Deutsches Sprachdiplom: Der Kultusministerkonferenz
Deutsches Sprachdiplom: Der Kultusministerkonferenz
Sprachdiplom
der Kultusministerkonferenz
DSD I
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Handreichungen für die
Mündliche Kommunikation
im DSD I
Mündliche Kommunikation
1 Prüfungsziele
In dem Prüfungsteil Mündliche Kommunikation (MK) sollen die Prüflinge zeigen, dass sie ein
Gespräch führen und einen Vortrag halten können. Dabei sollen sie Sprachhandlungen wie
berichten, beschreiben, darstellen und erklären realisieren sowie ihre eigene Meinung äußern
und einfach begründen können.
Bei dem Gespräch wird erwartet, dass die Prüflinge die Redebeiträge/Fragen der Prüferin bzw.
des Prüfers verstehen, angemessen darauf eingehen sowie zum Fortgang des Gesprächs
beitragen.
Bei dem Vortrag sollen die Prüflinge das Thema für ein Publikum aufbereiten und ihre
Ausführungen durch geeignete Präsentationsmaterialien unterstützen.
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Die Anforderungen der DSD I-Prüfung entsprechen den Niveaustufen A2 und B1 des GeR 1
bzw. GeR-Begleitbands 2, so dass die folgenden Skalen zugrunde gelegt werden können,
wobei die Prüfung nur dann als bestanden gilt, wenn in allen vier Kompetenzen das Niveau
B1 erreicht wurde:
A2 B1
Mündliche Produktion allgemein (GeR-Begleitband S. 75)
Kann eine einfache Beschreibung von Kann relativ flüssig eine unkomplizierte, aber
Menschen, Lebens- oder Arbeitsbedingungen, zusammenhängende Beschreibung zu Themen
Alltagsroutinen, Vorlieben oder Abneigungen aus dem eigenen Interessengebiet geben,
usw. geben, und zwar in kurzen, listenhaften wobei die einzelnen Punkte linear
Abfolgen aus einfachen Wendungen und Sätzen. aneinandergereiht werden.
Mündliche Interaktion allgemein (GeR-Begleitband S. 89)
Kann sich relativ leicht in strukturierten Kann sich mit einiger Sicherheit über vertraute
Situationen und kurzen Gesprächen Routineangelegenheiten, aber auch über
verständigen, sofern die Gesprächspartner / andere Dinge aus dem eigenen Interessen-
innen, falls nötig, helfen. oder Berufsgebiet verständigen.
Kann ohne übermäßige Mühe in einfachen Kann Informationen austauschen, prüfen und
Routinegesprächen zurechtkommen.; kann bestätigen, mit weniger routinemäßigen
Fragen stellen und beantworten und in Situationen umgehen und erklären, warum
vorhersehbaren Alltagssituationen Gedanken und etwas problematisch ist.
Informationen zu vertrauten Themen
Kann Gedanken zu eher abstrakten kulturellen
austauschen.
Themen ausdrücken, wie z. B. zu Filmen,
Büchern, Musik usw.
Kann sich in einfachen, routinemäßigen Kann ein breites Spektrum einfacher
Situationen verständigen, in denen es um einen sprachlicher Mittel einsetzen, um die meisten
unkomplizierten und direkten Austausch von Situationen zu bewältigen, die typischerweise
Informationen über vertraute beim Reisen auftreten.
Routineangelegenheiten im Zusammenhang mit
Kann ohne Vorbereitung an Gesprächen über
Arbeit und Freizeit geht.
vertraute Themen teilnehmen, persönliche
Kann sehr kurze Kontaktgespräche führen, Meinungen ausdrücken und Informationen
versteht aber kaum genug, um das Gespräch austauschen über Themen, die vertraut sind,
selbst in Gang halten zu können. persönlich interessieren oder sich auf das
alltägliche Leben beziehen (z. B. Familie,
Hobbys, Arbeit, Reisen und aktuelles
Geschehen).
1
Europarat, Rat für kulturelle Zusammenarbeit (Hrsg.): Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren,
beurteilen. Berlin u.a.: Langenscheidt 2001.
2
Europarat, (Hrsg.): Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen. Begleitband. Stuttgart:
Klett 2020.
