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Ethik

Das Dokument behandelt die Ethik in der Pflege, definiert zentrale Begriffe wie Ethik, moralisches Handeln und Normen und beschreibt deren Bedeutung für die Pflegepraxis. Es werden ethische Prinzipien wie Autonomie, Schadensvermeidung, Fürsorge und Gerechtigkeit vorgestellt, die als Leitlinien für ethische Entscheidungen dienen. Zudem werden Beispiele für ethische Dilemmata in der Pflege gegeben und der Ablauf der ethischen Urteilsfindung erläutert.

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Ethik

Das Dokument behandelt die Ethik in der Pflege, definiert zentrale Begriffe wie Ethik, moralisches Handeln und Normen und beschreibt deren Bedeutung für die Pflegepraxis. Es werden ethische Prinzipien wie Autonomie, Schadensvermeidung, Fürsorge und Gerechtigkeit vorgestellt, die als Leitlinien für ethische Entscheidungen dienen. Zudem werden Beispiele für ethische Dilemmata in der Pflege gegeben und der Ablauf der ethischen Urteilsfindung erläutert.

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ETHIK

INHALTSVERZEICHNIS

 Was ist Ethik?

 Warum ist Ethik wichtig für die Pflege?

 Weitere wichtige Begriffe

 Ethische Prinzipien in der Pflege

 Ablauf für ethische Entscheidungen (ethisches Handeln)


DEFINITIONEN - ETHIK

Ethik
 Lehre vom guten Leben und rechten Handeln.

 Sie beschäftigt sich mit der Rechtfertigung von Lebensentwürfen und Handlungsweisen.

 Sie liefert wissenschaftliche Theorieaussagen, die Hinweise zum rechten Handeln geben.
PFLEGEETHIK

 Stellt Pflegenden Wissen zur Verfügung, damit sie „nicht aus dem Bauch heraus“, sondern anhand
von fundierten Kenntnissen handeln können.
 Es geht um „gute“ Vorgehensweisen. Also um das „Gute“ in der Pflege.

 Hiermit ist ein Gütemaß gemeint, das sich aus den Bedürfnissen eines zu pflegenden Menschen
sowie aus den berufsethischen Regeln und gesetzlichen Bestimmungen ergibt.
 Sie liefert Entscheidungskriterien, damit der Einzelne so entscheiden kann, dass sein Handeln nach
einem „Gut“ ausgerichtet ist.
 Sie kann eine Art Richtlinie für gutes Handeln bieten.
PFLEGEETHIK-BEISPIELE

Praxis
 Ethische Fragen nach moralisch einwandfreiem Pflegeverhalten

 Entscheidungsfindung in Konflikt-/Dilemmasituationen

 Ethisch reflexive Betrachtung der Pflegepraxis

 Begründung pflegerischen Handelns

 Erwartungen der Gesellschaft an die Pflege versus persönliche Vorstellungen von der Pflege

 Umstände der Praxis kritisieren


DEFINITIONEN – ETHISCHES HANDELN

 Ethisches Handeln

 Verhalten: Beschreibt ein gewohnheitsmäßiges Reagieren in einer bestimmten Situation

 Handeln: Bewusstes Tun, das ein Durch- und Überdenken der Situation erfordert.
DEFINITIONEN-WERTE

 Ethische Zielvorstellungen und Grundüberzeugungen, die Einzelne oder Gruppen für erstrebenswert
halten, z. B. Toleranz, Freiheit oder Ehrlichkeit.
 Wertebezogenen Aussagesysteme einer Gruppe sind z. B. ein Berufskodex oder eine Berufsordnung.

 Internet-Video: youtube „Ethik in der Pflegepraxis von Caritas MS“ (Link: Was ist Ethik in der
Pflegepraxis? – Ein Erklärvideo - YouTube)
DEFINITIONEN MORAL

 Summe der Normen und Werte,

 die für die einzelnen Mitglieder einer Gemeinschaft oder einer Gruppe von Menschen als verbindlich gelten.

