PRÜFUNGSANFORDERUNGEN
Umfassende Aufnahmeprüfung
Gruppe 1
1. Mathematik
Bildungsziel
Kenntnis der mathematischen Grundbegriffe und der grundlegenden Beziehungen mathematischer
Objekte untereinander. Fähigkeit, an mathematischen Objekten allgemeine Strukturen zu erkennen
und funktionale Zusammenhänge zu erfassen. Geschick im Einsatz der mathematischen Werkzeuge
zur Lösung von angewandten Problemen. Dazu gehört insbesondere die Anwendung mathematischen
Denkens auf ausgewählte Optimierungsprobleme und (raum-)geometrische oder statistische
Problemstellungen.
Prüfungsstoff
• Mengen und Gleichungen
Grundlagen der Mengenlehre. Lineare Gleichungen und Gleichungssysteme mit höchstens 3 Un-
bekannten. Quadratische Gleichungen mit einer Unbekannten. Exponentialgleichungen.
• Funktionen und Graphen
Eigenschaften von elementaren Funktionen (allgemeine Potenz, Logarithmus,
Exponentialfunktion, trigonometrische Funktionen) und ihrer Graphen. Graphen von Polynomen
und rationalen sowie von einfachen transzendenten Funktionen (Asymptoten, Symmetrien).
Multiplikation und Division von Polynomen.
• Trigonometrie
Die Winkelfunktionen, trigonometrische Identitäten (Additionstheoreme, usf.). Lösung trigono-
metrischer Gleichungen. Berechnungen am rechtwinkligen und allgemeinen Dreieck (Sinus- und
Kosinussatz).
• Folgen und Reihen
Folgenbegriff, arithmetische und geometrische Folgen; Summen der entsprechenden Reihen.
Vollständige Induktion. Konvergenz von Folgen, Grenzwerte von Reihen.
• Komplexe Zahlen
Begriff und Darstellungen komplexer Zahlen (Normal- und Polarform), Operationen und
Gleichungen mit komplexen Zahlen. Gausssche Zahlenebene, einfache Gebiete in komplexer
Notation.
• Ableitung, Stammfunktion, Integral
Begriff der Ableitung, Ableitungsregeln. Kurvendiskussion (Extremalstellen, Wendepunkte).
Stammfunktion und bestimmtes Integral (partielle Integration, Integration mit Hilfe einer
Substitution). Flächenberechnungen, Volumen und Oberfläche einfacher Körper. Lösung von
Extremalaufgaben mit Nebenbedingungen.
• Ebene Geometrie
Die fundamentalen geometrischen Örter der ebenen Geometrie (u.a. Mittelsenkrechte, Winkel-
halbierende, Mittelparallele, Thaleskreis, Fasskreis, Apolloniuskreis, etc.), sowie deren
Anwendung auf die Lösung konkreter Probleme.
• Raumgeometrie
Erarbeitung von stereometrischen Lösungen unter Verwendung einfacher geometrischer Örter.
1
Allfällige Realisierung mit Vektorgeometrie, nicht konstruktiv. Senkrechtstehen von
Raumelementen.
• Vektorgeometrie
Reelle Vektorräume mit höchstens 3 Dimensionen, Skalar- und Vektorprodukt, gemischtes
Produkt, Volumen. Parameterdarstellung sowie Koordinatengleichung geometrischer Objekte
einschliesslich Kegelschnitte in spezieller Lage. Anwendung auf die Lösung konkreter Aufgaben,
insbesondere im Zusammenhang mit den unter „Raumgeometrie“ erwähnten Themen.
• Kombinatorik, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik
Grundelemente der Kombinatorik. Begriffe Zufallsexperiment und Wahrscheinlichkeit. Abhängige,
unabhängige und komplementäre Ereignisse. Summen- und Produktsatz, bedingte Wahrschein-
lichkeit. Berechnung konkreter Wahrscheinlichkeiten mittels der Methode der Ereignisbäume.
