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Vorhoftumoren in Der Kardialen MRT: Section

Das Dokument behandelt die Rolle der Magnetresonanztomografie (MRT) in der Diagnostik von Vorhoftumoren des Herzens, die in der Regel selten sind und überwiegend benignen Ursprungs sind. Es werden verschiedene Arten von Vorhoftumoren, wie Myxome und Lipome, sowie deren charakteristische Merkmale in der MRT beschrieben. Zudem wird auf die Notwendigkeit eingegangen, diese Tumoren von anderen kardialen Raumforderungen, wie Thromben, zu unterscheiden.

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Vorhoftumoren in Der Kardialen MRT: Section

Das Dokument behandelt die Rolle der Magnetresonanztomografie (MRT) in der Diagnostik von Vorhoftumoren des Herzens, die in der Regel selten sind und überwiegend benignen Ursprungs sind. Es werden verschiedene Arten von Vorhoftumoren, wie Myxome und Lipome, sowie deren charakteristische Merkmale in der MRT beschrieben. Zudem wird auf die Notwendigkeit eingegangen, diese Tumoren von anderen kardialen Raumforderungen, wie Thromben, zu unterscheiden.

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1038 Übersicht

Vorhoftumoren in der kardialen MRT


Atrial Tumors in Cardiac MRI

Section

Autoren N. Kraemer1, J. C. Balzer2, F. Schoth1, M. Neizel2, H. Kuehl2, R. W. Günther1, G. Krombach1

1
Institute Klinik für Radiologische Diagnostik, Universitätsklinikum RWTH Aachen
2
Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Universitätsklinikum RWTH Aachen

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Key words Zusammenfassung Abstract

▶ heart
! !

▶ MR imaging
In der Differenzialdiagnostik kardialer Raum- Cardiac magnetic resonance imaging (MRI) is an

▶ atrium
forderungen spielt die Magnetresonanztomogra- important tool for the diagnosis of cardiac mas-

▶ myxoma


▶ tipoma fie (MRT) neben der Echokardiografie eine ses. Various cardiac tumors are predisposed to

▶ tumor bedeutende Rolle. Verschiedene kardiale Tumo- occurring in atrial structures. The aim of this re-
ren zeigen ein gehäuftes Auftreten in den Vorhö- view article is the description of atrial tumors
fen. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist die Beschrei- and their morphological features in MRI. In gen-
bung dieser verschiedenen Vorhoftumoren, ihrer eral, cardiac tumors are rare: approximately
Eigenschaften und Klinik sowie ihrer kernspinto- 0.001 – 0.03% in autopsy studies. About 75% of
mografischen Morphologie. Allgemein sind Herz- them are benign. The most common cardiac tu-
tumoren mit einer Prävalenz von ca. 0,001 – mor is the myxoma. They are predisposed to oc-
0,03% in Autopsiestudien eine sehr seltene Er- cur in the atria and show a characteristically
krankung und mit ca. 75% überwiegend benigner strong hyperintense signal on T 2-wieghted ima-
Natur. Das Myxom ist der häufigste Herztumor, ges in MRI. In other sequences a heterogeneous
der die Vorhöfe bevorzugt. Charakteristisch ist pattern reflects its variable histological appear-
eine starke T 2-Hyperintensität bei ansonsten in- ance. Lipomas exhibit a signal behavior identical
homogenem, teils hyper-, teils hypointensem Sig- to fatty tissue with a typical passive movement
nalverhalten, das mit dem uneinheitlichen histo- in cine imaging. Fibroelastomas are the most
logischen Erscheinen korreliert. Lipome liegen common tumors of the cardiac valves. Consisting
subendokardial und zeigen ein fettisointenses Si- of avascular fibrous tissue, they often present
gnalverhalten, das sich durch Fettsuppressions- with hypointense signal intensities. Thrombi at-
techniken minimieren lässt. Fibroelastome sind tached to their surface can cause severe emboli
die häufigsten Tumoren der Herzklappen und be- even in small tumors. Amongst primary cardiac
eingereicht 11.5.2009 stehen aus avaskulärem Bindegewebe, das sich malignancies, sarcomas are most common and
akzeptiert 31.8.2009 relativ signalarm darstellt. Auf ihrer faserigen favor the atria. Secondary malignancies of the
Oberfläche lagern sich leicht Thromben auf, so- heart are far more common than primary ones
Bibliografie
DOI 10.1055/s-0028-1109819 dass auch sehr kleine Tumoren früh durch Embo- (20 – 40 times). In case of known malignancies,
Online-Publikation: 14.10.2009 lien symptomatisch werden können. Bei den sel- approximately 10% of patients develop cardiac
Fortschr Röntgenstr 2009; 181: teneren malignen Tumoren überwiegen Sarkome, metastasis at the end of their disease. Lympho-
1038 – 1049 © Georg Thieme wobei vor allem Angiosarkome und Rhabdomyo- genic metastases favor the pericardium, while
Verlag KG Stuttgart ∙ New York ∙ sarkome kardial am häufigsten auftreten und hematogenic spread prefers the myocardium.
ISSN 1438-9029
eine Präferenz für die Vorhöfe aufweisen. Sekun- Since they are not real atrial tumors, thrombi
Korrespondenzadresse däre Malignome des Herzens sind ca. 20- bis 40- and anatomical structures of the atria have to
Dr. Nils Kraemer fach häufiger als primäre und treten bei einer be differentiated from other pathologies.
Klinik für Radiologische bestehenden Malignomerkrankung in ca. 10%
Diagnostik, Universitäts- der Fälle im späten Krankheitsverlauf auf. Lym-
klinikum RWTH Aachen
phogene Metastasen bevorzugen das Perikard,
Pauwelsstraße 30
52057 Aachen
die hämatogene Metastasierung befällt vor allem
Tel.: ++ 49/2 41/8 08 83 32 das Myokard. Von den eigentlichen Vorhoftumo-
Fax: ++ 49/2 41/8 08 24 11 ren müssen zudem auch Thromben oder anato-
kraemer@[Link] mische Normvarianten unterschieden werden.

Kraemer N et al. Vorhoftumoren in der… Fortschr Röntgenstr 2009; 181: 1038 – 1049
Übersicht 1039

Einleitung ebenen. Durch ein größeres Sichtfeld ist es gegenüber der


! Echokardiografie möglich, das gesamte Herz mit den umlie-
Herzeigene Tumoren stellen mit einer Prävalenz von lediglich genden Strukturen wie Mediastinum und Lunge darzustellen.
1 – 5 Fällen unter 10000 nicht selektierten Patienten eine selte- Zudem ermöglichen unterschiedliche MR-Sequenzen eine ge-
ne Erkrankung dar [1 – 3]. Dabei machen die benignen Tumoren naue Charakterisierung der Raumforderungen [16]. Dies stellt
mit ungefähr 75% gegenüber den malignen die Mehrheit unter neben der diagnostischen Komponente auch einen wichtigen
den primären Raumforderungen am Herzen aus [3]. Sekundäre Beitrag in der Planung therapeutischer Optionen bis hin zur
Tumoren wie Metastasen oder das Herz infiltrierende maligne chirurgischen Resektion dar. Limitierend in der MRT-Untersu-
Prozesse anderer Organe stellen eine weitere Gruppe der kar- chung ist die Notwendigkeit, die Bilderzeugung mit dem Herz-
dialen Tumoren dar, sie werden mit einer 40- bis 100-fach hö- schlag mittels Elektrokardiogramm (EKG) abzustimmen. Ar-
heren Prävalenz angegeben [1, 3, 4]. Intrakavitäre Thromben rhythmien oder Tachykardien können somit die Untersuchung
zählen im eigentlichen Sinne nicht zu Tumoren, kommen jedoch einschränken. Darüber hinaus hat die MRT Schwächen in der
stets als wichtige Differenzialdiagnose in Betracht und machen zuverlässigen Darstellung von Verkalkungen, die in der Beur-
dabei den größten Anteil an Raumforderungen des Herzens aus. teilung kardialer Raumforderungen diagnostisch wertvoll sein
Am postnatalen Herzen stehen die Vorhöfe aufgrund ihrer un- können [9].
tergeordneten hämodynamischen Funktion aus klinischer Sicht Die Unterscheidung von kardialen Raumforderungen kann je-

