ 25,13 cm
116
Lösungsweg für den Flächeninhalt

Der Flächeninhalt der Figur besteht aus dem Flächeninhalt des Quadrates (= a
2 2
= 16 cm ) und
dem der vier Halbkreise. Die Halbkreise haben den Durchmesser a = 4 cm und daher den
Radius r =
a

2
.
= 2 cm

Der Flächeninhalt eines Halbkreises beträgt also 1

2
2
⋅ πr = 2π cm
2
.

Der gesamte Flächeninhalt beträgt daher

2 2 2 2
A = 16 cm + 4 ⋅ 2π cm = (16 + 8π) cm ≈ 41,13 cm .
117

ÜBUNG 4
118

In obiger Skizze ist das Dreieck ABC ein gleichseitiges Dreieck mit Seitenlänge a = 4 cm. Die Bögen sind
Kreisbögen, die durch zwei Eckpunkte verlaufen und deren Mittelpunkt die jeweils dritte Ecke des Dreiecks
ist.

Welchen Flächeninhalt besitzt die gesamte Figur?

Antwort

Der gesamte Flächeninhalt beträgt

π − √3
2 2
F = a ≈ 11,28 cm .
2
119
Lösungsweg 1

Da das Dreieck gleichseitig ist, betragen alle Innenwinkel 60∘. Der in folgender Abbildung
markierte Bereich ist also ein Kreissektor mit Mittelpunktswinkel 60∘ und Radius a = 4 cm.

Er hat also den Flächeninhalt


60 π
2 2
Fsek = a ⋅ π = a .

360 6

Nimmt man die Fläche dieses Sektors drei Mal (einmal für jeden Kreisbogen), so hat man die
Dreiecksfläche dreifach gezählt, muss sie also wieder zweimal abziehen. Die Gesamtfläche ist also

F = 3 ⋅ Fsek − 2 ⋅ FΔ.

2 √3
Da der Flächeninhalt des gleichseitigen Dreiecks FΔ = a
4
beträgt, ist also die Gesamtfläche
gegeben als

π √3 π − √3
2 2 2 2
F = 3 ⋅ Fsek − 2 ⋅ FΔ = a − a = a ≈ 11,28 cm .
2 2 2
120
Lösungsweg 2

Da das Dreieck gleichseitig ist, betragen alle Innenwinkel 60 . Die in folgender Abbildung

markierten Bereiche sind also Kreissegmente mit Mittelpunktswinkel 60∘ und Radius a = 4 cm.

Jedes einzelne Segment hat also den Flächeninhalt

∘ ∘
60 sin(60 ) π √3
2 2
Fseg = a ⋅ ( π − ) = a ( − ).

360 2 6 4

2 √3
Da der Flächeninhalt des gleichseitigen Dreiecks FΔ = a
4
beträgt ist also die Gesamtfläche

π √3 √3 π √3
2 2 2 2 2
F = 3 ⋅ Fseg + FΔ = 3a − 3a + a = a ( − ) ≈ 11,28 cm .
6 4 4 2 2
121

6. VOLUMINA
122
Inhalt
6.1 Oberfläche und Volumen von Prismen
6.2 Oberfläche und Volumen von Pyramiden
6.3 Oberfläche und Volumen von Zylindern, Kegeln und Kugeln

Wenn Sie denken, dass Sie den Inhalt des Abschnitts schon beherrschen, können Sie zu den zugehörigen
Übungs-, Trainings- und Quizaufgaben gehen.

Lernziele

▪ Sie kennen die Formeln für die Oberflächen und Volumina von Prismen und Pyramiden und
können sie anwenden.

▪ Sie kennen die Formeln für die Oberflächen und Volumina von Zylindern, Kegeln und Kugeln
und können sie anwenden.