Grundelemente der Statistik, Begriff der Zufallsvariablen, Erwartungswert, Standardabweichung,
Binomial- und Normalverteilung.
Prüfungsverfahren
Mathematik wird schriftlich und mündlich geprüft.
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Schriftliche Prüfungen
Teil 1: 1 Stunde, ohne Hilfsmittel
Dieser Teil besteht aus relativ kurzen Aufgaben, bei denen nur das Endergebnis bewertet wird. Die
Aufgaben können Multiple-Choice-Aufgaben sein oder Aufgaben, bei welchen nur das Endergebnis
aufgeschrieben werden muss. Das Ergebnis kann dabei entweder numerisch sein (z.B. "z_1=4 und
z_2=10") oder auch von der Form sein "Die gegebene Funktion ist umkehrbar, da injektiv und
surjektiv".
Als Richtwert besteht dieser Teil der Mathematikprüfung aus ca. 12 solcher kurzen Aufgaben, dauert
60 Minuten und es dürfen keine Hilfsmittel verwendet werden.
Teil 2: 3 Stunden
In diesem Teil der Mathematikprüfung steht neben dem Rechnen das Argumentieren im Vordergrund.
Die hier gestellten Aufgaben sind deutlich umfangreicher als im ersten Teil, wobei aber Teilpunkte für
Zwischenresultate vergeben und Folgefehler berücksichtigt werden.
Es wird von den KandidatInnen erwartet, dass sie alle Überlegungen und Zwischenschritte sauber
aufschreiben und begründen.
Als Richtwert besteht dieser Teil der Mathematik-Prüfung aus ca. 5 solcher umfangreicheren
und längeren Aufgaben und dauert 180 Minuten. Als Hilfsmittel sind erlaubt
• ein Taschenrechner
Texas Instruments TI-30 eco RS oder Casio FX-82 oder Casio FX-82 Solar II
(Die Taschenrechner werden zu Beginn der Prüfung kontrolliert)
• eine Formelsammlung "Formeln, Tabellen, Begriff: Mathematik - Physik - Chemie", Herausgeber:
DMK, DPK, DCK, Orell Füssli Verlag, ISBN 978-3-280-04029-4 (ältere Ausgabe ist erlaubt) und
Formulary „Formulae, Tables and Concepts. A Concise Handbook of Mathematics - Physics –
Chemistry”, Herausgeber: DMK, DPK, DCK, Hep Verlag, ISBN 978-3-0355-2502-1 (ältere
Ausgabe ist erlaubt)
Die Formelsammlung darf keine handschriftlichen Eintragungen enthalten. Erlaubt sind jedoch
Leuchtstiftmarkierungen und Indexierungen (z.B. Klebezettelchen am Rand).
2
2. Biologie
Bildungsziele
• Die vielfältigen Lebenserscheinungen bewusst wahrnehmen.
• Die Natur in ihren Systemzusammenhängen erkennen und damit Wechselwirkungen innerhalb
von Zellen, Organismen und Lebensgemeinschaften begreifen.
• Die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Natur erfassen.
• Neue Entwicklungen in den Bereichen Biologie und Medizin verstehen und ihre Einflüsse auf die
Gesellschaft beurteilen.
Prüfungsstoff
• Zellbiologie
Molekulare Bau- und Inhaltsstoffe der Zelle (Proteine, Nukleinsäuren, Kohlehydrate, Lipide),
Metabolismus, Funktionen von Zellmembran, Cytoplasma, Zellkern und weiterer Zell-Organellen
(Mitochondrien, Chloroplasten, ER, Ribosomen, Golgi-Apparat), Vergleich Pro-/Eukaryotische
Zelle, Vergleich tierische/pflanzliche Zelle, Zellzyklus und Zellteilungen (Mitose, Meiose).
• Pflanzen / Pilze
Allgemeine Anatomie und Physiologie der Pflanzen und Pilze (Nährstoffe, Energiebereitstellung,
Stoffaufbau).