 Ein Verhalten gilt als moralisch, wenn es dem Anspruch der Gruppennorm entspricht.
DEFINITION NORMEN

 lat. Norma=Maßstab, Regel, Richtschnur

 Regeln des menschlichen Verhaltens, die aus Gesetzen oder aus Werten abgeleitet sind.

 Damit gehen bestimmte Erwartungen oder auch Anforderungen einher.

 Normativ bedeutet, ein bestimmtes Verhalten wird eingefordert oder erwartet, z.B. „Sei pünktlich!“ oder „Sei
ehrlich!“
BEISPIELE FÜR NORMEN IN DER PFLEGE

Menschenrechte
 Artikel 1 des Grundgesetzes

 Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller
staatlichen Gewalt.
BEISPIELE FÜR NORMEN IN DER PFLEGE

Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen = Patientencharta


 1. Recht auf Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe
 2. Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit
 3. Recht auf Privatheit
 4. Recht auf Pflege, Betreuung und Behandlung
 5. Recht auf Information, Beratung und Aufklärung
 6. Recht auf Kommunikation, Wertschätzung und Teilhabe an der Gesellschaft
 7. Recht gemäß der eigenen Religion, Kultur und Weltanschauung zu leben
 8. Recht auf palliative Begleitung und Sterben in Würde.
BEISPIELE FÜR NORMEN IN DER PFLEGE

Rechte schwerstkranker und sterbender Menschen


 1. Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen

 2. Recht auf umfassende, den individuellen Bedürfnissen entsprechende Betreuung und Begleitung

 3. Recht auf angemessene, qualifizierte, bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung

 4. Recht auf Behandlung und Betreuung nach dem allgemein anerkannten Stand der Erkenntnisse

 5. Recht auf Berücksichtigung etablierter und anerkannter internationaler Empfehlungen und


Standards in der Palliativversorgung
BEISPIELE FÜR NORMEN IN DER PFLEGE

ICN-Ethikkodex
AUFGABEN ZU NORMEN

 Beschäftigen Sie sich mit den Normen (Artikel 1 GG, Patientencharta und ICN-Kodex)!

 An welche Gruppe von Menschen/Organisationen sind die drei Normen jeweils gerichtet?

 Von wem wurden die Normen entwickelt?

 Wie unterscheiden sie sich deshalb in ihrer Verbindlichkeit?

 Worin sehen Sie Gemeinsamkeiten!


DEFINITION- ETHISCHES DILEMMA

 Eine Situation, die mehrere Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die jeweils zu einem
unerwünschten Resultat führen.
ETHISCHES DILEMMA-FALLBEISPIEL

 Herr T. wird nachts betrunken in die Notaufnahme gebracht. Er hat eine grö0ere Wunde am Kopf,
die genäht werden muss, sowie erhebliche Gleichgewichtsstörungen, die eine Sturz- und
Verletzungsgefahr bedeuten. Herr T. will sich nicht behandeln lassen, er möchte nach Hause und
droht sogar mit Gewalt. Nur eine intensive 1:1-Betreuung kann Herrn T. daran hindern, einfach
fortzulaufen. Er wird von einer Notfallfachpflegeperson betreut, die für fünf weitere Patienten
zuständig ist, u. a. ein Patient mit V. a. Myokardinfarkt, der dringend weitere diagnostische und
therapeutische Maßnahmen benötigt. Die Pflegefachperson hat aber aufgrund der intensiven
Bereuung von Herrn t. nicht die Zeit, die anderen Patienten adäquat zu betreuen.
WARUM IST ETHIK WICHTIG
FÜR DIE PFLEGE?
MÖGLICHE ANTWORTEN

 Pflegefachpersonen sind mit Situationen konfrontiert, in denen sie ethische Entscheidungen treffen
müssen, sowohl gegenüber dem einzelnen Menschen mit Pflegebedarf als auch bei
Fragestellungen, die die Organisation betreffen
 Sie geraten in ethische Dilemmata.

