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Emulsionen

Emulsionen sind grobdisperse Systeme aus zwei nicht oder begrenzt mischbaren Flüssigkeiten, wobei eine hydrophil und die andere lipophil ist. Sie werden in verschiedenen Formen wie Linimenten und Mixturen verwendet und benötigen Emulgatoren zur Stabilisierung, die spezifische Eigenschaften aufweisen müssen. Die Stabilität von Emulsionen kann durch verschiedene physikalische und chemische Methoden sowie durch die Wahl der Emulgatoren und deren HLB-Wert beeinflusst werden.

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Emulsionen

Emulsionen sind grobdisperse Systeme aus zwei nicht oder begrenzt mischbaren Flüssigkeiten, wobei eine hydrophil und die andere lipophil ist. Sie werden in verschiedenen Formen wie Linimenten und Mixturen verwendet und benötigen Emulgatoren zur Stabilisierung, die spezifische Eigenschaften aufweisen müssen. Die Stabilität von Emulsionen kann durch verschiedene physikalische und chemische Methoden sowie durch die Wahl der Emulgatoren und deren HLB-Wert beeinflusst werden.

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Emulsionen

Emulsionen
grobdisperse Systeme aus zwei nicht oder nur
begrenzt miteinander mischbaren Flüssigkeiten,
von denen eine hydrophile Eigenschaften besitzt

Hydrophile Phasen: z. [Link], Ethanol, Wasser-


Ethanol-Mischungen, Glycerol

Lipophile Phasen: z.B. fette Öle, Paraffin

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Linimente
dickflüssige, äußerlich anzuwendende Emulsionen,
häufig O/W-Emulsionen

Mixturen
Emulsionen, die löffelweise dosiert werden

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Äußere Phase (kohärent)


Dispersionsmittel, Dispergens

Innere Phase (inkohärent)


Disperse, dispergierte Phase, Dispersum

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgatoren

HLB-Wert von Emulgatormischungen

40 % Span 80® (HLB-Wert: 4,3)


60 % Tween 60® (HLB-Wert: 14,9)
40
 4,3  1,72
100
60
14,9  8,94
100
1,72  8,94  10,66

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgatoren
erforderliche Eigenschaften zur Stabilisierung von Emulsionen

• hohe Grenzflächenaktivität
• Aufbau geladener Grenzflächenfilme
• Möglichkeiten der sterischen Stabilisierung
• rasches Spreitungsvermögen an der Grenzfläche
• ausreichende Diffusionsgeschwindigkeit in einer der beiden
Phasen
• ausreichende Löslichkeit in der kohärenten Phase
• Hohe Oberflächenviskosität und Elastizität des
Emulgatorfilm (Verzögerung der Koaleszenz)

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulsionstyp
(Phasenlage)
(O/W-, W/O-Typ)

• Regel nach Bancroft


Phase, in der sich der Emulgator löst bzw. anreichert,
wird zur äußeren Phase
• Keiltheorie
• Koaleszenzkinetik

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen
Regel nach Bancroft
Phase, in der sich der Emulgator löst bzw. anreichert,
wird zur äußeren Phase

Wilder Dwigt Bancroft


*1867; 1953
Physikochemiker

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Marangoni-Effekt

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen
Marangoni-Effekt

cz < c (cz :Tensidkonzentration in Zwischenschicht)


z > w
Grundlagen der Arzneiformenlehre
Emulsionen

Bestimmung des Emulsionstyps

• Färbemethode (Indikatormethode)
(Methylenblau, Sudanrot)
• Verdünnungsmethode (Abwaschtest)
• Filtrierpapiermethode
(Ringmethode mit Filterpapier)
• Leitfähigkeitsmethode

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Physikalische Instabilitäten
• Aufrahmen (O/W-Emulsion)
• Sedimentation (W/O-Emulsion)
• Koagulation (Flocculation, Ausflockung)
Zusammenlagerung von dispergierten Tröpfchen zu
Agglomeraten (Koagulate, Flocculate)
Individualität der Tröpfchen bleibt erhalten
reversibler Vorgang
• Koaleszenz
Zusammenfließen von Tröpfchen, Ausbildung einer
kohärenten Phase, keine diskreten Tröpfchen
irreversibler Vorgang
• Brechen einer Emulsion
(vollständige Koaleszenz, Zerstörung der Dispersität)
Grundlagen der Arzneiformenlehre
Emulsionen

Stabilisierung
• Emulgator (Art und Menge)
• Tröpfchengröße 
• Viskosität der äußeren Phase 
Zusatz viskositätserhöhender Hilfsstoffe
• Dichteangleich
z. B. Zusatz von Chloroform bei Rheuma-Linimenten
• Phasen-Volumen-Verhältnis

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen
Tropfen- Anzahl der Gesamtoberfläche Oberflächenenergie
durchmesser Tropfen aller Tropfen des Gesamtsystems

1 cm 1 3,14 cm² 0,02287 mJ


1 mm 103 31,4 cm² 0,2287 mJ
100 µm 106 314 cm² 2,287 mJ
10 µm 109 3140 cm² 22,87 mJ
1 µm 1012 31400 cm² 228,7 mJ
100 nm 1015 314000 cm² 2287 mJ
nach Voigt, Pharmazeutische Technologie

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Stabilisierung
Pickering-Emulsion
Feststoffstabilisierte Emulsionen
z.B. Aluminiumoxid, Bentonit (Aluminiumsilikat),
Magnesiumhydroxid
Feststoffe: amphiphil, Anlagerung an der Grenzfläche,
Ausbildung eines Feststoffnetzwerkes
Emulsionstyp:
Benetzungseigenschaften der Feststoffpartikel
Phase, die den Feststoff besser benetzt, wird zur äußeren
Phase
Vorteil: emulgatorfreie Emulsionen
 physiologische Verträglichkeit 