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zumeist nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Auf die Orga- doch auch erfahrene Radiologen vor Schwierigkeiten stellen.
nogenese des Herzens üben sie jedoch durch Aus- und Rück- Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die Charakteristika der be-
bildung verschiedener Septen und Foramina entscheidenden vorzugt in den Vorhöfen auftretenden Herztumoren zu erläu-
Einfluss aus [5]. Zudem zeigen viele benigne als auch maligne tern sowie ihr Aussehen in der kardialen MRT zu beschreiben.
Herztumoren eine vermehrte Präferenz für die Vorhöfe [6 – 9].
Studien, die die Prävalenz von Vorhoftumoren untersuchten,
liegen bislang jedoch nicht vor. MRT-Untersuchungstechnik
Die herausragende Rolle in der bildgebenden Diagnostik des !
Herzens kommt der kostengünstigen und breit verfügbaren Wie auch an anderen Organen folgt die kernspintomografische
Echokardiografie zu. Mit ihr lassen sich Veränderungen der Untersuchung des Herzens einem der jeweiligen Fragestellung
Herzdynamik sowie der Strömungsverhältnisse zumeist sicher angepassten Untersuchungsprotokoll (● ▶ Tab. 1). Dabei sollten

beurteilen. Insbesondere die transösophageale Echokardiografie sich die Untersuchungen an Leitlinien, wie beispielsweise de-
erlaubt zumeist eine gute Beurteilung der Vorhöfe. Der Habitus nen der Deutschen Röntgengesellschaft bzw. der Bundesärzte-
des Patienten, ein ausgeprägtes Lungenemphysem, anatomische kammer [17], der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie [18]
Besonderheiten oder auch die Erfahrung des Untersuchers be- oder der Society for Cardiovascular Magnetic Resonance [19]
einflussen die Untersuchungsqualität zum Teil deutlich. Für orientieren.
eine zweifelsfreie Differenzierung der kardialen Tumoren kann Zunächst empfiehlt sich, die jeweilige Raumforderung in mehre-
jedoch weiterführende Diagnostik erforderlich sein. ren Schnittebenen anatomisch abzubilden. Hierfür bieten Cine-Se-
In diesem Zusammenhang haben in den vergangenen Jahren quenzen, wie balanced steady state in free precession (bSSFP)-
radiologische Schnittbildverfahren wie die Mehrschicht-Com- Sequenzen (Philips: balanced FFE; Siemens: trueFISP; General
putertomografie [10] und vor allem auch die Kernspintomo- Electric: FIESTA) eine gute Möglichkeit. Dabei sollten zumindest
grafie (MRT) [11 – 15] zunehmend an Einfluss gewonnen. Die Bilder entlang der kurzen Herzachse sowie in mindestens einem
Fortschritte in der MRT erlauben inzwischen eine zeitlich und Schnitt entlang der langen Achse, vorzugsweise im 4-Kammer-
räumlich hochaufgelöste Darstellung in verschiedenen Raum- blick, durchgeführt werden. Hieran lassen sich weitere Schnitt-

Tab. 1 Übersicht der MRT-Sequenzen für die Diagnostik atrialer Tumore.

Puls-Sequenz Ziel Orientierung, technische Besonderheiten etc.


Cine-Sequenzen (z. B. bSSFP) – anatomische Abbildung des Herzens und des – entlang der kurzen und langen Herzachse
Tumors – bei großen Tumoren axial
– Beurteilung der Tumorbeweglichkeit – in Atemanhaltetechnik
T2-gewichtete TSE-Sequenzen mit – anatomische Abbildung – adaptiert an die Raumforderung
Suppression des Blutsignals – Gewebecharakterisierung – EKG-getriggert in Atemanhalte- oder Navigator-
technik
– mit und ohne Fettsuppression, wichtig für
lipomatöse Tumoren
T1w-TSE- oder Gradientenechosequenzen – Abgrenzung des Tumors – adaptiert an die Raumforderung
nach Kontrastmittel(KM)-Gabe – Darstellung von Nekrosen und Einblutungen – EKG-getriggert in Atemanhalte- oder Navigator-
– Invasivität technik
– Unterscheidung zu Thromben – mit oder ohne Fettsuppression
Kontrastmittel-Perfusionssequenzen – Beurteilung der Tumorperfusion, – adaptiert an die Raumforderung
– wichtig bei Malignomen, insbesondere – mindestens eine Schicht pro Herzschlag
Angiosarkomen – während der intravenösen Applikation von KM
KM-Spätanreicherungssequenzen (T1w-IR- – Ausmaß der Tumorinvasion in gesundes – adaptiert an die Raumforderung und entlang der
Gradientenechosequenzen) Myokard und angrenzendes Gewebe kurzen Achse über das gesamte Herz
– äquivalentes Vorgehen wie beim Ischämienachweis

Kraemer N et al. Vorhoftumoren in der… Fortschr Röntgenstr 2009; 181: 1038 – 1049
1040 Übersicht

ebenen, gezielt auf den Tumor, planen. Diese Sequenzen werden der linken Herzkammer finden sie sich nur sehr selten. Myxo-
mittels Atemanhaltetechnik sowie mithilfe von EKG-Triggerung me entstehen aus kardialen mesenchymalen Vorläuferzellen,
erstellt. Der Vorteil der Cine-Bildgebung liegt neben der guten die in der Embryonalentwicklung an der Aus- und Rückbil-
anatomischen Beurteilung des Tumors auch in der Darstellung dung der kardialen, insbesondere der atrialen Septen beteiligt
seines Bewegungsverhaltens. Große Raumforderungen sollten sind. Diese residuellen Zellen finden sich insbesondere in der
dabei vorzugsweise in streng axialer Orientierung abgebildet Fossa ovalis, dem Ort, an dem sich während der Embryonal-
werden [20]. Hierzu lassen sich auch 3-D-Gradientenechose- entwicklung ein Loch im Septum primum gebildet hat [21].
quenzen mit Atemtriggerung (z. B. mittels Navigator-Technik) Sie ist die häufigste Prädilektionsstelle dieser Tumoren [10].
verwenden, die eine spätere Reformation in weiteren Ebenen er- In seltenen Fällen ist ein multilokuläres Auftreten beschrieben
möglichen. Turbospinechosequenzen in T 1- und T 2-Wichtungen worden [7]. Es besteht eine Geschlechtswendigkeit zugunsten
mit und ohne Fettsuppression ermöglichen eine weitere Charak- des weiblichen Geschlechts (3:1) mit einer Häufung im Alter
terisierung der Raumforderung. Hierbei ist ebenfalls eine EKG- zwischen 30 und 60 Jahren [22]. Die meisten Myxome treten
Triggerung essenziell. Für die notwendige Atemruhephase wäh- sporadisch auf, ein kleiner Anteil ist jedoch genetisch bedingt
rend der Signalakquisition können sowohl Atemanhaltetechnik (Carney-Syndorm) [6]. Hierbei treten Myxome neben weiteren
sowie Atemtriggerung mittels „Atemgurt“ oder Navigatortechnik extrakardialen Tumoren oft multizentrisch auf.
verwendet werden. Die zusätzliche Applikation eines Vorpulses Man unterscheidet zwischen 2 Arten der Myxome: einen poly-

