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(3) Für vorwiegend ruhend belastete Tragwerke dürfen die Auswirkungen der vorausgegangenen
Lastgeschichte im Allgemeinen vernachlässigt und eine stetige Zunahme der Einwirkungen angenommen
werden.
(4)P Für nichtlineare Verfahren müssen Baustoffeigenschaften verwendet werden, die zu einer realistischen
Steifigkeit führen und die die Unsicherheiten beim Versagen berücksichtigen. Es dürfen nur
Bemessungsverfahren verwendet werden, die in den maßgebenden Anwendungsbereichen gültig sind.
(5) Bei schlanken Tragwerken, bei denen die Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung nicht vernachlässigt
werden dürfen, darf das Bemessungsverfahren nach 5.8.6 angewendet werden.
5.8 Berechnung von Bauteilen unter Normalkraft nach Theorie II. Ordnung
5.8.1 Begriffe
Ausgesteifte Bauteile oder Systeme: Tragwerksteile oder Subsysteme, bei denen in Berechnung und
Bemessung davon ausgegangen wird, dass sie nicht zur horizontalen Gesamtstabilität eines Tragwerkes
beitragen.
Aussteifungsglieder oder Systeme: Tragwerksteile oder Subsysteme, bei denen sowohl in der Berechung wie
auch in der Bemessung davon ausgegangen wird, dass sie zur horizontalen Gesamtstabilität eines
Tragwerkes beitragen.
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Knicken: Stabilitätsversagen eines Bauteils oder Tragwerks unter reiner Normalkraft ohne Querbelastung.
ANMERKUNG Dieses „reine Knicken“ ist bei realen Tragwerken kein maßgebender Grenzzustand wegen der
gleichzeitig zu berücksichtigenden Imperfektionen und Querbelastungen. Diese rechnerische Knicklast darf jedoch als
Parameter bei einigen Verfahren nach Theorie II. Ordnung eingesetzt werden.
Knicklast: Die Last, bei der Knicken auftritt; bei elastischen Einzelbauteilen entspricht sie der idealen
Eulerschen Verzweigungslast.
Knicklänge: Länge einer beidseitig gelenkig gelagerten Ersatzstütze mit konstanter Normalkraft, die den
Querschnitt und die Knicklast des tatsächlichen Bauteils unter Berücksichtigung der Knicklinie aufweist.
Auswirkungen nach Theorie I. Ordnung: Die Auswirkungen der Einwirkungen, die ohne Berücksichtigung der
Verformung des Tragwerks berechnet werden, jedoch geometrische Imperfektionen beinhalten.
Einzelstützen: einzeln stehende Stützen oder Bauteile in einem Tragwerk, die in der Bemessung
einzelnstehend idealisiert werden. Beispiele von Einzelstützen mit verschiedenen Lagerungsbedingungen
sind in Bild 5.7 dargestellt.
Rechnerisches Moment nach Theorie II. Ordnung: Ein Moment nach Theorie II. Ordnung, das in bestimmten
Bemessungsverfahren verwendet wird. Mit diesem lässt sich ein Gesamtmoment zur Bestimmung des
erforderlichen Querschnittswiderstands für die GZT berechnen, siehe auch 5.8.5 (2).
Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung: zusätzliche Auswirkungen der Einwirkungen unter Berücksichtigung
der Verformungen des Tragwerks.
5.8.2 Allgemeines
(1)P Dieser Abschnitt behandelt Bauteile und Tragwerke, bei denen das Tragverhalten durch die
Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung wesentlich beeinflusst wird (z. B. Stützen, Wände, Pfähle, Bögen und
Schalen). Auswirkungen auf das Gesamtsystem nach Theorie II. Ordnung treten insbesondere bei
Tragwerken mit einem nachgiebigen Aussteifungssystem auf.
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(2)P Bei Berücksichtigung von Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung (siehe auch (6)) muss das
Gleichgewicht und die Tragfähigkeit der verformten Bauteile nachgewiesen werden. Die Verformungen
müssen unter Berücksichtigung der maßgebenden Auswirkungen von Rissen, nichtlinearer
Baustoffeigenschaften und des Kriechens berechnet werden.
