Elektrizitätslehre Und Magnetismus: 9783835533110 - 229 - 237.indd 229 09.03.11 13:58
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und Magnetismus
Unser heutiges Leben ist ohne Elektrizität nur schwer
vorstellbar. So ermöglicht das Wissen über Halbleiter
den Bau von vielfältigen elektronischen Geräten.
Elektrische und magnetische Felder spielen in Natur und
Technik eine Rolle. Mit der elektromagnetischen Induk
tion werden wichtige Grundlagen der gesamten Elek
trotechnik behandelt.
Bei Gleichstrom wird Ein elektrischer Strom, der stets in eine bestimmte Richtung fließt, wird als
die Richtung des Gleichstrom bezeichnet. Wechselt der Strom immer wieder seine Richtung,
Stromflusses von so spricht man von Wechselstrom. Der zeitliche Verlauf der Stromstärke
+ nach – festgelegt. kann dabei sehr unterschiedlich sein. Die nachfolgenden Beispiele zeigen
charakteristische Verläufe.
gibt an, wie viel elek gibt an, wie stark der gibt an, wie stark der
trische Ladung sich je Antrieb des elektrischen Strom im Stromkreis
Zeiteinheit durch den Stroms ist. behindert wird.
Querschnitt eines Leiters
bewegt.
A V Ω
U
∆Q Q U l
I=}
∆t
I=}
t
U = I·R R=}
I
R = ρ·}
A
Q elektrische Ladung I Stromstärke durch ρ spezifischer elektri
t Zeit den Widerstand scher Widerstand
R Wert des Widerstands l Länge des Leiters
A Querschnittsfläche
Benannt ist die Einheit Benannt ist die Einheit Benannt ist die Einheit
der Stromstärke nach der Spannung nach dem des Widerstands nach
dem französischen Na italienischen Naturfor dem deutschen Naturfor
turforscher A ndré M Arie scher A lessAndro VoltA scher G eorG s iMon o hM
A Mpère (1775 –1836). (1745 –1827). (1789 –1854).
Für U = konstant und I = konstant gilt: Für U = konstant und I = konstant gilt:
E = U·I·t P = }Et = U · I
Die Messung der elektrischen Energie Die Messung der elektrischen Leistung
erfolgt mit Elektrizitätszählern erfolgt mit Leistungsmessern
(Kilowattstundenzählern). (Wattmetern).
1 kWh = 3 600 000 Ws
– + – +
I = I1 = I2 = … = In I = I1 + I2 + … + In
U = U1 + U2 + … + Un U = U1 = U2 = … = Un
1 1 1 1
R = R1 + R2 + … + Rn }
R
=}
R
+}
R
+…+}
R
1 2 n
E = E1 + E2 + … + En E = E1 + E2 + … + En
P = P1 + P2 + … + Pn P = P1 + P2 + … + Pn
Mit einem Vielfachmessgerät kann man sowohl sehr kleine als auch
sehr große Stromstärken messen.
Bei einem bestimmten Messgerät lässt das Messwerk selbst jedoch nur
eine Stromstärke bis maximal 0,10 A zu. Wird es stärker belastet, kann
die Stromstärke nicht mehr abgelesen werden und das Messgerät kann
zerstört werden. Das Messwerk selbst hat einen Widerstand von 50 Ω.
Wie kann der Messbereich erweitert werden, um eine Stromstärke bis
zu 1,0 A messen zu können?
Analyse:
Den Messbereich eines Ampere
+ –
meters erweitert man durch ei
nen Nebenwiderstand, der pa Messwerk
rallel zum Messwerk geschaltet I I1 I
wird. A
Dadurch teilt sich der Gesamt I2
strom in zwei Teilströme auf,
wobei nur ein Teilstrom durch
Nebenwiderstand Amperemeter
das Messwerk fließt: I1 = I – I2
Lösung:
U
R2 = }
I2
Bei elektrischen
Bei der vollständigen Beschreibung eines Stromkreises ist zu beachten, Quellen ist zwischen
dass die Spannungsquelle einen Innenwiderstand hat und dass durch sie der Leerlaufspan
ein Strom fließt. Dann gilt bei geschlossenem Stromkreis: nung U0 (Spannung
bei geöffnetem
0 U Stromkreis) und der
UK = U0 – I · Ri und I=}
R +R A
i a I Klemmenspannung
UK (Spannung bei
Im Leerlauf (Ra → ∞) ist I = 0 und
Ri V Stromfluss) zu unter
UK = U0. Ra
UK scheiden.
U0 U0 Es gilt immer:
Bei Kurzschluss (Ra → 0) ist I = }
Ri U0 > UK
und UK = 0.
In jedem Knoten ist die Summe der In jeder Masche ist die Summe aller
zufließenden Ströme gleich der Summe Quellenspannungen gleich der Summe
der abfließenden Ströme. aller Spannungen an den Widerständen.
Σ Izu = Σ Iab Σ UQ = Σ U
Ersatzschaltungen
Komplizierte Netzwerke lassen sich häufig auf einfache Reihen oder
Parallelschaltungen zurückführen. Die vereinfachte Darstellung einer
komplizierten elektrischen Schaltung nennt man Ersatzschaltung.
Um zu einer Ersatzschaltungen zu gelangen, ist es meist zweckmäßig,
schrittweise vorzugehen, so wie das unten am Beispiel dargestellt ist.
Blockschaltbilder kann man ebenfalls als stark vereinfachte Ersatzschaltun
gen auffassen.
Nachfolgend ist ein Beispiel für eine Vereinfachung dargestellt. Verschiedene gleichartige
Bauelemente, in diesem Fall Widerstände, werden schrittweise zusammengefasst.
R4 R4
+ + +
U U U
– – – R1
R2
R3 R3
R1 R3
A A A R4
R2 R1, R2
Aufgaben 3Ω
2Ω
1. 410 294 Ohmsches Gesetz
Geben Sie den Zusammen A 1Ω
hang zwischen der Span I
nung U, dem Widerstand U R 1Ω 1Ω 1Ω
R und der Stromstärke I in
dem Stromkreis an.
A B
c) Stellen Sie die Spannung UL in Abhängigkeit 18. 410 284 Bedeutung der Stromversorgung
von R2 für R = 100 Ω, U = 20 V, RL = 110 Ω und Häufig wird formuliert: Elektrische Energie ist die
RL = 25 Ω in einem Diagramm dar. wichtigste Energieform für uns.
Zeichnen Sie in dasselbe Diagramm auch den Gra a) Stellen Sie Argumente zusammen, die für diese
phen für RL → ∞ ein. Aussage sprechen. Gibt es auch Gegenargu
d) Interpretieren Sie das Diagramm. mente?
b) In den letzten Jahren hat es in Deutschland meh
14. 410 484 Schaltkreis rere Beispiele dafür gegeben, dass in Städten
Geben Sie die Stromstärke an, die das Messgerät in oder in ganzen Gebieten die Versorgung mit
der abgebildeten Schaltung anzeigt. Elektroenergie kurzzeitig zusammengebrochen
Wie groß ist die Stärke des Stroms durch den ist. Erkunden Sie ein Beispiel. Stellen Sie die Ursa
25ΩWiderstand? chen und die Folgen dar.
c) Präsentieren Sie ein Szenario „Leben ohne Elek
A trizität“. Unterscheiden Sie zwischen kurzfristi
I gen und längerfristigen Folgen.
25 Ω
4Ω 19. 410 344 Alltagssprachliche Bedeutung
12 V Bezüge zur Elektrizitätslehre gibt es auch in unse
rer Umgangssprache, z. B. in der Formulierung „Sie
10 Ω steht unter Spannung“.
Suchen Sie weitere umgangssprachliche Formulie
rungen dieser Art und diskutieren Sie deren Bedeu
100 Ω tung. Stellen Sie jeweils Bezüge zur Fachsprache der
Physik her.
15. 410 234 Autoscheinwerfer
Für die Scheinwerfer von Pkw werden Halogenlam 20. 414 804 Innenwiderstand
pen H4 (12 V/60 W) oder Xenonlampen (12 V/35 W An einer Spannungsquelle werden die unten ge
bzw. 24 V/50 W) genutzt. nannten Werte gemessen.
a) Geben Sie jeweils die Stärke des Stroms an, der
I in mA 12 25
durch die Lampen fließt. Vergleichen Sie mit
einer 20WEnergiesparlampe und einer 100W UK in V 24,6 24,3
Glühlampe im Haushalt.
b) Erkunden und vergleichen Sie die Lichtausbeute Wir groß sind der Innenwiderstand der Spannungs
der drei Lampen. quelle und die Leerlaufspannung U0?
60
von 20 mA. 0
60
0
Ω
a) Begründen Sie die Re I3 I5
gel: Spannungen über
25 V dürfen nicht zwi I4
schen beiden Händen
60
0Ω
anliegen. Geben Sie eine Gleichung für die Stromstärken I1 bis
0Ω
60
In Metallen liegt Metallbindung vor. Die nicht gebundenen Elektronen ste- Die Metallbin-
hen als bewegliche Ladungsträger für Leitungsvorgänge zur Verfügung. dung ist eine Art
Beim Anliegen einer Spannung bewegen sie sich in einer Vorzugsrichtung, der chemischen
die durch die Polung bestimmt ist. Bindung, die durch
anziehende Kräfte
– – zwischen Metall-Io-
– – – – – – – – – –
+ + + + + + + + + + + + nen und freien Elek-
– –
– – – – – – tronen verursacht
+ + + + + + + +
– – – – – – – + wird. Die bewegli-
– – – –
+ + + + + + + + + + + + chen Außenelektro-
– – – – – – – – – – nen bezeichnet man
+ – –+ – + + + + + – –+ – + + + + auch als Elektronen-
– –
gas.
Im Mittel kann man ihnen eine konstante Driftgeschwindigkeit zuordnen. Einen experimen-
Der Zusammenhang zwischen der Stromstärke und der Driftgeschwindig- tellen Nachweis für
keit ergibt sich durch folgende Überlegungen: die Existenz beweg-
Aus dem Volumen A · v · Δt tritt in der Zeit Δt die Ladung licher Elektronen
erbrachte der
ΔQ = n · e · A · v · Δt amerikanische Phy-
siker richard chace
durch die Querschnittsfläche A des
– + tolMan (1881–1948)
Leiters. n ist dabei die Ladungsträ- im Jahre 1916. Er
gerdichte (= Anzahl der Ladungs- ließ eine Drahtspule
träger/Volumen). schnell um ihre
Längsachse rotieren
ΔQ
Mit I = }
Δt
erhält man für die Stromstärke: und dann plötzlich
n · e · A · v · Δt abbremsen. Dabei
I=} Δt konnte er zwischen
den Enden der
I = n·e·A·v (1)
Spule eine Span-
U l nung nachweisen
Aus dem ohmschen Gesetz I = }
R
ergibt sich mit R = ρ · }
A
:
(Tolman-Versuch).
U U∙A
I=}
R
=}
ρ∙l
(2)
Bei Metallen vergrößert sich der elektrische Widerstand mit Erhöhung der
Temperatur. Damit erhält man für Metalle charakteristische Kennlinien.
Bei dieser Art der U-I-Kennlinie bei θ = konstant U-I-Kennlinie bei θ ≠ konstant
Darstellung gilt: Der
Widerstand ist umso I ∆U
I
R = ∆I
größer, je kleiner ∆I2
der Anstieg des ∆U
Graphen ist. ∆I
∆U ∆U
∆I1 <
∆U ∆I1 ∆I2
∆U
U U
Der Widerstand ist konstant. Der Widerstand vergrößert sich.
Metalle im Bändermodell
Ausführliche Die Leitfähigkeit von Stoffen kann mithilfe des Bändermodells gedeutet
Informationen zu werden.
diesem Modell unter
415 995
Das Bändermodell ist ein Modell für die Energiezustände von Elektro-
nen in einem Festkörper.
Für einzelne In einem Festkörper führt das Zusammenwirken vieler Atome dazu, dass
Atome werden die keine scharfen Energieniveaus wie bei einzelnen Atomen auftreten, son-
Energiezustände der dern breite Energiebereiche, die man als Bänder bezeichnet. Das ener-
Elektronen in einem giereichste, noch vollständig mit Elektronen besetzte Band nennt man
Energieniveau- Valenzband V. Das folgende, teilweise mit Elektronen besetzte oder leere
schema (b S. 459)
Band heißt Leitungsband L.
dargestellt.
Die Elektronen in diesem Leitungsband sind beweglich und damit für die
elektrische Leitfähigkeit bestimmend. Die Skizze zeigt charakteristische
Unterschiede zwischen einzelnen Atomen und den verschiedenen Grup-
Im Valenzband V pen von Festkörpern.
sind sämtliche
Elektronen an ihre E E E E
Atome gebunden. L
L
∆E > 3 eV
L ∆E < 3 eV
V V V
einzelnes Atom Metall Halbleiter Nichtleiter
Die Breite der Band-
lücke beträgt z. B. Die gute elektrische Leitfähigkeit von Metallen wird dadurch bewirkt, dass
für die Halbleiter Valenz- und Leitungsband aneinandergrenzen oder sich teilweise über-
Germanium 0,72 eV lappen. Das Leitungsband ist mit Elektronen besetzt. Bei Halbleitern und
und Silicium 1,1 eV. Nichtleitern ist das Leitungsband bei einer Temperatur von 0 K leer, bei
1 eV = 1,602 ∙ 10–19 J Zimmertemperatur teilweise besetzt. Daraus resultiert eine wesentlich
kleinere Leitfähigkeit als bei Metallen.
Supraleitung
Bei Metallen erhöht sich mit der Temperatur der elektrische Widerstand,
bei Verringerung der Temperatur verkleinert er sich. Bei sehr tiefen Tem-
peraturen nimmt der Widerstand bei einer Reihe von Festkörpern ab einer
bestimmten Sprungtemperatur den Wert null an.
Unter Supraleitung versteht man die Erscheinung, dass bei sehr niedri- Entdeckt wurde die
gen Temperaturen der elektrische Widerstand bestimmter Festkörper Supraleitung 1911
verschwindet. durch den nieder-
ländischen Physiker
heiKe KaMerlinGh
Bei Sprungtemperaturen von unter 10 K war an eine technische Nutzung onnes (1853 –1926)
der Supraleitung kaum zu denken. Das änderte sich 1986 mit der Entde- bei Untersuchungen
an Quecksilber. Die-
ckung der Hochtemperatur-Supraleiter durch den deutschen Physiker Jo-
ses Element hat eine
hannes GeorG Bednorz (*1950) und den Schweizer Physiker Karl alex Müller
Sprungtemperatur
(*1927). Heute kennt man Supraleiter mit einer Sprungtemperatur bis zu
von 4,2 K.
138 K = –135 °C. Sie lassen sich mit flüssigem Stickstoff kühlen.
Bei der Supraleitung treten einige spezielle Effekte auf: Genutzt wird die
– Unterhalb der Sprungtemperatur wirkt ein veränderter Leitungsmecha- Supraleitung zur
nismus. Beschrieben wird er durch die 1957 veröffentlichte BCS-Theorie, Herstellung starker
eine quantenmechanische Theorie. Nach dieser Theorie bilden sich bei Magnete, die z. B. in
tiefen Temperaturen Paare von Elektronen (Cooper-Paare), durch die der Kernspintomografen
verwendet werden.
Ladungstransport verlustfrei erfolgt.
– Findet zwischen einem supraleitenden Körper und einem Magneten eine
Relativbewegung statt, so wird in dem Supraleiter ein Strom induziert,
dessen Stärke nicht abnimmt.
– Bringt man einen Supraleiter oberhalb der Sprungtemperatur in ein
Magnetfeld und kühlt ihn dann ab, so entsteht im supraleitenden Zu- Permanentmagnet
stand wieder ein Strom, der zeitlich unbegrenzt fließt (Meissner-Ochsen-
feld-Effekt). Ein Supraleiter verhält sich damit wie ein Magnet, von dem
ein Permanentmagnet abgestoßen wird (b Abb. rechts).
– Die Ströme verlaufen bei Supraleitern weitgehend in der Oberfläche. Die
Eindringtiefe in den Leiter ist gering. Supraleiter
– Cooper-Paare bewegen sich durch eine sehr dünne Isolationsschicht zwi-
schen zwei Supraleitern, wobei der Strom vom äußeren Magnetfeld ab- Ein Permanentmag-
hängig ist (Josephson-Effekt). Diesen Effekt kann man nutzen, um mag- net schwebt über
netische Flussdichten bis etwa 10–15 T zu messen. einem Supraleiter.
Der Begriff Ion In Flüssigkeiten kann eine elektrische Leitung stattfinden, wenn frei be-
stammt aus dem wegliche positive und negative
Katode Anode
Griechischen und Ionen vorhanden sind und eine
bedeutet „das Wan- Spannung anliegt. Solche Ionen – +
dernde“. Die positiv entstehen in wässrigen Lösun- – + –
geladenen Ionen, +
gen von Säuren, Basen und Salzen +
die zur Katode wan-
durch Dissoziation. Die Ladung der – + –
dern, nennt man
Kationen. Die nega-
Ionen hängt von der Wertigkeit der
jeweiligen Stoffe ab. – + Ionen Wassermoleküle
tiv geladenen Ionen,
die zur Anode
wandern, heißen So dissoziiert z. B. Kochsalz (NaCl) in einfach positiv geladene Natrium-
Anionen. Geprägt ionen und in negativ geladene Chloridionen:
und in die Physik NaCl g Na+ + Cl–
eingeführt hat
alle diese Begriffe Bei der Lösung von Kupfersulfat (CuSO4) in Wasser bilden sich positiv
Michael Faraday geladene Kupferionen und negativ geladene Sulfationen.
(1791–1867). 2–
CuSo4 g Cu2+ + SO 4
Die Driftgeschwindigkeit von Ionen hängt wie bei Metallen (b S. 239) vor
allem vom Stoff, von der Anzahl der Ladungsträger im Volumen und von
der Spannung im betreffenden Bereich ab. Sie ist um einen Faktor von
etwa 10–5 geringer als bei guten Leitern wie Kupfer oder Silber.
Bei konstanter Stromstärke gilt Q = I · t. Damit kann man das Gesetz auch Heute wird die
formulieren: m = c · I · t. Genutzt wurde dieser Zusammenhang früher zur Einheit 1 A über die
Definition der Stromstärke. Ein Strom hat die Stärke 1 A, wenn er bei Kraft zwischen zwei
gleichmäßiger Stärke in einer Sekunde 1,118 mg Silber abzuscheiden ver- stromdurchflossenen
mag. Leitern definiert.
Betrachten wir als Beispiel ein Bauteil, das verchromt werden soll. Bei
einer Stromstärke von 800 A und einer Zeit von 30 s erhält man für die
Masse des abgelagerten Chroms:
mg
m = 0,018 }
A·s
· 800 A ∙ 30 s
m = 432 mg
In 30 s wird bei 800 A ein knappes halbes Gramm Chrom am Bauteil
abgelagert.
Das 2. faradaysche Gesetz stellt den Zusammenhang zwischen der trans- Die Faraday-Kon-
portierten Ladung und den Ionen des jeweiligen Stoffs her, die diese La- stante hat einen
dung tragen. Wert von:
C
F = 9,649 ∙ 104 }
mol
Die transportierte und an einer Elektrode abgegebene bzw. aufge- Mithilfe des 2. fara-
nommene Ladung ist der Wertigkeit der Ionen und der Stoffmenge dayschen Gesetzes
ist es auch möglich,
proportional.
die Elementar-
Q = n·z·F n Stoffmenge in Mol ladung e zu bestim-
z Wertigkeit der Ionen men.
F Faraday-Konstante
Der Mensch ist aus physikalischer Sicht nicht nur ein Es stellt sich ein Gleichgewichtszustand ein (Abb. 1b).
offenes thermodynamisches System. Er ist auch ein In diesem Zustand ist die Zelle polarisiert. Physika-
Energiewandler mit einem bestimmten Wirkungs- lisch handelt es sich um ein Diffusionspotenzial.
grad, verfügt über Temperatur-, Schall-, Geruchs- Die Spannung (Potenzialdifferenz), das sogenannte
und Geschmackssensoren und ist vor allem ein We- Ruhepotenzial, liegt für die einzelne Zelle im Be-
sen, in dem vielfältige elektrische Vorgänge vor sich reich von 70 – 90 mV.
gehen.
