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Das Neujahrskonzert 2019 der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Christian Thielemann umfasst Werke von Carl Michael Ziehrer, Josef Strauss und Johann Strauss II, darunter Premieren wie die Polka française 'Die Tänzerin' und der Walzer 'Sphärenklänge'. Das Programm reflektiert die musikalische Geschichte und die kulturellen Verbindungen zwischen Österreich und Japan sowie die Entwicklung der Strauss-Familie im Kontext der Wiener Musikszene. Besondere Beachtung finden die historischen Hintergründe der Stücke und deren Uraufführungen, die die Bedeutung der Wiener Philharmoniker in der internationalen Musiklandschaft unterstreichen.

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Das Neujahrskonzert 2019 der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Christian Thielemann umfasst Werke von Carl Michael Ziehrer, Josef Strauss und Johann Strauss II, darunter Premieren wie die Polka française 'Die Tänzerin' und der Walzer 'Sphärenklänge'. Das Programm reflektiert die musikalische Geschichte und die kulturellen Verbindungen zwischen Österreich und Japan sowie die Entwicklung der Strauss-Familie im Kontext der Wiener Musikszene. Besondere Beachtung finden die historischen Hintergründe der Stücke und deren Uraufführungen, die die Bedeutung der Wiener Philharmoniker in der internationalen Musiklandschaft unterstreichen.

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NEUJAHRSKONZERT

NEW YEAR’S CONCERT


CONCERT DU NOUVEL AN
2019
Carl Michael Ziehrer
Josef Strauss
Johann Strauss II An der schönen
Schönfeld-Marsch op. 422*
Die Tänzerin op. 227*
Lob der Frauen op. 315
blauen Donau op. 314

The Ballerina · La Danseuse In Praise of Women The Blue Danube

Josef Strauss
Polka française Louange des femmes Le Beau Danube bleu
Transactionen op. 184
Polka-Mazurka Walzer

Walzer
Johann Strauss II
Künstlerleben op. 316

Josef Strauss
Johann Strauss I

Josef Hellmesberger II
Artists’ Life · Vie d’artiste Sphärenklänge op. 235
Radetzky Marsch op. 228

Elfenreigen

Walzer Music of the Spheres Radetzky March

Elfin Dance · Ronde des elfes Musique des sphères Marche de Radetzky

Charakterstück Die Bajadere op. 351


The Bayadère · La Bayadère Walzer Arrangement: Leopold Weninger

Johann Strauss II
Polka schnell
Zugaben · Encores · Bis
Expreß op. 311*
Eduard Strauss
Live Recording: January 1, 2019,

Johann Strauss II Goldener Saal of the
Polka schnell Opern-Soirée op. 162*
Im Sturmschritt op. 348
Wiener Musikverein
Nordseebilder op. 390

Polka française
On the Double!
Pictures of the North Sea
Polka schnell *Premiere bei einem Neujahrskonzert
Paysages de mer du Nord
Johann Strauss II der Wiener Philharmoniker

Walzer Ritter Pásmán



Neujahrsgruß First performance at a New Year’s Concert
of the Vienna Philharmonic
Eva-Walzer*
New Year’s Address Donné pour la première fois à un Concert du

Eduard Strauss Csárdás
Allocution du Nouvel An Nouvel An du Philharmonique de Vienne
Mit Extrapost op. 259