ANMERKUNG Werden bei der Berechnung lineare Baustoffeigenschaften angenommen, dürfen diese Auswirkungen
durch verminderte Steifigkeitswerte berücksichtigt werden. Siehe 5.8.7.
(3)P Falls maßgebend, muss die Schnittgrößenermittlung den Einfluss der Steifigkeit benachbarter Bauteile
und Fundamente beinhalten (Boden-Bauwerk-Interaktion).
(4)P Das Verhalten des Tragwerks muss in der Richtung, in der Verformungen auftreten können,
berücksichtigt werden. Eine zweiachsige Lastausmitte ist erforderlichenfalls zu berücksichtigen.
(5)P Unsicherheiten der Geometrie und der Lage der axialen Lasten müssen als zusätzliche Auswirkungen
nach Theorie I. Ordnung auf Grundlage geometrischer Imperfektionen berücksichtigt werden. Siehe 5.2.
(6) Die Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung dürfen vernachlässigt werden, wenn sie weniger als 10 %
der entsprechenden Auswirkungen nach Theorie I. Ordnung betragen. Vereinfachte Kriterien dürfen für
Einzelstützen [Link] und für Tragwerke [Link] entnommen werden.
5.8.3 Vereinfachte Nachweise für Bauteile unter Normalkraft nach Theorie II. Ordnung
(1) Alternativ zu 5.8.2 (6) dürfen die Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung vernachlässigt werden, wenn
die Schlankheit λ (in [Link] definiert) unterhalb eines Grenzwertes λ lim liegt.
ANMERKUNG Der landesspezifische Wert für λ lim darf einem Nationalen Anhang entnommen werden. Der empfohlene
Wert folgt aus:
Dabei ist
A = 1 / (1+0,2ϕef) (falls ϕef nicht bekannt ist, darf A = 0,7 verwendet werden);
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(2) Für Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte darf das Schlankheitskriterium für jede Richtung einzeln
geprüft werden. Demnach dürfen die Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung
bzw. sind
zu berücksichtigen.
λ = l0/i (5.14)
Dabei ist
(2) Eine allgemeine Definition der Knicklänge enthält 5.8.1. Beispiele von Knicklängen bei Einzelstützen mit
konstanten Querschnitten sind in Bild 5.7 dargestellt.
Bild 5.7 — Beispiele verschiedener Knickfiguren und der entsprechenden Knicklängen von
Einzelstützen™
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(3) Bei Druckgliedern in üblichen Rahmen darf in der Regel das Schlankheitskriterium (siehe [Link]) mit
folgender Knicklänge l0 nachgewiesen werden:
⎛ k1 ⎞ ⎛ k2 ⎞
l0 = 0,5 l⋅ ⎜1 + ⎟ ⋅ ⎜1 + ⎟ (5.15)
⎜ ⎟ ⎜
0 ,45 + k1 ⎠ ⎝ 0,45 + k2 ⎟⎠
⎝
Dabei ist
θ die Verdrehung eingespannter Bauteile bei einem Biegemoment M, siehe auch Bild 5.7f) und g);
EΙ die Biegesteifigkeit des Druckglieds, siehe auch [Link] (4) und (5);
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ANMERKUNG k = 0 ist die theoretische Grenze für eine feste Einspannung, und k = ∞ stellt den Grenzwert bei
gelenkiger Lagerung dar. Da eine volle Einspannung in der Praxis praktisch nicht vorkommt, wird ein Mindestwert von 0,1
für k1 und k2 empfohlen.
(4) Wenn ein benachbartes Druckglied (Stütze) zur Knotenverdrehung beim Knicken beitragen kann, ist in
der Regel (EΙ / l) in der Definition von k mit [(EΙ / l)a + (EΙ / l)b] zu ersetzen, wobei a und b die Druckglieder
(Stützen) über und unter dem Knoten kennzeichnen.
(5) Bei der Festlegung von Knicklängen sind in der Regel die Auswirkungen einer Rissbildung auf die
Steifigkeit einspannender Bauteile zu berücksichtigen, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass sie im
Grenzzustand der Tragfähigkeit ungerissen sind.
