Würdigung: Jeweils
Würdigung: Jeweils
Wer vom Aufzug spricht, redet meist über dessen Ausbleiben: Auf dem Weg in ein wichtiges
Meeting verpasst man ihn, und in der morgendlichen Rushhour, wenn der Lift an jedem einzelnen
Stockwerk anhält, beschließt so mancher, demnächst wieder die Treppen zu nutzen. 0 Die
Wartezeiten vor New Yorker Liften allerdings summieren sich im Lauf eines Jahres auf 16.6 Jahre.
Daran mag es liegen, dass der Fahrstuhl als technisches Hilfsmittel für gewöhnlich weniger geliebt
als bloß geduldet wird. Dabei wäre ohne den Aufzug die Eroberung der Vertikalen in unseren
Städten Wohl ausgeblieben.
Die Idee des Aufzugs an sich ist mit einiger Sicherheit schon ziemlich alt 1 im großen stil kam
der Aufzug allerdings erst im 19. Jahrhundert in Mode, als Dampfmaschinen das Hochhieven der
Plattformen übernehmen könnten. Doch beschränkte sich das maschinelle Liften vorerst auf
waren.
Erst Elisha Graves Otis, Gründer der otis Elevator Company, bereitete dem Fahrstuhl als
Verkehrssystem in der vertikalen den weg. 2 Die Entwicklung besserer Seite und
Dampfmaschinen sowie der Zustrom von Arbeitskräften in die Städte machten schließlich den
Fahrstuhl zum unverzichtbaren Requisit urbanen Lebens. Bald lösten Elektromotoren die
Dampfmaschinen ab, so dass schon im 1900 Liftkabinen bis in eine Höhe von 30 Stockwerken
fuhren. 3
Mit dem Bauboom des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts tauchte indes ein neues Problem
auf:4_ Zugleich wünschten Bauherren einen niedrigen Energieverbrauch bei möglichst hoher
Transportkapazität. Deshalb zogen auf das Elevatoring spezialisierte Ingenieure bald ein ganzes
Dickicht mathematischer Gleichungen zur Optimierung von Liftanlagen heran.
Heute mischt die Fahrstuhlmathematik live bei der Steuerung der Liftkabinen mit, und zwar dann,
wenn Wartende dem Lift via Zielruftaste mitteilen, in welches Stockwerk die Fahrt gehen soll. Dann
bereits, bald soll der neue Fahrstuhl in einem eigens dafür errichteten Turm getestet werden.
Beispiel:
z: verbringen alle Büroangestellten New Yorks zusammengenommen jedes
5.9 Jahre
Jahr mit Fahrten im Lift, errechneten Forscher von IBM unlängst.
a: 1853 stellte er eine Fangvorrichtung vor, die bei einem Riss des Seils verhinderte, dass
die Kabine ungebremst in die Tiefe stürzte.
b: All diesen Neuerungen zum Trotz ist der Fahrstuhl im Grunde selbst heutzutage noch
eine ziemlich ineffiziente Sache.
c: Die bequeme Fahrt im Aufzug muss mit langen Wartezeiten erkauft werden-und je
mehr Fahrgäste, desto komplizierter die Berechnung der günstigen Fahrwege.
d: Dieses bahnbrechende Hochhausprojekt erforderte technische Neuerungen.
e: Einfach Glocken oder Summer besorgten in diesen führen Kabinen die Kommunikation
über die Fahrtrichtung und demnächst anzusteuernde Haltestellen.
f: Magnete sollen die Seite ersetzen, die Kabine wie eine Magnetschwebebahn in der
Vertikalen auf und abgleiten.
g: So fanden Archäologen in altrömischen Ruinen Überreste von Schächten, in denen
Plattformen auf und abfahren konnten.
h: Trotz dieser Rückschläge glaubte er fest an seine Idee.
Leseverstehen, Teil 2
Lesen Sie den folgenden Text. In welchem Textabsatz a-e finden Sie die Antworten auf
die Fragen 7-12?
Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Jeder Absatz kann Antworten auf mehrere
Fragen enthalten.
Markieren Sie Ihre Lösungen für die Aufgaben 7–12 auf dem Antwortbogen.
In welchem Abschnitt ...