Post-Haste · Par diligence spéciale Egyptischer Marsch op. 335


Polka schnell Egyptian March
Marche égyptienne

Johann Strauss II

Der Zigeunerbaron:
Josef Hellmesberger II
Entr’acte-Valse*

Ouvertüre

The Gypsy Baron Overture
WIENER PHILHARMONIKER
Ouverture du Baron tzigane CHRISTIAN THIELEMANN
D
as Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2019 dirigiert erstmals diesmal erst im Spätherbst, als wiederum im Volksgarten die demonstrativ heitere
Christian Thielemann, der dem Orchester seit dem Jahr 2000 eng ver­ Schnellpolka erstmals erklang.
bunden und spätestens seit der Eröffnung des Philharmoniker-Balls Ende der 1870er Jahre verbrachte der in zweiter Ehe jungverheiratete Strauß
2008 auch im Repertoire der Strauß-Familie einschlägig ausgewiesen ist. seine Sommerurlaube auf der nordfriesischen Insel Föhr. Das Paar erfreute sich
Den Auftakt zum diesjährigen Programm markiert Carl Michael Ziehrers dem an der Nordsee einiger Prominenz. So ließ es sich der Husumer Bürgermeister
Feldzeugmeister und Generaltruppeninspektor Anton von Schönfeld gewidmeter nicht nehmen, die Komponisten-Gattin Angelika eigens zu bedichten. Der Insel-
gleichnamiger Marsch. Als Kapellmeister der Hoch- und Deutschmeister, dem aufenthalt 1879 schlug sich in dem tonmalerisch weit ausgreifenden Konzertwal-
4. k.u.k. Infanterieregiment, gehörte Ziehrer zu den komponierenden Militär­ zer Nordsee­bilder nieder, den Eduard Strauß im Herbst im Wiener Musikvereinssaal
musi­kern der späten Habsburgermonarchie und gab in dieser Funktion mit seiner zur Uraufführung brachte. Kurioserweise zeigte allerdings das Titelblatt der
Kapelle auch öffentliche Konzerte. Druck­ausgabe keinen flachen, wellenumspülten Strand, wie es Introduktion und
Seinen Walzer Transactionen schrieb Josef Strauß im Sommer 1865 für ein erstes Walzer-Thema nahelegen würden, sondern eine düstere Fjordlandschaft,
Benefizkonzert im k.k. Volksgarten, bevor er sich in einen dringend notwendigen die der weit gereiste Strauß in seinem Leben gleichwohl nie zu Gesicht bekommen
Erholungsurlaub verabschiedete. Mit dem Titel nahm er auf seinen Actionen- hatte. Dafür lag die große österreichisch-ungarische Nordpol- (statt Nordsee-!)
Walzer der vergangenen Karnevalssaison Bezug. 2019 eignen sich Transactionen Expedi­tion erst wenige Jahre zurück, der nicht zuletzt der Polararchipel Franz-
als Motto für das 150-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen Josef-Land bis heute seinen Namen verdankt.
zwischen Österreich und Japan. Die 1868 auf den Thron gekommene Meiji-Dynas­ Aus der späteren Phase der Strauß-Kapelle stammt Eduard Strauß’ Schnell­
tie brach mit der traditionellen Abschottung des Landes gegenüber dem Westen polka Mit Extrapost – damals die schnellste Art, im Pferdewagen zu reisen. Gleich-
und verordnete Japan ein tiefgreifendes Reformprogramm. Eine prominente Rolle zeitig begann dieses Verkehrsmittel zum Zeitpunkt der Uraufführung 1887 bereits
spielte dabei die Einführung westlicher – und das hieß vor allem deutscher und ana­chronistisch zu werden. Größere Strecken legte man bereits seit einigen Jahr­
österreichischer – Musik. Erste österreichische Solisten gastierten in Japan, und zehn­ten, wie es auch die Strauß-Brüder ausgiebig taten, schneller und bequemer
auf Empfehlung der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde wurde der Bruckner- mit der Eisenbahn zurück, und im Folgejahr läutete eine gewisse Bertha Benz mit
Schüler Rudolf Dittrich 1888 Direktor der frisch gegründeten staatlichen Musik­ einer Demonstrationsfahrt von Mannheim nach Pforzheim das Automobilzeitalter
akademie in Tokio. Daraufhin kam mit Nobu Koda 1891 die erste japanische ein.
Studentin ans Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Seit ihrem Johann Strauß’ 1885 im Theater an der Wien uraufgeführter Zigeunerbaron hat
Japan-Debüt 1956 unter Paul Hindemith haben die Wiener Philharmoniker ihrer­ eine lange Werkgeschichte. Was als ungarische komische Oper begann, entwi-
seits bislang 36 Tourneen ins Land der aufgehenden Sonne unternommen und ckelte sich schließlich zu einer Operette, die zwischen dem multiethnischen Grenz-
erfreuen sich beim dortigen Publikum einer nur in Superlativen zu fassenden gebiet des Temeser Banats und Wien spielt. Beide Sphären sind bereits in der
Beliebtheit. 1983 und 1986 erklangen die Transactionen auch in Japan. Seit 1978 Potpourri-Ouvertüre erkennbar: auf der einen Seite Mollkontraste, Synkopen
schließlich ist auch die Übertragung des Neujahrskonzerts integraler Bestandteil und Cymbalomklänge, auf der anderen Seite durstrahlend und streicherselig der
der österreichisch-japanischen Musik-Transactionen. Erstmaliger Sendetermin Walzer »Nach dem schönen Wien / Zieht mich Herz und Sinn«. Dabei bedurfte es
beim Fernsehsender NHK war jedoch der 19. Mai! 1984 begannen dann die in der historisch ungenau im Österreichischen Erbfolgekrieg angesiedelten Hand­
Mono-Übertragungen am 1. Januar; ab 1987 wurde das Konzert live, in Stereo ­lung eines äußeren Feindes, um österreichisch-ungarische Eintracht herzustellen
und auch im Radio gesendet. – zur Entstehungszeit der Operette war diese trotz des politischen Ausgleichs von
Nach Japan vermittelt hatte Dittrich Josef Hellmesberger jun., der neben sei- 1867 bereits brüchig geworden.
nen vielen Funktionen im Wiener Musikleben – Sologeiger im Hofopernorchester Für die »Neue Welt« entstand 1867 die Polka française Die Tänzerin von Josef
und bei den Philharmonikern, Hofkapellmeister und in der Nachfolge Gustav Strauß. Allerdings war mit der Neuen Welt nicht Nordamerika gemeint, sondern
Mahlers sogar Dirigent der philharmonischen Abonnementkonzerte – auch als ein Vergnügungsetablissement mit Musikpavillons, das sich im vornehmen Stadt­
Professor am Konservatorium wirkte. Während seines Militärdiensts war Hellmes­ teil Hietzing unweit von Schloss Schönbrunn befand. Obwohl Die Tänzerin dem
