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Merged

Das Dokument behandelt Mischer und Phasenregelkreise, die für die Frequenzumsetzung in Netzwerkanalysatoren wichtig sind. Es erklärt das Überlagerungs- oder Heterodynprinzip, das die Übertragung von Phase und Amplitude in einen niedrigeren Frequenzbereich ermöglicht, und beschreibt die Funktionsweise von Mischern, insbesondere unter Verwendung von Schottky-Dioden. Zudem wird die parametrische Rechnung zur Analyse von nichtlinearen Bauelementen und deren Anwendung in Mischerschaltungen erläutert.

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Das Dokument behandelt Mischer und Phasenregelkreise, die für die Frequenzumsetzung in Netzwerkanalysatoren wichtig sind. Es erklärt das Überlagerungs- oder Heterodynprinzip, das die Übertragung von Phase und Amplitude in einen niedrigeren Frequenzbereich ermöglicht, und beschreibt die Funktionsweise von Mischern, insbesondere unter Verwendung von Schottky-Dioden. Zudem wird die parametrische Rechnung zur Analyse von nichtlinearen Bauelementen und deren Anwendung in Mischerschaltungen erläutert.

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3 Mischer

Im Folgenden werden zwei wichtige Schaltungstypen besprochen - Mischer und


Phasenregelkreise. Phasenregelkreise werden vor allem benötigt, um den in Netz-
werkanalysatoren erforderlichen Gleichlauf zwischen dem Messoszillator und
dem Mischoszillator und um die Reproduzierbarkeit gewählter Frequenzen zu
erzielen. Der Abstand zwischen diesen beiden Oszillatoren muss auch im Wob-
belbetrieb gleich einer festen Zwischenfrequenz sein. Auf diese Zwischenfrequenz
wird die hochfrequente Phasen- und Amplitudeninformation transformiert. Dies
geschieht nach dem sog. Überlagerungs- oder Heterodynprinzip, welches besagt,
dass bei einer linearen Frequenzumsetzung die Phase und die Amplitude getreu in
einen anderen Frequenzbereich, in diesem Fall in die sehr viel niedrigere Zwi-
schenfrequenz, übertragen werden können.
Die Frequenzumsetzung erfolgt mit Mischern, welche in diesem Kapitel be-
handelt werden. Messsysteme, die nach dem Überlagerungsprinzip arbeiten, wei-
sen eine größere Empfindlichkeit und Dynamik auf als die skalaren Messsysteme,
die mit direkter Detektion und deren quadratischer Charakteristik bei niedrigen
Leistungen arbeiten. Während bei der direkten Detektion z. B. 10 dB Abschwä-
chung im Hochfrequenzbereich bereits 20 dB Abschwächung der gleichgerichteten
Leistung bedingt, besteht bei den nach dem Überlagerungsprinzip arbeitenden
Messsystemen ein proportionaler Zusammenhang, also 10 dB Abschwächung im
Hochfrequenzbereich bedingt 10 dB Abschwächung im Zwischenfrequenzbereich.
Um die erforderlichen Wobbelsignale zu generieren, bedient man sich der
Schrittgeneratoren, die ebenfalls in diesem Kapitel besprochen werden.
Im Kapitel 4 werden heterodyne Netzwerkanalysatoren eingehend behandelt.

3.1 Das Überlagerungs- oder Heterodynprinzip

Messgeräte, welche die Vierpolparameter nach Betrag und Phase auch im Wob-
belbetrieb zu messen gestatten, werden als Netzwerkanalysatoren, Vektormesser
oder ähnlich bezeichnet. Diese Geräte arbeiten nach dem sog. Überlagerungs- oder
Heterodynprinzip. Bei der Erläuterung dieses Messprinzips kann man bei den
skalaren Messverfahren anknüpfen (Abschn. 2.1). Anstelle der Breitbanddetekto-
ren werden möglichst gut angepasste Mischer verwendet, die in den Bildern mit
dem Symbol  gekennzeichnet sind. Die Mischer werden von zwei Signalen mit
verschiedenen Frequenzen angesteuert und zwar mit der Signalfrequenz fs und der
Lokaloszillator (Mischoszillator) -Frequenz fLO beziehungsweise Pumpfre-
84 3 Mischer

quenz fp  fLO . Die Differenz dieser beiden Frequenzen soll gleich einer festen
Zwischenfrequenz (ZF) fi sein. Dabei steht der Index i für „intermediate fre-
quency“. Es gilt
i
f s  f p  fi  (3.1)
2
Eines der beiden am Mischer anliegenden Signale sollte groß genug sein, um die
nichtlinearen Elemente in den Mischern auszusteuern. Im Allgemeinen wird der
Mischoszillator (LO) das Großsignal up(t) liefern, denn durch das Messobjekt
kann das Messsignal stark abgeschwächt werden. Das Messsignal mit der
Amplitude U s ist daher das Kleinsignal am Mischer, der Mischoszillator (LO)
mit der Amplitude U p das Großsignal. Es soll gezeigt werden, dass unter der
Bedingung
U s  U p (3.2)

die Amplitude und Phase des Messsignals getreu in den Zwischenfrequenzbereich


übertragen werden. Als elektronische Komponenten in den Mischern eignen sich
eine Reihe von nichtlinearen Bauelementen.
Bei einer in der Hochfrequenztechnik sehr wichtigen Klasse von nichtlinearen
Schaltungen erfolgt die Aussteuerung des nichtlinearen Bauelementes (oder meh-
rerer nichtlinearer Bauelemente) durch ein zeitperiodisches Pumpsignal up(t) der
Grundfrequenz fp mit großer Steueramplitude. Außerdem können an dem nichtli-
nearen Bauelement eine Reihe von Signalen mit bedeutend kleinerer Amplitude
u(t) anliegen, welche im Allgemeinen von fp verschiedene Frequenzen aufwei-
sen. Bei dem sog. parametrischen Ansatz geht man davon aus, dass der momenta-
ne Arbeitspunkt auf der Kennlinie des nichtlinearen Bauelementes, der zeitperio-
disch verändert wird, ausschließlich durch das große Pumpsignal festgelegt wird.
Von den Kleinsignalen nimmt man an, dass sie den momentanen Arbeitspunkt
vorfinden, wie er durch das Pumpsignal bestimmt wird und diesen nicht verän-
dern. Als Beispiel soll im Folgenden zunächst die nichtlineare eindeutige Strom-
Spannungs-Kennlinie einer Schottky-Diode behandelt werden, allerdings können
die Überlegungen ebenso gut auf andere nichtlineare Bauelemente übertragen
werden. Als weiteres Beispiel sollen Feldeffekttransistoren betrachtet werden.

3.2 Parametrische Rechnung

Am nichtlinearen Bauelement mögen der Strom I und die Spannnung U durch die
eindeutige Strom-Spannungs-Kennlinie I = I (U ) verknüpft sein. Die Kennlinie
wird durch ein periodisches Signal mit großer Amplitude up(t) ausgesteuert. Dem
großen Signal ist ein kleines Signal u(t) zusätzlich überlagert. Wenn die
Amplitude von u(t) sehr klein gegenüber der Amplitude von up(t) ist, dann gilt in
85

guter Näherung der sog. parametrische Ansatz, der auch als abgebrochene Taylor-
Reihe angesehen werden kann:

  
I u p (t )  u(t )  I u p (t ) 
dI

dU u ( t )
 u ( t )
p (3.3)
 
 I u p (t )  i (t ) .

Die Kleinsignalspannung u(t) verursacht einen Kleinsignalstrom i(t) und beide


sind über den zeitabhängigen Leitwert g (up(t)) miteinander verknüpft:
i (t )  g (u p (t ))  u(t ) ,
dI (3.4)
g (t )  .
dU u ( t )
p

Der Momentanleitwert g (up(t)) hängt nur von dem Großsignal up(t) ab und ist der
Parameter, der durch das Großsignal verändert wird. Von Bedeutung ist die Tatsa-
che, dass die Kleinsignalströme und -spannungen i und u linear miteinander
verknüpft sind, weil sie den Verlauf von g (t) selbst nicht beeinflussen. Es gilt
daher für die Kleinsignalgrößen das Superpositionsprinzip. Weil der differenzielle
Leitwert g (t) jedoch zeitabhängig ist, treten neue Frequenzkomponenten auf. Den
Zusammenhang zwischen den einzelnen Frequenzkomponenten erkennt man
besser, wenn man zu einer Zeigerdarstellung übergeht. Nimmt man außerdem an,
dass das Pumpsignal periodisch mit der Kreisfrequenz p = 2  fp ist, dann ist
auch der zeitabhängige differenzielle Leitwert g (t) mit p periodisch und lässt
sich daher als Fourierreihe ausdrücken:


g u p (t )   Gn  e
j np t
,
n  
 (3.5)

 gu p (t )  e  
1  j np t
Gn  d p t .
2


Weil g (t) eine reelle Funktion ist, gilt


G  n  Gn * (3.6)

und G0 ist reell. Das Symbol * bezeichnet die konjugiert komplexe Größe.
Nehmen wir u(t) monofrequent mit der Kreisfreqenz s = 2  fs an, dann er-
kennen wir aus Gl. (3.4), dass i(t) bei allen Kombinationsfrequenzen | fs  n · fp |,
n = 0, 1, 2, 3 usw. vorkommt. Die Kleinsignalnäherung hat zur Folge, dass Ober-
schwingungen von fs nicht auftreten können. Die Ströme bei den verschiedenen
Frequenzen bewirken aufgrund der äußeren Beschaltung, dass auch Spannungen
bei weiteren Kombinationsfrequenzen auftreten.
86 3 Mischer