Die Reizfortleitung in Nervenzellen, die Steuerung Durch Erregung einer Zelle erhöht sich die Durch-
der Herztätigkeit oder der Hirntätigkeit erfolgen lässigkeit der Zellmembran für Na+-Ionen schlag-
durch elektrische Impulse. Wir betrachten nachfol- artig auf mehr als das Hundertfache. Der Einstrom
gend einige ausgewählte Aspekte. positiver Ladungsträger (Na+-Ionen) führt zu einem
Abbau des Membranpotenzials, zu einer Depolarisa-
Der Mensch als Spannungsquelle tion (b Abb. 1c). Es kommt dabei sogar zu einer Um-
Tierische und menschliche Zellen sind von einer hoch kehr der Potenzialrichtung, zu einem „Overshoot“.
spezialisierten Zellmembran umgeben. Dabei han- Dieser Overshoot wird anschließend durch einen
delt es sich im Wesentlichen um Lipoprotein-Schich- verstärkten Austritt von K+-Ionen wieder abgebaut
ten mit einer Dicke von 0,007 bis 0,008 �m. Diese (b Abb. 1d). Die bei diesem Vorgang auftretenden
Zellmembran grenzt zum einen das Innere der Zelle Potenziale, die Aktionspotenziale, liegen für eine
gegen den Außenraum ab. Zum anderen verfügt sie Zelle zwischen 80 mV und 120 mV. Durch Austausch
über aktive Transportmechanismen und veränderli- von Na+- und K+-Ionen wird der ursprüngliche Zu-
che Durchlässigkeiten (Permeabilitäten) für verschie- stand wiederhergestellt. Die an Zellmembranen auf-
dene Stoffe. tretenden elektrischen Phänomene sind also letzt-
lich nichts anderes als die Ergebnisse des Austauschs
Im nicht erregten Zustand (Ruhezustand) werden von Na+- und K+-Ionen durch diese Membran.
unter Aufwand von Energie Kalium-Ionen in das
Zellinnere und Natrium-Ionen nach außen transpor- Die Dauer der Depolarisation und der Repolarisation
tiert (b Abb. 1a). Dabei entsteht ein Konzentrations- ist bei einzelnen Zellen unterschiedlich. Bei Myo-
gefälle, denn die Konzentration der K+-Ionen ist im kardfasern liegt diese Zeit bei etwa 300 ms, bei Ner-
intrazellulären Raum 20- bis 40-mal höher als im ex- ven- und Skelettmuskelfasern bei ca. 1 ms.
trazellulären Raum. Infolge dieses Konzentrations- Grundsätzlich gilt für den Zusammenhang zwischen
gefälles diffundieren K+-Ionen so lange nach außen, den elektrischen Vorgängen an Zellen und den me-
bis durch die negative Aufladung des Zellinnern ein chanischen Vorgängen der Muskelkontraktion: Der
elektrisches Feld entsteht, das der weiteren Diffu- Prozess der Kontraktion wird durch den elektrischen
sion entgegenwirkt (b Abb. 1b). Erregungsprozess ausgelöst. Bei einzelnen Organen
a) extrazellulärer c) Na+
Raum
K+ Zellmembran
(0,007… 0,008 m)
+
Na+ intrazellulärer Raum K +
b) + d)
+
K+ K+
Aktionsspannungen
der Skelettmuskula- 10 … 1 000 0,05 … 5
tur (EMG)
Aktionsspannung
des Magens (EGG) 0,02 … 0,2 0,2 … 1
Aktionsspannung
der Gebärmutter
(EUG) 0 … 200 0,1 … 8
2 Modelle des Stromdurchgangs
Ein Gas unter Eine merkliche elektrische Leitung Zufuhr von Energie in Form von
Normbedingungen, in Gasen findet nur statt, wenn Wärme oder ionisierender Strahlung
also z. B. die Luft in durch äußere Einflüsse bewegliche
unserer Umgebung, Ladungsträger erzeugt werden.
ist ein guter Isolator. Eine erste Möglichkeit dazu ist die + – + –
– +
Ionisation des Gases. Dabei werden + –
z. B. durch Energiezufuhr in Form – +
von Wärme oder Strahlung ein-
Gasmoleküle + Ionen – Elektronen
zelne Elektronen aus den Gasmole-
külen herausgelöst. Es entstehen Elektronen und positive Gasionen als be-
wegliche Ladungsträger.
Elektronen als La- Eine zweite Möglichkeit zur Erzeugung beweglicher Ladungsträger ist die
dungsträger können Stoßionisation in Gasentladungsröhren (b Skizze). Sie kommt zustande,
in Gasen auch durch wenn freie Elektronen bei niedrigem Druck durch das elektrische Feld so
Emission (b S. 247) stark beschleunigt werden, dass sie beim Auftreffen auf Gasmoleküle von
erzeugt werden. diesen Elektronen abspalten kön-
–
+
–
Es kommt infolge der Anregung von Gasmolekülen durch schnelle Elek- Genutzt werden
tronen zustande. Darüber hinaus leuchtet das Gas in einem Großteil der Gasentladungen
Röhre. Diese positive Säule, ein leuchtendes Plasma, kommt zustande, weil z. B. bei Glimmlam-
Elektronen auf ihrem Weg zur Anode immer wieder mit Gasmolekülen in pen, Leuchtröhren,
Wechselwirkung treten und diese zur Emission von Licht anregen. Leuchtstofflampen,
Quecksilberdampf-
Bei weiterer Verringerung des Drucks im Gas verschwinden die Leucht-
lampen oder Natri-
erscheinungen wegen der geringen Anzahl der dann noch vorhandenen
umdampflampen.
Gasmoleküle. Die Farbe des Lichts
Bei hinreichend hohen Spannungen können auch bei normalem Luftdruck hängt von der Art
Leitungsvorgänge stattfinden. Charakteristisch sind Spitzenentladungen des Gases und bei
(Elmsfeuer) und Funkenentladungen. Eine spezielle Funkenentladung sind Verwendung von
Blitze. Technisch überaus bedeutsam sind auch Lichtbögen. Leuchtstoffen von
diesen Stoffen ab.
Im Vakuum kann nur dann ein elektrischer Leitungsvorgang stattfinden, Die Glühemission
wenn durch äußere Einflüsse Elektronen als frei bewegliche Ladungsträ- wurde 1883 von
ger erzeugt werden und ein elektrisches Feld anliegt. Die Erzeugung von t hoMas a lva e dison
Ladungsträgern (Elektronen) kann z. B. durch den glühelektrischen oder (1847–1931) bei
lichtelektrischen Effekt erfolgen. Dabei wird in das Vakuum eine Platte aus Experimenten mit
Glühlampen ent-
Metall oder Metalloxid als Elektrode gebracht. Durch Erhitzen bzw. Be-
deckt.
strahlen mit Licht erhalten einzelne Elektronen der Elektrode so viel Ener-
gie, dass sie sich aus der Metalloberfläche lösen können. Sie stehen dann
als bewegliche Ladungsträger zur Verfügung.
Von reinen Halblei- Der spezifische elektrische Widerstand ρ von Halbleitern hängt stark von
tern spricht man, der Reinheit des Materials und von der Temperatur ab. Er liegt bei reinen
wenn auf mehr Stoffen im Bereich der Leitfähigkeit von Elektrolyten.
als 109 Atome ein
Fremdatom oder ein
Gitterfehler kommt.
Supraleiter
Elektrolyte
Isolatoren
Halbleiter
Metalle
2
10–15 10–10 10–5 1 105 1010 1015 ρ in Ω · mm
m
Die Beweglichkeit Der spezifische elektrische Widerstand beträgt bei 20 °C bei reinem Sili-
Ω · mm2 Ω · mm2
von Elektronen liegt cium 2 · 105 } m
und bei reinem Germanium 4 · 107 } m
.
bei Metallen (20 °C)
m2
bei 10–3 }
V·s
, bei Für Halbleiter gilt im Vergleich zu Metallen: Die Beweglichkeit der La-
Halbleitern ist sie dungsträger ist größer, die Ladungsträgerdichte aber wesentlich kleiner.
mehr als 100-mal
In einem reinen Halbleiter werden die Bindungen zwischen den Atomen
größer.
durch Elektronenpaare realisiert. Es liegt eine Atombindung vor. Bei sehr
tiefen Temperaturen sind alle Elektronen gebunden. Bei Zimmertempera-
tur können einzelne Elektronen die Bindung verlassen. Sie stehen als be-
wegliche Ladungsträger zur Verfügung.
Die Darstellung der
Anordnung von Ato- Räumliche Anordnung Darstellung der Anordnung
men kann in räum- der Siliciumatome in einer Ebene
lichen oder ebenen
Si – – – – – – – – – –
Gittermodellen oder
Si Si Si Si Si
in Packungsmodel- Si – – – – – – – – – –
len erfolgen. Für die – – – – – – – – – –
Veranschaulichung Si Si Si Si Si
von Leitungsvor- – – – – – – – – – –
Si – – – – – – – – – –
gängen sind ebene
Si Si Si Si Si
Gittermodelle Si – – – – – – – – – –
zweckmäßig.
Verlässt ein Elektron seinen Platz in der Bindung, so entsteht dort eine
Fehlstelle, die als Defektelektron oder Loch bezeichnet wird. Den Vorgang
der Entstehung eines beweglichen Elektrons und eines Lochs nennt man
Paarbildung, den umgekehrten Vorgang Rekombination.
In einem reinen Halbleiter halten sich Paarbildung und Rekombination Bei einer bestimm-
die Waage. Die Leitung in einem reinen Halbleiter wird als Eigenlei- ten Temperatur ist
tung bezeichnet. Sie erfolgt durch Elektronen und Löcher. die Beweglichkeit
von Elektronen in
der Regel größer als
Eigenleitung mit Elektronen und Defektelektronen (Löchern) die von Löchern.
a) b) c)
– – – – – – – – – – – – – – – – – –
Si Si Si Si Si Si Si Si Si
– – – – – – – – – – – – – – – – – –
– – – – – – – – – – – –
+ Si Si – + – Si Si – + – Si Si –
– – – – – – – – – –
– – – – – – – – – – – – – – – – – –
Si Si Si Si Si Si Si Si Si
– – – – – – – – – – – – – – – – – –
Störstellenleitung in Halbleitern
Für die technische Nutzung spielt die Eigenleitung nur eine geringe Rolle.
Praktisch bedeutsam wurden Halbleiter erst, als es gelang, ihr Leitvermö-
gen durch den Einbau von Fremdatomen in hochreines Halbleitermaterial
gezielt zu beeinflussen.
n-Halbleiter p-Halbleiter
– – – – – – – – – – – –
Si Si Si + + Si Si Si – –
– – – – – – + + – – – – – – –
+ –
– – – – – – – – – – – – – –
– P Si Si Si B Si
+ Phosphor-Ion – Bor-Ion
– – – – – – – – – – – – – –
– – – – – – freies Elektron – – – – – – Defektelektron
Si Si Si Si Si Si (Loch)
– – – – – – – – – – – –
Wird ein Phosphoratom (5-wertig) in Silicium Wird in ein Siliciumkristall ein Boratom (3-wertig)
dotiert, kann ein Außenelektron des Phosphors dotiert, kann ein Außenelektron eines Silicium-
nicht gebunden werden und steht als freies atoms nicht gebunden werden. Es bleibt ein Loch,
Elektron für eine n-Leitung zur Verfügung. das für eine p-Leitung zur Verfügung steht.
n- und p-Leitung Durch Dotieren lässt sich die Leitfähigkeit von Halbleitern gezielt erhö-
wird auch als Stör- hen. Nach der Art der dann dominierenden Leitung unterscheidet man
stellenleitung be-
zwischen n-Leitung (Elektronenleitung) und p-Leitung (Löcherleitung).
zeichnet, da Grund-
lage dieser Leitung
der gezielte Einbau
Im Bändermodell lässt sich die n- und p-Leitung folgendermaßen deuten:
von Fremdatomen
(Störstellen) ist.
n-Leitung p-Leitung
E E
– – – L L
V V
Mit steigender Temperatur θ ver- Mit steigender Temperatur θ ver- Mit zunehmender Beleuchtungs-
ringert sich der Widerstand. größert sich der Widerstand. stärke E verringert sich der
Widerstand.
I R I R I R
I R
I
R
I R
θ θ E
In der Übersicht ist jeweils die Abhängigkeit der Stromstärke I von derTemperatur θ bzw. von der
Beleuchtungsstärke E (schwarze Graphen) dargestellt. Der Widerstand ist rot eingezeichnet.
Der pn-Übergang
Dioden und Transistoren bestehen aus einer Kombination von p- und n-lei-
tenden Halbleitern. Für ihre Wirkungsweise spielt der Übergang zwischen
dem p-leitenden und dem n-leitenden Gebiet, kurz als pn-Übergang be-
zeichnet, eine entscheidende Rolle.
Im Bereich zwischen dem p-Leiter und dem n-Leiter kommt es zur Diffusion
von Elektronen in den p-Leiter und von Löchern in den n-Leiter. Es entsteht
eine Grenzschicht mit speziellen Eigenschaften.
– x
Die Diode
Früher nutzte man Eine Halbleiterdiode besteht aus p- und n-leitenden Halbleitern mit einem
statt Halbleiter- dazwischenliegenden pn-Übergang.
dioden spezielle
Elektronenröhren, p-Leiter pn-Übergang n-Leiter
die Röhrendioden.
– + +
Als Schaltzeichen – – +
für eine Diode wird – +
–
verwendet: + +
–
– – +
–
+ +
Grenzschicht
Hinweise zum Auf- – Bor-Ion
bau von Fotodioden, Defektelektron
LED und Laserdio- + Phosphor-Ion
den gibt 416 655 freies Elektron
Aus dieser Eigen- Eine Diode lässt den elektrischen Strom nur in einer Richtung, der
schaft ergibt sich das Durchlassrichtung, hindurch.
Hauptanwendungs-
gebiet von Dioden:
Sie werden als Diode in Durchlassrichtung Diode in Sperrrichtung
Gleichrichter ge-
p-Leiter n-Leiter p-Leiter n-Leiter
nutzt. –
+ – – – –– +
413 315 – ––
– – – –
Sie ermöglichen pn-Übergang Grenzschicht
auch den Bau von
Konstantspannungs- + +
quellen.
+ +
+ +
n pnp-Transistor
C
B
Basis B Emitter E E
Über die drei Anschlüsse können die Widerstände der beiden pn-Über-
gänge und damit die Stromflüsse durch den Transistor gesteuert werden.
Dazu schaltet man den Transistor so, dass zwei Stromkreise entstehen. Ver-
gleichbar ist das mit der Reihenschaltung von zwei Dioden.
Der beschriebene Effekt der Steuerung des Kollektorstromes durch den Ba-
sisstrom wird als Transistoreffekt bezeichnet.
Die Zusammen- Der Zusammenhang zwischen den Strömen ist aus der Skizze links und der
hänge zwischen IC-IB-Kennlinie (Steuerkennlinie) erkennbar.
den verschiede-
nen Strömen und U
IC in mA
Spannungen beim
Transistor lassen sich n 50
in einem Kennlini-
enfeld darstellen. 40
Dabei werden für P
30
einen Transistor die n 20
Zusammenhänge
zwischen den Grö- 10
ßen UBE, UCE, IB und UBE RC 0
IC erfasst. 0 0,1 0,2 IB in mA
Mit einem Transistor lassen sich Stromstärke, Spannung und damit auch
elektrische Leistung verstärken. Ein Transistor kann als Verstärker ge-
nutzt werden.
Die Stromverstär- Die Verstärkung wird durch Faktoren erfasst, die je nach Transistortyp in
kung liegt bei einem weiten Bereich schwanken können.
Transistoren meist
zwischen 20 und Stromverstärkung Spannungsverstärkung Leistungsverstärkung
1 000.
CΔI ΔU
C
B=}
ΔI
VU = }
ΔU
V = B ∙ VU
B BE
Der Feldeffekttransistor
Der Feldeffekttransistor (FET) ist ein unipolarer Transistor. Diese Bezeich- Feldeffekttransis-
nung rührt daher, dass bei ihm beim Leitungsvorgang entweder Elektro- toren (FET) sind der
nen oder Löcher beteiligt sind, während beim Bipolartransistor Elektronen Typ von Transisto-
und Löcher eine Rolle spielen. ren, der seit etwa
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von verschiedenen Arten von FET. Wir 1970 für integrierte
Schaltungen ver-
betrachten als Beispiel einen MOSFET (metal-oxide-semiconductor-field-
wendet wird. Die
effect-transistor).
Herstellungstechno-
logie (Planartechnik)
Die Skizze zeigt den Aufbau und die Isolierschicht ermöglicht es, auf
Schaltung eines solchen MOSFET. (SiO2)
– + kleinstem Raum
Auf einem Grundmaterial aus p-lei- UDS eine große Anzahl
tendem Silicium befinden sich zwei – + ID von Transistoren
A unterzubringen.
n-leitende Bereiche, die durch einen UGS
dünnen Kanal miteinander verbun- Metall G
Darüber hinaus er-
S D folgt die Steuerung
den sind. Oberhalb dieses Kanals
– – – – dieser Transistoren
befindet sich eine Metallelektrode. n – n
–
leistungsfrei.
Die drei Anschlüsse eines FET wer- p
den als Source S (Quelle, Zufluss),
Drain D (Senke, Abfluss) und Gate G Grundmaterial (p-leitendes Silicium)
(Tor) bezeichnet. Der Arbeitsstrom-
kreis wird zwischen Source S und Drain D geschaltet.
Transistoren können als elektronische Schalter oder als Verstärker ver- Transistoren werden
wendet werden. Bei der Verwendung als Schalter wird der Transistoref- nicht nur als dis-
fekt (b S. 254) genutzt. Beim Verstärker wendet man an, dass man durch krete Bauelemente
Stromverstärkung oder Spannungsverstärkung eine Leistungsverstärkung genutzt, sondern
erreichen kann. sind Bestandteil
integrierter Schal-
IC Ausgangs- tungen. Damit ist ihr
in mA signal Anwendungsbereich
40 außerordentlich
R2 ∆ IC vielfältig.
30
Mikrofon Laut-
C 20
sprecher
B +
10
–
E 0
0 0,1 0,2 0,3 0,4 IB in mA
R1 ∆IB Eingangs-
signal
Thermistor Fotowiderstand
NTC-
Widerstand
θ (Heißleiter)
PTC-
Widerstand
θ (Kaltleiter)
Thermistoren sind stark temperaturabhängige Fotowiderstände sind beleuchtungsabhängige
Widerstände aus halbleitenden Metalloxiden. Ihr Widerstände, z. B. aus Cadmiumsulfid, die auf ein
Widerstand vergrößert oder verkleinert sich mit Trägerplättchen aufgebracht sind. Ihr Widerstand
steigender Temperatur. verkleinert sich mit der Beleuchtungsstärke.
Gleichrichterdioden sind Bauelemente mit einem Leuchtdioden, z. B. aus GaAs, werden in Durch-
pn-Übergang, die in Sperrrichtung einen großen lassrichtung betrieben. Bei der Rekombination im
und in Durchlassrichtung einen kleinen Widerstand pn-Übergang wird Energie frei, die in Form von
haben. Strahlung (Licht) abgegeben wird.
npn
C
B
E
D
pnp C G S
B
E
Bipolare Transistoren sind Bauelemente, bei denen Unipolare Transistoren sind Bauelemente, bei
ein Arbeitsstromkreis durch einen Steuerstrom- denen durch ein elektrisches Feld ein Arbeitsstrom-
kreis beeinflusst wird. Sie werden als Schalter und kreis beeinflusst wird. Sie werden als Schalter und
Verstärker genutzt. Verstärker genutzt.
Für die Übertragung und Verarbeitung von Signalen ist es häufig günsti-
ger, mit digitalen Signalen zu arbeiten, also mit Signalen, die durch zwei
Zustände gekennzeichnet sind. Die Übertragung solcher Signale ist weni-
ger störempfindlich als die analoger Signale. Darüber hinaus ist eine einfa-
che Weiterverarbeitung mit Computern möglich.
Die Gesamtheit der Verfahren und Geräte, bei denen digitale Signale Die zwei Zustände
verwendet werden, bezeichnet man als Digitaltechnik. bei digitalen
Signalen werden
unterschiedlich be-
Analoge Signale Digitale Signale zeichnet, gemeint ist
aber inhaltlich das
sind durch kontinuierliche Änderungen sind durch zwei Zustände
Gleiche:
gekennzeichnet. gekennzeichnet.
– ein oder aus
U U – high (h) oder
low (l)
ein
– L oder O
t – 1 oder 0
aus
t
Welche Signale man jeweils erhält, ist weitgehend von den genutzten
technischen Geräten abhängig. Analoge und digitale Signale können aber
ineinander umgewandelt werden.
AD-Wandler und
Die Umwandlung analoger in digitale Signale erfolgt mithilfe von Ana- DA-Wandler sind
log-Digital-Wandlern (AD-Wandler), die von digitalen Signalen in ana- komplexe Schal-
loge durch Digital-Analog-Wandler (DA-Wandler). tungen, die sich in
unterschiedlicher
Weise realisieren
Bei vielen modernen Messgeräten werden nicht elektrische Größen in lassen.
elektrische Größen, insbesondere in Spannungs- oder Stromstärkewerte,
umgewandelt.
In der Messtechnik erfolgt die Erfassung solcher Größen, wie der Tempe-
ratur, der Masse, der Geschwindigkeit, der Helligkeit, des Drucks oder der
Feuchtigkeit durch Sensoren.
Bei feuchter Erde Pflanzen in Gewächshäusern brauchen für das optimale Wachstum eine
ist der Widerstand bestimmte Bodenfeuchtigkeit, die man automatisch regeln kann. Die
klein. Die Span- Skizze zeigt eine einfache Reglerschaltung.
nung sinkt unter
die Schwellenspan- Magnetventil Beregnungsanlage
nung (b S. 252). Das
Magnetventil wird
geschlossen. Beim R
Trocknen der Erde +
vergrößert sich der –
Widerstand und da-
mit auch die Basis-
Emitter-Spannung.