• Tiere
Allgemeine Anatomie und Physiologie (Ernährung, Energiehaushalt, Blut und Blutkreislauf,
Lymphe) der fünf Wirbeltierklassen (Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säuger) sowie der
folgenden Gruppen: Nesseltiere, Ringelwürmer und Arthropoden.
• Mensch
Bau und Funktionen des menschlichen Körpers (Verdauung, Kreislauf, Atmung, Immunität (inkl.
Blutgruppen), Fortpflanzung (inkl. Embryonalentwicklung), Hormone, Nervensystem,
Sinnesorgane, Muskulatur, Gesundheit).
• Genetik
Klassische Genetik (Gen, Allel, monohybride und dihybride Erbgänge, einzelne Beispiele,
Vererbung des Geschlechts beim Menschen, Stammbaumanalysen, monogene Erbkrankheiten
beim Menschen), Molekulargenetik (Struktur, Synthese und Funktion von Nukleinsäuren und
Proteinen), das Prinzip gentechnischer Verfahren anhand eines Beispiels erklären.
• System der Lebewesen
Systematische Übersicht und Abgrenzung der fünf Reiche (Prokaryoten, Protisten, Pilze,
Pflanzen, Tiere) und ihre grossen verbindenden Linien der Evolution.
• Evolution
Evolutionstheorien (Lamarck, Darwin, synthetische Evolutionstheorie), Evolutionsfaktoren
(Mutation, Rekombination, Selektion, Gendrift), Informationsquellen (Paläontologie, vergleichende
Anatomie, Molekularbiologie), die wichtigsten Evolutionsschritte und ihre zeitliche Einordnung,
Etappen der Humanevolution der letzten 4.5 Mio. Jahre.
• Ökologie
Ökosysteme (Biotop, Biozönose, abiotische/biotische Faktoren), Beziehungen zwischen
Lebewesen (ökologische Nische, Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehung), Nahrungsketten /
Nahrungsnetze (inkl. Parasitismus und Symbiose), Kreisläufe der Elemente C und N beschreiben,
Umweltbelastung und Umweltschutz.
3
Prüfungsverfahren
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Die Kandidatin/der Kandidat gibt bei der Prüfungsanmeldung an, mit welchem der oben angeführten
Spezialgebiete sie/er sich vertieft befasst hat. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf mindestens
zwei der im Prüfungsstoff angegebenen Gebiete - worunter das von der Kandidatin/dem Kandidaten
genannte Spezialgebiet.
4
3. Chemie
Bildungsziel
Verständnis für die Stoffe in ihrer Vielfalt, für ihre Umwandlungen und für ihre Bedeutung für den
Menschen. Fähigkeit, chemische Vorgänge zu beobachten, zu beschreiben, vorauszusagen und mit
Hilfe von Modellvorstellungen nach qualitativen und quantitativen Aspekten zu deuten. Kenntnis der
chemischen Nomenklatur und Formelsprache.
Prüfungsstoff
Allgemeine Chemie
• Grundbegriffe
Gemisch, Reinstoff, Element, Verbindung, Aggregatzustände, Phasen, Trennverfahren.
• Stöchiometrie
Aufstellen chemischer Reaktionsgleichungen, Konzentrationsangaben, Atommasse,
Molekülmasse, Mol, molare Masse.
• Atombau und Atommodelle
Atomkerne, Elektronenschalen, Valenzelektronen, Nukleonen, Isotope, Periodensystem der
Elemente als Ordnungsschema.
• Chemische Bindung
Kovalente Bindung, ionische Bindung und Metallbindung, Aufbau und Eigenschaften von
molekularen Stoffen, Salzen und Metallen.
• Chemische Reaktionen und chemisches Gleichgewicht
Energieumsatz bei chemischen Reaktionen, Reaktionsgeschwindigkeiten, Katalyse,
Massenwirkungsgesetz, Prinzip von Le Châtelier.
• Säuren und Basen
Protolysegleichgewichte, pH-Werte, starke und schwache Säuren und Basen, Titration,
Pufferlösungen.