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Die Anforderungen an die Prüfungen ergeben sich ebenso aus dem Rahmenplan DaF 3 der
ZfA, der sich am Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert und die
Teilkompetenzen
- an Gesprächen teilnehmen
- zusammenhängend sprechen
wie folgt beschreibt:
3
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (Hrsg.): Rahmenplan „Deutsch als Fremdsprache“ für das Auslandsschulwesen (in
der Fassung von 2009), zugänglich unter: [Link]
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Zweiter Bildungsabschnitt (A2) Dritter Bildungsabschnitt (B1)
Zusammenhängend sprechen
Die Schülerinnen und Schüler können am Ende Die Schülerinnen und Schüler können am Ende
des zweiten Bildungsabschnitts mit einfachen, des dritten Bildungsabschnitts mit Vorbereitung
zusammenhängenden Sätzen eine kurze, vor Publikum zu Themen ihres Erfahrungs- und
eingeübte Präsentation in logischer Abfolge zu Interessensbereich sprechen, dabei
einem vertrauten Thema ihres Erfahrungs- oder Sachverhalte beschreiben und/oder bewerten.
Interessensgebiet vortragen und dabei Sie können Geschichten erzählen und in
elementare Satzverknüpfungen verwenden. logischer Abfolge von Erlebnissen und über
Erfahrungen berichten.
Im Einzelnen können die Schülerinnen und
Schüler
über Pläne, Ereignisse und Ergebnisse Im Einzelnen können die Schülerinnen und
informieren oder diese beschreiben Schüler
Tätigkeiten, Gewohnheiten und eine vorbereitete Präsentation zu einem
Alltagsbeschäftigungen beschreiben vertrauten Thema strukturiert vortragen und
dabei die Hauptaspekte hinreichend präzise
aus dem eigenen Erlebnisbereich oder
erläutern
Interessensgebiet berichten
detailliert über eigene Erfahrungen
persönliche Vorlieben und Abneigungen
berichten und dabei eigene Gefühle und
beschreiben
Reaktionen beschreiben
einfache Mittel zur Textstrukturierung
Handlungen von fiktiven Texten, Inhalte von
einsetzen
Filmausschnitten und/oder Hörbüchern
wiedergeben
von realen Ereignissen berichten und
Geschichten erzählen
eigene Redebeiträge klar strukturieren
Strategien zur Gestaltung und
Strukturierung sprachlicher Äußerungen
(z.B. Einleitungs- und Endformulierungen,
Schlüsselwörter) einsetzen
Aussagen z.B. durch Gestik und bewusste die Bedeutsamkeit bestimmter Aussagen
Betonungen der Äußerungsabsicht gemäß z.B. durch geeignete Gestik und Mimik,
angemessen begleiten Intonation und Betonung hervorheben
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2 Prüfungsformat
Der Prüfungsteil Mündliche Kommunikation dauert 15 Minuten. Die mündliche Prüfung besteht
aus zwei Teilen.
2.1 Teil 1
Dieser Prüfungsteil ist durch Fragen der Prüferin bzw. des Prüfers weitgehend gesteuert. Es
geht um Alltagsgespräche, die durch entsprechende Frageimpulse der Prüferin bzw. des
Prüfers initiiert werden. Der Prüferin bzw. dem Prüfer steht hierfür ein Themenkatalog mit
Fragen zur Verfügung, aus dem sie/er je nach Gesprächsfreudigkeit des Prüflings 2 - 4 Fragen
wählen kann. Die Themen für diese Gespräche stammen aus dem Erfahrungsbereich des
Prüflings. Bei der Wahl der Fragen sollte die Prüferin bzw. der Prüfer darauf achten, dass sie
den individuellen Interessen und Erfahrungen des Prüflings entsprechen. Die Fragen im ersten
Prüfungsteil dürfen nicht das Thema des Vortrags im zweiten Prüfungsteil betreffen.
Beispielfragen aus Teil 1:
2.2 Teil 2
Dieser Prüfungsteil beginnt mit einer Präsentation des Prüflings, an die sich weiterführende
Fragen der Prüferin bzw. des Prüfers anschließen. Auch für diesen Prüfungsteil ist es
erforderlich, dass sich die Prüferin bzw. der Prüfer auf die Themen der Prüflinge vorbereitet
und sich mögliche Gesprächsimpulse überlegt, die es dem Prüfling ermöglichen, sich
vertiefend zu seinem Thema zu äußern und so den Vortrag abzurunden.