Im Allgemeinen ist es nicht einfach, das Volumen (=Rauminhalt) und die Oberfläche (=Flächeninhalt der
Begrenzungsflächen) von geometrischen Körpern zu bestimmen. Im Folgenden werden daher nur solche
geometrischen Körper betrachtet, bei denen die Berechnungen gut möglich sind, d.h. gewisse Prismen
(z.B. Quader), gewisse Pyramiden, Zylinder, Kegel und Kugeln (vgl. Abbildung)

verschiedene geometrische Körper

6.1 Oberfläche und Volumen von Prismen


123

6.1 DEFINITION

Verschiebt man ein ebenes Polygon im Raum und verbindet dann jeden Punkt der Polygonfläche
mit dem entsprechenden verschobenen Punkt, dann entsteht ein sogenanntes Prisma (vgl.
Abbildung). Wird das Polygon senkrecht zu seiner Ebene verschoben, d.h. die Verbindungskanten
des verschobenen Polygons mit dem ursprünglichen sind senkrecht zu den Polygonseiten, so
spricht man von einem geraden Prisma, ansonsten von einem schiefen Prisma.

gerades und schiefes Prisma

Die zwei Polygone nennt man Grund- und Deckfläche des Prismas und die anderen ebenen
Flächen Seitenflächen. Den Abstand der zwei Polygonebenen voneinander nennt man Höhe des
Prismas.
124
Zum Abstand zweier Ebenen

Sind zwei Ebenen im Raum parallel z.B. weil die eine durch Verschiebung aus der anderen
hervorging, so haben die Ebenen einen wohldefinierten Abstand voneinander. Um den Abstand zu
erhalten, wählt man zunächst eine Gerade g, die senkrecht zu den zwei Ebenen liegt. Der Abstand
der Ebenen ist dann genau der Abstand der Durchstoßpunkte der Geraden (also der Abstand der
Schnittpunkte von g mit den Ebenen).
Wichtig ist, dass die Gerade g wirklich senkrecht zu den Ebenen ist. Dass g senkrecht zu einer Ebene
ist, ist gleichbedeutend damit, dass g senkrecht zu jeder Geraden ist, welche in der Ebene liegt.

Abstand der Sechseckebenen

Man beachte, dass nur bei geraden Prismen die Länge der Verbindungskanten gleich der Höhe ist. Bei
schiefen Prismen sind die Verbindungskanten länger. Alle Seitenflächen eines Prismas sind
Parallelogramme, da das zweite Polygon aus dem ersten durch Verschieben entstand (vgl. Definition von
Verschiebung im Abschnitt Kongruenz und Ähnlichkeit). Bei einem geraden Prisma sind die Seitenflächen
sogar Rechtecke.

6.2 SATZ

Das Volumen eines Prismas beträgt

V = A ⋅ h,

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche ist, und h die Höhe des Prismas.
125

6.3 SATZ

Die Oberfläche eines Prismas beträgt

O = 2 ⋅ A + M,

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche (und auch der Deckfläche) ist, und M die sogenannte
Mantelfläche, d.h. die Summe der Seitenflächen.
Ist das Prisma gerade, so lässt sich M berechnen durch M = U ⋅ h mit dem Umfang U der
Grundfläche und der Höhe h des Prismas.
Für ein gerades Prisma erhält man damit die Oberflächenformel

O = 2 ⋅ A + U ⋅ h.

Ist die Grundfläche ein Polygon, für das man eine Flächeninhaltsformel und eine Umfangsformel kennt
(vgl. Abschnitt Flächeninhalte), so bekommt man für diese Prismen neue Formeln.
126

6.4 BEISPIEL

Ein Quader ist ein gerades Prisma mit rechteckiger Grundfläche (vgl. Abbildung). Alle
Begrenzungsflächen sind somit Rechtecke und der Quader ist durch seine Kantenlängen a, b und c
bestimmt (a und b sind die Kantenlängen der Grundfläche und c ist die „senkrechte” Kantenlänge,
welche gleich der Höhe ist).

