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5 Variation

Das Dokument behandelt die Variation der Sprache zwischen normierter Schriftsprache und Mündlichkeit, wobei es die Herausforderungen für Lernende hervorhebt, die nur nach Texten lernen. Es wird die Komplexität der Sprachsituation in den deutschsprachigen Ländern beschrieben, einschließlich der inneren Mehrsprachigkeit und der Unterschiede zwischen Dialekten, Soziolekten und Stilen. Zudem wird die Bedeutung von Variationslinguistik und die Notwendigkeit authentischer Sprachpraxis für Deutsch als Fremdsprache betont.

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5 Variation

Das Dokument behandelt die Variation der Sprache zwischen normierter Schriftsprache und Mündlichkeit, wobei es die Herausforderungen für Lernende hervorhebt, die nur nach Texten lernen. Es wird die Komplexität der Sprachsituation in den deutschsprachigen Ländern beschrieben, einschließlich der inneren Mehrsprachigkeit und der Unterschiede zwischen Dialekten, Soziolekten und Stilen. Zudem wird die Bedeutung von Variationslinguistik und die Notwendigkeit authentischer Sprachpraxis für Deutsch als Fremdsprache betont.

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5

Variation und Sprache


1. Einleitung
Es wird Spannungsfeld zwischen der normierten Schriftsprache und der flüchtigen
Mündlichkeit eingeführt. Er betont, dass Lernende, die nur nach Texten lernen, oft
Probleme bei der Kommunikation mit Muttersprachlern haben. bemutatja a
szabványosított írott nyelv és a beszélt nyelv képlékeny természete közötti feszültséget.
Hangsúlyozza, hogy azok a tanulók, akik kizárólag szövegekre támaszkodnak, gyakran
nehezen kommunikálnak anyanyelvi beszélőkkel.
Variationslinguistik untersucht die Variation der Sprache, die Abweichungen
vom Standard.
Die komplexe Sprachsituation in den deutschsprachigen Ländern. Die Sprachsituation in
den deutschsprachigen Ländern als ein komplexes Gefüge szerkezet , das weit über die
reine Standardsprache hinausgeht.
In den deutschsprachigen Ländern ist die Standardsprache zwar die verbindliche
Amtssprache in Schulen und Ämtern, doch das ist nur ein Teil der Realität.
Die Sprachsituation ist durch eine große Vielfalt gekennzeichnet, die sowohl die Variation
innerhalb des Deutschen als auch das Nebeneinander verschiedener Sprachen umfasst.
Die Schweiz wird als Beispiel für ein Land angeführt, in dem mehrere offizielle
Amtssprachen existieren.
Neben Deutsch sind dies Italienisch, Französisch und regional auch Rätoromanisch.
Diachronie (Variation im Zeitverlauf)
Man spricht von einer inneren Mehrsprachigkeit, da individuelle Sprecher über
verschiedene Varietäten (Dialekte, Soziolekte) und Stile verfügen.
Das Ziel ist es, diese verschiedenen Sprachformen situationsadäquat einzusetzen, also
die Sprache an die jeweilige soziale Situation anzupassen
Situation für Deutschland und Österreich wird eine partielle Mehrsprachigkeit
konstatiert.
Dies umfasst zum einen Minderheitensprachen wie Sorbisch und Friesisch in
Deutschland.
Zum anderen spielen die Sprachen von Migranten eine wichtige Rolle in vielen
Alltagssituationen.

2. Die Variationslinguistik
beschäftigt sich mit der Untersuchung und theoretischen Modellierung der Unterschiede
innerhalb einer Sprache. Sie ist seit den 1960er Jahren als Disziplin etabliert und arbeitet
stark datenorientiert sowie quantitativ-empirisch.

