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AMDP

Das AMDP-System ist ein Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde, das eine umfassende und deskriptive Erfassung psychopathologischer Symptome ermöglicht. Die 10. korrigierte Auflage enthält sprachliche und definitorische Verfeinerungen sowie Anpassungen an internationale Bezeichnungen, ohne die zentralen Merkmale zu verändern. Es dient als wichtiges Werkzeug für die Ausbildung und klinische Praxis in der Psychiatrie.

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Das AMDP-System ist ein Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde, das eine umfassende und deskriptive Erfassung psychopathologischer Symptome ermöglicht. Die 10. korrigierte Auflage enthält sprachliche und definitorische Verfeinerungen sowie Anpassungen an internationale Bezeichnungen, ohne die zentralen Merkmale zu verändern. Es dient als wichtiges Werkzeug für die Ausbildung und klinische Praxis in der Psychiatrie.

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Das AMDP-System

Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Arbeitsgemeinschaft Manual zur Dokumentation


für Methodik und
Dokumentation in der
psychiatrischer Befunde
Psychiatrie (AMDP)
10., korrigierte Auflage
(Hrsg.)
Das AMDP-System
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form vervielfältigt und an Dritte weitergegeben werden.
Aus Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) (Hrsg.):
Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

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Arbeitsgemeinschaft für Methodik und
Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP)
(Hrsg.)

Das AMDP-System
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Manual zur Dokumentation


psychiatrischer Befunde

10., korrigierte Auflage

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Aus Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) (Hrsg.):
Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Prof. Dr. med. Wolfgang Trabert Prof. Dr. med. Michael Rösler
Klinikum Emden Universitätskliniken des Saarlandes
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie Institut für Gerichtliche Psychologie und
und Psychosomatik Psychiatrie
Bolardusstraße 20 Kirrberger Straße
26721 Emden 66421 Homburg/Saar
E-Mail: [Link]@[Link] E-Mail: [Link]@[Link]

Zu diesem Manual ist außerdem der AMDP-Befundbogen (Bestellnr.: 01 199 11) lieferbar.
Zu beziehen ist dieser Bogen über [Link]

Zu diesem Manual ist außerdem ein Interviewleitfaden lieferbar: Fähndrich, E. & Stieglitz,
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R.-D. (2016). Leitfaden zur Erfassung des psychopathologischen Befundes. Halbstruktu-


riertes Interview anhand des AMDP-Systems (4., überarbeitete und erweiterte Auflage).
Göttingen: Hogrefe.

Zu diesem Manual ist außerdem folgender Titel lieferbar: Stieglitz, R.-D., Haug, A., Kis, B.,
Kleinschmidt, S. & Thiel, A. (Hrsg.). (2018). Praxisbuch AMDP. Psychopathologische Be-
funderhebung – Grundlagen und Anwendungsbeispiele. Göttingen: Hogrefe.

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Format: PDF

10. korrigierte Auflage 2018


© 1995, 1997, 2000, 2007, 2016 und 2018 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2885-7; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2885-8)
ISBN 978-3-8017-2885-4
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Vorwort zur 9. Auflage
Das Erscheinen der 9. überarbeiteten und ergänzten Auflage des
AMDP-Systems fällt zusammen mit dem 50. Gründungsjubiläum
der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der
Psychiatrie (AMDP). In der Psychiatrie und insbesondere auch in
der Anwendung psychopathologischen Erfahrungswissens haben
sich seit 1965 gravierende Veränderungen ergeben. Ursprünglich
wurde das AMDP-System von einer deutsch-schwei­zerischen Ar-
beitsgruppe als psychopathologisches Dokumentationssystem ent-
wickelt, um psychopathologische Veränderungen unter medika-
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mentöser Behandlung reliabel und valide zu beschreiben.

Die vor 50 Jahren noch stürmische Entwicklung im Bereich der


Psychopharmakologie hat einerseits mittlerweile ihre Dynamik
verloren, und es wurden andererseits zunehmend spezialisierte
Skalen zur Erfassung einzelner abgegrenzter psychischer Stö-
rungen entwickelt. Die Vorteile dieser Spezialskalen sind unbe-
stritten, allerdings haben sie auch ihren Preis: nämlich den Ver-
lust einer umfassenden psychopathologischen Befunderhebung
und damit das mögliche Übersehen von Symptomen, die viel-
leicht nicht „auf dem Silbertablett“ präsentiert werden.

Das AMDP-System verfolgt demgegenüber einen sehr weiten


deskriptiven psychopathologischen Ansatz, damit bei der Be-
funderhebung keine wesentlichen Symptombereiche ausgespart
bleiben. Deswegen spielt das AMDP-System heute auch eine
zentrale Rolle bei der Vermittlung und dem Erwerb von psycho-
pathologischem Grundwissen. Schon während des Studiums,
wenn Studenten der Medizin und Psychologie erstmals profes-
sionell mit psychischen Leiden konfrontiert werden und dieses
in einer verständlichen und nachvollziehbaren Sprache beschrei-
ben sollen, kommen sie in Kontakt mit dem AMDP-System.
Während der gesamten klinischen Weiterbildungszeit - und auch
danach - behält das AMDP-System seinen wichtigen Stellenwert
als Grundlage der Darstellung psychopathologischer Befunde in
Krankengeschichten und Arztbriefen. Aus gutem Grund wird
daher mittlerweile in fast allen Lehrbüchern der Psychiatrie und
Psychotherapie auf die Begrifflichkeit des AMDP-Systems Bezug
genommen.

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In der aktuellen Überarbeitung wurden die 100 psychischen und
40 somatischen Kernsymptome sprachlich und definitorisch ver-
feinert. Neu aufgenommen wurde im Anhang ein Kapitel zur Syn-
drombildung. Der zentrale Bestand der Einzelsymptome blieb
wie schon bei den früheren Auflagen unangetastet, damit verglei-
chende Untersuchungen und die Verwendung der etablierten Syn-
dromskalen weiterhin möglich sind. Um den Entwicklungen der
letzten Jahre bei der Beschreibung und Ordnung psychopatho-
logischer Merkmale gerecht zu werden, wurde das System um
11 psychopathologische und drei somatische Zusatzmerkmale
ergänzt. Diese Symptome können bei Bedarf zusätzlich zum klas-
sischen Merkmalsbestand eingesetzt werden.
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Auch äußerlich hat sich die 9. Auflage des AMDP-Manuals ge-


genüber früher verändert: Umschlag, Bindung, Papierqualität
und Farbgestaltung des Manuals wurden in ansprechender Weise
verbessert. Hierfür ist dem Hogrefe-Verlag in besonderer Weise
zu danken, der seit vielen Jahren das Buch in seinem Programm
führt.

M. Rösler, R.-D. Stieglitz und W. Trabert

Vorwort zur 10. Auflage


Die 9. Auflage hat seit ihrem Erscheinen 2016 große Akzeptanz
gefunden, sodass nun bereits die 10., korrigierte Auflage auf den
Markt kommen kann. In dieser 10. Auflage wurden lediglich sti-
listische Unklarheiten und orthografische Fehler korrigiert. Zudem
wurden im Anhang B die französisch- und englischsprachigen
Bezeichnungen der AMDP-Merkmale an die bereits erschienene
englische sowie an die in Vorbereitung befindliche französische
Ausgabe des AMDP-Systems angepasst. Inhaltlich wurden keine
Veränderungen bei den Merkmalen vorgenommen, sodass auch
die 9. Auflage weiterhin benutzt werden kann.

 M. Rösler, R.-D. Stieglitz und W. Trabert

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Inhalt

Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
AMP-Gründer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
AMDP-System-Vorsitzende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
AMDP e. V.-Vorsitzende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
AMDP-Revisionsgruppe (9. Auflage) . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

1 Allgemeine Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13


1.1 Allgemeine Struktur des AMDP-­Systems . . . . . . . 13
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1.2 Darstellung der Einzelmerkmale im Manual . . . . . 14


1.3 Anwendungsvoraussetzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.3.1 Allgemeine Voraussetzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
1.3.2 AMDP-Trainingsseminare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.4 Abbildungsgrundlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.4.1 Allgemein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1.4.2 Beurteilungsgrundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
1.4.3 Beurteilungszeitraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
1.4.4 Dokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.5 Die formale Logik der Entscheidung . . . . . . . . . . . 20
1.5.1 Entscheidungsebene 1: Beurteilbarkeit bzw.
Untersuchbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1.5.2 Entscheidungsebene 2: Entscheidungssicherheit
über Vorhandensein oder Nichtvorhandensein . . . . 21
1.5.3 Entscheidungsebene 3: Vorhandensein . . . . . . . . . . 22
1.5.4 Entscheidungsebene 4: Quantifizierung . . . . . . . . . 23
1.6 Datenverarbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
1.7 AMDP-Anamnese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

2 Psychischer Befund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28


2.1 Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
2.2 Bewusstseinsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
2.3 Orientierungsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
2.4 Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen . . . . . 36
2.5 Formale Denkstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
2.6 Befürchtungen und Zwänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
2.7 Wahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
2.8 Sinnestäuschungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
2.9 Ich-Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79

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2.10 Störungen der Affektivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
2.11 Antriebs- und psychomotorische Störungen . . . . . . 102
2.12 Circadiane Besonderheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
2.13 Andere Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
2.14 Zusatzmerkmale des Psychischen Befundes . . . . . . 121

3 Somatischer Befund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135


3.1 Schlaf- und Vigilanzstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . 135
3.2 Appetenzstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
3.3 Gastrointestinale Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
3.4 Kardio-respiratorische Störungen . . . . . . . . . . . . . . 146
3.5 Andere vegetative Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
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3.6 Weitere Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152


3.7 Neurologische Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
3.8 Zusatzmerkmale des Somatischen Befundes . . . . . 165

Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169

Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173
Anhang A: Befundbogen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
Anhang B: Deutsch-, englisch- und französischsprachige
Bezeichnung der AMDP-Merkmale . . . . . . . . . 179
Anhang C: AMDP-Syndrome . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188

Sachverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195

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Einleitung

Die Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in


der Psychiatrie (AMDP) wurde 1965 aus der Verbindung einer
deutschen (Bente, Engelmeier, Heinrich, Hippius, Schmitt) und
einer schweizerischen Arbeitsgruppe (Angst, Battegay, Cornu,
Dick, Heimann, Pöldinger, Schmidlin, Weis) zunächst unter der
Abkürzung AMP gegründet. Kurz darauf schloss sich die Wie-
ner Klinik (Berner) an. In den folgenden Jahren wurde von den
AMP-Mitarbeitern das System für die Dokumentation der psy-
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chiatrischen Anamnese sowie des psychopathologischen und so-


matischen Befundes auf Markierungsleserbelegen entwickelt.
Dieses System machte ein großes, einheitlich dokumentiertes
Erfahrungsgut aus verschiedenen psychiatrischen Zentren und
Ländern vergleichbar, nicht zuletzt, indem es eine unmittelbare
elektronische Datenverarbeitung ermöglichte (siehe Kapitel 1.6).
Das AMDP-System, wie es seit 1979 heißt, diente damit der in-
ternationalen Vereinheitlichung psychiatrischer Diagnostik und
Forschung. Die AMP- bzw. AMDP-Manuale wurden daher auch
in viele Sprachen übersetzt (z. B. englisch, französisch, italie-
nisch; vgl. im Überblick auch Bobon et al., 1983).
Aufgabe des vorliegenden Manuals ist es, die Vereinbarungen,
Definitionen und Kommentare zum AMDP-System zusammen-
zufassen und damit den Anfängern eine Einführung, den Erfah-
renen ein Nachschlagewerk zu geben, das die einheitliche An-
wendung des Systems gestattet.
Das AMDP-System umfasst in der jetzt vorliegenden Auflage
folgende, auf einem vierseitigen Bogen enthaltene Dokumenta-
tionsbelege:
–– Anamnese,
–– Psychischer und
–– Somatischer Befund.

Der Merkmalsbestand des Psychischen und Somatischen Befun-


des wurde auf Grund empirischer Analysen der dokumentierten
Befunde von mehr als 2.500 Patienten (vgl. Baumann & Stieg-
litz, 1983) gewonnen. Bei den Erkrankungen handelte es sich

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in der Mehrzahl um früher als endogene Psychosen bezeichnete
Störungen (vor allem Schizophrenie, schizoaffektive Psychose,
affektive Psychosen).

Mehrere unabhängige Interrater-Reliabilitätsstudien und die Kri-


terien Häufigkeit, Spezifität, Verlaufsempfindlichkeit, Reliabili-
tät und klinische Bedeutung trugen zur Merkmalsauswahl bei.
Die psychopathologischen Symptomdefinitionen bauen auf der
traditionellen deskriptiven deutschsprachigen Psychopathologie
auf.

In der AMDP (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Doku-


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

mentation in der Psychiatrie) hat seit 1965 eine große Zahl von
Kollegen mit unterschiedlicher Intensität und für kürzere oder
längere Zeit mitgewirkt. Im Folgenden werden jene Kolleginnen
und Kollegen genannt, die an der Entwicklung des Systems und
insbesondere der vorliegenden Fassung Anteil hatten.

AMP-Gründer
J. Angst, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
R. Battegay, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätspoliklinik
Basel
D. Bente, Prof. Dr., Abt. für Psychophysiologie der FU Berlin
F. Cornu, Prof. Dr., Psychiatrische Privatklinik WYSS AG,
Münchenbuchsee, Bern
P. Dick, Dr., Psychiatrische Universitätsklinik Chêne-Bourg,
Genf
M. P. Engelmeier, Prof. Dr., Psychiatrische Klinik/Städt.
Krankenanstalten Essen
H. Heimann, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätsklinik
Tübingen
K. Heinrich, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätsklinik
Düsseldorf
H. Helmchen, Prof. Dr., Psychiatrische Klinik und Poliklinik
der FU Berlin

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H. Hippius, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätsklinik
München
W. Pöldinger, Prof. Dr., Psychiatrische Universitätsklinik Basel
P. Schmidlin, Dr., CIBA-GEIGY Basel
W. Schmitt, Prof. Dr., Sozialpsychiatrische Klinik Sonnenberg,
Saarbrücken
P. Weis, Dr., CIBA-GEIGY Basel

AMDP-System-Vorsitzende
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H. Heimann (Tübingen) 1970–1972


P. Berner (Wien) 1972–1974
H. Helmchen (Berlin) 1974–1978
U. Baumann (Kiel) 1979–1983
B. Woggon (Zürich) 1984–1989
R.-D. Stieglitz (Freiburg) 1990–1998
W. Trabert (Emden) seit 1998

AMDP e. V.-Vorsitzende
E. Fähndrich (Berlin) 1989–1992
H.-J. Möller (München) 1992–2000
W. Maier (Bonn) 2000–2003
H.-J. Freyberger (Greifswald/Stralsund) 2003–2006
R.-D. Stieglitz (Basel) 2006–2012
M. Rösler (Homburg) seit 2012

AMDP-Revisionsgruppe (9. Auflage)


Vorsitz: Wolfgang Trabert (Emden)
Bernd Ahrens (Lübeck/Berlin)
Matthias Albers (Köln)
Stefan Borgwardt (Basel)
Ronald Bottlender (Lüdenscheid)
Andreas Broocks (Schwerin)

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Dieter Caspari (St. Wendel)
Thomas Dietzfelbinger (München)
Erdmann Fähndrich (Berlin)
Harald J. Freyberger (Stralsund/Greifswald)
Claudia Haslacher-Steck (Konstanz)
Achim Haug (Zürich)
Paul Hoff (Zürich)
Silke Kleinschmidt (Malente)
Hans-Jürgen Luderer (Heilbronn)
Patricia Perkmann (Berlin)
Martin Preisig (Lausanne)
Friedel Reischies (Berlin)
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Wolfgang Retz (Mainz)


Michael Rösler (Homburg/Saar)
Carsten Spitzer (Göttingen)
Rainer T. Schaub (Weinsberg)
Rolf-Dieter Stieglitz (Basel)
Andreas Thiel (Rotenburg/Wümme)
Johannes Thome (Rostock)

Schlussredaktion:
Achim Haug (Zürich)
Michael Rösler (Homburg/Saar)
Carsten Spitzer (Göttingen)
Rolf-Dieter Stieglitz (Basel)
Wolfgang Trabert (Emden)

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1 Allgemeine Einführung
1.1 Allgemeine Struktur
des AMDP-­Systems
Das AMDP-System umfasst den Dokumentationsbogen zum Psy-
chischen und Somatischen Befund sowie zur Anamnese. Eine Er-
gänzung des AMDP-Systems um andere Skalen im Sinne eines
„Modul-Systems“ steht auch zur Verfügung (Freyberger & Möl-
ler, 2003). Dadurch ist es möglich, zusätzliche Symptomberei-
che (z. B. Dissoziative Symptome) zu erfassen bzw. einzelne
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schon im AMDP-System vorhandene Bereiche noch differenzier-


ter abzubilden (z. B. depressive Störungen, Zwangsstörungen,
Negativsymptomatik).

Das Kernstück des AMDP-Systems stellen der „Psychische Be-


fund“ und der „Somatische Befund“ dar, die aus Gründen der
praktischen Handhabbarkeit zusammen mit der Anamnese auf
einem vierseitigen Dokumentationsbogen zusammengefasst sind,
jedoch auch unabhängig voneinander verwendet werden können.
Für die Erfassung auch des somatischen Befundes sprechen fol-
gende Gründe:
–– Zur Berechnung der sog. AMDP-Syndrome (Gebhardt et al.,
1983; vgl. Anhang C) sind auch einige somatische Symptome
notwendig (z. B. vegetatives Syndrom, depressives Syndrom),
–– im somatischen Befund sind einige auch für die klassifikato-
rische Diagnostik nach ICD relevante Symptome enthalten
(z. B. depressive Episode, somatisches Syndrom),
–– der somatische Befund wird in vielen psychopharmakologi-
schen Studien als sog. Nebenwirkungsskala eingesetzt und
kann auch im Einzelfall diese Funktion übernehmen.

Die abgeschlossene 9. Revision hat sich vor allem auf den Psy-
chischen Befund konzentriert. Der Somatische Befund, dessen
Erfassung meist auch eher unproblematisch ist, wurde nur un-
wesentlich überarbeitet und auf Fehler durchgesehen. Der un-
verändert beibehaltene bei der letzten Auflage verkürzte Anam-
nesebogen soll den Systemcharakter von AMDP unterstreichen
(vgl. auch Baumann & Stieglitz, 1983).

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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Im Kopfteil des Psychischen und Somatischen Befundes können
unter „Angaben zur Person“ folgende Angaben gemacht werden
–– Patient
–– Untersucher
–– Untersuchungsdatum (TT,MM,JJJJ)
–– Alter (in Jahren)
–– Geburtsdatum (TT,MM,JJJJ)
–– Geschlecht (m: männlich, w: weiblich)
–– Beurteilungszeitraum (in Tagen)
–– Diagnose(n)

Das AMDP-System ist in viele Sprachen übersetzt worden (vgl.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

auch Bobon et al., 1983), im Anhang befinden sich die englischen


und französischen Merkmalsbezeichnungen (vgl. Seite 179). Sie
können u. a. dazu dienen, bei fremdsprachigen Publikationen ein-
heitlich die entsprechenden Begriffe zu verwenden. Als letzte
fremdsprachige Version ist die italienische erschienen. Parallel
zu dieser Auflage wird eine korrespondierende englische Version
erscheinen.

1.2 Darstellung der Einzelmerkmale


im Manual
Zur Vereinheitlichung der Darstellung wurden alle Symptome
nach der folgenden Struktur geordnet (vgl. im Detail Kapitel 2):
–– Definition,
–– Erläuterungen und Beispiele,
–– Hinweise zur Graduierung,
–– abzugrenzende Merkmale.

1.3 Anwendungsvoraussetzungen
1.3.1 Allgemeine Voraussetzungen

Vertrautheit mit dem AMDP-System ist eine Voraussetzung für


seine angemessene Anwendung und für die Zuverlässigkeit der
dokumentierten Daten. Es wird deshalb empfohlen, vor einer
selbstständigen Arbeit mit dem AMDP-System Trainings mit

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AMDP-erfahrenen Kollegen durchzuführen. Zudem werden von
AMDP-Trainern und -Trainerinnen Trainingsseminare angebo-
ten (vgl. Abschnitt 1.3.2).

Vor einer Routineanwendung des AMDP-Systems sollten meh-


rere durch Erfahrene supervidierte Interviews mit anschließen-
der Befunddokumentation des Psychischen (ggf. auch Somati-
schen) Befundes durchgeführt werden. Dabei ist darauf zu
achten, dass das Interview den Merkmalsbestand der jeweils
verwendeten AMDP-Belege abdeckt. Sehr bewährt hat sich bei
der Befunderhebung der „Leitfaden zur Erfassung des psycho-
pathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand
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des AMDP-Systems“ (Fähndrich & Stieglitz, 2016). Dieser bie-


tet Hilfestellung bei der Exploration des psychopathologischen
Befundes.

Die Trainings können mithilfe von Videoaufzeichnungen oder


als Live-Interviews durchgeführt werden. Beide Verfahren haben
Vor- und Nachteile. Für das Üben der Interviewtechnik und ins-
besondere für die Beurteilung affektiver Symptome haben Live-
Interviews Vorteile, da sie oft lebendiger wirken und die Mög-
lichkeit für alle Teilnehmer besteht, ergänzende Fragen zu stellen.
Geht es mehr um das Einüben einer einheitlicheren Beurteilung,
sind Videoaufzeichnungen nützlich, die man wiederholt oder auch
in verschiedenen Gruppen bearbeiten kann. Durch die AMDP-
Trainings lässt sich die Interrater-Reliabilität deutlich verbes-
sern. Dies ist sowohl für die Anwendung in der Forschung sowie
Praxis von großer Relevanz.

Der Zeitaufwand für die Befunderhebung nach AMDP entspricht


dem einer üblichen, mit Sorgfalt durchgeführten psychiatrischen
Exploration, also mindestens 30 Minuten, beim Erstinterview
meist 45 bis 60 Minuten. Dagegen dauert die Dokumentation bei
guter Kenntnis des Manuals nur wenige Minuten.

Es empfiehlt sich, nicht nur für den AMDP-Anfänger, das Ma-


nual bei der Dokumentation zu benutzen. Gerade psychopatho-
logisch erfahrene Kollegen haben oft Mühe, die präzisen AMDP-
Definitionen zu verwenden. Nur bei genauer Beachtung der im
Manual festgehaltenen Merkmalsdefinitionen lässt sich eine gute
Interrater-Reliabilität erreichen.

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1.3.2 AMDP-Trainingsseminare

Zum Erlernen des Systems hat sich der Besuch mindestens


eines von AMDP angebotenen Trainingsseminars durch ausge-
bildete AMDP-Trainer bewährt. Diese Seminare werden kon-
tinuierlich im deutsch- und französischsprachigen Raum ange-
boten.

Vor Teilnahme an einem Seminar empfiehlt es sich, das Manual


durchzuarbeiten. Der zeitliche Umfang und die Inhalte der Se-
minare richten sich nach den Vorkenntnissen der Teilnehmer.
Alle Seminare legen den Fokus auf die praktische Arbeit mit dem
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

System. Anhand von videodokumentierten Patienten oder Live-


Interviews mit Patienten wird die Befunderhebung demonstriert.
Nach der Dokumentation der Befunde durch die Teilnehmer wer-
den die Symptome ausführlich diskutiert. Theorieblöcke in den
Seminaren beschäftigen sich vor allem mit der Einführung in das
System sowie der Gesprächsführung. Einführungsseminare für
bisher wenig mit dem System vertraute Teilnehmer umfassen 1
bis 1,5 Tage. „Auffrischungsseminare“ können nach Rückspra-
che mit den Trainern hinsichtlich Dauer und Inhalten konzipiert
werden. Aktuelle Informationen über Trainingsseminare finden
sich auf der Homepage unter [Link].

1.4 Abbildungsgrundlage
1.4.1 Allgemein

Für die Beurteilung des jeweiligen Merkmals sind alle zur Ver-
fügung stehenden objektiven (bei der Untersuchung, im Gespräch
und aus der Verhaltensbeobachtung durch Arzt, Pflegepersonal,
Angehörige u. a. gewonnenen) und subjektiven (vom Patienten
selbst berichteten) Informationen heranzuziehen. Die Erfassung
der Symptome soll deskriptiv erfolgen, die vermuteten Ursachen
(z. B. Stress bei der Arbeit) oder schon bekannte bzw. vermutete
Diagnosen sollen dabei keine Rolle spielen. Aus einer Verdachts-
diagnose dürfen keine Rückschlüsse auf das Vorhandensein oder
Nichtvorhandensein von Merkmalen gezogen werden.

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Ein großes Problem beim Urteilsprozess stellt die Frage des
Einflusses der Medikation auf die Bewertung der psychopatho-
logischen Symptome dar. Da das AMDP-System eine deskrip-
tive Beschreibung der Symptomatik anstrebt, sollte der vermu-
tete Einfluss auch hier nicht in die Bewertung eingehen. Erst
bei der späteren Interpretation gilt es, dies ggf. zu berücksich-
tigen.

1.4.2 Beurteilungsgrundlagen

Das AMDP-System gehört zur Gruppe der Fremdbeurteilungs-


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verfahren. Datenquellen für die Beurteilung von Erleben und


Verhalten sind einerseits Aussagen der Patienten selbst, anderer-
seits Beobachtungen durch den Untersucher oder andere Perso-
nen (z. B. Angehörige, Pflegepersonal). Da dies in der praktischen
Arbeit von großer Bedeutung ist, wurde(n) für jedes Symptom
die Datenquelle(n) festgelegt.

Die Bezeichnung S (= Selbst) kennzeichnet die Datenquelle Pa-


tient und bedeutet, dass der Patient zum zu beurteilenden Sach-
verhalt selbst etwas sagen muss. Die Bezeichnung F (= Fremd)
kennzeichnet die anderen Datenquellen (Interviewer und andere)
und bedeutet damit, dass allein die Beobachtung durch andere
relevant ist.

Zusätzlich gibt es die Einstufung SF, die besagt, dass beide Da-
tenquellen (der Bericht des Patienten oder die Beobachtung des
Untersuchers bzw. anderer Personen) zur Einschätzung des Sym-
ptoms relevant sind, d. h. die Information aus einer Datenquelle
reicht aus, um zu einer positiven Einschätzung des jeweiligen
Merkmals zu gelangen.

S (= Selbst)

Selbstaussage, -bericht, -schilderung eines Patienten zu einem


bestimmten Sachverhalt ist notwendig, sei es, dass der Pati-
ent darüber spontan berichtet oder vom Interviewer dazu be-
fragt werden muss.

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F (= Fremd)

Fremdbeobachtung des Sachverhalts durch den Interviewer


(oder andere Personen) ist notwendig, je nach Symptom be-
zieht sich dies auf die sprachlichen Äußerungen oder das Ver-
halten des Patienten.

Beispiele für S- oder F-Einstufungen

–– Symptom 15 „gehemmt“ (= S): Der Patient muss über die


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Behinderung seines Denkablaufs berichten.


–– Symptom 62 „Störung der Vitalgefühle“ (= S):
–– Der Patient muss über das von ihm erlebte Gefühl der kör-
perlichen Trägheit, Schlappheit berichten.
–– Symptom 22 „ideenflüchtig“ (F): Das Auftreten vermehrter
Einfälle wird dem Untersucher aus den sprachlichen Äuße-
rungen des Patienten deutlich.
–– Symptom 26 „Neologismen“ (F): Wortneubildungen oder
semantisch ungewöhnlicher Gebrauch von Worten, was bei-
des im Gespräch auffällt.

Entsprechend dem Wunsch von vielen Anwendern wurden diese


Kategorisierungen nach der Datenquelle der Symptome nicht
nur in das Manual aufgenommen, sondern zusätzlich auf dem
Dokumentationsbogen aufgeführt, um sich schnell orientieren
zu können.

Beispiele für SF-Einstufungen

–– Symptom 24 „gesperrt/Gedankenabreißen“ (SF): Der Pati-


ent berichtet darüber, dass er wiederholt gemerkt habe, dass
seine Gedanken plötzlich abreißen (S-Anteil) bzw. der Un-
tersucher beobachtet auch im Gespräch die Sperrung des
Gedankenganges (F-Anteil).
–– Symptom 80 „antriebsarm“ (SF): Der Patient berichtet
über weniger Schwung, Elan (S-Anteil) oder der Intervie-
wer beobachtet dies in der Interviewsituation bzw. erhält
zuverlässige Informationen z.B. vom Pflegepersonal (F-An-
teil)

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Es soll noch einmal auf folgenden Punkt explizit hingewiesen
werden: Die S-, F- bzw. SF-Kennzeichnungen beziehen sich le-
diglich auf die Datenquellen. Da es sich beim AMDP-System
um ein Fremdbeurteilungsverfahren handelt, liegt letztlich die
Bewertung und Gewichtung der zur Verfügung stehenden Infor-
mationen immer beim Beurteiler (Rater). So wäre z. B. bei rei-
nen S-Items die Plausibilität der Berichte des Patienten in das
Rating einzubeziehen. Die alleinige Ja-Antwort z. B. auf die
Frage nach Stimmenhören reicht nicht aus, sondern der Patient
soll sein Erleben zusätzlich durch plausible Beispiele und diffe-
renzierte Beschreibungen erläutern. Beispiele, wie Informatio-
nen genau zu erheben sind, finden sich im Interviewleitfaden
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

(Fähndrich & Stieglitz, 2016).

1.4.3 Beurteilungszeitraum

Der Psychische und Somatische Befund stellt den Querschnitts-


befund einer bestimmten, vorher festgelegten Beurteilungsperi-
ode dar. Die Dauer dieser Periode muss jeweils im Kopfteil des
Bogens bei „Beurteilungszeitraum“ in Tagen festgehalten wer-
den.

Die gewählte Dauer ist weitgehend von der Zielsetzung der Be-
funderhebung abhängig. Der Beurteilungszeitraum kann auch
beim gleichen Patienten unterschiedlich sein, z. B. bei der Do-
kumentation des Aufnahmebefundes und der Einbeziehung ana-
mnestischer Angaben die letzten 2 Wochen, bei Dokumentation
eines Kontrollbefundes im Verlauf einer Therapieprüfung nur
der Zeitraum bis zur vorangegangenen Untersuchung. Für Do-
kumentationen ohne spezifische Zielsetzungen wird empfohlen,
den Beurteilungszeitraum auf die letzten 3 bis 4 Tage zu be-
schränken, um den aktuellen Status zu erfassen. Will man einen
Vergleich mit anderen Beurteilungsskalen (Selbst- und Fremd-
beurteilungsverfahren), so bietet sich ein Beurteilungszeitraum
von 7 Tagen an, da dieser den meisten anderen Skalen zu Grunde
liegt (z. B. Symptom-Check-Liste SCL-90-R). Will man aber mit
der Befunderhebung auch eine Diagnose stellen, so sind die ent-
sprechenden Zeitkriterien des jeweiligen Klassifikationssystems
zu verwenden (z. B. Depressive Episode nach ICD-10: 14 Tage;
Manische Episode: 7 Tage; Schizophrenie: 4 Wochen).

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1.4.4 Dokumentation

Es ist systematisch zu jedem Merkmal Stellung zu nehmen. Dies


soll durch eine Kodierung bei jedem Merkmal belegt werden.
Besteht ausreichende Sicherheit, dass im ganzen Merkmalsbe-
reich zu jedem Merkmal die Kodierung „nicht vorhanden“ rich-
tig ist, kann die neben dem Merkmalsbereich aufgeführte Mar-
kierung „nicht vorhanden“ genutzt werden. Es wird empfohlen,
mit dieser Globalmarkierung eines Merkmalsbereichs vorsich-
tig umzugehen, da die Gefahr besteht, eine vorhandene Symp-
tomatik zu übersehen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

1.5 Die formale Logik der Entscheidung


Der formale Prozess der Entscheidung kann in einem logischen
Modell mit dem sog. Entscheidungsbaum dargestellt werden
(siehe Abbildung 1). Dieser enthält vier Entscheidungsebenen.

Wichtig

Der Entscheidungsbaum muss bei jedem Symptom „durch-


laufen“ werden, d. h. vor jeder Markierung auf dem Doku-
mentationsbogen muss geprüft werden, auf welcher Ebene
man sich befindet.

1.5.1 Entscheidungsebene 1:
Beurteilbarkeit bzw. Untersuchbarkeit

Fehlende Beurteilbarkeit liegt vor, wenn der Patient sich trotz


gezielten Bemühens bezüglich eines bestimmten Merkmals nicht
untersuchen lässt. Es wird dann „keine Aussage“ kodiert.

Beispiel

Ein mutistischer Patient kann hinsichtlich des Vorliegens von


Orientierungsstörungen, Aufmerksamkeits-, Gedächtnisstörun-
gen, formaler Denkstörungen und einer Reihe anderer psycho-
pathologischer Symptome nicht beurteilt werden.

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Merkmal
Merkmal
nicht ⎫
1. Beurteilbarkeit beurteilbar unter- ⎪
suchbar ⎪ keine
⎬ Aussage


2. Entscheidungs- sicher fraglich ⎭
sicherheit über das
Vorhandensein oder
Nicht-Vorhandensein
3. Vorhandensein vorhanden nicht
vorhanden
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

4. Quantifizierung leicht mittel schwer

Abbildung 1:
AMDP-Entscheidungsbaum

Wichtig:
Wichtig:
1.5.2 Entscheidungsebene 2:
Entscheidungssicherheit
Der Entscheidungsbaum über
muss bei jedem Symptom „durch-
Vorhandensein oder Nichtvorhandensein
laufen“ werden, d. h. vor jeder Markierung auf dem Doku-
mentationsbogen muss geprüft werden, auf welcher Ebene
man
man
Die sich befindet.
sich
Aussagebefindet.
über das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein
eines Merkmals kann sicher oder nur unsicher (fraglich) mög-
lich sein. Ist die Aussage nur unsicher möglich, das Merkmal
also nur fraglich vorhanden oder auch fraglich nicht vorhanden,
1.5.1ebenfalls
wird Entscheidungsebene 1:
„keine Aussage“ kodiert.
Beurteilbarkeit bzw. Untersuchbarkeit

Fehlende Beurteilbarkeit liegt Beispiel


vor, wenn der Patient sich trotz
gezielten Bemühens bezüglich eines
Mangelnde Kooperation eines Patienten bestimmten
kann Merkmals nicht
die Entschei-
untersuchen lässt. Es wird dann „keine Aussage“ kodiert.
dung darüber unsicher machen, ob er halluziniert oder nicht.
Die Verhaltensbeobachtung kann den Verdacht auf das Vorlie-
gen von Halluzinationen nahe Beispiel:
Beispiel:
legen, während der Patient sie
negiert.
Ein stuporöser und mutistischerAussage“
In diesem Fall ist „keine zu markieren.
Patient kann hinsichtlich
des Vorliegens
Vorliegens von
von Orientierungsstörungen,
Orientierungsstörungen, Aufmerksam-
Aufmerksam-
Die Rubrik „keine Aussage“ sollte nicht die persönliche Unsi-
keits-, des
Gedächtnisstörungen, formaler Denkstörungen und
cherheit Untersuchers widerspiegeln, sondern muss sich auf
einer Reihe anderer psychopathologischer Symptome nicht
die Nicht-Feststellbarkeit eines psychopathologischen Symp-
beurteilt werden.
beurteilt werden.
toms am Patienten beziehen.

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Fehlende, fragliche, oder unsichere Untersuchbarkeit, Beurteil-
barkeit und Entscheidungssicherheit werden alle als „keine Aus-
sage“ markiert. „Keine Aussage“ ist aber auch dann zu markieren,
wenn versäumt wurde, ein bestimmtes Symptom zu explorieren,
weil auch dann nicht ausreichende Informationen zu dem Merk-
mal vorliegen. Eine Markierung in dieser Rubrik bedeutet für
den Untersucher in der Regel, das Phänomen zu einem späteren
Zeitpunkt nachzuexplorieren.

1.5.3 Entscheidungsebene 3: Vorhandensein


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Die Entscheidung über Vorhandensein oder Fehlen eines psy-


chopathologischen Merkmals ist bei regelmäßigen Explorations-
und Dokumentationsübungen oft mit hoher Übereinstimmung
zu treffen. Schwierigkeiten der Objektivierung ergeben sich am
ehesten bei Merkmalen mit fließendem Übergang vom Gesun-
den zur Störung (sog. Schwellenproblem, siehe Abbildung 2),
z. B. in der Beurteilung affektiver Merkmale.
01 Manual 19.09.2006 15:52 Uhr Seite 25
Bezüglich der Kategorie „schwer“ ist zu beachten, dass es sich
um eine nach oben offene Kategorie handelt, d. h. auch wenn
man sich eine noch schwerere Symptomatik vorstellen kann,
ist „schwer“ zu kodieren, wenn die Kriterien dafür erfüllt sind
(vgl. Schwellendefinitionen). Besonders wichtig ist jedoch die
ehesten
SchwellebeizuMerkmalen
„leicht“, damit
ab fließendem Übergangalsvom
dann ein Symptom Gesun-
vorhanden
den zur Störung
gewertet (sog.
wird. Dies istSchwellenproblem,
insofern bedeutsam,siehe
da inAbbildung 2),
Klassifikati-
z. B. in der Beurteilung
onssystemen wie ICD-10affektiver
und DSM-5Merkmale.
lediglich das Vorhanden-

nicht leicht mittel schwer


vorhanden

Abbildung 2:
Schwellenproblem im AMDP-System

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Probleme können auch entstehen bei Begriffen, die aus der Um-
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gangssprache übernommen worden sind. Der Begriff „ambiva-
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sein eines Symptoms als erfülltes Kriterium gewertet wird,
nicht jedoch der Schweregrad!

Probleme können auch bei Begriffen entstehen, die aus der Um-
gangssprache übernommen worden sind. Der Begriff „ambiva-
lent“ meint umgangssprachlich etwas anderes (zwiespältig) als
in der deskriptiven Psychopathologie. Daher empfiehlt es sich,
nicht nur die Definitionen, sondern auch die Erläuterungen und
Beispiele jeweils genau durchzulesen.