berger wie­­derum Konzertmeister in der Kapelle der Hoch- und Deutschmeister Publikum gefiel, hielt sie sich nicht im Repertoire und erklingt 2019 erstmals im
gewesen. Der luftige Elfenreigen entstand 1903 im Rahmen von Hellmesbergers Rahmen eines Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker.
Tätigkeit an der Hofoper. Das Jahr 1867 stand noch im Zeichen der Niederlage gegen die Preußen aus
Ihren kriegerischen Hintergrund hört man Johann Strauß’ Polka schnell Expreß dem Vorjahr. Viele Wiener Bälle mussten abgesagt werden. Gleichwohl bat die
ausdrücklich nicht an, schrieb er sie doch kurz nach dem von der österreichischen Künstlervereinigung »Hesperus« Johann Strauß für ihren Ball im Dianasaal um
Armee regelrecht im Express-Tempo verlorenen Deutsch-deutschen Krieg von einen besonders eleganten, vielleicht weniger ausgelassenen Walzer, der drei
1866. Aufgrund der Kriegsfolgen eröffneten die Strauß-Brüder ihre Wiener Sai­son Tage nach dem Donau-Walzer seine Premiere erlebte. Mit Künstlerleben reiste
Strauß dann im Sommer 1867 zur Weltausstellung nach Paris, die für die militä- »Orienta­lismus«-Trend wider. Nur wenige Tage nach der Uraufführung wurde der
risch geschwächte Habsburgermonarchie eine willkommene Gelegenheit zur Marsch dann als Tscherkessen-Marsch wiederholt. Die baldige Rückbesinnung auf
Rückkehr auf die internationale Bühne bot. Über die Konzerte in Paris berichtete den ursprünglichen Titel steht wohl in Verbindung mit der international aufsehen­
Strauß’ erste Ehefrau Henriette nach Wien: »Die Leute sind einfach verrückt nach erregenden Eröffnung des Suezkanals im November 1869.
dieser Wiener Musik.« Neben seinen vielen anderen Wiener Positionen wirkte Josef Hellmesberger
Das Wiener Publikum war von dieser Musik so verwöhnt, dass die im Februar jun. auch als komponierender Ballettdirigent. Sein Librettist Leopold Krenn be-
1871 uraufgeführte erste Strauß-Operette Indigo und die 40 Räuber vor allem wegen richtete: »Hellmesberger produzierte ungemein leicht. Nahm Direktor Jahn für
des Librettos auf wenig positive Resonanz stieß. Hervorragend aufgenommen die Hofoper ein Ballett an und zeigte es sich, dass eine Tanzeinlage nötig sei,
wurde hingegen die Schnellpolka Die Bajadere aus der Coda der Ballettmusik und Hellmesberger lieferte ganze Divertissements in ein paar Tagen.« Sein Entr’acte-
Motiven aus dem Zweiten und Dritten Akt. Sie erklang erstmals im Juni bei einem Valse dürfte mehrmals verwendet worden sein, sowohl als Ballettmusik als auch
von Eduard Strauß geleiteten Konzert der Strauß-Kapelle im Wiener Volks­garten. konzertant. Als Tanz auf der Spitze ist das Stück in einer 1905 veröffentlichten
Bei dieser Gelegenheit spielte die Strauß-Kapelle übrigens auch eine Szene aus Ballett-Suite enthalten.
Giacomo Meyerbeers Oper Les Huguenots und die Ouvertüre zu Richard Wagners Mit Johann Strauß’ Polka mazur Lob der Frauen kehrt das Neujahrskonzert
Rienzi. noch­­mals zur Pariser Weltausstellung von 1867 zurück. Für sein Gastspiel baute
Über die Uraufführung der Polka française Opern-Soirée von Eduard Strauß im Strauß auf die Unterstützung des österreichischen Botschafters, Fürst Metternich,
Dezember 1877 berichtete die Wiener Zeitung: »Kaum hatte Johann Strauß den und dessen Frau Pauline. Zudem hatte er Kontakt mit Benjamin Bilse aufgenom-
Taktstock hinweggelegt, als Eduard Strauß erschien, um ihn aufzunehmen. Das men, der 1842 in der Kapelle seines Vaters gespielt hatte und später in Schlesien
war das Zeichen zum Balle, dem zweiten und ersehntesten Teile des Program­ und Berlin sein eigenes Orchester leitete. Mit ihm und der Bilse’schen Kapelle,
mes.« Bei dieser ersten Ballveranstaltung der Hofopernkünstler im vor 150 Jahren aus der 1882 die Berliner Philharmoniker hervorgingen, teilte er sich die Konzerte
eröffneten Opernhaus am Wiener Ring – der Vorgängerin des heutigen Opern­ in Paris, in deren Programm er auch die im Wiener Karneval uraufgeführte Polka
balls – sollten sich die Besucher auf kaiserliche Anweisung eigentlich aufs Zuhören Lob der Frauen aufnahm.
beschränken. Unter Eduard Strauß räumte man dann aber kurzerhand den Saal Dass Josef Strauß’ Walzer Sphärenklänge das offizielle Programm von Christian
frei zum Tanz. Dabei machte das Hofopernorchester allerdings Platz für die Thielemanns erstem Neujahrskonzert beschließt, ist angesichts der Wagner-
Strauß-Kapelle. Somit findet die »philharmonische« Erstaufführung der Opern- Reminiszenzen in der Introduktion nur folgerichtig. Immerhin hat Thielemann als
Soirée-Polka erst mit dem Neujahrskonzert 2019 statt. erst zweiter Dirigent überhaupt alle kanonisierten Wagner’schen Musikdramen
Dafür saßen die Philharmoniker als Hofopernorchester bei der vom Kompo­ bei den Bayreuther Festspielen dirigiert. Die entfernt an den Dritten Aufzug des
nisten geleiteten Uraufführung von Johann Strauß’ Ritter Pásmán am 1. Januar Tannhäuser erinnernden Einleitungstakte verweisen zugleich darauf, dass die
1892 im Graben. Gleichwohl zählte die Wiener Reaktion auf seine einzige Oper Strauß-Kapelle auch Wagner-Auszüge im Repertoire hatte, noch bevor die Werke
zu den größten Enttäuschungen seines Lebens. Diesmal war es nicht nur die ba- an der Wiener Hofoper aufgeführt wurden. Geschrieben hat Josef Strauß den
nale Handlung um einen unstatthaften Kuss auf die Stirn, die dem Publikum Walzer für den Medizinerball 1868. Darauf nimmt der Titel Sphärenklänge­
missfiel. Vielmehr sprengte diese »Komische Oper« die gängigen Genres. Zu jenen in­­sofern Bezug, als dass der antike Begründer der geozentrischen Theorie über
Szenen, die beim Publikum ankamen, zählte das Walzerlied der fehlgeküssten die in bestimmten geometrischen Verhältnissen zusammenklingenden konzentri-
Ritter-Gattin Eva aus dem Zweiten Akt. Die Fassung des Eva-Walzers, die bereits schen Schalen des Himmelsgewölbes der griechische Philosoph und im weiteren
