1- Zwei Giganten werden Freunde
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2- Deutschland verstehen
Warum findet das Oktoberfest im September statt? Warum gibt es Aldi doppelt?
Antworten auf 9 Fragen über Deutschland.
1. Was ist die Geschichte des Oktoberfests?
Das Oktoberfest in München ist das größte Volksfest der Welt. Es findet seit 1810 auf
der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt München statt. Veranstalter
ist die Stadtverwaltung München. Für das Oktoberfest brauen einige Münchner
Brauereien ein spezielles Bier. Das Oktoberfest generiert in den zwei Wochen jährlich
durchschnittlich eine Milliarde Euro Umsatz.
Die Wiesn: ursprünglich ein Pferderennen
Es ist einem bürgerlichen Offizier zu verdanken, dass ungefähr sechs Millionen Besucher
jedes Jahr so gemütlich zusammen kommen. Andreas Michael Dall’Armi hatte die Idee,
die Hochzeit von Prinzregent Ludwig von Bayern, und Prinzessin Therese von Sachsen-
Hildburghausen einfach mal anders zu feiern: nämlich mit einem großen Pferderennen.
Geheiratet wurde dann am 12. Oktober des Jahres 1810, und am 17. Oktober fanden die
Feierlichkeiten auf der Theresienwiese statt — mit dem Pferderennen. Das war die
Geburtsstunde des Oktoberfests.
Warum findet das Oktoberfest im September statt?
Die ersten Oktoberfeste fanden ab 1810 immer im Oktober statt. Oft war das Wetter zu
schlecht. Deshalb fängt das Fest seit 1872 immer im September an. Aber der Name
blieb.
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2. Warum gibt es im Osten so viele Atheisten?
Nach einer Umfrage von 2012 glauben nirgends auf der Welt so wenige Menschen an
einen Gott wie in Ostdeutschland. Auch die Zahl der Kirchenmitglieder ist nirgends in
Europa niedriger. Die Gründe dafür liegen in der Zeit der Deutschen Demokratischen
Republik (DDR). Religion und Kirchen waren für die nationalsozialistische Diktatur
Gegner. Wer in der Kirche aktiv war, hatte in der DDR oft Nachteile.
3. Wie finanzieren sich die Universitäten, wenn sie doch (meistens) kostenlos sind?
90 Prozent des Geldes, das die Hochschulen brauchen, kommt vom Staat, davon 75
Prozent von den Bundesländern. Der Rest kommt aus privaten Quellen, zum Beispiel
durch Spenden, Auftragsforschung und nur wenig aus Studiengebühren.
4. Warum trennen die Deutschen so korrekt den Müll?
Zwei Drittel des Hausmülls werden recycelt. Das ist in Europa Rekord. Seit 1991 gibt es
den grünen Punkt, das System zum Recycling von Kunststoffen und Metall. Es wurde viel
Werbung dafür gemacht, den Müll für das Recycling zu trennen. Bei Papier und Glas
funktioniert das gut. Aber viele Kritiker finden das Recycling von Kunststoffen zu
kompliziert und glauben, dass viel weniger davon recycelt wird als zwei Drittel des
Mülls.
5. Warum sind Deutschlandfahnen immer nur zu Fußball-Meisterschaften zu sehen?
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 war das erste Mal seit dem Krieg,
dass sehr viele Deutsche fröhlich ihre Fahne gezeigt haben. Nationale Symbole waren in
Deutschland lange Zeit tabu, vielen Deutschen sind sie immer noch unangenehm. Wenn
es um Fußball geht, sind die Nationalfarben inzwischen aber allgemein akzeptiert.
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6. Warum ist das deutsche Steuerrecht so kompliziert?
Spaß macht die Steuererklärung wahrscheinlich in keinem Land. Das deutsche
Steuerrecht gilt aber als besonders kompliziert. Es gibt sehr viele Ausnahmen, fast nie
können Entscheidungen pauschal getroffen werden. Die meisten Deutschen wollen das
aber auch so. Denn ohne diese Extraregeln würden viele das Steuersystem unfair finden.