Quader

Aus den Formeln für ein gerades Prisma und für Rechtecke erhält man somit

V = a ⋅ b ⋅ c und O = 2ab + 2(a + b) ⋅ c = 2(ab + ac + bc).

Im ganz speziellen Fall, dass a = b = c ist, d.h. dass der Quader ein Würfel ist, erhält man noch
einfacher

3 2
V = a und O = 6a .

Kurztest Volumen

Ein Quader der Länge 2 cm und Breite 1.2 cm hat ein Volumen von 1.92 cm3.
Welche Höhe hat der Quader? Antwort: ? cm

Prüfen Lösung anzeigen


127
Kurztest Oberfläche

Ein Quader der Länge 6 cm und Breite 1 cm hat eine Oberfläche von 20.4 cm2.
Welche Höhe hat der Quader? Antwort: ? cm

Prüfen Lösung anzeigen

Übung zur Berechnung von Oberfläche und Volumen von Prismen

6.2 Oberfläche und Volumen von Pyramiden

6.5 DEFINITION

Verbindet man ein ebenes Polygon mit einem Punkt S , der nicht in der Polygonebene liegt, dann
entsteht eine sogenannte Pyramide.

Pyramiden

Der Punkt S heißt Spitze der Pyramide, das Polygon heißt Grundfläche der Pyramide und die
anderen ebenen Flächen heißen Seitenflächen der Pyramide. Der Abstand des Punktes S von der
Polygonebene heißt Höhe der Pyramide.

Die Seitenflächen einer Pyramide sind allesamt Dreiecke, da man die Kanten des Polygons mit einem Punkt
verbunden hat.
128

6.6 SATZ

Das Volumen einer Pyramide beträgt

1
V = ⋅ A ⋅ h,
3

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche und h die Höhe der Pyramide ist.

Berechnung des Volumens einer Pyramide:

6.7 SATZ

Die Oberfläche einer Pyramide beträgt

O = A + M,

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche und M die sogenannte Mantelfläche, d.h. die Summe
der (dreieckigen) Seitenflächen, ist.

Um die Oberfläche bzw. die Mantelfläche zu berechnen, muss man also nicht nur die Längen der
Grundflächenseiten kennen, sondern auch die Höhen der Seitenflächen (was den Abständen der
Pyramidenspitze von den Grundflächenseiten entspricht). Es soll daher nur eine Oberflächenformel
angegeben werden in einem Fall, in dem die Formel einfach ist.
129

6.8 BEISPIEL

Eine gerade quadratische Pyramide ist eine Pyramide, deren Grundfläche ein Quadrat ist und
deren Spitze senkrecht über dem Mittelpunkt des Quadrates liegt. Eine gerade quadratische
Pyramide ist also durch die Seitenlänge a des Quadrats und die Höhe h der Pyramide festgelegt.

gerade quadratische Pyramide

Mit dem Satz des Pythagoras erhält man als Höhen der Seitenflächen hs = √h
2
+ (
a

2
2
) und

daher für die Oberfläche der Pyramide

1 a
2 2 2 2 2
O = a + 4 ⋅ hs ⋅ a = a + 2ahs = a + 2a√ h + ( )
2 2

und für das Volumen

1
2
V = a h.
3

Übung zur Berechnung von Oberfläche und Volumen von Pyramiden

6.3 Oberfläche und Volumen von Zylindern, Kegeln und Kugeln


130

6.9 DEFINITION

Verschiebt man einen Kreis im Raum und verbindet jeden Punkt des Kreises mit dem
entsprechenden verschobenen Punkt, dann entsteht ein sogenannter Zylinder (vgl. Abbildung).
Wird der Kreis senkrecht zu seiner Ebene verschoben, so spricht man von einem geraden
Zylinder, ansonsten von einem schiefen Zylinder.

gerader Zylinder und schiefer Zylinder

Die zwei Kreise nennt man Grund- und Deckfläche des Zylinders und die dritte (nicht-ebene)
Fläche Mantelfläche. Den Abstand der zwei Kreisebenen voneinander nennt man Höhe des
Zylinders.
131