(6) In anderen als den in (2) und (3) genannten Fällen, z. B. bei Bauteilen mit veränderlichen
Normalkraftbeanspruchungen bzw. Querschnitten, ist in der Regel das Schlankheitskriterium nach [Link] mit
einer Knicklänge auf Grundlage der Knicklast zu überprüfen (berechnet z. B. mit einer numerischen Methode):
l0 = π EI / N B (5.17)
Dabei ist
NB die zu EI gehörige Knicklast, (in Gleichung (5.14) ist i ebenfalls auf dieses EI zu beziehen.)
(7) Die einspannende Wirkung von Querwänden darf bei der Berechnung der Knicklänge von Wänden mit
dem Faktor β gemäß [Link] berücksichtigt werden. In Gleichung (12.9) und Tabelle 12.1 wird lW dann durch
l0 nach [Link] ersetzt.
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(1) Alternativ zu 5.8.2 (6) dürfen Nachweise am Gesamttragwerk nach Theorie II. Ordnung im Hochbau
vernachlässigt werden, falls
FV,Ed ≤ K 1 ⋅
ns
⋅
∑ Ecd I c (5.18)
n s + 1,6 L2
Dabei ist
FV,Ed die gesamte vertikale Last (auf ausgesteifte und aussteifende Bauteile);
Ecd der Bemessungswert des Elastizitätsmoduls von Beton, siehe 5.8.6 (3);
ANMERKUNG Der landespezifische Wert für K1 darf dem Nationalen Anhang entnommen werden. Der empfohlene
Wert ist 0,31.
⎯ ein ausreichender Torsionswiderstand ist vorhanden, d. h. das Tragwerk ist annähernd symmetrisch,
⎯ die Steifigkeit der Aussteifungsbauteile ist entlang der Höhe annähernd konstant,
⎯ die gesamte vertikale Last nimmt pro Stockwerk annähernd gleichmäßig zu.
(2) In Gleichung (5.18) darf K1 durch K2 ersetzt werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass die
Aussteifungsbauteile im Grenzzustand der Tragfähigkeit nicht gerissen sind.
ANMERKUNG 1 Der landespezifische Wert für K2 darf dem Nationalen Anhang entnommen werden. Der empfohlene
Wert ist 0,62.
5.8.4 Kriechen
(1)P Kriechauswirkungen müssen bei Verfahren nach Theorie II. Ordnung berücksichtigt werden. Dabei sind
die Grundlagen des Kriechens (siehe 3.1.4) sowie die unterschiedlichen Belastungsdauern in den
Einwirkungskombinationen zu beachten.
(2) Die Dauer der Belastungen darf vereinfacht mittels einer effektiven Kriechzahl ϕef berücksichtigt werden.
Zusammen mit der Bemessungslast ergibt diese eine Kriechverformung (Krümmung), die der quasi-ständigen
Beanspruchung entspricht:
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Dabei ist
M0Eqp das Biegemoment nach Theorie I. Ordnung unter der quasi-ständigen Einwirkungskombination
(GZG);
ANMERKUNG Es besteht auch die Möglichkeit, ϕef auf Grundlage der Gesamtbiegemomente MEqp und MEd zu ermitteln.
Dies bedarf allerdings der Iteration und dem Nachweis der Stabilität unter quasi-ständiger Belastung mit ϕef = ϕ (∞,t0).
(3) Wenn M0Eqp / M0Ed in einem Bauteil oder Tragwerk variiert, darf das Verhältnis für den Querschnitt mit
dem maximalen Moment berechnet oder ein repräsentativer Mittelwert verwendet werden.
(4) Die Kriechauswirkungen dürfen vernachlässigt werden (ϕef = 0), wenn die folgenden drei Bedingungen
eingehalten werden:
⎯ ϕ (∞,t0) ≤ 2,
⎯ λ ≤ 75,
⎯ M0Ed/NEd ≥ h.
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Dabei ist M0Ed das Moment nach Theorie I. Ordnung und h ist die Querschnittshöhe in der entsprechenden
Richtung.