• Redox Reaktionen
Oxidation, Reduktion, Redoxsysteme, Elektrolyse, galvanische Zellen.
• Ionengleichgewichte in Lösung:
Schwerlösliche Salze, Löslichkeitsprodukt, Sättigungskonzentration.
• Kenntnis der wichtigsten Elemente und anorganischen Verbindungen.
Organische Chemie
• Kohlenwasserstoffe
Alkane, Alkene, Alkine, Arene. Homologe Reihen. Vielfalt der Kohlenwasserstoffe. Grundlagen der
organischen Nomenklatur.
• Isomerie
Konstitutions- und Stereoisomerie.
• Funktionelle Gruppen und wichtige Verbindungsklassen
Alkohole, Aldehyde, Ketone, Ether, Carbonsäuren, Carbonsäureester, Amine, Amide,
Aminosäuren.
• Wichtige Reaktionstypen
Substitution, Elimination, Addition, Polymerisation, Veresterung.
• Bioorganische Moleküle
Kohlenhydrate, Proteine, Nukleinsäuren, Fette.
5
Prüfungsverfahren
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Sie erstreckt sich auf mindestens zwei der im Stoffprogramm aufgeführten Kapitel. Von der Kandidatin
bzw. dem Kandidaten wird erwartet, dass sie/er in der Lage ist, an konkreten, typischen Beispielen die
Prinzipien der allgemeinen Chemie zu erläutern und sich über Grundkenntnisse der anorganischen
und organischen Chemie auszuweisen.
6
4. Physik
Bildungsziel
Verständnis der elementaren physikalischen Erscheinungen und Gesetze. Rechnerische Erfassung
einfacher Vorgänge. Einsicht in die relative Gültigkeit der Gesetze.
Prüfungsstoff
• Mechanik
Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kraft, Gewicht, Kraftstoss, Impuls als Vektoren. Masse, Druck,
Drehmoment, Arbeit, Leistung, kinetische und potenzielle Energie. Trägheitsprinzip, Newtonsche
Prinzipien; Energiesatz, Impulssatz; Gravitationsfeld; einfache gradlinige und krummlinige
Bewegungen, harmonische Schwingungen.
• Wärmelehre
Thermische Ausdehnung und Temperaturbegriff, ideales Gas, absolute Temperatur. Erster
Hauptsatz (Begriff der inneren Energie und der Wärme), spezifische Wärme, latente Wärme,
Siededruckkurve.
• Elektrizitätslehre
Elektrische Ladung, Elementarladung. Elektrisches Feld: Feldstärke, Feldfluss, Spannung,
Potential, Kapazität. Einfacher Stromkreis: Spannungsquelle, Widerstand, Schaltungen;
Wechselströme und Wechselspannungen. Magnetische Feldstärke, Magnetfeld elektrischer
Ströme, Kräfte zwischen stromdurchflossenen Leitern, Lorentz-Kraft, elektromagnetische
Induktion.
• Optik und Wellenlehre
Einfache Beispiele von Wellen. Reflexion; Brechung; Interferenz, stehende Wellen; Beugung.
Anwendung auf Akustik und Optik, insbesondere Linsen.
Prüfungsverfahren
Physik wird schriftlich und mündlich geprüft.
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Schriftliche Prüfung
Dauer: 3 Stunden
Erlaubte Hilfsmittel in der schriftlichen Prüfung:
• Formelsammlung "Formeln, Tabellen, Begriff: Mathematik - Physik - Chemie", Herausgeber: DMK,
DPK, DCK, Orell Füssli Verlag, ISBN 978-3-280-04029-4 (ältere Ausgabe ist erlaubt) und
Formulary „Formulae, Tables and Concepts. A Concise Handbook of Mathematics - Physics –
Chemistry”, Herausgeber: DMK, DPK, DCK, Hep Verlag, ISBN 978-3-0355-2502-1 (ältere
Ausgabe ist erlaubt)
Die Formelsammlung darf keine handschriftlichen Eintragungen enthalten. Erlaubt sind jedoch
Leuchtstiftmarkierungen und Indexierungen (z.B. Klebezettelchen am Rand)
• Taschenrechner: folgende drei Modelle sind erlaubt:
Texas Instruments TI-30 eco RS oder Casio FX-82 oder Casio FX-82 Solar II
(Die Taschenrechner werden zu Beginn der Aufnahmeprüfung kontrolliert.)