Wir wollen vereinfachend annehmen, dass neben dem Strom bei der Signalfre-
quenz fs nur noch ein Strom bei der Zwischenfrequenz fi = fs - fp durch das nicht-
lineare Bauelement fließt. Bei allen anderen Kombinationsfrequenzen soll die
äußere Beschaltung eine so große Impedanz aufweisen, dass ein Stromfluss prak-
tisch verhindert wird. In Zeigerschreibweise mit den komplexen Zeigern Is und Ii
setzen wir daher für den Kleinsignalstrom an:

i t  
1
 
I e j  s t  I s* e  j  s t  I i e j i t  I i* e  j i t .
2 s
(3.7)

Nur Spannungszeiger bei fs und fi verursachen mit den zugehörigen Stromzeigern


Wirkleistung am nichtlinearen Element. Daher setzen wir auch für u(t) nur
Komponenten für fs und fi an.

u t  
1
2

U s e j  s t  U s* e  j  s t  U i e j i t  U i* e  j i t .  (3.8)

Setzt man die Gln. (3.5), (3.7) und (3.8) in die Gl. (3.4) ein und notiert nach Fre-
quenzkomponenten, dann erhält man die folgenden beiden Gleichungen, welche in
Matrixform lauten:
I s   G0 G1  U s  U s 
 I   G *       G     , für fs > fp . (3.9)
 i  1 G0  U i  U i 
Wir sehen, dass wie bei einem linearen Zweitor die im Allgemeinen komplexen
Strom- und Spannungszeiger linear über eine Leitwertmatrix miteinander ver-
knüpft sind. Im Unterschied zu zeitinvarianten linearen Zweitoren gehören aber
die Zeiger mit verschiedenen Indizes s und i auch zu verschiedenen Frequenzen fs
und fi . Beachtet man dies, so kann man den Mischer wie ein lineares Zweitor
behandeln.
Die Amplitude der Pumpschwingung tritt nicht explizit in Erscheinung. Sie be-
stimmt jedoch die Größe der Matrixelemente Gn .

Bild 3.1: a) Gleichlageumsetzung b) Kehrlageumsetzung


87

Anders als bei der bisher diskutierten Gleichlageumsetzung (Bild 3.1a) gilt bei
der Kehrlageumsetzung: fi = fp - fs (Bild 3.1b). Im Fall der Kehrlageumsetzung
erhält man als Matrixbeziehung für die Strom- und Spannungszeiger:
Is   G0 G1  U s  U s 
 I *   G *    *    G    *  , für fs < fp . (3.10)
 i  1 G0  U i  U i 
Wenn die Großsignalzeitfunktion up(t) bei geeigneter Wahl des Zeitnullpunktes
eine gerade Funktion um t = 0 ist, was z. B. für eine Cosinusfunktion erfüllt ist,
dann sind die Fourierkoeffizienten Gn in Gl. (3.5) reell. In diesem Fall ist die
Leitwertmatrix symmetrisch und das entsprechende Zweitor ist reziprok. Auf- und
Abwärtsmischung führen dann zu gleichen Einfügungsverlusten.
Die Leitwertmatrix wächst im Umfang an, wenn weitere Kombinationsfre-
quenzen zugelassen werden. Man erhält beispielsweise eine 3×3-Matrix, wenn
zusätzlich die Spiegelfrequenz bei fsp = fp  fi berücksichtigt wird.

3.2.1 Abwärtsmischer mit Schottky-Dioden

Für den Überlagerungsempfang bei hohen Frequenzen sind Schottky-Dioden


besonders gut geeignet, weil sie hohe Grenzfrequenzen aufweisen. Da es sich bei
Schottky-Dioden um passive Bauelemente handelt, ist die Stabilität einer Mi-

Bild 3.2: Prinzipschaltung eines Abwärtsmischers mit einer Schottky-Diode


88 3 Mischer

scherschaltung praktisch immer gewährleistet. Frequenzkonverter mit Schottky-


Dioden weisen auch niedrige Rauschzahlen auf.
Prinzipiell haben realisierte Schaltungen von Abwärtsmischern eine Struktur
wie in Bild 3.2. Von den eingezeichneten Bandpässen wird angenommen, dass sie
die angegebene Frequenz durchlassen und alle anderen Frequenzen sperren und
außerdem einen hochohmigen Eingangswiderstand bei diesen anderen Frequenzen
aufweisen. Insbesondere wird zunächst auch angenommen, dass bei der Spiegel-
frequenz fsp alle Bandpässe hochohmig sind und daher kein Strom bei der Spie-
gelfrequenz durch die Schottky-Diode fließen kann.
Wäre die Schottky-Diode in Bild 3.2 seriell angeordnet worden, dann müssten
die Bandpässe in dualer Weise bei allen übrigen Frequenzen außerhalb des Durch-
lassbereiches einen Kurzschluss als Eingangsimpedanz aufweisen.
Aus den getroffenen Annahmen folgt, dass nur Ströme und Spannungen bei der
Signalfrequenz fs und der Zwischenfrequenz fi berücksichtigt werden müssen und
daher die Matrixbeziehung Gl. (3.9) angewendet werden kann. Führt man außer-
dem eine äußere Beschaltung mit den Abschlussleitwerten Ys und Yi sowie eine
Generatorstromquelle Isg ein, dann ergeben sich die Gleichungen:
I s  G0 G1  U s 
 I   G * G   U  , für f s  f p ,
 i  1 0  i 
I sg  U s  Ys  I s , (3.11)
0  U i  Yi  I i .
Eine Vierpolersatzschaltung in Leitwertdarstellung mit Strom- und Spannungs-
zeigern und Abschlussleitwerten zeigt Bild 3.3.
Die Elemente der Leitwertmatrix G0 und G1 ergeben sich als Fourierkoeffizien-
ten des zeitlich periodischen Verlaufs g (t) der Schottky-Diode gemäß Gl. (3.5).
Wir wollen annehmen, dass eine Spannungssteuerung der Diode durch den
Mischoszillator bei der Frequenz fp erfolgt und dass zusätzlich eine Vorspan-
nung U0 an der Schottky-Diode anliegt. Dann gilt:

Bild 3.3: Vierpolersatzschaltbild eines Abwärtsmischers


89

 
u p  t   U 0  U p  cos  p t . (3.12)

Weil up(t) eine gerade Zeitfunktion ist, sind alle Fourierkoeffizienten Gn reell. Für
die Schottky-Diode wird eine exponentielle Strom-Spannungs-Charakteristik
gemäß
  U  
I  I ss  exp   1
 UT  
mit
nkT
UT  (3.13)
q
angenommen. Dabei ist Iss der Sättigungsstrom, UT die Temperaturspannung, k
die Boltzmannkonstante, T die absolute Temperatur, q die Elementarladung und n
ein Idealitätsfaktor, der gleich oder etwas größer als 1 ist.
Man erhält für die Fourierkoeffizienten den Ausdruck
I ss U 
Gn  exp 0  
UT UT 
 n  (3.14)
 U p 
 1
2 

exp
 T
U
 

    
 cos  p t  cos n  p t d  p t 
.
 n 
Das bestimmte Integral Gl. (3.14) stellt die modifizierten Besselfunktionen n-ter
 
Ordnung J n U p U T dar. Damit ergeben sich die Fourierkoeffizienten zu:

I ss  U0   U p 
Gn   exp J   (3.15)
UT  U T  n  U T  .

Nach diesem Modell hängen die Fourierkoeffizienten nur von dem Scheitelwert
des Pumpsignals U p ab. Im Bild 3.4 ist ein typischer zeitlicher Leitwertver-
lauf g (t) skizziert.
Für die folgenden Überlegungen werden wir annehmen, dass G0 , G1 und evtl.
G2 positiv, reell und bekannt sind und dass üblicherweise G0 > G1 > G2 gilt. Mit
bekannten reellen G0 und G1 sowie bekannten im Allgemeinen komplexen Ab-
schlussleitwerten Ys und Yi können wir z. B. den Gewinn Gp , den verfügbaren
Gewinn Gav oder den maximal verfügbaren Gewinn Gm aus der Schaltung in
Bild 3.3 berechnen. Der Gewinn des Abwärtsmischers ist das Verhältnis von
Ausgangsleistung |U i|2 · Re (Yi) / 2 zu verfügbarer Generatorleistung
|Isg|2 / (8 · Re(Ys)). Das Verhältnis Ui / Isg kann man besonders bequem aus der
erweiterten Matrix G  bestimmen, in welcher die Gln. (3.11) zusammengefasst
~
sind:
90 3 Mischer

 I sg  ~ U s  G0  Ys G1  U s 
 0   G   U    G G0  Yi  U i 
   i  1

oder
U s  ~  1  I sg 
U   G    0  . (3.16)
 i  
Aus Gl. (3.16) folgt
Ui G1
 
G0  Ys  G0  Yi   G12
(3.17)
I sg

und für den Gewinn Gp erhält man damit:


2
 4  ReYs   ReYi 
Ui
Gp 
I sg
(3.18)
4  ReYs   ReYi   G12

G0  Ys  G0  Yi   G12 2 .

Den gleichen Ausdruck erhält man auch für ein komplexes G1 , wobei G12 durch
|G1|2 zu ersetzen ist. Bei Mischern wird häufig der verfügbare Gewinn Gav benö-
tigt, welcher das Verhältnis von verfügbarer Ausgangsleistung zu verfügbarer
Generatorleistung angibt.

