Douglas C.
Giancoli: Physik – Gymnasiale Oberstufe
Kapitel 8: Drehbewegungen um eine feste Achse
Kapitel 8: Drehbewegungen um eine feste Achse
Übungsaufgaben zu den Abschnitte 8.1 bis 8.3
1. (a) 30° = (30°)( rad/180°) = /6 rad = 0,524 rad;
(b) 57° = (57°)( rad/180°) = 19/60 = 0,995 rad;
(c) 90° = (90°)( rad/180°) = /2 = 1,571 rad;
(d) 360° = (360°)( rad/180°) = 2 = 6,283 rad;
(e) 420° = (420°)( rad/180°) = 7/3 = 7,330 rad.
2. Die Winkelbreite (in Radiant) eines Körpers ist gleich der Größe des Körpers, geteilt durch seinen Abstand:
= 2rSun/r;
(0,5°)( rad/180°) = 2rSonne/(150·106 km) und damit rSonne 6,5·105 km.
3. Die Entfernung berechnen wir mit
= h/r;
(7,5°)( rad/180°) = (300 m)/r und damit r = 2,3·103 m.
4. Aus der Definition der Winkelbeschleunigung leiten wir her:
= /t = [(20,000 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min) – 0]/(5,0 min)(60 s/min) = 7,0 rad/s2.
5. Mit der Definition der Winkelgeschwindigkeit haben wir
/t , wobei t jeweils die Zeit für eine komplette Drehung (2 rad) für jeden der Zeiger ist.
(a) Sekunde /t
= (2 rad)/(60 s) = 0,105 rad/s.
(b) Minute /t
= (2 rad)/(60 min)(60 s/min) = 1,75·10–3 rad/s.
(c) Stunde /t
= (2 rad)/(12 h)(60 min/h)(60 s/min) = 1,45·10–4 rad/s.
(d) Wir gehen davon aus, dass die Zeiger sich kontinuierlich bewegen (bei manchen Uhren bewegt sich der
Sekundenzeiger auch ruckartig). Dann ist in jedem der Fälle die Winkelgeschwindigkeit konstant, die
Winkelbeschleunigung ist also null.
6. (a) Die Erde umkreist die Sonne in einem Jahr, wir haben also
Bahn /t
= (2 rad)/(1 a)(3,16·107 s/a) = 1,99·10–7 rad/s.
(b) Die Erde dreht sich einmal am Tag um ihre Achse, wir haben also
Rotation /t
= (2 rad)/(1 d)(24 h/d)(3600 s/h) = 7,27·10–5 rad/s.
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7. Alle Punkte der Erdoberfläche haben die Winkelgeschwindigkeit der Erde:
= /t = (2 rad)/(1 d)(24 h/d)(3600 s/h) = 7,27·10–5 rad/s.
Ihre lineare Geschwindigkeit hängt von ihrem Abstand von der Drehachse ab.
(a) Am Äquator haben wir
v = rE = (6,38·106 m)(7,27·10–5 rad/s) = 464 m/s.
(b) Bei einer geografischen Breite von 66,5° beträgt dieser Abstand rE cos 66,5°, und damit haben wir
v = rE cos 66,5° = (6,38·106 m)(cos 66,5°)(7,27·10–5 rad/s) = 185 m/s.
(c) Bei einer geografischen Breite von 50° (dieser Breitengrad verläuft durch Mainz) beträgt der Abstand
rE cos 50,0° , und damit haben wir
v = rE cos 50,0° = (6,38·106 m)(cos 40,0°)(7,27·10–5 rad/s) = 298 m/s.
Beim 40. Breitengrad (etwa die Breite von Madrid) beträgt die lineare Geschwindigkeit schon 355 m/s.
8. Die Winkelbreite (in Radiant) eines Körpers ist gleich der Größe des Körpers, geteilt durch seinen Abstand. Ein
Kugelschreiber mit einem Durchmesser von 6 mm kann den Mond vollständig verdecken, wenn man ihn etwa 60 cm
vom Auge entfernt hält. Die Winkelbreit ist dann
Mond = DStift/rStift (0,6 cm)/(60 cm) 0,01 rad.
Den Durchmesser des Mondes schätzen wir dann folgendermaßen ab:
Mond = DMond/rMond;
0,01 rad = DMond/(3,8·105 km) und damit DMond 4·103 km.
