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Barock

Der Barock ist eine Kunst- und Kulturepoche von etwa 1570 bis 1750, die stark vom Absolutismus und dem Katholizismus geprägt war und sich durch Ausdruck von Kraft und Bewegung auszeichnete. Die Epoche war von bedeutenden historischen Entwicklungen, wie der Gegenreformation und der Entstehung eines Literaturmarktes, beeinflusst und nutzte antike Vorbilder als Inspirationsquelle. Barocke Kunst und Architektur, wie prunkvolle Schlösser und Kirchen, sollten die Macht der Herrscher und die Größe der katholischen Kirche demonstrieren.

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Barock

Der Barock ist eine Kunst- und Kulturepoche von etwa 1570 bis 1750, die stark vom Absolutismus und dem Katholizismus geprägt war und sich durch Ausdruck von Kraft und Bewegung auszeichnete. Die Epoche war von bedeutenden historischen Entwicklungen, wie der Gegenreformation und der Entstehung eines Literaturmarktes, beeinflusst und nutzte antike Vorbilder als Inspirationsquelle. Barocke Kunst und Architektur, wie prunkvolle Schlösser und Kirchen, sollten die Macht der Herrscher und die Größe der katholischen Kirche demonstrieren.

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Der Barock

Der Barock ist die Epoche nach der Renaissance, welche den Zeitraum von etwa 1570-1750 (Übergang
zum Rokoko etwa ab 1730) umfaßt. Der Barock fällt in die Zeit des Absolutismus und der
Kleinstaaterei. Der Barock war die Kunst des Katholizismus (der Gegenreformation), welche vor allem
in katholischen Ländern wie Bayern und Böhmen blühte und als Propagandamittel eingesetzt wurde. An
die Stelle der klassischen Schönheit in der Renaissance tritt nun der Ausdruck von Kraft, feierlicher
Stimmung und Verzückung, sowie Bewegung (Hellenismus) statt Ruhe. Der Barock verwendete zwar
die Renaissance, aber setzte sie anders ein. In den Kirchen findet man überlebensgroße Kirchenväter,
Tonnengewölbe und Säulen aus Stuck, was kostengünstiger war als z. Bsp. Marmor. Die Malerei und die
Plastik verschmolzen miteinander. Der kirchliche Barock ist Ausdruck des leidenschaftlichen
Glaubens, hingegen der weltliche Barock Ausdruck fürstlicher Macht war. Die Figuren waren
bekleidet, sehr prunkvoll, üppig und theatralisch dargestellt. Der Betrachter wurde zum Zuschauer.

Historischer Hintergrund:
Das Verstehen der verschiedenen Formen Barocker Kunst erfordert Wissen seines historischen
Kontextes.
Das 17. Jahrhundert könnte als das erste moderne Zeitalter genannt werden. Das menschliche
Bewußtsein der Welt dehnte sich ununterbrochen aus. Viele wissenschaftliche Entdeckungen
beeinflußten die Kunst; Galileo's Untersuchungen der Planeten, zeigte sich zum Beispiel in der
astronomischen Genauigkeit in vielen Gemälden dieser Zeit wieder. Die Behauptung vom polnischen
Astronom Copernicus, das die Planeten sich nicht um die Erde drehen, welches 1530 geschrieben und
erst 1543 veröffentlicht wurden, wurde erst völlig nach 1600 akzeptiert. Die Realisierung, daß die Erde
nicht das Zentrum des Universums war, fiel in der Kunst mit der Steigerung von reiner
Landschaftsmalerei, ohne menschliche Figuren, zusammen. Der aktive Handel und die
Kolonialisierungspolitik vieler europäischer Nationen, erklärte auch zahlreiche Porträts von Orten und
Völker, die exotisch zu den Europäern waren.
Politische Situationen beeinflußten auch die Kunst. Die absolute Monarchien von Frankreich und
Spanien veranlaßten die Schaffung von Arbeiten, die in ihrer Größe und Pracht die Majestäten ihrer
Könige, Louis XIV und Philip IV widerspiegelten.
Wortbedeutung
Das Wort "Barock" kommt aus dem portugiesischen "barocco" und bedeutet "seltsam geformte,
schiefrunde Perle"; es wurde im 18. Jh. in Frankreich als Bezeichnung ("baroque") für Kunstformen
gebraucht, die dem klassizistischen Geschmack der Franzosen
nicht entsprachen; der Begriff war also ursprünglich abwertend
gemeint.
Grundlagen
Das Zeitalter des Barock wurde von drei wesentlichen
Grundkräften bestimmt: dem Abs olutismus, der Kirche und der
Tradition der Antike.
Sichtbarer Ausdruck des Absolutismus ist das Schloss: Ein
barockes Schloss ist groß, ausladend, geschmückt mit
Marmorsäulen, breiten Treppen, raffinierten Wand- und
Deckenmalereien. Alles soll überwältigend wirken, um dem
Besucher zu zeigen, wie mächtig und bedeutend der Besitzer des
Schlosses ist. Denn ein barockes Schloß (z.B. Versailles bei Paris,
Schönbrunn in Wien, Nymphenburg in München) war mehr als ein
Wohnsitz; es war das Zentrum der fürstlichen Macht. Von der einstigen Pracht des
Kurfürstlichen Schlosses (ebenfalls Bild
oben) blieb nur die Stiege des
Treppenhauses übrig, die Johannes Seiz,
Schüler Balthasar Neumanns, entwarf
Herrscherstil