Genealogische Verwandtschaft Deutsch -Niederländisch: Diese Sprachen sind


historisch miteinander verwandt, was sich in großen Ähnlichkeiten im Wortschatz und in
der Struktur zeigt.
Dass Deutsch und Niederländisch als eigenständige Sprachen gelten (und nicht nur als
Varietäten), liegt daran, dass sie standardisiert und normiert sind. Zudem sind sie
Amtssprachen in autonomen Staaten.
Wenn Sprecher sich gegenseitig verstehen, gehören ihre Sprachformen zur selben
Sprache. Das Dokument weist jedoch darauf hin, dass dies oft uneindeutig ist, da z. B.
niederdeutsche und niederländische Dialekte ein Kontinuum bilden und teils
verständlich sind, aber dennoch zu verschiedenen Sprachen gezählt werden
Subsysteme: Varietäten (wie Dialekte oder Soziolekte) werden als Untersysteme
einer Sprache betrachtet, die eigene systematische grammatische und lexikalische
Merkmale haben.
Unterschiede werden durch Variablen (abstrakte Konzepte oder Funktionen) und
Varianten (die konkreten, realisierten Sprachformen) beschrieben.

Stile: Im Gegensatz zu Varietäten sind Stile (oder Register) keine eigenständigen


Subsysteme, sondern stark von der jeweiligen Funktion und Situation abhängig.
Variablen vs. Varianten
Stell dir eine Variable wie eine „Schublade“ oder eine allgemeine Frage vor (das abstrakte
Konzept). Die Varianten sind die verschiedenen Möglichkeiten, was man in diese
Schublade hineinlegen kann (die konkrete Umsetzung).

Beispiel Aussprache (Phonologie):


Variable: Wie spricht man das „-ig“ am Ende eines Wortes aus (z. B. in König)?
Variante A: Man spricht es wie „ich“ aus: [Kön-ich] (Standard in Norddeutschland).
Variante B: Man spricht es wie „ik“ aus: [Kön-ik] (oft in Berlin oder im Norden).
Variante C: Man spricht es wie „ig“ aus: [Kön-ig] (oft in Süddeutschland/Österreich).
Hier ist die Variable das Konzept „Endung -ig“, und A, B und C sind die Varianten.

Beispiel Wortschatz (Lexik):


Variable: Wie nennt man das Gebäck aus Hefeteig, das in Fett ausgebacken wurde?
Variante A: Berliner.
Variante B: Krapfen.
Variante C: Pfannkuchen.
Die Variable ist die „abstrakte Bedeutung“ (das Gebäck), die Varianten sind die regional
unterschiedlichen Wörter dafür.

Der Hauptunterschied liegt darin, ob die Sprache an eine feste Gruppe/Region


gebunden ist (Varietät) oder an eine bestimmte Situation (Stil).

Eine Varietät ist wie eine „eigene kleine Sprache innerhalb der Sprache“. Sie ist
meistens stabil und an den Sprecher gebunden (wer man ist oder woher man kommt).
Beispiel Dialekt (Bairisch): Ein Bayer nutzt ein ganzes System von Regeln (Grammatik,
Wörter, Aussprache), das sich vom Standarddeutschen unterscheidet.
Es ist ein „Subsystem“ Jugendsprache: Eine soziale Gruppe nutzt eigene Wörter und
Grammatiken.
Ein Stil ist nicht an die Herkunft gebunden, sondern daran, was man gerade tut und mit
wem man spricht. Derselbe Sprecher wechselt ständig den Stil, bleibt aber bei seiner
Varietät.
Die Situation entscheidet. Situation A (Privat/Informell): Du schreibst einer Freundin per
WhatsApp: „Kommste heut noch rum?“ (Hier nutzt du den Stil der Nähe/Informalität).
Situation B (Beruflich/Formell): Du schreibst deinem Chef eine E-Mail: „Sehr geehrter Herr
Müller, werden Sie heute noch im Büro erscheinen?“ (Hier nutzt du den Stil der
Distanz/Formalität).
Der entscheidende Unterschied laut Dokument:
Eine Varietät (wie ein Dialekt) hat so viele eigene Regeln, dass sie fast wie ein eigener
Code funktioniert.
Ein Stil ist flexibler. Man nutzt ihn, um eine Funktion zu erfüllen (höflich sein, fachlich
präzise sein, cool wirken). Er ist „situationsabhängig“.
Die Varietät definiert, welche sprachlichen Mittel dir überhaupt zur Verfügung
stehen (dein Werkzeugkasten). Der Stil ist die Entscheidung, welches Werkzeug
du für eine bestimmte Aufgabe (Situation) auswählst.
2.2.1 Diachrone Variation (Die zeitliche Dimension)
Der Begriff „Diachronie“ setzt sich aus den griechischen Wörtern dia (durch) und
chronos (Zeit) zusammen. Es geht also um die Veränderung der Sprache im Lauf der
Zeit.
wie sich eine Sprache über Jahrhunderte oder Jahrzehnte hinweg wandelt.
Sprache ist ein Prozess.
Im Falle des Deutschen betrachtet die Diachronie die Entwicklung vom
Althochdeutschen über das Mittelhochdeutsche und Frühneuhochdeutsche bis
hin zum heutigen Neuhochdeutschen.
Wörter verschwinden (Minne), neue kommen hinzu (Internet“, „smart“).
Wörter behalten ihre Form, ändern aber ihren Sinn ( „billig“ früher
„angemessen, heute „preiswert“).
Endungen verändern sich oder fallen weg (der Rückzug des Genitivs im heutigen
Sprachgebrauch).
Aussprache: Lautverschiebungen verändern das Klangbild einer Sprache über
Generationen hinweg.
Um das Gesamtbild zu verstehen, muss man die Diachronie von den anderen im
Dokument genannten Dimensionen abgrenzen:
Diachrone Dimension: Variation durch die Zeit (Alt vs. Neu).