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bietet zudem die Möglichkeit, das Blutsignal zu unterdrücken. pösen, rundlichen Typ mit glatter, leicht gelappter Oberfläche,
Diese sogenannten Schwarzblutsequenzen ermöglichen zumeist der zumeist mit einem Stiel an der Herzwand befestigt ist.
eine bessere Differenzierung der Strukturen. Jedoch ist eine sol- Diese Tumorart ist kompakt und je nach Länge des Stiels un-
che Unterdrückung an Blut-Gewebe-Grenzflächen nicht immer terschiedlich stark beweglich. Die zweite Myxomform ist das
vollständig, was zusätzliche Interpretationsschwierigkeiten berei- seltener auftretende villös-papilläre. Dessen Oberfläche trägt
ten kann. Die Beurteilung vaskulärer Strukturen lässt sich zu- feine Zotten, sodass sich hier gehäuft thrombotisches Material
meist in Weißblutsequenzen – Sequenzen, die das Blut hyperin- auflagert. Durch seine zellärmere Struktur neigt es eher dazu,
tens darstellen – besser vornehmen. zu fragmentieren [23].
Schnelle T 1-gewichtete Gradientenechosequenzen, zum Bei- In vielen Fällen treten Myxome als Zufallsbefunde auf. Zu den
spiel bSSFP-Sequenzen, während intravenöser Applikation von charakteristischen Symptomen zählt die Trias aus kardialer
gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln können die Perfusionsver- Obstruktion mit den Zeichen einer Herzinsuffizienz, embo-
hältnisse im Herzen darstellen. Dabei sollte mindestens eine lischen Verschlüssen und allgemeinen unspezifischen Sympto-
Schicht pro R-R-Intervall abgebildet werden. Dieser Untersu- me, wie Abgeschlagenheit oder Gewichtsverlust [24, 25]. Diese
chungsteil kann insofern von Bedeutung sein, als maligne werden durch eine myxomeigene Produktion verschiedener
Raumforderungen, insbesondere Angiosarkome, zumeist eine Botenstoffen, wie Interleukine, Endothelin oder Tumornekrose-
direkte Versorgung aus den Koronarien aufweisen und somit faktor α ausgelöst [24, 26]. Zur kardialen Obstruktion kann es
sehr früh stark Kontrastmittel anreichern. zum einen durch verdrängendes Tumorwachstum als auch
Nach intravenöser Gabe von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln durch Verlegung des Blutflusses durch die starke Tumorbeweg-
kann das Anreicherungsverhalten auf T 1-gewichteten Messungen lichkeit kommen. Die Angaben über das Auftreten von my-
beurteilt werden. Hierzu lassen sich T 1-gewichtete TSE-Sequen- xombedingten Embolien schwanken stark (6 – 43%) [27, 28].
zen mit und ohne Fettsuppression sowie Inversion-Recovery(IR)- Ausgelöst werden diese Verschlüsse durch verschwemmtes Tu-
Gradientenechosequenzen nutzen, wie sie zur Darstellung der mormaterial [29] oder durch auf der Myxomoberfläche ent-
Kontrastmittelspätanreicherung verwendet werden. Insbesondere standene Thromben. Auch wenn Myxome primär benigner Na-
bei malignen Raumforderungen ermöglichen diese IR-Sequenzen, tur sind, wachsen sie rasch. In wenigen Fällen ist außerdem
das Ausmaß der Myokardinfiltration abzuschätzen, da sich der eine maligne Transformation beschrieben [7, 30, 31]. Zudem
gesunde Herzmuskel hypointens darstellt. gibt es Fallberichte über eine „Myxommetastasierung“ von ver-
sprengtem Tumorgewebe [25, 31].
Die endokrine Aktivität der Myxome sorgt über die Produktion
Benigne Tumoren von vasoendothelialen Wachstumsfaktoren [26] für eine starke
! Durchblutung. Spontane Einblutungen mit verkalkenden Nekro-
Die überwiegende Mehrheit der tumorösen Raumforderungen sen sind daher häufig. Neben zellulären Bestandteilen enthalten
am Herzen ist benigner Natur [3]. Dennoch ist eine frühzeitige Myxome einen großen, namensgebenden Anteil an extrazellulä-
Diagnosesicherung relevant, da eine rechtzeitige medikamen- rer myxoider Matrix. Diese lagert stark Wasser ein und sorgt für
töse oder chirurgische Therapie die Prognose verbessern kann. die charakteristische Hyperintensität in T 2-Wichtungen. Dies ist
Symptomatisch werden Vorhoftumoren vor allem durch un- das einheitliche kernspintomografische Diagnosekriterium der
spezifische Herzgeräusche, Obstruktionen der Atrioventrikular- Myxome (● ▶ Abb. 1). In T 1-Wichtungen stellen sie sich hypoin-

klappen oder Störungen im kardialen Reizleitungssystem. tens zum Myokard dar. Im Übrigen korreliert das inhomogene
histopathologische Bild mit einem uneinheitlichen radiologi-
schen Muster (● ▶ Abb. 1). Die Beurteilung der Tumorbeweglich-

Myxome keit ist ebenfalls von diagnostischer Relevanz und lässt sich mit-
! tels Cine-SSFP-Sequenzen entlang der langen und kurzen
Die häufigsten atrialen Raumforderungen sind mit ca. 25 % My- Herzachsen abbilden (● ▶ Abb. 1). Dabei ist vor allem die Verle-

xome [7]. Diese treten bevorzugt, in ca. 75% der Fälle, im lin- gung der Mitral- oder Trikuspidalklappe und damit eine Behin-
ken Vorhof auf. Weitere Prädilektionsstellen sind der rechte derung des Blutflusses von Interesse. Bei Myxom-Lokalisation
Vorhof (ca. 15 bis 20 %) sowie der rechte Ventrikel (ca. 5%). In am atrialen Septum kann dies im 4-Kammerblick beurteil wer-

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Übersicht 1041

Abb. 1 Als einheitliches MRT-Kriterium zeigen My-


xome (Pfeile) aufgrund des hohen Wasseranteils der
namensgebenden myxoiden Matrix eine deutliche
Hyperintensität auf T 2-gewichteten Bildern. a Auf
der fettsupprimierten T 2-gewichteten Inversionsse-
quenz (STIR) zeigt sich ausgehend von der Fossa
ovalis ein gestieltes Myxom. Dieser Stiel (Pfeilspitze)
verleiht Myxomen eine teils erhebliche Beweglich-
keit, die sich in Cine-Sequenzen b darstellen lässt –
hier mit diastolischer Prolation durch die Mitralklap-
pe. In Gradientenechosequenzen zeigen Myxome
ein inhomogenes Signalverhalten mit Hyper- und
Hypointensitäten (c fettsupprimierte 3-D-SSFP-Se-
quenz) entsprechend den histologisch stark unter-
schiedlichen Gewebeanteilen. Nach Kontrastmittel-
gabe zeigt dabei sich zumeist eine irreguläre
Kontrastmittelanreicherung (d T 1-gewichtete EPI-
Gradientenechosequenz).

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den. In den Cine-Sequenzen zeigt sich ebenfalls ein deutlich in- und 70 Jahren, ohne dass eine Geschlechterwendigkeit be-
homogenes Signalverhalten. Diese entstehen auch aufgrund von schrieben ist [33]. Histologisch bestehen Lipome aus adulten
Blutabbauprodukten unterschiedlichen Alters. Signalfreie Berei- Fettzellen mit mäßiger Vaskularisierung und sind von einer
che in T 1- sowie T 2-Wichtungen entsprechen zumeist verkalk- dünnen bindegewebigen Kapsel umgeben. Dieser Aufbau führt
ten Myxomanteilen. Auch nach Kontrastmittelgabegabe zeigen zur charakteristischen Bildgebung: homogen hyperintenses
Myxome ein unterschiedliches Signalverhalten: stärker vaskula- Signalverhalten auf T 1-gewichteten Sequenzen und einem nur
risierte Areale sind hyperintens, zellärmere Bereiche und Nekro- gering schwächeren Signal in T 2-TSE-Sequenzen sowie der An-
sen reichern weniger Kontrastmittel an und sind somit hypoin- wendbarkeit von Fettsuppressionstechniken (● ▶ Abb. 2). Dabei

