SIP Notfall
SIP Notfall
🌶️ 4 H’s
Hypoxie
Hypovolämie
Hypo- oder Hyperkaliämie
Hypo- oder Hyperthermie
4 HITS
Herzbeuteltamponade
Intoxikation
Thromboembolie
Spannungspneumothorax
SIP - Notfall/Anästhesie 1
SIP - Notfall/Anästhesie 2
Akutes Nierenversagen
SIP - Notfall/Anästhesie 3
Symptomatik/ Labor
Oligurie
Hyperkaliämie
Anstieg BUN + Krea
Alkylphosphatvergiftung
Vorkommen: Insektizide, Fungizide, Miotika
Aufnahme: über Haut, Schleimhaut → Respirations-, GI-Trakt
Wirkung: Irreversible Hemmung der Acetylcholinesterase mit Erhöhung der
ACh-Konzentration → cholinerge Wirkung an muskarinergen & nikotinischen
AChR → lebensbedrohliche Parasympathikusaktivierung
Symptome:
1. Bradykardie, Miose
2. GI Symptomatik → Speichelfluss↑, Diarrhö, Stuhl- und Urinabgänge
3. Muskelzuckungen und -schwäche (Gefahr der Atemlähmung!)
4. ZNS-Symptomatik (Ruhelos, Angst, Ataxie, bis Koma)
SIP - Notfall/Anästhesie 4
Aortendissektion
Symptome
Vernichtungsschmerz, plötzlich, an Brust, Nacken oder zw. Schulterblättern
kaltes, pulsloses Bein
ggf. Malperfusion von anderen Organen
Hämorrhagischer Schock/ Reanimationspflicht bei akuter Blutung
Diagnostik
CT Thorax/+ Abdomen mit Kontrastmittel
ARDS
= akute resp. Insuffizienz ohne Hinweis aus Linksherzversagem +
beatmungspflichtiger Hypoxie mit PaO2/FiO2 < 200 mmHg
bilaterale Infiltrate
Horovitz-Quotient
PaO2/FiO2-Ratio → Verhältnis von arteriellem Sauerstoffpartialdruck
(PaO2) zur inspirierten Sauerstoffkonzentration (FiO2) → dient zur
Beurteilung der Oxygenierungsstörung
3 Stufen, mildeste Form (PaO2/FiO2 Ratio < 300mmHg) früher auch Acute
Lung Injury genannt, heute obsolet
Beatmung
Einstellbar:
SIP - Notfall/Anästhesie 5
Inspiratorische O2
Konzentration
Atemfrequenz
Atemzugsvolumen
PEEP positiver Endexpiratorischer Druck
1:1,5 - 1,25 spontan
= Verhältnis von Inspiration zu 1:2-1:1,7 intraop.
I:E Verhältnis
Exspirationszeit 1:1,5-1:1 bei resp.
Versagen
COPD- Exazerbation
Therapie
1. Bronchospasmolyse
a. beta-2 Sympathomimetika
b. Anticholinergika
2. Glukokortikoide
a. Reduktion der entzündl. Komponente
b. Verkürzung der Exazerbation
Elektrolyte
Hyperkaliämie
hohe T-Wellen
SIP - Notfall/Anästhesie 6
Diabetes insipidus
Schädigung der ADH-produzierenden Zellen in Hypothalamus / Hypophyse -->
Ausscheidung großer Mengen Wassers über die Nieren (bis 1000 ml/h) --
> Hypovolämie, Harn-Osmolarität ↓, Serum-Osmolarität und das Serum-
Natrium ↑.Therapie: Desmopressin (= Vasopressin = ADH) 0,5 μg i. v.
CAVE: Es kann zum Absinken des Serum-Natrium kommen, was negative
Auswirkungen auf das Hirnödem haben kann.
Risiko:
Hypernatriämie
Hypogkaliämie
SIP - Notfall/Anästhesie 7
Enterale Ernährung
Kontraindikationen
Azidose mit pH= 7,11
Hinweis auf schwere Organhypoperfusion (Schock)
intestinale Durchblutung kritisch vermindert!