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3 Ergebnisermittlung
• 0 - 7 Punkte unter A2
• 8 – 11 Punkte A2
• 12 – 24 Punkte B1 (DSD I)
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4 Operationalisierung der Bewertungskriterien
Der Anwendungsbereich der Bewertungskriterien ist unterschiedlich weit: Einige kommen nur
in Bezug auf Teil 1 bzw. Teil 2 der Prüfung zur Anwendung, andere gelten für die gesamte
mündliche Prüfung (vgl. Ergebnisblatt). Grundsätzlich gilt: Alle Bewertungskriterien sind gleich
gewichtet.
Die unter dem Kriterium Korrektheit zusammengefassten Subkriterien Grammatik und
Aussprache werden auf die gesamte mündliche Prüfung angewendet.
Wenn die Leistungen des Prüflings in diesen Subkriterien zwischen den beiden Prüfungsteilen
differieren, dann werden die Bewertungen gemittelt: Ist beispielsweise die Grammatik in Teil 1
der Prüfung mit 1 Punkt, in Teil 2 jedoch mit 3 Punkten zu bewerten, so liegt die
Gesamtbewertung in diesem Subkriterium bei 2 Punkten.
Gleiches gilt, wenn die Leistungen des Prüflings in diesen Subkriterien innerhalb der einzelnen
Prüfungsteile differieren: Ist beispielsweise die Grammatik bei der Präsentation (Vortrag) mit
3 Punkten zu bewerten, während bei dem anschließenden Gespräch nur 1 Punkt vergeben
wird, so geht die Leistung für den Teil 2 mit 2 Punkten in die Gesamtbewertung (Teil 1 und Teil
2) ein.
Ebenso zu verfahren ist bei der Bewertung der Subkriterien Wortschatz und Strukturen in
Teil 2 der Prüfung, wenn die Leistungen in Vortrag und anschließendem Gespräch differieren.
Neben dieser dargestellten Verrechnung unterschiedlicher Leistungen in einzelnen
Subkriterien ist zu beachten, dass ein Subkriterium zumeist aus mehreren Einzelmerkmalen
besteht, die in den Prüflingsleistungen nicht immer auf dem gleichen Niveau realisiert werden.
Beispielsweise kann der Vortrag sehr gut strukturiert und nachvollziehbar sein, während der
Prüfling im Gespräch nur begrenzt dazu in der Lage ist, weitere Informationen zum Thema
einzubringen. In einem solchen Falle müssen die unterschiedlichen Leistungen im
Subkriterium Inhalt miteinander verrechnet werden. Im Einzelfall liegt es im Ermessen und in
der Verantwortung der Prüfungskommission, eine angemessene Entscheidung zu treffen.
Es ist jedoch zu beachten, dass keine halben Punkte vergeben werden dürfen.
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4.3 Kriterium Verfügbarkeit sprachlicher Mittel
Das Kriterium Verfügbarkeit sprachlicher Mittel erfasst die sprachlichen
Ausdrucksmöglichkeiten des Prüflings in den beiden Subkriterien Wortschatz und
Strukturen. Auf der Textebene wird geprüft, in welchem Umfang der Prüfling die Mittel der
thematischen Verknüpfung kennt; auf der (morpho-)syntaktischen Ebene geht es z. B. um
Satzmuster/Satzbaupläne sowie Satztypen, um Deklination, Modi und Zeitformen; auf der
Ebene der Wörter und Redemittel geht es um eine gewisse Breite der lexikalischen
Auswahlmöglichkeiten. Dabei spielt die Funktionalität der sprachlichen Mittel im
kommunikativen Kontext eine zentrale Rolle. Das heißt konkret: Redemittel und Strukturen
dürfen nicht losgelöst von ihrer inhaltlichen Leistung zur Bewältigung der vorgegebenen
Aufgabenstellung bewertet werden. Wenn also bestimmte sprachliche Mittel für die
Versprachlichung der prüfungsrelevanten Sachverhalte nicht erforderlich sind, darf ihr Fehlen
nicht negativ sanktioniert werden.