zwei Tage nach der Opernpremiere bei einem Militärkonzert gespielt wurde, Sinne auch Arzt Pythagoras war. Das medizinisch gebildete Ballpublikum der
stammte vom Kapellmeister Josef Schlar, der Strauß auch in der Hofoper assis- Urauf­füh­rung hörte aus den einleitenden Akkorden jedoch weder Wagner noch
tierte, mit seinem Arrangement aber nicht den Beifall des Komponisten fand. Himmels­gestirne, sondern – dem Fremden-Blatt zufolge – das Jenseits heraus! Der
War die Pásmán-Oper insgesamt ein veritabler Flop, so zählt ihr Csárdás zu den sich rasch aufheiternde Charakter der fünfteiligen Walzerfolge gibt dann aber
beliebtesten Strauß-Kompositionen. Der rhythmisch akzentuierte Tanz leitet seine Grund zur Annahme, dass der Fall doch nicht so hoffnungslos liegt.
Bezeichnung von Csárda ab, einer ungarischen Gaststätte, fand aber in der tradi-
Silvia Kargl & Friedemann Pestel
tionellen Musik der Roma auch in den Nachbarländern Verbreitung. Seine Wur-
zeln führen zum verbunkos der Wirtshäuser des 18. Jahrhunderts zurück, wo
Soldaten für die habsburgische Armee angeworben wurden.
So sehr ungarische Elemente in Strauß’ Musik Eingang fanden, so wenig hatte
der Egyptische Marsch zunächst mit Ägypten zu tun. Vielmehr spiegelt das im
Sommer 1869 in Pawlowsk bei St. Petersburg komponierte Stück den damaligen
T
he Vienna Philharmonic’s New Year’s Concert is being conducted for the after­math of the war, the Strauß brothers launched their Viennese season only in
first time by Christian Thielemann in 2019. Thielemann has been closely the late autumn. First performed in the People’s Garden, the Expreß polka strikes
associated with the orchestra since 2000 and has distinguished himself a demonstratively carefree note.
in music by the Strauß family at least since 2008, when he opened that year’s In the late 1870s Strauß, recently remarried, spent his summer vacations on
Phil­harmonic Ball. the North Frisian island of Föhr, where the couple were treated as celebrities.
This year’s programme begins with a march by Carl Michael Ziehrer dedicated Husum’s mayor, for example, insisted on writing a poem in honour of Strauß’s
to – and named after – Anton von Schönfeld, who was General of the Artillery new wife, Angelika. Their 1879 visit to the island found expression in the elaborate
and General Inspector of Troops in the Austro-Hungarian Empire. As music direc- tone-painterly waltz Nordseebilder (Pictures of the North Sea) that was premiered
tor of the Fourth Imperial and Royal Infantry Regiment – also known as the Hoch- by Eduard Strauß in Vienna’s Musikvereinssaal the following autumn. Curiously
und Deutschmeister – Ziehrer was one of those military bandmasters who enough, the title-page of the printed edition does not depict a low-lying beach
additionally wrote music in the final decades of the Habsburg monarchy, in which lapped by the waves of the North Sea as suggested by the introduction and first
capacity he also gave public concerts with his orchestra. waltz theme but a gloomy fjord of a kind that the widely travelled Strauß never
Josef Strauß wrote his waltz Transactionen (Transactions) in the summer of saw. The great Austro-Hungarian expedition to the North Pole – rather than the
1865 for a benefit concert in the Imperial and Royal People’s Park in Vienna, after North Sea – had taken place only a few years earlier, resulting not least in the
which he left for an urgently needed holiday. Its title harks back to his Action Waltz Arctic archipelago being named Franz Josef Land, a name that it retains to this day.
from the previous Carnival. In 2019 the title Transactions is also a suitable motto Eduard Strauß’s polka schnell Mit Extrapost (Post-Haste) dates from the final
for the 150th anniversary of the resumption of diplomatic relations between Aus- phase of the Strauß Orchestra’s existence and refers to what was then the fastest
tria and Japan. When the Meiji dynasty came to power in Japan in 1868, it ended form of horse-drawn transport. But by the date of its first performance in 1887
the country’s traditional isolation and introduced a far-reaching programme of this form of transport was already becoming an anachronism. For decades rela-
reforms at home. A prominent role in this process was played by the introduction tively lengthy sections of a journey could be covered more quickly and more
of western music, which primarily meant German and Austrian music. The first comfortably by rail, a mode of transport that the Strauß brothers used extensively,
Austrian soloists appeared in Japan, and in 1888, on the recommendation of while in 1888 Bertha Benz ushered in the age of the automobile with her exhibi-
Vienna’s Gesellschaft der Musikfreunde, Bruckner’s pupil Rudolf Dittrich was tion ride from Mann­heim to Pforzheim.
named director of the newly founded State Academy of Music in Tokyo. Three By the time that Johann Strauß’s operetta Der Zigeunerbaron (The Gypsy
years later the first Japanese student – Nobu Koda – enrolled at the Gesellschaft’s Baron) was first performed at Vienna’s Theater an der Wien in 1885, it could look
Conservatory. The Vienna Philharmonic first went on tour to Japan in 1956 under back on a lengthy genesis, having begun life as a Hungarian comic opera before
Paul Hindemith and since then has visited the country no fewer than thirty-six finally mutating into an operetta set in the region between the multi-ethnic border
times, enjoying a degree of popularity with local audiences that can only be ex- area of the Banat of Temeswar and Vienna. Both of these worlds can already be
pressed in superlatives. Transactionen was even heard in Japan in 1983 and 1986. identified in the potpourri overture: on the one hand we have contrastive minor-
Since 1978 the New Year’s Concert has been broadcast in Japan, making it an key tonalities, syncopations and the sounds of the cimbalom, and on the other the