Und eine Studie zeigt auch: Zählt man die Stunden, die man in jedem Land für die
Steuererklärung braucht, ist Deutschland sogar unter dem Durchschnitt.
7. Warum gibt es Aldi doppelt?
1945 übernahmen die Brüder Theo und Karl Albrecht den Lebensmittelladen ihrer
Mutter in Essen (Nordrhein-Westfalen) und machten die Firma schnell größer. Nach
einem Streit teilten die beiden die Firma 1961: Theo wurde Chef der Läden im Norden,
Karl übernahm die Läden im Süden der Bundesrepublik. Die Firmen sind bis heute
getrennt, sie haben eigene Manager und auch ein unterschiedliches Sortiment.
8. Warum ist Deutschen der Datenschutz so wichtig?
In den letzten 100 Jahren gab es in Deutschland gleich zwei Diktaturen, die
Informationen über ihre Bürger gesammelt haben. Das hat die Deutschen misstrauisch
gemacht. Die erste große Debatte über Datenschutz gab es aus Anlass der Volkszählung
im Jahre 1983. Beamte sollten von Tür zu Tür gehen und intime Informationen über die
Bürger sammeln. Legal war dieser Plan aber nicht. Das höchste Gericht, das
Bundesverfassungsgericht, entschied damals: Datenschutz ist ein Grundrecht.
9. Warum warten Fußgänger konsequent an roten Ampeln?
Anders als in vielen anderen Ländern riskieren Fußgänger in Deutschland eine Strafe,
wenn sie bei Rot über die Straße gehen: fünf Euro, wenn sie ein Polizist dabei sieht. Es
ist aber auch typisch deutsch, Regeln zu befolgen – vor allem, wenn man dabei gesehen
werden könnte. Also warten die meisten Menschen brav. Auch wenn es morgens um
vier ist und in der ganzen Umgebung kein Auto zu sehen ist.
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3- So leben und arbeiten Frauen in Deutschland
Drei Fakten zu Frauen in Deutschland: Sie stellen die Mehrheit der Bevölkerung, leben
länger als Männer - und sind besser ausgebildet.
Frauen in der Gesellschaft
In Deutschland leben insgesamt rund 41 Millionen Frauen – ungefähr zwei Millionen
mehr als Männer. Während Männer im Durchschnitt 78,3 Jahre alt werden, liegt die
Lebenserwartung der Frauen bei rund 83,2 Jahren.
Frauen bringen durchschnittlich im Alter von 30 Jahren ihr erstes Kind zur Welt.
Statistisch gesehen bekommt jede Frau 1,59 Kinder – der Wert ist in den letzten fünf
Jahren gestiegen und nähert sich dem EU-Durchschnitt an.
Frauen in der Wirtschaft
Als Unternehmerinnen, Chefinnen, Wissenschaftlerinnen und Expertinnen spielen
Frauen eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft. Nach Zahlen des Statistischen
Bundesamts hat Deutschland im Vergleich zu den anderen EU-Ländern die dritthöchste
Erwerbstätigenquote von Frauen. 2017 gingen 18,4 Millionen Frauen im Alter von 20 bis
64 Jahren einer bezahlten Arbeit nach – das entspricht rund 75 Prozent dieser
Altersgruppe. Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist in den letzten zehn Jahren in
Deutschland um acht Prozentpunkte gestiegen. Die Erwerbstätigenquote der Männer
liegt bei rund 83 Prozent.
Beim Verdienst besteht ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. 2017 lag
der sogenannte Gender Pay Gap bei 21 Prozent. Rechnet man strukturelle Unterschiede
wie Teilzeitarbeit heraus, bleibt immer noch eine Differenz von sechs Prozent weniger
Gehalt für Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit.
