Arbeitsblatt Einführung in die Geographie
Rotation und Revolution der Erde
Aufgabe 1: Zeit
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal in östlicher Richtung um die eigene Achse. Für Beobachtende auf der Erde
wandert daher die Sonne von Ost nach West über das Himmelsgewölbe. Der höchste Punkt der täglichen Bahn, die
Kulmination, wird als 12 Uhr Ortszeit definiert und steht genau südlich der Beobachtenden (auf der Nordhalbkugel).
Die Sonne überstreicht in 24 Stunden 360°, in einer Stunde also 15° bzw. in 4 Minuten 1 Längengrad.
Die wahre Ortszeit (WOZ), richtet sich nach der tatsächlich beobachteten Kulmination der täglichen Sonnenbahn.
Allerdings ist die Sonne ein relativ unpräziser Zeitgeber: Weil die Erde unter anderem auf einer leicht elliptischen
Bahn um die Sonne wandert, bewegt sie sich nicht immer genau gleich schnell. Daher überschreitet die Sonne den
örtlichen Meridian nicht immer zum genau gleichen Zeitpunkt. Die mittlere Ortszeit (MOZ) entspricht dem Zeitpunkt,
zu dem eine sich gleichmässig bewegende Sonne die tägliche Kulmination erreichen würde.
Die Differenz zwischen der wahren und der mittleren Ortszeit wird als Zeitgleichung bezeichnet; Zeitgleichung =
WOZ–MOZ. So verspätet sich beispielsweise die Sonne am 11. Februar um maximal 14 Minuten, am 4. November
erscheint sie um 16 Minuten zu früh. Der Zeitpunkt des Sonnenaufganges verändert sich von Mitte Dezember bis
Ende Januar in der Schweiz kaum, obschon in dieser Phase die Tageslänge bereits zunimmt. Die Sonne erscheint
während dieser Phase jeweils kurz nach acht Uhr. Dafür setzt die Abenddämmerung bereits ab Anfang Januar später
ein, und es bleibt Ende dieses Monats bis ca. 18 Uhr hell. Nach der Zeitgleichung verspätet sich die Sonne in diesem
Zeitraum also um bis zu 14 Minuten.
a) An welchen Tagen im Jahr sind wahre und mittlere Ortszeit identisch?
25.12, 13.04, 15.06, 01.09
b) Erreicht die Sonne heute ihre Kulmination zu früh oder zu spät?
Zu früh
c) Wann erreicht die Sonne heute in Aarau ihren höchsten Punkt? Berechnen Sie den exakten Zeitpunkt
(MEZ).
Hilfreiche Angaben dazu: Bezugsmeridian für die Mitteleuropäische Zeitzone: 15° E
Geographische Länge Aarau: 8° 02’ E
1
13:27
Aufgabe 2: Tageslänge und Jahreslänge
Die Länge eines Tages wird durch die zeitliche Dauer einer Rotation der Erde um die eigene Drehachse bestimmt.
Entscheidend dabei ist, einen Bezugspunkt festzulegen, damit der Anfang bzw. das Ende einer Rotation festgelegt
werden kann. Die so definierte Tageslänge fällt daher unterschiedlich lang aus, und zwar je nachdem, ob man die
Sonne oder einen weiter entfernten Stern als Bezugspunkt auswählt.
Die Erde verschiebt sich auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne pro Tag um ca. 1° (360° in 365 Tagen). Misst nun ein
Beobachter auf der Erde die Zeit zwischen zwei Meridiandurchgängen der Sonne (Sonnentag), so entspricht dies
genau 24 Stunden. Er hat dann aber die zeitliche Dauer von etwas mehr als einer Umdrehung der Erde um die eigene
Achse gemessen, weil der Beobachter auch noch die Zeit für das eine Grad misst, welches die Erde auf der Bahn um
die Sonne mitterweile zurückgelegt hat. Beim Sterntag wird exakt die Zeit für eine vollständige Drehung der Erde um
die eigene Achse (360°) gemessen. Die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden nächtlichen Durchgängen
eines Fixsterns durch den örtlichen Meridian misst 23 Stunden 56 Minuten 04,09053 Sekunden.
Das Jahr ist definiert als die Zeitspanne, welche die Erde für einen vollständigen Umlauf um die Sonne benötigt. Auch
dabei sind verschiedene Bezugspunkte möglich. Das für den Kalender wichtige tropische Jahr misst die Zeitspanne
von einem Frühlingsbeginn zum nächsten, was 365,242190 Tagen entspricht.
Das Kalenderjahr rechnet aus praktischen Gründen nur mit ganzen Tagen, weshalb die Differenz zum tropischen Jahr
durch Schalttage korrigiert werden muss. Der noch heute gültige Kalender ist der gregorianische, welcher 1582 von
Papst Gregor XIII. eingesetzt wurde. Dieser wiederum stützte sich auf den julianischen Kalender (nach Julius Cäsar).