Mit Erreichen der
Schwellenspannung
fließt im Kollek- Elektroden
torstromkreis ein
Strom, das Magnet-
Der Widerstand zwischen den beiden Elektroden hängt von der Boden-
ventil öffnet sich.
feuchtigkeit ab. Er beeinflusst zugleich die Spannung zwischen Basis
und Emitter des Transistors.
Ob Fahrkartenautomat, Pocket-PC, Organizer oder scheibe, die innen eine leitende und außen eine
Infoterminal – überall nutzt man inzwischen Sensor- kratzfeste Beschichtung hat. An die beiden leitend
bildschirme, die sogenannten Touchscreens. beschichteten Platten wird über ein Steuergerät je-
weils ein gleichmäßiger Spannungsabfall erzeugt,
und zwar bei der einen Platte in x-Richtung und
bei der anderen Platte in y-Richtung, also senkrecht
dazu. Werden bei Berührung die beiden leitenden
Schichten zusammengedrückt, so verringert sich der
Widerstand. Es wird ein minimaler Strom abgeleitet.
Durch eine Steuerungselektronik werden die Koor-
dinaten des betreffenden Punktes ermittelt. Resis-
tive Touchscreens werden vor allem bei Pocket-PCs
und PDAs (Personal Digital Assistant) verwendet.
Kapazitive Touchscreens
Eine Glasplatte wird beidseitig mit leitfähigem Ma-
terial beschichtet und bildet damit einen Kondensa-
Sie reagieren, wenn man sie mit einem Stift oder tor. Auf der äußeren Schicht wird über Elektroden
dem Finger berührt. Der erste berührungsempfindli- ein gleichmäßiges elektrisches Feld erzeugt. Beim
che Bildschirm wurde 1977 bei der US-amerikani- Berühren des Schirms mit dem Finger erhöht sich die
schen Firma Elo Touchsystems entwickelt. Anfang Kapazität, da auch der menschliche Körper als Kon-
der Achtzigerjahre begann die breitere technische densator wirkt. Es fließt ein schwacher Strom über
Nutzung. Heute werden solche Bildschirme in viel- die Elektroden. Der betreffende Punkt wird über
fältiger Weise verwendet. eine Steuerungselektronik ermittelt.
Die physikalisch-technischen Prinzipien, die man da- Kapazitive Touchscreens verwendet man vor allem
bei anwendet, sind unterschiedlich. Immer geht es bei Infoterminals oder Fahrkartenautomaten, bei
aber darum, den Punkt zu lokalisieren, an dem der denen die Bedienung durch Berühren des Schirms
Bildschirm berührt wird. mit dem Finger erfolgt.
Signalgeber Reflektor
1 Aufbau
eines resistiven
Touchscreens
Elektrische Leitungsvorgänge
Überblick
Die unterschiedliche Leitfähigkeit von Stoffen kann mit dem Bändermodell gedeutet wer-
den. Es ist ein Modell für die Energiezustände von Elektronen in einem Festkörper. Die Leit-
fähigkeit hängt von der Besetzung des Leitungsbands L mit Elektronen ab.
E E E E
L
L
∆E > 3 eV
L ∆E < 3 eV
V V V
einzelnes Atom Metall Halbleiter Nichtleiter
Besondere Bedeutung für die moderne Technik haben Halbleiterbauelemente, die in viel-
fältiger Weise genutzt werden können. Beispiele dafür sind in der nachfolgenden Übersicht
genannt.
I R I R I R
I R I
R I R
Temperatur θ Temperatur θ Beleuchtungsstärke E
Dioden Transistoren
werden als Gleichrichter und als stromrichtungs- werden als elektronische Schalter und Verstärker
abhängige Widerstände verwendet. verwendet.
C D
B G S
E
I in mA
100 Zum Betrieb eines solchen Thermometers ist eine
80 elektrische Quelle erforderlich.
a) Entwerfen Sie einen Schaltplan für ein einfaches
60
elektrisches Thermometer.
40
b) Erklären Sie die Wirkungsweise eines solchen
20 Thermometers.
0 c) Als Sensor für die Temperatur kann auch ein
0 10 20 30 40 U in V Heißleiter oder ein Kaltleiter genutzt werden.
Bewerten Sie, welches Bauelement als Sensor
a) Interpretieren Sie das Diagramm. zweckmäßig ist.
b) Bestimmen Sie den elektrischen Widerstand des
Bauelements für 15 V und für 30 V. Welchen Zu- 5. 416 694 Supraleiter
sammenhang kann man daraus ableiten? Supraleiter gewinnen zunehmend an Bedeutung.
c) Kann das Bauelement ein metallischer Leiter Informieren Sie sich anhand von Lehrbüchern, Nach-
sein? Begründen Sie. schlagewerken oder des Internets über Hochtempe-
ratur-Supraleiter (HTS) und deren Anwendung.
3. 418 764 Metallfadenlampe Bereiten Sie dazu einen Vortrag vor. Gehen Sie dabei
Für eine Metallfadenlampe ergibt sich der im Dia- auf eine Anwendung genauer ein.
gramm dargestellte Zusammenhang.
6. 418 074 Leitung in Flüssigkeiten
I in mA
In Flüssigkeiten erfolgt der Leitungsvorgang durch
300 positiv oder negativ geladene Ionen.
a) Wie dissoziieren NaCl, H2SO4, HNO3, CuSO4 und
MgCl2?
200 b) Beschreiben Sie den Leitungsvorgang in einer
Flüssigkeit am Beispiel einer wässrigen Kochsalz-
lösung.
100
c) Leitungsvorgänge in Flüssigkeiten sind teils er-
wünscht und werden technisch genutzt, teils sind
sie unerwünscht. Nennen und erläutern Sie Bei-
0
0 2 4 6 U in V spiele dafür.
Interpretieren Sie das Diagramm und begründen Sie 7. 419 274 Leitende Luft
den Verlauf des Graphen. Luft ist normalerweise ein Isolator. Geben Sie Bedin-
Skizzieren Sie die Abhänigigkeit des Widerstands R gungen an, unter denen Luft leitend werden kann.
von der anliegenden Spannung U. Erläutern Sie ein Beispiel.
Laut-
R2
sprecher
Mikrofon
B C
+
E –
R1
Die Bezeichnungen Alle Körper sind aus Atomen bzw. Molekülen aufgebaut. Atome wiede-
plus (+, positiv) und rum bestehen aus einer Atomhülle mit negativ geladenen Elektronen und
minus (–, negativ) einem Atomkern, der u. a. positiv geladene Protonen enthält. Ein Atom,
gehen auf den das die gleiche Anzahl von Protonen im Atomkern und Elektronen in der
amerikanischen Atomhülle besitzt, ist elektrisch neutral. Auch ein Körper, der insgesamt
Wissenschaftler und
genauso viele Protonen wie Elektronen hat, ist neutral. Durch unterschied-
Staatsmann benJamin
liche Vorgänge können Elektronen von einem Atom bzw. Körper auf ein
FranKlin (1706 –1790)
zurück.
anderes Atom oder einen anderen Körper übergehen.
Ein Chloratom wird durch die Ein Natriumatom wird durch die
Aufnahme eines Elektrons zu ei- Abgabe eines Elektrons zu einem
nem negativ geladenen Chlorid- positiv geladenen Natriumion.
Negativ geladene ion.
Ionen heißen Aufnahme
Anionen, positiv eines Elektrons Abgabe
geladene Ionen eines Elektrons
Kationen.
17+ 11+
Die Stromstärke ist der Quotient aus der durch einen Leiterquerschnitt
hindurchtretenden elektrischen Ladung und der Zeit.
Q
I=}
t
Q elektrische Ladung
t Zeit
+ + + –
– –
Die Bezeichnung Bringt man einen geladenen Körper in die Nähe eines leitenden, nach au-
Influenz ist abgelei- ßen ungeladenen Körpers, so wirken zwischen den Ladungen Kräfte. Sie
tet von influere (lat.) bewirken auf dem leitenden Körper eine Ladungsverschiebung und damit
= hineinfließen. eine Ladungstrennung, die als Influenz bezeichnet wird.
Q in nC F in mN F in mN
200 24,6
20
150 14,2
100 6,0 10
50 1,7
0
25 0,38 0 50 100 150 200 Q in nC
Nach dem Verlauf des Graphen könnte man eine quadratische Abhängig- Wird F über
keit vermuten. Genauere Untersuchungen ergeben: F ~ Q1 · Q2 Q1 · Q2 = Q2 aufge-
Die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Kraft F und dem tragen, so erhält
Abstand der Kugelmittelpunkte r bei bestimmter Ladung der Kugeln man eine Ursprungs-
(Q = 100 nC) ergibt: gerade. Die Vermu-
tung ist demzufolge
richtig.
r in cm F in mN F in mN
10 8,9
10
15 3,9
20 2,3 5
25 1,4
0
30 0,95 0 10 20 30 40 r in cm
Wird F über } 1 auf-
r2
getragen, so erhält
Daraus könnte man eine indirekte Proportionalität vermuten. Tatsächlich man eine Ursprungs-
gilt aber für den Zusammenhang zwischen Kraft F und Radius r : gerade.
Folglich gilt:
1
F~} 1
2 F~} 2
r r
Der Proportiona- Das coulombsche Gesetz weist Analogien mit dem Gravitationsgesetz auf,
litätsfaktor beim das Sie aus dem bisherigen Physikunterricht kennen.
Gravitationsgesetz
ist die Gravitations- Gravitationsgesetz Coulombsches Gesetz
konstante:
m3
G = 6,673 · 10 –11 } macht eine Aussage über die Kraft macht eine Aussage über die Kraft
2
kg · s zwischen zwei Körpern aufgrund ihrer zwischen zwei Körpern aufgrund ihrer
Masse. Ladung.
m1 m2 Q1+ Q2–
F –F F –F
r r
1 2m ·m 1 Q ·Q
2
F~} 2
F~} 2
r r
Elektronenbewegung
Elektronenbewegung
In der Mitte des 19. Jahrhunderts fand miChael Damit könnte man die Elementarladung e bestim-
Faraday (1791–1867), dass bei der Elektrolyse zur men.
Abscheidung einer bestimmten Anzahl von Atomen Das Problem besteht allerdings in der Ermittlung der
gegebener Wertigkeit immer die gleiche Ladung Masse. Um es zu lösen, wandte milliKan folgenden
erforderlich ist. Auf dieser Grundlage versuchte der „Trick“ an: Neben der Gewichtskraft und der Feld-
britische Physiker g. J. stoney (1826 –1911) eine erste kraft wirkt auf die kleinen Tröpfchen auch die Rei-
Abschätzung der Elementarladung, konnte aber nur bungskraft FR. Die geladenen Tröpfchen bewegen
einen statistischen Mittelwert angeben. sich gleichförmig nach oben, wenn
F = FG + FR oder FR = F – FG (1)
Mit einem völlig anderen Verfahren gelang es dem
amerikanischen Physiker robert andreWs milliKan und gleichförmig nach unten, wenn
(1868 –1953), in den Jahren 1909 bis 1913 erstmals,
FR = F + FG. (2)
die Elementarladung e relativ genau zu bestimmen.
Er nutzte dazu die Tröpfchenmethode, der Versuch Nach dem stokesschen Gesetz beträgt die Reibungs-
wird heute als MillikanVersuch bezeichnet. milliKan kraft:
erhielt für die Präzisionsmessung der Elementarla-
FR = 6π · η · r · v
dung 1923 den Nobelpreis für Physik.
Das Prinzip des Millikan-Versuchs ist in den Abbil- Dabei bedeuten η die dynamische Viskosität, r den
dungen 1 und 2 dargestellt. Radius des Öltröpfchens und v die Geschwindigkeit.
In ein senkrecht gerichtetes homogenes elektrisches Aus den Kräftegleichgewichten (1) und (2) kann
Feld werden Öltröpfchen gesprüht, die sich durch man die Geschwindigkeit beim Sinken und Steigen
Reibung aufladen. Sie werden durch ein Mikroskop ermitteln und erhält:
beobachtet (Abb. 1). Liegt kein elektrisches Feld
N·e·E + m·g N·e·E – m·g
an, sinken die Tröpfchen unterschiedlich schnell v1 = } v2 = }
6π · η · r 6π · η · r
nach unten. Nach Anlegen eines Felds sinken einige
Tröpfchen schneller, andere schweben oder steigen. Um N · e zu bestimmen, bildet man v1 + v2 und
Nach Umpolen der Spannung kehrt sich die Bewe- v1 – v2 und erhält eine Gleichung für N · e mit durch-
gungsrichtung um (Abb. 2). weg messbaren Größen bzw. Stoffkonstanten. Ge-
Bei schwebenden Tröpfchen sind die Beträge von naue Messungen ergaben:
Gewichtskraft FG und Feldkraft F gleich groß. Für
e = 1,602 176 46 · 10 –19 C
diesen Fall gilt:
U m·g·d Die Elementarladung e ist eine fundamentale Natur-
m·g = N·e·} oder e = }
N·U
d konstante.
F +
– U
–
FG
FG – F –
U
+
1 Kammer für die Beobachtung der geladenen 2 Je nach Richtung des Felds wirken Gewichtskraft
Öltröpfchen. Die Messung ihrer Geschwindigkeit FG und Feldkraft F in entgegengesetzter oder in
erfolgt mithilfe eines Mikroskops mit Skala. gleicher Richtung.
Elektrische Felder spielen nicht nur in der Physik, sondern auch in Natur
und Technik eine wichtige Rolle. Wir wollen uns nachfolgend genauer mit
ihrer Beschreibung und ihren Eigenschaften beschäftigen.
Dabei betrachten wir ausschließlich Felder, die sich zeitlich nicht ändern.
Sie werden als statische elektrische Felder oder als elektrostatische Felder
bezeichnet.
Da wir kein Sinnesorgan für elektrische Felder haben, sind sie nur an ihren
Wirkungen erkennbar und nachweisbar, etwa durch Kräfte auf Probela-
dungen. Die Struktur elektrischer Felder lässt sich experimentell veran-
schaulichen.
In einem Gefäß mit zwei Elektroden befindet sich Öl, auf das gleichmäßig Im elektrischen Feld
Grießkörnchen gestreut werden. Werden die Elektroden ungleichnamig bilden die Grieß-
aufgeladen, so ordnen sich die Grießkörnchen zu regelmäßigen Ketten an körnchen kleine
(b Abb. 1). Zeichnet man anstelle dieser Ketten Linien, so erhält man ein Dipole (dielektri-
Feldlinienbild des elektrischen Felds (b Abb. 2). sche Polarisation,
b S. 266).
– + – +
–
+
+ – + – – +
+
–
–
Das Modell der Feld- Ein Feldlinienbild ist ein Modell für ein elektrisches Feld. Es ermöglicht
linien wurde von Aussagen über die Struktur des Felds sowie über die Richtung der Kräfte
m iChael F araday auf andere geladene Körper oder Teilchen, die sich im Feld befinden.
(1791 –1867) in die
Physik eingeführt.
Er erwarb sich große
Für das Feldlinienbild als Modell des elektrischen Felds gilt:
Verdienste um die – Feldlinien beginnen und enden an Ladungen.
Physik der Felder. – Als Richtung der Feldlinien ist die Richtung von + nach – festgelegt.
411 335 – Je größer die Anzahl der Feldlinien in einem bestimmten Gebiet des
Felds ist, desto stärker ist die dort wirkende Kraft auf einen gelade-
Die Richtung der nen Körper.
Feldlinien verläuft – Die Richtung der Feldlinien gibt die Richtung der wirkenden Kraft
vereinbarungsge-
auf einen geladenen Körper an. Dabei ist die Art der Ladung zu be-
mäß von + nach –.
rücksichtigen.
Feld zwischen zwei ungleich- Feld zwischen zwei geladenen Feld um eine geladene Kugel
namig geladenen Platten Kugeln (Radialfeld)
+ – + – +
Die elektrische Feldstärke in einem Punkt eines elektrischen Felds gibt Für die Einheit gilt:
an, wie groß die Kraft auf eine Ladung in diesem Punkt ist. N =1
1}
kg · m
C }
2 s ·A·s
Formelzeichen: E = V·A·s
1}
N) A·s·m
Einheit: ein Newton durch Coulomb (1 }
C V
=1}
m
ein Volt durch Meter V
(1 }
m)
Wir bezeichnen hier Die elektrische Feldstärke kann berechnet werden mit der Gleichung:
und nachfolgend
F
die felderzeugende E=}
q
F Kraft auf einen positiv geladenen Körper
Ladung mit Q, die q Ladung dieses Körpers
Ladung eines gela-
denen Körpers im
Feld (Probeladung, Bei einem homogenen elektrischen d
+ –
Probekörper) mit q. Feld ist die elektrische Feldstärke
an allen Stellen gleich groß. Sie + F
hängt bei einem elektrischen Feld q
Mit der Festlegung zwischen zwei parallel zueinander
F stehenden Platten (Plattenkonden-
E=}
q
stimmt die Richtung sator) nur vom Abstand d der Plat-
ten und der Spannung U zwischen + –
der Feldstärke in
einem Punkt mit der ihnen ab. U
Richtung der Feld-
linie durch diesen Für das homogene Feld im Innern eines Plattenkondensators kann die
Punkt überein. elektrische Feldstärke berechnet werden mit der Gleichung:
Die Kraft F, die auf U
E=} U Spannung zwischen den Platten
einen geladenen d
Körper in einem
d Abstand der Platten
Feld wirkt, wird
als Feldkraft be-
Beträgt z. B. die Spannung zwischen den Platten 100 V und der Plattenab-
zeichnet. 100 V = 1 000 V .
stand 10 cm = 0,1 m, dann ist E = }
0,1 m }
m
Analyse:
Zur Berechnung können die oben genannten Gleichungen für die elek-
trische Feldstärke genutzt werden.
Gesucht: F
Gegeben: d = 3,2 cm = 0,032 m
U = 1,5 kV = 1 500 V
q = 20 nC = 2,0 · 10 – 8 C
Lösung:
Für die Einheit gilt: U erhält man:
Aus F = q · E und E = }
d
C·V = 1 A·s·V
1} U
m }m F = q·}
d
= Ws
1}
m
F = 2,0 · 10 – 8 C · }
1 500 V
0,032 m
= Nm
1} =1N
m
F = 9,4 · 10 – 4 N
Ergebnis:
Auf den geladenen Körper wirkt im Feld eine Kraft von 9,4 · 10 – 4 N.
Bewegt man einen elektrisch geladenen Körper unter Kraftaufwendung Das Bewegen eines
in einem elektrischen Feld, so wird an dem geladenen Körper Arbeit ver- geladenen Körpers
richtet. im elektrischen Feld
ist vergleichbar mit
Heben eines Körpers Bewegen einer Ladung dem Heben eines
im Gravitationsfeld im elektrischen Feld Körpers im Gravita-
tionsfeld. In beiden
–FG –Fq
Fällen wird Arbeit
Weg s q+ im Feld verrichtet.
m
FG Fq
–
Diese Arbeit kann in einfacher Weise berechnet werden, da die Kraft kon-
stant ist und in Richtung des Wegs wirkt. Unter diesen Bedingungen gilt
für die verrichtete Arbeit: W = F · s
Mit der Feldkraft F = E · q und dem Weg s erhält man:
Die von einem Körper oder an einem Körper verrichtete Arbeit ist Es muss zwischen
gleich der Änderung seiner Energie: der Energie eines
geladenen Körpers
W = ∆Epot = q · E · s oder Teilchens im
elektrischen Feld
und der Energie des
Ähnlich wie bei der potenziellen + Felds selbst (Feld-
Energie (Höhenenergie) in der Me-
P Energie energie) unterschie-
chanik wird bei der Energie eines E>0 den werden.
Körpers bzw. Teilchens im elektri- Wir betrachten hier
schen Feld ein Nullniveau verein- die Energie eines
bart. Das sei ein beliebiger Punkt P0 + Energie Körpers im Feld.
– E=0
der negativ geladenen Platte. Be- P0 Informationen zur
wegt man einen positiv geladenen Feldenergie sind auf
Körper von P0 nach P, so vergrößert sich seine Energie um die verrichtete den Seiten 282 – 283
mechanische Arbeit. zu finden.
In Analogie zur Mechanik wird diese Energie als potenzielle Energie eines
geladenen Körpers im homogenen elektrischen Feld bezeichnet.
Um jeden Punkt eines beliebigen elektrischen Felds unabhängig von der
jeweils im Feld befindlichen Ladung kennzeichnen zu können, wird der
Begriff Potenzial eingeführt.
Damit ist das Potenzial gut geeignet, eine längst bekannte Größe – die
elektrische Spannung – in anderer Weise als bisher bekannt zu definieren.
