HANDOUT
1. Kurzüberblick
Kultur hat einen bedeutenden Einfluss darauf, wie Demenz wahrgenommen, verstanden
und im Alltag bewältigt wird.
● Demenz: eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen Gedächtnis, Denken, Sprache
und Urteilsvermögen langsam nachlassen.
● Kultur: umfasst Sprache, Werte, Traditionen, Religion und alle materiellen sowie
immateriellen Bestandteile des menschlichen Zusammenlebens.
In einigen Kulturen (z. B. Vietnam, Türkei) spielt die Familie eine zentrale Rolle und die
häusliche Pflege gilt als selbstverständlich. In Deutschland hingegen werden Pflegeheime
oft als professionelle und sinnvolle Versorgungsform betrachtet.
2. Bedeutung kultureller Sensibilität
Pflegekräfte müssen kulturelle Hintergründe, Werte und Familienstrukturen verstehen, um
einen passenden und respektvollen Pflegeplan zu erstellen.
3. Fallbeispiel
Im Pflegeheim findet monatlich ein Gottesdienst statt. Musik und das Vorlesen religiöser
Texte wirken beruhigend, spenden Trost und regen gleichzeitig die Gehirnaktivität von
Menschen mit Demenz an.
4. Diagnostik- und Entscheidungspfad
● Start: Kommunikationsschwierigkeiten oder Verhaltensänderungen erkennen
● Kulturcheck: Muttersprache, Religion, Essgewohnheiten, Gefühlsausdruck,
Familienrollen
● Diagnostik: Sind die Verhaltensweisen kulturell bedingt?
● Entscheidung: Anpassung der Kommunikation, Zugangsweise und
kulturell-religiösen Unterstützung
5. Therapiebausteine
● Kunsttherapie
● Unterstützung des Familiensystems
● Interkulturelle Kommunikation
● Berücksichtigung des Geschlechts der Pflegeperson
● Umgang mit herausforderndem Verhalten
6. Bedeutung kultureller Angebote
Kulturelle Aktivitäten fördern soziale Teilhabe, Austausch, Emotionen und Kreativität. Sie
verbessern die Lebensqualität, verhindern Einsamkeit und ermöglichen Menschen mit
Demenz, sich nonverbal auszudrücken.
7. Prävention / Patientenedukation
● Eine vertraute Umgebung schaffen
● Familienbesuche fördern
8. Checkliste
● Wird ein bestimmtes Pflegekraft-Geschlecht bevorzugt?
● Welche vertrauten Speisen sind wichtig?
● Welche religiösen Bräuche müssen berücksichtigt werden?
● Welche Kommunikationsform funktioniert am besten?