Laktat= 4,7mmol/L
Norm <2,2
stark erhöht → Gewebehypoxie, anaeroben Stoffwechsel
Typisch bei Schock, Sepsis, Darmischämie
SIP - Notfall/Anästhesie 8
Flüssigkeitstherapie
OP Bedarf
normal 2 ml/kg/h
Fieber, kleine OP 4 ml/kg/h
mittlere OP 6-8 ml/kg/h
große OP 10 ml/kg/h
Kardiogener Schock
= Schock durch kritische Verminderung der kardialen Pumpleistung
SIP - Notfall/Anästhesie 9
3️⃣ Zusatzdiagnostik:
EKG: häufig Infarktzeichen
Echo: verminderte Pumpfunktion (EF ↓)
BGA: Laktatazidose
Labor: Troponin, BNP ↑
Kriterien
1. Kreislauffunktionsstörung
a. Systole < 90mmHg
b. Abfall arterieller Mitteldruck um >30mmHg
c. Katecholaminbedarf
d. klinische Zeichen einer Zentralisierung (verl. Rekapzeit, Oligurie)
2. Auschluss eines Volumenmangels
3. Nachweis einer primär kardialen Funktionsstörung
a. reduzierter Auswurf
SIP - Notfall/Anästhesie 10
b. Beeinträchtigung der ventrikulären Füllung
Herzinfarkt
NSTEMI
Rechtsherzinfarkt
Verschluss der RCA → Rechter Ventrikel fällt als Vorlast-Pumpe aus →
rechtes Herz kann Blut nicht mehr effektiv in Lungenkreislauf pumpen
Kreislauf wird vorlastabhängig → Herz braucht Füllungsvolumen um Output
zu generieren!
in dem Fall → Abfall der Vorlast → Abfall des HZV → Hypotonie → Schock!
Nitroglycerin
Venöse Dilatation → Vorlastsenkung
Arterielle Dilatation (in höherer Dosis) → Nachlastsenkung
führt bei Rechtsherzinfarkt zu Vorlastsenkung → Kreislaufzusammenbruch!!
SIP - Notfall/Anästhesie 11
Papillarmuskelabriss
Papillarmuskelruptur → Mitralklappeninsuffizienz (akut massiv!)
Blut strömt systolisch zurück in den linken Vorhof → Volumenbelastung →
sofort Lungenödem und Schock
Typisch: neu aufgetretenes lautes systolisches Geräusch
(holosystolisch) + Lungenödem + Schockzustand
Zeitfenster typisch: 2–5 Tage nach Infarkt (Ischämie-Nekrose-Zerfall)
Ventrikelseptumruptur
Führt zu Links-rechts-Shunt → Volumenüberlastung im rechten Herzen →
Lungenödem entwickelt sich meist langsamer
Geräusch: meist lautes, rauschendes systolisches Geräusch am linken
unteren Sternumrand (parasternal)
SIP - Notfall/Anästhesie 12
Schock kann auch auftreten, aber typischerweise weniger akut "flash-
artig" wie bei Papillarmuskelabriss.
Hirndruck
Therapie:
Mannitol
NaCl 3%
Hypothermie (32-34°C)
Sedierung
kontrollierte Hyperventilation → Senkt pCO2
Oberkörperhochagerung (30°C)
NICHT Kalium-Lösung
M. addison/ Addison-Coma
Narkoseeinleitung
Antidots
Wirkstoff Wirkmechanismus Antidot
Fantanyl Opiat Naloxon
Esmeron (=Rocuronium) nichtdepol. Muskelrelaxans Sugammadex
Midazolam/ Dormicum Benzodiazepin Flumazenil
Nicht antagonisierbar: Sevofluran, Propofol, Succinylcholin
Muskelrelaxation
Cis-Atracurium: Organunabhängiger Abbau (Hofmann-Elemination →
temperatur- und pH-abhängig)
SIP - Notfall/Anästhesie 13
keine Kumulation bei Leber- oder Niereninsuff
gut steuerbar
für Hochrisikopatienten
Narkotika
Etomidat → Myoklonien
Thiopental → um Hirnstoffwechsel runterzuschrauben
Propofol
→ Atemdepression
→ Schmerzen bei Injektion
→ Blutdruckabfall
Ketamin
bewirkt als einziges Hypnotikum einen Anstieg des Blutdrucks durch
Sympathikusaktivierung
gut bei hypovolämen Patienten
schlecht bei KHK Patienten
kombi mit Midazolam oder Popofol um bad trips zu verhindern
bei Status asthmaticus
hilft Bronchospasmus
steigert Sympathikotonus
Analgesie + Sedierung (→ Intubation)
kann Atemantrieb aufrechterhalten!
