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Auschwitz Auschwitz Lügen Lügen: Germar Rudolf

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Germar Rudolf

Das Institut fr Zeitgeschichte hat den Leuchter-Bericht widerlegt, der die Existenz der Gaskammern von Auschwitz leugnet das ist eine Lge. Der Historiker Jean-Claude Pressac und der Sozialoberrat Werner Wegner haben die technischen Argumente der Revisionisten widerlegt das stimmt nicht, denn weder Pressac noch Wegner argumentierten je technisch. Der franzsische Biochemiker Georges Wellers hat den Leuchter-Bericht toxikologisch ab absurdum gefhrt diese Behauptung ist grotesk und unehrlich. 1992 verffentlichte die Wochenzeitung Die Zeit eine Serie, mit der revisionistische Argumente widerlegt wurden das ist eine Lge, denn Die Zeit hat nie die Argumente der Revisionisten errtert. 1994 publizierte die Deutsche Presse-Agentur eine anonyme Expertenmeinung, derzufolge das Untersuchungsergebnis des Chemikers Germar Rudolf unhaltbar ist, in den Gaskammern von Auschwitz habe es keine Massenvergasungen gegeben in Wirklichkeit hatte die dpa diese aberwitzige Expertenmeinung erlogen. 1993 verffentlichte der Historiker Prof. Dr. Ernst Nolte ein Buch, mit dem er die historischen Argumente der Revisionisten als falsch nachwies das stimmt nicht, denn Nolte wies nur nach, da er selbst Nachhilfe braucht. Die Chemiker Dr. Richard Green und Dr. Josef Bailer haben bewiesen, da die chemischen Argumente der Revisionisten einer Prfung nicht standhalten das ist eine Lge. Richtig ist dagegen, da sich Dr. Bailer als unehrlicher Stmper entpuppte und da Richard Green den Revisionisten recht geben mute. 1995 wies der polnische Forscher Dr. Jan Markiewicz mit Analysen nach, da Zyklon B in den Gaskammern von Auschwitz eingesetzt wurde auch das ist eine Lge, denn Markiewicz hat seine Ergebnisse nachweislich geflscht. Der Historiker Prof. Dr. Robert van Pelt bewies anhand von Dokumenten, da die Gaskammern in Auschwitz existierten tatschlich wiederholte van Pelt all die Fehler und Lgen, die von seinen Vorgngern gemacht wurden. Diese und andere Unwahrheiten werden in diesem Buch aufgegriffen und als das entlarvt, was sie sind: politische Lgen, die geschaffen wurden, um dissidente Historiker zu verteufeln und das ganze deutsche Volk in bedingungsloser Holocaust-Knechtschaft zu halten.

Germar Rudolf

Auschwitz-Lgen

Auschwitz Lge Lge n

ISBN 978-1-59148-014-0

90000>

Castle Hill Publishers


PO Box 118 Hastings, TN34 3ZQ Great Britian

Legenden, Lgen, Vorurteile von Medien, Politikern und Wissenschaftlern ber den Holocaust

9 781591 480143

Castle Hill Publishers

AUSCHWITZLGEN

Germar Rudolf

Auschwitz Lgen
Legenden, Lgen, Vorurteile von Medien, Politikern und Wissenschaftlern ber den Holocaust

Castle Hill Publishers PO Box 118, Hastings TN34 3ZQ, Grobritannien Mai 2005

Germar Rudolf: Auschwitz-Lgen. Legenden, Lgen, Vorurteile von Medien, Politikern und Wissenschaftlern ber den Holocaust Mai 2005 Hastings (East Sussex): Castle Hill Publishers PO Box 118, Hastings TN34 3ZQ, UK ISBN: 1-59148-014-0 Germar Rudolf, 2005 Gesetzt in der / Set in Times New Roman. [Link]/D/al Falls diese Seite zensiert wird, mittels [Link] versuchen! Umschlag: Oben: Prof. Dr. Ernst Nolte; rechts: Prof. Dr. Robert Jan van Pelt; unten: Jean-Claude Pressac; links: Prof. Dr. Deborah E. Lipstadt.

Inhalt
Einleitung ....................................................................................................... 7 Institut fr Zeitlegenden ............................................................................... 15 Vom Paulus zum Pseudo-Saulus .................................................................. 29 Heiluft-Wellen ............................................................................................ 41 Ein Sozialoberrat schreibt Geschichte .......................................................... 51 Die Zeit lgt! ................................................................................................ 71 Flscherwerkstatt dpa ................................................................................. 113 Im Streit mit Professor Nolte ...................................................................... 127 Lge und Auschwitz-Wahrheit................................................................... 185 Polnische Wissenschaft .............................................................................. 229 In Auschwitz wurde niemand vergast......................................................... 257 Professor Meineid....................................................................................... 279 Grn sieht Rot............................................................................................. 283 Der Pseudo-Architekt ................................................................................. 301 Mensch Meyer!........................................................................................... 347 Indizes......................................................................................................... 367

Einleitung

Im Zusammenhang mit dem Thema dieses Buches waren es zwei Dinge, die mich whrend meines Chemiestudiums besonders faszinierten. Das eine war das anorganisch-analytische Praktikum, das ich im dritten Semester absolvierte. Ganz besonders motiviert hat mich dabei die Abschluanalyse, fr die ich mir selbst ein Thema whlen durfte. Ich entschlo mich damals, Gewsserproben der Flsse Rhein und Wupper auf die Konzentrationen von Natrium- und Kaliumionen sowie auf ihren biologischen Sauerstoffbedarf hin zu untersuchen. Die gewhlte Aufgabe verlangte, da ich zunchst einmal herausfand, wie man denn derartige Analysen anstellt. Als erstes fhrte ich daher eine Literaturrecherche in der Fachbibliothek durch, um herauszufinden, welche Industrienormen fr derartige Analysen gesetzlich vorgeschrieben sind. Das zweite Faszinosum ergab sich whrend meiner Forschungen zu meiner Diplomarbeit.1 Ich stellte damals fest, da ein Kommilitone, der vor mir an einem hnlichen Thema gearbeitet hatte und dessen Meapparaturen ich bernahm, zwei der wichtigsten Parameter unserer Forschungen falsch bestimmt hatte: einer davon wurde mittels einer vllig falschen Analysenmethode bestimmt, ein anderer war von einem Faktor abhngig, den mein Vorgnger vllig bersehen hatte, weshalb smtliche ermittelten Werte im ersten Fall unbrauchbar und im zweiten teilweise unzuverlssig waren. Ich mu gestehen, da es mir Freude bereitete, diese Fehler entdeckt, fachgerecht nachgewiesen und korrigiert zu haben. Als Dank fr diesen kritischen, wissenschaftlichen Forschungseifer erhielt ich in beiden Fllen eine Eins. Diese beiden Themen durchlaufen das vorliegende Buch wie zwei rote Fden. Einerseits wird dieses Buch dominiert durch ein anderes von mir gewhltes Thema der anorganisch-analytischen Chemie, welches viel umfassendere Studien voraussetzte als jenes, das ich im dritten Semester bewltig1

Germar Rudolf, Struktur und Reaktivitt von Sauerstoff-Diffusionselektroden, VARTA AG, Kelkheim / Universitt Bonn, 1989.

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

te: Die Frage der Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanidverbindungen in den angeblichen Menschengaskammern von Auschwitz. Es mag von einigem politischen Interesse sein, herauszufinden, ob und wie stark verschmutzt Deutschlands Flsse sind. Aber es hat ganz ohne Zweifel weitaus grere politische Auswirkungen, wenn sich anhand chemischer Analysen widerlegen liee, da in bestimmten Gebuden des Konzentrationslagers Auschwitz Menschen massenhaft mit Blausure in Form des Schdlingsbekmpfungsmittels Zyklon B umgebracht wurden. Diese Behauptung gilt den Gerichten der Bundesrepublik Deutschland ohne Beweis als offenkundig wahr. Der geringste Zweifel daran ist strafbar. Eine Widerlegung ist vor Gericht auch nicht mit einwandfrei wissenschaftlichen Methoden zulssig. Die These dieses Massenmordes also berhaupt in Frage zu stellen, dazu bedarf es einer rebellischen, einer kritischen, einer skeptischen, einer an die Wurzeln gehenden, sprich, einer radikal wissenschaftlichen Einstellung oder einfach nur der politischen Verblendung. Es war ein Zeitzeuge, ein Augenzeuge, dem es als erstem mit einiger ffentlicher Resonanz gelang, sich der offiziell vorgeschriebenen Geschichtsversion entgegenzustellen: 1973 verffentlichte Thies Christophersen eine Broschre, in der er berichtete, er sei damals in den Landwirtschaftsbetrieben bei Harmense nahe dem KL Auschwitz als deutscher Soldat eingesetzt gewesen, habe zur Kriegszeit aber nie etwas von einer Massenvernichtung vernommen. Der Titel seiner anekdotischen Broschre setzte zwar keine wissenschaftlichen, sehr wohl aber terminologische Mastbe: Die Auschwitz-Lge2 Christophersen meinte mit diesem von ihm geschaffenen Begriff freilich das genaue Gegenteil dessen, was man heute darunter versteht. Whrend Christophersen meinte, die Behauptung, es habe in Auschwitz eine Massenvernichtung gegeben, sei eine Lge, so wird heutzutage jede These, die die Realitt dieser Massenvernichtung in Abrede stellt, als Auschwitz-Lge bezeichnet.3 Tatsache ist, da der Begriff Auschwitz-Lge ein fester Bestandteil der deutschen Sprache geworden ist. Und Tatsache ist weiterhin, da ber Auschwitz weiterhin gelogen wird, da sich die Balken biegen. Der Begriff Lge bedarf selbst einer Erluterung. Im engeren Sinne handelt es sich hierbei um die vorstzliche Mitteilung oder Verbreitung bewut
2 3

Serie Kritik, Folge Nr. 23, Kritik Verlag, Mohrkirch 1973. Vgl. dazu Thomas Wandres, Die Strafbarkeit des Auschwitz-Leugnens, Strafrechtliche Abhandlungen, neue Folge, Band 129, Duncker & Humblot, Berlin 2000; vgl. die Rezension von G. Rudolf, VffG 5(1) (2001), S. 100-112.

Einleitung

unwahrer Behauptungen. Es reicht daher nicht, etwas Unwahres zu verbreiten, um als Lgner gelten zu mssen, denn die meisten Unwahrheiten werden nicht aus bsem Willen, sondern aus unschuldigem Nichtwissen verbreitet. Dann gibt es da freilich das, was ich schuldiges Nichtwissen nennen mchte. Diesen Versto gegen die Wahrhaftigkeit mu sich anrechnen lassen, wer eine Unwahrheit aus Unwissenheit verbreitet, obwohl es seine Pflicht gewesen wre, das entsprechende Wissen zu besitzen. Es handelt sich dann nicht um eine vorstzliche Lgne, sondern um eine grob fahrlssige Lge. So bezeichne ich zum Beispiel einen Experten als grob fahrlssigen Lgner, der in einer wichtigen Angelegenheit unwahre Behauptungen aus seinem Fachgebiet vertritt, obwohl er das ntige Wissen haben mte oder es sich zumindest einfach aneignen knnte. Das vorliegende Buch ist eine Sammlung von Beitrgen in der Tradition dessen, was ich whrend meiner Diplomarbeit so gerne und erfolgreich getan habe: anderen Fehler in ihren Arbeiten nachzuweisen. Seit dem Beginn meiner forschenden Beschftigung mit dem Thema Auschwitz im Sptsommer 1989, also gegen Ende meiner wissenschaftlichen Ttigkeit mit dem Ziel der Anfertigung meiner Diplomarbeit, haben sich eine ganze Reihe tatschlicher oder vermeintlicher Experten zu Themen geuert, die direkt oder indirekt mit meinen eigenen Auschwitz-Studien zu tun haben. Viele dieser Studien habe ich schon in der Vergangenheit kritisch analysiert. Die wichtigsten dieser kritischen Analysen habe ich nun aktualisiert und in diesem Buch zusammengefat.4 Die politische Bedeutung einiger der von mir kritisierten Studien ergibt sich unter anderem dadurch, da sie von der Bundesregierung als Beleg dafr zitiert werden, da meine Forschungsergebnisse ber Auschwitz falsch seien. So bezog sich beispielsweise das Bundesamt fr Verfassungsschutz im Jahr 2002 als Beweis seiner Behauptung, die wissenschaftlichen Aussagen von mir (bzw. jene von Fred Leuchter, dessen Arbeit meiner vorausging5) seien falsch, auf folgende Literatur:6
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Weniger wichtige, hier nicht erneut abgedruckte Studien sowie solche anderer Autoren werden in den Anmerkungen erwhnt. Daneben vgl. u.a.: Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten in der Kritik, VffG 1(2) (1997), S. 104-108; ders., Kritische Anmerkungen zum ChevallazGutachten, ebd., 3(1) (1999), S. 86f. Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]). Bundesamt fr Verfassungsschutz (Hg.), Rechtsextremistischer Revisionismus. Ein Thema von heute, Kln 2002, S. 19, FN. 22 (zu F. Leuchter), S. 20, FN 24f. (zu G. Rudolf).

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Hellmuth Auerbach, Die Authentizitt des Leuchter-Reports, in: Der Bundesminister des Innern (Hg.), Aktuelle Aspekte des Rechtsextremismus, Bonn 1994, S. 101-104. Josef Bailer, Die Revisionisten und die Chemie, in: Brigitte BailerGalanda, Wolfgang Benz, Wolfgang Neugebauer (Hg.), Die Auschwitzleugner. Revisionistische Geschichtslge und historische Wahrheit, Berlin 1996, S. 130-152. Brigitte Bailer-Galanda, Leuchter und seine Epigonen, ebenda, S. 117129. Werner Wegner, Keine Massenvergasung in Auschwitz? Zur Kritik des Leuchter-Gutachtens, in: Uwe Backes, Eckhard Jesse, Rainer Zitelmann (Hg.), Die Schatten der Vergangenheit. Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus, Frankfurt/M. 1990, S. 450-476. Georges Wellers, Der Leuchter-Bericht ber die Gaskammern von Auschwitz. Revisionistische Propaganda und Leugnung der Wahrheit, Dachauer Hefte, 7. Jg., 1991, S. 230-241. Jean-Claude Pressac, Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, Mnchen 1994. Es ist daher selbstverstndlich, da ich mich bei meiner kritischen Betrachtung ganz besonders diesen durch die staatliche Obrigkeit abgesegneten Beitrgen widme. Wie seris diese regierungsamtliche Publikation ber dissidente Historiker ist, ergibt sich brigens aus ihrer Stellungnahme zu meiner Person: Das tatschliche Ausma der Sachlichkeit und Seriositt Rudolfs offenbart ein von ihm in den rechtsextremistischen Vierteljahresheften fr freie Geschichtsforschung (VffG) unter dem Titel Von der Angst und wie man sie berwindet verffentlichter Artikel. Darin ruft er indirekt zur Gewaltanwendung gegen einen in der Bekmpfung des Revisionismus sehr engagierten Staatsanwalt auf. (S. 21) Selbstverstndlich wird fr diese Behauptung die entsprechende Quelle nicht zitiert, denn das wrde es ja dem Leser ermglichen, die Wahrheit dieser Unterstellung sofort zu berprfen. Ich darf daher dieses Versumnis nachholen und mich selbst aus dem oben genannten Artikel zitieren:7 Mark Weber hat wahrheitsgem erklrt, wenn die oft beschriebene Gefahr von Rechts in Deutschland tatschlich so gro wre, wie von Medien und Politikern beschworen, dann wre z.B. der Revisionistenjger [Staatsanwalt] Hans-Heiko Klein schon lange nicht mehr am Leben. []
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Germar Rudolf, Von der Angst und wie man sie berwindet, VffG, 4(2) (2000), S. 122-124.

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Einleitung

In der Tat, da Heiko Klein noch am Leben ist, grenzt schon an ein Wunder und beweist, wie harmlos die ganze deutsche Szene tatschlich ist. Ein Befreiungskrieg liee sich mit derartigen Freiheitskmpfern wahrlich nicht gewinnen. Ich werde seit jeher aufgefordert, beim Vorgehen staatlicher Mchte gegen Andersdenkende immer den vollen Namen aller Beteiligten zu nennen. Man wisse ja nie, wann man diese Informationen einmal brauche. Aus gleichem Grunde zgere ich, genau das zu tun. Nach all den politischen Prozessen und Verfolgungen braucht Deutschland nmlich in Zukunft wirklich nur eines: Eine groe Amnestie, eine Vershnung mit sich selbst, ein Ende der Selbstzerfleischung und Selbstschwchung. Ich halte daher absolut gar nichts von irgendwelchen Drohungen, wenn sich das Blatt einmal wende, sei nun die andere Seite dran. Was unterscheidet uns dann von den anderen? Ohne mich! Mit anderen Worten: Ich habe in diesem Beitrag genau das Gegenteil dessen gesagt, was mir die Bundesregierung unterstellt: Ich habe dringend davon abgeraten, gegen diejenigen Obrigkeitsbttel, die friedliche Dissidenten verfolgen und deren soziale Existenz ruinieren, Gewalt anzuwenden. Hier haben wir also den ersten Lgner: Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland. Nicht alle der von mir hier kritisierten Autoren will ich als Lgner bezeichnen, aber bei einigen von ihnen wage ich dies durchaus: Vorstzliche Auschwitz-Lgner Jean-Claude Pressac Wer gesteht, da man mit der Wahrheit Kompromisse machen msse, da die ganze Wahrheit zu gefhrlich sei, der lgt. dpa Wer Pressemeldungen flscht, ist ein Lgner. Jan Markiewicz Wer wissentlich und aus politischen Motiven eine falsche Analysenmethode whlt, um Wunschergebnisse zu produzieren, ist ein Flscher und Lgner. James Roth Wer vor laufender Kamera aus politischen ngsten heraus seiner eigenen eidlichen Aussage sowie jeder fachlichen Logik widerspricht und zugibt, seine Forschungsergebnisse den Forderungen Dritter anzupassen, wei, da er die Unwahrheit sagt. Richard Green Wer zugibt, da ein anderer mit betrgerischer Absicht falsche Ergebnisse produzierte, ihn aber dennoch rechtfertigt, also einen Lgner und Flscher deckt, ist dessen Komplize 11

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Grob fahrlssige Auschwitz-Lgner Georges Wellers Wer die einfachsten Dinge seiner eigenen Fach- und Ttigkeitsbereiche (Biochemie, Physiologie, jdische Geschichte) ignoriert, um zu Wunschergebnissen zu kommen, sagt grob fahrlssig die Unwahrheit. Josef Bailer Wer trotz mehrmaligem Hinweis auf grobe fachliche Mngel dennoch die einfachsten Regeln seines Faches miachtet, sagt grob fahrlssig die Unwahrheit. Markus Tiedemann Wer seinen Gegnern ohne jeden Beweis am laufenden Band Falschbehauptungen unterstellt, mu schon aus statistischen Grnden einige davon frei erfunden, also erlogen haben. Allen anderen hier kritisierten Autoren gestehe ich mangels Beweisen oder Indizien zu, da sie entweder nur ideologische Fanatiker sind (Hellmuth Auerbach, Till Bastian, Robert van Pelt, Fritjof Meyer) und/oder da die behandelte Materie schlicht ihre geistige Kapazitt bersteigt (Werner Wegner, Till Bastian, Robert van Pelt, Fritjof Meyer). Eine groe Ausnahme stellt hier Prof. Dr. Ernst Nolte dar, dem einzigen der hier besprochenen Autoren, dem ich Kompetenz, Aufrichtigkeit, und eine wissenschaftliche Motivation zugestehe, die in der Lage ist, seine selbst eingestandene ideologische Befangenheit zu dominieren. Eines der wichtigsten Kriterien der Wissenschaftlichkeit ist es, da man sich der Kritik Anderer stellt, indem man deren Gegenargumente erwhnt und diskutiert. Genau dem ist dieses Buch gewidmet.8 Mein aufrichtiges Bemhen um Wissenschaftlichkeit wird die bundesdeutschen regierungsamtlichen Zensoren freilich nicht davon abhalten, auch dieses Buch der Bcherverbrennung zu berantworten.9 Dazu bleibt mir nur mit Heinrich Heine zu sagen: Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bcher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Germar Rudolf, Chicago, 14.12.2004

Den gleichen Ansatz verfolgt eine hnliche Beitragssammlung des italienischen Historikers Carlo Mattogno, Geschichts-Leugner, deren Verffentlichung fr Ende 2005 geplant ist. Vgl. dazu die diversen Beitrge ber Zensur in Deutschland in meinem Buch Kardinalfragen an Deutschlands Politiker, Castle Hill Publishers, Hastings 2005 ([Link]/D/kadp).

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Einleitung

P.S.: Da jeder einzelne Beitrag in diesem Buch fr sich alleine steht, war es nicht immer mglich, Wiederholungen zu vermeiden. Es wurde versucht, diese zu begrenzen und statt dessen auf Ausfhrungen in anderen Beitrgen dieses Buches zu verweisen. Um das Auffinden der in diesem Buch zitierten Quellen zu erleichtern, wurden in den Funoten auch Internet-Adressen angegeben, bei denen man zur Zeit der Drucklegung die entsprechend zitierten Quellen online aufrufen konnte. Die rege Fluktuation von Adressen im Internet kann jedoch dazu fhren, da die eine oder andere Adresse nach gewisser Zeit nicht mehr gilt. In dem Fall sollten Internet-Suchmaschinen zum Erfolg fhren. Die immer mehr um sich greifende Zensur insbesondere in Deutschland kann bewirken, da einige der zitierten Webseiten von Deutschland aus nicht oder nur von bestimmten Internet-Anbietern aus zugnglich sind. In Fllen, wo bestimmte Seiten blockiert werden, empfehle ich die Benutzung von Anonymisierungs-Webseiten wie etwa jener von [Link]. Von dort aus knnen Sie beruhigt alle Webseiten der Welt besuchen, ohne da die Obrigkeit ihnen Steine in den Weg legen kann. Die zitierten Fachartikel aus der von mir herausgegebenen Zeitschrift Vierteljahreshefte fr freie Geschichtsforschung (VffG) wurden aus Platzgrnden nicht mit einer Internet-Adresse angegeben, obwohl sie alle im Internet verfgbar sind. Wer sie einsehen will, braucht nur auf [Link]/VffG das Inhaltsverzeichnis der zitierten Ausgabe aufzurufen.

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Institut fr Zeitlegenden

In deutschen Strafprozessen gegen Revisionisten, die in der ffentlichkeit auch gerne als Holocaust-Leugner beschimpft werden, wird es den Angeklagten grundstzlich verwehrt, ihre Thesen unter Beweis zu stellen, da nach herrschender deutscher Rechtsprechung der Holocaust eine offenkundige Tatsache darstellt, gegen die ein Beweis vor Gericht nicht vorgelegt werden darf.1 Dieses Beweisverbot geht so weit, da Strafverteidiger, die dennoch beantragen, Beweise einfhren zu drfen, die geeignet sind, Teilaspekte des Holocaust zu klren oder in Frage zu stellen, bereits wegen des bloen (pflichtgemen) Antrags strafverfolgt werden.2 Der Strafprozeordnung der BRD zufolge drfen Beweismittel, die bereits im Gerichtssaal prsent sind, nicht vom Gericht abgelehnt werden, auch nicht bei angenommener Offenkundigkeit eines Sachverhaltes. Desungeachtet werden solche Beweismittel von deutschen Gerichten regelmig dennoch wegen Offenkundigkeit abgelehnt. Dies stellt einen besonders krassen Fall von Rechtsbruch dar (rechtsbrchige Entscheidung).3 Da in Sachen Holocaust ohnehin alles als offenkundig gilt, was der Justiz gerade gefllt, machen sich weder die Staatsanwaltschaft noch die Richter je die Mhe, irgendwelche Argumente dafr anzufhren, da der Angeklagte unrecht habe. Alle Versuche des Angeklagten oder seiner Verteidiger, dies zu ndern, werden einfach mit der monotonen Antwort abgelehnt wegen Offenkundigkeit niedergebgelt. Strafverfahren gegen Revisionisten sind daher stets eine reine Farce, bei der Beweise nicht zugelassen werden
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Nach 244 Abs. 3 StPO; vgl. BVerfG Az. 2 BrR 367/92. Sigmund P. Martin, Volksverhetzung Leugnen des Holocaust durch Verteidigerhandeln, Juristische Schulung, 11/2002, S. 1127f., im Fall gegen RA Jrgen Rieger; basierend auf BGH, Az. 5 StR 485/01; vgl. Neue Juristische Wochenschrift 2002, S. 2115; Neue Strafrechts-Zeitung, 2002, S. 539; vgl. auch BGH, 1 StR 502/99, im Fall gegen RA Ludwig Bock, siehe Rudi Zornig (= G. Rudolf), Rechtsanwalt wegen Stellung von Beweisantrag verurteilt, VffG 3(2) (1999), S. 208f. 245 Abs. 2 StPO; vgl. Detlef Burhoff, Handbuch fr die strafrechtliche Hauptverhandlung, 4. Aufl., Verlag fr die Rechts- und Anwaltspraxis, Recklinghausen 2003, 676 ([Link]/haupt/inhalt/[Link]); rechtsbrchige Entscheidung: BGH, Az. 1 StR 193/93.

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und daher die Urteile schon von Anfang an feststehen allein das Strafma gilt es noch zu verhandeln. Von dieser Regel gibt es freilich seltene Ausnahmen, und eine davon begab sich im Jahre 1994 whrend des berhmt-berchtigten Strafverfahrens gegen den damaligen Vorsitzenden der NPD, Gnter Deckert. Weil Deckert einen Vortrag des amerikanischen Experten fr Hinrichtungstechnologien Fred A. Leuchter, in denen dieser die Existenz von Menschengaskammern in Auschwitz bestritt, bersetzt und durch Wortwahl und Gesten zustimmend kommentiert hatte, stand er damals in Mannheim vor dem Strafrichter.4 Die Ausnahme von der Regel bei diesem Proze bestand aber nicht darin, da es Deckert bzw. seinem Verteidiger erlaubt worden wre, Beweise fr seine Ansichten vorzulegen. Jeder Versuch von Deckerts Verteidiger Ludwig Bock wurde nicht nur wegen Offenkundigkeit abgelehnt, sondern endete sogar damit, da Bock selbst wegen Holocaust-Leugnung strafverfolgt und verurteilt wurde.5 Die Ausnahme lag darin, da sich die Staatsanwaltschaft meines Wissens zum erstenmal dazu herablie, in ihrer Anklageschrift auf die von Fred Leuchter6 aufgestellten technischen und naturwissenschaftlichen Behauptungen einzugehen.7 Sie legte dazu eine Stellungnahme des damaligen Leiters des Instituts fr Zeitgeschichte (IfZ), Mnchen, Herrn Hellmuth Auerbach, vor. Dieses Institut gilt als halboffizielles Zeitgeschichtsforschungsinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Das von H. Auerbach erstellte Kurzgutachten wurde anllich eines Einziehungsverfahrens gegen eine deutsche Ausgabe des Leuchter-Reports erstellt, jenem denkwrdigen Gutachten, in dem der oben erwhnte US-Hinrichtungsexperte aufgrund vielfltiger technischer bzw. naturwissenschaftlicher Grnde zum Schlu kam, es habe weder in Auschwitz noch in Majdanek Menschengaskammern gegeben.8 Diese deutsche Ausgabe des Leuchter-Reports wurde mit der Begrndung einge4

Zum Deckert-Proze und seinen Auswirkungen vgl. Gnther Herzogenrath-Amelung, Gutachten im Asylverfahren von Germar Rudolf, VffG, 6(2) (2002), S. 176-190. In einem 1997 durchgefhrten weiteren Proze gegen Deckerts revisionistische uerungen, vgl. Rudi Zornig, Rechtsanwalt wegen Stellung von Beweisantrag verurteilt, VffG 3(2) (1999), S. 208. Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]). Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen G. A. Deckert, Az: 503 Js 9/92 - 5 KLs 2/92, vom 17. 03. 1992. Hellmuth Auerbach, Institut fr Zeitgeschichte, November 1989, erschienen in: U. Walendy, Historische Tatsachen Nr. 42, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1990, S. 34.

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zogen, der entsprechende deutsche Verleger habe in einem langen Vorwort gepfefferte Kommentare zu den Ergebnissen des Reports abgegeben, weshalb das Werk nicht mehr als wissenschaftlich angesehen werden knne.9 Allerdings wird auch die unkommentierte Version des Leuchter-Reports10 in Deutschland regelmig eingezogen, und Fred Leuchter selbst wurde in der BRD wegen seiner Thesen strafverfolgt.11 Doch zurck zum Deckert-Proze. Interessanterweise wurde das vom IfZ erstellte und von der Staatsanwaltschaft in die Anklageschrift mit eingebrachte Gutachten im Proze selber noch nicht einmal erwhnt. Das ist allein deshalb schon unverstndlich, da die dort aufgefhrten Argumente doch immerhin Leuchter widerlegen sollten. Damit htte das Gericht die Mglichkeit gehabt, nicht nur mit dem Holzhammer Offenkundigkeit zuzuschlagen, sondern dem NPD-Vorsitzenden argumentativ seinen Irrtum bzw. sein Leugnen nachzuweisen. Nun kann man ber die Grnde spekulieren, die dazu fhrten, da der Staatsanwalt sein Beweisgutachten nicht in den Proze einfhrte. Eine Grund dafr knnte sein, da fr den Proze nur drei Verhandlungstage angesetzt waren. Das Vorbringen sachlicher Beweise htte diesen zeitlichen Rahmen sprengen knnen, was allerdings natrlich in einem Rechtsstaat niemals der Grund fr das Auerachtlassen oder die Ablehnung von Beweisen sein darf. Weitaus wahrscheinlicher ist allerdings folgender Grund: Wenn die Staatsanwaltschaft in der Streitfrage Gab es den Holocaust oder nicht? Beweise eingebracht htte, htte sie der Verteidigung das gleiche Recht nicht absprechen knnen. Wollte das Gericht also vermeiden, da die Verteidigung Beweise vorbringt, so mute es seinerseits auf der Offenkundigkeitsklausel beharren und auf eine Beweisfhrung verzichten. Der ausschlaggebende Grund fr dieses Umschwenken der Staatsanwaltschaft ist vermutlich in dem Umstand zu sehen, da dem nur zwei Seiten umfassenden Gutachten des (bezglich technisch-naturwissenschaftlicher Fragen wenig kompetenten) Historikers Auerbach das 114 Seiten umfassende Gutachten eines Diplom-Chemikers meiner Wenigkeit entgegenstand,12 das Leuchters These besttigt und das von Ludwig Bock als Beweisstck eingebracht, vom Gericht aber als Beweismittel wie blich abgelehnt
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10 11

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U. Walendy, Historische Tatsachen Nr. 36, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1988; vgl. BVerfG, BvR 824/90. Fred A. Leuchter, Der erste Leuchter-Report, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1988. Vgl. Rhein-Neckar-Zeitung (Regional Mannheim), 7.12.2001 ([Link]/Archiv/[Link]). R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993 ([Link]/D/rga1/[Link]).

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wurde werden mute. Zudem hatte ich auf Bitte von Herrn Deckert eine zustzliche Analyse des Gutachtens des IfZ erstellt, die fr Deckerts Verteidigung gedacht war.13 Auf Bitte von Ludwig Bock war ich im Sommer 1994 zur Hauptverhandlung gegen Deckert im Landgericht Mannheim erschienen, um bei Bedarf als Sachverstndiger zur Verfgung zu stehen. Aufgrund des Sensationscharakters des damaligen Prozesses war jedoch das gesamte Gerichtsgebude derat berfllt, da es mir nicht gelang, in den Sitzungssaal zu kommen. Durch den Gerichtsdiener konnte ich Herrn Bock aber eine Nachricht ber meine Anwesenheit zukommen lassen. Als aber das IfZ-Gutachten von der Staatsanwaltschaft whrend des Verfahrens gar nicht erwhnt wurde und auch hier (wie blich) alle Antrge der Verteidigung wegen Offenkundigkeit abgelehnt wurden, lie mich Herr Bock wissen, da meine Anwesenheit nicht notwendig sei. So blieb mir wohl die Exekution durch die anwesenden Massenmedien und eine mgliche Verhaftung im Gerichtssaal erspart. Die Auseinandersetzung zwischen den Argumenten des Direktors des IfZ und meiner Wenigkeit fand also damals nicht statt, weil die Staatsanwaltschaft kniff. Ich mchte daher hier das Versumte nachholen. H. Auerbach sttzte sich in seiner Stellungnahme hauptschlich auf die Ausfhrungen des franzsischen Apothekers und Hobbyhistorikers JeanClaude Pressac, die dieser in einer franzsischen Zeitschrift verffentlicht hatte.14 J.-C. Pressac ist unter zeitgeschichtlich Interessierten kein Unbekannter. Er hatte sich in jahrelanger autodidaktischer Arbeit eine detaillierte Kenntnis ber den Auschwitz-Komplex verschafft und darber zwei Bcher verffentlicht.15 Nun mchte ich aus dem Gutachten von Auerbach zitieren, und zwar nicht etwa nur wenige Stze, sondern alle jene Passagen, in denen es inhaltlich zu Leuchter Stellung bezieht. Nach jedem Argument werde ich sodann eine Bewertung abgeben, die auf meiner eigenen wissenschaftlichen Untersu13

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Wiedergegeben in: Henri Roques, Gnter Annthon (= G. Deckert), Der Fall Gnter Deckert, DAGD/Germania Verlag, Weinheim 1995, S. 431-435 (online: [Link]/D/Deckert/[Link]). Dieser Abdruck war mit ein Grund, warum Deckert 1997 zu einer weiteren Geldstrafe verurteilt wurde. J.-C. Pressac, Jour Juif, 12.12.1988, S. I-X; englisch in: S. Shapiro (Hg.), Truth Prevails: Demolishing Holocaust Denial: The End of the Leuchter-Report, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1990. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989; ders., Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, Mnchen 1994. Zu einer Kritik Pressacs vgl. das Kapitel Vom Paulus zum Saulus in diesem Band.

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chung beruht, wie sie in meinem eigenen Gutachten verffentlicht ist und die durch geeignete Verweise zustzlich erhrtet wird.16 Schon allein dadurch, da Leuchter von den Verhltnissen in amerikanischen Gefngnissen ausgeht, wo Hinrichtungen mittels Gas in hochentwickelten und komplizierten Gaskammern und unter strikter Beachtung sehr strenger Vorsichtsmaregeln stattfinden, und die vllig anders gelagerten Umstnde in den Vernichtungslagern auer acht lt, kommt er zu falschen Schlssen. [] Whrend in den amerikanischen Hinrichtungsgaskammern jeweils nur eine Person gettet wird, sollen in den Gaskammern in Auschwitz mehrere Hundert, gar bis zu 3.000 Menschen auf einmal vergast worden sein, wenn man den Zeugen Glauben schenken will. Wenn die bezeugte Ttungszeit von nur wenigen Augenblicken bis zu wenigen Minuten stimmt, so htten zudem ungeheuer groe Mengen an Blausure verwendet werden mssen. Das Einschlieen Hunderter oder gar Tausender von Menschen, die in panische Todesangst geraten, bedarf extrem stabiler Stahltren, und die Anwendung und Entsorgung riesiger Giftgasmengen bedarf leistungsfhiger und sicherer Einfllapparaturen und Lftungsanlagen. Die in Auschwitz vorhandenen Anlagen hatten aber lediglich einfache Holztren, die von Menschenmassen in Panik eingedrckt worden wren. Schon deshalb konnte keiner der benannten Rume dem behaupteten Zweck dienen. Zudem besaen einige dieser Anlagen berhaupt keine Lftungsanlagen (Bunker 1 & II, Krematorien IV und V). Dies steht im krassen Gegensatz zu den in Auschwitz vorhandenen Zyklon-B-Entlausungsanlagen, die selbstverstndlich immer auch eine leistungsfhige Entlftungsanlage besaen. Es kann daher mit an Sicherheit grenzender Gewiheit ausgeschlossen werden, da Rume ohne Lftungsanlage jemals zur wiederholten Befllung mit groen Mengen an Giftgas verwendet wurden. Andere als Menschengaskammern bezeichnete Rume wiesen zwar Lftungsanlagen auf, allerdings lediglich solche, wie sie fr normale Leichenkeller zu erwarten sind (Krematorien I-III). Obwohl es technisch mglich ist, diese Lftungsanlagen ihrem Zweck zu entfremden, so reichte ihre Leistungsfhigkeit bei weitem nicht aus, um eine erfolgreiche Lftung in der von Zeugen behaupteten kurzen Zeit zu bewerkstelligen. Keine dieser Anlagen besa eine Vorrichtung zur sicheren Einfhrung und zur Entsorgung groer Giftgasmengen. Man wird den vermeintlichen Massenmrdern der SS unterstellen drfen, da sie sich nicht selber umbringen oder ernsthaft gefhrden wollten. Das
16

Vgl. die aktualisierte Fassung: Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 ([Link]/D/rga2).

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Vorhandensein von technisch einwandfrei arbeitenden Anlagen zur schnellen Freisetzung des Giftgases, zum gefahrlosen Entsorgen der Restbestnde des Gases im Trgermaterial Zyklon B und die fr die Umgebung ungefhrliche Belftung der angeblichen Menschengaskammern sind daher erste Voraussetzung fr die angebliche Durchfhrung eines Massenmordes. All dies war im Falle der angeblichen Menschengaskammern nur unzureichend gegeben oder berhaupt nicht mglich. So wre, wie Leuchter sehr korrekt anmerkt, bei einer Lftung der angeblichen Gaskammer im Stammlager das nur wenige Meter entfernte Krankenhaus der SS sowie zudem das ebenfalls nahe gelegene Brogebude der Lager-Gestapo (Politische Abteilung) begast worden. Dadurch wren die Kranken und das Krankenhauspersonal im Krankenhaus sowie die Mitglieder der Lager-Gestapo ernsthaft gefhrdet worden. Eine Lftung der behaupteten Gaskammern der Krematorien IV und V, die mittels der Tren erfolgt sein soll, htte das ganze Gebude unter Giftgas gesetzt und somit ein Betreten fr mindestens einen ganzen Tag unmglich gemacht.17 Zyklon B (Blausure) wird erst bei einer Temperatur von ca. 26 Grad gasfrmig. Eine Gaskammer in den USA mu demzufolge aufgeheizt werden. Da auch in einem viel greren Raum, wenn er vollgepfercht ist mit Menschen, diese Temperatur sehr schnell erreicht wird, es also gar keiner Heizung bedarf, bercksichtigt Leuchter nicht. 25,7C ist der Siedepunkt von Blausure, der nicht erreicht werden mu, bevor Blausure verdunstet. Auch Wasser verdunstet schlielich schon lange bevor es kocht. Da das Zyklon-B-Prparat Zeugenaussagen folgend in den behaupteten Menschengaskammern von Auschwitz und Majdanek auf dem Boden gelegen htte, wre die Verdunstungsgeschwindigkeit in erster Linie durch die Fubodentemperatur bestimmt worden, die von den Opfern nur unwesentlich htte erhht werden knnen. Die Opfer bekommen eher kalte Fe. Entscheidend ist, wie schnell der Trgerstoff des Zyklon B, welcher aus mit Strke versetztem Gips besteht, die Blausure abgibt. Nach Herstellerangaben bedarf es mindestens 40 bis 45 Minuten, bis bei Raumtemperatur die Hlfte der Blausure abgedampft ist. Die allgemein bezeugten Ttungszeiten von wenigen Augenblicken bis wenigen Minuten wren also nur mglich gewesen, wenn sehr groe Mengen an Zyklon B, gleichmig im Raum verteilt, angewendet worden wren.

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hnliches gilt fr einige behauptete Gaskammern in Majdanek, vgl. Carlo Mattogno, Jrgen Graf, KL Majdanek. Eine historische und technische Studie, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/Majdanek).

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In den Gaskammern der Vernichtungslager wurde durch die Aspiration der vielen Menschen das Giftgas sehr schnell in die Krper aufgenommen; die Entlftung und Entnahme der Leichen war dadurch schneller zu bewerkstelligen. Um den behaupteten schnellen Tod der Opfer zu bewirken, htte gleich zu Anfang berall im Raum eine hohe Giftgaskonzentration herrschen mssen, was die Anwendung sehr groer Mengen an Zyklon B erfordert htte. Eine Verminderung der Konzentration durch die Atmung der noch lebenden Opfer htten durch weitere Giftgasmengen berkompensiert werden mssen, um den schnellen Tod aller Opfer sicherzustellen. Aus keiner der angeblichen Gaskammern htte man aber die groen Mengen eingeworfenen Zyklon-B-Granulats nach Beendigung des Mordes herausholen knnen, da es unter bzw. zwischen den Leichen gelegen htte. Dort htte es noch mehr als eine Stunde lang das tdliche Gas abgegeben, was heit, da die Giftgaskonzentration in diesen Rumen angefangen von einer anfangs hohen Konzentration immer weiter angestiegen wre. Die angeblichen Menschengaskammern htten nach dem Mord Berge von Leichen enthalten. Eine Lftung solcher Rume, die zudem im Falle der Krematorien IV und V ber nur eine Tre htte erfolgen knnen (Fenster oder gar Ventilatoren gab es angeblich nicht!), htte viele Stunden, ja Tage gedauert. Im Falle der mit einer Lftungsanlage versehenen, als Menschengaskammern behaupteten Leichenkeller der Krematorien II und III htte die Lftung erst nach der vollstndigen Abgabe der Blausure vom Trger, also nicht vor Ablauf von zwei Stunden nach Beginn der Massenttung, erfolgreich sein knnen. Die noch ber eine Stunde nach dem von Zeugen behaupteten schnellen Tod der Opfer vom Zyklon B abgegebene Blausure wird von keinem atmenden Krper mehr aufgenommen. Die von Auerbach angefhrte Giftgasverringerung durch die Atmung der Opfer htte daher keine Rolle gespielt. Die Gaskammern und die Desinfektionsrume in Auschwitz waren nach demselben Schema gebaut. Anlagen zur Schdlingsvernichtung mittels Zyklon B sind ihrer Natur nach Entwesungsanlagen und wurden auch so (oder als Entlausungsanlagen) bezeichnet. Eine Desinfektion (Abttung von Bakterien) kann mit Zyklon B nicht durchgefhrt werden. Die professionellen Zyklon-B-Entwesungsanlagen besaen allesamt Schleusen, Heizungen, Lftungsventilatoren, z. T. sogar Warmluftfns zur schnellen Blausureentwicklung und Umluftsysteme zur Giftgasverteilung im Raum. Die vermeintlichen Menschengaskammern besaen davon entweder gar nichts oder nur eine dieser Komponenten: Die als Infektionsleichen21

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keller geplanten Leichenkeller 1 der Krematorien II und III besaen eine fr solche Keller bliche Lftungsanlage, aber weder Schleusen noch Heizungen oder Umluftsysteme. Die Rumlichkeiten der Krematorien IV und V, deren Zweck nicht in den Plnen angegeben wurde, besaen Holzfen, jedoch weder Lftungsmglichkeiten, Umluftsysteme noch Schleusen. Die Bunker I & II schlielich besaen keine dieser Komponenten. Die zu Entwesungszwecken errichteten Rume sind grundstzlich oberirdisch (wegen der leichten Heizbarkeit) und in gesonderten Trakten (Sicherheitsaspekt) angelegt worden. Mindestens eines dieser Charakteristika trifft auf die angeblichen Menschengaskammern nicht zu. Die Tatsache, da die angeblich am intensivsten fr Vergasungszwecke benutzten Leichenkeller der Krematorien II und III unterirdisch liegen und somit stets feucht und kalt waren, schliet deren Verwendung als Begasungsrume praktisch aus. Niemand htte hierin Vergasungen ernsthaft in Erwgung gezogen, da feuchtkalte Rume in ihren Wnden enorme Blausuremengen aufnehmen und somit sicherheitstechnisch kaum handhabbar sind. Auerdem lt sich mit dem Gemuer dieser Rume auf Jahrhunderte hin der kriminologische Nachweis von Begasungen fhren. Auerdem htten Menschengaskammern tatschlich anders gebaut sein mssen als Entwesungskammern: a) Bei Menschengaskammern mte das Giftgas von auen eingefhrt werden, wohingegen es bei Entlausungskammern innen freigesetzt wird (entweder von einer Person oder durch einen Automaten). b) Menschengaskammern mssen nicht nur gasdicht sein, sondern all ihre ffnungen mssen zudem gegen in Panik geratende Menschenmassen ausbruchssicher verschliebar sein. Die Verschlsse von Entlausungskammern mssen hingegen lediglich gasdicht sein. Da aber fr die Entlausung hhere Quanten des Giftes notwendig sind [als fr Menschenvergasungen] Will man von wenigen Einwurfstellen aus, deren Existenz fr die Krematorien I-III zur damaligen Zeit im brigen mit praktischer Sicherheit ausgeschlossen werden kann,18 mit Zyklon B riesige Menschenmengen in groen Rumen ohne Blausureentwickler (Warmluftfhn) und Umluftsysteme in kurzer Zeit umbringen, wie durch die Zeugen betont, so mu man riesige Mengen an Zyklon B einwerfen, da das Zyklon B das Giftgas nur langsam abgibt. Die hhere Empfindlichkeit des Menschen fr das Gift ist nur ein

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Vgl. dazu C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; Carlo Mattogno, Die Einfllffnungen fr Zyklon-B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290.

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Ma unter vielen fr die vermeintlich angewendete Menge des Giftgasgranulats. [Fortsetzung des obigen Satzes] schlug sich dort [in den Sachentlausungsanlagen] mehr Cyanwasserstoff nieder als in den fr Menschen bestimmten Gaskammern. Die praktisch fehlende Lftungsmglichkeit der angeblichen Menschengaskammern im Fall der Bunker I & II und der Krematorien IV und V, bzw. im Fall der Keller der Krematorien II und III deren Khle und Feuchtigkeit, htten eine wesentlich grere Aufnahme an Cyanwasserstoff im Gemuer bewirkt als in den lftbaren und geheizten Sachentlausungskammern. Dank wissenschaftlicher Untersuchungen aus den 20er und 30er Jahren19 kann mit Sicherheit gesagt werden, da die Aufnahme von Cyaniden in das Mauerwerk im Fall der khlen und feuchten Keller der Krematorien II und III rund zehnmal so hoch gelegen htte wie im Fall der Sachentlausungskammern, bei sonst gleichen Bedingungen. Diese Gebude [mit den angeblichen Menschengaskammern] sind [] seit mehr als vierzig Jahren Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. [] Durch den Feuchtigkeitseinflu sind die 1945 noch feststellbaren Spuren von Cyanid inzwischen verschwunden. Zunchst einmal ist die aus Cyanwasserstoff in Mauern entstehende Verbindung eine der stabilsten Verbindungen, die man kennt: Eisenblau oder Berlinerblau, ein Eisencyanid (Eisensalz der Blausure). In Langzeittests hat sich ihre Umweltresistenz gegen widrigste Verhltnisse ber Jahrzehnte hinweg erwiesen.20 Sie hat eine Stabilitt, die der des untersuchten Mauermaterials gleichkommt. Einmal entstandene Spuren verschwinden daher nur dadurch, da die ganze Wand verschwindet. Die Auenbereiche der ZyklonB-Entwesungskammern der Hygienebauwerke 5a und 5b in AuschwitzBirkenau sowie der Entwesungskammern in den ehemaligen Lagern Majdanek und Stutthof beweisen, da die untersuchten Cyanidverbindungen tatschlich einer 50-jhrigen Bewitterung standhalten, denn diese Wnde sind noch heute ber weite Bereiche blau gefrbt. Zudem waren nicht alle angeblichen Menschengaskammern bzw. alle Teile der teilweise zerstrten Rume der Witterung ausgesetzt. So waren die Wnde der Leichenhalle von Krematorium I nie der Witterung ausgesetzt, und groe Bereiche der Wnde des Leichenkellers 1 von Krematorium II
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20

L. Schwarz, W. Deckert , Z. Hygiene und Infektionskrankheiten, 107 (1927), S. 798-813; ebenda, 109 (1929), S. 201-212. J.M. Kape, E.C. Mills, Transactions of the Institute of Metal Finishing, 35 (1958), S. 353-384; dies., ebenda, 59 (1981), S. 35-39.

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sind bis heute gegen direkten Witterungseinflu geschtzt. Aber auch an diesen witterungsgeschtzten Stellen finden sich keine interpretationsfhigen Cyanidspuren. Nach den Bedingungen, die damals insbesondere im Leichenkeller 1 des Krematoriums II geherrscht haben mssen, wenn es Massenvergasungen gab, mten dort allerdings deutliche Cyanidreste auffindbar sein, erheblich mehr als nur Spuren davon. Auerbachs Behauptung, die 1945 noch feststellbaren Spuren seien verschwunden, ist nur ein recht billiger semantischer Trick, denn 1945 wurden berhaupt keine Maueruntersuchungen durchgefhrt, so da niemand wissen kann, was 1945 feststellbar gewesen wre. Da die entstehende Verbindung aber ber Jahrzehnte unverndert stabil ist, kann man aus den heutigen Analysenergebnissen mit Sicherheit folgern, da auch damals keine Cyanidspuren zu finden waren. Da aber schon vor gut vierzig Jahren, im Jahre 1945, durch das Gerichtsmedizinische Institut der Universitt Krakau entsprechende Untersuchungen gemacht wurden, die sowohl an Gebuden [] Haaren, an Haarspangen und anderen Metallgegenstnden [] sehr deutliche Spuren von Zyklon B aufwiesen. [] Die chemischen Untersuchungen 1945 wurden nicht an Mauermaterialien durchgefhrt.21 Nach zeitgenssischen Quellen soll langes Schnitthaar aus den Konzentrationslagern wiederverwertet worden sein,22 wozu es aus hygienischen Grnden zuvor entwest werden mute. Damalige Cyanidbefunde in Haaren wrden daher nur beweisen, da die Haare Cyanidverbindungen ausgesetzt waren. Da die angeblich analysierten Haare whrend der damaligen Begasung noch auf den Kpfen der Besitzer weilten, ist pure Spekulation und kann sogar als unwahrscheinlich gelten, denn alle Hftlinge in Auschwitz wurden aus hygienischen Grnden bei ihrer Einlieferung geschoren. Selbst bei einer hypothetisch anstehenden Ttung wre es einfacher und sinnvoller, den Menschen vor ihrer Ttung unter ihrer Kooperation die dann noch sauberen Haare abzuschneiden. Anderslautende Aussagen sind zumindest unbewiesen und unsinnig. Cyanidbefunde in Haaren und Haarspangen

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22

B. Bailer-Galanda, Krakauer Gutachten von 1945 ber Cyanide in Menschenhaar, Haarspangen und einer Ventilationsffnung, in: Bundesministerium fr Unterricht und Kultur (Hg.), Amoklauf gegen die Wirklichkeit, Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes, Wien 1991, S. 36-40, Original im Staatlichen Museum Auschwitz. Schreiben des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, Oranienburg, vom 6.8.1942, IMTDokument 511-USSR, zitiert nach: Der Proze gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militrgerichtshof, Band 20, Nrnberg 1949, S. 553f. Darin wird die Wiederverwertung von Hftlings-Schnitthaar ab 20 mm Schnittlnge befohlen.