Bild 3.4: Zeitverlauf des Leitwertes g (t)


91

Die verfügbare Ausgangsleistung erhält man, wenn man den Lastleit-


wert Yi gleich dem konjugiert komplexen Eingangsleitwert Yei der Schaltung, wie
man ihn von der Zwischenfrequenzseite sieht, wählt, d. h.:
Yi  Yei * . (3.19)
Den Eingangsleitwert Yei berechnet man am bequemsten aus der nur um den
Generatorleitwert erweiterten Matrix Ge :  
0 U s  G0  Ys G1  U s 
 
 I   Ge  U    G 
G0  U i 
 i  i  1

oder
U s  1  0 
U   Ge  
  (3.20)
 i Ii  .
Aus Gl. (3.20) ergibt sich der Eingangsleitwert Yei auf der Zwischenfrequenz-
oder Lastseite zu:

Ii G0  Ys  G0  G12 G12


Yei    G0  . (3.21)
Ui G0  Ys G0  Ys

Mit Yei aus Gl (3.21) und Yi  Yei * errechnet sich der verfügbare Gewinn ebenso
wie in Gl. (3.18), wobei lediglich Yi durch Yei * zu ersetzen ist.

4  ReYs   ReYei   G12


Gav  (3.22)

G0  Ys  G0  Yei *  G12 2 .

Der verfügbare Gewinn hängt nicht mehr vom Lastleitwert Yi ab. Der reziproke
Wert des verfügbaren Gewinns Gav soll auch als Konversionsverlust L bezeichnet
werden:
1
L  (3.23)
Gav .
Den maximal verfügbaren Gewinn Gm = 1 / Lm erhält man, wenn sowohl ein-
gangs- als auch ausgangsseitig Leistungsanpassung eingestellt wird. Weil der
Gewinn symmetrisch in den Größen Ys und Yi ist, muss für den maximal verfüg-
baren Gewinn Ys = Yi gelten. Außerdem sind Ys und Yi reell, weil G0 und G1 reell
sind. Für den Eingangsleitwert auf der Signalseite, Yes , ergibt sich ähnlich wie
Gl. (3.21),
G12
Yes  G0  (3.24)
G0  Yi .
92 3 Mischer

Mit Leistungsanpassung auf der Signalseite, also Ys  Yes* , erhält man

G12
Ys  Yi  Yes *  G0 
G0  Ys
oder

Ys  Yi  G0 2  G12 . (3.25)
Setzt man diese Werte für Ys und Yi in die Beziehung für den Gewinn Gl. (3.18)
ein, dann folgt nach einigen Umformungen für den maximal verfügbaren Ge-
winn Gm :
2
 
 
 G1 
2  1 
Gm      (3.26)
 G0   G12 
1  1   .
 G0 2 

Für ein komplexes G1 ist wiederum G12 durch |G1|2 zu ersetzen. Der maximal
verfügbare Gewinn hängt nur von dem Verhältnis G1 / G0 < 1 ab. Er ist daher
kleiner als 1.
Im Grenzfall eines Dirac-Impuls-gesteuerten Mischers kann G1  G0 und da-
mit Gm  1 werden. Allerdings geht dann auch der Eingangsleitwert Yes gegen
null und eine Anpassung ist nicht mehr möglich. Praktische Mischer mit Schottky-
Dioden weisen Konversionsverluste im Bereich 5 dB bis 10 dB auf. Maßgeblich
verantwortlich für erhöhte Konversionsverluste ist der Bahnwiderstand Rb , den
wir bisher vernachlässigt haben. Bild 3.5 zeigt ein durch den Bahnwiderstand
vervollständigtes Ersatzschaltbild des Abwärtsmischers.

Bild 3.5: Ersatzschaltbild des Abwärtsmischers mit Bahnwiderstand R b


93

Übungsaufgabe 3.1
Für die Mischerschaltung in Bild 3.5 sollen Gewinn, verfügbarer Gewinn und
maximal verfügbarer Gewinn unter Berücksichtigung des Bahnwiderstandes Rb
bestimmt werden.

Für den bisher betrachteten Gleichlageabwärtsmischer hatten wir indirekt an-


genommen, dass bei der Spiegelfrequenz fsp = fp - fi ein Kurzschluss vorliegt,
weil wir Usp zu null angenommen hatten. Häufig weisen Mischer jedoch keinen
Kurzschluss oder Leerlauf bei der Spiegelfrequenz auf, vor allem wenn die Zwi-
schenfrequenz fi niedrig ist. Dann liegen die Spiegelfrequenz fsp und die Signal-
frequenz fs so dicht beieinander, dass es praktische Schwierigkeiten bereitet, bei
der Signalfrequenz Anpassung und bei der Spiegelfrequenz einen Kurzschluss
bzw. einen Leerlauf vorzusehen. Diese praktischen Schwierigkeiten vergrößern
sich beträchtlich, wenn die Pumpfrequenz über einen weiten Frequenzbereich
durchgestimmt werden soll. Bei diesem sog. Breitbandmischer wird man daher die
gleiche Abschlussimpedanz bei der Signalfrequenz und der Spiegelfrequenz wirk-
sam werden lassen und dafür etwas höhere Konversionsverluste in Kauf nehmen.
Bild 3.6 zeigt ein Ersatzschaltbild für einen Abwärtsmischer, bei welchem die
Beschaltung der Spiegelfrequenz mit dem im Allgemeinen komplexen Leitwert
Ysp = Ys erfolgt, also dem gleichen Leitwert wie bei der Signalfrequenz.
Für fs > fp lautet die Verknüpfung zwischen Strömen und Spannungen über die
3-Tor-Leitwertmatrix  G :
 I   G0 G1 G2   U s 
 s   *  
 I i    G1 G0 G1   U i  für fs > fp . (3.27)
I *  G2 * G1* G0  U sp * 
 sp 
Für reelle G0 , G1 und G2 ist die Matrix reziprok und man erhält den gleichen
Gewinn für Abwärts- wie für Aufwärtsmischung. Speist man von der Zwischen-
frequenzseite ein, dann erkennt man, dass aus Symmetriegründen die Leistung
zwischen dem Spiegel- und dem Signaltor zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Weil
die Leistung an Ysp jedoch als Verlustleistung zu werten ist, folgt daraus, dass die
Konversionsverluste bei Abwärtsmischung mindestens 3 dB betragen. Praktisch
sind die Verluste des Breitbandmischers daher größer als die Verluste eines Mi-
schers, welcher bei der Spiegelfrequenz verlustfrei abgeschlossen wird, z. B.
durch einen Kurzschluss.
94 3 Mischer

Bild 3.6: 3-Tor-Ersatzschaltung eines Abwärtsmischers mit Spiegelfrequenz

Übungsaufgabe 3.2
Der Gewinn und der verfügbare Gewinn sollen für den Fall angegeben werden,
dass die Spiegelfrequenz mit dem komplexen Leitwert Ysp = Ys abgeschlossen ist.

3.3 Ausführungsformen von Mischern

3.3.1 Der Ein-Dioden-Mischer

Der Ein-Dioden-Mischer ist besonders einfach im Aufbau und breitbandig zu


realisieren. Eine typische Ausführungsform ist in Bild 3.7 gezeigt.
Signal und Mischoszillator werden über einen Koppler zusammengeführt. Auf
die Art des Kopplers kommt es im Einzelnen nicht an. In Bild 3.7 ist ein Lei-
tungskoppler skizziert. Dabei treten sowohl für das Signal als auch für den
Mischoszillator Verluste auf. Durch die Wahl des Koppelfaktors kann man die
Verluste nach Belieben zwischen Signal und Mischoszillator aufteilen. Wählt man
in Bild 3.7 z. B. einen 10 dB-Koppler, dann wird der Mischoszillator um 10 dB
abgeschwächt, das Signal dagegen nur um 0,46 dB. Der Hochpass (HP) in Bild 3.7
muss das Signal (RF steht für „radio frequency“) und den Mischoszillator (LO),
also die hochfrequenten Signale, passieren lassen, der Tiefpass (TP) aber
95

Bild 3.7: Prinzipschaltbild eines Ein-Dioden-Mischers

Bild 3.8: Prinzipschaltbild eines Ein-Dioden-Mischers mit seriell angeordneter


Diode

nur die Zwischenfrequenz (ZF), die wir uns hier als deutlich niedrigere Frequenz
denken wollen. Auf der Dioden-Seite muss der Tiefpass eine hochohmige Ein-
gangsimpedanz für die hochfrequenten Signale aufweisen, der Hochpass dagegen
muss hochohmig für das Zwischenfrequenzsignal sein.
Man kann die Diode statt gegen Masse auch seriell einbauen, wie in Bild 3.8
skizziert.
Bei seriell angeordneter Diode muss der Tiefpass von der Dioden-Seite aus ei-
nen Kurzschluss gegen Masse für die hochfrequenten Signale aufweisen, der
Hochpass dagegen einen Kurzschluss gegen Masse für das Zwischenfrequenzsig-
nal bilden.
Einen Ein-Dioden-Mischer kann man sich einfach aus einem Koppler und ei-
nem Detektor zusammensetzen. Der Detektor enthält bereits eingebaut die nötigen
Filter. Allerdings liegt die Tiefpass-Grenzfrequenz zumeist niedrig, so dass die
Anordnung nur für niedrige Zwischenfrequenzen geeignet ist. Außerdem enthält
der Detektor einen eingebauten Zwangsanpassungs-Widerstand, wodurch die
Verluste vergrößert werden.
Bei einem Mischer entsteht durch die Gleichrichtung des Mischoszillators ein
Vorstrom, durch den die Diode hinreichend niederohmig wird. Dadurch lässt sich
96 3 Mischer

Bild 3.9: Prinzipschaltbild eines balancierten Mischers mit zwei Dioden

Anpassung erreichen, ohne dass man einen Zwangsanpassungs-Widerstand ver-


wendet. Dazu muss aber der DC-Pfad für den Vorstrom geschlossen sein.