Bei der Beurteilung des Vorhandenseins (oder Nicht-Vorhanden-


seins) eines Merkmals ist von Bedeutung, auf welche Norm der
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Untersucher die vermutete Abweichung bezieht. So können die


allgemeine kulturelle Norm (z. B. bei den Symptomen „verlang-
samt“ oder „logorrhoisch“), die spezielle Norm der soziokultu-
rellen Gruppe des Patienten, aber auch die individuelle (ipsative)
Norm des Patienten für die Beurteilung Bedeutung haben (z. B.
bei „Konzentrationsstörungen“ oder „Gedächtnisstörungen“).

1.5.4 Entscheidungsebene 4: Quantifizierung

Im Falle des Vorhandenseins eines Merkmals ist die Ausprägung


des betreffenden Merkmals als leicht, mittel oder schwer zu be-
urteilen. Dabei können Intensität, Dauer und Häufigkeit eine Rolle
spielen (siehe Graduierungsdefinitionen der einzelnen Merkmale).

Für die Beurteilung der Schweregrade spielen auch die Hand-


lungsrelevanz und die Auswirkungen auf das Leben des Patien-
ten eine Rolle. Die zur Veranschaulichung dargestellten Beispiele
stellen keine zu erfüllenden Kriterien dar, sondern nur Beispiele
für die einzelnen Graduierungsstufen, die die Einstufung erleich-
tern sollen. Sie dienen somit lediglich als Anhaltspunkte, wann
die jeweilige Skalenstufe beginnt, d. h. wann die Schwelle zu
überspringen ist. Bei der Graduierung „schwer“ ist zu beachten,
dass diese nicht nur für die denkbar schwerste Ausprägung vor-
gesehen ist. „Schwer“ ist eine nach oben hin offene Kategorie.
So könnte z. B. ein Patient als schwer deprimiert eingestuft wer-
den, im Verlauf könnte sich die Deprimiertheit bessern, das
Merkmal bei der Kontrolluntersuchung aber immer noch als
schwer markiert werden.

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Die Operationalisierungen der Ausprägungen „leicht“ und
„schwer“ enthalten Beispiele (Anhaltspunkte), die nach didak-
tischen Kriterien ausgewählt wurden. Sicher wären noch viele
andere „richtige“ Beispiele denkbar. Auf die Operationalisierung
der mittleren Kategorie wurde verzichtet, da dies zu artifiziell
wäre und den klinischen Entscheidungsspielraum zu sehr einen-
gen würde. Entsprechend der Entscheidung ist eine Markierung
auf dem Dokumentationsbogen zu machen (siehe Abbildung 3).

Befund
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

mittel ausgeprägt
nicht vorhanden

keine Aussage
Datenquellen
Symptom

schwer
leicht
Bewusstseinsstörungen
1. Bewusstseinsverminderung F
2. Bewusstseinstrübung F
3. Bewusstseinseinengung SF
4. Bewusstseinsverschiebung S

Abbildung 3:
Auszug aus dem neuen Bogen

1.6 Datenverarbeitung
Bei der Entwicklung des AMP-/AMDP-Systems haben Überle-
gungen zur elektronischen Datenaufbereitung und -auswertung
von Beginn an eine zentrale Rolle gespielt (Stassen, Bente, Feder,
Freudenthal & Strauss, 1983).
Bereits in der 1. Auflage (Scharfetter, 1971) sind die Bögen als
Markierungsleser- oder Loch-Belege konzipiert worden. In der
3. Auflage des AMDP-Systems (1979) finden sich dann umfang-
reiche Ausführungen im Kapitel „Angaben zur Datenverarbei-
tung“. Es wurden bereits damals spezielle Programmsysteme an
verschiedenen Psychiatrischen Universitätskliniken (insbesondere

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Berlin, München, Zürich) für unterschiedliche Rechenanlagen
(zumeist Großrechenanlagen) entwickelt. Diese umfassten zu-
meist Prozeduren zum Einlesen und Kontrollieren der Daten sowie
statistische Auswertungsprogramme auf Symptom- und/oder Syn-
dromebene, insbesondere im Hinblick auf die Anwendung im
Rahmen von Therapiestudien. Das erste PC-bezogene Auswer-
tungsprogramm für die AMDP-Syndrome von Gebhardt et al.
wurde von Hengesch et al. (1989) publiziert. Heute ist AMDP be-
reits Teil der elektronischen Krankengeschichten vieler Kliniken.
Die Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten auf dem Sektor der
elektronischen Datenverarbeitung haben große Vereinfachungen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

und Verbesserungen auch in Bezug auf AMDP mit sich gebracht.


Dies betrifft sowohl den Bereich der Hard- wie Software. Die Ent-
wicklung leistungsfähiger PC auch für größere Datenbestände
hebt eine Beschränkung auf Großrechenanlagen auf. Zudem hat
die Entwicklung resp. Weiterentwicklung von Statistikprogram-
men (insbesondere SPSS®, SAS®, BMDP®) die Eigenentwick-
lung von Auswertungsprogrammen fast überflüssig gemacht. Für
den Anwender von AMDP entsteht dadurch die Möglichkeit, auf
die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Eingabeprogramme
zu konzipieren. Hilfreich können dabei Datenbank- bzw. Tabel-
lenkalkulations- Systeme (z. B. ACCESS®, EXCEL®) oder spe-
zifische Eingabeprozeduren in gängigen Programmsystemen sein
(z. B. Data Entry in SPSS®). Die Auswertung erfolgt dann mit-
tels des jeweiligen verfügbaren Programmsystems.

1.7 AMDP-Anamnese
Der AMDP-Anamnese-Beleg enthält 12 Merkmale (vgl. auch
den Bogen im Anhang des Buches, S. 175). Die allgemeine Mar-
kierung „keine Aussage“ soll gewählt werden, wenn der Patient
hinsichtlich des betreffenden Merkmals nicht untersucht wurde
oder bei einer Untersuchung keine ausreichend sicheren Infor-
mationen gewonnen werden konnten:
1. Geschlecht.
2. Geburtsdatum. Geburtsdatum im Format TTMMJJJJ (Tag,
Monat und Jahr) angegeben.
3. Wohnsituation. Unterschieden werden selbstständiges Woh-
nen (alleine, in Partnerschaft oder eigener Familie), Wohnen

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mit Eltern, Großeltern und anderen Angehörigen, betreutes
Wohnen in einer Wohngemeinschaft oder in eigener Wohnung
oder Heim- und Klinikaufenthalte. Personen ohne eigene Woh-
nung und solche, die in Notunterkünften leben, werden in einer
Kategorie zusammengefasst. In die Kategorie „Sonstige“ fällt
z. B. ein Aufenthalt im Gefängnis.
4. Zusammenleben. Zu den allein Lebenden gehören ledige, ver-
witwete und geschiedene Personen. Bei denjenigen, die mit
Partnern leben, sind Ehepartner und Lebensgefährten ge-
meint. Ein spezieller Fall sind Ledige, getrennt Lebende oder
Geschiedene, die zusammen mit ihren Kindern leben. In der
Restkategorie „Sonstige“ können Personen erfasst werden,
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

die mit Freunden leben oder unter speziellen Bedingungen,


z. B. im Kloster. Mehrfachantworten sind möglich.
5. Schulbildung. Markiert wird der höchste erreichte Bildungs-
abschluss. Wenn eine Person ohne Abschluss aus der Haupt-
schule entlassen wurde, aber keine Förderschule besucht hat,
ist Hauptschule ohne Abschluss zu markieren. Bei in Aus-
bildung befindlichen Personen, die ihren angestrebten Ab-
schluss noch nicht erreicht haben, wird der bis dahin er-
reichte höchste Abschluss markiert. Bspw. wäre bei einem
Schüler, der sich gerade auf das Abitur vorbereitet und die
(vorletzte) 12. Klasse erfolgreich beendet hat, „Fachabitur“
zu markieren.
6. Erwerbstätigkeit. In die Kategorie Ausbildung/Umschulung
fallen alle Schüler, Auszubildenden, Umschüler und Studen-
ten. In der Kategorie Rentner sind auch vorzeitig in Ruhe-
stand gegangene Personen zu markieren. Facharbeiter und
angelernte Arbeiter sind in einer Kategorie aufgeführt, glei-
ches gilt für Beamte und Angestellte sowie für Freiberufler
und Selbstständige.
7. Setting. Stationäre, teilstationäre oder ambulante Behandlung
bzw. Sonstiges (z. B. Begutachtung).
8. Untersuchungsgrund. Hier wird unterschieden in Behand-
lung, Begutachtung, Konsil und sonstige Untersuchung.
9. Krankheitsverlauf. Besteht mehr als eine psychische Stö-
rung, ist auf den Verlauf der Haupterkrankung abzustellen.
Ist der Patient erstmals psychisch erkrankt, ist die Katego-
rie „Ersterkrankung“ zu wählen. Episodische Krankheitsver-
läufe sind ebenso als Dauerkrankheiten zu kodieren wie
chronische Störungen.

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10. Psychische Störungen in der Familie. Es interessiert lediglich,
ob es in der Familie weitere Personen gibt, die an psychischen
Störungen leiden. Zu letzteren gehören auch Suizidversuche.
Ob es sich um Blutsverwandte oder nicht verwandte Perso-
nen handelt, mit denen zusammengelebt wurde oder wird,
spielt keine Rolle.
11. Schweregrad der Erkrankung. Die hier angegebene Schwe-
regradabstufung des psychischen Leidens ist der Skala Cli-
nical Global Impressions (CGI) entnommen. Es gelten deren
Beurteilungsregeln. Der Beurteiler soll seinen gesamten Er-
fahrungsschatz über die vorliegende Erkrankung zur Skalie-
rung nutzen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

12. Diagnosen. Hier können mehrere Diagnosen (sowohl psy-


chiatrische als auch somatische) nach den aktuell gültigen
Klassifikationssystemen kodiert werden.

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2 Psychischer Befund
2.1 Vorbemerkungen
Im nachfolgenden Glossar finden sich die näheren Bezeichnun-
gen der Merkmale des Psychischen und Somatischen Befundes.
Alle Merkmale sind nach einer einheitlichen Struktur aufgebaut:
–– Begriff (inkl. SF-Einstufung),
–– Definition,
–– Erläuterungen und Beispiele,
–– Hinweise zur Graduierung,
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

–– abzugrenzende Merkmale.

Die Definition enthält eine prägnante Kurzbeschreibung der


Merkmale. Erläuterungen und Beispiele sollen zur weiteren Prä-
zisierung dienen.

Die Hinweise zur Graduierung sollen helfen, den Beurteilungs-


prozess zu erleichtern und damit auch, die Interrater-Reliabilität
zu erhöhen. Da das AMDP-System weiterhin primär ein klini-
sches Beurteilungsverfahren bleiben soll, wurden, um den Ur-
teilsprozess nicht zu stark zu reglementieren, nur für die Skalen-
stufen „leicht“ und „schwer“ Graduierungsbeispiele vorgegeben.
Bei den Beispielen für die Skalenstufe „schwer“ ist darauf hin-
zuweisen, dass nicht die maximal mögliche Ausprägung gemeint
ist, sondern die Überschreitung so genannter „Schwellenwerte“
für diese Kategorie. Das heißt, „schwer“ kann und soll auch dann
kodiert werden, wenn man einen Patienten erinnert, der das Merk-
mal noch schwerer ausgeprägt hatte. Auch kann sich ein Symp-
tom bei einem Patienten bessern und dennoch immer noch schwer
ausgeprägt sein.

Bei den abzugrenzenden Merkmalen finden sich Hinweise auf


andere Merkmale, die mit den zu beurteilenden Merkmalen im
Zusammenhang stehen können oder leicht mit ihnen verwech-
selt werden können.

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2.2 Bewusstseinsstörungen

Vorbemerkungen

Eine allgemein anerkannte Definition des Bewusstseins steht


nicht zur Verfügung, deshalb vermeidet man es in der klinischen
Praxis vielfach, Bewusstsein positiv zu definieren. Statt dessen
nähert man sich dem Begriff von seiner negativen Seite, dem
psychopathologischen Erfahrungswissen über den Abbau oder
Zerfall des Bewusstseins bei psychischen Störungen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Mit Bewusstseinsstörungen sind im AMDP-System immer Stö-


rungen des gesamten Erlebens und Verhaltens gemeint. Teilas-
pekte davon sind Störungen der Aktivität, der Klarheit (Eindeu-
tigkeit der eigenen Perzeption und Intention) und Zielgerichtetheit
in der Zuwendung zur Umwelt, der Aufmerksamkeit, des senso-
riell-sensiblen Auffassens, der Ansprechbarkeit, der Fixierbarkeit
im Gespräch, der Reagibilität auf Umweltreize, der Orientierung,
des Denkens, Wollens und Handelns. Mit diesen Formulierungen
werden Organisationsprinzipien der Bewusstseinsstruktur be-
schrieben, die den Zusammenhang einzelner psychopathologi-
scher Merkmale kennzeichnen. Dadurch nehmen sie eine Son-
derstellung im AMDP-System ein.

Zur Erfassung von Bewusstseinsstörungen stehen ein quantita-


tives (Bewusstseinsverminderung) und drei qualitative Merk-
male (Bewusstseinstrübung, Bewusstseinseinengung, Bewusst-
seinsverschiebung) zur Verfügung.

Einige der hier aufgeführten Begriffe werden in der Medizin zum


Teil unterschiedlich verwendet. Im Folgenden werden die im
AMDP-System bewährten Operationalisierungen der Merkmale
beibehalten.

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1. Bewusstseinsverminderung (F)

Definition

Störung der Wachheit.

Erläuterungen und Beispiele


Es handelt sich um ein quantitatives Merkmal. Der aus der Neu-
rophysiologie stammende Begriff Vigilanz wird ähnlich wie
Wachheit gebraucht. Die Störungen der Wachheit reichen von
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Benommenheit über Somnolenz und Sopor bis zum Koma. Die


Patienten sind in unterschiedlichem Maße schläfrig und insge-
samt verlangsamt.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient ist benommen oder schläfrig, reagiert
aber prompt auf Ansprache.
„schwer“ Der Patient ist nur durch Schmerzreize oder andere
starke Reize weckbar.

Abzugrenzende Merkmale
2 Bewusstseinstrübung
3 Bewusstseinseinengung

2. Bewusstseinstrübung (F)
Definition

Qualitative Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit. Die Fä-


higkeit ist gestört, verschiedene Aspekte der eigenen Person
und der Umwelt zu verstehen, sie sinnvoll miteinander zu ver-
binden, sich entsprechend mitzuteilen und sinnvoll zu handeln.

Erläuterungen und Beispiele


Eine Bewusstseinstrübung führt zu einer Beeinträchtigung des
gesamten Erlebens und Verhaltens und beschränkt sich nicht auf

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einzelne Bereiche. Teilsymptome der Bewusstseinstrübung sind
z. B. Abkehr von der Außenwelt, schlechte Auffassungsgabe,
Ablenkbarkeit oder Schwerbesinnlichkeit. Eine Bewusstseins-
trübung kann beispielsweise im Rahmen eines Delirs, einer aku-
ten psychotischen Symptomatik oder einer Intoxikation auftre-
ten.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Zusammenhang des Erlebens ist unsicher gewor-
den.
„schwer“ Der Zusammenhang des Erlebens ist erheblich ge-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

stört.

Abzugrenzende Merkmale
1 Bewusstseinsverminderung
3 Bewusstseinseinengung

3. Bewusstseinseinengung (SF)
Definition

Einengung des gesamten Erlebens und Verhaltens mit vermin-


derter Ansprechbarkeit auf Außenreize.

Erläuterungen und Beispiele


Für das Verständnis dieses qualitativen Merkmals bietet sich
die Metapher vom „Lichtkegel des Bewusstseins“ an. Danach
ist von einem engen und zugleich wenig beweglichen Lichtke-
gel zu sprechen. Der Patient wirkt wie fixiert auf oder faszi-
niert durch bestimmte innere Erlebnisse oder äußere Gegeben-
heiten.

Das Merkmal wird nicht nur bei psychischen Störungen wie


Dämmerzuständen oder akuten Belastungsreaktionen gefunden,
sondern auch bei Hypnose oder äußerster Konzentration auf ein
bestimmtes Thema, etwa die Lösung einer schwierigen Problem-
stellung.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Die Einengung des Patienten kann leicht durchbro-
chen werden. Nach einem Verkehrsunfall erscheint
ein Patient wie betäubt; den hinzugekommenen Po-
lizeibeamten gelingt es im Gespräch aber rasch, nä-
here Umstände der Ereignisse zu erfahren.
„schwer“ Die Einengung des Patienten kann nur mit Mühe be-
einflusst werden. Ein Patient z. B. lauscht seinen
Stimmen; Versuche, ihn auf andere Themen zu lei-
ten, beantwortet er nicht, oder er lässt nur eine ange-
deutete Reaktion erkennen, bevor er sich wieder sei-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

nen inneren Erlebnissen zuwendet.

Abzugrenzende Merkmale
1 Bewusstseinsverminderung
2 Bewusstseinstrübung
18 eingeengt
20 grübeln

4. Bewusstseinsverschiebung (S)
Definition

Es handelt sich um eine qualitative Form der Bewusstseinsstö-


rung, bei der die Patienten berichten, ihr gesamtes Erleben sei
erweitert.

Erläuterungen und Beispiele


Die Patienten erleben sich als insgesamt wacher, lebendiger
und offener. Gefühle oder Sinneswahrnehmungen werden als
besonders intensiv erlebt. Bewusstseinsverschiebungen können
unter Drogen oder bei psychotischen und manischen Syndro-
men auftreten. Meditative Zustände können ebenfalls zu einer
Bewusstseinsverschiebung führen.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Eine Bewusstseinsverschiebung wird berichtet, macht
sich aber in der Untersuchungssituation nicht be-
merkbar.
„schwer“ Es wird eine starke Bewusstseinsverschiebung be-
richtet, die auch das Gespräch prägt.

Abzugrenzende Merkmale
33 Wahnstimmung
53 Derealisation
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

2.3 Orientierungsstörungen
Vorbemerkungen

Orientierung meint das Bescheidwissen über Zeit, Ort, Situation


und Person. Bei falschen Angaben ist Nachfragen notwendig,
um dieses Merkmal gegen andere (z. B. Konzentrationsstörun-
gen) abzugrenzen, und der Patient muss Gelegenheit zur Kor-
rektur erhalten.

Wahnhafte Fehlorientierungen, z. B. wahnhafte Situations- und


Personenverkennungen, sind hier nicht zu markieren, sofern da-
neben eine reale Orientierung vorhanden ist (beispielsweise wird
keine Orientierungsstörung markiert, wenn sich der Patient als
Gott fühlt, jedoch gleichzeitig über seine persönliche Situation
Bescheid weiß).

5. Zeitliche Orientierungsstörung (S)


Definition

Datum (Tag, Monat und Jahr), Wochentag oder Jahreszeit


werden nicht oder nur teilweise gewusst.

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Erläuterungen und Beispiele
Vor einer endgültigen Beurteilung bei einer insbesondere nur
„leicht“ falschen Antwort soll dem Patienten die Gelegenheit zur
Korrektur gegeben werden, d. h. er soll darauf hingewiesen wer-
den, dass seine Antwort falsch ist. Wenn er dann ohne weitere
Hilfe seine Antwort berichtigt, wird die erste (falsche) Antwort
nicht gewertet.
Eine Zeitgitterstörung, d. h. die Unfähigkeit, Gedächtnisinhalte
in das richtige Zeitgitter einzuordnen, ist nicht als zeitliche Ori-
entierungsstörung, sondern als Gedächtnisstörung zu markieren.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Angabe zum Kalender- oder Wochentag weicht
auch auf Nachfragen um maximal 2 Tage von der
richtigen Antwort ab; Monat, Jahr und Jahreszeit
werden jedoch gewusst.
„schwer“ Die Angabe zum Jahr weicht um mehr als ein Jahr
von der richtigen Antwort ab oder die Jahreszeit wird
nicht gewusst.

Abzugrenzende Merkmale
10 Konzentrationsstörungen
12 Gedächtnisstörungen

6. Örtliche Orientierungsstörung (S)


Definition

Der gegenwärtige Aufenthaltsort wird nicht gewusst oder der


Patient macht darüber sehr ungenaue Angaben.

Erläuterungen und Beispiele


Falls der Patient seinen Aufenthaltsort (den Ortsnamen, bei gro-
ßen Städten auch den Stadtteil) nur deshalb nicht weiß, weil er
nicht darüber informiert wurde (z. B. bei Verlegungen), ist „keine
Aussage“ zu markieren.

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Wenn sich ein Patient in seiner Umgebung nicht zurechtfindet
(beispielsweise auf der Station sein Zimmer nicht wieder findet),
ist dies nicht als örtliche Orientierungsstörung zu markieren, son-
dern als Gedächtnisstörung.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es besteht Unsicherheit bezüglich des gegenwärti-
gen Aufenthaltsortes.
„schwer“ Der Ort wird auch mit Hilfestellung nicht gewusst.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

7 Situative Orientierungsstörung
12 Gedächtnisstörungen

7. Situative Orientierungsstörung (S)


Definition

Die gegenwärtige Situation wird in ihrem Bedeutungs- und


Sinnzusammenhang nur teilweise oder gar nicht erfasst.

Erläuterungen und Beispiele


Jemand hat beispielsweise Schwierigkeiten anzugeben, dass er
sich aktuell als Patient in einer Untersuchung befindet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient weiß nicht genau, in welcher Situation
(z. B. Untersuchung im Krankenhaus) er sich befin-
det und welche Rolle er dabei spielt.
„schwer“ Der Patient kann auch mit Hilfestellung nicht ange-
ben, in welcher Situation er sich befindet.

Abzugrenzende Merkmale
6 Örtliche Orientierungsstörung

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8. Orientierungsstörungen
über die eigene Person (S)
Definition

Die persönliche lebensgeschichtliche Situation wird nicht


oder nur teilweise gewusst.

Erläuterungen und Beispiele


Das Wissen um die lebensgeschichtliche Situation beinhaltet Ge-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

burtstag und -ort, Alter, Name, Wohnsituation sowie die Rolle


im Lebensalter und im sozialen Kontext (z. B. Beruf).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Unsicherheit bezüglich einzelner biografischer Da­ten
„schwer“ Wesentliche biografische Daten (z. B. Anzahl Kin-
der, Geburtsort) werden nicht gewusst.

Abzugrenzende Merkmale
12 Gedächtnisstörungen
54 Depersonalisation

2.4 Aufmerksamkeits- und


Gedächtnisstörungen
Vorbemerkungen

Hier werden verschiedene Aspekte kognitiver Beeinträchtigun-


gen abgebildet.

Vom Patienten berichtete und durch Beispiele plausibel belegte


Beeinträchtigungen sind an entsprechender Stelle mit „leicht“
zu markieren, auch wenn diese Beeinträchtigungen im Gespräch
selbst nicht beobachtbar sind. Wenn der Patient das Gefühl der

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Leistungsverminderung bezüglich Auffassung, Konzentration,
Merkfähigkeit und Gedächtnis berichtet, ohne dass dies jedoch
für den Untersucher plausibel nachvollziehbar ist, sollte nur das
Merkmal 71 „Insuffizienzgefühle“ markiert werden.

9. Auffassungsstörungen (SF)
Definition

Störung der Fähigkeit, Äußerungen und Texte in ihrer Bedeu-


tung zu begreifen und sinnvoll miteinander zu verbinden. Ge-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

meint ist die kognitive Verarbeitung erhaltener Informationen.

Erläuterungen und Beispiele


Die Auffassung kann mehr oder weniger falsch, verlangsamt
(„schwerbesinnlich“) oder fehlend sein. Die Prüfung muss bei-
spielsweise mit Wortpaaren (Unterschiede, Gemeinsamkeiten),
gebräuchlichen Sprichwörtern, Bildgeschichten oder Fabeln er-
folgen, wenn sich die Auffassungsstörung nicht schon aus dem
Gespräch ergibt.

Hier wird auch Konkretismus abgebildet. Konkretismus meint


die Beeinträchtigung der Fähigkeit zu abstrahierend-symboli-
schem Denken. Beispiele sind Schwierigkeiten beim Zuordnen
von Elementen zu Klassen, Probleme bei Verallgemeinerungen
und Haftenbleiben an Details oder persönlichen Bezügen bei der
Erklärung von metaphorischen Redewendungen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Eine Auffassungsstörung wird nur subjektiv berich-
tet und erscheint plausibel. Oder die Interpretation
(z. B. einer Fabel) ist zwar richtig, gelingt jedoch nur
zögernd, eventuell erst beim wiederholten Mal.
„schwer“ Fragen oder einfache Aufforderungen werden nicht
verstanden. Auch einfache Sprichwörter oder Rede-
wendungen können nicht erklärt werden.

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Abzugrenzende Merkmale
10 Konzentrationsstörungen
23 Vorbeireden

10. Konzentrationsstörungen (SF)


Definition

Verminderte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit einer Tätigkeit


oder einem Thema ausdauernd zuzuwenden.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Zur Prüfung können Aufgaben wie „von 81 immer 4 abziehen“
oder „die Monatsnamen rückwärts aufsagen“ verwendet wer-
den. Dabei muss sichergestellt sein, dass der Patient zur Lösung
einfacher Subtraktionsaufgaben oder zum Nennen der Monats-
namen in der richtigen Reihenfolge prinzipiell in der Lage ist.
Konzentrationsstörungen zeigen sich bei klinischen Prüfungen
weniger durch die absolute Anzahl, sondern eher durch die Zu-
nahme von Fehlern im Verlauf oder durch Verlangsamung und
schließlich Abbruch einer begonnenen Aufgabe.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Eine Störung der Konzentrationsfähigkeit wird be-
richtet und erscheint plausibel, wird im Gespräch je-
doch nicht deutlich.
„schwer“ Das Gespräch wird durch die Konzentrationsstörung
deutlich erschwert.

Abzugrenzende Merkmale
9 Auffassungsstörungen
18 eingeengt
11 Merkfähigkeitsstörungen
12 Gedächtnisstörungen

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11. Merkfähigkeitsstörungen (SF)
Definition

Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, sich neue Infor-


mationen über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten zu mer-
ken.

Erläuterungen und Beispiele


Bei Prüfungen sind die Wiedererkennungs- und (schwierigeren)
Erinnerungsleistungen zu unterscheiden. Merkfähigkeit diffe-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

riert darüber hinaus nach Sinnesgebiet und Material und ist auch
von der affektiven Bedeutung der Merkinhalte abhängig, wes-
halb möglichst neutrales Material verwendet werden sollte. Es
empfiehlt sich aus Gründen der Vergleichbarkeit, jeweils glei-
ches Material (z. B. die Begriffe „34, Oslo, Aschenbecher“) zu
verwenden. Der Patient soll die Begriffe unmittelbar nach der
Darbietung nachsprechen, damit eine gestörte Auffassung aus-
geschlossen werden kann. Erinnert der Patient die Begriffe nicht
spontan, soll Hilfestellung gegeben werden (z. B. „einer der Be-
griffe war eine Zahl“).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Von drei dargebotenen Begriffen werden nach 10 Mi-
nuten nur noch zwei spontan erinnert. Oder eine
Merkfähigkeitsstörung wird vom Patienten subjektiv
berichtet und erscheint plausibel.
„schwer“ Die drei Zahlen oder Begriffe werden nach 10 Minu-
ten auch mit Hilfestellung nicht erinnert.

Abzugrenzende Merkmale
10 Konzentrationsstörungen
12 Gedächtnisstörungen

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12. Gedächtnisstörungen (SF)
Definition

Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, Informationen


länger als ca. 10 Minuten zu speichern bzw. Erlerntes aus dem
Gedächtnis abzurufen.

Erläuterungen und Beispiele


Die Gedächtnisstörungen können sich auf jüngere oder weiter
zurückliegende Ereignisse beziehen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Zu den Gedächtnisstörungen zählen auch Amnesien (inhaltlich


oder zeitlich begrenzte Gedächtnislücken) und Zeitgitterstörun-
gen (Unfähigkeit, Gedächtnisinhalte zeitlich richtig einzuord-
nen).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient kann sich an bestimmte Ereignisse oder
Informationen zwar erinnern, weiß aber einzelne De-
tails nicht mehr. Oder eine Gedächtnisstörung wird
vom Patienten subjektiv berichtet und erscheint plau-
sibel, wird im Gespräch aber nicht deutlich.
„schwer“ Der Patient kann sich auch an wesentliche Ereignisse
oder Informationen nicht mehr erinnern.

Abzugrenzende Merkmale
8 Orientierungsstörung über die eigene Person
11 Merkfähigkeitsstörungen

13. Konfabulationen (F)


Definition

Erinnerungslücken werden mit wechselnden Einfällen ausge-


füllt.

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Erläuterungen und Beispiele
Beim Konfabulieren werden wechselnde Antworten auf die glei-
che Frage gegeben. Zur Beurteilung muss daher derselbe Sach-
verhalt mehrfach erfragt werden. Der Patient bemerkt die Un-
terschiedlichkeit seiner Angaben nicht, da er den tatsächlichen
Sachverhalt und seine vorherigen Antworten vergessen hat.

Einer Konfabulation liegen immer Gedächtnisstörungen zugrunde,


die dann zusätzlich markiert werden müssen.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Konfabulationen treten im Gespräch einmal auf.


„schwer“ Es bestehen zahlreiche Erinnerungslücken, die vom
Patienten durchweg mit Konfabulationen ausgefüllt
werden.

Abzugrenzende Merkmale
14 Paramnesien

14. Paramnesien (S)


Definition

Erinnerungsverfälschungen oder -täuschungen, sich ungewollt


aufdrängende Erinnerungen, gesteigerte Erinnerungsfähigkeit.

Erläuterungen und Beispiele


Hier werden unterschiedliche Merkmale abgebildet:
–– Falsches Wiedererkennen bzw. vermeintliche Vertrautheit
(schon einmal gesehen, gehört, erlebt, „déjà-vu“) und ver-
meintliche Fremdheit (noch nie gesehen, „jamais-vu“),
–– Ekmnesien (Störungen des Zeiterlebens bzw. der zeitlichen
Einordnung, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt
wird),
–– Hypermnesien (Steigerungen der Erinnerungsfähigkeit, z. B.
fotografisches Gedächtnis),

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–– Flashbacks (Nachhallerinnerungen) und Intrusionen (sich
aufdrängende Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis),
–– falsche Erinnerungen (z. B. im Sinne von false-memory-syn-
drome).

Wahnhafte und wahnhaft umgedeutete Erinnerungen werden hier


nicht abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es tritt eines der oben genannten Symptome in ge-
ringer Ausprägung auf.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„schwer“ Ein Symptom führt zu deutlichen Alltagsbeeinträch-


tigungen.

Abzugrenzende Merkmale
13 Konfabulationen

2.5 Formale Denkstörungen


Vorbemerkungen

Formale Denkstörungen zeigen sich in sprachlichen Äußerun-


gen. Es kann sich dabei um Veränderungen in der Geschwindig-
keit, Kohärenz und Stringenz des Gedankenablaufes handeln.
Als wesentliches Kriterium für den Schweregrad von Denkstö-
rungen kann die Erschwerung der Exploration angesehen wer-
den, die jedoch nicht durchgängig vorhanden sein muss. Formale
Denkstörungen können bei emotionaler Belastung im Gespräch
oder längerer Gesprächsdauer besonders deutlich werden.

15. Gehemmt (S)


Definition

Das Denken wird vom Patienten subjektiv als gebremst oder


blockiert (wie gegen einen inneren Widerstand) empfunden.

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Erläuterungen und Beispiele
Der Patient kann die Hemmung des Denkablaufes nur mit Mühe
und Anstrengung überwinden. Denkhemmung kann sich bis zu
dem subjektiven Erleben ausweiten, überhaupt nicht mehr den-
ken zu können.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient fühlt sich durch die Denkhemmung nur
geringfügig beeinträchtigt. Er kann seinen üblichen
Aufgaben aber nachkommen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„schwer“ Der Patient ist nahezu vollständig gehemmt, er be-


richtet, dass ihm die Worte nur äußerst mühsam über
die Lippen kommen. Oder die Hemmung des Denk-
ablaufes führt zu einer deutlichen subjektiven Be-
einträchtigung der Funktionen bzw. quält den Pati-
enten.

Abzugrenzende Merkmale
16 verlangsamt
20 grübeln

16. Verlangsamt (F)


Definition

Das Denken ist verlangsamt und schleppend.

Erläuterungen und Beispiele


Das verlangsamte Denken führt zu einem zähflüssigen Gesprächs-
ablauf. Hier wird auch eine durchgehend verlängerte Antwort-
latenz abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Verlangsamung wird vom Untersucher bemerkt,
sie behindert aber den Verlauf der Exploration nicht
wesentlich.

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„schwer“ Der Gesprächsverlauf wird durch den stockenden Ge-
dankengang und längere Gesprächspausen, die aus
der Denkverlangsamung resultieren, erheblich behin-
dert.

Abzugrenzende Merkmale
15 gehemmt
87 mutistisch

17. Umständlich (F)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Als umständlich bezeichnet man ein Denken, das bezogen auf


den Gesprächsinhalt das Nebensächliche nicht vom Wesent-
lichen trennt. Der inhaltliche Zusammenhang bleibt dabei
aber stets gewahrt.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient verliert sich in unwichtigen Einzelheiten und bleibt
an ihnen hängen, ohne vom Ziel ganz abzukommen. Durch diese
Weitschweifigkeit wird der Gang der Exploration behindert.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Umständlichkeit fällt dem Untersucher auf, be-
hindert aber den Gang der Exploration nicht wesent-
lich.
„schwer“ Die Exploration wird durch die Umständlichkeit er-
heblich behindert.

Abzugrenzende Merkmale
9 Auffassungsstörung
18 eingeengt
22 ideenflüchtig

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25 inkohärent/zerfahren
88 logorrhoisch

18. Eingeengt (F)


Definition

Einschränkung des inhaltlichen Denkumfanges, Verhaftetsein


an ein Thema oder an wenige Themen, Fixierung auf wenige
Zielvorstellungen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Im Gespräch hat der Patient Mühe, von einem Thema auf ein an-
deres überzugehen, oder er kommt immer wieder auf das alte
Thema zurück. In der Exploration müssen unterschiedliche The-
men angeboten werden. Dies ist wichtig, weil das Thema Krank-
heit Gegenstand einer Exploration ist, dies aber nicht automatisch
einer Denkeinengung entspricht. Innerhalb des Themas Krankheit
läge erst dann eine Denkeinengung vor, wenn der Patient auf ein-
zelne Aspekte davon fixiert ist, von denen er sich trotz Angebot
nicht oder nur schwer lösen kann (z. B. der depressive Patient, der
auf das Thema der gestörten Verdauung eingeengt ist).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient kommt zwar einige Male auf „sein“ Thema
zurück, zwischenzeitlich ist ein Gespräch über an-
dere Dinge aber gut möglich.
„schwer“ Der Patient kann sich von „seinem“ Thema nicht tren-
nen und kehrt trotz Angebots anderer Inhalte unmit-
telbar, d. h. schon nach wenigen Sätzen inhaltlich
dorthin zurück.

Abzugrenzende Merkmale
20 grübeln
30 Zwangsdenken

45
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19. Perseverierend (F)
Definition

Haftenbleiben an zuvor gebrauchten Worten oder Angaben,


die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind.

Erläuterungen und Beispiele


Für die Einschätzung dieses Merkmals ist der Gesamteindruck
des Untersuchers entscheidend, ob die Wiederholung des Gesag-
ten im Gesprächszusammenhang sinnvoll ist.
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Ein Patient bezeichnet beispielsweise einen Schlüssel korrekt als


„Schlüssel“; danach wiederholt er aber immer wieder das Wort
„Schlüssel“, wenn er aufgefordert wird, seinen Namen zu nen-
nen oder andere Gegenstände zu bezeichnen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Perseveration wird während des Gespräches ein- bis
zweimal beobachtet.
„schwer“ Perseveration tritt häufiger auf und führt zu einer Be-
einträchtigung der Exploration.

Abzugrenzende Merkmale
84 Parakinesen

20. Grübeln (S)


Definition

Unablässiges gedankliches Beschäftigtsein mit meist unan-


genehmen Themen.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient berichtet, dass seine Gedanken immer wieder ergeb-
nislos um die gleichen Inhalte kreisen und nur mit Mühe unter-

46
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brochen werden können. Das Grübeln wird von den Patienten
als unangenehm bis quälend erlebt.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient ist durch sein Grübeln nur geringfügig
beeinträchtigt. Er kann seinen üblichen Aufgaben
nachkommen.
„schwer“ Der Patient ist durch sein Grübeln deutlich in Leis-
tung und Lebensgefühl beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

18 eingeengt
21 Gedankendrängen
30 Zwangsdenken

21. Gedankendrängen (S)


Definition

Der Patient fühlt sich dem Druck vieler verschiedener Ein-


fälle oder Gedanken ausgeliefert.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient kann die Fülle der andrängenden, immer wieder
neuen Einfälle oder Gedanken nicht ordnen oder beherrschen.
Diese Gedanken können sinnvoll oder sinnlos sein, sich über-
stürzen oder wie automatisch ablaufen. Das Denken muss dabei
dem Beobachter nicht beschleunigt erscheinen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet von Gedankendrängen, kann
sich aber auf einzelne Gedanken konzentrieren und
sie weiterentwickeln.
„schwer“ Der Patient kann die Flut der Einfälle oder Gedan-
ken nicht mehr eindämmen.

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Abzugrenzende Merkmale
20 grübeln
30 Zwangsdenken
57 Gedankeneingebung

22. Ideenflüchtig (F)


Definition

Vermehrung von Einfällen, die aber nicht mehr von einer Ziel-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

vorstellung straff geführt werden. Das Ziel des Denkens kann


auf Grund von Assoziationen häufig wechseln oder verloren
gehen.

Erläuterungen und Beispiele


Der Ideenflüchtige gerät vom Hundertsten ins Tausendste und
führt einen Gedanken oft nicht zu Ende, weil sein Denken stän-
dig von dazwischenkommenden Einfällen abgelenkt wird. Die
Ablenkung vom stringenten Gedankengang kann auf äußeren
Einflüssen (z. B. Geräusche) oder auf gedanklichen Assoziatio-
nen beruhen. Das Denken des Ideenflüchtigen muss nicht be-
schleunigt sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Exploration wird trotz Ideenflucht nicht behin-
dert.
„schwer“ Immer wieder springt der Patient von Thema zu
Thema. Der Gesprächspartner kann dem Gedan­ken­
ab­lauf folgen, jedoch ist der Gang der Exploration
deutlich erschwert.