Schon die Übereinstimmung der Einheiten zeigt, dass zwischen Potenzial
und Spannung ein enger Zusammenhang besteht. Aus der Gleichung für
Die Spannung ist die elektrische Arbeit W = U · I · t folgt mit I · t = q:
also gleich dem W = U·q oder
Quotienten aus der
W
U=} (1)
an einer Ladung q
q verrichteten
Mit W = q · E · s erhält man aus (1):
Arbeit W und dieser
q·E·s
Ladung. q = E·s
U=} (2)
Die Xerografie
Die Xerografie ist ein Verfahren, das heute bei al- das Papier durch eine Fixiereinheit geführt, in
len gängigen Kopiergeräten und bei Laserdruckern der die Tonerpartikel schmelzen und sich da-
genutzt wird. Die Bezeichnung ist aus dem Griechi- durch fest mit dem Papier verbinden.
schen abgeleitet und kann mit „trocken schreiben“
übersetzt werden. e) Nachdem die Tonerpartikel auf das Papier über-
tragen wurden, muss die Trommel vollständig
Das Verfahren wurde von C. F. Carlson (1906 –1968) entladen und von Tonerpartikeln gereinigt wer-
entwickelt und 1937 zum Patent angemeldet. Die den. Das geschieht durch eine stabförmige Licht-
ersten kommerziellen Kopierer wurden 1949 auf quelle (Entladelampe). Tonerrückstände werden
den Markt gebracht. über einen Abstreifer entfernt, in einem einge-
bauten Behälter gesammelt und entsorgt.
Wir betrachten als Beispiel einen Laserdrucker bzw.
einen digitalen Kopierer. Sein Kernelement ist eine a) Draht für Sprühentladung
elektrostatische
metallische Trommel, die außen mit einer lichtemp- Aufladung – – –– lichtempfindliche
– Halbleiterschicht
findlichen Schicht aus organischen Halbleitern ver-
––––––
5 kV ++++++ – – –
sehen ist (b Abb. 1a). Alle übrigen in den Skizzen ++ –
++
dargestellten Bauteile sind rings um die Trommel
angeordnet.
Aluminiumtrommel
In der Literatur Damit hat man eine weitere Möglichkeit zur Kennzeichnung der Stärke
findet man für Q
eines elektrischen Felds durch die Größe }
A
.
Q
die Größe } A
die
Bezeichnungen Die Beziehung kann man zugleich nutzen, um die elektrische Feldstärke
Flächenladungs zu messen. Darüber hinaus lässt sich damit die Feldstärke eines Radialfelds
dichte, elektrische
ermitteln. Dazu werden um eine kleine geladene Kugel mit der Ladung Q
Verschiebungsdichte
zwei große Halbkugelschalen mit dem Radius r gelegt. Die durch Influenz
oder elektrische
Flussdichte in Analo-
auf den Halbkugelschalen hervorgerufene Ladung ist genauso groß wie
gie zu einer entspre- die Ladung der kleinen Kugel.
chenden Größe zur Dann gilt für die Flächenladungsdichte:
Charakterisierung Q Q
}
A
= }2
des magnetischen 4π · r +
Q
–
Felds. Mit } ~ E erhält man:
A
–+
+–
Q
E~} 2
4π · r
Q
+
+
–
–+
sich }1
ε0 . über, so ändert das nichts am Sachver-
–
+
halt. Durch Einbeziehung eines Propor- A = 4π · r 2
tionalitätsfaktor erhält man als Ergebnis:
Ein von mehreren Ladungen erzeugtes resultierendes Feld lässt sich In jedem Punkt des
durch Überlagerung der Felder der einzelnen Ladungen konstruieren. Felds ist die Feld-
kraft tangential zu
der entsprechenden
Betrachten wir als Beispiel zwei Punktladungen, die unterschiedlich gela- Feldlinie gerichtet.
den sind. Jede einzelne Punktladung besitzt ein eigenes radialsymmetri-
sches Feld. Die betreffenden Feldlinien sind grau eingezeichnet. Die Rich-
tung der Feldlinien ist aufgrund
ihrer Ladung unterschiedlich.
An jeder Stelle addieren sich nun
die einzelnen Feldstärken vektori-
ell zur Gesamtfeldstärke. Das ist für
einige ausgewählte Punkte grün
eingezeichnet.
+ –
Daraus ergibt sich insgesamt das
Feldlinienbild für das resultierende
Feld (rot eingezeichnet). Für einen
geladenen Körper gilt: Die resultie-
rende Kraft auf ihn ist die Vektor-
summe der einzelnen Feldkräfte.
1
E~}2 φ ~ }1r
r
+ r + r
In dem Radialfeld einer Punktladung haben alle Punkte auf der Oberflä-
che einer Kugel mit der Punktladung im Mittelpunkt das gleiche Potenzial.
Flächen gleichen Potenzials sind Äquipotenzialflächen. Die Feldlinien und
damit der Feldstärkevektor verlaufen senkrecht dazu. Das lässt sich in ver-
Die felderzeugende schiedener Weise darstellen, wie die nachfolgenden Skizzen zeigen.
Ladung befindet
sich in der Mitte. Räumliche φ In der Draufsicht erhält man das
Die Äquipoten- Darstellung folgende Bild:
ziallinien sind grün des Potenzial-
eingezeichnet, die verlaufs
Feldlinien schwarz.
y
Ein Kondensator ist ein Bauelement zur Speicherung elektrischer Ladung Abgeleitet ist der
bzw. elektrischer Energie. Er besteht aus zwei leitenden Schichten, die Begriff Kondensator
durch einen Isolator, Dielektrikum genannt, voneinander getrennt sind. von condensare, lat.
Die einfachste Bauform ist ein Plattenkondensator. = verdichten.
Weitere Bauformen
von Kondensatoren
sind Wickelkonden-
satoren, Keramik-
kondensatoren,
Drehkondensatoren
und Elektrolytkon-
+ – densatoren.
U I
Entladen Laden Entladen
+ V
–
t
Laden
t
Die Permittivi Die Kapazität eines Plattenkondensators kann berechnet werden mit
tätszahl, auch der Gleichung:
Dielektrizitätszahl
A
genannt, ist eine C = ε0 · εr · }
d
A Fläche einer Platte
Stoffkonstante, die d Abstand der Platten
die Beeinflussung ε0 elektrische Feldkonstante (ε0 = 8,854 · 10–12 }
As )
Vm
der Kapazität durch εr Permittivitätszahl
das Dielektrikum
angibt.
Für die Schaltung von Kondensatoren gelten folgende Gesetze:
Für Luft gilt:
εr = 1,00 Parallelschaltung Reihenschaltung
Bei Verwendung von
U U
speziellen kerami-
schen Werkstoffen C1
kann sich die Spei-
cherfähigkeit bei C2 C1 C2
gleicher Plattenflä-
che und gleichem
Abstand um den C = C1 + C2 + … + Cn 1 = 1 + 1 +…+ 1
}
C } C
1
}
C 2
}
C n
Faktor 10 … 10 000
erhöhen. U = U1 = U2 = … = Un U = U1 + U2 + … + Un
Q = Q1 + Q2 + … + Qn Q = Q1 = Q2 = … = Qn
Ein elektrisches Feld besitzt Energie. Diese Energie bezeichnet man als
Feldenergie.
W = }12 C · U 2
Da die verrichtete Arbeit gleich der Energieänderung ist, gilt:
Analyse:
a) Die im Kondensator gespeicherte Energie
kann aus Kapazität und Ladespannung
berechnet werden.
Gesucht: E
Gegeben: C = 100 µF = 10 – 4 F
U = 350 V Für die Einheiten
Lösung: gilt:
E = }12 C · U 2 1 F·V2 = 1 }
C ·V2
V
1. Erkunden Sie unter Nutzung des Internets, wo 2 Blitze können erhebliche Schäden anrichten.
erhebliche Schäden durch Blitze aufgetreten
sind und was Blitze dabei bewirkt haben. Luft nahe dem Erdboden ist ein schlechter Leiter. Je
höher man sich aber begibt, umso besser leitet die
2. Leichtsinn und Unkenntnis führen immer wieder Luft den elektrischen Strom. In Höhen über 70 km
zu vermeidbaren Schäden. Erkunden Sie, wie kann man die Luft als guten Leiter betrachten. Man
man sich bei einem heranziehenden Gewitter nennt diese Luftschicht Ionosphäre. Verglichen mit
verhalten sollte. der Luft nahe dem Erdboden ist auch die Erdober-
Stellen Sie einen Katalog von Verhaltensregeln fläche ein relativ guter Leiter.
zusammen und begründen Sie die einzelnen Re- Wir haben also einen riesigen Leiter in großer Höhe
geln physikalisch. und einen zweiten riesigen Leiter, die Erdoberfläche
(Abb. 1). Zwischen diesen beiden Leitern existiert
Blitze sind allerdings auch entscheidend dafür ver- ständig eine Spannung von etwa 300 kV. Da die Luft
antwortlich, dass das elektrische Feld der Erde erhal- dazwischen ein schlechter Leiter ist, fließt trotz der
ten bleibt. Um das zu verstehen, muss man einige hohen Spannung bei schönem Wetter je Quadratme-
elektrische Erscheinungen in der Atmosphäre ken- ter nur ein sehr kleiner Strom. Wenn man die Strom-
nen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass der Erdbo- stärke aber über die gesamten 500 Mio. Quadrat-
den elektrischen Strom leitet. kilometer der Erdoberfläche aufaddiert, erhält man
Gewitter- + 10 000 kV
Schönwetterstrom 1 500 A wolke Schönwetter-
strom
– 10 000 kV
1 Zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre besteht 3 Gewitter wirken wie eine elektrische „Pumpe“
eine Spannung von etwa 300 000 V. und halten den globalen Stromfluss aufrecht.
Achtung: bei Vergrößerung Erde wieder „rund“ machen! Achtung: bei Vergrößerung Erde wieder „rund“ machen!
Für gleichmäßig Das Produkt q · U ist damit die Energie, die geladene Teilchen haben, wenn
beschleunigte Be- sie eine bestimmte Beschleunigungsspannung U durchlaufen haben.
wegungen aus dem
Stillstand gilt:
Geladene Teilchen, die durch die Spannung U im elektrischen Feld be-
a = konstant
schleunigt werden, besitzen dann die Energie E = q · U.
v = a·t
Sie ist gleich ihrer kinetischen Energie:
s = }a2 t 2
q · U = }12 m · v 2
Für die Einheiten Wird ein zunächst ruhendes Elektron mit der Ladung q = e = 1,602 · 10–19 C
gilt: durch eine Spannung von 1 V beschleunigt, dann beträgt seine Energie:
1 C · 1 V = 1 As · V
E = 1,602 · 10–19 C · 1 V = 1,602 · 10–19 J
=1J
= 1 Nm
Die Energie eines durch 1 V beschleunigten Elektrons nennt man ein
Elektronenvolt (1 eV). Es gilt: 1 eV = 1,602 · 10–19 J
Die Einheit ein Elektronenvolt (1 eV) wird vor allem in der Atomphysik ge-
nutzt. Dabei wird häufig mit Vielfachen dieser Einheit gearbeitet:
q
In einem homogenen Längsfeld hängt die Geschwindigkeit von gela- Der Term }m wird als
denen Teilchen von der Beschleunigungsspannung und von ihrer spe- spezifische Ladung
bezeichnet.
zifischen Ladung ab.
Für Elektronen gilt
}q
v = √2U · } U Beschleunigungsspannung mit der Ladung e:
m
q
}
m spezifische Ladung des Teilchens e 11 C
m = 1,759 · 10 }
} kg
v = √} e
2U · }
m
}}}
√
v = 2 · 3 · 103 V · 1,759 · 1011 }
C
kg
Für die Einheiten
gilt:
v = 3,3 · 107 }
m } }
s
√}
kg √}
V·C = V·A·s
kg
}
Das ist immerhin eine Geschwindigkeit, die ca. 10 % der Vakuumlicht-
geschwindigkeit beträgt. Eine Verdopplung der Spannung führt zu ei-
√
= }
}
J =
kg
}2 √
kg · m2
kg · s
}
ner Vergrößerung der Geschwindigkeit um den Faktor √} 2 = 1,414. √s
= }
2
m2
= m
}
s
Eine klassische Vorstellung ist: Ein geladenes Teilchen hat eine bestimmte
Masse, unabhängig davon, ob es ruht oder ob es sich bewegt. Diese Vor- Bei }1 der Licht-
10
stellung gilt für Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit nicht geschwindigkeit
mehr. A. einstein hat erkannt: Bewegte Teilchen verändern mit der Ge- vergrößert sich die
schwindigkeit ihre Masse und damit ihre Energie. Es gilt: Masse im Vergleich
m zur Ruhemasse um
E = m·c2 = }0
}2 · c
2
√ v
1– }
c2
den Faktor 1,005,
also um 0,5 %. Bei
Dabei ist m0 die Masse des ruhenden Teilchens (Ruhemasse), c die Lichtge- der Hälfte der Licht-
schwindigkeit und v die Geschwindigkeit des Teilchens. Diese Masseände- geschwindigkeit ist
die Masse um den
rung muss man bei Beschleunigern (b S. 504 f.) beachten.
Faktor 1,15 größer.
10 % der Lichtge-
Eine andere klassische Vorstellung lautet: Überlagern sich zwei Geschwin- schwindigkeit er-
digkeiten v1 und v2, so ist bei gleicher Bewegungsrichtung die Gesamt- reichen Elektronen
geschwindigkeit v = v1 + v2. Auch diese Vorstellung gilt bei sehr großen schon bei einer Be-
Geschwindigkeiten nicht mehr (b S. 518). Die Grenzen klassischer Vorstel- schleunigungsspan-
lungen sind auf den Seiten 512 ff. ausführlich dargestellt. nung von 2,6 kV.
Je nach der Feldrichtung und der Ladung der Teilchen im Feld erfolgt ent-
weder eine gleichmäßig beschleunigte oder eine gleichmäßig verzögerte
Bewegung der Teilchen.
Die Gegenfeldmethode
Die Gegenfeldmethode ist ein Verfahren, mit dem Elektronen oder Ionen treten mit einer bestimm-
man die Geschwindigkeit und damit die Energie ten Geschwindigkeit durch die Gitterelektrode hin-
von geladenen Teilchen (Elektronen, Ionen) be- durch. Das elektrische Feld zwischen den beiden
stimmen kann. Das Verfahren geht auf den deut- Elektroden ist so gerichtet, dass die geladenen Teil-
schen Physiker PhiliPP lenard (1862 –1947) zurück, chen abgebremst werden.
der sich große Verdienste um die Erforschung der Bei geringer Gegenspannung gelangen geladene
Katodenstrahlen (Elektronenstrahlen) erworben Teilchen zur Auffangelektrode. Am empfindlichen
hat. Amperemeter wird ein Strom registriert.
Interessantes aus der Physik
Nutzbar ist die Gegenfeldmethode bei allen elek- Wird die Spannung U vergrößert, so wird die
trisch geladenen Teilchen, die sich mit einer be- Stromstärke schließlich null. Für diesen Grenzfall
stimmten Geschwindigkeit v bewegen. Das Prinzip gilt:
ist in Abb. 1 dargestellt. kinetische Energie der Arbeit gegen das
=
Gitterelektrode Auffangelektrode geladenen Teilchen elektrische Feld
1
}2 m · v 2 = q · U
v2
geladene F –
Die Umstellung nach der Geschwindigkeit v ergibt:
Teilchen
q
mit v > 0 v1 v 2 = 2U · }
m oder
– I
A }q
v = √2U · }
m
U
V Die Spannung U (bei I = 0) kann gemessen werden,
q
die spezifische Ladung } m der betreffenden Teil-
+ – chen muss bekannt sein. Für Elektronen beträgt sie
1,759 · 1011 C/kg. Ist die Geschwindigkeit der Teil-
1 Die geladenen Teilchen werden durch ein chen unterschiedlich, so erhält man auf diese Weise
Gegenfeld abgebremst. die Geschwindigkeit der schnellsten Teilchen.
y
Es überlagern sich
+ eine gleichförmige
vy v y2
Bewegung mit
y1 vx v0 in horizonta-
d x ler Richtung mit
Leucht- einer gleichmäßig
schirm beschleunigten Be-
– wegung in vertikaler
l s Richtung.
Innerhalb des Felds überlagern sich eine gleichförmige Bewegung in Die Bewegungen in
x-Richtung mit einer gleichmäßig beschleunigten Bewegung in y-Richtung. x-Richtung und in
Für die Wege in diesen Richtungen gilt: y-Richtung verlaufen
unabhängig vonein-
x = v0 · t (1) y = }12 a · t 2 (2) ander.
x
Mit t = }
F
Für die Beschleunigung a gilt nach dem newtonschen Grundgesetz a = } v ergibt sich:
m.
0
U
Mit F = E · q und E = } erhält man für den Weg in y-Richtung: x
vy = a · t = a · }
d v 0
q
U· ·t2 U· : q
y = }12 } } (3) und mit a = } }
d m
d m
q
U· · x
x
Stellt man Gleichung (1) nach t um (t = } vy = } } }
v0 ) und setzt man das in Gleichung d m v 0
Nach Verlassen des elektrischen Felds bewegen sich die geladenen Teilchen
geradlinig weiter. Die Ablenkung y2 auf einem Schirm beträgt dann:
q
} }2 (}2
U· · l l + s
y2 = }
d m )
v0
Setzt man die Geschwindigkeit v0 = √2UB · }
}q
UB ist die Beschleu- m ein, so erhält man:
nigungsspannung.
d U (2 )
U· l l + s
y2 = }12 · } } }
B
Mit einer solchen Die Ablenkung eines geladenen Teilchens hängt von der Ablenkspan-
Anordnung kann nung U, von der Beschleunigungsspannung UB (Geschwindigkeit der
man demzufolge
Teilchen) und den Abmessungen der Anordnung ab. Sie ist unabhän-
nicht die spezifische
gig von der spezifischen Ladung des Teilchens.
Ladung von Teilchen
bestimmen.
Elektronen mit einer Energie von 420 eV treten senkrecht zu den Feld-
linien in ein homogenes elektrisches Feld ein. Dieses Feld existiert zwi-
schen zwei Platten, die 5,0 cm lang sind und einen Abstand von 2,6 cm
voneinander haben.
a) Welche Geschwindigkeit haben die Elektronen beim Eintritt in das
elektrische Feld?
b) Wie groß muss die Ablenkspannung sein, damit die Ablenkung des
Elektronenstrahls am Ende der Ablenkplatten 1,8 mm beträgt?
Analyse:
Wir gehen von einer ungehinderten Bewegung der Elektronen aus. Die
Geschwindigkeit der Elektronen ergibt sich aus ihrer Energie. Die Ab-
lenkspannung kann aus der Ablenkung ermittelt werden.
Gesucht: v, U
Gegeben: E = 420 eV
d = 2,6 cm
l = 5,0 cm
y1 = 1,8 mm
Lösung:
Ein Elektronenvolt a) Aus der Definition der Einheit Elektronenvolt ergibt sich: UB = 420 V
(1 eV) ist die Ener- Damit erhält man als Geschwindigkeit der Elektronen:
gie, die ein Elektron
v = √}
}}}
nach Durchlaufen
e
2UB · } √ 11 C 7m
m = 2 · 420 V · 1,759 · 10 } = 1,2 · 10 }
kg s
einer Spannung von b) Durch Umstellen der auf S. 289 genannten Gleichung erhält man:
1 V besitzt: 2
m·d· 0 v
1 eV = 1,602 · 10–19 Ws U = 2y1 · }
e }2 l
m2
U = 2 · 1,8 · 10 –3 m · kg
· 0,026 m · }s (1,2 · 107 }
= 30,7 V
)
}11 2
1,759 · 10 C (0,05 m)
Ergebnis:
Elektronen mit einer Energie von 420 eV besitzen eine Geschwindigkeit
von 1,2 · 107 }
m . Bei einer Ablenkspannung von etwa 31 V beträgt die
s
Ablenkung im Feld 1,8 mm.
y-Ablenkplatten
Wehnelt- Elektronenstrahl + (vertikal)
zylinder
Heizung
Leucht-
schirm
Katode
+ –
– +
x-Ablenkplatten evakuierter
Anode (horizontal) Glaskolben
1 Prinzipieller Aufbau einer braunschen Röhre mit elektrischer Ablenkung
In der Nacht vom 27. zum 28. September 2003 star- Ionen die Gitterelektrode G1 passiert haben, werden
tete die erste Mondmission der Europäer. Ein Ziel der sie durch das starke elektrische Feld zwischen G1 und
Mission war die Erprobung eines Ionentriebwerks G2 beschleunigt. Der Impuls der austretenden Xe-
für Weltraumreisen. Mit der Raumsonde SMART-1 Ionen ruft nach dem Rückstoßprinzip einen gleich
(Small Missions for Advanced Research in Techno- großen Impuls in entgegengesetzter Richtung her-
logy) wurden neue Techniken für künftige Expediti- vor, der die Sonde beschleunigt.
onen ins Weltall getestet. Das Antriebsaggregat von Katode K2 führt den Xe-Ionen Elektronen zu. Damit
SMART-1 war ein Ionentriebwerk. wird eine ständige Aufladung der Sondenhülle ver-
hindert.
