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bs1

Die Erzählung beschreibt eine abenteuerliche Reise zu einem geheimnisvollen Tempel, in dem die Protagonisten auf verschiedene Kreaturen und Herausforderungen stoßen, während sie sich mit Themen wie Blutverlust und der Existenz von Göttern auseinandersetzen. Sie treffen auf einen untoten Priester, der ihnen von einem gefangenen Monster erzählt, und entdecken ein magisches Buch, das ihre Namen enthält. Die Gruppe muss sich schließlich mit der Realität ihrer Existenz und den Geheimnissen des Tempels auseinandersetzen, während sie sich auf die Suche nach Antworten begibt.

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Die Erzählung beschreibt eine abenteuerliche Reise zu einem geheimnisvollen Tempel, in dem die Protagonisten auf verschiedene Kreaturen und Herausforderungen stoßen, während sie sich mit Themen wie Blutverlust und der Existenz von Göttern auseinandersetzen. Sie treffen auf einen untoten Priester, der ihnen von einem gefangenen Monster erzählt, und entdecken ein magisches Buch, das ihre Namen enthält. Die Gruppe muss sich schließlich mit der Realität ihrer Existenz und den Geheimnissen des Tempels auseinandersetzen, während sie sich auf die Suche nach Antworten begibt.

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Götter. Was für ein dämliches Konzept.

Blutverlust. Schwerer zu heilen, als man denken mag. Blutergüsse unter der Haut bedeuten, dass
man das Blut nur wieder dort hinbekommen muss, wo es eigentlich hingehört und dann ein paar
Löcher flicken. Blut außerhalb des Körpers muss entweder gereinigt und wieder hineinbewegt
(Betonung liegt auf „gereinigt“ - Dreck gehört wirklich nicht in Adern) oder die Blutherstellung des
Körpers so stark angeregt werden, dass der Verlust ausgeglichen wird. Das hat wiederum alle
möglichen anderen Auswirkungen. Ich denke, ich sollte Amy nicht erzählen, dass ich mir ein paar
mal in den Schenkel geschnitten habe, um das zu üben.

Unser Abstieg zum Tempel ist fast geschafft. Wir können den Würfel schon sehen – er hängt an
gigantische Ketten gebunden in einer unterirdischen Höhle. Wobei der Weg über die Kette
voraussichtlich nochmal einen Tagesmarsch in Anspruch nehmen sollte.

Am ersten Tag unserer Reise begegneten wir einigen… seltsamen Gestalten. Einer von ihnen schien
ein Narr zu sein, nur ohne Hof. Wir haben ihnen etwas Wegzoll bezahlt und wurden friedlich
vorbeigelassen. Bis Abends sind wir dann recht ereignislos weitergelaufen.

Zum Schlafen suchten wir eine kleine erhöhte Stelle, die vom Höhlenweg aus nicht gut einsichtig
war, als Rastplatz aus. Die Nacht war in etwa zur Hälfte vergangen, als uns ein vorbeifahrender
Trupp Soldaten weckte. Wir versuchten uns zunächst zu verstecken, aber als die Soldaten einen
Moment inne hielten zeigte sich ihnen Manolis sofort.

Naja.

Er, Sin und Igor haben sich mittels ihrer „freien Arbeit“ für Lariels Familie herausgeredet, der Rest
von uns blieb versteckt. Die Soldaten ließen sie gehen, erwähnten jedoch dass hier evakuiert werden
müsse (vermutlich wegen uns).

Wir sind entgegen von leeren Versprechen nicht am nächsten Tag abgezogen. Stattdessen führte uns
unser Weg immer tiefer hinab, Richtung Kern. Wir begegneten mehrmals großen, wurmartigen
Kreaturen aus Lava, die Sin zufolge nur tierische Intelligenz besitzen. Sie waren glücklicherweise
recht friedlich und einfach zu umgehen.