Folgende Tabelle gibt als Orientierung eine an Profile deutsch 4 angelehnte Übersicht über die
auf B1-Niveau maximal erwartbaren Strukturen:
Bereich Strukturen
• Stellung von Akkusativ- und Dativobjekt (auch
Pronomen)
• Relativsätze mit Präposition
• Hypotaxen mit vorangestellten,
eingeschobenen und nachgestellten
Satzmuster/Satzbaupläne/Satztypen Nebensätzen
• indirekte Fragesätze
• (erweiterter) Infinitiv mit „zu“
• zweiteilige Konnektoren
• uneingeleiteter Nebensatz mit
Verberststellung
• Genitiv (Substantive, Pronomen,
Artikelwörter, Eigennamen)
Deklination
• Komparativ und Superlativ (Adjektive,
Adverbien)
• Konjunktiv II (haben, sein, werden, können,
mögen) bzw. Umschreibung mit würde +
Modi Infinitiv
• subjektiver Gebrauch von Modalverben
• Futur I (Vermutung, Aufforderung)
• Präteritum
Zeitformen • Plusquamperfekt
• Futur I (Ankündigungen, Zukünftiges)
4
Glaboniat/Müller et al: Profile deutsch. Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen. Lernzielbestimmungen.
Kannbeschreibungen. Kommunikative Mittel. Niveau A1 – A2 – B1 – B2 – C1 – C2. Berlin u.a.: Langenscheidt 2005
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4.4 Kriterium Umsetzung der Aufgabenstellung
Das Kriterium Umsetzung der Aufgabenstellung umfasst die beiden Subkriterien Inhalt und
Präsentation.
Der Prüfling soll im Subkriterium Inhalt nachweisen, dass er in der Lage ist, sich ein Thema
selbstständig anzueignen und es adressatenorientiert aufzubereiten:
o Zu der Aneignung des Themas gehört einerseits eine gewisse Breite. Diese zeigt sich
u. a. in der Darstellung verschiedener Aspekte des Themas und Veranschaulichung
durch Beispiele. Andererseits verlangt die Erarbeitung eines Themas auch eine
gewisse Tiefe, die gedankliche Durchdringung des Stoffs. Dies zeigt sich
beispielsweise in der Fähigkeit des Prüflings, Begründungen und Erklärungen zu
geben, Zusammenhänge zu beleuchten, Bezüge zum Zielsprachen- oder Heimatland
herzustellen. Dies ist gleichermaßen wichtig für die Bewertung des Vortrags wie für die
des anschließenden Gesprächs.
o Im Hinblick auf die Bewertung des anschließenden Gesprächs wird zusätzlich auf
Folgendes hingewiesen:
Die Bewertung mit einem oder zwei Punkten ergibt sich im Wesentlichen aus der
Quantität der vom Prüfling ins Gespräch eingebrachten thematischen Aspekte (wenige
bzw. mehrere zusätzliche Informationen). Die Bewertung mit drei Punkten fokussiert
vor allem die Qualität der vom Prüfling im Gespräch eingebrachten Aspekte, d. h. es
geht hier nicht nur um die bloße Nennung von zusätzlichen Einzelinformationen,
sondern um die vertiefte Durchdringung des Themas. Allerdings ist das Einbringen
einer Fülle neuer Aspekte positiv zu bewerten und kann die Bewertung mit drei Punkten
rechtfertigen. Ebenso können vereinzelte vertiefende Aussagen dazu führen, dass eine
aufgrund des geringen Umfangs der eingebrachten Informationen eigentlich mit einem
Punkt zu bewertende Leistung auf zwei Punkte angehoben wird.
Zudem soll sichtbar werden, welches persönliche Verhältnis der Prüfling zu dem Thema hat,
warum es ihn interessiert.
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Beim Subkriterium Präsentation wird beurteilt, wie gut der mündliche Vortrag und die
Anschauungsmaterialien aufeinander abgestimmt sind und wie angemessen das eingesetzte
Material ist.
Die Abstimmung zwischen Vortrag und mitgebrachtem Material ist gelungen, wenn
o das Material die Strukturierung des Vortrags unterstützt.
o wichtige Gesichtspunkte durch das Material verdeutlicht werden.
o im Vortrag Bezug auf das Material genommen wird.