tens. Eine Abgrenzung zu dem sich ebenfalls hyperintens lassen sich einzelne Septen innerhalb des homogenen Tumors
darstellenden intrakavitären Blut ist, vor allem bei homogen an- abgrenzen. Bedingt durch den großflächigen, subendokardialen
reichernden Myxomen, nicht immer sicher möglich, sodass sie Kontakt mit dem Herzmuskel ist die passive Mitbewegung die-
leicht übersehen werden können. ses Tumors in der Cine-Sequenz charakteristisch. Einzelne
Differenzialdiagnostisch müssen Myxome vor allen Dingen Blutgefäße stellen sich innerhalb des Tumors durch hypointen-
von Vorhofthromben und papillären Fibroelastomen unter- se Suszeptibilitätsartefakte dar. Es zeigt sich keine Anreiche-
schieden werden. Insbesondere Thromben können ein inho- rung nach Kontrastmittelgabe. Die Hauptdifferenzialdiagnose
mogenes Signalverhalten aufweisen, zeigen jedoch nahezu zum Lipom stellt die lipomatöse Hypertrophie des interatrialen
kein Anreicherungsverhalten nach Gabe von gadoliniumhalti- Septums dar [33]. Sie ist charakterisiert durch eine fettige Ver-
gen Kontrastmitteln. breiterung des interatrialen Septums auf mehr als 2 cm. Im
Gegensatz zum Lipom ist sie nicht von einer bindegewebigen
Kapsel umgeben [33, 34]. Zudem ist die Verdickung des Sep-
Lipome und lipomatöse Hypertrophie tums dabei diffus und weist nur eine unscharfe Begrenzung
! zu anderen Vorhofanteilen auf. Die Fettzellen breiten sich
Lipome sind nach Myxomen die zweithäufigsten herzeigenen zwischen den Myokardzellen aus, sodass es zu Störungen im
benignen Vorhoftumoren [3]. Von subendokardialem sowie Reizleitungssystem kommen kann [33, 34]. Die lipomatöse Hy-
subepikardialem Fett ausgehend [32] wölben sich Lipome in pertrophie (● ▶ Abb. 3) des Vorhofseptums wird zumeist bei äl-

den perikardialen Raum oder nach intraluminal vor. Zumeist teren, adipösen Patienten beobachtet. Ihre Inzidenz wird mit
sind diese Tumoren asymptomatisch, sodass die Inzidenz letzt- 1,3 – 8,4 % angegeben [33 – 35]. Die höheren Werte in jüngeren
endlich unklar bleibt. Größere Lipome werden durch allgemei- Untersuchungen [33, 35] schreiben Heyer et al. vor allem den
ne kardiale Symptome, wie Herzgeräusche oder Arrhythmien, verbesserten diagnostischen Möglichkeiten zu [34]. In der MRT
symptomatisch. Lipome zeigen einen Altersgipfel zwischen 50 unterscheidet sich die lipomatöse eptumhypertrophie mit ih-

Kraemer N et al. Vorhoftumoren in der… Fortschr Röntgenstr 2009; 181: 1038 – 1049
1042 Übersicht

Abb. 2 Lipome, wie hier im rechten Vorhof (Pfeil), zeigen auf T 1- und T 2- ses Signal vollständig unterdrücken c. In Cine-Sequenzen zeigen Lipome
gewichteten Turbospinechosequenzen a, b ein deutlich hyperintenses Sig- eine passive Mitbewegung mit dem Herzen, bedingt durch die subendo-
nalverhalten. Durch Einstrahlen eines Fettsuppressionspulses lässt sich die- kardiale Lage und einen großflächigen Kontakt mit dem Myokard.

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Abb. 3 Eine lipomatöse Hypertrophie des Vor-
hofseptums tritt vor allem bei adipösen Patienten
auf. In der MRT zeigt sich ein Verdickung des Vor-
hofseptums mit fettisointensem Signalverhalten.
Durch eine charakteristische Aussparung der Fossa
ovalis (a, Pfeil) zeigt sich wie auf dieser Cine-Gra-
dientenechosequenz eine typische Hantel- oder
Sanduhrform. Die basalen Anteile des Vorhofsep-
tums sind zudem meist stärker betroffen (b, Pfeil).

rem fettisointensen Signal nicht wesentlich von Lipomen. Cha- Signalintensität. Eine relevante Kontrastmittelaufnahme findet
rakteristisch für die lipomatöse Vorhofseptumhypertrophie ist nicht statt, sodass sie sich häufig nur in den Cine-bSSFP-Sequen-
zudem die Aussparung der Fossa ovalis, was in einer typischen zen nachweisen lassen (● ▶ Abb. 4).

Hantelform mit stärker verdicktem kranialem Anteil [34] re-


sultiert.
Fibrome, Hämangiome, Rhabdomyome und
Phäochromozytome
Papilläres Fibroelastom !
! Die Häufigkeit dieser Tumoren in den Vorhöfen ist nicht be-
Das benigne papilläre Fibroelastom ist mit ca. 10% der dritthäuf- schrieben. Aufgrund ihrer Assoziation mit dem Myokard kom-
igste primäre Herztumor [3, 35, 37]. Der häufigste Tumor der men sie zumeist in den Ventrikeln vor. Aus diesem Grund wer-
Herzklappen (29% Aorten-, 17% Trikuspidal-, 13% Pulmonal- den sie hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Fibrome
und 25% Mitralklappe) kann an jeder Stelle des Endokards auf- kommen gehäuft im Kindesalter vor und sind meist angebo-
treten [9, 37, 38]. Bei Wachstum auf einer der beiden atriovent- ren. Sie sind teilweise mit Syndromen assoziiert und bestehen
rikulären Klappen sind sie meist in Richtung der Vorhöfe ge- aus in der Herzwand gelegenen Kollagen- und Elastinfasern.
richtet. Eine Prävalenz für die Vorhöfe ist nicht beschrieben. Verkalkungen sind häufig. In T 2-Wichungen stellen sie sich
Obwohl das papilläre Fibroelastom in allen Altersgruppen auf- als hypointense, intramurale Herde dar. In T 1-Wichtungen
tritt, zeigt es einen Gipfel im höheren Lebensalter [37]. Männer sind sie isointens zum Myokard. Das Signalverhalten nach
sind häufiger betroffen [37]. Die Tumoren bestehen aus mit En- Kontrastmittelapplikation zeigt kein charakteristisches Muster.
dothel überzogenem Bindegewebe, das nur gering bzw. über- Rhabdomyome finden sich ebenfalls gehäuft im Kindesalter,
haupt nicht vaskularisiert ist. Makroskopisch zeigen sie eine wobei sie mit 90% die häufigsten Tumoren in dieser Altergrup-
große papilläre Oberfläche, welche Okada et al. mit der Gestalt pe darstellen. In bis zu 50 % der Fälle sind sie mit der tuberö-
einer Seeanemone vergleichen [39]. Auf dieser lagern sich leicht sen Sklerose assoziiert. Die Mehrzahl der Tumoren ist asymp-
Thromben auf, sodass selbst kleine Tumoren oft durch Embolien tomatisch und zeigt im Verlauf eine spontane Remission. In
auffällig werden. Die papillären Fibroelastome sind meist mit ei- der MRT stellen sie sich gegenüber dem Myokard in der T 2-
nem kurzen Pedikel mit dem Endokard verwachsen. Ihr Durch- Wichtung hyperintens dar. Nach Kontrastmittelgabe sind sie
messer ist mit < 1,5 cm eher klein. Bildmorphologisch lassen sich hypointens gegenüber dem signalangehobenen Myokard.
die sehr mobilen Fibroelastome nur schwer darstellen, in T 1- Hämangiome sind gutartige vaskuläre Raumforderungen, die in
und T 2-Wichtungen zeigen sie wie Bindegewebe eine niedrige allen Altersgruppen zu finden sind und ca. 5 – 10% der benignen

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Übersicht 1043

Abb. 4 Fibroelastom sind die häufigsten Tumoren


der Herzklappen. Dabei sind sie zumeist an der Aor-
ten- und Mitralklappe (Pfeil) lokalisiert. Aufgrund
der starken Bewegung dieser Struktur sowie auf-
grund der geringen Vaskularisation lassen sich diese
Tumoren oft nur auf den Cine-Sequenzen abbilden.
In T 1- und T 2-Wichtungen stellen sich die Fibroe-
lastome, wie Bindegewebe oder Myokard, zumeist
relativ signalarm dar.