integral part of Austro-Japanese musical relations. Strangely enough, it was on 19 waltz “Nach dem schönen Wien / Zieht mich Herz und Sinn” (Heart and mind
May that the Japanese broadcaster NHK first showed a New Year’s Concert from draw me to beautiful Vienna), which revels in string sonorities and major-key to-
Vienna. Mono broadcasts on 1 January began in 1984, and since 1987 the con- nalities. The action unfolds against the historically inaccurate background of the
certs have been relayed live in stereo on both television and radio. War of the Austrian Succession and required an external enemy to restore unity
It was Josef Hellmesberger (II) who was instrumental in ensuring Dittrich’s to Austria-Hungary, which at the time of the work’s first performance was already
appointment in Japan. “Pepi” Hellmesberger held a variety of posts in the musical beginning to fracture in spite of the political settlement, or Ausgleich, of 1867.
life of Vienna: as solo violinist in the Court Opera Orchestra and with the Vienna Josef Strauß’s polka française Die Tänzerin (The Ballerina) was written for the
Philharmonic, Court Kapellmeister, Mahler’s successor as conductor of the Phil­ New World in 1867, although in this case the New World was not the Americas
harmonic’s subscription concerts, and professor of violin at the Gesellschaft’s but a pleasure dome with music pavilions not far from Schönbrunn Palace in the
Conservatory. During his period of military service he had also been the concert- up-market district of Hietzing. Although contemporary audiences enjoyed Die
master of the Hoch- und Deutschmeister regiment. His gossamer-light Elfenreigen Tänzerin, the work failed to maintain a place for itself in the repertory and in 2019
(Elfin Dance) was written in 1903 within the context of his work at the Court Opera. it is being heard for the first time at one of the Vienna Philharmonic’s New Year’s
Johann Strauß’s polka schnell Expreß was written in the wake of the Austro- Concerts.
Prussian War of 1866, a war lost with remarkable speed by the Austrian army, The whole of 1867 was overshadowed by Austria’s defeat at the hands of the
but no one listening to this piece would guess its bellicose background. In the Prussians in the previous year’s Seven Weeks’ War. Many of Vienna’s traditional
balls had to be abandoned, but in spite of this, the Artists’ Association Hesperus ditional music of the Roma in neighbouring countries as well. Its roots lie in the
invited Johann Strauß to write a particularly elegant and perhaps less boisterous verbunkos of 18th-century taverns, where soldiers were conscripted into the Habs­
waltz for its ball in the Diana Hall. Titled Künstlerleben (Artists’ Life), it was pre­­ burg army.
miered three days after the Blue Danube waltz. Strauß took it with him to the Whereas Hungarian elements are frequently found in Strauß’s music, his Egyp-
World Fair in Paris in 1867, an event that provided the militarily weakened Hab- tian March had little to do with Egypt, at least initially. Written at Pavlovsk near
sburg monarchy with a welcome opportunity to return to the international stage. St Petersburg in the summer of 1869, it reflects the orientalism that was then in
Strauß’s first wife, Henriette, wrote home to report on the concerts in Paris: vogue. Within days of its first performance it was being repeated under the new
“People here are simply mad about this Viennese music.” name of the Circassian March but it soon reverted to its original title, a change
Viennese audiences, conversely, were so spoilt by this music that Strauß’s first presumably undertaken within the context of the sensational opening of the Suez
operetta, Indigo und die vierzig Räuber (Indigo and the Forty Thieves), encountered Canal in November 1869, an event that excited international attention.
a relatively lukewarm response when it was premiered in February 1871, a re- In addition to his many other appointments in Vienna, Josef Hellmesberger
sponse due above all to its libretto. By contrast, his polka schnell Die Bajadere (The was also active as a composer and conductor of ballets. His librettist Leopold
Bayadère), which comprises the coda to the ballet music and motifs from the Krenn reports that “Hellmesberger wrote music with astonishing facility. When­
second and third acts, was greeted with great enthusiasm when it was per­formed ever the director of the Court Opera, Wilhelm Jahn, accepted a ballet and it
for the first time at a concert with the Strauß Orchestra under Eduard Strauß turned out that an additional number was needed, Hellmesberger was able to
in the People’s Park in Vienna. The concert also included a scene from Meyer­ provide entire divertissements within only a couple of days.” His Entr’acte Waltz
beer’s grand opera Les Huguenots and the overture from Wagner’s opera Rienzi. must have been used on several occasions, both as ballet music and in the concert
The world premiere of Eduard Strauß’s polka française Opern-Soirée (Opera hall. It is contained in a suite of ballet numbers published in 1905, where it ap-
Soirée) in December 1877 was reported by the Wiener Zeitung: “Johann Strauß pears under the title Tanz auf der Spitze (Dancing en Pointe).
had scarcely laid aside his baton when Eduard Strauß appeared on the platform With Johann Strauß’s polka mazur Lob der Frauen (In Praise of Women), the
in order to take it up himself. This was the sign for the ball to begin, the second 2019 New Year’s Concert returns to the 1867 Paris World Fair. For his guest per­
and most eagerly awaited part of the programme.” This first ball by the Court formances Strauß relied on the support of the Austrian ambassador, Prince Met-
Opera artists in the opera house on the Ring – the building is celebrating its 150th ternich, and his wife Pauline. He had also made contact with Benjamin Bilse, who