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beweisen also gar nichts. Bei einer erneuten Untersuchung von Haarproben im Jahr 1990 wurden zudem keinerlei Cyanide gefunden.23 Es ist daher allgemein zu bemerken: a. Wenn damals in Metallgegenstnden Cyanide festgestellt werden konnten, so ist zuerst mit Sicherheit zu klren, woher diese Gegenstnde stammten und welche Geschichte sie hatten. b. Laut dem damaligen Gutachten soll der damals untersuchte Metallgegenstand eine Lochblende der Lftungsanlage des Leichenkellers 1 von Krematorium II gewesen sein, also dem Raum, der als Menschengaskammer behauptet wird.24 Diese Lochblende bestand aus verzinktem Eisenblech. Zink verhindert bekanntlich, da das Eisenblech rostet. Dementsprechend htte Blausure primr Zinkcyanid gebildet. Zinkcyanid ist jedoch wesentlich weniger stabil als Eisencyanid (Eisenblau), so da ein Nachweis mit zunehmendem Zeitabstand immer schwieriger wird. c. Eventuell dennoch gebildetes Eisencyanid mte wegen seiner Langzeitstabilitt auch heute noch auffindbar sein. Bis heute wurde nicht versucht, diese Befunderhebung zu reproduzieren. Dies erscheint auch nicht mehr mglich, da die Herkunft und zwischenzeitliche Geschichte vorhandenen Materials nicht mit Sicherheit feststellbar sind. d. Schlielich wrde das Vorhandensein von Cyanidverbindungen in Bauteilen des Entlftungssystems, fr deren Herkunftsort Menschengaskammern behauptete werden, bedeuten, da auch im Mauermaterial dieser angeblichen Menschengaskammern solche Verbindungen anzutreffen sein mssen, da das Blausuregas nicht selektiv auf die Metallteile der Kammern reagieren und die Wnde auslassen kann. Dies besonders angesichts der Tatsache, da Mauermaterial wesentlich mehr dazu neigt, Blausure anzureichern und in langzeitstabile Substanzen umzusetzen als blankes, glattes Metall.25 Da jedoch die Wnde kein Cyanid enthalten, knnen auch die Metallgegenstnde der Entlftungs23

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25

J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, B. Trzcinska, Gutachten, Prof. Dr. Jan Sehn Institut fr Gerichtsgutachten, Abteilung fr Gerichtstoxikologie, Krakau, 24. September 1990; teilweise verffentlicht z.B. in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 39(2) (1991), S. 18f. ([Link]/D/DGG/IDN39_2): Die Analyse der Haare und die des Haargewebes ergaben ein negatives Ergebnis. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 15), S. 487: Abbildung einer dieser Lochblenden der Lftungsausgnge. Mrtel und Beton haben wegen ihrer extremen Rauheit und Porositt eine um viele Zehnerpotenzen grere Oberflche (= Blausureaufnahmefhigkeit) als blankes Metall; sie haben jede Menge Porenwasser und sind zumindest anfangs basisch, zwei Grundvoraussetzungen zur Bildung von Eisenblau.

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apparate keine Cyanide enthalten haben. Entweder sind die Cyanidbefunde von damals falsch, oder die Cyanidrckstnde der untersuchten Gegenstnde stammen nicht aus ihrem Einsatz in Menschengaskammern. e. Die memethodischen Fehler und daraus resultierenden falschen Interpretationen, die das gleiche Krakauer Institut vorstzlich, also in betrgerischer Absicht in Untersuchungen beging, die es in gleicher Angelegenheit in den Jahren 1991-1994 durchfhrte, weisen daraufhin, da auch die Untersuchungsergebnisse von 1945 nicht das Papier wert sind, auf denen sie niedergelegt wurden.26 [] die verwendeten Mengen Blausure [] zu gering waren, um eine Explosion auszulsen. Soll die von Zeugen behauptete Massenttung in den technisch unzulnglichen Anlagen innerhalb krzester Zeit stattgefunden haben, so wre die Verwendung sehr groer Zyklon-B-Mengen ntig gewesen. In der Nhe der Zyklon-B-Einwurfstellen htte man dann mit explosiven Blausuremengen rechnen mssen ( 6%). Die Wirkung von Blausureexplosionen gleicht der von Dynamitexplosionen. Der Funke eines am Beton entlangkratzenden Fingerringes eines zu Boden fallenden Opfers htte ein solches Gemisch entznden knnen. Der franzsische Pharmakologe und Toxikologe J.-C. Pressac [hat] sich damit als wirklicher Fachmann fr die Vergasungsvorgnge ausgewiesen. [] J.-C. Pressac hat eine Ausbildung als Apotheker, die ihn absolut nicht dazu befhigt, ber chemische und ingenieurtechnische Fragen sachverstndige Angaben zu machen. Bewiesen wird dies dadurch, da er an mehreren Stellen ausfhrt, da Blausure von trockenem, warmen Gemuer, wie dem der Entlausungskammern, besser aufgenommen wird als von feuchtem, khlem, wie dem der Leichenkeller, die als Menschengaskammern gedient haben sollen. Richtig ist dagegen, da Gase an khlen Gegenstnden bevorzugt niederschlagen und da sich Blausure mit besonderer Vorliebe an feuchten, khlen Gegenstnden anreichert. Entweder beweist dies die unzureichende naturwissenschaftliche Sachkenntnis von J.-C. Pressac, oder er tuscht den Leser bewut. Beides disqualifiziert ihn als Fachmann. Nach diesem Nachweis der Inkompetenz Auerbachs wagte es mein damaliger Strafverteidiger Dr. Gnther Herzogenrath-Amelung, beim IfZ anzufragen, was man denn dort von meinem Gutachten hlt. Das Antwortschrei26

Vgl. dazu den Beitrag Polnische Wissenschaft in diesem Band.

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ben des IfZ war entblend:27 Man meinte, es erbrige sich aus zwei Grnden, auf mein Gutachten berhaupt einzugehen. Erstens sei der Massenmord von Juden in den Gaskammern von Auschwitz offenkundig, und deshalb nicht widerlegbar, und zweitens habe der franzsische Apotheker Pressac in seiner neuen Studie28 die Existenz der Gaskammern erneut unter Beweis gestellt. Die erste Begrndung ist meines Wissens einzigartig in der Geschichte der Wissenschaft im neuzeitlichen, aufgeklrten Deutschland: Auch dem offiziellen Zeitgeschichtsinstitut der Bundesrepublik Deutschland gehen die Argumente aus und es zieht sich auf die Offenkundigkeit zurck. Bisher hatten die Damen und Herren dieses Instituts auf unbequeme Anfragen wenigstens mit einigen berheblichen Stzen auf irgendwelche Literaturstellen verwiesen. Die Offenkundigkeit haben sie bisher noch nie bemht. Das kommt einer bedingungslosen Kapitulation gleich, denn wenn Wissenschaftler meinen, sich hinter strafrechtliche Dogmen zurckziehen zu mssen, darf man wohl davon ausgehen, da sie mit ihrer Weisheit am Ende sind. Das wird auch dadurch gesttzt, da Auerbach trotz Entblung seiner Inkompetenz nicht davor zurckschreckt, seinen Unsinn unverndert weiterzuverbreiten.29 Der Hinweis auf das zweite Buch Pressacs schlielich geht vllig am Thema vorbei, weil Pressac in seinem Buch mit keiner Silbe auf meine Argumente eingegangen ist. Pressacs Forschungsansatz, nmlich Dokumente zu suchen, die die Zeugenberichte ber Massenmorde sttzen, war ja ein vllig anderer als der Forschungsansatz meines Gutachtens. Darin unterziehe ich die Zeugenbehauptungen einer Glaubhaftigkeitsanalyse, und zwar primr mit technischen und naturwissenschaftlichen Argumenten und Berechnungen und sekundr anhand von Dokumenten. Beide Arbeiten berhren sich praktisch nirgendwo, weshalb Pressac gar nicht gegen mich ins Feld gefhrt werden kann, insbesondere auch deshalb, weil Pressac zur Sttzung seiner Behauptungen lediglich Zeugenaussagen anfhren kann, deren Glaubhaftig27

28 29

H. Auerbach, Institut fr Zeitgeschichte, Schreiben an G. Herzogenrath-Amelung, Az. Au/Be., 21.12.1993. Die Krematorien von Auschwitz, aaO. (Anm. 15). H. Auerbach, Leuchter-Report, in: Wolfgang Benz (Hg.), Legenden, Lgen, Vorurteile, 7. Aufl., dtv, Mnchen 1995, S. 147ff.; ders., Die Authentizitt des Leuchter-Reports, in: Der Bundesminister des Innern (Hg.), Aktuelle Aspekte des Rechtsextremismus, Bonn 1994, S. 101104. Als Quellen fr seinen Ausfhrungen bezieht sich Auerbach auf die im vorliegenden Buch kritisierten Beitrge von J.-C. Pressac (siehe Vom Paulus zum Pseudo-Saulus), Werner Wegner (Ein Sozialoberrat schreibt Geschichte) und Josef Bailer (Lge und AuschwitzWahrheit).

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keit fragwrdig ist und eben gerade durch meine Arbeit massiv unterminiert wird. Zudem schneidet sich das IfZ mit seinem Hinweis und wiederholten Bezug auf Pressac ins eigene Fleisch Knie, wie das nchste Kapitel zeigt.

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Vom Paulus zum Pseudo-Saulus

Jean-Claude Pressac wurde in den Jahren 1993-1994 von den Medien nicht nur in Deutschland als der heldenhafte Ritter dargestellt, der es zuwege gebracht habe, den bsen revisionistischen Drachen mit dessen eigenen technischen Argumenten zu tten.1 Serge Klarsfeld, Prsident der Vereinigung der Shne und Tchter der jdischen Verschleppten Frankreichs, charakterisierte Jean-Claude Pressac in einem Vorwort zu einer Entgegnung Pressacs auf den Leuchter-Report als einen verdienstvollen Wissenschaftler, der als einer der wenigen Spezialisten fr die Vernichtungstechnik der Nationalsozialisten im Lager Auschwitz gilt. Dabei sei er beinahe selber Revisionist geworden. Dank seines scharfen und rationalen Verstandes habe er aber den Versuchungen der Revisionisten um Prof. Robert Faurisson widerstehen knnen und habe nur den Forderungen der Wahrheit gehorcht.2 Das lt aufhorchen: Wer ist dieser J.-C. Pressac, da er den Weg von der wissenschaftlichen Nhe zu den Revisionisten zum Flaggschiff der Gegenseite so mir nichts dir nichts zurcklegt? Ist er eines Besseren belehrt worden? Als ich im Winter 1991 Prof. Robert Faurisson in Vichy besuchte, teilte er mir seine Sicht der Dinge etwa wie folgt mit: Ich habe einige Zeit mit Jean-Claude im Kontakt gestanden, und ich mu Ihnen sagen, es war selten eine Freude. Ich habe sehr schnell erkennen mssen, da Jean-Claude kaum zu einer konsequenten, analytisch durchdachten und systematischen, wissenschaftlichen Arbeit fhig ist. Das erkennt man ja auch nur zu genau an seinem sogenannten Standardwerk. Es zeichnet sich durch ein vollkommenes inhaltliches Chaos aus. Er wiederholt sich an vielen Stellen, vermischt Tatsachen mit Interpretationen und Unterstellungen, ja sogar mit reinen Wunschvorstellungen. Zudem ist es von ihm wissenschaftlich unredlich, den Forscher berhaupt nicht zu
1

Zur Reaktion der ffentlichkeit auf Pressac in Deutschland vgl. Manfred Khler (=G. Rudolf), Pressac und die deutsche ffentlichkeit, in: Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1996, S. 19-30 ([Link]/D/anf/[Link]). J.-C. Pressac, Jour J, 12. Dezember 1988, I-X.

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erwhnen, der die beraus meisten seiner Quellen berhaupt erst entdeckt und fr die Forschung erschlossen hat, nmlich mich. Jean-Claude ist ein psychisch sehr instabiler Mensch. Dies hat sich besonders zu dem Zeitpunkt herausgestellt, als fr ihn immer klarer wurde, da meine These von der Falschheit der Holocaustgeschichten richtig ist. Denn die Konsequenz dieser Erkenntnis war, da die Konfrontation mit den Vertretern der etablierten Meinung unheimlich hart wurde. Mehr noch: Sie wurde gefhrlich, da man mich juristisch und dann auch krperlich zu verfolgen begann. Jean-Claude bekam groe Angst und bat mich, die Sache nicht zu bertreiben und die Wahrheit lieber Stckchen fr Stckchen ans Tageslicht zu bringen. Wenn ich aber eine Sache als wahr erkannt habe, so werde ich nicht weiter alte Lgen oder Halblgen erzhlen. Wir haben uns daher in dieser Phase im Streit getrennt. Soviel also von der anderen Seite. Natrlich hat Professor Faurisson zu Pressacs Arbeiten entsprechende sachbezogene Kritiken verffentlicht, auf die ich hier verweisen mchte.3 Man mag Prof. Faurissons Ansichten zustimmen oder nicht. Tatsache ist, da er damit nicht im Widerspruch zu Serge Klarsfelds Aussage stehen mu, da Jean-Claude Pressac es also unter jenen Historikern, welche die Ausrottungsthese vertretend, am weitesten gebracht hat, was die Beherrschung des Quellenmaterials zum Holocaust anbelangt als auch seinen Willen und seine Fhigkeit, technisch-naturwissenschaftliche Fragen aufzugreifen. Wenn Faurisson richtig liegt, da selbst dieser Fortschritt noch nicht wissenschaftlichen Ansprchen gengen konnte, so sprche das eine traurige Sprache ber die Qualitt des Rests der exterminationistischen Verffentlichungen. Um Faurissons Urteil zu untermauern, mchte ich nachfolgend aufzeigen, da Pressac insbesondere mit dem Versuch, technisch-naturwissenschaftliche Fragen aufzugreifen, klglich gescheitert ist. Als Beispiel dafr darf ich jenen Zeugen der Massenvernichtung in Auschwitz herausgreifen, den JeanClaude Pressac fr den wichtigsten und zugleich fr den glaubwrdigsten hlt:4 Henryk Tauber, dem Vernehmen nach ein ehemaliges Mitglied des Heizerkommandos im Krematorium II in Birkenau. Pressac begeht bei Tauber den gleichen Kardinalfehler wie auch bei allen anderen Zeugen: er unter3

R. Faurisson, Journal of Historical Review, 11(1) (1991), S. 25-66; ebenda, 11(2) (1991), S. 133-175; ders., in H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 1), S. 51-100 ([Link]/D/anf/[Link]). Vernehmung Henryk Taubers vom 25.5.1945, Anlage 18, Band 11 des H-Verfahrens, zitiert nach J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 489f.

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zieht dessen Aussage keiner technischen Kritik. Schon der wache Menschenverstand eines technisch ungebildeten Lesers sollte aber bei der Lektre von Taubers absurdem Theater Alarm schlagen. Nicht so aber bei Pressac:5 Whrend alliierter Luftangriffe sollen die Sonderkommandos laut Tauber bis zu acht Leichen auf einmal in die Kremierungsmuffeln geschoben haben, um mit groen, aus den Schornsteinen schlagenden Flammen die alliierten Flugzeuge auf sich aufmerksam zu machen. Das Problem ist, da aus Krematoriumskaminen keine Flammen schlagen knnen6 und da acht Leichen auf einmal nicht durch die Ofentren gepat htten, wie Pressac aus den Plnen der in seinem eigenen Buch abgebildeten Ofentren selbst htte erkennen knnen, wenn er nur die Augen aufgesperrt htte. Diese Tren maen 60 cm 60 cm, wobei die unteren 10 cm nicht nutzbar waren, denn dort befanden sich Rollen, auf denen die Tragbahren in den Ofen eingeschoben wurden. Zudem bestanden die Tren oben aus einem Rundbogen, der bei einer Hhe von 30 cm ansetzte bzw. 20 cm ber der Tragbahre. Der nutzbare Querschnitt fr den Einschub von Leichen betrug also nur 0,4 m. Der ffnungsquerschnitt ist aber nicht der einzige beschrnkende Faktor. Der Einschub mittels einer Metallbahre ber Rollen an der Tre bringt auch noch das Problem mit sich, da das Gewicht der Leiche auf der Bahre beim Einschieben ausbalanciert werden mu, denn sonst kippt die Bahre im Ofen nach unten und bleibt an den quer verlaufenden Streben des Schamottrostes hngen, bevor die Leiche gnzlich in der Muffel ist. Zum Balancieren einer 75 kg schweren Leiche braucht man je nach Lnge der Holme mindestens zwei erwachsene Personen. Zwei solcher Leichen wrden bereits vier Erwachsene Personen erfordern, und der Einschub von acht Leichen wrde 16 Personen erfordern, die freilich unmglich alle Platz an den Holmen htten. Aus diesen rein mechanischen Problemen erkennt man bereits, wie absurd die Behauptung ist, es sei mglich gewesen, mehrere Leichen auf einmal in diesen Muffeln einzuschern. Tatsache ist daher, da diese Muffeln fr nur eine Leiche konzipiert und bestimmt auch nie anders benutzt wurden. Tauber behauptet weiter, normale Leichen seien in den Krematorien ohne Brennstoff eingeschert worden, da sie aufgrund ihres Krperfettes von alleine verbrannt seien:
5

Fr weitere detaillierte Beweise fr die folgenden Ausfhrungen sowie weitere Argumente vgl. G. Rudolf, Vorlesungen ber den Holocaust, Castle Hill Publishers, Hastings 2005, Kapitel 4.5.6. ([Link]/D/vuedh); vgl. auch G. Rudolf, Der Mut des sicheren Ruhestandes, VffG 8(3) (2004), S. 348-358, hier S. 355f. Vgl. C. Mattogno, Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen, VffG, 7(3&4) (2003), S. 386-391.

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Whrend der Verbrennung solcher [nicht ausgemergelter] Krper verwendeten wir nur zum Anznden der Ofenfeuerung Koks, da die fetten Krper dank der Freisetzung des Krperfettes von selber brannten. Gelegentlich legten wir bei Koksknappheit Stroh und Holz in die Aschenbehlter unter den Muffeln. Wenn die fetten Leichen erst zu brennen begannen, fingen die anderen Leichen von selbst Feuer. [] Spter, als eine Verbrennung der anderen folgte, brannten die fen dank der durch die verbrennenden Krper entstehenden Glut von selbst. Somit wurde die Ofenfeuerung bei der Verbrennung fetter Leichen im allgemeinen gelscht. Das hrt sich an wie das Mrchen vom brennenden Paulinchen: Man hlt ein Streichholz an einen Menschen, und dieser brennt dann ganz von alleine. Dies ist freilich hanebchener Unsinn, wie Tausende von energiefressenden Krematorien auf der ganzen Welt beweisen. Ganz absurd wird es, wenn Tauber behauptet, die Verbrennungsgruben seien effizienter gewesen als die Krematorien, weshalb man die letzteren ab Juni 1944 stillgelegt habe. Die Energieverluste von Gruben durch Abstrahlung und Konvektion sowie unvollstndige Verbrennung sind im Vergleich zu Krematorien so gigantisch, da man solche Behauptungen gar nicht weiter kommentieren mu. Da ist brigens noch ein Detail, das Taubers Seemannsgarn als solches blolegt: Der von Tauber erwhnte Aschenraum unterhalb der Muffel befand sich unmittelbar vor dem Fuchs, der die Abgase in den Kamin leitete. Htte man ein Feuer darin angezndet, so htte dieses Luft aus dem Fuchs angesogen und die Verbrennungsgase dann durch die Muffel ber den Feuerungsraum in den Ofenraum gedrckt. Mit anderen Worten: der Abgasstrom wre durch ein solches Feuer im Aschenraum umgekehrt worden: Frischluft wre durch die Kamine eingesogen und der Rauch in das Krematoriumsgebude geblasen worden. Auch das htte Pressac anhand der von ihm selbst verffentlichen Krematoriumsplne erkennen mssen. Dick und fett werden Taubers Lgen, wenn er sich dem Menschenfett widmet: Ein anderes Mal warf die SS einen Gefangenen, der nicht schnell genug arbeitete, in eine Grube nahe des Krematoriums V, die voll mit kochendem Menschenfett war. Zu dieser Zeit [Sommer 1944] wurden die Leichen im Freien in Gruben verbrannt, von denen das Fett in getrennte, im Erdreich eingegrabene Reservoirs flo. Dieses Fett wurde ber die Leichen gegossen, um die Verbrennung zu beschleunigen. Zunchst einmal lag das Lager Birkenau inmitten eines Sumpfes, wo das Grundwasser selbst bei Einsatz eines ausgeklgelten Entwsserungssystems nicht tiefer als einen Meter unter der Gelndeoberflche lag, weshalb die von 32

Vom Paulus zum Pseudo-Saulus

Tauber und anderen Zeugen behaupteten tiefen Gruben schnell mit Wasser vollgelaufen wren, so da jeder Versuch einer groangelegten Leichenverbrennungsaktion darin vereitelt worden wre.7 Aber nehmen wir einmal an, Tauber htte mit seiner Behauptung von Grubenverbrennungen recht. Wie das auch immer funktioniert haben soll, eines ist sicher: dafr war ein heies Feuer ntig, denn lauwarme Feuerchen eignen sich nicht zur Einscherung von Leichen. Der Mensch besteht nun mal berwiegend aus Wasser, so da eine rasche und vollstndige Verbrennung eine richtige Gluthitze voraussetzt. Wenn also solche offenen Feuer brannten, so wre zuallererst das aus den Krpern austretende Fett verbrannt. Leichen, die in offenen, heien Feuern liegen, knnen ihr Fett unmglich abgeben, ohne da es verbrennt. Das wei Tauber selbst sehr gut, denn er behauptet ja im gleichen Atemzug, da das Fett zur Unterhaltung des Feuers und zur Beschleunigung der Verbrennung benutzt wurde. Wenn das Fett aber die Verbrennung beschleunigt, so tut es dies schon in dem Augenblick, in dem es aus dem Krper tritt. Es kann also niemals in Kanlen gesammelt und abgefhrt werden. Fett sammelt sich nur dort, wo die Flammen vom Fleisch ferngehalten und die Zndtemperatur des Fettes (ca. 184C8) nicht berschritten wird, zum Beispiel bei der Verwendung von Pfannen. Da die Leichen in Pfannen gelegen htten, wird man aber wohl nicht annehmen, noch hat dies jemals jemand ernsthaft behauptet. Zudem darf ich darauf hinweisen, da offene Grubenfeuer, in denen Hunderte von Leichen auf einmal innerhalb weniger Stunden verbrannt wrden, wie von Tauber und Konsorten behauptet, dermaen hohe Temperaturen in ihrer unmittelbaren Umgebung erzeugt htten, da man dort nur in einem Asbestanzug htte arbeiten knnen. Bei diesen Passagen Taubers handelt es sich also um nichts anderes als um klassische Gruselmrchen. Man mu wahrlich kein Fachmann sein, um das zu erkennen. Wenn ein Forscher wie Pressac einem Zeugen berhaupt noch irgend etwas glaubt, nachdem dieser so faustdick gelogen hat, dann ist dem Forscher wirklich nicht mehr zu helfen. Pressacs Werke umfassend zu kritisieren, wrde ein eigenes Buch fllen, und genau das haben wir Revisionisten bereits 1995 getan,9 so da ich mich hier auf formelle Aspekte von Pressacs Arbeit beschrnken darf, um die me7

8 9

Michael Grtner, Werner Rademacher, Grundwasser im Gelnde des KGL Birkenau, VffG , 2(1) (Mrz 1998) S. 2-12; Carlo Mattogno, Verbrennungsgruben und Grundwasserstand in Birkenau, VffG 6(4) (2002), S. 421-424. J.H. Perry, Chemical Engineers Handbook, Wilmington Delaware 1949, S. 1584. Herbert Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 1) ([Link]/D/anf/); vgl. auch die Kritik an R. van Pelt und Richter Gray in diesem Band (Der Pseudo-Architekt), die ebenso auf Pressac zutrifft.

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thodischen Schwchen, um nicht zu sagen, das methodische Versagen Pressacs darzulegen. Ich mchte dies tun, indem ich nachfolgend Pressacs vlligen Mangel an wissenschaftlicher Arbeitsweise systematisch blostelle, und zwar basierend auf einer hier nun revidierten Bewertung von Pressacs Bchern. Die ursprngliche Untersuchung habe ich im Januar 1994 auf Anfrage des Dsseldorfer Strafverteidigers Hajo Herrmann angefertigt, der sie als Beweis der Verteidigung bei diversen Strafverfahren gegen Revisionisten vorlegen wollte (was freilich grundstzlich wegen Offenkundigkeit abgelehnt wurde):

Gutachten ber die Frage der Wissenschaftlichkeit der Bcher Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers4 und Les Crmatoires dAuschwitz, la Machinerie du meurtre de masse10 von Jean-Claude Pressac

I. Kriterien der Wissenschaftlichkeit


Die in einer wissenschaftlichen Arbeit aufgestellten Thesen mssen durch eine eigene kritische Beweisfhrung oder durch Quellenverweise belegt sein und sie mssen der Kritik gegenlufiger Thesen ausgesetzt werden. Ob die im Titel angesprochenen Bcher Pressacs diesen Anforderungen gengen, wird nachfolgend untersucht. Bei der Anfhrung von Beispielen beschrnke ich mich auf das zweite Buch, das als eine systematisierte und aktualisierte Zusammenfassung des ersten angesehen werden kann. Argumentationsweisen und Arbeitstechniken sind in beiden Bchern im wesentlich die gleichen.

II. Beweisfhrung und Quellenverweise


Pressac fhrt in seinen Werken im Zusammenhang mit den von ihm angeschnittenen technischen und naturwissenschaftlichen Problemen (z.B. Kremierung, Blausurebegasungen, Lftungstechnik, chemische Rckstandsbildung) keine Quellen der Fachliteratur an und fhrt auch keine eigenen Berechnungen oder Experimente durch.11 Dagegen zitiert er einige gelufige historische Werke.
10 11

CNRS ditions, Paris 1993. Davon gibt es zwei Ausnahmen, wobei der Kontext dieser Verweise meinen Vorwurf allerdings unterstreicht: Im Buch Les Crmatoires... gibt er eine Quelle fr den Siedepunkt der Blausure an (S. 16), verwechselt ihn jedoch mit einem Verdampfungspunkt, den es nicht gibt. Er beweist damit seine physikochemische Inkompetenz. Eine weitere Quelle ber Kreislaufentlau-

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Beispiele aus Les Crmatoires...: Auf Seite 6 lt er die SS aus dem Brennstoffbedarf einer Kremierung mit Sarg (35 kg Holz plus wenige kg Koks) ableiten, da man fr eine Kremierung ohne Sarg nur 5 kg Koks pro Leiche bentige. Diese Ableitung beruht nur auf einer Schtzung Pressacs, eine Quelle oder eine auf eigenen Experimenten beruhende Berechnung dafr fhrt er nicht an. ber den Zeitbedarf der Kremierung einer Leiche fhrt Pressac verschiedene, sich alle widersprechende Werte aus Zeugenaussagen und Dokumenten an (1 h, S. 7; 30-40 min, S. 13; 1 h 12 min, S. 15; 15 min, S. 28; 1 h 36 min, S. 34; 34-43 min, S. 49; 13 min, S. 72; 29 min, S. 74; 22 min, S. 80). Eine technische berprfung dieser Werte erfolgt nicht. Auf Seite 41f. interpretiert Pressac die bloe Kenntnisnahme eines Artikels von G. Peters ber eine Kreislaufentlausungsanlage durch die Lagerleitung von Auschwitz dahingehend, da die SS die angeblichen Menschengaskammern im Bunker II mit hnlichen Anlagen ausrsten wollte. Belege dafr hat er nicht. Die Verwendung des Wortes Sonder- ist fr Pressac der Beweis fr den Massenmord. Einen Beleg dafr liefert er nicht (S. 46f.; 52; 60f.). Im Gegenteil: auf S. 82 zitiert er explizit den Begriff Sondermanahme im Zusammenhang mit Entlausungsaktionen. Auf Seite 70f. interpretiert er den Einbau eines Holzventilators in einen Leichenkeller als Beweis fr die Verwendung von Blausure darin, ohne jeden Beleg. Die Behauptung, dies sei wegen der Korrosivitt der Blausure erfolgt, ist falsch, denn Blausuregas ist weniger korrosiv als normale Luftfeuchtigkeit. Von ihm unbemerkt bleibt, was er selbst an vielen Stellen erwhnt, da Eisen nmlich whrend des Krieges rationiert war und, wo mglich, durch andere Materialien ersetzt wurde (S. 23; 38; 51; 53; 70). Die von Pressac zitierten Angaben der Luftfrderleistungen der Lftungsanlagen (S. 30, 38, 74, 90) sind nicht nur von der Motorleistung, sondern auch vom Geblsetyp und von der Luftfhrung (Druckdifferenz) abhngig. Eine fr jede Anlage angepate Kalkulation fhrt Pressac nicht durch.

III. Quellenkritik
Auschwitz: Technique... enthlt vielerorts massive Kritik an Zeugenaussagen, die jedoch vllig unsubstantiiert erfolgt. Er korrigiert Aussagen nach
sungsanlagen zitiert er, weil er sie in einem Moskauer Archiv fand, geht aber auf ihren Inhalt nicht ein (S. 41).

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Gutdnken, ohne dafr nachvollziehbare Grnde anzugeben. Auch in Les Crmatoires... korrigiert er (wiederum unsubstantiiert) stillschweigend die Zeugenaussagen, ohne diese selber einer Kritik zu unterziehen. Eine Dokumentenkritik wird in keinem der beiden Bcher vorgenommen. Da ein Groteil der Dokumente aus ehemals sowjetischen Archiven (u.a. des KGB) stammt, wre eine Kritik aber gerade hier unerllich.12 Auerdem unterlt es Pressac, die von ihm hervorgehobenen Dokumente in den greren Dokumentenkontext einzubetten, und viele der von Pressac gemachten Behauptungen werden gar nicht durch die von ihm als Quellen angegebenen Dokumente gesttzt. Er vermischt daher fr den Leser unerkennbar seine unfundierte Meinung mit belegbaren Fakten.13 Auch eine technische Kritik der vorhandenen Gegenstnde der Untersuchung (Krematorien bzw. deren berreste) erfolgt nicht. Beispiele aus Les Crmatoires...: Die Vergasungen im Krematorium I (Stammlager) schrnkt er auf wenige Male innerhalb dreier Monate ein entgegen den Zeugenaussagen (S. 34f.). Nach den Vergasungen in den Bunkern I und II sollen viele Stunden verstrichen sein, bis man die Leichen entnehmen konnte (S. 39f.). Die Zeugen berichten aber von wenigen Minuten, was Pressac nicht erwhnt. Eben solches berichtet er ber die Krematorien IV und V, in denen ohne Entlftungsanlage eine Serienvergasung unmglich war. Die dem entgegenstehenden Zeugenaussagen verschweigt er (S. 89). Die Krematoriumskapazitt, angegeben in einem angeblich originalen Dokument, bezeichnet er als Lgenpropaganda und korrigiert sie ohne Belege (S. 80f.). Ein Dokument ber die Bestellung von Anzeigegerten fr BlausureReste fr ein Krematorium prsentiert er als endgltigen Beweis der Gaskammern. Dieses Dokument enthlt aber einerseits viele sachliche Unmglichkeiten und formale Fehler, so da eine Dokumentenkritik angebracht wre. Pressac unterlt sie auch hier. Andererseits erwhnt das Dokument Gaskammern oder Morde mit keiner Silbe, so da Pressacs Interpretation vorschnell ist.
12

13

Seit Bekanntwerden der Totalflschung des Demjanjuk-Ausweises ist offenkundig, da eine Kritik von Dokumenten aus diesen Archiven unerllich ist. D. Lehner, Du sollst nicht falsch Zeugnis geben, Vowinckel, Berg o.J. Vgl. dazu die vielen von R. Faurisson, aaO. (Anm. 3), und von Carlo Mattogno, in H. Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 1), S. 101-161, gegebenen Beispiele.

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Vom Paulus zum Pseudo-Saulus

Eine Untersuchung der Original-Ruinen und Alliierter Luftbilddokumente unterlt er.

IV. Anfhrung von Gegenargumenten


In Auschwitz: Technique... geht Pressac kurz auf den Leuchter-Report (ohne Quellennachweis) und auf ein Werk von P. Rassinier ein. Neuere und wichtigere Arbeiten anderer Autoren mit Gegenargumenten (Faurisson, Butz, Mattogno u.a.) erwhnt er nicht. Sein zweites Buch enthlt nur den Hinweis, da es Verneiner seiner Thesen gibt (S. 2), aber ohne Nennung von Namen, Werken und Argumenten. Die Anfhrung von Dokumenten, die mglicherweise seinen Thesen zuwiderlaufen (z.B. Luftaufnahmen, KontextDokumente, die eine andere Interpretation geradezu erzwingen) unterbleibt ebenso. Beispiele aus Les Crmatoires...: Die ber sein erstes Buch Auschwitz: Technique... gemachten Einwnde14 ignoriert er in seinem neuen Buch. Er wiederholt vielmehr die ihm vorgeworfenen Fehler. Die Feststellung, da in der Decke der angeblichen Hauptgaskammer (Leichenkeller I Krematorium II) jede Spur von Zyklon-B-Einwurfluken fehlt, womit diese Hauptgaskammer als Mordwaffe und Hauptsttzpfeiler des industriellen Massenmordes in Auschwitz ausfiele,15 bergeht er in beiden Bchern. Auf die chemisch-physikalische Argumentation und die bautechnischen Ausfhrungen des Rudolf-Gutachtens geht er mit keiner Silbe ein.16

14

15

16

Neben R. Faurisson, (Anm. 3) vgl. W. Hberle, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 39(2) (1991) 13-17. ([Link]/D/DGG/Haeberle39_2.html); W. Schuster, ebenda, 9-13. (online: [Link]/D/DGG/Schuster39_2.html); M. Weber, Fred Leuchter: Courageous Defender of Historical Truth, Journal of Historical Review 12(4) (1992-93) 421-428 ([Link]/jhr/v12/v12p421_Weber.html); P. Grubach, The Leuchter Report Vindicated, ebenda, S. 445-473 (~/v12p445_Grubach.html); E. Gauss (=G. Rudolf), Chemische Wissenschaft zur Gaskammerfrage, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 41(2) (1993) 16-24 ([Link]/D/DGG/Gauss41_2); ders., Vorlesungen ber Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1993 ([Link]/D/vuez). Vgl. R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993., bes. S. 22ff. ([Link]/D/rga1/[Link]). Ebenda; neuer nun: Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 ([Link]/D/rga2).

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V. Schlufolgerungen
Aufgrund fehlender Quellenkritik, der Unterstellung von Inhalten, die zitierte Dokumente nicht besitzen, sowie willkrlicher inhaltlicher Vernderung der Zeugenaussagen kann den Bchern Pressacs fr die Geschichtswissenschaft nur ein eingeschrnkter wissenschaftlicher, jedoch ein gewisser informativer Wert zugestanden werden. Pressacs Bcher entsprechen mangels Kalkulationen, Experimenten und Substantiierung technisch-naturwissenschaftlicher Vorgnge nicht den Ansprchen, die an wissenschaftliche Arbeiten in diesen Fachgebieten gestellt werden. Wenn er eine Massenvernichtung in Auschwitz beweisen will, greift er einzig auf Zeugenaussagen zurck, die er nicht kritisch und fachgerecht analysiert.17 Schlielich setzt Pressac seine Ergebnisse besonders in Les Crmatoires... nicht der Kritik anderer Meinungen aus. Er fhrt sie noch nicht einmal an.

VI. Fazit
Die Bcher Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers und Les Crmatoires dAuschwitz, la Machinerie du meurtre de masse von Jean-Claude Pressac bezeugen, da der Autor unwissenschaftlich gearbeitet hat. Aufgrund seiner fleiigen Dokumentenrecherche enthalten diese Bcher jedoch viele verwertbare Erkenntnisse. Dipl.-Chem. Germar Rudolf, Jettingen, den 18. Januar 1994 revidiert in Chicago am 1.12.2004.

Nota bene
Im Mai 1993 ging es hoch her am Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart, denn einer der dort beschftigten Doktoranden war in einen ffentlichen Skandal verwickelt, der in ganz Deutschland Aufsehen erregte. Der Name des Doktoranden: Germar Rudolf, der Autor dieser Zeilen. Mein skandalses Vergehen: ich hatte auf Bitte eines Strafverteidigers von Generalmajor a.D. Otto Ernst Remer ein Gutachten ber die Gaskam17

So zitiert Pressac in Les Crmatoires beispielsweise die Aussage von Pery S. Broad (S. 22), Rudolf H (S. 51, 61, 73, 74, 98, 103), Henryk Tauber (S. 85, 93) und greift immer wieder auf Zeugenaussagen im Kalendarium der Ereignisse von Auschwitz-Birkenau 1939-1945 von Danuta Czech (Rowohlt, Reinbek 1989) zurck (S. 41f., 49, 54, 95, 98, 121, 192-202) sowie auf das mit Aussagen gespickte Buch von Hermann Langbein, Der Auschwitz-Proze, Europa Verlag, Wien 1965 (S. 117).

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mern von Auschwitz verfat, in dem ich zu dem Schlu gelangt war, die von Zeugen bekundeten Massenvergasungen htten so nicht stattfinden knnen. Kurz nach Ostern 1993 hatte Generalmajor Remer dieses Gutachten in einigen tausend Exemplaren an fhrende Politiker, Juristen, Historiker, Chemiker und an diverse Medien in Deutschland gesandt. Als Folge dessen forderten alle mglichen Persnlichkeiten und Lobby-Gruppen, da meine gutachterliche Ttigkeit mit allen Mitteln unterbunden werden msse. In jenem denkwrdigen Frhling erhielt ich an meinem Arbeitsplatz im Max-PlanckInstitut einige Telefonanrufe diverser Medien, was der Geschftsleitung des Instituts mifiel. Die Identitt der diversen Anrufer sowie die Inhalte der sich entwickelnden Gesprche sind hier nicht von Interesse, mit einer Ausnahme: Eines Morgens klingelte das Telefon erneut. Der Herr am anderen Ende meinte, er sei Jean-Claude Pressac. Er wollte von mir meine private Telefonnummer wissen, die ich ihm aber verweigerte. Ich forderte ihn auf, wenn er mir etwas mitteilen wolle, so mge er dies doch schriftlich tun. Er erwiderte daraufhin, aus Sicherheitsgrnden wolle er das, was er mir sagen wolle, nicht schriftlich festhalten, weil das fr ihn gefhrlich sein knnte. Er fhrte weiter aus, da auch ich auf der Hut sein solle. Insbesondere sollte ich bezglich des Holocaust nicht gleich alles auf einmal in Frage stellen. Man knne in dieser Sache nur dann erfolgreich und ohne Selbstgefhrdung arbeiten, wenn man ein Stck nach dem anderen angehe. Seit dem oben erwhnte Telefongesprch war ich mir sicher, da JeanClaude Pressac immer der Ansicht war, da wir Revisionisten im Prinzip recht haben. Angesichts der berwltigenden Macht der Exterminationisten hatte er jedoch frh beschlossen, das System von innen zu bekmpfen. Sein berlaufen zum Feind, d.h. sein sich Andienen gegenber den Exterminationisten, war seine Art der Salamitaktik. Er wollte das System mit Mitteln des Systems selbst bekmpfen, ihm Schritt fr Schritt ein Zugestndnis nach dem anderen abringen. Wenn man seine Publikationen chronologisch betrachtet, so fllt auf, da sich Pressac mit jeder weiteren Verffentlichung in dem einen oder anderen Aspekt den Revisionisten annherte: Als erstes machte er die Diskussion revisionistischer Thesen hoffhig; anschlieend brachte er das System dazu, die Prioritt der Technik vor Zeugenaussagen anzuerkennen; sodann gelang es ihm, da das System die inhaltlichen Probleme der Zeugenaussagen anerkannte; mit jeder neuen Verffentlichung senkte er die Opferzahlen weiter herab; seine Bewertung von Zeugenaussagen wurde mit der Zeit immer kritischer; und schlielich, nach fundamentalen Angriffen auf den Auschwitz39

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Mythos, wandte er sich letztlich gar gegen die anderen sogenannten Vernichtungslager.18 Ab 1993, mit der Vorlage seines zweiten Buches, mu ihn aber langsam die Angst gepackt haben, denn die noch weitergehenden Revisionen dieses Buches machten ihm Feinde. Diese Angst offenbarte er nicht nur whrend des Telefongesprches mit mir. Wie Carlo Mattogno berichtet,19 hat er seither auch die Verbindungen zu ihm abgebrochen, und wie Prof. Faurisson zu berichten wei, erlitt er bei seinem Zeugenverhr anllich eines Strafverfahrens gegen Prof. Faurisson 1995 fast einen Zusammenbruch. Er flehte den Richter an, Faurissons Fragen nicht beantworten zu mssen:20 Sie mssen verstehen, da ich nur ein Leben habe. Sie mssen verstehen, da ich in meinem Kampf alleine dastehe. Er verweigerte die Aussage, weil er sich damals ganz offenbar vllig isoliert und an Leib und Leben bedroht sah. Dies ist nur damit erklrbar, da er annahm, eine ehrliche Aussage vor Gericht msse fr ihn fatal sein weil sie revisionistisch htte sein mssen. Am 23. Juli 2003 verstarb Jean-Claude Pressac im Alter von nur 59 Jahren. Mit seinen Verffentlichungen hat er uns unabhngigen HolocaustForschern ein reiches Dokumentenmaterial zugnglich gemacht, das die Museen vor uns verbergen wollten, und er hat uns den Zugang zu noch greren Dokumentenschtzen gewiesen. Zudem hat er die revisionistische Methode der technisch-naturwissenschaftlichen und forensischen Quellenkritik hoffhig gemacht und als einzig richtige Methode auch bei den Exterminationisten durchzusetzen vermocht. Dadurch hat er den Fortschritt der revisionistischen Forschung katalysiert wie vor ihm nur Fred Leuchter. So sehr seine Schriften auch wissenschaftlich angreifbar sind, Pressac war ohne Zweifel der bisher erfolgreichste Revisionist im politischen Sinne. Er war unser Agent. Dafr sollten wir ihm dankbar sein.

18 19 20

Vgl. Jrgen Graf, In Memoriam Jean-Claude Pressac, VffG 7(3&4) (2003), S. 406-411. C. Mattogno, Meine Erinnerungen an Jean-Claude Pressac, VffG 7(3&4) (2003), S. 412-415. Robert Faurisson, Meine revisionistische Methode, VffG 7(3&4) (2003), S. 350-357.

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George Wellers war sowohl Professor fr Physiologie und Biochemie an Frankreichs Nationalem Zentrum fr Wissenschaftliche Forschung (Centre National de la Recherche Scientifique, CNRS) als auch der Vorsitzende der Geschichtskommission des Jdischen Zeitgenssischen Dokumentationszentrums (Centre de Documentation Juive Contemporaine, CDJC) in Paris. Wellers hat verschiedene Beitrge zum Holocaust verfat,1 weshalb er als einer der prominentesten franzsischen Vertreter der offiziellen HolocaustThese gilt. Als der Holocaust-Revisionismus Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre erstmals internationales Aufsehen erregte, sah man sich in den Schreibstuben der offiziell bestallten Holocauster gentigt, die ganze historische Wahrheit ein fr allemal unwiderlegbar festzuschreiben. Die Crme de la Crme der Exterminationisten einschlielich Georges Wellers2 gab daher 1983 ein Buch heraus, in dem sie ihre besten Argumente niederlegte, mit denen sie die Revisionisten auf ewig zum Schweigen bringen wollte.3 Ob diese erlauchten Damen und Herren wohl gemerkt haben, da der oben zitierte, der Vorstellung dieses Buches (S. 2) entnommene absolutistische Anspruch, die Wahrheit unwiderlegbar zu kennen und dann auch noch auf ewig festschreiben zu wollen, schon eine wissenschaftliche Bankrotterklrung par excellence ist?
1

Z.B.: LEtoile jaune lheure de Vichy/De Drancy Auschwitz, Fayard, 1973; Die Zahl der Opfer der Endlsung und der Korherr-Bericht, Aus Politik und Zeitgeschichte, 28(30) (1978) S. 22-39; La Solution Finale et la Mythomanie No-Nazie, Klarsfeld, Paris 1979; Essai de dtermination du nombre des morts au camp dAuschwitz, Le Monde juif, Oktober-Dezember 1983, S. 127-159; A propos du nombre de morts au camp dAuschwitz, Le Monde juif, Oktober-Dezember 1990, S. 187-195. Eugen Kogon, Hermann Langbein, Adalbert Rckerl, Yitzhak Arad, Wolfgang Benz, Fritz Bringmann, Pierre-Serge Choumoff, Barbara Distel, Willi Dreen, Krzysztof DuninWasoswicz, Jean-Pierre Faye, Nobert Frei, Jean Gavard, Gideon Hausner, Joke Kniesmeyer, Schmuel Krakowski, Hans Marsalek, Falk Pingel, Anise Postel-Vinay, Adam Rutkowski, Schmuel Spektor, Coenraad Stuldreher, Germaine Tillion, Georges Wellers. E. Kogon, H. Langbein, A. Rckerl u.a. (Hg.), Nationalsozialistische Massenttungen durch Giftgas, S. Fischer Verlag, Frankfurt 1983.

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George Wellers Beitrag in diesem Buch beschrnkt sich auf eine kurze Diskussion der beiden giftigen Gase, mit denen die behaupteten Massenvergasungen in den NS-Lagern durchgefhrt worden sein sollen.4 Insofern ist sein Beitrag der einzige, der auch nur annhernd einen kriminologischen Ansatz zur Untersuchung der im Buch behaupteten Verbrechen beinhaltet. Allerdings enttuscht Wellers in doppelter Hinsicht. Erstens fhrt er gar keine toxikologische bzw. chemische Literatur an, anhand deren der Leser seine Behauptungen prfen knnte,5 und zweitens geht er, wie auch alle anderen beitragenden Autoren, mit keiner Silbe auf die Thesen der Revisionisten ein, die das Buch doch angeblich zu widerlegen trachtet. Fachbezogene Aussagen nicht mit Quellen zu belegen und entgegenstehende, zu widerlegende Thesen noch nicht einmal zu erwhnen, sind allerdings zwei Hauptkriterien zur Identifizierung unwissenschaftlicher Arbeiten. Wenn man sich wenigstens sachlich auf Wellers Aussagen verlassen knnte, so wre ich ja geneigt, ber dieses Manko hinwegzusehen. Eine Prfung seiner Aussagen zeigt aber, da Wellers auch in dieser Hinsicht versagt hat. Zum ersten giftigen Gas, dem Kohlenmonoxid, wei er zu berichten (S. 281f.): In den S-Wagen und in den ersten Gaskammern der Vernichtungslager nutzte man die stark kohlen[mon]oxydhaltigen Abgase absichtlich schlecht eingestellter Motoren. Dem Stil dieses betrgerischen Buches folgend, verschweigt auch Wellers, da fr die Lager Treblinka und Belzec, in denen zusammen nicht weniger als 1.500.000 Juden umgebracht worden sein sollen, laut den heute von seinen Exterminationisten-Kollegen akzeptierten Zeugenaussagen6 Dieselmotoren verwendet worden sein sollen, da Dieselmotoren aber unter keinen Umstnden, auch nicht, wenn sie absichtlich schlecht eingestellt wurden,

4 5

Ebenda, S. 281-287. Er verweist lediglich auf einen Beitrag von F. Puntigam, H. Breymesser, E. Bernfus, Blausuregaskammern zur Fleckfieberabwehr, Sonderverffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943, aber nur, um darauf hinzuweisen, da Gerhard Peters, damals Generaldirektor des Zyklon-B-Herstellers DEGESCH GmbH, die Giftigkeit von Blausure mit anderen Chemikalien verglichen habe. Nachdem man die peinlich absurden Aussagen willkrlich ausgemustert hat, vgl. dazu Carlo Mattogno, Jrgen Graf, Treblinka. Vernichtungslager oder Durchgangslager, Castle Hill Publishers, Hastings 2003 ([Link]/D/Treblinka); Carlo Mattogno, Be ec. Propaganda, Zeugenaussagen, archologische Untersuchungen, historische Fakten, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/b).

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stark kohlen[mon]oxydhaltigen Abgase abgeben.7 Es ist daher absurd zu behaupten, irgend jemand htte jemals ernsthaft versucht, Dieselmotorabgase fr den Massenmord zu verwenden. Weil Wellers das wute, hat er dem Leser den Dieselmotor einfach unterschlagen. Er unterschlgte auch, das das S im Begriff S-Wagen damals nicht etwa fr Sonder stand, wie dem Leser dieses Buches suggeriert wird, sondern eine Abkrzung fr Standardantrieb war, der im Gegensatz zum Allradantrieb stand (A-Wagen).8 Nicht weniger irrefhrend ist Wellers auf S. 283, wo er suggeriert, das Produkt Zyklon B htte sein giftiges Gas sehr schnell abgegeben, weil die Siedetemperatur der flssigen Blausure bei 25.7C liegt: Diese Temperatur [der menschlichen Haut=34C) bedeutet fr die Blausure dasselbe wie 132C fr das Wasser. Anders gesagt: die Oberflche des menschlichen Krpers ist fr die Blausure ebenso warm wie eine auf 132C erhitzte Oberflche fr das Wasser! Das Problem ist freilich, da bei den behaupteten Vergasungen die Blausure nicht in flssiger Form auf die Haut der Opfer gegossen wurde, sondern da sie in porsen Gipskrnchen aufgesogen war.9 Die Verdampfung aus diesem Trgermaterial dauert selbst bei Raumtemperatur mehr als eine Stunde.10 Peinlich wird es, wenn Wellers biochemische Aussagen macht. So behauptet er, die Anlagerung der Blausure an das Atmungsenzym Cytochromoxydase sei irreversibel (S. 285). Es gengt, ein chemisches Handbuch in die Hand zu nehmen, schreibt Wellers auf S. 286. Htte er das doch nur bei seinem eigenen Fach getan, so wre ihm vielleicht wieder eingefallen, da Blausurevergiftungen reversibel sind.11
7

10

11

Vgl. F.P. Berg, The Diesel Gas Chambers: Myth Within A Myth, Journal of Historical Review 5 (1), 1984, S. 15-46 ([Link]/GB/Journals/JHR/5/1/[Link]); aktualisiert: The Diesel Gas Chambers: Ideal for Torture Absurd for Murder, in: G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 435-469; ([Link]/GB/Books/dth/[Link]); dt.: Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]). Vgl. dazu I. Weckert, Die Gaswagen Kritische Wrdigung der Beweislage, in: E. Gauss (Hg.), ebenda, S. 193-218 ([Link]/D/gzz/[Link]). Das von Wellers erwhnte Kieselgurprparat (S. 282) war gegen Ende der 1930er Jahre durch ein mit Strke versehenes Gipsprparat (Ercco) ersetzt worden. Vgl. R. Irmscher, Nochmals: Die Einsatzfhigkeit der Blausure bei tiefen Temperaturen, Zeitschrift fr hygienische Zoologie und Schdlingsbekmpfung, 34 (1942), S. 35f. Vgl. Wolfgang Lambrecht, Zyklon B eine Ergnzung, VffG 1(1) (1997), S. 2-5. Das Cyanid wird durch krpereigenen Schwefel in unschdliches Thiocyanid umgewandelt und ausgeschieden. W. Wirth, C. Gloxhuber, Toxikologie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1985, S. 159f.; W. Forth, D. Henschler, W. Rummel, Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxi-

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Sein eigener Ratschlag schlielich, ein chemisches Handbuch in die Hand zu nehmen, hat bei Wellers auch nicht zum erhofften Ergebnis gefhrt. Wellers versucht nmlich zu erklren, wie man das Gestndnis von Josef Kramer verstehen knne. Kramer, ehemals Kommandant von Natzweiler (Elsa) und bei Kriegsende von Bergen-Belsen, war dort von den Briten gefangen genommen und vernommen worden. Kramer gestand unter Folter12 die Wellers freilich verschweigt , im Lager Natzweiler seien Menschen vergast worden, indem gasfrmige Blausure durch Begieen von Cyanidsalzen mit Wasser freigesetzt worden sei. Chemisch gesehen ist das freilich Unsinn, da Wasser aus Cyanidsalzen so gut wie keine gasfrmige Blausure freizusetzen vermag, denn Blausure ist dermaen gut wasserlslich, da es kaum aus Wasser auszutreiben ist. In einem Versuch, die Glaubhaftigkeit der Aussage seines ohnehin unglaubwrdigen, da gefolterten Zeugen zu retten, hat Wellers sein chemisches Handbuch aufgeschlagen und darin gefunden, man knne aus einer Mischung eines Cyanidsalzes (etwa Cyankali, KCN, oder Ca(CN)2) und einer kristallinen Sure (etwa Zitronensure) das giftige Gas HCN freisetzen, indem man einfach Wasser auf dieses Salzgemisch giet (S. 286f.). Was Wellers in seinem chemischen Handbuch nicht las, war die oben erwhnte Tatsache, da die so freigesetzte Blausure eben nicht gasfrmig ist, sondern berwiegend im Wasser gelst bleibt.13 Um jemanden mit einer solchen Mischung binnen weniger Minuten zu vergasen, wie behauptet wird, htte man riesige Mengen dieser Mischung anfertigen mssen. Eine bereits in diesem Text von 1983 auftauchende These wurde acht Jahre spter zu einem der Hauptsttzpfeiler von Wellers Kritik14 am LeuchterReport,15 weshalb ich diese Passage hier etwas ausfhrlicher zitieren will.
kologie, Wissenschaftsverlag, Mannheim 1987, S. 751f.; S. Moeschlin, Klinik und Therapie der Vergiftung, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1986, S. 300; H.-H. Wellhner, Allgemeine und systematische Pharmakologie und Toxikologie, Springer Verlag, Berlin 1988, S. 445f. Das Gleichgewicht der Reaktion des Cyanids mit dem Atmungsenzym liegt zwar stark auf Seiten des Anlagerungskomplexes, ist aber nicht irreversible. Vgl. Montgomery Belgion, Victors Justice, Regnery, Hinsdale, IL, 1949, S. 80f., 90. Selbst bei der in amerikanischen Hinrichtungsgaskammern benutzten halbkonzentrierten Schwefelsure, die etwa 10.000 mal strker ist als Zitronensure, bleiben etwa 50% der Blausure in der wssrigen Surelsung gelst, wie eigene Testreihen gezeigt haben. G. Wellers, Der Leuchter-Bericht ber die Gaskammern von Auschwitz, Dachauer Hefte, 7(7) (November 1991), S. 230-241, nachfolgend zitiert (frz. Original: A propos du rapport Leuchter les chambres gaz d'Auschwitz, Le Monde Juif, Nr. 134, April-Juni 1989, S. 45-53). Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]).

