Modul 3 Aufgabe 2 ○ Na, auch auf der Party? ● Dumme Frage. Wär’ ich sonst hier?
△ Oh … geht das
schon wieder los? ◼ Was ist denn mit Ihnen? Haben Sie was Ansteckendes? △ Nein, aber wenn Sie
würde halt mal zu einem Spezialisten gehen. △ Na, Sie müssen ja Geld haben. ◻ Na, auch grade nass
meine Rückenschmerzen hätten, hätten Sie sich längst krankschreiben lassen.◼ Ganz sicher nicht, ich
geworden? ▶ Nö, bin mit dem Taxi gekommen. ◀ Halt, Schluss damit! Das ist doch nicht zum
Aushalten! So funktioniert Smalltalk natürlich nicht. Smalltalk ist doch ein besonderer Gesprächstyp!
Es werden zwar nur unbedeutende, allgemeine Themen angesprochen, aber dennoch braucht man ein
bestimmtes Maß an Harmonie, eine positive Einstellung dazu. Schließlich geht es dabei um ein
gegenseitiges „Beschnuppern“, um das Aufnehmen eines Kontaktes zwischen zwei oder mehreren
Menschen. Frau Dr. Witter, Sie sind Linguistin an der Freien Universität Berlin und erforschen seit Jahren
Einladung. ◀ Frau Dr. Witter, was sind Ihre Erfahrungen mit Smalltalk? * Egal, ob im Flugzeug, im
den Smalltalk. Danke, dass Sie heute zu uns ins Studio gekommen sind. * Gerne, danke für die
Wartezimmer beim Arzt, auf einer Party, in Fahrstühlen, auf Empfängen oder einfach in der Kneipe
nebenan – jeder neue Kontakt beginnt mit einem Smalltalk. Und neue Kontakte sind für jeden
bauen wir unser eigenes Netzwerk aus. ◀ Aber bei Weitem nicht alle Menschen lieben diese Art des
Menschen – nicht nur im Geschäftsleben – die Basis für den eigenen Erfolg. Bei jeder Kurzplauderei
Gesprächseinstiegs … * Stimmt. Es ist schon verwunderlich, dass viele Menschen beim Stichwort
„Smalltalk“ die Augen verdrehen. Viele empfinden es nämlich als peinlich, so belanglos und oberflächlich
zu reden. Sie lehnen es ab, ein vermeintlich nichtssagendes Gespräch zu beginnen. Smalltalk ist für sie
einfach leeres Geschwätz. Dabei muss es das gar nicht sein. Es kommt immer auf die Wahl des Themas
und die Geschicklichkeit des Sprechers an. Vielen Menschen fehlt es oft an beidem.
1.12.◀ Aber was, wenn man nun zu den Menschen gehört, die nicht gerade als Redetalent auf die Welt
gekommen sind? Können Sie da ein paar Tipps geben? * Es ist für jeden Anfänger in Sachen Smalltalk
entscheidend, es sich selbst nicht zu schwer zu machen. Wenn Sie z. B. mit dem Anspruch „Ich muss
unbedingt etwas Witziges sagen“ in ein Gespräch gehen, wird es schnell verkrampft. Setzen Sie sich
selbst nicht unter Druck. Sie sollen ja keinen Smalltalk-Preis gewinnen, sondern einfach nur ein lockeres
Gespräch führen. Und noch ein Punkt: Bevor Sie angestrengt versuchen, ein Thema zu finden, reden Sie
einfach über etwas Offensichtliches. Wählen Sie ein naheliegendes Thema, das sich Ihnen sozusagen wie
von selbst anbietet. Je länger Sie überlegen müssen, was das für ein Thema sein könnte, desto weiter
einfällt. ◀ „Das Wetter!“, werden jetzt viele sagen. Das Wetter ist immer ein gutes Thema, oder? * Ja,
gehen Sie weg von einer einfachen Lösung. Am besten reden Sie darüber, was Ihnen ohne Anstrengung
warum nicht über das Wetter reden? Jeder tut es, jeden interessiert es und jeder kann mitreden. Auch
wenn sich viele gerne über das Wetter als Gesprächsthema lustig machen … dieser Tipp ist durchaus
nichts Besseres einfällt. ◀ Aber mit allen, die man trifft, über das Wetter reden? Da muss es doch noch
ernst gemeint. Über das Wetter zu reden, ist eine sichere Nummer – vor allem, wenn einem einfach
mehr Themen geben … * Der beste Anknüpfungspunkt für lockere Gespräche ist natürlich immer Ihr
Gesprächspartner. Sie müssen tatsächlich nicht viel mehr tun, als sich für den anderen zu interessieren,
und schon finden Sie Gesprächsthemen im Überfluss. Fragen Sie z. B. nach der beruflichen Tätigkeit
Ihres Gegenübers, besonders dann, wenn Sie von dem, was der andere tut, wenig oder keine Ahnung
haben. Die meisten Menschen genießen es, wenn sich jemand mal wirklich dafür interessiert, was sie
jeden Tag tun. Dazu gehört übrigens auch das Thema „Hobbys“. Wenn Sie das Hobby Ihres
Gesprächspartners interessiert, dann lassen Sie es sich erklären. Dabei ergibt sich eigentlich immer
ausreichend Gesprächsstoff. Menschen, die eine Leidenschaft haben, lieben es, davon zu sprechen. Und
das kann – wenn wir uns öffnen – wirklich interessant sein! Man soll gar nicht glauben, wie spannend
mit Begeisterung davon berichtet. Probieren Sie es einfach einmal aus. Smalltalk ist nicht schwer. ◀ Ja,
etwas sein kann, von dem man vorher gar nichts wusste; vor allem dann, wenn der Gesprächspartner
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, probieren Sie es aus und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen in
unserem Forum unter [Link]…
Modul 4 Aufgabe 2 Sie hören ein Interview. Dazu sollen Sie zehn Aufgaben lösen. Sie hören dieses
Interview nur einmal. Entscheiden Sie beim Hören, ob die Aussagen 1 bis 10 richtig oder falsch sind.