ANMERKUNG Wenn die Bedingungen zum Vernachlässigen der Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung gemäß 5.8.2
(6) oder [Link] nur knapp eingehalten werden, kann es unsicher sein, die Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung und
des Kriechens zu vernachlässigen, außer der mechanische Bewehrungsgrad (ω siehe [Link] (1)) beträgt mindestens
0,25.
5.8.5 Berechnungsverfahren
(1) Die Berechnungsverfahren umfassen ein allgemeines Verfahren auf Grundlage einer nichtlinearen
Schnittgrößenermittlung nach Theorie II. Ordnung (siehe 5.8.6) sowie die beiden folgenden
Näherungsverfahren:
ANMERKUNG 1 Die Wahl eines Näherungsverfahrens (a) und (b) zur Anwendung in einem Land darf dem
entsprechenden Nationalen Anhang entnommen werden.
ANMERKUNG 2 Die mittels der Näherungsverfahren (a) und (b) ermittelten rechnerischen Momente nach Theorie II.
Ordnung sind manchmal größer als infolge Instabilität. Damit soll sichergestellt werden, dass das Gesamtmoment mit dem
Querschnittswiderstand kompatibel ist.
(2) Das Verfahren (a) nach 5.8.7 darf sowohl für Einzelstützen als auch für Gesamttragwerke verwendet
werden, wenn die Nennsteifigkeiten sachgemäß abgeschätzt werden.
(3) Das Verfahren (b) nach 5.8.8 eignet sich vorwiegend für Einzelstützen. Bei realistischen Annahmen
hinsichtlich der Krümmungsverteilung darf dieses Verfahren jedoch auch für Tragwerke angewendet werden.
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(1)P Das allgemeine Verfahren basiert auf einer nichtlinearen Schnittgrößenermittlung, die die geometrische
Nichtlinearität nach Theorie II. Ordnung beinhaltet. Es gelten die allgemeinen Regeln für nichtlineare
Verfahren nach 5.7.
(2)P Für die Schnittgrößenermittlung müssen geeignete Spannungs-Dehnungs-Linien für Beton und Stahl
verwendet werden. Kriechauswirkungen sind zu berücksichtigen.
(3) ˜Die in 3.1.5, Gleichung (3.14) und 3.2.7 (Bild 3.8)™ dargestellten Spannungs-Dehnungs-Linien für
Beton und Stahl dürfen verwendet werden. Mit auf Grundlage von Bemessungswerten ermittelten Spannungs-
Dehnungs-Diagrammen darf der Bemessungswert der Tragfähigkeit direkt ermittelt werden. In Gleichung
(3.14) und im k-Wert werden dabei fcm durch den Bemessungswert der Betondruckfestigkeit fcd und Ecm durch
ersetzt.
ANMERKUNG Der landesspezifische Wert γcE darf einem Nationalen Anhang entnommen werden. Der empfohlene
Wert ist 1,2.
(4) Fehlen genauere Berechnungsmodelle, darf das Kriechen berücksichtigt werden, indem alle
Dehnungswerte des Betons in der Spannungs-Dehnungs-Linie gemäß 5.8.6 (3) mit einem Faktor (1 + ϕef)
multipliziert werden. Dabei ist ϕef die effektive Kriechzahl gemäß 5.8.4.
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(5) Die günstigen Auswirkungen der Mitwirkung des Betons auf Zug dürfen berücksichtigt werden.
ANMERKUNG Diese Auswirkung ist günstig und darf zur Vereinfachung immer vernachlässigt werden.
(6) Üblicherweise werden die Gleichgewichtsbedingungen und die Dehnungsverträglichkeit von mehreren
Querschnitten erfüllt. Werden vereinfachend nur die kritischen Querschnitte untersucht, darf ein realistischer
Verlauf der dazwischen liegenden Krümmungen angenommen werden (d. h. ähnlich dem Momentenverlauf
nach Theorie I. Ordnung oder entsprechend einer anderen zweckmäßigen Vereinfachung).
