Flaeche Rili
Flaeche Rili
am 28.9.2023 ein Erratum erschienen. Die Korrektur bezieht sich auf die Angabe zur sporiziden
Wirkung von Glutaral in Tabelle 4.
„Erratum zu: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen“
Im vorliegenden Dokument wird die Tab. 1 Kategorien in der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (2010)
Empfehlung der Kommission für Kran- Kategorie IA Diese Empfehlung basiert auf gut konzipierten systematischen Reviews oder
kenhaushygiene und Infektionspräventi- einzelnen hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien.
on (KRINKO) zu Anforderungen an die Kategorie IB Diese Empfehlung basiert auf klinischen oder hochwertigen epidemiologischen
Hygiene bei der Reinigung und Desinfek- Studien und strengen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitun-
gen.
tion von Flächen aus dem Jahr 2004 ak-
tualisiert und erweitert. Um den Umfang Kategorie II Diese Empfehlung basiert auf hinweisenden Studien/Untersuchungen und stren-
gen, plausiblen und nachvollziehbaren theoretischen Ableitungen.
des Literaturverzeichnisses zu begren-
Kategorie III Maßnahmen, über deren Wirksamkeit nur unzureichende oder widersprüchliche
Hinweise vorliegen, deshalb ist eine Empfehlung nicht möglich.
Grundsätzlich sind in diesem Dokument bei al-
len Berufs- bzw. Gruppenbezeichnungen immer Kategorie IV Anforderungen, Maßnahmen und Verfahrensweisen, die durch allgemein gelten-
alle Geschlechter gemeint. de Rechtsvorschriften zu beachten sind.
des VAH bestehen insbesondere bei den im Rahmen der Zulassung gemäß der eu- Sicherheit hinsichtlich der Produktwirk-
Angaben zur Flächendesinfektion wesent- ropäischen Biozid-Verordnung (Verord- samkeit bringen. Daher werden unab-
liche Unterschiede. Die Ursachen hierfür nung (EU) 528/2012 [53]) erfolgen, z. B. hängige Desinfektionsmittellisten wie
sind in den unterschiedlichen Aufgaben nach DIN EN 14885 [55]. Wie eingangs die des VAH und des RKI ihre Bedeu-
der Listen und dementsprechend in den erwähnt, ist das vorrangige Ziel der Zu- tung behalten.
unterschiedlichen Prüfmethoden und lassung eines Produkts nach dem harmo-
Bewertungskriterien begründet. Die Lis- nisierten BPR nicht, den Infektionsschutz 2 Risikobewertung von Flächen
te des VAH ist in erster Linie auf die rou- auf einem höchstmöglichen Niveau si- und Präventionspotential
tinemäßige Desinfektion ausgerichtet, die cherzustellen. der Flächenreinigung,
Liste des RKI vornehmlich auf die behörd- Gemäß den Erläuterungen zur Pro- desinfizierenden
lich angeordnete Desinfektion (die in der duktart 2 umfasst der Anwendungs- Flächenreinigung und
Regel nur in besonderen Fällen – z. B. bei bereich unter anderem Schwimmbä- Flächendesinfektion
Ausbrüchen oder bei speziellen Erregern der, Aquarien, Badewasser und anderes
– Anwendung findet). Die zugrunde lie- Wasser, Klimaanlagen sowie Wände und 2.1 Risikounterscheidung
genden Prüfmethoden für Flächendesin- Böden sowohl im privaten als auch im von patientennahen und
fektionsmittel unterscheiden sich in der öffentlichen und industriellen Bereich patientenfernen Flächen
Art der Prüfanschmutzung und der Prüf- und in anderen für eine berufliche Tä-
körper sowie in der Auswahl der Testor- tigkeit genutzten Bereichen. Medizini- Die mögliche Bedeutung von Flächen als
ganismen. Bei Prüfungen durch das RKI sche Einrichtungen werden nicht expli- Reservoir und/oder Quelle der Übertra-
wird als Prüfanschmutzung der Testob- zit aufgeführt. Vielmehr ist Hauptzweck gung von Krankheitserregern ist abhängig
jekte erregerhaltiges gerinnendes Blut der Verordnung die Vermeidung unnö- von der Erregerlast des kolonisierten und/
verwendet. Außerdem beinhaltet der tiger Gefahren für die Umwelt oder für oder infizierten Patienten und der damit
Wirkbereich A zusätzlich zu vegetativen die Menschen. Daraus resultieren An- verbundenen Freisetzung von Krankheits-
Bakterien und Pilzen einschließlich Pilz- forderungen an die Wirksamkeit von erregern in die Umgebung, deren Menge,
sporen generell auch Mykobakterien, die Desinfektionsmitteln im Rahmen der Virulenz, Resistenz und Tenazität in der
aufgrund ihrer Chemotoleranz in der Re- Biozidgesetzgebung, die nicht den An- Umgebung sowie von der Infektionsdosis,
gel höhere Anforderungen an das Desin- forderungen für Desinfektionsmittel zur dem Infektionsweg und der Immunkom-
fektionsmittel stellen. Dadurch ergeben Sicherung eines höchstmöglichen In- petenz des Patienten. Auch patientenun-
sich für viele Wirkstoffgruppen in der fektionsschutzes in medizinischen Ein- abhängige Quellen (z. B. Verbreitung von
Liste des RKI höhere Konzentrationsan- richtungen genügen. Die gemäß BPR Schimmelpilzen durch Baustaub) können
gaben und/oder längere EWZ als in der mögliche Zulassung eines Flächendes- zu einer Kontamination von Flächen bei-
Liste des VAH. infektionsmittels auf der Basis einer tragen. Im Umfeld infektionsanfälliger
Die Wirksamkeitsprüfung der Produk- Gruppenprüfung (Produktfamilie) ist und abwehrgeschwächter Patienten ist
te muss gemäß den Anforderungen des für medizinische Bereiche nicht ausrei- die desinfizierende Flächenreinigung be-
RKI durch herstellerunabhängige Gutach- chend, um die sichere Wirksamkeit zu sonders relevant.
ten von Prüflaboratorien, deren Kompe- gewährleisten, weil die Wirksamkeit ei- Die Entscheidung, ob eine Reinigung
tenz z. B. durch Teilnahme an Ringversu- nes Produkts zusätzlich zum Wirkstoff- ausreicht oder Desinfektionsmaßnahmen
chen bzw. Akkreditierung nachgewiesen gehalt durch Zusätze wie Tenside und erforderlich sind, wird bestimmt durch
wurde, belegt werden. Darüber hinaus pH-Wert beeinflusst wird. Als Voraus- 55die Wahrscheinlichkeit der mikrobiel-
erfolgen praktische Wirksamkeitsprüfun- setzung für eine sichere Wirksamkeit len Kontamination,
gen durch das RKI. muss die im jeweiligen medizinischen 55das Potenzial zur Freisetzung von
Einsatzbereich erforderliche bakterizi- Krankheitserregern mit unterschied-
Zusammenstellung von Desinfektions- de, levurozide, tuberkulozide, mykobak- licher Patientengefährdung, die sich
mitteln des Industrieverbands Hygiene terizide, fungizide, sporizide oder/und aus Kolonisation, Infektionsverdacht
und Oberflächenschutz e. V. (IHO): Die virusinaktivierende Wirksamkeit durch oder Infektion des Patienten ergeben,
IHO Desinfektionsmittelliste ist eine Zu- zwei voneinander unabhängige Prüf- 55die Wahrscheinlichkeit, mit der sich
sammenstellung von Desinfektionsmit- berichte und Gutachten, die den Stand Personal oder Patienten direkt an der
teln für verschiedene Anwendungsberei- der derzeitigen Wissenschaft erfüllen, Fläche kontaminieren können,
che mit Angaben zur Wirksamkeit, deren neue Anwendungsformen berücksichti- 55die Notwendigkeit einer pathogen-
Einträge von den jeweiligen Firmen je- gen und von herstellerunabhängigen ak- freien Umgebung bei aseptischen
doch ausschließlich in eigener Verantwor- kreditierten Prüfinstituten erstellt wor- Tätigkeiten (z. B. Vorbereitung von
tung erstellt werden. den sind, gesichert sein, wie es z. B. vom Infusionslösungen, enteralen Ernäh-
VAH praktiziert wird. Zugleich könnte rungslösungen, Bereitstellung von
Fazit zur Listung von Desinfektions- die regelmäßige Nachtestung von Pro- Utensilien zur Injektion, Herstellung
mitteln: In Zukunft wird die Wirksam- dukten aus dem Markt durch eine un- von Arzneimitteln in der Apotheke,
keitsprüfung von Desinfektionsmitteln abhängige Institution eine zusätzliche chirurgische Operationseinheit),
nimale Infektionsdosis das Erkrankungs- halten ohne Umgebungskontamination Intervention bestand in der Verbesserung
risiko bestimmt. Sowohl Gram-positive beobachtet wurde. Die Umgebungskonta- der Flächendesinfektion durch Schulung,
als auch Gram-negative Bakterien können mination erhöhte das Risiko für die wie- Qualitätskontrollen mit Fluoreszenzfarb-
abhängig von den Umgebungsbedingun- derkehrende Infektion signifikant [124]. stoff und Rückmeldung der Ergebnis-
gen und der Erregerlast Tage bis Wochen Auf einer chirurgischen ITS war das se. Die Intervention zeigte eine zuneh-
bis Monate, Bakteriensporen teilweise Vorkommen von S. aureus auf patien- mend bessere Qualität der Desinfektion
noch deutlich länger überleben. Die Te- tennahen Handkontaktflächen tendenzi- in den Interventionshäusern, jedoch kei-
nazität von Viren ist häufig geringer, wo- ell mit einer höheren Rate von NI asso- nen Einfluss auf die Rate nosokomialer
bei große Unterschiede zwischen behüll- ziiert. Nicht unterscheidbare Genotypen CDI. Welche Desinfektionsmittel einge-
ten und unbehüllten Viren bestehen (für zwischen von Patienten und aus der Um- setzt wurden, ist in der Publikation nicht
Details zur Infektionsdosis und zur Tena- gebung isolierten S. aureus und zeitliche angegeben, so dass nur gemutmaßt wer-
zität siehe im informativen Anhang dieser Abhängigkeiten sprechen für die Trans- den kann, dass der fehlende Effekt durch
Empfehlung). mission in beiden Richtungen [125]. ungenügende sporizide Wirksamkeit be-
Die Reduktion der mikrobiellen Flä- Es wurden bislang nur wenige klinisch dingt sein könnte [131].
chenbelastung durch desinfizierende Flä- kontrollierte Studien zur Wirksamkeit In einer Cluster-randomisierten Cross-
chenreinigung wurde in verschiedenen der desinfizierenden Flächenreinigung over Multicenterstudie ergab sich eine
medizinischen Bereichen nachgewiesen im Rahmen der Basishygiene mit dem signifikante Reduktion von Neu-Ko-
[105–113]. Endpunkt Infektion durchgeführt. Die lonisationen oder Infektionen durch mul-
Reduktion der Flächenkontamination tiresistente Erreger (MRE), wenn anstelle
2.3 Infektionsepidemiologische durch intensivierte desinfizierende Flä- von QAV Natriumhypochlorit eingesetzt
Untersuchungen chenreinigung um 94 % hatte eine 35 %ige wurde. Durch Kombination mit UV-Be-
Reduktion der Kolonisation und/oder In- strahlung war kein zusätzlicher Einfluss
Für die Assoziation zwischen Umge- fektion der Patienten mit MRSA, VRE, C. nachweisbar [132]. In einer Vorher-Nach-
bungskontamination und Infektionsrisiko difficile und multiresistenten Acinetobac- her-Untersuchung wurde nach Wechsel
wächst die Studienlage. In verschiedenen ter spp. zur Folge [126]. Die meisten Un- von einem zweistufigen Verfahren (De-
Untersuchungen wurde festgestellt, dass tersuchungen wurden im Zusammenhang finition siehe Abschnitt 3.1), also Reini-
nach Entlassung von Patienten, die mit mit CDI vorgenommen. In einem Vor- gung und anschließende Wischdesinfek-
bestimmten Erregern kolonisiert oder in- her-Nachher-Design wurde der Einfluss tion mit Propan-2-ol, auf ein einstufiges
fiziert waren, nachfolgend aufgenommene des Desinfektionsmittels auf die Rate von Verfahren (Definition siehe Abschnitt
Patienten bei Mängeln in der Schlussdes- CDI untersucht. Mit der Umstellung eines 3.1) mit QAV-basiertem Desinfektions-
infektion denselben Erreger erwarben [23, Chlor-basierten Flächendesinfektionsmit- reiniger die MRSA-Inzidenz signifikant
26, 114–118]. Das hat sich in Metaanaly- tels auf Peressigsäure (PES)-haltige Tücher gesenkt [133]. Beim hier beschriebenen
sen bestätigt [119, 120]. Allerdings wurde reduzierte sich die CDI-Rate von 6/1000 zweistufigen Verfahren kann eine man-
in keiner Studie belegt, dass der vorherige Patienten auf 2/1000 Patienten [25]. Nach gelhafte Desinfektionswirkung angenom-
und der neue Patient mit demselben Klon Umstellung der Desinfektion von mit ei- men werden, z. B. infolge Restfeuchte und
der jeweiligen Spezies kolonisiert wur- ner quartären Ammoniumverbindung Verdünnung des Propan-2-ol oder infolge
den, so dass die Assoziation nur mit ho- (QAV) getränktem Tuch auf Hypochlo- einer zu schnellen Verdunstung und man-
her Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. rit reduzierte sich die CDI-Rate um 85 % gelhaften Benetzung der Oberflächen.
Analog konnte die Umgebungskontami- von 24,3 auf 3,6/10.000 Patienten [127]. In Bei der Beherrschung von Ausbrü-
nation mit VRE sowohl in einer internis- zwei weiteren Vorher-Nachher-Interven- chen mit VRE [134, 135], C. difficile [136],
tischen ITS als auch in einem postakuten tionsstudien wurde die Inzidenz von CDI MRSA [106], Acinetobacter (A.) bauman-
Pflegebereich als unabhängiger Risikofak- nur bei relativ hoher endemischer Rate nii [137–140] und MRGN [134, 141] er-
tor für die Akquirierung von VRE identi- nach Substitution von QAV durch Hypo- wies sich die intensivierte Flächendes-
fiziert werden [121, 122]. Im Ergebnis ei- chlorit gesenkt, stieg nach Rückkehr zu infektion als wirksame Maßnahme im
nes Reviews wurden sowohl Ausbrüche QAV wieder an und wurde nach Wechsel Interventionsbündel. Parallel wurde in
als auch sporadische Infektionen auf kon- zum Hypochlorit erneut reduziert [128, einigen dieser Studien zusätzlich die Re-
taminierte patientennahe Oberflächen zu- 129]. Hacek et al. [130] konnten auch bei duktion der erregerspezifischen Flächen-
rückgeführt [123]. niedriger endemischer CDI-Rate nach belastung durch Flächendesinfektion
In einer Kohorten-Studie (n = 82) zur Wechsel von QAV zu Hypochlorit eine nachgewiesen [105, 107, 136].
Ermittlung von Risikofaktoren für Infek- signifikante Senkung der Inzidenz von
tionen mit community acquired MRSA CDI nachweisen. In einer Multicenter- 2.4 Schlussfolgerungen
(CA-MRSA) in Haushalten erlitten 65 % studie zum Einfluss eines intensivierten
der Patienten mit Kontamination durch Flächendesinfektionsprogramms auf das Durch die Desinfektion patientennaher
CA-MRSA in der Umgebung im Haushalt Auftreten von CDI an 16 Krankenhäusern Flächen lässt sich ein infektionspräventi-
eine wiederkehrende Infektion, während in Ohio wurden die Häuser randomisiert ver Einfluss erreichen, der bisher überwie-
das nur bei 35,5 % der Patienten aus Haus- in Interventions- und Kontrollhäuser. Die gend für C. difficile und MRE (Klebsiella
„dirty“, siehe Abschnitt 5.1) durchzu- fizierende Flächenreinigung eine signifi- Evidenz für den Infektionsschutz im An-
führen (zweistufiges Verfahren). kant höhere Reduktion im Vergleich zur wendungsbereich und die Risiken, die
55Schlussdesinfektion: Im Rahmen der Kontrolle mit Wasser mit Tensidzusatz er- sich aus der Biozidanwendung, dem Che-
einrichtungsspezifischen Risikobe- reicht wird [151, 152]. Im Gegensatz zur mikaliengesetz [154] und der Gefahrstoff-
urteilung muss festgelegt werden, bei desinfizierenden Flächenreinigung gibt es verordnung [155] ergeben, berücksichti-
welchen Erregern eine Schlussdesin- keine Evidenz dazu (zur Evidenzlage siehe gen. Obwohl z. B. kontaminierte Türgriffe
fektion erforderlich ist. Die Schluss- Abschnitt 2.3), dass die Flächenreinigung und Tastaturen Ursache von Ausbrüchen
desinfektion erstreckt sich je nach die Rate von NI verringert. Nach Verwen- waren [156, 157], ist nicht nach jedem
Krankheitserreger auf die patienten- dung von Reinigungslösungen waren auf Kontakt eine Desinfektion durchführbar;
nahen bzw. alle erreichbaren Oberflä- den Flächen signifikant häufiger nosoko- daher müssen derartige Infektionswege
chen und Gegenstände, die mit dem miale Erreger nachweisbar als bei Ver- entsprechend dem Multibarrierenkon-
Krankheitserreger kontaminiert sein wendung von Desinfektionsmittellösun- zept durch Händedesinfektion, persönli-
können. In besonderen Fällen kön- gen [153]. che Schutzausrüstung und distanzierende
nen andere Konzentrations-Zeit-Re- Arbeitsweise (Non-Touch-Technik) un-
lationen und Verfahren als bei der 4 Reinigungs- und terbrochen werden. Dagegen müssen Flä-
Flächendesinfektion im Rahmen der Desinfektionsmaßnahmen chen, die nacheinander mit der Haut ver-
Basishygiene notwendig sein, z. B. bei in unterschiedlichen schiedener Patienten in Kontakt kommen
behördlich verfügter Desinfektion mit Risikobereichen (z. B. Kontaktflächen von Patientenliegen,
Produkten bzw. Verfahren nach der Kopfstützen, Babywaagen), nach jeder Be-
Liste der vom RKI geprüften und an- 4.1 Zuordnung von Räumen zu nutzung desinfiziert werden.