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Von der Tatsache ausgehend, da eine Vergiftung mit Blausure recht schnell erfolgt (jedenfalls schneller als mit dem von Wellers ebenfalls diskutierten Kohlenmonoxid), meint er (S. 285f.): Schlielich ist klar, da in beiden Fllen [Blausure & Kohlenmonoxid] der Mensch das Gift bei jeder Einatmung in seinem Krper behlt, so da die Konzentration des Giftes in der umgebenden Luft abnimmt. Diese Verminderung erscheint an sich unbedeutend, insbesondere im Falle des Zyklon B, weil im Durchschnitt allein 70 mg Blausure gengen, um einen erwachsenen Mann zu tten, etwas weniger, um eine Frau, und noch weniger, um ein Kind zu tten. Nimmt man an, da im Durchschnitt 50 mg reiner Blausure je Person bentigt werden, also bei 1000 Personen 50.000 mg oder 50 g reiner Blausure, die aus der umgebenden Luft entschwinden, so ist erklrlich, da sich dadurch die Mglichkeit einer raschen Lftung ergibt. Ob das wirklich so klar ist, wie Wellers behauptet, wollen wir nachfolgend berprfen. Im Jahre 1988 wurde der erwhnte Leuchter-Bericht des amerikanischen Hinrichtungsexperten Fred Leuchter verffentlicht. Fr diesen Bericht hatte Leuchter u.a. in Auschwitz von jenen Rumen Mauerproben genommen, von denen behauptet wird, sie seien als Menschengaskammern benutzt worden. Die Analyse dieser Proben hatte ergeben, da darin keine interpretierbaren Cyanidrckstnde feststellbar sind. In seiner 1989 verfaten Kritik Leuchters schreibt Wellers daher:16 Es stimmt also, was ich seit 1981[17] vorausgesagt hatte, da nmlich in den Gaskammern, so wie sie in Auschwitz benutzt wurden, nach dem Tod der Opfer keine Blausuredmpfe in der Atmosphre der Rumlichkeiten zurckbleiben konnten, oder hchstens infinitesimale Spuren. Es ist offensichtlich, da jegliches Gift, das auf welchem Wege auch immer in tdlicher Dosis verabreicht wird, im Leichnam des Opfers zurckbleibt, das ja, wre es nicht vorhanden, auch nicht tot wre. Bei Giftgasen, die sich zusammen mit der zirkulierenden Luft, die in einem hermetisch abgeschlossenen Raum eingeatmet wird, in tdlicher Dosis verbreiten, ist es so, da sie mit jedem Einatmen in den menschlichen Krper eindringen und sich hier chemisch in der Weise festsetzen, da die ausgeatmete Luft nichts mehr von diesen Gasen enthlt. Ergebnis: Mit jeder unvermeidlichen Atembewegung wird der Krper des Opfers mit Gift
16 17

AaO. (Anm. 14), S. 231. Mit Bezug auf sein Buch Les chambres gaz ont exist, Gallimard, Paris 1981, S. 137ff., sowie die oben erwhnte Passage aus E. Kogon u.a., aaO. (Anm. 3) S. 285f.

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angereichert, whrend seine Konzentration in der zirkulierenden Luft im selben Mae abnimmt. (S. 232f.) Wie dem auch sei, Leuchter hat jedenfalls gezeigt, da die Evakuierung von Leichen unmittelbar im Anschlu an die Vergasung keineswegs unmglich ist und da die Spekulationen Faurissons nichts weiter sind als Hirngespinste eines Mythomanen. (S. 234) Bevor ich Wellers These diskutiere, habe ich zwei logische Einwnde gegen seine Art der Argumentation. Wellers argumentiert nmlich, da das Fehlen chemischer Rckstnde des giftigen Gases in den behaupteten Menschengaskammern nicht etwa beweise, da dort kein Giftgas eingesetzt wurde, sondern lediglich, da es sich nicht abgelagert habe. Wenn man nun in den angeblichen Menschengaskammern groe Mengen an Cyanidrckstnden gefunden htte, dann wre zwar Wellers These von der menschlichen Lunge als perfektem Luftfilter widerlegt, aber die Existenz der Menschengaskammern wre fr ihn immer noch bewiesen. Mit anderen Worten: Fr Wellers grundlegende Theorie die Existenz der Menschengaskammern kommt es gar nicht darauf an, was die Fakten sind, denn seine These wird auf jeden Fall besttigt. Theorien aber, die durch Fakten gar nicht berhrt werden knnen, sind an sich unwissenschaftlich. Richtig wre allein, wenn Wellers angesichts der Leuchterschen Analysenergebnisse geschlufolgert htte, sie seien weder zum Beweise noch zur Widerlegung der Gaskammern geeignet vorausgesetzt freilich, seine These von der Lunge als perfektem Luftfilter fr Giftgase stimmt. Nun zur faktischen Ebene. Wellers These besagt, da die Opfer von Vergiftungen mit Gasen (Vergasungen) zwangsweise den Giftgasgehalt des Raumes, in dem sie eingeschlossen sind, herabsetzen, bis sich schlielich alles Giftgas in den Krpern der Opfer befindet, so da in den Wnden der Menschengaskammern gar nicht mit irgendwelchen Giftgasrckstnden zu rechnen gewesen sei. Es gibt keinen logischen Grund, Wellers These auf menschliche Opfer zu beschrnken, denn auch Luse nehmen das Gift durch Atmung in ihren Organismus auf, ohne da sie das Gift als solches wieder an die Umgebung zurckgeben. Demnach wre auch in den Entlausungskammern nicht damit zu rechnen, dort noch Cyanidrckstnde in den Wnden zu finden. Tatsache ist aber, da sowohl Leuchter als auch ich in den Proben aus den Entlausungskammern riesige Mengen dieser Rckstnde fanden.18 Dies zeigt, da Wellers These aus logischen Grnden nicht stimmen kann.

18

Vgl. G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 156f. ([Link]/D/rga2).

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Nun zu den Grnden, warum Wellers schon aus logischen Grnden auf dem Holzweg ist. Seine These setzt zweierlei voraus: a. Es wurde immer nur genau so viel Giftgas in die Luft eingelassen, wie zur Ttung der eingeschlossenen Opfer ntig war. b. Das so freigesetzte Giftgas wirkt lediglich auf die Opfer ein, reagierte aber berhaupt nicht mit den Wnden. Punkt b. entbehrt nicht einer gewissen Komik, setzt er doch voraus, da jedes Blausuremolekl ein Bewutsein und einen Willen haben mu, um sich gezielt von den Wnden fernzuhalten und statt dessen zu den Opfern zu fliegen, um dort eingeatmet zu werden. Punkt a. ist zumindest eine theoretische Mglichkeit, jedoch wrde kein potentieller Mrder lediglich die Mindestmenge an Gift verwenden, um sein Opfer umzubringen, denn das wrde den Erfolg eines solchen Mordes unsicher machen und zudem lange hinauszgern. Mord geschehen daher fast immer mit einer gehrigen berdosis an Gift, um einen schnellen und verllichen Erfolg sicherzustellen. Wellers These hat daher wenig mit der Realitt zu tun, und noch weniger mit den historischen Beweisen, auf die er und seine Kollegen sich so gerne beziehen, nmlich die von den Zeugen behaupteten Vorgnge in den angeblichen Gaskammern von Auschwitz. In meinem Gutachten habe ich dazu ausfhrlich Stellung bezogen, untermauert mit den entsprechenden Beweisen.19 Ich will dies hier zusammenfassen. Zunchst steht Wellers These der Behauptung der Zeugen ber die bei Vergasungen angewendeten Mengen entgegen. Demnach wre das 35- bis 170-fache des notwendigen Minimums angewendet worden.20 Sodann spricht auch die von den Zeugen durchweg behauptete Ttungszeit von nur wenigen Augenblicken oder wenigen Minuten dagegen,21 da nur die minimale Giftmenge angewendet wurde. Denn was Wellers nicht bercksichtigt, ist die Tatsache, da Blausure zwar schnell ttet, aber eben nicht augenblicklich, wie dies Nervengase tun. Die einzigen erwiesenen Werte fr Hinrichtungszeiten mit Blausuregas haben wir von US-Gaskammerexekutionen, bei denen die Anwendung zehnfacher berdosen, denen das Opfer unmittelbar ausgesetzt wird, immer noch zu einer zehn bis zwanzigmintigen Agonie des Opfers fhrt.22
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21 22

Ebenda, S. 131f., 134-141. Ebenda, Anm. 392, S. 235: 5-12 kg pro Vergasung von 1.000-2.000 Menschen, bei 70 mg tdlicher Dosis pro Person. Ebenda, Anm. 393, S. 235f. Ebenda, S. 9-12.

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Tatschlich htte daher zum erfolgreichen Mord an Tausenden von Menschen in nur wenigen Augenblicken bzw. Minuten eine noch grere berdosis eingesetzt werden mssen (20- bis 30-fach und mehr) . Auch anhand des vermuteten Atemvolumens der eingesperrten Opfer lt sich brigens grob abschtzen, wie hoch die Konzentration des Giftes in der Luft sein mte, damit die Opfer binnen weniger Augenblicke eine tdliche Dosis eingeatmet haben, die sie dann innerhalb der nchsten Minuten umbringt. Diese Konzentration entspricht mindestens dem Zehnfachen dessen, was auf Dauer gesehen tdlich wre. Da Zyklon B binnen der ersten 5 bis 10 Minuten aber nur 5 bis 10% seines Giftes abgibt,10 heit dies, da 10 mal mehr Zyklon B eingesetzt werden mte, als eigentlich erforderlich wre, um diese hohen berdosis nach 5 bis 10 Minuten zu erreichen. Diese Giftgasmengen htten zudem rasch im ganzen Raum verteilt werden mssen, um auch die entfernt der Quellen stehenden Opfer schnell zu vergiften, wozu es in Auschwitz keinerlei Vorrichtungen gab. Dieser Mangel htte dazu gefhrt, da die Giftgaskonzentration fern der Einwurfstellen nur langsam angestiegen wre. Zur Beschleunigung htte man die eingesetzte Zyklon-B-Menge nochmals mindestens verdoppeln mssen. Somit htte man in die Gaskammern Giftmengen einfhren mssen, die mindestens dem Zweihundertfachen, wenn nicht gar dem Vierhundertfachen dessen entsprochen htten, von dem Wellers ausgeht. Es zeigt sich daher, da die von den Zeugen behaupteten Anwendungsmengen nur ein Minimum dessen darstellen, was ntig gewesen wre. Nun zur letzten Frage: Konnten die Lungen der Opfer die Luft vom Giftgas annhernd subern? Auch das lt sich widerlegen, denn die Voraussetzung des von Zeugen behaupteten Szenarios ist ja, da die Luft so hohe berdosen enthlt, da die Opfer schnell sterben. Htten die Opfer die Luft vom Gift reinigen knnen, so htten jene Opfer nahe der Einwurfstellen des Gifts als Filter gewirkt und die fern der Giftquellen Stehenden quasi geschtzt. Tatsache ist, da der schnelle Mord nur mit berall dauernd herrschenden hohen berdosen gelingen konnte, weshalb alle eventuellen Verluste durch Einatmung htten kompensiert werden mssen, sonst wren es eben keine groen berdosen mehr gewesen. Ganz abgesehen davon, da der mit Vergasungsbeginn rasch ansteigende Giftgasgehalt in der Kammer ja nicht einfach zum Stillstand kommt, nur weil die Opfer tot umfallen. Denn das Zyklon B hat ja dann gerade einmal 5-10% seines Giftes abgegeben. Diese Giftabgabe geht aber auch danach noch munter weiter, so da der Blausuregehalt der Luft mit zunehmender Agonie der Opfer nicht etwa abgenommen, sondern im Gegenteil sogar dramatisch zugenommen htte. 48

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Eine annhernd vollstndige Aufnahme der Blausure durch die Atmung der Opfer setzt daher voraus, da zumindest ein Teil der Opfer whrend der gesamten Ausgasungsdauer vom Zyklon-B-Trger (2 Stunden) am Leben bliebe. Dies wrde bedeuten, da nur sehr geringe Mengen an Blausure verabreicht wurden, so da gerade genug zur Verfgung stand, um die an den Wnden stehenden Menschen ber die gesamte Ausgasungszeit hinweg mit einer gerade noch tdlichen Dosis zu belegen. Dies htte bei diesen Menschen dann allerdings zu einem Erstickungstod durch Sauerstoffmangel gefhrt, denn die Kammern sollen ja gasdicht abgeschlossen und mit Menschen vollgestopft gewesen sein. Unter diesen Umstnden wre der Erstikkungstod auch ohne Giftgas nach 45 bis 60 Minuten eingetreten.23 Wellers Szenarium, das allen Zeugenaussagen widerspricht, ergibt also zudem keinen Sinn, denn wozu sollte die SS ihr wertvolles Zyklon B vergeuden, wenn die Menschen in den Kammern ohnehin erstickten? Doch zurck zu dem, was die Zeugen behaupten, nmlich schnelle Vergasungen mit groen berdosen des Giftes. Dann wre an Dr. George Wellers die Frage zu stellen, wie er einen Raum unmittelbar nach der erfolgreichen, augenblicklichen Vergasung der darin befindlichen Opfer ffnen und rumen will, wenn der Giftgasgehalt darin viele hundert Male hher ist als die tdliche Dosis. Und es wre auch nett, herauszufinden, mit welchen Apparaten Herr Dr. Wellers die Myriaden von Blausuremoleklen davon abhalten will, sich in den khlen und feuchten Wnden dieser Leichenkeller anzureichern. Blausure liebt nmlich khle und feuchte Mauern weit mehr als die warme menschliche Haut. Die wenigen von Wellers in diesem Beitrag angerissenen chemischen Fragen werfen erneut die Frage seiner Kompetenz auf. So meint er, es sei richtig, wenn Leuchter behauptet, man msse einen Raum auf eine Temperatur oberhalb des Siedepunktes der Blausure aufheizen, um diese in einen gasfrmigen Zustand zu versetzen (S. 234). Das ist freilich Unsinn. Wasser verdunstet ja auch nicht erst ab Temperaturen oberhalb 100C. Wie schon der anfangs erwhnte Beitrag Wellers im Sammelband von E. Kogon u.a., so zeichnet sich auch der hier besprochene durch das vllige Fehlen eigener Berechnungen und Hinweise auf naturwissenschaftliche bzw. technische Literatur aus. Lediglich ein Merkblatt der Fa. Merck zur Giftigkeit von Blausure findet man in seinen Anmerkungen. Ansonsten bezieht er sich im wesentlichen auf seine eigenen Beitrge, in denen man jedoch eben23

Vgl. dazu G. Rudolf, The Rudolf Report, Theses & Dissertations Press, Chicago 2003, S. 211216 ([Link]/GB/Books/trr).

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so vergeblich nach Referenzen sucht, die auf nicht-anekdotische, wissenschaftliche Literatur verweisen. Es zeigt sich also: was Wellers 1983 als klar hinstellte, ist nichts anderes als das Wunschdenken eines nicht gerade durch Kompetenz brillierenden Professors fr Biochemie.

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Eines der traurigsten Kapitel der deutschen Auschwitz-Forschung ist ohne Zweifel das des Sozialoberrates Werner Wegner. Ich traf Herrn Wegner im September 1991 whrend eines von der bayerischen FDP-nahen ThomasDehler-Stiftung in Nrnberg veranstalteten Seminars ber den HolocaustRevisionismus. Dort traten einige Referenten auf, um die Thesen des Revisionismus zu diskutieren und zu widerlegen. Einer der Referenten war Werner Wegner, ein damals 88 Jahre alter pensionierter Sozialoberrat, der die Auschwitz-Forschung zum Hobby seines Ruhestandes gewhlt hatte.1 Whrend des Seminars kam ich mit Herrn Wegner ins Gesprch. Dabei stellte sich heraus, da er seit vielen Jahren an einem Mammutwerk ber Auschwitz arbeitete. Er legte mir dar, da er es als wichtig ansah, die Argumente der Revisionisten aufzugreifen und zu widerlegen, da dies die einzige Mglichkeit sei, um deren Propaganda blozustellen. Deshalb hatte er geplant, in seinem Werk die Argumente beider Seiten anzufhren und zu diskutieren, also gem wissenschaftlichen Normen vorzugehen. Der Verlag, mit dem Herr Wegner zu einer Vereinbarung gekommen war, stellte Herrn Wegner jedoch einen Lektor zur Seite, der darber andere Vorstellungen hatte: Prof. Dr. Wolfgang Scheffler habe ihm zu seinem Leidwesen vorgeschrieben, so teitle Herr Wegner mir mit, da alle Teile, in denen die Argumente der Revisionisten angefhrt und diskutiert wrden, gestrichen werden mssen, da es nicht zu vertreten sei, da die Revisionisten durch solch ein Buch zitier- und damit sozusagen hoffhig gemacht werden wrden. Es ist geradezu pikant, Prof. Dr. Scheffler zu ertappen, wie er einen gutwilligen Autor dazu zwingt, unwissenschaftlich zu arbeiten, denn es war kein geringerer als dieser Herr Professor, der etwa acht Jahre zuvor in einem Gerichtsgutachten festgestellt haben will, das revisionistische Buch Der Au-

Ein anderer Referent, der schweizer Revisionist Arthur Vogt, wurde spter wegen seines Vortrages angeklagt und bestraft; vgl. Karl Salm, Der Justizskandal im Fall Thomas-DehlerStiftung, Teile 1-3, Staatsbriefe, 6(2, 3-4, 6) (1995); Sonderheft Staatsbriefe Consiliarien Nr. 1, Der Rechtsverfall, S. 13-49 ([Link]/D/Staatsbriefe/Salm6_2-[Link]).

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schwitz Mythos von Dr. Wilhelm Stglich sei unwissenschaftlich.2 Wie ein Gutachter, der unfhig oder unwillig ist, wissenschaftlich zu arbeiten, die Wissenschaftlichkeit anderer Arbeiten berhaupt beurteilen will, mu ein Rtsel bleiben. Es kann nicht verwundern, da Wegners Buch angesichts dieser Verhinderungspolitik Prof. Schefflers nie erschien. Das mag womglich sogar zum Vorteil von Herrn Wegner gewesen sein, denn die Thesen und Argumente, die er whrend des oben erwhnten Seminars in Diskussionen anfhrte, wiesen eindeutig darauf hin, da Herr Wegner keinerlei Kompetenz besa, um den technischen und naturwissenschaftlichen Ansatz revisionistischer Forschung auch nur zu begreifen, geschweige denn zu widerlegen. So meinte er zum Beispiel, die massiven Betonpfeiler der Leichenkeller von Krematorium II und III in Birkenau seien hohle Zyklon-B-Einwurfsulen gewesen, und die in den Bauplnen dieser Keller eingezeichneten Gullys hielt er fr getarnte Markierungen der Zyklon-B-Einwurflcher. Htte er solchen Unsinn je verffentlicht, so htte er sich lcherlich gemacht. Um meine Behauptung von Wegners schreiender Inkompetenz weiter zu untermauern, darf ich nachfolgend auf den meines Wissens einzigen Beitrag Werner Wegners eingehen, der jemals zu diesem Thema verffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine Stellungnahme Wegners zum LeuchterReport, die in einem semirevisionistischen Buch verffentlicht wurde, das unter anderem von den Historikern Dr. Uwe Backes und Dr. Rainer Zitelmann herausgegeben wurde und in dem einige Dinge bezglich des Dritten Reiches richtiggestellt werden.3 Schon Wegners Stil weist auf seine Voreingenommenheit hin, wenn er schreibt: Vom K[rematorium] IV sind unter Gestrpp Reste der Grundmauern zu erkennen, vom K[rematorium] V noch Grundmauern sowie der Betonfuboden erhalten geblieben. Auf ihm zeugt ein Gewirr von Eisenteilen der fen und verbogenes Leicheneinschubgert von grausigem Geschehen. Tatschlich jedoch zeugt ein Gewirr von Eisenteilen der fen und verbogenes Leicheneinschubgert nicht etwa von grausigem Geschehen, sondern lediglich von Gewalteinwirkung auf diese Gerte.
2

Grabert, Tbingen 1979; zum Einziehungsverfahren vgl.: Wigbert Grabert (Hg.), Geschichtsbetrachtung als Wagnis, Grabert, Tbingen 1984. W. Wegner, in: U. Backes, E. Jesse, R. Zitelmann (Hrsg.), Die Schatten der Vergangenheit, Propylen, Frankfurt/Main 1990, S. 450-476 ([Link]/D/dsdv/[Link], mit eingefgter Kritik von mir, die zwar sehr kurz gefat ist, z.T. aber ber das hier Ausgefhrt teilweise hinausgeht).

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Zugute halten mu man Wegner allerdings, da er sich fr diesen Beitrag damit durchsetzen konnte, einleitend zumindest einige der bekannteren revisionistischen Schriften aufzufhren, obwohl er es nicht unterlassen kann, diese Werke ohne Beweisfhrung als eine Mischung von Dichtung und Wahrheit zu bezeichnen und den Autoren unlautere Motive zu unterstellen. Wegners Diskussion der von ihm angeblich festgestellten Unzulnglichkeiten des Leuchter-Berichts untergliedere und kritisiere ich nachfolgend thematisch.

Lftung
Auf die Behauptung Leuchters, mit Zyklon B begaste Rume mten ber viele Stunden, wenn nicht gar Tage hinweg gelftet werden, erwidert Wegner: Entscheidend ist jedoch, da die bei der Entwesung von normalen Gebuden sorgfltig zu beachtenden amerikanischen und deutschen Richtlinien auf speziell zur Vergasung von Menschen konstruierte Anlagen mit ihren vllig anderen rumlichen Gegebenheiten und technischen Einrichtungen sowie hinsichtlich ihrer besonderen Zielsetzung nicht anwendbar sind. Wegner bleibt hier eine Erklrung schuldig, welcher Art diese speziell zur Vergasung von Menschen konstruierten Anlagen sind und welche anderen [...] technischen Einrichtungen sie etwa besessen haben sollen. Tatsache ist, da es in Auschwitz keine einzige Anlage gab, die speziell zur Vergasung von Menschen konstruiert wurde. Die Leichenrume der Krematorien I-III sind durchweg als Leichenrume bezeichnet, geplant, konstruiert und ausgestattet worden, und die Rume der Krematorien IV & V sowie der sogenannten Bunker waren nichts anderes als schlichte Rume ohne jede Sonderausstattung. Um seiner Behauptung dennoch den Anschein der Fundiertheit zu geben, baut Wegner anschlieend einen Gegensatz auf zwischen den Zeugenaussagen zur behaupteten ersten Vergasung in Auschwitz in einem einfachen Kellerraum von Block 11 und den spteren angeblichen Massenttungen in den Krematorien und Bunkern. Weder fr die angebliche erste Probevergasung noch fr die sptere angebliche Verwendung der Rume der Krematorien und Bunker gibt Wegner aber eine dokumentarische Quelle an. Zudem sind die Zeugenbehauptungen zu der von Wegner angefhrten angeblichen ersten Vergasung dermaen widersprchlich und den Fakten zuwiderlaufend, da 53

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man damit nur deren Unglaubhaftigkeit beweisen kann, sonst aber gar nichts.4 Wegner versucht hier nichts anderes, als die technische Kritik, die Zeugenbehauptungen unglaubhaft macht, durch noch unglaubhaftere Zeugenaussagen zu entkrften. Das ist ungefhr so erfolgversprechend, wie wenn ein Lgner versucht, seine blogestellten Lgen durch ein paar fulminante Lgen wieder glaubhaft zu machen. Das funktioniert so nicht, Herr Wegner! Auch Wegners Behauptung, in den behaupteten Menschengaskammern von Auschwitz habe es mchtige Exhauster gegeben, welche die Gasschwaden nach vollendetem Mord und vor Eintreten der Hftlingskommandos abgesaugt htten, belegt er nicht etwa mit Dokumenten, sondern mit zwei Zeugenaussagen, nmlich denen von Rudolf H und Filip Mller. Dies legt nahe, da Wegner bei Abfassung dieses Beitrages noch nicht einmal das Hauptwerk Pressacs kannte, in dem Plne und Dokumente abgebildet sind, mit denen er zumindest Teilen seiner Behauptung den Hauch einer Glaubhaftigkeit htte verleihen knnen.5 Da Pressacs Buch 1989 erschien, also zwei Jahre vor Abfassung von Wegners Beitrag, hat Wegner fr diese Ignoranz keine Entschuldigung. Wegners Versuch, Leuchter mit den Aussagen von Rudolf H und Filip Mller zu widerlegen, mu allerdings klglich scheitern, denn diese Aussagen sind aufgrund nachweisbarer Unwahrheiten und Absurditten vllig unglaubhaft.6 Auerdem wurde die Aussage von H unter Folter abgelegt,7 ein Umstand, der seit 1986 durch das Gestndnis der Folterer allgemein bekannt ist,8 und Mllers Buch,9 das sogar von J.-C. Pressac als Roman10

8 9

10

Vgl. Carlo Mattogno, Auschwitz: La Prima Gasazione, Edizioni di Ar, Padova 1992; bald auch auf dt. (Auschwitz: Die erste Vergasung) bei Castle Hill Publishers. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989. Vgl. dazu Jrgen Graf, Auschwitz. Ttergestndnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen, Wrenlos 1994, S. 53-82 (H) und S. 139-155 (Mller) ([Link]/D/atuadh/). Vgl. Robert Faurisson, Wie die Briten zu dem Gestndnis von Rudolf H, Kommandant von Auschwitz, gekommen sind, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 35(1) (1987), S. 12-17 ([Link]/D/DGG/Faurisson35_1.html); vgl. David Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 241-246 ([Link]/books/Nuremberg/[Link], S. 349-357). R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f. Filip Mller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz, Verlag Steinhausen, Mnchen 1979. So J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 5), S. 181.

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eingestuft wird, wurde im gleichen Jahr als Plagiat entlarvt.11 Das htte auch Wegner bekannt sein mssen, wre er so kompetent, wie er vorgibt. Schon Wegners Wortwahl zeigt, das er nicht wei, wovon er spricht, denn das dem Englischen entlehnte Wort Exhauster gibt es in der deutschen Sprache nicht, und mchtig ist ein vllig deplaziertes Adjektiv. Wenn Wegner etwas beweisen will, so mu er schon mit konkreten belegbaren Zahlen aufwarten. Die Leistungsfhigkeit von Ventilatoren wird in Volumen pro Zeiteinheit gegen eine bestimmte Druckdifferenz angegeben. Tatsache ist, da es keinerlei Beweis dafr gibt, die als Gaskammern behaupteten Rume der Krematorien IV & V sowie der Bunker htten irgendwelche Lftungsanlagen gehabt, und die entsprechenden Zeugen sind sich zumindest bezglich dieser Anlagen einig, da es dort keine Lftung gab.12 Und was die angeblichen Gaskammern der Krematorien II & III angeht, so hat Carlo Mattogno wiederholt nachgewiesen, da die dort eingebauten Lftungsanlagen eine Leistungsfhigkeit hatten, die in der Fachliteratur fr Leichenkeller vorgesehen ist; da die in der Fachliteratur fr BlausureEntwesungskammern empfohlene Lftungsleistung sieben Mal hher war als die tatschlich eingebaute; und da die Lftungsleistung dieser Keller zudem geringer war als diejenige der anderen Rume in diesen Krematorien. Oder mit anderen Worten: Die angeblichen Gaskammern der Krematorien II & III in Birkenau waren die am schlechtesten gelfteten Rume dieser Gebude.13

Gasmasken und Schutzanzge


Auf Leuchters Einwand, die in den behaupteten Menschengaskammern arbeitenden Hftlinge htten Gasmasken und Schutzanzge tragen mssen, erwidert Wegner, in Auschwitz seien Gasmasken verwendet worden, und das Tragen von Schutzanzgen habe sich in der Praxis, sprich: wie von Zeugen berichtet, als nicht notwendig erwiesen. Beleg? Keiner! Wegner

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Auschwitz: un caso di plagio. Edizioni La Sfinge, Parma 1986; engl.: Auschwitz: A Case of Plagiarism, Journal of Historical Review, 10(1), Frhling 1990, S. 5-24 ([Link]/GB/Journals/JHR/10/1/[Link]). Bez. der Bunker vgl. C. Mattogno, The Bunkers of Auschwitz, Theses & Dissertations Press, Chicago 2004; bald auch auf dt. (Die Bunker von Auschwitz) bei Castle Hill Publishers. Carlo Mattogno, Auschwitz: Das Ende einer Legende, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1996, S. 133-143. ([Link]/D/anf/[Link]); hnlich Krematorium I, obgleich die Beweislage hier aufgrund lckenhafter Dokumentation nicht so gut ist, vgl. C. Mattogno, Auschwitz: Krematorium I, Theses & Dissertations Press, Chicago 2005 (in Vorbereitung, bald auch auf dt. bei Castle Hill Publishers.)

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ignoriert, da einige Zeugen explizit behaupten, die in den Kammern arbei14 tenden Hftlinge htten keine Gasmasken getragen. Da kein Zeuge jemals von Schutzanzgen sprach, beweist fr Wegner, da sie nicht notwendig gewesen seien. Frage: Wenn Zeugen berichten, sie knnten ohne Jetpack auf dem Rcken auf Besen zum Blocksberg reiten, beweist dies dann fr Herrn Wegner auch, da sich in der Praxis herausgestellt habe, Jetpacks seien nicht notwendig gewesen? Die Dummheit, mit der Wegner versucht, anhand unglaubhafter Aussagen andere unglaubhafte Aussagen als richtig zu erweisen, ist kaum fabar. Leuchters Bewertungen von Zeugenaussagen lieen sich alleine anhand toxikologischer Beweisfhrungen widerlegen, nicht aber mittels der von ihm kritisierten Aussagen. Tatsache ist, da die von Zeugen behaupteten schnellen Ttungszeiten den Einsatz riesiger Mengen an Zyklon B erfordert htten und da die hier betrachteten Rume entweder gar keine oder nur unzureichende Lftungseinrichtungen besaen. Somit wren die Rume beim unmittelbaren Betreten der Hftlingsarbeitskommandos noch dermaen mit Blausure angereichert gewesen, da ein Arbeiten ohne Schutzanzge tdlich gewesen wre.15

Voraussetzungen einer Ttungsgaskammer


Wegner meint anschlieend, die von Leuchter aufgezhlten Kriterien fr Begasungseinrichtungen seien zumindest fr die Krematorien II & III in Birkenau erfllt gewesen, mit Ausnahme eines Gaserzeugers und einer Verteileranlage, die er fr nicht notwendig erachtet. Ob die von Leuchter angefhrten Kriterien wirklich erfllt waren, werden wir nachfolgend prfen. Es ist zwar richtig, da Gaserzeuger und Verteileranlagen nicht unbedingt notwendig sind. Wenn man den Nationalsozialisten jedoch unterstellt, sie htten einen quasi industriellen, effektiven Massenmord betrieben, ist es durchaus nicht abwegig, davon auszugehen, da dann dazu eine Technik verwendet worden wre, die einerseits diesen effektiven Mord ermgliche htte und andererseits zumindest den Standard gehabt htte, den die damals in Deutschland in Massenproduktion hergestellten Entlausungskammern besaen (DEGESCH-Kreislaufanlagen).16 Das war aber nachweislich nicht der Fall.
14 15

16

So z.B. Rudolf H und Richard Bck, vgl. J. Graf, aaO. (Anm. 6), 53-82, 213-217. Fr die belfteten Rume der Krematorien I-III zumindest fr eine Stunde nach Lftungsbeginn, vgl. dazu die Ausfhrungen in meinem Gutachten: G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 134-136 ([Link]/D/rga2). Vgl. F.P. Berg, Typhus and the Jews, The Journal of Historical Review, Winter 88/89, 8 (4), S. 433-481. ([Link]/GB/Journals/JHR/8/4/[Link])

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Wegner behauptet wieder ohne jeden Beleg , alle Krematorien in Birkenau (II-V) seien von vornherein und ausschlielich als Vernichtungsanlagen mit Entkleidungs-, Vergasungs- und Verbrennungsrumen geplant und erbaut worden, wie es sich aus einer Flle von Beweisen (Zeugen- und Tteraussagen, Bauzeichnungen, Materialbestellungen und Bauauftrgen) belegen lt. Hier unterliegt Wegner entweder einer Tuschung oder er lgt. Es gibt keine Bauzeichnungen, Materialbestellungen oder Bauauftrge, die darauf hinweisen, da die Krematorien II bis V von Anbeginn an zum Zwecke des Massenmordes errichtet wurden, und es gibt auch keine, die deren Umbau in derartige Einrichtungen belegen. Die einzigen wirklich schwerwiegenden Aussagen zur Frage der baulichen Eignung, nmlich die der verantwortlichen Architekten und eines zu dieser Frage angehrten Bausachverstndigen, lauteten alle gleich: Diese Bauten wurden weder zum Zwecke des Massenmordes errichtet, noch wren sie gem den bestehenden Plnen zu solchen umrstbar gewesen.17 Spter reichert Wegner seine Desinformation um eine weitere Variante an, wenn er erklrt: Laut Leuchter wiesen die Bauzeichnungen der K II/III die angeblichen Gaskammern als Leichenhallen aus. Dabei handelte es sich jedoch um eine Tarnbezeichnung, die das Reichsgeheimnis, die Endlsung der Judenfrage verschleiern sollte. Auch fr diese Behauptung liefert Wegner keinerlei Beweis. C. Mattogno hat inzwischen anhand zahlreicher Dokumente nachgewiesen, da sich hinter der Bezeichnung Leichenkeller (nicht Leichenhallen) in den Krematorien II & III nichts anderes verbarg und verbergen konnte als Leichenkeller.18 Erwartet etwa irgend jemand, auch nur ein einziges Krematorium auf dieser Erde wrde ohne Leichenhallen bzw. -keller errichtet? Da die Antwort darauf selbstverstndlich nein ist, warum sollten dann ausgerechnet die Krematorien in Birkenau eine Ausnahme von dieser Regel sein? Auch Wegners nachgeschobene Scheinbegrndung ist vllig unlogisch:

17

18

Michael Grtner, Vor 25 Jahren: Ein anderer Auschwitz-Proze, VffG 1(1) (1997), S. 24f.; Werner Rademacher, In memoriam Dipl.-Ing. Dr. techn. Walter Schreiber, VffG 4(1) (2000), S. 104f. Da Wegner seine Behauptung nicht beweist, verzichte ich hier darauf, zu widerlegen, was er gemeint haben knnte. Vgl. C. Mattogno (Anm. 13) und G. Rudolf (Anm. 15) fr solche Widerlegungen. Carlo Mattogno, Die Leichenkeller der Krematorien von Birkenau im Lichte der Dokumente, VffG 7(3&4) (2003), S. 357-380.

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Htte man in den Bauzeichnungen, die zumindest in die Hnde der Bau- und Lieferfirmen gelangten, die tatschliche Funktionsbezeichnung angegeben, wre der wahre Zweck der Leichenhallen in der ffentlichkeit bald bekannt geworden. Da die Angestellten der Bau- und Lieferfirmen diese Krematorien mit errichteten, htten sie auf jeden Fall bemerkt, was sie bauten, insbesondere wenn es sich nicht um normale Leichenhallen bzw. -keller gehandelt htte. Eine Geheimhaltung durch falsch ausgewiesene Bauplne wre also nutzlos gewesen. Es sei denn, Wegner wollte behaupten, da Leichenkeller und Menschengaskammern derart baugleich sind, da eine Fachkraft einer Baufirma den Unterschied nicht bemerkte. Dann allerdings fehlt jeder materielle Beweis fr die Existenz einer Gaskammer, denn dann lieen sich alle angeblichen Indizien auch als Ausrstung eines normalen Leichenkellers interpretieren. Zudem knnte man dann fr jeden Leichenkeller behaupten, er sei tatschlich eine Menschengaskammer gewesen. Eine Verallgemeinerung solcher Beweismastbe, d.h., da der Beweis fr etwas immer auch ein Beweis fr die Gegenthese sein kann, wrde in die Absurditt fhren. Welche unglaublich stupiden Scheinargumente Wegner etwas spter dafr anfhrt, bei den Krematorien habe es sich um Einrichtungen gehandelt, die speziell fr Massenvernichtungen errichtet wurden ohne jeden Beleg, versteht sich , mu man sich ganz genlich auf der Zunge zergehen lassen:19 1. Wegners erstes Indiz ist, da die Leichenkeller der Krematorien II & III unterirdisch errichtet wurden. Whrend der groen FleckfieberEpidemien der Jahre 1942/43 starben im Lager Birkenau bis zu einige Hundert Hftlinge tglich. Die in jener Zeit erfolgte bereilte Planung fr vier groe Krematorien eine spter gar nicht bentigte berkapazitt baute auf diesen Erfahrungen auf. Da die Begriffe Typhus oder Fleckfieber in Wegners Beitrag kein einziges Mal auftauchen, weist darauf hin, da er entweder nicht begriffen hat, was sich damals in Auschwitz abspielte, oder da er den Leser irrefhren will. Fest steht, da die Epidemie Tausende Opfer forderte, die vor ihrer Einscherung irgendwo aufbewahrt werden muten. Fr derart viele Leichen bedarf es groer, khler Leichenrume. Langgestreckte unterirdische Rume sind automatisch khl. Langgestreckte khle Rume ohne Heizung wren aber sehr ungnstig fr Massenmorde mit Blausure, weil khle Wnde groe Mengen dieses Giftes einlagern und weil ein solcher langge-

19

Vgl. dazu in meinem Gutachten, aaO. (Anm. 15), S. 64-75.

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streckter Raum mit nur einer Zugangstre schwer zugnglich und daher schwer zu rumen ist. 2. Wegners zweites Indiz ist, da eine anfangs nicht eingeplante neue Treppe in einen dieser Keller hinabfhrte. Wrde er sich die entsprechenden Baunderungsplne angeschaut haben, so wre ihm aufgefallen, da diese mit Verlegung des Kellerzuganges an die Straenseite betitelt ist. Diese neue Treppe, die Wegners Verdacht erregt, war notwendig geworden, weil die alte Zugangstreppe geplant wurde, als noch vorgesehen war, dieses Krematorium im Stammlager statt in Birkenau zu errichten. Die andere Lage in Birkenau machte diese nderung ntig.20 3. Wegners drittes Indiz ist eine Gastr, die im Mrz 1943 fr den Leichenkeller 1 bestellt worden war. Er meint, diese Tr sei massiv, verriegelbar und mit Guckloch versehen. Tatsache ist, da es fr den Einbau der Tre als Eingangstre zum Leichenkeller 1 das ist die behauptete Gaskammer , keinen Beweis gibt, denn in allen Bauplnen ist dort eine 2 m breite Trffnung eingezeichnet,21 in der eine doppelflglige Tre eingebaut wurde,22 whrend die bestellte Tre nur 1 m breit war. Da diese Tr massiv und verriegelbar gewesen sein soll (was auch immer er damit meint), geht aus dem Dokument allerdings nicht hervor.23 4. Wegners viertes Indiz ist der Aufzug, der vom Kellergescho der Krematorien II & III zum Erdgescho fhrte, quasi direkt in den Verbrennungsraum. Freilich diente der Aufzug dazu, die in dem bzw. den Leichenkeller(n) lagernden Leichen zu den fen zu transportieren. Wegner meint wohl, er htte nur zum Transport von Vergasungsopfern dienen knnen, aber er scheint zu vergessen, da Leichenkeller da sind, um darin Leichen zu lagern. 5. Zuletzt meint Wegner, die Tatsache, da groe Mengen an Zyklon B nach Auschwitz geliefert wurden, sei ein Indiz dafr, da dort eine Massenvernichtung stattfand. Da die Zyklon-B-Lieferungen nach Auschwitz zeitgleich mit dem Ausbruch der Fleckfieberepidemie im Sommer 1942 in die Hhe schnellten, da also zwischen Seuchenbekmpfung und dem Insektizid Zyklon B ein direkter Zusammenhang

20 21 22 23

J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 5), S. 183f., 302f. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 5), S. 308 (19.3.1943), 311 (20.3.1943), 322 (21.9.1943). Ebenda, S. 285, 302. Ebenda, S. 436, Schreiben von K. Bischoff an DAW vom 31.3.1943.

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besteht, verschweigt Wegner. Tatschlich lassen sich alle Zyklon-BLieferungen mit Seuchenbekmpfungsmanahmen erklren.24

Gasdichte Tren
Weder Wegner noch Leuchter hatten ausreichende Kenntnis darber, welche Art Tren in den hier behandelten Rume eingebaut waren. Leuchter meinte, es habe dort gar keine abgedichteten Tren gegeben. Dem widerspricht Wegner wieder ohne Quellenangabe. Auch folgende Aussage Wegners wirft kein gutes Licht auf ihn: Unverstndlich ist die Behauptung Leuchters, da die Tren nach innen aufgingen, wodurch die Entfernung der Leichen erschwert gewesen sei. Aus den Grundri- und Bauzeichnungen konnte er dies nicht entnehmen, denn in diesen waren nur die Trffnungen, nicht aber die Tren selbst und ihre ffnungsrichtung eingezeichnet. Dies zeigt erneut, da Wegner noch nicht einmal das Hauptwerk Pressacs kannte, in dem Plne abgebildet sind, aus denen das Gesuchte hervorgeht.25 Was Wegner allerdings nicht wute, ist der Umstand, da die in Auschwitz hergestellten Tren keineswegs im technischen Sinne gasdicht waren. Zudem war keine der in Auschwitz je eingesetzten Tren so konstruiert, da sie viele hundert oder gar bis zu zweitausend in Panik geratene Opfer htte zurckhalten knnen. Tatschlich bestanden smtliche gasdichten Tren in Auschwitz lediglich aus mit Filzstreifen provisorisch abgedichteten Holztren mit normalen Trangeln und einem einfachen Verschluriegel. Eine solche Tre htte binnen weniger Sekunden dem Druck einer in Panik geratenen Menschenmasse nachgegeben und wre aus den Angeln gesprungen. Es gibt sogar dokumentarische Beweise dafr, da die Bauleitung des Lagers Auschwitz darauf verzichtete, gasdichte Luftschutzbunkertren zu bestellen, die ihnen wiederholt angeboten worden waren.26 Solche massiven Stahltren wren aber nicht zuletzt aus Stabilittsgrnden das Mindeste gewesen, was in Massenttungskammern htte eingebaut werden mssen.

24

25

26

So sogar J.-C. Pressac, der meint, mindestens 95% des Zyklon B sei fr Entlausungen verwendet worden. Das heit, da sich ein Mibrauch des Produkts aufgrund der Liefermengen statistisch nicht nachweisen lt, ebenda, S. 15 und 188. In einigen Plnen der Krematorien II-V ist die ffnungsrichtung durchaus angegeben, wobei manche nach auen ffnen, J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 5), S. 353, 394, 399, 401f. Vgl. H.J. Nowak, W. Rademacher, Gasdichte Tren in Auschwitz, VffG 2(4) (1998), S. 248261. Obwohl zumindest eine solche Tre bestellt worden sein mu fr den im Sommer/Herbst 1944 errichteten Luftschutzbunker im vormaligen Krematorium I im Stammlager.

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Kremierungen
Wegners Kritik an Leuchters Angaben zur Kapazitt der Krematorien sind zum groen Teil berechtigt. Allerdings taugt es nichts, Leuchters fehlerhafte Angaben durch Behauptungen des Auschwitz-Museums zu ersetzen, das zu der Frage nie Fachgutachten eingeholt hat. Htte Wegner Leuchters Angaben durch bessere ersetzen wollen, so htte er sich die Fachliteratur ber Kremierungstechnologie der 1930er und 1940er Jahre zu Gemte fhren mssen, um dann anhand der erhaltenen Konstruktionszeichnungen der Birkenauer fen selbst Berechnungen anzustellen bzw. diese von sachverstndigen Experten anfertigen zu lassen. Das hat er aber nicht getan. Das einzige Autorenduo, das diese notwendige Detailarbeit durchgefhrt hat, sind die Italiener Carlo Mattogno (Historiker) und Dr. Franco Deana (Ingenieur).27 Da hilft es Wegners Argumentation auch nichts, wenn er ein Dokument anfhrt, das den Auschwitzer Krematorien eine Leistungsfhigkeit zuspricht, die um den Faktor fnf ber dem technisch mglichen Maximum liegt.28 Denn wenn ein Dokument etwas behauptet, so wird diese Behauptung damit nicht automatisch zur Wahrheit. So wrde zum Beispiel niemand einem deutschen Originaldokument aus dem Jahre 1939 Glauben schenken, in dem ein Brokrat eines untergeordneten Amtes behauptet, der neue VW Kfer habe eine Hchstgeschwindigkeit von 400 km/h und knne im Jahr (8760 Stunden) 3,5 Millionen Kilometer zurcklegen bei einem Benzinverbrauch von einem Liter auf hundert Kilometer. Ein Brokrat wrde so etwas kaum behaupten, weil jeder normale Mensch die Leistungsfhigkeit der Autos seiner Zeit wenigstens grenordnungsmig richtig einschtzen kann. Aber wer hat schon eine Ahnung von der Leistungsfhigkeit von Krematoriumsfen? Wohl so gut wie niemand. Deshalb sind nicht die Zahlen auf einem Stck Papier relevant, niedergeschrieben von einem inkompetenten Amtsschimmel, sondern die Ausfhrungen zeitgenssischer wie heutiger Experten. Erstere konsultiert man anhand ihrer in Bibliotheken archivierten Facharbeiten, letztere, indem man sie um Fachgutachten bittet. Und genau das hat C. Mattogno gemacht. Wegner hat brigens selbst gemerkt, da die in dem von ihm zitierten Dokument angegebene Maximalzahl doch ein bichen zu hoch gegriffen ist, wrden diese Zahlen doch auf eine mittlere Einscherungszahl von 15 Minu27

28

C. Mattogno, F. Deana, Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]). Zur Kritik an diesem Dokument vgl. Manfred Gerner, Schlsseldokument ist Flschung, VffG, 2(3) (1998), S. 166-174; C. Mattogno, Schlsseldokument eine alternative Interpretation, VffG, (1) (2000), S. 51-56.

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ten pro Leiche hinauslaufen.29 Da dies einem anderen von ihm zitierten Dokument widerspricht, benutzt Wegner einen dmmlichen Trick: Er geht einfach davon aus, da man drei Leichen auf einmal in die Muffeln schob, die dann in der gleichen Zeit verbrannt sein sollen wie eine Leiche (45 min.) . Die Verbrennung von drei Leichen auf einmal htte selbstverstndlich lnger gedauert als die Verbrennung nur einer einzigen Leiche, und zwar aus folgenden Grnden: 1. Das Schamottmauerwerk einer Ofenmuffel kann nur eine bestimmte Menge an Wrme abgeben. Der Einschub mehrerer Leichen htte daher die Muffel strker ausgekhlt und damit die Einscherung verzgert. 2. Die drei aufeinanderliegenden Leichen verengen den freien Zwischenraum zwischen ihnen und dem Muffelmauerwerk. Dadurch strmen die heien Ofengase schneller durch die Muffel und haben somit weniger Zeit, ihre Hitze an Leiche und Mauerwerk abzugeben. 3. Eine zustzliche Feuerung wrde eher zu weiteren starken Wrmeverlusten fhren als zu einer beschleunigten Verbrennung, da die dann noch schneller durch die Muffel jagenden erhitzten Gase kaum mehr Zeit htten, ihre Wrme an das Schamottmauerwerk und an die Leichen abzugeben. 4. Es mu die dreifache Menge an Wasser verdampft werden. 5. Die Leichen decken sich gegenseitig ab und verhindern somit, da die Hitze alle Stellen des Krpers gleichmig erreicht. Damit ist sowohl die technische Inkompetenz von Werner Wegner als auch die inhaltliche Falschheit des von ihm zitierten Schreibens der Zentralbauleitung bewiesen. Wegners Ausfhrungen ber die von Zeugen behaupteten Massenkremierungen von Leichen in tiefen Gruben unter freiem Himmel sind ebenso unfundiert. Er fhrt dazu einzig Zeugenaussagen an, die er fr glaubhaft hlt, ohne uns allerdings zu verraten, warum sie glaubhaft sein sollen. Unter seinen Zeugen befindet sich auch der hier bereits seiner Unglaubwrdigkeit berfhrte F. Mller. Was von den anderen Zeugen zu halten ist, hat J. Graf gezeigt.30 Wie es um die allgemeine Glaubhaftigkeit von Aussagen ber die behaupteten Vorgnge bei den Bunkern bestellt ist, hat C. Mattogno ausgiebig dargelegt.12
29

30

Tatschlich wren es 12 min., weil Wegner unrealistischerweise einen 24-stndigen Betrieb der Krematorien ansetzt. 4 Stunden tglich fr Abkhlen, Subern und Wiederhochheizen sind aber unerllich. Andr Lettich, Szlama Dragon, Pery Broad, Charles S. Bendel, Mordowicz/Rosin; vgl. J. Graf, aaO. (Anm. 6).

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Doch ganz abgesehen davon wurde anhand umfangreicher Forschungen, primr mittels zeitgenssischer Dokumente, Leuchters These inzwischen zweifelsfrei besttigt, da selbst die damals durchgefhrten Entwsserungsmanahmen den Grundwasserstand in und um das Lager Birkenau herum nur auf ein Niveau von wenigen Dezimetern unterhalb der Oberflche abzusenken vermochten, so da tiefe Gruben recht schnell mit Wasser vollgelaufen wren.31 Damit ist festzustellen, da Leuchter recht hat, Wegners Zeugen erneut der Falschaussage berfhrt sind und Wegner vllig ohne Beweise fr seine Thesen dasteht. Wegners Andeutung, die Tatsache, da die Keller der Krematorien in Birkenau ca. 2,50 in das Erdreich reichten, beweise, da das Grundwasser mindestens so tief gestanden haben msse, beweist lediglich Wegners bautechnische Inkompetenz, denn Keller werden seit jeher tiefer gesetzt als der Grundwasserspiegel. Tiefe Baugruben werden durch Abpumpen des eindringenden Wassers oder Vereisung des umliegenden Grundwassers einigermaen trocken gehalten. Es gibt Dokumente, die den Einsatz solcher Pumpen in Birkenau beweisen31 eine weitere dokumentarische Widerlegung von Wegners These. Zudem beweisen auch andere Plannderungen an diesem Krematorium den hohen Grundwasserstand in Birkenau: Der Keller mute angehoben und mit einer massiven schweren Betonsole versehen werden, um ein Aufschwimmen des Kellers auf dem Grundwasser zu verhindern. Wegners Anmerkung bezglich der Keller ist ein weiteres Indiz seines Unvermgens, Dokumente zu verstehen, hatte er doch kurz davor richtig erwhnt, Bauplne bewiesen, die Wnde dieser Keller seien schon wegen des feuchten Untergrundes mit Dichtungsmaterial isoliert gewesen. Die zwischen den beiden Ziegelsteinlagen eingebaute Teerschicht in den Mauern dieser Keller diente in der Tat dazu, die Keller gegen das Eindringen von Grundwasser zu schtzen, und nicht, wie Wegner meint, die Keller gegen Giftgaslecks abzudichten.

Vergasungshypothesen
Wegner kritisiert Leuchters Ansicht, bei Massenvergasungen htten sich nicht mehr als eine Person pro Quadratmeter aufhalten drfen, mit dem Argument, es gbe Dokumente, die belegen, da 9 Personen auf einen Qua31

Michael Grtner, Werner Rademacher, Grundwasser im Gelnde des KGL Birkenau, VffG , 2(1) (Mrz 1998) S. 2-12; Carlo Mattogno, Verbrennungsgruben und Grundwasserstand in Birkenau, VffG 6(4) (2002), S. 421-424.