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Herztumoren ausmachen [3]. Sie kommen in jeder Herzkammer moren, trotz der verglichen mit den Ventrikeln geringen atria-
vor. Histologisch werden, wie in anderen Organen auch, kapillä- len Muskelmasse, zumeist in den Vorhöfen auf [3, 6].
re, kavernöse und ateriovenöse Hämangiome unterschieden. In
der MRT-Utersuchung stellen sie sich inhomogen hypo- bis
isointens in T 1-gewichteten Aufnahmen dar, in T 2-gewichteten Angiosarkom
Sequenzen zeigen sie ein hyperintenses Signalverhalten. Häman- !
giome weisen in der Regel nach Kontrastmittelgabe eine starke Das Angiosarkom ist mit ca. 37% der häufigste maligne Herztu-
Anreicherung auf. mor [3, 41, 42]. Eine Präferenz für das rechte Atrium ist be-
Phäochromozytome oder Paragangliome sind Tumoren des ve- schrieben [6, 42]. Dieser Tumor tritt in jedem Alter auf, zeigt je-
getativen Nervensystems und treten an vielen Stellen des Kör- doch eine geringe Häufung der Inzidenz bei Männern mittleren
pers auf. Ein Auftreten im Herzen ist sehr selten. Bei kardialem Alters. Er wird relativ spät durch eine Rechtsherzinsuffizienz
Befall treten sie am häufigsten im linken Vorhof oder dem oder einen, teils hämorrhagischen, Perikarderguss symptoma-
Dach des rechten Vorhofs auf [6]. Hier sind viszerale Paragan- tisch [41, 42]. Als schwerwiegende Komplikation kann eine
gliome mit chromaffinen Zellen lokalisiert, von denen Phäo- Herzruptur auftreten. Die Prognose ist aufgrund der späten Di-
chromozytome ihren Ausgang nehmen. Die neuroendokrinen agnosestellung einhergehend mit häufiger Metastasierung zu-
Zellen des Tumors produzieren Katecholamine, die für die meist schlecht [41, 43]. Es werden 2 Formen unterschieden,
Symptomatik, bestehend aus Hypertonie, Tachykardie und Ar- eine gut begrenzte, nach intrakavitär wachsende Variante und
rhythmie, verantwortlich sind. Es zeigt sich ein Altersgipfel eine diffus das Perikard infiltrierende, sich intramural ausbrei-
bei jungen Erwachsenen (30 – 40 Jahre) [40]. tende Form. Eine besondere Verlaufsform von Angiosarkomen
Die Tumoren haben einen breiten Kontakt zur Herzwand. Sie ist für Patienten mit Aids beschrieben [44]. Die Tumoren sind
sind isointens in T 1-Wichtungen und stark hyperintens auf T 2- dabei zumeist klein und multilokulär in Epi- und Perikard ver-
gewichteten Aufnahmen. Nach intravenöser Gabe von para- teilt. Histologisch besteht das Angiosarkom aus atypischen En-
magnetischen Kontrastmitteln zeigen die stark durchbluteten Tu- dothelzellen, die unregelmäßige vaskuläre Räume bilden. Das
moren eine deutliche Signalzunahme auf T 1-gewichteten Auf- Charakteristikum in der MR-Bildgebung dieses gut vaskularisier-
nahmen. Nekrosen sind häufig, sodass diese Anreicherung ten Tumors ist seine große Heterogenität mit einem vielgestal-
inhomogen sein kann [6]. Die Therapie besteht in der chirurgi- tigen Stroma, zahlreichen Nekrosen sowie unterschiedlichem
schen Resektion, die aufgrund der starken Vaskularisation des Signalverhalten durch verschiedene Blutabbauprodukte. Insbe-
Tumors und der häufigen Beteiligung der Koronarien oft schwie- sondere in T 1-Wichtung nach Kontrastmittelgabe zeigen sich
rig ist [40]. gut durchblutete, stark kontrastierte Randbezirke neben nekroti-
schen, eingebluteten hypointensen Bereichen. Auf T 2-gewichte-
ten Bildern hat das Angiosarkom einen zumeist hyperintensen
Maligne Tumoren Aspekt. SSFP-Sequenzen stellen den blutreichen Tumor hyperin-
! tens zum Myokard dar, nekrotische Areale mit ferro- und para-
In umfangreichen Studien machen maligne Tumoren ca. 25% der magnetischen Blutabbauprodukten kommen hypointens zur
primären Raumforderungen am Herzen aus [2, 3]. Dabei stellen Darstellung. Die entscheidende Abgrenzung gegenüber intraka-
die aus mesenchymalen Zellen hervorgehenden Sarkome den vitären Thromben ist der Nachweis zahlreicher Gefäße inner-
größten Anteil. Ihre Inzidenz ist sehr gering. Wie an anderen halb des Tumors. Die häufige Perikardbeteiligung kann von einer
Organen lassen sich auch am Herzen die Kriterien der Maligni- umschriebenen Verdickung des Perikards bis zu einem hämor-
tät wie verdrängendes, infiltrierendes Wachstum, Überschrei- rhagischen Perikarderguss reichen [45, 46]. In Perfusionsmes-
tung natürlicher Grenzen mit Infiltration von Perikard, benach- sungen lässt sich die frühe Durchblutung über die Koronararte-
barter Gefäße und Lunge, eine Ausdehnung auf mehrere rien als weiteres Diagnosekriterium nachweisen.
Herzhöhlen sowie Nekrosen beobachten. Zudem treten diese Tu-

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1044 Übersicht

Undifferenzierte Sarkome Wichtungen, einer deutlichen Kontrastmittelaufnahme sowie


! T 2-hyperintensem Signalverhalten.
Die Prävalenz der undifferenzierten Sarkome schwankt zwischen Die äußerst seltenen kardialen Leiomyosarkome, < 1% der pri-
24 – 37,5% [9] der malignen primären Herztumoren. Es sind vor- mären malignen Herztumoren, treten ebenfalls zumeist im lin-
nehmlich Erwachsene zwischen der 4. und 5. Lebensdekade be- ken Vorhof auf. Diese aus glatten Muskelzellen bestehenden
troffen. Im Gegensatz zum Angiosarkom treten diese Tumoren Raumforderungen verursachen unspezifische kardiale Sympto-
überwiegend im linken Vorhof auf (80%) und werden ebenfalls me. Vergleichbar den unspezifischen Sarkomen zeigen sie eine
erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf durch allgemeine, Hyperintensität in T 2-Wichtungen und eine Signalzunahme
unspezifische kardiale Symptome wie Dyspnoe und pektanginöse nach Gabe gadoliniumhaltiger Kontrastmittel [52, 53]. Noch
Schmerzen oder Gewichtsverlust symptomatisch. Die MRT zeigt seltener treten kardiale Liposarkome auf. Auch sie scheinen
wie bei undifferenzierten Sarkomen anderer Organe eine isoin- vermehrt in den Vorhöfen aufzutreten [6]. Ihr Erscheinungs-
tense, irreguläre Masse, die das Myokard infiltriert [3, 47]. bild ist uneinheitlich und wie bei den übrigen Sarkomen durch
Invasivität, Nekrosen und Kontrastmittelaufnahme gekenn-
zeichnet. Fettisointense Bereiche innerhalb des Tumors können
Rhabdomyosarkom richtungweisend für die Diagnose eines Liposarkoms sein. Die-
! se fettigen Anteile können jedoch auch gänzlich fehlen oder