6.10 DEFINITION

Verbindet man einen Kreis mit einem Punkt S , der nicht in der Kreisebene liegt, dann entsteht
eine sogenannter Kegel (vgl. Abbildung). Liegt der Punkt S senkrecht über dem Mittelpunkt des
Kreises, so hat er von allen Punkten der Kreislinie den gleichen Abstand und man spricht von
einem geraden Kegel, ansonsten von einem schiefen Kegel.

gerader Kegel und schiefer Kegel

Der Punkt S heißt Spitze des Kegels, der Kreis heißt Grundfläche des Kegels und die andere nicht-
ebene Fläche heißt Mantelfläche des Kegels. Der Abstand des Punktes S von der Kreisebene heißt
Höhe des Kegels.

Zylinder und Kegel entstehen also auf die gleiche Weise wie Prisma und Pyramide, nur dass statt eines
Polygons ein Kreis die Grundfläche bildet. Dementsprechend erhält man ähnliche Formeln für Volumina
und Oberflächen:
132

6.11 SATZ

Das Volumen eines Zylinders beträgt

2
V = π ⋅ r ⋅ h,

wobei r der Radius des Kreises und h die Höhe des Zylinders ist.
Das Volumen eines Kegels beträgt

1
2
V = π ⋅ r ⋅ h,
3

wobei r der Radius des Kreises und h die Höhe des Kegels ist.

6.12 SATZ

Die Oberfläche eines geraden Zylinders beträgt

O = 2πr ⋅ (r + h),

wobei r der Radius des Kreises und h die Höhe des Zylinders ist.
Die Oberfläche eines geraden Kegels beträgt

O = πr ⋅ (r + s),

wobei r der Radius des Kreises und s 2


= √h + r
2
der Abstand der Spitze von einem Punkt der
Kreislinie ist.
133
Erklärung für den Zylinder

Die Flächeninhalte der Grund- und Deckfläche (Kreise mit Radius r) betragen jeweils πr2 (vgl. Fläche
eines Kreises). Rollt man den Mantel auf, erhält man ein Rechteck, dessen eine Seitenlänge die Höhe
h ist, und dessen andere Seitenlänge der Kreisumfang, also 2πr ist. Insgesamt also

2 2
O = πr + πr + h ⋅ 2πr = 2πr(r + h).

Erklärung für den Kegel

Der Flächeninhalt der Grundfläche (Kreise mit Radius r) beträgt πr2 (vgl. Fläche eines Kreises). Rollt
man den Mantel auf, erhält man einen Kreisausschnitt, dessen Radius der Abstand der Spitze von
einem Punkt der Kreislinie ist. Mit dem Satz des Pythagoras berechnet sich dieser Abstand durch
2
s = √h + r
2
. Die Länge des Bogens des Kreisausschnitts ist der Umfang der Grundfläche, also
2πr .

Aufgerollter Mantel des Kegels

Einen ganzen Kreis (mit Radius s) erhielte man, wenn der Bogen 2πs betrüge. Also ist das Verhältnis
der Fläche des Kreisausschnitts M zur Fläche eines ganzen Kreises mit Radius s dasselbe wie das
Verhältnis der zugehörigen Bogenlängen, d.h. M
2
πs
=
2πr

2πs
. Der Flächeninhalt der Mantelfläche
beträgt daher M =
2πr

2πs
2
⋅ πs = πrs . Die gesamte Oberfläche ist also

2
O = πr + πrs = πr(r + s).

Die Oberflächen schiefer Zylinder und Kegel werden hier nicht behandelt.
134

6.13 DEFINITION

Eine Kugel mit Radius r besteht aus allen Punkten im Raum, die von einem festen Punkt S
höchstens den Abstand r haben.