anniversary in 2019 – was the forerunner of today’s Vienna Opera Ball. By im­ had played in his father’s orchestra in 1842 before running his own orchestra in
perial decree audiences were supposed to restrict themselves to listening to the Silesia and Berlin. It was from the Berlin-based Bilse’sche Kapelle that the Berlin
music, but under Eduard Strauß the space was abruptly cleared for dancing, with Philharmonic emerged in 1882. In 1867 Strauß and Bilse shared the conducting
the Strauß Orchestra replacing the Court Opera Orchestra. As a result the Vienna of the latter’s orchestra. Among the works Strauß performed was Lob der Frauen,
Philharmonic is performing the Opern-Soirée polka for the first time at its 2019 which had first been heard at the Vienna Carnival earlier that same year.
New Year’s Concert. If the official part of Christian Thielemann’s programme for his first New Year’s
Conversely, it was the Vienna Philharmonic in its capacity as the Court Opera Concert ends with Josef Strauß’s waltz Sphärenklänge (Music of the Spheres), then
Orchestra that did the honours at the first performance of Johann Strauß’s Ritter this makes logical sense since its introduction contains a number of reminiscences
Pásmán (Knight Pázmán) on 1 January 1892, when the composer himself con- of Wagner. After all, Thielemann is only the second conductor in the history of
ducted the work. Viennese reactions to his only actual opera were among the the Bayreuth Festival to have conducted all the canonical works there. With their
greatest disappointments of his life. This time it was not just the banal plot to distant echo of Act Three of Tannhäuser, the opening bars also recall the fact that
which audiences took exception – the action revolves around an extramarital kiss the Strauß Orchestra was performing excerpts from Wagner’s operas and music
– but also the piece’s failure to conform to expectations of what a “comic opera” dramas at its concerts long before these works had entered the Court Opera
should be. Among the scenes to which audiences responded more favourably was repertory. Josef Strauß wrote this waltz for the Medics’ Ball in 1868. This circum-
the waltz song sung by Eva – the wife of Knight Pázmán and the recipient of the stance is referenced in the title inasmuch as Pythagoras, the Greek philosopher
harmless kiss – in Act Two. The version of the Eva Waltz that was played at a military who advanced the geocentric theory of concentric celestial bodies sounding to-
concert only two days after the premiere of the opera itself at the Court Opera gether in particular mathematical relationships, was also a physician in the widest
was prepared by the conductor Josef Schlar, who was Strauß’s assistant at the sense of the term. But according to a local newspaper, the Fremden-Blatt, the
Court Opera but whose arrangement failed to meet with the composer’s approval. medically trained audience at the first performance of Josef Strauß’s waltz heard
If Ritter Pásmán was a flop, Strauß’s Csárdás remains one of the most popular neither Wagner nor the heavenly constellations in the opening chords but the
of his compositions. This rhythmically accentuated dance derives its name from afterlife. Yet this five-part series of waltzes soon livens up and gives us every
the Hungarian word for a country inn (csárda) but was widely found in the tra­ reason to assume that the case is by no means hopeless.
Silvia Kargl and Friedemann Pestel
E
n 2019, le Concert du Nouvel An était dirigé pour la première fois par À la fin des années 1870, Johann Strauß, qui vient de se marier pour la deu­
Christian Thielemann qui a développé un lien étroit avec l’Orchestre phil­ xième fois, passe ses vacances d’été avec son épouse Angelika à Föhr, île de la
harmonique de Vienne depuis l’an 2000 et connaît bien le répertoire de la Frise septentrionale. Le couple jouissant d’un certain prestige, le maire d’Husum,
dynastie Strauß, au moins depuis qu’il a ouvert le bal du Philharmonique en 2008. localité environnante sur la côte, n’hésite pas à écrire un poème pour chanter les
En ouverture a été jouée une marche de Carl Michael Ziehrer dédiée à Anton louanges d’Angelika. Le séjour à Föhr de 1879 inspire à Johann Strauß une valse
von Schönfeld, « Feldzeugmeister » et « Generaltruppeninspektor », et portant son fort évocatrice, Paysages de mer du Nord, que son frère Eduard fait entendre à
nom. Chef de fanfare du quatrième régiment impérial d’infanterie « Hoch- und l’automne à Vienne, au Musikverein. Curieusement, sur la page de titre de la
Deutsch­meister », Ziehrer comptait parmi les militaires compositeurs de la première édition ne figure pas une plage plate baignée par les vagues, comme
dernière période de la monarchie habsbourgeoise et il donna également des con- l’introduction et le premier thème de valse le suggéreraient, mais un sombre
certs publics à la tête de sa fanfare. paysage de fjord que Strauß n’eut jamais l’occasion de voir au cours de sa vie bien
C’est à l’été 1865, avant de prendre un congé devenu nécessité urgente, que qu’il ait beaucoup voyagé. Le Grand Nord était peut-être dans les esprits car
Josef Strauß écrivit sa valse Transactionen pour un concert de bienfaisance au quelques années auparavant avait eu lieu une expédition austro-hongroise au pôle
Volksgarten. Le titre fait référence à sa valse Actionen de la saison de carnaval Nord au cours de laquelle on avait baptisé un archipel François-Joseph, en
précédente. Transactionen vient à point nommé pour fêter le cent-cinquantième l’honneur de l’empereur autrichien.
anniversaire de l’instauration de relations diplomatiques entre l’Autriche et le La polka d’Eduard Strauß Par diligence spéciale – à l’époque la manière la plus
Japon, en 1869. L’année précédente, l’avènement de l’ère Meiji avait rompu rapide de se déplacer en voiture à cheval dans l’empire – date de la dernière