3.3.2 Der balancierte Mischer (2-Dioden-Mischer)

Beim balancierten Mischer werden ein 3-dB-Koppler vom 90°- oder 180°-Typ
und zwei Dioden verwendet. In Bild 3.9 ist eine Schaltung mit massebezogenen
Dioden angegeben. Ebenso ließe sich die Schaltung mit seriell angeordneten
Dioden aufbauen.
Beim balancierten Mischer treten keine zusätzlichen Signal- oder Mischoszilla-
tor-Verluste auf, weil bei verlustlosen Kopplern und Filtern alle Leistung in die
Dioden gelangt. Als Beispiel möge ein 3 dB-90°-Koppler dienen. Das Signal bzw.
der Mischoszillator am Eingang des Kopplers sollen durch die folgenden Zeit-
funktionen beschrieben werden:
us t   U s  cos  s t   s 

 
(3.28)
u t   U  cos  t .
p p p

Dann stehen an der Diode I bzw. Diode II die folgenden beiden hochfrequenten
Signale an:

Diode I :
1 
2
U s cos  s t  90   s  
1 
2
 
U p cos  p t ,
(3.29)
Diode II :
1 
2
U s cos  s t   s  
1 
2
 
U p cos  p t  90 .

Man erhält mit dem Konversionsfaktor  die Zwischenfrequenz-Signale ui(t)

Diode I : uiI  t    G1 U s cos i t  90   s  (3.30)


und wegen der Umpolung der Diode II und der damit verbundenen Verschiebung
der Leitwertfunktion g (t) um eine halbe Periode beziehungsweise 180° bei der
Pumpfrequenz fp
97

Diode II : ui II  t     G1  U s  cos i t  90  180   s 


(3.31)
   G1  U s  cos i t  90   s  .

Dabei wurde vorausgesetzt, dass die beiden Dioden möglichst gut gepaart sind,
das heißt möglichst gleich sind. Damit sind aber beide Zwischenfrequenz-Signale
nach Amplitude und Phase gleich und können daher, wie in Bild 3.9, aufsummiert
werden. Dies ist der Grund, warum für diese Mischerschaltung insgesamt keine
zusätzlichen Signal- und Mischoszillator-Verluste auftreten.

Übungsaufgabe 3.3
Zeigen Sie, dass auch bei einem Mischer mit zwei Dioden und einem 180°-
Koppler keine zusätzlichen Signal- oder Mischoszillator-Verluste auftreten. Worin
unterscheidet sich ein Mischer mit einem 90°-Koppler von einem Mischer mit
einem 180°-Koppler?

Die Aussage, dass ein Mischer balanciert ist, hat folgende Bedeutung. Ein
Mischoszillator-Signal zeigt meist unregelmäßige Amplitudenschwankungen, die
man auch Amplitudenrauschen nennt. Solche Amplitudenschwankungen sind
regellos und beinhalten daher ein ganzes Frequenzspektrum, welches auch Spekt-
ralanteile im Bereich der Zwischenfrequenz aufweisen wird. Die Schottky-Dioden
im Mischer richten das Mischoszillatorsignal gleich. Das heißt, es tritt an den
Mischerdioden eine Gleichspannung auf, die zeitlich ebenfalls unregelmäßig
geringfügig schwankt, ebenso wie die Amplitude des Mischoszillators. Von die-
sem Schwankungsvorgang fallen auch spektrale Komponenten in den Bereich der
Zwischenfrequenz. An der zweiten Diode entsteht jedoch wegen der Umpolung
eine Gleichspannung mit dem gleichen langsam veränderlichen unregelmäßigen
Zeitverlauf aber umgekehrter Polarität. Aufsummiert heben sich infolgedessen die
Amplituden-Rauschanteile des Mischoszillators wieder auf. Wir wollen daher
diese Balancierung auch als Rausch-Balancierung bezeichnen. Das Messsignal
zeigt demgegenüber keine ins Gewicht fallenden Amplitudenschwankungen, weil
es von vornherein viel kleiner ist und deshalb alle Spektralanteile linear übertra-
gen werden.
Der Ein-Dioden-Mischer ist naturgemäß nicht rausch-balanciert.

3.3.3 Der doppelt balancierte Mischer (4-Dioden-Mischer)

Ein Schaltungsbeispiel für einen sog. doppelt balancierten Mischer ist der in
Bild 3.10 skizzierte Ringmischer. Dieser heißt so, weil die Dioden in Form eines
Ringes angeordnet sind, wenn man ihre Anordnung etwa in Diodendurchlassrich-
tung durchläuft.
Die beiden Übertrager ermöglichen die erdsymmetrische Ansteuerung der vier
Dioden für Signal- und Mischoszillator. Die Mittenanzapfung wirkt für die Zwi-
98 3 Mischer

schenfrequenz wie eine direkte galvanische Verbindung zu den Dioden. Man kann
Zählpfeile für das LO-Signal und ebenso für das RF-Signal über den vier Dioden
einzeichnen. Wir wollen die Vereinbarung treffen, dass ein LO-Zählpfeil in Dio-
dendurchlassrichtung einen Grundwellen-Leitwertverlauf mit der Phase 0° relativ
zum LO-Signal erzeugt und gegen die Dioden-Spitze von 180°. Die ZF-Phase
ergibt sich als Differenz von RF-Phase und Leitwert-Phase, woraus sich Zählpfei-
le für die ZF-Signale wie im Bild 3.11 gezeigt ableiten.
Wir erkennen daran, dass alle ZF-Zählpfeile parallel liegen und sich daher auf-
summieren.
Aufgrund der Brückenanordnung der Dioden sind das RF-Tor und das LO-Tor
entkoppelt, sofern die Dioden gut gepaart sind. Man kann daher von einer Signal-
Balancierung zwischen diesen Toren sprechen. Ebenso ist aus Symmetriegründen
das ZF-Tor vom RF- und LO-Tor bei einer symmetrischen Schaltung perfekt
entkoppelt, was man ebenfalls als Signal-Balancierung bezeichnen kann.
Der doppelt balancierte Mischer ist auch Rausch-balanciert, weil sich die
gleichgerichteten LO-Signale aufgrund ihrer unterschiedlichen Polarität ebenfalls
aufheben.

Bild 3.10: Doppelt balancierter Mischer (Ringmischer)

Bild 3.11: Zählpfeile für die ZF-Signale des doppeltbalancierten Mischers aus
Bild 3.10
99

Bild 3.12: Doppelt balancierter Mischer mit zwei 90°-Ringkopplern und zwei
90°-Phasenschiebern

Bei höheren Frequenzen wird man den in Bild 3.10 gezeigten Transformator
eher durch 180°-3 dB-Koppler realisieren.
In Bild 3.12 sind die 180°-Koppler durch 90°-Ringkoppler mit zusätzlichen
90°-Phasenschiebern (PS) realisiert.
Die Tiefpässe sollen am Eingang hochohmig für die hochfrequenten Signale
sein. Das RF- und das LO-Tor sind entkoppelt.

3.3.4 Mischer mit einem Feldeffekt-Transistor

Ein Mischer mit einem Feldeffekt-Transistor (FET) ist in der Struktur besonders
einfach, weil der FET als 3-Tor-Bauelement bereits eine inhärente Entkopplung
zwischen dem RF- und LO-Tor beziehungsweise Drain und Gate aufweist. Der
Mischoszillator (LO) wird auf das Gate gegeben. Das LO-Signal steuert damit
periodisch den Kanalwiderstand der Drain-Source-Strecke und bestimmt damit
den Leitwertverlauf g (t) für das RF-Signal. Der Feldeffekt-Transistor wird im
Allgemeinen passiv betrieben, also ohne Drain-Source-Vorspannung, das heißt im
ohmschen Bereich der Kennlinie. Dies hat den Vorteil, dass ein solcher Mischer
besonders gute Großsignal-Eigenschaften aufweist, absolut stabil ist und in erster
Näherung kein sog. 1 / f- oder Funkel-Rauschen aufweist. Die Vorspannung am
Gate wird im Allgemeinen so eingestellt, dass die Aussteuerung zwischen offe-
nem und geschlossenem Kanal erfolgt. Die im Kapitel 3.2 dargestellte Theorie für

Bild 3.13: Prinzipschaltbild eines Ein-FET-Mischers


100 3 Mischer

einen parametrischen Betrieb eines Mischers ist vollständig übertragbar. Im Ab-


schn 1.7 wurde beschrieben, wie man für das Näherungsmodell nach Shockley
den zeitlichen Leitwertverlauf g (t) für ein gegebenes Gate-Signal (LO-Signal)
berechnen kann.
Die Kapazität C1 dient zur Abblockung der Gate-Vorspannung, die Induktivität
L1 und die Kapazität C2 zur Trennung der Gate-Vorspannung Ug vom LO-Kreis.
Der Tiefpass TP sollte hochohmig für das RF-Signal, der Hochpass HP hochoh-
mig für das ZF-Signal sein.
Der Ein-FET-Mischer ist inhärent rausch-balanciert, weil das LO-Signal, wel-
ches am Gate anliegt, nicht gleichgerichtet wird. Dies gilt allerdings nicht mehr
ganz für höhere Frequenzen, weil dann über die Gate-Drain-Kapazität ein Teil des
LO-Signals in die Drain-Source-Strecke eingekoppelt wird und dort gleichgerich-
tet werden kann. Auch die Entkopplung beziehungsweise Signal-Balancierung ist
im Wesentlichen durch die Gate-Drain-Kapazität gegeben und nimmt daher mit
20 dB pro Dekade zu höheren Frequenzen hin ab.