erkannten Desinfektionsmittel und Risikobereichen
-verfahren [76]. 5 Anforderungen an
Wie in den vorangehenden Abschnitten Flächenreinigungs- und
Sowohl gemäß § 23 IfSG als auch gemäß beschrieben, hängt die Entscheidung, ob -desinfektionsverfahren und
§ 137 SGB V sind innerbetriebliche Ver- eine Reinigung oder eine desinfizierende Auswahlkriterien
fahrensweisen zur Infektionshygiene in Flächenreinigung durchgeführt werden
Hygieneplänen festzulegen. Die Techni- soll, von einer Reihe von Faktoren ab, die 5.1 Wirksamkeit und Wirkspektrum
schen Regeln für Biologische Arbeitsstof- Patienten, Personal und Prozesse betref-
fe (TRBA), insbesondere die TRBA 250 fen können. Um den Prozess der Reini- Durch Reinigungsverfahren sollen rein
„Biologische Arbeitsstoffe im Gesund- gung bzw. der desinfizierenden Flächen- mechanisch Verschmutzungen entfernt
heitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ reinigung dennoch soweit wie möglich zu werden (siehe Abschnitt 1.3). Allerdings
[149], präzisiert diese Forderung; danach standardisieren, hat es sich als praktika- gibt es keine Anforderungen an die Reini-
sollte auf Grundlage des Hygieneplans im bel erwiesen, Räume und Flächen in un- gungswirkung in Bezug auf die Reduktion
Reinigungs- und Desinfektionsplan für terschiedliche Risikobereiche einzuteilen der Anzahl von Mikroorganismen.
alle Flächen festgelegt werden, wann, wo- (. Tab. 2). Im Unterschied dazu sind für Flächen-
mit und wie diese zu reinigen bzw. desin- desinfektionsverfahren die Anforderun-
fizieren sind, inklusive Angaben zur Wie- 4.2 Hinweise zu Risiken gen an die Wirksamkeit durch europäische
derbenutzung (siehe Abschnitt 8.2). bei der Anwendung von Normen und nationale Prüfmethoden
Flächendesinfektionsmitteln festgelegt [61–73] (für Prüfmethoden sie-
3.2 Wirksamkeit von he Abschnitt 5 im informativen Anhang).
Flächenreinigung und Umfang, Wirkspektrum, EWZ und Fre- Durch die Desinfektion soll die Abtötung
desinfizierender Flächenreinigung quenz der Flächendesinfektion sind ab- vegetativer Bakterien auf der Fläche ≥ 5
hängig vom Risikobereich und von Risi- log10 erreichen. Für Hefen, Schimmel-
Durch die Reinigung kann zwar eine koflächen (. Tab. 3) gemäß TRBA 250 pilze, Mykobakterien, C. difficile-Sporen
Abreicherung, jedoch in der Regel kei- [149] einrichtungsspezifisch durch das und Viren ist die Anforderung mit ≥ 4
ne ausreichende Abtötung/Inaktivierung Hygienefachpersonal im Reinigungs- und log10 festgelegt [61–64]. Diese Anforde-
von Krankheitserregern erreicht werden. Desinfektionsplan auf der Grundlage des rungen berücksichtigen den worst case
Nur einige wenige empfindliche Erreger Hygieneplans (siehe Abschnitt 8.2) festzu- der Flächenkontamination in Gesund-
lassen sich bereits durch Tenside inakti- legen. Ambulante Einrichtungen, die über heitseinrichtungen, weil die bakterielle
vieren [150]. Daher sind bei indizierter kein Hygienefachpersonal verfügen und Kontamination auf patientennahen Flä-
desinfizierender Flächenreinigung bzw. auch keinen Hygienebeauftragen haben, chen nur im Bereich von 30 KbE/cm2 liegt
Flächendesinfektion alleinige Reinigungs- müssen über die Träger bzw. Leiter die- [159]; selbst in öffentlichen Toiletten wird
maßnahmen in Einrichtungen des Ge- ser Einrichtungen laut § 23 Abs. 3 des IfSG der Bereich von 103 KbE/cm2 nicht über-
sundheitswesens nicht ausreichend. die Festlegungen treffen und die infekti- schritten und liegt meist unter 102 KbE/
Im 4-Felder-Test wurde experimentell onspräventive Verantwortung tragen [75]. cm2 [160]. Die Prüfung der Wirksamkeit
belegt, dass für S. aureus durch die desin- Die Festlegung muss die epidemiologische berücksichtigt damit die Anwendungsbe-
dingungen von Flächendesinfektionsmit- ler) durch Bezugnahme auf anwendungs- gen Eiweiß-, aber hohen Blutfehler [161].
teln mittels Wischen oder mittels Sprühen nahe Prüfmethoden ausgewiesen. Es ist Für die Deklarierung der Wirksamkeit
bei geringfügigen Verschmutzungen. Bei zu berücksichtigen, dass der Eiweißfeh- bei optisch sauberen Flächen („niedri-
einer Listung durch den VAH werden die ler innerhalb der Desinfektionswirkstoffe ge Belastung/clean conditions“) erfolgt
entsprechende Eignung für das jeweilige unterschiedlich ausgeprägt ist. So haben die Prüfung mit einer Testanschmutzung
Verfahren und die entsprechende Wirk- z. B. QAV und Alkohole einen ausgepräg- von 0,03 % Albumin, bei sichtbarer Ver-
samkeit abhängig von der Belastung mit ten, Aldehyde jedoch einen geringeren Ei- unreinigung („hohe Belastung/dirty con-
Eiweiß (Eiweißfehler) und Blut (Blutfeh- weißfehler. Oxidantien haben einen gerin- ditions“) mit einer Testanschmutzung
Tab. 3 Anwendungsbereiche der Flächendesinfektion oder desinfizierenden Flächenreinigung mit Hinweisen zur Einwirkzeit und Anwen-
dungsfrequenza
Anwendungsbereich Beispiele Wirkspektrum Einwirkzeit (siehe Reinigung Frequenz
auch Abschnitt 5.2)
Selten berührte bzw. patientenferne Flächen
Vor aseptischen Reine Arbeitsflächen, Medikamenten- Bakterizid, Nutzung nach Einhal- Entfällt bei optisch Unmittelbar
Tätigkeiten tisch, Verbandwagen levurozidb ten der EWZ sauberer Fläche vor Beginn
Erhöhte Kontaminati- Labor, unreiner Arbeitsraum, Entsor- Nutzung nach Bevorzugt als desinfi- Nutzungstäg-
onsgefahr gung Antrocknung möglich zierende Flächenrei- lich, ggf. zu
nigung Beginn und
am Arbeits-
ende
Kontamination aus Kontamination mit Abwasser oder Nutzung nach Einhal- Je nach Kontaminati- Unmittelbar
Umweltquellen Baustaub ten der EWZ onsgrad desinfizieren- nach Kontami-
de Flächenreinigung nation
oder vorherige
Flächenreinigung und
anschließende
desinfizierende Flä-
chenreinigung bzw.
-desinfektion
Häufig berührte bzw. patientennahe Flächen im Rahmen der Basishygiene (Infektionsrisiken beachten siehe . Tab. 2)
Basishygiene Patientenzimmer, Arztpraxis, Ret- Bakterizid, Nutzung nach Bevorzugt als desinfi- Nutzungstäg-
tungsmittel levurozidb Antrocknung möglich zierende Flächenrei- lich
nigung
Patientenwechsel Entlassung aus Ein- oder Mehrbett- Vor Neubele-
(ohne vorherige zimmer, Untersuchungsraum gung
Isolation)
Patientenwechsel im Klinische und ambulante Operati- Bakterizid, Instrumententisch:
OP-Raumc onszentren (Hygienemaßnahmen levurozidb Nutzung nach Einhal-
abhängig vom Risiko für postopera- ten der EWZ
tive Wundinfektionen (surgical site Übrige Bereiche:
infections; SSI) [158]) Nutzung nach
Aseptische Bereiche: z. B. Instrumen- Antrocknung möglich
tentisch
Häufig berührte bzw. patientennahe
Bereiche: z. B. OP-Tisch, OP-Lampen-
griff
Fußböden:
desinfizierende Flächenreinigung
(siehe . Tab. 2)
Selten berührte Flächen:
Reinigung
Gezielte Hygienemaßnahmen
Gezielt nach sichtbarer Sichtbare Verunreinigungen mit Bakterizid, Nutzung nach Einhal- Verunreinigung Unmittelbar
Verunreinigung potenziell erregerhaltigem Material levurozidb ten der EWZ mechanisch entfernen nach Auftre-
wie z. B. Blut, Sekreten, Exkreten bzw. (kein Einsatz von Des- ten
nach relevanter Erregerfreisetzung im infektionsmitteln we-
OP (z. B. Darm-OP bei CDI) gen Eiweißfixierung);
danach desinfizieren-
de Flächenreinigung
bzw. Desinfektion
Hygienemaßnahmen Patientenzimmer während Isolierung Angepasst an Nutzung nach Bevorzugt desinfizie- Nutzungstäg-
in Isolierbereichen den Erreger Antrocknen möglich rende Flächenreini- lich
gung
Schlussdesinfektion Entlassung oder Aufheben der Isolie- Nutzung nach Einhal- Vor Neubele-
rung, relevante, nicht sichtbare Konta- ten der EWZ gung
mination im OP, z.B. bei Abtragung
von Condylomata
a
Auswahl des Desinfektionsmittels abhängig von Indikation (Desinfektionsverfahren im Rahmen der Basishygiene oder gezielte Flächendesinfektion)
b
ggf. erregerabhängig erweitertes Wirkspektrum
c
Arbeitsschutzhinweis: wegen Rutschgefahr müssen Fußböden vor Betreten lufttrocken sein
von 0,3 % Albumin und 0,3 % Schafery- (tuberkulozid), atypische Mykobakterien entsprechend der in Deutschland veröf-
throzyten. Auf optisch sauberen Flächen (mykobakterizid), Bakteriensporen (spo- fentlichten Methoden überprüft werden.
sind Produkte mit der Auslobung „clean“, rizid), Schimmelpilze (fungizid) und/ Wenn von einem Krankheitserreger eine
auf sichtbar verschmutzen Flächen mit oder Viren (begrenzt viruzid, begrenzt höhere Chemoresistenz bekannt wird
der Auslobung „dirty“ einzusetzen. Bei viruzid PLUS oder viruzid) inaktiviert (z. B. wie bei Candida (C.) auris [162]),
starken Verschmutzungen ist anstelle des werden. Zur Deklarierung des Wirkspek- kann ggf. unter Auswertung des aktuellen
einstufigen Verfahrens mit Einsatz von trums wird die geforderte Wirksamkeit Wissenstandes eine Anwendungsempfeh-
Desinfektionsmitteln mit der Auslobung gegen die in den Prüfnormen festgeleg- lung abgeleitet werden.
„dirty conditions“ das zweistufige Ver- ten Testorganismen zugrunde gelegt (sie- Die Auswahl des Flächendesinfekti-
fahren mit Reinigung und nachfolgender he Tabelle 7 im informativen Anhang). onsmittels muss auf der Basis einer sorg-
desinfizierender Flächenreinigung anzu- Falls einzelne Produkte mit dem Wirk- fältigen Nutzen-Risiko-Analyse unter Be-
wenden. bereich gegenüber C. difficile und/oder rücksichtigung des Wirkspektrums und
Das Wirkspektrum zur Flächendesin- Viren nicht in den Listen des VAH bzw. des Verträglichkeitsprofils (Mensch, Tier,
fektion muss als Basisanforderung vege- RKI enthalten sind, kann die Auswahl für Umwelt, Material) erfolgen (siehe Ab-
tative Bakterien (bakterizid) und Hefen diese Wirkbereiche anhand der Plausibi- schnitt 3 im informativen Anhang). Als
(levurozid) umfassen. Erregerabhängig lität und Kongruenz der Gutachten und Grundlage dient die Produktinformati-
müssen ggf. zusätzliche Krankheitserre- Prüfberichte (mindestens je zwei von un- on des Herstellers mit Angaben zu Wirk-
ger wie Mycobacterium (M.) tuberculosis abhängigen akkreditierten Prüflaboren)
spektrum, Anwendungskonzentration der Art der Nutzung in der Mehrzahl der 55wenn die Wirksamkeit gegen Viren
und EWZ. Fälle unter Beachtung der hier dargeleg- oder bakterielle Sporen nur in Sus-
Orientierende Angaben zum Wirk- ten Besonderheiten/Bedingungen nach pensionstests nachgewiesen wurde.
spektrum mikrobizider Wirkstoffe bzw. Lufttrocknung benutzt bzw. betreten wer-
Stoffklassen für die Flächendesinfektion den (siehe . Tab. 3). Ein solches Vorgehen 5.3 Verhinderung der
finden sich in . Tab. 4. Es ist anzumerken, ist gerechtfertigt, wenn keine sichtbaren/ Erregerverbreitung
dass diese Tabelle nur eine Orientierung massiven Verunreinigungen vorliegen
geben kann, weil es sich bei Handelspro- (geringe Erregerlast), eine ausreichende Vor allem Reinigungslösungen, in gewis-
dukten im Allgemeinen um Kombina- Menge an Desinfektionsmittel mit Me- sem Umfang aber auch Desinfektionsmit-
tionen mehrerer Wirkstoffe handelt, die chanik (Wischen) aufgebracht wird und tellösungen, in die das Wischtextil nach
zusammen mit der speziellen Art der For- die Anwendungsbedingungen aus praxis- Abwischen von Flächen wieder einge-
mulierung die Wirksamkeit beeinflussen nahen Tests und nicht anhand von Sus- taucht wird, sind rasch mit Erregern, wie
können. Deshalb ist die gutachterlich be- pensionstests, wie es für die Wirksamkeit Pseudomonas (P.) aeruginosa, Enterobac-
legte Wirksamkeit maßgeblich, während gegen Viren oder bakterielle Sporen noch teriaceae und Acinetobacter spp. konta-
die Verträglichkeit anhand der enthalten- häufig der Fall ist, abgeleitet wurden, weil miniert [153, 164, 165]. Die Anwendung
den Einzelwirkstoffe nur orientierend ab- aus praxisnahen Tests in der Regel höhere kontaminierter Lösungen führt zu einer
zuschätzen ist, da Kombinationseffekte of- Konzentrationen und/oder längere EWZ Weiterverbreitung von Mikroorganis-
fenbleiben. resultieren. Sofern der 4-Stunden-Wert men auf nachfolgend gewischten Flächen
zugrunde gelegt werden soll, ist aufgrund und kann mit Ausbrüchen assoziiert sein
5.2 Einwirkzeit der geringen Konzentration das Risiko [166]. Reinigungs- und Desinfektionsver-
gegeben, dass bis zur Antrocknung keine fahren müssen deshalb so organisiert sein
Die Abtötung/Inaktivierung der Mikro- ausreichende Erregerreduzierung erreicht und durchgeführt werden, dass es nicht zu
organismen erfolgt abhängig von der Art wird, so dass die Fläche noch nicht als des- einer Erhöhung der mikrobiellen Belas-
des Wirkstoffs, der aufgetragenen Desin- infiziert angesehen werden kann. tung und zu einem Ausbringen/Verteilen
fektionsmittelmenge und der Konzentra- Der Operationsraum stellt insofern ei- von Krankheitserregern auf den Flächen
tion nach einer jeweils typischen Kinetik nen besonderen Bereich dar, da sich in kommt (siehe Abschnitt 6.1.1). Insbeson-
[163]. In Laborprüfungen werden me- Abhängigkeit von der Fläche (aseptische dere ist ein Wiedereintauchen benutzter
thodisch bedingt große Mengen an Test- Flächen, häufig berührte bzw. patienten- Wischtextilien unzulässig [148]. Bei Häu-
organismen (106 bis 108) verwendet, um nahe und selten berührte bzw. patienten- fungen von nosokomialen Kolonisationen
die geforderte Reduktion nachweisen zu ferne Flächen) unterschiedliche Kontami- und Infektionen müssen auch nicht sach-
können. Derart hohe Erregermengen tre- nationsrisiken ergeben. Während auf dem gerecht durchgeführte Reinigungs- und
ten nur in sichtbaren Verunreinigungen Instrumententisch als Fläche für asepti- Desinfektionsverfahren als Infektions-
bzw. in Biofilmen auf. In der Regel sind sche Tätigkeiten eine Nutzung nicht vor quelle in Betracht gezogen werden.
die Oberflächen in der Praxis deutlich ge- Ablauf der EWZ erfolgen soll, können Wischtextilien zum mehrmaligen Ge-
ringer belastet. Durch das Wischen der übrige Flächen bereits nach Antrocknung brauch sind maschinell so aufzubereiten,
Oberflächen erfolgt zusätzlich zur Desin- genutzt werden. Ob die nächste Operation dass keine Krankheitserreger nachweis-
fektionswirkung auch eine mechanische (Schnitt) bereits vor Ablauf der EWZ be- bar sind und es zu keiner nachträglichen
Abreicherung der Erreger. Ergebnisse aus gonnen werden kann, ist im Rahmen ei- mikrobiellen Vermehrung kommt (keine
praxisnahen Prüfungen von Flächendes- ner Risikobewertung gemeinsam mit ei- Restfeuchte). Zugleich muss optische Sau-
infektionsmitteln beinhalten die Sicher- nem Krankenhaushygieniker festzulegen. berkeit erzielt werden. Andernfalls kann
heit, dass auch größere Erregermengen in Hierbei sind Aspekte wie Verunreinigung das Desinfektionsmittel durch verbliebe-
der ermittelten EWZ sicher abgetötet/in- des OP-Fußbodens, Raumlufttechnik, Art ne Verunreinigungen inaktiviert werden
aktiviert werden. Je kleiner die aufgetra- der Operation etc. zu berücksichtigen. Je und seine Wirksamkeit verlieren. Darüber
gene Desinfektionsmittelmenge ist, umso nach Fläche können Desinfektionsmittel hinaus kann es zur Toleranz- oder Resis-
mehr steigt das Risiko von unbenetzten mit sehr kurzer EWZ ausgewählt werden, tenzentwicklung kommen [167]. Es ist zu
Flächen. z. B. EWZ von 1 min für Instrumententi- beachten, dass bei langer Standzeit vorge-
Bei der Flächendesinfektion ist abhän- sche oder ≤ 5 min für Fußböden. tränkter Wischtextilien eine mikrobielle
gig vom Infektionsrisiko (siehe . Tab. 2) Zusätzlich zu den Angaben in . Tab. 3 Vermehrung stattfinden kann [148].