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dratmeter passen. So richtig das ist, so wenig hat dies mit Leuchters Argument zu tun. Leuchter begrndet eine solch geringe Belegdichte einer Gaskammer nicht damit, da nicht mehr Menschen auf einen Quadratmeter passen wrden, sondern damit, da eine rasche Verteilung des Giftgases in der Kammer sowie eine rasche Lftung der Kammer voraussetze, da die Kammer nicht vollgepackt mit Menschen ist. Man kann sich Leuchters Thesen anschlieen oder nicht. Mangels Erfahrungswerte bleiben sie in gewissem Grade hypothetisch. Da sie den Zeugenaussagen widersprechen, die durchweg von sehr hohen Belegdichten der Kammern ausgehen, braucht man sich auch darber nicht den Kopf zu zerbrechen. Die Frage ist nur, ob das von den Zeugen Behauptete glaubhaft ist. Wenn dem nicht so ist, so entfllt der einzige Beweis, den wir ber die behaupteten Massenvergasungen haben. Unter keinen Umstnden kann es sachdienlich sein, hypothetische Szenarien, die den Aussagen widersprechen, durchzurechnen. Das sollte man Romanschreibern berlassen.

Lcher und Sulen


Wegner kritisiert Leuchters Ausfhrungen zu den von Zeugen behaupteten hohlen Sulen, mittels derer Zyklon B in die angeblich als Gaskammern mibrauchten Leichenkeller der Krematorien II & III eingefhrt worden sein sollen. Leuchter meint, es gebe in den Ruinen dieser Keller keine hohlen Pfeiler, sondern lediglich sieben Pfeiler aus massivem Stahlbeton. Wegner entgegnet darauf, dies sei zwar richtig, jedoch habe es auer diesen Stahlbetonsulen auch noch vier hohle Eisenblechkonstruktionen gegeben, deren obere Teile durch vier Lcher in der Decke nach auen ragten und die im Innern einen Mechanismus hatten, der dafr sorgte, da das Giftgas im Raum gleichmig verteilt wurde. Nur wenige Monate, bevor er dies schrieb, hatte ich mit Herrn Wegner noch einen Briefwechsel, in dem er mir anhand von Fotografien einiger der sieben Stahlbetonpfeiler einreden wollte, bei diesen handele es sich um berreste der von Zeugen behaupteten hohlen Einfllsulen. Offenbar hat sich Herr Wegner durch meine fundierte Entgegnung eines besseren belehren lassen und sich daher auf vier zustzliche Sulen zurckgezogen wie blich ohne jede Quellenangabe , von deren Existenz es freilich weder dokumentarische noch materielle Spuren gibt. Die Geschichte von deren innerem Verteilungsmechanismus stammt brigens von Wegners unglaubwrdi-

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gem Zeugen, dem Auschwitz-Lgner Filip Mller.32 Da Mller damit Wegners anderem ungenannten Kronzeugen fr die Existenz dieser Einwurfsulen, Michal Kula, widerspricht, der diese Sulen gebaut haben will und es daher wissen mu,33 deutet an, da Wegner sich von den Zeugenberichten immer gerade das herauspickt, was ihm ins Konzept pat. Da Wegner beschreibt, da er wiederholt in Auschwitz war und dort u.a. die Ruinen dieser Krematorien untersucht hat, darf man sich wundern, warum er es nie fr ntig hielt, auf dem noch einigermaen zusammenhngend erhaltenen Dach des Leichenkellers 1 der angeblichen Gaskammer nach den vier von ihm behaupteten Lchern Ausschau zu halten sowie nach irgendwelchen Spuren von Ankervorrichtungen, mit denen seine vier Hohlsulen ja wohl htten irgendwie an Boden, Decke und evtl. gar an den Betonsulen befestigt gewesen sein mssen. Auch hier vllige Fehlanzeige bezglich Wegners kritischem Forscherverstand. Auf meinen brieflichen Hinweis, da es von seinen vier Lchern in der Decke keinerlei Spuren gibt, ist er erst gar nicht eingegangen.34

Wegner und die Chemie


Wegner meint:
HCN verdampft und verschwelt, der Luft ausgesetzt, bereits bei Erreichen und berschreiten des Siedepunktes von 25,65 C. Dies ist falsch. HCN verdampft (besser: verdunstet) immer, auch bei Minustemperaturen. Bei seinem Siedepunkt kocht die Blausure. Verschwelen ist zudem ein Begriff, der auf das thermische Zersetzen zumeist organischer Substanzen angewandt wird, aber nicht auf das Verdampfen von Flssigkeit. Wegner weiter: Die Dmpfe sind leichter als Luft (0,97:1). Tatschlich betrgt der Dichteunterschied nicht 3%, sondern 5,5% (0,945:1). Aber selbst mit diesem leicht hheren Wert ist Wegners Schlufolgerung, Blausure wrde in einer Luftatmosphre nach oben aufsteigen,
32

33 34

F. Mller, aaO. (Anm. 9), S. 95: Diese [Sulen] waren in gleichmigen Abstnden durchlchert, und in ihrem Inneren verlief von oben nach unten eine Spirale, um fr eine mglichst gleichmige Verteilung der gekrnten Kristalle zu sorgen. Akten zum H-Verfahren, Bd. 2, S. 99f. Vgl. dazu mein Gutachten, aaO. (Anm. 15), S. 78-92; vgl. auch C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; Carlo Mattogno, Die Einfllffnungen fr Zyklon B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290.

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nur theoretisch richtig. Blausure khlt beim Verdampfen nmlich recht stark ab, so da frische Blausuredmpfe schwerer sind als die Umgebungsluft. Zudem vermischt sich Blausure recht rasch mit der Luft, so da der geringe Dichteunterschied von nur 5,5% praktisch keine Rolle spielt. Dieser Unterschied ist auerdem weitaus geringer als der zwischen Stickstoff (28 g/mol) und Sauerstoff (32 g/mol), den Hauptbestandteilen der Luft (12,5% Differenz), die sich ja auch nicht entmischen.

Chemische Analysen
Wegners mangelnde Kenntnis der rtlichen Gegebenheiten des Lagers Auschwitz-Birkenau wie auch der damals angewandten Technik wird auch deutlich, wenn er sich Leuchters chemischen Analysen zuwendet. Leuchter entnahm nur eine Gemuerprobe von der Blausureentlausungsanlage im Gebude BW5a, da er jedoch die Bezeichnung dieses Gebudes nicht kannte, nannte er es in seinem Bericht einfach Entlausungsanlage Nr. 1. Wegner diskutiert das Analysenergebnis dieser Probe unter der Annahme, da sie der Innenverkleidung eines Autoklaven entnommen wurde, der sich ebenfalls in diesem Gebude befand, in dem jedoch, wie Wegner richtig anmerkt, Kleider mit Heiluft bzw. berhitztem Wasserdampf desinfiziert wurden. Dort nach Cyanidresten zu suchen, ergbe in der Tat wenig Sinn, aber das hat Leuchter auch nicht gemacht. Er hat seine Probe dem Mauerwerk jenes Gebudetrakts entnommen, der einige Zeit lang als Blausure-Entwesungskammer diente, bevor auch er in eine Heiluftanlage umgerstet wurde. Wegners Bemerkungen sind daher belanglos. Wegners Ausfhrungen ber die Analysenergebnisse der Proben, die Leuchter den Mauern bzw. Trmmern der Krematorien entnahm, gehen ebenso von vllig falschen Voraussetzungen aus, so da sie als wertlos verworfen werden mssen: 1. Wegner geht davon aus, da Cyanidrckstnde in den Wnden durch eine jahrzehntelange Bewitterung zerstrt wrden. Das ist falsch: Die hier gefundenen Cyanidverbindungen vom Typ Eisenblau sind ein integraler Bestandteil der Mauern und damit so stabil wie diese selbst. Sie verschwinden nicht. 2. Die in den Proben aus den Krematorien I bis V bzw. deren berresten festgestellten infinitesimal geringen Cyanidrckstnde sind aus folgenden Grnden nicht interpretierbar und mssen daher als Nullwerte gelten: 66

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a. Die heute auffindbaren Mauerreste der Krematorien IV & V wurden in den 60er Jahren vom Auschwitz-Museum errichtet, wobei Baumaterialien (Ziegelsteine, Mrtel) unbekannter Herkunft verwendet wurden. b. Eine der von Leuchter im Krematorium I entnommenen Proben mit hnlichem, leicht positivem Cyanidgehalt wie andere Proben aus diesem Gebude entstammt der Mauer, die zu jener Zeit, als die Leichenhalle dieses Krematoriums als Gaskammer mibraucht worden sein soll, nicht Teil dieser Leichenhalle war, sondern zum Waschraum gehrte. c. Proben aus Hftlingsbaracken haben ebenfalls stellenweise infinitesimal kleine positive Cyanidresultate. d. Eine Probe aus einem kollabierten bayerischen Bauernhaus wies einen hheren Cyanidgehalt auf, als smtliche positiven Resultate aus den angeblichen Gaskammern. e. Die in diesen Proben feststellbaren Cyanidspuren liegen nahe der Nachweisgrenze der Methode und sind daher unsicher, insbesondere auch deshalb, weil der groe Gehalt an Carbonaten (vom Mrtel) und anderen Feststoffen den Nachweis stren kann. f. Eine Wiederholung der Analysen dieser Proben ergab, da die Resultate nicht reproduzierbar sind. Sie ergaben allesamt Nullwerte. 3. Wegners These, die Wnde der Gaskammern htten keine Blausure anreichern knnen, weil die mchtigen Exhauster die Kammern schnell lfteten, ist selbst fr jene Rume falsch, die mit Lftungsanlagen ausgerstet waren, denn: a. Diese Anlagen waren nicht leistungsfhig genug, um all die Blausure unmittelbar abzusaugen, die noch ber mindestens eine Stunde hinweg vom zwischen den Leichen liegenden Zyklon B abgegeben worden wre. b. Die khlen und feuchten Wnde dieser unterirdischen Keller hatten eine weitaus hhere Tendenz, Blausure anzureichern als z.B. die warmen und trockenen inneren Trennwnde der Entlausungsrume, die bis heute mit Cyaniden angereichert sind.

Beweisberge
Wegners Naivitt zeigt sich auch, wenn er meint, die Berge an Textilien, Edelmetall-Gegenstnden, Wertpapieren usw., die man in Auschwitz gefunden habe, wrden den Massenmord beweisen. Es ist unbestritten, da den 67

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Hftlingen bei Ankunft im Lager Auschwitz der Groteil ihrer Habe genommen wurde. Das sagt allerdings nichts ber das Schicksal der Hftlinge aus und noch nicht einmal etwas ber deren Anzahl. Auch Wegners gewaltige Mengen von Menschenhaar beweisen nichts, denn damals wurden jedem Hftling bei Einlieferung in das Lager die Haare geschoren. Dies war aus hygienischen Grnden unerllich, da sich z.B. die Laus, Hauptbertrger des Fleckfiebers, im Haar festsetzt. Auch jedem Soldaten werden bis heute, wenn er einrckt, aus dem gleichen Grunde die Haare geschnitten. Eine Ansammlung groer Haarmengen beweist daher gar nichts. Wegner weist zuletzt noch auf gewaltige Mengen Knochenmehl hin, fr deren Existenz er keinen Beweis anfhrt. Auer seinen blichen Zeugen kann er auch keinen Beweis anfhren, denn es gibt schlicht und einfach keinen Beweis dafr.

Wo sind sie geblieben?


Am Schlu zieht sich Wegner auf die polemische Frage zurck, wer die Vernichtung in Auschwitz leugne, msse zuerst erklren, wo denn die Million Menschen geblieben seien, die der Hlle von Auschwitz nicht entrinnen konnten. Bis heute ist jedoch unklar, fr wie viele Menschen Auschwitz nur eine Zwischenstation auf ihrer Deportation war. Leider fehlen bis heute die Unterlagen der Bahndirektion Auschwitz, aus der sich die Anzahl der nach Auschwitz transportierten Hftlinge sowie die Anzahl derer ergibt, die Auschwitz wieder verlieen, mit welchem Ziel auch immer. Die gngige Rechenweise, von den aus verschiedenen Lagern ganz Europas nach Auschwitz transportierten Menschen jene abzuziehen, die in Auschwitz namentlich registriert wurden, um daraus die Zahl der Vergasten zu ermitteln, ist unkorrekt, denn inzwischen hat sich erwiesen, da viele Hftlinge, die nicht im Lager Auschwitz registriert wurden, in andere Lager weitertransportiert wurden.35

35

J.-C. Pressac, Les crmatoires d'Auschwitz, la machinerie du meurtre de masse, dition du CNRS, Paris 1993, S. 147; vgl. Jrgen Graf, Carlo Mattogno, Das KL Stutthof, Castle Hill Publishers, Hastings 1999, S. 110-115 ([Link]/D/Stutthof).

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Wegner als Minenhund


Nachdem ich Wegners Beitrag im Jahr 1992 gelesen hatte, sandte ich einen Brief an einen der verantwortlichen Herausgeber, Dr. Zitelmann, und frug ihn, warum er fr seinen Sammelband, der sich ansonsten durch hervorragend recherchierte Beitrge auszeichnet, einen so schwachen Beitrag gewhlt habe, um den Leuchter-Bericht zu kritisieren. Herr Dr. Zitelmann schrieb mir daraufhin zurck, er habe dafr gesorgt, da Herrn Wegner nicht noch mehr Platz eingerumt wurde, und er lie meine Vermutung, dies sei aufgrund der offensichtlichen fachlichen Mngel von Herrn Wegner erfolgt, im Raume stehen. Tatsache ist, da die anderen Beitrge in Zitelmanns Buch semirevisionistischer Natur sind, weshalb er sich wohl gezwungen sah, einen Beitrag gegen die Holocaust-Revisionisten aufzunehmen, um sich bezglich der anderen Revisionen an der Geschichtsschreibung des Dritten Reiches moralisch freizukaufen. Herr Wegner diente den Historikern also nur als Mittel zum Zweck. Sie schickten ihn quasi als Minenhund gegen die Revisionisten ins Feld, um sich selbst Rckendeckung zu verschaffen. Wegner wird brigens nicht nur vom Bundesamt fr Verfassungsschutz als wissenschaftliche Koryphe zur Widerlegung Leuchters zitiert, sondern auch vom Institut fr Zeitgeschichte.36 Sogar deutsche Gerichte, die zwar mich als Diplom-Chemiker bezglich der chemischen Fragen als ein vllig ungeeignetes Beweismittel ablehnen, beziehen sich auf den greisen Obersozialrat als Beweis der Falschheit meiner Thesen.37 Da wird der Rechtsbruch zur Tragikomdie.

36

37

Via dessen Historiker H. Auerbach, Leuchter-Report, in: Wolfgang Benz (Hg.), Legenden, Lgen, Vorurteile, 7. Aufl., dtv, Mnchen 1995, S. 147ff. Oberlandesgericht Celle, 13.12.1993, Az. 3 Ss 88/93, vgl. Monatszeitschrift fr Deutsches Recht, 1994, S. 608.

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Im Sptsommer 1992 grte es in Deutschland. Die frohe Botschaft des Leuchter-Berichts, da es in Auschwitz und Majdanek keine Gaskammern zur Menschenttung gegeben habe, hatte die gesamte rechte Szene durchdrungen und machte sich auf den Weg, auch ins brgerliche Lager einzudringen. Da war guter Rat teuer, und so griff die linksliberale Hamburger Wochenzeitung Die Zeit auf die alte bewhrte Vorschlaghammermethode der massiven Gegenpropaganda zurck. In zwei ihrer Ausgaben erlaubte man dem freien Journalisten Till Bastian, einen journalistischen Schauproze gegen den Leuchter-Bericht durchzufhren. Abweichende Meinungen und Gegendarstellungen wurden nicht erlaubt. Bevor ich Bastians Argumente auseinandernehme, seien seine Artikel der Fairne halber komplett wiedergeben: DIE ZEIT Nr. 39 18. September 1992, S. 104

Die Auschwitz-Lgen
Mit zunehmender Propaganda leugnen die Rechtsradikalen den Massenmord an den Juden. Sich darber moralisch oder politisch zu empren reicht nicht aus. Solange man die Argumente der Revisionisten nicht in der Sache widerlegt, werden sich viele Menschen verunsichert fhlen. Was sind die Fakten?
Von Till Bastian
Auschwitz, den 30. August 1942: Im Konzentrationslager, dessen Errichtung der Reichsfhrer SS Heinrich Himmler 1940 angeordnet hatte, trifft ein neuer Arzt ein der fr die Semesterferien dorthin abkommandierte 58jhrige SS-Untersturmfhrer Dr. Dr. Johann Paul Kremer, Privatdozent fr Anatomie an der Universitt Mnster. ber seinen Aufenthalt in Auschwitz hat Kremer genau Tagebuch gefhrt. So notierte er am 2. September 1942: Zum 1. Male drauen um 3 Uhr frh bei einer Sonderaktion zugegen. Im Vergleich hierzu erscheint mir das Dantesche Inferno fast wie eine Komdie. Umsonst wird Auschwitz nicht das Lager der Vernichtung genannt. Und drei Tage spter, am 5. September: Hauptscharfhrer Thilo, Truppenarzt, hat recht, wenn er mir heute sagte, wir befnden uns hier am anus mundi. Am Arsch der Welt! In seiner Vernehmung vor dem Krakauer Gericht sagte Kremer rund fnf Jahre spter aus: Diese Bezeichnung gebrauchte ich deshalb, weil ich mir gar nichts Abscheulicheres und Ungeheuerlicheres vorstellen konnte. Mit der Sonderaktion, von der Kremer spricht und die selbst ihn, den gewi nicht zartbesaiteten SS-Mann, erschttert hat, ist ein neues Verfahren gemeint, das die Lagerleitung im Juli 1942 zur schnelleren Menschenvernichtung eingefhrt hat: Aus aller Herren Lnder rollten seit diesem Sommer Zge ins Menschenschlachthaus Auschwitz; die Pas-

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sagiere hatten sich nach der Ankunft neben den Gleisen aufzustellen. SS-rzte suchten Brauchbare heraus, alle anderen schwangere Frauen, Kinder unter vierzehn Jahren, Kranke und Greise wurden sofort in die Gaskammern geschickt und ermordet. Spter wurden die Bahngleise, um schneller vergasen zu knnen, mitten ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verlegt, wo sie noch zu besichtigen sind. Auschwitz war monstrs als grte Menschen-Vernichtungsanlage aller Zeiten hat es sein Kommandant Rudolf H bezeichnet. Nirgendwo zeigt sich das wahre Gesicht des Nationalsozialismus in so nackter Brutalitt wie hier hier, wo Hunderttausende ermordet wurden in einer Orgie fabrikmiger Todesplanung, betrieben mit deutscher Grndlichkeit bis zuletzt. Und deshalb bleibt Auschwitz ein Menetekel deutscher Geschichte. Da gerade jene, die diese Geschichte gerne schnfrben oder gar neu schreiben mchten, sich an Auschwitz reiben, ja den Massenmord leugnen, ist die traurige Konsequenz. Wie ist dies berhaupt mglich? Am Geschehen von Auschwitz gibt es wenig Mysterises: Es liegt in aller Entsetzlichkeit zutage. Zwar wei die Geschichtswissenschaft bis heute keine befriedigende Antwort auf die Frage: Wie konnte das geschehen? aber darber, was geschehen ist, sind wir auerordentlich gut unterrichtet, knnen es bis in die abscheulichen Details studieren wenn wir nur wollen, wenn wir es nicht vorziehen, die Augen zu schlieen vor der Wirklichkeit. Das ehemalige KZ Auschwitz ist heute eine Gedenksttte des polnischen Staates, fr jeden zu besichtigen. Ihr Archiv verfgt ber fnf laufende Meter Akten aus den Schreibstuben des frheren Konzentrationslagers und ber fnfzehn Meter Akten der Zentralbauleitung der WaffenSS und Polizei, darunter die Plne, zum Teil sogar die Bautagebcher fr die Gaskammern und Krematorien in AuschwitzBirkenau. Wir wissen aus den Akten, da am 20. Mai 1940 Bruno Brodnietwisch Hftlingsnummer 1 erhielt und da am 18. Januar 1945 Engelbert Marketsch als letzter Hftling (Nummer 202 499) in Auschwitz eingeliefert wurde. Freilich ist die Menge der Opfer nicht mit letzter Exaktheit zu ermitteln die Zahl der Menschen, die nach Sonderaktionen wie jene, von der Dr. Kremer berichtete, von der Bahnrampe direkt (und ohne erst eine Hftlingsnummer zu erhalten) in die Gaskammern geschickt wurden, ist nicht gesichert (die SS hat ihre eigenen Transportbcher zerstrt) aber wer wird dies zum Vorwand nehmen, das Mordgeschehen selber zu bestreiten? Eine der Selektionen wurde sogar von Nazi-Photographen selbst im Bild festgehalten, nmlich das Schicksal der Menschen eines im Mai 1944 im Lager angekommenen Transportes ungarischer Juden; auf einem Bild ist der SS-Arzt Thilo zu erkennen. Die Photoserie ist in den USA als Buch erschienen; eine deutsche Ausgabe gibt es bezeichnenderweise nicht. Auch Hftlinge haben unter Lebensgefahr Photos aufgenommen, welche die Verbrennung vergaster Menschen zeigen im Sommer 1944 rollen so viele Transporte nach Auschwitz, da die Kapazitt der Krematorien nicht ausreicht; im Birkenwald von Brzezinka werden riesige Gruben ausgehoben, in denen man Leichen verbrennt, bisweilen wird austretendes Fett ber die toten Krper geschpft, um die Einscherung zu beschleunigen. Auschwitz war eine Hlle; eine Hlle, ber die wir gut unterrichtet sind. Die in der Auschwitz-Gedenksttte arbeitende polnische Wissenschaftlerin Danuta Czech hat ein minutises Kalendarium der 1714 Tage von Auschwitz verffentlicht. Und ber alle wissenschaftlichen Belege und Dokumente hinaus gab und gibt es berlebende, die von Auschwitz berichten konnten oder knnen. Nicht wenige haben dies ausfhrlich getan Primo Levi aus Italien (Hftlingsnummer 174 517) und Jean Amery aus Belgien (mit Levi in einer Baracke untergebracht) seien beispielhaft erwhnt; die erschtternden Aufzeichnungen der beiden von eigener Hand gestorbenen ehemaligen Auschwitz-Hftlinge sind auch in deutscher Sprache weit verbreitet. Fr die schreckliche, von Terrence Des Pres 1977 verffentlichte Chronik The Survivor, die auf Dutzenden von Augenzeugenberichten beruht, hat sich freilich kein deutscher Verleger gefunden. Vor Gericht mag die Aussage der Tter mehr beweisen als die der Opfer; wer es schlimm genug auch bei der Geschichtsbetrachtung so hlt, kann sich leicht informieren: Auch die Tter haben bereitwillig berichtet. Ein Angehriger der SS-Lagermannschaft sagte in seiner Vernehmung durch die deutschen Ermittlungsbehrden am 23. April 1959 aus, seine Aufgabe sei es gewesen, etwa ab Sommer 1942 die Listen der Neuangekommenen vom Begleitkommando entgegenzunehmen und die Anzahl zu berprfen. Unmittelbar nach Ankunft fand die Selektion statt, das heit, es wurden die arbeitsfhigen von den nichtarbeitsfhigen Hftlingen getrennt. Die

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nichtarbeitsfhigen Personen, in der Hauptsache Alte, Kranke, Kinder und Suglinge, wurden in die damals bereits bestehenden Vergasungsrume gefhrt... Die Vergasungsrume befanden sich nicht allzuweit von der Ausladestelle entfernt, und die zur Vergasung bestimmten Personen wurden von uns dorthin gefhrt. Im Vernehmungsprotokoll eines anderen Mitgliedes der KZBesatzung heit es: Anschlieend kam ein SS-Mann, ich glaube, es war ein Rottenfhrer, zu unserem Sanka [Sanittswagen] und holte eine Gasbchse heraus. Mit dieser Bchse ging er zu einer Leiter, die vom Tor aus gesehen an der rechten Seite des Gebudes stand. Dabei bemerkte ich, da er beim Besteigen der Leiter eine Gasmaske aufhatte. Als er am Ende der Leiter angekommen war, ffnete er eine kreisrunde Blechklappe und schttete den Inhalt der Bchse in die ffnung. Ich hrte noch deutlich das Klappern der Bchse gegen die Mauer, als er beim Ausschtteln dagegenstie. Gleichzeitig sah ich, da ein brunlicher Staub aus der Mauerffnung hochstieg Als er das Trchen wieder geschlossen hatte, setzte ein unbeschreibliches Schreien in dem Raum ein. Ich kann einfach nicht beschreiben, wie diese Menschen geschrien haben. Es dauerte etwa acht bis zehn Minuten, und dann war alles still. Kurze Zeit spter wurde das Tor von Hftlingen geffnet, und man konnte noch einen blulichen Nebel ber einem riesigen Knuel Leichen schweben sehen. Solche Aussagen gibt es reichlich in den Akten der Zentralstelle in Ludwigsburg. Auch Auschwitz-Kommandant Rudolf H hat ausfhrlich berichtet, nicht nur als Angeklagter in Polen H ist 1947 auf dem Gelnde des ehedem von ihm geleiteten KZs hingerichtet worden , sondern schon zuvor als Zeuge im Nrnberger Tribunal, und zwar so umfassend wie bereitwillig. Fr die innere Authentizitt seiner Niederschrift spricht, da er ihm peinliche Details etwa seine Liebschaft mit einem weiblichen KZ-Hftling sorgfltig aus diesen autobiographischen Aufzeichnungen aussparte. Ebenfalls umfangreiche Aufzeichnungen ber diese Zeit hat der 1921 in Rio de Janeiro geborene SS-Rottenfhrer Perry Broad, der bis 1945 in der Politischen Abteilung des Konzentrationslagers Dienst getan hatte, 1945 angefertigt. Broad ist im Frankfurter Auschwitz-Proze 1965 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Schlielich existiert noch das Tagebuch des Dr. Kremer; in den Heften aus Auschwitz, die das dortige Museum publiziert, sind die Berichte von Broad, H und Kremer unter dem Titel Auschwitz in den Augen der SS verffentlicht. In Deutschland ist ein Auschwitz-Proze von 1963 bis 1965 vor dem Schwurgericht Frankfurt am Main verhandelt worden; mit dokumentarischer Genauigkeit wurde dort die Wirklichkeit dieses grten Konzentrationslagers enthllt und belegt. Und wie die Groen der NS-ra vor dem Nrnberger Tribunal die Greueltaten ihrer Herrschaftszeit nicht leugneten, sondern sich allenfalls mit verquasten philosophischen Thesen ber historische Notwendigkeit zu rechtfertigen suchten, so haben auch die niederen Chargen des Terrorregimes, wenn sie in Frankfurt oder andernorts vor Gericht standen, den Massenmord ebensowenig bestritten wie die oben zitierten SS Mnner. Immer hie es, entweder seien andere die ausfhrenden Organe gewesen, oder aber man selber habe nur auf Befehl gehandelt. Es ist wohl auch ein Ergebnis dieser klaren prozessualen Wahrheitsfindung, da das 21. Strafrechtsnderungs-Gesetz vom Juni 1985 die Leugnung der unter NS-Herrschaft begangenen Verbrechen Auschwitz-Lge als Beleidigung unter Strafe stellt (Paragraph 194 Strafgesetzbuch). Warum berhaupt diese Regelung? Gibt es denn eine nennenswerte Zahl von Menschen, welche die Greuel von Auschwitz verharmlosen oder gar leugnen? Ja, es gibt sie nicht nur in Deutschland. Da ist der 1967 verstorbene franzsische Professor Paul Rassinier mit seiner Broschre Die Lge des Odysseus (1948), der 1968 Was ist Wahrheit? Die Juden und das Dritte Reich folgten. Rassinier wollte bewiesen haben, in deutschen KZs habe es keine Gaskammern gegeben, und als Franzose ist er natrlich ein prchtiger Kronzeuge fr deutsche Rechtsradikale: Im Jahre 1970 erschien das Buch Hexen-Einmal-Eins einer Lge von Emil Aretz, 1973 die Broschre Die Auschwitz-Lge. Ein Erlebnisbericht von Thies Christophersen, der als SS-Mann im Landwirtschaftsbetrieb des KZ Auschwitz gearbeitet hatte. 1979 wurden dann Der Auschwitz-Mythos Legende oder Wirklichkeit des Hamburger Oberfinanzrichters Dr. Wilhelm Stglich und Die Tragdie der Juden. Schicksal zwischen Propaganda und Wahrheit von Erich Kern publiziert. Nach der Strafrechtsnderung von 1985 hat die Zahl solcher Verffentlichungen begreiflicherweise abgenommen, was aber kein Nachlassen ihrer Wirksamkeit verbrgt. Keine Behauptung ist anscheinend unsinnig genug, als da sie nicht immer wieder aufs neue prsentiert wrde, schreibt der Berliner Historiker Wolfgang Benz, der das

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zur schnellen Orientierung gut geeignete Taschenbuch Legenden, Lgen, Vorurteile (1992) und das Standardwerk Dimension des Vlkermords (1991) herausgegeben hat. Das reicht von der Leugnung der Existenz der Konzentrationslager bis hin zu statistischen Kunststcken und abenteuerlichen Rechenexempeln ber die Zahl der jdischen Opfer. So wird zum Beispiel errechnet, da es so viele Juden, wie ermordet wurden, gar nicht gegeben habe. Weit verbreitet, so Wolfgang Benz, sind auch Pamphlete, die nachweisen sollen, da es aus physikalischen, chemischen oder anderen naturwissenschaftlichen oder technischen Grnden gar nicht mglich war, in so groem Ausma das Verbrechen des Genozids zu begehen: Eine der jngsten Hervorbringungen solcher Art ist der Leuchter-Report, in dem ein amerikanischer Spezialist fr Hinrichtungsanlagen zum Schlu kommt, in Auschwitz seien keine Menschen mit dem Giftgas Zyklon B ermordet worden. Mehr dazu im zweiten Teil dieser Serie. Es ist wichtig, sich ber zwei Angelpunkte klarzuwerden, an denen die rechtsradikale Propaganda immer wieder ansetzt: Da ist erstens die Zahl der Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes, die aus einleuchtenden, zum Teil bereits benannten Grnden wohl niemals wird vllig exakt ermittelt werden knnen. Just deshalb hat das Auschwitz-Museum die frher auf dem KZ-Gelnde angebrachten Gedenktafeln mit einer vermeintlich exakten Zahlenangabe entfernen lassen. Aber knnte es denn die Nazis entlasten, wenn sie aus irgendwelchen Grnden nicht so effizient gewesen wren, wie sie es selber beabsichtigten? Da wird auf eine angeblich vom Roten Kreuz stammende Feststellung verwiesen, nach der es nur 300 000 Opfer rassischer und politischer Verfolgung gegeben habe. Diese Behauptung tauchte erstmals am 1. April 1955 in dem Artikel Beweis aus der Schweiz: Was nun, Herr Staatsanwalt? in der Zeitung Die Anklage auf. Freilich hat das Internationale Rote Kreuz (IRK) in einem Brief vom 17. August 1955 unmiverstndlich dementiert, da es irgendwelche Zahlen solcher Art gebe. Und als die Behauptungen dieser Art nicht nachlieen sie fanden sich unter anderem in einem Offenen Brief an Kardinal Dpfner, den das NPD-Blatt Deutsche Nachrichten 1965 druckte , erklrte das IRK am 11. Oktober 1965 in einem Brief an das Mnchner Institut fr Zeitgeschichte: Wir mchten eindeutig klarstellen, da das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf berhaupt nichts mit diesen Behauptungen zu tun hat. Kaum besser erging es den Vereinten Nationen. 1973 erschien eine von Heinz Roth verfate Broschre, Warum werden wir Deutschen belogen?, in der es hie: Wuten Sie, da die sicher beklagenswerten Verluste des jdischen Volkes nach Feststellung der UNO, die keinen Grund hat, irgendein Volk besonders in Schutz zu nehmen zweihunderttausend betragen haben? Daraufhin hat die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen dem Mnchner Institut fr Zeitgeschichte am 1. August 1974 brieflich mitgeteilt, da die Zahl von 200 000 jdischen Opfern des NS-Regimes mit Sicherheit nicht auf Feststellungen der Vereinten Nationen beruht. Dessen ungeachtet werden solche Quellen, die es gar nicht gibt, von der rechtsextremen Propaganda weiterhin beschworen; denn zu deren Technik, so schreibt Wolfgang Benz zutreffend, gehrt es ja, solche Feststellungen immer wieder zu zitieren, bis sie scheinbar fester Bestandteil des Quellenmaterials sind und nicht mehr weiter berprft, sondern als bekannt und selbstverstndlich geglaubt werden. Ebenso verhlt es sich mit dem beliebten Verweis auf angeblich noch geheime Dokumente in den USA, zumal alle deutschen Akten, die sich in westalliierter Hand befanden, heute frei zugnglich sind berwiegend im Koblenzer Bundesarchiv und im Bonner Auswrtigen Amt. Ein zweiter Ansatzpunkt rechtsradikaler Geschichtsleugnung wurde von den Nationalsozialisten selber geliefert. Schon im Sommer 1944 begann die SS, in Auschwitz die Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen, zum Beispiel durch Verbrennung der Transportlisten deportierter Juden, was die Abschtzung der Opferzahl heute sehr erschwert. Zudem wurden im Januar 1945, beim Herannahen der Roten Armee, die Gaskammern und Krematorien von Auschwitz durch die SS gesprengt. Just dieses schlichte Faktum beflgelt die Phantasie der Verharmloser und Leugner bis hin zur Schlufolgerung im Leuchter-Report, da es in Auschwitz berhaupt keine Gaskammern gegeben habe, als ob keinerlei andere Dokumente und Zeugenaussagen vorlagen. Soll man gegen solche Behauptungen berhaupt argumentieren? Oder ist es ein Eingestndnis von Unsicherheit, wenn beispielsweise ein Wiener Gericht im Proze gegen den Rechtsextremisten Gert Honsik trotz erdrckender Dokumentenlage noch ein eigenes Gutachten hat anfertigen lassen? Immerhin auch der Wiener Historiker Gerd Jagschitz kam nach fnf-

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jhriger Arbeit in seiner noch unverffentlichten Expertise zu dem Ergebnis: Es gibt keinen Zweifel an der Massenvernichtung von Juden durch Zyklon B, das Gericht verurteilte Honsik am 5. Mai dieses Jahres zu anderthalb Jahren und zehn Tagen Gefngnis ohne Bewhrung. Aber, so der Korrespondent der Sddeutschen Zeitung: Das einschlgig bekannte Publikum des Prozesses johlte dazu. Unverbesserliche Leugner wird kein Argument berzeugen. Aber es geht um jene, die sich von ihnen verunsichern lassen, die ihnen vielleicht mit Toleranz und vermeintlicher Fairne begegnen, weil es ihnen selber an Kenntnissen mangelt. Fr sie mu man nach einem Satz von Bert Brecht auch das tausendmal Gesagte noch einmal sagen, damit es nicht einmal zuwenig gesagt sei. Der Historiker Saul Friedlnder hat festgestellt, die Einzigartigkeit der Naziverbrechen liege nicht nur in der Tat selber, sondern auch in der Sprache der Tter und der Art und Weise, wie diese sich selbst wahrgenommen haben. Eine Sonderaktion, wie sie Dr. Kremer erlebte, das war Aussonderung zum Massenmord. Hier, in der Wort- und Tatvernebelung, liegt die eigentliche Wurzel des rechtsradikalen Revisionismus, hier liegt auch der Grund, warum Auschwitz weiterwirken kann. Am 5. November 1942 reichte die Firma J. A. Topf und Shne in Erfurt beim Reichspatentamt in Berlin eine Patentanmeldung mit der Kennziffer T 58 240 Kl 24d ein. Gegenstand: ein kontinuierlich arbeitender LeichenVerbrennungsofen fr Massenbetrieb. In der Patentanmeldung heit es: In den durch den Krieg und seine Folgen bedingten Sammellagern der besetzten Ostgebiete mit ihrer unvermeidbar hohen Sterblichkeit ist die Erdbestattung der groen Menge verstorbener Lagerinsassen nicht durchfhrbar. Einerseits aus Mangel an Platz und Personal, andererseits wegen der Gefahr, die der nheren und weiteren Umgebung durch die Erdbestattung der vielfach an Infektionskrankheiten Gestorbenen unmittelbar und mittelbar droht. Es besteht daher der Zwang, die stndig anfallende groe Zahl von Leichen durch Einscherung schnell, sicher und hygienisch einwandfrei zu beseitigen. So die schreckliche Kanzleisprache der Tter und Mittter. Sie berlebte erfolgreich die Stunde Null: Am 3. Januar 1953 wurde vom Bundespatentamt die Patentschrift Nr. 861731 (Klasse 24d) ber Verfahren und Vorrichtung zur Verbrennung von Leichen, Kadavern und Teilen davon an die Firma J. A. Topf und Shne, Wiesbaden (frher Erfurt) erteilt.
Nchste Folge: Die Entstehung des Leuchter-Reports Das Beweismittel der Frey, Remer & Co. Welche Rolle spielt David Irving?

DIE ZEIT Nr. 40 25. September 1992, S. 90

Der Leuchter-Report
Seit einigen Jahren berufen sich die Rechtsradikalen auf das Gutachten eines amerikanischen Ingenieurs, der angeblich nachweist, da es in Auschwitz keine Gaskammern gegeben habe. Was hat es damit auf sich?
Von Till Bastian
Am 25. Februar 1988 fliegt ein Ingenieur namens Fred A. Leuchter aus den USA nach Polen, begleitet von seiner Frau, einem Zeichner, einem Kameramann und einem Dolmetscher. Das Team inspiziert die ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek und reist schon am 3. Mrz wieder in die USA zurck. Ebenso hurtig schreibt Leuchter auch sein 132 Druckseiten umfassendes Gutachten, das er bereits am 5. April vorlegt. Unter dem Namen Leuchter-Report hat es traurige Bekanntheit erlangt. Was ist der Hintergrund dieses Gutachtens? In Kanada hatte sich der deutschstmmige Verleger Ernst Zndel vor dem Bezirksgericht in Toronto zu verantworten. Er ist wegen der Verbreitung von Schriften, in denen der nationalsozialistische Vlkermord geleugnet wird, von der Auschwitz-berlebenden Sabine Citron angezeigt und 1985 erstinstanzlich zu fnfzehn Monaten Gefngnis verurteilt worden. Spter hat der Appellationsgerichtshof in Ontario dieses Urteil jedoch aufgehoben und ein Wiederaufnahmeverfahren angeordnet. Nun schlug die groe Stunde des franzsischen Literaturwissenschaftlers Robert Faurisson. Dieser Professor der Universitt Lyon seit langem berchtigt wegen revisionistischer, das heit die Naziverbrechen leugnender Thesen wandte sich,

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nach Absprache mit Zndel, an Fred Leuchter, der als Spezialist fr jene Hinrichtungsanlagen in amerikanischen Gefngnissen gilt, die Giftgas zur Ttung der Verurteilten benutzen. Zndel und Faurisson versprachen sich von ihm eine Expertise, mit der wissenschaftlich nachzuweisen sei, da es in Auschwitz keinen Massenmord mit Giftgas gegeben haben knne. Leuchter nahm diesen Auftrag anscheinend ohne groe Bedenken an und begab sich alsbald auf die von Zndel finanzierte Reise. Das Gericht in Toronto ma der Aussage des Bostoner Gaskammerspezialisten freilich wenig Bedeutung bei. Nachdem es den seltsamen Gutachter angehrt hatte, verurteilte es Zndel am 11. Mai 1988 zu neun Monaten Gefngnis ohne Bewhrung. Im Juni 1989 wurde Leuchters Gutachten dann in London unter dem Titel The Leuchter-Report. The First Forensic Examination of Auschwitz der ffentlichkeit prsentiert das Vorwort hatte der britische Publizist und Historiker David Irving beigesteuert. Eine deutsche bersetzung war bereits im Vorjahr mit dem Untertitel Ein Ingenieursbericht ber die angeblichen Gaskammern in Auschwitz, Birkenau und Majdanek, Polen erschienen. Schon mit diesem Titel wird klar, warum der Leuchter-Bericht in der apologetisch-rechtsradikalen Literatur als Meilenstein gefeiert werden konnte weil hier ein angeblich unabhngiger Gutachter, der nach wissenschaftlichen Methoden verfhrt, die Existenz der Vergasungsanlagen von Auschwitz und andernorts in Frage stellt. Ist es berhaupt angebracht, ein solches Machwerk wissenschaftlich widerlegen zu wollen? Nach Wrdigung aller Umstnde siehe den ersten Teil dieser Serie in der vorigen Ausgabe kann es an den nationalsozialistischen Greueltaten in Auschwitz keinen Zweifel geben. Warum also einen Autor wie Leuchter mit den eigenen Waffen schlagen wollen? Schriftstcke wie jenes von Fred Leuchter knnen leider viele Menschen verunsichern, wenn sie nicht in der Sache widerlegt werden. Wie Werner Wegner, der sich ausfhrlich mit diesem Report auseinandergesetzt hat, anmerkt, rufen moralisch-politische Argumente in solchen Fllen nur den Eindruck einer Argumentationsschwche hervor. Wer diesem Dilemma entgehen will, mu die Gegebenheiten und Geschehnisse in den Vernichtungslagern restlos zu klren suchen. Nur deshalb ist der Leuchter-Report eine Betrachtung wert. Wir wollen auf die dubiosen Umstnde bei der Entstehung des Berichtes hier nicht weiter eingehen weder darauf, da Leuchter es kaum fr ntig hielt, sich vorab in das Problemfeld einzuarbeiten, noch auf seinen extrem kurzen Aufenthalt am Orte oder auf die Tatsache, da er angeblich Proben aus den Wandverkleidungen der Gaskammern in Auschwitz-Stammlager und Auschwitz-Birkenau ohne Genehmigung der rtlichen Behrden (mithin ohne kritische Zeugen) entnommen hat. Betrachten wir nur das Gutachten selber, so fllt als kardinaler Mangel sofort auf, da es in eigentmlicher Betriebsblindheit die Ttungsmaschinerie der Nazis immer wieder mit den Gaskammern der US-Gefngnisse vergleicht. Aus diesen Vergleichen zieht Leuchter dann die reichlich sonderbar anmutende Schlufolgerung, keine der Gaskammern von Auschwitz sei so gebaut worden, wie es den bekannten und bewhrten Anlagen, die zur selben Zeit in den Vereinigten Staaten in Betrieb waren, entsprochen htte. Es erscheint merkwrdig, da diejenigen, die diese angeblichen Gaskammern geplant hatten, niemals die Technik zu Rate gezogen oder bercksichtigt haben, wie sie in den Vereinigten Staaten angewandt wurde, das heit in dem einzigen Land, das damals Gefangene mit Gas hinrichtete. Der Franzose Georges Wellers, der selber Auschwitzberlebender den LeuchterReport einer vernichtenden Kritik unterzogen hat, merkt dazu bitter an: Der brave Mr. Leuchter findet es demnach merkwrdig, da H 1941/42, also mitten im Krieg, nicht den Atlantik berquert hat, um von den Amerikanern zweckdienliche Hinweise darber zu erbitten, wie sich Hunderttausende von Mnnern, Frauen und Kindern am effektivsten umbringen lassen Unter seinen Schlufolgerungen finden sich viele beraus erstaunliche und unhaltbare Hinweise, aus denen immer wieder ersichtlich wird, da dieser Luxus-Henker seine Hilton-Gaskammer mit den elenden Vergasungsschuppen von Auschwitz verwechselt hat. Leuchters zentrale These besagt, in den Gebuden von Auschwitz habe keine Massenttung durch Giftgas stattfinden knnen, da die vermeintlichen Gaskammern weder beheizbar waren, noch rasch genug htten entlftet werden knnen. Auerdem konnte Leuchter in seinen angeblichen Proben aus der Wandverkleidung nur kaum noch feststellbare Spuren von Blausureresten finden. All diese scheinbar sensationellen Entdekkungen lassen sich freilich leicht erklren: Eine Gaskammer in den USA mu vor der Hinrichtung vorgeheizt werden, weil Blausure

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(Zyklon B) erst bei einer Raumtemperatur von rund 26 Grad Celsius in den gasfrmigen Aggregatzustand bergeht. In Auschwitz pferchten die Nazis aber derart viele Menschen in ihre Gaskammern, da schon durch deren Krpertemperatur die notwendige Hitze erreicht wurde. Und aus eben diesem Grund die hermetisch abgeschlossenen Rume waren berfllt mit einer Menge nackter, verngstigter, schreiender, um Luft ringender Menschen wurde die infolge der Hitze schnell gasfrmig gewordene Blausure zum grten Teil mit der eingeatmeten Luft von ihren Krpern aufgenommen. Die Atemrate der Menschen in den Gaskammern von Auschwitz drfte erheblich hher gewesen sein als die eines hinzurichtenden Delinquenten, der in einem amerikanischen Gefngnis, auf einem Stuhl festgeschnallt, den Tod erwartet; es wurde von ihnen daher wahrscheinlich auch mehr Blausuregas aufgenommen. Vermutlich blieb nach dem Tod dieser Menschen gar keine groe Menge an freiem Gas mehr brig, das noch von der Wandverkleidung htte absorbiert werden knnen. Die Nazis hatten es eben nicht ntig, aus humanitren Grnden sicherheitshalber die elffache Menge der tdlichen Blausuredosis einzusetzen, wie es in einem amerikanischen Gefngnis gngige Praxis ist. Von einer ihrer ersten Mordaktionen, die am 3. September 1941 im Kellergescho von Block 11 stattfand und 850 Menschen das Leben kostete, ist bezeugt, da Rapportfhrer Gerhard Palitzsch, als er am Morgen des Folgetages, mit einer Gasmaske geschtzt, die Zellentr ffnete, noch mehrere Hftlinge am Leben fand. Seit Mitte September 1941 wurde die Leichenhalle des Krematorium 1 in Auschwitz als Gaskammer benutzt; es handelt sich um einen ehemaligen Munitionsbunker links vom Eingangstor, ber dem der Spruch Arbeit macht frei prangt. Grund dafr war nicht nur die rumliche Nhe von Gaskammer und Krematorium, sondern auch die Mglichkeit, in diesem (fensterlosen) Raum das etwa noch vorhandene Gas es drfte sich aus dem erwhnten Grund um keine gewaltige Menge gehandelt haben abzusaugen, um die Rume rasch wieder betreten zu knnen (die Hftlingssonderkommandos begaben sich in die Gaskammern etwa dreiig Minuten nach ffnen der Tren, um die Leichen der Ermordeten fortzuschaffen). Aus diesen Grnden und durch den bereits erwhnten Umstand, da auch diese Gaskammer von den Nazis in aller Brutalitt bis zum uersten mit Menschen vollgestopft wurde, ist es leicht erklrlich, wenn Leuchter 44 Jahre nach dem Massenmord wirklich nur noch geringe Cyanid-Rckstnde in der Wandverkleidung hat finden knnen. Der Ingenieur behauptet zudem, dieses Krematorium habe wie alle anderen keine abgedichteten Tren gehabt, obschon er bei grndlicherer Arbeit im AuschwitzArchiv die Bestellscheine fr solche Tren leicht htte finden knnen. Er berechnet weiterhin ganz ernsthaft, da in diesen Raum von fast achtzig Quadratmeter Grundflche berhaupt nur 91 Menschen hineingepat htten, weil ja fr jede stehende Person eine Bodenflche von 9 Quadratfu (0,8 Quadratmeter) ntig sei als htten die Nazis sich gar noch Gedanken um die Bequemlichkeit der Mordopfer gemacht Natrlich bestreitet Leuchter auch die im Mrz 1944 wegen berlastung der Krematorien vorgenommene Leichenverbrennung in Grben es gibt von ihr illegal angefertigte Photos , weil sie wegen des hohen Grundwasserspiegels auf dem sumpfigen Gelnde von Auschwitz unmglich gewesen sei. Da aber das KZ-Gelnde damals durch ein umfangreiches, von Hftlingen in Zwangsarbeit geschaffenes Grabensystem drainiert wurde, welches das Grundwasser ber einen Hauptgraben in die Weichsel ableitete, ist ihm offenbar unbekannt geblieben. Weitere Details knnen der Fachliteratur entnommen werden: Drei Wissenschaftler haben bisher unabhngig voneinander und mit verschiedenen Schwerpunkten eine fundierte Kritik an Leuchters Irrtmern und Widersprchen geliefert, am umfassendsten der franzsische Pharmakologe Jean-Claude Pressac (Auschwitz, Technique and Operation of the Gas Chambers, New York 1989), auerdem noch der Franzose Georges Wellers und der Deutsche Werner Wegner. Wer sich von der pseudowissenschaftlichen Aufmachung der Leuchter-Expertise hat verwirren lassen, wird nach dieser Lektre ihre innere Haltlosigkeit rasch erkennen. Htte sich der Bostoner Ingenieur nicht so grndlich von der eigenen, offenbar vorgefaten Meinung in die Irre fhren lassen und sich grndlich ber sein Untersuchungsobjekt orientiert, so wre ihm auch nicht verborgen geblieben, da bereits im Mai 1945 von den in den Auschwitz-Magazinen gefundenen 293 Scken mit Frauenhaar eine Probe von 25,5 Kilogramm an das Krakauer Gerichtsmedizinische Institut berbracht worden ist. Im Untersuchungsbericht des Instituts, datiert vom 15. Dezember 1945, wird unzweideutig festgehalten, da an den Haaren, die von nach der Vergasung geschorenen Frauenleichen stam-

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men, das Vorkommen von Blausurekomponenten festgestellt werden konnte. Es kann kaum verwundern, da Rechtsradikale des harten Kerns die Leuchter-Entdeckungen als Propagandamittel weidlich ausschlachten. So schreibt der Generalmajor a.D. Otto E. Remer er hatte am 20. Juli 1944 auf Befehl Hitlers den Putsch niedergeworfen in seiner Remer-Depesche (Ausgabe vom September 1991), worin er Leuchter ausdrcklich erwhnt: Die Massenttung von Juden mittels Zyklon B ist wissenschaftlich widerlegt. Infolgedessen fordert Remer Untersttzung fr den Durchbruch in der Gaskammerlge. Die Versuche der deutschen Justiz, hierauf mit dem Paragraphen 194 Strafgesetzbuch zu antworten (der die Rede von einer AuschwitzLge als Beleidigung der Opfer unter Strafe stellt), wirken eher hilflos (im letzten Jahr wurde Remer zu einer Geldstrafe von 2250 Mark verurteilt). Eine besonders unrhmliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch der Brite David Irving, der sich als Entdecker verborgener zeitgeschichtlicher Dokumente einen Namen gemacht hat. Der Schriftsteller, der am 9. November 1991, am Jahrestag der Reichskristallnacht von 1938, auf dem Rannischen Platz in Halle eine Rede vor 500 Rechtsradikalen hielt und dabei der neuen deutschen Jugend (so der Originalton Irving) zurief, da ein neues Deutsches Reich entstehen wird, hat das Vorwort fr die 1989 erschienene britische Ausgabe des LeuchterReports verfat. In seinem im selben Jahr verffentlichten Werk Fhrer und Reichskanzler Adolf Hitler 1933-1945, einer ergnzten und berarbeiteten Neuauflage, taucht im Gegensatz zu frheren Fassungen das Vernichtungslager Auschwitz nicht mehr auf. David Irving, Jahrgang 1938, ist ein Autor kein Fachhistoriker mit guten Quellenkenntnissen, der mehrere durchaus anerkannte Bcher ber den Zweiten Weltkrieg verffentlicht hat. In Streit mit renommierten Historikern geriet er freilich, als er in seiner 1975 zunchst in deutscher Sprache erschienenen Hitler-Biographie die These verkndete, Hitler habe von der systematischen Judenvernichtung nichts gewut und diese gar nicht gewollt. Der Beifall, der ihm hierfr aus rechtsradikalen Kreisen zuteil wurde, brachte Irving in immer engere Verbindung mit ihnen, in Deutschland besonders mit der Deutschen Volksunion des Verlegers Gerhard Frey, der Irvings Thesen verffentlicht und seine Vortragsreisen bezahlt. Neuerdings prsentiert sich Irving fr den in Italien und sterreich ein Einreiseverbot gilt immer wieder als Befrworter des Leuchter-Reports und dessen Thesen. Das hat ihm am 5. Mai 1992 eine Verurteilung durch das Amtsgericht Mnchen zu 10 000 Mark Geldstrafe eingetragen. Britischen Unterhausabgeordneten, die Irvings Sympathien fr die Neonazis scharf verurteilten, hielt der Schriftsteller zynisch entgegen: Ich begebe mich in die Gaskammern von Auschwitz, und Sie und Ihre Freunde drfen Zyklon B gem den altbekannten Prozeduren und Umstnden werfen. Ich garantiere Ihnen, Sie werden mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Was die Fakten betrifft, so ist zu diesem Argument hier bereits alles gesagt. Aber auch die Quellenlage spricht immer mehr gegen Irvings Thesen. Schon die von ihm der ffentlichkeit vorgestellten Restteile der GoebbelsTagebcher haben eher besttigt denn widerlegt, was Fachhistoriker schon immer wuten: da Hitler ber alle Vorgnge in seinem Machtbereich sehr gut unterrichtet war und stets im Zentrum der Entscheidungen stand. Und in eben jenem Moskauer Sonderarchiv, das auch die von Irving beschafften Glasphotoplatten mit Goebbels Notizen aufbewahrte, hat der britische Historiker Gerald Fleming jngst Bauplne fr die Krematorien und Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz sowie eine ausfhrliche Korrespondenz zwischen der KZ-Leitung und der SS-Zentrale in Berlin entdeckt. Am Geschehen von Auschwitz gibt es keinen Zweifel. Diese grte Vernichtungsmaschine aller Zeiten bleibt monstrs; ein erratischer Block des Grauens in der an Verbrechen nicht armen Weltgeschichte. Freilich liegen die Motive fr den mit deutscher Grndlichkeit betriebenen Massenmord zum Teil noch im dunkeln, werden sich ihm vielleicht auch nie vollstndig entreien lassen. Was aber nicht begriffen werden kann, wird zumal, wo es den eigenen Identitts- und Grengefhlen widerspricht bestritten (so die Rechtsradikalen) oder zumindest abgemildert. Eine sonderbare Zwiespltigkeit prgt heute die rechtsradikale Szene. Da wird einerseits an Abstrusitt noch das LeuchterGutachten weit bertreffend behauptet, das ganze KZ Auschwitz sei erst nach dem Krieg von der polnischen Regierung zu Propagandazwecken aufgebaut worden. Anderseits aber hat ein Gericht am 11. November 1991 im Zittauer Neonaziproze acht Angeklagte verurteilt, die ein Wohnheim mit Kindern aus Tschernobyl berfallen und dabei Ab nach Auschwitz! gerufen hatten.