3.3.5 Der Zwei-FET-Mischer

Mit einer Mischer-Anordnung mit zwei Feldeffekt-Transistoren lassen sich zu-


sätzliche Entkopplungen aufgrund von Symmetrien und Ausphasungen erzielen.
Bild 3.14 zeigt dazu ein Prinzipschaltbild.
Man kann davon sprechen, dass das LO-Tor von dem RF-Tor zweifach ent-
koppelt beziehungsweise signalbalanciert ist, nämlich zum einen durch die inhä-
rente FET-Entkopplung und zum anderen durch die Kombination von 180°- und
0°-Koppler.
Bei Feldeffekt-Transistoren als unipolare Bauelemente gibt es nicht wie bei
Dioden die Möglichkeit, das Bauelement umzupolen. Infolgedessen muss in der
Schaltung in Bild 3.14 das Zwischenfrequenz-Signal über einen Differenzverstär-

Bild 3.14: Prinzipschaltbild eines Zwei-FET-Mischers


101

ker abgegriffen werden. Die Rausch-Balancierung ist zweifach vorhanden; zum


einen aufgrund einer Differenzbildung auf der Zwischenfrequenz-Seite und zum
anderen aufgrund der inhärenten Balancierung in den Feldeffekt-Transistoren.
3 Mischer

Im Folgenden werden zwei wichtige Schaltungstypen besprochen - Mischer und


Phasenregelkreise. Phasenregelkreise werden vor allem benötigt, um den in Netz-
werkanalysatoren erforderlichen Gleichlauf zwischen dem Messoszillator und
dem Mischoszillator und um die Reproduzierbarkeit gewählter Frequenzen zu
erzielen. Der Abstand zwischen diesen beiden Oszillatoren muss auch im Wob-
belbetrieb gleich einer festen Zwischenfrequenz sein. Auf diese Zwischenfrequenz
wird die hochfrequente Phasen- und Amplitudeninformation transformiert. Dies
geschieht nach dem sog. Überlagerungs- oder Heterodynprinzip, welches besagt,
dass bei einer linearen Frequenzumsetzung die Phase und die Amplitude getreu in
einen anderen Frequenzbereich, in diesem Fall in die sehr viel niedrigere Zwi-
schenfrequenz, übertragen werden können.
Die Frequenzumsetzung erfolgt mit Mischern, welche in diesem Kapitel be-
handelt werden. Messsysteme, die nach dem Überlagerungsprinzip arbeiten, wei-
sen eine größere Empfindlichkeit und Dynamik auf als die skalaren Messsysteme,
die mit direkter Detektion und deren quadratischer Charakteristik bei niedrigen
Leistungen arbeiten. Während bei der direkten Detektion z. B. 10 dB Abschwä-
chung im Hochfrequenzbereich bereits 20 dB Abschwächung der gleichgerichteten
Leistung bedingt, besteht bei den nach dem Überlagerungsprinzip arbeitenden
Messsystemen ein proportionaler Zusammenhang, also 10 dB Abschwächung im
Hochfrequenzbereich bedingt 10 dB Abschwächung im Zwischenfrequenzbereich.
Um die erforderlichen Wobbelsignale zu generieren, bedient man sich der
Schrittgeneratoren, die ebenfalls in diesem Kapitel besprochen werden.
Im Kapitel 4 werden heterodyne Netzwerkanalysatoren eingehend behandelt.

3.1 Das Überlagerungs- oder Heterodynprinzip

Messgeräte, welche die Vierpolparameter nach Betrag und Phase auch im Wob-
belbetrieb zu messen gestatten, werden als Netzwerkanalysatoren, Vektormesser
oder ähnlich bezeichnet. Diese Geräte arbeiten nach dem sog. Überlagerungs- oder
Heterodynprinzip. Bei der Erläuterung dieses Messprinzips kann man bei den
skalaren Messverfahren anknüpfen (Abschn. 2.1). Anstelle der Breitbanddetekto-
ren werden möglichst gut angepasste Mischer verwendet, die in den Bildern mit
dem Symbol  gekennzeichnet sind. Die Mischer werden von zwei Signalen mit
verschiedenen Frequenzen angesteuert und zwar mit der Signalfrequenz fs und der
Lokaloszillator (Mischoszillator) -Frequenz fLO beziehungsweise Pumpfre-
84 3 Mischer

quenz fp  fLO . Die Differenz dieser beiden Frequenzen soll gleich einer festen
Zwischenfrequenz (ZF) fi sein. Dabei steht der Index i für „intermediate fre-
quency“. Es gilt
i
f s  f p  fi  (3.1)
2
Eines der beiden am Mischer anliegenden Signale sollte groß genug sein, um die
nichtlinearen Elemente in den Mischern auszusteuern. Im Allgemeinen wird der
Mischoszillator (LO) das Großsignal up(t) liefern, denn durch das Messobjekt
kann das Messsignal stark abgeschwächt werden. Das Messsignal mit der
Amplitude U s ist daher das Kleinsignal am Mischer, der Mischoszillator (LO)
mit der Amplitude U p das Großsignal. Es soll gezeigt werden, dass unter der
Bedingung
U s  U p (3.2)

die Amplitude und Phase des Messsignals getreu in den Zwischenfrequenzbereich


übertragen werden. Als elektronische Komponenten in den Mischern eignen sich
eine Reihe von nichtlinearen Bauelementen.
Bei einer in der Hochfrequenztechnik sehr wichtigen Klasse von nichtlinearen
Schaltungen erfolgt die Aussteuerung des nichtlinearen Bauelementes (oder meh-
rerer nichtlinearer Bauelemente) durch ein zeitperiodisches Pumpsignal up(t) der
Grundfrequenz fp mit großer Steueramplitude. Außerdem können an dem nichtli-
nearen Bauelement eine Reihe von Signalen mit bedeutend kleinerer Amplitude
u(t) anliegen, welche im Allgemeinen von fp verschiedene Frequenzen aufwei-
sen. Bei dem sog. parametrischen Ansatz geht man davon aus, dass der momenta-
ne Arbeitspunkt auf der Kennlinie des nichtlinearen Bauelementes, der zeitperio-
disch verändert wird, ausschließlich durch das große Pumpsignal festgelegt wird.
Von den Kleinsignalen nimmt man an, dass sie den momentanen Arbeitspunkt
vorfinden, wie er durch das Pumpsignal bestimmt wird und diesen nicht verän-
dern. Als Beispiel soll im Folgenden zunächst die nichtlineare eindeutige Strom-
Spannungs-Kennlinie einer Schottky-Diode behandelt werden, allerdings können
die Überlegungen ebenso gut auf andere nichtlineare Bauelemente übertragen
werden. Als weiteres Beispiel sollen Feldeffekttransistoren betrachtet werden.

3.2 Parametrische Rechnung

Am nichtlinearen Bauelement mögen der Strom I und die Spannnung U durch die
eindeutige Strom-Spannungs-Kennlinie I = I (U ) verknüpft sein. Die Kennlinie
wird durch ein periodisches Signal mit großer Amplitude up(t) ausgesteuert. Dem
großen Signal ist ein kleines Signal u(t) zusätzlich überlagert. Wenn die
Amplitude von u(t) sehr klein gegenüber der Amplitude von up(t) ist, dann gilt in
85

guter Näherung der sog. parametrische Ansatz, der auch als abgebrochene Taylor-
Reihe angesehen werden kann:

  
I u p (t )  u(t )  I u p (t ) 
dI

dU u ( t )
 u ( t )
p (3.3)
 
 I u p (t )  i (t ) .

Die Kleinsignalspannung u(t) verursacht einen Kleinsignalstrom i(t) und beide


sind über den zeitabhängigen Leitwert g (up(t)) miteinander verknüpft:
i (t )  g (u p (t ))  u(t ) ,
dI (3.4)
g (t )  .
dU u ( t )
p

Der Momentanleitwert g (up(t)) hängt nur von dem Großsignal up(t) ab und ist der
Parameter, der durch das Großsignal verändert wird. Von Bedeutung ist die Tatsa-
che, dass die Kleinsignalströme und -spannungen i und u linear miteinander
verknüpft sind, weil sie den Verlauf von g (t) selbst nicht beeinflussen. Es gilt
daher für die Kleinsignalgrößen das Superpositionsprinzip. Weil der differenzielle
Leitwert g (t) jedoch zeitabhängig ist, treten neue Frequenzkomponenten auf. Den
Zusammenhang zwischen den einzelnen Frequenzkomponenten erkennt man
besser, wenn man zu einer Zeigerdarstellung übergeht. Nimmt man außerdem an,
dass das Pumpsignal periodisch mit der Kreisfrequenz p = 2  fp ist, dann ist
auch der zeitabhängige differenzielle Leitwert g (t) mit p periodisch und lässt
sich daher als Fourierreihe ausdrücken:


g u p (t )   Gn  e
j np t
,
n  
 (3.5)

 gu p (t )  e  
1  j np t
Gn  d p t .
2


Weil g (t) eine reelle Funktion ist, gilt


G  n  Gn * (3.6)

und G0 ist reell. Das Symbol * bezeichnet die konjugiert komplexe Größe.
Nehmen wir u(t) monofrequent mit der Kreisfreqenz s = 2  fs an, dann er-
kennen wir aus Gl. (3.4), dass i(t) bei allen Kombinationsfrequenzen | fs  n · fp |,
n = 0, 1, 2, 3 usw. vorkommt. Die Kleinsignalnäherung hat zur Folge, dass Ober-
schwingungen von fs nicht auftreten können. Die Ströme bei den verschiedenen
Frequenzen bewirken aufgrund der äußeren Beschaltung, dass auch Spannungen
bei weiteren Kombinationsfrequenzen auftreten.
86 3 Mischer

Wir wollen vereinfachend annehmen, dass neben dem Strom bei der Signalfre-
quenz fs nur noch ein Strom bei der Zwischenfrequenz fi = fs - fp durch das nicht-
lineare Bauelement fließt. Bei allen anderen Kombinationsfrequenzen soll die
äußere Beschaltung eine so große Impedanz aufweisen, dass ein Stromfluss prak-
tisch verhindert wird. In Zeigerschreibweise mit den komplexen Zeigern Is und Ii
setzen wir daher für den Kleinsignalstrom an:

i t  
1
 
I e j  s t  I s* e  j  s t  I i e j i t  I i* e  j i t .
2 s
(3.7)

Nur Spannungszeiger bei fs und fi verursachen mit den zugehörigen Stromzeigern


Wirkleistung am nichtlinearen Element. Daher setzen wir auch für u(t) nur
Komponenten für fs und fi an.

u t  
1
2

U s e j  s t  U s* e  j  s t  U i e j i t  U i* e  j i t .  (3.8)

Setzt man die Gln. (3.5), (3.7) und (3.8) in die Gl. (3.4) ein und notiert nach Fre-
quenzkomponenten, dann erhält man die folgenden beiden Gleichungen, welche in
Matrixform lauten:
I s   G0 G1  U s  U s 
 I   G *       G     , für fs > fp . (3.9)
 i  1 G0  U i  U i 
Wir sehen, dass wie bei einem linearen Zweitor die im Allgemeinen komplexen
Strom- und Spannungszeiger linear über eine Leitwertmatrix miteinander ver-
knüpft sind. Im Unterschied zu zeitinvarianten linearen Zweitoren gehören aber
die Zeiger mit verschiedenen Indizes s und i auch zu verschiedenen Frequenzen fs
und fi . Beachtet man dies, so kann man den Mischer wie ein lineares Zweitor
behandeln.
Die Amplitude der Pumpschwingung tritt nicht explizit in Erscheinung. Sie be-
stimmt jedoch die Größe der Matrixelemente Gn .