Die Begrenzungsfläche einer Kugel besteht nur aus einer gekrümmten Fläche, weshalb man diese nicht auf
ähnliche Weise berechnen kann wie bei Zylinder oder Kegel. Daher werden hier nur die Formeln zur
Berechnung des Volumens und der Oberfläche angegeben.

6.14 SATZ

Das Volumen einer Kugel mit Radius r beträgt

4
3
V = πr .
3

Die Oberfläche einer Kugel mit Radius r beträgt

2
A = 4πr .
135

6.15 BEISPIEL

Die Länge des Erdäquators beträgt ca. 40000 km.


Da die Erde annähernd eine Kugel ist, und damit die Äquatorlinie ein Kreis mit demselben Radius r
, erhält man aus der Formel für den Kreisumfang

U 20000
r = = km ≈ 6366 km.
2π π

Mit obigen Formeln beträgt daher die Erdoberfläche

2 2 2 8 2
A = 4πr ≈ 4π6366 km ≈ 5 ⋅ 10 km

(also ungefähr 500 Millionen Quadratkilometer) und das Volumen der Erde

4 4 3 3
3 3 12
V = πr ≈ π ⋅ 6366 km ≈ 1 ⋅ 10 km
3 3

(also ungefähr eine Billion Kubikkilometer).

Übung zu Berechnungen zu Zylinder, Kegel und Kugel


136

ÜBUNG 1
137
Die nicht maßstabsgetreue Skizze zeigt ein dreiseitiges gerades Prisma und dessen Abmessungen. Der
eingezeichnete Winkel sei ein rechter Winkel. Berechnen Sie die Oberfläche und das Volumen des Prismas.

Dreiseitiges Prisma

Antwort

Die Oberfläche beträgt

2 2
O = (36 + 6√ 13) cm ≈ 57,63 cm

und das Volumen

3
V = 18 cm .
138
Berechnung des Volumens

Nach der Volumenformel berechnet sich das Volumen durch

V = A ⋅ h,

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche und h die Höhe des Prismas ist.

Hier ist also h = 6 cm. Weiter ist A =


1

2
⋅ 2 cm ⋅ 3 cm = 3 cm , da das Dreieck rechtwinklig
2

ist, d.h. die eine Kathete die Höhe zur anderen ist.

In die Formel eingesetzt gilt also:

2 3
V = 3 cm ⋅ 6 cm = 18 cm
139
Berechnung der Oberfläche

Nach der Oberflächenformel berechnet sich die Oberfläche durch

O = 2 ⋅ A + U ⋅ h,

wobei A der Flächeninhalt der Grundfläche, U der Umfang der Grundfläche und h die Höhe des
Prismas ist.

Hier ist also h = 6 cm. Weiter ist A =


1

2
2
⋅ 2 cm ⋅ 3 cm = 3 cm , da das Dreieck rechtwinklig
ist, d.h. die eine Kathete die Höhe zur anderen ist.
Für den Umfang ist noch die dritte Seitenlänge, also die Hypotenusenlänge des Dreiecks zu
berechnen. Mit dem Satz des Pythagoras ist diese gleich √22 + 32 cm = √ 13 cm und somit

U = 2 cm + 3 cm + √ 13 cm = (5 + √ 13) cm

In die Formel eingesetzt gilt also:

2 2
O = 2 ⋅ 3 cm + (5 + √ 13) cm ⋅ 6 cm = (36 + 6√ 13) cm .
140

ÜBUNG 3
141
Abbildung 1 zeigt eine Kapsel, die aus zwei Halbkugeln und einem geraden Zylinder besteht. Der Abstand
der Punkte A und B betrage 4 cm, der Abstand der Punkte A und C betrage 2 cm. Wie groß ist die
Oberfläche der Kapsel und wie groß ihr Volumen?

Abb. 1: Kapsel aus Zylinder und Halbkugeln

Antwort

Die Oberfläche beträgt

2
O = 12π cm

und das Volumen

16
3
V = π cm .
3
142
Lösung

Die Strecke AC ist gerade der Durchmesser der Halbkugeln und der Zylindergrundfläche. Der
Radius derselben beträgt daher r = 1 cm.