Sprachliche Fehler im Material werden hier nicht negativ sanktioniert, da sie in den Bereich
der Schriftlichen Kommunikation fallen.
Ausnahme: Das Material ist sprachlich derart fehlerhaft, dass es seine strukturierende oder
verdeutlichende Funktion nicht erfüllt.
Sollten im Material vorhandene schriftliche Fehler mündlich wiederholt werden, so sind sie
unter den entsprechenden Subkriterien (Wortschatz bzw. Grammatik) negativ zu
sanktionieren.
Außerdem wird der Auftritt des Prüflings bewertet: Richtet er sich an seine Zuhörer? Bezieht
er das Präsentationsmaterial gestisch mit ein?
Powerpoint-Präsentationen, deren automatischer Ablauf voreingestellt ist und bei denen der
Prüfling seinen Vortrag an das Tempo der Präsentation anpassen muss, sind nicht geeignet,
weil sie Zwischenfragen nicht erlauben.
1. Es ist zu berücksichtigen, dass es sich um gesprochene Sprache handelt und deshalb nicht
die Korrektheitsmaßstäbe des Schriftdeutschen angewendet werden dürfen.
In der gesprochenen Sprache sind beispielsweise folgende syntaktische Strukturen geläufig:
o Einschübe in Sätzen: „Also die Synapsen, da habt ihr doch alle schon mal was von
gehört, die stellen die Verbindung zwischen den Neuronen her.“
o Reihenfolge der Satzteile in abhängigen Sätzen: „Ich weiß, er kommt nicht.“
o Verbzweitstellung nach weil, obwohl: "Da kommt ja schon das Essen, obwohl ich habe
eigentlich noch gar keinen Hunger".
Diese und andere typisch sprechsprachliche Varianten wie Satzabbrüche und Neueinsätze
dürfen bei mündlicher Sprachverwendung nicht als Fehler geahndet werden.
2. Fehler, die kommunikativ nicht störend sind und deshalb von der Hörerin bzw. vom Hörer
oft „automatisch“ korrigiert werden, wie z.B. falsche Adjektivendungen, wiegen in der
mündlichen Kommunikation nicht schwer. Auf keinen Fall sollte akribisch nach Fehlern
gesucht und diese in Strichlisten festgehalten werden.
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Bei systematischen Fehlern kommt die gleiche Fehlerart öfter vor, z.B. „ihr kommst“, „ihr
weißt“. Systematische Fehler deuten darauf hin, dass der Prüfling die entsprechende Struktur
nicht beherrscht.
Im Subkriterium Aussprache wird bewertet, wie weit der Prüfling sich mit der neuen Sprache
familiarisiert hat. Am Klang lässt sich erkennen, ob seine Sprachproduktion noch wesentlich
durch den Filter der Muttersprache geprägt ist. Dabei gilt es allerdings, zwischen funktionell
wichtigen und funktionell weniger wichtigen Aspekten zu unterscheiden. Leichte
Lautabweichungen ohne Konsequenzen für die Verständigung sind zu vernachlässigen.
Für die Gliederung der Rede, Abtrennung der Sätze, Kennzeichnung der Satzarten u. a. ist
darüber hinaus der Melodieverlauf wichtig. Die Beherrschung der wesentlichen
Melodieverläufe ist unverzichtbar für ein gutes Ergebnis. Hier werden auch die meisten
Interferenzen zu anderen Sprachen deutlich, die der Prüfling im Laufe seiner
Sprachausbildung abgelegt haben sollte. Außerdem ist die Korrektheit der Wortbetonung zu
bewerten.
Wiederholte Fehler bei der Aussprache der Laute beeinflussen das Ergebnis negativ. Dabei
fallen besonders solche Fehler ins Gewicht, die dazu beitragen, den Sinn eines Wortes zu
verändern. („Sehne“ statt „Söhne“).
Zu einem akzeptablen Resultat tragen auch angemessenes Sprechtempo, Pausen, Lautstärke
und rhythmische Gliederung bei.
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5 Vorbereitung der Prüfung
Ebenso sollte die Lehrkraft während der Vorbereitung den Prüfling begleiten, ihm mit
Hinweisen auf Recherchemöglichkeiten und Tipps für die Präsentation zur Seite stehen.