A_Mal knallt ein mit einem Paar besetzter Mercedes gegen eine Garagenwand, mal stoppt
die Polizei einen Raser, der als Grund für die Raserei einen heftigen Ehestreit im Auto
angibt. Streit mit dem Beifahrer ist ein notorisches Motiv in den Berichten der
Verkehrspolizei. Glücklicherweise kommt es nicht immer zu Unfällen. Der Zustand der
Fußmatte des Beifahrers Verrat manchmal etwas über das Ausmaß der Spannungen in der
Fußmatte finden sich faustgroße Locher exakt an der Stelle, wo der. Beifahrer immer mit-
bremst. Die durchlöcherte Matte wäre ein geeignetes Logo für den Club der
verängstigen Beifahrer den es allerdings (noch) nicht gibt Die Jahrestreffen wären erfüllt von
Jammern und Wehklagen über rücksichtslose oder unbelehrbare Fahrer. Wird nicht jeder
wohlgemeinte Hinweis auf ein Tempolimit vom Fahrer als Fundamentalkritik gewertet?
Registriert er nicht jedes Zusammenzucken und antwortet mit Schimpftiraden? Angst um ihr
Leben haben auch Leute, die es aushalten müssen, dass der befreundeten Fahrerschein
Neuling zeigen will was er drauf hat.
B_Dach wir Fahrer haben gute Grunde, manchen Beifahrer zum Teufel zu wünschen. Ich
kenne das aus eigener Erfahrung Muss meine Liebe Gattin, die am Steuer selbst eine
Schnarch Tüte und Sonntagsfahrern ist. ihr altes Autoritätsproblem ausgerechnet auf dem
Beifahrersitz aufarbeiten? Und immer diese ätzenden Besserwisser Sprüche, ausgerechnet
von ihr: „Grüner wird nicht, Schatz" Oder. Schönen Gruß vom Getriebe Es stimmt ja, dass
es
man manchmal etwas sportlich unterwegs ist aber wo bleibt das Vertrauen? Und dieses
-
verheiratet und im normalen Leben ein eingespieltes Team. Aber im Auto wird unsere Ehe
mitunter auf ine harte Probe gestel
C_Die Beifahrerfrage ist bedauerlicherweise ein wenig beachtetes Thema der
Verkehrssicherheit Welche Folgen es für den Fahrer hat, wenn ein technisches Problem die
Sicherheit beeinträchtigt, wird bis ins Kleinste untersucht. Doch was passiert, wenn der
Nebenmann das Problem ist,-hierbei handelt
weitgehend um Terra inkognito der
es sich
bedrohen. Darüber sollten wir einmal nachdenken, ist nicht das schönste Beispiel für die
ambivalente Wirkung, die ein Beifahrer erzielen kann, der Beifahrerschlaf? Wenn ich als
Fahrer das Vertrauen meines Mitreisender, spure, bin ich glücklich. Gleichzeitig wirkt die
Gleichmäßigkeit des Atmens auch beruhigend auf mich. Möglicherweise kann dieser Effekt
so stark sein, dass ich von dem Schlafenden angesteckt werde und selber einknicke. Und der
Sekundenschlaf ist zu Recht gefürchtet: Nach Schätzungen des Deutschen
Verkehrssicherheitsrats werden sehr viele Unfälle. Auf Autobahnen durch Sekundenschlaf
verursacht. Anderes Beispiel: der Griff ins Lenkrad. Schlimmer kann, der Beifahrer den
Fahrer nicht bevormunden als durch eine spontane Lenkhilfe; zum Beispiel, wenn der
Abstand zu einem parkenden Auto zugering scheint. Und doch war es just eine solche Untat,
die vor zwei Jahren einen Kollegen meines Vaters ,„Jens Weinrich“ zu meinem Helden
machte. Weinrich war als Beifahrer mit meinem Vater unterwegs, als dieser plötzlich einen
Schwächeanfall erlitt und des Bewusstsein verlor. Weinrich griff geistesgegenwärtig ins
Lenkrad und steuerte mit mühevollen Verrenkungen das Auto sicher an den Straßenrand.
Sein reaktionsschnelles. Eingreifen verhinderte nicht nur ein Unglück, es zeigt auch, dass
man tatsächlich nicht pauschal sagen kann, welches Beifahrerverhalten die Sicherheit fördert
oder diese eher bedroht.