Wir trafen nach kurzem auf eine halb verlassene Festung. Nachdem wir uns eher… direkt Eintritt
verschaffen hatten (ehrlich gesagt macht Wände zerstören schon etwas Spaß), begannen wir unsere
kurze Durchreise. Wir wurden von einem fliegenden Krebs mit unlauteren Absichten attackiert,
konnten ihn aber auf nicht tödliche Art ausschalten. Anschließend begegneten wir zwei eher
seltsamen Mitarbeitern bevor wir das Gebäude auf der anderen Seite verließen. Ein Herr, der nicht
gestört werden wollte und eine Dame, die uns wirkliche gerne etwas zu Trinken angeboten hätte.
Wenigstens waren sie beide friedlich.

Nach dieser eigenartigen Exkursion fanden wir die Überreste eines Mannes, der sich sehr viel
bessere Uhren als ich leisten konnte. Meiner Einschätzung nach ist er an einer Krankheit oder Gift
verstorben. Wir sammelten ein, was an seinem Besitz noch nützlich sein könnte und wollten uns
gerade wieder auf den Weg machen, als sich Manolis auf einmal neben mich schmiss.

Ein Dinosaurier hatte sich an uns angeschlichen (???) und wäre Manolis nicht gewesen, hätte ich
vermutlich eine gute Menge an Blutverlust an mir selbst beseitigen müssen.

Stattdessen schafften wir es auch den Saurier bewusstlos zu schlagen. Vielleicht werden wir
langsam weniger tödlich?
Anschließend fanden wir uns vor einem tiefen Loch wieder. Es hatte in regelmäßigen Abständen
Zwischenplattformen, sodass ich den Großteil unserer Gruppe relativ entspannt nach unten bewegen
konnte. Ist es eigentlich fliegen? Sollte ich behaupten, ich könne fliegen? … es klingt einfach etwas
zu weit hergeholt.

Morketeor war als einziger zu schwer, als dass ich ihn hätte tragen können. Amy und Igor haben
stattdessen eine Art Seilkonstruktion gebaut. Ich habe mich trotzdem neben ihm her bewegt –
vielleicht hätte ich ihn im Notfall fangen können.

Zu diesem Notfall kam es nicht. Im Ausgleich hat Morketeor spontan entschieden, mir zu erzählen
Amy sei… was war seine Wortwahl? In mich verknallt. Ich habe mit all der Würde und Ruhe
reagiert, die ich mir mittlerweile als Markenzeichen anrechnen lassen möchte. Kann ich mir sicher
sein, dass er recht hat? Ich meine, kennt sich Morketeor mit kulturellen Unterschieden wirklich so
gut aus, dass er so etwas ohne jeden Zweifel behaupten kann? Und was sollte ich an meinem
Verhalten ändern, wenn er richtig liegt?

… wahrscheinlich hatte er zumindest, was das übermäßig viele Denken angeht, nicht ganz Unrecht.

Wir haben es auf jeden Fall nach unten geschafft. Dort erwartete uns ein Haus mit wiedermal eher
ungewöhnlichen Insassen (vielleicht sollte ich meine Definition von gewöhnlich anpassen). Ein
Mann mit brennenden Haaren verkaufte uns Feuerschutztränke im Austausch für einen Motor, den
Athos auf dem Abstieg eingesammelt hatte.

Ich hasse scharfe Nahrungsmittel.

Wir haben uns direkt danach an den letzten Teil unseres Abstiegs gewagt. Wieder ein tiefes Loch, an
dessen Rand sich ein Weg spiralförmig in die Erde bohrt. Von unten stieg heiße Luft auf, fast
windartig.

Wir schliefen in einer Kuhle dieses Wegs noch eine Nacht, um uns etwas zu erholen. Als wir wieder
aufwachten, hatte sich das „Wetter“, wen man es so nennen möchte (und bei Gott ich möchte nicht),
zum schlechteren verändert. Die Winde rissen uns fast von den Beinen, wir konnten uns aber am
Geländer des Pfades halten.

Es dauerte dennoch nicht lang, bis auch dieser Abstieg unterbrochen wurde. Ein… Wesen? Aus
purem Feuer stieg zu uns auf und griff uns an. Was folgte war kein angenehmer Kampf.

Ich habe vor ein paar Wochen angefangen, das Fangen zu üben. Ich wollte meine Reaktionszeit
verbessern. Ich dachte nicht, dass ich je Leute fangen müsste.