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Der häufigste solide maligne Herztumor bei Kindern ist das nur mikroskopisch abgrenzbar sein [6].
Rhabdomyosarkom [48]. Bei Erwachsenen ist insbesondere
eine kardiale Manifestation sehr selten. Eine charakteristische
Lokalisation ist nicht beschrieben, jedoch zeigt sich häufiger Lymphome
als bei anderen kardialen Sarkomen eine Beteiligung der Herz- !
klappen. Zudem treten sie oft multizentrisch auf. T 1-gewichte- Ein primärer kardialer Befall von Lymphomen ist sehr selten. Zu-
te Sequenzen zeigen das Rhabdomyosarkom isointens zum meist handelt es sich bei diesen um aggressive B-Zell-Non-
Myokard mit einer zumeist weitgehend homogenen Sig- Hodgkin-Lymphome, wobei ein vermehrtes Auftreten bei im-
nalzunahme nach Gabe gadoliniumhaltiger Kontrastmittel, wo- munsupprimierten Patienten beschrieben wurde [54]. Wie auch
bei signalarme Areale zumeist Nekrosen entsprechen [6, 49]. bei den anderen kardialen Malignomen sind die Symptome un-
spezifisch. Die Prognose einer kardialen Lymphommanifestation
ist auch aufgrund der späten Symptomatik meist schlecht, auch
Seltenere Sarkome wenn einzelne Fallberichte zu einer Remission existieren [55].
! In den meisten Fällen ist der rechte Vorhof betroffen. Es zeigt
Mit ca. 9 % gehört das Osteosarkom zu den selteneren kardia- sich jedoch oft eine Ausbreitung auf die Ventrikel sowie eine In-
len Sarkomformen. Sein gehäuftes Auftreten im linken Vorhof filtration des Perikards mit begleitendem Perikarderguss. Durch
sowie seine Neigung, Verkalkungen auszubilden, führen vor al- letzteren werden kardiale Lymphome nicht selten als Erstes
lem im frühen Stadium leicht zu Verwechslungen mit Myxo- symptomatisch. Mikroskopisch zeigt sich dichtes, knotiges Gewe-
men [6]. Anders als Myxome sind diese Tumoren jedoch nicht be, das makroskopisch homogen imponiert und nur geringe Ein-
an der Fossa ovalis lokalisiert und unterscheiden sich zudem blutungen oder Nekrosen aufweist. Ein hyperintenses Signal auf
durch breitbasigen Kontakt mit der Herzwand, die durch den T 2-Wichtungen ist charakteristisch. Nach Kontrastmittelgabe las-
Tumor infiltriert wird. Wie auch Myxome zeigen Osteosarko- sen sie sich auf T 1-gewichteten Inversionssequenzen gegenüber
me ein T 2-hyperintenses Signalverhalten und einen heteroge- dem Myokard hyperintens abgrenzen. Dies ermöglicht eine Dif-
nen, hypointensen Aspekt in T 1-Wichtungen. Kalzifizierungen ferenzierung bei diffus infiltrativem Wachstum [56, 57]. Zentrale
stellen sich als signalfreie Areale dar [50, 51]. Anteile mit fehlender Kontrastmittelaufnahme entsprechen nek-
Auch das Fibrosarkom kommt vermehrt im linken Atrium vor rotischen Bereichen.
und ist vorzugsweise mit angeborenen Herzfehlern assoziiert Neben dem seltenen primären Befall neigen Lymphome und
[3]. Es zeigt ein uneinheitliches Erscheinungsbild in der MRT Leukämien auch zu einer sekundären kardialen Beteiligung im
mit heterogenem oder myokardisointensem Signal in T 1- späten Krankheitsverlauf [58] (● ▶ Abb. 5). Die Infiltration des

Abb. 5 Leukämische Infiltration des rechten Vorhofs: In einer SSFP-Gra- nalverhalten innerhalb des polypösen Tumors. In T 2-Wichtung (T2-TSE-Se-
dientenechosequenz a sowie in einer T 1-gewichteten Spinechosequenz quenz mit Suppression des Blutsignals) erscheint der Tumor hingegen ho-
nach Kontrastmittelapplikation b sieht man ein etwas irreguläres Sig- mogen hyperintens c.

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Übersicht 1045

Myokards ist großflächig und nach intrakavitär oder perikardi- Tumorzapfen über die untere Hohlvene in den rechten Vorhof
al wachsend. Über ihre intramurale Ausbreitung begünstigen tritt nach Reynen et al. bei ca. 1% aller Nierenzellkarzinome
sie das Auftreten von Störungen im Reizleitungssystem. Wie auf [4, 64]. Es ist jedoch auch für andere Primärtumore wie
auch beim primären kardialen Lymphombefall zeigen diese z. B. das Bronchialkarzinom oder das Thymom beschrieben.
ein stark hyperintenses Signalverhalten in T 2-Wichtungen so- Circa ein Drittel der Patienten mit kardialer Filialisierung ver-
wie eine Kontrastmittelaufnahme mit Hypointensitäten im stirbt direkt an den Folgen der Metastasierung, im Sinne einer
Sinne nekrotischer Areale. Perikardtamponade, sekundären Herzfehlern oder einer Invasi-
on der Koronararterien [63]. Die übrige Filialisierung ist häufig
asymptomatisch oder unspezifisch. Gehäuft kommt es zu einer
Sekundäre kardiale Neoplasie Zunahme der Herzgröße oder einem mehr oder weniger aus-
! geprägten hämorrhagischen oder serösen Perikarderguss.
Sekundäre kardiale Neoplasien wie Metastasen oder direkte Generell zeigen maligne Tumoren eine geringe Signalintensität
Tumorinfiltration sind wesentlich häufiger als primäre Malig- in T 1-gewichteten Sequenzen und ein hohes Signal in der T 2-
nome. Die Angaben über ihr Auftreten variieren zwischen Wichtung. Die starke Anreicherung nach Kontrastmittelgabe ist
dem 20- bis 40-fachen [1, 3, 6]. Bei bekannter maligner heterogen und kann zentrale, nicht anreichernde Nekrosen
Grunderkrankung treten sie in ca. 10 % der Fälle auf [59, 60]. aufweisen. Weitere einheitliche bildmorphologische Kriterien

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Der häufigste Primärtumor kardialer Metastasen ist das Bron- sind nicht vorhanden. Lediglich bei Metastasen des malignen
chial-, gefolgt von dem Mamma-Karzinom (36 bzw. 7% der Melanoms zeigen sich melatoninhaltige Absiedlungen, die in
kardialen Metastasen) [61]. Primärtumoren der unteren Kör- T 1- und T 2-Wichtungen als dissiminierte Hyperintensitäten
perhälfte sind seltener. Kardiale Metastasen treten erst spät im Myokard imponieren [65, 66].
im Krankheitsverlauf auf. Mit 46 bis 71 % metastasiert das ma-
ligne Melanom relativ am häufigsten nach kardial [62]
(●▶ Abb. 6). Lymphogen metastasierende Tumoren, wie bei- Tumorartige Läsionen
spielsweise abdominelle Tumoren, bevorzugen das Perikard. !
Ein myokardialer Befall spricht für eine hämatogene Metasta- Intraatriale Thromben (● ▶ Abb. 7) treten weitaus häufiger auf

sierung, wie sie bei Melanomen vorkommt [58, 63]. Das als kardiale Tumore. Sie entstehen entweder lokal, begünstigt
Wachstum per continuitatem, eine Sonderform der lymphoge- durch Wandbewegungsstörungen oder werden aus den großen
nen Ausbreitung, ist vor allem für Bronchial- und Ösophagus- venösen Gefäßen in den rechten Vorhof eingeschwemmt. Im
karzinome von Bedeutung. Es geht mit einer Nichtresektabili- Zusammenhang mit einer Lungenembolie werden solche
tät des Tumors einher [1, 62]. Das intravasale Wachstum von rechtskardialen Thromben als „Transitthromben“ bezeichnet.
Diese sind trotz der großen Häufigkeit von Lungenembolien
relativ selten. Etwas häufiger kommen Thromben im linken
Vorhof vor, insbesondere bei herabgesetzter Myokardkontrak-
Abb. 6 Die häufigsten
kardialen Malignome tilität, wie bei Kardiomyopathien oder nach Myokardinfarkten.
sind Metastasen. Hier Die Zusammensetzung des Thrombus und die in ihm enthalte-
zeigt sich in einer Cine- nen Blutabbauprodukte mit unterschiedlichen magnetischen
Gradientenechose- Eigenschaften beeinflussen die kernspintomografische Bildge-
quenz die direkte Infilt- bung: Frische Thromben, die noch viel Wasser enthalten, sind
ration eines Bronchial-
sowohl in T 1- als auch in T 2-Wichtungen hyperintens. In sub-
karzinoms mit einer
akuten Thromben führt paramagnetisches Methämoglobin zu
Perikardkarzinose (Pfei-
le) und Infiltration des einer verkürzten Querrelaxation und so zu einem hypointen-
ventrikulären Myokards sen Signalverhalten in T 2-Wichtungen. Der niedrige Wasserge-
(Pfeilspitze). Dabei zei- halt und Kalzifikationen von chronischen, organisierten
gen sich zystische An- Thromben stellen sich auf T 1- und T 2-gewichteten Bildern hy-
teile, signalarme Einblu- pointens dar. Auf T 1-gewichteten Gradientenechosequenzen
tungen sowie das
mit Inversionspuls, wie sie zur Darstellung einer Kontrastmit-
deutlich verdickte Peri-
telspätanreicherung verwendet werden, zeigen Thromben ein
kard.
Signalminimum bei einer Inversionszeit von ca. 400 ms.