Bild 3.1: a) Gleichlageumsetzung b) Kehrlageumsetzung


87

Anders als bei der bisher diskutierten Gleichlageumsetzung (Bild 3.1a) gilt bei
der Kehrlageumsetzung: fi = fp - fs (Bild 3.1b). Im Fall der Kehrlageumsetzung
erhält man als Matrixbeziehung für die Strom- und Spannungszeiger:
Is   G0 G1  U s  U s 
 I *   G *    *    G    *  , für fs < fp . (3.10)
 i  1 G0  U i  U i 
Wenn die Großsignalzeitfunktion up(t) bei geeigneter Wahl des Zeitnullpunktes
eine gerade Funktion um t = 0 ist, was z. B. für eine Cosinusfunktion erfüllt ist,
dann sind die Fourierkoeffizienten Gn in Gl. (3.5) reell. In diesem Fall ist die
Leitwertmatrix symmetrisch und das entsprechende Zweitor ist reziprok. Auf- und
Abwärtsmischung führen dann zu gleichen Einfügungsverlusten.
Die Leitwertmatrix wächst im Umfang an, wenn weitere Kombinationsfre-
quenzen zugelassen werden. Man erhält beispielsweise eine 3×3-Matrix, wenn
zusätzlich die Spiegelfrequenz bei fsp = fp  fi berücksichtigt wird.

3.2.1 Abwärtsmischer mit Schottky-Dioden

Für den Überlagerungsempfang bei hohen Frequenzen sind Schottky-Dioden


besonders gut geeignet, weil sie hohe Grenzfrequenzen aufweisen. Da es sich bei
Schottky-Dioden um passive Bauelemente handelt, ist die Stabilität einer Mi-

Bild 3.2: Prinzipschaltung eines Abwärtsmischers mit einer Schottky-Diode


88 3 Mischer

scherschaltung praktisch immer gewährleistet. Frequenzkonverter mit Schottky-


Dioden weisen auch niedrige Rauschzahlen auf.
Prinzipiell haben realisierte Schaltungen von Abwärtsmischern eine Struktur
wie in Bild 3.2. Von den eingezeichneten Bandpässen wird angenommen, dass sie
die angegebene Frequenz durchlassen und alle anderen Frequenzen sperren und
außerdem einen hochohmigen Eingangswiderstand bei diesen anderen Frequenzen
aufweisen. Insbesondere wird zunächst auch angenommen, dass bei der Spiegel-
frequenz fsp alle Bandpässe hochohmig sind und daher kein Strom bei der Spie-
gelfrequenz durch die Schottky-Diode fließen kann.
Wäre die Schottky-Diode in Bild 3.2 seriell angeordnet worden, dann müssten
die Bandpässe in dualer Weise bei allen übrigen Frequenzen außerhalb des Durch-
lassbereiches einen Kurzschluss als Eingangsimpedanz aufweisen.
Aus den getroffenen Annahmen folgt, dass nur Ströme und Spannungen bei der
Signalfrequenz fs und der Zwischenfrequenz fi berücksichtigt werden müssen und
daher die Matrixbeziehung Gl. (3.9) angewendet werden kann. Führt man außer-
dem eine äußere Beschaltung mit den Abschlussleitwerten Ys und Yi sowie eine
Generatorstromquelle Isg ein, dann ergeben sich die Gleichungen:
I s  G0 G1  U s 
 I   G * G   U  , für f s  f p ,
 i  1 0  i 
I sg  U s  Ys  I s , (3.11)
0  U i  Yi  I i .
Eine Vierpolersatzschaltung in Leitwertdarstellung mit Strom- und Spannungs-
zeigern und Abschlussleitwerten zeigt Bild 3.3.
Die Elemente der Leitwertmatrix G0 und G1 ergeben sich als Fourierkoeffizien-
ten des zeitlich periodischen Verlaufs g (t) der Schottky-Diode gemäß Gl. (3.5).
Wir wollen annehmen, dass eine Spannungssteuerung der Diode durch den
Mischoszillator bei der Frequenz fp erfolgt und dass zusätzlich eine Vorspan-
nung U0 an der Schottky-Diode anliegt. Dann gilt:

Bild 3.3: Vierpolersatzschaltbild eines Abwärtsmischers


89

 
u p  t   U 0  U p  cos  p t . (3.12)

Weil up(t) eine gerade Zeitfunktion ist, sind alle Fourierkoeffizienten Gn reell. Für
die Schottky-Diode wird eine exponentielle Strom-Spannungs-Charakteristik
gemäß
  U  
I  I ss  exp   1
 UT  
mit
nkT
UT  (3.13)
q
angenommen. Dabei ist Iss der Sättigungsstrom, UT die Temperaturspannung, k
die Boltzmannkonstante, T die absolute Temperatur, q die Elementarladung und n
ein Idealitätsfaktor, der gleich oder etwas größer als 1 ist.
Man erhält für die Fourierkoeffizienten den Ausdruck
I ss U 
Gn  exp 0  
UT UT 
 n  (3.14)
 U p 
 1
2 

exp
 UT
 

    
 cos  p t  cos n  p t d  p t 
.
 n 
Das bestimmte Integral Gl. (3.14) stellt die modifizierten Besselfunktionen n-ter
 
Ordnung J n U p U T dar. Damit ergeben sich die Fourierkoeffizienten zu:

I ss U   U p 
Gn   exp 0   J n  
 (3.15)
UT UT  UT  .
Nach diesem Modell hängen die Fourierkoeffizienten nur von dem Scheitelwert
des Pumpsignals U p ab. Im Bild 3.4 ist ein typischer zeitlicher Leitwertver-
lauf g (t) skizziert.
Für die folgenden Überlegungen werden wir annehmen, dass G0 , G1 und evtl.
G2 positiv, reell und bekannt sind und dass üblicherweise G0 > G1 > G2 gilt. Mit
bekannten reellen G0 und G1 sowie bekannten im Allgemeinen komplexen Ab-
schlussleitwerten Ys und Yi können wir z. B. den Gewinn Gp , den verfügbaren
Gewinn Gav oder den maximal verfügbaren Gewinn Gm aus der Schaltung in
Bild 3.3 berechnen. Der Gewinn des Abwärtsmischers ist das Verhältnis von
Ausgangsleistung |U i|2 · Re (Yi) / 2 zu verfügbarer Generatorleistung
2
|Isg| / (8 · Re(Ys)). Das Verhältnis Ui / Isg kann man besonders bequem aus der
erweiterten Matrix G  bestimmen, in welcher die Gln. (3.11) zusammengefasst
~
sind:
90 3 Mischer

 I sg  ~ U s  G0  Ys G1  U s 
 0   G   U    G G0  Yi  U i 
   i  1

oder
U s  ~  1  I sg 
U   G    0  . (3.16)
 i  
Aus Gl. (3.16) folgt
Ui G1
 
G0  Ys  G0  Yi   G12
(3.17)
I sg

und für den Gewinn Gp erhält man damit:


2
 4  ReYs   ReYi 
Ui
Gp 
I sg
(3.18)
4  ReYs   ReYi   G12

G0  Ys  G0  Yi   G12 2 .

Den gleichen Ausdruck erhält man auch für ein komplexes G1 , wobei G12 durch
|G1|2 zu ersetzen ist. Bei Mischern wird häufig der verfügbare Gewinn Gav benö-
tigt, welcher das Verhältnis von verfügbarer Ausgangsleistung zu verfügbarer
Generatorleistung angibt.

Bild 3.4: Zeitverlauf des Leitwertes g (t)


91

Die verfügbare Ausgangsleistung erhält man, wenn man den Lastleit-


wert Yi gleich dem konjugiert komplexen Eingangsleitwert Yei der Schaltung, wie
man ihn von der Zwischenfrequenzseite sieht, wählt, d. h.:
Yi  Yei * . (3.19)
Den Eingangsleitwert Yei berechnet man am bequemsten aus der nur um den
Generatorleitwert erweiterten Matrix Ge :  
0 U s  G0  Ys G1  U s 
 
 I   Ge  U    G 
G0  U i 
 i  i  1

oder
U s  1  0 
U   Ge   (3.20)
 i Ii  .
Aus Gl. (3.20) ergibt sich der Eingangsleitwert Yei auf der Zwischenfrequenz-
oder Lastseite zu:

Ii G0  Ys  G0  G12 G12


Yei    G0  . (3.21)
Ui G0  Ys G0  Ys

Mit Yei aus Gl (3.21) und Yi  Yei * errechnet sich der verfügbare Gewinn ebenso
wie in Gl. (3.18), wobei lediglich Yi durch Yei * zu ersetzen ist.