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Und als vier Monate spter, am 9. Mrz 1992, die NDR-Sendung Panorama zu Spenden fr den Erhalt der KZ-Gedenksttte in Auschwitz aufrief, stapelten sich dort Briefe; in denen es zum Beispiel hie: Gern werde ich eine grere Summe spenden, wenn dadurch Auschwitz betriebsbereit bleibt oder in einer anderen Zuschrift gleicher Tendenz: Auch das Unterbringungsproblem fr unsere Asylanten wre so leicht zu lsen. Ich gebe gern 50 kg Gas (Zyklon B). So keimt, pseudowissenschaftlich gedngt, ein halbes Jahrhundert nach der Selektion an der Rampe eine schlimme Saat, die allerdings den nachdenklichen Beobachter kaum berraschen wird. Zu lange hat es Versuche gegeben, an der Hitler-Zeit doch auch Positives zu finden: die Autobahnen natrlich und da Frauen damals noch auf die Strae gehen konnten. Zu viele alte Nazis bekleideten auch spter Schlsselpositionen: Aus einem SS-Mann wurde ein Prsident der Bundesrztekammer, aus einem furchtbaren Juristen ein Ministerprsident; zu schwer tat sich die Justiz mit der Durchforstung der Vergangenheit, zumal in den eigenen Reihen. Die ffentliche Meinung nahms gelassen hin, zu sehr war alles mit dem Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder beschftigt. Heute pilgern Neonazis zum Grab von Rudolf He nach Wunsiedel und feiern des Fhrers Stellvertreter auf Transparenten als Mrtyrer. Alles dies ist nur mglich, weil eine schweigende Mehrheit von jeher den Kurs der Verharmlosung und Beschwichtigung mitgetragen hat. Wie viele deutsche Schulklassen haben Auschwitz besichtigt? Wie viele Vter und Mtter dieser Schler sind dort gewesen? Gegen alle Versuche, die deutsche Vergangenheit zu entsorgen und den Mantel des Vergessens ber die nationalsozialistischen Verbrechen zu breiten, hat der verstorbene Direktor des Instituts fr Zeitgeschichte, Martin Broszat, eingewandt: Wer den Brgern der Bundesrepublik den selbstkritischen Umgang mit ihrer lteren und jngeren Geschichte wegschwtzen will, raubt ihnen eines der besten Elemente politischer Gesittung, das seit den spten 50er Jahren allmhlich in diesem Staatswesen entwickelt worden ist. Am verrterischsten ist dabei die fundamentale Verkennung, als sei die durch die Not erworbene moralische Sensibilitt gegenber der eigenen Geschichte ein kultureller und politischer Nachteil, verglichen mit anderen Nationen, und als gelte es, deren aus historischen Grnden oft robusteres oder naiveres und politisch meist schdliches historisches Selbstbewutsein zu kopieren. In der Tat: Wer die Notwendigkeit des bestndigen NeuErschreckens ber die Greuel von Auschwitz einer vermeintlichen deutschen Normalitt opfern will, braucht sich nicht zu wundern, wenn spter in Rostock ein Auslnderwohnheim nach einer Pogromnacht in Flammen steht
Fr Hinweise und Anregungen danke ich Hellmuth Auerbach vom Institut fr Zeitgeschichte Mnchen, Willi Dreen von der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg, Janus Parzer von der staatlichen Gedenkstatte in Oswiecim, vor allem aber meinem Freund Karl Bonhoeffer.

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Zeugen
Zu Beginn seines ersten Artikels erwhnt Till Bastian folgende Zeugen fr die Existenz einer Massenvernichtung in Auschwitz: Prof. Johann P. Kremer, Rudolf H, Primo Levi, Pery Broad, Hans Stark und Richard Bck (ohne die letzten beiden namentlich zu nennen).

Primo Levi
Levi beweist genau das Gegenteil dessen, was Bastian behauptet, schreibt er doch in seinem Buch, er habe erst nach dem Krieg erfahren, da es in Auschwitz Vergasungen gegeben habe.1 Erst in einem in der Neuausgabe von 1976 hinzugefgten Anhang beschreibt er die Gaskammern zur Judenvernichtung, offensichtlich einem Klischee folgend, nicht aber auf eigenen Wahrnehmungen basierend. Was von Levis Erwhnung der Gaskammern wirklich zu halten ist, machte die linke franzsische Tageszeitung Libration kurz nach Levis Selbstmord am 11.4.1987 unfreiwillig deutlich. Die Zeitung berichtete damals, Levi habe es seiner Eigenschaft als Jude zu verdanken, da er nicht erschossen wurde, nachdem er Ende 1943 als Partisan verhaftet worden war: Die Faschisten hatten ihn als Partisanen (er trug noch eine Pistole bei sich) gefangengenommen, und er hatte sich als Jude ausgegeben, um nicht auf der Stelle erschossen zu werden. Und als Jude wurde er den Deutschen ausgeliefert. Die Deutschen schickten ihn nach Auschwitz []2 Bezeichnend ist auch, wie sich Primo Levi und die meisten anderen Hftlinge verhielten, als die Rote Armee kurz davor stand, das Lager Anfang 1945 einzunehmen. Die Hftlinge wurden vor die Wahl gestellt, entweder mit der SS zu fliehen oder von den Russen befreit zu werden. In seinem Eintrag zum 17.1.1945 schreibt Levi, wie er angesichts der allgemein verbreiteten Angst vor der mordenden, vergewaltigenden und plndernden Roten Armee seinem Fluchtinstinkt gefolgt wre und sich den anderen mit der SS
1

Si cest un homme, Juillard, Paris 1993, S. 19. Die italienische Erstauflage erschien 1947 unter dem Titel Se questo un uomo. Ferdinand Camon, Chimie/Levi, la mort, Libration, 13.4.1987, S. 29.

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fliehenden Hftlingen angeschlossenen htte, wenn er nur nicht so krank gewesen wre: Es war keine Frage der Vernunft: Ich wre wahrscheinlich auch dem Herdeninstinkt gefolgt, wenn ich mich nicht so schwach gefhlt htte. Angst ist uerst ansteckend, und die unmittelbare Reaktion ist, da man versucht zu fliehen. Wohl gemerkt: Die Angst, von der Levi hier schrieb, ist die, die alle Hftlinge damals umtrieb er spricht vom Herdeninstinkt! und die sie dazu anhielt, mit den Deutschen zu fliehen. Es war daher nicht die Angst vor den Deutschen, sondern die Angst vor den Russen. Und Levi gibt uns sogar das Ergebnis dieser Abstimmung mit Fen: 800 zumeist marschunfhige Hftlinge entschieden sich, in Auschwitz zu bleiben, 20.000 andere aber schlossen sich den Nationalsozialisten an, von denen wir laut Bastian glauben sollen, es seien viehische Massenmrder gewesen.

Richard Bck
Richard Bck war whrend des Krieges als Kraftfahrer bei der SS in der Fahrbereitschaft Auschwitz eingesetzt. Dort stand er in freundschaftlicher Verbindung mit Adolf Rgner, einem in der Elektroabteilung der Fahrbereitschaft eingesetzten Hftling und Mitglied des kommunistischen Lageruntergrundes.3 Rgner war ein pathologischer Lgner, der mehrfach wegen Betruges und wegen Meineides vorbestraft war und dessen Ausfhrungen ber Auschwitz die womglich grte Ansammlung perverser Phantasien ist, die die Menschheit je gesehen hat.4 Rgners Freund Richard Bck half ihm und seinen Mit-Untergrundkmpfern, Briefe aus dem Lager zu schmuggeln, weswegen er einmal selbst von der Lager-Gestapo verhrt wurde. Nach dem Krieg halfen ihm seine damaligen Freunde bei der Beschaffung eidesstattlicher Erklrungen zu seiner Entlastung, zumal damals wie heute jeder SSMann grundstzlich verdchtigt wurde bzw. wird, Greuel begangen zu haben, solange er nicht das Gegenteil beweisen kann.

Zu R. Bck vgl. G. Rudolf, Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 4, VffG 7(2) (2003), S. 238-242. Das Nachfolgende beruht auf den Akten der Staatsanwaltschaft beim LG Frankfurt (Main), Strafsache beim Schwurgericht Frankfurt (Main) gegen Baer und Andere wegen Mordes, Az. 4 Js 444/59, vgl. G. Rudolf, Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, VffG 6(3) (2002), S. 343-346; ders., Teil 2, VffG 6(4) (2002), S. 473-478; ders., Teil 3, VffG 7(1) (2003), S. 95-101; ders., Teil 6, VffG 8(1) (2004) S. 114-118, hier S. 115.

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Richard Bck wurde bei den Ermittlungen zum Auschwitz-Proze im Abstand von etwa 20 Monaten zweimal verhrt.5 Whrend seiner ersten Aussage gab Bck an, er habe eine Vergasung einmal selbst mit angesehen. Dies mu im Sommer 1943 gewesen sein. Bei seiner zweiten Vernehmung fand diese Vergasung dann im Winter 1942/43 statt. Obwohl ihm als unautorisierter Person die Anwesenheit sowohl bei Vergasungen als auch bei angeblich in einer Kiesgrube stattfinden Hinrichtungen streng verboten war, gelang es ihm problemlos, an diesen teilzunehmen, etwa indem er schlicht zur Gaskammer fuhr oder den SS-Mnnern, die zur Exekution gingen, in einigen Metern Abstand gefolgt sei. Das Kommando zur Erschieung der Hftlinge habe dann, so Bck, Achtung, fertig, los gelautet, was freilich Unsinn ist, denn Erschieungskommandos lauten in etwa Anlegen, Zielen, Feuer! Daraus ergibt sich folgerichtig entweder a. die Vergasungen/Erschieungen waren nicht geheim; b. die SS bestand aus tumben Toren, die die primitivsten Sicherheitsvorkehrungen nicht einhielten oder c. Bck benutzt seine dichterische Freiheit. An anderer Stelle berichtet Bck, wie ihm befohlen worden sei, mit einem Laster voll belegter Brote nach Birkenau zu einer Selektion an die Rampe zu fahren, weil die SS angeblich damit rechnete, da eine Kommission aus der Schweiz kommt, um sich die Judenumsiedlung anzusehen. Und die wollte man mit den Broten irrefhren. Er sei aber mit den Broten wieder zurckgeschickt worden, weil die Kommission nicht gekommen sei. Das setzt freilich voraus, da die SS nicht bestimmen konnte, wann eine Rot-KreuzDelegation ins Lager kam und wann nicht, was undenkbar ist. Bastians Zitat aus Bcks Aussage ber die angeblich erlebte Vergasung in einem der Bunker von Auschwitz (Anschlieend kam ein SS-Mann) besticht zunchst durch das, was Bastian auslt: Allerdings habe ich mich gewundert, da das Hftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmasken betrat, obwohl dieser blaue Dunst ber den Leichen schwebte, von dem ich annahm, da es sich um Gas handelte. Denn diese Stze beweisen, da Bck die Unwahrheit sagt: 1. Blausure ist nicht blau. Da phantasierte Bck wohl aus dem Namen des Giftes etwas zusammen.
5

Fr die hier entscheidenden Passagen von Bcks Aussage vgl. Staatsanwaltschaft beim LG Frankfurt (Main), aaO. (Anm. 3); Bd. 3, S. 447-464, Bd. 29, S. 6879-6887; vgl. G. Rudolf, aaO. (Anm. 3).

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2. Wenn wirklich so schnell wie behauptet mit Giftgas gettet worden wre, so htte man groe Mengen davon einwerfen mssen. Das Hftlingskommando htte daher die ungelftete Kammer mit dem weiterhin ausgasenden Zyklon B nicht ohne Gasmasken und Schutzanzge betreten knnen, ohne selbst nach kurzer Zeit tot umzufallen. 3. Zyklon B verursacht beim Ausschtten keinen brunlichen Staub. Bck kann also nicht gesehen haben, was er behauptet. Eine hnliche Beurteilung ergibt sich aus einer anderen Vergasung, die Bck erlebt haben will, und zwar im Herbst 1941 im Krematorium I des Stammlagers. Leider aber sollen nach offizieller Geschichtsschreibung in der Leichenhalle dieses Krematoriums erst ab 1942 Vergasungen durchgefhrt worden sein. Auerdem gibt Bck selbst an und liefert eine Skizze , da sich das Gebude der Fahrbereitschaft, in der er ber Jahre tagein, tagaus ttig war, auf der anderen Straenseite, also in unmittelbarer Nhe zum alten Krematorium befand. Wie kann es da sein, da er nur eine einzige Vergasung in diesem Krematorium erlebt haben will, wenn dort doch ab Frhjahr 1942 stndig Vergasungen vorgekommen sein sollen? Was von seiner Aussage wirklich zu halten ist, ergibt sich aus der folgenden Passage: Jedenfalls habe ich whrend meiner gesamten Zeit in Auschwitz beobachten knnen, da im alten Krematorium Hftlingsleichen verbrannt wurden. Erst Ende des Jahres 1944 lie dies etwas nach. Tglich konnte ich sehen, wie die Flammen 2 Meter hoch aus dem Schornstein schlugen. Auerdem roch es immer stark nach verbranntem Fleisch. Dazu ist anzumerken: 1. Aus Krematoriumsschornsteinen knnen keine Flammen schlagen. 2. Krematorien stinken nicht. 3. Dieses Krematorium wurde im Sommer 1943 stillgelegt. Kurz: Richard Bck lgt. Warum er lgt, ergibt sich aus seiner eigenen Aussage: Er hatte sich schon zur Kriegszeit vollstndig auf die Seite der kommunistisch dominierten Kriegspropaganda geschlagen und sich deren Geschichten zu eigen gemacht.

Pery Broad
Pery Broad ist einer der bekanntesten SS-Zeugen, der ausfhrlich ber die Gaskammer in Auschwitz berichtet hat. Broad war damals bei der LagerGestapo eingesetzt, wo er mit Zivilangelegenheiten befat war. Als GestapoMann stand er daher unmittelbar nach dem Krieg mit einem Bein unter dem

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Galgen. Es kann daher nicht verwundern, da er in alliierter Gefangenschaft ein Gestndnis ablegte. Hier ein Auszug:6 Der erste Versuch zu dem grten Verbrechen, das Hitler und seine Helfershelfer vorhatten und auch zu einem erschreckenden und nicht mehr gutzumachenden Teil ausgefhrt hatten, war zufriedenstellend geglckt. Das grte Drama, dem Millionen glcklicher und unschuldig sich ihres Daseins freuender Menschen zum Opfer fallen sollten, mochte beginnen! Broad klingt hier wie ein engagierter Widerstandskmpfer, obwohl er damals einer dieser Helfershelfer Hitlers gewesen wre, wenn stimmt, was er gestand. Der franzsische Holocaust-Experte Jean-Claude Pressac stellte daher fest:7 Aber Form und Ton seiner Erklrung klingen falsch. Seine Niederschrift kann keine getreue Wiedergabe der Gedanken eines SS-Mannes sein, und die Lektre macht tatschlich den Eindruck, da sie von einem ehemaligen Hftling geschrieben wurde. [] seine gegenwrtige literarische Form ist sichtbar verfrbt von einem zu flagranten polnischen Patriotismus. Zudem ist das Original seiner Erklrung unbekannt. [] Broad hatte entweder die Sprache der Sieger angenommen [], oder seine Erklrung wurde von den Polen leicht berarbeitet []. Die Vermutung, da dieses Dokument berarbeitet, also verflscht wurde, basiert auch auf Broads Aussage whrend des Frankfurter Auschwitzprozesses:8 Ich habe mir die hier vorgelegte Fotokopie flchtig angesehen. Einiges stammt von mir, einiges drften andere ergnzt haben, einiges ist auch falsch. Ich wundere mich, da solche Sachen von mir stammen sollten. [] Einzelne Teile erkenne ich einwandfrei als meine Aufzeichnungen wieder, aber nicht das Dokument in vollem Umfang. In Broads Gestndnis von 1945 sind die Schilderung der Vorgnge, die zu den ersten Vergasungen fhrten, sowie seine Beschreibung, wie eine Vergasung vonstatten ging, dermaen detailliert, da er all dies nur dann htte wissen knnen, wenn er selbst einer jener SS-Mnner war, die diese Vergasungen durchfhrten, was er allerdings bestritt. Vom Hrensagen konnte er unmglich ein so exaktes und umfassendes Wissen haben.
6

Pery Broad, Erinnerungen, in: Auschwitz in den Augen der SS, Krajowa Agencja Wydawniczna, Kattowitz 1981, S. 154-195, hier S. 170-173. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 128. Hermann Langbein, Der Auschwitz-Proze, Europische Verlagsanstalt, Frankfurt/Main 1965, Bd. 1, S. 537, 539.

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Schauen wir uns Broads Ausfhrungen von 1945 inhaltlich an, so stellen wir fest:9 1. Broad meinte, die Umgebung htte nach verbrannten Haaren gestunken, was nicht sein kann, da Krematorien solchen Gestank nicht ausstoen. 2. Broad behauptete, vier bis sechs Leichen seien auf einmal in eine Krematoriumsmuffel eingeschoben worden, was technisch unmglich war, denn die Tren dieser fen maen 60 cm 60 cm, wobei die unteren 10 cm nicht nutzbar waren, denn dort befanden sich Rollen, auf denen die Tragbahren in den Ofen eingeschoben wurden. Zudem bestanden die Tren oben aus einem Rundbogen, der bei einer Hhe von 30 cm ansetzte bzw. 20 cm ber der Tragbahre. Zwei Leichen aufeinander wren bereits ca. 40 cm hoch, womit die obere Leiche mit dem Rundbogen in Konflikt kme. Der Einschub mittels einer Metallbahre ber Rollen an der Tre erforderte zudem das Ausbalancieren der Tragbahre, wozu schon bei einer Leiche zwei Mann notwendig waren. Mehr als zwei Leichen auf einmal htten in den Ofen daher nicht eingeschoben werden knnen. 3. Broad wiederholte das Mrchen von den Stichflammen, die aus den Krematoriumskaminen gekommen sein sollen.10 4. Er gab an, in einem Wald Nahe Birkenau sei es zu Massenerschieungen gekommen, eine einzigartige Aussage, die sonst durch nichts gesttzt wird. 5. Broad kolportierte die Legende von den Verbrennungsgrben, die jedoch aufgrund des hohen Grundwasserstandes in Birkenau nicht mglich waren.11 6. Er will 4.000 Menschen in den 210 m groen Kellern der Krematorien II & III eingepfercht gesehen haben, was 19 Menschen pro m entsprche, eine unmgliche Zahl. Broad hat spter nie bestritten, da dieses Gestndnis von ihm stammt, jedoch schrnkte er whrend des Frankfurter Auschwitz-Prozesses ein, da er

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11

Ich fasse hier einige von Jrgen Grafs Argumenten zusammen, aaO. Auschwitz. Ttergestndnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen Verlag, Wrenlos 1994, S. 168-176 ([Link]/D/atuadh/[Link]). Vgl. C. Mattogno, Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen, VffG, 7(3&4) (2003), S. 386-391. Michael Grtner, Werner Rademacher, Grundwasser im Gelnde des KGL Birkenau, VffG , 2(1) (1998) S. 2-12; Carlo Mattogno, Verbrennungsgruben und Grundwasserstand in Birkenau, VffG 6(4) (2002), S. 421-424.

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das meiste nur vom Hrensagen berichtet habe.12 Dies pat freilich berhaupt nicht zum Detailreichtum dieses Gestndnisses. Dem gegenber liest sich Broads karge Aussage, die er 1959 nach seiner Verhaftung whrend der Voruntersuchungen zum Auschwitz-Proze machte, ganz anders:13 An Vergasungen im kl. Krema in Auschwitz habe ich selbst nie teilgenommen. Lediglich einmal konnte ich aus einem Fenster des Obergeschosses der SS-Revierbaracke, die sich gegenber vom kl. Krema. befand, einen [sic] Vergasungsvorgang zusehen. [] Erwhnen mchte ich noch, da bei Vergasungen alles hermetisch abgeriegelt wurde, so da es auch auenstehenden SS-Angehrigen nicht mglich war, heranzukommen. Die Glaubhaftigkeit seiner Ausfhrungen von 1959 ist aber ebenfalls gering, denn seine Behauptung, die SS habe die ganze Umgebung aus Geheimhaltungsgrnden hermetisch abgeriegelt, ist absurd: Wenn man plante, den Massenmord sogar vor den nicht direkt damit beteiligten SS-Leuten geheim zu halten, so ist es undenkbar, da man ihn berhaupt im Krematorium im Stammlager durchgefhrt htte. Wenn man doch diesen Versuch gemacht htte, so wre das SS-Krankenhaus sicherlich das erste Gebude gewesen, das evakuiert und gesperrt worden wre, denn darin hielten sich fast ausschlielich SS-Leute auf, die mit dem Massenmord selbst nichts zu tun hatten. Andererseits befanden sich gleich neben dem alten Krematorium die Brogebude der Politischen Abteilung, also jener Abteilung, die im Lager direkt mit allen Hinrichtungen befat war, und in diesem Gebude arbeitete Pery Broad jeden Tag ab Juni 1942. Wieso er dann nur einmal zufllig, und dann auch nur vom SS-Krankenhaus aus, eine solche Vergasung beobachtet haben will, wenn sie doch tagtglich quasi vor seiner Nase durchgefhrt worden sein sollen, bleibt ein Mysterium. Meint Broad etwa, das Verwaltungsgebude der Politischen Abteilung sei jedesmal gerumt worden, wenn es im Krematorium zu Vergasungen kam? Was wollte man vor der Politischen Abteilung geheimhalten? Die war es doch, die fr die Durchfhrung von Hinrichtungen zustndig war! Und wenn man diese Vergasungen sogar vor den offiziellen Henkern von Auschwitz geheimhalten wollte, so wre das SS-Krankenhaus ganz bestimmt auch gerumt worden.
12 13

Bernd Naumann, Auschwitz, Athenum-Verlag, Frankfurt 1965, S. 200. Akten der Staatsanwaltschaft, aaO. (Anm. 4), Bd. VII, S. 1086; vgl. G. Rudolf, Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8, VffG 8(3) (2004), S. 334-342, hier S. 338341.

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Einzig eine Rumung der Umgebung wegen Vergiftungsgefahr lt sich vorstellen, aber dasselbe htte auch fr das Krankenhaus gegolten, das sich ebenfalls nahe dem Krematorium befand. Und auerdem htte die Rumung der unmittelbaren Umgebung des Krematoriums wegen Vergiftungsgefahr jeden Versuch vereitelt, eben diese Anwendung von Giftgas zu verheimlichen. Wie man es auch dreht und wendet: Broads Aussage ergibt keinen Sinn. Aus all dem wird offenbar, da Broad sein Gestndnis von 1945 ganz offensichtlich nicht freiwillig und unbeeinflut ablegte, und da ihm beim Frankfurter Auschwitz-Proze nur daran gelegen war, sich so weit wie mglich von der Tat zu entfernen, die er aufgrund seines erzwungenen Gestndnisses von 1945 und aufgrund der damals schon waltenden Offenkundigkeit gar nicht mehr als solche in Frage stellen konnte. Die Absurditt seiner Behauptung berfhrt ihn aber auch dort, die Unwahrheit gesagt zu haben. Broad hatte mit seiner Taktik brigens Erfolg: Er verlie den Frankfurter Gerichtssaal als freier Mann.

Rudolf H
Till Bastian bezieht sich weiterhin auf den vormaligen Kommandanten von Auschwitz, Rudolf H, dessen Aussage unter Folter abgelegt wurde,14 ein Umstand, der seit 1986 durch das Gestndnis der Folterer allgemein bekannt ist.15 Inzwischen wird diese Tatsache sogar von ausgemachten Revisionistengegnern anerkannt. So schrieb Prof. Nolte im Jahr 2002:16 Der Aussage des Kommandanten von Auschwitz, Rudolf H, die unzweifelhaft sehr wesentlich zum inneren Zusammenbruch der Angeklagten im Nrnberger Proze gegen die Hauptkriegsverbrecher beitrug, gingen Folterungen voraus; sie war also nach den Regeln des westlichen Rechtsverstndnisses nicht gerichtsverwertbar. Der jdische Journalist John Sack schrieb:17
14

15 16 17

So H selbst in seiner Biographie, vgl. Martin Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf H, DTV, Mnchen 1981, S. 149f.; vgl. Robert Faurisson, Wie die Briten zu dem Gestndnis von Rudolf H, Kommandant von Auschwitz, gekommen sind, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 35(1) (1987), S. 12-17 ([Link]/D/DGG/Faurisson35_1.html); vgl. David Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 241-246 ([Link]/books/Nuremberg/[Link], S. 349-357). R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f.; Ernst Nolte, Der kausale Nexus, Herbig. Mnchen 2002, S. 96f. Inside the Bunker, Esquire, Februar-Ausgabe 2001.

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Die Holocaust-Leugner sagen und sie haben recht da einer der Auschwitz-Kommandanten [Rudolf H] sein Gestndnis ablegte, nachdem er gefoltert worden war. Im Frhjahr 2002 schrieb Fritjof Meyer, Leitender Redakteur des Hamburger Nachrichten-Magazins Der Spiegel:18 Nach drei Tagen Schlafentzug, gefoltert, nach jeder Antwort verprgelt, nackt und zwangsweise alkoholisiert, war die erste Vernehmung unter schlagenden Beweisen zustande gekommen. So berichtete auch H selbst: Was in dem Protokoll drin steht, wei ich nicht, obwohl ich es unterschrieben habe. Doch Alkohol und Peitsche waren auch fr mich zuviel. Till Bastian aber verschweigt diese wichtige Randbedingung des Zustandekommens von H Aussage. Ja er behauptet gar, H habe bereitwillig augesagt. Manchmal ist die halbe Wahrheit eben eine groe Lge. Aber die Unfreiwilligkeit von H Aussage ergibt sich auch aus den darin enthaltenen Unwahrheiten und Absurditten:19 Er spricht von 3 Mio. Menschen, die whrend seiner Kommandantur, also bis Ende 1943, ermordet worden sein sollen. Dies ist offensichtlich eine Anpassung an die erlogene sowjetische Gesamtopferzahl von 4 Millionen. Um diese Opferzahl wahrscheinlich erscheinen zu lassen, berhht H zudem die Zahlen der damals in diversen europischen Lndern lebenden Juden um etwa den Faktor 10.20 H erwhnt als andere Vernichtungslager die Lager Belzec, Treblinka und Wolzec. Ein Lager Wolzec hat es allerdings nie gegeben Er behauptet, im Juni 1941 seien diese Lager bereits in Betrieb gewesen, jedoch ging Belzec erst im Mrz 1942 und Treblinka erst im Juli 1942 in Betrieb. Er will im Juni 1941 den Befehl zum Judenmord bekommen haben, woraufhin Vergasungen in Auschwitz eingesetzt haben sollen. Die etablierte Geschichtsschreibung datiert den unbewiesenen Endlsungsbe-

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19 20

Fritjof Meyer, Die Zahl der Opfer von Auschwitz Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde, Osteuropa. Zeitschrift fr Gegenwartsfragen des Ostens, Nr. 5, Mai 2002, S. 631-641, hier S. 639f. ([Link]/D/Beitraege/[Link]). Vgl. J. Graf, aaO. (Anm. 9), S. 53-82. Was M. Broszat im brigen zu seiner eigenen Flschung veranlate, indem er diese Angaben aus seiner H-Edition auslie mit dem Kommentar, diese Auslassungen enthielten vllig abwegige Angaben ber die zahlenmige Strke dieser Juden; aaO. (Anm. 14). H berichtet von 3 Mio. Juden in Ungarn, 4 Mio. in Rumnien, 2 Mio. in Bulgarien.

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fehl jedoch nicht vor Sptsommer 1941, und Vergasungen an Juden sollen in Auschwitz erst ab Anfang 1942 stattgefunden haben.21 H kolportiert das Mrchen vom Menschenfett, das gesammelt und auf die Scheiterhaufen zurckgegossen wurde.22 Da Fett eine Zndtemperatur von ca. 184C hat,23 kann es sich unmglich in einem Feuer ansammeln. Bastian aber kolportiert diese Lge ernsthaft (bisweilen wird austretendes Fett ber die toten Krper geschpft). H behauptet zudem, da die Mitglieder des Sonderkommandos gegen das Schdlingsbekmpfungsmittel, das die Gaskammer fllte, immun waren, da sie keine Gasmasken trugen.24 H fhrt technisch ungeeignete bzw. geradezu absurde Methoden an, mit denen man versucht haben will, die Leichen zu beseitigen, wie etwa, sie durch Sprengungen zu beseitigen. Als ob die SS-Mnner die Arme und Beine der Opfer aus den umliegenden Bumen und Dachrinnen sammeln wollten.25

Johann P. Kremer
Johann Paul Kremer war zur Kriegszeit Dozent fr Medizin an der Universitt Mnster. Vom 30.8. bis zum 18.11.1942 war er als Stellvertreter fr einen erkrankten Lagerarzt in Auschwitz und fhrte whrend dieser Zeit ein Tagebuch. Bastian reit daraus eine kurze Passage aus dem Zusammenhang, eine Vorgehensweise, die leider nur zu typisch ist. Hier nun mehr Auszge aus Kremers Tagebuch, die den Zusammenhang wieder herstellen:26 Im Lager wegen zahlreicher Infektionskrankheiten (Fleckfieber, Malaria, Durchflle) Quarantne. (30.8.) Nachmittags bei der Vergasung eines Blocks mit Zyclon B gegen die Luse. (1.9.) Zum 1. Male drauen um 3 Uhr frh bei einer Sonderaktion zugegen. Im Vergleich hierzu erscheint mir das Dantesche Inferno fast wie eine Komdie. Umsonst wird Auschwitz nicht das Lager der Vernichtung genannt! (2.9.)
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IMT-Dokument 3868-PS. M. Broszat, aaO. (Anm. 14), S. 126. J.H. Perry, Chemical Engineers Handbook, Wilmington Delaware 1949, S. 1584. M. Broszat, aaO. (Anm. 14), S. 166. J. Mendelsohn (Hg.), The Holocaust, Bd. 12, Garland, New York 1982, S. 113, Vernehmung von R. H, 2.4.1946. M. Broszat, aaO. (Anm. 14), S. 157ff. Staatl. Museum Auschwitz (Hg.), Auschwitz in den Augen der SS, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 1997, S. 141-207.

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Heute mittag bei einer Sonderaktion aus dem F.K.L. (Muselmnner): das Schrecklichste der Schrecken. Hschf.[Hauptscharfhrer] Thilo Truppenarzt hat Recht, wenn er mir heute sagte, wir befnden uns am anus mundi.[Arsch der Welt] Abends gegen 8 Uhr wieder bei einer Sonderaktion aus Holland. (5.9.) Abends um 8 Uhr wieder zur Sonderaktion drauen. (6.9.) 2. Schutzimpfung gegen Typhus; danach abends starke Allgemeinreaktion (Fieber). Trotzdem in der Nacht noch bei einer Sonderaktion aus Holland (1600 Personen). Schauerliche Scene vor dem letzten Bunker! Das war die 10. Sonderaktion. (Hssler). (12.10.) Bei nakaltem Wetter heute Sonntagmorgen bei der 11. Sonderaktion (Hollnder) zugegen. Grliche Scenen bei drei Frauen, die ums nackte Leben flehen. (18.10.) Bastian verschweigt vllig, was sich sehr wohl aus Kremers Tagebuch ergibt wie auch aus vielen anderen Quellen: Als Kremer im Lager ankam, wteten in Auschwitz eine verheerende Fleckfieberepidemie sowie zudem Malaria und Durchfall. Hunderte von Menschen fielen diesen Krankheiten damals jeden Tag zum Opfer! Totale Ausmergelung (Muselmnner) und unkontrollierter Stuhlgang (anus mundi) sind einige der Symptome von Fleckfieber, so da Auschwitz damals die Bezeichnung Arsch der Welt ohne weiteres verdiente. Angesichts der etwa 15.000 Opfer, die dieser Epidemie zum Opfer fielen,27 erklrt sich auch Kremers Wortwahl von Auschwitz als dem Lager der Vernichtung. Von Vergasungen aber spricht Kremer nur ein einziges Mal: von der Vergasung von Lusen! Da mit der von Kremer erwhnten Sonderaktionen Vergasungen gemeint gewesen seien, wie oft behauptet wird, steht nicht im Einklang mit den Eintragungen vom 5. und 12.9., in denen es heit: bei einer Sonderaktion aus Holland. Daraus ergibt sich deutlich, da mit Sonderaktion die Deportation und Einweisung (hier hollndischer) Juden gemeint war. Ansonsten htte dort stehen mssen: Sonderaktion an Juden aus Holland. Da unschuldig deportierte Menschen, die nicht wissen, was mit ihnen geschieht, schauerliche bzw. grliche Szenen machen bzw. bewirken und aus Angst und Unwissen ber ihr Schicksal um ihr Leben flehen, beweist ebenfalls nicht, da Kremer damals Massenvernichtungen miterlebte. Es gibt allerdings andere starke Indizien dafr, da Kremer damals nicht Zeuge von Massenvernichtungen wurde. Prof. Kremer war nmlich ein kritischer Geist, der in seinem Tagebuch auch nicht mit Kritik an der deutschen
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J.-C. Pressac, Les Crmatoires dAuschwitz. La Machinerie du meurtre de masse, ditions du CNRS, 1993, S. 145.

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Regierung geizte. Am 13.1.1943 schrieb er zum Beispiel als Replik auf Philip Lenards These von der Deutschen Physik, es gbe weder eine arische noch eine jdische Wissenschaft, sondern nur wahre oder falsche Wissenschaft. Am gleichen Tag verglich er die Zensur der Wissenschaft im Dritten Reich mit der Lage zu Zeiten Galileis. Angesichts solchen Freisinns ist meiner Ansicht nach undenkbar, er wre ber die Vernichtung Tausender von Menschen ohne jede Bemerkung hinweggegangen, insbesondere wenn er damals zur Beihilfe an solchen Verbrechen gezwungen worden wre. Auerdem wre an sich schon merkwrdig anzunehmen, Prof. Kremer sei fr nur 10 Wochen quasi als Aushilfe zum Vlkermord an den Juden abgestellt worden, und danach htte man ihn wieder an seine Universitt zurckkehren lassen, um dort vor Studenten und Kollegen zu berichten, wozu er gerade Beihilfe geleistet habe. Was Prof. Kremer damals wirklich bewegte, kann man einem Brief entnehmen, den er am 21.10.1942 schrieb:28 Definitiven Bescheid habe ich allerdings noch nicht, erwarte jedoch, da ich vor dem 1. Dezember wieder in Mnster sein kann und so endgltig dieser Hlle Auschwitz den Rcken gekehrt habe, wo auer Fleck[fieber] usw. sich nunmehr auch der Typhus mchtig bemerkbar macht. [] Da Prof. Kremers whrend diverser Prozesse die Legende vom Vlkermord, also die Fehlinterpretation seines Tagebuches sttzte, beweist nicht die Wahrheit dieser Falschinterpretation, sondern wirft lediglich ein bezeichnendes Licht auf die bei diesen Prozessen herrschende Atmosphre, die es den Angeklagten bzw. Zeugen berhaupt nicht ermglichte, anders auszusagen, als die herrschende Legende zu besttigen.29 Noch nicht einmal 60 Jahre nach dem angeblichen Geschehen ist es selbst vllig Unbeteiligten heute mglich, Widerspruch zu erheben, ohne unmittelbar massiven Repressalien ausgesetzt zu sein. Was erwartet man daher von Menschen, die mit einem Bein im Gefngnis stehen oder denen gar der Galgen drohte? Das sie sich um der lieben Wahrheit Willen dem legalistisch verbrmten Lynchmord anheim gaben oder riskierten, lebenslnglich ins Gefngnis zu gehen? So verrckt knnen nur einige idealistische Revisionisten sein.

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R. Faurisson, Mmoire en dfense, La Vieille Taupe, Paris 1980, S. 55f. Vgl. Manfred Khler, Der Wert von Aussagen und Gestndnissen zum Holocaust, in: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 61-98 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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Hans Stark
Hans Stark war von Ende 1940 bis Juni 1941 Blockfhrer in Auschwitz und anschlieend (mit einer Urlaubsunterbrechung von Weihnachten 1941 bis Ende Mrz 1942) bis Ende 1942 in der Aufnahme der Politischen Abteilung ttig, wo er fr die Registrierung neu angekommener Hftlinge zustndig war (S. 939, 942). Hans Stark war der einzige Angeklagte des Auschwitz-Prozesses, der fast alles von Anfang an zugab. Er wird daher gerne als Kronzeuge fr die Greuel von Auschwitz zitiert. In einer Vernehmung vom 23.4.1959 gibt Stark an, neu angewiesene Hftlinge, fr die ein Befehl zur Hinrichtung vorgelegen habe Juden sowie sowjetische Kommissare30 , zum alten Krematorium gefhrt zu haben, wo sie von Rapportfhrer SS-Oberscharfhrer Palitzsch erschossen worden seien (S. 944, hnlich am 28.4.59, S. 969R): in einem Vorraum des Erschieungsraumes gebot ich ihnen [den Opfern], sich auszuziehen und betrat dann mit dem Ersten den Erschieungsraum, in dem sich stets schon P a l i t [z] s c h mit dem Gewehr befand. [] P a l i t s c h hielt das Gewehr hinter dem Rcken versteckt, so da es der Hftling nicht sehen konnte. Palitsch oder ich sagten dann zu dem Hftling: Schau mal dort hin, worauf dann jedesmal Palitsch das Gewehr nahm und den Hftling durch Genickschu ttete. Das Gewehr wurde hierbei durch Palitsch wenige Zentimeter vom Genick weggehalten. Auf diese Weise wurden nacheinander die zur Erschieung Bestimmten gettet. [] Die jeweils auf dem Flur Wartenden konnten den Knall des Schusses meiner Meinung nach nicht hren, denn der Eingang zum Erschieungsraum war mit einer doppelwandigen Tr versehen. Stark erinnert sich ferner, whrend seines gesamten Aufenthalts stets das gleiche Hftlingspersonal im Krematorium gesehen zu haben (S. 945), womit er Behauptungen widerspricht, diese Hftlinge seien als Geheimnistrger eines gigantischen Verbrechens stets nach kurzer Zeit ermordet worden. Starks Aussage ber die Hinrichtungen im Krematorium des Stammlagers ist problematisch, zumal es in diesem Krematorium weder eine schalldichte Tre gab, noch einen Sonderraum fr Exekutionen, und weil dieser ganze

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Akten der Staatsanwaltschaft, aaO. (Anm. 4), Band VI, S. 957; Vernehmung vom 24.4.59, S. 966R; 28.4.59, S. 970 (Erschieung im Freien ohne Todesurteil). Whrend der Hauptverhandlung behauptete Stark, fr die Exekutierten htten Todesurteile vorgelegen, was ihm die Kammer jedoch nicht glaubte, da dann eine Tuschung der Opfer und ein Tarnwortgebrauch im Bericht nach Berlin unntig gewesen wre, Irene Sagel-Grande, H. H. Fuchs, Christiaan F. Rter (Hg.), Justiz und NS-Verbrechen, Bd. XXI, University Press, Amsterdam 1979, S. 498f.

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Vorgang selbst dann absurd ist, wenn da tatschlich eine schalldichte Tre gewesen sein sollte: 1. Zumindest einige der zur Hinrichtung eingewiesenen Hftlinge drften per Strafurteil bzw. Strafbefehl von ihrem bevorstehenden Schicksal gewut haben, konnten also kaum an der Nase herumgefhrt werden. 2. Selbst Hftlinge, die nicht von ihrer Exekution wuten, kamen wohl kaum ohne Grund ins Lager und waren somit zu Recht skeptisch. Schau mal dort hin mag einige naive Trottel ablenken, aber wohl kaum alle. 3. Das von Palitzsch angeblich hinter seinem Rcken versteckte Kleinkalibergewehr kann zwar derart verborgen werden, aber nicht die Tatsache, da Palitzsch etwas hinter seinem Rcken verbirgt. Das htte das Opfer skeptisch gemacht. 4. Man kann ein Kleinkalibergewehr nicht mal eben schnell hinter dem Rkken hervorholen und jemanden aus der Nhe in den Nacken schieen. Diese mit ausholenden Armbewegungen verbundene Handlung ist sehr auffllig und dauert einige Sekunden, genug Zeit fr zumindest einige der helleren und gewandteren Hftlinge, den Blick auf Palitzsch zurckzuwenden und auf unerwartete Weise zu reagieren. 5. Alle nach dem ersten Opfer folgenden Delinquenten htten wenn nicht den Schu, so doch zumindest a) Blut sehen und riechen und b) den Geruch von Schiepulver merken mssen. 6. Zumal Stark berichtet, da normale Exekutionen an der berchtigten Schwarzen Wand durchgefhrt wurden (an sowjetischen Kommissaren, S. 970), ist nicht einzusehen, warum man fr bestimmte Opfer das hier beschriebene absurde Verfahren gewhlt haben soll, anstatt des sonst blichen. Mit anderen Worten: Starks Geschichte von auf diese Weise erfolgten systematischen Erschieungen ist absurd. Die Frage, warum er eine derartig groteske Geschichte auftischt, die letztlich gegen ihn als Gestndnis gewertet werden wird, erhellt sich etwas mehr, wenn man seine Aussage weiter unter die Lupe nimmt. Stark berichtet detailliert, wie er an Erschieungen jdischer Mnner, Frauen und Kinder beteiligt gewesen sei, wobei er jedoch ein weiteres Mrchen auftischt: Die Berichte ber die Erschieungen wurden jeweils nach Durchfhrung schriftlich dem RSHA gemeldet, und zwar unter der Deckbezeichnung, da soundsoviele Personen gesondert untergebracht worden seien. Diese ganze Aktion richtete sich hauptschlich gegen Personen der jdischen Rasse und wurde Sonderbehandlung genannt. Hierzu war vom 93

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RSHA bereits zu Beginn des Rulandfeldzuges ein Befehl herausgegeben worden. (S. 946) Hier haben wir mehrere inzwischen von der Geschichtsschreibung widerlegte Mythen: 1. Hinrichtungen wurden dem RSHA tatschlich gemeldet, jedoch in klarer Sprache, also unter Angabe der Hinrichtungsmethode. Zahlen ber Vergasungen oder Sonderbehandlungen sind in den Meldungen nicht vorhanden.31 2. Der Begriff Sonderbehandlung stand in Auschwitz in keinem Zusammenhang mit einem Massenmord an Juden.32 3. Es gibt keinen Befehl des RSHA zum Rassenmord an den Juden. Stark selber will diese Meldungen gemacht haben, berichtet aber nicht die dokumentierte Wahrheit dessen, was in Berlin einging, sondern das, was der Propaganda-Mythos ber die Tarnsprache daraus gemacht hat. Doch weiter: Stark berichtet auch detailliert ber die angeblich im alten Krematorium eingerichtete Menschengaskammer:33 Bereits im Herbst des Jahres 1941 wurden in einem Raum des kleinen Krematoriums Vergasungen vorgenommen []. Der Raum hatte ein Fassungsvermgen von ca. 200-250 Personen, war ber Zimmerhhe hoch, hatte keine Fenster und nur eine besonders abgedichtete Tr mit einer Verriegelung wie eine Luftschutztr. Rhren oder dergleichen, aus denen die Hftlinge schlieen konnten, es handele sich vielleicht um einen Duschraum, waren nicht vorhanden. In der Decke waren in einigem Abstand 2 ffnungen mit einem Durchmesser von etwa 35 cm angebracht. Dieser Raum hatte ein Flachdach, so da durch diese ffnungen das Tageslicht einfiel. In diese ffnungen wurde das krnerfrmige Zyclon B eingeschttet. (S. 947) Den [200-250] Juden wurde nichts gesagt, sondern man forderte sie lediglich auf, in den Vergasungsraum, dessen Tr geffnet war, hineinzugehen. [] Nachdem alle Juden im Raum waren, wurde dieser verriegelt, und die Sanitter haben das Zyclon B in die ffnung geschttet. Wieviel Bchsen Zyclon B verwendet wurden, wei ich nicht mehr, es waren aber mehrere. (S. 948)
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Vgl. dazu F. H. Hinsley, British Intelligence in the Second World War, v. II, Her Majestys Stationary Office, London 1981, S. 669-673. C. Mattogno, Sonderbehandlung in Auschwitz, Castle Hill Publishers, Hastings 2003 ([Link]/D/sia). hnlich in einer Vernehmung vier Tage spter, am 28.4.1959, Staatsanwaltschaft, aaO. (Anm. 30), S. 970R.

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Bei diesen Vergasungen hatte ich die Aufgabe, die Personenzahl festzustellen, die ich dann, wie bereits erwhnt, nach Berlin berichten mute. Bei einer spteren Vergasung ebenfalls noch im Herbst 1941 erhielt ich von Grabner den Befehl, Zyclon B in die ffnung zu schtten, weil nur 1 Sanitter gekommen war und bei einer Vergasung in beide ffnungen des Vergasungsraumes Zyclon B zu gleicher Zeit hineingeschttet werden mute. [] Da dieses Zyclon B wie bereits erwhnt krnerfrmig war, rieselte dieses beim Hineinschtten ber die Menschen. Sie fingen dann furchtbar an zu schreien, denn sie wuten nun, was mit ihnen geschieht. In die ffnung habe ich nicht geschaut, da nach dem Einschtten des Zyclon B die ffnung sofort verschlossen werden mute. Nach wenigen Minuten war alles still. Nach Verlauf einer Zeit, es knnen 10 15 Minuten gewesen sein, wurde der Vergasungsraum geffnet. Die Getteten lagen kreuz und quer durcheinander, es war ein schrecklicher Anblick. Das Hftlingskommando des Krema. hat anschlieend die Vergasten in das Krema. gebracht. (S. 949) Richtig ist es weiter, da die Anzahl der vergasten Personen durch Fernschreiben an das RSHA, Obersturmbannf. E I C H M A N N Referat Judenfragen im RSHA gemeldet werden mute. (S. 956) In der Folgezeit habe ich noch an mehreren Vergasungen teilgenommen. Auch bei diesen Vergasungen bestand meine Aufgabe darin, die Zahl der Leute, die in die Vergasungsrume geschickt wurden, zu zhlen. Diese Zahl mute ich dann nach Berlin melden. (S. 970) Weiterhin berichtet Stark von Vergasungen in zwei Anfang 1942 errichteten Holzhusern in unmittelbarer Nhe der Rampe von Birkenau, die auf hnliche Weise wie oben berichtet abgelaufen sein sollen (S. 949-951). Stark besttigt explizit, die ihm vorgezeigten Lichtbilder von Selektionen bei Ankunft von Transporten [von Juden an der Eisenbahn-Rampe in Birkenau] stellen die Situationen dar, wie sie damals tatschlich stattgefunden haben [] (S. 951) Eine Analyse von Starks Aussage ergibt: 1. Die Birkenauer Rampe wurde erst im Frhjahr 1944 fertiggestellt, Stark jedoch verlie das Lager dauerhaft Ende 1942. Die vom Vernehmungsbeamten vorgelegten Lichtbilder stellen die Situation des Frhlings bzw. Sommers 1944 dar, die Stark eben nicht erlebt haben kann. 2. Es gab 1942 in Birkenau keinerlei zu Vergasungszwecken verwendete Holzhuser, und schon gar nicht in der Nhe der damals noch gar nicht vorhandenen Rampe die behaupteten Birkenauer Bunker sollen gemau95

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erte Gebude gewesen sein, die weit auerhalb der Lagergrenzen von 1942 gelegen haben sollen.34 3. Starks Aussagen zur angeblichen Gaskammer im alten Krematorium sind unhaltbar: Die angeblich als Gaskammer verwendete Leichenhalle hatte zwei Tren, eine zum Ofenraum, eine zum Waschraum, aber keine einzige, die es den angeblichen Opfern erlaubt htte, von auen in den Raum einzutreten.35 Eine direkte Zugangstr von auen, versehen mit einer Luftschutztr, wurde erst im Sommer 1944 whrend des Umbaus dieses Gebudes in einen Luftschutzbunker fr die SS eingebaut. 4. Die etablierte Geschichtsschreibung geht davon aus, da die Vergasungen im alten Krematorium erst Anfang 1942 begannen, also zu einer Zeit, als Stark nicht im Lager war. 5. Es kann ausgeschlossen werden, da man die Tr zu diesem mit Blausure gefllten Raum nach nur 10 bis 15 Minuten htte ffnen knnen, ohne jeden anderen Raum des Gebudes sowie die gesamte Umgebung des Gebudes unter Giftgas zu setzen, zumal das Zyklon B das Giftgas mindestens noch eine Stunde lang abgegeben htte. 6. Das Hftlingskommando mute die Vergasten nicht ins Krematorium bringen, weil die angebliche Gaskammer Teil des Krematoriums war, und zwar mit einer direkten Zugangstr zum Ofenraum. 7. Nach etablierter Ansicht wurden die Vergasten weder je gezhlt noch wurde ihre Zahl auf irgendeine Weise nach Berlin gemeldet. Mit anderen Worten: Stark, der vorgefhrt (S. 937), also unter Zwang zur Vernehmung gebracht worden war, lgt, da sich die Balken biegen, indem er in etwa jene Geschichte nachplappert, die die Propaganda damals seit etwa 20 Jahren hinausposaunte. Der vernehmende Beamte Aedtner berichtet in einem Aktenvermerk: Ihn haben stets die Zeitungsmeldungen interessiert, so erklrte er, die sich mit dem Geschehen innerhalb des Lagers Auschwitz oder mit diesem in Zusammenhang standen. [sic] (S. 962) Es mu daher angenommen werden, da Stark seine Desinformationen aus diversen seit Kriegsende verbreiteten Pressemeldungen erhielt, und womglich hat er sogar Literatur zum Thema konsumiert.