Abzugrenzende Merkmale
17 umständlich
25 inkohärent/zerfahren
88 logorrhoisch

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23. Vorbeireden (F)
Definition

Der Patient verfehlt mit seiner Antwort das Thema der Frage,
obwohl er die Frage verstanden hat.

Erläuterungen und Beispiele


Entscheidend für die Beurteilung ist nicht, dass die Antwort
falsch ist (wie z. B. bei einer falschen Prüfungsantwort), sondern
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

dass der Patient am Thema der Frage vorbei redet.

Ein Beispiel für das Vorbeireden eines Patienten ist: „Warum


sind Sie gestern in die Klinik gekommen?“ – „Die chinesische
Mauer ist über 5 000 km lang.“ – „Erinnern Sie sich noch an
meine Frage?“ – „Ja, Sie wollten wissen, warum ich gestern in
die Klinik gekommen bin.“

Bei Verdacht auf Vorbeireden muss sich der Untersucher verge-


wissern, ob der Patient die Frage richtig verstanden hat. Deshalb
sollte der Patient sie noch einmal wiederholen. Absichtliches
Nichteingehen auf eine Frage („Um-den-heißen-Brei-Reden“)
oder das umgangssprachliche „Aneinander-Vorbeireden“ wer-
den hier nicht markiert.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Vorbeireden wird während des Gespräches einmal
beobachtet.
„schwer“ Vorbeireden tritt häufiger auf und erschwert die Ex-
ploration.

Abzugrenzende Merkmale
9 Auffassungsstörungen
10 Konzentrationsstörungen
18 eingeengt
25 inkohärent/zerfahren

49
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24. Gesperrt/Gedankenabreißen (SF)
Definition

Plötzlicher Abbruch eines sonst flüssigen Gedankenganges


oder des Sprechens ohne erkennbaren Grund.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient stockt mitten im Satz, schweigt, greift dann das Ge-
spräch unter Umständen mit einem ganz anderen Thema wieder
auf. Das Phänomen wird entweder vom Untersucher als „ge-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

sperrt“ (F) beobachtet, oder der Patient berichtet „Gedankenab-


reißen“ (S), d. h. eine plötzlich und grundlos eintretende Unter-
brechung seines Gedankenganges.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Sperrung oder Abreißen des Gedankens wird wäh-
rend des Gespräches ein- bis zweimal beobachtet
oder vom Patienten für den Beurteilungszeitraum be-
richtet.
„schwer“ Sperrung oder Abreißen des Gedankens tritt häufiger
während der Exploration auf und beeinträchtigt deren
Ablauf.

Abzugrenzende Merkmale
10 Konzentrationsstörungen

25. Inkohärent/zerfahren (F)


Definition

Denken und Sprechen des Patienten verlieren für den Unter-


sucher ihren verständlichen Zusammenhang. Im Extremfall
sind sie bis in einzelne, scheinbar zufällig durcheinander ge-
würfelte Sätze, Satzgruppen oder Gedankenbruchstücke zer-
rissen.

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Erläuterungen und Beispiele
–– „Gestern Nachmittag bin ich in die Klinik gekommen, weil
in einem Jahr Wahlen sind, und der Bäcker erst um 8.00 Uhr
aufmacht.“ (Paralogik)
–– „Früher sind die Leute aus blauäugigen Menschen bestanden
und wie die Hirne schaffen.“
–– „Ich habe eine kennengelernt, die sich nicht anders zeigen
konnte als sie alles gemeinhin nahmen. Es war gemeint so
und es musste heißen: lasset den frohen Baas im Bauch. Froh-
sein ist ein Mädchen mit Mann verquillt und die beiden su-
chen Heil im Glück.“ (Schizophasie)
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Bei leichten Formen mit unlogischem Denken (Paralogik) kann


der Satzbau noch intakt sein. Bei schwereren Formen ist er zer-
stört (Paragrammatismus) bis zu unverständlichem, sinnlosem
Wort- und Silbengemisch (Sprachzerfall, Schizophasie).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das Denken des Patienten verliert ein- oder zweimal
während der Exploration seinen verständlichen Zu-
sammenhang, ohne dass dies zu einer wesentlichen
Behinderung des Gespräches führt.
„schwer“ Die Störungen behindern über längere Strecken das
Verstehen des Patienten oder mindestens einmal tritt
ein eindeutiger Zerfall der Sprache (i. S. einer Schi-
zophasie) auf.

Abzugrenzende Merkmale
17 umständlich
22 ideenflüchtig

26. Neologismen (F)


Definition

Wortneubildungen oder Wortverwendungen, die der sprach-


lichen Konvention nicht entsprechen und oft nicht unmittel-
bar verständlich sind.

51
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Erläuterungen und Beispiele
Eine Patientin berichtet anlässlich eines durchgeführten EEG:
„Gestern habe ich ein Diagraf bekommen und da ist mein Kopf
demachronisiert worden.“ Hier ist auch der semantisch ungewöhn-
liche Gebrauch von Worten abzubilden. Im Extremfall kann vom
Patienten eine künstliche Sprache gebildet oder gebraucht werden.
Begriffe, die in bestimmten Kreisen oder Subkulturen (Jugend-
szene, Drogenszene) gebräuchlich sind, sollen hier nicht abge-
bildet werden. Unzureichende Sprachkenntnis wird hier auch
nicht abgebildet.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Während des Gespräches ist einmal ein Neologismus
zu beobachten.
„schwer“ Neologismen treten häufiger während der Explora-
tion auf.

Abzugrenzende Merkmale
84 Parakinesen
85 manieriert/bizarr

2.6 Befürchtungen und Zwänge


Vorbemerkungen

In dieser heterogenen Gruppe werden unterschiedliche Merk-


male zusammengefasst, denen ängstliches Erleben zugrunde
liegt.

27. Misstrauen (SF)


Definition

Das Verhalten anderer Menschen wird ängstlich, unsicher


oder feindselig auf die eigene Person bezogen.

52
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Erläuterungen und Beispiele
Ein Patient fragt in der Untersuchungssituation mehrfach, ob das
Diktiergerät ausgeschaltet sei. Ein Patient fragt, ob der Untersu-
cher wirklich Arzt sei. Ein anderer Patient erkundigt sich mehr-
fach, warum bestimmte Fragen gestellt werden.

Misstrauen kann auch innerhalb eines Wahns auftreten; dann


muss dieser zusätzlich markiert werden. Allerdings ist nicht jeder
Wahn mit Misstrauen verbunden.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Misstrauisches Verhalten wird in einer kurzen Phase


des Gespräches beobachtet oder kurzfristig vom Pa-
tienten empfunden oder berichtet.
„schwer“ Das Verhalten des Patienten wird weitgehend durch
sein Misstrauen geprägt. Er berichtet von ständigen
misstrauischen Befürchtungen.

Abzugrenzende Merkmale
67 dysphorisch

28. Hypochondrie (S)


Definition

Ängstlich getönte Beziehung zum eigenen Körper, an dem


z. B. Missempfindungen wahrgenommen werden, mit offen-
sichtlich unangemessener Befürchtung, körperlich krank bzw.
verunstaltet zu sein oder zu werden; normale Körpervorgänge
bekommen oft eine übermäßige Bedeutung.

Erläuterungen und Beispiele


Bei der Hypochondrie werden mit gesteigerter Aufmerksamkeit
körperliche Phänomene ängstlich-sorgenvoll beobachtet oder
überbewertet. Der Gegenstand hypochondrischer Befürchtung
kann wechseln.

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Hier werden auch Ängste vor Krankheiten abgebildet, die um-
gangssprachlich oft als Phobie bezeichnet werden, wie z. B.
Herzphobie, AIDS-Phobie oder Karzinophobie, auch die unan-
gemessene Angst, an einer Demenz zu leiden.

Dieses Merkmal kann gleichzeitig mit einem hypochondrischen


Wahn auftreten; dann muss das ängstliche Erleben deutlich sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet von vermehrter Selbstbeobach-
tung aus Angst vor einer Erkrankung. Die hypochon-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

drischen Befürchtungen führen aber noch nicht zu


Handlungen wie gehäuften Arztbesuchen oder Arzt-
wechseln.
„schwer“ Beobachtung von Körpervorgängen und Krankheits-
befürchtungen prägen thematisch das Gespräch, oder
der Patient berichtet von ständigem Suchen nach
Hilfe (von Ärzten bis zu Wunderheilern) auf Grund
seiner Befürchtungen, trotz anders lautender Unter-
suchungsbefunde krank zu sein.

Abzugrenzende Merkmale
29 Phobien

29. Phobien (S)


Definition

Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten, die meist


Vermeidungsreaktionen zur Folge haben.

Erläuterungen und Beispiele


Die Phobie ist eine Form der Angst, die sich auf bestimmte Si-
tuationen oder Objekte bezieht und vom Patienten als unbegrün-
det oder unangemessen erkannt wird. Der Patient versucht, die
Konfrontation mit den Angst auslösenden Situationen oder Ob-
jekten zu vermeiden.

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Hierzu zählen Agoraphobie, spezifische Phobien (z. B. Spinnen-
phobie) und soziale Phobie. Körperbezogene Ängste, die um-
gangssprachlich auch als Phobie bezeichnet werden, wie z. B.
Herzphobie, AIDS-Phobie oder Karzinophobie, werden nicht
hier, sondern unter Hypochondrie abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Keine wesentliche Beeinträchtigung des Alltagslebens.
„schwer“ Ausgeprägte Einschränkungen des Alltagslebens
durch Vermeidungsverhalten.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
28 Hypochondrie
65 ängstlich

30. Zwangsdenken (S)


Definition

Immer wieder sich aufdrängende Gedanken, die als unsinnig


oder übertrieben erlebt werden.

Erläuterungen und Beispiele


Zwangsgedanken werden vom Patienten häufig als quälend er-
lebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur schwer unter-
binden und drängen sich meist auch gegen inneren Widerstand
auf. Die Gedanken werden jedoch als eigene, nicht von außen
eingegebene erlebt.
Suizidgedanken sollen nur dann hier abgebildet werden, wenn
sie einen Zwangscharakter aufweisen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet von Zwangsgedanken, die aber
sein Alltagsleben nicht beeinträchtigen.
„schwer“ Zwangsgedanken sind nahezu ständig vorhanden
oder führen zu einer Behinderung des Alltagslebens.

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Abzugrenzende Merkmale
20 grübeln
57 Gedankeneingebung

31. Zwangsimpulse (S)


Definition

Immer wieder sich aufdrängende Impulse, bestimmte Hand-


lungen auszuführen, die als unsinnig oder übertrieben erlebt
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

werden.

Erläuterungen und Beispiele


Zwangsimpulse werden vom Patienten häufig als quälend er-
lebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur schwer unter-
binden und drängen sich meist gegen inneren Widerstand auf.
Die Zwangs­impulse werden jedoch als eigene, nicht von außen
eingegebene erlebt.

Hierzu gehören beispielsweise Impulse, etwas zu kontrollieren,


sich oder andere zu schädigen oder obszöne Worte auszustoßen.

Suizidimpulse sollen nur dann hier abgebildet werden, wenn sie


einen Zwangscharakter aufweisen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Zwangsimpulse treten nur gelegentlich auf, werden
nicht als quälend erlebt und beeinträchtigen das All-
tagsleben nicht wesentlich.
„schwer“ Die Zwangsimpulse sind häufig vorhanden und be-
einträchtigen das Alltagsleben.

Abzugrenzende Merkmale
30 Zwangsdenken
32 Zwangshandlungen
58 Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse

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32. Zwangshandlungen (S)
Definition

Immer wieder ausgeführte Handlungen, die als unsinnig oder


übertrieben erlebt werden.

Erläuterungen und Beispiele


Zwangshandlungen und -rituale müssen in vorgeschriebener
Form, oft in bestimmter Häufigkeit wiederholt werden (z. B.
Wasch- und Kontrollzwänge). Sie werden vom Patienten häufig
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

als quälend erlebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur
schwer unterbinden und drängen sich meist gegen inneren Wi-
derstand auf. Die Handlungen werden jedoch als eigene, nicht
von außen bestimmte erlebt.
Zwangshandlungen sind abzugrenzen von z. B. unter dem Druck
von Halluzinationen oder Wahn ausgeführten repetitiven Hand-
lungen, die hier nicht abgebildet werden sollen.
Auch Selbstbeschädigungen können zwanghaften Charakter ha­
ben und werden dann hier mit abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Zwangshandlungen treten auf und beeinträchtigen
das Alltagsleben des Patienten nicht.
„schwer“ Zwangshandlungen treten häufig auf und beeinträch-
tigen das Alltagsleben.

Abzugrenzende Merkmale
84 Parakinesen

2.7 Wahn
Vorbemerkungen
Wahn entsteht auf dem Boden einer allgemeinen Veränderung
des Erlebens und imponiert als Fehlbeurteilung der Realität, die
mit apriorischer Evidenz (erfahrungsunabhängiger Gewissheit)

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auftritt und an der mit subjektiver Gewissheit festgehalten wird,
auch wenn sie im Widerspruch zur Wirklichkeit und zur Erfah-
rung der gesunden Mitmenschen sowie zu ihrem kollektiven
Meinen und Glauben steht. Der Patient hat im Allgemeinen nicht
das Bedürfnis nach einer Begründung seiner wahnhaften Mei-
nung, ihre Richtigkeit ist ihm unmittelbar evident. Wahn gibt es
bei verschiedenen psychischen Störungen, er ist nicht spezifisch
für die Schizophrenie.

In diesem Kapitel müssen immer mindestens zwei Markierun-


gen vorgenommen werden: eine zur formalen Beschreibung
(Merkmale 34 bis 38) und eine zur inhaltlichen Beschreibung
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

des Wahns (Merkmale 39 bis 46). Lediglich beim Vorliegen einer


isolierten Wahnstimmung (Merkmal 33) unterbleibt die zusätz-
liche Markierung im Bereich der Merkmale 39 bis 46, da der
Wahninhalt (noch) unklar ist.

Beachte zum Zusammenhang der Merkmale 34 bis 36: Wahn-


einfälle und Wahnwahrnehmungen gehen den Wahngedanken
(zeitlich gesehen) voraus. Dies bedeutet, dass zusätzlich zu
„Wahngedanken“ die Merkmale „Wahnwahrnehmung“ bzw.
„Wahneinfall“ nur markiert werden dürfen, wenn sie auch in
dem definierten Beobachtungszeitraum aufgetreten sind.

Überwertige Ideen (das Leben beherrschende Vorstellungen) er-


füllen nicht die Wahnkriterien und dürfen daher hier nicht mar-
kiert werden.

Vorbemerkung zur Graduierung der inhaltlichen


Wahnmerkmale (Merkmale 39 bis 46)

Die Graduierung der inhaltlichen Wahnmerkmale wird einheit-


lich nach folgenden Gesichtspunkten vorgenommen:
1. Zu beurteilen ist die Beeinträchtigung im gewohnten sozia-
len Rahmen (Beruf, Familie und Freizeitbereich). Maßstab
ist dabei das Funktionsniveau, das vor dem Ausbruch der
Wahnsymptomatik bestanden hat.
2. Es muss ein Zusammenhang zwischen der Wahnsymptoma-
tik und den erkennbaren Behinderungen vorhanden sein.

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Beispiel

Ein Patient glaubt sich durch ein Verbrechersyndikat verfolgt


und bespitzelt, vermag aber dennoch seiner Arbeit nachzu-
gehen und seine familiären Pflichten zu erfüllen (= leichte
Ausprägung Verfolgungswahn).
Ein anderer Patient wandert von einem Arzt zum anderen,
liegt ansonsten tagelang in seinem Bett, gibt frühere Interes-
sen auf und geht nicht mehr an seinen Arbeitsplatz mit Hin-
weis auf seine unheilbare Krankheit (= schwere Ausprägung
hypochondrischer Wahn).
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

33. Wahnstimmung (S)


Definition

Wahnstimmung meint eine besondere, häufig diffuse und ah-


nungsvolle emotionale Gespanntheit im Vorfeld des Wahns
(vergleichbar einer Aura). Diese Stimmung besteht in einem
Bedeutungszumessen und Inbeziehungsetzen, Meinen, Ver-
muten und Erwarten, das von anderen so nicht nachvollzogen
werden kann.

Erläuterungen und Beispiele


Gemeint ist eine Atmosphäre des Betroffenseins, eine Erwar-
tungsspannung in einer verändert erlebten Welt oder durch ein
verändert erlebtes Ich. Dabei gibt es die verschiedensten Grund-
tönungen der Stimmung; am häufigsten ist die Stimmung der
Unheimlichkeit, des Misstrauens, des Verändertseins, der Bedro-
hung, der Angst, des Argwohns, der Ratlosigkeit, manchmal aber
auch der Gehobenheit, Euphorie und Zuversicht.

In der Wahnstimmung ist der Wahninhalt (z. B. Verfolgungs-


wahn) noch nicht definiert, deshalb kann der Patient meistens
keine Gründe für sein Erleben angeben.
–– „Sagt mir doch, was los ist. Etwas ist los, ich weiß aber nicht
was.“

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–– „Es liegt etwas in der Luft, alles um mich herum ist merk-
würdig verändert, alles so seltsam; die Leute machen so ein
böses Gesicht, da muss doch was passiert sein, oder?“
–– „Plötzlich machte sich ein unheimliches Glücksgefühl breit;
ich spürte, dass etwas Großartiges geschehen müsste, hatte
aber noch keine richtige Vorstellung davon. Erst am Abend
ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Wahnstimmung beschränkt sich nur auf wenige Be-
reiche des Erlebens. Ein Patient berichtet über merk-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

würdige atmosphärische Veränderungen am Arbeits-


platz, die ihn mit etwas Argwohn und Angst erfüllen.
„schwer“ Das Erleben des Patienten ist überwiegend durch
Wahnstimmung geprägt. Für den Patienten hat die
gesamte Umwelt ihre vertraute und bisher selbstver-
ständliche Bedeutung verloren, alles wird unheim-
lich und verändert erlebt.

Abzugrenzende Merkmale
38 Wahndynamik
53 Derealisation
59 ratlos

34. Wahnwahrnehmung (S)


Definition

Reale Sinneswahrnehmungen erhalten eine abnorme Bedeu-


tung, meist im Sinne der Eigenbeziehung, ohne dass hierfür
ein rational oder emotional verständlicher Anlass besteht. Die
Wahnwahrnehmung ist eine wahnhafte Fehlinterpretation einer
an sich richtigen Wahrnehmung.

Erläuterungen und Beispiele


Bei einem Spaziergang bemerkt ein Patient, wie ein Hund ihn
anschaut und seine Pfote hebt. Dies interpretiert er als Zeichen
einer göttlichen Offenbarung.

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Hier werden auch „mnestische Wahnwahrnehmungen“ als be-
sondere Form der Wahnerinnerung eingetragen: „Als Kind hatte
ich eine Gabel, auf der eine Krone eingraviert war. Jetzt habe ich
die Bedeutung begriffen, dass ich nämlich in Wirklichkeit fürst-
licher Abstammung bin!“
Hier werden auch Personenverkennungen markiert, sofern sie
den Charakter einer Wahnwahrnehmung besitzen.
Früher (vor dem Beobachtungszeitraum) aufgetretene und bis
jetzt festgehaltene Wahnwahrnehmungen nennt man Wahnge-
danken; sie werden bei Merkmal 36 abgebildet.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Wahnwahrnehmungen beschränken sich auf ein-
zelne Themen des Erlebens (1 Wahnwahrnehmung
im Beobachtungszeitraum).
„schwer“ Das Erleben des Patienten wird durch die Wahnwahr-
nehmungen geprägt (mehr als 3 unterschiedliche
Wahnwahrnehmungen im Beobachtungszeitraum).

Abzugrenzende Merkmale
35 Wahneinfall
36 Wahngedanken
47 Illusionen

35. Wahneinfall (S)


Definition

Rein gedankliche, neu aufgetretene wahnhafte Vorstellungen


und Überzeugungen.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Gestern ist mir aufgegangen, dass ich den Friedensnobel-
preis erhalte, weil ich die Supermächte telepathisch ausge-
söhnt habe.“
–– „Heute Morgen ist mir sonnenklar geworden, dass mein Sohn
gar nicht von mir stammt.“

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Im Gegensatz zur Wahnwahrnehmung geht dem Wahneinfall
keine spezielle Wahrnehmung voraus. Früher (vor dem Beob-
achtungszeitraum) aufgetretene und bis jetzt festgehaltene Wahn-
einfälle nennt man Wahngedanken; sie werden bei Merkmal 36
abgebildet.

Hier auch „mnestischen Wahneinfall“ als besondere Form der


Wahnerinnerung markieren: Einem Patienten fällt plötzlich ein,
dass er schon als Kind übernatürliche Kräfte gehabt habe.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Die Wahneinfälle beschränken sich auf einzelne The-


men des Erlebens (1 bis 2 Wahneinfälle im Beobach-
tungszeitraum).
„schwer“ Das Erleben des Patienten wird durch die Wahnein-
fälle geprägt (mehr als 3 unterschiedliche Wahnein-
fälle im Beobachtungszeitraum).

Abzugrenzende Merkmale
34 Wahnwahrnehmung
36 Wahngedanken

36. Wahngedanken (S)


Definition

Überdauernde wahnhafte Überzeugungen.

Erläuterungen und Beispiele


Wahngedanken gehen aus Wahneinfällen oder Wahnwahrneh-
mungen hervor.
–– „Vor mehreren Monaten sind lauter gelbe ausländische Autos
in der Stadt herumgefahren, die mich offensichtlich beobach-
tet haben. Seitdem weiß ich, dass sie mich dauernd im Visier
haben.“
–– „Schon vor drei Jahren ist mir irgendwie klargeworden, und
das weiß ich jetzt ganz genau, dass ich einer viel höheren In-

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telligenz angehöre und wahrscheinlich von dem Planeten
Alpha Centauri abstamme.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Wahngedanken beschränken sich auf einzelne
Themen des Erlebens (1 bis 2 Wahngedanken im Be-
obachtungszeitraum).
„schwer“ Das Erleben des Patienten wird durch die Wahnge-
danken geprägt (mehr als 3 unterschiedliche Wahn-
gedanken im Beobachtungszeitraum).
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
34 Wahnwahrnehmung
35 Wahneinfall

37. Systematisierter Wahn (S)


Definition

Grad der Verknüpfung (logisch oder auch paralogisch) ein-


zelner Wahnsymptome mit anderen Wahnphänomenen, Sin-
nestäuschungen, Ich-Störungen oder auch nicht krankhaft ver-
änderten Beobachtungen und Erlebnissen.

Erläuterungen und Beispiele


Bei diesem Merkmal werden zwischen den oben genannten
einzelnen Phänomenen Verbindungen hergestellt, die oft einen
kausalen oder finalen Charakter besitzen und vom Patienten als
Beweise und Bestätigungen für seine Überzeugung angesehen
werden. Bei Systematisierung müssen die Elemente, die ver-
knüpft werden, zusätzlich markiert werden (z. B. Wahngedan-
ken oder Wahnwahrnehmung).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Zusammenhänge werden bloß vermutet, kausale Be-
gründungen in Betracht gezogen, oder es werden nur
einzelne Elemente miteinander verknüpft.

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„schwer“ Der Wahn ist weitgehend ausgebaut, strukturiert und
„ausgereift“. Es gibt fast keine „offenen Fragen“
mehr. Skeptischen Entgegenhaltungen wird mit
„Überzeugungsarbeit“ begegnet.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

38. Wahndynamik (SF)


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Definition

Das Ausmaß der Affekte, die im Zusammenhang mit dem


Wahn auftreten.

Erläuterungen und Beispiele


Für den Untersucher ergibt sich das Ausmaß der affektiven An-
teilnahme aus dem Verhalten des Patienten im Beurteilungszeit-
raum und aus der Art, wie er den Wahn berichtet.
Werden Wahngedanken mit nur geringer affektiver Beteiligung
und wenig psychomotorischem Ausdruck vorgebracht, liegt eine
geringe Wahndynamik vor. Beispielsweise gibt es bei langan-
dauernden Schizophrenien manchmal ein eingeschliffenes „He-
runterleiern“ von Wahngedanken ohne spürbare emotionale Be-
teiligung.
Eine starke Ausprägung liegt vor, wenn ein Patient mit einem
depressiven Schuldwahn verzweifelt weint und händeringend
über seine Verfehlungen klagt.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es findet sich eine nur geringe affektive Beteiligung,
die aus der Schilderung, der Mimik oder Gestik deut-
lich wird.
„schwer“ Der mit dem Wahn verbundene Affekt beherrscht den
Patienten und wird aus seinen Handlungen, Worten,
Bewegungen oder Gesten deutlich.

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Abzugrenzende Merkmale
33 Wahnstimmung

39. Beziehungswahn (S)


Definition

Wahnhaftes Beziehen von Ereignissen auf die eigene Person.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient fühlt sich im Mittelpunkt der gezielten Aufmerksam-
keit seiner Umwelt. Selbst aus völlig unbedeutenden Ereignis-
sen entnimmt er mit unerschütterlicher Gewissheit Signale, die
ihn in ganz besonderer Weise angehen. Das Gespräch anderer
Menschen bezieht er auf sich, das flüchtige Gestreiftwerden vom
Blick eines zufällig begegnenden Fremden bedeutet, dass dieser
dem Patienten eine wichtige Botschaft übermittelt.

Der Beziehungswahn kann isoliert vorkommen, z. B. als Liebes-


wahn mit der unkorrigierbaren Überzeugung, von einer bestimm-
ten Person geliebt zu werden. Wenn nicht ein isolierter Bezie-
hungswahn besteht, sondern der Beziehungswahn Element eines
anderen Wahns (z. B. eines Verfolgungswahns) ist, soll nur die-
ser kodiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Wahn bezieht sich nur auf einzelne Lebensberei-
che. Ein Patient berichtet z. B., dass er gelegentlich
von seiner Nachbarin ganz eigenartig gemustert
werde. Weder in der Familie noch an seiner Arbeits-
stelle ist es zu ähnlichen Beobachtungen gekommen.
Seinen familiären und beruflichen Aufgaben kommt
er ohne Einschränkung nach.
„schwer“ Im Rahmen eines Liebeswahnes werden Zeitungs-
meldungen, Fernseh- und Radiodurchsagen, Blicke
von Passanten als Beweise und verdeckte Hinweise
auf eine bevorstehende Hochzeit gewertet. Der Patient

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beschäftigt sich mehr und mehr mit Vorbereitungen
für dieses Ereignis und gibt seine sonstigen Lebens-
gewohnheiten auf.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen

40. Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn (S)


Definition
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Der Patient erlebt sich als Ziel von Feindseligkeiten. Er wähnt


sich bedroht, gekränkt, beleidigt, verspottet oder verhöhnt; er
weiß, dass man nach seinem Hab und Gut, nach seiner Ge-
sundheit oder gar nach seinem Leben trachtet.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Mit einem großen Radioteleskop überwachen die Psycho-
logen mich auf Schritt und Tritt. Mit Videokameras filmen
sie alle meine Bewegungen und verwenden es dann gegen
mich. Sie wollen mich in den Selbstmord treiben.“
–– „Mit lauter Tricks mischen sie mir Gift in das Essen, damit
ich langsam sterbe. Dahinter steckt mein alter Chef, der hat
das alles eingefädelt, weil er schon immer etwas gegen mich
hatte.“
Hier wird auch der Querulantenwahn eingetragen als eine be-
sondere Form des Beeinträchtigungswahnes, wobei meistens
eine Kränkung und der daran anschließende Kampf ums Recht
beherrschend sind.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient fühlt sich z. B. durch einen Spionagering
verfolgt, kann aber problemlos seiner Arbeit nachge-
hen und ist sozial nicht weiter auffällig.

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„schwer“ Ein anderer Patient nimmt z. B. an, dass er von An-
gehörigen vergiftet werden soll. Er nimmt fast keine
Nahrung mehr zu sich, geht nicht mehr aus dem Haus
und lässt keine Besucher mehr ein.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen

41. Eifersuchtswahn (S)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Wahnhafte Überzeugung, vom Lebenspartner betrogen und


hintergangen zu werden.

Erläuterungen und Beispiele


Patienten sind unerschütterlich davon überzeugt, dass ihr Part-
ner eine sexuelle Beziehung zu einem anderen aufgenommen
hat oder aufnehmen will. An sich unbedeutende Ereignisse oder
Beobachtungen werden häufig als Beweise für die Untreue des
Partners präsentiert.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient ist wahnhaft von der Untreue seiner Frau
überzeugt, lebt aber weiterhin mit ihr zusammen,
ohne dass es zu häufigen Auseinandersetzungen über
dieses Thema kommt.
„schwer“ Ein Patient geht nur noch unregelmäßig zur Arbeit,
weil er seine Freundin stundenlang beobachtet und
Beweise für ihre Untreue sammelt. Er schreibt Briefe
an die vermeintlichen Liebhaber und bedroht diese.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen

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42. Schuldwahn (S)
Definition

Wahnhafte Überzeugung, etwas falsch gemacht und Schuld


auf sich geladen zu haben.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient ist überzeugt, einen unverzeihlichen und nicht wie-
der gutzumachenden Fehler begangen zu haben. Diese Fehler
können sowohl gegen individuelle als auch gegen gesellschaft-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

liche oder religiöse Normen gerichtet sein. Im Rahmen eines


Schuldwahns kommt es häufig auch zu der Überzeugung, für das
eigene Verhalten bestraft zu werden. Nicht selten wird tatsäch-
liches geringfügiges Fehlverhalten aus der Vergangenheit in völ-
lig unangemessener Weise überbewertet.
–– Ein Patient hat seine Frau vor vielen Jahren einmal betrogen,
später aber nicht mehr daran gedacht oder darüber gespro-
chen. Jetzt – im Schuldwahn – wirft er sich dieses Verhalten
immer wieder vor.
–– „Vor 30 Jahren habe ich einmal 10 Briefmarken aus dem Büro
mitgenommen, das hätte ich auf keinen Fall machen dürfen.
Jetzt ist man dahinter gekommen, und jetzt wird man mich
bestimmt zur Rechenschaft und Verantwortung ziehen, die
Polizei ist sicher schon an der Sache dran.“
–– „Ich hätte niemals dem Verkauf zustimmen dürfen, das war
auf jeden Fall falsch. Wenn die Kinder das erfahren, werden
sie nie wieder etwas mit mir zu tun haben wollen; aber ich
habe es ja auch nicht besser verdient, das ist jetzt die Strafe,
alles ist aus.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient meint, er habe das Vertrauen seiner El-
tern missbraucht und erwartet eine baldige Strafe,
wirkt aber insgesamt dadurch nicht wesentlich be-
einträchtigt.

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„schwer“ Ein Patient meint, die Erkrankung seiner Frau durch
ein außereheliches Verhältnis vor vielen Jahren ver-
schuldet zu haben. Im Rahmen der Selbstvorwürfe
kommt es zu einem Suizidversuch.

Abzugrenzende Merkmale
71 Insuffizienzgefühle
73 Schuldgefühle

43. Verarmungswahn (S)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Wahnhafte Überzeugung, nicht genug Mittel zum Lebens­


unterhalt zu haben.

Erläuterungen und Beispiele


Patienten mit einem Verarmungswahn sind davon überzeugt, ihnen
stehe der finanzielle Ruin bevor. Häufig äußern sie, eine notwen-
dige Behandlung, Schulden oder laufende Lebenshaltungskosten
nicht mehr bezahlen zu können. Nicht selten werden auch Fami-
lienangehörige in diese finanzielle Katastrophe miteinbezogen,
und der Patient glaubt, auch deren Vermögen gehe verloren.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient ist überzeugt, dass er und seine Familie
nicht mehr genug Geld besitzen und dass der Ruin
bevorstehe, ohne dass es zu konkreten Verhaltensän-
derungen oder besonderer Sparsamkeit kommt.
„schwer“ Infolge eines Verarmungswahnes will der Patient die
teuren Medikamente nicht mehr einnehmen und
drängt auf Entlassung, da die Krankenkasse die Kos-
ten nicht übernehme.

Abzugrenzende Merkmale
74 Verarmungsgefühle

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44. Hypochondrischer Wahn (S)
Definition

Wahnhafte Überzeugung, schwer krank zu sein.

Erläuterungen und Beispiele


Inhalt dieses Wahns können konkrete Krankheiten wie beispiels-
weise Krebs, AIDS oder Demenz sein. Manchmal sind Patien-
ten auch nur überzeugt, bald an einer schweren Krankheit ster-
ben zu müssen, ohne diese genauer beschreiben zu können.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Tatsächliche Krankheit schließt einen darüber hinausgehenden


hypochondrischen Wahn nicht aus.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient ist sich sicher, an Darmkrebs zu leiden,
ohne dass sich daraus wesentliche Verhaltensände-
rungen oder Behinderungen ergeben.
„schwer“ Der Patient ist überzeugt, an AIDS zu leiden. Er ist
nur noch mit Arztbesuchen beschäftigt und konsu-
miert verzweifelt zahlreiche Medikamente bzw.
denkt an Suizid.

Abzugrenzende Merkmale
28 Hypochondrie
51 Körperhalluzinationen

45. Größenwahn (S)


Definition

Wahnhafte Selbstüberschätzung und Selbstüberhöhung.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient ist der wahnhaften Überzeugung, anderen Menschen
eindeutig überlegen zu sein. Dieses kann sich auf Intelligenz,

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Schönheit, Reichtum, Begabung, Abstammung und vieles an-
dere mehr beziehen.

–– „Nach einem Atomkrieg werden nur wenige Auserwählte wie


ich überleben!“
–– „Ich verfüge über eine Superintelligenz und habe die Auf-
gabe, die kriegsführenden Länder zu versöhnen!“
–– „In zwei Wochen werden sie mir eine eigene Fernsehshow
geben, und dann werde ich eine Benefizveranstaltung machen
und 40 Millionen Euro für die Hungernden der Welt einneh-
men.“
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient hält sich für einen großen Erfinder und
arbeitet zugleich ganz zuverlässig als Hilfsgärtner.
„schwer“ Der Patient sieht sich als Erlöser der Welt. Er predigt
auf offener Straße oder gibt seinen Arbeitsplatz mit
der Begründung auf, dass diese Tätigkeit seinen Fä-
higkeiten in keiner Weise entspreche.

Abzugrenzende Merkmale
72 Gesteigerte Selbstwertgefühle

46. Andere Wahninhalte (S)


Definition

Wahnthemen, die nicht in die oben genannten Kategorien pas-


sen.

Erläuterungen und Beispiele


Wahnhafte Überzeugung, schwanger zu sein.

Wahnhafte Überzeugung, dass eine mächtige Organisation die


Vereinigung aller Völker und Staaten plane, ohne dass dem Pa-
tienten dabei eine besondere Aufgabe oder ein besonderes Wis-
sen zukommt.

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Ein Patient ist überzeugt davon, letzte Nacht auf einem anderen
Planeten und dort auf einer Versammlung extraterrestrischer
Wesen gewesen zu sein.
Manche Ich-Störungen (z. B. „Gedankenentzug“) werden in der
Terminologie von DSM als „bizarrer Wahn“ bezeichnet. Diese
Phänomene werden aber in der AMDP-Systematik nicht im Ka-
pitel „Wahn“, sondern bei den „Ich-Störungen“ abgebildet.
Liebeswahn wird unter Beziehungswahn abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Der Wahn führt zu einer geringen Beeinträchtigung


im Alltag.
„schwer“ Der Wahn führt zu ausgeprägten Problemen im All-
tag.

Abzugrenzende Merkmale
54 Depersonalisation
55 Gedankenausbreitung
56 Gedankenentzug
57 Gedankeneingebung
58 andere Fremdbeeinflussungserlebnisse

2.8 Sinnestäuschungen
Vorbemerkungen

Obwohl das Erkennen von Sinnestäuschungen im klinischen All-


tag im Allgemeinen keine großen Probleme macht, ist eine um-
fassende Definition sehr schwierig und berührt grundlegende
Fragen von menschlicher Wahrnehmung und Erkenntnis.
In diesem Kapitel werden drei Arten von Sinnestäuschungen ab-
gebildet: Illusionen, Halluzinationen und Pseudohalluzinationen.
Als Unterscheidungskriterium zwischen Illusionen und Halluzi-
nationen dient das Vorhandensein einer Reizquelle.
Auch „Pseudohalluzinationen“, bei denen der Patient den Trug-
charakter seiner Wahrnehmungen erkennt, werden bei Halluzi-

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nationen abgebildet. Pseudohalluzinationen als Ausdruck von
Intrusionen oder Nachhallerinnerungen (Flashbacks) werden nur
unter Merkmal „14 Paramnesien“ abgebildet.
Es kann auf sämtlichen Sinnesgebieten halluziniert werden, häu-
fig auf mehreren Sinnesgebieten zugleich.
Bei der Graduierung von Sinnestäuschungen sind drei Kriterien
zu beachten:
1. die Häufigkeit im Beobachtungszeitraum,
2. die Intensität (Leibhaftigkeit, Deutlichkeit, Komplexität) und
3. das Ausmaß der subjektiven Beeinträchtigung (Leiden und
Handlungsrelevanz).
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Der Schweregrad (leicht – mittel – stark) wird jeweils durch das


Kriterium mit der stärksten Ausprägung bestimmt.

47. Illusionen (S)


Definition

Verkennung (verfälschte Wahrnehmung) von realen Gegen-


ständen, Geräuschen oder Personen.

Erläuterungen und Beispiele


Bei der Illusion werden Gegenstände, Geräusche oder Personen
unmittelbar verkannt (im Gegensatz zur Wahnwahrnehmung, bei
der die Wahrnehmung korrekt ist, dieser aber eine wahnhafte Be-
deutung beigemessen wird).
–– Der ängstliche Mensch verkennt im nächtlichen Wald Büsche
als drohende Gestalten. Musterungen in der Tapete verwan-
deln sich zu fratzenartigen Gesichtern.
–– Das Geräusch von vorbeifahrenden Autos wird als Rollen von
Panzerkolonnen wahrgenommen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der ermüdete Autofahrer verkennt für Sekunden
Bäume als Tiere, die auf die Fahrbahn zu laufen
scheinen.