Rocuronium
nicht depolarisierendes Muskelrelaxans → häufigster Auslöser einer
anaphylaktischen Reaktion (IgE-vermittel)
SIP - Notfall/Anästhesie 14
Anaphylaxie: 3xH → Haut, Hypotonie, Herzrasen
Remifentanyl
→ Atemdepression → Hypoventilation → CO2-Retention → Anstieg paCO2
Succinylcholin
= Acetylcholin-Analogin
→ Deploarisierendes Muskelrelaxans → Bindet an nAChR an motorischer
Endplatte→ Dauerdepolarisation → kurzfristige Muskelkontraktion → dann
schlaffe Lähmung
1. Initiale Faszikulation
massive gleichzeitige Reizung der motorischen Endplatte → viele
Muskelfasern ziehn sich kurz & unkoordiniert zusammen
2. Dauerdepolarisation:
wird nicht so schnell durch Acetylcholinesterase abgebaut → bleibt länger
aktiv → Na+ Kanäle bleiben offen → andauernder Einstrom von Na+ →
anhaltende Depolarisation der Muskelfaser
Nierenversagen
Hämofiltration bei Hyperkaliämie, Metabolische Azidose, BUN > 100
Pulmonalembolie
SIP - Notfall/Anästhesie 15
Status EKG Labor
Akute Dyspnoe Sinustachykardie D-Dimer meist erhöht
Tachykardie RSB BGA: hypoxämie, hypokapnie
Tachypnoe T-negativierung in V1-V3 TropT bei starker RV Belastung
gestaute Halsvenen
Thoraxschmerz Vorhofflimmern
Hypoxämie
Schmerztherapie/ Medikamente
Piritramid
starke analgetische Potenz
längere Wirkdauer als morphin
weniger Übelkeit & Erbrechen als Morphin
keine aktiv toxische Metabolisierung → sicherer bei älteren PatientInnen
= typisches Standardopioid im deutschsprachigen Raum für den
Aufwachraum & die frühe postoperative Phase
Pethidin
Pethidin ist ein Opioid, das speziell
gegen postoperatives Shivering wirksam ist.
Es blockiert kälterezeptive Bahnen im ZNS und reduziert das
unkontrollierte Zittern.
Dosierung: 25 mg i.v. langsam titrieren.
Alternative: Clonidin oder Dexmedetomidin (Alpha-2-Agonisten).
Metamizol (Novalgin)
Analgetische & antipyretische Wirkung → hilft gegen die
postoperativen Schmerzen und kann auch leicht fiebersenkend wirken.
SIP - Notfall/Anästhesie 16
Hat eine gewisse spasmolytische Wirkung, was auch nach
orthopädischen Eingriffen angenehm sein kann.
Dosierung: 500–1000 mg i.v. langsam über 15 min.
Rechnungen
Schock
Wenn bei einem hämorrhagischen Schock der Blutdruck erkennbar vermindert
ist, beträgt der Flüssigkeitsverlust bereits mehr als 1,5 Liter.
Blutverlust = Körpergewicht * 70 * Verlustanteil (0,25)
Stressulcus
SIP - Notfall/Anästhesie 17
Acute Respiratory Distress
Syndroms/ARDS/Akutes Lungenversagen
= Nicht-kardiales Lungenversagen mit akuter hypoxämie aufgrund einer
alveolären Schädigung
SIP - Notfall/Anästhesie 18
Therapie
PEEP hochstellen (~10mbar) → hilft Atelektase zu rekrutieren → bessere
Oxygenierung
Bauchlagerung → verbessert ventilations-perfusions-verhältnisse
regelmäßige BGA Kontrolle, besonders bei jedem Beatmungs- und PEEP
Wechsel!!