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Vgl. C. Mattogno, Die Bunker von Birkenau, Castle Hill Publishers, Hastings, in Vorbereitung. Engl.: The Bunkers of Auschwitz, Theses & Dissertations Press, Chicago 2004 ([Link]/GB/Books/tboa). Siehe den Grundri bei J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 7), S. 151, 153.

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Mit seinem falschen Gestndnis36 fllt Stark sein eigenes Urteil. Da er zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt war, wurde er unter Jugendstrafrecht wegen Mordes zur Hchststrafe von 10 Jahren verurteilt,37 von denen er nach Urteilsverkndung noch vier Jahre abzusitzen hatte.

Fotos
Nachdem von Bastians Zeugen auch nicht einer brig geblieben ist, dessen Aussage einen Pfifferling wert wre, wollen wir uns nun den anderen von ihm dargebotenen Beweisen widmen. Es stimmt, da von einer Aussortierung der in Auschwitz ankommenden Menschen eine Serie von Fotos existiert. Allerdings scheint Bastian nicht beurteilen zu knnen, was diese Fotos beweisen und was nicht. Er meint, sie bewiesen die Massenvernichtung, whrend sie tatschlich lediglich beweisen, da Hftlinge bei ihrer Ankunft in Auschwitz in verschiedene Gruppen aufgeteilt wurden. Nach welchen Kriterien diese Aufteilung erfolgte und was anschlieend mit diesen Menschen geschah, lt sich den Bildern auch nicht annherungsweise entnehmen. Insofern sind sie als Beweise fr Bastians These wertlos. Vielleicht htte Bastian aber erwhnen knnen, da seine Gesinnungsfreunde vom Simon Wiesenthal Center in Los Angeles eines dieser Bilder38 verflschten, um mit dieser Flschung dann zu beweisen, da es eine Menschenvernichtung gab: Mangels dunklem Rauch, der laut Zeugenaussagen den HimAbb. 1 und 2: Links das Original aus dem Buch, das mel ber Birkenau verBastian erwhnt, rechts eine Flschung des Simon dunkelt haben soll, Wiesenthal Center: Rauch kommt aus einem Zaunpfahl. zeichneten die Flscher

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37 38

Bei allem, was Stark freiwillig zugab, bestritt er interessanterweise die von Rgner gemachten Vorwrfe willkrlicher Erschieungen als vollkommen erfunden (Staatsanwaltschaft, aaO. (Anm. 30), S. 957, 966R). Rgners Angaben waren nicht mehr und nicht weniger vollkommen erfunden als Starks Angaben, vgl. G. Rudolf, Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 3, VffG, 7(1) (2003), S. 95-101. Ingrid Sagel-Grande u.a., aaO. (Anm. 30), S. 512. S. Klarsfeld, The Auschwitz Album, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1978, Nr. 165.

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einfach solchen Rauch hinein.39 Allerdings lieen sie den Rauch nicht etwa aus einem Kamin, sondern aus einem Zaunpfahl herausquellen. Auch Bastians Behauptung, Hftlinge htten unter LebensAbb. 3a-d: Foto angeblich aufgefahr Photos aufgegenommen von der polnischen nommen, welche die Widerstandsgruppe in Auschwitz. Dies soll eine LeichenverbrenVerbrennung vergaster Menschen zeigen, ist nung nrdlich des Krematoriums V sein. Rechts und unten: Ausfalsch. Es gibt lediglich schnittsvergrerungen. zwei Bilder, von denen behauptet wird, dort befnden sich Leichen vergaster Hftlinge am Boden, die ihrer Kremierung harrten. Eines davon ist in Abb. 3 wiedergegeben.40 Das andere Bild zeigt eine hnliche Szene, ist aber recht einfach als Gemlde zu erkennen.41 Das Bild hat freilich einige Merkmale, die es fragwrdig erscheinen lassen, ob dies wirklich eine authentische Fotografie ist. Man vgl. nur die zwei rechts wiederAbb. 4 (oben): Originalgegebenen Ausschnittsvergrerungen. Zaunpfhle in AuschwitzDie Person links im Bild ist so dunkel, Birkenau. Karl Philipp da sie belichtungstechnisch unmglich da hingehrt. Die Person in der Mitte scheint einen viel zu langen Arm mit zwei Ellenbogen zu haben. Auch die angeblich am Boden sichtbaren Leichen haben eine merkwrdige, nicht-menschliche Anatomie, besonders die Leiche zu Fen des Mannes mit den zwei Ellenbogen.42
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[Link] vgl. VffG 3(2) (1999), S. 240. Ich habe die entsprechende Seite auf meiner Webseite abgespeichert, falls das SWC die Flschung entfernt oder ndert: [Link]/News/D/[Link]. APMO, neg. 277; J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 7), S. 422. Ebd., neg. 278. Erstmals dazu U. Walendy, Bild-Dokumente fr die Geschichtsschreibung?, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1973; vgl. ders., Bild-Dokumente zur NS-

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Ein anderes Problem sind die oberen Enden der im Hintergrund sichtbaren Zaunpfhle. Sie stehen in diesem Bild fast in einem rechten Winkel ab. Smtliche heute noch im Lager vorhandenen Zaunpfhle sind aber oben sanft abgerundet (vgl. Abbildung 4). So erscheinen sie auch auf allen Bildern von damals. Aber nehmen wir einmal an, das sei ein Foto, das wie behauptet aus dem Birkenauer Krematorium V heraus aufgenommen wurde. Man erkennt darauf einige zig Leichen sowie Rauch, der hinter ihnen aufsteigt. Nichts sprche dagegen, da es sich bei diesen Leichen um Opfer der 1942/1943 in Auschwitz wtenden Fleckfieberepidemie handelte; da sie aufgrund der noch nicht fertiggestellten Krematorien auf Scheiterhaufen verbrannt wurden; oder da womglich lediglich deren verschmutze und verlauste Kleidung dort verbrannt wurde, whrend die Leichen selbst ihrer anderweitigen Einscherung harrten. Nichts beweist dagegen Bastians Thesen, da diese Leichen Opfer von Vergasungen waren; da diese Leichen tatschlich dort verbrannt wurden; oder da der Rauch von einem Feuer stammt, das in einer viele Meter tiefen Grube lodert. Das oben erwhnte zweites Bild, das die gleiche Szene wenige Augenblicke frher oder spter darstellen soll, habe ich am Ende dieses Beitrages auf S. 112 in ganzer Gre wiedergegeben. Daran wird klar, womit wir es hier wirklich zu tun haben: mit einem Gemlde.

Dokumente
Till Bastian fhrt kein einziges Dokument fr seine These an, verweist aber auf Danuta Czechs Propagandawerk,43 das zwecks Abstimmung der Aussagen der fr den Frankfurter Auschwitz-Proze abgerichteten Zeugen Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre vom kommunistisch dirigierten Auschwitz-Museum angefertigt wurde. Diese Zeugenabrichtung durch kommunistische Regierungsstellen lste beim Proze einen kleinen Skandal aus44 und wurde sogar vom KorresponJudenverfolgung?, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 29), S. 219-233 ([Link]/D/gzz/[Link]). Damals erschienen als Serie in den Heften von Auschwitz, spter dann als Buch herausgegeben: Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau 1939 - 1945, Rowohlt, Reinbek 1989. Vgl. Hans Laternser, Die andere Seite im Auschwitzproze 1963/65, Seewald, Stuttgart 1966, S. 37, 99ff., 158ff., 171ff.; Heiner Lichtenstein, Im Namen des Volkes?, Bund, Kln 1984, S. 29, beschreibt eine Manipulation sowjetischer Zeugen durch den KGB.

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denten der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bernd Naumann, eingestanden, der diese Vorgehensweise der Ostblockstaaten Inquisition nannte.45 Hermann Langbein, Architekt dieses Grobetruges, freute sich darber, da trotz dieser Entdeckung die deutschen Gerichte die Glaubwrdigkeit dieser Zeugen nicht anzweifelten,46 und der Bundesgerichtshof, der den Revisionsantrag behandelte, erklrte lapidar, selbst wenn man als wahr unterstelle, da es diese Manipulationen gegeben habe, so sei dies kein Grund, das Urteil aufzuheben.47 So wurde der grte Justizskandal Nachkriegsdeutschlands vertuscht. So viel zu Danuta Czechs Propagandawerk, dessen einzige Beweise fr den Massenmord der Bezug auf Zeugenaussagen ist, deren Wert dem der oben besprochenen gleichkommt oder sogar noch unterschreitet. Dokumente werden darin nur benutzt, um sie aus dem Zusammenhang zu reien, ihnen falsche Inhalte zu unterstellen, und um sie vorstzlich falsch zu interpretieren. Bastians Behauptung, es sei unwahr, da einige Dokumente noch geheimgehalten wrden, ist freilich lcherlich. So hat zum Beispiel ihre Majestt, die Knigin von England, smtliche Akten zum Friedensflug von Rudolf He bis ins Jahr 2017 gesperrt. Und die in Auschwitz, Prag und Moskau gelagerten Akten verschiedener SS-Stellen sind inzwischen nur noch dann zugnglich, wenn man mit offiziellen Papieren westlicher Regierungen ausgestattet ist. Unabhngige Forscher werden dort vor die Tre gewiesen, insbesondere dann, wenn ihre Forschungen dazu geeignet sind, den AuschwitzLgnern das Handwerk legen. Das gleiche gilt fr das Bundesarchiv, das bereits einige revisionistische Forscher namentlich aus seinen Archiven verbannt hat.

Auschwitz-Proze
Till Bastian meint zum Frankfurter Auschwitz-Proze: mit dokumentarischer Genauigkeit wurde dort die Wirklichkeit dieses grten Konzentrationslagers enthllt und belegt. Was aber hat das Gericht tatschlich getan? Zitieren wir das Urteil:48
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Bernd Naumann, Auschwitz, Athenum-Verlag, Frankfurt 1965, S. 438f. H. Langbein, Der Auschwitz-Proze, Europische Verlagsanstalt, Frankfurt/Main 1965, Bd. 2, S. 864. BGH, Strafsenat, Az. StR 280/67. Urteil des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Aktenzeichen 50/4 Ks 2/63, S. 108ff.; vgl. I. SagelGrande, u.a., aaO. (Anm. 30), Band XXI, 1979, S. 434.

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Denn dem Gericht fehlten fast alle in einem normalen Mordproze zur Verfgung stehenden Erkenntnismglichkeiten, um sich ein getreues Bild des tatschlichen Geschehens im Zeitpunkt des Mordes zu verschaffen. Es fehlten die Leichen der Opfer, Obduktionsprotokolle, Gutachten von Sachverstndigen ber die Ursache des Todes und die Todesstunde, es fehlten Spuren der Tter, Mordwaffen usw. Eine berprfung der Zeugenaussagen war nur in seltenen Fllen mglich. Wo geringste Zweifel bestanden oder die Mglichkeit einer Verwechslung nicht mit Sicherheit auszuschlieen war, hat das Gericht Aussagen von Zeugen nicht verwertet [] Die allgemeinen Feststellungen [] beruhen auf den Einlassungen der Angeklagten Boger, St.[ark], Dylewski, Broad, Hofmann, Kaduk, Baretzki, Dr. L., Dr. Frank, Dr. Sc., Dr. Capesius und Klehr, soweit ihnen gefolgt werden konnte und den glaubhaften Aussagen der Zeugen O., Wal., Wil., N., Schl., Hu., Dr. M.[orgen], To., Lei., H., Dr. Kremer, Ch. (die alle frhere SS-Angehrige im KL Auschwitz waren) sowie den glaubhaften Aussagen der Zeugen bzw. Zeuginnen Ka., Cou., Ja., van V., Vr.[ba], K. Erich, Pa., Sw., Bac., Buk., B.[ck], ferner auf den handschriftlichen Aufzeichnungen des ersten Lagerkommandanten Hss ber die Endlsung der Judenfrage, und dem sog. Broad-Bericht. Ohne in Details zu gehen, was von den Aussagen der hier nicht weiter entschlsselten Zeugen zu halten ist, darf ich folgendes feststellen: 1. Das Gericht unternahm nichts, um fr das behauptete grte Verbrechen der Menschheitsgeschichte Spuren der Tat zu sichern. Es verurteilte Angeklagte fr Mord, ohne auch nur einen Beweis dafr vorzulegen, da berhaupt eine konkrete Person vermit wurde, deren mutmaliche Ermordung untersucht werden sollte, und da die womglich Vermiten durch die Tat der Angeklagten starben. Es erfolgte noch nicht einmal der Versuch einer forensischen Beweiserhebung. Zwar besuchte das Gericht den Tatort, aber nur, um dort eine Besichtigungstour zu machen. Sachverstndige wurden nicht beauftragt, die berreste von behaupteten Tatwaffen und Opfern (in den behaupteten Massengrbern bzw. berresten von Verbrennungsgruben) zu begutachten. 2. Das Gericht unternahm nichts, um die bereits damals umfangreiche, in Auschwitz lagernde Dokumentation zum Lager durch Sachverstndige (Historiker, Architekten, Ingenieure) auswerten zu lassen. 3. Es verliet sich auf Zeugenaussagen, deren Zustandekommen uerst dubios ist (Zwang, politischer Druck nach dem Kriege und zur Zeit des Prozesses) und deren Falschheit durch jeden kritischen Sachverstndi101

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gen einfach htte festgestellt werden knnen. Wir habe dies in diesem Beitrag fr die Aussagen von Bck, Broad, H, Kremer und Stark getan, aber die Liste lt sich auf alle vom Gericht angefhrten Zeugen ausweiten. Das Gericht unternahm absolut gar nichts, um die Wahrhaftigkeit der Zeugenbehauptungen zu berprfen, sondern wehrte dahingehende zarte Versuche einiger Strafverteidiger sogar vehement ab. Es ist daher festzustellen, da beim Frankfurter Auschwitz-Proze mit dokumentarischer Genauigkeit lediglich eines gemacht wurde, nmlich die grte Ansammlung von Aussagen meineidiger und nicht-meineidiger Lgner, die die Menschheit je gesehen hat, vllig unkritisch zu Protokoll zu nehmen. Es erheitert da nur noch, wenn Bastian schreibt, die SS habe im Sommer 1944 begonnen, in Auschwitz die Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen. Der Mangel an Spuren der Tat, so Bastian, wrde nun von den Revisionisten ausgebeutet. Da darf man doch wohl fragen: Wer hat denn ber 50 Jahre hinweg grob fahrlssig, wenn nicht gar vorstzlich jede forensische Untersuchung dieses Verbrechens unterlassen bzw. unterbunden, und wer verfolgt heute mit aller verfgbaren staatlichen Brachialgewalt all jene, die solche Forschungen anstellen? Und zudem: Wenn Bastian behauptet, die SS habe die Spuren des Verbrechens beseitigt, dann hat er nun ein doppeltes Beweisproblem: 1. Er mu das Verbrechen beweisen 2. Er mu beweisen, da die Spuren beseitigt wurden. Denn wenn der Mangel an Beweisen nicht mehr als Beweis fr die Unschuld eines Tters gilt, sondern nur dafr, da er die Beweise erfolgreich vernichtet hat, dann ist ab sofort jeder Mensch jeder denkbaren Untaten schuldig, denn auch dafr fehlen alle Beweise. Solche eine Logik ist pervers; Bastians Denkweise ist pervers.

Opferzahlen
Bastian meint, die Anfang der 1990er Jahre erfolgte offizielle Absenkung der Auschwitz-Opferzahl von vier Millionen auf eine Million knne man nicht den Nationalsozialisten zugute halten, denn es wrde sich damit ja lediglich herausstellen, da die Nationalsozialisten aus irgendwelchen Grnden nicht so effizient gewesen wren, wie sie es selber beabsichtigten. Als

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ob es hier um Nationalsozialisten ginge. Es geht hier doch vielmehr um das, was der polnische Publizisten Ernest Skalski einst wie folgt ausdrckte:49 Jetzt scheint gewi zu sein, [] da es eine bis eineinhalb Millionen Opfer gewesen sind. [] Was mich betrifft, empfinde ich als Pole vor allem Verlegenheit, weil die Situation auerordentlich peinlich ist. [] Ich gebe zu, da man manchmal die Wahrheit verheimlichen also lgen mu, zuweilen sogar aus erhabenen Motiven, etwa aus Mitleid oder aus Feingefhl. Doch immer lohnt es sich zu wissen, warum man das tut, was die jeweilige Abweichung von der Wahrheit bringt. Es geht darum, sich bewut zu sein, da die antifaschistischen Gutmenschen nicht vor groben Lgen zurckschrecken. Die geringere Opferzahl ist daher kaum eine moralische Entlastung fr die Nationalsozialisten, aber sehr wohl eine moralische Belastung ihrer Gegner. Sie ist eine Belastung primr fr das Auschwitz-Museum, das der Lge und bertreibung berfhrt ist, also dem gleichen Institut, das Czechs Propagandawerk zur Manipulierung der Zeugen anfertigte. Und da wir schon bei Opferzahlen sind: der von Till Bastian erwhnte Wolfgang Benz hat sich an dieser Front selbst schon eine blutige Nase geholt, denn sein von Bastian erwhntes Standardwerk zur Frage der Holocaust-Opfer50 wurde von mir zwei Jahre nach seinem Erscheinen als statistischer Grobetrug entlarvt: Benz ermittelt die Zahl der Holocaust-Opfer nmlich auf eine uerst betrgerische Weise. Er nimmt die Zahl der Juden, die bei der letzten Volkszhlung vor dem Zweiten Weltkrieg in jenen Lndern ermittelt wurde, die im Zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzt waren, und zieht davon die Zahl der Juden ab, die dort einige Jahren nach dem Krieg feststellbar waren. Da zwischenzeitlich ein Millionenheer von Juden in alle Welt ausgewandert war Israel, USA, England, Sdamerika usw. davon hat Benz anscheinend noch nie etwas gehrt.51 Solch einen billigen Taschenspielertrick mssen die Holocauster anwenden, um auf ihre sechs Millionen zu kommen! Die von Bastian in Frage gestellte Zahl des Roten Kreuzes von lediglich 300.000 Opfern rassischer und politischer Verfolgung ist brigens dokumentarisch belegbar, jedoch bezieht sie sich auf Todesflle, die beurkundet sind und nicht nur einfach behauptet werden. Diese Todesflle wurden vom
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Ernest Skalski, Ich empfinde Verlegenheit, Der Spiegel, 30/1990, S. 111. W. Benz (Hg.), Dimension des Vlkermords, Oldenbourg, Mnchen 1991. 51 Germar Rudolf, Statistisches ber die Holocaust-Opfer, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 29), S. 141-168 ([Link]/D/gzz/[Link]); aktualisiert: ders., in: Germar Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 181-213 ([Link]/GB/Books/dth/[Link]).

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Suchzentrum des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes in Arolsen dokumentiert und beliefen sich Anfang 1993 auf etwa 300.000. Das IKRK bestreitet sicherlich zu Recht, da diese Liste vollstndig ist. Wie unvollstndig sie ist, darber gehen die Ansichten allerdings weit auseinander.

Tabelle 1: Offiziell beurkundete Sterbeflle in deutschen Konzentrationslagern52


Auschwitz Bergen-Belsen Buchenwald Dachau Flossenbrg Gro-Rosen Majdanek Mauthausen Mittelbau Natzweiler Neuengamme Ravensbrck Sachsenhausen Stutthof Theresienstadt Verschiedene GESAMT 60.056 6.853 20.687 18.456 18.334 10.951 8.831 78.859 7.468 4.431 5.785 3.639 5.014 12.634 29.375 4.704 296.077

Prof. Jagschitz

Bastian meint, der Wiener Zeitgeschichtler Professor Dr. Gerhard Jagschitz habe mit einem lediglich mndlich erstatteten Gutachten whrend eines Strafverfahrens gegen den sterreichischen Revisionisten Gerd Honsik 1992 erneut festgestellt, da es keinen Zweifel an der Massenvernichtung von Juden durch Zyklon B gebe. Im Vorfeld des Prozesses hatte Jagschitz selbst Zweifel am herkmmlichen Geschichtsbild geuert,53 jedoch enthielt seine dann abgelegte Aussage wenig, das erkennen lie, welcher Art diese Zweifel waren. Aufgrund seines Zwischenberichts wurde Prof. Jagschitz brigens von dem damaligen Prsidenten der Bundesingenieurkammer sterreichs, Walter Lftl, angesprochen, der Jagschitz darauf hinwies, das von ihm zu begutachtende Thema bedrfe der technischen Beurteilung, wozu Jagschitz als Historiker nicht in der Lage sei. Jagschitz schlug jedoch Lftls ehrenamtlich angebotene Hilfe aus und erstellte sein Gutachten im Alleingang.54 In einer Kritik hat Walter Lftl unter dem Pseudonym Werner Rademacher selbst einige Beispiele von Jagschitz grobem Unfug blogestellt, worauf ich hier verweisen darf.55 Ich darf hier ein Beispiel angeben, warum das Wiener Strafgericht es nicht htte zulassen drfen, da sich Jagschitz als Gutachter zu Dingen uerte,
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Schreiben des Suchzentrums des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, Stand 1.1.1993. Ttigkeitsbericht des Sachverstndigen Prof. Jagschitz an das Landesgericht fr Strafsachen, Abt. 26b, Wien, vom 10.1.1991 in der Strafsache Gerd Honsik, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/ 90. Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz, 3.-5. Verhandlungstag der Strafsache Honsik, 29.4., 30.4., 4.5. 1992, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/ 90, Landesgericht Wien. Werner Rademacher, Der Fall Lftl, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 29), S. 41-60 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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fr die er einfach nicht kompetent war: Whrend seiner Aussage fhrte Prof. Jagschitz ein deutsches Dokument aus der Kriegszeit an, in dem die Kapazitt der Auschwitzer Krematorien mit sehr hohen Werten wiedergegeben wurde. Als er vom Strafverteidiger mit der gerichtlich protokollierten Aussage eines Krematoriumsfachmannes konfrontiert wurde,56 die nahelegt, da die Kapazitt der Krematorien wesentlich niedriger gewesen sein mu, antwortete Jagschitz wie folgt:57 Ich sehe zum Beispiel keine Mglichkeit zu begreifen, wenn in einem, meiner Meinung nach eindeutigen Dokument von ca. 4.700 etlichen Kremierungen [tglich] durch die vier groen Krematorien berichtet wird [...], da dann irgendein Krematoriumsfachmann aus der [sic] USA [58] herkommt und sagt, es knnen nur Hundert gewesen sein, das ist fr mich wirklich zu hoch, ich begreife das nicht. Es ist schon erstaunlich, da das Wiener Landesgericht den Sachverstndigen Jagschitz bei solcher selbst eingestandener Inkompetenz nicht gleich als vllig ungeeignetes Beweismittel zur Frage ablehnte, ob die behauptete Massenvernichtung in Auschwitz stattgefunden haben kann. Aber solange Sachverstndige das offenkundig Wahre besttigen, von dem die Gerichte ohnehin auszugehen haben, scheinen die Gerichte nicht daran interessiert zu sein, die Kompetenz ihrer Gehilfen kritisch zu beurteilen. Insofern beweist Jagschitz Gutachten nicht, da Bastian recht hat, sondern nur, da man technisch inkompetente Historiker nicht beauftragen darf, ber technische Dinge zu urteilen, denn die Frage Massenmord ja oder nein? ist eben primr eine technische.

Patent fr Massenkremierungen
Bastians Hinweis auf ein von der Fa. Topf und Shne eingereichtes Patent zur Massenkremierung beweist, da die Revisionisten recht haben. Warum? Erstens, weil aus dem von Bastian zitierten Patent-Text selbst hervorgeht, da Infektionskrankheiten die Hauptursache des Massensterbens waren, und zweitens, weil die Fa. Topf und Shne nie einen Auftrag erhielt, solch eine Anlage in den sogenannten Vernichtungslagern zu errichten. Statt dessen
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R. Lenski (Hg.), The Holocaust on trial, Reporter Press, Decatur, Alabama 1989, S. 249ff.; siehe auch: B. Kulaszka, Did Six Million Really Die?, Samisdat Publishers, Toronto 1992, S. 267ff. ([Link]/english/dsmrd/[Link]). G. Jagschitz, aaO. (Anm. 54), S. 20 und 42 des Gerichtsprotokolls. Der whrend des Zndel-Prozesses vernommene Krematoriumsfachmann Ivan Lagace kam aus Kanada.

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baute man in Auschwitz fen, in denen eine Leiche nach der anderen eingeschoben werden mute, und in den angeblich reinen Vernichtungslagern wurden berhaupt keine Krematorien errichtet.

Verschwiegene Wahrheit
Bastian gefllt sich in der Rolle des antifaschistischen Kmpfers gegen Rechts. Er verschweigt jedoch, da der von ihm erwhnte Vater des Revisionismus, Paul Rassinier, selbst ein Antifaschist war; da er whrend des Krieges als kommunistischer Partisan von den Deutschen verhaftet und in das KL Buchenwald deportiert wurde; da er als Zwangsarbeiter im Lager Dora-Mittelbau in jenen Stollen arbeiten mute, wo die V2-Raketen gebaut wurden; da er nach dem Krieg fr die Sozialisten in der franzsischen Nationalversammlung sa. Htte Bastian dies wahrheitsgem geschrieben, so htte er sein politisches Ziel gefhrdet: den Kampf gegen Rechts.

Der Leuchter-Bericht
Till Bastian bezieht sich mit seiner Argumentation auf Werner Wegner, Georges Wellers und Jean-Claude Pressac. Alle drei habe ich bereits in frheren Beitrgen in diesem Buch behandelt, so da hier eine Wiederholung des dort Ausgefhrten unntig ist. Ich mchte lediglich auf einige Miverstndnisse aufmerksam machen, denen Bastian zum Opfer gefallen ist. So macht sich Bastian zum Beispiel mit George Wellers darber lustig, da Leuchter erwartet htte, die Deutschen htten die USA um Rat bitten knnen, um dort mehr ber die Technik zur Hinrichtung mit Blausure zu erfahren. Leuchters Ansatz ist dagegen alles andere als lcherlich. Jeder Techniker, der ein Problem zu lsen hat, macht sich mit der entsprechenden Fachliteratur vertraut. Wenn es damals Zugang zu amerikanischen Verffentlichungen ber Hinrichtungstechniken gab, so mute man deshalb nicht in die Staaten reisen, um diese einzusehen, denn englischsprachige Verffentlichungen sind in groen deutschen Bibliotheken einsehbar. Zudem hatte Leuchter bestimmt nicht wrtlich gemeint, da die Nationalsozialisten die Technik der Amerikaner htte kopieren sollen. Es liegt aber auf der Hand, da zumindest die fr Entlausungen entwickelten Sicherheitsstandards auch 106

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bei Menschenvergasungen angewendet worden wren. Aber das war auch nicht annhernd der Fall. Ansonsten schreibt Bastian im Prinzip nur die Fehler der von ihm zitierten Autoren ab: Es ist falsch, da Blausure erst bei einer Raumtemperatur von rund 26 Grad Celsius in den gasfrmigen Aggregatzustand bergeht. Es ist falsch, die Blausure wrde zum grten Teil mit der eingeatmeten Luft von ihren Krpern aufgenommen. Es ist falsch zu vermuten, nach dem Tod dieser Menschen [sei] gar keine groe Menge an freiem Gas mehr brig [gewesen], das noch von der Wandverkleidung htte absorbiert werden knnen. Es ist falsch, davon auszugehen, die Nationalsozialisten htten nur winzige Giftgasmengen eingesetzt. Es ist daher falsch, zu behaupten, nach der Vergasung habe es in der Kammer nur noch geringe Giftgasmengen gegeben, die rasch eine Belftung und das Betreten der Kammer erlaubt htten. Es ist daher zudem falsch, da es leicht erklrlich sei, wenn Leuchter 44 Jahre nach dem Massenmord wirklich nur noch geringe CyanidRckstnde in der Wandverkleidung hat finden knnen. Bastian wiederholt die Mr von der ersten Mordaktion, die am 3. September 1941 stattgefunden haben soll. Es ist falsch zu meinen, die von Bastian erwhnten gasdichten Tren htten als Tren fr Menschengaskammern dienen knnen. Es ist falsch zu behaupten, in Auschwitz htten Leichen in tiefen Grben verbrannt werden knnen, denn das dortige Grabensystem senkte das Grundwasser nur geringfgig ab. Es ist falsch zu behaupten, aufgefundene Cyanidreste in Menschenhaaren wrde beweisen, diese Haare seien zum Zeitpunkt ihrer Entlausung noch auf den Huptern ihrer biologischen Eigentmer gewesen. Es ist schlielich falsch zu behaupten, Leuchter htte fr seine Gaskammer-Berechnungen nur ca. eine Person pro m angesetzt, um den hypothetischen Opfern Bequemlichkeiten zuzugestehen. Leuchter hat vielmehr argumentiert, da eine schnelle Verteilung des Giftgases im Raum sowie eine erfolgreiche rasche Lftung groe Zwischenrume zwischen den Opfern voraussetzen wrde. Bastian rundet seine Ausfhrungen schlielich mit der Lge ab, der britisch-jdische Historiker Gerald Fleming (sein Geburtsname ist Gerhard Flehinger) habe jngst Bauplne fr die Krematorien und Gaskammern des 107

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Vernichtungslagers Auschwitz entdeckt.59 Tatschlich hat Fleming kein einziges Dokument entdeckt, das von einer Menschengaskammer spricht, auch wenn Fleming wahrheitswidrig das Gegenteil suggeriert. Zunchst behauptet Fleming, er habe in den Archiven Moskaus in 8 bis 9 Tagen gengend Material analysiert, um in der Lage zu sein, die Indizien von Jean-Claude Pressacs zu vervollkommnen. Dazu habe er pro Tag angeblich 800-900 Papiere geprft oder 80-90 Papiere stndlich. Er hatte also pro Papier ca. 40-45 Sekunden Zeit zur Prfung. Wenn diese Papiere im Schnitt 2 Seiten haben, sind dies 20 bis 22,5 Sekunden pro Seite. Ein wahrhaftes Genie! Gesichtet haben mag er die Dokumente. Auf Echtheit, Authentizitt, Relevanz etc. kann er sie aber unmglich geprft haben. Inhaltlich begeht Fleming unverzeihliche Fehler: 1. Er behauptet, die als geheim eingestufte Dringlichkeitsanweisung zur Errichtung von Krematorien im Lager Auschwitz-Birkenau sei ein Beweis fr die Massenvernichtung. Die Errichtung der Krematorien nach dem Auftreten der viele tausend Opfer fordernden Fleckfieberseuchen (vor allem im Sommer/Herbst 1942) war im Winter 1942/43 in der Tat dringlich, da die im Sommer mangels Kremierungskapazitt in flachen Massengrbern vergrabenen Fleckfieberleichen bei Tauwetter im Frhjahr das Grundwasser von Birkenau verseucht htten. Selbstverstndlich spricht man im Krieg nur ungern ber Seuchen im eigenen Machtbereich. Logischerweise wurden derartige Anweisungen mit einer entsprechenden Geheimhaltungsstufe versehen. 2. Als weiteres gewichtiges Argument fr die Vernichtungsthese fhrt Fleming ein Dokument an, das die ffentliche Verwendung von Bauplnen der Anlagen in Birkenau verbietet. Pressac zitiert Zeugen, aus deren Aussagen klar hervorgeht, da Bauplne und -fotos des Lagers Birkenau inklusive der Krematorien in den ffentlich zugnglichen Gebuden der Bauleitung der Waffen-SS ausgehngt waren und eingesehen werden konnten.60 Da es Befehle gegeben hat, die dieses unterbinden sollten, kann man sich sehr gut vorstellen. Alles andere wrde eher verwundern, schlielich war das Lager kein Erholungsheim. Als Arbeitslager mit kriegswichtiger Produktion konnte die Waffen-SS unmglich an einer Verbreitung der inneren Details interessiert sein, insbesondere angesichts der im Lager wtenden, verheerenden Seuche. 3. Als weiteres angebliches Indiz zur Sttzung seiner These verweist Fleming auf die Tatsache, da beim Baufortgang der Krematorien II und III
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G. Fleming, The Auschwitz-Archives in Moscow, Jewish Quarterly, Herbst 1991, S. 9-12. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 7), S. 367.

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in Birkenau die Zugnge zu den Kellerrumen verlegt wurden. Diese neuen Zugnge seien im Gegensatz zu den alten Zugngen nicht mit Leichenrutschen versehen gewesen. Fleming schliet sich Pressacs Meinung an, da dies ein Indiz der Massenvernichtung sei, da Leichen keine TrepAbb. 5: Eine Laus dein Tod: Inschrift pen hinabgehen knnten. Es sei an der Wand des Auskleideraumes einer damit bewiesen, da die MenEntlausungsanlage in Auschwitzschen, die in dem Krematorium Birkenau. verbrannt wurden, noch lebten, als sie dieses betraten. Diesen Unsinn habe ich an anderer Stelle in diesem Buch abgehandelt, worauf ich verweisen darf (vgl. S. 59, 328). 4. Zuletzt fhrt Fleming Dokumente an, die im Zusammenhang mit der Beschaffung von Zyklon B fr das Lager Auschwitz von Materialien zur Judenumsiedlung sprechen. Dies sei nach Fleming einer jener Tarnbegriffe, hinter denen sich der Massenmord verberge. Wenn die Juden aber tatschlich umgesiedelt werden sollten bzw. worden sind, dann sind sie durch die Arbeits- und Durchgangslager geschleust worden, wo sie bei Aufnahme wegen der Seuchengefahr die Wasch-, Entlausungs- und Desinfektionsmanahmen ber sich ergehen lassen muten. Insofern waren Anlagen und Mittel fr diese Behandlung ntig zur Durchfhrung der Judenumsiedlung, wenn man das Massensterben unter den Juden wie unter ihren Bewachern bzw. allen zuknftigen Kontaktpersonen im Umsiedlungsgebiet vermeiden wollte. Zyklon B aber war im Zweiten Weltkrieg das Schdlingsvernichtungsmittel schlechthin! Mit ihm wurden berall in Europa Entlausungsaktionen durchgefhrt, denn die Laus war besonders im Hinblick auf die Fleckfieberseuche der Krankheitsbertrger Nr. 1. Wie sehr diese Laus gefrchtet wurde, beweist der Spruch in einem der Kleider- und Sachentlausungsgebude in Birkenau: Eine Laus, Dein Tod. Das angebliche Indiz Flemings bekommt also nur dann Gewicht, wenn man die Aussage des Dokuments inhaltswidrig deutet, dem Dokument also eine Aussage unterschiebt, die es nicht macht. Fleming hat aus seinen Archiv-Studien in Moskau nichts nennenswert Neues ans Tageslicht gebracht. Seine angeblichen Indizien erweisen sich wie die von Pressac bei nherer Betrachtung als Wunschkonstruktionen ohne realen Hintergrund. 109

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Wes Geistes Kind Fleming ist, ergibt sich aus Rezensionen seiner jdischen Glaubensgenossen, die ber Flemings Buch Hitler und die Endlsung61 schrieben:62 Sein Buch wurde in Rigaer und Moskauer Publikationen wohlwollend rezensiert, und er glaubte, da ihm die Abb. 6: Angeblich ein Ttungssowjetischen Behrden eine Besuchgaswagen von Chelmno.63 Dieser serlaubnis fr die Archive der Roten von Gerald Fleming begangene Armee gewhren werden. 64 Etikettenschwindel wurde bereits Dies ist der Hintergrund, warum Fle1988 von Ingrid Weckert aufgedeckt: Fr diese Abbildung eines ming als erster westlicher Historiker Zugang zu den bis dahin geheimen Mos- beschdigten deutschen LKWs unes kauer Archiven erhielt. 1993 schob Fle- bekannter Verwendung gibt 65 keinen Quellennachweis. ming noch einen Artikel nach, in dem er die Protokolle, die von den Verhren der vom KGB eingekerkerten Chefingenieure der Fa. Topf angefertigt worden waren, triumphierend als Sensationsfund prsentierte.66 Diese Ingenieure waren verantwortlich fr den Bau der Krematoriumsfen in Auschwitz. Zwei der drei Ingenieure starben noch im KGB-Kerker, einer davon sogar whrend der Verhre. Wie unglaubhaft die Gestndnisse dieser Ingenieure sind, hat Jrgen Graf detailliert dargelegt.67 Es mte mit einem Wunder zugegangen sein, wenn diese drei Ingenieure in der Lubljanka nicht gefoltert wurden. Robert Faurisson nannte Gerald Fleming daher zu Recht einen KGBNovellisten.68 Und ich darf dem hinzufgen, da Fleming zudem ein Flscher ist, denn in einem seiner Bcher betitelte er das harmlose Bild eines heruntergekommenen Magirus-Deutz Lkw als Ttungsgaswagen, also als
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Gerald Fleming, Hitler und die Endlsung, Limes, Berlin 1982. The Jewish Chronicle, 12.10.1984, S. 4: His book has been favourably reviewed in Riga and Moskow publications, and he believed that Soviet authorities would grant him permission for a visit to the Red Army archives. Entnommen der Website von Nizkor: [Link] Gerald Fleming, aaO. (Anm. 61), nach S. 128. Vgl. das Schreiben von Yad Vashem an die Autorin vom 16.3.88, ohne Adresse wiedergegeben in: Pierre Marais, Les camions gaz en question, Polmique, Paris 1994, S. 300. G. Fleming, Engineers of Death, New York Times, 18.7.1993 (S. E19). Jrgen Graf, Anatomie der sowjetischen Befragung der Topf-Ingenieure, VffG 6(4) (2002), S. 398-421. Vgl. dazu Fredrick Toben, Ein KGB-Novellist: Gerald Fleming, VffG 1(2) (1997), S. 87-91.

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einen jener legendren Lastwagen, in denen die Deutschen ihre Opfer angeblich mit Auspuffgasen vergasten, ohne da er dafr auch nur den Hauch eines Beweises hatte, vgl. Abb. 6.69 Doch zurck zu Till Bastian, der all diese Dinge entweder nicht kennt oder bewut verschweigt. Als wre das nicht schon schlimm genug, so erfindet er zudem auch noch grobe Lgen, so etwa, wenn er meint, Revisionisten wrden behaupten, da ganze KZ Auschwitz sei erst nach dem Krieg von der polnischen Regierung zu Propagandazwecken aufgebaut worden, oder sie wrden die Existenz der Konzentrationslager als solche leugnen. Es ist undenkbar, da Bastian wirklich glaubt, irgendein Mensch wrde einen solchen Unfug verbreiten.70 Revisionisten behaupten lediglich, da bestimmte Gebude in Auschwitz nach dem Krieg willkrlich verndert wurden, so etwa das den Touristen als Gaskammer vorgefhrte Krematorium I im Stammlager. Doch mit dieser Behauptung stehen die Revisionisten nicht alleine da, denn sie wurde inzwischen auch von jenen Fachleuten besttigt, die Bastian so sehr bewundert.71 Abschlieend darf ich feststellen, da Till Bastian einfach nicht kompetent genug ist, sich zum Thema sachkundig zu uern. Sich statt dessen auf andere Tlpel zu verlassen, ist auch keine gute Idee. Aus der gesamten Argumentationsweise Bastians geht im brigen hervor, da es ihm gar nicht darum geht, die Wahrheit herauszufinden von der er noch nicht einmal einen Zipfel erheischt hat. Ihm geht es offenbar zuerst darum, jene Menschen zu bekmpfen, die er als Rechtsradikale (das Wort fllt beim ihm zwlf Mal!), Rechtsextremisten (zweimal) bzw. Neonazis (dreimal) verunglimpft. Bastian ist also Politiker, nicht Historiker. Damit gleichen seine Zeit-Artikel eher politischen Panphleten als wissenschaftlich-historischen Verffentlichungen.72

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Vgl. dazu I. Weckert, Die Gaswagen Kritische Wrdigung der Beweislage, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 29), S. 193-218 ([Link]/D/gzz/[Link]). Da sich Bastian bezglich der zweiten Lge auf einen anderen Auschwitz-Lgner beruft, Prof. Dr. Wolfgang Benz, macht die Sache nicht besser. Auschwitz: la mmoire du mal, LExpress, 19.-25. Januar 1995; vgl. dazu auch die Ausfhrungen von Robert Faurisson: Sur Auschwitz, lentement, la vrit reprend ses droits, 4.2.1995 ([Link]/aaargh/fran/archFaur/1995-2000/[Link]); Robert van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz: 1270 to the Present, Yale University Press, New Haven and London 1996, S. 363f. Bastian baute die hier besprochene Zeit-Serie spter zu einem Taschenbuch aus, die zwar ausfhrlicher ist, aber weder inhaltlich noch stilistisch wesentlich Neues hinzufgt: Auschwitz und die ,,Auschwitz-Lge. Massenmord und Geschichtsflschung, Mnchen 1994.

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Abb. 7: Angeblich ein Foto, aufgenommen in Auschwitz-Birkenau hinter dem Krematorium V. Dies ist jedoch deutlich ein abfotografiertes Gemlde.

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Im Winter 1990/91 begann ich in meiner Freizeit, den offenen Fragen nachzugehen, die sich aus der Lektre des Leuchter-Reports1 fr mich ergaben: a) Wie stabil ist Eisenblau, jene Verbindung, die sich in Gemuer bilden kann, wenn sie Blausure ausgesetzt ist, dem Wirkstoff von Zyklon B? b) Auf welche Weise bildet sich aus Blausure im Gemuer Eisenblau? Welche chemischen Reaktionen spielen sich ab? c) Welche chemischen und physikalischen Bedingungen sind der Bildung von Eisenblau frderlich, welche abtrglich? d) Welche chemischen und physikalischen Bedingungen herrschten in den Gemuern der Rume, von denen behauptet wird, sie seien als Menschengaskammern benutzt worden, und zwar sowohl whrend der behaupteten Vergasungen als auch danach? e) Welche Bedingungen herrschten in den Gemuern jener Rume, die als Entlausungsanlagen benutzt worden waren? Das sind eine Menge Fragen, und ich wollte sie eine nach der anderen angehen. Zuerst machte ich mich auf die Suche nach Fachverffentlichungen, die Aussagen zur Umweltstabilitt von Eisenblau treffen. Erst im Mrz 1991, nach etwa drei Monaten intensiven Forschens whrend meiner Freizeit, wurde ich fndig. Dank der Nutzung des Suchdienstes der Bibliothek meines damaligen Arbeitgebers, des Max-Planck-Instituts fr Festkrperforschung in Stuttgart, wo ich damals meine Doktorarbeit anfertigte, gelang es mir, in einer Online-Datenbank fr chemische Fachliteratur einen Artikel aus dem Jahr 1958 ausfindig zu machen, in dem der Anfang eines Langzeittests fr Farbstoffe beschrieben wurde, darunter auch Eisenblau.2 Wenig spter fand ich dann auch die Auswertung dieser Testserie, die 1981 verffentlicht wor-

Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]). J.M. Kape, E.C. Mills, Transactions of the Institute of Metal Finishing, 35 (1958), S. 353-384.

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den war.3 Das Ergebnis war klar: Eisenblau gilt als einer der umweltresistentesten Farbstoffe berhaupt. Ich sandte damals Kopien dieser Artikel an etwa 20 Personen bzw. Institutionen, deren Adressen ich etwa ein Jahr zuvor von einem mir damals noch unbekannten Herrn bekommen hatte, der meinte, sollte ich je in dieser Sache forschend ttig werden, so wren diese Personen sicherlich am Ergebnis interessiert. Zwei der Adressaten schrieben zurck: Gnter Deckert, von dem ich etwas spter erfuhr, da er damals der Vorsitzende der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands war, und Karl Philipp, ein Freund von Generalmajor a.D. Otto Ernst Remer. Herr Philipp unterbreitete mir im Sommer 1991 das Angebot, meine Forschungen auf eine breitere Grundlage zu stellen, indem er anbot, mir eine Reise nach Auschwitz zu bezahlen, um dort Studien vor Ort anzustellen und Gemuerproben zu nehmen. Motiviert durch dieses Angebot, weitete ich meine Forschungen aus, die bis zu diesem Zeitpunkt erst die oben aufgefhrten Punkte a) und b) zufriedenstellend beantwortet hatten an Punkt c) arbeitet ich damals gerade. Von der Wichtigkeit der Forschungen berzeugt und frustriert von der Tatsache, da bedeutende Chemieunternehmen auf meine privaten Anschreiben berhaupt nicht oder nur abwimmelnd reagierten. Vom Gesichtspunkt der Freiheit von Forschung und Wissenschaft betrachtet ist es blicherweise willkommen, wenn sich Mitglieder einer ffentlich finanzierten Forschungsinstitution auch mit wissenschaftlichen Themen beschftigen, die auerhalb ihrer direkt bearbeiteten Thematik liegen. Daher beschlo ich, die gleichen Firmen nunmehr mit Briefen anzuschreiben, die den Briefkopf des Max-PlanckInstituts fr Festkrperforschung in Stuttgart trugen, an dem ich beschftigt war. Das bewirkte Wunder: Die Degussa AG sandte mir all ihr Material ber die Umweltresistenz von Eisenblau zu, und die Detia Freyberg GmbH, eine Nachfolgeorganisation der DEGESCH, die im Kriege das Zyklon B vertrieb, half mir, die Frage zu lsen, wie schnell die Blausure vom Trgermaterial des Zyklon B abdampft (das Produkt heit seit der Fernsehserie Holocaust Cyanosil). Solche nicht ausdrcklich unautorisierte Verwendung des InstitutsBriefkopfes fr Korrespondenz zur Thematik Eisenblau und Cyanid blieb freilich nicht ohne Folgen. Als mein im Winter 1991/92 erstmals bei Gericht eingereichtes Gutachten durch den oben erwhnten Otto Ernst Remer im April 1993 verbreitet wurde und auch auf Schreibtischen bei meinem Arbeitgeber landete begleitet von jeder Menge Anfragen der Medien wurde
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Dies., ebenda, 59 (1981), S. 35-39.

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ich zur Rede gestellt, ob ich Ressourcen des Instituts fr die Anfertigung meines Privatgutachtens benutzt htte. Die Verwendung der Bibliothek und des Suchdienstes in meiner Freizeit wurde nicht beanstandet, da ich diese vor meiner Beauftragung als Gutachter genutzt hatte. Die Verwendung der Bibliothek zur Stillung privater Forschungsneugierde, so die Institutsleitung, sei nicht nur nicht zu beanstanden, sondern werde sogar gefrdert, zumal sich die Trgergesellschaft ja MaxPlanck-Gesellschaft zur Frderung der Wissenschaften nennt. Die Verwendung von Briefkpfen jedoch wurde als kleines Dienstvergehen gergt. Mehr sah sich die Institutsleitung nicht in der Lage, dagegen zu unternehmen. Dies um so mehr, als zu der Zeit, als dieser Mibrauch stattfand (1991), das Institut nur mit einem einzigen Zentralrechner ausgestattet war, dessen Voreinstellung automatisch den Briefkopf des Instituts auf jede Seite ausdruckte, die man zum Drucker sandte. Man mute diese Voreinstellung bewut abschalten, was ich jedoch nicht beherrschte. Aus diesem Grund verwendete damals jeder Angestellte und Doktorand am Institut den Institutsbriefkopf fr alle mgliche Korrespondenz, obwohl rechtlich gesehen nur offizielle Vertreter des Instituts dazu autorisiert waren. Mein Doktorvater Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Georg von Schnering meinte daher bei meiner Anhrung vor der Institutsleitung Anfang Mai 1993 sinngem: Wenn es jetzt darum geht, nachzuschauen, wer wann unerlaubterweise den Institutsbriefkopf verwendet hat, dann fangen wir aber ganz unten an. Dann ist hier am Institut jeder dran. Etwa zwei Wochen spter flatterten dem Institut dann zwei Zeitungsartikel des Wiesbadener Kuriers vom 8./9. und 13. Mai 1993 auf den Tisch, in dem darber berichtete wurde, wie unangenehm es dem in Taunusstein bei Wiesbaden ansssigen chemischen Analyseninstitut Fresenius war, meine Gemuerproben aus Auschwitz analysiert zu haben. Es wurde darin auch erwhnt, da man sich hinters Licht gefhrt fhlte, da ich das Institut Fresenius mit dem Briefkopf des Max-Planck-Instituts beauftragt habe. Wre dem so, so htte das Institut Fresenius freilich eine rechtliche Handhabe gegen mich gehabt. Tatschlich aber war die Beauftragung des Institut Fresenius bereits vorher erfolgt. Lediglich eine Tabelle mit einer Liste aller genommenen Proben sowie einer Aufstellung, welche Probe auf was hin untersucht werden sollte, (Gesamt-Cyanid- und Gesamt-Eisengehalt), erstellte ich am Institutsrechner, und zwar diesmal nicht, um einen Briefkopf darauf zu haben, sondern weil ich mit meinem primitiven Programm zu Hause keine Tabellen erstellen konnte. Htte ich gewut, wie ich den Briefkopf abstellen konnte, so htte ich ihn abgestellt. Aber da ich nicht wute wie und in 115

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dem Augenblick jemanden am Institut zu fragen und damit Aufmerksamkeit fr meine Tabelle zu lenken, die offenbar nichts mit meiner Doktorarbeit zu tun hatte, war auch keine gute Idee , so schrieb ich auch gleich ein kurzes Anschreiben an Fresenius mit einer Beschreibung, was mit den Proben zu geschehen habe, da die Rechnung auf mich persnlich ausgestellt werden solle, und da die Proben an mich ins Institut zurckgesandt werden sollen. Mit den Proben und dem Schreiben begab ich mich dann in Begleitung von Herrn Philipp persnlich zum Institut Fresenius. Dort wurden die Proben dem Laborpersonal bergeben, nicht jedoch die Probenbeschreibung. Da ich als Chemiker interessiert war, die Analysenmethoden und Vorgehensweise zu erfahren, wurde uns erlaubt, etwa zwei Stunden den Ttigkeiten des Personals im Labor zuzuschauen. Es ergab sich dabei, da wir zwei in Auschwitz genommene Proben mechanisch aufteilten, um die stark blau verfrbte obere Schicht von der unteren zu trennen.4 Die entsprechend notwendig gewordenen nderungen fhrte ich in der Tabelle mit der Probenbeschreibung durch. Als das erste vorlufige Analysenergebnis nach etwa zwei Stunden feststand, entschlossen wir uns, das Institut zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt bergab ich dann das Schreiben mit der Probebeschreibung dem Personal, damit es die Analysen von da an auch ohne meine direkte Instruktion durchfhren konnte. Habe ich das Institut Fresenius also hinters Licht gefhrt? Tatschlich erfuhren also die Angestellten des Instituts vom Briefkopf erst, als sie schon etwa 50% aller Proben in Bearbeitung hatten und nachdem das erste Ergebnis feststand. Das weinerliche Klagen der Leitung des Instituts Fresenius war daher pure Heuchelei. Als ich dann auch noch von einem eiferschtigen Kommilitonen bei der Institutsleitung denunziert wurde, der davon erfahren hatte, wie ich die Anrufe zweier Journalisten vom stern und von SAT 1 an meinem Arbeitsplatz beantwortete, lief dann wohl doch das Fa ber. Ich wurde von der Institutsleitung gebeten, zur Vermeidung weiterer Kontakte mit den Medien nur dann im Institut zu erscheinen, wenn dies mein Doktorvater zuvor genehmigt hatte. Die Max-Planck-Gesellschaft verffentlichte daraufhin folgende Presseerklrung:

Vgl. Proben Nr. 15 und 19, Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 157 ([Link]/D/rga2).

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MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT
ZUR FRDERUNG DER WISSENSCHAFTEN E.V.