4  ReYs   ReYei   G12


Gav  (3.22)
G0  Ys  G0  Yei *   G12
2 .

Der verfügbare Gewinn hängt nicht mehr vom Lastleitwert Yi ab. Der reziproke
Wert des verfügbaren Gewinns Gav soll auch als Konversionsverlust L bezeichnet
werden:
1
L  (3.23)
Gav .
Den maximal verfügbaren Gewinn Gm = 1 / Lm erhält man, wenn sowohl ein-
gangs- als auch ausgangsseitig Leistungsanpassung eingestellt wird. Weil der
Gewinn symmetrisch in den Größen Ys und Yi ist, muss für den maximal verfüg-
baren Gewinn Ys = Yi gelten. Außerdem sind Ys und Yi reell, weil G0 und G1 reell
sind. Für den Eingangsleitwert auf der Signalseite, Yes , ergibt sich ähnlich wie
Gl. (3.21),
G12
Yes  G0  (3.24)
G0  Yi .
92 3 Mischer

Mit Leistungsanpassung auf der Signalseite, also Ys  Yes* , erhält man

G12
Ys  Yi  Yes *  G0 
G0  Ys
oder

Ys  Yi  G0 2  G12 . (3.25)
Setzt man diese Werte für Ys und Yi in die Beziehung für den Gewinn Gl. (3.18)
ein, dann folgt nach einigen Umformungen für den maximal verfügbaren Ge-
winn Gm :
2
 
 
 G1 
2  1 
Gm      (3.26)
 G0   G12 
1  1   .
 G0 2 

Für ein komplexes G1 ist wiederum G12 durch |G1|2 zu ersetzen. Der maximal
verfügbare Gewinn hängt nur von dem Verhältnis G1 / G0 < 1 ab. Er ist daher
kleiner als 1.
Im Grenzfall eines Dirac-Impuls-gesteuerten Mischers kann G1  G0 und da-
mit Gm  1 werden. Allerdings geht dann auch der Eingangsleitwert Yes gegen
null und eine Anpassung ist nicht mehr möglich. Praktische Mischer mit Schottky-
Dioden weisen Konversionsverluste im Bereich 5 dB bis 10 dB auf. Maßgeblich
verantwortlich für erhöhte Konversionsverluste ist der Bahnwiderstand Rb , den
wir bisher vernachlässigt haben. Bild 3.5 zeigt ein durch den Bahnwiderstand
vervollständigtes Ersatzschaltbild des Abwärtsmischers.

Bild 3.5: Ersatzschaltbild des Abwärtsmischers mit Bahnwiderstand R b


93

Übungsaufgabe 3.1
Für die Mischerschaltung in Bild 3.5 sollen Gewinn, verfügbarer Gewinn und
maximal verfügbarer Gewinn unter Berücksichtigung des Bahnwiderstandes Rb
bestimmt werden.

Für den bisher betrachteten Gleichlageabwärtsmischer hatten wir indirekt an-


genommen, dass bei der Spiegelfrequenz fsp = fp - fi ein Kurzschluss vorliegt,
weil wir Usp zu null angenommen hatten. Häufig weisen Mischer jedoch keinen
Kurzschluss oder Leerlauf bei der Spiegelfrequenz auf, vor allem wenn die Zwi-
schenfrequenz fi niedrig ist. Dann liegen die Spiegelfrequenz fsp und die Signal-
frequenz fs so dicht beieinander, dass es praktische Schwierigkeiten bereitet, bei
der Signalfrequenz Anpassung und bei der Spiegelfrequenz einen Kurzschluss
bzw. einen Leerlauf vorzusehen. Diese praktischen Schwierigkeiten vergrößern
sich beträchtlich, wenn die Pumpfrequenz über einen weiten Frequenzbereich
durchgestimmt werden soll. Bei diesem sog. Breitbandmischer wird man daher die
gleiche Abschlussimpedanz bei der Signalfrequenz und der Spiegelfrequenz wirk-
sam werden lassen und dafür etwas höhere Konversionsverluste in Kauf nehmen.
Bild 3.6 zeigt ein Ersatzschaltbild für einen Abwärtsmischer, bei welchem die
Beschaltung der Spiegelfrequenz mit dem im Allgemeinen komplexen Leitwert
Ysp = Ys erfolgt, also dem gleichen Leitwert wie bei der Signalfrequenz.
Für fs > fp lautet die Verknüpfung zwischen Strömen und Spannungen über die
3-Tor-Leitwertmatrix  G :
 I   G0 G1 G2   U s 
 s   *  
 I i    G1 G0 G1   U i  für fs > fp . (3.27)
I *  G2 * G1* G0  U sp * 
 sp 
Für reelle G0 , G1 und G2 ist die Matrix reziprok und man erhält den gleichen
Gewinn für Abwärts- wie für Aufwärtsmischung. Speist man von der Zwischen-
frequenzseite ein, dann erkennt man, dass aus Symmetriegründen die Leistung
zwischen dem Spiegel- und dem Signaltor zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Weil
die Leistung an Ysp jedoch als Verlustleistung zu werten ist, folgt daraus, dass die
Konversionsverluste bei Abwärtsmischung mindestens 3 dB betragen. Praktisch
sind die Verluste des Breitbandmischers daher größer als die Verluste eines Mi-
schers, welcher bei der Spiegelfrequenz verlustfrei abgeschlossen wird, z. B.
durch einen Kurzschluss.
94 3 Mischer

Bild 3.6: 3-Tor-Ersatzschaltung eines Abwärtsmischers mit Spiegelfrequenz

Übungsaufgabe 3.2
Der Gewinn und der verfügbare Gewinn sollen für den Fall angegeben werden,
dass die Spiegelfrequenz mit dem komplexen Leitwert Ysp = Ys abgeschlossen ist.

3.3 Ausführungsformen von Mischern

3.3.1 Der Ein-Dioden-Mischer

Der Ein-Dioden-Mischer ist besonders einfach im Aufbau und breitbandig zu


realisieren. Eine typische Ausführungsform ist in Bild 3.7 gezeigt.
Signal und Mischoszillator werden über einen Koppler zusammengeführt. Auf
die Art des Kopplers kommt es im Einzelnen nicht an. In Bild 3.7 ist ein Lei-
tungskoppler skizziert. Dabei treten sowohl für das Signal als auch für den
Mischoszillator Verluste auf. Durch die Wahl des Koppelfaktors kann man die
Verluste nach Belieben zwischen Signal und Mischoszillator aufteilen. Wählt man
in Bild 3.7 z. B. einen 10 dB-Koppler, dann wird der Mischoszillator um 10 dB
abgeschwächt, das Signal dagegen nur um 0,46 dB. Der Hochpass (HP) in Bild 3.7
muss das Signal (RF steht für „radio frequency“) und den Mischoszillator (LO),
also die hochfrequenten Signale, passieren lassen, der Tiefpass (TP) aber
95

Bild 3.7: Prinzipschaltbild eines Ein-Dioden-Mischers

Bild 3.8: Prinzipschaltbild eines Ein-Dioden-Mischers mit seriell angeordneter


Diode

nur die Zwischenfrequenz (ZF), die wir uns hier als deutlich niedrigere Frequenz
denken wollen. Auf der Dioden-Seite muss der Tiefpass eine hochohmige Ein-
gangsimpedanz für die hochfrequenten Signale aufweisen, der Hochpass dagegen
muss hochohmig für das Zwischenfrequenzsignal sein.
Man kann die Diode statt gegen Masse auch seriell einbauen, wie in Bild 3.8
skizziert.
Bei seriell angeordneter Diode muss der Tiefpass von der Dioden-Seite aus ei-
nen Kurzschluss gegen Masse für die hochfrequenten Signale aufweisen, der
Hochpass dagegen einen Kurzschluss gegen Masse für das Zwischenfrequenzsig-
nal bilden.
Einen Ein-Dioden-Mischer kann man sich einfach aus einem Koppler und ei-
nem Detektor zusammensetzen. Der Detektor enthält bereits eingebaut die nötigen
Filter. Allerdings liegt die Tiefpass-Grenzfrequenz zumeist niedrig, so dass die
Anordnung nur für niedrige Zwischenfrequenzen geeignet ist. Außerdem enthält
der Detektor einen eingebauten Zwangsanpassungs-Widerstand, wodurch die
Verluste vergrößert werden.
Bei einem Mischer entsteht durch die Gleichrichtung des Mischoszillators ein
Vorstrom, durch den die Diode hinreichend niederohmig wird. Dadurch lässt sich
96 3 Mischer

Bild 3.9: Prinzipschaltbild eines balancierten Mischers mit zwei Dioden

Anpassung erreichen, ohne dass man einen Zwangsanpassungs-Widerstand ver-


wendet. Dazu muss aber der DC-Pfad für den Vorstrom geschlossen sein.

3.3.2 Der balancierte Mischer (2-Dioden-Mischer)

Beim balancierten Mischer werden ein 3-dB-Koppler vom 90°- oder 180°-Typ
und zwei Dioden verwendet. In Bild 3.9 ist eine Schaltung mit massebezogenen
Dioden angegeben. Ebenso ließe sich die Schaltung mit seriell angeordneten
Dioden aufbauen.
Beim balancierten Mischer treten keine zusätzlichen Signal- oder Mischoszilla-
tor-Verluste auf, weil bei verlustlosen Kopplern und Filtern alle Leistung in die
Dioden gelangt. Als Beispiel möge ein 3 dB-90°-Koppler dienen. Das Signal bzw.
der Mischoszillator am Eingang des Kopplers sollen durch die folgenden Zeit-
funktionen beschrieben werden:
us t   U s  cos  s t   s 

 
(3.28)
u t   U  cos  t .
p p p

Dann stehen an der Diode I bzw. Diode II die folgenden beiden hochfrequenten
Signale an:

Diode I :
1 
2
U s cos  s t  90   s  
1 
2
 
U p cos  p t ,
(3.29)
Diode II :
1 
2
U s cos  s t   s  
1 
2
 
U p cos  p t  90 .