[Link] Allgemeines
(1) Bei Verfahren nach Theorie II. Ordnung auf der Grundlage von Steifigkeiten sind in der Regel Nennwerte
der Biegesteifigkeit zu verwenden, die unter Berücksichtigung der Effekte aus Rissbildung, aus nichtlinearen
Baustoffeigenschaften und aus dem Einfluss von Kriechen auf das Gesamtverhalten ermittelt werden. Dies
gilt auch für angrenzende in der Berechnung berücksichtigte Bauteile, z. B. Balken, Platten oder Fundamente.
Falls erforderlich, sollte die Boden-Bauwerk-Interaktion ebenfalls berücksichtigt werden.
(2) Das auf dieser Grundlage ermittelte Bemessungsmoment wird zur Bemessung von Querschnitten unter
Biegung mit Normalkraft gemäß 6.1 ˜unter Berücksichtigung von 5.8.5 (1)™ verwendet.
[Link] Nennsteifigkeit
(1) Der folgende Ansatz darf zur Ermittlung der Nennsteifigkeit schlanker Druckglieder mit beliebigen
Querschnitten verwendet werden.
EI = Kc ⋅ Ecd ⋅ Ic + Ks ⋅ Es ⋅ Is (5.21)
Dabei ist
Ecd der Bemessungswert des Elastizitätsmoduls von Beton nach 5.8.6 (3);
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Is das Flächenträgheitsmoment der Bewehrung bezogen auf den Schwerpunkt des Betonquerschnitts;
Kc ein Beiwert zur Berücksichtigung der Auswirkungen von Rissbildung, Kriechen, usw. siehe [Link] (2)
oder (3);
Ks ein Beiwert zur Berücksichtigung der Mitwirkung der Bewehrung, siehe [Link] (2) oder (3).
(2) Die folgenden Faktoren dürfen in Gleichung (5.21) verwendet werden, wenn ρ ≥ 0,002 ist:
Ks = 1
(5.22)
Kc = k1 ⋅ k2 / (1 + ϕef)
Dabei ist
Ac die Betonquerschnittsfläche;
k2 ein Beiwert für die Normalkräfte und die Schlankheit, siehe Gleichung (5.24).
2
k1 = f ck / 20 (N/mm ) (5.23)
λ
k2 = n ⋅ ≤ 0,20 (5.24)
170
Dabei ist
Wenn die Schlankheit λ nicht definiert ist, darf für k2 angenommen werden:
(3) Wenn ρ ≥ 0,01 ist, dürfen die folgenden Faktoren als vereinfachte Alternative in Gleichung (5.21)
verwendet werden:
Ks = 0
(5.26)
Kc = 0,3 / (1 + 0,5ϕef)
ANMERKUNG Die vereinfachte Alternative darf als erster Schritt verwendet werden, dem eine genauere Berechnung
nach (2) folgt.
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(4) Bei statisch unbestimmten Tragwerken sind in der Regel ungünstige Auswirkungen der Rissbildung in
benachbarten Bauteilen zu berücksichtigen. Die Gleichungen (5.21) bis (5.26) gelten nicht generell für solche
Bauteile. Teilweise Rissbildung und die Mitwirkung des Betons auf Zug dürfen berücksichtigt werden,
beispielsweise gemäß 7.4.3. Vereinfachend darf allerdings von vollständig gerissenen Querschnitten
ausgegangen werden. Die Steifigkeit ist in der Regel mit einem effektiven Elastizitätsmodul des Betons zu
ermitteln:
Dabei ist
ϕef die effektive Kriechzahl; es darf derselbe Wert wie für Stützen verwendet werden.
(1) Das Gesamtbemessungsmoment, einschließlich des Moments nach Theorie II. Ordnung, darf durch eine
Vergrößerung der Biegemomente nach Theorie I. Ordnung wie folgt ermittelt werden:
⎡ β ⎤
M Ed M 0Ed ⎢1 +
= ⎥ (5.28)
⎣ (NB / NEd ) − 1⎦
Dabei ist
M0Ed das Moment nach Theorie I. Ordnung, siehe auch [Link] (2);
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β ein Beiwert, der von den Momentenverläufen nach Theorie I. und II. Ordnung abhängt, siehe [Link]
(2) bis (3);
(2) Bei Einzelstützen mit konstanten Querschnitten und Normalkraft darf das Moment nach Theorie II.