 Ethik kann helfen Entscheidungen zu treffen.

 Kenntnisse in der Ethik können Bewusstsein für ethische Fragestellungen schaffen.

 Kenntnisse können helfen das Richtige zu tun.


ETHISCHE PRINZIPIEN IN DER PFLEGE
ETHISCHE PRINZIPIEN

 Sie wurden von Tom L. Beauchamp und James F. Childress aufgestellt und haben sich weltweit zum
Standardmodell entwickelt.
 Das Einführungsvideo zum Thema "Ethik in der Pflege„ vom Ernst-Reinhardt-Verlag
ETHISCHE PRINZIPIEN

Selbstbestimmung=Autonomieprinzip
 Resultiert aus der Anerkennung des Respekts vor dem Patienten.

 Beinhaltet die Beachtung der Autonomie des Patienten.

Pflegende respektieren die Autonomie des zu pflegenden Menschen.


Schadensvermeidung=Prinzip des Nicht-Schadens
Pflegende sollen ihre Pflege nach neuestem Wissen ausführen.
Sie sollen dabei physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Schäden von dem zu pflegenden
Menschen abwenden.
Pflegende fügen dem Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf keinen Schaden zu.
ETHISCHE PRINZIPIEN

Fürsorge
 Das individuelle Wohlergehen (Wohlfühlen) soll gefördert werden.

 Dazu soll die aktuell erlebten und empfundenen Lebenswirklichkeit des Menschen mit Pflegebedarf
ermittelt werden.
 Diese Erkenntnisse sollen in einen biografischen Zusammenhang der betroffenen Person gesetzt
werden.
 Die gewonnenen Einblicke dienen dann als Grundlage der Handlungsentscheidung.

Pflegende handeln zum Wohle des Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf.
ETHISCHE PRINZIPIEN

Gerechtigkeit
 Beinhaltet eine gerechte Verteilung der Ressourcen im pflegerischen Alltag.

 Innerhalb der organisatorischen Möglichkeiten soll der einzelne Mensch in seiner Individualität
wahrgenommen werden
Pflegende behandeln alle Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf gleich, unabhängig von Herkunft,
Religiosität, Geschlecht, Alter oder Bildung und sozialem Status.
ETHISCHES DILEMMA-FALLBEISPIEL

 Herr T. wird nachts betrunken in die Notaufnahme gebracht. Er hat eine grö0ere Wunde am Kopf,
die genäht werden muss, sowie erhebliche Gleichgewichtsstörungen, die eine Sturz- und
Verletzungsgefahr bedeuten. Herr T. will sich nicht behandeln lassen, er möchte nach Hause und
droht sogar mit Gewalt. Nur eine intensive 1:1-Betreuung kann Herrn T. daran hindern, einfach
fortzulaufen. Er wird von einer Notfallfachpflegeperson betreut, die für fünf weitere Patienten
zuständig ist, u. a. ein Patient mit V. a. Myokardinfarkt, der dringend weitere diagnostische und
therapeutische Maßnahmen benötigt. Die Pflegefachperson hat aber aufgrund der intensiven
Bereuung von Herrn t. nicht die Zeit, die anderen Patienten adäquat zu betreuen.
BEWERTEN SIE DAS FALLBEISPIEL MIT DEN VIER ETHISCHEN PRINZIPIEN
IN DER PFLEGE!
WELCHER ASPEKT DES JEWEILIGEN PRINZIPS IST BETROFFEN?

WELCHE FRAGEN MÜSSEN JEWEILS GESTELLT WERDEN?