und der benötigten Patientensicherheit ist in folgenden Situationen die EWZ ab-
abzuwägen, ob die Fläche bereits nach zuwarten: 5.4 Vermeidung von Selektion und
Antrocknung genutzt werden kann oder 55in allen Fällen, in denen nach der Resistenzentwicklung
die EWZ vor Nutzung einzuhalten ist. Produktanwendung mit Trinkwasser
Der Grund hierfür ist, dass die Abtö- nachgespült und der Desinfektions- Abhängig vom Wirkungsmechanismus ist
tung/Inaktivierung der Erreger nicht li- prozess dadurch beendet wird, z. B. in bei bestimmten mikrobiziden Wirkstoffen
near, sondern logarithmisch verläuft. Da- der Stationsküche oder in Patienten- eine Resistenzentwicklung z. T. mit Kreuz-
her können Flächen in Abhängigkeit von badewannen, resistenz gegenüber Antibiotika möglich –
platzgrenzwert (AGW) von 0,3 ppm (0,37 ist erst möglich, wenn die Konzentration abbaubaren Verbindungen mit mutage-
mg/m3); 4 × pro Schicht ist für 15 min mit von H2O2 unter den derived no-effect le- ner und karzinogener Potenz [198], die in
einem Abstand von einer Stunde eine vel (DNEL) für die akute inhalative Expo- Krankenhausabwässern häufig zu Grenz-
doppelt so hohe Konzentration zulässig sition der Allgemeinbevölkerung von 1,93 wertüberschreitungen führen. Allerdings
[191]. Beide Vorgaben schützen sowohl mg/m3 gefallen ist [195]. Moderne Tech- wird der Hauptanteil durch iodorgani-
vor Reizwirkungen als auch vor durch nologien überwachen die Raumluftkon- sche Wirkstoffe von Röntgenkontrastmit-
Gewebeschädigung ausgelösten Krebser- zentration von H2O2 während der Verneb- teln verursacht [199, 200]. Bei benötigter
krankungen. lung bis zur Freigabe. Sofern dem H2O2 als sporizider Wirkung sollten bei großflächi-
Die Raumbegasung mit Formaldehyd Katalysator kolloidales Silber im ppm-Be- gem Einsatz Oxidantien anstelle von chlo-
wird sowohl im Krankenhaus, außer bei reich zugesetzt ist, ist wegen der Stabilität rabspaltenden Produkten bevorzugt wer-
Sonderisolierstationen, als auch im Kran- kolloidalen Silbers auch nach Abfall von den, um die Abwasserbelastung mit AOX
kentransport, außer zur Gefahrenabwehr H2O2 unter die Nachweisgrenze ein inha- zu reduzieren.
bei außergewöhnlichen Infektionsgesche- latives Risiko nicht auszuschließen.
hen, nicht mehr durchgeführt. Sollen bei QAV: Toxikologisch ist die großflächige
behördlich angeordneten Desinfektions- Peressigsäure (PES): Analog zu Peroxi- regelmäßige Anwendung von QAV nicht
maßnahmen ggf. formaldehydhaltige den ist PES nicht allergen. Inhalativ (2,4 ausreichend charakterisiert. Bei Anwen-
Desinfektionsmittel eingesetzt werden, ppm) ist PES neurotoxisch [196]. Die In- dung auf Fußböden kommt es zu sichtba-
muss durch Arbeitsschutzmaßnahmen halation von PES wirkt bereits in relativ ren Auflagerungen (Anreicherung), die
eine Gefährdung ausgeschlossen werden. geringen Konzentrationen reizend, ge- mit üblichen Reinigungsverfahren nicht
Alternativ ist der Einsatz der Verneblung mäß ECHA beträgt der DNEL für Ar- entfernt werden können. Bei der Auf-
von Wasserstoffperoxid (H2O2) zu prüfen. beitsschutz 0,56 mg/m3 und für die All- bringung der Desinfektionsmittel wird
Auch Glutaral geht bei Anwendung gemeinbevölkerung 0,28 mg/m3 [197]. immer ein Teil der QAV als Anhaftung
zur Desinfektion in die Raumluft über. Bereits unterhalb dieser Konzentrationen an Aerosol- oder Staubpartikel aufgewir-
Der AGW für den Umgang mit Glutaral sind Geruchsbelästigungen zu erwarten; belt und gelangt in die Raumluft, so dass
beträgt 0,2 mg/m3 (0,05 ppm); 4 × pro eine gute Belüftung ist erforderlich. PES es entweder zu einer inhalativen Aufnah-
Schicht ist für 15 min mit einem Abstand wirkt insbesondere auf Kupfer und seine me oder weiterer Verbreitung kommen
von einer Stunde eine doppelt so hohe Legierungen korrosiv. kann [201]. Beim Begehen von flächen-
Konzentration zulässig [191]. Da die Ge- desinfizierten Bereichen können sich an-
ruchsschwelle 0,04 ppm beträgt, ist bei Chlorabspaltende Verbindungen: Hy- getrocknete QAV-Partikel ablösen, die
geruchlicher Wahrnehmung ein inhala- pochlorit und hypochlorige Säure sind möglicherweise aufgewirbelt und ein-
tives Risiko gegeben [192]. Bei Messun- gering toxisch, werden aber als geruchs- geatmet oder verschleppt werden. Auf-
gen an verschiedenen Arbeitsplätzen im belästigend und konzentrationsabhängig grund der hohen Oberflächenaktivität
Krankenhaus wurden bis zu 0,08 ppm ge- atemwegsreizend empfunden, weshalb sie der QAV können eingeatmete Staubpar-
messen. In Endoskopieeinheiten konn- in Deutschland im Unterschied zu anglo- tikel das Surfactant der Lunge angreifen,
te durch Provokationstests der Zusam- amerikanischen Ländern oder dem südli- wodurch die Entwicklung einer COPD
menhang zwischen der Exposition mit chen Europa kaum angewendet werden. verursacht und/oder gefördert werden
Glutaral und der Auslösung von Asthma Sofern Hypochlorit und hypochlorige könnte. Hinzu kommt die hohe Zytoto-
und Rhinitis bestätigt werden [193]. Säure in stark alkalischen Formulierun- xizität für den oberen Respirationstrakt.
gen gehandelt werden, sind potenzielle Bei Patienten mit Bronchialasthma kann
Aliphatische Carbonsäuren: Organi- Gesundheitsgefährdungen zu berücksich- BAC, der Hauptvertreter der QAV, in der
sche Carbonsäuren (z. B. Milchsäure und tigen. Bei Vermischung mit sauren Lösun- Dosierung von 600 Mikrogramm (µg)
Ameisensäure) werden pur oder in Kom- gen können lebensgefährliche Chlorgas- eine Bronchokonstriktion induzieren
bination, z. B. mit QAV, in Flächendesin- emissionen auftreten. Hypochlorite sind [202]. Tierexperimentelle Befunde wei-
fektionsmitteln eingesetzt, um die QAV- mit einigen Oberflächen (z. B. Alumi- sen auf weitere Risiken bei der Exposition
Konzentration zu reduzieren. Sie sind in nium) nicht kompatibel. Natriumhypo- mit BAC hin. Aufgrund von Erkenntnis-
den Anwendungskonzentrationen ohne chlorit kann sehr selten eine Sensibilisie- sen aus Tierversuchen ist BAC in Klasse I
toxische Risiken und umweltverträglich rung induzieren. Tosylchloramidnatrium der akuten Inhalationstoxizität eingeord-
[194]. Außerdem haben sie eine kalklö- (Chloramin T) ist ein schwaches Allergen; net. Nach 2-wöchiger Exposition einer
sende Wirkung. beim Einatmen als Staub wurden verein- BAC-Triethylen-Glycol-Mischung zeig-
zelt allergische Atemwegerkrankungen ten Ratten schwere Atemwegsbeschwer-
Peroxide: Bei Einsatz von H2O2 zur ausgelöst [161]. den und degenerative Veränderungen in
Raumdesinfektion kann aufgrund der In- Problematisch ist für alle chlorabspal- den Nasenhöhlen [203]. Bei Einsatz zur
stabilität von H2O2 der Raum nach der tenden Produkte einschließlich Chlo- Flächendesinfektion in der Tierhaltung
verfahrensabhängig ermittelten Abkling- ramin T die Bildung von adsorbierba- (Labormäuse) wurden als Nebenwirkun-
zeit betreten werden (AGW: 0,5 ml/m3 ren organisch gebundenen Halogenen gen herabgesetzte Fertilität, verzögerte
bzw. 0,7 mg/m3). Die Zimmerbelegung (AOX) zu toxischen, biologisch schwer embryonale Entwicklung und beeinträch-
dafür ausgelobt zu sein, kann ein Atem- Die Auswahl des Desinfektionsmittels Bei Virusinfektionen ist abhängig vom
schutz erforderlich sein. muss auf der Basis einer sorgfältigen Nut- Erreger die Auswahl von Produkten mit
zen-Risiko-Analyse (siehe Abschnitt 5.1 der Deklarierung begrenzt viruzid, be-
5.8 Brandschutz dieser Empfehlung und Abschnitt 3 im in- grenzt viruzid PLUS oder viruzid zu tref-
formativen Anhang) erfolgen. Das bedeu- fen.
Bei Alkohol-basierten Flächendesinfek- tet z. B., dass nicht in jedem Fall ein Mittel Bei offener Tuberkulose durch M. tu-
tionsmitteln sind wegen der Brand- und mit dem breitesten Wirkspektrum anzu- berculosis sind tuberkulozid wirksame
Explosionsgefahr zusätzlich Schutzmaß- wenden ist, ohne gleichzeitig die Risiken Produkte ausreichend. Bei nichttuberku-
nahmen zu beachten. So ist der Einsatz zu beachten, sondern es sind das für den lösen Mykobakteriosen sollten Produkte
alkoholischer Desinfektionsmittel in der Anwendungszweck ausreichend wirksa- mit mykobakterizider Wirkung eingesetzt
Nähe von offenen Flammen oder ande- me Produkt bzw. die ausreichende Kon- werden, z. B. Peroxide. Wird eine Wirkung
ren Zündquellen nicht zulässig. Gemäß zentration auszuwählen. gegen Schimmelpilze benötigt, z. B. nach
TRGS 525 [183] ist folgendes zu beachten: Auf kleinen Flächen sind Alkohol-ba- Sanierung von Feuchteschäden gemäß
55Die ausgebrachte Gesamtmenge pro sierte Flächendesinfektionsmittel wegen Umweltbundesamt-Schimmelleitfaden
Raum darf aus Gründen der Sicher- der raschen Wirkung, gesundheitlichen [225], sind Produkte mit der Deklarierung
heit und des Gesundheitsschutzes Unbedenklichkeit und Abbaubarkeit zu fungizid1 einzusetzen. Da die Wirksam-
sowie des Explosionsschutzes nicht bevorzugen, sofern die Materialverträg- keitsprüfung gegen Dermatophyten in der
mehr als 50 ml je m2 Raumgrundflä- lichkeit gegeben ist. Testhierarchie des VAH [61, 62] nicht vor-
che betragen. Flächendesinfektionsmittel auf Ba- gesehen ist, gibt es bei ggf. notwendiger
55Aerosolbildung muss so weit wie sis von Formaldehyd sind aus toxiko- Desinfektion, z. B. bei Vorliegen beson-
möglich vermieden werden. Heiße logischen Gründen nicht mehr für die ders kontagiöser Dermatomykosen (z. B.
Flächen müssen vor der Desinfektion prophylaktische Desinfektion und die Tinea capitis durch Microsporum audoui-
abgekühlt sein. Schlussdesinfektion einzusetzen. Sollen nii), nur die Möglichkeit, beim Hersteller
55Mit der Desinfektion darf erst be- bei behördlich angeordneten Desinfekti- anzufragen, ob Prüfgutachten vorliegen.
gonnen werden, wenn keine anderen onsmaßnahmen ggf. formaldehydhaltige Ansonsten finden sich auch Angaben zu
brennbaren Gase oder Dämpfe in der Desinfektionsmittel eingesetzt werden, Einzelwirkstoffen [226], wobei allerdings
Raumluft vorhanden sind. muss durch Arbeitsschutzmaßnahmen die Wirksamkeit von der Gesamtformu-
eine Gefährdung ausgeschlossen werden. lierung beeinflusst wird.
Es ist sinnvoll, die arbeitsbereichs- und Flächendesinfektionsmittel auf Basis von Ggf. müssen weitere Anforderungen
stoffgruppen- oder stoffbezogene Be- Glutaral und Glyoxal sollten nur ange- berücksichtigt werden. So sind in Kran-
triebsanweisung mit den Vorgaben aus wendet werden, wenn keine Alternative kenhausküchen die Vorgaben des Lebens-
dem Hygiene-, Reinigungs- und Desin- verfügbar ist. mittelrechts zu berücksichtigen. Für den
fektionsplan sowie dem Hautschutzplan Für die Desinfektion im Sanitärbereich Einsatz chemischer Desinfektionsverfah-
in einer Arbeitsanweisung zusammenzu- (Waschbecken, Toiletten, Duschbecken, ren im Lebensmittelbereich wird von der
fassen [183]. Abflussöffnungen) sind Peroxide mit DVG die DVG-Desinfektionsmittelliste
sporizider Wirkung Mittel der Wahl, weil für den Lebensmittelbereich herausgege-
5.9 Schlussfolgerungen sie keine Rückstände hinterlassen, keine ben [74].
AOX-Bildung wie bei chlorabspaltenden
Bei der Auswahl von Desinfektionsmitteln Verbindungen erfolgt und die sporizide 6 Verfahren zur
sind folgende Kriterien zu beachten: Wirkung im Sanitärbereich von Vorteil ist Flächenreinigung,
55erforderliches Wirkspektrum, [52]. Reinigungs- oder Desinfektionspro- desinfizierenden
55praktikable EWZ, dukte für Oberflächen im Sanitärbereich Flächenreinigung und
55Risiken für Mensch und Umwelt, haben zur Kalklösung oft eine saure Re- Flächendesinfektion
55Materialverträglichkeit, zeptur, z. B. durch Zusatz von Zitronen-,
55Akzeptanz (keine oder geringe Ge- Amidosulfon- oder Milchsäure, die relativ Zur Reinigung bzw. Desinfektion von Flä-
ruchsbelästigung), gut materialverträglich sind. chen werden hauptsächlich manuelle Ver-
55Lagerstabilität von Gebrauchslösun- Bei CDI sind sporizide Flächendes- fahren eingesetzt. Da die Ergebnisqualität
gen und infektionsmittel einzusetzen. Während der manuellen Wischdesinfektion vom
55Wirtschaftlichkeit. in den Vereinigten Staaten von Ameri- Faktor Mensch abhängig ist, wurden in
ka (USA) und im Vereinigten König- den letzten Jahren auch berührungslose
Für den Umgang mit Gefahrstoffen be- reich (UK) bei benötigter sporizider Wir- apparative Technologien eingeführt (sie-
steht ein Minimierungsgebot, so dass der kung überwiegend Natriumhypochlorit he Abschnitt 6.2). Ob derartige Techniken
Einsatz von Desinfektionsmitteln immer (Bleichlauge) eingesetzt wird, wird in Eu- die manuelle Wischdesinfektion im Rah-
sachlich begründet und möglichst mini- ropa der Einsatz von Peroxiden oder PES
miert sein muss [154, 155]. empfohlen, um die Abwasserbelastung 1
Wirksamkeit beruht auf Testung gegen Pilz-
mit AOX zu vermeiden. sporen, da nur diese quantifizierbar sind [72].