Die Winde in Kombination mit dem wütenden Feuer wirbelten Amy gegen eine Wand. Mich riss es
kurz danach von den Füßen. Die nächsten Minuten waren konfus und schmerzhaft (ich denke, ich
bin irgendwann mit sehr hoher Geschwindigkeit in Sin geschmissen worden), aber schließlich war
das Feuer besiegt und Igor, Sin und ich standen sicher in einer anderen Kuhle entlang des Wegs. Sin
und Igor ging es relativ gut, mich hatte ein Schlag des Feuers und das folgende Fallen ziemlich
schlimm zugerichtet.

Morketeor hatte es unterdes geschafft, sich bei seinem letzten Angriff über das Geländer zu
schmeißen. Das sein Gewicht nicht halten konnte. Es gab nach und für einen Moment hing er fast
haltlos über dem Abgrund. Ich konnte ihn fangen, aber es war zu viel. Mein Kopf dröhnte und die
Winde waren so laut und die Beleuchtung nach dem Erlöschen des Feuers so schlecht. Ich setzte ihn
gerade noch so am Rand ab.
Da ich weder Amy noch Manolis sehen konnte, und zumindest Amy sich zuvor offensichtlich nicht
halten konnte, habe ich mich aus der Kuhle wieder herausgeschält. Klingt nach einem dummen
Plan, war allerdings dank meiner Fangübungen eine vergleichsweise sichere Entscheidung. Nicht,
dass ich mir das in dem Moment überlegt hatte.

Ein gutes Stück weiter konnte ich dann Manolis erkennen, Amy über seine Schulter geworfen. Er
hielt sich am Geländer fest. Von dem immer noch ein Stück herausgerissen war – eine große,
unsichere Leere zwischen ihnen und uns. Ich habe auch sie hochgehoben. Beide, auf einmal.

Ich bin mir sicher, dass mein Schädel danach explodiert ist. Oder nicht. Irgendwie war ich plötzlich
wieder in der Kuhle, neben Igor. Ich weiß nicht, wie. Er hat mir das Blut, das aus meiner Nase
strömte abgetropft. Hatte er mir das Taschentuch vorher angeboten? Ich war auf Manolis und Amy
konzentriert. Er schien sich festhalten zu können, also nahm ich sie ihm ab – ich bin erst
zusammengeklappt als sie auch neben mir stand. Er hat sich alleine hineingestemmt.

Danach harten wir den Rest des Sturms an Ort und Stelle aus. Ich kann nicht sagen ob es eine
Minute oder eine Stunde war, die wir dort saßen. Ich konnte die Anderen nicht hören, dafür waren
sowohl die Winde als auch das Pochen in meinem Kopf zu laut. Irgendwann hat mich Amy gefragt,
wie lange es dauern würde, bis es mir besser geht. Ob es mir besser gehen würde. Ich schätze, ich
habe ihr einen ganz schönen Schreck eingejagt. Blutverlust halt.

Ich brauchte eine Stunde, bis ich wieder in ganzen Sätzen denken konnte. Meine äußeren Wunden
ließen sich vergleichsweise einfach heilen – dafür übt man ja. Wir stiegen anschließend zum Boden
des Lochs hinab.

Und hier sitzen wir nun – wir können die Ketten sehen. Noch eine Nacht Rast, und dann finden wir
heraus, was sich in dem gigantischen Würfel verbirgt. Meine (nach wie vor furchtbar
unangenehmen) Kopfschmerzen sollten sich bis dahin erledigt haben.

Hoffentlich ist da drin nichts scharfes.


Wir kamen heute im Tempel an. Der Marsch über die Kette war lang und auf unerklärliche Art
flatterte uns hier eine grobe Karte des Gebäudes zu, komplett ohne fremde Einwirkung. Zufälle
gibts.

Unser Eingang war eine eingeschlagene Wand, hinter der sich ein riesiges, altes Schlachtfeld
verbarg. Westlich hiervon die (weitgehend von den Drow erkundete) Tempelanlage, nördlich ein
Gebiet, das sie weniger verstehen.