Lesen Sie jetzt die Aussagen 1 bis 10. Sie haben dazu 60 Sekunden Zeit.
1.13. ○ Kritik – das ist heute unser Thema. Jeder teilt sie aus, jeder muss sie einstecken. Kritik gehört
zum Leben. Je nach Beruf gibt es aber sehr unterschiedliche Formen von Kritik. Wir haben uns umgehört
und Menschen in drei Berufen befragt, wie sie mit Kritik im Beruf umgehen. Hören Sie selbst, was Tanja
Block berichtet. Sie ist Gepäckermittlerin bei einer deutschen Fluggesellschaft. ● Wenn die Koffer am
Flughafen nicht auf dem Gepäckband sind, rasten einzelne Kunden schon mal aus. „Sie haben meinen
Koffer verloren. Was für eine Schlamperei!“, wurde ich schon angebrüllt. Da hat man schnell einen Stein
im Magen. Wir Gepäckermittler müssen für einen Fehler gerade stehen, den andere beim Verladen der
Koffer verursacht haben. ○ Und dann? ● Persönlich darf man diese Beschimpfungen nicht nehmen. Am
Anfang lasse ich die Leute laut schimpfen und höre einfach nur zu. Wenn sie fertig sind, sage ich ihnen,
dass ich sie verstehe und dass ich gerne behilflich sein möchte. Im Normalfall sind die Koffer in ein paar
Stunden wieder da. Wenn Gepäckstücke aber länger auf sich warten lassen, melden sich die Kunden bei
uns in der Telefonzentrale. ○ Gibt es auch besondere Fälle? ● Bei cholerischen Menschen hilft auch
manchmal, wenn ich sie mit meinem Chef verbinde. Der sagt zwar nichts anderes, aber bei Personen in
einer höheren Position sind die Menschen dann viel kooperativer. Verrückt, oder?
sein Job ist es, kritisch seine Meinung zu sagen. Er ist Kabarettist. △ Ich freu’ mich, dass ich auf der
1.14.○ Ganz anders dagegen dürfte es im Leben von Tony Trifft alias Stefan Volkmann zugehen, denn
Bühne so richtig kritisch sein darf. Das erwartet das Publikum auch von mir. Mal mache ich das mit
Humor, manchmal ironisch, manchmal aber auch direkt. Ich darf über die Politiker schimpfen, aber auch
Mitleid? △ Mitleid? Hm, da könnte ich mal drüber nachdenken, aber ehrlich gesagt, habe ich das nicht.
über den Durchschnittsbürger und seine typischen Gewohnheiten. Herrlich! ○ Haben Sie denn gar kein
besonders in der Kritik? △ Unehrlichkeit gegenüber den Bürgern und Personen, die heute die eine und
Und Argumente gibt es ja genug. Die finde ich jeden Tag in der Zeitung. ○ Was steht denn bei Ihnen
morgen die andere Meinung vertreten. Und bei Politikern reizt es mich immer wieder zu zeigen, dass sie
versuchen, uns falsche Entscheidungen als etwas Gutes zu verkaufen.
1.15. ○ Unser drittes Statement kommt von einer jungen Lehrerin, Simone Ritterbusch, die täglich mit
Jugendlichen zu tun hat.◼ Besonders am Anfang war es nicht gerade leicht, meine Rolle als Lehrerin zu
erfüllen. Damals war ich ja zum Teil jünger als einige meiner Schüler hier an der Berufsschule. Und
denen habe ich dann auf einmal gesagt: „Das war okay, aber das musst du anders machen.“ ○ Und wie
reagieren die Schüler? ◼ Erstaunlich finde ich, dass Schüler viel Kritik ertragen können. Sie reagieren
sehr ruhig darauf. Es kommt selten vor, dass sie selbst Kritik am Unterricht üben. Wahrscheinlich, weil
sie Angst haben, dann eine schlechte Note zu bekommen. Nur mit Fragebögen schaffe ich es, sie dazu zu
bringen, mir ihre Verbesserungsvorschläge zu nennen. ○ Und wie kritisieren Sie? ◼ Ich selbst versuche,
meinen Schülern mit Respekt zu begegnen, wenn ich sie kritisiere. Ich finde es furchtbar, wenn man
jemanden vor der gesamten Gruppe blamiert. Darin war mein alter Biolehrer ein Meister! Neulich erst
haben meine Schüler einen meiner Kollegen zitiert. Er sagte: „Was wollt ihr denn Nachrichtensendungen
ansehen? Die könnt ihr doch gar nicht verstehen, da werden schließlich mehr als zwei Sätze zu einem
Thema gesagt.“ Was soll man da noch sagen? Wir Lehrer können den Schülern jedenfalls viel
Selbstvertrauen nehmen. ○ Liebe Hörerinnen und Hörer, wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus? Stecken
Sie Kritik ein oder teilen Sie eher aus? Rufen Sie uns an und erzählen Sie uns …