Frauen in Führungspositionen
Frauen in Deutschland sind sehr gut ausgebildet: Mehr als die Hälfte der Abiturienten,
rund 50 Prozent der Hochschulabsolventen und rund 45 Prozent der Promovierenden
sind weiblich. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie arbeiten dennoch vor
allem Männer in Führungspositionen: 88,4 Prozent der C4-Professuren sind mit
Männern besetzt. Und von den 185 Aufsichtsräten der im DAX, MDAX, SDAX und
TecDAX notierten sowie den 25 voll mitbestimmten Unternehmen haben nur sechs eine
Frau als Vorsitzende.
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Trotzdem gibt es positive Entwicklungen: Seit dem 1. Januar 2016 gilt per Gesetz die
Geschlechterquote von 30 Prozent für zu besetzende Aufsichtsratsposten in rund 100
großen Unternehmen.
Frauen in der Politik
Deutschland hat im Moment das bisher weiblichste Kabinett. Mit neun männlichen und
sieben weiblichen Mitgliedern liegt der Frauenanteil bei knapp 44 Prozent. Das ist
erfreulich, sagt aber nur wenig über die allgemeine Gleichberechtigung in der deutschen
Politik aus. 2018 waren rund 29 Prozent der Bundesminister, Staatsminister,
Staatssekretäre und Abteilungsleiter weiblich. Im Bundestag beträgt der Frauenanteil
derzeit knapp über 30 Prozent.
4- Was Deutschland glaubt
Rund zwei Drittel der Deutschen glauben an Gott, ein Drittel ist konfessionslos.
Deutschland garantiert Religionsfreiheit – jeder kann sich für oder gegen den Glauben
entscheiden.
Deutschland. Circa 60 Prozent der Deutschen glauben an Gott. Dennoch haben die
beiden großen christlichen Kirchen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Mitglieder
verloren. Knapp 30 Millionen Deutsche, also 37 Prozent der Gesamtbevölkerung sind
konfessionslos und gehören keiner Religion an.
Religionszugehörigkeit in Deutschland
• 23,76 Millionen Mitglieder der Römisch-Katholischen Kirche
• 22,27 Millionen Mitglieder der Evangelischen Kirche
• 4,4 Millionen Muslime
• 100.000 Juden
• 100.000 Buddhisten
In Deutschland gilt Religionsfreiheit
Das deutsche Grundgesetz garantiert jedem Menschen in Deutschland Religionsfreiheit.
Der deutsche Staat bekennt sich zu weltanschaulicher Neutralität, sodass Staat und
Kirche voneinander getrennt sind. Trotzdem erhebt der deutsche Staat eine
Kirchensteuer und hat Religionsunterricht in Schulen im deutschen Grundgesetz
verankert.
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Sonntags ruht sich Deutschland aus
Das prägt das Alltagsleben: Die wichtigsten Feiertage der Christen – Ostern,
Weihnachten und Pfingsten – sind arbeitsfreie Tage. Wegen der christlichen Tradition in
Deutschland ist auch der Sonntag ein freier Tag. Geschäfte bleiben an diesem Tag
geschlossen.
Kirchenaustritte
In den vergangenen zehn Jahren sind viele Menschen aus der katholischen und der
evangelischen Kirche ausgetreten. 2005 gehörten noch mehr als 62 Prozent einer der
beiden Kirchen an, 2016 waren es nur noch 55 Prozent.
Wissenschaftler der Universität Münster suchen nach Gründen für die hohe Zahl an
Kirchenaustritten. Die Kirchensteuer, die Katholiken und Protestanten zahlen müssen,
könnte ein Grund sein. Professor Detlef Pollack und Gergely Rosta gehen davon aus,
dass jedoch die individuelle Distanzierung der Mitglieder eher zu Kirchenaustritten
führt. Viele Deutsche definierten sich weiterhin als Christen, obwohl sie keiner Kirche
mehr angehören.