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„schwer“ Eine Zimmerpflanze verwandelt sich in ein bedroh-
liches Ungeheuer, was den Patienten dazu veranlasst,
aus dem Bett zu flüchten.

Abzugrenzende Merkmale
34 Wahnwahrnehmung
48 Stimmenhören
49 andere akustische Halluzinationen
50 optische Halluzinationen
51 Körperhalluzinationen
52 Geruchs- und Geschmackshalluzinationen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

53 Derealisation

48. Stimmenhören (S)


Definition

Hören von Stimmen (Phoneme), ohne dass tatsächlich jemand


spricht.

Erläuterungen und Beispiele


Die Stimmen können den Patienten direkt ansprechen, ihm Be-
fehle geben, sein Handeln kommentieren oder in Rede und Ge-
genrede über ihn sprechen.
Die Stimmen müssen nicht immer von außen wahrgenommen
werden, sondern können als fremde (!) Stimme auch im eigenen
Körper leibhaftig gehört werden. Auch das „laute Hören“ eige-
ner Gedanken wird hier abgebildet.
–– „Ich habe die Stimme meiner toten Mutter gehört. Sie hat mich
immer gelobt oder getadelt, je nachdem was ich gemacht habe.“
–– „Ich habe die Stimmen mehrerer Männer gehört, die sich über
mich unterhalten haben. Eine davon hat mir dann den Befehl
gegeben, nach Emden zu fahren.“
Unverständliche oder unartikulierte Lautäußerungen (z. B. Stöh-
nen, Seufzen, unverständliches Murmeln) werden bei „Andere
akustische Halluzinationen“ abgebildet.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Ein Patient berichtet, dass er seinen gelegentlichen
Stimmen keinerlei Bedeutung beimesse.
„schwer“ Ein Patient gibt an, ganz deutlich die Stimme Gottes
gehört zu haben, der ihm befohlen habe, das Famili-
ensilber zu verkaufen und das Geld den Armen zu
spenden.

Abzugrenzende Merkmale
47 Illusionen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

49 andere akustische Halluzinationen


55 Gedankenausbreitung
57 Gedankeneingebung

49. Andere akustische Halluzinationen (S)


Definition

Hören von Geräuschen, ohne dass solche Geräusche vorhan-


den sind (sog. Akoasmen).

Erläuterungen und Beispiele


–– „Ich habe dauernd eine Musik gehört, fast wie ein Konzert
war es gewesen.“
–– „Ganz deutlich habe ich ein Stöhnen und Seufzen aus der
Wand gehört.“
–– „Es macht immer Klick im Kopf, und jedes Mal werde ich
intelligenter.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient hörte gestern Abend wie aus weiter Ferne
im Garten der Klinik ein Orchester spielen.
„schwer“ Ein Patient beklagt sich beim Nachbarn über das seit
Tagen andauernde ständige Hämmern auf dem Dach-
boden.

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Abzugrenzende Merkmale
47 Illusionen
48 Stimmenhören

50. Optische Halluzinationen (S)


Definition

Visuelle Wahrnehmung ohne entsprechende Reizquelle.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Es werden beispielsweise Lichtblitze, Muster, Gegenstände, Per-
sonen oder ganze Szenen gesehen, ohne dass diese vorhanden
sind.

–– „Und da habe ich plötzlich – mitten in Zürich – eine Armee


von Soldaten mit lauter Goldhelmen auf mich zukommen
sehen.“
–– „Der ganze Raum war mit Lichtblitzen und bunten Vierecken
angefüllt.“
–– „Auf einmal kam ein Hund in das Krankenzimmer gelaufen
und sprang auf das Bett meines Nachbarn.“

Hier wird auch das so genannte Doppelgängererlebnis (Heauto-


skopie, d. h. die eigene Gestalt zu sehen) abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient berichtet, er habe gestern kurzfristig und
undeutlich das Antlitz der Madonna gesehen.
„schwer“ Ein Patient sieht im ganzen Zimmer lauter Ungezie-
fer herumkrabbeln.

Abzugrenzende Merkmale
47 Illusionen

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51. Körperhalluzinationen (S)
Definition

Taktiles Wahrnehmen ohne entsprechende Reizquelle oder


Störungen des Leibempfindens (Coenästhesien).

Erläuterungen und Beispiele


Unter Körperhalluzinationen werden hier zwei verschiedene
Phänomene abgebildet:
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

a) Taktile Halluzinationen:
–– „Da habe ich gespürt, wie sich eine kalte, behaarte Hand auf
meinen Körper legte; ganz deutlich habe ich die fünf Finger
gespürt. Es war eine ganz raue Hand.“
–– „Plötzlich ist mir eiskaltes Wasser über den Rücken gelau-
fen. Als ich nachgesehen habe, war die Haut aber ganz tro-
cken.“
–– „Auf einmal konnte ich lauter kleine Kristalle zwischen den
Fingern tasten, sie waren zum Teil rund, zum Teil aber auch
länglich.“

b) Störungen des Leibempfindens


Qualitativ abnorme, neu- und fremdartige sowie häufig negativ
getönte Leibsensationen. Sie sind von den Patienten oft schwer
oder manchmal nur mit bizarren Vergleichen beschreibbar. Sie
können gleichförmig und streng umschrieben, aber auch häufig
wechselnd in Qualität und Ausdehnung sein. Wenn sie als von
außen gemacht beschrieben werden, ist zusätzlich „Andere Fremd-
beeinflussungserlebnisse“ zu markieren.

–– „Mein Darm ist wie versteinert und im Bauch ist ein ständi-
ges Brennen.“
–– „Elektrischer Strom fließt durch meinen Bauch; das Herz und
der Darm ziehen sich zusammen. In meinem Kopf schwappt
das Gehirn hin und her.“
–– „Im Hoden ist so ein eigenartiges Ziehen, als ob eine Eisen-
kugel daran hängt.“

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ „Hin und wieder ist so ein merkwürdiges Ziehen im
Kopf, so als ob sich das Gehirn teilt.“ (Patient wirkt
dadurch aber weder beunruhigt noch sonst wie be-
einträchtigt.)
„schwer“ Ein Patient spürt ein Brennen (Strahlen) auf der Haut
und wickelt deshalb die Arme in Alufolie.

Abzugrenzende Merkmale
47 Illusionen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

52. Geruchs- und Geschmackshalluzinationen (S)


Definition

Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen ohne entspre-


chende Reizquelle.

Erläuterungen und Beispiele


Im Mund breitet sich ein bestimmter (meist unangenehmer) Ge-
schmack aus, ohne dass der Patient etwas gegessen oder getrun-
ken hat.
–– „Auf einmal hatte ich einen richtig fauligen Geschmack im
Mund.“
–– „Plötzlich hat es nach Gas gerochen; es war ganz merkwür-
dig, weil es sonst keiner gemerkt hat.“
Geruchs- und Geschmackshalluzinationen treten häufig zusam-
men auf oder gehen phänomenologisch ineinander über.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ „Letzte Woche hat es einmal ein bisschen nach ver-
wesenden Leichen gerochen.“ Er ist deswegen je-
doch nicht beunruhigt und unternimmt nichts, um
dem Geruch auf die Spur zu kommen.
„schwer“ Seit Tagen verweigert ein Patient das Essen, weil es
so komisch schmecke. Ein Patient verstopft alle Rit-

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zen an Fenstern und Türen, um den Gasgeruch abzu-
wehren.

Abzugrenzende Merkmale
34 Wahnwahrnehmung
47 Illusionen

2.9 Ich-Störungen
Vorbemerkungen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Unter Ich-Störungen werden Erlebensweisen abgebildet, bei


denen es zu Störungen der Ich-Umwelt-Grenze oder zu Störun-
gen des personalen Einheitserlebens kommt. Ebenso zählen dazu
Erlebnisweisen, in denen körperliche Vorgänge sowie das eigene
Denken, Fühlen oder Handeln als von außen gelenkt empfunden
werden.
Manche Ich-Störungen (z. B. „Gedankenentzug“) werden in der
Terminologie von DSM als „bizarrer Wahn“ bezeichnet. Diese
Phänomene werden aber in der AMDP-Systematik nicht im Ka-
pitel „Wahn“, sondern bei den „Ich-Störungen“ abgebildet.

53. Derealisation (S)


Definition

Die Umgebung oder das Zeiterleben werden unwirklich ver-


ändert erfahren; die Vertrautheit geht verloren.

Erläuterungen und Beispiele


Personen, Gegenstände und Umgebung erscheinen unwirklich,
fremdartig oder auch räumlich verändert. Dadurch wirkt die Um-
welt z. B. unvertraut, sonderbar oder gespenstisch. Die Sinnes-
eindrücke können intensiver oder abgeschwächt sein:
–– „Alle Geräusche klingen gedämpft, als ob ein Filter dazwi-
schen wäre.“
–– „Ich sehe alles wie durch einen Schleier.“

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–– „Alles schmeckt jetzt so, als ob es aus Pappe wäre.“
–– „Ich habe das Gefühl, dass alles in Zeitlupe passiert.“
Derealisation (Entfremdungserlebnisse) kann in Wahnstimmung
eingebettet sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Derealisationserlebnisse treten nur flüchtig auf
oder beeinträchtigen den Patienten nicht.
„schwer“ Ein großer Teil des Erlebens ist betroffen. Der Pati-
ent berichtet z. B., die Welt komme ihm wie aus
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

einem künstlichen Stoff vor, Menschen wirkten wie


Mario­netten ohne wirkliches Leben, die Welt er-
scheine ihm völlig fremd.

Abzugrenzende Merkmale
4 Bewusstseinsverschiebung
33 Wahnstimmung
36 Wahngedanken

54. Depersonalisation (S)


Definition

Der Patient kommt sich selbst fremd, unwirklich, verändert


oder wie ein anderer vor.

Erläuterungen und Beispiele


Diese Störung kann flüchtig sein oder über längere Zeit beste-
hen bleiben:
–– „Jedes Mal implantieren Sie mir ein anderes Ich, damit ich
die Erinnerungen nicht behalte. Mein wirkliches Ich haben
sie dafür in einen anderen Menschen eingesetzt.“
–– „In den Angstattacken spüre ich meinen Körper nicht mehr,
er fühlt sich an, als gehöre er nicht mehr zu mir.“
–– „In der Depression bin ich wie eine Maschine, wie ein Auto-
mat. Ich existiere dann gar nicht mehr. Ich bin tot. Ich fühle
mich als gar nichts. Mein Ich ist tot, ich bin wie eine Leiche.“

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Hierher gehört auch das Erleben der Veränderung körperlicher
Merkmale (z. B. größere Extremitäten).
Die Phänomene Transitivismus (anderen Personen eigene Erleb-
nisse und Verhaltensweisen zuschreiben) und Appersonierung
(Beobachtungen z. B. bei anderen Menschen werden am eige-
nen Körper erlebt) werden hier auch markiert.
Nicht gemeint ist das nachvollziehbare Sich-verändert-Fühlen
durch die Erkrankung oder „pseudophilosophische“ Hinweise
auf das ständige Sichverändern.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Die Depersonalisation tritt nur flüchtig auf, oder nur


Teile des Einheits- oder Identitätserlebens sind be-
troffen.
„schwer“ Der Patient hat das Gefühl, im Einheits- und Identi-
tätserleben tiefgreifend verändert zu sein, oder die
Depersonalisationserscheinungen bleiben über einen
längeren Zeitraum bestehen.

Abzugrenzende Merkmale
8 Orientierungsstörung über die eigene Person
34 Wahnwahrnehmungen
47 Illusionen
51 Körperhalluzinationen

55. Gedankenausbreitung (S)


Definition

Die Gedanken gehören nicht mehr dem Patienten alleine, an-


dere haben daran Anteil und wissen, was er denkt (Gedanken-
lesen).

Erläuterungen und Beispiele


Gedankenlautwerden muss hier ebenfalls eingetragen werden,
wenn der Patient glaubt, dass es auch von anderen gehört wer-
den kann.

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–– „Die Leute merken, was ich denke. Alle wissen, was in mei-
nem Kopf vorgeht.“
–– „Wenn ich etwas denke, merkt das sofort der Gegenübersit-
zende“.
–– „Mein Vater kann meine Gedanken mithören“.
–– „Alle hier können in meine Gedanken reinsehen.“

Befürchtungen eines Patienten, dass andere Menschen sein Be-


finden erkennen könnten („Man sieht mir an, wie es mir geht“),
sind hier nicht gemeint.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Gedankenausbreitung tritt nur flüchtig auf, oder
nur Teile der Gedanken sind von der Ausbreitung be-
troffen.
„schwer“ Praktisch alle Gedanken sind für die anderen „ver-
fügbar“, oder die Gedankenausbreitung ist über einen
längeren Zeitraum vorhanden.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen
56 Gedankenentzug

56. Gedankenentzug (S)


Definition

Dem Patienten werden die Gedanken weggenommen oder


„abgezogen“.

Erläuterungen und Beispiele


Ein Patient berichtet, dass ihm andere Menschen oder eine hö-
here Macht die Gedanken entreiße oder stehle. „Da, wo meine
Gedanken waren, ist jetzt ein großes schwarzes Loch. Alle meine
Gedanken hat mir meine erste Freundin weggenommen“.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Gedankenentzug tritt nur flüchtig auf, oder nur
Teile der Gedanken sind betroffen, oder der Gedan-
kenentzug ist nur auf bestimmte Situationen be-
grenzt.
„schwer“ Eine Vielzahl Gedanken werden entzogen, oder der
Gedankenentzug ist über einen längeren Zeitraum
vorhanden.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

24 gesperrt/Gedankenabreißen

57. Gedankeneingebung (S)


Definition

Die Patienten erleben ihre Gedanken und Vorstellungen als


beeinflusst, gemacht, gelenkt, gesteuert, eingegeben oder auf-
gedrängt.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Sie hypnotisieren mir Gedanken in den Kopf, die gar nicht
meine sind.“
–– „Sie machen, dass ich ständig sexuelle Dinge denken muss,
obwohl ich das gar nicht will.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Gedankeneingebung tritt nur flüchtig auf, nur
wenige Teile der Gedanken sind betroffen, oder das
Phänomen ist nur auf wenige Situationen begrenzt.
„schwer“ Zahlreiche Gedanken werden eingegeben, oder die
Gedankeneingebung ist über einen längeren Zeit-
raum vorhanden.

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Abzugrenzende Merkmale
30 Zwangsdenken
48 Stimmenhören

58. Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse (S)


Definition

Gefühle, Intentionen, Verhalten oder Körperfunktionen wer-


den als gemacht erlebt.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient muss etwas Bestimmtes sprechen, er muss schreien,
auf bestimmte Weise handeln, er muss jemanden angreifen,
toben usw.
–– „Die machen, dass ich schreie.“
–– „Die steuern meinen Herzschlag, die machen ihn schnell und
langsam.“
–– „Die machen, dass ich mich im Bett immer hin und her wälze.“
–– „Ich bin eine Marionette, die von außen gesteuert wird.“
–– „Die rufen bei mir eine sexuelle Erregung hervor.“
Die häufige Äußerung, allgemein durch die Medien, die Gesell-
schaft oder die Eltern beeinflusst zu werden, ist hier nicht gemeint.
Alle Beeinflussungen, die Gedanken betreffen, sind unter Ge-
dankenausbreitung, -entzug oder -eingebung zu kodieren.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Fremdbeeinflussungserlebnisse treten bei dem Patien-
ten nur flüchtig auf, nur wenige Teile seines Empfin-
dens sind betroffen, oder die Fremdbeeinflussungser-
lebnisse sind auf wenige Situationen begrenzt.
„schwer“ Fremdbeeinflussungserlebnisse prägen das Erleben
des Patienten wesentlich oder sind über einen länge-
ren Zeitraum vorhanden.

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Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen
55 Gedankenausbreitung
56 Gedankenentzug
57 Gedankeneingebung

2.10 Störungen der Affektivität


Vorbemerkungen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Die Beurteilung affektiver Störungen (Störungen der Gefühle,


Stimmungen, Emotionalität, Befindlichkeit) führt immer wieder
zu besonderen Schwierigkeiten.

Da es im AMDP-System um die deskriptive Abbildung von Af-


fekten geht, sollen die Merkmale immer registriert werden,
wenn sie vorhanden sind, unabhängig davon, ob sie angemes-
sen sind oder psychopathologischen Symptomen einer bestimm-
ten Grunderkrankung entsprechen. Als Beispiele seien die Merk-
male „Insuffizienzgefühl“ und „Verarmungsgefühl“ genannt.
Beide können bei tatsächlich vorhandener Leistungsminderung
bzw. Verarmung des Patienten als adäquate, zu der realen Le-
benssituation gehörende Gefühlsäußerungen vorhanden sein,
sind aber trotzdem zu kodieren. Es wird im Einzelfall auch
schwierig sein, Affekte isoliert von anderen Störungen zu be-
trachten. Ein Wahn ist z. B. fast immer mit einem Affekt ver-
bunden. Auch hier soll nach dem Prinzip der Deskription vor-
gegangen werden: Wenn z. B. ein Patient das Gefühl der Schuld
erlebt, müssen Schuldgefühle markiert werden, auch wenn diese
im Rahmen eines Schuldwahns auftreten.

59. Ratlos (F)


Definition

Der Patient erscheint stimmungsmäßig wie jemand, der sich


nicht mehr zurechtfindet und seine Situation, seine Umgebung

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oder Zukunft kaum oder nicht mehr begreift. Er versteht nicht
mehr, was mit ihm geschieht und erscheint „staunig“, perplex
(verwundert, hilflos).

Erläuterungen und Beispiele


Es handelt sich hierbei um ein Symptom, das häufig aus dem
Verhalten zu erschließen ist. Meist ist die Ratlosigkeit als Summe
aus Mimik, Gestik und Worten erkennbar. Entschlussunfähig-
keit gegenüber Entscheidungen ist hier nicht gemeint, ebenfalls
nicht der im umgangssprachlichen Sinne „Rat Suchende“ („ich
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

weiß mir keinen Rat“). Vielmehr ist bei der Beurteilung der Af-
fekt der Ratlosigkeit abzubilden, der eine kognitive Störung be-
gleiten kann.
Weniger Gewicht hat für dieses Merkmal der kognitive Aspekt
selbst. Der Patient weiß nicht mehr, was ihm geschieht, was er
denken, planen und tun soll. Er vermag die Ereignisse nicht zu
begreifen und sich keine Übersicht zu verschaffen.
Die Ratlosigkeit äußert sich in einem staunend fremden oder
ängstlichen Gesichtsausdruck, manchmal in einer Unruhe oder
in einem zögernden Verharren, in Reaktionsunfähigkeit, in su-
chenden Handlungen, in Redewendungen wie zum Beispiel
„Was ist los? … Wo bin ich? … Was ist geschehen? … Ich weiß
nicht … Ich kenne mich nicht aus“.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Patient ist nur vorübergehend ratlos.
„schwer“ Die Ratlosigkeit des Patienten ist überwiegend vor-
handen und beeinträchtigt das Gespräch.

Abzugrenzende Merkmale
33 Wahnstimmung
53 Derealisation
75 ambivalent

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60. Gefühl der Gefühllosigkeit (S)
Definition

Hierbei handelt es sich um eine vom Patienten angegebene


Reduktion oder einen Verlust affektiven Erlebens, um eine
subjektiv erlebte Gefühlsleere. Der Patient erlebt sich als ge-
fühlsverarmt, -leer, -verödet, und zwar häufig nicht nur für
Freude, sondern auch für Trauer.

Erläuterungen und Beispiele


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Die Patienten berichten, die Gefühle seien wie abgestorben, sie


seien leer und kalt, sie hätten keine Gefühle, auch nicht mehr die
von Traurigkeit. Beim Gefühl der Gefühllosigkeit handelt es sich
um die subjektive Seite der häufig vom Beurteiler wahrgenom-
menen Affektarmut. „Ich bin innerlich ganz abgestorben, ich
kann überhaupt nichts mehr fühlen, in mir ist es tot und leer. Ich
kann mich über nichts mehr freuen, aber ich kann auch nicht
traurig sein, es erschüttert mich auch nichts mehr, es ist alles
starr.“ „Ich würde gerne weinen, aber es geht nicht mehr“; „Ich
kann mich nicht mehr ganz so wie früher mitfreuen“; „Musik
und andere Dinge, die mir Freude gemacht haben, kann ich nicht
mehr so emotional wie sonst erleben.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erlebt seine Gefühle als zeitweise redu-
ziert und als verändert.
„schwer“ Der Verlust oder die Verminderung von Gefühlen ist
sehr ausgeprägt oder die längste Zeit des Tages vor-
handen.

Abzugrenzende Merkmale
61 affektarm
79 affektstarr

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61. Affektarm (F)
Definition

Die Anzahl (das Spektrum) gezeigter Affekte ist vermindert.

Erläuterungen und Beispiele


Nur wenige Affekte (z. B. Wut, Hass, Ärger, Trauer) sind beob-
achtbar, oder der Patient ist affektiv unbeteiligt. Eine Vermin-
derung der Anzahl gezeigter Affekte tritt nicht nur beim depres-
siven Patienten auf. Auch ein manischer, schizophrener oder
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

persönlichkeitsgestörter Patient kann affektarm sein, wenn er nur


einen oder wenige Affekte zeigt. Zur sicheren Beurteilung muss
der Untersucher unterschiedliche Affekte hervorzurufen versu-
chen, wenn sie nicht spontan gezeigt werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Affekte zeigen überwiegend in eine Richtung
(z. B. depressive Tönung), bei Anregung zeigt der Pa-
tient auch andere Affekte.
„schwer“ Auch auf Anregung hin zeigt der Patient keine ande-
ren Affekte.

Abzugrenzende Merkmale
60 Gefühl der Gefühllosigkeit
79 affektstarr

62. Störung der Vitalgefühle (S)


Definition

Herabsetzung des allgemeinen Gefühls von Kraft, Energie


und Lebendigkeit.

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Erläuterungen und Beispiele
Klagen wie „alles ist so schwer … es drückt mich nieder … ich
fühle mich so zerschlagen“ werden geäußert. Kraftlosigkeit,
Schlappheit, rasche körperliche oder geistige Erschöpfbarkeit,
Müdigkeit oder körperliches Unbehagen werden hier abgebildet.
Isolierte körperliche Beschwerden (z. B. Kopf- oder Rücken-
schmerzen) ohne Beeinträchtigung des Vitalgefühls werden nur
im somatischen Befund eingetragen.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Der Patient registriert das Symptom, fühlt sich aber


noch nicht beeinträchtigt.
„schwer“ Der Patient fühlt sich durch die Störung der Vitalge-
fühle deutlich beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
71 Insuffizienzgefühle
80 antriebsarm
81 antriebsgehemmt

63. Deprimiert (SF)


Definition

Negativ getönte Befindlichkeit (niedergedrückt, niederge-


schlagen)

Erläuterungen und Beispiele


Hier wird ein breites Spektrum von Gefühlen abgebildet, das von
der Formulierung „ich bin traurig“ über die Beschreibung einer
Stimmung des Unbehagens, der Niedergeschlagenheit, Sorge,
Gram oder Hilflosigkeit bis hin zu der Angabe einer „entsetzli-
chen, unbeschreiblichen inneren Qual“ reichen kann. Dabei kann
der Ausdruck deprimierter Stimmung von sichtbarer Niederge-
schlagenheit mit Weinen und heftiger Bewegtheit bis zur völli-
gen Erstarrung im Schmerz gehen.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient gibt selbst an, im Sinne der Definition
verändert zu sein, obwohl an seinem Verhalten (Ak-
tivität, Sprechen, Mimik, Gestik) nur wenig auf De-
primiertheit hindeutet.
„schwer“ Auch auf Grund der Körperhaltung und Bewegung
sowie Mimik und Gestik ist die innere Verfassung
des Patienten offensichtlich.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

61 affektarm
79 affektstarr

64. Hoffnungslos (S)


Definition

Verminderte Hoffnung, pessimistische Stimmung, fehlende


Zukunftsorientierung. Der Glaube an eine positive Zukunft
ist vermindert oder ganz abhandengekommen („Schwarz­
se­hen“).

Erläuterungen und Beispiele


Abgebildet wird die veränderte Stimmung, weniger Gewicht hat
für dieses Merkmal der kognitive Aspekt. Der Patient hat eine
pessimistische Weltsicht. Er hat Zweifel an einer positiven Zu-
kunft, hat wenig oder gar keine Hoffnung mehr. Überall werden
nur Probleme und Schwierigkeiten gesehen. Jede Veränderung
wird als Verschlimmerung betrachtet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient hat Zweifel an einer positiven Zukunft in
bestimmten Bereichen.
„schwer“ Der Patient erlebt dieses Gefühl als quälend, und/
oder es betrifft alle Bereiche seines Lebens, und/oder
er ist nahezu ohne Hoffnung.

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Abzugrenzende Merkmale
Keine

65. Ängstlich (SF)


Definition

Der Patient hat Angst, manchmal ohne angeben zu können,


wovor.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Hinweise auf Angst können sich auch aus Ausdruck und Verhal-
ten ergeben. Angst kann sich zudem in körperlichen Symptomen
wie „Schwitzen, Zittern usw.“ äußern, die dann zusätzlich im so-
matischen Befund zu dokumentieren sind.

Die Ursache der Angst spielt keine Rolle (z. B. Panikattacken, Hy-
pochondrie, Phobie, Wahn). Ob zusätzlich das Merkmal Phobie
oder Hypochondrie markiert werden soll, muss geprüft werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient gibt an, ängstlich zu sein, ohne dass er
sich dadurch besonders beeinträchtigt fühlt.
„schwer“ Angstzustände treten auf, die das Leben des Patien-
ten deutlich beeinträchtigen.

Abzugrenzende Merkmale
29 Phobien

66. Euphorisch (SF)


Definition

Zustand des übersteigerten Wohlbefindens, des Behagens, der


Heiterkeit, der Zuversicht, des gesteigerten Vitalgefühls.

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Erläuterungen und Beispiele
Es kann sich hier um die Grundstimmung eines manischen Pa-
tienten, aber auch um die kurzfristige Euphorie bei Rauschmit-
telgebrauch oder anderen Grunderkrankungen handeln. Auch
reaktive Euphorie (z. B. nach überstandener Gefahr) ist hier ab-
zubilden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Zustand ist nur kurz oder gering ausgeprägt. Dem
Patienten gelingt es, die Euphorie zu kontrollieren
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

und/oder zu korrigieren.
„schwer“ Die Euphorie bestimmt das Leben des Patienten. Bei-
spielsweise ist die Exploration dann wegen der Hei-
terkeit eingeschränkt oder kaum möglich. Der Pati-
ent ist nicht mehr leistungsfähig oder ist in soziale
Schwierigkeiten geraten.

Abzugrenzende Merkmale
68 gereizt
72 gesteigertes Selbstwertgefühl

67. Dysphorisch (SF)


Definition

Missmutige Verstimmtheit. Der Patient ist übellaunig, mür-


risch, nörgelnd, missgestimmt, unzufrieden, ärgerlich.

Erläuterungen und Beispiele


Eine dysphorische Stimmung kann während einer längeren
Dauer innerhalb des Beurteilungszeitraumes oder auch situativ
bezüglich bestimmter Gesprächsthemen oder gegenüber be-
stimmten Gesprächspartnern bestehen.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Die Dysphorie wird vom Patienten noch beherrscht
und hat nicht zu Folgen (z. B. Verärgerung der Freun­
de) geführt.
„schwer“ Folgen sind schon eingetreten, Freunde haben sich
zurückgezogen oder die Exploration ist dadurch deut-
lich erschwert.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

68 gereizt

68. Gereizt (SF)


Definition

Der Patient reagiert unangemessen rasch oder heftig mit Ärger


bzw. Aggression.

Erläuterungen und Beispiele


Der Untersucher spürt die Bereitschaft zu aggressiv getönten af-
fektiven Ausbrüchen, die aus scheinbarer äußerer Ruhe (ge-
spannter Ruhe) kommen können. Oder ein Patient berichtet das
Phänomen plausibel für den Beobachtungszeitraum („Schon die
Fliege an der Wand brachte mich auf die Palme.“).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Gereiztheit wird nur gelegentlich im Gespräch vom
Untersucher beobachtet, das Gespräch bleibt davon
aber unbeeinflusst. Der Untersucher spürt eine „knis-
ternde“ Atmosphäre. Oder ein Patient berichtet von
seiner Reizbarkeit im Beobachtungszeitraum, die er
aber noch kontrollieren konnte.

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„schwer“ Der Umgang des Patienten mit anderen Personen
wird durch die Gereiztheit beeinträchtigt. Oder die
Exploration wird dadurch gestört, bestimmte The-
men werden deshalb nicht mehr angesprochen, oder
der Untersucher nimmt eine gewisse Abwehrhaltung
ein, um ausweichen zu können.

Abzugrenzende Merkmale
67 dysphorisch
94 Aggressivität
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

69. Innerlich unruhig (S)


Definition

Der Patient spürt innere Aufgeregtheit, Spannung oder Ner-


vosität.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient fühlt sich aufgewühlt, innerlich getrieben oder ge-
hetzt. „Innerlich unruhig“ kann mit depressiver, ängstlicher, hoff-
nungslos-verzweifelter Stimmung, mit manischer Gereiztheit,
mit Misstrauen, mit Wahnstimmung und Wahn verschiedenen
Inhaltes verbunden sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient fühlt sich innerlich unruhig, ist aber da­
von nicht oder nur wenig beeinträchtigt.
„schwer“ Der Patient wird dadurch gehindert, sich z. B. auf die
Exploration zu konzentrieren, oder Alltagstätigkei-
ten sind dadurch deutlich beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
82 antriebsgesteigert
83 motorisch unruhig

94
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70. Klagsam/Jammrig (F)
Definition

Schmerz, Kummer, Ängstlichkeit werden ausdrucksstark in


Worten, Mimik und Gestik vorgetragen („Wehklagen“).

Erläuterungen und Beispiele


Die Patienten weinen, seufzen, stöhnen, klagen oder lamentieren.
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Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Exploration wird nicht behindert. Der Patient
kann auch andere Gefühle zeigen und sich von sei-
nen Klagen im Gespräch lösen.
„schwer“ Der Patient klagt überwiegend, kann sich kaum davon
lösen, ein Gespräch wird erheblich behindert, oder
der Umgang mit anderen Personen ist davon geprägt.

Abzugrenzende Merkmale
86 theatralisch

71. Insuffizienzgefühle (S)


Definition

Das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit oder den eige-


nen Wert ist vermindert oder verloren gegangen.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient leidet unter dem Gefühl, weniger wert zu sein oder
nichts zu taugen. Er hält sich für unfähig, untüchtig, ungeschickt,
entschlussunfähig, dumm, verständnislos, hässlich oder Ähnli-
ches. Insuffizienzgefühle sollen auch dann markiert werden,
wenn der Patient unter einer tatsächlichen Beeinträchtigung lei-
det. Es handelt sich hier um die gespürte Insuffizienz unabhän-
gig davon, ob sie angemessen ist oder nicht: Ein Rollstuhlfahrer

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empfindet sich als „wertloser Krüppel“. Der Depressive ohne
objektivierbare kognitive Störungen klagt über schwere Ein-
schränkungen von Gedächtnis und Konzentration.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das Gefühl der eigenen Insuffizienz ist nur auf be-
stimmte Themen oder Inhalte beschränkt und kann
im Gespräch darüber auch anders gesehen werden.
„schwer“ Der Patient leidet unter einem Selbstwertverlust, der
weite oder einzelne wichtige Bereiche seines Lebens
bestimmt.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
63 deprimiert

72. Gesteigertes Selbstwertgefühl (S)


Definition

Ein positiv erlebtes Gefühl von Steigerung des eigenen Wer-


tes, der Kraft oder der Leistung.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient traut sich besonders viel zu. Er hält sich für besonders
klug und leistungsfähig oder fühlt sich anderen überlegen. Das
Erleben des eigenen gesteigerten Wertes soll unabhängig von der
tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Patienten beurteilt werden.

Wenn die Wahnkriterien bezüglich des Themas „gesteigertes


Selbstwertgefühl“ erfüllt sind, muss Größenwahn zusätzlich
markiert werden. Ein Größenwahn wird meist (aber nicht in
jedem Fall) auch von gesteigerten Selbstwertgefühlen begleitet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das Gefühl ist auf bestimmte Bereiche eigener Fä-
higkeiten beschränkt und/oder tritt nur kurze Zeit
während des Untersuchungszeitraumes auf.

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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
„schwer“ Das Gefühl umfasst die meisten Bereiche der eige-
nen Person, der Patient empfindet sich als besonders
fähig gegenüber allen Anforderungen.

Abzugrenzende Merkmale
66 euphorisch

73. Schuldgefühle (S)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Der Patient fühlt sich wegen einer Tat, bestimmter Gedanken


oder Wünsche schuldig. Er hat das Gefühl, etwas falsch ge-
macht und gegen Normen verstoßen zu haben.

Erläuterungen und Beispiele


Hier ist allein der subjektive Affekt von empfundener Schuld ab-
zubilden. Hier sind auch ganz realistische Schuldgefühle abzu-
bilden, z. B. wenn ein Patient tatsächlich mit Handlungen gegen
Normen verstoßen hat. Schuldgefühle müssen nicht in depressi-
ves Erleben eingebettet sein.

Wenn die Wahnkriterien bezüglich des Themas Schuld erfüllt


sind, muss Schuldwahn zusätzlich markiert werden. Ein Schuld-
wahn wird meist (aber nicht in jedem Fall) auch von Schuldge-
fühlen begleitet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Schuldgefühle beeinflussen das sonstige Han-
deln, Denken und Fühlen nicht wesentlich.
„schwer“ Praktisch das gesamte Fühlen, Denken und Handeln
wird davon betroffen. Der Patient hat im Gespräch
große Mühe, ein Thema zu finden, das unabhängig
von seinen Schuldgefühlen ist.

Abzugrenzende Merkmale
keine

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74. Verarmungsgefühle (S)
Definition

Der Patient fürchtet, ihm fehlten die Mittel, seinen Lebens-


unterhalt zu bestreiten, er sei verarmt.

Erläuterungen und Beispiele


Das Verarmungsgefühl muss nicht unbedingt in depressives Er-
leben eingebettet sein. Verarmungsgefühle bei tatsächlich vor-
liegender Verarmung sind ebenfalls hier abzubilden. Wenn die
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Wahnkriterien bezüglich des Themas Verarmung erfüllt sind,


muss Verarmungswahn zusätzlich markiert werden. Ein Verar-
mungswahn wird meist (aber nicht in jedem Fall) auch von
einem Verarmungsgefühl begleitet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das Verarmungsgefühl des Patienten bezieht sich nur
auf einige Aspekte seines Lebens (z. B. die Miete
nicht bezahlen zu können).
„schwer“ Mehrere Lebensbereiche sind vom Verarmungsge-
fühl betroffen.

Abzugrenzende Merkmale
64 hoffnungslos

75. Ambivalent (S)


Definition

Koexistenz widersprüchlicher Gefühle oder Impulse (Ambi-


tendenz) des Patienten, die er als gleichzeitig vorhanden und
oft als quälend erlebt.

Erläuterungen und Beispiele


Das Merkmal ist von der kognitiven „Entschlussunfähigkeit“
oder „Zwiespältigkeit“ abzugrenzen, die umgangssprachlich

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häufig als ambivalent bezeichnet werden. Auch der bewusst ge-
plante Aufschub bestimmter Entscheidungen wird hier nicht
markiert. Entschlussunfähigkeit aus Insuffizienzgefühlen oder
(depressiver) Hemmung wird hier nicht abgebildet.
–– Ein Patient berichtet z. B., eine andere Person werde von ihm
zugleich gehasst und geliebt.
–– Ein Patient verharrt in einer quälenden Schaukelbewegung,
weil er zugleich loslaufen und stehen bleiben will.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Das Erleben bezieht sich auf einen Aspekt des Füh-
lens, Denkens oder Wollens. Der Patient ist durch die
Ambivalenz nicht oder nur wenig beeinträchtigt.
„schwer“ Die gegenläufigen Gefühle, Gedanken oder Intenti-
onen betreffen einen großen Teil des Lebens des Pa-
tienten. Der Patient ist durch die Ambivalenz im All-
tag deutlich beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
59 ratlos
81 antriebsgehemmt

76. Parathymie (F)


Definition

Gefühlsausdruck und berichteter Erlebnisinhalt stimmen nicht


überein.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient zeigt einen „falschen“ oder „unpassenden“ Affekt;
es gelingt ihm nicht, den „passenden“ Affekt zu zeigen: Ein Pa-
tient berichtet z. B. lachend, er sei in der vergangenen Nacht wie-
der in der schauerlichsten Weise gefoltert worden. Ein anderer
empfindet Freude über ein Geschenk, jammert aber dabei (Para-
mimie).

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Nicht jeder inadäquate Affekt wird hier abgebildet: Verlegen-
heitslächeln (z. B. aus Unsicherheit) ist hier nicht gemeint. Ebenso
wenig ist es parathym, wenn jemand ständig und absichtlich lä-
chelnd von schweren Belastungen berichtet (z. B. um die Form
zu wahren).
Außerdem ist zu beachten, dass zunächst verschiedene Affekte
vorhanden sein müssen: Wenn ein affektarmer, andauernd la-
chender manischer Patient ein trauriges Ereignis lachend berich-
tet, wird dies nicht als parathym abgebildet.
Stereotypes Lachen (also kein Affekt im eigentlichen Sinne) wird
bei Parakinesen abgebildet.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient wirkt im Gespräch nur bei wenigen Ge-
legenheiten parathym.
„schwer“ Der Patient ist mehrmals im Gespräch parathym, oder
der Charakter des Gespräches ist überwiegend von
parathymen Affekten des Patienten geprägt.

Abzugrenzende Merkmale
61 affektarm
84 Parakinesen

77. Affektlabil (SF)


Definition

Zu schneller Wechsel der Affekte, der auf einen Anstoß von


außen erfolgt oder spontan auftritt (emotionale Instabilität).

Erläuterungen und Beispiele


Die beobachteten Affekte haben meist eine sehr kurze Dauer,
können vielfachen Schwankungen unterliegen und in ihrem „Vor-
zeichen“ wechseln. Affektschwankungen über längere Zeiträume,
z. B. im Rahmen bipolarer Verläufe, werden hier nicht abgebil-
det, ebenso wenig regelmäßige Tagesschwankungen (circadiane
Besonderheiten).

