Goethe-Zertifikat A2: Überlebensleitfaden für das Modul "Lesen"
Allgemeine goldene Regeln (für die gesamte Prüfung):
- Zuerst die Aufgabe, dann der Text: Lies nicht den ganzen Text von
Anfang bis Ende. Lies zuerst die Frage, wisse, was du suchst, und suche
dann gezielt nach dieser Information im Text.
- Keine Panik bei unbekannten Wörtern: Bleib nicht an Wörtern hängen, die
du nicht kennst. Errate die Bedeutung aus dem Kontext (Zusammenhang).
Meistens kannst du die Frage auch ohne dieses Wort lösen.
- Die Synonym-Falle: Suche nicht nach exakt demselben Wort aus der Frage
im Text. Die Prüfung liebt Synonyme! (Z. B. in der Frage steht kostenlos, im
Text steht gratis oder ohne Bezahlung).
- Zeitmanagement: Das Modul "Lesen" dauert insgesamt 30 Minuten. Wenn
du an einer Frage länger als 2 Minuten hängst, lass sie aus und mach am
Ende weiter.
Teil 1: Informationstexte und Nachrichten
Hier gibt es meist Zeitungsberichte, Aushänge oder kurze Artikel.
- Achte auf die Überschrift: Die Überschrift verrät dir zu 80 % das
Hauptthema des Textes.
- Fokus auf Daten und Zahlen: Die Fragen konzentrieren sich oft auf Details
wie "wann, wie viel, wer". Markiere Uhrzeiten, Tage und Preise im Text.
- Achtung vor Ablenkungen (Fallen): Die Aufgabe sagt vielleicht "Der Kurs
beginnt am Montag", der Text sagt aber "Der Kurs ist jeden Wochentag, aber
weil diesen Montag ein Feiertag ist, beginnt er am Dienstag." Lies den Satz
immer bis zum Ende!
Teil 2: Anzeigen zuordnen – Der wichtigste Teil!
Hier suchen Personen etwas (Arbeit, Kurs, Wohnung) und du musst die
passenden Anzeigen finden.
- Nutze das Ausschlussverfahren: Finde die Anzeige, die alle Bedingungen
der Person erfüllt. Wenn eine Anzeige nur eine Bedingung nicht erfüllt,
streiche sie. (Z. B. Ali sucht ein billiges Zimmer im Zentrum. Die Anzeige ist
billig, aber außerhalb der Stadt. Dann ist das nicht die Lösung.)
- Vergiss die Option "0" (Keine passende Anzeige) nicht: Eine Person
bleibt immer übrig. Wenn für eine Person keine Anzeige zu 100 % passt, ist
die Lösung "0" oder "X".
- Schlüsselwörter unterstreichen: Unterstreiche sofort, was die Person
sucht: am Wochenende, für Kinder, billig. Suche dann diese Schlüsselwörter
in den Anzeigen.
Teil 3: E-Mails und Briefe
Hier liest du persönliche Nachrichten und alltägliche Kommunikation.
- Wer schreibt wem? Achte ganz am Anfang auf "Liebe Maria" (Empfänger)
und ganz am Ende auf "Dein Thomas" (Absender). Manchmal lautet die
Frage einfach: "Wer hat das geschrieben?" oder "Wer lädt ein?".
- Konjunktionen (Bindewörter) helfen: Nach Wörtern wie aber, weil,
deshalb kommt oft die wichtigste Information oder die Antwort auf die Frage.
- Zeitangaben: Wörter wie gestern, heute, morgen bestimmen die Zeit der
Geschichte. Ist das Ereignis schon passiert oder passiert es noch? Darauf
muss man achten.
Teil 4: Schilder und Regeln
Hier geht es um Hausordnungen, Schilder an Türen, in Museen oder Schulen.
- Finde die Modalverben: Dieser Teil basiert fast komplett auf müssen
(Pflicht) und dürfen (Erlaubnis).
- Extra aufpassen bei Verneinungen: Wörter wie nicht oder kein ändern die
Bedeutung komplett. Der einzige Unterschied zwischen "Hier darf man
fotografieren" und "Hier darf man nicht fotografieren" ist dieses eine kleine
Wort.