(Diese Schätzung ist nur um etwa 14% zu hoch, der reale Wert für den Monddurchmesser liegt bei 3476 km.)
9. (a) = (2500 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min) = 262 rad/s.
(b) Die lineare Geschwindigkeit eines Randpunkts ist gleich der Tangentialgeschwindigkeit:
v = r = (0,175 m)(262 rad/s) = 46 m/s.
Da die Geschwindigkeit konstant ist, ist die Tangentialbeschleunigung null. Es gibt aber eine
Radialbeschleunigung:
aR = 2R = (262 rad/s)2(0,175 m) = 1,2·104 m/s2 radial.
10. (a) Die Winkelgeschwindigkeit des Karussells ist
= (1 U)(2 rad/U)/(4,0 s) = 1,57 rad/s.
Die lineare Geschwindigkeit des Kindes ist seine Tangentialgeschwindigkeit:
v = r = (1,2 m)(1,57 rad/s) = 1,9 m/s.
(b) Das Kind erfährt die Radialbeschleunigung
aR = 2R = (1,57 rad/s)2(1,2 m) = 3,0 m/s2 radial.
11. Bei jeder Umdrehung legt der Ball eine Strecke mit der Länge seines Umfangs zurück. Also haben wir
L = N(D);
3,5 m = (15,0)D und damit D = 0,074 m = 7,4 cm.
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12. Die Winkelgeschwindigkeit am Ende beträgt
= (1 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min) = 0,105 rad/s.
(a) Die Winkelbeschleunigung berechnen wir mit
= /t
= (0,105 rad/s – 0)/(10,0 min)(60 s/min) = 1,75·10–4 rad/s2.
(b) Die Winkelgeschwindigkeit nach 5,0 min beträgt:
= 0 + t = 0 + (1,75·10–4 rad/s2)(5,0 min)(60 s/min) = 5,25·10–2 rad/s.
Zu diesem Zeitpunkt beträgt die Radialbeschleunigung eines Punktes auf der Außenhülle des Raumschiffs
aR = 2r = (5,25·10–2 rad/s)2(4,25 m) = 1,17·10–2 m/s2.
Die Tangentialbeschleunigung ist
atan = r = (1,75·10–4 rad/s2)(4,25 m) = 7,44·10–4 m/s2.
13. (a) Wenn das Gummirad nicht durchdreht (also ohne Gleiten), muss die lineare Tangentialbeschleunigung der
Töpferscheibe und des Gummirads am Berührpunkt gleich sein:
atan = R11 = R22 ;
(2,0 cm)(7,2 rad/s2) = (25,0 cm)2 und damit 2 = 0,58 rad/s2.
(b) Die Zeit, in der die Töpferscheibe ihre Geschwindigkeit erreicht, berechnen wir mit
= 0 + t;
(65 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min) = 0 + (0,58 rad/s2)t und damit t = 12 s.
14. Die Winkelgeschwindigkeiten am Anfang und am Ende des Bremsvorgangs bestimmen wir mit der Rollbedingung:
0 = v0/r = [(90,0 km/h)/(3600 s/h)]/(0,45 m) = 55,6 rad/s;
= v/r = [(60,0 km/h)/(3600 s/h)]/(0,45 m) = 37,0 rad/s.
(a) Die Winkelbeschleunigung bestimmen wir anhand von
2 = 02 + 2;
(37,0 rad/s)2 = (55,6 rad/s)2 + 2 (85 U)(2 rad/U) und damit = –1,6 rad/s2.
(b) Die zusätzliche Zeit bis zum Stillstand ist
Ende = + t;
0 = 37,0 rad/s + (–1,6 rad/s2)t und damit t = 23 s.
Übungsaufgaben zu Abschnitt 8.5
15. ist der Winkel zwischen der Kraft und dem Türblatt. Dann haben wir y
(a) = LF sin = (0,96 m)(38 N) sin 90° = 36 m · N.
(b) = LF sin = (0,96 m)(38 N) sin 60,0° = 32 m · N. L
x
F
16. Anhand des Kräftediagramms rechts bestimmen wir die Drehmomente: y
(a) = Fd sin = (700 N)(0,050 m) sin 90° = 35 m · N.