Nachdem die Sonde mit einer Trägerrakete vom Das Triebwerk lief insgesamt ca. 5 000 Stunden, die
Typ Ariane-5 in eine Erdumlaufbahn transportiert notwendige elektrische Energie lieferten Solarzellen
wurde, begann dort das Ionentriebwerk zu arbei- mit einer Leistung von 1 900 W.
ten. Mit einer Schubkraft von etwa 70 Millinew- Der Vorteil eines solchen Triebwerks besteht vor al-
ton (!) war die Beschleunigung der anfangs 367 kg lem in der geringen Menge an Treibstoff, die benö-
schweren Sonde (davon 82,3 kg Xenon als Treib- tigt wird.
stoff) außerordentlich klein. Sie reichte aber aus, Ein Nachteil ist die geringe Schubkraft eines solchen
um die Sonde auf einer spiralförmigen Bahn allmäh- Ionentriebwerks.
lich von der Erde in Richtung Mond zu bringen. Die
Sonde legte innerhalb von 14 Monaten etwa 100 G1 G2
Millionen Kilometer zurück und schwenkte dann Tank
in eine Mondumlaufbahn ein. Nachdem sämtlicher Xe K2
Treibstoff verbraucht war, stürzte die Sonde, so wie e–
geplant, am 3. 9. 2006 auf die Mondoberfläche.
K1 Xe+
Die Funktionsweise eines Ionentriebwerks ist aus Ionenstrahl
Abb. 2 erkennbar. In einem keramischen Trichter von
Vorkammer
etwa 10 cm Durchmesser (Vorkammer) treten durch
Glühemission Elektronen aus der Katode K1 aus und
werden im elektrischen Feld zwischen K1 und G1 be-
schleunigt.
Aus dem Tank wird geregelt Xenon zugeführt. Sto- – + –
ßen die beschleunigten Elektronen mit Xe-Atomen U1 U2
zusammen, so entstehen Xe-Ionen. Wenn diese 2 Aufbau eines Ionentriebwerks
1 SMART-1 mit Ionentriebwerk (Simulation). Das Foto rechts zeigt einen Test des Triebwerks im Labor.
Elektrische Felder
Überblick
Um elektrisch geladene Körper existiert ein elektrisches Feld. In ihm werden auf andere
elektrisch geladene Körper Kräfte ausgeübt. Die Struktur eines elektrischen Felds lässt sich
mit Feldlinien oder mit Äquipotenziallinien beschreiben. Ein Feldlinienbild oder ein Bild aus
Äquipotenziallinien ist ein Modell des real existierenden elektrischen Felds.
+ – + –
Im Plattenkondensator ist die Feldstärke E senkrecht zu den Platten gerichtet und überall
F
konstant: E = } U
q = konstant E=}
d
Die Kapazität C gibt an, wie viel Ladung bei Die Energie E gibt an, wie viel Energie im elek-
bestimmter Spannung gespeichert werden kann. trischen Feld des Kondensators gespeichert
werden kann.
Q
C=}
U
A
C = ε0 · εr · }
d
E = }12 Q · U E = }12 C · U 2
Bewegen sich geladene Teilchen in einem homogenen elektrischen Feld, wirkt auf sie in
Richtung der Feldlinien eine konstante Feldkraft F = q · E.
F –
+
q
+ –
–
– F
q v
d
+
Positiv und negativ geladene Teilchen werden Positiv geladene Teilchen werden in Feldrich-
gleichmäßig beschleunigt. tung (nach oben), negativ geladene Teilchen
} entgegen der Feldrichtung (nach unten) be-
q · U = }12 m · v 2 v= √2 U ∙ }mq schleunigt und damit abgelenkt.
Die Energie von geladenen Teilchen wird häufig in der Einheit Elektronenvolt (1 eV) ange-
geben. Es gilt: 1 eV = 1,602 · 10–19 J
++
+
–
–
Welche Effekte können damit verbunden sein? –
–
–
–
2. 418 844 Eine haarige Sache –
Experimente mit geladenen Körpern waren und sind a) Interpretieren Sie dieses Feldlinienbild.
sehr beliebt. b) Welche Aussagen kann man aus dem Feldlinien-
bild über die Stärke des Felds in der Nähe der
Spitze bzw. in der Nähe der Platte treffen?
Begründen Sie.
a) b)
9. 411 634 Das Feld an der Oberfläche 14. 416 564 Feldstärke im Kondensator
Begründen Sie, dass eine Feldlinie eines elektrischen Zwischen zwei parallelen Platten liegt eine Span-
Felds immer senkrecht auf einer Leiteroberfläche nung von 55 V. Der Abstand der Platten beträgt
steht. 20 cm.
11. 411 594 Kugel im Feld a) Wie groß ist die elektrische Feldstärke?
Bringt man eine sehr leichte, ungeladene leitende b) Ein positiv geladenes Teilchen mit q = 3,2 · 10 – 8 C
Kugel zwischen zwei unterschiedlich geladene Plat- wird von der Mitte zwischen den Platten bis zur
ten, dann passiert nichts. Bringt man sie dagegen in positiven Platte transportiert.
die Nähe eines geladenen Körpers, so wird sie aus- Wie groß ist die Veränderung seiner potenziellen
gelenkt. Wie kommt das? Energie?
c) Bestimmen Sie das Potenzial für die Endlage des
geladenen Teilchens q. Für die negativ geladene
Platte sei das Potenzial null.
+ – + d) Welche Geschwindigkeit erreicht das Teilchen
(m = 0,2 mg), wenn es den Weg von der positiven
Platte (v = 0) zur negativen Platte durchläuft?
19. 410 304 Gravitation und elektrische Kraft 23. 414 464 Offener Kondensator
Ein Elektron hat eine Ladung von 1,6 · 10 –19 C und Ein Plattenkondensator wird aufgeladen und dann
eine Masse von 9,1 · 10 –31 kg. von der Spannungsquelle getrennt. Wie ändern sich
a) Vergleichen Sie die Gewichtskraft eines Elektrons Feldstärke und Spannung, wenn der Plattenabstand
mit der nach oben gerichteten Feldkraft im Feld a) halbiert,
eines waagerecht angeordneten Plattenkonden- b) verdoppelt,
sators. Der Plattenabstand beträgt 10 cm, die c) auf 10 % verringert,
Spannung zwischen den Platten 1,0 V. d) um 30 % vergrößert
b) Wie bewegt sich das Elektron aufgrund der wir- wird?
kenden Kräfte?
24. 414 414 Energievermehrung
20. 410 254 Schwebende Watte Wird bei einem geladenen, von der Spannungsquelle
Ein kleiner Wattebausch (m = 0,15 g) mit einer La- getrennten Kondensator der Plattenabstand vergrö-
dung von + 5 · 10 –9 C soll zwischen zwei horizon- ßert, so vergrößert sich auch die im Feld gespeicherte
tal angeordneten Kondensatorplatten (d = 5 cm) Energie. Woher kommt diese zusätzliche Energie?
schweben.
a) Skizzieren Sie den Sachverhalt. Zeichnen Sie alle 25. 415 884 Energie in zwei Kondensatoren
wirkenden Kräfte ein. Zwei Kondensatoren C1 und C2 mit unterschied-
b) Welche Spannung muss zwischen den Konden- lichen Kapazitäten sind in Reihe geschaltet. Werden
satorplatten anliegen, wenn der Wattebausch sie parallel geschaltet, so ändert sich die in ihnen ge-
schweben soll? Was geschieht, wenn die Span- speicherte Energie. Begründen Sie, warum das der
nung vergrößert wird? Fall ist und wie sich die Energie ändert.
26. 412 984 Plattenkondensator 30. 412 644 Felder in der Umgebung
An einem Plattenkondensator liegt eine Spannung Elektrische Felder sind überall in unserer Umgebung
von 1,5 kV. vorhanden.
a) Welche Energie ist erforderlich, um eine positive a) Erkunden Sie, welche Feldstärken dabei auftre-
Ladung q = 6,5 · 10 – 6 C von der negativ gelade- ten und ob damit gesundheitliche Gefährdungen
nen Platte zur anderen zu transportieren? verbunden sind.
b) Wie groß ist die Potenzialdifferenz zwischen der b) Erkunden und präsentieren Sie eine Möglichkeit
negativ geladenen Platte und einem Punkt in der für den Nachweis solcher elektrischer Felder.
Mitte zwischen den Platten? Begründen Sie.
31. 416 004 Miniaturisierung
27. 413 424 Potenzial im Kondensator Die Durchschlagsfeldstärke in normaler Luft beträgt
Im homogenen Feld eines Plattenkondensators 2,0 · 106 }
V
m , d. h., bei dieser Feldstärke wird die Luft
herrscht eine Feldstärke von 7,0 · 104 }
V
m . Der Platten- leitend. In einem Chip sind kleine Kondensatoren,
abstand beträgt 1,2 cm, die Fläche 245 cm2. an denen die Spannung 5,0 V liegt.
a) Berechnen Sie die Spannung am Kondensator. Welchen Abstand dürfen die Platten minimal ha-
b) Ein Punkt ist 0,40 cm von der negativen Platte ben? Inwieweit ergibt sich daraus ein Problem für
(φ = 0) entfernt. Bestimmen Sie das Potenzial die- die Miniaturisierung von Chips?
ses Punkts bezüglich beider Platten.
c) Welche Energie ist im Kondensator gespeichert? 32. 418 164 Protonen im Längsfeld
d) Welche Energie hat ein Elektron, das aus der Protonen werden im Feld eines Plattenkondensators
negativen Platte ausgetreten ist, wenn es die an- (U = 800 V, d = 4,0 cm) beschleunigt.
dere Platte erreicht? a) Wie groß ist ihre Beschleunigung?
b) Welche maximale Geschwindigkeit können sie
28. 415 304 Energie im Kondensator aus der Ruhe heraus erreichen?
Ein Kondensator mit einer Kapazität von 2,4 �F wird
mit einer Spannung von 120 V aufgeladen. 33. 414 824 Ablenkung im Feld
a) Wie viel Energie ist dann in ihm gespeichert? Ein Elektron verlässt die Glühkatode und wird in
b) Wie hoch könnte man mit dieser Energie einen Richtung Anode gleichmäßig beschleunigt. Durch
10 g schweren Körper heben? ein Loch in der Anode tritt das Elektron in ein homo-
c) Mit welcher Geschwindigkeit müsste sich ein 10 g genes elektrisches Feld ein, das senkrecht zur Bewe-
schwerer Körper bewegen, damit er die Energie gungsrichtung steht (b Skizze).
besitzt, die im Kondensator gespeichert ist? a) Beschreiben und begründen Sie die Bewegung
des Elektrons.
29. 412 804 Feldstärkemessung b) Mit welcher Geschwindigkeit tritt das Elektron
Zur Bestimmung der Stärke eines elektrischen Felds durch die Anode hindurch?
kann man folgendermaßen vorgehen: c) Prüfen Sie, ob das Elektron das elektrische Quer-
An die betreffende Stelle werden zwei kleine lei- feld verlässt oder auf eine der Platten trifft.
tende Platten gebracht. Diese an isolierten Stielen
5,0 cm
befestigten Platten werden im Feld getrennt, die
Katode Anode +4V
auf ihnen influenzierte Ladung wird gemessen. An
einer Stelle beträgt die auf den Platten (r = 2 cm) in-
fluenzierte Ladung 2,7 · 10 –10 C. 2,0 cm
–
Wie groß ist die elektrische Feldstärke an dieser
Stelle? 600 V
0V
Das Phänomen des Magnetismus ist schon seit dem Altertum bekannt.
Elektromagnetismus wurde erstmals 1820 von dem dänischen Physiker
H ans C Hristian o ersted (1777–1851) nachgewiesen.
Magnete sind Körper, die auf andere Körper in ihrer Umgebung (Kör
per aus Eisen, Nickel oder Cobalt, stromdurchflossene Leiter) Kräfte
ausüben.
412 455
H ans C Hristian Dabei wird zwischen Dauermagneten (Permanentmagneten) und Elektro-
o ersted entdeckte
magneten unterschieden. Dauermagnete bestehen aus ferromagnetischen
1820, dass ein
Stoffen. Das sind z. B. Stoffe mit einem hohen Anteil an Eisen, Nickel oder
stromdurchflossener
Leiter eine Magnet
Cobalt. Körper aus diesen Stoffen werden von Magneten angezogen. Das
nadel beeinflusst. hängt mit ihrer Struktur zusammen (b S. 301).
Eine magnetische Wirkung tritt auch um stromdurchflossene Leiter, insbe
sondere stromdurchflossene Spulen auf. Stromdurchflossene Spulen wer
In der Technik den als Elektromagnete (b Abb. 2) bezeichnet.
genutzte Elektro- Ein Magnet übt auf andere Magnete und auf Körper aus ferromagneti
magnete bestehen schen Stoffen Kräfte aus. Die Bereiche mit der größten magnetischen Kraft
zumeist aus einer werden als Magnetpole bezeichnet. Da sich eine kleine Magnetnadel im
Spule mit Eisenkern. Magnetfeld der Erde in NordSüdRichtung ausrichtet, bezeichnet man die
Pole eines Magneten mit Nord (N) und Süd (S).
Dauermagnete
werden heute meist
aus Legierungen
und Oxidwerkstof
fen (Barium und
Eisenoxid, Neodym)
hergestellt. Sie kön
nen in verschiedene
Formen gebracht 1 Dauermagnete unterschiedlicher 2 Eine Spule mit Eisenkern bildet
werden. Form einen Elektromagneten.
Zeichnet man
anstelle der Ketten
aus Eisenfeilspänen
Linien, so erhält man
ein Feldlinienbild
des Magnetfelds.
Das Feldlinienbild eines Magnetfelds ist ein Modell des real existieren
den magnetischen Felds.
Kleine Magnet
nadeln richten sich
Feldlinienbild eines Stabmagneten Feldlinienbild eines Hufeisenmagneten im magnetischen
Feld so aus, dass
sie parallel zu den
Feldlinien sind.
N Die Richtung der
N S Feldlinien gibt bei
Dauermagneten die
S Richtung der Kraft
auf einen magneti
schen Nordpol an.
Diese Aussage gilt ebenfalls für Permanentmagnete, selbst wenn man dort
aus Gründen der Zweckmäßigkeit keine geschlossenen Linien zeichnet.
Richtung Sonne
regelrecht „zusam
mengedrückt“. Der
Schweif in Gegen
richtung reicht weit
in den Weltraum
hinaus. N
Weitere Untersuchungen zeigen: In einem stärkeren Magnetfeld ist der Statt von magne
Quotient größer, in einem schwächeren kleiner. Er ist somit geeignet, die tischer Flussdichte
Stärke eines Magnetfelds zu kennzeichnen. Aus historischen Gründen be wird auch von mag-
zeichnet man die Größe als magnetische Flussdichte. netischer Induktion
gesprochen.
Die magnetische Flussdichte gibt an, wie stark ein Magnetfeld ist.
Formelzeichen: B
Einheit: ein Tesla (1 T)
Die Richtung der magnetischen Flussdichte ist gleich der Richtung der Feld Analog ist die
linien des magnetischen Felds. Für die Einheit ergibt sich aus der Definiti Richtung der elek
onsgleichung 1 } N . Diese Einheit wird als ein Tesla (1 T) bezeichnet: trischen Feldstärke
A·m
gleich der Richtung
1T=1}N
A·m der Feldlinien des
elektrischen Felds.
Benannt ist die
Ein Leiter von 4,0 cm Länge befindet sich in einem Magnetfeld und
Einheit der magne-
wird von einem Strom der Stärke 5,1 A durchflossen. Auf ihn wirkt eine tischen Flussdichte
Kraft von 2,2 · 10–2 N. nach dem kroati
Wie groß ist die magnetische Flussdichte des Felds? schen Elektrotech
niker und Physiker
Analyse: n iCola tesla (1856
Da kein Winkel zwischen Leiter und Richtung des Magnetfelds ange bis 1943).
geben ist, gehen wir davon aus, dass beide senkrecht zueinander sind.
Dann kann die oben genannte Definitionsgleichung für die Flussdichte
angewendet werden.
Gesucht: B
Gegeben: l = 4,0 cm = 0,040 m
I = 5,1 A F = 2,2 · 10–2 N
Lösung:
Für den Fall l und damit I senkrecht zu B gilt für die Flussdichte: Für die Einheiten
F gilt:
B= }
I·l
1}N =1T
A·m
2,2 · 10–2 N
B= }}
5,1 A · 0,040 m
B = 0,11 T
Ergebnis:
Die magnetische Flussdichte des betreffenden Magnetfelds beträgt
0,11 T.
Demzufolge ist die magnetische Flussdichte in diesem Teil des Felds als
konstant anzunehmen. Wovon aber ist sie abhängig?
Durch eine Spule mit 1 000 Windungen fließt ein Strom der Stärke
1,0 A. Die Länge der Spule beträgt 15 cm, ihr Durchmesser 5,0 cm. In
der Spule befindet sich ein Kern aus einer speziellen Legierung mit ei
ner Permeabilitätszahl von 6 000. Wie groß ist die magnetische Fluss-
dichte in der Spule ohne und mit Kern?
Analyse:
Bei einer Länge von 15 cm und einem Durchmesser von 5,0 cm kann
man von einer langen Spule ausgehen. Demzufolge kann die auf S. 304
genannte Gleichung für die magnetische Flussdichte B genutzt werden.
Lösung:
Genutzt wird die Gleichung für die magnetische Flussdichte einer lan
gen, stromdurchflossenen Spule:
I·N
B = μ0 · μr · } l
Dann erhält man für die Spule ohne Kern ( μr = 1):
V · s 1,0 A · 1 000
B1 = 1,257 · 10– 6 } ·} 0,15 m
A·m
B1 = 8,4 · 10– 3 }
V · s = 8,4 · 10– 3 T
2
m
Für die Spule mit Kern vergrößert sich die Flussdichte um den Faktor
Für die Einheiten
μr = 6 000, beträgt also B2 = 8,4 · 10– 3 T · 6 · 103 = 50 T.
gilt:
V·s = 1 V·s·A =
1}
Ergebnis: 2 } 2
m m ·A
In der Spule ohne Kern beträgt die magnetische Flussdichte 8,4 · 10–3 T Nm = 1 N = 1 T
1} }
oder 8,4 mT, mit Kern dagegen 50 T. 2
m ·A m·A
Ein elektrisches Feld existiert um elektrisch gela Ein magnetisches Feld existiert um Permanentmag
dene Körper. nete und stromdurchflossene Leiter bzw. Spulen.
Ein elektrisches Feld kann mit dem Modell Feld Ein magnetisches Feld kann mit dem Modell Feld
linienbild veranschaulicht werden. linienbild veranschaulicht werden.
– +
–
+
+ N S
– – +
+
– –
Die Richtung der Feldlinien gibt die Richtung der Die Richtung der Feldlinien gibt an, wie sich kleine
Kraft auf einen positiv geladenen Körper an. Magnetnadeln im Feld ausrichten. Der Nordpol
zeigt in Feldrichtung.
Das elektrische Feld ist ein wirbelfreies Quellenfeld. Das magnetische Feld ist ein quellenfreies Wirbel
Das bedeutet: feld. Das bedeutet:
Die Feldlinien beginnen und enden an Ladungen. Die Feldlinien sind geschlossene Linien.
Die Stärke des elektrischen Felds wird mit der Die Stärke des magnetischen Felds wird mit der
Größe elektrische Feldstärke E beschrieben: Größe magnetische Flussdichte B beschrieben:
F F
E=}
Q
B=}
I·l
(B, F und I senkrecht zueinander)
V N
m)
Einheit: ein Volt durch Meter (1 } Einheit: ein Tesla (1 T = 1 }
A·m
)
Für das homogene Feld eines Plattenkondensators Für das homogene Feld im Innern einer langen
gilt: Spule gilt:
U I·N
E=}
d
B = μ0 · μr · } l
Die elektrische Feldstärke kann mit einem Feld Die magnetische Flussdichte kann mit einem Tesla
stärkemesser gemessen werden. meter bzw. mit einem Feldstärkemesser gemessen
werden.
Die Lorentzkraft
Bewegen sich geladene Teilchen senkrecht zu den magnetischen Feldli
nien, so wird auf sie im Magnetfeld eine Kraft ausgeübt. Diese Kraft wird
als Lorentzkraft bezeichnet.
Die Lorentzkraft ist die Kraft, die auf einzelne bewegte Ladungsträger
in einem Magnetfeld wirkt.
416 205
Der Betrag dieser Kraft kann unter der Voraussetzung, dass Bewegungs Benannt ist diese
richtung und Richtung des Magnetfelds senkrecht zueinander stehen, fol Kraft nach dem nie
gendermaßen ermittelt werden: derländischen Physi
ker H endrik a ntoon
In einem Leiter bewegen sich Elektronen mit einer mittleren Driftge
l orentz (1853 bis
schwindigkeit v. Die N Elektronen im Bereich eines Leiterstücks der Länge l
1928), der sie 1895
bewegen sich in der Zeit t durch einen Leiterquerschnitt, haben also die
in die Elektrodyna
Geschwindigkeit v = }tl . Dann beträgt die Stromstärke im Leiter: mik einführte.
Q N·e
I=}
t
=}t
(1)
Die Kraft auf ein Leiterstück der Länge l in einem Magnetfeld beträgt
(b S. 302 f.):
FL = B · I · l (2)
Unter der Voraussetzung, dass die Bewegung geladener Teilchen Für Elektronen und
senkrecht zur Richtung des Magnetfelds verläuft, kann der Betrag der Protonen ist der
Lorentzkraft berechnet werden mit der Gleichung: Betrag der Ladung:
Q = e = 1,602 · 10–19 C
FL = Q · v · B Q Ladung des Teilchens
(v ⊥ B) v Geschwindigkeit der geladenen Teilchen
B magnetische Flussdichte
Aus der Gleichung und den Bedingungen ergeben sich folgende Schluss
folgerungen:
– Da die Lorentzkraft so wie die Radialkraft (b S. 86) immer senkrecht zur
Bewegungsrichtung wirkt, ändert sich nur die Richtung, nicht aber der
Betrag der Geschwindigkeit der geladenen Teilchen.