Abb. 7 Thromben (Pfeile), wie hier am Dach des


linken Vorhofs a, stellen sich vor allem als nicht
kontrastmittelaufnehmende intrakavitäre Ausspa-
rung dar. Die unterschiedliche Zusammensetzung
mit unterschiedlichem Wassergehalt und unter-
schiedlich alten Blutabbauprodukten innerhalb des
Thrombus können zu Signalunregelmäßigkeiten wie
in dieser SSFP-Gradientenechosequenz führen b.
Auf T 1-gewichteten Gradientenechosequenzen mit
Inversionspuls a zeigen Thromben ein Sig-
nalminimum bei einer Inversionszeit von charakte-
ristischerweise ca. 400 ms.

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Tab. 2 Tabellarische Aufstellung der in dieser Arbeit beschriebenen Tumoren.

Übersicht
Tumortyp Patienten Symptome Prädelektionsstelle Charakteristika in der MRT wichtige Untersuchungs-Sequen-
zen/typische Veränderungen
Myxom – 30 – 60 Jahre – kardiale Symptome (Obstruktio- – Fossa ovalis – starke T 2-Hyperintensität – Cine-Sequenzen
– weiblich:männlich, 3:1 nen, Klappenvitien) – linker Vorhof (75 %) – im Übrigen uneinheitlich – T 2-Wichtungen mit und ohne
– bei Syndromen (z. B. Carney- – Allgemeinsymptome durch – rechter Vorhof (15 – 20 %) – starke Beweglichkeit bei gestiel- Fettsuppression
Komplex) auch jünger tumoreigene Produktion von ten Myxomen

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Botenstoffen – irreguläre Kontrastmittel(KM)-
– seltener Embolien Aufnahme
Lipom – 50 – 70 Jahre – kleine Lipome, oft asymptoma- – subendokardiale Lage – fettisointense Raumforderung – Anwendung von Fettsuppres-
tisch – keine Bevorzugung einer Herz- mit breitem Kontakt zum Myo- sionstechniken
– größere, meist unspezifische höhle kard – Cine-Sequnezen
kardiale Symptome – passive Mitbewegung in Cine-
Sequenzen
lipomatöse Hypertro- – adipöse, meist ältere Patienten – Herzrhythmusstörungen auf Vor- – atriales Vorhofseptum mit Aus- – Verdickung des Vorhofseptums – Anwendung von Fettsuppres-
phie des atrialen Sep- hofebene sparung der Fossa ovalis. > 2 cm sionstechniken
tums – fettisointenses Signalverhalten
papilläres – eher ältere Patienten – Thrombembolien – Herzklappen – geringe Signalintensität mit al- – Cine-Sequenzen
Fibroelastom – AV-Klappen atrialseitig lenfalls mäßiger KM-Aufnahme – Abbildung sämtlicher Herzklap-
– starke Bewegung in Cine- pen
Sequenzen
Fibrom – Kinder, Jugendliche – Arrhythmien – intramyokardial, Ventrikel – T 1-isointens – T 2-Wichtungen
– oft angeboren – Assoziation mit plötzlichem – T 2-hypointens zum Myokard – T 1-Wichtung nach KM-Gabe
Kindstod beschrieben – wenig KM-Anreicherung
– Verkalkungen möglich
– keine Nekrosen
Hämangiom – keine Präferenz – unspezifische kardiale Sympto- – ventrikuläres Myokard – T 2-hyperintens – T 1-Wichtungen nach intravenö-
matik – T 1-hyperintens bei deutlicher ser KM-Gabe
KM-Aufnahme
Rhabdomyom – Kinder – asymptomatisch – intramural – T 2-hyperintens – T 2-Wichtungen
– in 50 % assoziiert mit tuberöser – nach KM-Gabe T 1-hypointens – T 1-Wichtung nach KM-Gabe
Sklerose zum Myokard
Phäochromozytom – 30 –40 Jahre – Hypertonie, Tachykardie durch – linker Vorhof – breiter Kontakt zur Herzwand – T 2-Wichtungen
tumoreigene Katecholamin- – Dach des rechten Vorhofs – starke T 2-Hyperintensität – T 1-Wichtung nach KM-Gabe
Produktion – deutlich T 1-hyperintens nach
KM-Gabe
Angiosarkom – mittleres Alter – lange asymptomatisch – rechter Vorhof – deutliche, frühe KM-Aufnahme – T 2-Wichtungen
– Männer häufiger als Frauen – später Herzinsuffizienz – Aussparungen durch Nekrosen – Perfusionssequenzen während
– Komplikation: Herzruptur und Thromben innerhalb des KM-Gabe
Tumors – T 1-Wichtung nach KM-Gabe
undifferenzierte – 4. –5. Dekade – erst spät, unspezifisch sympto- – linker Vorhof (80 %) – isointense Infiltration des Myo- – T 1-Wichtung nach KM-Applika-
Sarkome matisch kards tion

Rhabdomyosarkom – Kinder – häufige Beteiligung der Herz- – oft multizentrisch – isointens zum Myokard – T 2-Wichtungen
– sehr selten bei Erwachsenen klappen, hierdurch Vitien – homogene Signalzunahme nach – T 1-Wichtung vor und nach KM-
KM-Applikation Gabe
Tab. 2 (Fortsetzung)
Tumortyp Patienten Symptome Prädelektionsstelle Charakteristika in der MRT wichtige Untersuchungs-Sequen-
zen/typische Veränderungen
Osteosarkom – altersunabhängig – keine spezifische Symptomatik – linker Vorhof – breiter Kontakt zum Myokard – T 2-Wichtungen
– Aussparung der Fossa ovalis – signalfreie Verkalkungen häufig – T 1-Wichtung vor und nach
– T 2-hyperintens KM-Gabe

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– hypointens, irregulär in T 1-Wich-
tungen
Leiomyosarkome – altersunabhängig – unspezifische kardiale Sympto- – linker Vorhof – T 1-isointens zum Myokard – T 2-Wichtungen
Fibrosarkom – assoziiert mit angeborenen me – deutliche Signalzunahme nach – T 1-Wichtung vor und nach
Herzfehlern KM-Applikation KM-Gabe
– hyperintens in T 2-Wichtungen
Liposarkom – ältere Patienten – keine spezifische Symptomatik – Vorhöfe – irregulär – T 2-Wichtungen
– invasiv – T 1-Wichtung nach KM-Gabe
– Nekrosen – Anwendung von Fettsupressi-
– deutliche KM-Aufnahme onstechniken
– fettige Anteile müssen nicht vor-
handen sein
Lymphom – altersunabhängig – unspezifische kardiale Sympto- – rechter Vorhof – stark hyperintens in T 2-Wichtun- – T 2-Wichtungen
matik gen – T 1-gewichtete Inversionsse-
– T 1-hyperintens nach KM-Gabe quenzen nach KM-Gabe
– invasives Wachstum
– Nekrosen
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Metastasen – meist im späten Verlauf einer – Herzinsuffizienz – Myokard – invasives Wachstum – T 2-Wichtungen
Malignomerkrankung – Rhythmusstörungen – Perikard – Nekrosen – T 1-Wichtung vor und nach
– relativ häufig bei malignen Mela- – andere unspezifische kardiale – transvasal in die Vorhöfe – T 2-hyperintens KM-Gabe
nomen Symptomatik – deutliche KM-Aufnahme
– direkte Infiltration bei thorakalen – Besonderheit: malignes Mela-
Tumoren wie Bronchial- oder nom; T 1-hyperintense Melanin-
Ösophagus-Karzinomen Ablagerungen
Thromben – kardial vorerkrankte Patienten – asymptomatisch – im Bereich bewegungseinge- – abhängig vom Alter des Throm- – T 2-Wichtungen
– v. a. Rhythmusstörungen, Wand- – Syptomatik durch Grunderkran- schränkter Wandabschnitte bus – T 1-Wichtung nach KM-Applika-
bewegungsstörungen kung – frische Thromben: T 2-hyperin- tion
– embolische Komplikationen tens
– ältere Thromben: T 1- und
T 2-hypointens
– (nahezu) keine KM-Aufnahme