2.2.2 Diatopische Dimension: Variation durch den Raum (Dialekte wie Bairisch vs.
Plattdeutsch).
Diastratische Dimension: Variation durch die soziale Schicht (Jugendsprache vs.
Fachsprache von Ärzten).
Diaphasische Dimension: Variation durch die Situation (Höfliche E-Mail vs.
lockerer Chat).
Die Forscher müssen wissen, ob ein sprachlicher Unterschied daher kommt, dass jemand
aus einer anderen Region stammt (diatopisch), oder ob er eine veraltete Form
benutzt, die früher üblich war (diachron).
DIALEKTE
1. Niederdeutsch (Norden)
In den niederdeutschen Dialekten sind die alten westgermanischen Konsonanten
(Plosive) /p, t, k/ unverschoben erhalten geblieben.
aap (statt hochdeutsch: Affe)
peerd (statt hochdeutsch: Pferd)
water (statt hochdeutsch: Wasser)
taal (statt hochdeutsch: Zahl)
ik (statt hochdeutsch: ich)
2. Oberdeutsch (Süden)
In den oberdeutschen Dialekten sind diese Konsonanten nahezu vollständig verschoben
worden. Sie wurden zu Reibelauten (Frikative) wie /f, s, x/ oder zu Doppellauten
(Affrikaten) wie /pf, ts, kx/.
Affe, Pferd
Wasser, Zahl
ich, k(ch)ind
3. Mitteldeutsch (Mitte)
Das Mitteldeutsche liegt geografisch und sprachlich zwischen dem Nieder- und
Oberdeutschen. Hier wurde die Zweite Lautverschiebung nur zum Teil durchgeführt.
Zusammen mit dem Oberdeutschen wird das Mitteldeutsche auch unter dem Begriff
Hochdeutsch zusammengefasst.
Merkmale zur Unterscheidung der Dialekte
Neben der Lautverschiebung gibt es weitere wichtige Kriterien:
Bildung des Plurals (Mehrzahl):
Niederfränkisch/Ostniederdeutsch: Endung auf {-en} (z. B. mahen für 'mähen').
Westniederdeutsch: Endung auf {-et} (z. B. mahet für 'mähen').
Pronomen (Fürwörter):
Ostfälisch: Verwendet mik und dik (für mich/dich).
Andere niederdeutsche Dialekte: Verwenden die Einheitsformen mi und di.
Bairisch: Verwendet die Form enk für „euch“.
Wortschatz (Lexik):
Schwäbisch: Wiese (wie im Standard).
Niederalemannisch: Matte (für dieselbe landwirtschaftliche Fläche).
Der historischen Wandel seit 1968, durch den die öffentliche Sprache lockerer wurde.
Diatopische Variation (Raum / Region)
Großregionale Unterschiede zwischen dem Norden (z. B. Aussprache von "pf" als "f" wie in
Ferd) und dem Süden/Mitte (z. B. "ist" als is oder "nicht" als net/nich).
Standardsvarietäten
Nationale Zentren: Es wird explizit auf die Unterschiede in der Schweiz und in
Österreich, Deu es gibt 3 Standardvarietäten im Deuschen unterschiden.