Das Volumen der beiden Halbkugeln beträgt daher (nach der Volumenformel für Kugeln) jeweils

1 4
3
VH = ⋅ π ⋅ 1 cm
2 3

und das des Zylinders (nach der Volumenformel für gerade Zylinder)

2
VZ = 4 cm ⋅ π ⋅ 1 cm .

Insgesamt ist also

2 16
3 3 3
V = 2 ⋅ VH + VZ = 2 ⋅ π cm + 4π cm = π cm .
3 3
143
Die sichtbaren Oberflächen der Halbkugeln sind jeweils die Hälfte der ganzen Kugel. Nach der
Oberflächenformel für Kugeln gilt also für jede der Halbkugeln

1
2
OH = ⋅ 4π ⋅ 1 cm .
2

Vom Zylinder ist nur der Mantel sichtbar. Dessen Fläche beträgt

M = 4 cm ⋅ 2π ⋅ 1 cm.

Insgesamt ist also

2 2 2
O = 2 ⋅ OH + M = 4π cm + 8π cm = 12π cm .
144

ÜBUNG 4
145
Von einem Holzwürfel mit Kantenlänge a = 20 cm werden die Ecken abgesägt, so dass die Schnitte genau
durch die Mitte der Würfelkanten verlaufen (vgl. Abbildung), wodurch ein sogenanntes Kuboktaeder
entsteht.

Würfel mit abgesägten Ecken

Welche Oberfläche und welches Volumen hat das Kuboktaeder.

Antwort

Die Oberfläche beträgt

2 2
O = (1200 + 400√ 3) cm ≈ 1893 cm

und das Volumen

20000
3 3
V = cm ≈ 6667 cm .
3
146
Lösung für die Oberfläche

Die Oberfläche des Kuboktaeders besteht aus den sechs Flächen, die von den Seitenflächen des
Würfels übrig sind, und den acht Schnittflächen.

Der Inhalt der Seitenflächenreste berechnet sich aus der Differenz des ursprünglichen
Seitenflächeninhalts und des Inhalts der abgeschnittenen Dreiecke. Ersteres ist ein Quadrat mit
Seitenlänge a und letztere sind gleichschenklig rechtwinklige Dreiecke mit Kathetenlänge a

2
.

Der Inhalt eines Seitenflächenrestes ist also:

1 a 1
2 2 2
Fseite = a − 4 ⋅ ( ) = a .
2 2 2

Die durch den Schnitt neue Kanten sind gerade die Hypotenusen der gleichschenklig
rechtwinkligen Dreiecke und haben daher die Länge

a a a
2 2
s = √( ) + ( ) = .
2 2 √2

Die Schnittflächen sind jeweils gleichseitige Dreiecke mit Seitenlänge s und haben daher jeweils
den Flächeninhalt

2 2
√3 √3 a √ 3a
2
Fschnitt = s = = .
4 4 2 8

Der gesamte Oberfläche beträgt also

2 2 2 2
O = 6 ⋅ Fseite + 8 ⋅ Fschnitt = 3a + √ 3a = (1200 + 400√ 3) cm ≈ 1893 cm .
147
Lösung für das Volumen

Das Volumen des Kuboktaeders ist die Differenz des Würfelvolumens und des Volumens der
abgesägten Eckstücke.