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient ist an einigen Stellen des Gesprächs af-
fektlabil oder es wird von ihm plausibel berichtet.
„schwer“ Große Teile des Gesprächs werden durch Affektlabi-
lität bestimmt.

Abzugrenzende Merkmale
78 affektinkontinent
89 morgens schlechter
90 abends schlechter
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

91 abends besser

78. Affektinkontinent (SF)


Definition

Affekte können bei geringem Anstoß überschießen, vom Pa-


tienten nicht beherrscht werden und nehmen manchmal eine
übermäßige Stärke an (mangelnde Affektkontrolle).

Erläuterungen und Beispiele


„Fassungsloses“ Weinen, „Ausrasten“ in Wut. Die Affekte kön-
nen vom Patienten nicht oder nur eingeschränkt kontrolliert wer-
den. Beispielsweise berichtet ein Patient, gegen seinen Willen
immer weinen zu müssen, sobald im Radio irgendwelche trau-
rigen Nachrichten gebracht werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Affektinkontinenz ist im Gespräch selten zu beob-
achten, oder vom Patienten wird berichtet, dass sie
nur gelegentlich auftrete.
„schwer“ Affektinkontinenz durchzieht weite Teile des Ge-
sprächs, oder vom Patienten wird berichtet, dass sie
häufig auftrete.

Abzugrenzende Merkmale
77 affektlabil

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79. Affektstarr (F)
Definition

Verminderung der affektiven Modulationsfähigkeit. Hier ist


die Schwingungsfähigkeit (Amplitude) verringert.

Erläuterungen und Beispiele

Es können mehrere Affekte auftreten, die aber jeweils gering oder


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

gar nicht moduliert sind (hier auch Affektverflachung abbilden).


Wenn keine spontane Modulation der Affekte zu beobachten ist,
muss der Untersucher entsprechende emotionale Reize vorgeben.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient benötigt zur Modulation seiner Affekte
äußere Reize, ihm ist dann aber eine Modulation
möglich.
„schwer“ Eine deutliche Einengung der Schwingungsbreite ist
auch durch starke äußere Reize nicht beeinflussbar.

Abzugrenzende Merkmale
61 affektarm

2.11 Antriebs- und psychomotorische


Störungen
Vorbemerkungen

Antrieb bedeutet die belebende Kraft, die die Bewegung aller


psychischen und physischen Funktionen hinsichtlich Tempo, In-
tensität und Ausdauer bewirkt. So unterhält der Antrieb Leben-
digkeit, Schwung, Initiative, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Tat-
kraft, Unternehmungsgeist. Der Antrieb wird in erster Linie
erkennbar am Aktivitätsniveau und an der Psychomotorik.

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80. Antriebsarm (SF)
Definition

Mangel an Energie, Initiative und Interesse.

Erläuterungen und Beispiele


Die Störung wird vom Patienten berichtet oder ist dem Untersu-
cher erkennbar, etwa an der spärlichen spontanen Motorik oder
der mangelnden Initiative im Gespräch.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

–– Patient vernachlässigt seine bisher ausgeübten Hobbies („Ich


mache in letzter Zeit viel weniger als früher.“).
–– Ein Patient sitzt lange vor dem Fernseher und ist nur schwer
zu anderen Aktivitäten anzuregen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Schwung und Initiative sind vermindert, beeinträch-
tigen Alltagsfunktionen aber nicht.
„schwer“ Anregungen von außen erreichen den Patienten kaum
oder gar nicht mehr. Alltagsfunktionen sind deutlich
beeinträchtigt. Hier wird auch Stupor markiert.

Abzugrenzende Merkmale
81 antriebsgehemmt
87 mutistisch
92 sozialer Rückzug
136 Hypokinesien

81. Antriebsgehemmt (S)


Definition

Energie und Initiative werden vom Patienten als gebremst


oder blockiert erlebt.

103
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Erläuterungen und Beispiele
Hier geht es nicht um den absoluten Mangel an Energie und
darum, dass übliche Tätigkeiten seltener ausgeführt werden (siehe
antriebsarm), sondern darum, dass die Tätigkeiten einen stärke-
ren Kraftaufwand, mehr Mühe und Anstrengung erfordern. Das
Bemühen des Patienten, die Hemmung zu überwinden, wird
deutlich. Der Patient äußert Pläne und Wünsche, kann sie aber
nicht umsetzen, bricht Versuche ab, rafft sich wieder auf, usw.
Im Gegensatz zur Antriebsarmut ist hier die Intentionalität nicht
gestört. Der Patient möchte, aber kann nicht.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

–– „Alles fällt mir schwerer als sonst; ich bin wie gebremst, aber
bisher hat es mir noch fast keiner angemerkt.“
–– „Ich beschließe, aufzustehen und mich anzuziehen, aber es
ist zu mühsam, ich bleibe im Bett liegen.“
–– „Ich sitze oft auf dem Sofa und sage zu mir, nun mach doch
wenigstens etwas.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet über das Gefühl der Hemmung.
Er kann diese aber durch aktive Bemühungen noch
überwinden.
„schwer“ Das Gefühl der Hemmung ist übermächtig. Der Pa-
tient kann selbst kleinere, alltägliche Vorhaben wie
Ankleiden oder Telefonieren kaum noch durchfüh-
ren.

Abzugrenzende Merkmale
80 antriebsarm
87 mutistisch
136 Hypokinesien

82. Antriebsgesteigert (SF)


Definition

Zunahme an Energie, Initiative und Interesse.

104
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Erläuterungen und Beispiele
Die Aktivität des Patienten äußert sich in zielgerichteter Tätig-
keit, die aber nicht unbedingt sinnvoll sein muss. Der Patient ver-
folgt viele Pläne.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es werden zahlreiche Pläne und Wünsche geäußert,
teilweise auch in die Tat umgesetzt, der Patient lässt
sich jedoch noch lenken.
„schwer“ Er ist ständig tätig, lässt sich durch Gegenargumente
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

kaum beeindrucken und nimmt selbst negative Kon-


sequenzen entweder nicht zur Kenntnis oder sie ma-
chen ihm nichts aus (z. B. Partnerkonflikte, Finanzen,
Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder im Freundes-
kreis).

Abzugrenzende Merkmale
93 soziale Umtriebigkeit

83. Motorisch unruhig (SF)


Definition

Gesteigerte und ungerichtete motorische Aktivität.

Erläuterungen und Beispiele


Die Patienten sind in Bewegung, laufen herum oder bewegen
sich auf der Stelle. Motorische Unruhe gibt es auch umschrie-
ben z. B. als isolierte Kratzbewegungen, als Händeringen, Fuß-
wippen oder Fingertrommeln.
–– Der Patient wippt in der Untersuchung häufig mit seinen
Füßen.
–– Der Patient berichtet, im Beobachtungszeitraum in seiner
Wohnung häufig ziellos hin und her gelaufen zu sein.
–– In der Untersuchungssituation kann der Patient nicht auf dem
Stuhl sitzen bleiben, steht auf und läuft auf und ab.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Bewegungsunruhe einzelner Körperteile, etwa der
Hände, ohne dass die Alltagsfunktionen beeinträch-
tigt werden.
„schwer“ Der Patient ist in ständiger Bewegung und kann des-
wegen kaum noch Alltagsfunktionen aufrecht erhal-
ten.

Abzugrenzende Merkmale
69 innerlich unruhig
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

82 antriebsgesteigert
84 Parakinesen
135 Dyskinesien
137 Akathisie

84. Parakinesen (F)


Definition

Unter diesem Merkmal sind verschiedene psychopathologi-


sche Symptome subsumiert:
–– Parakinesen sind qualitativ abnorme, meist komplexe Be-
wegungen, die häufig die Gestik, die Mimik und auch die
Sprache betreffen.
–– Unter Stereotypien versteht man Äußerungen auf sprach-
lichem und motorischem Gebiet, die die Tendenz aufwei-
sen, oft längere Zeit hindurch in immer gleicher Form wie-
derholt zu werden. Im Gegensatz zur Perseveration ist hier
kein Zusammenhang zu früher im Gespräch gebrauchten
Worten und Gesten erkennbar. Hierunter fallen auch Ver-
bigerationen (Wortstereotypien), Echolalie (echoartiges
Nachsprechen), Echopraxie (automatenhaftes Nachahmen),
Katalepsie (Haltungsstereotypien) und die „flexibilitas
cerea“ („wächserne Biegsamkeit“). Auch automatenhaftes
Lachen kann hier abgebildet werden.
–– Befehlsautomatismus: Der Patient führt auf entsprechen-
den Reiz automatenhaft Handlungen aus.

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–– Negativismus: Negativistische Patienten tun gerade das
nicht, was man von ihnen erwartet oder verlangt (passiver
Negativismus), oder sie tun genau das Gegenteil (aktiver
Negativismus). Negativistische Patienten kann man in ge-
wissen Fällen zur gewünschten Handlung bringen, wenn
man ihnen diese Handlung verbietet oder ihnen das Ge-
genteil befiehlt (Befehlsnegativismus).

Erläuterungen und Beispiele


Auch komplexe lautliche, mimische und gestische Äußerungen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

bei der Tic-Krankheit können hier abgebildet werden (Gilles-de-


la-Tourette-Syndrom).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Parakinesen treten nur in manchen Situationen
auf. Der Patient ist dadurch in Alltagsfunktionen
nicht beeinträchtigt.
„schwer“ Parakinesen treten mehrfach auf und beeinträchtigen
die Alltagsfunktionen deutlich.

Abzugrenzende Merkmale
19 perseverierend
32 Zwangshandlungen
83 motorisch unruhig
85 manieriert/bizarr
135 Dyskinesien

85. Manieriert/bizarr (F)


Definition

Alltägliche Bewegungen und Handlungen (auch Gestik, Mi­


mik und Sprache) erscheinen dem Beobachter verstiegen, ver-
schroben, posenhaft und verschnörkelt, werden manchmal mit
einer ausgesprochen spielerischen Note ausgeführt.

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Erläuterungen und Beispiele
Die Patienten benehmen sich z. B. besonders auffällig (bizarr),
und dieses Verhalten steht im Kontrast zum landes- und gruppen-
üblichen Sprechen, Sich-Bewegen oder der äußeren Erscheinung.

Unter manieriert versteht man auch unnatürlich, schwülstig, auf-


geblasen, und zwar im Sinne von hochtrabend und wichtigtue-
risch. Darunter fallen auch Bezeichnungen wie geziert, affek-
tiert und gekünstelt, verkrampft, stilisiert, floskelhaft.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Das manieriert/bizarre Verhalten führt nicht zu Be-


einträchtigungen der sozialen Kontakte.
„schwer“ Die psychopathologische Auffälligkeit prägt den ers-
ten Eindruck sehr deutlich. Im längeren Kontakt
bleibt diese Auffälligkeit unabhängig vom Ge-
sprächspartner und der gegebenen Situation beste-
hen.

Abzugrenzende Merkmale
26 Neologismen
84 Parakinesen
86 theatralisch

86. Theatralisch (F)


Definition

Die Patienten erwecken den Eindruck, als würden sie sich sel-
ber darstellen.

Erläuterungen und Beispiele


Theatralik zeigt sich häufig im eigentümlich darstellerischen
Ausdrucksverhalten der Patienten. Hier kann auch Aggravation
(übertriebene Darstellung vorhandener Beschwerden) abgebil-
det werden.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Theatralisches Verhalten wird im Gespräch gelegent-
lich oder nur in geringem Maß deutlich.
„schwer“ Das Verhalten ist durch Theatralik geprägt.

Abzugrenzende Merkmale
85 manieriert/bizarr

87. Mutistisch (F)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Wortkargheit bis hin zum Nichtsprechen (Verstummen).

Erläuterungen und Beispiele


Der wache Patient spricht weniger, einsilbig oder überhaupt
nicht. Es kann im Zusammenhang mit Antriebsmangel, Hem-
mung, Sperrung oder aktiv-negativistischem Verweigern der
sprachlichen Kontaktaufnahme auftreten. (Taub-)Stummheit wird
hier nicht abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient spricht wenig, oft auch leise. Die Kom-
munikation ist etwas erschwert, aber noch möglich.
„schwer“ Der Patient ist stumm (verstummt), oder er äußert
nur noch wenige Worte. Die Kommunikation ist
deutlich beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
16 verlangsamt
80 antriebsarm
81 antriebsgehemmt

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88. Logorrhoisch (F)
Definition

Verstärkter Redefluss.

Erläuterungen und Beispiele


Logorrhoisches Sprechen kann stringent und logisch sein. Es
muss nicht in jedem Falle beschleunigt sein.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Der Redefluss lässt sich noch unterbrechen, der Pa-


tient kann sich vorübergehend auf den Gesprächs-
partner einstellen.
„schwer“ Die Kommunikation mit dem Patienten ist deutlich
erschwert. Versuche, ihn zu unterbrechen, nimmt der
Patient nicht zur Kenntnis, oder er weist sie zurück.

Abzugrenzende Merkmale
17 umständlich
22 ideenflüchtig
82 antriebsgesteigert

2.12 Circadiane Besonderheiten


Vorbemerkungen

Hier sollen regelhafte Schwankungen der Symptomatik des Pa-


tienten während 24-Stunden-Perioden abgebildet werden.
Es soll hierbei die Veränderung der Symptomatik beurteilt wer-
den; dabei geht es nicht nur um Tagesschwankungen der Stim-
mung, sondern auch regelmäßige Muster im Auftreten anderer
Symptome: z. B. „sun-downing“ (abendliche Zunahme von Un-
ruhe) oder circadiane Schwankungen bei delirantem Syndrom.
Der Patient berichtet darüber oder es wird von Dritten angege-
ben, dass sein gesamter Zustand oder wesentliche Teile seiner

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Symptomatik morgens oder abends besser bzw. schlechter seien
als zu den jeweils anderen Tageszeiten.

89. Morgens schlechter (SF)


Definition

Regelhafte Akzentuierung der Symptomatik am Morgen.

Erläuterungen und Beispiele


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man beob-
achten kann, haben morgens eine deutlich stärkere Ausprägung.
Derartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vor-
handen sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ er-
lebt oder beobachtet (Morgentief).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erkennt nur auf Befragen derartige Un-
terschiede in der Symptomatik.
„schwer“ Der Patient erlebt sich morgens deutlich anders als
zu anderen Tageszeiten, oder es wird von Dritten be-
schrieben.

Abzugrenzende Merkmale
91 abends besser

90. Abends schlechter (SF)


Definition

Regelhafte Akzentuierung der Symptomatik am Abend.

Erläuterungen und Beispiele


Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man be-
obachten kann, haben abends eine deutlich stärkere Ausprägung.

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Derartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vor-
handen sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ er-
lebt oder beobachtet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient gibt lediglich auf Befragen an, dass er
sich abends schlechter fühlt.
„schwer“ Der Patient wird durch die abendliche Verschlechte-
rung seines Zustandes in seinen üblichen Aktivitäten
behindert und empfindet den Unterschied zwischen
seinem Befinden am Abend und dem zu anderen Ta-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

geszeiten als gravierend, oder Dritte beschreiben dies.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

91. Abends besser (SF)


Definition

Regelhafte Besserung der Symptomatik am Abend.

Erläuterungen und Beispiele


Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man be-
obachten kann, haben abends eine deutlich geringere Ausprä-
gung.

Derartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vor-


handen sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ er-
lebt oder beobachtet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erkennt lediglich auf Grund der Hinweise
durch den Untersucher, dass bei ihm solche Unter-
schiede bestehen.

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„schwer“ Der Patient berichtet von sich aus diese Unterschiede
als gravierend, oder sie werden von seiner Umgebung
(Angehörigen, Pflegepersonal) als deutlich wahrge-
nommen.

Abzugrenzende Merkmale
89 morgens schlechter

2.13 Andere Störungen


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Vorbemerkungen

Hier werden Merkmale zusammengefasst, die den anderen Merk-


malsbereichen nicht eindeutig zugeordnet werden können, die je-
doch klinisch relevant sind.

92. Sozialer Rückzug (SF)


Definition

Rückzug von anderen Menschen.

Erläuterungen und Beispiele


Hier wird der vom Patienten ausgehende Rückzug abgebildet,
der zur Verminderung sozialer Kontakte führt. Soziale Isolation
trotz erhaltenem Kontaktwunsch und entsprechenden Aktivitä-
ten des Patienten ist hier nicht gemeint.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Sozialer Rückzug wird berichtet und erscheint plau-
sibel, wird aber beispielsweise auf der Station oder
im Gespräch kaum deutlich.
„schwer“ Der Patient hat kaum noch Kontakt zu Freunden und
Bekannten oder zieht sich auf der Station häufig al-
lein ins Zimmer zurück.

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Abzugrenzende Merkmale
80 antriebsarm
81 antriebsgehemmt
87 mutistisch

93. Soziale Umtriebigkeit (SF)


Definition

Zunahme sozialer Aktivitäten.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient nimmt von sich aus vermehrt Kontakte zu anderen
Menschen auf. Dabei handelt es sich meist um oberflächliche
und wechselhafte Kontakte. Umtriebigkeit wird von den Mit-
menschen häufig als unangenehm, belästigend oder rücksichts-
los empfunden, so dass für die Patienten negative Konsequen-
zen entstehen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient sucht häufiger Freunde und Bekannte auf
und knüpft vermehrt Kontakte, ohne dass sich dar-
aus negative Konsequenzen ergeben.
„schwer“ Der Patient spricht vermehrt auch fremde Menschen
an. Die Umtriebigkeit führt zu negativen Konsequen-
zen.

Abzugrenzende Merkmale
82 antriebsgesteigert
88 logorrhoisch

94. Aggressivität (SF)


Definition

Feindseliges und angriffslustiges Verhalten.

114
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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Erläuterungen und Beispiele
Hier werden sowohl verbale Aggressivität wie auch aggressive
Handlungen gegen Personen oder Sachen abgebildet.
Beispiele für Aggressivität sind Beschimpfungen, Beleidigun-
gen, Bedrohungen, Einschüchterungen, Sachbeschädigungen
und Körperverletzungen.
Autoaggressivität wird hier nicht abgebildet (siehe Selbstbeschä-
digung oder Suizidalität).

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Die verbale oder tätliche Aggressivität zieht allen-


falls geringe Konsequenzen nach sich. Ein Patient
schubst den Arzt bei der Untersuchung weg. Ein an-
derer Patient beschimpft in der Visite das Pflegeper-
sonal als dumm, entschuldigt sich danach aber.
„schwer“ Die verbale oder tätliche Aggressivität führt zu er-
heblichen Konsequenzen. Ein Patient bedroht andere
Patienten, so dass alle Angst vor ihm haben. Ein Pa-
tient wirft erregt mit Geschirr um sich.

Abzugrenzende Merkmale
67 dysphorisch
68 gereizt
95 Suizidalität
96 Selbstbeschädigung

95. Suizidalität (SF)


Definition

Gedanken, Pläne und konkrete Handlungen, die sich darauf


beziehen, sterben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen.

Erläuterungen und Beispiele


Hier werden auch Lebensüberdruss und Todeswünsche abgebil-
det, bei denen kein eigentlicher Selbsttötungsgedanke besteht.

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Wenn imperative Stimmen zum Suizid auffordern, wird auch das
Merkmal „Suizidalität“ markiert.

Riskante Verhaltenweisen ohne Suizidabsichten (z. B. Risiko-


sportarten oder Rauchen) werden hier nicht abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient hat Suizidgedanken, von denen er sich
jedoch distanzieren kann. Ein anderer Patient ist alt
und krank und möchte sterben, hat aber keine Sui-
zidgedanken.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„schwer“ Ein Patient hat drängende Suizidgedanken, von denen


er sich nicht oder nur schwer distanzieren kann. Ein
anderer Patient bereitet seinen Suizid vor oder unter-
nimmt einen Suizidversuch.

Abzugrenzende Merkmale
96 Selbstbeschädigung

96. Selbstbeschädigung (SF)


Definition

Selbstverletzung ohne Suizidabsicht.

Erläuterungen und Beispiele


Hier werden Verhaltensweisen abgebildet, die der Patient mit der
Absicht ausführt, sich selbst zu schädigen (Verschlucken gefähr-
licher Gegenstände, Zufügen von Schnittwunden, Kratzwunden
sowie Brandverletzungen oder Kopfschlagen). Auch selbstver-
letzendes Verhalten mit dem Ziel der Spannungsreduktion wird
hier abgebildet.

Riskante Verhaltensweisen ohne Absicht einer Selbstschädigung


(riskantes Sexualverhalten, Drogenkonsum, ungesundes Essver-
halten oder unverhältnismäßige kosmetische Operationen) wer-
den hier nicht abgebildet.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Verletzungen, die nicht ärztlich behandelt werden
müssen (z. B. oberflächliche Schnittverletzungen).
„schwer“ Selbstverletzungen, die sofort ärztlich behandelt wer-
den müssen, z. B. durch Versorgung klaffender oder
stark blutender Wunden oder durch endoskopische
Intervention.

Abzugrenzende Merkmale
94 Aggressivität
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

95 Suizidalität

97. Mangel an Krankheitsgefühl (S)


Definition

Der Patient fühlt sich nicht krank oder weniger krank, als er
tatsächlich ist.

Erläuterungen und Beispiele


Gemeint ist das Gefühl des Patienten, psychisch oder körperlich
krank zu sein. Das Krankheitskonzept des Patienten ist dabei
nicht entscheidend: Beispielsweise hat ein hypochondrischer Pa-
tient keinen Mangel an Krankheitsgefühl, wenn er sich körper-
lich krank fühlt, während der Arzt ihn als eigentlich psychisch
krank beurteilt.
Beispiele für mangelndes Krankheitsgefühl sind ein dementer
Patient oder ein manischer Patient, der sich trotz erheblicher Be-
einträchtigungen nicht krank fühlt. Ein schizophrener Patient
fühlt sich trotz ausgeprägter Negativsymptomatik mit sozialem
Rückzug und Antriebsarmut völlig gesund.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein leicht beeinträchtigter Patient fühlt sich völlig
gesund, ein schwer beeinträchtigter Patient fühlt sich
nur mittelgradig beeinträchtigt.

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„schwer“ Ein schwer beeinträchtigter Patient fühlt sich völlig
gesund.

Abzugrenzende Merkmale
98 Mangel an Krankheitseinsicht
99 Ablehnung der Behandlung

98. Mangel an Krankheitseinsicht (S)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Der Patient sieht seine Beschwerden nicht als Ausdruck sei-


ner psychischen Erkrankung an.

Erläuterungen und Beispiele


Hier wird abgebildet, ob ein Patient Einsicht in seine psychische
Krankheit hat. Das Krankheitskonzept des Patienten ist dabei
entscheidend: Beispielsweise hat ein hypochondrischer Patient
Mangel an Krankheitseinsicht, wenn er von einer körperlichen
Krankheit überzeugt ist, obwohl er tatsächlich psychisch krank
ist.

Ein Beispiel für Mangel an Krankheitseinsicht liegt vor, wenn


ein schizophrener Patient seine akustischen Halluzinationen
einem Radiosender zuschreibt und nicht als Krankheitssymptom
bewertet.

Krankheitsgefühl und Krankheitseinsicht sind unabhängig von-


einander zu beurteilen. Patienten mit einer Manie können völlig
krankheitseinsichtig sein, obwohl sie kein Krankheitsgefühl ha­
ben.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Nur einzelne Symptome der Krankheit werden auf
andere Faktoren zurückgeführt.
„schwer“ Nahezu alle Symptome der Erkrankung werden auf
andere Faktoren zurückgeführt.

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Abzugrenzende Merkmale
97 Mangel an Krankheitsgefühl
99 Ablehnung der Behandlung

99. Ablehnung der Behandlung (SF)


Definition

Der Patient lehnt die Behandlung ab oder wehrt sich dagegen.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Dieses Merkmal umfasst ein breites Verhaltensspektrum. Die
Ablehnung der Behandlung kann von unzureichender Mitarbeit
bis zur vollständigen Verweigerung der Behandlung reichen. Bei-
spiele hierfür können Unpünktlichkeit, fehlende Gesprächsbe-
reitschaft, unzuverlässige Medikamenteneinnahme oder Ableh-
nung von Diagnostik sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein Patient nimmt Medikamente nur widerwillig und
gegen die eigene Überzeugung ein.
„schwer“ Der Patient verweigert die Medikamenteneinnahme
oder lehnt eine zwingend erforderliche stationäre Be-
handlung ab.

Abzugrenzende Merkmale
97 Mangel an Krankheitsgefühl
98 Mangel an Krankheitseinsicht

100. Pflegebedürftigkeit (SF)


Definition

Der Patient ist bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf fremde
Hilfe angewiesen.

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Erläuterungen und Beispiele
Der Patient ist nicht in der Lage, den basalen Anforderungen des
täglichen Lebens gerecht zu werden: Er ist bettlägerig, kann
nicht selbstständig essen und trinken oder benötigt Hilfe bei der
Körperpflege.
Pflegebedürftigkeit kann als Folge einer körperlichen oder psy-
chischen Krankheit, Behinderung oder Entwicklungsstörung auf-
treten.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Verminderte Selbstständigkeit bei der Zubereitung


von Mahlzeiten, bei der Raumpflege, beim An- und
Auskleiden.
„schwer“ Der Patient ist bettlägerig oder muss gefüttert werden.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

Reserve-Merkmale

Bei den mit R1 bis R14 gekennzeichneten Kodierzeilen handelt


es sich um die sog. Reserve-Merkmale, die zur freien Ergänzung
dienen. Untersucher, die spezifische psychopathologische Merk-
male erfassen wollen, die nicht in den 100 Merkmalen des Psy-
chischen Befundes enthalten sind, können diese hier individuell
eintragen. Beispielsweise können hier auch die Zusatzmerkmale
(Z1 bis Z11) eingetragen werden.

Befundunsicherheit

Definition

Unter Befundunsicherheit versteht man den vom Untersucher


eingeschätzten Grad der Unsicherheit des gesamten erhobe-
nen Befundes.

120
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Erläuterungen und Beispiele
Die Erhebung des psychopathologischen Befundes anhand des
AMDP-Systems ist ein komplexer Prozess, auf den verschiedene
Störfaktoren einwirken können. Hierzu zählen u. a. folgende Fak-
toren:
1. Die Psychopathologie des Patienten selbst (z. B. ausgeprägte
Denkstörungen).
2. Die Kooperation bzw. Motivation des Patienten.
3. Die Suggestibilität des Patienten, d. h. die Bereitschaft des
Patienten, auf Fragen diesen schnell zuzustimmen.
4. Eine mangelnde Reflexionsfähigkeit des Patienten (z. B. be-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

dingt durch geringe Intelligenz).

Einer oder auch mehrere dieser Faktoren können einen Einfluss


auf die Zuverlässigkeit der erhobenen Befunde haben. Dies sollte
am Ende des Gesprächs in der Rubrik „Befundunsicherheit“ do-
kumentiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die meisten Symptome konnten zuverlässig beurteilt
werden; nur selten wurde die Bewertung „keine Aus-
sage“ vorgenommen.
„schwer“ Bei vielen Symptomen lassen sich keine oder nur
sehr unsichere Einschätzungen abgeben; oft wurden
Bewertungen mit „keine Aussage“ vorgenommen.

2.14 Zusatzmerkmale des Psychischen


Befundes (ZP1–ZP11)

Vorbemerkungen

Die seit 1979 unverändert bestehende Merkmalsauswahl für das


AMDP-System wurde im Laufe der Jahre (speziell in AMDP-
Seminaren) diskutiert, und es wurden viele Anregungen gege-
ben, diese zu modifizieren, einzelne Symptome zu ergänzen, an-
dere zu streichen oder umzubenennen.

121
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Argumente für eine Veränderung des Merkmalbestandes sind:
–– Einige Symptome sind heute nicht mehr ganz adäquat. So eig-
nen sich z. B. die zwei Angstmerkmale „ängstlich“ und „Pho-
bien“ wenig zur differenzierten Beschreibung der verschie-
denen Angststörungen, wie sie gerade auch im ambulanten
Bereich häufig sind. Phobie ist zudem kein Symptom, son-
dern heute eine eigenständige psychiatrische Störungsgruppe.
–– Durch veränderte diagnostische Konzepte werden einige
Symptome anders gewichtet (z. B. Aufgabe des Konzeptes
der endogenen Depression mit aus heutiger Sicht Überbewer-
tung der circadianen Besonderheiten)
–– Einige Begriffe klingen im allgemeinen Sprachgebrauch
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

heute unschön oder fast diskriminierend (z. B. „affektinkon-


tinent“, „klagsam/jammrig“).
–– Es finden sich einige unscharfe Trennungen zwischen Sym-
ptomen und diagnostischen Kategorien (z. B. „Phobie“, „Hy-
pochondrie“).
–– Die Konzeptualisierung von Bewusstseinsstörungen als Sym-
ptome ist nicht ganz unproblematisch.
Argumente gegen eine Veränderung des Merkmalsbestandes
sind:
–– Eine Ausdehnung des Merkmalsbestandes könnte das Sys-
tem unhandlich und weniger praktikabel machen.
–– Eine Veränderung des Merkmalsbestandes oder der Symp-
tomnamen würde eine Vergleichbarkeit mit früheren Anwen-
dungen des Systems (z. B. in der Forschung, aber auch in
Krankengeschichten) erschweren oder unmöglich machen.
–– Eine Veränderung würde in allen etablierten Systemen (z. B.
elektronische Krankengeschichte) zu erheblichen Folgekos-
ten führen.
–– Eine Reduktion des Merkmalsbestandes würde zu Problemen
bei der bestehenden Syndrombildung führen.
–– Vorhandenes Videomaterial für Schulungen wäre nur noch
eingeschränkt nutzbar, weil sich die Explorationen auf einen
anderen Merkmalsbestand bezogen haben.
Die AMDP-Revisionsgruppe hat sich gegen eine Veränderung
des Basismerkmalsbestandes entschieden, vor allem weil sie die
Vergleichbarkeit des Systems mit früheren Anwendungen erhal-
ten wollte. Die Mitglieder der Gruppe waren sich zudem einig,
dass heute der größte Nutzen des AMDP-Systems in der Ver-

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wendung in Psychopathologie-Trainings liegt und dort die oben
genannten „Schwächen“ der Symptomauswahl thematisiert und
eventuell sogar didaktisch genutzt werden können.
Allerdings schlägt die Arbeitsgruppe einige zusätzliche Symp-
tome vor, die aus ihrer Sicht klinische Relevanz haben und in
Trainingsseminare oft als wichtig genannt wurden. Diese Zu-
satzmerkmale (nachfolgend mit ZP1 bis ZP11 bezeichnet) wer-
den mit dem gleichen formalen Aufbau wie die Kernmerkmale
beschrieben und zum Gebrauch bei Bedarf empfohlen. Selbst-
verständlich erhebt auch der neue, um die Zusatzsymptome er-
gänzte Merkmalsbestand keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Die Nutzung der Zusatzmerkmale sollte aber einige der oben ge-
nannten Schwächen der bisherigen Merkmalsauswahl abmildern.
Vorgeschlagen wird von der Arbeitsgruppe, in jedem Fall den
Grund-Merkmalsbestand mit den 100 Merkmalen in der klini-
schen Praxis anzuwenden und in Psychopathologie-Seminaren
immer wieder zu üben. Die neu definierten Symptome können
dann je nach Bedürfnissen der Anwender in der klinischen Pra-
xis einzeln oder als Ganzes ergänzend verwendet werden. Wenn
der Dokumentationsbogen eingesetzt wird, können diese Zusatz-
symptome auf dem Bogen dann unter den R-Merkmalen ver-
merkt werden.
Bei Verwendung der Zusatzmerkmale wird im Einzelfall der Be-
deutungsrahmen bestehender Merkmale verändert. Als Beispiel
kann das Merkmal „65 ängstlich“ im ursprünglichen Merkmals-
bestand gelten. Unter diesem Symptom werden ausdrücklich
auch anfallsartig auftretende Ängste (Panikattacken) abgebildet.
Wird nun das Zusatzmerkmal „ZP1 Angstanfälle“ verwendet,
dürfen eventuell beim Patienten auftretende Angstanfälle nicht
doppelt unter „65 ängstlich“ und „ZP1 Angstanfälle“ kodiert wer-
den. In diesem Fall sollen vielmehr die Angstanfälle nur unter
„ZP1 Angstanfälle“ markiert werden. „Ängstlich“ wird nur dann
zusätzlich markiert, wenn Ängste zusätzlich auch außerhalb der
Angstanfälle auftreten. Bei einem Patienten, der ausschließlich
schwere Panikattacken und sonst keine anderen Ängste hat, wäre
also folgende Markierung zu wählen:
1. Bei Verwendung des ursprünglichen Merkmalsbestandes
(100 Items): „65 ängstlich“: schwer.
2. Bei zusätzlicher Verwendung des Zusatzmerkmals ZP1:
„65 ängstlich“: nicht vorhanden. „ZP1 Angstanfälle“: schwer.

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ZP1. Angstanfälle (SF)
Definition

Angstanfälle (Panikattacken) sind plötzlich auftretende und


zeitlich klar abgrenzbare Zustände intensiver Angst, die häufig
mit körperlichen Symptomen verbunden sind. Sie können „aus
heiterem Himmel“ oder in bestimmten Situationen auftreten.

Erläuterungen und Beispiele


Der Begriff Angstanfall ist synonym zum Begriff Panikattacke.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Er wird systematisch vorgezogen, um zu betonen, dass es sich


um ein Symptom handelt, das bei verschiedenen Störungen auf-
treten kann. Der Begriff Panikattacke legt demgegenüber die
Nähe zur Panikstörung nahe.
Angstanfälle können mit mehreren der folgenden psychischen
oder körperlichen Symptomen einhergehen: Herzklopfen oder
Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder Beben, Mundtrockenheit,
Atemnot, Erstickungsgefühle, Hyperventilation, Druck oder Enge
in der Brust, Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden, Schwin-
del-, Unsicherheits-, Ohnmachts- oder Benommenheitsgefühle,
Derealisation oder Depersonalisation, Parästhesie, Hitzewallun-
gen oder Kälteschauer sowie die Angst, verrückt oder ohnmäch-
tig zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Diese
Symptome sind dann zusätzlich im Somatischen oder Psychi-
schen Befund zu markieren.
Angstanfälle beginnen plötzlich und erreichen schnell ihre ma-
ximale Ausprägung. Sie können situationsgebunden oder uner-
wartet auftreten. Angstanfälle sind unspezifische Symptome, die
nicht nur bei der Panikstörung und der Agoraphobie, sondern
auch bei anderen psychischen oder somatischen Erkrankungen
vorkommen können.
Treten Angstanfälle zusammen mit Phobien auf, werden diese
zusätzlich kodiert.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Angstanfälle mit geringer Beeinträchtigung und ohne
Auswirkungen auf die Alltagsaktivitäten.

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„schwer“ Angstanfälle mit schwerer Beeinträchtigung. Ein Pa-
tient muss zum Beispiel seinen Arbeitsplatz verlas-
sen oder ruft den Notarzt.

Abzugrenzende Merkmale
28 Hypochondrie
29 Phobien
44 Hypochondrischer Wahn
65 ängstlich
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

ZP2. Beschleunigtes Denken (S)


Definition

Subjektives Gefühl, dass die Gedanken schneller gehen.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient erlebt sein Denken als beschleunigt, die Gedanken
sind rascher bis rasend schnell. Sie werden aber nicht als drän-
gend oder ungeordnet erlebt.

–– „Meine Gedanken laufen viel schneller als sonst.“


–– „Meine Gedanken rasen fast.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das beschleunigte Denken führt nicht oder nur zu ge-
ringen Beeinträchtigungen der Alltagsaktivitäten.
„schwer“ Das beschleunigte Denken beeinträchtigt die Alltags-
aktivitäten.

Abzugrenzende Merkmale
21 Gedankendrängen
22 ideenflüchtig
88 logorrhoisch

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ZP3. Beziehungsideen (S)
Definition

Gefühl, dass zufällige Ereignisse für den Patienten eine be-


sondere und ungewöhnliche Bedeutung haben.

Erläuterungen und Beispiele


Dinge in der Umgebung werden vom Patienten auf sich bezo-
gen. Der Patient fühlt sich im Mittelpunkt von Ereignissen. Im
Gegensatz zum Wahn liegen jedoch keine unkorrigierbaren Über-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

zeugungen vor.
Der Patient hat das Gefühl, die Aufmerksamkeit anderer auf sich
zu ziehen, kann jedoch noch auf Nachfragen Dritter dies als nicht
realistisch ansehen.
–– „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Leute im Bus über
mich reden könnten, aber das kann ja eigentlich nicht sein“.
–– „In der Öffentlichkeit habe ich immer das Gefühl, dass mich
die Leute wegen meiner abstehenden Ohren anstarren.“
Auch eigentümliches und magisches Denken kann hier abgebil-
det werden, wenn es den beschriebenen „pathologischen Ich-Be-
zug“ hat.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es zeigt sich nur eine geringe affektive Beteiligung,
die Alltagsaktivitäten sind dadurch kaum betroffen.
„schwer“ Es ist eine deutliche affektive Beteiligung erkennbar,
der Patient hat deswegen Schwierigkeiten in Alltags-
aktivitäten.

Abzugrenzende Merkmale
27 Misstrauen
33 Wahnstimmung
34 Wahnwahrnehmung
36 Wahngedanken
39 Beziehungswahn
40 Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn

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ZP4. Desorganisiert (SF)
Definition

Schwierigkeiten, einzelne Handlungsschritte bei Alltagsakti-


vitäten in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, um ein ge-
setztes Ziel zu erreichen.

Erläuterungen und Beispiele


Gemeint sind die beeinträchtigende Handlungsplanung, die ge-
störte Organisation und Kontrolle der einzelnen Handlungsschritte
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

sowie die unangemessene Reaktion auf Fehler oder Hindernisse.