– In einem homogenen Magnetfeld (B = konstant) ist die Kraft konstant. Die Lorentzkraft
Die geladenen Teilchen bewegen sich auf kreisförmigen Bahnen. wirkt als Radialkraft.
– Die Kräfte auf positiv und negativ geladene Teilchen gleicher Ladung
sind entgegengesetzt gerichtet, haben aber bei gleicher Geschwindig
keit und gleicher magnetischer Flussdichte den gleichen Betrag.
Die Richtung der Kraft auf geladene Teilchen und damit auch auf strom
durchflossene Leiter ergibt sich aus der Rechte-Hand-Regel (b S. 302).
Richtung des
magnetischen
+ – Felds
I (N g S)
Kraft-
S
richtung
F Stromrichtung
I
(von + nach –)
N
Statt sin α schreibt Bewegen sich die geladenen Teilchen nicht senkrecht, sondern unter ei
man auch häufig: nem beliebigen Winkel α zur Richtung des Magnetfelds, dann gilt für die
sin ² (v, B ) wirkende Lorentzkraft:
Der Zusammenhang
FL = Q · v · B · sin α
ist aus der folgen
den Skizze erkenn Daraus folgt:
bar: – Bewegen sich geladene Teilchen parallel zu den Feldlinien des magne
B und v liegen in tischen Felds (α = 0), so ist die Lorentzkraft null. Die Teilchen werden in
einer Ebene. ihrer Bewegung nicht beeinflusst.
– Bei senkrechtem Eintritt in das Feld wirkt die Lorentzkraft als Radial
FL
kraft. Die geladenen Teilchen bewegen sich auf kreisförmigen Bahnen
(b Skizze unten links).
B v – Bei schrägem Eintritt in das Magnetfeld (b Skizze unten rechts) wirkt
ebenfalls die Lorentzkraft, aber mit dem Betrag F = Q · vs · B. Dabei ist vs
α die Geschwindigkeitskomponente senkrecht zu den Feldlinien. Die Ge
schwindigkeitskomponente vP parallel zu den Feldlinien bewirkt, dass
v · sin α die Kreisbahn im dargestellten Fall nach rechts „auseinandergezogen“
wird und damit eine spiralförmige Bahn entsteht.
In der Erdatmosphäre vollziehen sich vielfältige energieärmeren Elektronen wird rotes Licht der
elektrische Erscheinungen. Dazu gehören Blitze Wellenlänge 630 nm ausgesendet. Blaue und vio
und andere Entladungserscheinungen ebenso wie lette Farbtöne ergeben sich beim Stoß von Elektro
Polarlichter oder die Existenz ionisierter Schichten nen mit Stickstoffmolekülen. Da nur energiereiche
(HeavisideKennellySchichten) oder von Strahlungs Teilchen tief in die Atmosphäre eindringen können,
gürteln, die 1958 in Auswertung von Satellitenmes tritt grünes Polarlicht vorwiegend in Höhen von 100
sungen durch den amerikanischen Astrophysiker bis 200 km auf, rotes Polarlicht dagegen in Höhen
J ames van a llen (1914 – 2006) entdeckt wurden. zwischen 200 und 500 km. Darüber hinaus kommen
durch Farbmischungen weitere Farben zustande.
Polarlichter Das Polarlicht enthält auch Anteile an infrarotem
Eine besonders attraktive Erscheinung sind Polarlich und ultraviolettem Licht.
ter. Sie treten vorrangig zwischen dem 60. und 75.
Grad nördlicher bzw. südlicher Breite auf. Van-Allen-Strahlungsgürtel
Die 1958 entdeckten Strahlungsgürtel sind Bereiche
Ursache für die Polarlichter ist der Sonnenwind, ein energiereicher, geladener Teilchen um die Äquator
vom äußeren Bereich der Sonnenatmosphäre, der ebene herum bis etwa 40° nördlicher bzw. südlicher
Korona, ausgehender Teilchenstrom, der vor allem Breite.
aus Protonen und aus Elektronen besteht. Diese Teil
chen treffen meist mit einer Geschwindigkeit von Der innere Gürtel in Höhen von 1 000 – 6 000 km
300 bis 400 } km auf das Magnetfeld der Erde und besteht meist aus Protonen, der äußere Gürtel in
s
werden unter dem Einfluss dieses Felds abgelenkt. 15 000 – 25 000 km Höhe aus Elektronen (Abb. 1).
Das Zusammenwirken des Sonnenwinds mit dem Durch den Sonnenwind gelangen Protonen und
Erdmagnetfeld führt zu einem komplizierten System Elektronen in den Bereich des Erdmagnetfelds. In
elektrischer Ströme. Abhängigkeit von ihrer Geschwindigkeit und der
Struktur des Erdmagnetfelds bewegen sie sich vor
Einer dieser Ströme besteht aus Elektronen, die sich zugsweise in bestimmten Bereichen (Gürteln) längs
auf spiralförmigen Bahnen längs der magnetischen der Feldlinien des Magnetfelds auf spiralförmigen
Feldlinien des Erdmagnetfelds bewegen. In Höhen Bahnen. Die Vergrößerung der magnetischen Fluss
zwischen 500 und 100 km stoßen die Elektronen dichte in Richtung Pole der Erde bewirkt, dass die
mit Gasmolekülen zusammen und regen diese zum geladenen Teilchen im skizzierten Bereich hin und
Leuchten an. Die Frequenz und damit die Farbe herpendeln. Das Erdmagnetfeld bildet für sie eine
des emittierten Lichts hängt von der Energie der Art „magnetischer Flasche“.
stoßenden Elektronen und von der Art der getrof
fenen Gasmoleküle ab. Sauerstoffmoleküle senden Für Weltraumunternehmen ist wichtig: Die Strahlen
beim Stoß mit energiereichen Elektronen grünes belastung ist im Bereich der VanAllenGürtel we
Licht mit einer Wellenlänge von 558 nm aus, bei sentlich größer als auf der Erdoberfläche.
1 Elektronen und Protonen bewegen sich auf 2 Polarlichter sind leuchtende Gase, vor allem
spiralförmigen Bahnen. Sauerstoff und Stickstoff.
Elektronenstrahl +
–
Analyse:
Wir gehen davon aus, dass die Bedingungen für die Anwendbarkeit
}› }›
der abgeleiteten Gleichung (homogenes Magnetfeld, v ' B , Geschwin
digkeit der Elektronen unmittelbar nach Austritt aus der Katode null)
erfüllt sind.
Dann kann die obige Gleichung zur Berechnung der spezifischen La
dung von Elektronen genutzt werden.
e
Gesucht: }
m
Für die Einheiten
Gegeben: U = 200 V gilt:
B = 1,0 mT = 10–3 T 1} V
2 2
d = 9,50 cm g r = 4,75 cm = 4,75 · 10–2 m T ·m
4
=1}V·m
2 2 2
V ·s ·m
Lösung:
e 2U m 2
}
m
=}
2 2
=1} 2
B ·r V·s
e 2 · 200 V
}
m
= }}
–3 2 –2 2 =1}
kg · m2
(10 T) · (4,75 · 10 m) 2
V · s · kg
e C
}
m
= 1,77 · 1011 }
kg
N · m = 1 Ws
=1} }
V · kg V · kg
V·A·s
=1 }
V · kg
Ergebnis:
Aus den Messungen ergibt sich für die spezifische Ladung des Elektrons A·s = 1 C
=1} }
kg kg
ein Wert von 1,77 · 1011 }C.
kg
Der Tabellenwert der spezifischen Ladung des Elektrons beträgt
1,759 · 1011 }C . Kennt man die Elementarladung, so kann auch die
kg
Masse des Elektrons ermittelt werden.
e C
Die spezifische Ladung des Elektrons beträgt }
m
= 1,759 · 1011 }
kg
, seine
Masse (Ruhemasse) mE = 9,109 · 10–31 kg.
Die Ablenkung von Elektronen in Magnetfeldern strahls in vertikaler bzw. in horizontaler Richtung
wird in herkömmlichen Fernsehbildröhren genutzt. bewirkt.
Den prinzipiellen Aufbau einer solchen Röhre zeigt Bei einer Fernsehbildröhre wird jeweils ein Elektro
Vertikal-Ablenkspulen
Wehnelt-
Elektronenstrahl
zylinder
Heizung
Leucht-
schirm
Katode
+ –
– + Horizontal-Ablenkspulen
Anode
Der Hall-Effekt
Die Erscheinung, dass geladene Teilchen, die sich im Magnetfeld bewegen,
beeinflusst werden, zeigt sich auch bei stromdurchflossenen Leitern. Wird
ein flächenhafter stromdurchflossener Leiter senkrecht zur Driftgeschwin
digkeit der Elektronen von einem Magnetfeld durchsetzt, so kann man
zwischen den Punkten A und B (b Skizze)
eine Spannung nachweisen.
Benannt ist der B UH
Effekt nach dem d
amerikanischen Phy
siker e dWin H erBert – A
H all (1855 –1938), –
–
–
–
– –
der ihn 1879 ent – – b –
– –
deckte. B
– – – +
l
Die Richtung Diese Spannung wird als Hall-Spannung bezeichnet. Das Zustandekom
der Kraft auf die men lässt sich mithilfe der Lorentzkraft deuten: Infolge ihrer Bewegung
Elektronen kann im Magnetfeld werden die Elektronen im skizzierten Fall nach unten ab
man mithilfe der gelenkt. Es kommt im Punkt B zu einer Vergrößerung und im Punkt A zu
Rechte-Hand-Regel einer Verringerung der Elektronenanzahl, demzufolge zu einer Spannung
(b S. 308) ermitteln.
zwischen diesen beiden Punkten.
N·e·v
I=} l
I·l
Die Umstellung nach v ergibt v = }N·e
(2). Setzt man (2) in die auf S. 312
genannte Gleichung (1) ein, so erhält man für die HallSpannung:
I·B·l·b
UH = } N·e
(3)
C )
(RH = 2,4 · 10– 4 }
ter Spannung U fließt ein Strom durch den Halbleiter. Die HallSpannung m3
wird gemessen, am Messgerät wird in der Regel aber sofort die Flussdichte
in Tesla oder Millitesla angezeigt. In der Praxis wird die HallSonde mit oder Indiumarsenid
C)
(RH = 1,0 · 10– 4 }
3
m
allen anderen Komponenten (Verstärker, A/DWandler, Anschlüsse für die .
Stromversorgung) auf einem Chip integriert.
UH
Massenspektrograf
Den ersten Nachweis Eine Anordnung, mit der geladene Teilchen kleinster Massedifferenzen
eines Isotops mittels voneinander getrennt werden können, wird als Massenspektrograf be
Ablenkung durch zeichnet. Die Skizze zeigt den prinzipiellen Aufbau und den Bahnverlauf
elektrische und bei positiv geladenen Ionen.
magnetische Felder
führten 1912 die
m3
britischen Physiker
F ranCis W illiam m2 Fotoplatte
a ston (1877–1945) m1
und J osePH B1 B2
J oHn t Homson +
(1856 –1940). 1919 E
entwickelte a ston
einen Massen- Quelle von Ionen –
spektrografen
mit gekreuztem
gekreuztes elektrisches magnetisches Feld
elektrischen und und magnetisches Feld
magnetischen Feld
(b Skizze). Für seine
Arbeiten erhielt er
Von einer Ionenquelle treten geladene Ionen aus, die zunächst unter
1922 den Nobelpreis schiedliche Geschwindigkeiten besitzen. Sie treten in ein gekreuztes elek
für Chemie. trisches und magnetisches Feld ein. Positiv geladene Ionen werden vom
elektrischen Feld nach unten, vom magnetischen Feld nach oben abge
lenkt. Nur die Ionen, bei denen die beiden Feldkräfte gleich groß sind,
durchlaufen das gekreuzte Feld geradlinig. Das ist der Fall, wenn gilt:
E
Fel = Q · E = Q · v · B1 = Fmagn und damit v = }
B 1
Teilchen mit ande Das bedeutet: Alle geladenen Teilchen, die das gekreuzte Feld geradlinig
ren Geschwindig E
durchlaufen, haben die gleiche Geschwindigkeit v = }
B1
. Das gekreuzte Feld
keiten werden nach wirkt als Geschwindigkeitsfilter.
oben oder unten Anschließend treten die geladenen Teilchen in ein zweites homogenes
abgelenkt und ge Magnetfeld ein. Die Ablenkung in diesem Magnetfeld erfolgt durch die
langen nicht in das
Lorentzkraft. Es gilt:
zweite magnetische
v2
Feld. Q · v · B2 = m · }r
E
Mit v = }
B
erhält man die Gleichung:
1
Q E E
So besteht z. B. Was m=}
} r·B ·B
oder r = } Q
1 2 B1 · B2 · }
m
serstoff aus den drei
Nukliden: Der Radius der Kreisbahn im magnetischen Feld ist bei konstanter Stärke
1
1
H (99,985 %) des elektrischen und der beiden magnetischen Felder nur von der spezifi
2
schen Ladung der Teilchen abhängig. Aus E, r, B1 und B2 lässt sich die spe-
H (Deuterium; Q
1
zifische Ladung }m bestimmen. Kennt man die Ladung der Ionen, kann man
0,015 %)
aus der spezifischen Ladung die Ionenmasse berechnen.
3
1
H (Tritium; Die Entwicklung der Massenspektroskopie war ein wichtiger Schritt auf
0,000 1 %) dem Weg zur Erforschung von Atomkernen. Mithilfe massenspektrosko
Ihre Massen verhal pischer Untersuchungen fand man heraus, dass fast alle Elemente aus ver
ten sich wie 1 : 2 : 3. schiedenen Nukliden bestehen.
Überblick
Ein magnetisches Feld ist der Zustand des Raums um einen Magneten, in dem auf andere
Magnete und Körper aus ferromagnetischen Stoffen Kräfte ausgeübt werden. Man kann
ein magnetisches Feld mit dem Modell Feldlinienbild beschreiben.
N S
N·I
B = μ0 · μr · }l
– +
In einem homogenen magnetischen Feld wirkt auf bewegte geladene Teilchen eine Kraft
senkrecht zur Bewegungsrichtung und senkrecht zur Richtung des Magnetfelds. Die Rich
tung der Ablenkung hängt auch von der Art der Ladung ab.
Der Betrag der Lorentzkraft kann mit fol Die Richtung der Lorentzkraft ergibt sich
gender Gleichung berechnet werden: mit der RechteHandRegel.
FL = Q · v · B
Spiralfeder
– +
9. 416 364 Kraft auf Leiterschleife 11. 411 294 Spule im Magnetfeld
Mithilfe eines Leiters soll das Magnetfeld einer Spule Eine quadratische Spule
ausgemessen werden (b Abb.). Der Leiter wird mit mit 6,0 cm Seitenlänge und
einer Kraft von 12 mN in das Feld hineingezogen. 500 Windungen befindet sich
vollständig in einem homo
Magnetfeld läuft in
die Zeichenebene hinein. genen Magnetfeld mit der
Flussdichte 40 mT.
a) Wie groß ist die auf die
Spule insgesamt wirkende
Kraft, wenn die Stromstärke durch sie 2,6 A be
l = 20 cm
trägt?
b) Die Spule wird nach oben zur Hälfte aus dem Feld
herausbewegt. Welche Aussage kann man jetzt
über die Kraft treffen?
a) Übernehmen Sie die Zeichnung in Ihr Heft und
ergänzen Sie die Kraftrichtung sowie die Strom 12. 418 234 Ströme und Kräfte
richtung. Wo ist demnach der Pluspol angeschlos An einem Ort beträgt die Horizontalkomponente
sen? des Magnetfelds der Erde 25 µT. Auf eine in Ost
b) Berechnen Sie die magnetische Flussdichte der WestRichtung verlaufende Gleichspannungsleitung
Spule, wenn im Leiter ein Strom von 2,5 A fließt. wird damit eine Kraft ausgeübt.
c) Erklären Sie, warum sich die Leiterschleife nur a) In welcher Richtung wirkt die Kraft, wenn der
nach unten bewegt, nicht jedoch nach links oder Strom von West nach Ost fließt? Skizzieren Sie
nach rechts. den Sachverhalt.
b) Wie groß ist die Kraft auf die Leitung zwischen
10. 412 694 Leiterschleife im Feld zwei Masten, wenn die Stromstärke 500 A be
Ein mit einem Strom von 10 A – trägt und die Masten 120 m voneinander ent
+
durchflossener Leiter der fernt stehen?
Länge 4,0 cm befindet sich im
Magnetfeld eines Hufeisen 13. 419 154 Magnetfelder um uns
magneten und ist mit einem In unserer Umgebung sind zahlreiche Magnetfelder
Kraftsensor verbunden. vorhanden.
a) In der gezeichneten Stel a) Erkunden Sie, wie stark das Magnetfeld der Erde
lung kann man eine Kraft ist.
von 11,6 mN messen. Berechnen Sie die magneti b) Versuchen Sie, mithilfe des Internets herauszufin
sche Flussdichte des Hufeisenmagneten. den, welche magnetischen Flussdichten bei tech
b) Der Leiter wird nun im Magnetfeld gedreht. Zu nischen Geräten und Anlagen auftreten.
Beginn wird der Leiter parallel zu den Feldlinien c) Es gibt die These, dass Magnetfelder das mensch
ausgerichtet und dann gegen den Uhrzeigersinn liche Wohlbefinden beeinflussen.
um den Winkel α gedreht. Dabei ergeben sich die Sammeln Sie dazu Informationen. Bereiten Sie
folgenden Messwerte: ein Kurzreferat zu der These vor.
15. 418 964 Untersuchungen an Spulen a) Zeichnen Sie für einen geraden Leiter, durch den
In einem Versuch soll das Magnetfeld einer langen ein Strom von I = 2 A fließt, ein rBDiagramm im
Spule untersucht werden. Intervall 0 ≤ r ≤ 0,1 m. Berechnen Sie dafür min
a) Überlegen Sie sich einen möglichen Versuchs destens 5 Wertepaare.
aufbau, mit dem man das Feld in einer langen b) Skizzieren Sie ein Feldlinienbild in einer Ebene
Spule messen kann. Welche Größen müssen ver senkrecht zu den Leitern
ändert werden können? – für einen geraden stromdurchflossenen Leiter,
b) Skizzieren Sie das Feldlinienbild einer an eine – für zwei parallele stromdurchflossene Leiter
Gleichstromquelle angeschlossenen langen Spule. bei gleicher Stromrichtung.
c) Bei einer Messung an einer Spule der Länge c) Berechnen Sie die Kraft zwischen zwei parallelen
15 cm mit 30 Windungen erhält man für verschie stromdurchflossenen Leitern (I = 1 A) der Länge
dene Spulenströme die folgenden Messwerte: l = 1 m im Abstand r = 1 m.
c) d)
l in cm 15 20 25 30 35 40
– +
+
21. 417 464 β-Strahlung im Magnetfeld 25. 419 804 Ionen im Magnetfeld
Als Detektoren für geladene Teilchen eignen sich Ionen eines Gases treten mit unterschiedlichen Ge
Kammern, in denen die Spuren der Teilchen sichtbar schwindigkeiten senkrecht zu den Feldlinien in ein
werden (Blasenkammern, Nebelkammern). magnetisches Feld der Flussdichte 1,2 T ein, so wie es
Damit man Teilchen verschiedener spezifischer in der Skizze dargestellt ist.
Ladung bzw. verschiedener Geschwindigkeit vonein
ander unterscheiden kann, wird ein Magnetfeld so
angeordnet, dass es die Kammer senkrecht durch
setzt. Ionen-
Die Spur von β–Strahlung bildet bei einer strahl
magnetischen Flussdichte von 10 mT eine Kreisbahn
mit einem Radius von 4,6 cm.
a) Leiten Sie eine Gleichung zur Bestimmung der ki
netischen Energie von β–Teilchen her. Das magnetische Feld wird von einem dazu senk
b) Berechnen Sie die kinetische Energie der rechten elektrischen Feld eines Plattenkondensators
β–Teilchen in MeV. durchsetzt, sodass nur Ionen mit v = 4,0 · 104 }
m das
s
gekreuzte Feld geradlinig durchlaufen.
22. 418 904 Gekreuzte Felder a) Geben Sie die Richtung des elektrischen Felds an.
Geladene Teilchen, die ein gekreuztes elektrisches Begründen Sie Ihre Aussage.
und magnetisches Feld geradlinig durchlaufen, ha b) Wie groß muss die elektrische Feldstärke sein, da
ben die gleiche Geschwindigkeit. mit sich die Ionen geradlinig bewegen?
c) Begründen Sie, dass sich die Ionen hinter der
+ Blende auf einer Kreisbahn bewegen.
Quelle von d) Berechnen Sie die spezifische Ladung der Ionen
geladenen für den Fall, dass der Radius des Kreisbogens
Teilchen 4,5 cm beträgt.