Für das manuelle Vortränken stehen maschinell vorgetränkten Wischtexti- gen nicht auf Sporenkontamination
nutzungstäglich hergestellte Vorräte lien bis zum Ende der Standzeit zum geprüft [240].
oder befüllbare, aufbereitbare Tuch- gewünschten Desinfektionsergebnis Unabhängig von der Überprüfung
spendersysteme mit trockenen Vlies- führen, genannt [148]. der korrekten Handhabung der Tuch-
tuchrollen zur Verfügung, die nach Wichtige Hinweise: Für Tuchspender- spendersysteme sollte im Rahmen
Eingabe der trockenen Tuchrolle mit systeme gilt, dass bei Überschreitung von Ausbruchssituationen mit rele-
der Desinfektionsmittellösung befüllt der Standzeit, zu geringer Dosierung vanten Erregern, insbesondere mit
werden. Die Standzeit vorgetränkter und/oder unzureichender Aufberei- Gram-negativen Bakterien, eine hy-
Tücher hängt vom System ab. Vor- tung der Behälter eingebrachte Infek- gienisch-mikrobiologische Untersu-
getränkte Mehrwegtextilien haben tionserreger Desinfektionsmittelto- chung der aufbereitbaren Tuchspen-
bei sachgerechter Lagerung (perma- leranzen entwickeln und zu einem dersysteme erfolgen [233]. Zusätzlich
nente Lagerung des Wischtextils in potenziellen Infektionsreservoir ggf. kann eine jährliche stichprobenartige
der Gebrauchslösung in geeignetem mit Biofilmbildung führen können. hygienisch-mikrobiologische Unter-
geschlossenem Behältnis) in der Re- Bisherige Erkenntnisse zeigen, dass suchung mittels Membranfiltration
gel eine Standzeit für die Dauer eines Kontaminationen insbesondere bei erwogen werden, um die Aufberei-
Arbeitstags. Für Tuchspendersysteme Formulierungen auf Basis oberflä- tung zu überprüfen. Als Grenzwert
beträgt sie im Allgemeinen 28 Tage. chenaktiver Wirkstoffe, selten auch werden für die Desinfektionsmit-
Vom Hersteller der Tuchrolle bzw. des bei aldehydischen Formulierungen, tellösung im Tuchspendersystem 0
Desinfektionsmittels für Tuchspen- bislang jedoch nicht bei alkoholischen KbE/10 ml für Gram-negative Mik-
dersysteme im Vortränksystem muss Wirkstoffen, festgestellt wurden [236– roorganismen und 3 KbE/10 ml für
gutachterlich, z. B. durch chemische 238]. Daher empfiehlt die Desinfekti- aerobe Sporenbildner und andere
Analyse, belegt sein, dass es während onsmittelkommission des VAH, auf- apathogene Umgebungsflora (z. B.
der ausgelobten Standzeit nicht zu ei- bereitbare Tuchspendersysteme – mit Micrococcus spp.) empfohlen. Die
nem Wirkstoffverlust kommt [233]. Ausnahme des Einsatzes Alkohol-ba- Untersuchung sollte alle eingesetzten
Vor dem Einsatz von Tuchspendersys- sierter Desinfektionsmittel – nicht in Tuchspendersysteme einschließen.
temen muss geprüft werden, für wel- Bereichen mit erhöhtem Infektions- Tuchspendersystemen in Nichtrisi-
chen Bereich das betreffende System risiko, z. B. Intensivtherapie, Hämato- kobereichen können für eine erste
geeignet ist. logie/Onkologie, Neonatologie, Ver- Orientierung auf geeigneten Nährbo-
Das maschinelle Vortränken (Kon- brennungsstation, einzusetzen. Das denträgern (z. B. Dip Slides) überprüft
fektionierung) erfolgt in dafür vor- gilt auch, wenn nur deren Verschluss- werden [241].
gesehenen Waschmaschinen; Her- vorrichtungen (Deckel) wiederaufzu- Zur Wahrung des Personalschutzes
stellerangaben der eingesetzten bereiten sind [239]. und Vermeidung einer Kontamina-
Reinigungstextilien, Waschmaschi- Vor der Neubeschickung von Tuch- tion müssen die Tücher mit frischen
nen, Dosiergeräte und Reinigungs- spendersystemen ist eine Aufbe- bzw. desinfizierten Schutzhandschu-
und Flächendesinfektionsmittel sind reitung des Behälters und Deckels hen der entsprechenden Durchbruch-
dabei zu beachten [148]. Wischtex- gemäß Herstellerangabe mit dem klasse entnommen werden.
tilien werden in der Waschmaschi- Wirkspektrum bakterizid, fungizid Praxisbeobachtungen ergaben, dass
ne konfektioniert. Hierzu werden die und sporizid erforderlich. Es konnte bei nicht verschlossenem Deckel aus
Wischtextilien in der Waschmaschine gezeigt werden, dass durch die Aufbe- dem Eimer herausragende Desinfek-
mit Desinfektionsmittel vorgetränkt reitung eines experimentell kontami- tionsmitteltücher austrocknen und
und anschließend in einem geschlos- nierten Tuchspendersystems im Rei- ihre Wirksamkeit verlieren. Außer-
senen Behälter bis zur Entnahme für nigungs-Desinfektionsgerät (RDG) dem besteht ein Kontaminationsrisi-
den Gebrauch gelagert (Achtung: ma- ohne und mit Zusatz chemischer Rei- ko z. B. durch Kontakt mit kontami-
ximale Lagerzeiten beachten). Das niger die Rekontamination verhin- nierten Handschuhen, insbesondere
Verfahren zur maschinellen Vorträn- dert wird, wenn eine Temperatur von aus Feuchtbereichen mit Gram-nega-
kung ist gemäß DIN 13063 [148] zu 60–70 °C über mindestens 5 min si- tiven Bakterien. Es muss sichergestellt
validieren. Die Abstände zur Revali- chergestellt war. Ebenso verhinderte werden, dass es nicht zu einer Aus-
dierung sind mit dem Prüfer in Zu- die Vorreinigung mit heißem Wasser trocknung von Desinfektionsmittel-
sammenarbeit mit der Krankenhaus- oder in Form eines gründlichen Rei- tüchern, z. B. durch unzureichenden
hygiene festzulegen. Aufgrund der nigungsschritts mit nachfolgender Verschluss, kommt und Tücher nicht
Vielfalt der Einflussfaktoren (z. B. Ver- Wischdesinfektion mittels Einweg- frei herausragen. Ebenso ist durch
dünnungseffekte, Waschmittelrück- tuch und sauerstoffabspalterhaltigem Arbeitsanweisungen sicherzustellen,
stände) wird das Verfahren kritisch Desinfektionsmittel die Rekontami- dass bei Nichtverwendung der Des-
bewertet [234, 235]. In der DIN 13063 nation der Desinfektionsmittellösung infektionsmitteltücher aus dem Tuch-
sind eine Reihe von Kriterien zur nach Neubefüllung. Allerdings wurde spendersystem die Deckel sicher ver-
Überprüfung der Wirksamkeit, ob die die Wirksamkeit beider Aufbereitun- schlossen sind [233]. Die Tuchqualität
muss die ausreichende Tränkung bis für die Praxis verfügbar ist. Sofern die gelegt, während der Reinigung bzw.
zur letzten Entnahme gewährleisten, Wirksamkeit gebrauchsfertiger Ein- Desinfektion fortlaufend entnommen
d. h. der Flüssigkeitsgehalt muss kon- wegwischtextilien im 4-Felder-Test und dann direkt zur Aufbereitung
stant bleiben und es darf keine Ver- zertifiziert ist, ist die Mengenangabe oder Entsorgung gesammelt werden
dunstung zustande kommen. pro Fläche nicht erforderlich. (sog. Tuch-/Bezugswechselverfahren).
55Anwendungsprozess Das aufgetragene Desinfektionsmittel Bei hoher Kontamination einer Flä-
Das Aufbringen des Flächendesinfek- darf vor Ablauf der EWZ nicht durch che, z. B. mit Blut, Erbrochenem o. a.,
tionsmittels soll möglichst standardi- Nachwischen mit Wasser oder Tro- ist das Material unmittelbar mecha-
siert erfolgen. ckenwischen entfernt werden. Eine nisch zu entfernen (kein Einsatz von
Wichtige Hinweise: Zur Gewährleis- Ausnahme ist z. B. im Küchenbereich Desinfektionsmitteln wegen Eiweiß-
tung der Effektivität der Desinfektion gegeben, in dem nach Ablauf der fixierung) und erst im Anschluss die
ist die Fläche mit einer ausreichen- EWZ Desinfektionsmittelreste, z. B. desinfizierende Flächenreinigung
den Menge an Desinfektionslösung durch Abspülen entfernt werden. bzw. Flächendesinfektion durchzu-
vollständig zu benetzen (individuel- Grundsätzlich muss nach dem Ab- führen (zweistufiges Verfahren).
le optische Kontrolle der Benetzung wurfprinzip gearbeitet werden, Um einer Erregerverschleppung vor-
kann sinnvoll sein). Für alle Wisch- d. h. nur einmaliges Eintauchen des zubeugen, sollte für die Reinigung
textilien ist zu berücksichtigen, dass Wischtextils, weil die Wirksamkeit bzw. desinfizierende Flächenreinigung
in der Regel keine Herstellerangaben des Desinfektionsmittels durch in die die bereichsbezogene Nutzung durch
zur Reichweite der ausreichenden Be- Lösung übertragene Verunreinigun- unterschiedliche Farbgebung der Tü-
netzung angegeben werden. Für ge- gen reduziert oder aufgehoben wer- cher unterstützt werden. Die Tücher
brauchsfertige Tücher wurde hierfür den kann. Ein Wiedereintauchen ist sind nach jeder Patienteneinheit (Pa-
eine geeignete Methode vorgeschla- nicht zulässig. Zur Umsetzung dieser tientenzimmer inkl. Sanitärbereich)
gen [242], so dass zu hoffen ist, dass Methode können mehrere Wisch- der Aufbereitung zuzuführen bzw. zu
in Zukunft diese Angabe (m2 desinfi- textilien initial vor der Anwendung verwerfen [148, 181, 243]. Durch die
zierbare Fläche/Tuch) als Hilfestellung in die saubere Gebrauchslösung ein- unterschiedliche Farbgebung kann
auch der Patient beurteilen, ob pati- tels als Schaum anstatt Sprühen kann die oder der Ausbruchsbekämpfung einge-
entennahe Hygienemaßnahmen kor- inhalative Exposition vernachlässigt wer- setzt werden.
rekt durchgeführt werden. Für die den. In Bereichen mit erhöhtem bzw. beson-
desinfizierende Flächenreinigung von In . Tab. 6 sind die Vor- und Nachteile derem Infektionsrisiko (siehe . Tab. 2)
Fußböden in Bereichen mit erhöhtem der Möglichkeiten zur Desinfektion klei- sollten berührungslose physikalische ap-
Infektionsrisiko (siehe . Tab. 2) hat ner Flächen zusammengefasst. parative Verfahren derzeit aufgrund feh-
es sich zur Vermeidung einer Erreger- lender Prüfnormen zur desinfizierenden
verschleppung als sinnvoll erwiesen, 6.1.3 Maschinelle Wirkung und der damit unsicheren Wirk-
im unreinen Bereich zu beginnen, um Oberflächenreinigung samkeit nicht zum Einsatz kommen.
reine Bereiche nicht über die Schuhe Für Kunststoffbeläge und Fliesen können
erneut zu kontaminieren. Die Schutz- Scheuersaugmaschinen, für textile Böden 6.2.1 Chemische Verfahren
handschuhe des Reinigungspersonals Sprühextraktionsverfahren eingesetzt
(siehe Abschnitt 5.7) sind nach jeder werden [245, 246]; allerdings existieren Aerosole und Vernebelung: Bei Desin-
Patienteneinheit zu desinfizieren oder derzeit keine Prüfverfahren zum Nach- fektionsverfahren, die das desinfizierende
zu wechseln [40]. weis der reinigenden bzw. desinfizieren- Agens als Aerosol oder Vernebelung aus-
55Aufbereitung verwendeter Hilfs- den Wirksamkeit der maschinellen Ver- bringen, werden verschiedene Desinfekti-
mittel fahren [148]; daher sollten maschinelle onswirkstoffe eingesetzt.
Bei Einsatz in Bereichen ohne er- Verfahren zur Oberflächenreinigung nur Eine Raumdesinfektion durch Ver-
höhtes oder mit möglichem Infekti- in Bereichen ohne Infektionsrisiko einge- dampfen oder Vernebeln von Formalde-
onsrisiko (siehe . Tab. 2) genügt es, setzt werden. hyd ist nur in extrem seltenen Ausnah-
potenziell kontaminierte Stellen am Der Einsatz von Scheuersaugmaschi- mefällen notwendig [248]. Falls dieses
Reinigungswagen (z. B. Griffe, Behäl- nen zur Reinigung von Fußböden in Ein- Verfahren in besonderen Situationen im
ter, Rollen, Halterungen) nach Ende richtungen des Gesundheitswesens führte Rahmen einer behördlich angeordneten
der letzten Schicht, mindestens je- bei sachgerechter Bedienung und War- Desinfektionsmaßnahme dennoch zum
doch einmal einsatztäglich, zu reini- tung nicht zu einer erhöhten mikrobiellen Einsatz kommen sollte, finden sich die
gen und abtrocknen zu lassen [148]. Raumluftbelastung. Da zur Wirksamkeit detaillierten Anwendungsbedingungen in
Wichtiger Hinweis: Nach Einsatz in der desinfizierenden Flächenreinigung der Liste der vom RKI geprüften und an-
Bereichen mit erhöhtem Infektions- bisher keine Daten vorliegen, sollten die- erkannten Desinfektionsmittel und -ver-
risiko sind potenziell kontaminier- se Maschinen nur zu Reinigungszwecken fahren [76]. Außerdem ist bei der Anwen-
te Stellen am Reinigungswagen (z. B. eingesetzt werden [247]. dung des Verfahrens die TRGS 522 [249]
Griffe, Behälter, Rollen, Halterungen) Voraussetzung für den Einsatz ist das zu beachten.
nach Ende der letzten Schicht, min- Betreiben der Maschinen gemäß Her- Für die Raumdesinfektion wird zu-
destens jedoch einmal einsatztäglich, stellerangaben hinsichtlich Wartung und nehmend das Vernebeln von H2O2 als Er-
desinfizierend zu reinigen und ab- Aufbereitung (zu bevorzugen sind Schläu- gänzung zur Wischdesinfektion diskutiert
trocknen zu lassen. Zur Aufbereitung che, Sauglippen und Bürsten, die maschi- [250–253]. Voraussetzung für den Einsatz
von Wischtextilien siehe Abschnitt nell-(chemo)thermisch aufzubereiten ist der herstellerseitige Wirksamkeits-
7.3.2. sind) [148]. Die genannten Vorausset- nachweis [254]. Da die Wirksamkeit des
zungen und der Rhythmus der Aufberei- Verfahrens stark von der Raumausstat-
In . Tab. 5 sind die Vor- und Nachteile tung sind von den Geräteherstellern durch tung (z. B. existierende Einbauten, Tex-
der Möglichkeiten zur Durchführung der Gutachten zu belegen. tilien), Raumgröße und der Erreichbar-
Desinfektion von Fußböden zusammen- keit durch das Verfahren abhängt, ist die
gefasst. 6.2 Berührungslose apparative Überprüfung der Wirksamkeit im Pra-
Verfahren xistest für die effektive Anwendung erfor-
6.1.2 Sprühverfahren derlich; dabei können ggf. Ergebnisse von
Bei der Sprühdesinfektion wird das Des- Berührungslose apparative Desinfektions- gleichartigen Räumen verwendet wer-
infektionsmittel auf die zu behandelnde verfahren umfassen chemische und phy- den. Hinweise zum methodischen Vorge-
Oberfläche aufgesprüht. Dabei kommt es sikalische Wirkprinzipien. Da diese kei- hen dafür sind in der Liste der vom RKI
zur inhalativen Exposition des Personals, ne Reinigungswirkung aufweisen, ist zur geprüften und anerkannten Desinfekti-
so dass aus Arbeitsschutzgründen von Entfernung von Kontaminationen vor onsmittel und -verfahren [76] angegeben.
diesem Verfahren abgeraten wird [184, Einsatz dieser Verfahren eine ergänzende Bei sachgerechtem Einsatz ist eine signifi-
186] bzw. die Sprühdesinfektion nur in Reinigung erforderlich. kante Reduzierung der Erregerlast auf den
begründeten Ausnahmen als zulässig ein- Berührungslose Technologien ein- behandelten Oberflächen nachweisbar
gestuft wird [183], wenn der Bereich nicht schließlich der Verneblung von H2O2 [253, 255–257]. Ebenso konnten eine Re-
durch Wischdesinfektion erreichbar ist, kommen nicht im Rahmen der Basishy- duktion der Inzidenz nosokomialer Ko-
aber der Desinfektion bedarf [218, 244]. giene in Betracht; sie können ggf. ergän- lonisationen und Infektionen [250, 252,
Bei Aufbringung des Desinfektionsmit- zend im Rahmen der Schlussdesinfektion 255, 256, 258] sowie die Wirksamkeit bei
Tab. 6 (Fortsetzung)
Anwendungs Beschreibung Vorteile Nachteile Einsatzmöglichkeit Erforderliche Kon-
methode (Beispiel) trollen
Zu verdünnendes Kon- Herstellung der Tücher stehen am Gesundheitsrisiken Hand- und Haut- Richtige Beschickung
zentrat für aufbereit- Gebrauchslösung mit Ort des Einsatzes zur können beim Hantie- kontaktflächen in und Anwendungskon-
bare Tuchspendersys- Desinfektionsmit- Verfügung (Erhöhung ren mit Konzentraten Räumen mit häufigem zentration (Beobach-
teme mit spezifizierten teldosiergerät oder der Compliance) bestehen (Arbeits- Patientenwechsel tung bei manueller
Tüchern, die vom Dosierhilfe, Tuchrolle schutz beachten). Es (Untersuchungsräume) Dosierung, Prüfung
Anwender vor Ort wird im Tuchspender besteht das Risiko von in Risikobereichen des Desinfektions-
vorgetränkt werden mit der vorgegebenen Dosierungsfehlern. mitteldosiergeräts
Menge an Lösung Herstellerangaben zur hinsichtlich Dosier-
vorgetränkt; Entnahme Beschickung und zu genauigkeit und
eines Wischtuchs zur Lagerzeiten müssen mikrobiologischer
Flächendesinfektion beachtet werden. Kontamination), Lager-
Das Tuch kann bei zeit nach Ansetzen der
unsachgemäßer Lösung und Befüllen
Lagerung, z. B. durch des Systems, Aufberei-
Verdunsten des tung des Tuchspender-
Desinfektionsmittels, system
zu trocken sein, so dass
nicht genügend Des-
infektionsmittel auf
die Fläche aufgebracht
wird
der Beherrschung von Ausbrüchen [255, sowie raumlufttechnische Anlagen 55Es ist zu beachten, dass in Blutresten
259–262] gezeigt werden. Daher kann bei sind gesondert zu beachten [265]. keine Wirksamkeit erreicht wird und
einem nicht beherrschbaren Ausbruchs- 55Der Desinfektionserfolg hängt von die Wirksamkeit z. B. in Flüssigkeits-
geschehen die Verneblung mit H2O2 in der Größe der in dem zu desinfizie- ansammlungen unsicher ist. Die Ver-
Betracht gezogen werden [261]. Auch renden Raum befindlichen Oberflä- neblung ist daher nur als Ergänzung
nach Belegung von Patientenzimmern chen und dem dortigen Strömungs- zur vorher durchgeführten Flächen-
mit COVID-19-Patienten hat sich die Ver- verhalten (z. B. Ausschalten der desinfektion mittels Wischverfahren
neblung vor Neubelegung als praktikabel raumlufttechnischen Anlage (RLTA), sinnvoll.