Der damalige römische Kalender basierte auf einem Mondkalender, der aber zwischendurch mit eingeschobenen
Tagen an das Sonnenjahr angepasst werden musste. Durch die julianische Kalenderreform wurde alle vier Jahre ein
Schalttag im Monat Februar eingeführt. Allerdings wird durch eine starre Anwendung dieser Regel zu viel
kompensiert. Daher wird im gregorianischen Kalender der Schalttag dann weggelassen, wenn die Jahreszahl durch
100, nicht aber, wenn sie durch 400 teilbar ist.
àGute, ausführlichere Erklärung: [Link]
a) Wann ist das nächste Schaltjahr? 2024
b) Warum war das Jahr 1900 kein Schaltjahr, das Jahr 2000 hingegen schon? 2000 durch 400 teilbar
2
c) Wenn wir keine Schaltjahre hätten, wie lange würde es dauern, bis wir mitten im Sommer Weihnachten
feiern würden? 730
Aufgabe 3: Revolution der Erde
Die Bahn der Erde um die Sonne entspricht einer fast kreisförmigen Ellipse. Im sonnenfernsten Punkt der Erdbahn
(Aphel, Anfang Juli) beträgt die Distanz der Erde zur Sonne 152,1 [Link], im sonnennächsten Punkt ( Perihel, Anfang
Januar) 147,1 [Link]. Die Erdachse (Rotationsachse) steht nicht senkrecht auf der Bahnebene zur Sonne (Ekliptik),
sondern bildet mit der Senkrechten zur Ekliptik einen Winkel von ca. 23,5°. Wegen dieser Schiefstellung der Erdachse
und der Revolution (Umlauf der Erde um die Sonne) ändert sich die Sonnenhöhe am Mittag im Laufe eines Jahres.
Dies erzeugt die Jahreszeiten.
Die Deklination d ist der Winkel zwischen der Sonnenhöhe am Mittag und dem Himmelsäquator bzw. die
geografische Breite, an der die Sonne zum betrachteten Zeitpunkt im Zenit steht. Für einen bestimmten Ort
verändern sich die Längen von Tag und Nacht im Laufe eines Jahres und sind abhängig von der Position der Erde auf
ihrer Bahn um die Sonne. Befinden sich die beiden geografischen Pole genau auf der Schattengrenze, liegt die
Erdachse senkrecht zu den Sonnenstrahlen. Dann steht die Sonne über dem Äquator im Zenit (d=0). Das sind die
beiden Äquinoktien.
Sonnenhöhe und Tagebogen
Wird der natürliche Horizont, der durch Berge oder Hügel begrenzt ist, vernachlässigt, lassen sich die Einfallswinkel
der Sonnenstrahlen über einem beliebigen Ort für Mittag Ortszeit einfach berechnen.
Beispiel: Es soll die Sonnenhöhe am
Mittag über Bern für den 1.
November berechnet bzw.
konstruiert werden.
Geografische Breite f = 47°N
Deklination d = 14°S (d = –14°, aus
Abb. 2.8)
3
Der gesuchte Einfallswinkel z berechnet sich folgendermassen:
z = 90° – f + d = 29°
(gültig für die Nordhalbkugel)
a) Bestimmen Sie jeweils für Mittag (Ortszeit) die Sonnenhöhe z über den ausgewählten geografischen
Breiten.
Datum 0° 15° N 23,5° N 35° N 47° N 66,5° N 80° N 90° N
21. 3./23. 9. 90°
21. 6. 113.5°
21. 12. 66.5
b) Auf welchen geografischen Breiten sind am 23. September (Äquinoktium) bzw. am 21. Juni (Solstitium) die
höchsten Sonnenstände zu beobachten? Begründen Sie Ihre Antwort.
Äquator Sonne Scheihnt genau auf dem 0°
c) Beschreiben Sie mithilfe der Abbildung die Jahresgänge der täglichen Sonnenhöhe z über Nanyuki (0°) und
Bern (47° N). Erläutern Sie anschliessend Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede.
Im Juni Ist die Sonne Gleich hoch/tief bei Kenia geht’s nur hoch und dann wieder runter währenddessen in
Bern Macht sie 2 Bögen Und im Herbst und Frühling(Äquinoltium) ist es gleich hoch und Sommer und
Winter(Solstitium) gleich tief
4
5
Nanyuki Äquinoktien
Nordpol [Link]
Rovaniemi 21.März Bern [Link]
Tamanrasset Äquinoktien Puerto deseado 21.März
Sao Paulo [Link] Longyearbyen [Link]
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e) Die Diagramme zeigen den Zeitpunkt von
Sonnenauf- und -untergang im Jahresgang an
verschiedenen geografischen Breiten. Bestimmen Sie
für den Ort C den Zeitpunkt des Sonnenauf- und -
untergangs am 27. November und am 31. Mai. Ordnen
Sie jedes Diagramme einem Ort auf der Karte zu.
Erläutern Sie die Zuordnungen.