E Dass sich das Verhalten eines Beifahrers so schwer vorhersehbar auf den Fahrer, seine
Fahrweise und die Verkehrssicherheit auswirkt, liegt in der Psyche der Beteiligten. Erfordert
jedoch die Verkehrssituation die volle Konzentration des Fahrers, so kommt es oft zu
Aufmerksamkeitskonflikten, Norbert Bremer Sozialpsychologe an der Universität Siegen,
sagt,,Fühlt der Fahrer sich durch das Verhalten des Beifahrers dann noch in seinem Stolz
gekränkt, führt das schnell zu Fehlreaktionen. Am gefährlichste erscheint die sogenannte
Realtanz als Antwort auf die unerwünschte Einflussnahme durch den Beifahrer: jetzt erst
recht (rasen, schnelle, Kurven fahren, überholen)! Es geht schließlich ums Äußerste: die
Einengung der Freiheit Dem
bibbernden Beifahrer kann man da nur mit auf den Weg geben: Nicht die Kompetenz des
Fahrers infrage stellen! Den Fahrstil nicht kritisieren! Weder Angst noch Unbehagen zeigen
Streit vermeiden, stattdessen loben Und weiterhin Löcher in die Fußmatte bremsen!
Beifahrerangstseminare. so stelle ich erstaunt fest, gibt es im Gegensatz zu
Flugangstseminaren
noch nicht.
Leseverstehen, Teil 3
1 100 Stühle stehen im Tagungsraum des Swissair Hotel am Berliner Ku'damm bereit, gleich
werden sie alle besetzt sein. Dalarna eine Region in Mittelschweden, deren Markenzeichen
rote Holzpferdchen sind, hat an diesem Samstagvormittag geladen. Arzte sollen rekrutiert
werden, die bereit sind, dorthin auszuwandern. Assistenz- oder Fachärzte wie Hans-Joachim
Haubold. ה
2 Zwei unterschriftsreife Verträge aus der Schweiz liegen ihm bereits vor, aber die Schweden
will er sich auch noch anschauen, da ist er flexibel. Sicher ist für ihn nur, dass er im Juli
auswandern wird, Hauptsache weg irgendwohin, wo meine Fähigkeiten mehr geschätzt
werden<. Zehn Jahre niedergelassener Facharzt in Bad Kreuznach, zehn Jahre Kampf mit
als
der Bürokratie hätten ihn mürbegemacht, sagt er: >»Die Bedingungen werden immer
schlechter, und ich will nicht zehn weitere Jahre darüber lamentieren.
3 Die Entscheidung sei ein langer Prozess gewesen, doch nun sei das Maß voll: >»ich warte
nicht mehr auf bessere Zustände. Sie werden nicht kommen, egal, was die Politiker sagen.
Ein Diaprojektor wirft bis zum Beginn der Veranstaltung schwedische
Bilderbuchimpressionen auf die Leinwand: Blaubeeren, Braunbären, Wälder, rote
4 Die Antwort: Ja, unbedingt; das Durchschnittsalter der Ärzte in Dalarna liege bei 57
Jahren. Sebastian Böttcher, 24, studiert noch zwei Jahre Medizin an der Charité: »Ein
Klinikarzt, der dieses Jahr nach Schweden gehen wird, hat so davon geschwärmt, dass ich
mal mit einem Kumpel hierhergekommen bin.<< Nelli Fock, 20 die ihr Medizinstudium
gerade erst begonnen hat, sagt, sie wollte »immer schon ins Ausland gehen. Das kann
Schweden sein, muss es aber nicht. Die Veranstaltung beginnt. Christiane Schmidt, 34,
studierte Romanistin. und Germanistin, wird sie moderieren. Sie ist extra aus Schweden
angereist und hat einige Vertreter des dalmatischen Gesundheitswesens mitgebracht.
Personalchef Robert Carlsson kommentiert eine Diashow.
7 erzählt ein Arztehepaardem Rheinland, 30 und 29 Jahre alt. Sie möchten nicht
aus
namentlich genannt werden, weil sein Arbeitgeber des Mannes noch nichts von den
Auswanderungsplänen weiß. Ihre Kinder sind dreieinhalb und anderthalb Jahre alt, seit
einem Jahr versucht die Mutter, eine Stelle als Assistenzärztin zu bekommen: " Als
Assistenzärzte ist es für uns beide nur möglich, in Teilzeit zu arbeiten. Es gibt viele Angebote - aber
keines, das sich mit Familie vereinbaren lässt.
