IFE, Zentrum Lesen
Freewriting
Manchmal kann es passieren, dass eine Disposition, eine früh festgelegte Struktur das
Denken und Schreiben mehr behindern als fördern.
Wenn Ihnen das passiert, kann Ihnen die Technik «Freewriting» dabei helfen, Ihren
«Spielraum» wieder auszuweiten – sei es, dass Sie merken, wo oder wie Sie die
Struktur abändern können; sei es, dass Sie sogar zur Einsicht gelangen, dass die
Struktur als Ganzes ersetzt werden muss.
Benutzen Sie Ihre Fragestellung oder Ihren Arbeitstitel als Überschrift und schreiben Sie
dazu einen Text.
Verfahren Sie dabei wie folgt:
– Schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt, zensurieren Sie Ihre Gedan-
ken nicht.
– Schreiben Sie schnell und ohne Unterbrechungen
– Blicken Sie nicht auf das, was Sie bisher geschrieben haben, zurück.
– Achten Sie nicht auf korrekte Rechtschreibung oder Logik in der Darstellung, bewer-
ten Sie das Bisherige nicht: Wichtig ist einzig und allein, dass Sie so kontinuierlich wie
möglich schreiben.
Aber:
– Sobald Sie merken, dass Sie die Fragestellung oder das Thema verlassen, brechen
Sie ab und beginnen Sie eine neue Zeile.
– Orientieren Sie sich wieder an der Fragestellung, am Thema.
Zeit: 3–5 Min.
Überprüfen Sie am Schluss die Abbruchstellen:
Haben Sie dort tatsächlich das Thema verlassen? Oder handelte es sich vielleicht sogar
um einen Gedanken, der es wert wäre, weiterzudenken? Wenn Letzteres der Fall ist: Ma-
chen Sie sich dazu gleich anschliessend mehr Notizen (evtl. nochmals mit Freewriting
oder einer anderen Technik wie Mindmap).
Wiederholen Sie diese Übung, wenn Sie beim ersten Mal erst richtig warm gelaufen sind
oder wenn Sie das Gefühl haben, Sie könnten noch mehr herausholen.
Hinweise:
– Wenn Sie schnell mit Tippen sind, probieren Sie diese Technik doch gleich am Com-
puter aus.
– Diese Technik können Sie auch einsetzen, um ganz zu Beginn eines Schreibprojekts
Ideen zu sammeln. Vgl. dazu: Gerd Bräuer (2000): Schreiben als reflexive Praxis.
Tagebuch – Arbeitsjournal – Portfolio. Freiburg [Link].: Fillibach.
[Link]