– e) Die Ionen sind einfach ionisiert. Berechnen Sie
die Masse eines Ions. Um Ionen welchen Elements
a) Begründen Sie diese Aussage. könnte es sich handeln?
b) Geben Sie sinnvolle Kombinationen von elektri
scher Feldstärke und magnetischer Flussdichte 26. 419 784 Massenspektrograf
an, wenn Ionen mit der Geschwindigkeit von Die Skizze zeigt einen möglichen Aufbau eines Mas
2,5 · 106 }
m erzeugt werden sollen.
s senspektrografen. Elektrisches und magnetisches
Feld haben die gleiche Richtung und stehen senk
23. 419 004 Die Hall-Spannung recht auf der Bewegungsrichtung der geladenen
Eine Tür soll mit einem Schließmechanismus verse Teilchen.
hen werden. Dazu wird am beweglichen Teil der Tür elektrisches und
m3 ) einge
eine HallSonde (d = 1 mm, RH = 0,000 40 }C magnetisches Feld y
z
baut. Am Türrahmen wird ein Permanentmagnet
befestigt, dessen Magnetfeld bei geschlossener Tür +
– N x
die HallSonde mit 850 mT senkrecht durchsetzt. +
Ionenquelle –
Wie groß ist die HallSpannung, die dann durch eine S
elektronische Schaltung den Schließmechanismus d l
auslöst? Die Energieversorgung der HallSonde er Auffangschirm
folgt durch eine Gleichspannung von 12 V. Dabei
fließt ein Strom von 0,30 A. a) Beschreiben Sie, in welche Richtung positiv gela
dene Ionen durch das elektrische bzw. das mag
24. 417 514 Hall-Sonden netische Feld abgelenkt werden. Wovon ist die
Informieren Sie sich über Einsatzmöglichkeiten von Ablenkung abhängig?
HallSonden. b) Welche Aufgabe hat ein Massenspektrograf?
Wählen Sie ein Beispiel aus und fertigen Sie dazu Erklären Sie die Wirkungsweise der dargestellten
eine Präsentation an. Anordnung.
Der Begriff „Induk Im Jahr 1820 fand h ans c hrisTian o ersTed (1777–1851) den Zusammen
tion“ ist abgeleitet hang zwischen elektrischem Strom und Magnetismus: Jeder stromdurch
von inducere, lat. = flossene Leiter ist von einem Magnetfeld umgeben.
hineinführen. In den nachfolgenden Jahren untersuchte M. F araday (1791–1867) inten
siv den Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und Strömen, ausgehend
Wichtige Unter von der Frage: Kann man mithilfe von Magnetismus elektrischen Strom
suchungen zum erzeugen? Das führte ihn 1831 zur Entdeckung der elektromagnetischen
Elektromagnetismus Induktion und des Induktionsgesetzes.
führte auch a. M. Das Induktionsgesetz ist eine entscheidende physikalische Grundlage für
a MpÈre (1775 –1836) die gesamte Elektrotechnik. So beruht z. B. die Wirkungsweise von Genera
durch. Er entdeckte
toren und Transformatoren auf diesem Gesetz.
1820 die Kräfte zwi
schen stromdurch
flossenen Leitern.
4.5.1 Grundlagen der elektromagnetischen Induktion
Die Spannung, die man zwischen den Enden eines Leiters messen kann,
wird Induktionsspannung genannt. Der dadurch bei geschlossenem Strom
kreis fließende Strom heißt Induktionsstrom.
Für ein homogenes Magnetfeld und bei Bewegung des Leiters senkrecht zu Besteht zwischen
den Feldlinien ergibt sich der Betrag der Spannung aus folgender Überle den Enden eines
gung: Auf die Elektronen im Leiter wirkt die Lorentzkraft. Ist die Ladungs Leiters der Länge l
verschiebung beendet, dann wirkt weiter die Lorentzkraft FL = B · e · v. eine Spannung U,
Zugleich wirkt in entgegengesetzter Richtung eine elektrische Feldkraft, so beträgt die Feld
U
stärke im Leiter E = }
denn zwischen den beiden unterschiedlich geladenen Enden des Leiters l
und die Feldkraft
besteht ein elektrisches Feld. Im Gleichgewichtszustand gilt:
auf ein Elektron:
FL = Fel U
Fel = e · E = e · }
l
Setzt man für die Lorentzkraft und die Feldkraft die genannten Terme ein,
so erhält man:
U
B·e·v = e·}
l
Die Umstellung der Gleichung nach der Spannung U ergibt:
U = B·l·v
Damit kann allgemein für die in einem Leiter induzierte Spannung formu
liert werden:
Das Vorzeichen der Ein zeitlich konstantes Magnetfeld kann durch einen Dauermagneten oder
Spannung hängt einen Elektromagneten bei konstanter Stromstärke hervorgerufen wer
vom Vorzeichen der den. Wird die Leiterschleife in das Magnetfeld hineinbewegt, so entsteht
Änderung des mag eine Induktionsspannung. Wirksam ist dabei nur die Leiterlänge l. Die im
netischen Flusses ab.
Leiterstück induzierte Spannung beträgt (b S. 321):
Unter Berücksichti
gung des lenzschen Ui = – B · l · v
Gesetzes (b S. 328) ∆ s . Durch Einsetzen erhält man:
wird deshalb das Die Geschwindigkeit v ergibt sich aus v = }
∆t
Minuszeichen einge ∆s
Ui = – B · l · }
führt. ∆t
Das Produkt l · ∆ s ist gleich der Änderung der Fläche, die vom Magnetfeld
durchsetzt wird. Es gilt also l · ∆ s = ∆ A. Damit erhält man:
∆A
Ui = – B · } (1)
∆t
Die Fläche einer Befindet sich die Leiterschleife
Leiterschleife, die nicht senkrecht, sondern unter ei
von einem Mag nem beliebigen Winkel zu den A AW A
netfeld senkrecht φ
Feldlinien, dann ist die wirksame
durchsetzt wird,
Fläche AW kleiner als die Fläche der
bezeichnet man als
Leiterschleife A. Sie hat den Betrag:
wirksame Fläche.
AW = A · cos φ
In differenzieller
Im zeitlich konstanten Magnetfeld hängt die induzierte Spannung von Schreibweise lautet
der Änderungsgeschwindigkeit der wirksamen Fläche ab. die Gleichung:
dA
Für Spulen gilt: Ui = – N ·B · }
dt
∆A dA
Ui = –N·B·}
∆t
N Windungszahl der Spule }
dt
bzw. A ist die
B magnetische Flussdichte
Änderungsge
∆A Änderung der wirksamen Fläche schwindigkeit
∆t Zeitintervall (zeitliche Änderung)
der Fläche.
Rotiert z. B. eine Leiterschleife in einem Magnetfeld, so ändert sich ständig Genutzt wird diese
die wirksame Fläche und damit das von der Leiterschleife umfasste Mag Art der Spannungs
netfeld. Anschaulich lässt sich das mit dem Modell Feldlinienbild deuten: erzeugung bei
Eine Änderung des von der Leiterschleife umfassten Magnetfelds bedeutet Generatoren.
eine Änderung der Anzahl der Feldlinien, die durch die Fläche der Leiter
schleife verlaufen (b Abb. unten).
In einem homogenen Magnetfeld mit der Flussdichte 0,36 T befindet Die Darstellung im
sich eine quadratische Spule mit 7,3 cm Kantenlänge und einer Win Ausgangszustand
dungszahl von 350. Die Spule liegt so, dass ihre Längsachse mit der lässt sich mathema
Richtung der Feldlinien zusammenfällt. tisch so beschreiben:
Wie groß ist die Induktionsspannung, wenn die Spule in 0,20 s um 90° A'B oder A ||B
gedreht wird? Dabei ist A die
Flächennormale.
Analyse:
Die Spule kann um ver Ausgangspunkt Endpunkt
schiedene Achsen gedreht A B
werden. Bei Drehung um A
die Längsachse wird keine
Spannung induziert. Im skiz
zierten Fall wird die maxi
male Spannung induziert.
Für diesen Fall ist die oben
genannte Gleichung anwendbar.
Gesucht: Ui
Gegeben: B = 0,36 T
l = 7,3 cm g A = 53 cm2 ∆ A = 5,3 · 10 –3 m2
N = 350 ∆t = 0,20 s
Lösung:
Für den betrachteten Fall gilt: Für die Einheiten
Ui = ∆A
–N · B · } gilt:
∆t 2
T·m
1}
5,3 · 10 –3 m2 s
Ui = –350 · 0,36 T·} 0,20 s
= –3,3 V
2
V·s·m
=1} 2m ·s
Ergebnis:
=1V
Bei einer Drehung um 90° wird zwischen den Enden der Spule eine
Spannung mit dem Betrag 3,3 V induziert.
Ursache für die Induktionsspannung ist in diesem Falle nicht die Bewegung
zwischen Induktionsspule und Magnetfeld, sondern die zeitliche Ände
rung des von der Spule umfassten magnetischen Felds. Experimentelle Un
tersuchungen zeigen, dass der Betrag der induzierten Spannung von der
Schnelligkeit der Änderung der magnetischen Flussdichte abhängt. Es gilt:
Gesucht: Ui
Gegeben: lSp = 20 cm = 0,20 m
∆I = 2,4 A NSp = 560
Die auf S. 323 und
li = 5,0 cm Ai = 25 cm2 = 2,5 · 10 –3 m2
auf dieser Seite
Ni = 200 ∆t = 0,020 s
genannten Zusam
menhänge lassen
sich deduktiv aus Lösung:
der allgemeinen NSp · ∆ I
∆B = µ0 · }
l
Formulierung des Sp
Ergebnis:
Beim Einschalten des Stroms durch die lange Spule wird in der Induk
tionsspule eine Spannung mit dem Betrag 0,21 V induziert.
Der magnetische Fluss ist ein Maß für das die Fläche einer Leiterschleife Benannt ist die
oder Spule durchsetzende Magnetfeld. Einheit des mag
netischen Flusses
Formelzeichen: Φ nach dem deutschen
Einheit: ein Weber (1 Wb), 1 Wb = 1 V · s Physiker W ilhelM
e dUard WeBer (1804
Unter der Voraussetzung, dass die Fläche senkrecht zu den Feldlinien bis 1891), der in
liegt, gilt für den magnetischen Fluss: Göttingen eng mit
c arl F riedrich G aUss
Φ = B·A B magnetische Flussdichte (1777–1855) zusam
A wirksame Fläche menarbeitete.
B B
A1 A2
Φ1 = Φ 2
Die magnetische
Flussdichte B ist
dagegen ein Maß
dafür, wie dicht die
Feldlinien liegen.
Der magnetische Fluss Φ ist ein Maß für die Anzahl der Feldlinien, die senk In den Skizzen ist
recht durch eine Fläche hindurchtreten. Demzufolge ist der magnetische die Flussdichte links
Fluss in beiden Fällen gleich groß. größer als rechts.
Nach seinem Mithilfe der Größe magnetischer Fluss lässt sich das Induktionsgesetz so
Entdecker M ichael formulieren, dass es alle Spezialfälle umfasst.
F araday (1791 bis Diese Spezialfälle sind auf den Seiten 323 und 324 angegeben.
1867) wird das Ge
setz auch faraday Zeitlich konstantes Magnetfeld Zeitlich veränderliches Magnetfeld
sches Induktions
gesetz genannt. ∆A
Ui = –N · B · } ∆B
Ui = –N · A · }
∆t ∆t
411 335
Mit B · ∆ A = ∆Φ erhält man: Mit A · ∆B = ∆Φ erhält man:
∆Φ ∆Φ
Ui = –N · }
∆t
Ui = –N · }
∆t
In differenzieller
Schreibweise lautet In einer Leiterschleife oder Spule wird eine Spannung induziert, so
die Gleichung: lange sich der magnetische Fluss durch die Leiterschleife oder Spule
dΦ
zeitlich ändert. Der Betrag der Induktionsspannung kann berechnet
Ui = –N · }
dt werden mit der Gleichung:
oder ∆Φ
Ui = –N · }
∆t
N Windungszahl der Spule
Ui = –N · Φ ∆Φ Änderung des magnetischen Flusses
∆t Zeitintervall
Der Transformator
Ein Beispiel für die technische Nutzung des Indukti Primärspule Sekundärspule
onsgesetzes sind Transformatoren, mit denen eine
Primärspannung U1 in eine Sekundärspannung U2 Schalt-
zeichen
Aus der Technik
Ui
π 3 φ
}2 π }2 π 2π
Durch die Rotation ändert sich ständig die wirksame Fläche (b S. 322). Die
induzierte Spannung beträgt nach dem Induktionsgesetz für eine Leiter
schleife (N = 1):
∆Φ B·∆A
Ui = – }
∆t
= –}∆t
Die wirksame Fläche der Leiterschleife beträgt Aw = A · cos φ, wobei der Die Winkelge
Winkel φ auch mithilfe der Winkelgeschwindigkeit ω ausgedrückt werden schwindigkeit ω ist
kann. Mit φ = ω · t erhält man A · cos φ = A · cos (ω · t) und damit als Induk so definiert:
tionsspannung: ∆φ
ω=} 2π
=}
∆t T
∆(cos (ω · t))
Ui = –B · A · } ∆t
V V
F
I V
Wirbelströme
Induktionsspannungen und ströme treten nicht nur bei Leiterschleifen Durch Dynamoble
und Spulen auf. Ändert sich das Magnetfeld, das einen massiven Metall che können Wirbel
körper durchsetzt, so tritt ebenfalls elektromagnetische Induktion auf. ströme weitgehend
Aufgrund der räumlichen Ausdehnung der Leiter entstehen Ringströme, verhindert werden.
Das sind dünne,
die als Wirbelströme bezeichnet werden.
gegeneinander
isolierte Bleche. Die
Zeitlich konstantes Magnetfeld Zeitlich veränderliches Magnetfeld
Kerne von Transfor
matoren setzt man
deshalb aus solchen
Dynamoblechen
v zusammen.
Wirbelströme sind abhängig von der Wirbelströme sind abhängig von der
Bewegungsrichtung und der Richtung Änderung der magnetischen Fluss
des Magnetfelds. dichte und der Richtung des Magnet
felds.
Die Wirbelströme
sind nach dem lenz
schen Gesetz so ge
richtet, dass sie der
Ursache ihrer Entste
hung (Bewegung)
entgegenwirken,
Durch Induktionsströme wird das Bei der Bewegung im Magnetfeld wird also die Bewegung
Werkstück zum Glühen gebracht und eine metallische Scheibe stark abge abbremsen.
anschließend abgekühlt (gehärtet). bremst.
4.5.4 Selbstinduktion
+ –
Liegt ein Stromkreis mit Spule vor, so
bewirkt die Selbstinduktion einen cha
I
rakteristischen Verlauf von Stromstärke
A
und Spannung beim Schließen und Öff
U
nen des Stromkreises. Dieser Verlauf ist V
in dem tI und tUDiagramm unten dar
gestellt.
Die Selbstinduk
tionsspannung
ist proportional Ui = 0
zur Änderung des
t
Felds und somit
zur Änderung der
Stromstärke.
Eine quadratische Spule (l = 20 cm, Kantenlänge 5,0 cm) hat 1 000 Win
dungen und einen Eisenkern (µr = 300).
Wie groß ist die Induktivität dieser Spule?
Analyse:
Es kann die auf Seite 331 genannte Gleichung angewendet werden.
Gesucht: L
Gegeben: l = 20 cm = 0,20 m
a = 5,0 cm = 0,050 m
N = 1 000
V·s
µr = 300 µ0 = 1,257 · 10– 6 }
A·m
nur }13 bis }16 der elektrischen Energie benötigen, die und emittieren Elektronen. Das Gas in der Leucht
eine Glühlampe braucht. Daher kommt die Be stofflampe wird elektrisch leitend. Gleichzeitig
zeichnung Energiesparlampe. Darüber hinaus ist kühlt sich die Bimetallelektrode im Starter ab und
die Lebensdauer einer Energiesparlampe in der Re unterbricht den Stromkreis plötzlich.
gel wesentlich größer als die einer Glühlampe. Das führt in der Drosselspule aufgrund der Selbst
Eine Leuchtstofflampe wird mit Netzspannung induktion zu einem kurzen Spannungsstoß, der
(230 V) betrieben. Zum zum Zünden der Lampe ausreicht.
Zünden ist jedoch Im Betrieb begrenzt die Drosselspule aufgrund der
eine Zündspannung Selbstinduktion die Stromstärke im Stromkreis.
von 300 – 450 V erfor
230 V~
derlich.
Um diese Zündspannung Drosselspule Lichtschalter
beim Einschalten zu errei
chen, benötigt man eine
Schaltung, wie sie verein
facht rechts dargestellt ist.
Die Drosselspule und der Wolframelektroden
Starter befinden sich im So
ckel der Lampe. Starter
∆ E = UL · I · ∆t
∆I
Mit UL = – L · }
∆t
erhält man:
∆ E = – L · I · ∆I
Addiert man über den gesamten Zeitraum des Verschwindens des Mag
netfelds alle ∆E, so erhält man die insgesamt im Magnetfeld gespeicherte
Energie E.
In Analogie zum elektrischen Feld (b S. 282 f.) ergibt sich für das Magnet
feld einer Spule:
A
I Stromstärke durch die Spule
= 1 V·A·s
=1J
Hat z. B. eine Spule eine Induktivität von 4,7 H, so würde im Magnetfeld
der Spule bei einer Stromstärke von 0,50 A folgende Energie gespei Die Gleichung für
chert sein: die Energie gilt für
beliebige Spulen.
E = }12 · 4,7 H · (0,50 A)2 = 0,59 J
Die Gleichung für die Energie des Magnetfelds einer Spule hat eine ana
loge Struktur wie die Gleichung für die Energie des elektrischen Felds eines
Kondensators.
Die Feldenergie hängt von der Indukti Die Feldenergie hängt von der Kapa
vität L der Spule und von der Strom zität C des Kondensators und von der Eine Übersicht über
stärke I durch die Spule ab: Spannung U am Kondensator ab: die beiden Felder
E = }12 L · I 2 E = }12 C · U 2 ist auf Seite 306 zu
finden.
Elektromagnetische Induktion
Überblick
Allgemein gilt:
In einer Leiterschleife oder in einer Spule wird eine Spannung induziert, solange sich der
magnetische Fluss durch die Leiterschleife oder Spule zeitlich ändert. Diese Änderung kann
in unterschiedlicher Weise erfolgen.
Relativbewegung zwischen Spule und Magnet Änderung der Stärke des Magnetfelds
(zeitlich konstantes Magnetfeld) (zeitlich veränderliches Magnetfeld)
+ Ui
Ui
Bewegung
∆Φ ∆(B · A)
Für beliebige Fälle gilt das Induktionsgesetz: Ui = – N · }
∆t
= –N·} ∆t
Der Induktionsstrom ist immer so gerichtet, dass er der Ursache seiner Entstehung entge
genwirkt (lenzsches Gesetz).
8. 411 574 Induktionsschleife a) Berechnen Sie den magnetischen Fluss durch die
Mithilfe einer in der Leiterschleife!
Straße eingelassenen Wie verändert sich der magnetische Fluss, wenn
Induktionsschleife kann –+ die Leiterschleife um 45° bzw. um 90° gedreht
z. B. die Schaltung einer wird?
A
Ampel gesteuert wer b) Die Leiterschleife wird parallel zu den Feldlinien
den. bewegt. Welche Aussage kann man über die In
a) Beschreiben Sie die Funktionsweise einer solchen duktionsspannung treffen?
Induktionsschleife. c) Die vom magnetischen Feld senkrecht durch
b) Würde eine solche Anordnung auch ohne Span setzte Leiterschleife wird innerhalb von 0,50 s
nungsquelle funktionieren? vollständig aus dem Feld herausbewegt. Welche
c) Geben Sie eine Möglichkeit an, wie man mithilfe Aussage kann man dann über die Induktions
von Induktionsschleifen die Geschwindigkeit von spannung treffen?
Fahrzeugen ermitteln könnte.
d) Wie groß ist die Geschwindigkeit des Fahrzeugs, 13. 411 994 Veränderliches Magnetfeld
wenn zwei Leiterschleifen 5,2 m voneinander Im Diagramm ist für ein magnetisches Feld, das eine
entfernt sind und zwischen den Spannungsstö Spule durchsetzt, die zeitliche Abhängigkeit des
ßen eine Zeit von 0,28 Sekunden gemessen wird? magnetischen Flusses dargestellt.
Vergleichen Sie die in den einzelnen Abschnitten
9. 412 044 Anwendungen entstehenden Induktionsspannungen.
Bei Anwendungen der elektromagnetischen In
duktion ändert sich entweder die magnetische Φ
Flussdichte oder die wirksame Fläche mit der Zeit.