Folgende Gesichtspunkte sollten bei der stufengerechten Wahl des Themas beachtet werden:
DSD I
o Das Thema soll aus dem persönlichen Erfahrungsbereich (auch aus Klassenreisen)
und/oder aus im Unterricht behandelten Themen stammen, eine gewisse Komplexität
aufweisen und Ansätze zu einem nachfolgenden Gespräch bieten.
o Der Prüfling soll einen persönlichen Bezug zum Thema haben.
o Die Orientierung auf den persönlichen Erfahrungs- und Interessenbereich schließen
literarische und kunstgeschichtliche Themen zwar nicht aus, aber beschränken sie in
Umfang und Darstellungsweise. Die Darstellung ganzer Epochen oder des Gesamtwerks
eines Schriftstellers überfordert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit des Prüflings, während
z. B. die Beschreibung eines einzelnen Bildes, seine Bedeutung für den Prüfling und seine
Wirkung auf verschiedene Betrachter angemessen sein können.
o Ein Bezug zum deutschen Sprach- und Kulturraum ist wünschenswert, sofern das Thema
dies anbietet. Ein fehlender Bezug wird nicht sanktioniert.
Der Prüfungsplan soll so gestaltet sein, dass längere Wartezeiten für die Prüflinge vermieden
werden.
Im Prüfungsraum sollten eine Tafel, eine Pinnwand zum Anheften oder –kleben, ein
Tageslichtprojektor und ein Beamer zur Verfügung stehen, damit der Prüfling seine Materialien
präsentieren kann. Klebeband, Pinnnadeln usw. sind bereit zu halten. Haben die Prüflinge
Powerpoint-Präsentationen vorbereitet, muss die Präsentation am Vortag auf den Laptop bzw.
Computer, der bei der Prüfung eingesetzt wird, kopiert und auf Funktionstüchtigkeit überprüft
werden. Der Einsatz der Technik darf keine Prüfungszeit beanspruchen.
Die Sitzordnung im Prüfungsraum soll ein kooperatives Gesprächsverhalten unterstützen.
Eine Anordnung im Kreis oder über Eck eignet sich dafür besser als eine frontale
Gegenüberstellung von Prüfungskommission und Prüfling.
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6 Hinweise zum Verhalten der Prüferin bzw. des Prüfers
Die mündliche Prüfung wird entscheidend vom Verhalten der Prüferin bzw. des Prüfers
beeinflusst. Die Prüferin bzw. der Prüfer soll durch ihr bzw. sein Verhalten den Stress des
Prüflings abbauen und ihm Gelegenheit geben zu zeigen, was er kann. Ziel für die Prüferin
bzw. den Prüfer muss sein, ein möglichst natürliches Gespräch mit dem Prüfling zu führen.
Das bedeutet, dass die Prüferin bzw. der Prüfer nicht in die Rolle einer bzw. eines
ausschließlich „Abfragenden“ verfallen soll. Im Einzelnen sollten folgende Hinweise beachtet
werden:
o Zweiter Prüfungsteil
Der zweite Teil der mündlichen Prüfung darf keinesfalls nur aus dem Vortrag des
Prüflings bestehen. Da auch die Gesprächsfähigkeit überprüft wird, muss unbedingt
ein Gespräch nach dem Vortrag stattfinden.
Während der Präsentation dürfen im Hinblick auf den Vortrag nur mit Stichwörtern
versehene Moderationskarten verwendet werden. Dies muss vor Beginn der Prüfung
kontrolliert werden. Unterlagen mit – teilweise – ausgearbeiteten Redepassagen dürfen
während des Vortrags nicht verwendet werden und müssen deshalb zu Beginn der
Prüfung von der Prüfungskommission eingezogen werden.