BEWERTUNG DES FALLBEISPIELS MIT ETHISCHEN PRINZIPIEN

 Autonomieprinzip/Prinzip der Selbstbestimmung

 Jeder Person steht es zu, sich frei für oder gegen eine medizinische Behandlung zu entscheiden. Herr
T. Will sich nicht behandeln lassen. Sollte der Arzt Herrn T. gehen lassen – trotz der Sturz- und
Verletzungsgefahr. Wie viel Gewicht hat der Wille von Herrn T., wo dieser schwer betrunken ist? Ist er
noch urteilsfähig? Oder soll er besser gegen seinen Willen in der Notaufnahme gehalten werden?
BEWERTUNG DES FALLBEISPIELS MIT ETHISCHEN PRINZIPIEN

Gerechtigkeitsprinzip
 Es fordert eine faire Verteilung von Gesundheitsleistungen.

 Ist es gerecht, für eine Person, die sich selbst in diesen Zustand gebracht hat und eine Behandlung
vehement ablehnt, die notwendige Betreuung von fünf anderen zu vernachlässigen? Verletzt das
nicht das Gerechtigkeitsprinzip?
BEWERTUNG DES FALLBEISPIELS MIT ETHISCHEN PRINZIPIEN

Fürsorgepflicht/Schadensvermeidung
 Arzt und Pflegeperson sind nach dem Fürsorgeprinzip verpflichtet, aktiv das Wohl des Patienten zu
fördern und ihm damit zu nützen. Schadet man Herrn T., wenn der Arzt seine Kopfverletzung gegen
seinen Willen näht?
FALLBEISPIEL

 Frau G. 86 Jahre alt und verwitwet, wurde vor zwei Wochen stationär aufgenommen. Sie ist geistig
orientiert, hat aber durch eine Gelenkerkrankung stark ausgeprägte Kontrakturen in allen großen
Gelenken. Schmerzen begleiten ihr Leben. Die tägliche Mobilisation vom Bett in den Stuhl stellt für
die Patientin eine starke Belastung dar. Plötzlich sagt sie gegenüber einer Pflegenden: “Ich will das
nicht mehr – immer diese Schmerzen – lassen Sie mich doch bitte im Bett liegen!“
AUFGABEN ZU FALLBEISPIEL FRAU G.

 Welches ist das ethische Dilemma?

 Bewerten Sie das Fallbeispiel mit den vier ethischen Prinzipien in der Pflege!
Welcher Aspekt des jeweiligen Prinzips ist betroffen?
Welche Fragen müssen jeweils gestellt werden?
ETHISCHE URTEILSFINDUNG
ETHISCHE URTEILSFINDUNG

Wahrnehmen einer gegebenen Situation


 Erfordert Wachheit

 Was ist das ethische Problem?

 Stelle des ethischen Problems erkennen und aufschreiben!


ETHISCHE URTEILSFINDUNG

Analyse der Situation


 Erfordert Durch- und Überdenken der Situation

 Beide Sichtweisen darstellen: Pflege und Sichtweise Pflegebedürftiger


ETHISCHE URTEILSFINDUNG

Moralische und ethische Bewertung


 Erfordert die Analyse bestehender Werte und Normen (Patientencharta, ICN-Codex, Prinzipien
ethischer Entscheidungen)
 Anhand von Gesetzen, Pflegecharta, ICN-Kodex, Prinzipien ethischer Entscheidungen Lage beurteilen
ETHISCHE URTEILSFINDUNG

Ermittlung von Handlungsoptionen


 Erfordert die Kenntnis der vorhandenen Möglichkeiten zum Handeln

 Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?


ETHISCHE URTEILSFINDUNG

Auswahl der bestmöglichen Handlungsoptionen


 Erfordert Abwägung und Entscheidung

 Wie entscheide ich mich weshalb für die eine Handlungsmöglichkeit?


LITERATURANGABEN

 Pflege heute 8. Auflage 49. Kapitel

 Aufbauwissen Pflege Berufliches Selbstverständnis 4. Kapitel

 Video: Ethik in der Pflegepraxis von Caritas

 Video: Ethik in der Pflege (Ernst-Reinhardt Verlag)

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