Auf unserem Weg gen Norden liefen wir an vielen, versteinerten Leichen vorbei. Ähnlich wie die
alten Götter, wenn auch um einiges kleiner. Wir fanden außerdem einen Stab zum Hochsprung, der
sich verlängern kann. Und ich werde bis zum Tag meines Todes darauf beharren, dass ich über
Morketeor gesegelt bin. Der Rest von uns hat sich kollektiv am über Sin Springen amüsiert.

Nach dieser kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Weg. Einige Zeit später rappelte sich
dann eine der Leichen neben uns auf.

Die Situation eskalierte kurz, aber wir stellten schnell fest, dass der Mann bereit war mit uns zu
reden. Metakonstant war die einzige gemeinsame Sprache, die wir finden konnten. Ein sehr
angenehmes Gespräch.
Er war einmal Priester eines alten Gottes „der gerechten Strafe“. Die Anlage war wohl eine Art
„heiliges Gefängnis“ (ein wirklich paradoxes Konzept) gewesen, in seiner Mitte ein furchtbares
Monster gefangen. Der untote Mann nahm seine Umgebung nicht war, bis wir sie ansprachen. Ein
Schlachtfeld deutet in Gefängnissen selten auf etwas anderes als einen Ausbruch hin. Naja, vermute
ich zumindest.

Wir konnten ihn davon überzeugen uns in die Mitte des Gebäudes zu führen. Unterwegs begegneten
wir einer Drow, die glücklicherweise nur etwas Bestechungsgeld wollte (sind 50 Gold jetzt viel
oder wenig?).

Wir fanden uns schließlich auf dem Weg nach unten zwischen unzähligen Zellen (?) wieder. Der
Priester berichtete, dass hier früher alle möglichen Arten von Insassen inhaftiert waren. Unter
anderem Teufel.

Das funktioniert natürlich zahlentechnisch überhaupt nicht – der Tempel ist dem Priester zufolge
mehrere hundert Millionen Jahre alt, wurde zur Zeit der alten Götter erbaut und noch vor deren
Ableben zerstört. Und Teufel wurden, bekanntermaßen, erst sehr viel später von den neuen Göttern
erschaffen.

Der Priester wusste nichts von Masken. Teufel, wie er sie kannte, waren Wesen aus purem,
schwarzen Feuer. Ständig brennend, hungrig, wandelnd. Es hätte sie schon seit Anbeginn der Zeit
gegeben. Was haben die neuen Götter ihnen angetan?

Ich frage mich, wie Amy damit umgeht. Ich werde sie morgen mal ansprechen. Sie meinte, sie hätte
keine Fragen mehr für den Priester – nur noch welche für die Neuen.

Es ist seltsam zu erfahren, dass man weniger über die eigene Existenz weiß, als man dachte. Ich
hoffe, es stresst sie nicht zu sehr. Nein, natürlich stresst es sie komplett, was für ein dummer
Gedanke. Als wüsste ich nicht mehr, wie es sich anfühlte, als mir gesagt wurde ich sei von einem
Gott erschaffen worden. Dieser Riss in das Weltbild, wie ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf.
Nur halt das Gegenteil für sie. Vielleicht kann ich ihr ja ein bisschen helfen, es zu verarbeiten.

Als wir in der Mitte des Gefängnisses ankamen, war wie erwartet kein Monster mehr zu finden. Der
Dämon, der hier einst in Ketten lag, war längst entkommen. Dämonen – eine Art korrumpierter
Wesen. Wenn ich es richtig verstehe etwas, das jeder werden könnte, der bösartig genug ist.

Der Priester wünschte nach dieser Erkenntnis in Ruhe gelassen zu werden, und wir hatten unser Ziel
noch nicht gefunden. Amys eigenartiger Kreisel lenkte uns Richtung Nordwesten – den ehemaligen
Gerichtshof der Anlage.
Wir ließen den Untoten, so wie er wollte, zurück. Ich hoffe, er kann die Situation irgendwann
verarbeiten.