Ordnung üblicherweise mit einem sinusförmigen Verlauf angenommen werden. Daraus folgt:
β = π2 / c0 (5.29)
Dabei ist
c0 der Beiwert, der vom Momentenverlauf nach Theorie I. Ordnung abhängt (beispielsweise c0 = 8 bei
einem konstanten, c0 = 9,6 bei einem parabelförmigen und 12 bei einem symmetrischen dreieckigen
Verlauf usw.).
(3) Bei Bauteilen ohne Querbelastung dürfen unterschiedliche Endmomente M01 und M02 nach Theorie I.
Ordnung mit einem äquivalenten konstanten Moment nach Theorie I. Ordnung M0e gemäß [Link] (2) ersetzt
werden. Unter Annahme eines konstanten Momentenverlaufs nach Theorie I. Ordnung sollte c0 = 8 verwendet
werden.
ANMERKUNG Der Wert c0 = 8 gilt auch für Bauteile mit doppelter Krümmung. Es sollte beachtet werden, dass in
einigen Fällen, je nach Schlankheit und Normalkraft, die Endmomente größer sein können als das vergrößerte
Ersatzmoment.
(4) Sind die Absätze [Link] (2) oder (3) nicht zutreffend, darf üblicherweise β = 1 als sinnvolle
Vereinfachung angesetzt werden. Die Gleichung (5.28) darf dann wie folgt zusammengefasst werden:
M 0Ed
M Ed = (5.30)
1 − ( N Ed / N B )
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ANMERKUNG [Link] (4) gilt auch bei der Schnittgrößenermittlung am Gesamttragwerk bestimmter Tragwerkstypen,
beispielsweise bei Tragwerken, die mit Wandscheiben ausgesteift sind, bei denen die Hauptauswirkungen der
Einwirkungen Biegemomente in den Aussteifungsgliedern sind. Abschnitt H.2 in Anhang H enthält einen weiter gefassten
Ansatz für andere Tragwerkstypen.
[Link] Allgemeines
(1) Dieses Näherungsverfahren eignet sich vor allem für Einzelstützen mit konstanter Normalkraft-
beanspruchung und einer definierten Knicklänge l0 (siehe [Link]). Mit dem Verfahren wird ein Nennmoment
mit einer Verformung nach Theorie II. Ordnung berechnet, die auf der Grundlage der Knicklänge und einer
geschätzten Maximalkrümmung ermittelt wird ˜(siehe auch 5.8.5 (3))™.
(2) Das auf dieser Grundlage ermittelte Bemessungsmoment wird für die Bemessung von Querschnitten
unter Biegung mit Normalkraft gemäß 6.1 verwendet.
[Link] Biegemomente
Dabei ist
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M0Ed das Moment nach Theorie I. Ordnung, einschließlich der Auswirkungen von Imperfektionen,
siehe auch [Link] (2);
Der Maximalwert für MEd wird durch den Verlauf von M0Ed und M2 bestimmt. Der Momentenverlauf von M2 darf
dabei als sinus- oder parabelförmig über die Knicklänge angenommen werden.
ANMERKUNG Bei statisch unbestimmten Bauteilen wird M0Ed für die tatsächlichen Randbedingungen festgelegt, wobei
M2 von den Randbedingungen für die Knicklänge abhängt; vergleiche auch [Link] (1).
(2) ˜Für Bauteile ohne Querlasten zwischen den Stabenden dürfen unterschiedliche Endmomente M01
und M02 ™ nach Theorie I. Ordnung durch ein äquivalentes Moment nach Theorie I. Ordnung M0e ersetzt
werden.
M01 und M02 haben dasselbe Vorzeichen, wenn sie auf derselben Seite Zug erzeugen, andernfalls haben sie
gegensätzliche Vorzeichen. Darüber hinaus gilt |M02| ≥ |M01|.