Rückzug: Der Text stellt fest, dass kleinräumige Dialekte zugunsten von großflächigeren
Regionaldialekten abnehmen.
Dialektale Merkmale fließen heute verstärkt in Talkshows und die Alltagssprache ein.
Plurizentrik: Es wird deutlich, dass es nicht "das eine" Deutsch gibt, sondern regionale
Standards (z. B. die unterschiedliche Aussprache von "-ig" als "-ich" oder "-ik").
Gebrauchsstandard: in Behörden oder Nachrichten Wörter wie "kriegen" oder "klauen"
auftauchen, die früher nicht zum Standard gehörten.

2.2.3 Diastratische Variation (Soziale Schicht)


Abbau von Schranken: Sprachliche Merkmale, die früher soziale Schichten klar trennten,
haben heute weniger Gewicht.
Gruppensprachen:Gruppen (Alternative, Feministinnen, Jugendliche) den öffentlichen Stil
beeinflusst haben.
Diaphasische Variation (Situation/Stil)
Nähe- vs. Distanzkommunikation: Ein Gespräch unter Freunden liegt am "Nähe-Pol",
während ein Zeitungsartikel oder ein wissenschaftlicher Vortrag am "Distanz-Pol" liegt.
Situativer Wechsel: Ein Sprecher passt seine Sprache an, je nachdem ob er spontan
reagiert (On-line-Syntax) oder eine vorbereitete Rede hält.

3. Deutsch als Fremdsprache (DaF)


Lernziel: Das Dokument fordert, dass Lernende eine Sprache brauchen, die sie im Zielland
auch wirklich sprechen können, nicht nur eine künstliche Buchsprache.
Authentizität: Lehrwerke sollten statt "ausgedachten" Dialogen authentische Beispiele aus
Radio, Fernsehen oder Transkripten nutzen.
Verstehenskompetenz: DaF-Lerner müssen vor allem lernen, die typischen Reduktionen
(Elisionen, Aphäresen) und Partikeln der Muttersprachler zu verstehen, um im Alltag zu
bestehen.

den Unterschied zwischen dem Medium (wie die Nachricht übertragen wird) und der
Konzeption (wie sie sprachlich gestaltet ist):
Medial: Unterscheidung zwischen Schallwellen (hanghullámok,Hören/Sprechen) und
Schriftzeichen auf Flächen (Lesen/Schreiben).
Konzeptionell: Unterscheidung zwischen Nähesprache- Gespräche unter Freunden,
spontan, dialogisch und Distanzsprache -Texte an ein unbekanntes Publikum, geplant,
nicht spontan).
On-line-Syntax: Beim Sprechen geschieht die Verarbeitung schrittweise in der Zeit.
Sprecher können Strukturen projizieren, abbrechen oder korrigieren. A beszélők
kivetíthetik, megszakíthatják vagy korrigálhatják a szerkezeteket.
wie wir Sprache im Moment des Sprechens (der sogenannten „On-line-Syntax“)
verarbeiten und strukturieren. Da Sprechen in der Zeit verläuft, erzeugen diese 3 Ebenen
Erwartungen beim Gegenüber, wie der Satz weitergehen könnte.
1. Syntaktische Strukturen: Damit ist der Satzbau gemeint. Wenn ein Sprecher
einen Satz beginnt, „projiziert“ die Grammatik bereits, welche Teile noch folgen
müssen (z. B. braucht ein Verb wie „geben“ ein Objekt). Der Hörer baut den Satz im
Kopf schrittweise mit auf.
2. Semantische Strukturen: Dies bezieht sich auf die Bedeutung. Während des
Sprechens baut sich der Sinngehalt schrittweise auf. Der Sprecher kann jederzeit
innehalten und das bereits Gesagte präzisieren oder korrigieren, um die
Bedeutung zu schärfen.
3. Prosodische Strukturen: Dies betrifft den Tonfall und den Rhythmus der
Stimme (Lautstärke, Tonhöhe, Tempo). Die Prosodie signalisiert dem Hörer oft schon
vor dem Satzende, ob eine Frage kommt, der Satz abgeschlossen ist oder ob der
Sprecher nur kurz zögert und gleich weiterredet.
diese 3 Ebenen beim Sprechen „projizierend“ wirken: Sie weisen voraus auf das, was als
Nächstes kommen könnte, erlauben es dem Sprecher aber auch, flexibel auf das
aktuelle Geschehen zu reagieren und Sätze umzubauen.