(b) = Fd sin = (700 N)(0,050 m) sin 60° = 30 m · N.
F
d
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Übungsaufgaben zu Abschnitt 8.6
17. Die Kraft für das erforderliche Anzugsdrehmoment ist
FSchraubenschlüssel = /L = (90 m · N)/(0,26 m) = 3,5·102 N.
Weil dieses Drehmoment durch das Drehmoment der Schraube auf den Schraubenschlüssel ausgeglichen wird, wirkt
ein gleich großes Drehmoment auf die Schraube. Da die Kraft an sechs Punkten angreift, haben wir
FSchraube = (/r)/6 = (90 m · N)/6(0,0075 m) = 2,0·103 N.
18. Um eine konstante Winkelgeschwindigkeit zu erzielen, muss das resultierende Drehmoment null sein:
res = angreifend – Luftwiderstand = 0 oder
angreifend = FLuftwiderstandR = (0,020 N)(1,2 m) = 0,024 m · N.
19. Das resultierende Drehmoment ruft die Winkelbeschleunigung des Karussells hervor:
res = I = !mR2 /t
= !(31.000 kg)(7,0 m)2(3,0 rad/s – 0)/(24 s) = 9,5·104 m · N.
Übungsaufgabe zu Abschnitt 8.7
20. (a) Wenn die Person die Arme hebt, ist ein Teil der Körpermasse weiter von der Drehachse entfernt, das
Trägheitsmoment nimmt dann also ein wenig zu. In dem isolierten System aus der rotierenden Plattform und der
Person bleibt der Drehimpuls erhalten.
Daher muss, wenn das Trägheitsmoment steigt, die Winkelgeschwindigkeit abnehmen.
(b) Wir nehmen an, dass wir die Masse und das Trägheitsmoment der Plattform vernachlässigen können. Dann gilt
wegen der Drehimpulserhaltung für das Verhältnis der Trägheitsmomente
L = I11 = I22 oder
I2/I1 = 1/2 = (1,30 rad/s)/(0,80 rad/s) = 1,6.
Übungsaufgabe zu Abschnitt 8.8
21. Die an dem Rotor verrichtete Arbeit erhöht seine kinetische Energie:
W = Ekin = !I2 – 0
= !(4,25·10–2 kg · m2)[(10,000 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min)]2 = 2,33·104 J.
22. Die Leistung des Motors bestimmen wir anhand von
P = = (280 m · N)(4000 U/min)(2 rad/U)/(60 s/min)(735 W/PS) = 159 PS (oder 117 kW).
Allgemeine Aufgaben
23. Die Winkelbreite (in Radiant) eines Körpers ist gleich der Größe des Körpers, geteilt durch seinen Abstand:
Sonne = 2RSonne/rSonne = 2(6,96·105 km)/(149,6·106 km) = 9,30·10–3 rad (0,53°);
Mond = 2RMond/rMond = 2(1,74·103 km)/(384·103 km) = 9,06·10–3 rad (0,52°).
Diese Werte sind nahezu gleich, daher sind die Finsternisse überhaupt möglich.
24. Ohne Gleiten hat der Außenrand des Rads die gleiche Tangentialgeschwindigkeit wie der Außenrand der
Gummiwalze:
v = R11 = R22 und damit 1/2 = R2/R1,
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25. Damit der Mond der Erde immer dieselbe Seite zuwendet, muss die Winkelgeschwindigkeit der Bahnbewegung und
die Winkelgeschwindigkeit der Eigendrehung gleich sein. Wir bezeichnen den Radius des Mondes mit r und seinen
Abstand zur Erde mit R. Das Verhältnis der Drehimpulse ist dann
LEigendrehung/LBahn = ^Mr2/MR2
= ^(r/R)2 = ^[(1,74·106 m)/(3,84·108 m)]2 = 8,21·10–6.
26. Da die Seilrolle auf dem Boden abrollt, bewegt sich der Massenmittelpunkt der Rolle v
mit der Geschwindigkeit vCM = R, Die Geschwindigkeit des Seils an der Oberkante
der Rolle (also die Geschwindigkeit, mit der die Person geht) ist
v = R + vCM = 2R = 2vCM. v CM
In der Zeit, in der die Person die Strecke ¬ zurückgelegt hat, bewegt sich der
Massenmittelpunkt der Rolle demnach um die Strecke ¬/2. Daher wickelt sich das Seil R
auf folgende Länge von der Rolle ab:
lSeil = l – (l/2) = l/2.