All the world is stage Kaiser Konstantin, der


Der absolutistisch regierende Herrscher entfaltete in dem Gründer des Trier Doms,
steht in heroisch-pathetischer
Schloß und in der großen Parkanlage, die zum Schloß gehörte,
Pose am Fuße des
seine prachtvolle Hofhaltung. Sie war bestimmt von Treppenaufgangs zur Heilig-
glanzvollen Auftritten des Fürsten, von Hoffesten mit Rock-Kapelle. Die
Balletteinlagen, Opernaufführungen, Theaterstücken, von Marmorfigur entstand gegen
ausgedehnten Jagden, Bällen und Empfängen. Zu diesem Ende des 17. Jahrhunderts
Zweck war viel Personal nötig, das im Dienst des Fürsten
stand. Der Schriftsteller war dabei nicht einmal der wichtigste
Posten. Viel wichtiger waren z.B. der Kapellmeister, der
Architekt, der Hofmaler. Doch auch der Poet erhielt vom
Fürstenhof seine Aufträge und seinen Unterhalt. Je nach den
Bedürfnissen des Herrschers hatte er
zu dessen oder der Hofgesellschaft Unterhaltung Gedichte zu
schreiben oder spannende Romane, mußte Theaterstücke verfassen, häufiger aber kleine Szenen und
Spiele, die anläßlich eines Geburtstages oder einer Thronfeier oder einer siegreichen Rückkehr aus
einem Krieg zur Ehre des Fürsten aufgeführt wurden.

Auftraggeber Kirche
Ein weiterer Auftraggeber der Dichter war die Kirche, v.a. die katholische Kirche.
Sie war im 16. Jh. durch die Reformation (1517) herausgefordert worden. Um gegenüber dem
Protestantismus wieder an Boden zu gewinnen, hatte man im Zuge der sogenannten Gegenreformation
vielfältige Anstrengungen unternommen (Trienter Konzil 1545, Jesuitenorden). Dazu gehörte auch der
neue Baustil des Barock, der sich im 17. Jh. durchsetzte. Er entsprach äußerlich dem des Schlosses und
sollte auch eine ähnliche Aufgabe erfüllen. Marmorsäulen, Deckenmalereien, Engel- und
Heiligenfiguren, Farben und raffinierte Lichteffekte, die durch die Gestaltung der Fenster erzeugt
wurden, sollten die Sinne der Gläubigen betören und sie von der Größe der katholischen Kirche
überzeugen.
Der Dichtung fiel die Aufgabe zu, geistliches Gedankengut in Liedern, Gedichten oder Schauspielen
(Jesuitendrama) zu verbreiten. Solche Literatur fand ihr Publikum. Die Menschen waren für Religiöses
empfänglich, nicht zuletzt infolge der Zerstörungen durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).
(Neben diesen beiden Auftraggebern trat ein weiterer auf: das Bürgertum. In den Städten [in
Deutschland v.a. Leipzig] wuchs allmählich eine Nachfrage nach Literatur, die man nicht durch direkte,
persönliche Aufträge an einen Poeten befriedigte, sondern indem man die Bücher - so wie heute - bei
einem Buchhändler kaufte. Diese neue Verbreitungsweise von Literatur, der Literaturmarkt, war im 17
Jh. aber erst im Entstehen.).

Tradition der Antike


Die dritte bestimmende Kraft des Barock war die Tradition der Antike. In einer Weise, die heute kaum
noch nachzuvollziehen ist, galten antike Schriftsteller (v.a. Homer, Aristoteles, Ovid, Vergil, Horaz,
Seneca) und ihre Werke als die großen Vorbilder. (Zu den antiken Autoren kamen Autoren der
Renaissance, desjenigen Zeitalters, das sich als "Wiedergeburt" der Antike verstand.) Anweisungen und
Vorschriften über die Literatur, die die antiken Schriften enthielten, suchte man zu erfüllen. Man strebte
ferner danach, Werke zu schaffen, die den antiken vergleichbar waren. Für einen Dichter galt es als
höchste Ehre, wenn er etwa als der "Deutsche Horaz" bezeichnet wurde.
Dabei nahm man einen möglichen Widerspruch in Kauf. Die Antike war nämlich heidnisch, oft
sinnenfroh, lebenslustig und im christlichen Sinne "sündhaft", "unmoralisch". Die christliche Religion
sah das irdische Leben nur als Durchgangsstadium zum Jenseits, die Antike aber feierte oft die Freude
am Diesseits. Die Kirche verbot offiz iell vieles, was die antiken Autoren priesen. Dennoch standen
religiöse Einstellung und heidnisch-antike Lebensweisheit bei einem Dichter, manchmal auch in einem
Werk unvermittelt gegenüber.

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