- Den Kontext erraten: Wenn man sich fragt "Wo würde ich dieses Schild
sehen?", ist die Antwort viel leichter zu finden.
Goethe-Zertifikat A2: Überlebensleitfaden für das Modul "Hören"
- Die goldenen Sekunden nutzen: Die Pausen, wenn es heißt „Jetzt lesen
Sie die Aufgaben…“, sind extrem wichtig. Lies schnell die Fragen und
Antworten und unterstreiche die wichtigsten Wörter, bevor das Audio beginnt.
- Die "Du hörst alles"-Falle: Sehr oft hörst du im Audio alle drei Optionen (A,
B und C). Das Ziel ist nicht, das Wort zu hören, sondern das Wort zu finden,
das die Antwort auf die Frage ist.
- Zug verpasst? Weitergehen!: Wenn du die Antwort auf eine Frage
verpasst hast, bleib nicht stehen! Das Audio läuft weiter. Konzentriere dich
sofort auf die nächste Aufgabe und rate am Ende bei der verpassten Frage.
Teil 1: Anrufbeantworter, Radio, Ansagen (2x hören)
- Zahlenjagd: Hier geht es oft um Uhrzeiten, Preise, Telefonnummern oder
Gleise. Mach dir kleine Notizen am Rand.
- Erstes vs. zweites Hören: Beim ersten Mal verstehen und die mögliche
Antwort markieren. Beim zweiten Mal nur noch kontrollieren, ob die Antwort
wirklich stimmt.
- Das "Achtung!"-Signal: Bei Ansagen am Bahnhof oder im Kaufhaus
kommt die wichtige Information zu 90 % direkt nach Wörtern wie „Achtung!“
oder „Bitte beachten Sie“.
Teil 2: Wer macht was? / Zuordnen (1x hören)
- Reihenfolge beachten: Die Sprecher erzählen die Ereignisse in einer
bestimmten Reihenfolge (z. B. Wochentage oder Personen). Die Fragen
folgen genau dieser Reihenfolge. Bleib im gleichen Tempo wie das Audio.
- Erwarte nicht dasselbe Wort: Wenn auf dem Bild oder in der Antwort
„Fahrrad fahren“ steht, sagt die Person im Audio vielleicht „eine Radtour
machen“. Achte auf Synonyme.
- Geänderte Pläne: Manchmal sagen sie: „Wir wollten ins Kino, aber es gab
keine Tickets, also sind wir ins Theater gegangen.“ Konzentriere dich auf das
Endergebnis!
Teil 3: Kurze Gespräche (1x hören)
- Bereit für Meinungsänderungen: Zwei Personen planen etwas. Person A
sagt: „Treffen wir uns im Café“ (Antwort A). Person B sagt: „Nein, da ist es zu
laut, lass uns in den Park gehen“ (Antwort B). Finde die endgültige
Entscheidung!
- Zustimmung und Ablehnung: Wörter wie leider nicht, schade, gute Idee,
das passt entscheiden darüber, was am Ende passiert und was die richtige
Antwort ist.
Teil 4: Radiointerview (2x hören - Ja/Nein)
- Moderator oder Gast? Achte genau darauf, wer was sagt. Ist die Aussage
nur ein Kommentar des Moderators oder die echte Erfahrung des Gastes?
- Die Zeitform ist wichtig: Die Aufgabe sagt vielleicht: „Er hat das früher
gemacht“, aber der Sprecher sagt: „Ich möchte das in der Zukunft machen.“
Achte auf Signalwörter wie früher, jetzt, in der Zukunft.
Goethe-Zertifikat A2: Überlebensleitfaden für das Modul "Schreiben"
- Die 3-Punkte-Regel (Sehr wichtig!): In der Aufgabe stehen immer 3
Inhaltspunkte. Du musst zu jedem der 3 Punkte etwas schreiben (mindestens
einen Satz). Wenn du einen Punkt vergisst, verlierst du viele Punkte!
- Kurz und klar (KISS-Prinzip): Schreib keine langen, komplizierten Sätze.
Schreib kurze, klare Sätze mit korrekter Grammatik (Subjekt + Verb + Objekt).
- Konjunktionen benutzen: Verbinde deine einfachen Sätze mit und, oder,
aber und weil. Vergiss nicht: Bei weil geht das Verb ans Ende!