Einfache Handlungsstörungen (z. B. das Befolgen einer einfa-
chen Aufforderung) sind hier nicht gemeint, sondern nur Störun-
gen bei komplexen, d. h. mehrschrittigen Aufgaben.
Patienten erreichen die von ihnen gewählten Ziele nicht, weil sie
Handlungsschrirtte abbrechen, die richtige Reihenfolge durch-
einander bringen oder bei eintretenden Schwierigkeiten nicht fle-
xibel reagieren.
–– In der Ergotherapie kann die mehrschrittige Bearbeitung eines
Werkstücks nicht ohne Hilfe bewerkstelligt werden, obgleich
die einzelnen Schritte jeweils für sich gelingen.
–– Ein Patient kann der Bitte, einen Lebenslauf zu erstellen,
nicht nachkommen, obwohl er die relevanten Daten präzise
benennen kann.
–– Die Vorbereitungen auf den Besuch von Gästen gelingen
nicht (z. B. Einkaufen, Tischdecken, Kochen).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Fehler treten nur selten auf – dabei sind die Routine-
tätigkeiten im Alltag nicht wesentlich beeinträchtigt
„schwer“ Fehler treten häufig auf und die Alltagsbewältigung
ist dadurch beeinträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
9 Auffassungsstörungen
10 Konzentrationsstörungen

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11 Merkfähigkeitsstörung
12 Gedächtnisstörungen
80 antriebsarm
81 antriebsgehemmt

ZP5. Distanzlos (F)


Definition

Unangemessene Verringerung der interpersonellen Distanz.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Distanzlosigkeit kann sich durch zu große körperliche Nähe zei-
gen, z. B. zu nahe am anderen stehen („auf die Pelle rücken“),
jemanden unangemessen lange, durchdringend anschauen („an-
starren“), in Gesprächen den anderen ständig berühren usw. Der
verbale Kommunikationsstil kann auffällig sein. Es kann z. B.
die Du-Form benutzt werden, obwohl keine persönliche Verbin-
dung besteht.
Das Verhalten kann unangemessen sein (z. B. beim Besuch un-
gefragt Bücher aus dem Regal nehmen). Oder es werden unan-
gemessen persönliche Fragen gestellt (z. B. nach finanziellen Ver-
hältnissen, Sexualität usw.). Oder andere werden durch zu große
Offenheit bezüglich eigener Angelegenheiten in Verlegenheit ge-
bracht. Auch wenn das Verhalten als wahrheitsliebend oder als
unverblümte Direktheit kaschiert wird, soll es hier markiert wer-
den. Distanzlose Menschen werden als zudringlich, plump ver-
traulich, aufdringlich, belästigend oder penetrant erlebt.
Distanzverhalten muss im sozio-kulturellen Kontext beurteilt
werden! Es kommt auf die Missachtung einer angemessenen so-
zialen Distanz an, die für unsere Kultur typisch ist.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Im Gespräch wird Distanzlosigkeit beobachtet, be-
einträchtigt die Exploration und den zwischenmensch-
lichen Kontakt jedoch nicht wesentlich.

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„schwer“ Distanzprobleme haben bereits zu Konsequenzen ge-
führt (z. B. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Rück-
zug von Freunden) oder treten häufig und deutlich
störend im Gespräch auf.

Abzugrenzende Merkmale
93 Soziale Umtriebigkeit

ZP6. Gedankenlautwerden (S)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Hören der eigenen (laut ausgesprochenen) Gedanken.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient hört seine eigenen Gedanken wie eine Stimme laut
im Kopf, wobei ihm aber bewusst ist, dass es sich um seine eige-
nen Gedanken handelt

Ein Patient antwortet auf die Frage nach Stimmen: „Das sind
meine eigenen Gedanken, die ich höre. Die werden laut, wenn
es still wird“.

Wenn der Patient davon ausgeht, dass andere seine Gedanken auch
hören, weil sie laut werden, soll dies zusätzlich unter „55 Gedan-
kenausbreitung“ abgebildet werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Patient fühlt sich nur gering beeinträchtigt.
„schwer“ Gedankenlautwerden tritt häufig auf und hat einen
Einfluss die Alltagsaktivitäten.

Abzugrenzende Merkmale
48 Stimmenhören
55 Gedankenausbreitung
56 Gedankenentzug

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ZP7. Impulsiv (SF)
Definition

Plötzliches, vorschnelles und unreflektiertes Handeln, das


durch äußere Reize oder inneren Anstoß ausgelöst wird.

Erläuterungen und Beispiele


Impulsivität bezeichnet eine erhöhte Bereitschaft, ohne kritisches
Abwägen zu handeln und vorschnell Entscheidungen zu treffen.
Gedanken und Ideen werden spontan geäußert, auch wenn sie
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

verletzend sind oder zum eigenen Nachteil gereichen. Die Kon-


sequenzen des eigenen Handelns werden nicht bedacht. Dem Pa-
tienten fällt es schwer, eine begonnene Handlung zu unterbre-
chen. Es besteht eine erhöhte Reagibilität gegenüber äußeren
Reizen und inneren Impulsen.
Beispielsweise fällt der Patient dem Untersucher ins Wort, kann
nicht abwarten, berichtet von unbedachten Geldausgaben oder
Vertragsabschlüssen.
Impulsives Verhalten aus emotionaler Erregung wie Wut oder
Jähzorn ist hier auch abzubilden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient antwortet und reagiert unüberlegt, das
Gespräch wird dadurch aber nicht behindert.
„schwer“ Im Gespräch fällt der Patient dem Untersucher immer
ins Wort, oder er berichtet plausibel von ständigen
Problemen wegen unüberlegter Handlungen und
übereilten Entscheidungen.

Abzugrenzende Merkmale
68 gereizt
77 affektlabil
78 affektinkontinent
94 Aggressivität

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ZP8. Körperbildstörung (S)
Definition

Unangemessen negative oder verzerrte Wahrnehmung des


eigenen Körpers.

Erläuterungen und Beispiele


Das Körperbild ist ein Teil des Selbstbildes und besteht in den
gegenwärtigen, veränderlichen emotionalen und kognitiven Be-
wertungen einzelner Körperregionen oder der ganzen Gestalt.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Eine Körperbildstörung besteht dann, wenn ein Patient unter


einer unangemessen negativen Selbstbewertung seines Körpers
leidet.
–– Eine Patientin ist so unzufrieden mit ihrem Körper und ihrem
Gesicht, dass sie nicht mehr aus dem Haus gehen mag und
sich an verschiedenen Stellen operieren lassen will. Sie ver-
schuldet sich für diese Operationen und nimmt wiederholte
Prozeduren und mögliche Komplikationen in Kauf, um sich
selbst wieder ertragen zu können.
–– Eine junge Patientin ist intensiv mit den Gedanken an ihr ver-
meintliches Übergewicht, die gewünschte Gewichtsabnahme
und die Reduktion ihres Bauchfettes beschäftigt.
–– Ein Patient ist der Auffassung, dass sein Körper schwach und
schmächtig ist und geht deswegen täglich für mehrere Stun-
den ins Fitnessstudio, nimmt trotz negativer gesundheitlicher
Folgen Anabolika zu sich und kontrolliert ständig den Um-
fang seiner Muskeln mit dem Zentimetermaß.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körperbild,
aber die Alltagsbewältigung ist dadurch nicht einge-
schränkt.
„schwer“ Dauernde Beschäftigung mit dem eigenen Körper-
bild, es werden Maßnahmen zur Veränderung einge-
leitet. Deutliche Beeinträchtigung des Alltagslebens.

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Abzugrenzende Merkmale
28 Hypochondrie
44 Hypochondrischer Wahn
51 Körperhalluzinationen
54 Depersonalisation

ZP9. Schamgefühle (S)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Gefühl von Befangenheit, Schüchternheit und Verlegenheit,


wenn sich jemand durch Wahrnehmung, Beobachtung und/
oder Beurteilung der eigenen Person bloßgestellt erlebt.

Erläuterungen und Beispiele


Es handelt sich hierbei um ein Symptom, das subjektiv erlebt,
häufig aber auch aus dem Verhalten zu erschließen ist. Oft ist die
Scham aus Mimik, Gestik und anderen Aspekten des interper-
sonellen Verhaltens erkennbar. Es kann zu Erröten kommen oder
zum Senken des Blickes, wenn sich jemand als bloßgestellt er-
lebt oder einen Achtungsverlust befürchtet.
Die Abgrenzung von Schuldgefühlen kann schwierig sein. Schuld-
gefühl tritt dann auf, wenn innere, für gut und richtig befundene
Normen verletzt wurden. Scham findet dagegen immer im rea-
len oder innerlich vorgestellten sozialen Raum statt und handelt
von einer Verletzung des Selbstverständnisses/der Selbstsicher-
heit im intimen Eigenbereich („Ich fühle mich gegenüber ande-
ren bloßgestellt.“).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Im Gespräch wird an einigen Stellen Scham sichtbar
oder der Patient berichtet von Schamgefühlen, ohne
dass es zu einer wesentlichen Beeinträchtigung sei-
nes Alltags kommt.
„schwer“ Mehrfach kommt es während der Exploration zum
Auftreten von Schamgefühlen, oder der Patient be-

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richtet eine deutliche Beeinträchtigung seines All-
tagslebens durch die Schamgefühle.

Abzugrenzende Merkmale
29 Phobien
65 ängstlich
73 Schuldgefühle

ZP10. Überwertige Ideen (S)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Ideen, die für einen Patienten eine hohe individuelle Bedeu-


tung haben, die von anderen nur schwer nachvollzogen wer-
den können.

Erläuterungen und Beispiele


Überwertige Ideen stellen manchmal eine Vorstufe zu einem
Wahn dar, sind aber noch korrigierbar. Es besteht oft ein starker
Wunsch, andere von der Richtigkeit zu überzeugen. Sie sind für
den Betroffenen oft mit starken Emotionen verbunden und kön-
nen einen Einfluss auf die Lebensgestaltung haben bzw. diese
entscheidend prägen.
Sie sind für den Untersucher noch nachvollziehbar und versteh-
bar. Es liegt aber eine auffällige Fixierung und übermäßige Be-
schäftigung des Patienten mit den Ideen vor. Überwertige Ideen
können einen Zusammenhang zu lebensgeschichtlichen Situati-
onen aufweisen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Es zeigt sich nur eine geringe affektive Beteiligung,
die Alltagsaktivitäten sind kaum betroffen.
„schwer“ Es ist eine deutliche affektive Beteiligung erkennbar,
seine Alltagsaktivitäten werden dadurch geprägt.

Abzugrenzende Merkmale
34 Wahngedanken

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ZP11. Wortfindungsstörungen (SF)
Definition

Dem Patienten fallen im Gespräch übliche Wörter nicht ein,


die er sonst immer gefunden hat.

Erläuterungen und Beispiele


Im Gespräch gerät die Person inmitten eines Satzes ins Stocken,
weil sie das folgende Wort nicht weiß. Sie wählt vielfach in der-
artigen Situationen Umschreibungen oder Umwege, die das feh-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

lende Wort entbehrlich machen, z. B. „In dem Moment fiel das


Mädchen in den … äh, also sie fiel ins Wasser“. Die Person kann
auf die Wortfindungsstörung reagieren, z. B. „ach, fällt mir ge-
rade nicht ein“, „ist ja ärgerlich, ich komme nicht drauf“ etc.

Menschen, die eloquent sind, können Wortfindungsstörungen


meist besser umgehen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ In der Untersuchung kommt die Wortfindungsstörung
einige Male vor, das Gespräch wird dadurch aber
nicht behindert. Oder der Patient erinnert sich an Si-
tuationen, in denen er Wörter nicht fand.
„schwer“ Das Gespräch wird durch die fehlenden Worte behin-
dert oder die betroffene Person leidet stark unter der
gestörten Kommunikationsfähigkeit.

Abzugrenzende Merkmale
14 gehemmt
15 verlangsamt
24 Gesperrt/Gedankenabreißen

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3 Somatischer Befund
3.1 Schlaf- und Vigilanzstörungen
Vorbemerkungen

Hierbei handelt es sich um Störungen des Schlafes und die Er-


fassung von Müdigkeit beim Patienten. Insbesondere beim Schlaf
gibt es eine große Schwankungsbreite der individuellen Norm.
Eine allgemeine Norm als Referenzkriterium ist problematisch.
Deshalb ist ein intraindividueller Vergleich mit der prämorbiden
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Individual-Norm unumgänglich. Entscheidend ist das subjektive


Erleben des Patienten. Bei Patienten, die gar nicht schlafen, sind
alle Schlafmerkmale (101 bis 104) mit schwer zu markieren.

101. Einschlafstörungen (S)


Definition

Verlängerung der Zeit bis zum Einschlafen.

Erläuterungen und Beispiele


Im Vordergrund stehen die Berichte des Patienten über eine Ver-
zögerung oder Erschwernis, Schlaf zu finden. Üblicherweise dau-
ert der Vorgang des Einschlafens (Einschlaflatenz) beim Gesun-
den nicht länger als 30 Minuten, auch wenn intraindividuelle
Differenzen vorkommen. Die „passive Hingabe“ an den Schlaf ist
erschwert, der Patient wendet dem Einschlafvorgang besondere
Aufmerksamkeit zu (z. B. registriert er die verlängerte Zeit usw.).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient registriert die Einschlafstörung, findet
aber dann doch noch in einer für ihn akzeptablen
Frist Schlaf. Eine wesentliche Beeinträchtigung (Mü-
digkeit, Leistungsminderung) tritt nicht auf.
„schwer“ Die Einschlafstörungen werden vom Patienten als
quälend erlebt, der normale soziale Rhythmus wird

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durch das verspätete Einschlafen gestört und/oder
Beeinträchtigungen (z. B. Müdigkeit, Leistungsmin-
derung) treten auf.

Abzugrenzende Merkmale
102 Durchschlafstörungen
103 Verkürzung der Schlafdauer

102. Durchschlafstörungen (S)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Nach dem Einschlafen ist der Schlaf nicht kontinuierlich. Der


Patient wacht eventuell mehrmals wieder auf und registriert
diese Störung, kann jedoch wieder einschlafen.

Erläuterungen und Beispiele


Da mehrmalige kurze Unterbrechungen des Schlafes häufig
physiologisch vorkommen, gehört zum klinischen Begriff der
„Durchschlafstörung“, dass der Patient am darauffolgenden Tag
die Unterbrechung seines Schlafes erinnert.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Patienten registrieren eine „unruhige“ Nacht mit
Unterbrechungen. Die Gesamtqualität des Schlafes
ist aber nicht erheblich beeinträchtigt, die Störung
führt nicht zu einer Beeinträchtigung am nächsten
Tag (z. B. Müdigkeit oder Leistungsminderung).
„schwer“ Der Patient erlebt die Unterbrechungen seines Schla-
fes als quälend und/oder leidet unter deutlichen Be-
einträchtigungen (z. B. Müdigkeit oder Leistungs-
minderung).

Abzugrenzende Merkmale
101 Einschlafstörungen
103 Verkürzung der Schlafdauer
104 Früherwachen

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103. Verkürzung der Schlafdauer (S)
Definition

Verkürzung der Gesamtschlafdauer in der Nacht.

Erläuterungen und Beispiele


Die „normale“ Gesamtschlafdauer bei Gesunden ist interindivi-
duell sehr variabel, intraindividuell aber ziemlich konstant. Meis-
tens empfindet ein Patient die Verkürzung seiner Schlafdauer als
Beeinträchtigung (Qualitätsminderung) seines Schlafes, aller-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

dings gibt es auch eine Verkürzung der Schlafdauer ohne das Ge-
fühl der Beeinträchtigung (z. B. bei manischen Syndromen).
Auch diese soll hier markiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet eine nur geringe Verkürzung
seiner Schlafdauer (weniger als eine Stunde).
„schwer“ Der Patient berichtet eine wesentliche Reduzierung
seiner Schlafdauer (mehr als die Hälfte der Gesamt-
schlafdauer).

Abzugrenzende Merkmale
101 Einschlafstörungen
102 Durchschlafstörungen
104 Früherwachen

104. Früherwachen (S)


Definition

Deutliche Vorverlegung des Aufwachzeitpunktes verbunden


mit der Unmöglichkeit, wieder einschlafen zu können.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient wacht früher als üblich auf und kann nicht wieder
einschlafen. Er fühlt sich meist vom Abbruch seines Schlafes be-

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einträchtigt und empfindet dadurch eine Qualitätsminderung des
gesamten Schlafes.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient empfindet das Früherwachen nicht als be-
sonders quälend, und/oder am darauffolgenden Tag
treten keine wesentlichen Beeinträchtigungen auf.
„schwer“ Das Früherwachen ist für den Patienten sehr belas-
tend, und/oder Beeinträchtigungen (erhöhte Reizbar-
keit, Leistungsminderung, Müdigkeit) treten am fol-
genden Tag auf.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
102 Durchschlafstörungen
103 Verkürzung der Schlafdauer

105. Müdigkeit (SF)


Definition

Gefühl verminderter Wachheit und damit verbundener Ab-


nahme der Frische bis hin zur Neigung einzuschlafen.

Erläuterungen und Beispiele


Die „Hypersomnie“ (deutlich vermehrtes Schlafen) soll eben-
falls hier abgebildet werden. Der Grund für die Müdigkeit spielt
keine Rolle; auch die Müdigkeit, die als Nebenwirkung von Psy-
chopharmaka auftreten kann, wird hier markiert. Wenn bei Mü­
digkeit auch das Gefühl der verminderten körperlichen Frische
und Kraft auftritt, muss zusätzlich „Störung der Vitalgefühle“
(Merkmal 62) markiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient fühlt sich müde, ist dadurch aber nicht
wesentlich in seinem Allgemeinbefinden gestört und/
oder kann die Müdigkeit ohne Mühe überwinden.

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„schwer“ Der Patient hat Mühe, sich wachzuhalten, und/oder
die Müdigkeit führt zu einer Beeinträchtigung der
Befindlichkeit (z. B. erhöhte Gereiztheit, verminderte
Konzentrationsfähigkeit).

Abzugrenzende Merkmale
1 Bewusstseinsverminderung
62 Störung der Vitalgefühle

3.2 Appetenzstörungen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Vorbemerkungen

Neben dem Verlangen nach Nahrung (Appetit) wird hier auch


das Verlangen nach anderen Triebbefriedigungen (Durst, Sexu-
alität) erfasst. Die Appetenz kann vermindert oder verstärkt sein.

Bezüglich der Sexualität wird nur die Verminderung der sexuel-


len Appetenz erfasst.

106. Appetit vermindert (S)


Definition

Vermindertes Verlangen nach Nahrung, verminderter Genuss


am Essen und/oder Trinken.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient kann im Gegensatz zu früher keine „Lieblingsspei-
sen“ mehr nennen. Die Freude am Essen ist vermindert oder ver-
loren gegangen. Der Patient muss sich zum Essen zwingen oder
zum Essen und/oder Trinken angehalten werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient empfindet eine Appetitstörung, aber isst
aus eigenem Antrieb noch ausreichend.

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„schwer“ Der Patient muss sich zum Essen zwingen, oder von
außen müssen Maßnahmen getroffen werden, um eine
Mangelernährung zu vermeiden, oder die Störung hat
beim Patienten zu Folgeerscheinungen wie Gewichts-
abnahme oder körperlicher Schwäche geführt.

Abzugrenzende Merkmale
100 Pflegebedürftigkeit

107. Appetit vermehrt (S)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Verstärktes Verlangen nach Nahrung.

Erläuterungen und Beispiele


Die Appetitvermehrung kann sich in einem ständigen Hungerge-
fühl äußern, aber auch in einer Steigerung der „Esslust“ zwischen
den üblichen Mahlzeiten bis hin zu sogenannten „Fressattacken“.
Die Patienten essen mehrfach am Tag, sie „naschen“ zwischen-
durch, stehen gelegentlich nachts auf, um noch eine Mahlzeit zu
sich zu nehmen. Auch der verstärkte Appetit nach speziellen Nah-
rungsmitteln (z. B. Süßigkeiten) ist hier abzubilden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die Lust des Patienten an Mahlzeiten ist gesteigert,
und vielleicht werden auch gelegentlich zusätzlich
kleine Mahlzeiten eingenommen.
„schwer“ Patienten können sich nicht zurückhalten, immer wie-
der zusätzliche Mahlzeiten einzunehmen, oder es
kommt zu regelrechten „Fressattacken“.

Abzugrenzende Merkmale
31 Zwangsimpulse
32 Zwangshandlungen
108 Durst vermehrt

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108. Durst vermehrt (S)
Definition

Der Patient hat das vermehrte Bedürfnis zu trinken.

Erläuterungen und Beispiele


Ein vermehrtes Durstgefühl kann sehr unterschiedliche Ursa-
chen haben. Im Regelfall wird das verstärkte Durstgefühl auch
zu einer Erhöhung der Trinkmenge führen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Eine extrem vermehrte Trinkmenge, die nicht mit einem ver-


mehrten Durstgefühl einhergeht, ist hier nicht abzubilden (z. B.
wenn ein psychotischer Patient unter dem Einfluss imperativer
Stimmen große Mengen Wasser trinkt).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient verspürt vermehrten Durst, ist aber noch
in der Lage, das Trinken aufzuschieben.
„schwer“ Der Patient „muss“ häufig trinken, hat z. B. immer
etwas zu trinken bei sich.

Abzugrenzende Merkmale
31 Zwangsimpulse
32 Zwangshandlungen
107 Appetit vermehrt

109. Sexualität vermindert (S)


Definition

Herabsetzung des sexuellen Verlangens.

Erläuterungen und Beispiele


Da die sexuelle Appetenz erheblichen interindividuellen Diffe-
renzen unterliegt und ein allgemein gültiger Normwert nicht ge-
geben werden kann, ist hier in der Regel der intraindividuelle
Vergleich heranzuziehen.

141
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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient erlebt eine Herabsetzung seiner gewohnten
sexuellen Appetenz, die aber nicht zu einer Verände-
rung seiner üblichen Sexualgewohnheiten geführt hat.
„schwer“ Der Patient erlebt einen Mangel seines sexuellen Ver-
langens, was auch zu Verhaltensänderungen geführt
hat (z. B. Vermeidung sexueller Kontakte).

Abzugrenzende Merkmale
keine
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

3.3 Gastrointestinale Störungen

Vorbemerkungen

Für die Abbildung der folgenden Symptome ist unerheblich,


ob diese im Rahmen einer vorbestehenden oder der zu Grunde
liegenden (somatischen oder psychischen) Erkrankung oder als
unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten.

110. Hypersalivation (SF)


Definition

Vermehrter Speichelfluss.

Erläuterungen und Beispiele


Bei plausibel berichtetem verstärktem Speichelfluss, der von
außen nicht sichtbar ist, soll mindestens leicht markiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet über vermehrten Speichelfluss
oder häufigeres „Schluckenmüssen“, fühlt sich da-
durch aber nicht wesentlich beeinträchtigt.
„schwer“ Das Kopfkissen ist am Morgen von Speichel feucht.
Dem Patienten tropft der Speichel aus dem Mund.

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Abzugrenzende Merkmale
Keine

111. Mundtrockenheit (S)


Definition

Gefühl der Mundtrockenheit, verminderter Speichelfluss.


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Mundtrockenheit soll unabhängig von der Ursache, also auch
bei vermuteter Medikamentennebenwirkung, markiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient spürt seine Mundtrockenheit, fühlt sich
dadurch aber nicht beeinträchtigt.
„schwer“ Das Sprechen ist dem Patienten durch die ausge-
prägte Mundtrockenheit deutlich erschwert. Der Pa-
tient muss deswegen häufig trinken und/oder Bon-
bons lutschen.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

112. Übelkeit (S)


Definition

Empfinden von Übelkeit oder Brechreiz.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient äußert z. B.: „Mir ist schlecht.“ Wenn es auch zum
Erbrechen kommt, soll Merkmal 113 „Erbrechen“ zusätzlich
markiert werden.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient berichtet über leichte Übelkeit, die ihn
aber nicht sehr beeinträchtigt.
„schwer“ Der Patient leidet unter starkem Brechreiz.

Abzugrenzende Merkmale
113 Erbrechen
114 Magenbeschwerden
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

113. Erbrechen (SF)


Definition

Spontanes und/oder provoziertes Erbrechen.

Erläuterungen und Beispiele


Meist, aber nicht notwendig, geht dem Erbrechen auch ein Übel-
keitsgefühl oder Brechreiz voraus. Merkmal 112 „Übelkeit“ soll
dann zusätzlich markiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Einmaliges Erbrechen im Beurteilungszeitraum ohne
starkes Krankheitsgefühl.
„schwer“ Heftiges Erbrechen mit starkem Krankheitsgefühl
oder häufiges Erbrechen.

Abzugrenzende Merkmale
112 Übelkeit

114. Magenbeschwerden (S)


Definition

In die Magenregion lokalisierte Beschwerden.

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Erläuterungen und Beispiele
Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen, Luftschlucken oder Ma-
genschmerzen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient berichtet Magenbeschwerden, die ihn
nicht wesentlich beeinträchtigen.
„schwer“ Der Patient ist durch die Magenbeschwerden sehr be-
einträchtigt.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
112 Übelkeit
113 Erbrechen

115. Obstipation (S)


Definition

Erschwerter Stuhlgang oder Verstopfung.

Erläuterungen und Beispiele


Da die Informationen zum somatischen Befund des AMDP in
der Regel aus einem Gespräch mit den Patienten resultieren, sol-
len hier nur die subjektiven Angaben des Patienten abgebildet
werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Stuhlgang ist erschwert, aber regelmäßig, La-
xantien sind nicht erforderlich.
„schwer“ Stuhlgang ist nur mithilfe physikalischer oder me-
chanischer Hilfsmittel (z. B. Klistier) möglich.

Abzugrenzende Merkmale
28 Hypochondrie (nicht wahnhaft)
44 hypochondrischer Wahn

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116. Diarrhoe (S)
Definition

Häufigere und weichere Stühle (Durchfall).

Erläuterungen und Beispiele


Keine

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Der Patient berichtet über gehäuften oder weicheren


Stuhlgang, was aber zu keiner wesentlichen Beein-
trächtigung führt.
„schwer“ Flüssiger Stuhl oder mehr als drei Stuhlentleerungen
pro Tag.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

3.4 Kardio-respiratorische Störungen


117. Atembeschwerden (SF)
Definition

Erschwerung der Atmung.

Erläuterungen und Beispiele


Die Patienten klagen über ein Engegefühl in der Brust oder dar-
über, dass sie nicht richtig durchatmen können bzw. Erstickungs-
gefühle haben. Die Erschwerung der Atmung wird subjektiv
erlebt und plausibel berichtet oder ist eventuell auch für den Be-
obachter sichtbar.

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient hat nur gelegentlich das Gefühl, nicht
ausreichend Luft zu bekommen, ohne sich dadurch
erheblich beeinträchtigt zu fühlen.
„schwer“ Atembeschwerden bestehen den überwiegenden Teil
der Zeit oder führen zu erheblicher Angst und sind
dem Beobachter deutlich sichtbar.

Abzugrenzende Merkmale
Keine
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

118. Schwindel (SF)


Definition

Hier ist jede Form von Schwindelgefühl einschließlich ortho-


statischer Beschwerden gemeint.

Erläuterungen und Beispiele


„Mir ist schwindlig.“ „Alles dreht sich.“ „Mir wird schwarz vor
Augen.“ Auch das Gefühl umzufallen kann Ausdruck von Schwin-
del sein.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient verspürt nur gelegentlich ein leichtes
Schwindelgefühl, ohne dass dies zu einer wesentli-
chen Beeinträchtigung führt.
„schwer“ Schwindel besteht andauernd und führt zu wesentli-
chen, für den Beobachter sichtbaren Beeinträchtigun-
gen.

Abzugrenzende Merkmale
112 Übelkeit

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119. Herzklopfen (S)
Definition

Der Patient klagt über verstärkt gespürten, beschleunigten


oder unregelmäßigen Herzschlag.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient berichtet über „Herzjagen“ oder „-rasen“; manche
fühlen „das Herz im Hals schlagen“ oder ein „Herzstolpern“.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Herzklopfen tritt nur selten auf und/oder beunruhigt
den Patienten nicht wesentlich.
„schwer“ Der Patient klagt über häufiges Herzklopfen oder ist
durch solche Beschwerden sehr geängstigt und be-
einträchtigt.

Abzugrenzende Merkmale
117 Atembeschwerden
118 Schwindel
120 Herzdruck

120. Herzdruck (S)


Definition

„Beklemmende“, eventuell als stechend oder drückend emp-


fundene Herzbeschwerden, die entweder als äußerer oder in-
nerer Druck auf das Herz erlebt werden.

Erläuterungen und Beispiele


Der Patient „spürt“ sein Herz auf unangenehme Weise.

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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Der Patient spürt nur selten Herzdruck und ist da-
durch nicht sehr beunruhigt.
„schwer“ Herzdruck tritt mehrfach am Tage oder über mehrere
Stunden auf und/oder ängstigt den Patienten stark.

Abzugrenzende Merkmale
117 Atembeschwerden
118 Schwindel
119 Herzklopfen
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

3.5 Andere vegetative Störungen


121. Akkommodationsstörungen (S)
Definition

Beeinträchtigung der Fähigkeit des Auges zur Scharfeinstel-


lung fixierter Gegenstände, Verschwommensehen.

Erläuterungen und Beispiele


Diese Störungen reichen von im Subjektiven bleibenden Behin-
derungen (bei der Naheinstellung werden beispielsweise ein-
zelne Buchstaben undeutlich) bis hin zur Unfähigkeit zu lesen,
zu stricken oder andere handwerkliche Tätigkeiten auszuführen.
Häufig sind Akkommodationsstörungen als unerwünschte Be-
gleitwirkungen bei Psychopharmakatherapien zu beobachten und
sollen dann auch hier abgebildet werden.

Andere Visusstörungen (z. B. „Schleiersehen“) werden hier nicht


erfasst.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient bemerkt die Akkomodationsstörung, ist
dadurch aber nicht wesentlich beeinträchtigt.

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„schwer“ Der Patient kann nicht mehr lesen oder keine ande-
ren Tätigkeiten mehr ausführen, bei denen es wesent-
lich auf die Akkommodationsfähigkeit ankommt
oder hat sich deshalb eine Lesebrille beschafft.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

122. Schwitzen vermehrt (SF)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Verstärkte Schweißneigung oder Schweißausbrüche.

Erläuterungen und Beispiele


Es kommt zu vermehrtem Schweiß auf der Stirn, feuchten Hän-
den, vermehrtem Achselschweiß bis hin zu profusem Schwitzen
am ganzen Körper. Nur subjektiv empfundenes verstärktes Schwit-
zen soll allenfalls mit „leicht“ graduiert werden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient bemerkt vermehrtes Schwitzen, fühlt sich
dadurch aber nicht beeinträchtigt.
„schwer“ Der Patient ist durch das vermehrte Schwitzen bei
der Arbeit oder in seinen Sozialkontakten deutlich
behindert; der Patient hat Schweißtropfen auf der
Stirn und/oder seine Kleidung ist schweißgetränkt.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

123. Seborrhoe (SF)


Definition

Vermehrte Talgdrüsenproduktion.

150
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Erläuterungen und Beispiele
Patient wirkt „wie eingefettet“. Dies zeigt sich häufig und bevor-
zugt an behaarten Körperteilen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient bemerkt eine Vermehrung der Talgdrü-
senproduktion, ist dadurch aber nicht wesentlich be-
hindert, und die Veränderung ist nicht augenfällig.
„schwer“ Die Seborrhoe ist unmittelbar ersichtlich (z. B. Sal-
bengesicht), und/oder der Patient gibt an, sich mehr-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

fach täglich deswegen waschen zu müssen.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

124. Miktionsstörungen (S)


Definition

Unterschiedliche Störungen der Blasenentleerung (z. B. er-


schwerte Miktion, Pollakisurie, Enuresis).

Erläuterungen und Beispiele


Unter Psychopharmakatherapie tritt nicht selten eine Verzö­
gerung der Blasenentleerung auf, die dann auch hier abgebildet
werden soll. Bei Patienten mit Angstsymptomatik findet man
manchmal eine Pollakisurie. Sedierte Patienten berichten gele-
gentlich über unwillkürlichen Urinabgang, z. B. in der Nacht.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient kann erst nach längerem Warten Harn las-
sen oder muss häufiger als gewohnt zur Toilette ge­
hen. Seltenes Einnässen.
„schwer“ Harnverhalten, wiederholtes Einnässen, ständiger
Harndrang.

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Abzugrenzende Merkmale
Keine

125. Menstruationsstörungen (S)


Definition

Abweichungen vom normalen Menstruationszyklus oder au-


ßergewöhnliche Beschwerden im Zusammenhang mit der
Menstruation.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Erläuterungen und Beispiele


Gemeint sind sowohl zeitliche Abweichungen von der Men­
struation als auch andere körperliche Beschwerden in Zusam-
menhang mit der Menstruation z. B. Bauchschmerzen (Dysme­
norr­hoe).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Die zeitliche Abweichung vom normalen Zyklus be-
trägt nur wenige Tage, und/oder die dysmenorrhoi-
schen Beschwerden behindern die Patientin nur ge-
ring.
„schwer“ Amenorrhoe. Deutliche Beeinträchtigung des Allge-
meinbefindens im Rahmen einer Dysmenorrhoe.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

3.6 Weitere Störungen


126. Kopfdruck (S)
Definition

Hier werden eine Reihe von unterschiedlichen Beschwerden er-


fasst: Kopfdruck, „dumpfes Gefühl im Kopf“, Kopfschmerz etc.

152
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Erläuterungen und Beispiele
–– „Ich habe so ein Ziehen im Kopf.“
–– „Über der Stirn ist ein unangenehmes Druckgefühl.“
–– „In meinem Kopf habe ich so ein dumpfes Gefühl.“
–– „Auf der rechten Seite ist ein wahnsinnig starker Kopf-
schmerz.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden entsteht keine
wesentliche Beeinträchtigung im täglichen Leben,
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

der Patient kann seiner Arbeit und seinen Interessen


nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den seiner Arbeit und/oder seinen sonstigen Ver-
pflichtungen und/oder seinen Interessen nicht mehr
nachgehen, bzw. es kostet ihn erhebliche Mühe, dies
trotzdem zu tun.

Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen
54 Depersonalisation

127. Rückenbeschwerden (S)


Definition

Hier werden unterschiedliche Formen von Rückenbeschwer-


den erfasst: Schmerzen, Spannungsgefühle und Druckbe-
schwerden, die entweder umschrieben oder diffus, konstant
oder wechselnd vorhanden sind.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Mein Rücken ist ganz verkrampft.“
–– „Um die Schultern herum sind – vor allem wenn ich länger
sitze – ziemlich starke Schmerzen.“
–– „Am Kreuz ist ein dauernder Druck.“

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Hinweise zur Graduierung
„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden (meist als
Druck oder Spannung erlebt) entsteht keine wesentli-
che Beeinträchtigung im täglichen Leben, der Patient
kann seiner Arbeit und seinen Interessen nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den (meist als Schmerzen erlebt) seiner Arbeit und/
oder seinen sonstigen Verpflichtungen und/oder sei-
nen Interessen nicht mehr nachgehen, bzw. es kostet
ihn erhebliche Mühe, dies trotzdem zu tun.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen

128. Schweregefühl in den Beinen (S)


Definition

Die Beine werden als schwerer gegenüber sonst empfunden.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Meine Beine sind schwer und schlapp.“
–– „Das Gehen fällt mir schwer, die Beine sind wie aus Blei.“
–– „Meine Knie sind ganz weich, ich kann gar nicht mehr rich-
tig fest stehen.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden entsteht keine
wesentliche Beeinträchtigung im täglichen Leben,
der Patient kann seiner Arbeit und seinen Interessen
nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den seiner Arbeit und/oder seinen sonstigen Verpflich-
tungen und/oder seinen Interessen nicht mehr nachge-

154
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hen, bzw. es kostet ihn erhebliche Mühe, dies trotzdem
zu tun.

Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen
54 Depersonalisation

129. Hitzegefühl (S)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hier werden unterschiedliche Formen von Hitzegefühl erfasst:


Hitzewallungen, Flush-Phänomene, aufsteigende Hitze etc.
Der Patient fühlt sich subjektiv wärmer oder heißer als sonst,
obwohl weder eine entsprechende Außentemperatur noch
Fieber vorliegt.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Manchmal habe ich so richtige Hitzewallungen.“
–– „Wenn ich unter Menschen bin, wird mir oft ganz heiß.“
–– „In letzter Zeit ist mir innerlich ganz warm, als ob ich Fieber
hätte.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden entsteht keine
wesentliche Beeinträchtigung im täglichen Leben,
der Patient kann seiner Arbeit und seinen Interessen
nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den seiner Arbeit und/oder seinen sonstigen Ver-
pflichtungen und/oder seinen Interessen nicht mehr
nachgehen, bzw. es kostet ihn erhebliche Mühe, dies
trotzdem zu tun.

Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen

155
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130. Frösteln (S)
Definition

Dem Patienten ist kalt und er friert, obwohl kein Fieber be-
steht.

Erläuterungen und Beispiele


–– „Obwohl die Heizung ganz hochgestellt ist, ist mir dauernd
kalt.“
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

–– „Hin und wieder friert es mich, so dass ich denke, ich hätte
vielleicht Fieber.“

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden entsteht keine
wesentliche Beeinträchtigung im täglichen Leben,
der Patient kann seiner Arbeit und seinen Interessen
nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den seiner Arbeit und/oder seinen sonstigen Ver-
pflichtungen und/oder seinen Interessen nicht mehr
nachgehen, bzw. es kostet ihn erhebliche Mühe, dies
trotzdem zu tun.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

131. Konversionssymptome (SF)


Definition

Auf keiner körperlichen Erkrankung beruhende neurologi-


sche Störungen, die unmittelbar in der Untersuchung zu be-
obachten sind oder aber unzweifelhaft für den Dokumentati-
onszeitraum angegeben werden. Es besteht meist eine nahe
zeitliche Verbindung zu traumatisierenden Ereignissen, un-
lösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Be-

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ziehungen. Diese Störungen werden auch dissoziative Störun-
gen genannt.

Erläuterungen und Beispiele


Psychogene Aphonie, psychogene Blindheit oder Taubheit, psy-
chogene Amnesie, psychogene Lähmungen, psychogene Gang-
oder Standataxie (Abasie/Astasie). Psychogene „epileptische“
Anfälle und Bewusstseinsstörungen. Psychogene Sensibilitäts-
störungen.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Psychogene vegetative Störungen werden hier nicht erfasst.