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgiermethoden
• Lösungsmethode (Englische Methode)
- Emulgator in der gesamten äußeren Phase lösen
- innere Phase in kleinen Anteilen einemulgieren
• Suspensionsmethode (Kontinentale Methode)
- Emulgator in der inneren Phase sorgfältig suspendieren
- kleinen Anteil der äußeren Phase einarbeiten
→ Emulsionskern
- restliche äußere Phase anteilsweise einarbeiten

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgiermethoden
• Kombinationsmethode (Aufschaukelmethode)
- Herstellung eines Emulsionskerns
(z. B. 1 T. Emulgator, 2 T. lipophile Phase, 1,5 T. Wasser)
- abwechselnd in kleinen Anteilen innere und äußere Phase
einarbeiten
• Schichtmethode
Überschichten der beiden Phasen und durch Schütteln
dispergieren

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgiermethoden
• Schichtmethode
Überschichten der beiden Phasen und durch Schütteln
dispergieren
z.B. Linimentum Calcariae
Hydrophile Basisemulsion (NRF S.25.)

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen
Emulgiermethoden
Hydrophile Basisemulsion (NRF S.25.)
Sorbitanmonostearat 2,0
Macrogol-8-stearat 2,0
Glycerol 85 % 5,0
Mittelkettige Triglyceride 5,0
Wasserfreie Citronensäure 0,07
Kaliumsorbat 0,14
Gereinigtes Wasser 85,79

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen
Emulgiermethoden
Hydrophile Basisemulsion (NRF S.25.)

- Sorbitanmonostearat, Macrogol-8-stearat,
Glycerol 85 % und Mittelkettige Triglyceride auf
mindestens 60 °C erwärmen
- Citronensäure und Kaliumsorbat hinzufügen
- Gereinigtes Wasser (auf mindestens 60 °c erwärmt)
hinzufügen
- unter kräftigem Schütteln in einer Flasche emulgieren

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulsionen

Emulgiermethoden
• Paste-Methode
sehr hydrophile Emulgatoren (O/W-Emulsionen)
- Emulgator in 25 % der wässrigen Phase lösen
- Einarbeiten der öligen Phase
- Einarbeiten der restlichen wässrigen Phase
• PIT-Methode
- alle Komponenten der Emulsion bei der Phasen-
inversionstemperatur mischen
- Emulsion kaltrühren

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Lipophile, nichtionische Emulgatoren


• Wollwachs
• Wollwachsalkohole
• Cholesterol
• Fettalkohole (Cetylalkohol, Stearylalkohol,
Cetylstearylalkohol (Lanette O®))
• Glycerolfettsäureester (Glycerolmonostearat)

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Lipophile, nichtionische Emulgatoren


Sorbitanfettsäureester (Span®)
HLB-Wert
Sorbitantrioleat 1,8
Sorbitantristearat 2,1
Sorbitansesquioleat 3,7
Sorbitanmonoleat 4,3
Sorbitanmonostearat 4,7
Sorbitanmonopalmitat 6,7
Sorbitanmonolaurat 8,6

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Lipophile, nichtionische Emulgatoren


Sorbitanfettsäureester (Span®)

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Macrogolfettsäureester (Myrj®, Cremophor® S9)
Macrogol-15-hydroxystearat
Macrogolstearate, HLB ca. 11-19

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Macrogolfettalkoholether (Brij®)
Macrogollaurylether
Macrogolcetylstearylether
Macrogolstearylether
Macrogololeylether

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Macrogolglycerolfettsäureester
z. B.
Macrogolglycerollaurat
Macrogolglycerololeat
Macrogolglycerolricinoleat
Macrogolglycerolstearat

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Polysorbate (Tween®)
Gemische aus Partialestern des Sorbitans und seiner
Anhydride mit verschiedenen Fettsäuren
HLB
Polysorbat 85 (POE-20-Sorbitantrioleat) 11,0

Polysorbat 60 (POE-20-Sorbitanmonostearat) 14,9


Polysorbat 80 (POE-20-Sorbitanmonooleat) 15,0
Polysorbat 40 (POE-20-Sorbitanmonopalmitat) 15,6
Polysorbat 20 (POE-20-Sorbitanmonolaurat) 16,7

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Polysorbate (Tween®)

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Poloxamere (Pluronic®, Lutrol®, Synperonic®)
Polyoxypropylen-Polyoxyethylen-Blockpolymere

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, nichtionische Emulgatoren


Saccharoseester
Saccharosedipalmitat
Saccharosemonolaurat

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Amphotere Emulgatoren
Lecithine

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Hydrophile, anionische Emulgatoren


• Alkaliseifen
Natriumstearat
• Schwefelsäureester
Natriumlaurylsulfat
Natriumcetylsulfat
Natriumstearylsulfat
Natriumcetylstearylsulfat (Lanette E®)
• Arabisches Gummi

Grundlagen der Arzneiformenlehre


Emulgatoren

Mischemulgatoren (Komplexemulgatoren)
• Emulgierender Cetylstearylalkohol (Lanette N®)
Typ A: Cetylstearylalkohol/Natriumcetylstearylsulfat
Typ B: Cetylstearylalkohol/Natriumdodecylsulfat
• Emulgierendes Glycerolmonostearat
Glycerolmonostearat/Natrium- und Kaliumsalze von
Fettsäuren (vorzugsweise Stearin- und Palmitinsäure)
• Nichtionische emulgierende Alkohole
Cetylstearylalkohol/Macrogol-80-cetylstearylether/
Glycerolmonostearat
Grundlagen der Arzneiformenlehre
Emulgatoren

Mischemulgatoren (Komplexemulgatoren)

Grundlagen der Arzneiformenlehre

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