l’isolement du pays vis-à-vis de l’Occident. Un grand programme de réformes est période de l’Orchestre Strauß. En 1887 cependant, au moment de la première
alors lancé dans lequel la musique occidentale – en premier lieu allemande et audition du morceau, ce moyen de déplacement commence à devenir dépassé.
autrichienne – joue un rôle important. Pour la première fois se produisent des Depuis quelques dizaines d’années déjà, on parcourt les grandes distances plus
solistes autrichiens au Japon et, sur recommandation de la Société des amis de la rapidement et plus confortablement avec le chemin de fer, comme le font souvent
musique de Vienne, Rudolf Dittrich, un élève de Bruckner, est nommé en 1888 les frères Strauß, et l’année suivante marque l’avènement de l’âge de l’automobile :
directeur de l’Académie nationale de musique de Tokyo tout juste fondée. En 1891 une certaine Bertha Benz fait pour la première fois un voyage d’une centaine de
entre la première élève japonaise, Nobu Koda, au Conservatoire de la Société des kilomètres, de Mannheim à Pforzheim, au volant d’un prototype de son mari.
amis de la musique. Depuis son premier concert au Japon, en 1956, sous la direc- Le Baron tzigane de Johann Strauß, représenté pour la première fois en 1885
tion de Paul Hindemith, le Phil­harmonique de Vienne a fait trente-six tournées au au Theater an der Wien, eut une longue genèse. Ce qui devait être au départ un
pays du Soleil levant, où il a interprété la valse Transactionen en 1983 et 1986, et opéra comique situé en Hongrie finit par devenir une opérette dont l’action se
il jouit là-bas d’une immense popularité. La retransmission du Concert du Nouvel déroule entre le banat multiethnique de Timișoara et Vienne. On reconnaît ces
An, depuis 1978, est deve­nue un solide pilier des relations austro-japonaises. C’est deux sphères dès l’ouverture pot-pourri : d’un côté, des contrastes en mineur, des
cependant en différé que la chaîne de télévision NHK diffusa le concert de 1978, syncopes et des sonorités de cymbales, de l’autre, une valse rayonnante qui fait
le 19 mai… En 1984 commencèrent les retransmissions le 1er janvier, mais en chanter les violons : « Nach dem schönen Wien / Zieht mich Herz und Sinn » (« Vers la
mono, et à partir de 1987 le Concert du Nouvel An fut diffusé en direct, en stéréo, belle Vienne / m’attirent le cœur et l’esprit »). C’est qu’il fallait que l’action, située
et aussi à la radio. de manière imprécise au moment de la guerre de Succession d’Autriche, fasse
C’est Josef Hellmesberger II qui avait recommandé Dittrich auprès des Jap- inter­venir un ennemi extérieur afin que soit réalisée la concorde austro-hongroise.
onais. Professeur au Conservatoire, violon solo de l’Orchestre de l’Opéra et du À l’époque de l’opérette cependant, la double monarchie austro-hongroise, fondée
Philharmonique, maître de chapelle de la cour et même, à la suite de Gustav en 1867, présente déjà des fissures.
Mahler, chef d’orchestre des concerts d’abonnement du Philharmonique, Hellmes- Josef Strauß écrivit la polka française La Danseuse en 1867 pour le Neue Welt,
berger avait de multiples fonctions dans la vie musicale viennoise. Durant son un lieu de divertissement comprenant des pavillons de musique qui se trouvait
service militaire, il avait été violon solo de l’orchestre du régiment « Hoch- und dans le quartier chic de Hietzing, non loin du palais de Schönbrunn. Bien que le
Deutschmeister ». Il écrivit son aérienne Ronde des elfes en 1903, dans le cadre de morceau plût au public, il ne s’imposa pas au répertoire, et ce sera en 2019 la
ses activités à l’opéra. première fois qu’on l’aura entendu à un Concert du Nouvel An.
La polka Expreß de Johann Strauß ne laisse rien deviner du contexte guerrier La Vienne de 1867 est encore sous le choc de la défaite infligée par la Prusse
de l’époque, bien qu’elle fût écrite peu après la défaite éclair de l’armée autrichi- l’année précédente. De nombreux bals doivent être annulés. Cependant,
enne face à la Prusse, en 1866. En raison des hostilités, les frères Strauß n’ouvri­ l’association d’artistes Hesperus demande à Johann Strauß de composer une valse
rent la saison viennoise qu’à la fin de l’automne cette année-là. Alors seulement particulièrement élégante, peut-être moins exubérante, pour son bal de la Salle
put être jouée pour la première fois cette polka ostensiblement joyeuse au Diane. Ainsi voit le jour Vie d’artiste, qui est donnée trois jours après la première
Volksgarten. audition du Beau Danube bleu et que Strauß emmène ensuite en été à l’Exposition
universelle de Paris où la monarchie habsbourgeoise, affaiblie militairement, mière audition, il est repris sous le titre Marche des Tcherkesses (population du
trouve une occasion bienvenue de revenir sur la scène internationale. La musique Caucase). Si l’on ne tarde pas à revenir au titre originel, c’est probablement à
de Strauß a du succès dans la capitale française, comme le raconte Henriette, cause de l’inauguration du canal de Suez, en novembre 1869, qui fait sensation
première épouse du compositeur, dans sa correspondance : « Les gens sont tout dans le monde entier.
simplement fous de cette musique viennoise. » La composition de morceaux de ballet était l’une des multiples activités de Josef
Le public viennois est, lui, tellement gâté par cette musique que la première Hellmesberger II. D’après son librettiste Leopold Krenn, « [il] avait la plume très
opérette de Strauß, Indigo et les quarante voleurs, pénalisée par un livret médiocre, facile. Si le directeur Jahn faisait entrer un ballet au répertoire de l’Opéra et un
n’a guère de succès lors de sa première représentation, en février 1871. Malgré intermède s’avérait nécessaire, Hellmesberger était capable de livrer des diver-
tout, la polka La Bayadère, tirée de la coda du ballet et nourrie de motifs des tissements entiers en quelques jours ». Sa Valse-entracte a dû être utilisée plusieurs