erwiesen. Insgesamt ist die derzeit vorlie- Abkleben von Lüftungsschächten)
gende Evidenz solcher Verfahren jedoch ab. Daher ist bei Verneblungsverfah- Folgende Voraussetzungen sind sei-
nicht ausreichend [250–253] und die zu ren und ebenso beim Ausbringen von tens der Verträglichkeit zu beachten:
beachtenden Limitationen sind zahlreich Aerosolen die reproduzierbare Wirk- 55Die Raumdesinfektion durch Ver-
[76, 184, 185, 248, 252, 253, 263, 264], so samkeit der Maßnahme im Rahmen nebeln von H2O2 ist nur in nicht be-
dass derzeit keine Empfehlung zum Ein- einer Validierung vor Ort zu prüfen legten Räumen, d. h. im Rahmen
satz des Vernebelns von H2O2 zur Schluss- [76, 265], was in den zitierten Studi- der Schlussdesinfektion, anwendbar,
desinfektion gegeben werden kann. en nicht beschrieben wurde. Für ei- weil H2O2 in der Anwendungskon-
nen wirksamen Einsatz der Verfahren zentration von 10 % inhalativ hoch
Folgende Voraussetzungen sind für sind technische Lösungen wie Senso- toxisch ist und in weitaus tieferen
die wirksame Desinfektion zu beach- ren zu fordern, die eine kontinuierli- Konzentrationen der Respirations-
ten: che Messung der Konzentration von trakt (Reizschwelle 10 mg/m3) gereizt
55H2O2 kann nur bei direktem Kon- H2O2 in der Raumluft während der wird [268]. Daher können die Räume
takt mit der Oberfläche wirken. Da- Verneblung für die Zeitdauer der zu- erst nach längeren Lüftungsinterval-
mit eine möglichst große Oberfläche vor ermittelten EWZ für die Gewähr- len wieder genutzt werden [76, 263,
erreicht werden kann, sind Schränke leistung der Desinfektionswirkung 264, 269, 270]. Die Zimmerbelegung
und Schubladen zu öffnen und sonsti- ermöglichen. ist erst möglich, wenn die Konzentra-
ge Materialien im Raum, die potenzi- 55Ferner hängt die Wirksamkeit stark tion von H2O2 unter den DNEL-Wert
ell kontaminierte Oberflächen verde- von der Beschaffenheit der zu desin- für die akute inhalative Exposition ge-
cken, vorher zu entfernen und dann fizierenden Oberflächen ab. So kann fallen ist [195]. Idealerweise wird der
im Anschluss gesondert zu desinfizie- z. B. die erforderliche Zeit zur ausrei- Konzentrationsabfall nach der Ver-
ren. Geräte und Öffnungen, die kon- chenden Reduktion eines Erregers nebelung durch kontinuierliche Mes-
struktionsbedingt ein Eindringen des nur aufgrund seiner Anhaftung an ei- sung des H2O2 in der Innenraumluft
desinfizierenden Agens erschweren, ner anderen Oberfläche die zehnfache vom H2O2-Desinfektionsgerät selbst
Zeit erfordern [266, 267]. verfolgt und dokumentiert. Handelt
von nicht pathogenen Umgebungsbakte- von 1,57 auf 1 % und Rückgang von MRE me fensterlos sind, muss die Abluft abge-
rien in der Krankenhausumwelt eine Rol- von 1,13 auf 0,53 % [309]. Auch beim Ver- führt werden.
le bei der Entstehung von NI spielen kann gleich der Reinigung mit Seife, Desinfek- Je nach Gebäudekonfiguration kön-
[298–300]. Darauf aufbauend wurden Un- tion und probiotischem Verfahren wurde nen Räume zentral oder dezentral ange-
tersuchungen zum Einfluss probiotischer durch Seife und probiotischem Erreger ordnet werden. Bei zentraler Anordnung
Mikroorganismen auf das Krankenhaus- im Gegensatz zur Desinfektion das Ober- ist sicherzustellen, dass das Personal auch
mikrobiom und dessen Auswirkung auf flächenmikrobiom mit Verdrängung von außerhalb der Hauptbetriebszeiten auf
NI untersucht. Escherichia (E.) coli und S. aureus stabili- Hilfsmittel zur Desinfektion zurückgrei-
In probiotischen Reinigungsmitteln siert [310]. Bisher gibt es keinen Anhalt, fen kann. Alternativ können beispiels-
kommen unterschiedliche Bakterienspe- dass durch die probiotischen Bakterien weise mit Desinfektionslösung getränkte
zies zum Einsatz (z. B. Bacillus spp., Lac- Patienten gefährdet werden [311]. Da sich gebrauchsfertige Einweg-Wischtextilien
tobacillus spp., Streptococcus spp.). Durch Viren nicht außerhalb der Wirtszelle ver- vorgehalten werden. Zur weiteren Ori-
Kolonisation mit probiotischen Bakterien mehren können, ist nicht davon auszuge- entierung hinsichtlich der zentralen An-
kann die Vermehrung von Krankheitser- hen, dass sie bei der Kontamination von forderungen an die Räumlichkeiten, z. B.
regern verhindert werden, indem die Pro- Oberflächen mit probiotischen Bakterien Stromanschlüsse, Abläufe, Umkleidemög-
biotika den Wettbewerb um Nährstoffe durch das Mikrobiom verdrängt werden. lichkeiten, kann die DIN 13063 [148] zu-
und Raum verschärfen und Sekundärme- Bei Indikation zur Virusdesinfektion ist grunde gelegt werden.
taboliten absondern, die einen Überle- demzufolge die chemische Desinfektion Zum Auf- und Abrüsten der Reini-
bensvorteil verschaffen [301]. Gemäß dem unverzichtbar. Insgesamt ist der Einsatz gungswagen sollte ein ausreichend großer
Prinzip der kompetitiven Exklusion, auch von Probiotika auf Flächen in medizini- Raum zur Gewährleistung der Trennung
bekannt als Gause’s Prinzip, Gause’s Ge- schen Einrichtungen ein interessanter An- in unreinen/reinen Bereich mit Be- und
setz, Gause’s Hypothese, Volterra–Gause satz, weil anstelle nosokomialer Pathogene Entlüftung zentral oder dezentral zur Ver-
Prinzip, Grinnell’s Axiom, Volterra–Lotka probiotische Bakterien ein langfristig sta- fügung stehen.
Gesetz [302], können in einem homoge- biles Mikrobiom bilden [312, 313], wäh- Zur Aufbereitung gebrauchter Hilfs-
nen Lebensraum um dieselbe begrenzen- rend der Erfolg der Desinfektion nur kurz- mittel müssen ausreichend groß bemesse-
de Ressource konkurrierende Arten nicht zeitig anhält [314], wirkstoffabhängig eine ne, belüftbare Räume mit apparativer Aus-
koexistieren. Werden durch Desinfekti- Resistenzentwicklung mit Kreuzresistenz stattung zur Aufbereitung einschließlich
on Mikroorganismen von einer Oberflä- gegen Antibiotika sowie eine Gefährdung separater Trocknungsmöglichkeit (falls
che entfernt, wird die Diversität gestört, so von Mensch und Umwelt möglich ist. Vo- das nicht schon im Aufbereitungsprozess
dass ein Krankheitserreger aufgrund der raussetzung für eine sichere Anwendung erfolgt) vorhanden sein. Der Aufberei-
geringeren Konkurrenz gedeihen und den ist die Gewährleistung der mikrobiologi- tungsprozess muss so organisiert werden,
Raum besiedeln kann [303]. schen Produktqualität, weil Fremdkonta- dass unreine und reine Bereiche vonei-
Experimentell konnte gezeigt werden, minationen nachgewiesen wurden [315]. nander getrennt sind, z. B. optimal mittels
dass durch probiotische Reinigungsver- Die Effektivität probiotischer Reinigungs- Durchladewaschmaschinen. Die aufberei-
fahren die Oberflächenbelastung mit Pa- verfahren muss allerdings noch gründli- teten Hilfsmittel sind geschützt vor Konta-
thogenen im Vergleich zu konventioneller cher untersucht werden, ehe allgemeine mination (Trennung unreiner/reiner Be-
Wischdesinfektion um bis zu 90 % mehr Empfehlungen für ihren Einsatz im Kran- reich) aufzubewahren. In einer Analyse in
reduziert wurde [304, 305], ohne dass es kenhaus abgeleitet werden können [316]. 44 Plankrankenhäusern war die Trennung
zur Selektion von MRE kam [306, 307]. in 42 % nicht gewährleistet. Minderbelüf-
In einer multizentrischen Studie wurde 7 Bauliche Anforderungen und tung wurde in 12 % konstatiert [317].
durch das probiotische Verfahren im Ver- apparative Voraussetzungen
gleich zur chemischen Desinfektion die 7.2 Anforderungen an Flächen
kumulative Inzidenz für NI von 4,8 auf 7.1 Räume und Ausstattung in medizinischen Einrichtungen
2,3 % (p < 0,0001) reduziert. Darüber hi- in Bezug auf Reinigung und
naus verringerten sich die antimikrobi- Um eine gleichbleibend hohe Qualität Desinfektion
ellen Resistenzgene um bis zu 99 % und der Flächendesinfektion und desinfizie-
der mit dem Auftreten von NI assoziier- renden Flächenreinigung zu gewährleis- Bereits in der Planungsphase sind Funk-
te Verbrauch von Antibiotika zeigte einen ten, sind entsprechende Räumlichkeiten tionalität, Sicherheit und Hygiene in glei-
Rückgang um 60,3 % mit einem Rückgang vorzuhalten. Die im Folgenden getroffe- chem Maß zu berücksichtigen, d. h. die
der damit verbundenen Kosten um 75,4 % nen Feststellungen beziehen sich auf ein Durchführung von Reinigung und Des-
[306, 308]. Allerdings stellt das Vorher- stationäres Setting und sind im ambulan- infektion soll effizient und anwender-
Nachher-Design ein mögliches Bias dar. ten Bereich risiko- und einrichtungsbe- freundlich möglich sein. Auf schlecht zu-
Das Ergebnis wurde in einer nachfolgen- zogen zu berücksichtigen. Zur Lagerung, gängliche Nischen soll baulich verzichtet
den Studie nahezu identisch bestätigt mit z. B. der Hilfsmittel und Reinigungswa- werden.
Herabsetzung der kumulativen Inzidenz gen, müssen Räume vorhanden sein (sog. Fußböden und weitere hygienisch re-
für NI von 4,6 auf 2,6 %, für schwere NI Putzmittelräume). Wenn Putzmittelräu- levante Oberflächen sollen leicht zu reini-
7.4 Materialverträglichkeit steht darin, sich für einen Produkttyp für organische Belastung [329]) wider, erlau-
gegenüber Reinigungs- und empfindliche und einen für unempfindli- ben keine Aussage zur Verlässlichkeit der
Desinfektionsverfahren che Oberflächen zu entscheiden, und sich Wirksamkeit und müssen daher in praxi
vom Hersteller des Geräts bzw. des Des- überprüft werden [330]. Auf Kupferober-
Bei der Desinfektion von Oberflächen infektionsmittels die Freigabe zur Anwen- flächen war in vitro und in situ eine an-
ist zu unterscheiden zwischen Oberflä- dung schriftlich bestätigen zu lassen [324]. timikrobielle Wirksamkeit nachweisbar
chen von Mobiliar und Inventar einer- Inkompatibilitäten sind z. B. zu beach- [331, 332]. In 4 aus 638 ausgewählten
seits und MP andererseits. Alle Oberflä- ten bei Anwendung von: Studien ergab sich, dass unter dem Ein-
chen von Mobiliar und Inventar, die der 55QAV auf einigen Kautschukbelägen, fluss von Kupferoberflächen die Rate von
Reinigung, der desinfizierenden Flächen- 55Alkoholen auf Acrylglas, Weich-PVC NI tendenziell reduziert wurde; allerdings
reinigung oder der Flächendesinfekti- und Polystyrol, war die Qualität der Studien durch teilwei-
on bedürfen, müssen beständig gegen 55Glucoprotamin auf Silicon, bei Dau- se hohe methodische Schwächen und In-
bestimmungsgemäß verwendete Reini- eranwendung auch auf Polycarbonat, teressenkonflikte gekennzeichnet, so dass
gungs- und Desinfektionsmittel sowie die Polysulfon und Acrylglas, derzeit keine Empfehlung für den Einsatz
Reinigungsmechanik sein. Daher ist die 55sauren Produkten auf Zementwerk- abgeleitet werden kann [333].
Chemikalienbeständigkeit ein wichtiges stoffen (z. B. Terrazzo-Böden) und Durch den breiten Einsatz von Mate-
Auswahlkriterium. Fliesenfugen, rialien mit in subbakterizider Konzen-
Sofern Mobiliar oder Inventar ange- 55Chlorverbindungen auf korrodier- tration zugesetzten Wirkstoffen wie Tric-
schafft werden soll, das im Bereich der Pa- baren Metallen und sogar Standard- losan, BAC, Chlorhexidin, Silber und
tientenversorgung eingesetzt wird, muss Edelstählen, Kupfer besteht das Risiko der Toleranz-
das Material der Reinigung und Desin- 55PES auf korrodierbaren Metallen und und Resistenzentwicklung mit Korrela-
fektion zugänglich sein und standhalten. 55alkalischen Produkten auf Alumini- tion zu Antibiotikaresistenzen [149, 163,
Hierzu muss der Hersteller valide Anga- um und Linoleumböden. 167, 325, 334–340] und des Verlusts von
ben bereitstellen, z. B. Effektivitätsnach- Biodiversität. Daher wird beispielsweise
weis für Reinigungs- und ggf. Desinfek- Gegenüber H2O2 verhalten sich Tantal, die unkontrollierte Anwendung Kupfer-
tionsverfahren, Materialverträglichkeit Aluminium (99,6 %), Zinn (99 %), polier- und Silber-basierter Produkte nicht nur
und ggf. Einfluss der Desinfektion auf die te und gereinigte Edelstähle, Perbunan, in Bezug auf die Ausrüstung von Oberflä-
Lebensdauer des Produkts. Es empfiehlt viele Kunststoffe (PE, PVC, Polytetraflu- chen, sondern auch in der Tierernährung
sich, vor der Beschaffung von Inventar orethylen), Borsilicatglas, weißes Stein- und in Kosmetika als kritisch betrachtet
und Fußbodenbelägen die Angaben zur zeug und Porzellan inert. [341–343].
Reinigung bzw. Desinfizierbarkeit beim Grundsätzlich ist zu berücksichtigen,
Hersteller mit Hilfe einer Checkliste anzu- 7.5 Antiadhäsive und antimikrobiell dass antimikrobiell wirksame Oberflä-
fordern, um zu verhindern, dass aufgrund wirksame Oberflächen chen nur eine Ergänzung zur desinfizie-
unterschiedlicher Oberflächen verschie- renden Flächenreinigung oder Flächen-
dene Wirkstoffgruppen zur Desinfektion Antiadhäsive Ausrüstungen (z. B. Super- desinfektion darstellen können und im
eingesetzt werden müssen, wodurch in hydrophobie, Zwitterionen, Hydrogele, Vertrauen auf Sicherheit ggf. dazu verlei-
praxi Verwechslungen vorprogrammiert Nanostrukturierung) können durch ste- ten können, die Basishygienemaßnahmen
sind (Beispiel für eine Checkliste in [324]). rische oder elektrostatische Effekte die zu vernachlässigen.
Sofern zur Reinigung und Desinfekti- Anhaftung von Mikroorganismen mini-
on von Bedien- bzw. Geräteoberflächen mieren. Daher wird die Einführung anti- 8 Qualitätssicherung
von MP Herstellerangaben vorgegeben mikrobiell imprägnierter bzw. wirksamer
sind, sind diese nach Plausibilitätsprüfung Oberflächen zunehmend auch in Gesund- Flächenreinigung, desinfizierende Flä-
einzuhalten. Darüber hinaus sind die Her- heitseinrichtungen diskutiert [326], um in chenreinigung und Flächendesinfektion
stellerangaben zur Aufbereitung gemäß der Zeitspanne zwischen den desinfizie- müssen als Prozess betrachtet werden, für
Medizinprodukte-Betreiberverordnung renden Flächenreinigungen die Erreger- den Standardarbeits- bzw. Verfahrensan-
(MPBetreibV) [325] zu berücksichtigen. last auf Flächen zu reduzieren. Ob diese weisungen zu erarbeiten sind. Die sachge-
Bei unvollständigen und/oder nicht Oberflächen geeignet sind, die Basishygi- rechte Umsetzung kann durch Auditsyste-
plausiblen Angaben zur Reinigung und ene in Bezug auf die desinfizierende Flä- me sichergestellt werden [6].