- Wörter zählen: Achte auf die Wortzahl (Teil 1: ca. 20-30 Wörter, Teil 2: ca.
30-40 Wörter). Schreib nicht zu wenig und keinen Roman.
Teil 1: Kurze Nachricht an Freunde (SMS / Chat)
Hier schreibst du eine kurze, informelle Nachricht an einen Freund/eine
Freundin.
- Informelle Anrede: Beginne mit Hallo [Name], oder Lieber/Liebe [Name],.
Achtung: Nach dem Komma schreibst du klein weiter!
- Direkt zum Thema: Keine langen Begrüßungen. Komm schnell zu den 3
Inhaltspunkten aus der Aufgabe.
- Informeller Gruß: Beende die Nachricht mit Liebe Grüße oder Viele Grüße
und schreib deinen Vornamen darunter.
Teil 2: Formelle E-Mail
Hier schreibst du eine formelle E-Mail an deinen Chef, einen Lehrer oder ein
Büro (z.B. Entschuldigung, Termin verschieben).
- Formelle Anrede (Sehr wichtig!):
Mann: Sehr geehrter Herr [Nachname],
Frau: Sehr geehrte Frau [Nachname],
Unbekannt/Firma: Sehr geehrte Damen und Herren,
- Warum schreibst du?: Ein guter erster Satz ist: Ich schreibe Ihnen, weil...
- Termine und Zeiten: Benutze die richtigen Präpositionen für Zeitangaben
(am Montag, um 14 Uhr).
- Formeller Gruß: Beende die E-Mail immer mit Mit freundlichen Grüßen und
schreib deinen Vor- und Nachnamen darunter.
Goethe-Zertifikat A2: Überlebensleitfaden für das Modul "Sprechen"
- Lächeln und Augenkontakt: Schau deinen Partner und die Prüfer an,
wenn du sprichst. Das zeigt Selbstbewusstsein!
- Keine Angst vor Fehlern: Hast du ein falsches Wort gesagt? Kein Problem!
Korrigiere dich selbst und sprich einfach weiter. Das gibt Pluspunkte.
- Der magische Satz: Du hast etwas nicht verstanden? Bleib nicht stumm!
Sag sofort: "Entschuldigung, können Sie das bitte wiederholen?"
- Kein "Ja/Nein"-Roboter: Antworte niemals nur mit einem Wort. Mach
immer einen ganzen Satz.
Teil 1: Fragen stellen und antworten
- Benutze W-Fragen: Am einfachsten ist es, Fragen mit Wer, Wo, Wie, Was,
Wann, Warum zu stellen. (Z. B. "Wann machst du Sport?")
- Einfach bleiben: Bilde kurze und grammatikalisch korrekte Fragen. Mach
es nicht zu kompliziert.
- Ganze Sätze: Wenn dein Partner fragt: "Was isst du gern?", sag nicht nur
"Pizza". Sag: "Ich esse gern Pizza."
Teil 2: Von sich erzählen
- Nutze die Stichpunkte: Zu jedem der 4 Punkte auf der Karte musst du 1-2
Sätze sagen. Die Punkte sind deine Landkarte, folge ihnen!
- Wörter verbinden: Verbinde deine Sätze mit Wörtern wie und, dann,
danach, damit es wie eine flüssige Geschichte klingt.
- Zeig, dass du fertig bist: Beende deinen kurzen Vortrag mit "Das ist alles"
oder "Ich bin fertig".
Teil 3: Etwas gemeinsam planen (WICHTIG!)
- Die Ping-Pong-Regel: Ein Dialog ist wie Tischtennis. Mach einen Vorschlag
und frag dann deinen Partner: "Was denkst du?" oder "Wie findest du das?"
- Zustimmen (Ja sagen):
Das ist eine gute Idee!
Ja, das passt mir sehr gut.
Einverstanden!
Ablehnen und neu vorschlagen (Nein sagen): Sag nicht zu allem "Ja". Du
musst auch mal diskutieren:
Da habe ich leider keine Zeit.
Das ist zu teuer. Wollen wir lieber...?
Ich finde das nicht so gut. Wie wäre es mit...?