Rein subjektive Beschwerden (z. B. Schwindel) werden hier auch
nicht abgebildet, sofern sie nicht gleichzeitig zu einer fassbaren
„neurologischen“ Symptomatik führen (z. B. Standataxie infolge
psychogenen Schwindels).

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Durch die geschilderten Beschwerden entsteht keine
wesentliche Beeinträchtigung im täglichen Leben,
der Patient kann seiner Arbeit und seinen Interessen
nachgehen.
„schwer“ Der Patient kann wegen der geschilderten Beschwer-
den seiner Arbeit und/oder seinen sonstigen Ver-
pflichtungen und/oder seinen Interessen nicht mehr
nachgehen, bzw. es kostet ihn erhebliche Mühe, dies
trotzdem zu tun.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

3.7 Neurologische Störungen


Vorbemerkungen
Die Auswahl der folgenden neurologischen Störungen zielt da-
rauf ab, während einer Behandlung aufgetretene Nebenwirkun-
gen insbesondere im extrapyramidal-motorischen System fest-

157
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zuhalten. Die Markierung soll jedoch unabhängig von der ver-
muteten Pathogenese eines neurologischen Symptoms erfolgen;
ein essenzieller Tremor wird daher z. B. in gleicher Form abge-
bildet wie ein Tremor, der unter Behandlung mit Neuroleptika
(im Rahmen eines Parkinsonoids) aufgetreten ist.

132. Rigor (F)


Definition
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Rigor ist eine bei Erkrankungen des extrapyramidal-motori-


schen Systems auftretende Muskeltonuserhöhung, die von
Anfang bis Ende einer passiven Bewegung spürbar ist.

Erläuterungen und Beispiele


Die Prüfung des Rigors erfolgt durch passive Bewegung der will-
kürlich entspannten Muskulatur, beispielsweise am Nacken (Ante-
und Retroflexion sowie Drehbewegungen der HWS) oder an den
Handgelenken (Beugung und Streckung, Pronation und Supina-
tion). Die Muskeltonuserhöhung erinnert an den Widerstand einer
Wachskerze beim Abbiegen. Von einem Zahnradphänomen spricht
man, wenn rhythmische Sperrungen des Bewegungsablaufes auf-
treten.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Ein geringer Widerstand der Muskulatur ist spürbar,
eine passive Bewegung ist jedoch noch flüssig mög-
lich.
„schwer“ Eine passive Bewegung der Muskulatur ist nur noch
ge­gen deutlichen Widerstand möglich.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

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133. Muskeltonus erniedrigt (SF)
Definition

Ein erniedrigter Muskeltonus ist gekennzeichnet durch einen


verringerten Dehnungswiderstand der willkürlich entspann-
ten Muskulatur.

Erläuterungen und Beispiele


Typisch ist eine Überdehnbarkeit der Gelenke.
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Passive Gelenkbewegungen sind besonders leicht
möglich, die Dehnbarkeit der Gelenke übersteigt ein
gewöhnliches Maß jedoch nicht.
„schwer“ Die Muskulatur setzt auch unnatürlichen Überdeh-
nungen von Gelenken keinen wesentlichen Wider-
stand entgegen.

Abzugrenzende Merkmale
Keine

134. Tremor (SF)


Definition

Zittern. Rhythmisch aufeinanderfolgende Kontraktionen an-


tagonistisch wirkender Muskeln.

Erläuterungen und Beispiele


An hier abzubildenden Tremorformen werden der Ruhetremor
(v. a. beim Parkinson-Syndrom) und der Haltetremor (z. B. essen-
zieller Tremor) unterschieden. Die Prüfung erfolgt durch Beob-

159
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achtung des entspannten Patienten (v. a. Kopf und Extremitäten)
und Halteversuche (z. B. Armvorhalteversuch). Die Graduierung
erfolgt nach dem Ausmaß der maximalen Tremoramplitude bzw.
nach der Beeinträchtigung im Alltag. Intentionstremor ist unter
„138 Ataxie“ abzubilden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Tremor hat eine kleine Amplitude oder stellt
keine grobe Beeinträchtigung dar.
„schwer“ Der Tremor hat eine große Amplitude (starkes Zit-
tern) oder behindert den Patienten deutlich (z. B. stört
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

beim Schreiben, Einschenken, Tassehalten).

Abzugrenzende Merkmale
135 Dyskinesien
138 Ataxie

135. Dyskinesien (SF)


Definition

Motorische Fehlfunktionen bei Störungen des extrapyrami-


dal-motorischen Systems.

Erläuterungen und Beispiele


Dyskinesien können als Nebenwirkung von Neuroleptika auf-
treten, entweder als akutes dystones Syndrom („Frühdyskine-
sien“, z. B. Zungen-/Schlundkrampf) oder nach längerfristiger
Einnahme („Spätdyskinesien“, häufig als Hyperkinesien der
Zunge und Gesichtsmuskulatur).
Auch Dyskinesien anderer Genese (z. B. bei Chorea Hunting-
ton) sind hier abzubilden.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Dyskinesien sind nur in geringem Ausmaß zu beob-
achten.

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„schwer“ Die Dyskinesien fallen auch einem Laien als Bewe-
gungsstörungen auf.

Abzugrenzende Merkmale
134 Tremor
138 Ataxie

136. Hypokinesien (SF)


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Definition

Verarmte und verlangsamte physiologische Mitbewegungen,


Willkür- und Reaktivbewegungen, zumeist als Ausdruck einer
Störung des extrapyramidal-motorischen Systems.

Erläuterungen und Beispiele


Der Start und die Durchführung von Bewegungen können zö-
gernd sein, Bewegungen können steckenbleiben. Der Gang kann
kurzschrittig sein, die Schrift kleiner werden. Mimik und Ges-
tik können verarmen. Die Mitbewegung der Arme kann ein- oder
beidseitig herabgesetzt oder aufgehoben sein. Die Sprache kann
rauher und leiser werden. Manche Patienten berichten darüber,
dass es ihnen schwerer fällt oder unmöglich ist, sich im Bett he-
rumzudrehen.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Das Befinden des Patienten ist durch die Hypokine-
sien nur wenig beeinträchtigt.
„schwer“ Durch die Hypokinesie ist der Patient behindert.
Auch einem Laien fällt die Reduktion der Mitbewe-
gungen auf.

Abzugrenzende Merkmale
80 antriebsarm

161
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137. Akathisie (SF)
Definition

Unfähigkeit, ruhig zu sitzen oder zu stehen.

Erläuterungen und Beispiele


Die Akathisie äußert sich als unangenehm erlebter Bewegungs-
drang zumeist in den Armen und/oder Beinen, wobei eine tat-
sächliche Bewegung dem Patienten allenfalls für kurze Zeit Er-
leichterung verschafft. Im Stehen kann eine charakteristische
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Trippelmotorik auftreten.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ ist zu markieren, wenn eine Bewegungsunruhe zwar
gelegentlich zu beobachten ist, der Patient auf Auf-
forderung hin jedoch ruhig sitzen bzw. stehen kann
oder ein Bewegungsdrang von ihm zwar berichtet
wird, daraus jedoch keine beobachtbare Bewegungs-
unruhe resultiert.
„schwer“ ist zu markieren, wenn im Sitzen eine nahezu stän-
dige Bewegung von Armen und/oder Beinen bzw. im
Stehen ein nahezu ständiges Trippeln zu beobachten
ist.

Abzugrenzende Merkmale
69 innerlich unruhig

138. Ataxie (SF)


Definition

Störung des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgrup-


pen bei zielgerichteten Bewegungen oder beim Einnehmen
von Haltungen.

162
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Erläuterungen und Beispiele
Man unterscheidet eine Rumpfataxie (Schwanken des Rumpfes
im Sitzen) und eine Standataxie (Fallneigung im Stehen) von
gliedataktischen Störungen, die sich als Unsicherheit im Arm-
oder Beinhalteversuch oder als „Zickzack“ bei Zielbewegungen
(Finger-Nase-Versuch oder Knie-Hacken-Versuch) zeigen kön-
nen (bis hin zum Intentionstremor, der daher auch hier markiert
wird). Aus einer Rumpfataxie oder einer Gliedataxie der Beine
kann eine Gangataxie resultieren.

Hinweise zur Graduierung


Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„leicht“ Eine Ataxie ist zwar zu beobachten, zielgerichtete


Bewegungen (z. B. Einschenken eines Getränkes in
ein Glas) und sicheres Gehen, Stehen und Sitzen sind
dennoch selbstständig möglich.
„schwer“ Der Patient kann wegen einer Ataxie allenfalls mit
Unterstützung sitzen, gehen oder stehen bzw. nicht
selbstständig essen.

Abzugrenzende Merkmale
134 Tremor

139. Nystagmus (F)


Definition

Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die aus zwei


unmittelbar aufeinanderfolgenden Phasen bestehen: Beim
Rucknystagmus ist die Bewegung in die eine Richtung schnell,
in die Gegenrichtung langsamer, beim Pendelnystagmus sind
beide Phasen gleich schnell.

Erläuterungen und Beispiele


Nystagmus kann in Ruhestellung bestehen (Spontannystagmus)
oder nur beim Blick in eine bestimmte Richtung (Blickrichtungs-
nystagmus) und kann durch bestimmte Kopf- bzw. Körperhal-
tungen (Lagenystagmus) oder Bewegungen (Lagerungsnystag-
mus) provozierbar sein.

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Der physiologische Endstellnystagmus und der optokinetische
Nystagmus werden hier nicht abgebildet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ ist zu markieren, wenn außer einem horizontalen
Blickrichtungsnystagmus kein pathologischer Nys-
tagmus zu beobachten ist.
„schwer“ ist zu markieren, wenn ein Spontannystagmus zu be-
obachten ist.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Keine

140. Parästhesien (S)


Definition

Hier ist jede Form von sensiblen Reizerscheinungen abzubil-


den, also nicht nur Parästhesien im eigentlichen Sinne (d. h.
sensible Reizerscheinungen, die nicht als unangenehm erlebt
werden), sondern auch Dysästhesien (als unangenehm emp-
fundene sensible Reizerscheinungen).

Erläuterungen und Beispiele


Sensible Reizerscheinungen werden vom Patienten mit Begrif-
fen wie „Kribbeln“, „Ameisenlaufen“ oder „Elektrisieren“ be-
schrieben.
Nicht abzubilden sind hier Sensibilitätsstörungen (wie Vermin-
derung bzw. Steigerung des Berührungs-, Schmerz- oder Tem-
peraturempfindens), ebenso wenig Schmerzen im üblichen Sinn.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Parästhesien werden vom Patienten berichtet, sein
Befinden ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.
„schwer“ Das Befinden des Patienten ist auf Grund von Paräs-
thesien deutlich beeinträchtigt, und/oder deswegen
ist eine medikamentöse Behandlung notwendig.

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Abzugrenzende Merkmale
51 Körperhalluzinationen (Coenästhesien)

Seitendifferenzen
„ja“ ist zu markieren, wenn mindestens bei einem der
Merkmale 132 bis 140 ein sicherer Unterschied zwi-
schen der linken und rechten Körperhälfte besteht.

Cerebrale Krampfanfälle
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

„ja“ ist zu markieren, wenn im Beobachtungszeitraum


mindestens ein wahrscheinlicher generalisierter oder
fokaler Krampfanfall aufgetreten ist. Psychogene An-
fälle werden unter Merkmal 131 (Konversionssym-
ptomatik) markiert.

Reserve-Merkmale
Bei den mit R1 bis R7 gekennzeichneten Kodierzeilen handelt es
sich um sog. Reserve-Merkmale, die zur freien Ergänzung die-
nen. Untersucher, die spezifische somatische Merkmale erfassen
wollen, die nicht in den 40 somatischen Merkmalen enthalten
sind, können diese hier individuell eintragen. Beispielsweise kön-
nen hier auch die Zusatzmerkmale (ZS1 bis ZS3) eingetragen
werden.

3.8 Zusatzmerkmale des Somatischen


Befundes (ZS1–ZS3)

Vorbemerkungen
Die Symptome des Somatischen Befundes wurden in der Vergan-
genheit weniger kritisch diskutiert als diejenigen des Psychischen
Befundes. Die 40 Merkmale decken bereits jetzt ein weites Spek-
trum klinisch relevanter Symptome ab, sowohl im Hinblick auf
die Erfassung von Nebenwirkungen als auch hinsichtlich ihrer

165
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Anwendung als diagnostische Kriterien in ICD und DSM (z. B.
Symptome für depressive Episode, Major Depression). Zudem
umfassen einige Symptome i. S. von Sammelmerkmalen ver-
schiedene Teilaspekte somatischer Beeinträchtigungen.
Die Zusatzmerkmale (nachfolgend mit ZS1 bis ZS3 bezeichnet)
werden mit dem gleichen formalen Aufbau wie die alten Merk-
male beschrieben und zum Gebrauch bei Bedarf empfohlen.
Selbstverständlich erhebt auch der neue, um die Zusatzsymp-
tome ergänzte Merkmalsbestand keinen Anspruch auf Vollstän-
digkeit. Vorgeschlagen wird von der Arbeitsgruppe, in jedem Fall
den Grund-Merkmalsbestand mit den 40 Merkmalen in der kli-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

nischen Praxis anzuwenden. Die neu definierten Symptome kön-


nen dann je nach Bedürfnissen der Anwender ergänzend verwen-
det werden. Wenn der Dokumentationsbogen eingesetzt wird,
können diese Zusatzsymptome auf dem Bogen dann unter den
R-Merkmalen vermerkt werden.

ZS1. Parasomnien (SF)


Definition

Ungewöhnliches Erleben oder ungewöhnliche Handlungen,


die in Verbindung mit dem Schlaf, speziellen Schlafstadien
oder Schlaf-Wach-Übergängen auftreten.

Erläuterungen und Beispiele


Bei den Parasomnien handelt es sich um verschiedene schlafas-
soziierte Auffälligkeiten des Erlebens und Verhaltens. Unter-
schieden wird vor allem zwischen:
–– Schlafwandeln (Somnambulismus)
–– Pavor Nocturnus/Schlafterror (plötzliches Erwachen aus dem
Tiefschlaf mit lautem Angstschrei und körperlichen wie see-
lischen Zeichen von intensiver Furcht)
–– Alpträume (Angstträume)
–– REM-Schlaf-Verhaltensstörung (mehrfaches Erwachen aus
dem REM-Schlaf mit „Fortsetzung“ der geträumten Reakti-
onen, z. B. Schreie, Abwehrbewegungen usw. „Traumakti-
viertes Verhalten“)

166
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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
–– Restless Legs (Unangenehmer Bewegungsdrang der Beine
betont in Ruhe und beim Einschlafen)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erlebt eine Veränderung seines gewohn-
ten Schlafverhaltens, was ihn jedoch nur gering be-
einträchtigt.
„schwer“ Der Patient erlebt eine deutliche Veränderung seines
Schlafverhaltens, worunter er stark leidet.

Abzugrenzende Merkmale
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

101 Einschlafstörungen
102 Durchschlafstörungen
103 Verkürzung der Schlafdauer
104 Früherwachen

ZS2. Sexualität vermehrt (S)


Definition

Steigerung des sexuellen Verlangens und/oder der sexuellen


Aktivität im Vergleich mit dem sonst gewohnten Niveau.

Erläuterungen und Beispiele


Da sexuelle Appetenz und Aktivitäten erheblichen interindividu-
ellen Differenzen unterliegen und ein allgemein gültiger Norm-
wert nicht gegeben werden kann, ist hier in der Regel der intra-
individuelle Vergleich heranzuziehen.
Sexuelles Verlangen wird als deutlich abweichend (vermehrt)
zum Gewohnten vom Patienten berichtet. Oder sexuelles Verhal-
ten wird als deutlich abweichend berichtet oder von anderen be-
obachtet.

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erlebt eine Steigerung seiner gewohnten
sexuellen Appetenz, die aber nicht zu einer Verände-

167
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rung seiner üblichen Sexualgewohnheiten geführt
hat.
„schwer“ Der Patient erlebt eine deutliche Steigerung seines
sexuellen Verlangens, was auch zu beobachtbaren
Verhaltensänderungen geführt hat (z. B. vermehrte
sexuelle Kontakte).

Abzugrenzende Merkmale
82 antriebsgesteigert
93 Soziale Umtriebigkeit
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

ZS3. Sexuelle Funktionsstörungen (SF)


Definition

Störungen verschiedener sexueller Funktionen.

Erläuterungen und Beispiele


Hier werden verschiedene Formen sexueller Funktionsstörun-
gen abgebildet, welche die vom Patienten gewünschte sexuelle
Betätigung beeinträchtigen oder verhindern.
–– Erektionsstörungen
–– Orgasmusstörungen (Anorgasmie, reduzierte Häufigkeit, Ver-
minderung der Intensität)
–– Ejaculatio praecox
–– Dyspareunie/Vaginismus (Schmerzen während des Sexual-
verkehrs)

Hinweise zur Graduierung


„leicht“ Der Patient erlebt eine Veränderung seiner gewohn-
ten sexuellen Reaktionen, die ihn jedoch nur gering
beeinflusst.
„schwer“ Der Patient erlebt eine deutliche Veränderung seiner
sexuellen Reaktionen, unter der er stark leidet.

Abzugrenzende Merkmale
109 Sexualität vermindert

168
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Literatur

Seit Einführung des AMP/AMDP-Systems sind Hunderte von


Arbeiten erschienen, in denen das System eingesetzt wurde resp.
selbst Gegenstand der Untersuchung war. Eine Aufzählung aller
theoretischen wie empirischen Arbeiten ist an dieser Stelle nicht
möglich, ebenso wenig eine Aufzählung der Sprachen, in die
AMDP übersetzt worden ist (u. a. Englisch, Französisch, Itali-
enisch; vgl. Bobon et al., 1983). Nachfolgend findet sich daher
nur eine Auswahl von Arbeiten. In den Übersichtsarbeiten sind
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Angaben zu den meisten AMP/AMDP-Arbeiten enthalten. Auf-


geführt sind nachfolgend auch die wichtigsten Arbeiten, auf
denen die Entwicklung des Systems basiert sowie die bisheri-
gen Auflagen, in denen sich gleichfalls eine Vielzahl von Lite-
raturverweisen befindet.

Darüber hinaus dient das AMDP-System (vor allem der psychi-


sche Befund) in vielen deutschsprachigen Lehrbüchern als Ba-
sisdarstellung der Psychopathologie, die hier aus Platzgründen
ebenfalls nicht alle aufgeführt werden können.

Allgemeine Psychopathologie

Bleuler, E. (1983). Lehrbuch der Psychiatrie (15., von M. Bleuler über-


arbeitete Aufl.). Berlin: Springer. [Link]
61775-1
Jaspers, K. (1973). Allgemeine Psychopathologie (9. Aufl.). Berlin:
Springer.
Hamilton, M. (1984). Klinische Psychopathologie. Stuttgart: Enke.
Payk, T. R. (2007). Psychopathologie. Vom Symptom zur Diagnose
(2. Aufl.). Berlin: Springer.
Scharfetter, Ch. (2002). Allgemeine Psychopathologie (5. Aufl.). Stutt-
gart: Thieme.
Schneider, K. (1992). Klinische Psychopathologie (14. Aufl.). Stuttgart:
Thieme.

169
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Auflagen des AMP-/AMDP-Systems

AMDP (1979). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­


chiatrischer Befunde (3. Aufl.). Berlin: Springer.
AMDP (1981). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­
chiatrischer Befunde (4., korrigierte Aufl.). Berlin: Springer.
AMDP (1995). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­
chiatrischer Befunde (5., neubearbeitete Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
AMDP (1997). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­
chiatrischer Befunde (6., unveränderte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
AMDP (2000). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

chiatrischer Befunde (7., unveränderte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.


AMDP (2007). Das AMDP-System. Manual zur Dokumentation psy­
chiatrischer Befunde (8., überarbeitete Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Scharfetter, Ch. (1971). Das AMP-System. Manual zur Dokumentation
psychiatrischer Befunde. Berlin: Springer. [Link]
978-3-662-06450-4
Scharfetter, Ch. (1972). Das AMP-System. Manual zur Dokumentation
psychiatrischer Befunde (2., korrigierte und erweiterte Aufl.). Ber-
lin: Springer. [Link]

Übersichtsarbeiten zum AMP-/AMDP-System

Bobon, D., Baumann, U., Angst, J., Helmchen, H. & Hippus, H. (Eds.).
(1983). AMDP-System in pharmacopsychiatry. Basel: Karger.
Baumann, U. & Stieglitz, R.-D. (1983). Testmanual zum AMDP-Sys-
tem. Berlin: Springer. [Link]
Baumann, U. & Stieglitz, R.-D. (1989). Evaluation des AMDP-Systems
anhand der neueren Literatur (1983–1987) – Übersichtsarbeit. Fort-
schritte der Neurologie und Psychiatrie, 57, 357–373. [Link]
org/10.1055/s-2007-1001132
Haug, H.-J. & Stieglitz, R.-D. (Hrsg.). (1997). Das AMDP-System in
der klinischen Anwendung und Forschung. Göttingen: Hogrefe.
Rösler, M., Thiel, A., Domke, A. & Stieglitz, R.-D. (2012). 50 Jahre
AMDP-System – Eine Bestandsaufnehme. Zeitschrift für Psychia-
trie, Psychologie und Psychotherapie, 60, 269 – 280. [Link]
org/10.1024/1661-4747/a000127

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Erweiterung des AMDP-Systems

Freyberger, H. J. & Möller, H.-J. (2003). Die AMDP-Module. Göttin-


gen: Hogrefe.

Interview

Fähndrich, E. & Stieglitz, R.-D. (2016). Leitfaden zur Erfassung des


psychopathologischen Befundes. Halbstrukturiertes Interview anhand
des AMDP-Systems (4., überarbeitete und erweiterte Aufl.). Göttin-
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

gen: Hogrefe.

AMDP-Syndrome

Gebhardt, R., Pietzcker, A., Strauss, A., Stoeckel, M., Langer, C. &
Freudenthal, K. (1983). Skalenbildung im AMDP-System. Archiv
für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 233, 234–245. [Link]
org/10.1007/BF00343598

EDV

Hengesch, G., Heinrich, W. & Rösler, M. (1989). Ein Programm zur


Dokumentation und Auswertung des AMDP-Systems. Software Ku-
rier, 2, 52–53.
Stassen, H. H., Bente, D., Feder, J., Freudenthal, K. & Strauss, A. (1983).
AMDP information processing systems. In D. Bobon, U. Baumann,
J. Angst, H. Helmchen & H. Hippius (Eds.), AMDP-System in phar-
macopsychiatry (pp. 55–67). Basel: Karger.

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Anhang

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AMDP-Bogen OL 19.09.2006 15:21 Uhr Seite 1

Anhang A: Befundbogen

AMDP-System Anamnese

Patient: ______________
Patienten-Nr.: Untersucher: ______________
_________ Untersucher-Nr.: Untersuchungsdatum:
_________ Untersuchungsdatum: . . . .

1. Geschlecht
1. Geschlecht 7. Setting
7. Setting

R
männlich
männlich weiblich weiblich ambulant
ambulant
2. Geburtsdatum
2. Geburtsdatum stationär
stationär
teilstationär
.. . . ([Link]) teilstationär
3. Wohnsituation 8. Untersuchungsgrund
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

3. Wohnsituation Sonstiges
keine Aussage Behandlung
keine Aussage 8. Untersuchungsgrund
betreutes Wohnen Begutachtung

TE 4.
betreutes Wohnen
selbstständiges Wohnen
selbstständiges Wohnen
bei Eltern/mit Angehörigen
bei Eltern/mit Angehörigen
Heim/Klinik
Heim/Klinik
Notunterkunft/ohne Wohnung
Sonstiges
Sonstiges(z.(z.
4. Zusammenleben
Zusammenleben
keine
keineAussage
Aussage
B.B.
JVA)
JVA)
Behandlung
Konsil
Begutachtung
sonstige Untersuchung
Konsil
9. Krankheitsverlauf
sonstige Untersuchung
keine Aussage
9. Krankheitsverlauf
Ersterkrankung
keine Aussage
(Wieder- bzw.) Dauererkrankung
Ersterkrankung
10. Psychische Störungen in der Familie
lebt
lebtallein
alleine (Wieder-
ja bzw.) Dauererkrankung
mit
mit(Ehe-)Partner
(Ehe-)Partner 10. Psychische
nein Störungen in der Familie
Eltern(-teil)
Eltern(-teil) 11. Schweregrad
ja (CGI)
US
mitKind(-ern)
mit Kind(-ern) keine Aussage
nein
Sonstiges(z.(z.
Sonstiges B.B. Freunde)
Freunde) nicht krank(CGI)
11. Schweregrad
5. Schulbildung
5. Schulbildung Grenzfall
keine psychischer Erkrankung
Aussage
keine Aussage leicht krank
keine Aussage nicht krank
Sonderschule mäßig krank
Förderschule Grenzfall psychischer Erkrankung
Hauptschule ohne Abschluss deutlich krank
Hauptschule ohne Abschluss leicht krank
Hauptschulabschluss schwer krank
Hauptschulabschluss mäßig krank
Fachoberschule/Realschule extrem schwer krank
Fachoberschule/Realschule deutlich krank
(Fach-)Abitur 12. ICD-10-Diagnosen
(Fach-)Abitur schwer krank
Universität/Fachhochschule keine Aussage
Universität/Fachhochschule extrem schwer krank
M

6. Erwerbstätigkeit keine Diagnose


6. Erwerbstätigkeit
keine Aussage 12. Diagnosen
ICD-10-Kodierung
keine Aussage
in Ausbildung/Umschulung keine
F Aussage
in Ausbildung/Umschulung
Angestellter/Beamter keine
F Diagnose
Angestellter/Beamter
Arbeiter/Facharbeiter Bezeichnung
F
Arbeiter/Facharbeiter
Selbstständig/Freiberuflich F
Rentner
Selbstständig/Freiberuflich F
ohne Arbeit
Rentner G
Hausfrau/Hausmann
ohne Arbeit G
Sonstige
Hausfrau/Hausmann
Z
Z
Sonstige
© Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen · Nachdruck und jegliche Art der Vervielfältigung verboten · Best.-Nr. 01 199 11
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AMDP-Bogen OL 19.09.2006 15:21 Uhr Seite 2

AMDP-System Psychischer Befund

Angaben zur
Angaben zur Person
Person

Patient:_________________
Alter: ______________ Untersucher: ______________
Geburtsdatum: . . Untersuchungsdatum:
Geschlecht: . m . w

R
Alter: ________________
Patienten-Nr.: Geburtsdatum: _________
_________ Untersucher-Nr.: . . Untersuchungsdatum:
Geschlecht:
. m
. w

Beurteilungszeitraum:
Beurteilungszeitraum: (in
(inTagen)
Tagen) Diagnosen: _____________________
ICD-10-Kodierung: ______________________

TE
Befund
Befund Befund
Befund
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

ausgeprägt
mittel ausgeprägt

mittel ausgeprägt
S-/F-Beurteilung

S-/F-Beurteilung
vorhanden

vorhanden
nicht vorhanden

nicht vorhanden
Aussage

Aussage
keine Aussage

keine Aussage
Datenquellen

Datenquellen
Symptom
Symptom Symptom
Symptom
schwer

schwer
schwer
keine

mittel

keine
leicht
leicht

leicht
leicht
nicht

nicht
Bewusstseinsstörungen
Bewusstseinsstörungen 23. vorbeireden
23. vorbeireden FF
1.
1. Bewusstseinsverminderung
Bewusstseinsverminderung FF 24. gesperrt/Gedankenabreißen
24. gesperrt/Gedankenabreißen SF
SF
2.
2. Bewusstseinstrübung
Bewusstseinstrübung FF 25. inkohärent/zerfahren
25. inkohärent/zerfahren FF
3.
3. Bewusstseinseinengung
Bewusstseinseinengung SF
SF 26.
26. Neologismen
Neologismen FF
4. Bewusstseinsverschiebung
4. Bewusstseinsverschiebung SS Befürchtungen
Befürchtungenund
undZwänge
Zwänge
Orientierungsstörungen
Orientierungsstörungen 27. Misstrauen
27. Misstrauen SF
SF
US
5. zeitliche Orientierungsstör.
5. zeitliche Orientierungsstör. S
S 28.
28. Hypochondrie
Hypochondrie SS
6.
6. örtliche Orientierungsstör.
örtliche Orientierungsstör. S
S 29.
29. Phobien
Phobien SS
7.
7. situative Orientierungsstör.
situative Orientierungsstör. S
S 30.
30. Zwangsdenken
Zwangsdenken SS
8. O.-Stör.
8. O.-Stör. über
über die
die eigene
eigenePerson
Person S
S 31.
31. Zwangsimpulse
Zwangsimpulse SS
Aufmerksamkeits- und
Aufmerksamkeits- und 32.
32. Zwangshandlungen
Zwangshandlungen SS
Gedächtnisstörungen
Gedächtnisstörungen Wahn
Wahn
9. Auffassungsstörungen
9. Auffassungsstörungen SF
SF 33. Wahnstimmung
33. Wahnstimmung SS
10. Konzentrationsstörungen
10. Konzentrationsstörungen SF
SF 34.
34. Wahnwahrnehmung
Wahnwahrnehmung SS
11. Merkfähigkeitsstörungen
11. Merkfähigkeitsstörungen SF
SF 35.
35. Wahneinfall
Wahneinfall SS
12. Gedächtnisstörungen
12. Gedächtnisstörungen SF
SF 36.
36. Wahngedanken
Wahngedanken SS
13. Konfabulationen
13. Konfabulationen FF 37.
37. systematisierter
systematisierterWahn
Wahn SS
M

14. Paramnesien
14. Paramnesien S S 38.
38. Wahndynamik
Wahndynamik SF
SF
Formale Denkstörungen
Formale Denkstörungen 39. Beziehungswahn
39. Beziehungswahn S
S
15. gehemmt
15. gehemmt SS 40.
40. Beeinträcht.-/Verfolgungswahn
Beeinträcht.-/Verfolgungswahn SS
16. verlangsamt
16. verlangsamt FF 41.
41. Eifersuchtswahn
Eifersuchtswahn S
S
17. umständlich
17. umständlich FF 42.
42. Schuldwahn
Schuldwahn S
S
18. eingeengt
18. eingeengt F
SF 43.
43. Verarmungswahn
Verarmungswahn S
S
19. perseverierend
19. perseverierend FF 44.
44. Hypochondrischer
HypochondrischerWahn Wahn S
S
20. grübeln
20. grübeln SS 45.
[Link]ößenwahn
Größenwahn S
S
21. Gedankendrängen
21. Gedankendrängen SS 46.
[Link]
andereWahninhalte
Wahninhalte S
S
22. ideenflüchtig
22. ideenflüchtig FF

©© Hogrefe
Hogrefe Verlag
Verlag GmbH
GmbH &
& Co.
Co. KG,
KG, Göttingen
Göttingen ·· Nachdruck
Nachdruck und
und jegliche
jeglicheArt
Art der
derVervielfältigung
Vervielfältigungverboten
verboten· ·Best.-Nr.
Best.-Nr.01
01199
19911
11

176
176
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Befund
Befund Befund
Befund

ausgeprägt
mittel ausgeprägt

mittel ausgeprägt
S-/F-Beurteilung

S-/F-Beurteilung
vorhanden

vorhanden
nicht vorhanden

nicht vorhanden
Aussage

Aussage
keine Aussage

keine Aussage
Datenquellen

Datenquellen
Symptom
Symptom Symptom
Symptom

schwer
schwer

schwer
leicht
keine

mittel

keine
leicht

leicht
nicht

nicht
Sinnestäuschungen
Sinnestäuschungen Antriebs-
Antriebs-und
undpsychomotorische
psycho-
47. Illusionen
47. Illusionen S
S Störungen
motorische Störungen
48. Stimmenhören
48. Stimmenhören S
S 80.
[Link]
antriebsarm SF
SF
49. andere
49. andereakust.
[Link]
Halluzinationen S
S 81.
[Link]
antriebsgehemmt SS
50. Optische
50. OptischeHalluzinationen
Halluzinationen S
S 82.
82. antriebsgesteigert
antriebsgesteigert SF
SF

R
51. Körperhalluzinationen
51. Körperhalluzinationen S
S 83.
[Link]
motorischunruhig
unruhig SF
SF
52. Geruchs-/Geschmackshalluzi.
52. Geruchs-/Geschmackshalluzi. S
S 84.
[Link]
Parakinesen F
F
Ich-Störungen
Ich-Störungen 85.
[Link]/bizarr
manieriert/bizarr F
F
53. Derealisation
53. Derealisation S
S 86.
[Link]
theatralisch F
F
54. Depersonalisation
54. Depersonalisation S
S 87.
[Link]
mutistisch F
F
55. Gedankenausbreitung
55. Gedankenausbreitung S
S 88.
[Link]
logorrhoisch FF

TE
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

56. Gedankenentzug
56. Gedankenentzug S
S Circadiane
CircadianeBesonderheiten
Besonderheiten
57. Gedankeneingebung
57. Gedankeneingebung S
S 89.
[Link]
morgensschlechter
schlechter SF
SF
58. and.
and. Fremdbeeinfluss.-Erleb.
Fremdbeeinfluss.-Erleb. S
S 90.
[Link]
abendsschlechter
schlechter SF
SF
Störungen der
Störungen derAffektivität
Affektivität 91.
[Link]
abendsbesser
besser SF
SF
59. ratlos
59. ratlos F
F Andere
AndereStörungen
Störungen
60. Gefühl
GefühlderderGefühllosigkeit
Gefühllosigkeit S
S 92.
[Link]
sozialerRückzug
Rückzug SF
SF
61. affektarm
affektarm F
F 93.
[Link]
sozialeUmtriebigkeit
Umtriebigkeit SF
SF
62. Störung
Störungder derVitalgefühle
Vitalgefühle S
S 94.
[Link]ät
Aggressivität SF
SF
63. deprimiert
deprimiert SF
SF 95.
[Link]ät
Suizidalität SF
SF
64. hoffnungslos
hoffnungslos S
S 96.
[Link]ädigung
Selbstbeschädigung SF
SF
65. ängstlich
ängstlich SF
SF 97.
[Link]
Mangelan anKrankheitsgefühl
Krankheitsgefühl SS
US
66. euphorisch
66. euphorisch SF
SF 98.
98. Mangel an Krankheitseinsicht SS
Mangel an Krankheitseinsicht
67. dysphorisch
dysphorisch SF
SF 99.
[Link]
Ablehnungder derBehandlung
Behandlung SF SF
68. gereizt
gereizt SF
SF 100.
[Link]ürftig
pflegebedürftig SF
SF
69. innerlich
innerlichunruhig
unruhig S
S R1-
R1-bis
bisR14-Symptome
R14-Symptome
70. klagsam/jammerig
klagsam/jammerig F
F R1
R1
71. Insuffizienzgefühle
71. Insuffizienzgefühle S
S R2
R2
72. gesteigerte
gesteigerteSelbstwertgefühle
Selbstwertgefühle S R3
R3
73. Schuldgefühle
Schuldgefühle S R4
R4
74. Verarmungsgefühle
Verarmungsgefühle S R5
R5
75. ambivalent
ambivalent S R6
R6
76. Parathymie
Parathymie F R7
R7
M

77. affektlabil
affektlabil SF R8
R8
78. affektinkontinent
affektinkontinent SF R9
R9
79. affektstarr
affektstarr F R10
R10
R11
R11
R12
R12
R13
R13
R14
R14
Befundunsicherheit
Befundunsicherheit

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01199
19911
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AMDP-Bogen OL 19.09.2006 15:21 Uhr Seite 4

AMDP-System Somatischer Befund

Angaben zur
Angaben zur Person
Person

Patient:_________________
Alter: ______________ Untersucher: ______________
Geburtsdatum: . . Untersuchungsdatum:
Geschlecht: . m . w

R
Alter: ________________
Patienten-Nr.: Geburtsdatum: _________
_________ Untersucher-Nr.: . . Untersuchungsdatum:
Geschlecht:
. m
. w

Beurteilungszeitraum:
Beurteilungszeitraum: (inTagen)
(in Tagen) ICD-10-Kodierung:
Diagnosen: _____________________
______________________

Befund
Befund Befund
Befund

TE
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ausgeprägt
ausgeprägt

S-/F-Beurteilung
S-/F-Beurteilung

mittelausgeprägt

vorhanden

mittelausgeprägt
vorhanden
nichtvorhanden

nichtvorhanden

Aussage
Aussage
keineAussage

keineAussage
Datenquellen

Datenquellen
Symptom
Symptom Symptom
Symptom

schwer
schwer
schwer

schwer
leicht
leicht

mittel

keine

mittel

keine
leicht

leicht
nicht

nicht
Schlaf- undVigilanzstörungen
Schlaf- und Vigilanzstörungen [Link]örungen
125. Menstruationsstörungen S
S
101. Einschlafstörungen
101. Einschlafstörungen S
S WeitereStörungen
Weitere Störungen
102. Durchschlafstörungen
102. Durchschlafstörungen S
S [Link]
126. Kopfdruck S S
103. Verkürzungder
103. Verkürzung derSchlafdauer
Schlafdauer S
S 127.Rückenbeschwerden
127. Rückenbeschwerden S S
104. Früherwachen
104. Früherwachen S
S [Link]ühl
128. Schweregefühlininden Beinen S
denBeinen S
105. Müdigkeit
105. Müdigkeit SF
SF 129. Hitzegefühl
129. Hitzegefühl S S
US
Appetenzstörungen
Appetenzstörungen 130. Frösteln
130. Frösteln S S
106. Appetitvermindert
106. Appetit vermindert S
S [Link]
131. Konversionssymptome SF
SF
107. Appetitvermehrt
107. Appetit vermehrt S
S NeurologischeStörungen
Neurologische Störungen
108. Durstvermehrt
108. Durst vermehrt S
S [Link]
132. Rigor FF
109. Sexualität vermindert
109. Sexualität vermindert S
S [Link]
133. Muskeltonuserniedrigt
erniedrigt SF
SF
Gastrointestinale Störungen
Gastrointestinale Störungen 134. Tremor
134. Tremor SF
SF
110. Hypersalivation
110. Hypersalivation SF
SF [Link]
135. Dyskinesien SF
SF
111. Mundtrockenheit
111. Mundtrockenheit SS [Link]
136. Hypokinesien SF
SF
112. Übelkeit
112. Übelkeit SS [Link]
137. Akathisie SF
SF
113. Erbrechen
113. Erbrechen SF
SF 138. Ataxie
138. Ataxie SF
SF
114. Magenbeschwerden
114. Magenbeschwerden SS 139. Nystagmus
139. Nystagmus FF
115. Obstipation
115. Obstipation SS [Link]ästhesien
140. Parästhesien S S
M