Zwei Drittel der deutschen Muslime stammen aus der Türkei
An dritter Stelle der größten Religionsgemeinschaften in Deutschland steht der Islam,
4,4 Millionen Menschen bekennen sich zum muslimischen Glauben. Zwei Drittel der
deutschen Muslime stammen aus der Türkei. Ein Drittel kommt aus Südosteuropa sowie
aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Zentralasien und Südostasien. Einige
Bundesländer haben islamischen Religionsunterricht an Schulen eingeführt. Die
Integration soll damit gefördert werden und die Schüler sollen die Möglichkeit haben
sich außerhalb einer Moschee mit ihrer Religion auseinandersetzen und ihre Fragen
stellen zu können.
5- Wie Familien in Deutschland leben
Warum viele Deutsche erst spät Eltern werden und wie Familien vom Staat unterstützt
werden. Ein Ehepaar mit einem oder zwei Kindern – das ist die deutsche
Durchschnittsfamilie. Aber die Familienmodelle werden vielfältiger: Laut dem
aktuellsten Familienreport gab es 2015 in Deutschland rund acht Millionen Familien mit
minderjährigen Kindern. Der überwiegende Teil der Eltern sind zwar miteinander
verheiratet (5,5 Millionen), doch auch die uneheliche Lebensgemeinschaft (843.000) ist
keine Seltenheit mehr. Neben der Durchschnittsfamilie gibt es auch viele
alleinerziehende Eltern (1,6 Millionen). Der überwiegende Teil davon ist weiblich (1,5
Millionen), denn nur etwa 11 Prozent der Kinder Alleinerziehender leben bei ihrem
Vater. Die Zahl der Regenbogenfamilien mit gleichgeschlechtlichen Paaren ist in
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Deutschland zwar noch vergleichsweise gering, hat sich aber seit 1996 von 3.000 auf
7.000 mehr als verdoppelt. Großfamilien mit mehreren Generationen unter einem Dach
sind dagegen seit 1995 von 351.000 auf 209.000 zurückgegangen.
Die Mehrheit der Familien empfindet ihre wirtschaftliche Lage heute als gut bis sehr gut.
Tatsächlich sind die durchschnittlichen (bedarfsgewichteten) Pro-Kopf-Einkommen von
Familien laut Report zwischen 2004 und 2014 um knapp 23 Prozent gestiegen.
Späte Familiengründung
Vor allem viele junge Akademiker schieben die Familiengründung lange auf – erst
möchten sie ihr Studium absolvieren und dann im Beruf durchstarten. Deshalb sind
Mütter bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt schon knapp 30 und Väter 35
Jahre alt. Auch das ist ein Grund für die niedrige Kinderzahl pro Familie. Denn 53 Prozent
der Familien in Deutschland haben nur ein Kind.
So fördert der Staat Familien
Deutschland braucht mehr Kinder, denn nach Japan ist es das Land mit der ältesten
Bevölkerung. Die Geburtenrate ist mit 1,5 Kindern pro Frau auf dem Höchststand seit
der Wiedervereinigung, liegt aber immer noch unter dem EU-Durchschnitt von 1,58.
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Deshalb gibt es eine Vielzahl staatlicher Hilfen zur Förderung von Familien. Die
wichtigsten sind Kindergeld, Elterngeld, Steuervergünstigungen sowie Zuschüsse für
Schwangere und Familien, deren Einkommen nicht reicht, um die Grundbedürfnisse
ihrer Kinder zu erfüllen. Hinzu kommt gebührenfreie Schulbildung.
Trotzdem gehören Alleinerziehende zu den Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten
Armutsrisiko, wenn der andere Elternteil sich weigert, Unterhalt für sein Kind zu zahlen.