(3) Das Nennmoment nach Theorie II. Ordnung M2 in Gleichung (5.31) lautet
M2 = NEd ⋅ e2 (5.33)
Dabei ist
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(4) Bei konstantem Querschnitt wird üblicherweise c = 10 (≈ π²) verwendet. Wenn das Moment nach Theorie
I. Ordnung konstant ist, ist in der Regel ein niedrigerer Wert anzusetzen (8 ist ein unterer Grenzwert, der
einem konstanten Verlauf des Gesamtmoments entspricht).
ANMERKUNG Der Wert π² entspricht einem sinusförmigen Krümmungsverlauf. Der Wert einer konstanten Krümmung
ist 8. Es sollte darauf geachtet werden, dass c vom Verlauf der Gesamtkrümmung abhängt, während c0 nach [Link] (2)
von der Krümmung infolge des Moments nach Theorie I. Ordnung abhängt.
[Link] Krümmung
(1) Bei Bauteilen mit konstanten symmetrischen Querschnitten (einschließlich Bewehrung), darf die
Krümmung wie folgt ermittelt werden:
Dabei ist
(2) Wenn die gesamte Bewehrung nicht an den gegenüberliegenden Querschnittsseiten konzentriert
sondern teilweise parallel zur Biegungsebene verteilt ist, wird d definiert als
d = (h/2) + is (5.35)
Dabei ist
nu 1 + ω;
=
nbal der Wert von n bei maximaler Biegetragfähigkeit; es darf der Wert 0,4 verwendet werden;
ω As fyd/(Ac fcd);
=
Ac die Betonquerschnittsfläche.
(4) Die Auswirkungen des Kriechens dürfen mit dem folgenden Beiwert berücksichtigt werden:
Kϕ = 1 + β ⋅ ϕef ≥ 1 (5.37)
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Dabei ist
(1) Das allgemeine Verfahren nach 5.8.6 darf auch für Druckglieder mit zweiachsiger Lastausmitte
verwendet werden. Die folgenden Regeln gelten, wenn Näherungsverfahren angewendet werden. Besonders
wichtig ist die Feststellung des Bauteilquerschnitts mit der maßgebenden Momentenkombination.
(2) Als erster Schritt darf eine getrennte Bemessung in beiden Hauptachsenrichtungen ohne Beachtung der
zweiachsigen Lastausmitte erfolgen. Imperfektionen müssen nur in der Richtung berücksichtigt werden, in der
sie zu den ungünstigsten Auswirkungen führen.
(3) Es bedarf keiner weiteren Nachweise, wenn die Schlankheitsverhältnisse die folgenden beiden
Bedingungen erfüllen
˜und wenn die bezogenen Lastausmitten ey / heq und ez / beq (siehe Bild 5.8) eine der folgenden
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Bedingungen erfüllt:™
e y / heq ez / beq
≤ 0,2 oder ≤ 0,2 (5.38b)
ez / beq e y / heq
Dabei ist
MEdy das Bemessungsmoment um die y-Achse, einschließlich des Moments nach Theorie II. Ordnung;
MEdz das Bemessungsmoment um die z-Achse, einschließlich des Moments nach Theorie II. Ordnung;
(4) Werden die Bedingungen der Gleichung (5.38) nicht erfüllt, ist in der Regel eine zweiachsige
Lastausmitte einschließlich der Auswirkungen nach Theorie II. Ordnung in beiden Richtungen zu
berücksichtigen, wenn sie nicht gemäß 5.8.2 (6) oder 5.8.3 vernachlässigt werden dürfen. Ohne eine genaue
Bemessung der Querschnitte für eine zweiachsige Lastausmitte darf der folgende vereinfachte Nachweis
verwendet werden:
a a
⎛ M Edz ⎞ ⎛M ⎞ (5.39)
⎜ ⎟ + ⎜ Edy ⎟ ≤ 1,0
⎜M ⎟ ⎜ M Rdy ⎟
⎝ Rdz ⎠ ⎝ ⎠
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Dabei ist
MEdz/y das Bemessungsmoment um die entsprechende Achse, einschließlich eines Moments nach
Theorie II. Ordnung;
a der Exponent;
Dabei ist
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