7
8
Gruppe 2
1. Deutsch
Bildungsziel
Sichere Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift, d. h. die Fähigkeit, sich klar, treffend und
einfühlsam zu äussern sowie Probleme von angemessener Schwierigkeit sachgemäss zu bearbeiten
und ihre Lösung klar darzustellen.
Prüfungsstoff
• Angemessene Kenntnis von Grammatik, Syntax, Sprachebenen.
• Gewandtheit und Reichhaltigkeit im Ausdruck, sowohl im Gespräch wie in der
zusammenhängenden mündlichen Entwicklung eines Gedankens.
• Fähigkeit, Inhalte von angemessener Schwierigkeit sprachlich und orthographisch korrekt, in
folgerichtiger Gedankenführung und klarer Darstellung argumentativ fundiert schriftlich zu
behandeln.
• Genaue Kenntnis von sechs bedeutenden Werken verschiedener Autoren aus wenigstens drei
verschiedenen Epochen und aus verschiedenen Gattungen der Literatur. Fähigkeit, diese Werke
nach Gehalt und Form zu würdigen und sie in das Werk des Autors sowie in das Geistesleben der
Zeit einzuordnen.
Prüfungsverfahren
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die beiden Teilnoten sind
gleichgewichtig.
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Die Kandidatin/der Kandidat hat dieselbe Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung. Das Prüfungsgespräch
beginnt mit einem Textausschnitt aus einem der sechs von der Kandidatin/vom Kandidaten gewählten
Werke und bezieht weitere der gewählten Werke ein. Die Kandidatin/der Kandidat hat sich in dem
Gespräch über die im Stoffprogramm aufgeführten Fähigkeiten und Kenntnisse auszuweisen. Bei
Kandidatinnen/Kandidaten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, wird dieser Umstand bei der
Leistungsbewertung entsprechend berücksichtigt.
Schriftliche Prüfung
Dauer: 4 Stunden
Aufsatz: Von vier vorgeschlagenen Themen (darunter mindestens eines, das im Zusammenhang mit
Naturwissenschaft steht) ist eines zu bearbeiten. Ein Duden „Die deutsche Rechtschreibung“ ist
erlaubt (in Buchform, nicht elektronisch). Es wird jedoch nicht zur Verfügung gestellt. Der Duden –
„Deutsch als Fremdsprache“ ist nicht erlaubt.
9
2. Fremdsprache
(wahlweise Französisch, Englisch oder Italienisch)
Bildungsziel
Angemessene Kenntnis der Fremdsprache in Wort und Schrift, d.h. die Fähigkeit sich klar,
differenziert und korrekt auszudrücken und an einem in der Standardsprache geführten Gespräch mit
Muttersprachlern spontan und flüssig teilzunehmen. Verständnis für Denkweise und Geist der
Fremdsprache, das erlaubt, Unterschiede und Entsprechungen mit der eigenen sprachlichen und
kulturellen Identität festzustellen und zu beurteilen.
Prüfungsstoff
• Angemessene Kenntnis von Grammatik, Syntax, Sprachebenen, Wortschatz. Korrekte
Aussprache.
• Gute Kenntnis von drei literarisch bedeutenden Werken verschiedener Autoren. Es sind
mindestens zwei verschiedene Gattungen und zwei verschiedene Epochen aus möglichst mehr
als einem geografischen Raum (für Französisch und Italienisch nicht relevant) zu wählen.
Fähigkeit, Beziehungen zum Autor und seiner Zeit herzustellen.
Prüfungsverfahren
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die beiden Teilnoten sind
gleichgewichtig.