Stellt die Prüfungskommission fest, dass der Prüfling einen offensichtlich auswendig
gelernten Text lediglich aufsagt, so sollte der Vortrag vorzeitig durch Fragen
unterbrochen und ggf. das Gespräch begonnen werden, denn auswendig gelernte
Texte erlauben keine Rückschlüsse auf die sprachlichen Fähigkeiten des Prüflings. Ein
Vortrag, der nicht unterbrochen wird, kann nicht im Nachhinein als auswendig
aufgesagt deklariert werden und ist deshalb kriteriengerecht zu bewerten.
o Atmosphäre
Die Prüferin bzw. der Prüfer soll durch einen freundlichen Grundton eine möglichst
entspannte Atmosphäre schaffen. Dazu gehört auch, dass die Prüferin bzw. der Prüfer
nicht sofort mit der ersten Prüfungsfrage beginnt, sondern einige Sätze zur
Einstimmung mit dem Prüfling wechselt, nachdem sie bzw. er ihn begrüßt hat. Dem
Prüfling unbekannte Mitglieder der Prüfungskommission sollte die Prüferin bzw. der
Prüfer vorstellen. Ferner sollte sie bzw. er darauf hinweisen, dass der Prüfling während
der Prüfung eine ihm angenehme Position (sitzend, neben dem Präsentationsmaterial
stehend, wechselnde Positionen) einnehmen kann.
o Frageverhalten
Wenn der Prüfling einen Gedanken entwickelt, sollte er in seinem Redefluss nicht
unterbrochen werden. Die Fragen für das vertiefende Gespräch soll die Prüferin bzw.
der Prüfer aus dem Vortrag und den Präsentationsmaterialien ableiten. Offene Fragen
geben dem Prüfling die Möglichkeit, in längeren Passagen zu sprechen.
Entscheidungsfragen sollten daher eher vermieden werden. Es ist darauf zu achten,
dass die Fragen der Niveaustufe entsprechen, die Prüferin bzw. der Prüfer muss den
Prüfling auf dieser Niveaustufe zu einem strukturierten Gespräch über das Thema
führen. Die Prüferin bzw. der Prüfer soll dem Prüfling Raum bei seinen Antworten
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zugestehen, d.h. sie bzw. er soll den Prüfling nicht zu einer bestimmten inhaltlichen
Position oder einer bestimmten erwarteten Antwort drängen. Fällt dem Prüfling keine
Antwort ein, so sollte die Prüferin bzw. der Prüfer nicht auf der Frage beharren, sondern
sie umschreiben oder zur nächsten Frage übergehen.
Der Hauptredeanteil liegt beim Prüfling. Mitglieder der Prüfungskommission sollten sich
in ihren Ausführungen zurückhalten.
o Authentische Kommunikation
Die Prüfungskommunikation soll so authentisch wie möglich sein. Überdeutliches oder
übertrieben langsames Sprechen ist zu vermeiden. Auf Ironie ist unbedingt zu
verzichten, weil sie zu Irritationen des Prüflings führen kann.
o Mitschriften
Mitschriften helfen bei der späteren Bewertung. Sie sollen auf dem Hintergrund der
Bewertungskriterien Stärken und Schwächen des Prüflings festhalten und keinesfalls
nur Defizite notieren. Dies muss den Prüflingen bekannt sein, damit etwaige Irritationen
vermieden werden können.
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7 Umgang mit dem Einsatz von KI und KI-Anwendungen
KI-Anwendungen werden von Prüflingen zunehmend für die Vorbereitung des zweiten
Teils der mündlichen Prüfung eingesetzt. Ihre Nutzung durch die Prüflinge ist generell
gestattet und wird als unterstützendes Element betrachtet wie auch andere technische
Hilfsmittel, z. B. Internetsuchmaschinen.
o Bei dem sich an die Präsentation anschließenden Gespräch wird kurz auf die
genutzten KI-Anwendungen im Hinblick auf die inhaltliche Erarbeitung des
gewählten Themas eingegangen, z. B., indem der Prüfling mitteilt, was ihm bei der
Vorbereitung gefallen/geholfen hat oder nicht.
o Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage der geltenden Bewertungskriterien für
den Prüfungsteil Mündliche Kommunikation.
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Bewertungskriterien für die Mündliche Kommunikation – DSD I
B1 B1/A2 A2 unter A2
Kriterium 3 Punkte 2 Punkte 1 Punkt 0 Punkte
Der Wortschatz reicht aus, um sich zu Themen Der Wortschatz reicht weitgehend aus, um sich Der Wortschatz ist begrenzt, reicht aber aus,
des eigenen Erfahrungsbereichs angemessen zu zu Themen des eigenen Erfahrungsbereichs zu um konkrete und vertraute Alltagssituationen
Der Prüfling verfügt über einen elementaren
äußern. äußern. sprachlich zu bewältigen.