Übersicht
1047
1048 Übersicht

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Thromben 7 Reynen K. Cardiac myxomas. N Engl J Med 1995; 333: 1610–1617
8 Kurian KC, Weisshaar D, Parekh H et al. Primary cardiac angiosarcoma:
und tumorösen Raumforderungen ist die fehlende Aufnahme
case report and review of the literature. Cardiovasc Pathol 2006; 15:
von Kontrastmittel bei Thromben. Jedoch existieren Einzelfall- 110–112
berichte über eine randständige Kontrastmittelanreicherung 9 Sparrow PJ, Kurian JB, Jones TR et al. MR imaging of cardiac tumors. Ra-
organisierter Thromben [67]. Die Unterscheidung von echten diographics 2005; 25: 1255–1276
Thromben gegenüber Artefakten, beispielsweise bei Flussarte- 10 Mahnken AH, Gunther RW, Krombach GA. Grundlagen der linksventri-
kulären Funktionsanalyse mittels MRT und MSCT. Fortschr Röntgenstr
fakten, kann zusätzlich Schwierigkeiten bereiten. Jedoch stel-
2004; 176: 1365–1379
len sich Artefakte im Gegensatz zu Thromben nach Änderung 11 Siripornpitak S, Higgins CB. MRI of primary malignant cardiovascular
der Schnittebene oder in einer anderen Pulssequenz zumeist tumors. J Comput Assist Tomogr 1997; 21: 462–466
nicht mehr dar, sodass dieses Vorgehen eine zuverlässige Un- 12 Krombach GA, Niendorf T, Gunther RW et al. Characterization of myo-
terscheidung erlaubt. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungs- cardial viability using MR and CT imaging. Eur Radiol 2007; 17:
1433–1444
merkmal ist das klinische Erscheinungsbild. Atriale Thromben
13 Nassenstein K, Breuckmann F, Huger M et al. MR-tomographische Dar-
finden sich vornehmlich bei einer kardialen Vorerkrankung, stellung einer Endomyokardfibrose als Ausdruck einer kardialen Mit-
vor allem bei Vorhofflimmern oder Mitralklappenvitien. Herz- beteiligung bei Churg-Strauss-Syndrom. Fortschr Röntgenstr 2008;
tumoren hingegen treten in der Regel bei ansonsten herzge- 180: 1054–1060
14 Kos S, Buser P, Bremerich J. Isolierte biventrikuläre Non-compaction-
sunden Patienten auftreten.

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Kardiomyopathie. Fortschr Röntgenstr 2008; 180: 450–452
Darüber hinaus können auch extrakardial gelegene Strukturen, 15 Hosch W, Libicher M, Ley S et al. Magnetresonanztomografie bei kardia-
wie bronchogene oder perikardiale Zysten oder gastrointesti- ler Amyloidose – Morphologie, Funktion und late enhancement.
nale Hernien einen kardialen Tumor imitieren. Bronchogene Fortschr Röntgenstr 2008; 180: 639–645
und perikardiale Zyten sind meist angeboren. Erstere sind 16 Krombach GA, Spuentrup E, Buecker A et al. Herztumoren: Magnetreso-
nanztomographie und Mehrschicht-Spiral-CT. Fortschr Röntgenstr
meist im Bereich der Carina lokalisiert und klinisch asympto-
2005; 177: 1205–1218
matisch. Sie sind mit sekretorischem Epithel ausgekleidet und 17 [Link]
aus diesem Grunde von flüssigem und mukösem Inhalt. Intra- 18 [Link]
zystische Blutungen und Kalzifizierungen können auftreten. Sie 19 [Link] 1532 – 429X-10 – [Link]
stellen sich in der MRT mit heterogenem Signal in der T 1- 20 Fujita N, Caputo GR, Higgins CB. Diagnosis and characterization of in-
tracardiac masses by magnetic resonance imaging. Am J Card Imaging
Wichtung und homogen hyperintensem Signal in der T 2-
1994; 8: 69–80
Wichtung dar [68]. Perikardiale Zysten sind zumeist im rech- 21 Anderson RH, Brown NA, Webb S. Development and structure of the
ten kardiophrenischen Winkel zu finden. Sie sind flüssigkeits- atrial septum. Heart 2002; 88: 104–110
gefüllt und nicht septiert. Entsprechend stellen sie sich in der 22 Grebenc ML, Rosado-de-Christenson ML, Green CE et al. Cardiac myxo-
MRT als einfache flüssigkeitsgefüllte Strukturen ohne Kontrast- ma: imaging features in 83 patients. Radiographics 2002; 22: 673–689
23 Amano J, Kono T, Wada Y et al. Cardiac myxoma: its origin and tumor
mittelaufnahme dar [69]. characteristics. Ann Thorac Cardiovasc Surg 2003; 9: 215–221
Auch herzeigene atriale Strukturen wie die Christa terminalis 24 Acebo E, Val-Bernal JF, Gomez-Roman JJ et al. Clinicopathologic study
oder das Chiari-Netzwerk können kardiale Raumforderungen and DNA analysis of 37 cardiac myxomas: a 28-year experience. Chest
imitieren. Beide liegen rechtsatrial. Die Christa terminalis ist 2003; 123: 1379–1385
25 Wada A, Kanda T, Hayashi R et al. Cardiac myxoma metastasized to the
das residuelle Septum spurium, und stellt sich als Verdickung
brain: potential role of endogenous interleukin-6. Cardiology 1993;
an der hinteren Seitenwand des rechten Vorhofs dar. Sie mar- 83: 208–211
kiert den Übergang von der glatten in die trabekulierte Vorhof- 26 Sakamoto H, Sakamaki T, Kanda T et al. Vascular endothelial growth
wand. Das Chiari-Netzwerk ist ein Residuum der Klappenfalten. factor is an autocrine growth factor for cardiac myxoma cells. Circ J
Zusammenfassend stellt die MRT ein Verfahren dar, das hilft, 2004; 68: 488–493
27 Hanson EC, Gill CC, Razavi M et al. The surgical treatment of atrial my-
Raumforderung in den Vorhöfen genauer zu differenzieren.
xomas. Clinical experience and late results in 33 patients. J Thorac Car-
Die gute räumliche Auflösung, die unterschiedlichen Sig- diovasc Surg 1985; 89: 298–303
nalintensitäten in verschiedenen Untersuchungstechniken so- 28 Moriyama Y, Saigenji H, Shimokawa S et al. The surgical treatment of 30
wie bewegte Cine-Darstellungen ermöglichen, die Vorhoftumo- patients with cardiac myxomas: a comparison of clinical features ac-
ren differenzialdiagnostisch einzugrenzen, um so weitere cording to morphological classification. Surg Today 1994; 24: 596–598
29 O’Rourke F, Dean N, Mouradian MS et al. Atrial myxoma as a cause of
Aussagen über Therapieoptionen treffen zu können. Wie stets
stroke: case report and discussion. Cmaj 2003; 169: 1049–1051
in der radiologischen Diagnostik sind dabei klinische Sympto- 30 Eckhardt BP, Dommann-Scherrer CC, Stuckmann G et al. Giant cardiac
me, Begleiterkrankungen sowie das Alter des Patienten in Be- myxoma with malignant transformed glandular structures. Eur Radiol
tracht zu ziehen. 2003; 13: 2099–2102
31 Todo T, Usui M, Nagashima K. Cerebral metastasis of malignant cardiac
myxoma. Surg Neurol 1992; 37: 374–379
Literatur 32 Salanitri JC, Pereles FS. Cardiac lipoma and lipomatous hypertrophy of
1 Lam KY, Dickens P, Chan AC. Tumors of the heart. A 20-year experience the interatrial septum: cardiac magnetic resonance imaging findings.
with a review of 12,485 consecutive autopsies. Arch Pathol Lab Med J Comput Assist Tomogr 2004; 28: 852–856
1993; 117: 1027–1031 33 O’Connor S, Recavarren R, Nichols LC et al. Lipomatous hypertrophy of
2 Reynen K. Frequency of primary tumors of the heart. Am J Cardiol the interatrial septum: an overview. Arch Pathol Lab Med 2006; 130:
1996; 77: 107 397–399
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