2. Aktuelle Realität
die Grenze zwischen öffentlicher und privater Sprache verschwimmt
(„Informalisierung“):
Zeitungen, Werbung, Vorträge übernehmen Merkmale der alltäglichen
Umgangssprache.
Neue Medien wie E-Mail, SMS oder Chats nutzen oft Formen, die konzeptionell
mündlich sind, obwohl sie geschrieben werden.
Im Radio und Fernsehen ist nähesprachliches und dialektales Sprechen üblich geworden.
televízióben is elterjedtté vált a köznyelvi és a nyelvjárási beszéd.

3. Unterschiede auf sprachlichen Ebenen


Mündlichkeit und Schriftlichkeit nutzen oft dieselben Regeln, aber in unterschiedlicher
Häufigkeit:
Phonetik: Beim Sprechen werden oft Endungen weggelassen (ich komm), Wörter
verschmolzen (gibt’s
Sprachökonomie – wir "verschlucken" Laute, um schneller und flüssiger zu sprechen
Elisionen (bringn):ein unbetonter Laut-das Schwa-e im Inneren oder am Ende eines
Wortes weggelassen. Statt "bringen" sagt man also "bringn".
Aphäresen ('ne" statt "eine)Das ist das Wegfallen eines Lautes oder einer Silbe am
Anfang eines Wortes. Aus "eine" wird "'ne" oder aus "ein" wird "'n".

Tilgung von -t (ist", "nicht", "jetzt") Tilgung" bedeutet schlicht das Löschen oder
Weglassen. In der lockeren Alltagssprache lassen wir das "t" am Ende dieser häufigen
Wörter oft weg, sodass es wie "is", "nich" oder "jetzt" (ohne hartes t) kling
Lexik, Grammatik: Es werden verstärkt Partikeln (halt, eben) Modalpartikel ja doch, das
Perfekt statt des Präteritums genutzt
Syntax: Sätze werden oft abgebrochen, umgestellt oder durch „Nachträge“ ergänzt.
Vorteile: Die Stimme kann Nuancen durch Tonhöhe und Tempo ausdrücken, während
Schrift durch Layout und Typografie Informationen gewichtet.
Augmentativpräfixe: Vorsilben, die eine Bedeutung vergrößern oder verstärken, wie zum
Beispiel Riesen-, mords-, tod-, stink- oder sau- (z. B. „stinksauer“ oder „riesengroß“).
Morphosyntax wie Wörter verändert (gebeugt) und im Satz kombiniert werden.
Morphosyntax: Das Präteritum wird oft durch das Perfekt ersetzt,
Syntax: Sätze werden oft durch-Linksherausstellungen-Der Discounter, der is mir nie
aufgefallen
Partikeln: Gesprächssignale wie-ähm,ne?, halt, eben sind Bestandteile der mündlichen
Interaktion
Flexion (Beugung): Wegfall von Endungen (–en) im Dativ und Akkusativ-mit einem
Athlet“ statt „Athleten
Inkongruenz beim Genus (z. B. „jede Klasse hat seinen Lehrer“).
Verwendung von „wie“ nach einem Komparativ („größer wie“) statt als
Ersatz des Genitivs durch -von-die Mutter von Fritz, den possessiven Dativ - dem Fritz
seine Mutter
Tempus (Zeitformen): Das Präteritum wird seltener genutzt; stattdessen dominiert das
Perfekt oder sogar das doppelte Perfekt („ich hab es schon gemacht gehabt“) für die
Vorzeitigkeit.
Modus: Der Konjunktiv I verschwindet fast völlig; stattdessen wird der Konjunktiv II meist
mit der „würde“-Umschreibung gebildet.
Aspekt-Diathese: Konstruktionen wie am-Progressiv („ich bin am Arbeiten“) oder das Dativ-
Passiv (z. B. „er kriegt eine geschmiert“) sind typisch.
Formulierungsverfahren-Da Sprechen ein Prozess in der Zeit ist, nutzen Sprecher spezielle
Verfahren, um den Text während des Redens zu strukturieren:
Sprecher kündigen oft an, was sie sagen wollen, oder nutzen Aufzählungen.
Paraphrasen: Inhalte werden genauer spezifiziert oder verallgemeinert, um das
Verständnis zu sichern.
Kontrast: Verwendung von Formeln wie „zwar/klar/sicher ... aber“.
Relativ feste lexikalisch-syntaktische Konstruktionen
Es gibt bestimmte „Schablonen“, die in der Alltagssprache immer wiederkehren:
Bewertende Muster: „Du mit deinem X“ (z. B. „Du mit deinem Auto immer!“).
Steigerungen: „Das ist ja so was von X“ (z. B. „Das ist ja so was von peinlich“).
Nachfragen/Richtigstellungen: „Was heißt hier X?“ oder „Das ist kein X, das ist ein ...“.