Eltern zwischen Familie und Job
Kinder oder Karriere? Frauen und Männer sollen es leichter haben, beides miteinander
zu vereinbaren. Seit 2013 gilt für jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr ein
Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Die Bundesländer haben stark in den
Ausbau von Betreuungsangeboten für Kleinkinder und Schulkinder investiert.
Seit 2007 können Mütter und Väter eine bezahlte Auszeit vom Beruf nehmen. Für
insgesamt 14 Monate zahlt der Staat Elterngeld in Höhe von 65 Prozent des
Nettoeinkommens.
Rollenbilder
Der Vater verdient das Geld, die Mutter ist zuhause bei den Kindern – dieses
Rollenmuster gilt als überholt, ist aber durchaus noch anzutreffen. Zwar gehen 70
Prozent der Mütter arbeiten, allerdings 40 Prozent nur in Teilzeit. Es zeichnet sich ein
Wandel ab: Die junge Vätergeneration möchte mehr Zeit mit den Kindern verbringen
und sich stärker an der Erziehung zu beteiligen. Derzeit nimmt jeder dritte Vater
immerhin zwei bis drei Monate Elternzeit.
Wusstest du, dass…
… die beliebtesten Kindernamen 2019 in Deutschland Hanna und Noah waren?
… die meisten Kinder in Deutschland im Juli geboren werden?
… ab dem dritten Lebensjahr 93 Prozent der Kinder in einer Kindertagesbetreuung
angemeldet sind?
6- So funktioniert das deutsche Schulsystem
Gibt es Schulgebühren? Warum gilt Schulpflicht? Wir erklären die Besonderheiten des
deutschen Schulsystems. Im Unterschied zu Ländern mit reiner Bildungspflicht dürfen
Eltern in Deutschland ihre Kinder nicht zuhause unterrichten. Hier gilt die generelle
Schulpflicht, die mit dem staatlichen Erziehungsauftrag begründet wird. Kinder werden
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in der Regel mit sechs Jahren eingeschult und gehen mindestens neun Jahre lang zur
Schule.
Wie das Schulsystem in Deutschland aufgebaut?
Zunächst besuchen Kinder vier Jahre lang eine Grundschule. In der vierten Klasse
entscheidet sich, wie sie ihren Bildungsweg fortsetzen. Das System der weiterführenden
Schulen ist in Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen gegliedert.
Die Hauptschule endet nach der 9. Klasse mit dem Hauptschulabschluss, die Realschule
nach der 10. Klasse mit dem Realschulabschluss. Danach können die Jugendlichen eine
Berufsausbildung beginnen oder die Schule fortsetzen. Das Gymnasium schließt nach
der 12. oder 13. Klasse mit dem Abitur, das zum Studium an einer Hochschule
berechtigt.
7- Wie Deutschland heiratet
Hochzeit feiern steht in Deutschland noch immer hoch im Kurs. Wir stellen traditionelle
Bräuche und überraschende Fakten vor. Gibt es die typisch deutsche Hochzeit? Viele
schöne Rituale bestehen fort, auch wenn die meisten Paare ihren Hochzeitstag als
individuelles Ereignis gestalten: Manche träumen ganz klassisch von einer romantischen
Kutschfahrt, Rosenblättern auf dem Weg und einem rauschenden Fest. Andere lieben es
ausgefallen und planen einen Fallschirmsprung oder eine Hochzeit unter Wasser –
möglich ist fast alles.
Wie viele Paare heiraten in Deutschland?
Im Jahr 2017 haben in Deutschland 407.000 Paare den Bund der Ehe geschlossen. Dabei
sind sie rund fünf Jahre älter als Hochzeitspaare vor 25 Jahren – Frauen heiraten im
Durchschnitt mit 31,5 Jahren, Männer mit 34.
Wie viele heiraten in der Kirche?
Mit der standesamtlichen Trauung ist die Ehe rechtsgültig. Anschließend kann das Paar
auch noch feierlich vor den Kirchenaltar treten. 2016 ließen sich nur 88.000 Paare mit
Gottes Segen trauen, etwa jedes fünfte Hochzeitspaar.