deuxième et troisième actes, est superbement accueillie. Elle est donnée en con- fois, autant dans des ballets qu’au concert, comme le montre le fait qu’elle figure
cert pour la première fois en juin, au Volksgarten, par l’Orchestre Strauß avec sous le titre Danse sur les pointes dans une suite de ballet publiée en 1905.
Eduard à la baguette. Au même programme figurent une scène des Huguenots de Avec la polka mazur Louanges des femmes, de Johann Strauß, nous retournons
Meyerbeer et l’Ouverture de Rienzi de Wagner. à l’Exposition universelle de 1867. Pour ses concerts parisiens, Strauß mise sur le
En décembre 1877, le Wiener Zeitung écrit à propos de la première audition de soutien de l’ambassadeur d’Autriche, le prince Metternich, et de sa femme Pau-
la polka française Soirée d’opéra, d’Eduard Strauß : « Johann Strauß venait à peine line. Il a en outre pris contact avec Benjamin Bilse qui avait joué dans l’orchestre
de poser sa baguette qu’apparut Eduard Strauß pour prendre le relais. Ce fut le de son père en 1842 et ensuite dirigé son propre orchestre en Silésie et à Berlin.
signal du bal, la deuxième partie du programme tant attendue. » À ce premier bal Strauß se partage les concerts parisiens avec Bilse et son orchestre, duquel sortira
des musiciens de l’Opéra (antécédent de l’actuel bal de l’Opéra) dans le bâtiment en 1882 le Philharmonique de Berlin, et reprend dans son programme la polka
situé sur le Ring inauguré il y a cent cinquante ans, le public était censé se con­ Louanges des femmes qu’il avait donnée en première audition au carnaval de Vienne.
tenter d’écouter, selon une directive impériale. Mais avec l’arrivée d’Eduard Il y a une certaine logique à ce que la valse de Josef Strauß Musique des sphères
Strauß, on débarrassa la salle pour faire place à la danse et l’Orchestre de l’Opéra conclue le programme officiel du premier Concert du Nouvel An de Christian
fit lui-même place à l’Orchestre Strauß. C’est donc la première fois, au Concert du Thielemann vu les réminiscences de Wagner que l’on entend dans l’introduction.
Nouvel An 2019, qu’était donnée la polka Soirée d’opéra par le Philharmonique de Thielemann est en effet seulement le deuxième chef à avoir dirigé tous les drames
Vienne. wagnériens du répertoire au Festival de Bayreuth. Les mesures d’introduction de
Mais le 1er janvier 1892, c’est bien le Philharmonique, ou plus exactement les la Musique des sphères, lointain souvenir du troisième acte de Tannhäuser, nous
musiciens de l’Orchestre de l’Opéra, qui étaient dans la fosse pour la première rappellent en même temps que l’Orchestre Strauß avait aussi des morceaux de
représentation que dirigeait Johann Strauß de son unique opéra, Le Chevalier Wagner à son répertoire avant même que les ouvrages dont ils étaient tirés ne
Pásmán. Le mauvais accueil fait à l’ouvrage est l’une des plus grandes déceptions soient représentés à l’Opéra de Vienne. Josef Strauß écrivit cette valse pour le bal
de sa vie. Cette fois-ci le public viennois n’est pas uniquement rebuté par la ba- des médecins de 1868. Le titre Musique des sphères y fait référence dans la mesure
nalité du sujet, qui tourne autour d’un baiser défendu sur le front, mais aussi par où l’inventeur de la théorie géocentrique – selon laquelle les astres célestes se-
le fait que l’ouvrage brise les lois des genres traditionnels. Parmi les scènes qui raient disposés en cercles concentriques dans des rapports géométriques remar-
recueillent malgré tout les faveurs des auditeurs figure l’air de valse du deu­xième quables – est le philosophe de l’Antiquité Pythagore, également médecin au sens
acte chanté par Eva, l’épouse du chevalier embrassée à tort. Seulement deux jours large. Si l’on en croit le journal Fremden-Blatt cependant, le public médical de la
après la première de l’opéra, cette Valse d’Eva est donnée à un concert militaire première audition n’entendit dans les accords introductifs ni du Wagner ni des
dans une version du chef d’orchestre Josef Schlar qui assistait Strauß à l’Opéra. astres mais l’au-delà ! L’atmosphère s’éclaircissant rapidement dans la succession
Le compositeur ne sera cependant pas convaincu par l’arrangement. de valses en cinq parties qui suit, on est malgré tout en droit de supposer que tout
Si Le Chevalier Pásmán fit un véritable four, la Csárdás qui en est extraite n’est pas perdu…
Silvia Kargl & Friedemann Pestel­
compte parmi les morceaux de Strauß les plus prisés. Cette danse, qui tire son
nom du mot hongrois csárda, « auberge », a été répandue notamment par les
Roms. Elle a parmi ses antécédents le verbunkos, danse de recrutement pratiquée Recorded by Teldex Studio Berlin Package Design: [ec:ko] communications
au XVIIIe siècle dans les auberges où étaient enrôlés les futurs soldats de l’armée Recording Producers: Friedemann Engelbrecht, Editorial & Translations: texthouse
Arend Prohmann
impériale. Balance Engineers: Tobias Lehmann, René Möller
Publishers: Edition Joseph-Lanner-Gesellschaft
[tr. 1–3/8/11/12/15/17]; Doblinger [tr. 4/5/9/13/14/
Autant l’influence de la musique hongroise sur l’œuvre de Johann Strauß est Assistant Engineer: Wolfgang Schiefermair
16/18]; Cranz [tr. 6/7/10]; Breitkopf & Härtel
Editing: Tobias Lehmann, René Möller,
indéniable, autant le rapport de sa Marche égyptienne avec l’Égypte est imaginaire. Wolfgang Schiefermair
[tr. 20]; Benjamin [tr. 21]
Ce morceau composé à l’été 1869 à Pavlovsk, près de Saint-Pétersbourg, reflète Cover Photo of Christian Thielemann: c 2019 Wiener Philharmoniker,
Harald Hoffmann C Sony Music Entertainment under exclusive license to Sony Music Entertainment
plutôt le goût orientalisant de l’époque. Quelques jours seulement après la pre- Additional Photos: Terry Linke C 2019 Sony Music Entertain­ment
Cover Artwork: fws design & repro GmbH, Berlin
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