Desinfektion von Bedien- bzw. Gerä- chenreinigung zu ergänzen, müssen wei- Die Durchführung und die Frequenz
teoberflächen ist eine Vervollständigung, tere unabhängige Untersuchungen zeigen. der Flächenreinigung und desinfizieren-
Präzisierung und/oder Korrektur beim Antimikrobiell ausgerüstete Oberflächen den Flächenreinigung ist für jede medi-
Hersteller anzufordern. In der Praxis ist werden gemäß ISO 22196 [327] geprüft. zinische Einrichtung raum- und ober-
es problematisch, wenn bei unterschied- Die Verfahrensparameter der Norm spie- flächenbezogen im Reinigungs- und
lichen Geräten unterschiedliche Mittel geln allerdings nicht die praktischen Ein- Desinfektionsplan bzw. bei externen Leis-
zur Anwendung kommen müssten. Eine satzbedingungen (unterschiedliche Tem- tungserbringern (Gebäudereiniger) in
Möglichkeit zur Lösung des Problems be- peratur, Feuchtigkeit, EWZ, Erreger [328], der Leistungsbeschreibung (Leistungs-
Tab. 7 Vergleich verschiedener Methoden zur Ergebnisbewertung der desinfizierenden Flächenreinigung der Patientenumgebung. (Modifi-
ziert nach [359])
Methode Identifikation von Genauigkeit Nützlichkeit für Einsatz in Monito- Laborkapazität Ergebnis
Pathogenen Schulungen ring-Programmen erforderlich
Sichtbeurteilung Nein Variabel Ja Möglich Nein Ergebnis der
als Audit mittels Sauberkeit
Checkliste
Abstriche (z. B. mit Ja Hoch Nein Möglich Ja Quantitative und
Tupfer, Schwamm) qualitative Aussage
Kontaktkultur Ja Hoch Ja Ja Ja
Fluoreszenzgel Nein Hoch Ja Ja Nein Qualitative Aussa-
ge zur Reinigung
(nicht zur Desin-
fektion)
ATP-System Nein Variabel Ja Möglicha Nein Semiquantitative
Aussage
a
Misst Sauberkeit im Untersuchungsmoment, aber nicht den Reinigungsprozess
8.2 Hygieneplan Darin werden Kliniken aufgefordert, Pro- tiver Bakterien sind Abstrichtupfer Kon-
gramme zur Verbesserung der Reinigung taktplatten überlegen, für Gram-positive
Als Bestandteil des Hygieneplans sind im und Desinfektion von häufig berührten Kokken ist es umgekehrt [358]. Die detail-
Reinigungs- und Desinfektionsplan In- patientennahen Kontaktflächen zu imple- lierte Beschreibung der Methoden wurde
dikationen, Zielobjekte und Durchfüh- mentieren. Dabei werden zwei Level vor- in Abschnitt 4 des informativen Anhangs
rungsintervalle der Flächenreinigung und geschlagen. Level I umfasst ein auf die in- dieser Empfehlung aufgenommen, wäh-
desinfizierenden Flächenreinigung ab- dividuelle Klinik angepasstes und von der rend die Aussagekraft hier in . Tab. 7 zu-
hängig vom Risikobereich (siehe . Tab.2, Hygiene und dem Leistungserbringer ge- sammengefasst ist, ohne eine Präferenz
3 und 4) und dem Kontaminationsrisiko meinsam festgelegtes Programm mit de- für eine Messmethode zu geben.
festzulegen und in der Leistungsbeschrei- finierten Checklisten und strukturierten Nach Ferreira et al. [359] eignen sich
bung abzubilden. Im stationären Bereich Schulungen der Reinigungskräfte sowie die Fluoreszenz-Methode und die opti-
empfiehlt sich bei der Erarbeitung des ein regelmäßiges, standardisiertes Moni- sche Kontrolle gut zur Überwachung der
Hygieneplans die Abstimmung zwischen toring der Reinigungsleistung durch das Compliance mit den Reinigungsvorga-
dem Hygieneteam und dem Leistungser- Hygieneteam und den Leistungserbringer. ben, während Methoden, die die mikro-
bringer. Im ambulanten Bereich ist der Dabei sollen auch Surveys zur Patienten- biologische Belastung überprüfen, einen
Leiter der Einrichtung für die Erstellung zufriedenheit bewertet werden. Aus den besseren Hinweis auf ein tatsächliches In-
und Einhaltung des Hygieneplans verant- Ergebnissen sollen im Team Verbesse- fektionsrisiko und die Wirksamkeit der
wortlich; eine externe Hygieneberatung rungsvorschläge erarbeitet und umgesetzt Desinfektion geben. Unabhängig vom
kann je nach Einrichtungsprofil sinnvoll werden. Level II umfasst darüber hinaus Einsatz einer Messmethode ist die Be-
sein. Zur Umsetzung muss der Leistungs- den Einsatz sog. objektiver Methoden obachtung von Prozessabläufen mittels
erbringer Verfahrensanweisungen mit zur Überprüfung der Reinigungsleistung Checkliste zur Beurteilung der qualitäts-
damit verbundenen Zuständigkeiten ein- (z. B. Fluoreszenz- oder Adenosintriphos- gerechten Durchführung der desinfizie-
schließlich des Umgangs mit speziellen phat (ATP)-Methode), die mindestens 3 renden Flächenreinigung notwendig. Die
Verfahren/Technologien festlegen. × jährlich durchgeführt und im Rahmen Wiederholungsabstände müssen von den
eines Feedbacks zurückgespiegelt werden Ergebnissen des Audits abhängig gemacht
8.3 Durchführung des Monitorings sollen, mit dem Ziel, eine mindestens 10– werden.
20 %ige Verbesserung der Reinigung zu Selbstverständlich ist in ambulanten
Derzeit gibt es keinen internationalen erreichen. Einrichtungen abhängig vom Risikoprofil
Standard für ein einheitliches Monito- Sofern das Monitoring gezielt zur nicht so ein umfangreiches Monitoring er-
ring der Flächenreinigung und Flächen- Qualitätsverbesserung eingesetzt wird, forderlich, trotzdem sollten auch hier eine
desinfektion. Eine Orientierung bieten ist die Auswahl der Methode nachgeord- Qualitätssicherung der Flächenreinigung
die Empfehlungen der Centers for Di- net. Bzgl. der Wiederfindung bzw. der und Flächendesinfektion gewährleistet
sease Control and Prevention (CDC) zur Sensitivität waren Nylon-Flockfaser-Ab- sein und eine kontinuierliche Verbesse-
Infektionskontrolle in medizinischen Ein- strichtupfer den Celluloseschwämmchen rung angestrebt werden.
richtungen [143] und die daraus abgeleite- zum Nachweis Gram-negativer Bakterien
ten Empfehlungen zur Evaluation der Flä- überlegen [356] bzw. bei CRE gleichwer-
chenreinigung in Krankenhäusern [355]. tig [357]. Für den Nachweis Gram-nega-
hinsichtlich der Durchführung, der der Isolierung alle erreichbaren und te Wischtextilien aus aufbereitbaren
Wirkstoffauswahl und der Anwen- potenziell kontaminierten Oberflä- Tuchspendersystemen oder aus der
dungsbedingungen der Desinfekti- chen und Gegenstände einschließlich Waschmaschine (konfektioniert) ein-
onsmittel zu überprüfen und ggf. an- Fußboden mit einem gegen C. difficile gesetzt werden.
zupassen (Kat. IB). nachgewiesen wirksamen Desinfek- 55Anwendungsmethoden einzusetzen,
55die desinfizierende Flächenreinigung tionsmittel in sporizider Konzentra- die ein Wiedereintauchen benutz-
nach Entlassung isolierter Patienten tion-Zeit-Relation zu desinfizieren ter Wischtextilien in die Reinigungs-
als Schlussdesinfektion (Kat. IB). (Kat. II). bzw. Desinfektionsmittellösung nicht
55in Bereichen ohne Infektionsrisiko, 55bei Infektionen mit unbehüllten Vi- vorsehen (ohne Kat.); ein Wiederein-
d. h. vergleichbar dem Risiko in der ren mit partieller Lipophilie (Noro-, tauchen ist grundsätzlich abzulehnen
Bevölkerung, auf allen Flächen die Rota-, Adenoviren) den Einsatz von (Kat. II).
routinemäßige Reinigung (ohne Kat.). Desinfektionsmitteln mit der Dekla- 55sichtbare Verunreinigungen mit orga-
rierung begrenzt viruzid PLUS, bei nischem Material zunächst mecha-
Auswahl der hydrophilen unbehüllten Viren (z. B. nisch zu entfernen (ohne Einsatz von
Flächendesinfektionsmittel Picornaviren), den Einsatz von Desin- Desinfektionsmittel); anschließend ist
fektionsmitteln mit der Deklarierung die Fläche zu desinfizieren (zweistufi-
Die Kommission empfiehlt viruzid (Kat. II). ges Verfahren) (Kat. IV).
55im stationären Bereich die Auswahl 55bei Vorliegen von Schimmelpilz- 55die sachgerechte Aufbereitung und
des Desinfektionsmittels inkl. Anwen- kontamination nach Sanierung von trockene Lagerung der eingesetzten
dungskonzentration und EWZ durch Feuchtigkeitsschäden und anschlie- Hilfsmittel (z. B. Tuchspendersyste-
den Krankenhaushygieniker. Im am- ßender Feinreinigung in Abstimmung me, farbcodierte Behälter, Wannen,
bulanten Bereich ist hierfür der Ein- mit dem Hygienefachpersonal den Wischbezughalter, Presse, Einlagesieb,
richtungsleiter verantwortlich. Es ist Einsatz von Flächendesinfektionsmit- Reinigungswagen, Handkontaktflä-
zu beachten, dass das erforderliche teln mit fungizider Wirkung (Kat. II). chen) (ohne Kat.).
Wirkungsspektrum gewährleistet ist 55QAV-basierte Flächendesinfektions- 55bei der Aufbereitung sowohl zur Rei-
(Kat. IB). mittel wegen des Risikos der Resis- nigung als auch zur Desinfektion ein-
55bei der Auswahl der Flächendesinfek- tenzentwicklung nicht in der geringen gesetzter Wischtextilien die Trennung
tionsmittel Wirkspektrum, Wirksam- Konzentration des 4-Stunden-Werts von anderer aufzubereitender Wäsche
keit, Materialverträglichkeit sowie einzusetzen (ohne Kat.). aufgrund des Verschmutzungsgrads,
Risiken für Mensch und Umwelt ab- 55dass grundsätzlich Flächendesinfek- der Materialbeschaffenheit (z. B. Ab-
zuwägen (Kat. IB). tionsmittel mit den Anwendungsbe- lösung von Textilfasern) und des Ri-
55Räume, in denen CDI-Patienten un- dingungen zum Einsatz kommen, mit sikos des Chemikalieneintrags (ohne
tergebracht sind, täglich mit einem denen ihre Wirksamkeit im praxisna- Kat.).
Flächendesinfektionsmittel mit nach- hen Test ermittelt wurde (Kat. II). 55dass zur Reinigung eingesetzte Texti-
gewiesener Wirksamkeit gegen C. dif- lien in einer Haushaltswaschmaschine
ficile zu desinfizieren (Kat. II); hierbei Durchführung aufbereitet und in einem Haushalts-
sollten mindestens die Konzentration wäschetrockner getrocknet werden
und EWZ entsprechend der bakteri- Die Kommission empfiehlt können (ohne Kat.); dagegen sind zur
ziden/levuroziden Wirksamkeit ge- 55die zu desinfizierende Fläche mit ei- Desinfektion eingesetzte Mehrweg-
wählt werden (ohne Kat.). ner ausreichenden Menge an Des- wischtextilien in einem Desinfekti-
55bei CDI-Ausbrüchen auch Flure (in- infektionslösung zu benetzen (ohne onswaschverfahren aufzubereiten, um
klusive Handläufe im Flur) und Ne- Kat.); das aufgetragene Desinfekti- Schmutz und organische Belastun-
benräume der Station mit Desin- onsmittel nicht vor Ablauf der EWZ gen aus den Spül-, Reinigungs- und
fektionsmitteln mit gegen C. difficile durch Nachwischen mit Wasser oder Feuchtwischbezügen sicher zu entfer-
nachgewiesener Wirksamkeit in spo- Trockenwischen zu entfernen (ohne nen und um zu gewährleisten, dass
rizider Konzentration-Zeit-Relation Kat.). keine Krankheitserreger mehr nach-
zu desinfizieren (Kat. II). Der Umfang 55den sachgerechten, vor Kontamina- weisbar sind (Kat. II).
ist im Einzelnen mit dem Kranken- tion geschützten Umgang mit Ge- 55die maschinelle Trocknung der auf-
haushygieniker im Ergebnis einer be- brauchslösungen (ohne Kat.) unter bereiteten Wischtextilien (ohne Kat.).
reichs- und patientenbezogenen Risi- Einhaltung der Verwendungsdauer Sofern keine vorgetränkten Wisch-
koanalyse festzulegen. (Kat. IV). textilien verwendet werden, sind die
55für die Schlussdesinfektion eines Pa- 55frische, saubere Wischtextilien zu ver- vollständig getrockneten Wischtextili-
tientenzimmers einschließlich Sani- wenden (ohne Kat.); alternativ kön- en bis zur nächsten Verwendung tro-
tärbereichs, in dem CDI-Patienten nen mit Desinfektionsmittellösung cken zu lagern, um eine Vermehrung
untergebracht waren, nach Entlas- getränkte Wischtextilien aus Ein- von potenzieller Restflora zu verhin-
sung, Verlegung oder bei Aufhebung wegverpackungen oder vorgetränk- dern. Aufbereite Wischtextilien sind
40. Kommission für Krankenhaushygiene und Themen/Anwendungssichere-Chemikalien- mykobakteriziden Wirkung chemischer Desin-
Infektionsprävention (KRINKO) (2016) Händehy- und-Produkte/Chemikalienrecht/Biozide/pdf/ fektionsmittel im humanmedizinischen Bereich
giene in Einrichtungen des Gesundheitswesens. [Link]. einschließlich der Instrumentendesinfektions-
Bundesgesundheitsbl 59(9):1189–1220 Zugegriffen: 7. Juli 2022 mittel – Prüfverfahren und Anforderungen (Pha-
41. Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des Europäischen 55. DIN EN 14885:2019-10 Chemische Desinfek- se 2, Stufe 1); Deutsche Fassung EN 14348:2005.
Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 tionsmittel und Antiseptika – Anwendung Beuth, Berlin
über Lebensmittelhygiene, (ABl. L 139 vom Europäischer Normen für chemische Desinfekti- 67. DIN EN 14476:2019-10 Chemische Desinfek-
30.4.2004, S. 1). onsmittel und Antiseptika; Deutsche Fassung EN tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer
42. DIN 10516:2020-10 Lebensmittelhygiene – 14885:2018 Beuth, Berlin Suspensionsversuch zur Bestimmung der
Reinigung und Desinfektion. Beuth, Berlin 56. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), viruziden Wirkung im humanmedizinischen
43. Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene Desinfektionsmittel-Kommission (2018) Zum Bereich – Prüfverfahren und Anforderungen
(DGKH) (2018) Hygieneanforderungen beim Stellenwert der Desinfektionsmittel-Liste des (Phase 2, Stufe 1); Deutsche Fassung EN
Umgang mit Lebensmitteln in Krankenhäusern, VAH vor dem Hintergrund der Biozidprodukte- 14476:2013+A2:2019. Beuth, Berlin
Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen und Verordnung. Hyg Med 43(1/2):31–33 68. DIN EN 17126:2019-02 Chemische Desinfek-
neuen Wohnformen. Hyg Med 43(1):7–12 57. Verordnung (EU) 2017/745 des Europäi- tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer
44. Heckmann M, Kramer A, Küster H (2022) Mut- schen Parlaments und des Rates vom 5. April Suspensionsversuch zur Bestimmung der spori-
termilch, Frauenmilchspende und Formulanah- 2017 über Medizinprodukte, zur Änderung ziden Wirkung im humanmedizinischen Bereich
rung. In: Kramer A, Assadian O, Exner M, Hübner der Richtlinie 2001/83/EG, der Verordnung – Prüfverfahren und Anforderungen (Phase
NO, Scheithauer S, Simon A (Hrsg) Krankenhaus- (EG) Nr. 178/2002 und der Verordnung 2, Stufe 1); Deutsche Fassung EN 17126:2018.
und Praxishygiene, 4. Aufl. Elsevier, München, S (EG) Nr. 1223/2009 und zur Aufhebung der Beuth, Berlin
467–472 Richtlinien 90/385/EWG und 93/42/EWG des 69. DIN EN 17387:2021-10 Chemische Desinfek-
45. Kommission für Krankenhaushygiene und In- Rates. Amtsblatt der Europäischen Union 60 tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer
fektionsprävention (KRINKO) (2018) Prävention (L117):1–175 Oberflächen-Versuch zur Bestimmung der
postoperativer Wundinfektionen. Bundesge- 58. Jäkel C (2009) Disinfectants for Human Use— bakteriziden und/oder levuroziden und/oder
sundheitsbl 61(4):448–473 Classification as Medicinal Products even fungiziden Wirkung chemischer Desinfekti-
46. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- following 15th amendment to the AMG. Hyg onsmittel auf nicht porösen Oberflächen im
tionsprävention (KRINKO) (2015) Infektionsprä- Med 34(6):240–247 humanmedizinischen Bereich – Prüfverfahren
vention im Rahmen der Pflege und Behandlung 59. Jäkel C (2013) Rechtliche Einstufung von Des- und Anforderungen ohne mechanische Behand-
von Patienten mit übertragbaren Krankheiten. infektionsmitteln im Gesundheitswesen – ein lung (Phase 2, Stufe 2); Deutsche Fassung EN
Bundesgesundheitsbl 58(10):1151–1170 Update. PharmR 35(6):261–269 17387:2021. Beuth, Berlin
47. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- 60. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), 70. DIN EN 16615:2015-06 Chemische Desinfek-
tionsprävention (KRINKO) (2021) Anforderungen Desinfektionsmittel-Kommission (2022) tionsmittel und Antiseptika – Quantitatives
an die Infektionsprävention bei der medizini- Desinfektionsmittel-Liste des VAH. [Link] Prüfverfahren zur Bestimmung der bakteriziden
schen Versorgung von immunsupprimierten [Link]/. Zugegriffen: 5. Mai 2022 und levuroziden Wirkung auf nicht-porösen
Patienten. Bundesgesundheitsbl 64(2):232–264 61. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), Oberflächen mit mechanischer Einwirkung
48. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- Desinfektionsmittel-Kommission (2019) Anfor- mit Hilfe von Tüchern im humanmedizinischen
tionsprävention (KRINKO) (2019) Hygienemaß- derungen und Methoden zur VAH-Zertifizierung Bereich (4-Felder-Test) – Prüfverfahren und
nahmen bei Clostridioides difficile-Infektion chemischer Desinfektionsverfahren. [Link] Anforderungen (Phase 2, Stufe 2); Deutsche
(CDI). Bundesgesundheitsbl 62(7):906–923 [Link]/files/download/ebooks/eBook_VAH_ Fassung EN 16615:2015. Beuth, Berlin
49. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- Methoden_Anforderungen.pdf. Zugegriffen: 7. 71. DIN EN 16777:2019-03 Chemische Desinfek-
tionsprävention (KRINKO) (2014) Empfehlungen Juli 2022 tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer
zur Prävention und Kontrolle von Methicillin- 62. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), Versuch auf nicht porösen Oberflächen ohne
resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen Desinfektionsmittel-Kommission (2021) Anfor- mechanische Einwirkung zur Bestimmung der
(MRSA) in medizinischen und pflegerischen derungen und Methoden zur VAH-Zertifizierung viruziden Wirkung im humanmedizinischen Be-
Einrichtungen. Bundesgesundheitsbl 57(6):695– chemischer Desinfektionsverfahren-Kapitel 1 bis reich – Prüfverfahren und Anforderungen (Phase
732 4: Stand 1. November 2021 (Anforderungen und 2, Stufe 2); Deutsche Fassung EN 16777:2018.