Ein abgesägtes Eckstück hat die Form einer Pyramide, deren Höhe gerade die halbe Würfelkante
ist, und deren Grundfläche ein gleichschenklig rechtwinkliges Dreieck mit Kathetenlänge ist.
a

Nach der Volumenformel für Pyramiden beträgt das Volumen eines Eckstücks also

3
1 1 a a a
2
VE = ( ( ) ) ⋅ = .
3 2 2 2 48

Da das Würfelvolumen a3 beträgt, berechnet man das Volumen des Kuboktaeders als

3
a 5 20000
3 3 3 3
V = a − 8 ⋅ = a = cm ≈ 6667 cm .
48 6 3
148

ÜBUNG 1
149

Im Dreieck ABC mit a = 4 cm sind auf den Seiten b und c Punkte P und Q gewählt, so dass

¯
¯
AP 3 AQ
= =
¯
¯
AC
5
AB

gilt (vgl. Skizze). Die Länge der Höhe auf die Seite a sei ha . Wie lang sind die Strecken AS und
= 3 cm

PQ , und wie groß ist der Flächeninhalt des Dreiecks AQP ?

Antwort

¯
¯
Es sind AS = 1,8 cm und P Q = 2,4 cm.
Der Flächeninhalt des Dreiecks AP Q beträgt 2,16 cm2.
150
Lösung

¯
¯ AQ
AP
Da die Verhältnisse und gleich sind, sind nach der Umkehrung des ersten Strahlensatzes
¯
¯
AC AB

die Geraden BC und P Q parallel.


Damit lassen sich aber nach dem ersten und zweiten Strahlensatz die Längen der Strecken AS
und P Q berechnen:

¯
¯
AS AP 3
= =
¯
h
AC
5 a

¯
also AS = ⋅ h = 1,8 cm.
3
a
5

¯
¯
PQ AP 3
= =
¯
¯
BC AC
5

¯
¯
also P Q = ⋅ BC = 2,4 cm.
3

Da ha senkrecht auf der Geraden BC steht und die Gerade P Q parallel zu BC ist, ist der Winkel
∡ASP wieder ein rechter Winkel (Stufenwinkel). Also ist im Dreieck AQP die Strecke AS die
Höhe zur Seite P Q. Der Flächeninhalt F des Dreiecks AQP berechnet sich daher mit der
Flächeninhaltsformel für Dreiecke als

¯
¯
F =
1
⋅ P Q ⋅ AS = 2,16 cm
2

2
151

ÜBUNG 2
152
¯
Von einem Rechteck ABCD ist die Seitenlänge AB = 5 cm, sowie der Winkel ∡BAC = 35 bekannt. ∘

Wie groß ist der Flächeninhalt des Rechtecks (in cm2 und auf zwei Stellen hinter dem Komma gerundet)?

Antwort

Der Flächeninhalt beträgt ≈ 17,51 cm


2
.

Lösung

Der Flächeninhalt eines Rechtecks ist das Produkt seiner Seitenlängen. Daher muss zunächst die
Länge der Seite BC bestimmt werden.

Da das Viereck ABCD ein Rechteck ist, ist das Dreieck ABC rechtwinklig mit rechtem Winkel
bei B.

¯
BC
Mit Hilfe der Tangensfunktion gilt dann tan(∡BAC) = , und daher
¯
AB

¯
¯
BC = tan(∡BAC) ⋅ AB = tan(35 ) ⋅ 5 cm.

Der Flächeninhalt F beträgt daher

¯
¯
F = BC ⋅ AB = tan(35 ) ⋅ 5 ⋅ 5 cm ≈ 17,51 cm .
∘ 2 2
153

ÜBUNG 3
154
¯
¯
Das Viereck ABCD in der folgenden Abbildung ist ein Rechteck mit Seitenlänge AB = CD = 4 cm und
∡DBA = 55

. S ist auf der Diagonalen BD so gewählt, dass ∡BAS = 40

gilt, und P und Q sind auf
den Seiten AB bzw. CD so gewählt, dass P Q parallel zu BC ist und durch den Punkt S geht.

Welche der eingezeichneten Teildreiecke sind zueinander ähnlich?

Antworten

Die Dreiecke ABD, P BS , CDB und QDS sind ähnlich. Von den weiteren eingezeichneten
Dreiecken sind keine zueinander ähnlich.
155
Erklärung

Zunächst betrachtet man die auftretenden Winkel, da Dreiecke genau dann ähnlich sind, wenn
ihre Innenwinkel übereinstimmen.

