Zahl der Todesopfer an iranischer Mädchenschule steigt auf 148
Ein Raketenangriff auf eine Mädchen-Grundschule in der südiranischen Stadt Minab erwies
sich als der tödlichste Einzelvorfall der gemeinsamen amerikanisch-israelischen
Militäroperation gegen den Iran. Die Zahl der Todesopfer stieg von zunächst 108, die vom
Iranischen Roten Halbmond gemeldet wurden, auf 148 laut dem örtlichen Staatsanwalt, wie
iranische Staatsmedien berichteten.
Der Angriff traf die Mädchen-Grundschule, als etwa 170 Schülerinnen im Alter zwischen
sieben und zwölf Jahren am Unterricht teilnahmen. Durch den Einschlag wurden die Wände
des Gebäudes zerstört und das Dach zum Einsturz gebracht, wodurch Schülerinnen unter
den Trümmern begraben wurden.
Der Angriff auf die Schule ereignete sich im Rahmen einer größeren Welle von US-
amerikanischen und israelischen Angriffen, die 24 der 31 Provinzen Irans betrafen. Bis
Samstagabend meldete die Iranische Rotkreuz-Gesellschaft landesweit 201 Todesopfer und
747 Verletzte. Die Angriffe zielten auf militärische und staatliche Einrichtungen ab, trafen
aber auch zivile Gebiete in Teheran und anderen Großstädten. Eine zweite Schule, die
Hedayat-Oberschule im Teheraner Stadtteil Narmak, wurde ebenfalls getroffen. Dabei
kamen zwei Schüler ums Leben.
Der Westen und der Iran
Der gewaltsame Tod von Ali Khamenei markiert keinen klaren Regimewechsel, sondern
eröffnet eine Phase höchster Unsicherheit für den Iran und die gesamte Region. Khamenei
war nicht nur politischer Revolutionsführer, sondern vor allem geistliches Oberhaupt einer
schiitischen Glaubensgemeinschaft, der sich die überwältigende Mehrheit der rund 80
Millionen Iraner zurechnet. Unabhängig von ihrer Haltung zu seiner Politik dürften viele
Gläubige seine gezielte Tötung durch fremde Mächte als Demütigung empfinden.
Das Vorgehen von Donald Trump und Benjamin Netanjahu signalisiert zweierlei: Zum einen
sprechen sie der Islamischen Republik faktisch das Existenzrecht ab, zum anderen fehlt eine
schlüssige, realistische Strategie für einen tragfähigen Regimewechsel. Ein von außen
installierter Machtwechsel, etwa durch die Präsentation des Sohnes des 1979 gestürzten
Schahs als Alternative, erscheint kaum vermittelbar. Die bisherigen Atomverhandlungen
wirkten rückblickend wie Kapitulationsforderungen mit dem Ziel vollständiger Abrüstung,
einschließlich des Verzichts auf Urananreicherung und Raketenprogramme, Bedingungen,
denen Teheran niemals zugestimmt hätte.
Inzwischen geht es erkennbar nicht mehr nur um das Atomprogramm, sondern um die
gewaltsame Ausschaltung jeglichen militärischen Offensivpotenzials Irans. Die massive US-
Militärpräsenz im Golf deutet auf die Vorbereitung eines längeren Luftkriegs hin. Wie weit
die Eskalation reicht, hängt davon ab, welche Fähigkeiten Teheran noch mobilisieren kann –
auch über verbündete Akteure in der Region. Innenpolitisch steht Trump unter Druck:
Steigende amerikanische Verluste oder ein langwieriger, kostspieliger Einsatz ohne
sichtbaren „Sieg“ könnten sich mit Blick auf kommende Wahlen als riskant erweisen.
Merz Besuch in China
Ausgehend von der pragmatischen Annäherung der USA an China in den 1970er Jahren wird
argumentiert, dass Großmächte ihre Interessen stets über ideologische Bedenken stellen.
Damals nutzten die USA den Konflikt zwischen Peking und Moskau strategisch aus.
Deutschland steht als Mittelmacht in einer zunehmend multipolaren Weltordnung vor
ähnlichen strategischen Abwägungen. Angesichts der wachsenden Rivalität zwischen den
USA und China kann eine engere Partnerschaft mit Peking zusätzlichen Spielraum gegenüber
Washington eröffnen, insbesondere angesichts der Politik von Donald Trump gegenüber
Europa.
Nach den Gesprächen dominierte jedoch ein anderer Ton: Statt von „systemischer
Rivalität“ war von „strategischer Partnerschaft“ die Rede, begleitet von einem möglichen
Großauftrag über 120 Airbus-Flugzeuge. Das deutet auf einen pragmatischeren Umgang hin,
ohne dass damit bereits ein grundlegender Kurswechsel verbunden wäre. Deutschland
bleibt in der globalen Machtkonkurrenz eine Mittelmacht, abhängig von internationalen
Wertschöpfungsketten, strategischen Rohstoffen und insbesondere von US-Technologien.