Beschrieben werden können diese beiden Möglich
keiten mit den Gleichungen:
∆B ∆A
Ui = – N · A · }
∆t
bzw. Ui = – N · B · }
∆t
15. 415 024 Energie in der Spule 19. 412 584 Induktionsherd
Durch eine Zylinderspule mit 500 Windungen, einer Bei Induktionsherden wird
Länge von 15 cm und einem Durchmesser von 5,6 cm die elektromagnetische
fließt ein Strom von 3,0 A. Induktion ausgenutzt.
a) Wie groß ist die im Feld der Spule gespeicherte Unter der Kochfläche
Energie? Wie ändert sich diese Energie, wenn die befindet sich eine – – – – – – ++++++
Stromstärke halb so groß beziehungsweise dop Spule, die von Wech
Spule Magnetfeld
pelt so groß wird? selstrom durchflossen
Glaskeramik Topfboden
b) Welche Spannung müsste an einem Kondensator wird.
der Kapazität C = 6,2 µF anliegen, wenn in ihm a) Erklären Sie die Wirkungsweise eines solchen
die gleiche Energie wie in a) berechnet gespei Induktionsherds.
chert sein soll? b) Warum können auf Induktionsherden nur be
c) Welche Spannung wird beim Ausschalten des stimmte Metalltöpfe genutzt werden?
Stroms zwischen den Enden der Spule induziert, c) Welche Vorteile bzw. Nachteile haben Indukti
wenn der Ausschaltvorgang 0,020 s dauert? onsherde gegenüber herkömmlichen Herden?
16. 419 874 Spule mit Eisenkern 20. 414 484 FISchalter
Eine lange Spule mit Eisenkern (l = 25 cm, N = 1 500, Die Skizze zeigt vereinfacht den Aufbau eines Feh
A = 85 cm2, µr = 480) wird von einem Strom der lerstromschutzschalters (FISchalter).
Stärke I = 4,2 A durchflossen. Erklären Sie seine Wirkungsweise.
a) Wie viel Energie ist dann im Magnetfeld der
Spule gespeichert?
b) Wie hoch könnte man damit einen 100 g schwe
ren Körper (Tafel Schokolade) heben?
c) Wie verändert sich die im Magnetfeld gespei
cherte Energie, wenn der Eisenkern aus der Spule
entfernt wird? Begründen Sie.
Nullleiter
Außenleiter
17. 413 384 Kondensator und Spule
Im elektrischen Feld eines Kondensators ist ebenso
wie im magnetischen Feld einer Spule Energie ge 21. 414 734 Magnet im freien Fall
speichert. Lässt man einen Dauermagneten in
a) Vergleichen Sie diese Energien für einen Kon einer Metallröhre fallen, so zeigt sich
densator (C = 2,4 µF, U = 120 V) und eine Spule ein merkwürdiger Effekt: Der Dau
(L = 1,2 H, I = 2,5 A). ermagnet fällt relativ langsam und
b) Geben Sie eine Kombination für Spule und Kon gleichförmig nach unten.
densator an, bei der die in den Feldern gespei Bei Verwendung einer Plastikröhre
cherte Energie gleich groß ist. fällt er dagegen gleichmäßig be
c) Geben Sie für einen Körper der Masse m = 500 g schleunigt. v
eine Höhe h und eine Geschwindigkeit v an, bei Wie sind diese Effekte zu erklären?
denen potenzielle und kinetische Energie gleich
groß sind. 22. 414 844 Wechselstromwiderstand
An eine Reihenschaltung + –
18. 418 954 Energieerhaltung aus einer Spule mit Ei ~
In einem Stromkreis befindet sich eine Spule mit Ei senkern und einer Glüh
senkern (N = 250, A = 15 cm2, l = 20 cm, µr = 320). Es lampe wird jeweils eine
fließt ein Strom von 4,3 A. Gleichspannung bezie
a) Wie groß ist die im Magnetfeld gespeicherte hungsweise eine Wech
Energie? selspannung von 10 V angelegt.
b) Was geschieht mit dieser im Feld gespeicherten Bei Gleichspannung leuchtet die Lampe hell, bei
Energie, wenn der Stromkreis durch einen Schal Wechselspannung leuchtet sie kaum noch.
ter geöffnet wird? Erklären Sie diese Erscheinung.
Informationen
zu mechanischen 4.6.1 Elektromagnetische Schwingungen
Schwingungen und
Wellen sind auf Eine geeignete Anordnung, mit deren Hilfe man elektromagnetische
S. 143 ff. zu finden. Schwingungen erzeugen kann, ist eine Schaltung aus einem Kondensator
und einer Spule. Eine solche Anordnung wird als Schwingkreis bezeichnet.
Experimentell lassen
sich diese Schwin 1 2
Energie wird durch eine elektrische
gungen nachwei Quelle zugeführt. Bei Schalterstel
sen, wenn an den lung 1 wird der Kondensator aufge
zum Oszilloskop
Schwingkreis ein
laden und damit elektrische Energie Schwingkreis
Oszilloskop ange
im Feld des Kondensators gespei +
schlossen wird. –
Bei allen nachfol
chert. Bringt man den Schalter in C
Stellung 2, so wird der Schwingkreis L
genden Betrachtun
gen wird der ohm von der elektrischen Quelle getrennt
sche Widerstand und es gehen die unten beschriebe
vernachlässigt. nen Veränderungen vor sich.
N S
+ + + +
U U=0 U U=0 U
+ +
S N
I=0 I I=0 I I=0
U,I U
t
}T4 }T2 3T
}
4
T
Der Kondensator Durch den Strom Durch Selbst Der Kondensator Durch Selbstinduk
ist geladen. Die fluss entsteht induktion in der entlädt sich in tion entsteht wie
Energie ist im um die Spule ein Spule entstehen umgekehrter Rich der ein Stromfluss,
elektrischen Feld magnetisches Feld, eine Spannung tung. Durch den der zur erneuten
des Kondensators in dem die Energie und ein Strom, die Strom entsteht um Aufladung des
gespeichert. gespeichert ist. zu einer entgegen die Spule wieder Kondensators
gesetzten Aufla ein Magnetfeld, in führt.
dung des Konden dem die Energie
sators führen. gespeichert ist.
Die Energie „pendelt“ zwischen dem Kondensator und der Spule hin und her. Dadurch ändern sich die
Spannung am Kondensator und die Stromstärke durch die Spule zeitlich periodisch (sinusförmig).
Wir betrachten dazu einen Schwingkreis mit einer Spule der Induktivität
L und einem Kondensator der Kapazität C. Bei Kenntnis der Gesetze im
Wechselstromkreis kann man die Schwingungsdauer theoretisch herleiten.
Da uns diese Gesetze nicht zur Verfügung stehen, wählen wir den experi
mentellen Weg.
Zur experimentellen Untersuchung eignet sich eine Versuchsanordnung,
wie sie nachfolgend dargestellt ist.
Oszilloskop
L C
T = 2π √}
dauer ab. Sie wird
L·C L Induktivität der Spule
deshalb thomson
f= } 1 C Kapazität des Kondensators
2π √}
L·C
sche Schwingungs
gleichung genannt.
U U
t t
Insgesamt darf man sich vorstellen, dass der Schwingkreis – ähnlich wie
eine Kinderschaukel – im Takt seiner Eigenfrequenz „angestoßen“ wird,
ihm also von außen periodisch Energie zugeführt wird.
Eigenschwingun
Die meißnersche Rückkopplungsschaltung wird u. a. in Tonfrequenzgene
gen von Bauwer
ratoren angewendet, um hörbaren Schall oder Ultraschall zu erzeugen.
ken können durch
Sie kann auch zu Erzeugung hochfrequenter Schwingungen verwendet äußere Einflüsse
werden. Rückgekoppelte Systeme treten in Natur und Technik vielfältig (Wind, Erdbeben) so
auf. Sie werden zum Teil genutzt (b oben), sind aber zum Teil auch uner stark werden, dass
wünscht. Befinden sich z. B. Mikrofon und Lautsprecher in einem Raum, so es zu Zerstörungen
kann sich die Rückkopplung in einem schrillen Pfeifton äußern. kommt.
Eine mechanische Schwingung ist eine zeitlich peri Eine elektromagnetische Schwingung ist eine zeit
odische Bewegung eines Körpers um eine Gleichge lich periodische Änderung der Stärke des elektri
wichtslage. schen beziehungsweise des magnetischen Felds.
Beispiel: Federschwinger Beispiel: Schwingkreis
N
+ +
F
+ +
F
S
y v maximal U
|y| maximal
v=0
t t
Es wird potenzielle Energie in kinetische Energie Es wird Energie des elektrischen Felds in Energie
umgewandelt und umgekehrt. des magnetischen Felds umgewandelt und umge
kehrt.
Ohne Energiezufuhr verläuft die Schwingung Ohne Energiezufuhr verläuft die Schwingung
gedämpft. gedämpft.
y U
t t
Ursache: Durch Reibung wird mechanische Energie Ursache: Durch den ohmschen Widerstand im
in innere Energie umgewandelt. Stromkreis wird elektrische Energie in innere
Energie umgewandelt.
T = 2π √}
m
}
D
T = 2π √}
L·C
Wir haben bisher elektrische und magnetische Felder weitgehend unab Die Theorie elektro
hängig voneinander betrachtet. Das ist bei statischen Feldern durchaus magnetischer Felder,
sinnvoll. Bereits beim magnetischen Feld (b S. 298 ff.) und auch bei der auch elektromagne
elektromagnetischen Induktion (b S. 320 ff.) wird aber deutlich, dass es tische Feldtheorie
genannt, wurde
zwischen elektrischen und magnetischen Feldern sehr enge Verbindungen
ab 1855 von dem
gibt und sie teilweise untrennbar miteinander verknüpft sind:
schottischen Phy
siker James C lerK
– Der durch ein elektrisches Feld hervorgerufene Strom in einem gerad m axWell (1831 bis
linigen Leiter oder in einer Spule ist immer mit einem Magnetfeld ver 1879) entwickelt
bunden (b S. 300). und mathematisch
– Bei der Änderung eines Magnetfelds, das eine Leiterschleife oder eine ausgearbeitet.
Spule durchsetzt, wird eine Spannung induziert (b S. 322), damit also ein 413 245
elektrisches Feld hervorgerufen.
}
›
Diese letzte Aussage soll etwas ∆B
}
∆t
genauer untersucht werden. Nach
dem Induktionsgesetz wird in einer
Leiterschleife eine Spannung indu
ziert, wenn sie von einem zeitlich A
Ist E || s, so gilt für Wenn das zeitlich veränderliche magnetische Feld homogen ist, kann man
ein homogenes davon ausgehen, dass das induzierte elektrische Feld überall im Kreisring
elektrisches Feld: die gleiche Stärke besitzt und parallel zum Verlauf der Leiterschleife orien
U = E·s tiert ist. Beträgt die Länge des geschlossenen Rings s, dann ist Ui = E · s und
das Induktionsgesetz kann in folgender Form geschrieben werden:
E · s = – A · ∆B
}
∆t
Das bedeutet für den Zusammenhang zwischen magnetischem und elek
trischem Feld:
Die Richtung Elektrisches Feld und magnetisches Feld stehen dabei senkrecht zueinan
der elektrischen der. Die Richtungen der Felder sind durch die Richtungen der elektrischen
Feldstärke bzw. Feldstärke bzw. der magnetischen Flussdichte gegeben.
der magnetischen Fließt in einem elektrischen Leiter ein Strom, dann ist er von einem Mag
Flussdichte ist gleich
netfeld umgeben, dessen Richtung sich aus der jeweiligen Stromrichtung
der Richtung der
ergibt (b Skizze unten links).
Feldlinien.
Baut man in den Wechselstromkreis einen Kondensator ein, dann unter
bricht dieser Kondensator den Stromfluss im Kreis nicht. Er wirkt lediglich
als Widerstand. Folglich müsste man annehmen, dass sich das Magnetfeld,
das die Zuleitungen umgibt, ohne Unterbrechung im Kondensator fort
setzt (b Skizze unten Mitte).
Zur Messung der Mit einem empfindlichen Magnetfeldmesser kann man das bestätigen.
magnetischen Fluss Allerdings bewegen sich zwischen den Kondensatorplatten keine Ladungs
dichte verwendet träger. Es breitet sich dort lediglich ein zeitlich veränderliches elektrisches
man HallSonden Feld aus. Damit ergibt sich aber, wie rechts unten dargestellt:
(b S. 313).
I, U I, U
~ ~
B
Kondensator
a) b) c)
B
B
E E
E
Ein elektrisches Feld, das sich zeitlich konstant Ein magnetisches Feld, das sich zeitlich konstant
ändert, erzeugt ein magnetisches Feld, das eine ändert, erzeugt ein elektrisches Feld, das eine
konstante Feldstärke hat. konstante Feldstärke hat.
∆E
B }
∆t
= konst. ∆B = konst.
}
B ∆t
– +
E E
Beispiel: Beispiel:
Wird in einem Kondensator durch gleichmäßige Wird durch eine gleichmäßige Zunahme der Strom
Zunahme der Spannung das elektrische Feld gleich stärke das Magnetfeld einer Spule gleichmäßig
mäßig verstärkt, entsteht um dieses elektrische Feld verstärkt, dann entsteht um dieses Magnetfeld ein
ein Magnetfeld konstanter Stärke. elektrisches Feld konstanter Stärke.
In beiden Fällen endet der Vorgang mit der Herausbildung eines weiteren Felds. Im umgebenden Raum
entstehen keine weiteren Veränderungen.
Zeitlich nicht konstante Änderung eines Zeitlich nicht konstante Änderung eines
elektrischen Felds magnetischen Felds
Ist die zeitliche Änderung des elektrischen Felds Ist die zeitliche Änderung des magnetischen Felds
nicht konstant, dann erzeugt es ein magnetisches nicht konstant, dann erzeugt es ein elektrisches
Feld, das ebenfalls eine veränderliche Feldstärke Feld, das ebenfalls eine veränderliche Feldstärke
besitzt. Dieses Feld ruft dann seinerseits ein neues besitzt. Dieses Feld ruft dann seinerseits ein neues
elektrisches Feld hervor. magnetisches Feld hervor.
B
B
– +
E E
Beispiel: Beispiel:
Ein Kondensator im Schwingkreis bildet ein elek Eine Spule im Schwingkreis ist von einem Mag
trisches Feld aus, dessen Änderung zeitlich nicht netfeld umgeben, dessen Änderung zeitlich nicht
konstant ist. konstant ist.
In beiden Fällen wird eine Kette von Folgeinduktionen ausgelöst. Die elektrischen und magnetischen
Felder breiten sich im Raum aus. Eine elektromagnetische Welle entsteht.
Durch schnelles
Werden Ladungsträger beschleunigt oder abgebremst, dann entste Abbremsen von
hen elektrische und magnetische Felder (elektromagnetische Wellen), Elektronen entsteht
die sich im Raum ausbreiten. z. B. die Röntgen
Bremsstrahlung
(b S. 464 ff.).
Um die Frequenz zu erhöhen, muss man die Induktivität und die Kapazität Für die Induktivität
im Schwingkreis verringern. So kann man bei der Spule die Wicklungen einer langen Spule
„auseinanderziehen“ und kommt damit im Extremfall zu einem gerad gilt:
2
linigen Leiter. Beim Kondensator kann man die Fläche der Kondensator N ·A
L = µ0 · µr · } l
platten verkleinern und ihren Abstand vergrößern.
Die Kapazität eines
Nimmt man alle diese Veränderungen nacheinander vor, dann bleibt am
Plattenkondensators
Ende lediglich ein gerader Stab übrig, den man als offenen Schwingkreis
ergibt sich zu:
oder als Dipol bezeichnet (b Skizzen).
A
C = ε0 · εr · }
d
++ –– ++
+ – +
+ – +
–– ++ ––
– + –
– + –
Vergleicht man den
sinusförmigen Ver
lauf von Stromstärke Im Dipol werden Ladungsträger (Elek Länge l Länge l
bzw. Spannung mit tronen) beschleunigt und abgebremst.
einer vollständigen Daraus ergibt sich eine charakteristische
Periode einer Welle, Verteilung von Stromstärke und Span
dann ist erkennbar:
nung längs des Dipols, wie nebenste
Sowohl bei Span
hend für die beiden ersten Zeitpunkte
nung als auch bei
Stromstärke ist }2λ
dargestellt. An den Enden des Dipols
U I
dargestellt, wenn ist die Stromstärke null, die Spannung
auch phasenver ist zwischen den Enden maximal. In der
schoben. Daraus ist Mitte des Dipols ist die Stromstärke am
ableitbar: l = }2λ größten. Die Spannung ist dann null.
Diese Energie verteilt sich gleichmä Isolator Das Foto zeigt einen
ßig auf das elektrische und das mag Mikrowellensender.
netische Feld. Sie ist umso größer,
je größer die maximale elektrische
Feldstärke E und die maximale mag Sender
netische Flussdichte B sind. Empfänger
Die zu mechanischen Wellen analogen Eigenschaften lassen sich experi
mentell gut mit einem Mikrowellensender und empfänger untersuchen.
Isolatoren können von elektromagnetischen Wellen durchdrungen wer
den, während metallische Leiter diese abschirmen.
U modulierte Trägerschwingung
modulierte
HF-Wellen
Mischkreis Verstärker
Mikrofon
Schwingkreis
HF-Generator Antenne
HF-Schwingung
Empfangsdipole werden so gewählt, dass sie annähernd dieselbe Eigen Die Amplitude der
frequenz besitzen wie der Sendedipol. Auf einen Empfangsdipol treffen Schwingung ist von
jedoch hertzsche Wellen unterschiedlicher Frequenzen. Um genau einen Erreger und Eigen
Sender auszuwählen, wird mithilfe eines Abstimmkreises im Empfänger frequenz abhängig.
die Eigenfrequenz des gewünschten Senders eingestellt. Durch Resonanz Bei fE ≠ f0 ist die
ist die Amplitude der elektromagnetischen Schwingung im Abstimmkreis Amplitude klein.
dann am größten, wenn sie mit der Sendefrequenz des gewünschten Sen
ders übereinstimmt, wenn also gilt: fE = f0
Die modulierte hochfrequente Trägerschwingung muss im Empfänger wie
der in HF und NFSchwingungen getrennt werden, damit die NFSchwin
gungen im Lautsprecher hörbar gemacht werden können. Diesen Vorgang
nennt man Demodulation.
In der Regel werden die NFSchwingungen im Empfänger noch verstärkt,
damit z. B. Sprache und Musik gut hörbar werden. Bei fE = f0 ist die
Amplitude maximal.
Prinzip eines Empfängers
Demodulator Verstärker
Abstimmkreis
Lautsprecher
Antenne
Sichtbares Licht 3,8 · 1014 bis 7,8 · 10 –7 bis vom Menschen mit dem Beleuchtung von
7,7 · 1014 3,9 · 10 –7 Auge wahrnehmbar Räumen (Lampen)
Ultraviolettes 7,7 · 1014 bis 3,9 · 10 –7–10 – 8 dringt in äußere Haut UVStrahler
Licht 3 · 1016 schichten ein und ruft (Höhensonne)
Veränderungen hervor
(Bräunung, Sonnen
brand)
einfallende Strahlung
Röntgenstrahlung
h in
km
ultraviolette Strahlung
infrarote Strahlung
(Wärmestrahlung)
optisches Fenster
100
Radiostrahlung
(Radiofenster)
Mikrowellen
γ-Strahlung
50
Für uns alle ist von Bedeutung, welche elektromagnetischen Wellen die Die Übersicht oben
Erdatmosphäre nahezu ungeschwächt bis zum Erdboden durchdringen. zeigt das Absorpti
Aus der Übersicht oben ergibt sich: onsvermögen der
Erdatmosphäre für
elektromagnetische
Die Atmosphäre der Erde ist nur für sichtbare elektromagnetische Wellen, die „von
Wellen und einen Teil der hertzschen Wellen nahezu vollständig außen“ auffallen.
durchlässig.
Die betreffenden Bereiche werden als optisches Fenster und als Radiofens
ter bezeichnet. Für die astronomische Forschung bedeutet dies, dass man
viele Jahrhunderte lang nur im optischen Bereich beobachten konnte. Die
Radioastronomie entwickelte sich erst nach 1932. Andere Wellenlängen 1932 entdeckte
bereiche werden durch die Atmosphäre weitgehend absorbiert. Unter K arl g uThe J ansKy
suchungen zu diesen Spektralbereichen können nur mit dafür gebauten (1905 –1950), dass
Empfängern außerhalb der dichteren Atmosphärenschichten betrieben kosmische Objekte
werden. Da die Menschheit erst seit wenigen Jahrzehnten über die Tech auch Strahlung im
Radiofrequenzbe
nologien zur Raumfahrt verfügt, handelt es sich z. B. bei der Röntgen oder
reich aussenden.
Gammaastronomie um recht junge Forschungsgebiete.
Elektromagnetische Schwin N S
+ + –– + +
gungen entstehen in einem
Schwingkreis, einer Reihen U U=0 U U=0 U
schaltung aus Kondensator – – ++ – –
und Spule. S N
I=0 I I=0 I I=0
U,I U
Die Schwingungsdauer hängt
I
nur von der Induktivität L der
t
Spule und der Kapazität C }T4 }T2 3T
}
4
T
des Kondensators ab.
Jedes zeitlich veränderliche elektrische Feld ist untrennbar mit einem magnetischen Feld
verbunden, jedes zeitlich veränderliche magnetische Feld mit einem elektrischen Feld.
Ausbreitungs-
c = λ·f mit f = }1T richtung