Pressereferat
25.5.1993

Presseerklrung [] Der Dipl.-Chemiker Germar Rudolf arbeitet als Doktorand am Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart. Im Auftrag des Dsseldorfer Rechtsanwalts Hajo Herrmann er vertritt Generalmajor a.D. Otto Ernst Remer als Verteidiger vor Gericht hat Herr Rudolf in den letzten Jahren ein Gutachten ber die Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanid-Verbindungen in den Gaskammern von Auschwitz verfat. Rudolf lie Gemuerproben aus Sachentlausungsanlagen und aus Gaskammern in Auschwitz ohne Angabe der Herkunft von dem Taunussteiner Institut Fresenius auf ihren Gehalt an Cyanid-Rckstnden untersuchen. Von den in die Untersuchung einbezogenen Proben zeigten nur die aus den Sachentlausungsanlagen stammenden Gemuerstcke signifikante Cyanid-Rckstnde. [] Keine der Arbeiten wurde in Rumen des Max-Planck-Instituts fr Festkrperforschung vorgenommen, zu keiner Zeit wurden Ressourcen des Instituts fr diese Arbeiten verwendet. [] Prof. von Schnering vom Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung, der Doktorvater von Germar Rudolf, erfuhr im Sommer 1992 von dessen Untersuchungen. Zu jener Zeit befand sich das Gutachten bereits in den Hnden von Rechtsanwalt Herrmann und lag unter anderem dem Bundeskanzler, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Generalbundesanwalt und dem Justizminister vor. [] Herr Rudolf hatte die Zusammenfassung seiner Untersuchungsergebnisse mit der Magabe an Rechtsanwalt Herrmann bergeben, sie nur vor Gericht zu verwenden, nicht aber der ffentlichkeit zugnglich zu machen. Trotz dieser Auflage verschickt Otto Ernst Remer seit einigen Wochen die Schrift mit seinen persnlichen Anmerkungen an einen groen Adressatenkreis in der Bundesrepublik Deutschland. Herr Rudolf hat daraufhin eine Abmahnung an Herrn Remer und Herrmann geschickt und sich rechtliche Schritte gegen beide vorbehalten. Als ich dann neun Tage danach ohne vorherige Absprache mit meinem Doktorvater im Max-Planck-Institut erschien, um einige Farbkopien zu machen und um mit meinem Doktorvater ber die Drucklegung meiner Doktor117

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arbeit zu sprechen, wurde ich erneut von besagtem Kommilitonen denunziert.5 Kurz darauf wurde ich von der Institutsleitung aufgefordert, einer sofortigen Aufhebung des befristeten Arbeitsvertrages (der vier Monate spter ohnehin ablief) im gegenseitigen Einvernehmen zuzustimmen. Da ich mich weigerte, erhielt ich kurz darauf die fristlose Kndigung. Gegen diese Kndigung klagte ich vor dem Arbeitsgericht, denn die beiden in der Kndigung aufgefhrten Grnde waren rechtlich nicht stichhaltig: Die unautorisierte Verwendung von Briefkpfen war dem Institut seit Wochen bekannt und konnte als kleines Dienstvergehen kein Kndigungsgrund sein, und keinem Arbeitnehmer mit gltigem, uneingeschrnkten Arbeitsvertrag darf verwehrt werden, zu normalen Arbeitszeiten an seinem Arbeitsplatz zu erscheinen. Obwohl das Max-Planck-Institut unter normalen Umstnden nicht den Hauch einer Chance bei einem Arbeitsgerichtsproze gehabt htte, meinte die zustndige Arbeitsrichterin whrend der Anhrung dieses Falles im Mrz 1994 beilufig, einem Angestellten, der Ansichten habe, wie ich sie hege, knne man immer kndigen. Daraus wurde klar, da die Richterin ein politisches Exempel an mir zu statuieren gedachte. Ich bat daher um Unterbrechung der Sitzung fr ein auergerichtliches Gesprche mit den Vertretern des Max-Planck-Instituts, in dem ich frug, ob sie ihr Angebot der Aufhebung des Vertrages im gegenseitigen Einvernehmen aufrecht erhielten. Als dies bejaht wurde, zog ich die Klage zurck und unterschrieb dieses Dokument noch im Gerichtssaal.6 Am 28.3.1994, kurz nach dieser auergerichtlichen Einigung, verffentlichte die Max-Planck-Gesellschaft folgende Presseerklrung zu meinem Gutachten: MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT
ZUR FRDERUNG DER WISSENSCHAFTEN E.V.

Generalverwaltung
Mnchen, den 28. Mrz 1994

Erklrung Betrifft: Diplomchemiker Germar Rudolf [] Der Diplomchemiker Germar Rudolf hat ein Gutachten ber die Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanid-Verbindungen in den Gaskammern von Auschwitz verfat, mit dem er glaubt, durch chemische
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Als Bestrafung dafr wurde besagter Kommilitone spter von meinem damaligen Doktorvater hngengelassen. Arbeitsgericht Stuttgart, Az. 14 Ca 6663/93.

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Analysen von Gemuerproben aus Sachentlausungsanlagen und aus Gaskammern in Auschwitz den Nachweis erbracht zu haben, da in diesen Gaskammern keine Massenttungen von Menschen mit Blausure stattgefunden haben. Herr Rudolf arbeitete seit Oktober 1990 bis zum 7. Juni 1993 als Doktorand am Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart ber das Thema Periodische Knotenflchen und ihre Anwendung in der Strukturchemie. [] Die im Januar 1991 von Herrn Rudolf begonnenen Arbeiten zu diesem Gutachten stehen weder mit der Doktorarbeit noch mit den Forschungen des Max-Planck-Instituts in irgendeinem Zusammenhang. [] Von den bereits laufenden Untersuchungen erfuhr der Doktorvater im Herbst 1991 durch die an eine angesehene wissenschaftliche Zeitschrift gerichtete Frage, ob sie an einer Publikation der Ergebnisse interessiert sei. Der Doktorvater wies darauf hin, da es sich nicht um eine Arbeit des Instituts handle, und da er sie nicht fr publikationswrdig halte. [] Bei seinen Recherchen zum Gutachten hat Herr Rudolf allerdings Dritten gegenber den Eindruck erweckt, er handle fr das Institut; so benutzte er zum Beispiel pflichtwidrig Briefbgen des Max-Planck-Instituts, als er Firmen mit den Analysen seiner Proben beauftragte, ohne dabei aber diese Firmen ber den Hintergrund der Untersuchungen zu informieren. Nach Bekanntwerden dieser Tatsache wurde das Arbeitsverhltnis mit Herrn Rudolf gelst. Die Max-Planck-Gesellschaft stellt klar, da weder sie noch das MaxPlanck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart Verantwortung fr die Erstellung dieses Gutachtens und seinen Inhalt tragen. Die Institutsleitung hat sich unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgnge ausdrcklich von diesem Gutachten distanziert. Das Bundesverfassungsgericht und ihm folgend der Bundesgerichtshof haben festgestellt, da der Massenmord an Juden in den Gaskammern von Konzentrationslagern des Dritten Reiches als eine geschichtliche Tatsache offenkundig und nicht mehr beweisbedrftig ist. Davon geht auch die Max-Planck-Gesellschaft aus. Interessant ist die Ansammlung an Unwahrheiten in diesem Schreiben: Mein Doktorvater hat meine im Sptsommer 1991 noch unvollstndige Arbeit damals gar nicht zu Gesicht bekommen, konnte daher gar kein Urteil ber deren Wert abgeben und hat das auch nicht getan. Ganz im Gegenteil: Nachdem ich ihm das chemische Thema umrissen hatte (Bildung von Eisen119

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blau in Wnden, die Blausure ausgesetzt sind), schlug er mir einige Zeitschriften vor, wo man einen solchen Beitrag verffentlichen knnte. Wie geschildert, erfolgte die Beauftragung des Instituts Fresenius zudem nicht mittels Institutsbriefkpfen, und ich darf auch darauf hinweisen, da es branchenblich ist, ein Analyseninstitut nicht ber die Hintergrnde von Untersuchungen zu informieren, weil nur so sichergestellt werden kann, da die Analysen wirklich unabhngig und neutral durchgefhrt werden. Der wirkliche Skandal liegt aber im letzten Absatz dieser Erklrung. Demnach entscheidet die Max-Planck-Gesellschaft nicht nach wissenschaftlich eruierbaren Fakten, was richtig ist und was falsch, sondern hlt sich strikt an das, was ihr von bundesdeutschen Richtern per Strafandrohung als Wahrheit vorgeschrieben wird. Ob sich die Max-Planck-Gesellschaft bei komplexen Forschungsgegenstnden immer auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts oder des Bundesgerichtshofes bezieht? Und ob diese Forscher wohl jemals die Urteilsbegrndungen der Gerichtsentscheidungen in Sachen des angeblichen Massenmordes an Juden forschend begutachtet haben? Offensichtlich nicht, denn sonst wre ihnen aufgefallen, da diese Gerichte bezglich der Wahrheit der These vom Massenmord immer nur Entscheidungen anderer Gerichte als Begrndung fr ihre Urteile zitieren. Und was die angebliche Offenkundigkeit des behaupteten Massenmordes anbelangt, so landet man am Ende dieser Zitierkette als Urgrundlage bei den Nrnberger Nachkriegsprozessen, die bekanntlich rechtsstaatlichen Anforderungen keineswegs gengen. Aber selbst wenn man die bundesdeutschen Prozesse als solche analysiert, so stellte man schnell fest, da die betreffenden Urteile auf (fast ausnahmslos) vllig unglaubhaften Zeugenaussagen beruhen. Mein damaliger Doktorvater Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Georg von Schnering uerte sich whrend eines Mitarbeiterseminars einmal in seinem fr ihn typischen drastischen Stil vllig richtig ber Zeugenaussagen. Gegenber einem Mitarbeiter, der sich bei ihm habilitieren wollte und whrend eines Vortrages ber seine Forschungsarbeiten als Beleg fr bestimmte Mewerte die Aussage eines Mitarbeiters einer anderen Abteilung anfhrte, sagte Prof. von Schnering, ich zitiere wort-wrtlich:7 Das darfst Du berhaupt nicht glauben! Jeder verwendet hier seine persnliche Latrinenparole!

Im Mitarbeiterseminar der Abteilung Prof. Dr. von Schnering gegenber Dr. Harald Hillebrecht am 20.1.1993, 9:48 Uhr, Raum 4D2, Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung, Stuttgart. Diesen Satz habe ich mir damals sofort und wrtlich aufgeschrieben, damals schon wissend, was auf mich zukam.

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Wie also steht es nun mit der Pflicht des Wissenschaftlers, Zeugenaussagen nicht einfach so hinzunehmen, sondern sie einer kritischen Analyse zu unterwerfen und sie mit Experimenten, den Gesetzen der Logik und den Naturgesetzen zu prfen? Gilt dies bei dem hier behandelten Thema pltzlich nicht mehr? Die altehrwrdige Max-Planck-Gesellschaft distanziert sich also von jedem Ansatz, gewisse historische Themen naturwissenschaftlich und technisch zu untersuchen und richtet sich statt dessen danach, was auf Grund politischer Vorgaben als wahr zu gelten hat: Staatlich verordnetes Glauben statt Streben nach Erkenntnis. Das ist die bedingungslose Kapitulation der einst angesehensten Forschungsgesellschaft der Welt vor der Ignoranz. Dies kommt einem Offenbarungseid der Max-Planck-Gesellschaft gleich. Ausgelst durch dieses intellektuelle Harakiri der Max-Planck-Gesellschaft gab das Pressebro des Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart eine Meldung weiter, die am folgenden Tag in fast allen Tageszeitungen und sogar im Rundfunk mit folgender Passage verffentlicht wurde:8 Die Max-Planck-Gesellschaft hat nach Auskunft ihres Pressesprechers keinen Beweis dafr, da die Proben wirklich aus Auschwitz stammen. Sollten sie aber von dort stammen, ist es nach Expertenmeinung alles andere als ein Wunder, da keine Blausurespuren gefunden wurden, weil Cyanidverbindungen sehr schnell zerfallen. Im Boden geschehe dies schon nach sechs bis acht Wochen; im Gestein knnten sich die Verbindungen nur unter absoluten Konservierungsbedinungen, unter vlligem Ausschlu von Luft und Bakterien halten. Die darin angefhrte Behauptung, Cyanidverbindungen seien uerst instabil, ist selbstverstndlich vllig absurd und wrde von einem Chemiker nie gemacht werden. Schon im ersten Semester lernt jeder Student, wie Cyanid-Abflle unschdlich gemacht werden, damit man sie in den Ausgu kippen kann: man wandelt sie in Eisenblau um. Diese Verbindung ist so stabil, da in ihr das Cyanid dauerhaft und biologisch unschdlich gebunden wird. Karl Philipp rief mich am 30.3.1994 aufgeregt an, als er diesen Artikel in den Zeitungen fand. Nachdem ich ihm erklrt hatte, da es undenkbar sei, da die Max-Planck-Gesellschaft einen solchen Unsinn verbreiten wrde, rief er kurzerhand beim Pressebro der dpa in Stuttgart an. Er wurde mit einem gewissen Albert Meinecke verbunden, der als Verantwortlicher dieser Meldung bezeichnet wurde. Meinecke behauptete gegenber Herrn Philipp, er habe diese Information der oben erwhnten Presseerklrung der Max8

Sddeutsche Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Sdwestpresse-Verbund (29.3.1994), taz, Frankfurter Rundschau (30. 3. 1994).

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Planck-Gesellschaft entnommen. Kurz nach Beendigung dieses Gesprches rief mich Herr Philipp erneut an, berichtete mir davon und gab mir die Telefonnummer von Herrn Meinecke. Ich rief ihn daher umgehend an, bezog mich auf sein Gesprch mit Herrn Philipp und machte Herrn Meinecke darauf aufmerksam, da die Presseerklrung der Max-Planck-Gesellschaft keine inhaltlichen Aussagen zum Gutachten macht, geschweige denn zur Frage der Langzeitstabilitt von Cyanidverbindungen. Meinecke meinte daraufhin spontan, er habe die Bezugsquelle der Expertenmeinung momentan nicht zur Hand, und auerdem sei der Verantwortliche fr die Meldung mglicherweise im Urlaub. Ich rief daher umgehend Herrn Philipp zurck und berichtete ihm, was Herr Meinecke mir mitgeteilt hatte. Herr Philipp rief daher Herrn Meinecke erneut an und bat um eine Erklrung fr dessen widersprchliche Angaben. Auch Herrn Philipp gegenber behauptete Meinecke, die Quelle fr die Expertenmeinung gerade nicht greifbar zu haben. Als mir Philipp davon berichtete, rief ich Herrn Meinecke ein letztes Mal an und bat um eine Erklrung. Nun bestand Herr Meinecke darauf, den Verantwortlichen fr die Nachricht gar nicht zu kennen. Auf meinen Einwand, da er in einem vorherigen Gesprch noch behauptete habe, der Verantwortliche sei mglicherweise im Urlaub, was ja wohl voraussetzt, da er ihn kennt, erwiderte Meinecke, der Verantwortliche fr die Meldung sei gerade auer Haus. In dem Augenblick platzte mir der Kragen, und ich sagte zu Meinecke, er habe sich gerade mehrfach selbst widersprochen. Wenn er den Verantwortlichen nicht kenne, knne er auch unmglich wissen, da dieser gerade auer Haus sei. Meinecke meinte daraufhin, er sei auch nicht pefekt. Ich meinte daher abschlieend zu Meinecke, er habe mit dieser erfundenen Expertenmeinung ja wohl einen groen Bockmist gebaut, woraufhin ich am anderen Ende nur ein langes Schweigen vernahm. Am 8.4.1994 verfate ich selbst eine Presseerklrung, in der ich diesen Vorgang darlegte, der dpa vorwarf, eine Pressemeldung geflscht zu haben. Ich erklrte zudem, warum die von Meinecke erfundene Expertenmeinung unmglich stimmen knne. Herr Philipp und ich sandten zudem Anfragen an die Max-Planck-Gesellschaft, ob die von Meinecke behauptete Expertenmeinung die der Max-Planck-Gesellschaft sei. Am 12.4.1994 antwortete die Max-Planck-Gesellschaft per Fax, man habe nichts mit der von Meinecke zitierten Expertenmeinung zu tun und wisse auch nicht, worauf sich Meinecke beziehe. Damit ausgestattet versuchten wir erneut, an Herrn Meinecke heranzutreten, jedoch scheiterten unsere Versuche, zu Herrn Meinecke durchzukommen. 122

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Am 13.4.1994 erhielten wir jedoch eine Antwort per Fax von Dieter Ebeling vom Hauptbro der Deutschen Presseagentur in Hamburg: dpa Chef Inland

dpa Deutsche Presseagentur GmbH, Postfach 13 02 82, 20102 Hamburg Hamburg, den 13. April 1994 Sehr geehrter Herr Philipp, [] Die dpa hat in der von Ihnen herangezogenen Meldung an keiner Stelle behauptet, da es sich bei der Expertenmeinung ber den Zerfall von Blausure um Angaben der Max-Planck-Gesellschaft handelte. Wir haben uns vielmehr auf einen Experten gesttzt, an dessen fachlicher Qualifikation keinerlei Zweifel bestand und besteht. Dieser Wissenschaftler hat aus Grnden, die wir respektieren mssen, darum gebeten, nicht namentlich zitiert zu werden. Die Erklrung von Herrn Rudolf vom 8. April, in der er der dpa Flschung vorwirft, enthlt eine Reihe unzutreffender Behauptungen nicht nur, aber auch hinsichtlich der Ausknfte, die Anrufern im Stuttgarter Bro angeblich erteilt worden sein sollen. Diese Behauptungen weise ich ebenso zurck wie Ihren Vorwurf an Herrn Meinecke, er habe brutal gelogen. Die dpa hat selbstverstndlich nichts erfunden und nichts geflscht. Was den wissenschaftlichen Sachverhalt anbetrifft, so ist die Tatsache, da Blausure selbst sehr schnell zerfllt, unbestritten. Auch den Umstand, da als Folgeprodukte stabile Cyanide zwar entstehen knnen, jedoch keinesfalls entstehen mssen, haben wir uns noch einmal von kompetenter Seite besttigen lassen. Mit freundlichen Gren gez. Dieter Ebeling, Stellv. Chefredakteur Zwei Tage danach, am 15.3.1994, erhielt ich ein nicht unterzeichnetes Fax von Herrn Meinecke von der dpa-Sdwest, in dem dieser meine Flschungsunterstellung zurckwies und mich wegen der Sache zur Chefredaktion nach Hamburg verwies. Meinecke war offenbar von oben verboten worden, sich in der Sache berhaupt noch zu uern, denn mit seiner Flschung hatte er jede Menge Porzellan zerschlagen. 123

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Zu den Sachfragen
Die dpa-Pressemeldung enthlt unter anderem folgende Behauptung: Sollten sie [die Proben] aber von dort [Auschwitz] stammen, ist es nach Expertenmeinung kein Wunder, da keine Blausurespuren gefunden wurden, weil Cyanidverbindungen sehr schnell zerfallen. 1. Offensichtlich kennt der Ersteller dieser Zeilen noch nicht einmal den Unterschied zwischen Blausure und Cyanidverbindungen. Sollte er die Cyanidverbindungen allerdings unter Spuren der Blausure subsumieren, was zur Verstndlichmachung gegenber dem Laien angebracht sein kann, so ist klar: Dieser Satz und auch der folgende sprechen von der Stabilitt von Cyanidverbindungen, was einzig im Zusammenhang mit meinem Gutachten sinnvoll ist. Die von Ebeling in die Diskussion gebrachte Frage nach der Stabilitt von Blausure als solche interessiert in diesem Zusammenhang niemanden. Diese Frage ist ein ungeeignetes Ablenkungsmanver vom Thema. 2. Die angeblichen Ausfhrungen des unbekannten Experten gehen allgemein dahin, da Cyanidverbindungen schnell zerfallen. Diese pauschale Aussage ist und bleibt unhaltbar und fr jeden Experten blamabel. Beweise: a) Die Mauern der Kleiderentlausungsanlagen in den vormaligen Lagern Auschwitz, Birkenau,9 Majdanek10 und Stutthof,11 in denen mit trgergebundener Blausure (Handelsnamen Zyklon B) Luse gettet wurden, sind auch heute noch, 50 Jahre nach ihrer Stillegung, durch und durch mit Cyanid-Rckstnden durchsetzt, selbst in Bereichen, die der Witterung ausgesetzt sind. Dies fhrt an Innen- wie Auenwnden zu charakteristischen blaufleckigen Verfrbungen von Putz, Ziegeln und Mrtel. Diese Verfrbung wird verursacht durch die Eisencyanidverbindung Eisenblau (auch bekannt unter dem Namen Berliner Blau). b) In einem Langzeitversuch in einem Londoner Industrievorort wurde festgestellt, da sich der Farbstoff Eisenblau, ohne Schutzschicht auf ein Aluminiumblech aufgetragen, auch nach ber 20 Jahren unzerstrt erhalten hatte. Die Farbschicht war in diesem Versuch vom Ende der 1950er bis zum Anfang der 1980er Jahre der aggressiven
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Vgl. dazu die Abbildungen und Analysen in meinem Gutachten, aaO (Anm. 4). Vgl. dazu Carlo Mattogno, Jrgen Graf, KL Majdanek. Eine historische und technische Studie, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/Majdanek). Vgl. dazu Jrgen Graf, Carlo Mattogno, Das KL Stutthof, Castle Hill Publishers, Hastings 1999 ([Link]/D/Stutthof).

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Flscherwerkstatt dpa

Londoner Luft und jeder Witterung ausgesetzt. Eisenblau erwies sich somit als einer der stabilsten Farbstoffe berhaupt.2,3 c) Die Bden alter, bereits lange Zeit stillgelegter Stadtgaswerke enthalten auch viele Jahrzehnte nach der Stillegung der Gaswerke noch hohe Mengen an Eisenblau, da dieses bei der Stadtgaserzeugung anfllt und als (brigens unwirksames) Unkrautbekmpfungsmittel auf dem Gelnde verstreut wurde. Das Eisenblau wurde in all diesen Jahren weder zersetzt, noch von Regenwasser aufgelst und fortgesplt, da es unlslich ist.12 d) Da die Bildung blaufleckiger Wandflchen analog dem Erscheinungsbild der Entlausungskammern in Auschwitz, Birkenau, Majdanek und Stutthof tatschlich die Folge von Blausurebegasungen ist, kann durch ein in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiertes Ereignis bewiesen werden. In der periodisch erscheinenden Bauschden Sammlung wurde vor 14 Jahren berichtet, welche Folgen die Blausure-Begasung einer wenige Wochen zuvor frisch verputzten Kirche hatte. Dort traten nach einigen Monaten berall intensiv blaue Flecken auf, die sich nach chemischen Analysen als Eisenblau entpuppten. Erst nach ber einem Jahr war die Reaktion abgeschlossen. Der neue Putz mute komplett abgeschlagen werden, da das Eisenblau nicht anders zu entfernen war.13 3. Die Ausfhrungen Ebelings, es knnten, mten jedoch keine stabilen Verbindungen entstehen, bedarf keiner Besttigung von kompetenter Seite, denn die Tatsache, da alle Suren stabile wie instabile Verbindungen bilden, ist triviales chemisches Grundwissen. Im Zusammenhang mit Auschwitz ist nicht entscheidend, welche Verbindungen Blausure im allgemeinen bilden kann, sondern welche Verbindungen Blausure im konkreten Fall Auschwitz gebildet htte bzw. hat. 4. In der dpa-Meldung wird ausgefhrt, Cyanidverbindungen seien im Gestein nur unter absoluten Konservierungsbedingungen haltbar. Dies ist jedoch insbesondere dann nicht der Fall, wenn man es mit frischem feuchten Mauerwerk zu tun hat, wie dies in Auschwitz der Fall war (Entlausungskammern) bzw. gewesen sein soll (Menschengaskammern). Denn in solchem Mauerwerk wandelt sich die Blausure rasch in Cyanide und diese sodann bevorzugt weiter in extrem stabile
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D. Maier, K. Czurda, G. Gudehus, Das Gas- und Wasserfach, in Gas Erdgas, 130 (1989), S. 474-484. G. Zimmermann (Hg.), Bauschden Sammlung, Band 4, Forum-Verlag, Stuttgart 1981, S. 120f. ([Link]/D/gzz/[Link])

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Eisencyanidverbindungen vom Typ Eisenblau um. Zum Beweis dessen vergleiche man die gigantischen Cyanid- bzw. Eisenblauvorkommen in den Entlausungskammern von Auschwitz, Birkenau, Majdanek und Stutthof noch etwa 50 Jahren nach Stillegung der Anlagen! (Punkte 2.a) bis d)) Tatschlich weisen sich die in meinem Gutachten untersuchten Rckstnde der Blausurebegasungen (Eisencyanidverbindungen vom Typ Eisenblau) durch eine enorme Langzeitstabilitt aus. Die dpa-Meldung ist daher inhaltlich vllig falsch und unhaltbar, und aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Angabe, sie stamme von einem Experten, wahrheitswidrig. Kein Experte htte sich zu einer solchen fr ihn uerst blamablen Aussage hergegeben. Dazu pat, da Herr Ebeling den Urheber der Meldung nicht namentlich nennen mchte. Die laut der oben genannten dpa-Meldung angeblich von der Max-PlanckGesellschaft geuerten Zweifel an der Echtheit der von mir zur Analyse bergebenen Proben stellen zudem ein ungeeignetes Ablenkungsmanver von der eigentlichen Kernfrage dar. Schlielich wird ja niemand daran gehindert, die Ergebnisse meines Gutachtens nachzuvollziehen. Diese Auschwitz-Lge der Deutschen Presse-Agentur hat ein zhes Leben. Sie wird seither immer wieder als angeblicher Beweis fr die offenkundige Falschheit meines Gutachtens angefhrt14 und hielt sogar Einzug in auslndische Pressemeldungen.15 Besonders eifrig tat sich das bayerische Landesamt fr Verfassungsschutz hervor, das diese Lge in den Ausgaben seit 1995 mehrfach wiederholte.16 Den Hinweis eines revisionistisch orientierten Geschichtslehrers17 auf diese sachliche Unrichtigkeit beantwortete das Amt so:18 Ihre Bestrebungen, die NS-Verbrechen zu leugnen bzw. zu relativieren, sind den Sicherheitsbehrden seit Jahren bekannt. [] Zu einer Diskussion ber Gaskammern sehen wir keinen Anla. Dmmer gehts nimmer!

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So die Kreiszeitung Bblinger Bote und der Sddeutsche Rundfunk 3 (13:30 Uhr) zum Ende des Strafverfahrens gegen mich am 23.6.1995; ebenso die Sddeutsche Zeitung, 24.6.1995. So z.B. in der sdafrikanischen Zeitung The Citizen, 24.6.1995, S. 8. Vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, Verfassungsschutzbericht 1997, Mnchen 1998, S. 64. Schreiben Hans-Jrgen Witzsch, Arbeitskreis fr Zeitgeschichte und Politik, 8.10.1998, Frth; vgl. Johannes Heyne, Der Fall Hans-Jrgen Witzsch, VffG 7(2) (2003), S. 212-222. Schreiben des Dr. Weber vom Bayerischen Staatsministerium des Innern vom 13.10.1998, Az. IF1-1335.31-1.

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Im Streit mit Professor Nolte

Einleitung
Ernst Nolte als Wissenschaftler
Bis 1965 war Ernst Nolte Gymnasiallehrer fr alte Sprachen und Deutsch. Nebenher beschftigte er sich aber schon damals intensiv mit der Geschichte der modernen Ideologien und ihren Gestalten im 20. Jahrhundert. Seine 1963 verffentlichte Studie Der Faschismus in seiner Epoche war zugleich seine Habilitationsschrift. Darin betonte er den eigenstndigen Charakter der faschistischen Bewegungen gegenber dem Kommunismus. Das hohe Ansehen seiner Studie bewirkte, da er 1964 als Privatdozent fr Neuere Geschichte an die Universitt Kln gerufen wurde und 1965 sogar einen Lehrstuhl an der Universitt Marburg erhielt. Noltes 1967 herausgegebener Quellenband Theorien ber den Faschismus galt bei der Neuen Linken als unentbehrliches Handbuch. 1973 wechselte Nolte an die Freie Universitt Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung 1991 neue Geschichte lehrte. Zusammen mit seinem ersten Buch bilden das 1974 erschienene Buch Deutschland und der Kalte Krieg und der 1983 vorgelegte Band Marxismus und Industrielle Revolution eine ideologiegeschichtliche Trilogie. Darin betrachtete Nolte den Antimarxismus bzw. die russische Revolution von 1917 als wichtigsten Bezugspunkte des Nationalsozialismus und des Postulats von der Auslschung der europischen Juden. Mit seinem im Sommer 1986 verffentlichten Aufsatz Vergangenheit, die nicht vergehen will1 gab Nolte den Ansto zum so genannten Historikerstreit.2 Er ging darin von einer urschlichen Verknpfung zwischen dem roten Terror des revolutionren Rulands und den nationalsozialistischen Verbrechen aus. Darauf antwortete der Frankfurter Sozialphilosoph Jrgen
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FAZ, 6.6.1986. Immanuel Geiss, Der Hysterikerstreit, Bouvier, Bonn 1992; Rolf Kosiek, Historikerstreit und Geschichtsrevision, 2. Aufl., Grabert, Tbingen 1988.

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Habermas mit polemischen Angriffen bar jeglicher Sachaussagen, Nolte sei ein bser NS-Apologet.3 Dabei war nur unter Schwierigkeiten auszumachen, welche heilige Kuh der Holocauster Nolte denn berhaupt berhrt haben sollte, denn revisionistisch waren seine Thesen keineswegs. In der sich anschlieenden publizistischen Grodiskussion um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung engagierten sich zahlreiche namhafte Vertreter der Historikerzunft, die sich fast einhellig gegen revisionistische Thesen wandten. Noltes Buch Der Europische Brgerkrieg 1917-1945. Nationalsozialismus und Bolschewismus (1987) fachte die Diskussion erneut an. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft kndigte daraufhin Nolte im Mai 1987 die Mitarbeit an dem deutsch-israelischen Projekt der Herausgabe der Briefe des jdischen Schriftstellers Theodor Herzl auf. Rudolf Augstein hielt dem promovierten Philosophen vor, sein Buch entlaste das deutsche Brgertum, die Generalitt und schlielich zwangslufig den Massenmrder Adolf Hitler.4 Noltes 1991 vorgelegte Untersuchung ber das Geschichtsdenken des 20. Jahrhunderts fand hnlich starke, wenngleich fast einhellig ablehnende Beachtung.5 Sein 1993 erschienenes Buch Streitpunkte. Heutige und knftige Kontroversen um den Nationalsozialismus dagegen wurde von den Medien vllig totgeschwiegen, denn mit diesem Buch hatte er die Todsnde begangen, revisionistische Geschichtsthesen darzulegen und deren wissenschaftlichen Wert zu diskutieren. Wer solche Thesen in Deutschland hoffhig zu machen versucht, wie man es Nolte vorwarf, bekommt es mit dem Straenmob zu tun: Als Nolte Anfang Februar 1994 in Berlin einen Vortrag halten wollte, wurde er von etwa 30 Personen nicht etwa Chaoten, sondern ganz normale Intellektuelle mit Rufen Das ist ein Nazi! beschimpft und mit Trnengas, Schlgen und Tritten angegriffen, wodurch die Veranstaltung verhindert wurde. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach folgerichtig von Gesinnungsterror in der Bundeshauptstadt.6 In der Folgezeit gab Nolte einige Medieninterviews, die das bundesdeutsche Establishment zur Weiglut brachten.7 Insbesondere sein Interview mit dem Spiegel Nr. 40/1994, in dem er revisionistische Thesen zum Holocaust fr diskussionswrdig erklrte, verzieh man ihm nicht. Die Stiftung Weima3 4 5 6 7

Die Zeit, 11.7.1986. Der Spiegel, 1/1988. Die Zeit, 8.11.1991, Der Spiegel, 44/1991, FAZ, 8.10.1991. FAZ, 4.2.1994, S. 4; ebenda, 5.2.1994, S. 27. FAZ, 29.3.1994, Die Woche, 19.5.1994.

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rer Klassik sagte kurzerhand ein Symposium zum Thema Jdischer Nietzscheanismus seit 1888 ab, bei dem Nolte htte sprechen sollen, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung weigert sich seither, Beitrge von Nolte abzudrucken. Als Nolte dann die bundesdeutschen Zensurgesetze als Gefahr fr die geistige Freiheit bezeichnete,8 fiel er auch bei den ChristDemokraten in Ungnade. Dem Vorwurf, er habe sich zu einem Rechtsradikalen entwickelt, setzte Nolte entgegen, nicht er habe seine Ansichten gendert, sondern die deutsche ffentlichkeit habe von 1963 bis 1996 eine starke Linksverschiebung durchgemacht. Was damals links gewesen sei, werde heute als rechtsradikal empfunden. Ebenso fr Aufregung sorgten zwei 1998 erschienene Bcher Noltes: Feindliche Nhe, ein Briefwechsel Noltes mit dem 1987 verstorbenen linken franzsischen Historiker Franois Furet, sowie Historische Existenz, in dem Nolte den rationalen Kern von Hitlers Antisemitismus herausarbeitete, was ihm wtende Angriffe einbrachte, er wrde den Antisemitismus verteidigen.9 Als Nolte im Juni 2000 der Konrad-Adenauer-Preis fr Wissenschaft verliehen wurde, distanzierten sich die Christ-Demokraten offiziell von ihm, und der Leiter des Mnchner Instituts fr Zeitgeschichte, Horst Mller, mute ein wahres Spierutenlaufen ber sich ergehen lassen, weil er sich bereit erklrt hatte, fr Nolte die Laudatio zu halten.10

Hintergrund dieses Beitrages


Im September 1993 erhielt ich von einer ganzen Heerschar von Staatsanwlten und Polizisten des Dezernats Staatsschutz des Landeskriminalamtes Baden-Wrttemberg Besuch. Der Grund dafr war mein Gutachten ber chemische und technische Aspekte der behaupteten Gaskammern von Auschwitz.11 Am Ende der Hausdurchsuchung baten die Beamten mich, sie ins Dezernat zu begleiten, wo man von mir Fingerabdrcke nahm und Verbrecherfotos machte. Als zwei Beamte der Staatsschutzpolizei mich anschlieend nach Hause chauffierten, ergab sich mit einem von ihnen ein Gesprch ber das kurze Zeit zuvor erschiene Buch Streitpunkte. Heutige und knftige Kontroversen um den Nationalsozialismus des Berliner Historikers Prof. Ernst Nolte. Es stellte sich heraus, da mein Gesprchspartner das Buch
8 9 10 11

FR, 27.8.1994; Spiegel, 4.10.1994. Sddeutsche Zeitung, 22.2.1999, NZZ, 6.10.1998. Die Zeit, 8.6.2000. Neuauflage: Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 ([Link]/D/rga2); zu meiner Strafverfolgung vgl. G. Rudolf, Kardinalfragen an Deutschlands Politiker, Castle Hill Publishers, Hastings 2005 ([Link]/D/kadp).

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ebenfalls gelesen hatte, und er machte keinen Hehl daraus, da ihm mifiel, wie Prof. Nolte den Revisionisten in seinem Buch zugesteht, ihre Materie zu beherrschen und ohne Zweifel wissenschaftlichen Standards zu gengen. Denn wrde sich Prof. Noltes Ansicht durchsetzen, dann wre mein Gesprchspartner seinen Job als Revisionistenjger los. Trstlich fand mein Gesprchspartner aber immerhin, da Prof. Nolte die Revisionisten in seinem Buch widerlegt habe. Damit habe sich ja wieder einmal herausgestellt, da wir Revisionisten keinerlei sachliche Rechtfertigung fr unseren Dissens htten. Mein Angebot, da ich ihm die vielen sachlichen Fehler Noltes gerne aufzeigen wrde, wenn er sich die Zeit nhme, sich mit mir zu einem Gesprch zu treffen, schlug dieser unheilige Inquisitor allerdings aus. Ich entschlo mich daher, Noltes Unzulnglichkeiten in einer Schrift offenzulegen.12 Der nachfolgende Beitrag ist eine revidierte und erweiterte Fassung dieser Schrift.

Zu den Streitpunkten
Armin Mohler hat in seinem Buch Der Nasenring einst die Frage gestellt, was mit einem Historiker geschehen wrde, der die These aufstellt, es habe whrend der franzsischen Revolution keine massenhaften Hinrichtungen mit der Guillotine gegeben, ja die Existenz der Guillotine sei eine Erfindung der Greuelpropaganda.13 Ernst Nolte erweiterte diese Spekulation in seinem Werk Streitpunkte, indem er ausfhrte, da sich jene, die die Existenz Napoleons leugneten, selber richten wrden.14 Wie dem auch sei: Beide Autoren haben erkannt, da es nicht den wissenschaftlichen Gepflogenheiten entsprechen wrde, jene vielleicht etwas abstrusen Auenseiterhistoriker zu beschimpfen oder sogar strafrechtlich zu verfolgen. Entweder man ignoriert sie, wenn einem eine Beschftigung mit ihren Thesen und Hypothesen zuwider ist, oder man widerlegt sie, wenn man es fr ntig hlt. Fr den normalen Bundesbrger mag die revisionistische These, es habe den Holocaust, verstanden als gezielte Massenvernichtung der Juden vor allem in Gaskammern whrend des Dritten Reiches, nicht gegeben, mindestens genauso abstrus erscheinen wie obige Thesen ber Napoleon oder die Guil12

13 14

Vgl. Manfred Khler (=Germar Rudolf), Prof. Ernst Nolte: Auch Holocaust-Lgen haben kurze Beine, Cromwell Press, London 1994 ([Link]/D/Nolte). Der Titel der Broschre, der den falschen Eindruck machen kann, Prof. Nolte sei der Verfasser, hat Herrn Prof. Nolte Schwierigkeiten bereitet, wofr ich hier um Entschuldigen bitte. Armin Mohler, Der Nasenring, Heitz & Hffkes, Essen 1989, S. 225f. Ernst Nolte, Streitpunkte, Propylen, Berlin 1993, S. 308.

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lotine. Mehr noch: sie gilt nach entsprechender Propaganda in allen Medien als frevelhaftes, bestrafungswrdiges Verbrechen, die Tter gelten als auszustoende, kranke Elemente. Bereits in seinem 1987 erschienenen Kompendium ber das, was er den Europischen Brgerkrieg nannte, dessen Thesen den sogenannten Historikerstreit ausgelst hatten, machte Prof. Nolte bezglich des Gesamtkomplexes Holocaust eine Bemerkung mit weitreichenden Folgen:15 Erst wenn die Regeln der Zeugenvernehmung allgemeine Anwendung gefunden haben und Sachaussagen nicht mehr nach politischen Kriterien bewertet werden, wird fr das Bemhen um wissenschaftliche Objektivitt in bezug auf die Endlsung sicherer Grund gewonnen sein. Streng den wissenschaftlichen Grundstzen folgend, stellte sich Ernst Nolte seit 1987 die Aufgabe, die Thesen und Argumente der Revisionisten kennenzulernen. Bei dieser Arbeit erkannte er, da er frher vielen Aussagen und Gestndnisse zum Holocaust mit groer Naivitt allzu leicht Glauben geschenkt hatte, wie er in seinem 1993 erschienenen Buch Streitpunkte bekannte (S. 7-9). Prof. Nolte ging daher 1993 weit ber seine bereits 1987 gemachte, oben zitierte Feststellung hinaus: [] die Fragen nach der Zuverlssigkeit von Zeugenaussagen, der Beweiskraft von Dokumenten, der technischen Mglichkeit bestimmter Vorgnge, der Glaubwrdigkeit von Zahlenangaben, der Gewichtung der Umstnde sind nicht nur zulssig, sondern wissenschaftlich unumgnglich, und jeder Versuch, bestimmte Argumente und Beweise durch Totschweigen oder Verbote aus der Welt zu schaffen, mu als illegitim gelten. (S. 309) Allgemeiner meint er daher: Die verbreitete Meinung, da jeder Zweifel an den herrschenden Auffassungen ber den Holocaust und die sechs Millionen Opfer von vornherein als Zeichen einer bsartigen und menschenverachtenden Gesinnung zu betrachten und mglichst zu verbieten ist, kann angesichts der fundamentalen Bedeutung der Maxime De omnibus dubitandum est [an allem mu gezweifelt werden] fr die Wissenschaft keinesfalls akzeptiert werden, ja sie ist als Anschlag gegen das Prinzip der Wissenschaftsfreiheit zurckzuweisen. (S. 308) Nach dem Studium der revisionistischen Literatur stellte er fest: Obwohl ich mich also durch den Revisionismus weit mehr herausgefordert fhlen mute als die deutschen Zeithistoriker, bin ich bald zu der
15

Ernst Nolte, Der Europische Brgerkrieg 1917-1945, Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1987, S. 594.

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berzeugung gelangt, da dieser Schule in der etablierten Literatur auf unwissenschaftliche Weise begegnet wurde, nmlich durch bloe Zurckweisung, durch Verdchtigungen der Gesinnung der Autoren und meist schlicht durch Totschweigen. (S. 9) Da dieses Totschweigen nicht an der mangelnden Kompetenz der Revisionisten liegt, fhrt Prof. Nolte an anderer Stelle an: denn dieser radikale Revisionismus ist weit mehr in Frankreich und in den USA begrndet worden als in Deutschland, und es lt sich nicht bestreiten, da seine Vorkmpfer sich in der Thematik sehr gut auskennen und Untersuchungen vorgelegt haben, die nach Beherrschung des Quellenmaterials und zumal in der Quellenkritik diejenigen der etablierten Historiker in Deutschland vermutlich bertreffen. (S. 304) Nolte kommt daher zu der Schlufolgerung, da es bei der Kontroverse um die Endlsung vor allem die etablierter Seite sei, deren Bemhung um Wissenschaftlichkeit nicht immer mit Erfolg gekrnt gewesen sei (S. 319). Nolte sieht daher auf Seiten der radikalen Revisionisten Verdienste fr die Wissenschaft: In jedem Fall mu aber den radikalen Revisionisten das Verdienst zugeschrieben werden wie Raul Hilberg es getan hat, durch ihre provozierenden Thesen die etablierte Geschichtsschreibung zur berprfung und besseren Begrndung ihrer Ergebnisse und Annahmen zu zwingen. (S. 316)

Noltes Holocaust-Position
Gleichwohl sah Prof. Nolte sich nach ausfhrlichem Studium der Beweislage und aller ihm bekannt gewordenen Argumente in der Auffassung bestrkt, da die etablierte Ansicht richtig und ein Leugnen des Holocaust sachlich unmglich sei (S. 7-9). Er uert in diesem Zusammenhang, da sich die These, es habe ausgedehnte Vernichtungsmanahmen gegen Juden, Zigeuner, Geisteskranke und Slawen nicht gegeben, hnlich selber richte wie die oben zitierte These von der Nichtexistenz Napoleons. Man knne solche Auffassungen daher unbeachtet lassen (S. 308), ein vernnftiger Zweifel an groangelegten Vernichtungsmanahmen gegen die europischen Juden sei nicht mglich (S. 297), insbesondere in Anbetracht der berwltigenden Beweislage (S. 290). Die Thesen der radikalen Revisionisten sei daher ein Ableugnen handgreiflicher, wenn auch noch nicht bis ins letzte geklrter Tatbestnde (S. 87). Hier mu zunchst die Frage gestellt werden, was Nolte unter ausgedehnten Vernichtungsmanahmen versteht. Da im Rahmen der Euthanasie 132

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und whrend der rassisch-politischen Verfolgung von Juden, Zigeunern und z.T. auch Slawen einige hunderttausend Menschen starben und u.U. auch vorstzlich gettet wurden, wird niemand bestreiten. Eine These, die dies abstreiten wrde, wrde also wahrscheinlich zu Recht unbeachtet bleiben. Wenn jedoch die vorstzliche, also gezielt geplante, industrielle Massenvernichtung in eigens dafr errichteten Lagern und Anlagen gemeint ist, so befinden wir uns mitten in dem Streitpunkt, der einer der Hauptanlsse fr Noltes neues Buch ist. Da er die These von der Nichtexistenz einer geplanten, vorstzlichen und industriell durchgefhrten Vernichtung also nicht nur nicht unbeachtet lie, sondern zum zentralen Punkt seiner Beschftigung seit 1987 machte, drfen wir hier konstatieren, da Nolte die Thesen des radikalen Revisionismus, sofern sie aus dem Dritten Reich nicht ein lammfrommes Staatswesen machen wollen, der wissenschaftlichen Diskussion durchaus fr wrdig erachtet. Einerseits hlt Nolte vernnftige Zweifel also fr nicht mglich, andererseits konstatiert er, da es gewichtige Zweifel aus technischer und naturwissenschaftlicher Sicht gibt, die die Diskussion entscheidend prgen knnen. Dies ist freilich ein Widerspruch, der auch nicht durch Noltes Erklrung aufgehoben wird, die berechtigten Zweifel knnten durch die entgegestehende Beweislage zerstreut werden.

Die Beweisarten
Nachfolgend soll daher berprft werden, ob die Argumente, die Nolte in seiner etablierten Auffassung vom Holocaust bestrkten, auch uns berzeugen knnen. Dazu gilt es, bei Nolte Ordnung ins schpferische Chaos zu bringen. Zunchst werden hierzu die Beweise und Gegenbeweise einander gegenbergestellt und nach Beweiskraft gegliedert. Wir richten uns bezglich der Beweiskraft nach der Hierarchie, wie sie in einem rechtsstaatlichen Proze allgemein anerkannt ist und auch in der Wissenschaft Gltigkeit hat: 1. 2. 3. 4. Sachbeweis Dokumentenbeweis Zeugenbeweis Parteiaussage

zu 1. Der Sachbeweis, also alle dinglichen Spuren einer Tat, gilt gemeinhin als der sicherste, allen anderen berlegener Beweis. Dazu gehren die Spuren von Opfern, Ttern, Tatwaffen und von der Tat sowie die Opfer oder die Tatwaffe selber oder Teile davon. Ferner dient der Sachbeweis durch den Sachverstndigen zur Feststellung der logischen und sachli133

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chen, technisch-naturwissenschaftlichen, soziologischen, historischen u.a. Richtigkeit untergeordneter Beweisarten. Unter diesen Sachverstndigenbeweisen sind wiederum die technisch-naturwissenschaftlichen Beweise den geisteswissenschaftlichen berlegen. Die Naturwissenschaft kann also vermeintlich historisch gesicherte Ereignisse widerlegen, dem Historiker ist es dagegen nicht mglich, Aussagen aufzuheben, die auf Naturgesetze und technische Sachzwnge gegrndet sind. zu 2. Der Dokumentenbeweis ist dem Sachbeweis unterlegen, gilt jedoch mehr als der Zeugenbeweis. Bevor ein Dokument allerdings Beweiskraft erlangen kann, mu erwiesen sein, da das Dokument echt und sein Inhalt sachlich richtig ist. Um dies festzustellen, bedarf es wiederum des Sachbeweises, der die Echtheit und Richtigkeit des Dokumentes feststellt. Ein Dokument besitzt zudem eine hhere Beweiskraft, wenn es zu einem Zeitpunkt erstellt wurde, zu dem der zu verhandelnde Streitpunkt unter den Parteien noch nicht strittig war. zu 3. Der Zeugenbeweis gilt als der unsicherste Beweis, da das menschliche Erinnerungsvermgen unzuverlssig und leicht zu manipulieren ist. Als Zeuge gilt man, wenn bei Zeugnisabgabe noch kein Streit herrschte oder wenn man zum Zeitpunkt der Zeugnisabgabe keiner der streitenden Parteien angehrt, da dies erfahrungsgem die Objektivitt beeinflut.16 zu 4. Aussagen von Parteien gelten als sehr unzuverlssig und werden daher hufig nur als Indiz gewertet, da die Parteien ein Interesse daran haben, die Gegenpartei zu belasten und sich zu entlasten. Dies gilt auch fr Gestndnisse, da diese sehr hufig abgelegt werden, um sich durch Reue und Bufertigkeit Vorteile zu verschaffen. Dies trifft ganz besonders dort zu, wo die Tat wegen Offenkundigkeit als bewiesen zu gelten hat, der Kreis der Tter feststeht und lediglich noch Schuld und Strafma zu verteilen sind. Ein Abstreiten der Tat wrde hier nur zur Strafverschrfung fhren. Die Belastung Dritter bei gleichzeitigem Versuch der eigenen Entlastung ist daher hier die Regel.

Der Sachbeweis in der etablierten Holocaust-Betrachtung


Nolte gliedert seine Beweisarten nur in zwei Kategorien: Zeugenbeweise und Dokumentenbeweise. Der Sachbeweis kommt bei ihm nicht vor. Dies
16

Zu Zeugenaussagen vgl. Monatszeitschrift fr deutsches Recht 34 (1980) 112; Rolf Bender, Susanne Rder, Armin Nack, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 2 Bnde, Beck, Mnchen 1981, bes. Band 1, S. 46ff; vgl. G. Rudolf, Vorlesungen ber den Holocaust, Castle Hill Publishers, Hastings 2005, S. 195-199, 358-400 ([Link]/D/vuedh).

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hat seinen Grund: Es gibt keinen solchen Beweis, der seine These sttzen wrde, ja im Jahr 1993 gab es noch nicht einmal einen Versuch, einen solchen Sachbeweis zu fhren. Das Frankfurter Schwurgericht hat im berhmten Auschwitz-Urteil selbst festgestellt, da es keine Spuren von Tat, Opfern, Tatwaffe oder Ttern gebe.17 Daran hat sich bis heute wenig gendert: Kein einziges Massengrab wurde gesucht, gefunden, exhumiert und untersucht.18 Keine einzige der angeblich massenhaften, riesigen Verbrennungsstellen wurde gesucht, gefunden, ausgegraben oder untersucht. In keinem Fall wurden die angeblichen Tatwaffen gesucht, gefunden bzw. einer forensischen Untersuchung durch internationale Gremien oder durch rechtsstaatliche Gerichte unterzogen. Die beiden einzigen bisher von den etablierten Forschern vorgelegten Sachbeweise beziehen sich auf Auschwitz und wurden vom in Krakau ansssigen Jan-Sehn-Institut erhoben: das erste direkt nach dem Krieg,19 und das zweite Anfang der 1990er Jahre.20 Das erste Gutachten kam seinerzeit zu dem Ergebnis, da in Haaren und Haarspangen sowie in Metallteilen, die angeblich aus einer behaupteten Menschengaskammer stammten, Cyanidspuren von den unterstellten Vergasungen gefunden wurden.21 Ein positiver Befund in Haaren beweist allerdings rein gar nichts, wenn nicht beweisbar ist, da sich die Haare noch auf den Kpfen ihrer ursprnglichen Eigentmer befanden, als sie begast wurden. Da lange Haare damals wiederverwertet wurden,22 wozu sie entlaust werden muten, kann ein positiver Befund nicht berraschen. Da das JanSehn-Institut damals berhaupt solche vllig nutzlosen Analysen durchfhrte und zu solchen Aussagen kam, zeigt schon, welcher Geist damals herrschte.

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Urteil Schwurgericht Frankfurt/Main, Az: 50/4 Ks 2/63, S. 108ff. Die 1999 in Belzec durchgefhrten Probebohrungen fhrten zu keiner Exhumierung und forensischen Untersuchung der Funde, vgl. Carlo Mattogno, Belzec, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/b). Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes, Bundesministerium fr Unterricht und Kultur (Hg.), Amoklauf gegen die Wirklichkeit, Wien 1991, S. 36-40. J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, Z Zagadnien Nauk Sadowych, Z XXX (1994) S. 17-27 (online: [Link]/[Link]/orgs/polish/institute-for-forensic-research/[Link]). B. Bailer-Galanda, Krakauer Gutachten von 1945 ber Cyanide in Menschenhaar, Haarspangen und einer Ventilationsffnung, in: Bundesministerium fr Unterricht und Kultur (Hg.), Amoklauf gegen die Wirklichkeit, Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes, Wien 1991, S. 36-40, Original im Staatlichen Museum Auschwitz. Schreiben des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, Oranienburg, vom 6.8.1942, IMTDokument 511-USSR, zitiert nach: Der Proze gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militrgerichtshof, Band 20, Nrnberg 1949, S. 553f???IMT. Darin wird die Wiederverwertung von Hftlings-Schnitthaar ab 20 mm Schnittlnge befohlen.