Maligne Hyperthermie
= autosomal vererbte Mutation des Ryanodinrezeptors → funktionelle
Veränderung von Ca2+ Kanälen im sarkoplasmatischen Retikulum
Eindeutige Triggersubstanzen
Succinylcholin
Volatile Anästhetika
Desfluran, Sevofluran, Isofluran
SIP - Notfall/Anästhesie 19
Verbrennung
Komplikationen
Elektrolytverlust
Kapillarleckage → Verlust von Plasma, Wasser und Elektrolyten ins
Interstitium
Verbrennungswärme schädigt Zellen direkt → Zellnekrose →
Freisetzung von Entzündungsmediatoren (Histamin, Bradykinin,
Zytokine, Prostaglandine) → Vasodilatation + Erhöhung der
SIP - Notfall/Anästhesie 20
Kapillardurchlässigkeit → = Kapillarleackage → so treten
Plasmabestandteile, Wasser & Elektrolyte ins Interstitium
besonders betroffen sind Na+, K+ und Ca2+
Therapie: Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich → ausschließlich
Kristalloide in den ersten Stunden
Erhöhter Hämatokrit
durch Plasmaverlust
= Zeichen des Flüssigkeitsverlusts & intravasalen Volumenmangels
Infektionen
Barriereverlust der Haut verloren
Vergiftung
SIP - Notfall/Anästhesie 21
Äthylenglykol
in Frostschutzmittel
Symptomatik
ZNS → Kardiopulmonal → Nierenschädigung
Labor
Metabolische Azidose mit Anionenlücke
Osmolalitätslücke erhöht
Calcium-Oxalat-Kristalle im Harn (Abbauprodukt Oxalsäure)
Niereninsuff → Kristalle schädigen Nierentubuli
Diagnostik → Harnsediment
SIP - Notfall/Anästhesie 22
Therapie → Hämodialyse
Trizyklische AD
QT-Verlängerung
Organisches Phosphat
→ Insektenschutzmittel, Hemmt Acetylcholinesterase → Parasympatische
Symptomatik!
Urämie
= Intoxikation durch Ansammlung harnpflichtiger Substanzen (Harnstoff,
Kreatinin, beta 2 Mikroglobulin, Parathormon)
Juckreiz
Brechen
Ödeme
Symptome: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerz,
Zeichen: Urämischer Foetor, Hautflecken (Café-au-lait-Farbe), Pruritus
Elektrolyte: Kalium & Phosphat erhöht durch verminderte renale Ausscheidung,
Calcium erhöht (durch Calcitrol-Mangel), (Hyponatriämie)
Vorhofflimmern
→ transösophageales Echo zum Ausschluss intrakardialer Thromben voor
Kardioversion
→ elektrische Kardioversion oder Metoprolol zur Frequenzsenkung
→ Antikoagulation!
SIP - Notfall/Anästhesie 23
🌶️ Instabil + VHF → elektr. Kardioversion, keine Medikamente
Merken
Kontinuierliche Hämofiltration → Konvektion (=Solvent drag)
Cortison → Lymphozytenanstieg
Harnmenge → 1ml/kgKG/h
SIP - Notfall/Anästhesie 24
Atemfrequenz >20/min oder paCO2 <32 mmHg
Leukozytenzahl >12 000/mm³ oder <4000/mm³
SIP - Notfall/Anästhesie 25
Brustschmerz + Ausstrahlung in Arm/ Unterkiefer → Myokardinfarkt
Herzstolpern → Vorhofflattern
Pneumonie
nosokomial hospital acquired→ Pseudomonas
ambulant erworben → Strep. pneumoniae
Erhöhter Hirndruck
Anisokorie
Bradykardie
Erbrechen
Krampfanfall
Bewusstseinseintrübung
bilaterale spastische Tonuserhöhung + postivie Pyramidenbahnzeichen
SIP - Notfall/Anästhesie 26
Ernährung Intensivpat → 20-25 kcal/kgKG/TAG
SIP - Notfall/Anästhesie 27
Falsche Fragen
SIP - Notfall/Anästhesie 28