Nach einiger Zeit fanden wir uns gegenüber einem jungen, adligen Drow wieder. Er war im
Gespräch so unangenehm, wie es nur ein Aristokrat gegenüber Bürgerlichen sein kann.
Glücklicherweise war er an einem Trainingsduell sehr interessiert, so dass ihn Manolis mehr oder
minder mit Erlaubnis bewusstlos schlagen konnte.

Einen Moment später betraten wir den Saal, der hier einmal als Urteilsort gedient hatte. Unten
befand sich ein Brunnen gefüllt mit einer eigenartigen, silbernen Flüssigkeit, die angeblich bei
Berührung Wünsche widerspiegeln soll. Niemand von uns fies sie an.
Auf der Richterbank selbst fanden wir drei Dinge: Ein Plüschtierwesen, dem ich noch einen
passenden Namen geben muss, ein Buch und ein magisches Bildchen am Boden. Das magische
Bildchen ist Sin zu folge nur der Überrest von Magie? Jedenfalls nichts relevantes. Im Buch fanden
wir zunächst Berichte über auf dieser Welt lebende Tiere. Dann eine Liste von Namen.

Uns fiel erst nach einem Moment auf, dass mein Name der letzte in der Liste war. Danach dauerte
es nur einige Sekunden, bis ich feststellte, dass jeder Drow, der mit Ilyxaria reist, hier ebenfalls
vertreten war. Sin stellte fest, dass das Buch stark magisch ist.

Ich schätze mal, das nennt man Erfolg.

Ich schrieb den Rest unserer Gruppe hinein (scheinbar ist hierzu nur jemand fähig, dessen Name
bereits drinnen steht). Anschließend entschieden wir jedoch, uns noch etwas länger umzusehen.
Schließlich würde die Königin nicht das ganze Gebiet evakuieren, wenn sie nicht etwas zu
verstecken hätte.

Ein Gespräch mit zwei erstaunlich friedlichen Drow später fanden wir uns vor einer Tür wieder, die
von unserer geliebten Monarchin eiligst versiegelt und magisch mit einer Art Sichtzauber belegt
worden war. Wir bohrten uns durch die Wand.

Entlang des Gangs hinunter waren Statuen eines gutaussehenden, beschminkten Mannes aufgestellt.
Viele. An jeder war eine Art Symbol prominent auf seiner Kleidung vertreten. Aber wer erstellt eine
Statue, auf der mit Schminke vertuschte Narben zu erkennen sind? Sin hatte außerdem das Gefühl,
dass sie ihm zuzwinkerten, allerdings wurden sie niemandem sonst gegenüber aktiv.

Dahinter verbarg sich eine seltsame Anlage. Hinter einem Meer von Wein (über das ich mich, wenn
ich ein bisschen weniger feige wäre, genau wie Athos hätte tragen lassen können. Du bist ein Held,
Imogen. Wenigstens sahen Athos und Morketeor wirklich sehr niedlich aus) stand ein Thron auf
einem Berg von goldenen Kelchen. Wiedermal magisch. Im Halbkreis dahinter waren Gänge zu
anderen Räumen.

Im ersten von diesen fanden wir ein paar Knochen, ein altes Schwert und die Anweisung, sich den
Kopf mit diesem zu rasieren. Es klang wie der erste Schritt einer eigenartigen Ausbildung.

Im zweiten wurde, wer auch immer das Schwert in Händen hielt, in eine Vision gezogen. Die alte
Kriegerin, die einst mit Athos tanzte, wies den Schwertträger und einen Mitschüler (einer der neuen
Götter) an, eine Ratte zu töten. Manolis schlug zu und wusste, dass er versagt hatte. Athos tat es
nicht, aber konnte ihre Fragen nicht zufriedenstellend beantworten. Ich schaffte beides auch nicht,
aber mir verriet sie den „Sinn“ ihrer Lektion dennoch. Seinem Feind gegenüber nicht zu zögern,
wenn man das, was einem wichtig ist, beschützen möchte. Vielleicht war ich auch die Einzige, bei
der sie dachte, dass die Lektion noch nicht angekommen sei.

Das Schwert reparierte sich anschließend etwas.