Dabei bewegt sich der Massenmittelpunkt um die Strecke l/2.
27. Nach 3,0 s hat der Massenmittelpunkt die Geschwindigkeit v
vCM = 0 + aCMt = (1,00 m/s2)(3,0 s) = 3,0 m/s.
Da das Rad rollt, gilt vCM = R,
Die Geschwindigkeit eines Randpunkts oben am Reifen ist v CM
v = R + vCM = 2R = 2vCM = 2(3,0 m/s) = 6,0 m/s.
R
28. (a) Wir bezeichnen mit d den Abstand der Zähne auf den Zahnrädern; dieser Wert ist auf beiden Zahnrädern gleich.
Dann gilt folgender Zusammenhang zwischen der Anzahl der Zähne und dem Radius der Zahnräder (der Index v
steht für vorne und der Index H für hinten):
Nvd = 2Rv und NHd = 2RH und damit Nv/NH = Rv/RH.
Die lineare Geschwindigkeit der Kette ist gleich der Tangentialgeschwindigkeit der beiden Zahnräder:
v = Rvv = RHH.
Somit gilt
H/v = Rv/RH = Nv/NH.
(b) Mit den gegebenen Daten erhalten wir
H/v = 52/13 = 4,0.
(c) Mit den gegebenen Daten erhalten wir
H/v = 42/28 = 1,5.
29. (a) Die Winkelbeschleunigung des Systems aus Ball und Arm ist
= atan/d1 = (7,0 m/s2)/(0,30 m) = 23,3 rad/s2.
Wir vernachlässigen die Masse des Arms, daher haben wir für das Trägheitsmoment m ball
I = mBalld12 = (1,00 kg)(0,30 m)2 = 0,090 kg · m2. d1
m arm
Damit finden wir das erforderliche Drehmoment mithilfe von
= I A
= (0,090 kg · m2)(23,3 rad/s2) = 2,1 m · N. d2
(b) Da die Kraft des Trizeps senkrecht auf die Verbindung zur Drehachse wirkt, haben wir für F
die Kraft:
F = /d2 = (2,1 m · N)/(0,025 m) = 84 N.
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Kapitel 8: Drehbewegungen um eine feste Achse
30. Für die Beschleunigungsbewegung haben wir
ausgeübt = I = I( – 0)/t = @mL2( – 0)/t
= @(2,2 kg)(0,95 m)2[(3,0 U/s)(2 rad/U) – 0]/(0,20 s) = 62 m · N.
31. (a) Die Winkelbeschleunigung finden wir mit
= 0t + !t2;
(20 U)(2 rad/U) = 0 + ![(1 min)(60 s/min)]2 und damit = 0,070 rad/s2.
(b) Die Winkelgeschwindigkeit am Ende ist
= 0 + t = 0 + (0,070 rad/s2)(60 s) = 4,2 rad/s = 40 U/min.
32. Zunächst rechnen wir die Geschwindigkeit um: (90 km/h)/(3600 s/h) = 25 m/s.
(a) Wir nehmen an, dass die lineare kinetische Energie, die das Fahrzeug für die
Beschleunigung benötigt, dem Schwungrad beim Bremsen nicht zugeführt d
wird (das Rad soll nur bei Bergabfahrten „nachgeladen“ werden). Mit der
R
Energieerhaltung haben wir für die Strecke von 300 km bei einer
Reibungskraft Ffr:
Eges = Ekin + Epot;
y=0
–FfrD = [20(!Mv2) – Ekin, Schwungrad] + 0
bzw.
Ekin, Schwungrad = (20)!(1400 kg)(25 m/s)2 + (500 N)(300·103 m) = 1,6·108 J.
(b) Die Winkelgeschwindigkeit des Schwungrads bestimmen wir aus
Ekin, Schwungrad = !I2 = !(!mR2)2;
1,6·108 J = #((240 kg)(0,75 m)22 und damit = 2,2·103 rad/s.
(c) Die Zeit zum „Aufladen“ des Schwungrads ist
t = Ekin, Schwungrad/P = (1,6·108 J)/(150 PS)(735 W/PS) = 1,45·103 s = 24 min.
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