Allgemeinmediziner in Schweden und berichtet von seinen Erfahrungen. Dass als Hausarzt im
Angestelltenverhältnis die finanzielle und die personelle Verantwortung wegfallen. Dass er nicht
mehr in den Interessenkonflikt zwischen wirtschaftlichen und
medizinischen Aspekten kommt.,,man hat mehr Zeit für die ärztliche Tätigkeit. Weiterbildung zählt
als Arbeitszeit" sagt Klär.
9 Und Sprechstunden sind anders organisiert: In der Akutsprechstunde habe ich 20 Minuten Zeit für
den Patienten. Hinzu kommen terminierte Sprechstunden mit 30 Minuten pro Patient und
Telefonsprechzeiten. Ein Facharzt kommt so auf 12 bis 14 Patientenkontakte pro Tag.,,Ungläubiges
Gelächter im Publikum“. »Lachen Sie ruhig, das ist die natürliche Reaktion<, sagt Christiane
Schmidt s rund 30 Fragen beantwortet hat, löst sie die Runde auf: »Der Warteraum für die
Bewerbungsgespräche ist ausgeschildert. 10 Das Arzteehepaar aus dem Rheinland hat die
Bewerbungsunterlagen schon parat und muss sie nur noch abgeben. Und was nehmen die beiden
nun nach Hause mit? »>Wir hatten uns schon vorher eingehend informiert, aber es gab noch einige
interessante Details, beispielsweise zur Kinderbetreuung.<< Insgesamt habe die Veranstaltung einen
sehr netten Eindruck gemacht. Und es sei eine wichtige Information, dass man die Kosten für den
viermonatigen Intensiv-Sprachkurs nicht zurückzahlen müsse, falls einen das Heimweh überwältigt
und man zurück nach Deutschland geht. Das sei in der mittelschwedischen Region Gävle, die sich
am Tag zuvor in präsentiert habe anders gewesen. Ansonsten spiele die finanzielle Seite aber keine
13 Bei der Veranstaltung im Berliner Hotel werden Ärzte für ganz Schweden
gemacht.
17 Da viele Ärzte in Schweden bald in den Ruhestand gehen, benötigt man dort
meisten viele neue Ärzte.
zurückzahlen, wenn
man nicht in Schweden bleibt.
Welche der Überschriften a/b oder c, trifft die Aussage des Textes am besten?
Markieren Sie
Ihre Lösung für die Auf Gabe 24 auf dem Antwortbogen.
24
a Auswanderer in Schweden
b Immer weniger Arzte in Deutschland
c Schweden umwirbt deutsche Ärzte
Sprachbausteine
Virtuelles Studium-der Trend des Jahrhunderts
Mit rasender Geschwindigkeit haben neue Informations- und
Kommunikationstechnologien die Welt des Studiums 0 Jahrzehnt'
komplett verändert. Das Internet bietet heute unvorstellbare Möglichkeiten, orts-
und zeitunabhängig_25 Sekundenschnelle universitäre Lehrprogramme,
Studiengänge und akademische Bildungsangebote zu nutzenPerfekt
durchstrukturierte Online- Vorlesungen, elektronisch 261 Lehrvideos in
Tonqualität, Foliensätze, Übungsaufgaben und Testfragen mit Musterantworten
sind mühelos und 27 abrufbar. Cross-und multimediale Zusatzangebote
aus Mediatheken, Hintergrundmaterialien, 28 Datenbanken, Quellen und
weiterführende Literaturgehören 29 dazu wie Case Studies aus der Praxis,
Anwendungsbeispiele, Chatrooms, Netzwerke, interaktive Foren, Seminare und
Tutorien. Das,,Studium virtuelle" ermöglicht täglich, werk-und feiertags,
30 Zugang zum Wissen der klügsten Gelehrten und zu 31 feinsten
und besten Ideen. Wer braucht 32 so exzellenten Online-
Studienbedingungen noch Lehrveranstaltungen, fixen Zeiten an festen
die zu
28) a-Zugriff auf 29) a-egal 30) a-rund um der Uhr 31) a-denen
b-Zugriff durch b-einerlei b-rund um die Uhr b-deren
363) a-auch immer 37) a-belehrend 38) a-in den kommenden Jahren 39) a-hinein
b-für immer b-didaktisch b-in die kommenden Jahre b-hinauf
c-schon immer c-lehrhaft c-Kommenden Jahres c-herab