Was ist der beliebteste Hochzeitsmonat?
Sektempfang im Freien und eine Hochzeitstafel im Grünen sind am schönsten in den
warmen, sonnigen Monaten. Daher heiraten die meisten zwischen Mai und September.
Viele Paare wählen Hochzeitstage mit besonderen Daten – zum Beispiel den 8.8.2018
oder den 9.9.2019.
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Was tragen Braut und Bräutigam zur Hochzeit?
Brautmode ist zeitlos und meistens klassisch weiß. Aber immer mehr Bräute wollen in
Farbe heiraten – auch Kombinationen mit Schwarz und Knallrot sind erlaubt. Der
Bräutigam trägt seinen Hochzeitsanzug meist in gedeckten Farben, Accessoires wählt er
passend zur Braut.
Was würde das Brautpaar geschenkt?
Da in Deutschland viele Paare bereits vor der Hochzeit zusammenwohnen, stehen
anstelle von Porzellan und Bettwäsche heute eher Geldgeschenke auf der Wunschliste.
Diese nehmen die Frischvermählten gerne als Zuschuss zur Hochzeitsfeier oder für die
Flitterwochen.
Welche Rituale gehören zur Hochzeit?
Traditionell führt der Vater der Braut seine Tochter zum Altar. Beliebte Bräuche bei der
Feier sind der Hochzeitstanz, mit dem das Paar die Tanzfläche eröffnet, die
Hochzeitstorte um Mitternacht und das Werfen des Brautstraußes. Wer ihn fängt, so
heißt es, wird als nächster heiraten. Am Ende des Hochzeitstages trägt der Bräutigam
seine Angetraute über die Türschwelle – und hoffentlich ein Leben lang auf Händen.
8- So verdient Deutschland
Der Unterschied der Gehälter zwischen Regionen und verschiedenen Berufen – und
warum es sich lohnen könnte, nach Ingolstadt zu ziehen. Wer verdient in Deutschland?
Auf diese Frage gibt die Bundesagentur für Arbeit mit einer aktuellen Auswertung klare
Antworten. Besonders groß ist das Gefälle zwischen West und Ost: Vollzeitbeschäftigte
verdienen in westlichen Bundesländern durchschnittlich 3.339 Euro brutto, im Osten
dagegen 2.600 Euro.
Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt in Deutschland?
Die Statistik der Arbeitsagentur erfasst die durchschnittlichen Brutto-Monatsgehälter
von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten jeweils zum 31. Dezember. Der
bundesweite Durchschnitt liegt aktuell bei 3.209 Euro.
Wo werden die höchsten Gehälter gezahlt?
Die Gehälter-Rangliste der Bundesländer führt Hamburg mit 3.619 Euro an, gefolgt von
Baden-Württemberg mit 3.546 Euro und Hessen mit 3.494 Euro. Das niedrigste Gehalt
bekommen Angestellte in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 2.391 Euro.
Knapp darüber liegen Thüringen mit 2.459 Euro und Sachsen mit 2.479 Euro.
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Ingolstadt in Bayern fällt mit 4.635 Euro in der Statistik als Stadt der Spitzenverdiener
auf. Ein Grund dafür: In der 140.000-Einwohner-Stadt hat der Autohersteller Audi seinen
Stammsitz. 44.200 Menschen arbeiten hier.
Wie hoch Gehälter in einer Region sind, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von
Unternehmen mit gut bezahlten Jobs oder der Qualifikation von Arbeitnehmern. Doch
die Höhe der Einkommen sagt nichts über die Kaufkraft aus. Sie hängt von den
Lebenshaltungskosten ab, etwa für Miete oder Lebensmittel, die sich regional ebenfalls
unterscheiden.
Was kann ich in meinem Beruf verdienen?