Die Innenwinkel des Rechtecks ABCD sind alle rechte Winkel. Da P Q parallel zu BC ist, sind
auch ∡QP A, ∡BP Q, ∡DQS und ∡SQC rechte Winkel.

Mittels der Winkelsumme im Dreieck und der Gleichheit von Wechselwinkeln, Stufenwinkeln und
Scheitelwinkeln berechnet man alle weiteren Winkel, die in der folgenden Skizze beziffert sind.

Der Winkel γ = ∡SCB ist (mit den aktuellen Methoden) nicht exakt zu bestimmen, jedoch ist er
kleiner als 35∘, da ∡ACB = 35

ist.

Daraus erhält man nun schon einige Aussagen zur Ähnlichkeit:


Die Dreiecke ABD, P BS , CDB und QDS sind ähnlich, da sie alle einen rechten Winkel, einen
Winkel der Größe 35∘ und einen Winkel der Größe 55∘ haben.

Weitere Dreiecke mit rechtem Winkel sind das Dreieck AP S und das Dreieck CQS . Die anderen
zwei Winkel im Dreieck AP S betragen jedoch 40∘ und 50∘, die weiteren zwei Winkel im Dreieck
CQS betragen γ < 35

und 90∘ − γ ∘
> 55 .
Beide sind also zu keinem der anderen Dreiecke ähnlich.

Zuletzt bleiben noch die Dreiecke ABS , BCS , CDS und DAS , welche keinen rechten Winkel
haben, und daher zu den rechtwinkligen Dreiecken nicht ähnlich sind.

Das Dreieck BCS ist das einzige dieser Dreiecke, das einen Winkel besitzt, der kleiner als 35∘ ist.
Daher ist es zu keinem anderen ähnlich.

Von den verbleibenden drei Dreiecken besitzt nur das Dreieck DAS einen stumpfen Winkel
(nämlich ∡DSA = 95

). Es ist also auch zu keinem der anderen Dreiecke ähnlich.
156
Bleibt die Frage, ob die zwei Dreiecke ABS und CDS zueinander ähnlich sind.
Dies ist genau dann der Fall, wenn die Innenwinkel des Dreiecks CDS auch 55∘, 40 und 85∘

betragen, d.h. wenn γ ∘


= 5 und ∡DCS = 85

gilt.
Dass dies nicht der Fall ist, kann man dadurch sehen, dass man den Winkel in der (ziemlich
genauen) Zeichnung misst, oder über die folgende Überlegung.

Da das Viereck ABCD ein Rechteck ist, ist der Schnittpunkt M der Diagonalen genau der
Mittelpunkt der Strecken AC und BD (vgl. Skizze) und die Diagonalen sind gleich lang, d.h. es gilt
¯
¯
¯
¯
M A = M C = M B = M D.

Da somit die Dreiecke M CD und M AB gleichschenklig sind, sind ∡DCM = ∡M DC = 55


und ∡BAM = ∡M BA = 55

. Mit Hilfe der Voraussetzung erhält man daher
(vgl. Skizze).
∘ ∘ ∘
∡SAM = 55 − 40 = 15

Aufgrund der Winkelsummen im Dreieck ABM erhält man noch ∡AM S und daraus

= 70

. Da der Winkel ∡AM S also kleiner ist, als der Winkel ∡SM C , ist die Strecke

∡SM C = 110

AS kürzer als die Strecke SC .

Im Dreieck ASC ist daher die Seite AS kürzer als die Seite SC , weshalb der Winkel ∡ACS
kleiner als der Winkel ∡SAC ist.

= ∡SAM = 15

Daher ist der Winkel ∡DCS kleiner als 55 . Insbesondere beträgt der Winkel nicht
∘ ∘ ∘
+ 15 = 70

85

.

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