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten.
Die Kandidatin/der Kandidat hat dieselbe Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung. Es wird von einem
Ausschnitt aus einem von der Kandidatin/dem Kandidaten gewählten Werk ausgegangen, aber es
werden auch Fragen zu den anderen angegebenen Werken gestellt. Die Besprechung des
Ausschnitts umfasst seine Lektüre, sprachliche und inhaltliche Klärung und Einordnung in den
Gesamtkontext. Die Prüfung wird in der Fremdsprache abgenommen.
Schriftliche Prüfung
Dauer: 2 Stunden.
Erläuterung eines unbekannten Textes anhand von schriftlich vorgelegten Fragen, die sowohl
Textverständnis und Interpretationsfähigkeit als auch sprachliche Kenntnisse (Grammatik und
Wortschatz) prüfen. In einem weiteren Teil wird im Rahmen der Textvorgabe der freie Ausdruck
bewertet werden. Es dürfen keine Wörterbücher oder Nachschlagewerke verwendet werden.
10
3. Geschichte
Bildungsziel
Kenntnis der menschlichen Lebensformen und deren Wandel in Raum und Zeit, in politischer,
ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht. Einsicht in die Mechanismen von Herrschaft und
Macht und in fundamentale soziale und ökonomische Prozesse. Fähigkeit, historische Quellen
verschiedenster Art zu interpretieren und in ihrem Kontext zu verstehen.
Prüfungsstoff
• Renaissance
Aufbruchsbewegung hinsichtlich Kunst, Technik und Wissenschaft; Entdeckungen und
Eroberungen.
• Reformation
Ihre Ursachen, soziale und politische Aspekte der Reformationszeit.
• Amerikanische Unabhängigkeit
amerikanische Geschichte des 17. und 18. Jh., von den Konflikten zwischen Kolonien und
Metropole über die Unabhängigkeit bis zur Monroedoktrin; die USA als erste Demokratie der
Neuzeit, Analyse der amerikanischen Verfassung.
• Die Französische Revolution
Begriff; Ziele und Akteure; neue Regierungs- und Herrschaftsformen; Phasen der Französischen
Revolution; Auswirkungen; Wiener Kongress.
• Schweizer Revolutionen
Weg von der Helvetik zum Bundesstaat.
• Industrialisierung und Soziale Frage
Umwälzung der Arbeits- und Lebensbedingungen als Folge neuer technischer Errungenschaften,
Kommunismus.
• Imperialismus
• Der Erste Weltkrieg
Ursachen, Verlauf, Hauptmerkmale; Kriegsschuldfrage; Folgen der Friedensverträge; Völkerbund.
• Die Russischen Revolutionen
• Die USA nach dem Ersten Weltkrieg
Macht der USA nach dem Ersten Weltkrieg, Prinzipien ihrer Aussenpolitik; Gründe und
Auswirkungen der Depression; New Deal- und Interventionspolitik von Roosevelt.
• Totalitarismus
Faschismus, Nationalsozialismus, Stalinismus.
• Der Zweite Weltkrieg
Kriegsziele, Verlauf und Ende in groben Zügen kennen, Vereinbarungen der Alliierten bei
Kriegsende; UNO.
• Die Bipolarisierung der Welt (der Kalte Krieg)
Phasen der Ost-West-Auseinandersetzung, Zusammenbruch der kommunistischen Welt (inkl.
Entwicklung der USA und der UdSSR).
• Die Dritte Welt
die Entkolonialisierung, Probleme und Ansprüche der Entwicklungsländer.
• Die Schweizer Neutralität
Entwicklung 1848 – 1919; Weg der Schweiz zwischen den beiden Kriegen; Neutralitätsdebatte im
Hinblick auf die politischen Stellungen und wirtschaftlichen Verpflichtungen bis zur Gegenwart.
• Aktuelle Krisenherde des 20. /21. Jahrhunderts weltweit (z.B. Nahostkonflikt).