Man erhält mit dem Konversionsfaktor  die Zwischenfrequenz-Signale ui(t)

Diode I : uiI  t    G1 U s cos i t  90   s  (3.30)


und wegen der Umpolung der Diode II und der damit verbundenen Verschiebung
der Leitwertfunktion g (t) um eine halbe Periode beziehungsweise 180° bei der
Pumpfrequenz fp
97

Diode II : ui II  t     G1  U s  cos i t  90  180   s 


(3.31)
   G1  U s  cos i t  90   s  .

Dabei wurde vorausgesetzt, dass die beiden Dioden möglichst gut gepaart sind,
das heißt möglichst gleich sind. Damit sind aber beide Zwischenfrequenz-Signale
nach Amplitude und Phase gleich und können daher, wie in Bild 3.9, aufsummiert
werden. Dies ist der Grund, warum für diese Mischerschaltung insgesamt keine
zusätzlichen Signal- und Mischoszillator-Verluste auftreten.

Übungsaufgabe 3.3
Zeigen Sie, dass auch bei einem Mischer mit zwei Dioden und einem 180°-
Koppler keine zusätzlichen Signal- oder Mischoszillator-Verluste auftreten. Worin
unterscheidet sich ein Mischer mit einem 90°-Koppler von einem Mischer mit
einem 180°-Koppler?

Die Aussage, dass ein Mischer balanciert ist, hat folgende Bedeutung. Ein
Mischoszillator-Signal zeigt meist unregelmäßige Amplitudenschwankungen, die
man auch Amplitudenrauschen nennt. Solche Amplitudenschwankungen sind
regellos und beinhalten daher ein ganzes Frequenzspektrum, welches auch Spekt-
ralanteile im Bereich der Zwischenfrequenz aufweisen wird. Die Schottky-Dioden
im Mischer richten das Mischoszillatorsignal gleich. Das heißt, es tritt an den
Mischerdioden eine Gleichspannung auf, die zeitlich ebenfalls unregelmäßig
geringfügig schwankt, ebenso wie die Amplitude des Mischoszillators. Von die-
sem Schwankungsvorgang fallen auch spektrale Komponenten in den Bereich der
Zwischenfrequenz. An der zweiten Diode entsteht jedoch wegen der Umpolung
eine Gleichspannung mit dem gleichen langsam veränderlichen unregelmäßigen
Zeitverlauf aber umgekehrter Polarität. Aufsummiert heben sich infolgedessen die
Amplituden-Rauschanteile des Mischoszillators wieder auf. Wir wollen daher
diese Balancierung auch als Rausch-Balancierung bezeichnen. Das Messsignal
zeigt demgegenüber keine ins Gewicht fallenden Amplitudenschwankungen, weil
es von vornherein viel kleiner ist und deshalb alle Spektralanteile linear übertra-
gen werden.
Der Ein-Dioden-Mischer ist naturgemäß nicht rausch-balanciert.

3.3.3 Der doppelt balancierte Mischer (4-Dioden-Mischer)

Ein Schaltungsbeispiel für einen sog. doppelt balancierten Mischer ist der in
Bild 3.10 skizzierte Ringmischer. Dieser heißt so, weil die Dioden in Form eines
Ringes angeordnet sind, wenn man ihre Anordnung etwa in Diodendurchlassrich-
tung durchläuft.
Die beiden Übertrager ermöglichen die erdsymmetrische Ansteuerung der vier
Dioden für Signal- und Mischoszillator. Die Mittenanzapfung wirkt für die Zwi-
98 3 Mischer

schenfrequenz wie eine direkte galvanische Verbindung zu den Dioden. Man kann
Zählpfeile für das LO-Signal und ebenso für das RF-Signal über den vier Dioden
einzeichnen. Wir wollen die Vereinbarung treffen, dass ein LO-Zählpfeil in Dio-
dendurchlassrichtung einen Grundwellen-Leitwertverlauf mit der Phase 0° relativ
zum LO-Signal erzeugt und gegen die Dioden-Spitze von 180°. Die ZF-Phase
ergibt sich als Differenz von RF-Phase und Leitwert-Phase, woraus sich Zählpfei-
le für die ZF-Signale wie im Bild 3.11 gezeigt ableiten.
Wir erkennen daran, dass alle ZF-Zählpfeile parallel liegen und sich daher auf-
summieren.
Aufgrund der Brückenanordnung der Dioden sind das RF-Tor und das LO-Tor
entkoppelt, sofern die Dioden gut gepaart sind. Man kann daher von einer Signal-
Balancierung zwischen diesen Toren sprechen. Ebenso ist aus Symmetriegründen
das ZF-Tor vom RF- und LO-Tor bei einer symmetrischen Schaltung perfekt
entkoppelt, was man ebenfalls als Signal-Balancierung bezeichnen kann.
Der doppelt balancierte Mischer ist auch Rausch-balanciert, weil sich die
gleichgerichteten LO-Signale aufgrund ihrer unterschiedlichen Polarität ebenfalls
aufheben.

Bild 3.10: Doppelt balancierter Mischer (Ringmischer)

Bild 3.11: Zählpfeile für die ZF-Signale des doppeltbalancierten Mischers aus
Bild 3.10
99

Bild 3.12: Doppelt balancierter Mischer mit zwei 90°-Ringkopplern und zwei
90°-Phasenschiebern

Bei höheren Frequenzen wird man den in Bild 3.10 gezeigten Transformator
eher durch 180°-3 dB-Koppler realisieren.
In Bild 3.12 sind die 180°-Koppler durch 90°-Ringkoppler mit zusätzlichen
90°-Phasenschiebern (PS) realisiert.
Die Tiefpässe sollen am Eingang hochohmig für die hochfrequenten Signale
sein. Das RF- und das LO-Tor sind entkoppelt.

3.3.4 Mischer mit einem Feldeffekt-Transistor

Ein Mischer mit einem Feldeffekt-Transistor (FET) ist in der Struktur besonders
einfach, weil der FET als 3-Tor-Bauelement bereits eine inhärente Entkopplung
zwischen dem RF- und LO-Tor beziehungsweise Drain und Gate aufweist. Der
Mischoszillator (LO) wird auf das Gate gegeben. Das LO-Signal steuert damit
periodisch den Kanalwiderstand der Drain-Source-Strecke und bestimmt damit
den Leitwertverlauf g (t) für das RF-Signal. Der Feldeffekt-Transistor wird im
Allgemeinen passiv betrieben, also ohne Drain-Source-Vorspannung, das heißt im
ohmschen Bereich der Kennlinie. Dies hat den Vorteil, dass ein solcher Mischer
besonders gute Großsignal-Eigenschaften aufweist, absolut stabil ist und in erster
Näherung kein sog. 1 / f- oder Funkel-Rauschen aufweist. Die Vorspannung am
Gate wird im Allgemeinen so eingestellt, dass die Aussteuerung zwischen offe-
nem und geschlossenem Kanal erfolgt. Die im Kapitel 3.2 dargestellte Theorie für

Bild 3.13: Prinzipschaltbild eines Ein-FET-Mischers


100 3 Mischer

einen parametrischen Betrieb eines Mischers ist vollständig übertragbar. Im Ab-


schn 1.7 wurde beschrieben, wie man für das Näherungsmodell nach Shockley
den zeitlichen Leitwertverlauf g (t) für ein gegebenes Gate-Signal (LO-Signal)
berechnen kann.
Die Kapazität C1 dient zur Abblockung der Gate-Vorspannung, die Induktivität
L1 und die Kapazität C2 zur Trennung der Gate-Vorspannung Ug vom LO-Kreis.
Der Tiefpass TP sollte hochohmig für das RF-Signal, der Hochpass HP hochoh-
mig für das ZF-Signal sein.
Der Ein-FET-Mischer ist inhärent rausch-balanciert, weil das LO-Signal, wel-
ches am Gate anliegt, nicht gleichgerichtet wird. Dies gilt allerdings nicht mehr
ganz für höhere Frequenzen, weil dann über die Gate-Drain-Kapazität ein Teil des
LO-Signals in die Drain-Source-Strecke eingekoppelt wird und dort gleichgerich-
tet werden kann. Auch die Entkopplung beziehungsweise Signal-Balancierung ist
im Wesentlichen durch die Gate-Drain-Kapazität gegeben und nimmt daher mit
20 dB pro Dekade zu höheren Frequenzen hin ab.

3.3.5 Der Zwei-FET-Mischer

Mit einer Mischer-Anordnung mit zwei Feldeffekt-Transistoren lassen sich zu-


sätzliche Entkopplungen aufgrund von Symmetrien und Ausphasungen erzielen.
Bild 3.14 zeigt dazu ein Prinzipschaltbild.
Man kann davon sprechen, dass das LO-Tor von dem RF-Tor zweifach ent-
koppelt beziehungsweise signalbalanciert ist, nämlich zum einen durch die inhä-
rente FET-Entkopplung und zum anderen durch die Kombination von 180°- und
0°-Koppler.
Bei Feldeffekt-Transistoren als unipolare Bauelemente gibt es nicht wie bei
Dioden die Möglichkeit, das Bauelement umzupolen. Infolgedessen muss in der
Schaltung in Bild 3.14 das Zwischenfrequenz-Signal über einen Differenzverstär-

Bild 3.14: Prinzipschaltbild eines Zwei-FET-Mischers


101

ker abgegriffen werden. Die Rausch-Balancierung ist zweifach vorhanden; zum


einen aufgrund einer Differenzbildung auf der Zwischenfrequenz-Seite und zum
anderen aufgrund der inhärenten Balancierung in den Feldeffekt-Transistoren.

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