Im dritten Raum stand nur ein Krug. Ich habe schließlich drauß getrunken, aber es hatte nicht
wirklich viel Effekt.

Im vierten fanden wir ein eigenartiges, kristallenes… Teleportationsgerät? Amy und ich zerstörten
es.

Im fünften und letzten Raum stand eine gigantische Ascheschale, ähnlich der in Sins Zimmer. Wir
kamen auf die Idee, das Symbol auf den Statuen einzuzeichnen.
Einen Moment später befanden wir uns im Gespräch mit einem der neuen Götter.

Naja, besser gesagt ich. Der Schutzzauber wirkte, so dass er uns nur schlecht war nahm. Und wie
immer wurde ich zum Gespräch vorgeschickt – wir sind eine wahrhaftig eloquente Gruppe.

Der Gott war nur allzu bereit mit uns zu sprechen. Charles war sein Name. Eurinomos wie er sich
nennt.

Charles also.

Charles behauptete, nichts von den Untaten der Königin zu wissen. Ihr ihre Macht vor langer Zeit
aus Mitleid geschenkt zu haben. Bedingungslos. Er wolle wieder gutmachen, was sie dieser Welt
angetan hat.

Es gibt hier mehr zu bedenken, als ich auflisten kann. Wieso glaubte er uns überhaupt so fraglos?

Drei Möglichkeiten sind offensichtlich:

1. Er ist ein Vollidiot. Jemand, der achtlos und ohne zweiten Gedanken Macht verschenkt, die
Welten unterjochen kann. Ein Monster durch pure Ignoranz. Aber wie wird so jemand einer
der „mächtigsten Götter“? Würde sich so jemand als Gott sehen?
2. Er lügt, um seinen Ruf zu wahren. Es war ihm immer egal, was die Königin wem antut mit
seiner Macht. Aber er wollte nicht, dass wir dies erfahren und belügt uns, um besser da zu
stehen. Aber warum sollte es ihn interessieren, was wir denken? Mehr noch als was seine
„Dienerin“ denkt?
3. Er lügt, um uns in eine Falle zu locken. Charles hat Hilfe versprochen – der Königin die
Macht zu nehmen, die verwandelten Sklaven zu retten, Material zur Verfügung zu stellen.
Insbesondere das Erste könnte eine hinterhältige Falle werden, wenn wir darauf vertrauen.
Aber warum? Wieso nicht einfach göttliche Macht verwenden, um uns hier und jetzt zu
zerquetschen? Warum diese Umstände?

Persönlich finde ich 3. am unglaubwürdigsten, auch wenn jede der Erklärungen alles andere als
lückenarm ist. Vielleicht ist das aber auch nur eine heimliche Hoffnung. Schließlich würden sowohl
1. als auch 2. bedeuten, dass seine versprochene Hilfe höchstwahrscheinlich kommen wird.

Ich hatte einen kurzen Moment, in dem ich unsicher war, ob wir um mehr bitten sollten. Mehr Hilfe
für die Sklaven. Mehr Sicherheit. Ist es rechtens, ihnen gebotenen Schutz zu verwehren, weil ich
jemandem nicht vertraue? Wie viel Grund habe ich, ihm überhaupt zu vertrauen? Amy war sich
sicher, dass Charles auf diese Welt zu laden in etwa so desaströs wäre, wie dies mit Nadia zu tun.

Ich habe mich am Ende dafür entschieden, ihn um Materialien zu bitten. Um den Sklaven den
Neuaufbau einfacher zu machen. Ich hoffe, es ist genug. Aber ich weiß genau, dass ich mich an
diese Entscheidung erinnern werde, sobald dieser Aufstand seine ersten Toten fordert.

Wir haben uns anschließend auf den Rückweg gemacht. Erstaunlich frohen Mutes, ehrlich gesagt.
Alles, was wir uns vom Tempel erhofft hatten, haben wir auch bekommen. Vielleicht sogar um
einiges mehr.

Varodin sollte wenn wir zurück kehren schon etwas Armee zusammen haben. Hoffentlich genug,
um den Sklaven die Fluchtmöglichkeit zu bieten, die sie verdienen.

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