Wortschatz
Wortschatzlücken bzw. -fehler kommen bei Wortschatzlücken bzw. -fehler treten Wortschatzlücken bzw. -fehler treten häufiger
begrenzt zu verständigen.
komplexer angelegten bzw. weniger vertrauten gelegentlich auch bei einfachen und vertrauten auch bei einfachen und vertrauten Themen auf.
Themen vor. Themen auf.
Der Prüfling verfügt über ein hinreichend
Der Prüfling verfügt über ein ausreichendes Der Prüfling verfügt über ein Repertoire Der Prüfling verfügt nur über sehr einfache
Strukturen
Im Gespräch rundet der Prüfling seinen Vortrag Im Gespräch ergänzt der Prüfling seinen Im Gespräch wiederholt der Prüfling lediglich
Im Gespräch ergänzt der Prüfling seinen
durch vertiefende Aussagen zum Thema ab. Vortrag nur durch wenige zusätzliche bereits genannte Aspekte bzw. kann der
Vortrag durch mehrere zusätzliche
Informationen.
Aufgabenstellung
Informationen.
seinem Vortrag geben.
Der Prüfling nimmt im Vortrag an mehreren
Die Integration von Vortrag und mitgebrachtem Stellen auf das mitgebrachte Material Bezug, Der Prüfling verweist im Vortrag manchmal auf
Der Prüfling nimmt im Vortrag kaum Bezug auf
Material gelingt dem Prüfling durchgängig. jedoch gelingt die Integration nicht das mitgebrachte Material.
das mitgebrachte Material.
Präsentation
durchgängig.
Das eingesetzte Material unterstützt die Das eingesetzte Material unterstützt die
Das eingesetzte Material leistet einen sehr
Strukturierung des Vortrags und illustriert das Das eingesetzte Material unterstützt die Strukturierung des Vortrags begrenzt und
geringen Beitrag zur Strukturierung des
Thema in angemessener Weise. Strukturierung des Vortrags im Wesentlichen illustriert das Thema in eingeschränkter Weise.
Vortrags und Illustration des Themas.
und illustriert das Thema in weitgehend
angemessener Weise.
Der Prüfling verwendet unter Berücksichtigung
Der Prüfling zeigt unter Berücksichtigung der Der Prüfling zeigt unter Berücksichtigung der Der Prüfling verwendet unter Berücksichtigung
der Merkmale gesprochener Sprache einige
Merkmale gesprochener Sprache eine gute Merkmale gesprochener Sprache eine der Merkmale gesprochener Sprache nur
einfache Strukturen im Allgemeinen korrekt. Es
Grammatik
Beherrschung grammatischer Strukturen. weitgehende Beherrschung grammatischer wenige einfache Strukturen korrekt, macht
können elementare Fehler vorkommen. Die
Fehler beeinträchtigen die Kommunikation Strukturen. Fehler beeinträchtigen die insgesamt zahlreiche elementare Fehler, die die
Verständigung kann beeinträchtigt werden.
nicht. Kommunikation nicht. Kommunikation erschweren.
Korrektheit
Die Aussprache ist klar genug, um trotz eines Die Aussprache weist einen so starken Akzent
Aussprache
Die Aussprache ist trotz eines Akzents gut Trotz Aussprachefehlern und eines merklichen merklichen Akzents meistens verstanden zu auf, dass es insgesamt mühsam ist, den Prüfling
verständlich. Falsche Aussprache einzelner Akzents ist die Aussprache klar genug, so dass werden, doch manchmal muss der Prüfer um zu verstehen.
Wörter kann auftreten. der Prüfling verstanden wird. Wiederholung bitten bzw. kooperieren. Der Prüfer muss öfter um Wiederholung bitten.
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Punkte
Punkte pro
3 2 1 0
Kriterium
TEIL 1
Verfügbarkeit sprachlicher Mittel
Wortschatz =
Strukturen =
TEIL 2
Umsetzung der Aufgabenstellung
Inhalt =
Präsentation =
Verfügbarkeit sprachlicher Mittel
Wortschatz =
Strukturen =
TEIL 1 & 2
Korrektheit
Grammatik =
Aussprache =
Gesamtpunktzahl =
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