50. Kommission für Krankenhaushygiene und Methoden zur VAH-Zertifizierung chemischer Beuth, Berlin
Infektionsprävention (KRINKO) (2012) Hygien- Desinfektionsverfahren.). [Link] 72. DIN EN 13624:2022-08 Chemische Desinfek-
emaßnahmen bei Infektionen oder Besiedlung files/download/ebooks/211109-VAH-Methoden- tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer
mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen. [Link]. Zugegriffen: 7. Juli Suspensionsversuch zur Bestimmung der
Bundesgesundheitsbl 55(10):1311–1354 2022 fungiziden oder levuroziden Wirkung im
51. Kommission für Krankenhaushygiene und 63. Rabenau HF, Schwebke I, Blümel J et al (2015) humanmedizinischen Bereich – Prüfverfahren
Infektionsprävention (KRINKO) (2018) Hygiene- Leitlinie der Deutschen Vereinigung zur und Anforderungen (Phase 2, Stufe 1); Deutsche
maßnahmen zur Prävention der Infektion durch Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) e. V. Fassung EN 13624:2021. Beuth, Berlin
Enterokokken mit speziellen Antibiotikaresisten- und des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Prüfung 73. DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03 Allgemeine
zen. Bundesgesundheitsbl 61(10):1310–1361 von chemischen Desinfektionsmitteln auf Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und
52. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- Wirksamkeit gegen Viren in der Humanmedizin. Kalibrierlaboratorien (ISO/IEC 17025:2017);
tionsprävention (KRINKO) (2020) Anforderungen Bundesgesundheitsbl 58(6):493–504 Deutsche und Englische Fassung EN ISO/IEC
der Hygiene an abwasserführende Systeme in 64. Rabenau HF, Schwebke I, Steinmann J, Eggers M, 17025:2017. Beuth, Berlin
medizinischen Einrichtungen. Bundesgesund- Rapp I, Neumann-Haefelin D (2012) Quantitative 74. Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft
heitsbl 63(4):484–501 Prüfung der viruziden Wirksamkeit chemischer (DVG) (2022) 8. Liste der nach den Richtlinien
53. Verordnung (EU) Nr. 528/2012 des europäischen Desinfektionsmittel auf nicht-porösen Oberflä- der DVG (4. Auflage) geprüften und als wirksam
Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2012 chen. Hyg Med 37(3):78–85 befundenen Desinfektionsmittel (Handelsprä-
über die Bereitstellung auf dem Markt und die 65. DIN EN 13727:2015-12 Chemische Desinfek- parate, ohne Ausbringungsverfahren) für den
Verwendung von Biozidprodukten. Amtsblatt tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer Lebensmittelbereich. Stand: 07.07.2022. https://
der Europäischen Union 55 (L167):1–123 Suspensionsversuch zur Bestimmung der [Link]/fileadmin/templates/
bakteriziden Wirkung im humanmedizinischen fachgruppen/desinfektion/scripts/pdfDesinfek-
54. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeits-
Bereich – Prüfverfahren und Anforderungen [Link]/?pdf=1&list=lm. Zugegriffen: 7. Juli
medizin (2022) Biozidprodukte im Entschei-
(Phase 2, Stufe 1); Deutsche Fassung EN 2022
dungsverfahren. Liste der Biozidprodukte,
die in Deutschland aufgrund eines laufenden 13727:2012+A2:2015. Beuth, Berlin 75. Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 (BGBl.
Entscheidungsverfahrens auf dem Markt 66. DIN EN 14348:2005-04 Chemische Desinfek- I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 3a des Geset-
bereitgestellt und verwendet werden dürfen tionsmittel und Antiseptika – Quantitativer zes vom 28. Juni 2022 (BGBl. I S. 938) geändert
(Stand 06.07.2022). [Link] Suspensionsversuch zur Bestimmung der worden ist.
associated infections with the same organism. ces with different pathogens. Healthc Infect 148. DIN 13063:2021-09 Krankenhausreinigung
J Hosp Infect 101(2):231–239 18(1):37–41 – Anforderungen an die Reinigung und desin-
121. Martínez JA, Ruthazer R, Hansjosten K, Barefoot 135. Kreidl P, Mayr A, Hinterberger G et al (2018) fizierende Reinigung in Krankenhäusern und
L, Snydman DR (2003) Role of environmental Outbreak report: a nosocomial outbreak of van- anderen medizinischen Einrichtungen. Beuth,
contamination as a risk factor for acquisition of comycin resistant enterococci in a solid organ Berlin
vancomycin-resistant enterococci in patients transplant unit. Antimicrob Resist Infect Control 149. TRBA 250: Biologische Arbeitsstoffe im Gesund-
treated in a medical intensive care unit. Arch 7:86 heitswesen und in der Wohlfahrtspflege. GMBl
Intern Med 163(16):1905–1912 136. Kaatz GW, Gitlin SD, Schaberg DR et al (1988) 2014 (10/11), Letzte Änderung vom: 2. Mai 2018
122. Cassone M, Zhu Z, Mantey J et al (2020) Interplay Acquisition of Clostridium difficile from the hos- 150. Tuladhar E, Hazeleger WC, Koopmans M, Zwie-
Between Patient Colonization and Environmen- pital environment. Am J Epidemiol 127(6):1289– tering MH, Beumer RR, Duizer E (2012) Residual
tal Contamination With Vancomycin-Resistant 1294 Viral and Bacterial Contamination of Surfaces
Enterococci and Their Association With Patient 137. Tankovic J, Legrand P, Degatines G, Chemineau V, after Cleaning and Disinfection. Appl Environ
Health Outcomes in Postacute Care. Open Brunbuisson C, Duval J (1994) Characterization Microbiol 78(21):7769–7775
Forum Infect Dis 7(1):ofz519 of a Hospital Outbreak of Imipenem-Resistant 151. Exner M, Vacata V, Hornei B, Dietlein E, Gebel J
123. Suleyman G, Alangaden G, Bardossy AC (2018) Acinetobacter-Baumannii by Phenotypic and (2004) Household cleaning and surface disinfec-
The Role of Environmental Contamination in Genotypic Typing Methods. J Clin Microbiol tion: new insights and strategies. J Hosp Infect
the Transmission of Nosocomial Pathogens and 32(11):2677–2681 56(Suppl 2):S70–S75
Healthcare-Associated Infections. Curr Infect Dis 138. Neely AN, Maley MP, Warden GD (1999) Com- 152. Jacobshagen A, Gemein S, Exner M, Gebel J
Rep 20(6):12 puter keyboards as reservoirs for Acinetobacter (2020) Test methods for surface disinfection:
124. Knox J, Sullivan SB, Urena J et al (2016) Associ- baumannii in a burn hospital. Clin Infect Dis comparison of the Wiperator ASTM standard
ation of Environmental Contamination in the 29(5):1358–1359 E2967-15 and the 4-field test EN 16615.
Home With the Risk for Recurrent Community- 139. Doidge M, Allworth AM, Woods M et al (2010) GMS Hyg Infect Control 15:Doc04. https://
Associated, Methicillin-Resistant Staphylococcus Control of an outbreak of carbapenem-resistant [Link]/10.3205/dgkh000339
aureus Infection. JAMA Intern Med 176(6):807– Acinetobacter baumannii in Australia after 153. Dharan S, Mourouga P, Copin P, Bessmer G,
815 introduction of environmental cleaning with Tschanz B, Pittet D (1999) Routine disinfection
125. White LF, Dancer SJ, Robertson C, McDonald J a commercial oxidizing disinfectant. Infect of patients’ environmental surfaces. Myth or
(2008) Are hygiene standards useful in assessing Control Hosp Epidemiol 31(4):418–420 reality? J Hosp Infect 42(2):113–117
infection risk? Am J Infect Control 36(5):381–384 140. Chmielarczyk A, Higgins PG, Wojkowska-Mach 154. Chemikaliengesetz in der Fassung der Bekannt-
126. Rutala WA, Kanamori H, Gergen MF et al (2018) J et al (2012) Control of an outbreak of Acine- machung vom 28. August 2013 (BGBl. I S. 3498,
Enhanced disinfection leads to reduction of mi- tobacter baumannii infections using vaporized 3991), das zuletzt durch Artikel 115 des Gesetzes
crobial contamination and a decrease in patient hydrogen peroxide. J Hosp Infect 81(4):239–245 vom 10. August 2021 (BGBl. I S. 3436) geändert
colonization and infection. Infect Control Hosp 141. Hobson RP, MacKenzie FM, Gould IM (1996) An worden ist.
Epidemiol 39(9):1118–1121 outbreak of multiply-resistant Klebsiella pneu- 155. Gefahrstoffverordnung vom 26. November 2010
127. Orenstein R, Aronhalt KC, McManus JE, Fedraw moniae in the Grampian region of Scotland. (BGBl. I S. 1643, 1644), die zuletzt durch Artikel
LA (2011) A Targeted Strategy to Wipe Out Clos- J Hosp Infect 33(4):249–262 2 der Verordnung vom 21. Juli 2021 (BGBl. I S.
tridium difficile. Infect Control Hosp Epidemiol 142. Hall AJ, Vinjé J, Lopman B et al (2011) Updated 3115) geändert worden ist.
32(11):1137–1139 norovirus outbreak management and disease 156. Roberts SA, Findlay R, Lang SDR (2001) Inves-
128. Mayfield JL, Leet T, Miller J, Mundy LM (2000) prevention guidelines. MMWR Recomm Rep tigation of an outbreak of multi-drug resistant
Environmental control to reduce transmission of 60(RR-3):1–18 Acinetobacter baumannii in an intensive care
Clostridium difficile. Clin Infect Dis 31(4):995– 143. Centers for Disease Control and Prevention burns unit. J Hosp Infect 48(3):228–232
1000 (CDC), Healthcare Infection Control Practices 157. Bures S, Fishbain JT, Uyehara CF, Parker JM, Berg
129. Wilcox MH, Fawley WN, Wigglesworth N, Parnell Advisory Committee (HICPAC), Sehulster L, BW (2000) Computer keyboards and faucet
P, Verity P, Freeman J (2003) Comparison of the Chinn RYW (2003) Guidelines for environmental handles as reservoirs of nosocomial pathogens
effect of detergent versus hypochlorite cleaning infection control in health-care facilities. MMWR in the intensive care unit. Am J Infect Control
on environmental contamination and incidence Recomm Rep 52(RR10):1–42 28(6):465–471
of Clostridium difficile infection. J Hosp Infect 144. Ontario Agency for Health Protection and 158. Kramer A, Assadian O, Zacharowski K, Bulitta C,
54(2):109–114 Promotion (Public Health Ontario), Provincial Vakil R, Lippert H (2022) Klinische und ambulan-
130. Hacek DM, Ogle AM, Fisher A, Robicsek A, Pe- Infectious Diseases Advisory Committee (PIDAC) te Operationszentren, Herzkatheterlabor und
terson LR (2010) Significant impact of terminal (2018) Best Practices for Environmental Cleaning Hybrid-Operationseinheit. In: Kramer A, Assa-
room cleaning with bleach on reducing noso- for Prevention and Control of Infections in All dian O, Exner M, Huebner NO, Simon A, Scheit-
comial Clostridium difficile. Am J Infect Control Health Care Settings, 3rd Edition. Queen’s Printer hauer S (Hrsg) Krankenhaus- und Praxishygiene.
38(5):350–353 for Ontario, Toronto. [Link] Hygienemanagement und Infektionsprävention
131. Ray AJ, Deshpande A, Fertelli D et al (2017) A [Link]/-/media/documents/bp-environ- in medizinischen und sozialen Einrichtungen,
Multicenter Randomized Trial to Determine the [Link]?la=en. Zugegriffen: 7. Juli 4. Aufl. Urban & Fischer (Elsevier), München, S
Effect of an Environmental Disinfection Interven- 2022 668–682
tion on the Incidence of Healthcare-Associated 145. Health Services A (2019) Suggested Surface 159. Eichner A, Holzmann T, Eckl DB et al (2020) Novel
Clostridium difficile Infection. Infect Control Cleaning/Disinfection Guidelines for GI/ILI/VLI photodynamic coating reduces the bioburden
Hosp Epidemiol 38(7):777–783 Outbreaks in Child Care Facilities. [Link] on near-patient surfaces thereby reducing the
132. Anderson DJ, Chen LF, Weber DJ et al (2017) En- [Link]/assets/info/hp/phys/ risk for onward pathogen transmission: a field
hanced terminal room disinfection and acquisi- nor/if-hp-phys-moh-nz-obm-surface-cleaning- study in two hospitals. J Hosp Infect 104(1):85–
tion and infection caused by multidrug-resistant [Link]. Zugegriffen: 7. Juli 2022 91
organisms and Clostridium difficile (the Benefits 146. Centers for Disease Control and Prevention 160. Keiper I (2002) Qualitative und quantitative bak-
of Enhanced Terminal Room Disinfection study): (CDC), Healthcare Infection Control Practices teriologische und virologische Untersuchungen
a cluster-randomised, multicentre, crossover Advisory Committee (HICPAC), Rutala WA, Weber zur Erhebung des Hygienestatus verschiedener
study. Lancet 389(10071):805–814 DJ (2008) Guideline for Disinfection and Sterili- öffentlicher Toilettenanlagen einer südwest-
133. Garvey MI, Wilkinson MAC, Bradley CW, Holden zation in Healthcare Facilities, 2008. Update: May deutschen Großstadt (Dissertation). Freie
KL, Holden E (2018) Wiping out MRSA: effect 2019. CDC, Atlanta, GA. [Link] Universität Berlin, Berlin
of introducing a universal disinfection wipe in infectioncontrol/pdf/guidelines/disinfection- 161. Kramer A, Reichwagen H, Widulle P, Heldt W
a large UK teaching hospital. Antimicrob Resist [Link]. Zugegriffen: 7. Juli 2022 (2008) Oxidanzien. In: Kramer A, Assadian O
Infect Control 7:155 147. Dancer SJ, Kramer A (2019) Four steps to clean (Hrsg) Wallhäußers Praxis der Sterilisation, Anti-
134. Ross B, Hansen D, Popp W (2013) Cleaning and hospitals: LOOK, PLAN, CLEAN and DRY. J Hosp septik und Konservierung. Thieme, Stuttgart, S
disinfection in outbreak control—experien- Infect 103(1):e1–e8 713–745
205. Herron JM, Hines KM, Tomita H, Seguin RP, Cui septik und Konservierung. Thieme, Stuttgart, S [Link]/media/empfehlung_zur_auf-
JY, Xu L (2019) Multi-omics investigation reveals 786-787 bereitung_und_lagerung_von_wischbezue-
benzalkonium chloride disinfectants alter sterol 221. Umweltbundesamt (2000) Umweltverträgliche gen_und_reinigungsmopps_in_gesundheits-
and lipid homeostasis in the mouse neonatal Desinfektionsmittel im Krankenhausabwasser einrichtungen_maerz_2020.pdf. Zugegriffen: 7.
brain. Toxicol Sci 171(1):32–45 (Texte 01/2000). [Link] Juli 2022
206. Hrubec TC, Seguin RP, Xu L et al (2021) Altered [Link]/publikationen/umweltvertraegliche- 236. Blume P, Chaberny IF (2020) Hygienisch-
toxicological endpoints in humans from desinfektionsmittel-im. Zugegriffen: 7. Juli 2022 mikrobiologische Evaluation von Tuchspen-
common quaternary ammonium compound 222. Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Ab- dersystemen zur Oberflächendesinfektion im
disinfectant exposure. Toxicol Rep 8:646–656 wasser und Abfall e. V. (DWA) (2010) Merkblatt alltäglichen Klinikbetrieb. Das Gesundheitswes
207. Zheng G, Schreder E, Sathyanarayana S, Sala- DWA-M 775. Abwasser aus Krankenhäusern und 83(6):443-449
mova A (2022) The first detection of quaternary anderen medizinischen Einrichtungen. DWA, 237. Kampf G, Degenhardt S, Lackner S, Jesse K, von
ammonium compounds in breast milk: Implica- Hennef Baum H, Ostermeyer C (2014) Poorly processed
tions for early-life exposure. J Expo Sci Environ 223. Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall reusable surface disinfection tissue dispensers
Epidemiol. [Link] (LAGA) (2021) Vollzugshilfe zur Entsorgung may be a source of infection. BMC Infect Dis
00439-4 von Abfällen aus Einrichtungen des Gesund- 14:37
208. Lipinska-Ojrzanowska A, Walusiak-Skorupa J heitsdienstes (Mitteilung 18). LAGA, Potsdam. 238. Kupfahl C, Walther M, Wendt C, von Baum H
(2014) Quaternary ammonium compounds— [Link] (2015) Identical Achromobacter Strain in Reusa-
new occupational hazards. Med Pr 65(5):675– m-18_stand_2021-06-23_1626849905.pdf. ble Surface Disinfection Tissue Dispensers and
682 Zugegriffen: 7. Juli 2022 a Clinical Isolate. Infect Control Hosp Epidemiol
209. Corazza M, Virgili A (1993) Airborne allergic 224. TRGS 401: Gefährdung durch Hautkontakt 36(11):1362–1364
contact dermatitis from benzalkonium chloride. Ermittlung – Beurteilung – Maßnahmen, zuletzt 239. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH),
Contact Derm 28(3):195–196 berichtigt. GMBl 2008 (40/41):818–845, Letzte Desinfektionsmittel-Kommission (2014) Zur
210. Kanerva L, Estlander T, Jolanki R (2001) Änderung vom: 30. März 2011 Verwendung von Tuchspendersystemen in
Occupational allergic contact dermatitis from 225. Umweltbundesamt (UBA) (2017) Leitfaden-Zur Bereichen mit besonderem Infektionsrisiko. Hyg
alkylammonium amidobenzoate. Eur J Dermatol Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Med 39(9):358–359
11(3):240–243 Schimmelbefall in Gebäuden. [Link] 240. Kampf G, Degenhardt S, Lackner S, Ostermeyer C
211. Suneja T, Belsito DV (2008) Occupational [Link]/schimmelleitfaden. (2014) Effective reprocessing of reusable dispen-
dermatoses in health care workers evaluated for Zugegriffen: 7. Juli 2022 sers for surface disinfection tissues—the devil is
suspected allergic contact dermatitis. Contact 226. Kramer A, Assadian O (Hrsg) (2008) Wallhäußers in the details. GMS Hyg Infect Control 9(1):Doc9
Derm 58(5):285–290 Praxis der Sterilisation, Antiseptik und Konser- 241. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH),
212. Vogelzang PF, van der Gulden JW, Tielen MJ, vierung. Thieme, Stuttgart Desinfektionsmittel-Kommission (2013)
Folgering H, van Schayck CP (1999) Health- 227. Venditti R, Olsson E, Olsson S (2018) Environ- Kontrollmaßnahmen bei der Anwendung von
based selection for asthma, but not for chronic mental Life-Cycle Analysis of Single-Use and Tuchspendersystemen für die Flächendesinfek-
bronchitis, in pig farmers: an evidence-based Reusable Mops. [Link] tion in Abhängigkeit vom Risikoprofil. Hyg Med
hypothesis. Eur Respir J 13(1):187–189 wp-content/uploads/2019/03/GEERPRES_Envi- 38(3):108–109
213. Gonzalez M, Jegu J, Kopferschmitt MC et al [Link]. Zugegriffen: 7. Juli 2022 242. Werner S, Naujox K, Rehm ME, Brückner E (2018)
(2014) Asthma among workers in healthcare 228. Burguburu A, Tanné C, Bosc K, Laplaud J, Roth M, Methode zur Beurteilung der Flächenleistung
settings: role of disinfection with quaternary Czyrnek-Delêtre M (2022) Comparative life cycle wirkstoffgetränkter Einmaltücher zur Flächen-
ammonium compounds. Clin Exp Allergy assessment of reusable and disposable scrub desinfektion. Hyg Med 43(11):D93–D99
44(3):393–406 suits used in hospital operating rooms. Clean 243. National Health Service (NHS) (2021)
214. Dumas O, Wiley AS, Quinot C et al (2017) Occu- Environ Syst 4:100068 Cleaning and Disinfection Procedure
pational exposure to disinfectants and asthma 229. DIN SPEC 13267:2021-01 Funktionale Textilien ICPr001. [Link]
control in US nurses. Eur Respir J 50(4):1700237 für die Flächendesinfektion – Terminologie, cfm?doc=docm93jijm4n1414. Zugegriffen: 7.