11
Prüfungsverfahren
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Die Kandidatin/der Kandidat gibt bei der Prüfungsanmeldung an, mit welchem der oben angeführten
Spezialgebiete sie/er sich vertieft befasst hat. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf mindestens
zwei der im Prüfungsstoff angegebenen Gebiete, worunter das von der Kandidatin/dem Kandidaten
genannte Spezialgebiet.
12
4. Geografie
Bildungsziel
Angemessene Kenntnis der verschiedenartigen Naturräume der Erde. Fähigkeit, einen geografischen
Raum und seine wichtigsten Bestandteile zu beschreiben. Einsicht in die Beziehung von Mensch und
Raum. Verantwortung des Menschen für den Raum, den er schafft und bewirtschaftet, beurteilen.
Darstellungsmethoden wie Karten, Statistiken, Grafiken, Bilder lesen, vergleichen, erklären und
deuten können.
Prüfungsstoff
A. Physikalische Geografie (der physisch-geografische Rahmen)
• Die Erde als Teil des Sonnensystems
Sonnensystem und die Entstehung der Erde; Bewegung der Erde und deren Auswirkungen auf
Lichtverhältnisse, Vegetation, menschlichen Lebensraum.
• Aufbau und Veränderungen des Erdinnern und der Erdkruste
Schalenmodell der Erde; Grundzüge der Plattentektonik (Vulkanismus, Erdbeben,
Gebirgsbildung), Erosionsformen; Auswirkungen der endogenen und exogenen Kräfte auf den
Menschen und seine Wirtschaft (Naturkatastrophen, Bodenschätze, Standortfaktoren).
• Grundlagen der Klimageografie
Aufbau der Atmosphäre, Klimaelemente, Klimazonen, Klimafaktoren, Passatkreislauf.
B. Anthropogeografie (der sozial-geografische Rahmen)
• Entwicklung der Weltbevölkerung
Grundbegriffe der Demografie, Merkmale der Industrie- und Entwicklungsländer; Massnahmen der
Bevölkerungspolitik; Migration.
• Wohnraum
Kenntnisse über die Stadt und den Verstädterungsprozess (Phasen, Ursachen, Konsequenzen);
Eigenschaften von Städten in verschiedenen Kontinenten; soziale und ökologische Probleme von
Städten.
C. Wirtschaftsgeografie
• Verkehr, Energie
Wirtschaftliche und ökologische Aspekte.
• Wirtschaft und Umwelt
Wirtschaftssektoren definieren; wichtige Typen der Agrarwirtschaft; typische Merkmale des
Welthandels mit Agrarprodukten; Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt (Dünger,
Monokulturen; Abholzung); Entwicklung und Struktur von Industrieräumen und Umwelt;
Eigenschaften und die Entwicklung des tertiären Sektors; Tourismus, Bedeutung und
Abhängigkeiten des Welthandels; Globalisierung (Umwelt, Arbeitsplätze, Handel, Energie,
Transport, Politik).
• Raumplanung
Ziele und Instrumente der Raumplanung, Interessenskonflikte.
13
D. Vertiefte Kenntnisse eines Kontinents bzw. einer Grossregion
Physikalische Geografie, Anthropogeografie und Wirtschaftsgeografie des gewählten Grossraumes.
• Angloamerika/Ozeanien
• Lateinamerika
• Europa (ohne Russland und Kaukasus)
• Russland, Kaukasus und Zentralasien
• Mittlerer Osten (Nordafrika und Naher Osten)
• Afrika südlich der Sahara
• Süd- und Ostasien (inkl. Indien, Ferner Osten)
Prüfungsverfahren
Mündliche Prüfung
Dauer: 15 Minuten
Die Kandidatin/der Kandidat gibt bei der Prüfungsanmeldung an, mit welchem der oben angeführten
Spezialgebiete sie/er sich vertieft befasst hat. Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf mindestens
zwei der im Prüfungsstoff angegebenen Gebiete, worunter das von der Kandidatin/dem Kandidaten
genannte Spezialgebiet.
14