4. Konsequenzen für den DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache)


Es wird diskutiert, ob und wie gesprochenes Deutsch unterrichtet werden sollte:
Bedarf: Lernende (besonders junge Leute) wollen die Sprache so lernen, wie sie im Alltag
tatsächlich gesprochen wird.
Empfehlung: Man sollte Formen lehren, die in der Öffentlichkeit und überregional
weit verbreitet sind.
Material: Statt ausgedachter Dialoge sollten authentische Quellen (Radio,
Fernsehen, Transkripte von echten Gesprächen) genutzt werden

36 die Schweiz als ein Land, in dem das Deutsche nicht als Einheitssprache existiert,
sondern in einem komplexen System aus regionalen Dialekten und einer eigenständigen
nationalen Hochsprache funktioniert, eingebettet in einen mehrsprachigen staatlichen
Rahmen
Einleitung und rechtliche Grundlagen
Mehrsprachigkeit: Die Schweiz ist ein offiziell mehrsprachiger Staat.
Verfassung: Die Sprachenfreiheit ist in Art. 18 der Bundesverfassung verankert.
Amtssprachen: Gemäß Art. 70 sind Deutsch, Französisch und Italienisch die Amtssprachen
des Bundes; im Verkehr mit rätoromanischsprachigen Personen gilt auch Rätoromanisch
als Amtssprache.
Förderungsauftrag: Der Bund ist dazu verpflichtet, die Verständigung zwischen den
Sprachgemeinschaften zu fördern.

2. Allgemeine Charakteristika der Situation


Dieser Abschnitt (im Inhaltsverzeichnis unter Punkt 2 aufgeführt) analysiert die
allgemeinen Merkmale der Schweizer Sprachlandschaft. Ein zentrales Thema ist dabei das
Verhältnis zwischen den verschiedenen Sprachen und deren regionaler Verteilung.

3. Hochdeutsch in seiner Schweizer Form


Schweizer Hochdeutsch: Das Dokument erläutert, dass das in der Schweiz verwendete
Hochdeutsch eine eigene nationale Form (Standardvarietät) besitzt.
Besonderheiten: Es unterscheidet sich in Wortschatz, Aussprache und teilweise in der
Grammatik vom Hochdeutsch in Deutschland oder Österreich.

4. Mundarten und Hochdeutsch (Diglossie)


Spannungsverhältnis: Ein wesentlicher Teil des Textes widmet sich dem Verhältnis
zwischen den Schweizer Mundarten (Dialekten) und dem Hochdeutschen.
Diglossie: In der Deutschschweiz herrscht eine sogenannte „mediale Diglossie“. Das
bedeutet, dass Mundart und Hochdeutsch funktionell getrennt sind:
Mundart: Wird fast ausschließlich im mündlichen Alltag, in der Familie und oft auch im
Radio/Fernsehen gesprochen.
Hochdeutsch: Dient primär als Schriftsprache und wird in formellen Situationen (Schule,
Parlament, Nachrichten) verwendet.