116. Diarrhoe
116. Diarrhoe SS R1-bis
R1- bisR7-Symptome
R7-Symptome
Kardio-respiratorische R1
R1
Kardio-respiratorische
Störungen
Störungen R2
R2
117. Atembeschwerden
117. Atembeschwerden SF
SF R3
R3
118. Schwindel
118. Schwindel SF
SF R4
R4
119. Herzklopfen
119. Herzklopfen S
S R5
R5
120. Herzdruck
120. Herzdruck S
S R6
R6
Andere vegetative
Gastrointestinale Störungen
Störungen R7
R7
121. Akkommodationsstörungen S Seitendifferenzen nein
121. Akkommodationsstörungen S Seitendifferenzen nein jaja
122. Schwitzenvermehrt
122. Schwitzen vermehrt SF
SF CerebraleKrampfanfälle
Cerebrale Krampfanfälle nein
nein jaja
123. Seborrhoe
123. Seborrhoe SF
SF Messwerte:
Messwerte:
124. Miktionsstörungen
124. Miktionsstörungen S
S
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4 © Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen · Nachdruck und jegliche Art der Vervielfältigung verboten · Best.-Nr. 01 199 11

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Anhang B: Deutsch-, englisch- und französischsprachige Bezeichnung


der AMDP-Merkmale
Anhang B: Deutsch-, englisch- und französischsprachige Bezeichnung der AMDP-Merkmale

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Bewusstseinsstörungen Disorders of Consciousness Troubles de la conscience
1. Bewusstseinsverminderung 1. Lowered Vigilance 1. Baisse de la vigilance
2. Bewusstseinstrübung 2. Clouded Consciousness 2. Dissolution de la conscience
3. Bewusstseinseinengung 3. Narrowed Consciousness 3. Rétrécissement de la conscience
4. Bewusstseinsverschiebung 4. Expanded Consciousness 4. Expansion de la conscience
Orientierungsstörungen Disturbances of Orientation Troubles de l’orientation
5. zeitliche Orientierungsstörung 5. Disorientation for Time 5. T. o. temporelle
6. örtliche Orientierungsstörung 6. Disorientation for Place 6. T. o. spatiale
7. situative Orientierungsstörung 7. Disorientation for Situation 7. T. o. quant à la situation
8. Orientierungsstör. über die eigene Person 8. Disorientation for Person 8. T. o. quant à sa propre personne
Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen Disturbances of Attention and Memory Troubles de l’attention et de la mémoire
9. Auffassungsstörungen 9. Disturbed Apperception 9. Troubles de l’aperception
10. Konzentrationsstörungen 10. Disturbed Concentration 10. Troubles de la concentration
11. Merkfähigkeitsstörungen 11. Disturbed Short-Term Memory 11. Troubles de la mémorisation
12. Gedächtnisstörungen 12. Disturbed Long-Term Memory 12. Troubles de l’évocation
13. Konfabulationen 13. Confabulation 13. Confabulation

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14. Paramnesien 14. Paramnesias 14. Paramnésies
Formale Denkstörungen Formal Thought Disorders Troubles du cours de la pensée

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15. gehemmt 15. Inhibited Thinking 15. 15. Pensée inhibée
16. verlangsamt 16. Retarded Thinking 16. 16. Pensée ralentie
17. umständlich 17. Circumstantial Thinking 17. 17. Pensée circonstanciée
18. eingeengt 18. Restricted Thinking 18. 18. Persévération appauvrie

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19. perseverierend 19. Perseverative Thinking 19. 19. Persévération verbale

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… Formale Denkstörungen … Formal Thought Disorders … Troubles du cours de la pensée
20. Grübeln 20. Rumination 20. Ruminations
21. Gedankendrängen 21. Pressured Thinking 21. Pensée automatique
22. ideenflüchtig 22. Flight of Ideas 22. Fuite des idées
23. Vorbeireden 23. Tangential Thinking 23. Réponses à côté
24. gesperrt/Gedankenabreißen 24. Thought Blocking/Disruption of Thougth 24. Pensée barrée
25. inkohärent/zerfahren 25. Incoherence/Derailment 25. Pensée incohérente
26. Neologismen 26. Neologisms 26. Néologismes

Befürchtungen und Zwänge Worries and Compulsions Craintes et obsessions


27. Misstrauen 27. Suspiciousness 27. Méfiance
28. Hypochondrie 28. Hypochondriasis 28. Hypocondrie
29. Phobien 29. Phobias 29. Phobies
30. Zwangsdenken 30. Obsessive Thoughts 30. Obsessions
31. Zwangsimpulse 31. Compulsive Impulses 31. Obsessions – Impulsions
32. Zwangshandlungen 32. Compulsive Actions 32. Compulsions

Wahn Delusions Le délire


33. Wahnstimmung 33. Delusional Mood 33. Pressentiment délirant

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34. Wahnwahrnehmung 34. Delusional Perception 34. Perception délirante

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35. Wahneinfall 35. Sudden Delusional Ideas 35. Intuition délirante
36. Wahngedanken 36. Delusional Ideas 36. Idées délirantes
37. Systematisierter Wahn 37. Systematized Delusions 37. Systématisation du délire
38. Wahndynamik 38. Delusional Dynamics 38. Dynamisme du délire
39. Beziehungswahn 39. Delusions of Reference 39. Idées délirantes de référence

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40. Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn 40. Delusions of Persecution 40. Idées délirantes de préjudice/persécution
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… Wahn … Delusions … Le délire
41. Eifersuchtswahn 41. Delusions of Jealousy 41. Idées délirantes de jalousie
42. Schuldwahn 42. Delusions of Guilt 42. Idées délirantes de culpabilité
43. Verarmungswahn 43. Delusions of Impoverishment 43. Idées délirantes de ruine
44. Hypochondrischer Wahn 44. Hypochondriacal Delusions 44. Idées délirantes hypocondriaques
45. Größenwahn 45. Delusions of Grandiosity 45. Idées délirantes de grandeur
46. andere Wahninhalte 46. Other Delusions 46. Autres idées délirantes

Sinnestäuschungen Disorders of Perception Troubles des perceptions


47. Illusionen 47. Illusions 47. Illusions
48. Stimmenhören 48. Hearing Voices 48. Hallucinations acoustico-verbales
49. andere akustische Halluzinationen 49. Other Auditory Hallucinations 49. Autres hallucinations auditives
50. optische Halluzinationen 50. Visual Hallucinations 50. Hallucinations visuelles
51. Körperhalluzinationen 51. Bodily Hallucinations 51. Hallucinations cénesthésiques
52. Geruchs- und Geschmackshalluzinationen 52. Olfactory and Gustatory Hallucinations 52. Hallucinations olfactives et gustatives

Ich-Störungen Ego (Boundary) Disturbances Troubles du moi


53. Derealisation 53. Derealization 53. Déréalisation
54. Depersonalisation 54. Depersonalization 54. Dépersonnalisation
55. Gedankenausbreitung 55. Thought Broadcasting 55. Pensée divulguée
56. Gedankenentzug 56. Thought Withdrawal 56. Vol de pensée

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57. Gedankeneingebung 57. Thought Insertion 57. Pensées imposées

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58. andere Fremdbeeinflussungserlebnisse 58. Other Feelings of Alien Influence 58. Autres sentiments d’influence

Störungen der Affektivität Disturbances of Affect Troubles affectifs


59. ratlos 59. Perplexity 59. Perplexité
60. Gefühl der Gefühllosigkeit 60. Feeling of Loss of Feeling 60. Anesthésie affective (éprouvée)

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… Störungen der Affektivität … Disturbances of Affect … Troubles affectifs
61. affektarm 61. Blunted Affect 61. Anesthésie affective (observée)
62. Störung der Vitalgefühle 62. Felt Loss of Vitality 62. Perte de l’élan vital
63. deprimiert 63. Depressed Mood 63. Tristesse
64. hoffnungslos 64. Hopelessness 64. Perte d’espoir
65. ängstlich 65. Anxiety 65. Anxiété psychique (éprouvée)
66. euphorisch 66. Euphoria 66. Euphorie
67. dysphorisch 67. Dysphoria 67. Dysphorie
68. gereizt 68. Irritability 68. Irritabilité
69. innerlich unruhig 69. Inner Restlessness 69. Tension intra-psychique
70. klagsam/jammrig 70. Complaintiveness 70. Propension à se plaindre
71. Insuffizienzgefühle 71. Feelings of Inadequacy 71. Sentiment d’insuffisance
72. gesteigerte Selbstwertgefühle 72. Exaggerated Self-Esteem 72. Surestimation de soi
73. Schuldgefühle 73. Feelings of Guilt 73. Sentiment de culpabilité
74. Verarmungsgefühle 74. Feelings of Impoverishment 74. Sentiment de ruine
75. ambivalent 75. Ambivalence 75. Ambivalence affective
76. Parathymie 76. Parathymia (Incongruent Affect) 76. Discordance affective
77. affektlabil 77. Affective Lability 77. Labilité affective

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78. affektinkontinent 78. Affective Incontinence 78. Hyperémotivité
79. affektstarr 79. Affective Rigidity 79. Monotonie affective

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Antriebs- und psychomotorische Störungen Disorders of Drive and Psychomotor Activity Trouble de la force vitale et de la psychomotricité
80. antriebsarm 80. Lack of Drive 80. Aboulie
81. antriebsgehemmt 81. Inhibition of Drive 81. Inhibition de la force vitale
82. antriebsgesteigert 82. Increased Drive 82. Augmentation de la force vitale

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83. motorisch unruhig 83. Motor Restlessness 83. Agitation psychomotrice
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… Antriebs- und psychomotorische Störungen … Disorders of Drive and Psychomotor Activity … Trouble de la force vitale et de la psychomotricité
84. Parakinesen 84. Parakinesia 84. Parakinésies
85. manieriert/bizarr 85. Mannerisms 85. Maniérisme/bizarrerie
86. theatralisch 86. Histrionics 86. Théâtralisme
87. mutistisch 87. Mutism 87. Laconisme
88. logorrhoisch 88. Logorrhoea 88. Logorrhée

Circadiane Besonderheiten Circadian Disturbances Particularités nycthémérales


89. morgens schlechter 89. Worse in the Morning 89. Aggravation matinale
90. abends schlechter 90. Worse in the Evening 90. Aggravation vespérale
91. abends besser 91. Better in the Evening 91. Amélioration vespérale

Andere Störungen Other Disturbances Autres troubles psychopathologiques


92. sozialer Rückzug 92. Social Withdrawal 92. Repli autistique
93. soziale Untriebigkeit 93. Excessive Social Contact 93. Sociabilité excessive
94. Aggressivität 94. Aggressiveness 94. Agressivité
95. Suizidalität 95. Suicidal Behaviour 95. Tendances suicidaires
96. Selbstbeschädigung 96. Self-harm 96. Automutilations
97. Mangel an Krankheitsgefühl 97. Lack of Feeling Ill 97. Absence du sentiment d’être malade
98. Mangel an Krankheitseinsicht 98. Lack of Insight Into Illness 98. Anosognosie

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99. Ablehnung der Behandlung 99. Uncooperativeness 99. Refus du traitement
100. Pflegebedürftigkeit 100. Need for Care 100. Besoin de soins

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Reserve-Merkmale Supplementary Items Items de reserve
R1–R14 zur freien Verfügung R1–R14 ad libitum R1–R14 ad libitum
Incertitude diagnostique

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Befundunsicherheit Unreliability of the Assessment

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Zusatzmerkmale Psychischer Befund Additional Psychopathological Items Items complémentaires de l’examen psychiatrique
ZP1 Angstanfälle ZP1 Attacks of Anxiety ZP1 Crise d’angoisse
ZP2 Beschleunigtes Denken ZP2 Acceleration of Thinking ZP2 Tachypsychie
ZP3 Beziehungsideen ZP3 Ideas of Reference ZP3 Idées de référence
ZP4 Desorganisiert ZP4 Disorganised ZP4 Désorganisation
ZP5 Distanzlos ZP5 Obtrusive Behaviour ZP5 Manque de distance
ZP6 Gedankenlautwerden ZP6 Hearing One’s Own Thoughts ZP6 Écho de la pensée
ZP7 Impulsiv ZP7 Impulsive ZP7 Impulsivité
ZP8 Körperbildstörungen ZP8 Disturbance of Body Image ZP8 Trouble de l’image de son corps
ZP9 Schamgefühle ZP9 Feelings of Shame ZP9 Pudeur
ZP10 Überwertige Ideen ZP10 Overvalued Ideas ZP10 Idées surestimées
ZP11 Wortfindungsstörungen ZP11 Anomic Aphasia ZP11 Difficulté à trouver les mots

Schlaf- und Vigilanzstörungen Disturbances of Sleep and Vigilance Troubles du sommeil


101. Einschlafstörungen 101. Difficulty Falling Asleep 101. Difficultés d’endormissement
102. Durchschlafstörungen 102. Interrupted Sleep 102. Réveils nocturnes
103. Verkürzung der Schlafdauer 103. Shortened Sleep 103. Diminution de la durée du sommeil
104. Früherwachen 104. Early Morning Awakening 104. Réveil matinal précoce

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105. Müdigkeit 105. Tiredness 105. Somnolence diurne

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Appetenzstörungen Appetite Disturbances Troubles de l’appétence
106. Appetit vermindert 106. Decreased Appetite 106. Appétit diminué
107. Appetit vermehrt 107. Excessive Appetite 107. Appétit augmenté
108. Durst vermehrt 108. Excessive Thirst 108. Soif augmentée

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109. Sexualität vermindert 109. Decreased Libido 109. Baisse de la libido
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Gastrointestinale Störungen Gastrointestinal Disturbances Troubles gastro-intestinaux
110. Hypersalivation 110. Hypersalivation 110. Hypersalivation
111. Mundtrockenheit 111. Dry Mouth 111. Sécheresse de bouche
112. Übelkeit 112. Nausea 112. Nausées
113. Erbrechen 113. Vomiting 113. Vomissements
114. Magenbeschwerden 114. Gastric Discomfort 114. Plaintes gastriques
115. Obstipation 115. Constipation 115. Constipation
116. Diarrhoe 116. Diarrhoea 116. Diarrhée

Kardio-respiratorische Störungen Cardiac-Respiratory Disturbances Troubles cardio-respiratoires


117. Atembeschwerden 117. Breathing Difficulties 117. Difficultés à respirer
118. Schwindel 118. Dizziness 118. Vertiges
119. Herzklopfen 119. Palpitations 119. Palpitations
120. Herzdruck 120. Cardiac Pain 120. Précordialgies

Andere vegetative Störungen Other Autonomic Disturbances Autres troubles végétatifs


121. Akkomodationsstörungen 121. Blurred Vision 121. Troubles de l’accommodation
122. Schwitzen vermehrt 122. Increased Perspiration 122. Sudations profuses
123. Seborrhoe 123. Seborrhoea 123. Séborrhée
124. Miktionsstörungen 124. Micturition Difficulties 124. Miction difficile
125. Menstruationsstörungen 125. Menstrual Difficulties 125. Troubles menstruels

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Weitere Störungen Other Somatic Disturbances Autres troubles somatiques

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126. Kopfdruck 126. Head Pressure 126. Plaintes céphaliques
127. Rückenbeschwerden 127. Backache 127. Lombalgies/Dorsalgies
128. Schweregefühl in den Beinen 128. Heaviness in the Legs 128. Lourdeur de jambes

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129. Hitzegefühl 129. Hot Flashes 129. Sensation de chaleur

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… Weitere Störungen … Other Somatic Disturbances … Autres troubles somatiques
130. Frösteln 130. Chills 130. Frilosité
131. Konversionssymptome 131. Conversion Symptoms 131. Symptômes de conversion

Neurologische Störungen Neurological Disturbances Troubles neurologiques


132. Rigor 132. Rigor 132. Hypertonie
133. Muskeltonus erniedrigt 133. Muscle Hypotonia 133. Hypotonie
134. Tremor 134. Tremor 134. Tremor
135. Dyskinesien 135. Acute Dyskinesia 135. Crises dyskinésiques aiguës
136. Hypokinesien 136. Hypokinesia 136. Hypokinésies/Hypomimies
137. Akathisie 137. Akathisia 137. Akathisie
138. Ataxie 138. Ataxia 138. Ataxie
139. Nystagmus 139. Nystagmus 139. Nystagmus
140. Parästhesien 140. Paresthesia 140. Paresthésies

Reserve-Merkmale Supplementary Items Items de reserve


R1–R7 zur freien Verfügung R1–R7 ad libitum R1–R7 ad libitum

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… Seitendifferenz … Laterality … Assymmétrie neurologique
… Cerebrale Krampfanfälle … Convulsions … Crises épileptiques
Messungen Vital signs Signes d’Examen
Größe (cm) Height (cm) Taille (cm)
Gewicht (kg) Weight (kg) Poids (kg)
Temperatur (˚C) Temperature (˚C) Température (˚C)
Puls (/min) Pulse rate (/min) Pouls (/min)
Blutdruck liegend, max. (mmHg) B. P., supine, systolic (mmHg) P. A. couche (mmHg)
Blutdruck liegend, min. (mmHg) B. P., supine, diastolic (mmHg) P. A. debout (mmHg)

Zusatzmerkmale Somatischer Befund Additional somatic items Items supplémentaires somatiques


ZS1 Parasomnien ZS1 Parasomnia ZS1 Parasomnies
ZS2 Sexualität vermehrt ZS2 Increased Libido ZS2 Désir sexuel exacerbé
ZS3 Sexuelle Funktionsstörungen ZS3 Sexual Disturbances ZS3 Trouble des fonctions sexuelles

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Anhang C: AMDP-Syndrome
Die mit dem Psychischen und Somatischen Befund erhobenen
Symptome können zu sog. Syndromskalen zusammengefasst
werden (vgl. auch Baumann & Stieglitz, 1983). Von Gebhardt
et al. (1983) wurden 9 Primärskalen und 3 übergeordnete Ska-
len vorgeschlagen.

C.1 Primärskalen zum AMDP-System


nach Gebhardt et al. (1983)
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Skala 1:
Paranoid-halluzinatorisches Syndrom (PARHAL)

33 Wahnstimmung
34 Wahnwahrnehmung
35 Wahneinfall
36 Wahngedanken
37 Systematisierter Wahn
38 Wahndynamik
39 Beziehungswahn
40 Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn
48 Stimmenhören
51 Körperhalluzinationen
54 Depersonalisation
56 Gedankenentzug
58 Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse

Skala 2:
Depressives Syndrom (DEPRES)

20 Grübeln
60 Gefühl der Gefühllosigkeit
62 Störung der Vitalgefühle
63 Deprimiert
64 Hoffnungslos
71 Insuffizienzgefühle
73 Schuldgefühle
81 Antriebsgehemmt
89 Morgens schlechter
102 Durchschlafstörungen
103 Verkürzung der Schlafdauer
104 Früherwachen
106 Appetit vermindert

188
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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Skala 3:
Psychoorganisches Syndrom (PSYORG)

  2 Bewusstseinstrübung
  5 Zeitliche Orientierungsstörung
  6 Örtliche Orientierungsstörung
  7 Situative Orientierungsstörung
   8 Orientierungsstörung über die eigene Person
  9 Auffassungsstörungen
11 Merkfähigkeitsstörungen
12 Gedächtnisstörungen
13 Konfabulationen
100 Pflegebedürftig
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Skala 4:
Manisches Syndrom (MANI)

22 Ideenflüchtig
66 Euphorisch
72 Gesteigertes Selbstwert­gefühl
82 Antriebsgesteigert
83 Motorisch unruhig
88 Logorrhoisch
93 Soziale Umtriebigkeit

Skala 5:
Hostilitätssyndrom (HOST)

27 Misstrauen
67 Dysphorisch
68 Gereizt
94 Aggressivität
97 Mangel an Krankheitsgefühl
98 Mangel an Krankheitseinsicht
99 Ablehnung der Behandlung

Skala 6:
Vegetatives Syndrom (VEGET)

28 Hypochondrie
112 Übelkeit
117 Atembeschwerden
118 Schwindel
119 Herzklopfen
120 Herzdruck
122 Schwitzen vermehrt
126 Kopfdruck
129 Hitzegefühl

189
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Skala 7:
Apathisches Syndrom (APA)

15 Gehemmt
16 Verlangsamt
17 Umständlich
18 Eingeengt
61 Affektarm
79 Affektstarr
80 Antriebsarm
92 Sozialer Rückzug

Skala 8:
Universitäts- & Stadtbibliothek Köln / [Link] (2023-11-07 10:14)

Zwangssyndrom (ZWANG)

30 Zwangsdenken
31 Zwangsimpulse
32 Zwangshandlungen

Skala 9:
Neurologisches Syndrom (NEUROL)*

132 Rigor
133 Muskeltonus erniedrigt
134 Tremor
135 Dyskinesien
136 Hypokinesen
137 Akathisie
139 Nystagmus – Cerebrale Krampfanfälle

Anmerkung: * Nicht empirisch, a-priori-Skala.

C.2 Übergeordnete Skalen zum AMDP-System


nach Gebhardt et al. (1983)

Übergeordnete Skala:
Paranoid-halluzinatorisches Symptomatik PARHAL (Ü)

33 Wahnstimmung
34 Wahnwahrnehmung
35 Wahneinfall
36 Wahngedanken
37 Systematisierter Wahn
38 Wahndynamik

190
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39 Beziehungswahn
40 Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn
48 Stimmenhören
51 Körperhalluzinationen
54 Depersonalisation
56 Gedankenentzug
58 Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse
97 Mangel an Krankheitsgefühl
98 Mangel an Krankheitseinsicht

Übergeordnete Skala:
Depressive Symptomatik DEPRES (Ü)

15 gehemmt
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16 verlangsamt
18 eingeengt
20 Grübeln
60 Gefühl der Gefühllosigkeit
62 Störung der Vitalgefühle
63 Deprimiert
64 Hoffnungslos
71 Insuffizienzgefühle
73 Schuldgefühle
80 Antriebsarm
81 Antriebsgehemmt
89 Morgens schlechter
92 Sozialer Rückzug
102 Durchschlafstörungen
106 Appetit vermindert

Übergeordnete Skala:
Psychoorganische Symptomatik PSYORG (Ü)

  2 Bewusstseinstrübung
  5 Zeitliche Orientierungsstörung
  6 Örtliche Orientierungsstörung
  7 Situative Orientierungsstörung
   8 Orientierungsstörung über die eigene Person
  9 Auffassungsstörungen
11 Merkfähigkeitsstörungen
12 Gedächtnisstörungen
13 Konfabulationen
100 Pflegebedürftig

Für diese Skalen liegen Normwerte vor, die an einer Stichprobe


stationär behandelter Patienten mit unterschiedlichen psychiat-
rischen Diagnosen ermittelt wurden (N = 2.313).

191
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PSYORG (Ü)
DEPRES (Ü)
PARHAL (Ü)
Rohwerte

Rohwerte
PSYORG
DEPRES
PARHAL

ZWANG
VEGET
HOST
MANI

APA
0 43 31 42 42 40 42 35 41 27 42 0
1 50 38 51 51 48 51 43 47 35 51 1
2 54 43 56 56 52 56 48 51 40 56 2
3 56 46 60 59 56 60 52 54 43 60 3
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4 59 48 62 62 58 63 54 56 46 62 4
5 60 50 65 64 60 65 56 57 48 65 5
6 62 52 67 66 62 67 58 59 49 67 6
7 63 53 68 68 63 69 60 60 51 68 7
8 64 55 70 69 65 71 61 61 52 70 8
9 65 56 71 71 66 72 62 62 53 71 9
10 66 57 72 72 67 73 63 63 55 72 10
11 67 58 73 73 68 74 64 64 56 73 11
12 68 59 74 74 69 75 65 65 56 74 12
13 69 59 75 75 69 76 66 65 57 75 13
14 69 60 76 76 70 77 67 66 58 76 14
15 70 61 77 76 71 78 68 66 59 77 15
16 70 61 78 77 72 79 69 67 60 78 16
17 71 62 79 78 72 80 69 68 60 79 17
18 72 63 79 79 73 81 70 68 61 79 18
19 72 63 80 79 73 81 70 69 61 80 19
20 73 64 81 80 74 82 71 69 62 81 20
21 73 64 81 74 72 69 62 81 21
22 73 65 82 72 70 63 82 22
23 74 65 82 73 70 63 82 23
24 74 66 83 71 63 83 24
25 75 66 83 71 64 83 25

192
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PSYORG (Ü)
DEPRES (Ü)
PARHAL (Ü)
Rohwerte

Rohwerte
PSYORG
DEPRES
PARHAL

ZWANG
VEGET
HOST
MANI

APA
26 75 66 71 65 26
27 75 67 72 65 27
28 75 67 72 66 28
29 76 67 72 66 29
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30 76 68 73 66 30
31 76 68 73 67 31
32 76 68 73 67 32
33 77 69 73 67 33
34 77 69 74 68 34
35 69 74 68 35
36 74 68 36
37 74 69 37
38 74 69 38
39 75 69 39
40 70 40
41 70 41
42 70 42
43 70 43
44 71 44
M 2.89 7.44 1.77 1.82 2.72 1.62 3.88 0.16 3.99 8.37 1.73
s 5.18 6.64 3.22 3.12 3.71 2.58 3.86 0.75 6.04 8.07 3.15
Umrechnungstabelle Rohwerte/T-Werte der Syndromskalen von Gebhardt et al.
(1983): Nach dieser Tabelle dürfen nur die Rohwerte (RW) einzelner Patienten
transformiert werden. Eine Transformation der Mittelwerte von Gruppen ist
wegen der vorgeschalteten logarithmischen Transformation nicht zulässig. Die
T-Mittelwerte für eine Gruppe von Patienten sind aus den T-Werten der einzel-
nen Patienten zu berechnen!

193
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Mittels der Normwerte lassen sich die Schweregrade der jewei-
ligen Syndrome berechnen.

Beispiel: Hostilitätssyndrom (HOST)


Symptom 27: Misstrauen mittel (= 2)
Symptom 67: dysphorisch mittel (= 2)
Symptom 68: gereizt mittel (= 2)
Symptom 94: Aggressivität leicht (= 1)
Symptom 97: Mangel an Krankheitsgefühl nicht vorhanden (= 0)
Symptom 98: Mangel an Krankheitseinsicht schwer (= 3)
Symptom 99: Ablehnung der Behandlung schwer (= 3)
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Rohwert 13

Dieser Rohwert entspricht in der Normtabelle einem T-Wert von


69, d. h. einem überdurchschnittlichen Wert (Durchschnittsbe-
reich 40 bis 60). Im Vergleich zu einer unselektierten Stichprobe
psychiatrischer Patienten unterschiedlicher diagnostischer Zu-
sammensetzung ist dieser Patient als überdurchschnittlich feind-
selig einzuschätzen.

194
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Sachverzeichnis

Die in Klammern gesetzten Zahlen bezeichnen die jeweiligen Merk-


mals-Nummerierungen. Die fettgedruckten Seitenangaben verweisen
auf die Merkmalsdefinitionen.

Abbildungsgrundlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
abends besser (91) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
abends schlechter (90) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
Ablehnung der Behandlung (99) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
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Ablenkbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
affektarm (61) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
Affektarmut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
Affekt, inadäquater . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
affektinkontinent (78) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
Affektkontrolle, mangelnde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
affektlabil (77) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Affektschwankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
affektstarr (79) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Affektverflachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Aggravation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
Aggressivität (94) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
Agoraphobie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
AIDS-Phobie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54, 55
Akathisie (137) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
Akkommodationsstörungen (121) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
Akoasmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Aktivitäten des täglichen Lebens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
Alpträume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Ambitendenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
ambivalent (75) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
AMDP-Syndrome . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13, 188
AMDP-Trainingsseminare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Amnesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Anamnese . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Andere akustische Halluzinationen (49) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse (58) . . . . . . . . . . . . . . . 77, 84
Andere Wahninhalte (46) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
Angstanfälle (ZP1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124

195
Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form vervielfältigt und an Dritte weitergegeben werden.
Aus Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) (Hrsg.):
Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
ängstlich (65) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
Anorgasmie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
antriebsarm (80) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
antriebsgehemmt (81) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
antriebsgesteigert (82) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
Antriebs- und psychomotorische Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Antwortlatenz, verlängerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Appersonierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Appetenzstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
Appetit vermehrt (107) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .140
Appetit vermindert (106) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
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Assoziationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Ataxie (138) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
Atembeschwerden (117) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
Auffassungsgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Auffassungsstörungen (9) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Aufgeregtheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Auswertungsprogramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Autoaggressivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115

Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn (40) . . . . . . . . . . . . . . . . 66


Befangenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
Befehlsautomatismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Befundunsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
Befürchtungen und Zwänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Benommenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Beschleunigtes Denken (ZP2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125
Beurteilbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Beurteilungsgrundlagen (SF-Einstufung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Beurteilungszeitraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Bewegungsdrang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
Bewusstseinseinengung (3) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Bewusstseinsklarheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Bewusstseinsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Bewusstseinstrübung (2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Bewusstseinsverminderung (1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Bewusstseinsverschiebung (4) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Beziehungsideen (ZP3) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126

196
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Das AMDP-System (978-3-8409-2885-7) © 2018 Hogrefe Verlag, Göttingen.
Beziehungswahn (39) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Bizarre Wahnphänomene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72, 79
Brechreiz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143

Cerebrale Krampfanfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .165


Circadiane Besonderheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
Coenästhesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

Datenquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Datenverarbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
déjà-vu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
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Denken, magisches . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126


Depersonalisation (54) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
deprimiert (63) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
Derealisation (53) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
desorganisiert (ZP4) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
Diarrhoe (116) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
distanzlos (ZP5) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128
Doppelgängererlebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Durchschlafstörungen (102) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
Durst vermehrt (108) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Dysästhesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
Dyskinesien (135) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
Dyspareunie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
dysphorisch (67) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92

Echolalie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Echopraxie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Eifersuchtswahn (41) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
eingeengt (18) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Einschlaflatenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
Einschlafstörungen (101) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
Ejaculatio praecox . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
Ekmnesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Entfremdungserlebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
Entscheidungsbaum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Entscheidungssicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Entschlussunfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86, 98
Enuresis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151

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Erbrechen (113) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143, 144
Erektionsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
Erinnerungsverfälschungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Erwartungsspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
euphorisch (66) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91

false-memory-syndrome . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Fehlorientierungen, wahnhafte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Flashbacks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42, 73
flexibilitas cerea . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Flush-Phänomene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
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Formale Denkstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Fremdbeobachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Fremdbeurteilungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Fressattacken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
Frösteln (130) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
Frühdyskinesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
Früherwachen (104) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137

Gastrointestinale Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142


Gedächtnislücken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Gedächtnisstörungen (12) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34, 35, 41, 40
Gedankenausbreitung (55) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Gedankendrängen (21) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Gedankeneingebung (57) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
Gedankenentzug (56) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72, 79, 82
Gedankenlautwerden (ZP6) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81, 129
Gedankenlesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Gefühl der Gefühllosigkeit (60) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
Gefühl des Gemachten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72, 79
Gefühlsleere . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
gehemmt (15) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
gereizt (68) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
Geruchs- und Geschmackshalluzinationen (52) . . . . . . . . . . . . . . . 78
gesperrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
gesperrt/Gedankenabreißen (24) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Gesteigertes Selbstwertgefühl (72) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96
Globalmarkierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

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Grad der Unsicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
Graduierung von Sinnestäuschungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Größenwahn (45) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70, 96
Grübeln (20) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Halluzinationen, taktile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Handlungsplanung, beeinträchtigende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
Handlungsrelevanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Handlungsstörungen, einfache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127
Heautoskopie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Herzdruck (120) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148
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Herzklopfen (119) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148


Herzphobie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54, 55
Hitzegefühl (129) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
hoffnungslos (64) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
Hypermnesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Hypersalivation (110) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .142
Hypersomnie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
Hypochondrie (28) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Hypochondrischer Wahn (44) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
Hypokinesien (136) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161

Ich-Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Ich-Umwelt-Grenze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
ideenflüchtig (22) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Ideen, Überwertige . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Illusionen (47) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
impulsiv (ZP7) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
inkohärent/zerfahren (25) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
innerlich unruhig (69) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
Instabilität, emotionale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Insuffizienzgefühle (71) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85, 95
Intentionalität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
Intentionstremor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Interrater-Reliabilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Intrusionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42, 73

jamais-vu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

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Kardio-respiratorische Störungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
Karzinophobie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54, 55
Katalepsie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
klagsam/jammrig (70) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
Koma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Konfabulationen (13) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Konkretismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Kontrollwahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72, 79
Konversionssymptome (131) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156
Konzentrationsstörungen (10) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Kopfdruck (126) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
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Kopfschmerz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
Körperbildstörung (ZP8) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
Körperhalluzinationen (51) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Krankheitsgefühl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
Krankheitskonzept . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117, 118

Lachen, stereotypes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100


Lebensüberdruss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Leistungsfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
Liebeswahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65, 72
logorrhoisch (88) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110

Magenbeschwerden (114) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144


Mangel an Krankheitseinsicht (98) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
Mangel an Krankheitsgefühl (97) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
manieriert/bizarr (85) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Menstruationsstörungen (125) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
Merkfähigkeitsstörungen (11) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Miktionsstörungen (124) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
Missempfindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
Misstrauen (27) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Modulationsfähigkeit, affektive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Modul-System . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
morgens schlechter (89) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
Morgentief . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
motorisch unruhig (83) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
Müdigkeit (105) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
Mundtrockenheit (111) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143

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Muskeltonuserhöhung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
Muskeltonus erniedrigt (133) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159
mutistisch (87) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109

Nachhallerinnerungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Negativismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Negativsymptomatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
Neologismen (26) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Nervosität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
Norm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Normwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
Nystagmus (139) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
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Obstipation (115) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145


Optische Halluzinationen (50) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Orgasmusstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
Orientierungsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Orientierungsstörungen über die eigene Person (8) . . . . . . . . . . . . . 36
Örtliche Orientierungsstörung (6) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Panikattacken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
Panikstörung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
Paragrammatismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Parakinesen (84) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100, 106
Paralogik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Paramnesien (14) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41, 73
Parasomnien (ZS1) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Parästhesien (140) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
Parathymie (76) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
Parkinsonoid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
Pavor Nocturnus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
perseverierend (19) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Personenverkennungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Pflegebedürftigkeit (100) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
Phobien (29) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54, 124
Phoneme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Pollakisurie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
Primärskalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
Pseudohalluzinationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Psychischer Befund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

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Querulantenwahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
ratlos (59) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Reflexionsfähigkeit, mangelnde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
REM-Schlaf-Verhaltensstörung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Reserve-Merkmale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120, 165
Restless Legs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Rigor (132) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158
Rohwerte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193, 194
Rückenbeschwerden (127) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 153
Rumpfataxie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
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Schamgefühle (ZP9) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132


Schizophasie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Schlafterror . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Schlaf- und Vigilanzstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
Schlafwandeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Schüchternheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
Schuldgefühle (73) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97, 132
Schuldwahn (42) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
Schwellenproblem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Schwerbesinnlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Schweregefühl in den Beinen (128) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 154
Schweregrade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Schwindel (118) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
Schwingungsfähigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
Schwitzen vermehrt (122) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Seborrhoe (123) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Seitendifferenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165
Selbstaussage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Selbstbeschädigung (96) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57, 115, 116
Selbstverletzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
Sensibilitätsstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
Sexualität vermehrt (ZS2) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
Sexualität vermindert (109) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Sexuelle Funktionsstörungen (ZS3) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
Sinnestäuschungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
Situative Orientierungsstörung (7) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Somatischer Befund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
Somnambulismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
Somnolenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

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Sopor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Sozialer Rückzug (92) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
Soziale Umtriebigkeit (93) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
Spannungsreduktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
Spätdyskinesien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160
Speichelfluss, vermehrter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 142
Sprachzerfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Standataxie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
Stereotypien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Stimmenhören (48) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Störung der Vitalgefühle (62) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
Störungen der Affektivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
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Störungen
– dissoziative . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
– neurologische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
Suggestibilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
Suizidalität (95) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Suizidgedanken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Suizidimpulse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
sun-downing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
Syndromskalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188
Systematisierter Wahn (37) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

Tagesschwankungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
theatralisch (86) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
Tic-Krankheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Todeswünsche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
Trainingsseminare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Transitivismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Tremor (134) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159
Trinkmenge, vermehrte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Trippelmotorik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
T-Werte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193, 194

Übelkeit (112) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143


Übergeordnete Skalen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
Überwertige Ideen (ZP10) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
Überzeugungen, wahnhafte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
umständlich (17) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Untersuchbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

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Vaginismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168
Verarmungsgefühle (74) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85, 98
Verarmungswahn (43) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69, 98
Verbigerationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Verfolgungswahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Verhaltensbeobachtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Verkürzung der Schlafdauer (103) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
verlangsamt (16) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Verlegenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
Verlegenheitslächeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
Vermeidungsreaktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Vigilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
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Visusstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
vorbeireden (23) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
Wachheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
– verminderte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138
wächserne Biegsamkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Wahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
– hypochondrischer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Wahndynamik (38) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Wahneinfall (35) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
– mnestischer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Wahngedanken (36) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Wahnstimmung (33) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Wahnwahrnehmung (34) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
– mnestische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Wortfindungsstörungen (ZP11) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
Wortkargheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
Wortneubildungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Wortstereotypien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Zeiterleben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Zeitgitterstörungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34, 40
Zeitliche Orientierungsstörung (5) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Zukunftsorientierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
Zusatzmerkmale des Psychischen Befundes (ZP1–ZP11) . . . . . . . 121
Zusatzmerkmale des Somatischen Befundes (ZS1–ZS3) . . . . . . . 165
Zwangsdenken (30) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Zwangshandlungen (32) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Zwangsimpulse (31) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Zwiespältigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

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