Wer wissen möchte, wie es beim eigenen Job um die Gehaltsaussichten bestellt ist,
findet auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit ein nützliches Tool: Der „Entgeltatlas“
zeigt für viele Berufe das zu erwartende Gehaltsspektrum und die regionalen
Unterschiede. Hier werden auch Gehaltsunterschiede bei Männern und Frauen sichtbar.
In der Regel schneiden Männer besser ab.
9- Zehn Fakten zum deutschen Arbeitsmarkt
Wie viele Menschen sind erwerbstätig und in welchen Branchen arbeiten sie? Die
wichtigsten Fakten und eine überraschende Zahl zu den „fleißigen Deutschen“.
Deutschland ist in der Welt vor allem als Industriestandort bekannt. Doch wie viele
Menschen arbeiten eigentlich noch in der Produktion? Und welche Zukunftsthemen
beschäftigen Deutschland, wenn es um Jobs geht? [Link] hat zehn wichtige
Fakten zum Arbeitsmarkt zusammengestellt – und hinterfragt dabei auch ein Klischee.
1- Rund 44,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten 2017 einen Job– etwas
mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in
den vergangenen zwölf Jahren ständig gestiegen. Das liegt auch an der
Zuwanderung von Arbeitskräften.
2- Im Vergleich zu anderen EU-Ländern sind in Deutschland viele Frauen
berufstätig: 2017 waren es 18,4 Millionen. Das entsprach gut 75 Prozent der
Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren. Höher ist die Quote innerhalb der EU nur
in Schweden und Litauen. Allerdings sind die meisten Frauen in Deutschland in
Teilzeit beschäftigt.
3- Fast drei Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im Sektor
Dienstleistung, der in den vergangenen Jahren weiter gewachsen ist. Dagegen
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sind immer weniger Menschen im produzierenden Gewerbe beschäftigt – 2017
waren es rund 24 Prozent der Erwerbstätigen. Arbeit in der Landwirtschaft macht
nur noch etwas mehr als ein Prozent aus.
4- Bei den Dienstleistungen spielt das Handwerk eine wichtige Rolle, auch wenn es
dabei meist um kleine Betriebe geht. In den rund eine Million
Handwerksunternehmen arbeiteten 2017 etwa 5,5 Millionen Menschen – mehr als
zwölf Prozent aller Erwerbstätigen.
5- In Deutschland haben immer mehr ältere Menschen einen Job: 2016 waren es in
der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen rund 15 Prozent. Zehn Jahre zuvor gingen nur
sieben Prozent der Älteren nach dem Erreichen des regulären Pensionsalters noch
arbeiten.
6- Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt. 2017 lag die Arbeitslosenquote bei 5,7
Prozent. Damit waren so wenige Menschen ohne Job wie noch nie seit der
Wiedervereinigung 1990.
7- Deutschland hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU. 2016 waren
sieben Prozent der 15- bis 24-Jährigen ohne Beschäftigung. Der EU-Durchschnitt
lag bei knapp 19 Prozent.
8- Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Deutschland ist durch die Digitalisierung in
Gefahr. Das hat die OECD errechnet. Demnach haben 18 Prozent der Jobs in
Deutschland ein „hohes Automatisierungsrisiko“.
9- Ein viel diskutiertes Thema in Deutschland ist der drohende Fachkräftemangel.
Bis 2030 könnten rund drei Millionen Stellen unbesetzt sein, so eine Studie der
Wirtschaftsforscher von Prognos. Unter anderem fehlen Ärzte und
Pflegepersonal.
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10- Die Deutschen gelten als überaus fleißig – dabei arbeiten sie vergleichsweise
wenig: 2017 im Durchschnitt 1356 Stunden. In keinem anderen OECD-Land ist
die Stundenzahl so gering. Der Wert erklärt sich durch relativ viele Urlaubs- und
Feiertage und die große Zahl von Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind.
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