215. Dumas O, Varraso R, Boggs KM et al (2019) Eigenschaften und Anforderungen Beuth, Berlin Juli 2022
Association of Occupational Exposure to Disin- 230. DIN 13063:2021-09 Krankenhausreinigung 244. Spicher G, Peters J (1980) Wirksamkeitsprüfung
fectants With Incidence of Chronic Obstructive – Anforderungen an die Reinigung und desin- von Desinfektionsmitteln an Oberflächen in
Pulmonary Disease Among US Female Nurses. fizierende Reinigung in Krankenhäusern und Modellversuchen. II. Mitteilung: Abhängigkeit
Jama Netw Open 2(10):e1913563 anderen medizinischen Einrichtungen. Anhang der Versuchsergebnisse von der Methodik der
216. Starke RK, Friedrich S, Schubert M et al (2021) F (normativ) Prüfmethoden. Beuth, Berlin, S 98 Desinfektion (Sprühen, Verteilen, Wischen).
Are Healthcare Workers at an Increased Risk 231. DIN 13063:2021-09 Krankenhausreinigung Zentralbl Bakteriol B 170(5–6):431–448
for Obstructive Respiratory Diseases Due to – Anforderungen an die Reinigung und desin- 245. Balmer HAG (2011) Einsatz von Scheuer-
Cleaning and Disinfection Agents? A Systematic fizierende Reinigung in Krankenhäusern und Saugmaschinen im Krankenhaus. clinicum
Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res anderen medizinischen Einrichtungen. Anhang 5(11):52–53
Public Health 18(10):5159 E (normativ) Aufbereitung von Reinigungstextili- 246. Bodenschatz W (Hrsg) (2006) Kompaktwissen
217. Ward RL, Bernstein DI, Young EC, Sherwood JR, en. Beuth, Berlin, S 90–97 Desinfektion. Das Handbuch für Ausbildung
Knowlton DR, Schiff GM (1986) Human rotavirus 232. Eilts B, Rager A-M, Boursillon D, Eggers M (2020) und, 3. Aufl. Praxis, Behr Verlag, Hamburg
studies in volunteers: determination of infec- Aufbereitung von Reinigungstextilien in der 247. Schuster A (2020) Scheuersaugmaschinen
tious dose and serological response to infection. Krankenhausreinigung. Hyg Med 45(D80):7–8 in medizinischen Einrichtungen. Hyg Med
J Infect Dis 154(5):871–880 233. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), 45(7–8):D90–D97
218. Clausen PA, Frederiksen M, Sejbæk CS et al Desinfektionsmittel-Kommission (2012) 248. Reichenbacher D, Thanheiser M, Krüger D (2010)
(2020) Chemicals inhaled from spray cleaning Empfehlung zur Kontrolle kritischer Punkte bei Aktueller Stand zur Raumdekontamination mit
and disinfection products and their respiratory der Anwendung von Tuchspendersystemen im gasförmigem Wasserstoffperoxid Status quo of
effects. A comprehensive review. Int J Hyg Vortränksystem für die Flächendesinfektion. Hyg room decontamination by vaporized hydrogen
Environ Health 229:113592 Med 37(11):468–470 peroxide. Hyg Med 35(6):204–208
219. Kramer A, Reichwagen H, Widulle P, Heldt W 234. Verbund für Angewandte Hygiene e. V. (VAH), 249. TRGS 522: Raumdesinfektion mit Formaldehyd.
(2008) Phenolderivate. In: Kramer A, Assadian O Desinfektionsmittel-Kommission (2016) Ma- GMBl 2013 (15):298–320, Letzte Änderung vom:
(Hrsg) Wallhäußers Praxis der Sterilisation, Anti- schinelle Vortränkung von Wischbezügen und 7. März 2013
septik und Konservierung. Thieme, Stuttgart, S Reinigungstüchern. Hyg Med 41(5):145–146 250. Passaretti CL, Otter JA, Reich NG et al (2013) An
746-769 235. Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Evaluation of Environmental Decontamination
220. Widulle H, Kramer A, Reichwagen S, Held P Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) With Hydrogen Peroxide Vapor for Reducing
(2008) Glucoprotamin. In: Kramer A, Assadian O (2020) Empfehlung zur Aufbereitung und the Risk of Patient Acquisition of Multidrug-
(Hrsg) Wallhäußers Praxis der Sterilisation, Anti- Lagerung von Wischbezügen und Reinigungs- Resistant Organisms. Clin Infect Dis 56(1):27–35
mopps in Gesundheitseinrichtungen. https://
tamination of hospital surfaces in an occupied Microbiome Diversity and Biofilm Competitive ten und deren Einsatz unter hygienischen
inpatient room with a continuous 405 nm light Exclusion. Microorganisms 8(11):1726 Gesichtspunkten. Qualität, Patientensicherheit
source. J Hosp Infect 98(1):67–73 311. Caselli E, Antonioli P, Mazzacane S (2016) Safety und Wirtschaftlichkeit. In: Schmid R, Schmidt A
295. Health Quality Ontario (2018) Portable of probiotics used for hospital environmental (Hrsg) Modernes Beschaffungsmanagement im
Ultraviolet Light Surface-Disinfecting Devices sanitation. J Hosp Infect 94(2):193–194 Gesundheitswesen. medhochzwei, Heidelberg,
for Prevention of Hospital-Acquired Infections: 312. D’Accolti M, Soffritti I, Bini F, Mazziga E, S 117–133
A Health Technology Assessment. Ont Health Mazzacane S, Caselli E (2022) Pathogen Control 325. Medizinprodukte-Betreiberverordnung in der
Technol Assess Ser 18(1):1–73 in the Built Environment: A Probiotic-Based Fassung der Bekanntmachung vom 21. August
296. Boyce JM, Havill NL, Moore BA (2011) Terminal System as a Remedy for the Spread of Antibiotic 2002 (BGBl. I S. 3396), die zuletzt durch Artikel
decontamination of patient rooms using an Resistance. Microorganisms 10(2). https:// 7 der Verordnung vom 21. April 2021 (BGBl. I S.
automated mobile UV light unit. Infect Control [Link]/10.3390/microorganisms10020225 833) geändert worden ist.
Hosp Epidemiol 32(8):737–742 313. Klassert TE, Zubiria-Barrera C, Neubert R et al 326. Buhl S, Käs S, Brückner R, Bulitta C (2018)
297. Weber DJ, Kanamori H, Rutala WA (2016) ‘No (2022) Comparative analysis of surface sanitiza- Untersuchung der Wirksamkeit antimikrobieller
touch’ technologies for environmental decon- tion protocols on the bacterial community struc- Oberflächen in der Infektionsprävention. Hyg
tamination: focus on ultraviolet devices and tures in the hospital environment. Clin Microbiol Med 43(10):D83–D92
hydrogen peroxide systems. Curr Opin Infect Dis Infect. [Link] 327. ISO 22196:2011-08 Messung von antibakterieller
29(4):424–431 314. D’Accolti M, Soffritti I, Mazzacane S, Caselli E Aktivität auf Kunststoff- und anderen porenfrei-
298. Arnold C (2014) Rethinking sterile: the (2019) Fighting AMR in the Healthcare Environ- en Oberflächen. Beuth, Berlin
hospital microbiome. Environ Health Perspect ment: Microbiome-Based Sanitation Approaches 328. Elguindi J, Moffitt S, Hasman H, Andrade C,
122(7):A182–A187 and Monitoring Tools. Int J Mol Sci 20(7). https:// Raghavan S, Rensing C (2011) Metallic copper
299. Christoff AP, Sereia AF, Hernandes C, de Oliveira [Link]/10.3390/ijms20071535 corrosion rates, moisture content, and growth
LF (2019) Uncovering the hidden microbiota in 315. Boursillon DKJ, Eggers M, Eilts B (2020) Reiniger medium influence survival of copper ion-
hospital and built environments: New approa- mit Zusatz von Mikroorganismen (MARP). Hyg resistant bacteria. Appl Microbiol Biotechnol
ches and solutions. Exp Biol Med (Maywood) Med 45(7/8):98–101 89(6):1963–1970
244(6):534–542 316. Moghaddam Arjmand M (2019) The Potential 329. Daeschlein G, Assadian O, Arnold A, Haase H,
300. Slevogt H (2022) Das Krankenhausmikrobiom. Effectiveness of Probiotic-Based Sanitation Kramer A, Junger M (2010) Bacterial burden of
In: Kramer A, Assadian O, Exner M, Hübner NO, Procedures in Nosocomial Infection Control: A worn therapeutic silver textiles for neurodermitis
Scheithauer S, Simon A (Hrsg) Krankenhaus- und Review Article. Avicenna J Environ Health Eng patients and evaluation of efficacy of washing.
Praxishygiene. Hygienemanagement und Infek- 6(2):119-123 Skin Pharmacol Physiol 23(2):86–90
tionsprävention in medizinischen und sozialen 317. Warburg D, Gleich S (2020) Hausinterne Auf- 330. Bäumler W, Eckl D, Holzmann T, Schneider-
Einrichtungen, 4. Aufl. Urban & Fischer (Elsevier), bereitung von Reinigungstextilien – Kritische Brachert W (2022) Antimicrobial coatings for
München, S 8–10 Betrachtung im Rahmen eines Schwerpunkt- environmental surfaces in hospitals: a potential
301. Abt MC, Pamer EG (2014) Commensal bacteria projektes zum Thema Reinigung in Münchner new pillar for prevention strategies in hygiene.
mediated defenses against pathogens. Curr Kliniken. Hyg Med 45(9):D107–117 Crit Rev Microbiol 48(5):531-564
Opin Immunol 29:16–22 318. DIN EN 1672-2:2021-05 Nahrungsmittelmaschi- 331. Muller MP, MacDougall C, Lim M (2016) Antimi-
302. Gause GF (2019) The Struggle for Existence: A nen – Allgemeine Gestaltungsleitsätze – Teil 2: crobial surfaces to prevent healthcare-associa-
Classic of Mathematical Biology and Ecology. Anforderungen an Hygiene und Reinigbarkeit; ted infections: a systematic review. J Hosp Infect
Dover Publications Inc, New York Deutsche Fassung EN 1672-2:2020. Beuth, Berlin 92(1):7–13
303. Hibbing ME, Fuqua C, Parsek MR, Peterson SB 319. Bundesanstalt für Materialforschung und 332. Chyderiotis S, Legeay C, Verjat-Trannoy D, Le
(2010) Bacterial competition: surviving and thri- -prüfung (BAM), Robert Koch-Institut (RKI), Gallou F, Astagneau P, Lepelletier D (2018) New
ving in the microbial jungle. Nat Rev Microbiol Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- insights on antimicrobial efficacy of copper
8(1):15–25 tionsprävention (KRINKO) (2004) Anforderungen surfaces in the healthcare environment: a syste-
304. La Fauci V, Costa G, Anastasi F, Facciolà A, Go an Gestaltung, Eigenschaften und Betrieb von matic review. Clin Microbiol Infect 24(11):1130–
C, Squeri R (2015) An innovative approach to dezentralen Desinfektionsmittel-Dosiergeräten. 1138
hospital sanitization using probiotics: in vitro Bundesgesundheitsbl 47(1):67–72 333. Albarqouni L, Byambasuren O, Clark J, Scott
and field trials. J Microb Biochem Technol 7:3 320. Kommission für Krankenhaushygiene und Infek- AM, Looke D, Glasziou P (2020) Does copper
305. Vandini A, Temmerman R, Frabetti A et al (2014) tionsprävention (KRINKO) (1995) Anforderungen treatment of commonly touched surfaces
Hard surface biocontrol in hospitals using der Hygiene an die Wäsche aus Einrichtungen reduce healthcare-acquired infections? A syste-
microbial-based cleaning products. Plos One des Gesundheitsdienstes, die Wäscherei und den matic review and meta-analysis. J Hosp Infect
9(9):e108598 Waschvorgang und Bedingungen für die Ver- 106(4):765–773
306. Caselli E, Arnoldo L, Rognoni C et al (2019) gabe von Wäsche an gewerbliche Wäschereien. 334. Dance DAB, Pearson AD, Seal DV, Lowes JA
Impact of a probiotic-based hospital sanitation Bundesgesundheitsbl 38(7):280–283 (1987) A hospital outbreak caused by a chlorhe-
on antimicrobial resistance and HAI-associated 321. Vossebein L (2022) Aufbereitung von Kranken- xidine and antibiotic-resistant Proteus-mirabilis.
antimicrobial consumption and costs: a multi- hauswäsche. In: Kramer A, Assadian O, Exner J Hosp Infect 10(1):10–16
center study. Infect Drug Resist 12:501–510 M, Huebner NO, Simon A, Scheithauer S (Hrsg) 335. Braoudaki M, Hilton AC (2004) Low level of cross-
307. Caselli E, D’Accolti M, Vandini A et al (2016) Im- Krankenhaus- und Praxishygiene. Hygienema- resistance between triclosan and antibiotics in
pact of a Probiotic-Based Cleaning Intervention nagement und Infektionsprävention in medizini- Escherichia coli K-12 and E. coli O55 compared to
on the Microbiota Ecosystem of the Hospital schen und sozialen Einrichtungen, 4. Aufl. Urban E-coli O157. FEMS Microbiol Lett 235(2):305–309
Surfaces: Focus on the Resistome Remodulation. & Fischer (Elsevier), München, S 516–519 336. Scientific Committee on Emerging and Newly
PLoS ONE 11(2):e148857 322. Gütegemeinschaft Sachgemäße Wäschepflege Identified Health Risks (SCENIHR) (2009) As-
308. Caselli E, Brusaferro S, Coccagna M et al (2018) e. V. (2018) Qualifizierung und Beurteilung von sessment of the Antibiotic Resistance Effects of
Reducing healthcare-associated infections inci- desinfizierenden Waschverfahren zum Erwerb Biocides. [Link]
dence by a probiotic-based sanitation system: und der Erlaubnis zur Führung der Gütezeichen committees/04_scenihr/docs/scenihr_o_021.
A multicentre, prospective, intervention study. für sachgemäße Wäschepflege (RAL-GZ, Leitfa- pdf. Zugegriffen: 7. Juli 2022
PLoS ONE 13(7):e199616 den). Hohenstein Laboratories GmbH & Co. KG, 337. Abuzaid A, Hamouda A, Amyes SGB (2012) Kleb-
309. Tarricone R, Rognoni C, Arnoldo L, Mazzacane Bönnigheim siella pneumoniae susceptibility to biocides and
S, Caselli E (2020) A Probiotic-Based Sanitation 323. DIN EN 14065:2016-08 Textilien – In Wäsche- its association with cepA, qac Delta E and qacE
System for the Reduction of Healthcare Associ- reien aufbereitete Textilien – Kontrollsystem efflux pump genes and antibiotic resistance.
ated Infections and Antimicrobial Resistances: A Biokontamination; Deutsche Fassung EN J Hosp Infect 81(2):87–91
Budget Impact Analysis. Pathogens 9(6):502 14065:2016. Beuth, Berlin 338. Wand ME, Bock LJ, Bonney LC, Sutton JM (2017)
310. Stone W, Tolmay J, Tucker K, Wolfaardt GM (2020) 324. Kramer A, Jäkel C, Zacharowski K, Kramer S, Mechanisms of Increased Resistance to Chlorhe-
Disinfectant, Soap or Probiotic Cleaning? Surface Heidecke CD (2018) Steigende Anforderungen xidine and Cross-Resistance to Colistin following
bei der Auswahl von Krankenhausproduk- Exposure of Klebsiella pneumoniae Clinical