35 Grundsätzliches zum „österreichischen Deutsch“


Das Dokument unterscheidet zunächst zwischen zwei Begriffen:
Deutsch in Österreich: Umfasst das gesamte Spektrum aller schriftlichen und mündlichen
Varietäten, einschließlich Standardsprache, Umgangssprachen, Dialekten sowie Gruppen-
und Fachsprachen.
Österreichisches Deutsch: Bezieht sich spezifisch auf die Standardvarietät (Schriftsprache
und deren mündliche Realisierung).
Die deutsche Standardsprache wird dabei als plurizentrische Sprache verstanden. Das
bedeutet, sie ist keine Einheitssprache, sondern tritt in Deutschland, Österreich und der
Schweiz in gleichwertigen Varianten auf. Der Anteil spezifisch österreichischer Eigenheiten
(Austriazismen) am Gesamtwortschatz wird auf etwa 3 % (ca. 8.000 Wörter) geschätzt.
2. Sprachgeografische Voraussetzungen
Die dialektalen Grundlagen Österreichs prägen die Sprache bis in die Standardsprache
hinein (z. B. im „Akzent“). Geografisch teilt sich das Land in zwei Bereiche:
Bairisches Sprachgebiet (Ostoberdeutsch): Umfasst den größten Teil Österreichs, von Tirol
im Westen bis zum Burgenland im Osten.
Alemannisches Sprachgebiet (Westoberdeutsch): Betrifft Vorarlberg sowie ein kleines
Randgebiet in Westtirol (Reutte).
Diese Einteilung führt dazu, dass viele Wörter und Aussprachegewohnheiten entweder mit
Süddeutschland (Bayern) oder mit der Schweiz und dem Allgäu geteilt werden. Zudem ist
Österreich von sechs Fremdsprachen umgeben, was historisch zu Entlehnungen aus dem
Italienischen, Slowenischen, Ungarischen, Tschechischen und anderen Sprachen führte.

3. Sprachhistorische Voraussetzungen (Diachronie)


Die Geschichte des österreichischen Deutsch ist durch einen Wechsel der Vorbilder
geprägt:
Bairisch-oberdeutsche Tradition: Bis Mitte des 18. Jahrhunderts galt eine bairisch geprägte
Schriftsprache, die auf der Kanzleisprache Kaiser Maximilians I. basierte.
Übernahme der mitteldeutschen Norm: Ab 1750 orientierte man sich an J. Ch. Gottscheds
„Deutscher Sprachkunst“, was zunächst zur Unterdrückung heimischer Traditionen führte.
Bewusstwerdung und Eigenständigkeit: Erst mit der Trennung vom Deutschen Reich
(1866/67) entwickelte sich ein Bewusstsein für die eigene sprachliche Verschiedenheit.
Nach 1945 wurde das österreichische Deutsch, verbunden mit einer neuen nationalen
Identität, als verbindliche Varietät etabliert, was sich unter anderem im verpflichtenden
„Österreichischen Wörterbuch“ (seit 1951) ausdrückt.

4. Sprachsoziologische Voraussetzungen
In Österreich existiert ein breites Spektrum mündlicher Variation, das oft als Kontinuum
zwischen Dialekt und Standardsprache beschrieben wird:
Gebrauch der Standardsprache: Sie wird primär in offiziösen Situationen (Medien, Kirche,
Schule) verwendet. Nur eine kleine, meist städtische Bildungsschicht nutzt sie auch als
Alltagssprache.
Variationsspektrum: Das Dokument unterscheidet zwischen dem Basisdialekt (oft ländlich-
bäuerlich), dem Verkehrsdialekt (regional geprägt, z. B. durch Wien) und der
Umgangssprache, die sich dem Hochdeutschen annähert.
Soziale Faktoren: Die Wahl der Varietät hängt stark von Bildung, Beruf, dem Alter
(Generation) sowie der Gesprächssituation ab. Während etwa 79 % der Bevölkerung sich
als Dialektsprecher bezeichnen, nimmt der Dialektgebrauch mit steigendem sozialen
Status und zunehmender Distanz zum Gesprächspartner ab

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