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Und was die Ergebnisse an Metallteilen anbelangt, so gibt es zunchst einmal keine Mglichkeit, die Geschichte der damals untersuchten Teile zu berprfen. Positive Cyanidbefunde haben somit auch hier nur zweifelhafte Beweiskraft. Zudem bilden sich bestndige Cyanidverbindungen nicht selektiv an Metallteilen. Mauerwerk ist zur Bildung stabiler Cyanide weitaus geeigneter als blankes Metall, so da man dort erst recht mit Rckstnden rechnen mu, wenn man sie auf blankem Metall findet. In den Wnden allerdings findet man keine interpretierbaren Spuren von Cyanidverbindungen.23 Der zweite Versuch des Jan-Sehn-Instituts, die Holocaust-Legende durch chemische Untersuchungen zu sttzen, hat sich schlielich als Betrug herausgestellt.24 Wenn man aber noch 1995, also fnf Jahre nach dem Ende des kommunistischen Regimes in Polen, an diesem Institut geneigt war, Forschungsergebnisse zu flschen, wie schlimm mu es da erst unmittelbar nach dem Kriege gewesen sein? Ansonsten waren zu dem Zeitpunkt, als Nolte sein Buch verfate, nur von den Revisionisten Sachbeweise vorgelegt worden,25 die freilich bisher von den Gerichten dieser Welt, von den Medien und den etablierten Historikern nahezu vollstndig ignoriert worden sind. Auch Prof. Nolte macht hier keine Ausnahme, denn er macht zu den mannigfaltigen Sachbeweisen der Revisionisten kaum Ausfhrungen lediglich ein kurzer Hinweis auf das LeuchterGutachten26 wird gemacht (S. 314). Es ist daher grundverkehrt, wenn Nolte meint, da sich die Revisionisten nur auf die isolierte Kritik von Dokumenten und Zeugenaussagen beschrnken (S. 9). Richtig ist dagegen, da sie zuerst die Beweislage bezglich der Sachbeweise prfen, da diese unmittelbar Einflu auf die Bewertung von Dokumenten- und Zeugenbeweisen haben. Es geht nicht darum, an Zeugenaussagen oder Dokumenten herumzukritisieren, sondern zuerst festzustellen, was nach Lage der materiellen Beweislage, der Naturgesetze, der Logik, und der technischen Gegebenheiten berhaupt mglich war. Auch tausend Dokumente, die belegen, und hunderttausend Zeugen, die beeiden, da in einer Kellerdecke Lcher sind, beweisen rein gar nichts, wenn in der Decke keine Lcher sind und bautechnisch nach23

24 25 26

G. Rudolf, Das Rudolf-Gutachten, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 101 ([Link]/D/rga2). Vgl. dazu den Beitrag Polnische Wissenschaft in diesem Band. Das hat sich erst 1999 gendert, vgl. Anm. 18. F.A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]); dt.: ders., Der erste LeuchterReport, ebenda.

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weisbar niemals welche vorhanden waren.27 Solange unsere Historiker nicht den Primat des Sachbeweises, auch der Sachberprfung von Dokumenten und Zeugenberichten, anerkennen, kann man der Geschichtswissenschaft bezglich ihrer Forschungsmethoden Wissenschaftlichkeit nicht zugestehen. Nachfolgend soll daher bei einigen von Nolte angefhrten angeblichen Dokumenten- und Zeugenbeweisen der eine und andere dazugehrige Sachbeweis erlutert werden.

Der Dokumentenbeweis in der etablierten Holocaust-Betrachtung ber Dokumentenkritik


Es ist immer wieder berraschend, wie aggressiv die etablierten Historiker auf einen Einwand reagieren, ein Dokument, das den Holocaust angeblich beweise, knne geflscht bzw. verflscht, falsch interpretiert worden oder schlicht sachlich unzutreffend sein. Hier zeigt sich die gleiche Aversion unserer Zeitgeschichtler gegen eine tiefgehende Dokumentenkritik, wie sie bereits bezglich der Sachbeweise dargestellt wurde. Eine Dokumentenkritik ist schlielich auch nichts anderes als eine sachverstndige Untersuchung eines Dokumentes, also die Erbringung eines Sachbeweises ber die Echtheit und Richtigkeit eines Dokuments. Die Stern-Affre um die geflschten Hitler-Tagebcher hat seinerzeit fr alle gezeigt, da unsere Zeitgeschichtler nur zu gerne alle Dokumente, die in ihr vorgefertigtes Weltbild passen, als echt einzuordnen bereit sind, ohne eine vernnftige Dokumentenkritik auch nur in Erwgung gezogen zu haben. Tatschlich ist es so, da jedes Dokument, das Deutschland historisch belastet, von den etablierten Historikern kritiklos als echt und inhaltlich korrekt akzeptiert wird, whrend ein Dokument, das Deutschland potentiell entlastet, sofort inhaltlich angezweifelt oder als Flschung infrage gestellt wird freilich auch hier ohne eine sachgerechte Dokumentenkritik. Beispielhaft hierfr ist das sogenannte Lachout-Dokument, dem zufolge die amerikanische Besatzungsbehrde mitteilte, da es in den Lagern sterreichs und Westdeutschlands keine Gaskammern gegeben habe und da Zeugen, die bei anderslautenden Aussagen blieben, wegen Falschaussagen belangt werden knnten.28 Seither wird gegen Emil Lachout, den Ersteller dieses Dokuments und ehemaligen Angestellten der Besatzungsmacht, endlos der Vorwurf der Flschung erhoben, obwohl es nicht gelang, ihn gerichtlich der Flschung zu
27

28

Vgl. C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; Carlo Mattogno, Die Einfllffnungen fr Zyklon B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290. In U. Walendy, Historische Tatsachen Nr. 43, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1990, S. 31.

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berfhren.29 Von einer Bestrafung derjenigen, die dennoch behaupten, Lachout sei ein Flscher, sahen die Gerichte jedoch wegen der Geringfgigkeit der Straftat ab und ermglichten somit, da die Behauptung von der Flschung des Lachout-Dokuments immer wieder in die Welt posaunt wird.30 Dabei steht der Inhalt dieses Dokuments dem herrschenden geschichtlichen Paradigma noch nicht einmal diametral entgegen, denn die Existenz von Menschengaskammern in Lagern des Altreiches ist ja von der etablierten Geschichtswissenschaft keineswegs anerkannt, sondern kann als umstritten gelten.31 Warum wurde bisher von praktisch keinem Dokument, das angeblich den Holocaust in obiger Definition belegt, durch unabhngige Forscher ein Sachgutachten bezglich Echtheit und Richtigkeit erstellt? Das liegt zum einen daran, da von vielen Dokumenten nur Kopien oder sogar nur Abschriften vorliegen und die Originale entweder vermit sind oder immer noch von den Siegermchten unter Verschlu gehalten werden, zum anderen auch daran, da sie ber die ganze Welt verstreut in unterschiedlichsten Archiven lagern, zu denen nicht jeder ohne groen Aufwand Zutritt bekommen kann. Schlielich wird durch die Tabuisierung zweifelnder Fragen ber den Holocaust von keiner offiziellen oder etablierten Seite eine Notwendigkeit versprt, eine sachgerechte Dokumentenkritik durchzufhren. Wer sie fordert, formuliert Zweifel. Wer zweifelt, bricht das Tabu. Wer das Tabu bricht, der wird aus dem Kreis der etablierten und anerkannten Forscher ausgeschlossen und hat sodann nur noch sehr begrenzte Finanzmittel fr seine Forschung und einen sehr beschrnkten Zugang zu den Archiven. Einzig die Revisionisten haben bisher einige Dokumente einer aus obigen Grnden meist unvollstndigen Kritik unterzogen.32 Wenn gewisse, als zentral bezeichnete Dokumente bisher noch nicht kritisiert worden sind, so liegt dies nicht daran, da an ihnen nichts zu kritisieren wre, wie Nolte dies fr die Ereignismeldungen UdSSR anfhrt (S. 288, 314). Es liegt vielmehr
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Obgleich Skepsis bez. der Authentizitt angebracht ist, vgl. Klaus Schwensen, Zur Echtheit des Lachout-Dokuments, VffG 8(2) (2004), S. 166-178; Brigitte Bailer-Galanda, Wilhelm Lasek, Wolfgang Neugebauer, Gustav Spann (Dokumentationszentrum des sterr. Widerstandes), Das Lachout-Dokument Anatomie einer Flschung, Verlag DW, Wien 1989; vgl. Johannes Heyne, Die Gaskammer im KL Mauthausen Der Fall Emil Lachout, VffG 7(3&4) (2003), S. 422-435. So z.B. in W. Benz (Hg.), Legenden, Lgen, Vorurteile..., dtv, Mnchen 1992, S. 134ff. und in Anm. 19. Vgl. Reinhold Schwertfeger, Gab es Gaskammern im Altreich?, VffG 5(4) 2001, S. 448. Klassisch z.B. Brian A. Renk, The Franke-Gricksch Resettlement Action Report: Anatomy of a Fabrication, Journal of Historical Review 11(3) (1991), S. 261-279 ([Link]/GB/Journals/JHR/11/3/[Link]).

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schlicht daran, da von den vielen tausend Historikern auf der Welt in dieser Frage keiner zu einer unvoreingenommenen und kritischen Wissenschaft willens ist. Diese fundamentale, das heit die Voraussetzung aller weitergehenden Interpretation der Dokumente erst ermglichende Arbeit wird einer Handvoll von Forschern berlassen, zumeist Hobbyhistorikern, die fr dieses Tun gechtet, ausgestoen, sowie persnlich und wirtschaftlich ruiniert werden. Diese Handvoll Idealisten, die mit ihren mickrigen Pensionen, Arbeitslosen- und Sozialhilfegeldern (ihren Job sind sie zumeist los, wenn sie eine andere Meinung artikulieren) mssen gegen die Milliardenhaushalte weltweit organisierter und staatlich untersttzter Forschungsinstitute ankmpfen. Wer knnte da verlangen, da sie alle Dokumente in dieser Frage analysiert haben mssen?

Noltes Dokumentenbeweise
Ereignismeldungen UdSSR Die Diskussion ber die Echtheit der oben erwhnten Ereignismeldungen UdSSR bezglich der Massenerschieungen sowjetischer Juden ist lngst erffnet, allerdings an einer ganz anderen Stelle, von der Ernst Nolte offensichtlich gar nichts bemerkt hat. In den Ereignismeldungen erscheinen nmlich ausfhrlich die angeblichen Ereignisse um den Massenmord von Babi Jar.33 Dort sollen nach dem Einmarsch deutscher Truppen etwa 33.000 Juden erschossen, in eine Schlucht hinabgeworfen und beerdigt worden sein.34 1943 sollen diese Leichen ausgegraben und spurlos verbrannt worden sein. Nun gibt es detaillierte Kritiken der Zeugenaussagen und Dokumente ber dieses vermeintliche Ereignis,35 die erhebliche Zweifel an der Zuverlssigkeit dieser Berichte aufwerfen. Entscheidend aber ist, da es Dokumente gibt, die der ganzen Diskussion eine neue Dimension aufzwingen, wenn man die Dokumente fr echt hlt. Es handelt sich um eine Reihe von Luftaufnahmen deutscher Aufklrer, die nach dem Krieg in amerikanischen Archiven landeten und jngst ausgewertet wurden. Ergebnis: In Babi Jar gab es
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35

Bundesarchiv R 58/218, Ereignismeldung UdSSR Nr. 101 und 106, 2. und 7.10.1941; P. Longerich, Die Ermordung der europischen Juden, 2. Aufl., Piper, Mnchen 1990, S. 121ff. Erhard R. Wiehn, Die Shoh von Babi Jar, Konstanz 1991; W. Benz (Hg.), aaO. (Anm. 30), S. 43; vgl. E. Jckel, P. Longerich, Julius H. Schoeps (Hg.), Enzyklopdie des Holocaust, 3 Bnde, Argon, Berlin 1993, S. 144. M. Wolski, Le massacre de Babi Yar, Revue dHistoire Rvisionniste (RHR) 6 (1992) 47-58 ([Link]/F/j/RHR/6/[Link]); U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 51, 1992; H. Tiedemann, Babi Jar: Kritische Fragen und Anmerkungen, in E. Gauss, (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 375-399 ([Link]/D/gzz/[Link]); bez. Einsatzgruppen vgl. U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 16 & 17, 1983.

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keine Massengrber, Massenexhumierungen und Massenverbrennungen zum bezeugten Zeitpunkt.36 Wenn die Historiker wollen, so knnen sie versuchen, Gegengutachten anzufordern, die die Luftbilder als Flschungen entlarven oder aber eine andere Interpretation der Luftbilder einfhren. Sollten die Etablierten dies weiterhin unterlassen, so mssen sie akzeptieren, da man die Geschichten um Babi Jar als Lgen bezeichnet und da zusammen mit dem Bericht ber Babi Jar auch alle anderen Ereignismeldungen UdSSR unvermeidlich in den Verdacht der Komplettflschung geraten. Von Babi Jar erwhnt Nolte kein Wort. Ein anderer Fall ist Simferopol, ein Ort, in dem laut Ereignismeldungen 10.000 Juden ermordet worden sein sollen. 1949 stand Generalfeldmarschall Erich von Manstein vor einem britischen Militrgericht, weil ihm als Oberbefehlshaber der 11. Armee eine Mittterschaft an diesen und anderen Morden der Einsatzgruppe D auf der Krim vorgeworfen wurde. Mansteins Verteidiger, der Brite Reginald T. Paget, schrieb dazu in seinen Prozememoiren:37 Mir erschienen die vom SD [in den Ereignismeldungen] angegebenen Zahlen gnzlich unmglich. Einzelne Kompanien von ungefhr 100 Mann mit ungefhr 8 Fahrzeugen wollten in zwei oder drei Tagen bis zu 10.000 und 12.000 Juden umgebracht haben. [] Fr jeden Wagen muten mit Aufladen, 10 km Fahren, Abladen und Zurckfahren schtzungsweise zwei Stunden vergehen. Der russische Wintertag ist kurz, und bei Nacht wurde nicht gefahren. Um 10.000 Juden zu tten, wren mindestens drei Wochen notwendig gewesen. In einem Fall konnten wir die Zahlen berprfen. Der SD behauptete, im November in Simferopol 10.000 Juden gettet zu haben, und meldete die Stadt im Dezember judenfrei. Durch eine Reihe von Gegenproben konnten wir beweisen, [:] Die Zahl der Opfer kann nicht hher als 300 gewesen sein, und diese 300 waren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur Juden, sondern eine Sammlung verschiedenartiger Elemente, die im Verdacht standen, zur Widerstandsbewegung zu gehren. [] Es war gar kein Zweifel, da die jdische Gemeinde in Simferopol in aller ffentlichkeit weiterbestanden hatte, und obgleich einige unserer Gegner Gerchte von einem bergriff des SD gegen die Juden in Simferopol gehrt hatten, schien es doch so gewesen zu sein, da die jdische Gemeinde sich keiner besonderen Gefahr bewut war.
36 37

J.C. Ball, Air Photo Evidence, Ball Recource Service Ltd., Delta B.C., Canada 1992. Reginald T. Paget, Manstein. Seine Feldzge und sein Proze, Limes Verlag, Wiesbaden 1952, S. 198f.

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Bevor man also Dokumenten glaubt, sollte man nachprfen, ob das darin Behauptete berhaupt wahr sein kann. Dazu gehren Antworten auf so elementare kriminologische Fragen wie: Wo sind die Massengrber? War es mglich, die Spuren Tausender von Massengrber in so kurzer Zeit zu vernichten, die ber eine Flche von etwa einer Million Quadratkilometer verstreut gewesen sein sollen? Eine derartige systematische Untersuchung ist bisher noch von niemandem durchgefhrt worden. Aktennotizen und Tagebcher Dagegen fhrt Nolte zwei Dokumente unterer Verwaltungsbehrden des Dritten Reiches aus dem zweiten Halbjahr 1941 an, die die Ghettoisierung der Juden fr unmenschlich halten und bei hheren Dienststellen anfragen, ob es nicht besser wre, die Juden statt dessen auf humane Weise zu tten (S. 294). Geht man von der Echtheit der Dokumente aus, so weist dies darauf hin, da bis zu diesem Zeitpunkt keine gezielten Vernichtungsmanahmen geplant waren und diese nun von unteren Dienststellen erwogen wurden. ber die Frage, ob diese Erwgungen tatschlich zur Durchfhrung gelangten, ist damit freilich nichts ausgesagt. Auch die von Nolte zitierten Tagebucheintragungen von Propagandaminister Goebbels und vom Gouverneur Polens, Hans Frank (S. 295f.), sind von hnlich zweifelhaftem Beweiswert. In seiner Rede vom 16.12.1941 fhrte Frank aus:38 [] wenn die Judensippschaft in Europa den Krieg berleben wrde, wir aber unser bestes Blut fr die Erhaltung Europas geopfert htten, dann wrde dieser Krieg doch nur einen Teilerfolg darstellen. Ich werde daher den Juden gegenber grundstzlich nur von der Erwartung ausgehen, da sie verschwinden. Sie mssen weg. Allerdings hat Prof. Nolte den Rest des Zitats verschwiegen, oder er ist ihm entgangen: Ich habe Verhandlungen zu dem Zweck angeknpft, sie nach dem Osten abzuschieben. Im Januar findet ber diese Frage eine groe Besprechung in Berlin statt, zu der ich Herrn Staatssekretr Dr. Bhler entsenden werde. Diese Besprechung soll im Reichsicherheitshauptamt bei SS-Obergruppenfhrer Heydrich gehalten werden. Jedenfalls wird eine groe jdische Wanderung einsetzen. Man sieht: Nolte hat hier vielleicht ein wenig geschummelt, indem er Zitate aus dem Zusammenhang ri! Aber das Zitat geht noch weiter:

38

PS-2233, IMT, Bd. 29, S. 502f.

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Aber was soll mit den Juden geschehen? Glauben Sie, man wird sie im Ostland in Siedlungsdrfern unterbringen? Man hat uns in Berlin gesagt: Weshalb macht man die Scherereien. Wir knnen im Ostland oder im Reichskommissariat auch nichts mit ihnen anfangen, liquidiert sie selber! [] Wir mssen die Juden vernichten, wo immer wir sie treffen und wo es irgend mglich ist, um das Gesamtgefge des Reiches hier aufrechtzuerhalten. [] Diese 3,5 Millionen Juden knnen wir nicht erschieen, wir knnen sie nicht vergiften, werden aber doch Eingriffe vornehmen knnen, die irgendwie zu einem Vernichtungserfolg fhren, und zwar im Zusammenhang mit den vom Reich her zu besprechenden groen Manahmen. Das Generalgouvernement mu genau so judenfrei werden, wie es das Reich ist. Wo und wie das geschieht, ist eine Sache der Instanzen, die wir hier einsetzen und schaffen mssen und deren Wirksamkeit ich Ihnen rechtzeitig bekanntgeben werde. Wute Frank also selbst nicht, ob die Juden nun umgesiedelt oder vernichtet wurden? Es sieht ganz so aus, als ob Frank beides gleichsetzt, denn er spricht bezglich der gleichen Sache von Umsiedlung und von Vernichtung. Tatsache ist, da diese Ambivalenzen verschwinden, sobald man diese Textstellen im Kontext anderer Dokumente sieht, etwa weiteren Tagebucheintragungen von Goebbels oder Reden und anderen Dokumenten von Hans Frank.39 Daraus wird deutlich, da sowohl Frank als auch Goebbels sich im klaren darber waren, da die arbeitsunfhigen Juden in den Osten umgesiedelt wurden, der Rest aber zu Zwangsarbeiten verpflichtet wurde. Nolte bezieht sich auf die Eintragung in Goebbels Tagebuch vom 27.3.1942:40 Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei Lublin beginnend, die Juden nach dem Osten abgeschoben. Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht nher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel brig. Im groen und ganzen kann man wohl feststellen, da 60 Prozent liquidiert werden mssen, whrend nur 40 Prozent in die Arbeit eingesetzt werden knnen. Nolte zitiert aber nur den unterstrichenen Teil, lt also die Prozentzahlen aus, deuten sie doch an, da es dem oft grosprecherischen Propagandaminister offensichtlich nicht um eine restlose Vernichtung der Juden anzukom39

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Vgl. dazu ausfhrlicher C. Mattogno, aaO. Leugnung der Geschichte? Leugnung der Beweise!, Teil 2, VffG 8(3) (2004), S. 291-310; vgl. auch Germar Rudolf, Einige Anmerkungen zur NS-Sprache gegenber den Juden, VffG 1(4) (1997), S. 260f. Ralf Georg Reuth (Hg.), Joseph Goebbels Tagebcher, 2. Aufl., Band 4, Piper, Mnchen 1991, S. 1776.

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men schien. Wenn man die tatschliche damalige Politik betrachtet, so zeigt sich, da die 60% liquidierten Juden jene waren, die nicht arbeitsfhig waren und deshalb nach Osten abgeschoben wurden. Das ergibt sich auch aus einem Tagebucheintrag von Goebbels, den dieser nur 20 Tage zuvor machte:41 Die Judenfrage mu jetzt im gesamteuropischen Rahmen gelst werden. Es gibt in Europa noch ber 11 Millionen Juden. Sie mssen spter einmal zuerst im Osten konzentriert werden. Eventuell kann man ihnen nach dem Kriege eine Insel, etwa Madagaskar, zuweisen. Jedenfalls wird es keine Ruhe in Europa geben, wenn nicht die Juden restlos im europischen Gebiet ausgeschaltet werden. Carlo Mattogno hat anhand von Dokumenten aus jener Zeit darauf hingewiesen, da damals, also nach der Wannsee-Konferenz, tatschlich eine Umsiedlung der Juden im Generalgouvernement begann, da es sich dabei jedoch um alles andere handelte als um eine Vernichtungsaktion.42 Die einzige Frage, die zu beantworten bleibt, ist, was Goebbels mit dem barbarischen Verfahren meinte. Aber auch hier versperrt Noltes Voreingenommenheit ihm die Sicht: War etwa die massenhafte Zwangsumsiedlung von Menschen nicht barbarisch? Die massenhafte Zwangsumsiedlung der Deutschen aus den deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg gilt ja auch als barbarisch. Ich denke, da uns die Bilder, die wir alle im Kopf haben, wenn wir an den Holocaust denken, emotional so abgestumpft haben, da wir die alltglich in aller Welt wirkende Barbarei gar nicht mehr als solche erkennen. Angesichts der Schrecken, die uns ber den Holocaust erzhlt werden, erscheint alles andere gar nicht so schlimm zu sein. Auch Noltes Bezug auf die Erinnerungen des Reichspressechefs Helmut Sndermann, der meint, Kaltenbrunner habe ihm Anfang April 1945 gesagt, bezglich auslndischer Meldungen ber ein Vernichtungslager Auschwitz gebe es nichts zu dementieren (S. 296), sind irrefhrend. Sndermanns Buch erschien 1975 und hat somit nur begrenzten Beweiswert. Tatschlich hatte sich die Reichsfhrung Anfang 1945 entschieden, derartige Meldungen nicht zu dementieren, um der Sache keine offizielle Anerkennung zu geben, frei nach dem Motto: ein gutes offizielles Dementi ist die beste Besttigung zumindest dafr, da die Anklage ernst genommen wird. Und genau das wollte man vermeiden. Kaltenbrunner selbst bestritt whrend des IMT jede Verantwortlichkeit, behauptete aber, Himmler habe ihm ge41

42

Roger Manvell, Heinrich Fraenkel, Goebbels. Eine Biographie, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Kln-Berlin, 1960, S. 256. Vgl. C. Mattogno, aaO. (Anm. 39), S. 305f.

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genber Anfang 1944 gestanden, Auschwitz sei ein Vernichtungslager gewesen.43 Ganz im Gegensatz dazu steht die Aussage Oswald Pohls, dem Chef des WVHA, auf dessen Schultern Kaltenbrunner alle Schuld abzuladen versuchte, da er annahm, da Pohl tot sei.44 Pohl, der in Untersuchungshaft gefoltert wurde,45 aber nicht kleinzukriegen war, fhrte in seinen Memoiren kurz vor seiner Hinrichtung aus, er halte sich juristisch fr unschuldig, da er weder Greuel veranlat noch geduldet habe.46 Nolte erwhnt zudem die Tagebcher anderer Personen, die in keiner Weise mit den Geschehnissen an den behaupteten Vernichtungssttten in Berhrung kamen, die aber dennoch in Briefen die Judenvernichtung nebenher wie eine allbekannte Tatsache erwhnten (S. 295). Da erwhnen Personen ohne jede Kenntnis der tatschlichen Vorgnge, was sie vom Hrensagen und aus Gerchten zu wissen meinen, und Prof. Nolte bietet uns das als Wissen an? Warum zitiert Prof. Nolte hier nicht auch aus den Briefen des Widerstndlers Hellmuth Graf von Moltke, der beschrieb, wie Juden in Hochfen verbrannt wrden?47 Mu man als Geschichtsprofessor mit solchem Unfug Zeilen schinden? hnlich auf der gleichen Seite: es existieren Tagebuchaufzeichnungen deutscher Soldaten, wo von dem slichen Leichen- und Verbrennungsgeruch die Rede ist, den sie bei Eisenbahnfahrten in der unmittelbaren Nhe von Auschwitz oder Belzec wahrgenommen haben. Vielleicht ist es Prof. Nolte entgangen, aber in Auschwitz starben zwischen Sommer 1942 und Sommer 1943 einige zigtausend Menschen vorwiegend an einer Fleckfieberepidemie. Tausende von Menschen starben dort binnen weniger Wochen, und das angesichts einer bis Anfang 1943 mangelhaften Kremierungskapazitt. Da wre wohl eher verwunderlich, wenn niemand jemals den slichen Geruch verwesender Leichen gerochen htte.

43 44 45

46 47

IMT, Bd. 11, S. 274. Ebenda, S. 232. O. Pohl, Letzte Aufzeichnungen, in: U. Walendy, HT Nr. 47, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1991, S. 35ff.; Mark Lautern, Das letzte Wort ber Nrnberg, Drer, Buenos Aires 1950, S. 43ff.; D. Irving, 2. Aufl., Der Nrnberger Proze, Heyne, Mnchen 1979, S. 80f. O. Pohl, Credo. Mein Weg zu Gott, A. Girnth, Landshut 1950, S. 43. H. von Moltke, Briefe an Freya 1939-1945, Beck, Mnchen 1988, S. 420; vgl. Peter Longerich (Hg.), Die Ermordung der europischen Juden, Piper, Mnchen 1990, S. 435.

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Tagungsprotokolle und Reden Wesentlich ernster zu nehmen sind dagegen verschiedene Tagungsprotokolle. Nolte erwhnt zunchst den Hinweis in einem Protokoll einer Tagung der deutschen Judenreferenten im Frhjahr 1944, in dem von der physischen Beseitigung des Ostjudentums die Rede sein soll (S. 296f.). Nolte erwhnt nicht, da sich whrend des Internationalen Militrtribunals (IMT) herausstellte, da dieser Kongre gar nicht stattgefunden hatte. Die Anklage weigerte sich berdies, den Angeklagten oder den Verteidigern dieses Dokument auszuhndigen.48 Es mu schlielich auch erwhnt werden, da angeblich ein Teilnehmer whrend dieser Geisterkonferenz ausdrcklich ber die Aus- und Umsiedlung von Juden sprach. Sollte dieses Dokument trotz alledem echt sein, so wre die Richtigkeit der Aussage zu prfen, ob also und auf welche Weise das Ostjudentum tatschlich physisch beseitigt wurde. Sodann fhrt Nolte die Posener Rede Himmlers vom 4.10.43 an, die gemeinhin als Geheimrede tituliert wird. Daraus ein Auszug:49 Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Ausrottung des jdischen Volkes. Es gehrt zu den Dingen, die man leicht ausspricht. Das jdische Volk wird ausgerottet, sagt ein jeder Parteigenosse, ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir. Und dann kommen sie alle an, die braven 80 Millionen Deutschen, und jeder hat seinen anstndigen Juden. Es ist ja klar, die anderen sind Schweine, aber dieser eine ist ein prima Jude. Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von euch werden die meisten wissen, was es heit, wenn 100 Leichen beisammenliegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwchen anstndig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte, denn wir wissen, wie schwer wir uns tten, wenn wir heute noch in jeder Stadt bei den Bombenangriffen, bei den Lasten und bei den Entbehrungen des Krieges noch die Juden als Geheimsaboteure, Agitatoren und Hetzer htten. Wir wrden wahrscheinlich jetzt in das Stadium des Jahres 1916/17 gekommen sein, wenn die Juden noch im deutschen Volkskrper sen.

48

49

IMT, Band X, S. 116, 127, 405; vgl. P. Rassinier, Das Drama der Juden Europas, Pfeiffer, Hannover 1965, S. 48ff; vgl. auch ders., Was nun Odysseus?, Priester, Wiesbaden 1960. PS-1919, IMT, Bd. 29, S. 110-173, hier S. 145f. Ein kurzer Tonauschnitt der Rede befindet sich online [Link]/VffG/1997/4/Himmler041043_2.wav.

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[] Wir hatten das moralische Recht, wir hatten die Pflicht gegenber unserem Volk, dieses Volk, das uns umbringen wollte, umzubringen. Nolte zitiert nur die unterstrichenen Passagen. Den Rest lt er aus. Auch hier stellt sich die Frage: meinte Himmler mit dem Wort Ausrottung die Evakuierungen oder umgekehrt? Tatsache ist, da im Parteiprogramm der NSDAP nichts von physischer Vernichtung der Juden steht, sondern nur davon, da Juden keine Staatsbrger sein knnen,50 was ja einer Verdrngung aus Deutschland gleichkommt. Die Passage mit den Leichen bezieht sich auf den Vorsatz mit jenen Deutschen und ihren anstndigen Juden, die die harten Manahmen gegen Juden nicht verstnden, weil sie nie Hunderte oder Tausende von Leichen gesehen haben: Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Damit kann Himmler aber keine jdischen Leichen gemeint haben, denn wenn die Deutschen mit ihren prima Juden Hunderte jdischer Leichen gesehen htten, wrden sie die antijdischen Manahmen noch weniger verstanden haben. Seine SoldatenZuhrer aber allesamt hochrangige Soldaten von SS, Waffen-SS und Wehrmacht verstanden die antijdischen Manahmen, weil sie Leichen gesehen haben. Aber das Sehen jdischer Leichen wrde auch diese nicht geneigt machen, harte Manahmen gegen Juden zu verstehen. Harte Manahmen versteht man nur, wenn man davon berzeugt ist, da sie gerecht sind, also als Strafe. Strafe aber fr was? Fr das massenhafte Sterben von Menschen; fr die Verantwortung fr den Krieg. Man beachte hierbei Hitlers oft wiederholte Redewendung: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und auerhalb Europas gelingen sollte, die Vlker noch einmal in einen Weltkrieg zu strzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jdischen Rasse in Europa.51 ber das Judentum sagte Hitler am 25. Oktober 1941:52 Diese Verbrecherrasse hat die zwei Millionen Toten des [Ersten] Weltkrieges auf dem Gewissen, jetzt wieder Hunderttausende. Sage mir keiner: Wir knnen sie doch nicht in den Morast schicken! Wer kmmert sich denn um unsere Menschen? Es ist gut, wenn uns der Schrecken vorangeht, da wir das Judentum ausrotten.
50

51

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Punkt 4 des Programms: Staatsbrger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rcksichtsnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein. Hitlers Reichtstagsrede vom 30.1.1939: Max Domarus, Hitler Reden und Proklamationen 19321945, Lwit, Wiesbaden 1973, Bd. II, S. 1058. W. Jochmann (Hg.), Adolf Hitler. Monologe im Fhrerhauptquartier 1941-1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, Knaus, Hamburg 1980, S. 106.

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Auch hier taucht die Ausrottung im Zusammenhang mit in den Morast schicken auf, womit wohl die weirussischen Smpfe gemeint waren, in denen damals auch die deutschen Soldaten stecken blieben. Hier haben wir also die Leichen, nmlich die Kriegstoten, die den Deutschen die anti-jdischen Manahmen verstndlich machen wrden, und die es Himmlers Zuhrer verstndlich machen sollten, warum harte Manahmen gegen Juden gerechtfertigt seien und warum Himmler und seine Zuhrer eine dermaen gnadenlose Haltung an den Tag legten. Am Ende fgt Himmler zwar hinzu, man habe das moralische Recht gehabt, die Juden umzubringen, doch ergibt dies wenig Sinn, denn erstens haben selbst die hartgesottensten Nationalsozialisten nie behauptet, die Juden htten je geplant, am gesamten deutschen Volk Vlkermord zu begehen. Die NS-Ideologie und Propaganda sprach vom jdischen Bolschewismus und von der jdischen Hochfinanz, die beide das deutsche Volk unterwerfen und versklaven wollten. Wenn man also Reziprozitt herstellen wollte, so hiee umbringen hier, da Himmler meinte, er habe das Recht gehabt, die Juden zu unterwerfen und zu versklaven, was ja genau das ist, was damals geschah. Diese Passage wrtlich zu interpretieren, ist auch deshalb falsch, weil Himmler hier in Vergangenheitsform spricht: wir hatten die Pflicht [], dieses Volk [] umzubringen. Im Herbst 1943 gab es in Europa aber selbst nach herrschender Auffassung noch Millionen von Juden: Den ungarischen Juden war bis dahin kein Haar gekrmmt worden; in Polen war aus dem groen Ghetto von Lodz niemand deportiert worden; in Frankreich blieben bis Kriegsende drei Viertel der Juden und sogar fast 90% der Juden franzsischer Staatsbrgerschaft von jeder Deportation verschont. Eine gnzlich andere Frage ist die nach der Authentizitt der Rede. Passagen davon wurden whrend des IMT auf Schallplatte vorgefhrt. Das ist jedoch rtselhaft, zumal kaum verstndlich ist, da eine Geheimrede aufgezeichnet wurde. Die beim IMT vorgefhrte Platte ist zudem eine sogenannte Schellackplatte, auf der mittels der sogenannten Nadeltontechnik direkt aufgenommen wurde. Das ist eine schon damals veraltete Aufnahmetechnik. Die Tonqualitt dieser Platten ist dementsprechend schlecht, was eine Stimmanalyse praktisch ausschliet. 1943 jedoch wurden Reden in Deutschland bereits auf Tonband aufgenommen, das 1939/1940 zur Serienreife gebracht worden war und sich in Windeseile verbreitete. Die Alliierten freilich beherrschten die Technik nicht, weshalb anzunehmen ist, da sie damals nicht etwa Schallplatten mit der Rede Himmlers fanden, sondern da sie sie selbst anfertigten. Ob von einem Tonband, von dessen Existenz meines Wissens 147

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niemand etwas wei, oder mittels eines Stimmimitators also einer Flschung ist vllig offen. Aber selbst wenn man von der Annahme ausgeht, da diese Rede Himmlers so von ihm gehalten wurde: C. Mattogno weist mit Recht darauf hin, da man auch hier wieder Himmlers Rede im Kontext aller seiner Ansprachen und Dokumente sehen mu, beispielsweise seiner Erklrung in Bad Tlz vom 23. November 1942:53 Vllig gewandelt hat sich auch die Judenfrage in Europa. Der Fhrer sagte einmal in einer Reichstagsrede: Wenn das Judentum einen internationalen Krieg etwa zur Ausrottung der arischen Vlker anzetteln sollte, so werden nicht die arischen Vlker ausgerottet, sondern das Judentum. Der Jude ist aus Deutschland ausgesiedelt, er lebt heute im Osten und arbeitet an unseren Straen, Bahnen usw. Dieser Proze ist konsequent, aber ohne Grausamkeit durchgefhrt worden. Zum Wannseeprotokoll, das in den letzten Jahrzehnten als eines der zentralen Beweisdokumente fr den Holocaust prsentiert wurde, fhrt Nolte aus, da es tatschlich kein Protokoll ist und in ihm nicht ausdrcklich von Tten und Beseitigen die Rede ist (S. 313f.). Bezglich der revisionistischen Kritik fhrt er lediglich die von Udo Walendy angefhrten stilistischen und sprachlichen Mngel des Protokolls an. Dies ist jedoch weder das einzige noch das strkste Argument Walendys.54 Ferner darf man sich wundern, da die z.T. schon recht lange existierenden und argumentativ anders aufgebauten Arbeiten anderer Autoren gar nicht erwhnt werden.55 Dort wird bisher unwidersprochen belegt, da das Wannseeprotokoll tatschlich eine Flschung ist, da die Flscher den Fehler gemacht haben, eine fehlerhafte erste Version durch eine zweite zu ersetzen. Dabei wurden z.B. die ansonsten identischen handschriftlichen Notizen auf dem ersten Exemplar des Begleitschreibens bei der bertragung auf das zweite etwas versetzt und in der
53

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Bradley F. Smith, Agnes F. Peterson (Hg.), Heinrich Himmler. Geheimreden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen, Propylen, Frankfurt 1974, S. 200. U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 35, 1988. W.D. Rothe, Die Endlsung der Judenfrage, Bierbaum, Frankfurt/Main 1974, Band 1, S. 173ff.; W. Stglich, Der Auschwitz Mythos, Grabert, Tbingen 1979, S. 38ff. ([Link]/D/dam); H. Wahls, in Verffentlichung der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt, Band 10, Ingolstadt 1987; J.P. Ney, Huttenbriefe, Sonderdruck Juni 1992; R. Bohlinger, J.P. Ney, Gutachten zur Frage der Echtheit des sogenannten Wannsee-Protokolls und der dazugehrigen Schriftstcke, Verlag fr ganzheitliche Forschung und Kultur, Vil 1992; vgl. Roland Bohlinger (Hg.), Die Stellungnahme der Leitung der Gedenksttte Haus der Wannsee-Konferenz zu dem von Bohlinger und Ney verfaten Gutachten zur Frage der Echtheit des sogenannten Wannsee-Protokolls und der dazugehrigen Schriftstcke, Verlag fr ganzheitliche Forschung, Vil 1995 ([Link]/D/Wannsee).

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Gre verzerrt.56 Hier haben die Flscher beim Kopieren nicht richtig aufgepat. Dokumente ber Gaswagen Schlielich meint Ernst Nolte noch, ber die angeblich hinter der russischen Front eingesetzten Gaswagen berichten zu mssen, deren Existenz durch ein Schreiben eines Dr. Becker an Obersturmfhrer Rauff erwiesen sei, da darin ausdrcklich von Menschenvergasungen die Rede sei (S. 398f.). Auch hierzu hat es schon vor Jahren den ersten Ansatz einer technischen und dokumentenkritischen Sachanalyse gegeben, die an diesem und anderen Dokumenten kein gutes Haar lt.57 Es htte Nolte gut zu Gesicht gestanden, wenn er diese wenigstens zitiert htte. Darin wird darauf verwiesen, 1. da die dort enthaltenen technischen Beschreibungen sich teilweise widersprechen, auf jeden Fall aber technisch unsinnig oder sogar unmglich sind; 2. da es absolut hirnrissig ist wie stellenweise bezeugt , fr Vergasungen Fahrzeuge der US-Spezialfirma fr Tanklastzge Diamond einzusetzen, die erstens nicht als Gaswagen zu verwenden waren und zweitens bei Defekten wegen fehlender Ersatzteillieferungen kaum reparabel waren; 3. da der bezeugte und dokumentierte Einsatz von Lastwagen der Firma Saurer als Vergasungslaster mit Dieselmotorabgas als Ttungsmittel eine Unmglichkeit ist, da Dieselabgase fr einen Mord denkbar ungeeignet sind; 4. da es gerade die Firma Saurer der weltweit fhrende Hersteller generatorgasbetriebener LKWs war, deren Generatorgas mit bis zu 35% des giftigen Kohlenmonoxid sofort tdlich gewesen wre; 5. da selbst das Abgas solcher Generatorgaswagen nur noch einen verschwindenden Bruchteil des Kohlenmonoxids des eingesetzten Generatorgases enthalten htte, so da die dokumentierte Verwendung nicht etwa des Generatorgases selbst, sondern der Abgase von irregewordenen Ingenieuren zeugen mte; 6. da eines der als Beweis zitierten Dokumente sich auf eine Besprechung bezieht, die erst nach dem Erstellungsdatum dieses Dokumentes stattfand;

56 57

Vgl. R. Bohlinger, J.P. Ney, ebenda. Ingrid Weckert, Historische Tatsachen Nr. 24, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1985; dies., Die Gaswagen Kritische Wrdigung der Beweislage, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 35), S. 193-218 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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7. da dieses Dokument die gleiche Gliederung und thematischen Inhalte hat wie ein Schreiben, das sich ebenfalls auf die obige Besprechung beruft, allerdings nach dieser erstellt wurde und einen rein zivilen Inhalt ohne Bezug auf Vergasungen oder Ttungen hat; 8. da von einigen dieser angeblichen Dokumente mehrere Exemplare (mit sprachlichen und stilistischen Stilblten!) vorhanden sind und wieder niemand angeben kann, welches denn das Original sein soll; 9. da diese Punkte die Dokumente mit Sicherheit als plumpe Flschungen entlarven. Da Flschungen im Zusammenhang mit der Geschichte des Dritten Reiches keine Ausnahmen sind, soll hier kurz aufgezeigt werden. Bekannt ist, da Rauschnings Gesprche mit Hitler ebenso falsch sind58 wie das Hobach-Protokoll59 und das Bormann-Diktat.60 Neuer ist z.B. die Erkenntnis, da der KGB fr den Demjanjuk-Proze das einzige Belastungsdokument, nmlich den SS-Dienstausweis Demjanjuks, geflscht hat. Als diese Flschung ruchbar wurde, schob man flugs noch einige weitere Komplettflschungen nach, um mit dem oft gehrten Argument glnzen zu knnen: Aber wenn es so viele gleichaussehende Dokumente bzw. Aussagen gibt, so ist deren Echtheit bzw. Wahrheit bewiesen. Gottseidank lieen sich unsere Gutachter davon nicht narren.61 Interessant ist zudem die erst vor etwa zwei Jahren festgestellte Tatsache, da auch die CIA nicht vor der Verwendung von Flschungen zurckschreckt, um Deutschland heute noch zu belasten. Luftaufnahmen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wurden gezielt geflscht: Man fgte vermeintlich zu den Gaskammern marschierende Hftlingsgruppen hinzu sowie Zyklon-B-Einwurfstutzen auf den Dchern der vermeintlichen Gaskammern. Leider vermalten sich die Flscher: Eine Hftlingsgruppe spaziert geradewegs ber einer Hftlingsbaracke, und die Zyklon-B-Stutzen werfen ihren Schatten in die falsche Richtung und sind zudem viel zu gro geraten.62

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K. Corino (Hg.), Geflscht!, Rowohlt, Reinbek 1992, S. 91ff. D. Hoggan, Der erzwungene Krieg, 14. Aufl., Grabert, Tbingen 1990, S. 116f., 860; vgl. E. Nolte, aaO. (Anm. 14), S. 86. A.M. Beer in Verffentlichung der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt, Band 10, Ingolstadt 1987. D. Lehner, Du sollst nicht falsch Zeugnis geben, Vowinckel, Berg o.J.; H.P. Rullmann, Der Fall Demjanjuk, Verlag fr ganzheitliche Forschung und Kultur, Struckum 1987. E. Jckel u.a. (Hg.), aaO. (Anm. 34), S. 1427, erwhnen davon kein Wort. G. Rudolf, aaO. (Anm. 23), S. 81ff.; J.C. Ball, aaO. (Anm. 36).

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Bei so vielen schon heute bekannten und gut dokumentierten Dokumentenflschungen mu jede Arbeitsweise, die ein Dokument nicht auf seine Echtheit prft, als unwissenschaftlich bezeichnet werden. Erst recht unwissenschaftlich ist die durch nichts bewiesene Behauptung Noltes, Himmler habe 1944 die Endlsung gestoppt (S. 290). Diese Behauptung sttzt sich lediglich auf die Aussage Kurt Bechers vor dem IMT, er habe ein solches Stop-Dokument von Himmler erhalten.63 Von diesem Geister-Dokument fehlt jedoch jede Spur. Einem schwedischen Major gegenber hat Becher seine damalige Behauptung als falsch bezeichnet und mit den Zustnden whrend des IMT begrndet. Mit anderen Worten: Er war zu dieser Falschaussage gentigt worden.64

Der Zeugenbeweis in der etablierten Holocaust-Betrachtung Wer ist Zeuge?


Besonders unzuverlssige Zeugenaussagen sind Parteiaussagen, also hier belastende Aussagen ehemaliger Inhaftierter des Dritten Reiches oder Angehrige der Feindmchte und deren erklrte Sympathisanten sowie entlastende Aussagen von Funktionstrgern des Dritten Reiches, besonders wenn diese Funktion im Zusammenhang mit der Juden- bzw. Rassenfrage stand, sowie von Sympathisanten des Dritten Reiches. Ferner gelten Gestndnisse generell nicht als Beweise, sondern nur als Indizien, da man aus Erfahrung wei, da gut die Hlfte aller abgelegten Gestndnisse falsch sind. Dies kann z.B. geschehen, um dritte Personen zu decken; um sich mit einer Tat zu schmcken; um sich in einer ausweglosen Verhrsituation Erleichterung zu verschaffen; um Strafmilderung zu erhalten; durch Gedchtnismanipulationen; aufgrund psychischer Strungen etc. Aber auch Aussagen von neutralen Zeugen sind dann auszuschlieen, wenn sie unter irgendeiner Art von Zwang abgelegt wurden (Folter, Anklagedrohung, Auslieferung an die Sowjetbehrden, Straf- oder Haftverschrfung, Androhung von Nachteilen fr Hab und Gut, Familie und Gesundheit sowie berufliches Fortkommen).
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IMT-Dokument PS-3762; IMT, Nrnberg 1948, Band XXXII, S. 68; Aussage K. Becher, AG Bremen, Az. 19 AR 1851/61, Vernehmung vom 20.6.1961. Gran Holming, Himmlers Befehl, die Vergasung der Juden zu stoppen, VffG, 1(4) (1997) S. 258f.

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Nolte fhrt als Ttergestndnisse vor dem Streit Ausfhrungen von A. Hitler und Textstellen aus der NS-Postille Der Strmer an, in denen diffuse Drohungen ausgesprochen werden. Er gesteht allerdings ein, da diesen ffentlichen Aussagen von Zeitgenossen kein direkter Beweiswert zukomme (S. 290ff.). Dies ist insofern richtig, als es sich mglicherweise auch nur um propagandistisch berzeichnete Drohungen handeln kann und solche Aussagen hchstens als Beweis fr eine Intention angesehen werden knnen, bezglich einer mglichen Tat jedoch nur ein Indiz darstellen. So gilt ja z.B. in jedem normalen Mordproze die vor einem vermeintlichen Mord unter Zeugen gemachte Aussage eines Verdchtigen, er werde das sptere Opfer umbringen, mitnichten als Beweis fr seine Tterschaft. Auerdem gilt hier ebenso, da Hitlers uerungen im Zusammenhang den Eindruck vermitteln, er habe nicht der physischen Vernichtung der Juden das Wort geredet, sondern deren politischer und wirtschaftlicher Ausschaltung und erzwungenen Verdrngung aus Europa.39 Wesentlich wichtiger sind dagegen die recht hufigen Ttergestndnisse, von denen Nolte H, Wilhelm Httl (als Hoetl zitiert), Wisliceny und Gerstein exemplarisch anfhrt. Bevor wir uns diesen Gestndnissen im einzelnen zuwenden, sollen zuerst die Umstnde betrachtet werden, unter denen diese nach Kriegsende abgelegt wurden.

Methoden des Zeugniserwerbs


Zuerst stellt sich die Frage nach den Umstnden der alliierten Nachkriegsprozesse. Nolte bergeht dieses Thema vllig, obwohl es zum Verstndnis unumgnglich ist. Ich habe zu diesem Komplex einen umfangreichen Beitrag verfat, auf den ich hier verweisen darf und dessen Lektre ich empfehle.65 Demnach waren diese Prozesse nichts anderes als eine Neuauflage der mittelalterlichen Hexenprozesse. Da whrend der spteren Strafverfahren nicht mehr gefoltert wurde und der Rechtsbruch nicht mehr so offenkundig war, ndert nichts daran, da die Atmosphre in diesen Verfahren jenen der unmittelbaren Nachkriegszeit erschreckend hnelte.66 Zusammenfassend kann man feststellen, da die Gestndnisse und Zeugnisse von vermeintlichen Ttern und Beteiligten durch Folter, Androhung von Anklageerhebung, Haft- und Strafverschrfung, Nachteile fr das per65

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Manfred Khler, Der Wert von Aussagen und Gestndnissen zum Holocaust, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 35), S. 61-98 ([Link]/D/gzz/[Link]). Vgl. dazu neben meiner erwhnten Untersuchung, ebenda, auch meine Serie zur Analyse der Ermittlungsakten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, G. Rudolf, Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, VffG 6(3) (2002) und fortfolgende.

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snliche Wohlergehen und berufliche Fortkommen erzwungen wurden und da entlastende Aussagen durch die Prozefhrung, durch Repressalien und sonstige Einflunahmen von Vereinigungen und staatlichen Organen gezielt unterbunden oder sogar verboten wurden. Unter diesen Umstnden sind die vermeintlichen Ttergestndnisse nicht als Beweise, sondern lediglich als zudem unglaubhafte Indizien anzusehen, so da deren inhaltliche Diskussion im nchsten Kapitel erfolgen wird. Es verstrkt sich unter Bercksichtigung aller Umstnde der Verdacht, da die erhobenen Anschuldigungen nicht beweisbar waren, so da man zu solchen Terrormanahmen zu greifen gezwungen war.

Die Parteiaussage in der etablierten Holocaust-Betrachtung Zeugenaussagen vermeintlicher Opfer und ihrer Sympathisanten
bertreibung oder Lge? Zunchst gesteht Nolte ein, da die berprfung von Zeugenaussagen auf ihre Zuverlssigkeit und technisch-naturwissenschaftliche Mglichkeit zulssig, ja wissenschaftlich unumgnglich ist (S. 86, 308f). Er gibt ferner zu, da die Angaben einiger Zeugen z.B. ber die berichteten Menschenmengen, die pro Vergasung in einen Raum gesperrt worden sein sollen, oder auch bezglich der Massenkremierungen in Gruben mit dem bergieen der Leichen mit siedendem Menschenfett kaum mehr als Phantasie sein drften (S. 311). Dennoch ist er der berzeugung, da nicht alle Zeugen wie z.B. C.S. Bendel, M. Nyiszli, H. Tauber, F. Mller, R. Vrba, A. Wetzler, E. Wiesel und D. Olre wie aus dem Nichts das Gleiche ber Auschwitz htten erzhlen knnen.67 Ich bin enttuscht, da Nolte jene Zeugen nicht erwhnt oder nicht zu kennen scheint, die ber Auschwitz keine derartigen Greuelgeschichten erzhlen knnen, ja die felsenfest davon berzeugt sind, da so etwas nicht passiert ist.68 Whrend des Prozesses gegen Gottfried Weise,69 damals angeblich ein wahllos die Hftlinge erschieender Wachmann in Auschwitz, wurden dem Gericht viele Zeugen prsentiert, die nichts von den Greueln bemerkt hatten, die doch angeblich sogar noch kilometerweit entfernt durch Schsse, Schreie, Rauchwolken und Gestank von brennendem Menschenfleisch htten bemerkt werden mssen. Solche Zeugen lehnen unsere Gerich67

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Zu einer Kritik dieser Zeugen vgl. Jrgen Graf, Auschwitz. Ttergestndnisse und Augenzeugen des Holocaust, Verlag Neue Visionen, Wrenlos 1994 ([Link]/D/atuadh/). Vgl. G. Rudolf, Kapitel 4.6. Aussagenkritik, Teil 2: Glaubhafte Angaben, Vorlesungen ber den Holocaust, Castle Hill Publishers, Hastings 2005, S. 480-493. Rdiger Gerhard (Hg.), Der Fall Gottfried Weise, 2. Aufl., Trmer, Berg 1991.

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te aber grundstzlich ab, da sie angeblich nicht zur Tataufhellung beitragen knnen, zumal sie offensichtlich immer zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren und somit die ohnehin feststehende Tat offensichtlich nicht miterlebt htten anders sind diese Zeugenaussagen in der Tat nicht zu erklren, wenn die Tat wegen Offenkundigkeit nicht in Frage gestellt werden darf. Es wird Zeit, da sich unsere Historiker die vielen ungedruckten Aussagen von Hftlingen ansehen oder anhren, die keine Greuel erlebt haben oder solche begrndet ausschlieen. Sie werden bisher von allen ignoriert oder sogar beschimpft. Ein Wissenschaftler aber, der mgliche Beweise und Argumente gegen seine Thesen ignoriert, ist eines akademischen Titels nicht wrdig, denn er argumentiert selektiv und produziert somit Wunschergebnisse. Richtig ist sicher, da in den Erzhlungen aller Zeugen ein wahrer Kern steckt, auch wenn dieser Kern nur aus der Existenz der Konzentrationslager, den zumeist durch Seuchen zu Tausenden anfallenden Leichen, deren Verbrennung auf Scheiterhaufen und in Krematorien, harten, z.T. unmenschlichen Lebensbedingungen und schweren Strafen bis zu Exekutionen bei Vergehen der Hftlinge besteht. Wo die Grenze zwischen Wahrheit, Dichtung und Lge liegt, ist letztlich schwer zu beurteilen. Juristisch gesehen sind alle Zeugen durch das Bekunden technisch und naturwissenschaftlich unmglicher sowie durch Sachbeweise widerlegter Begebenheiten mehrfach der Falschaussage berfhrt. Juristisch betrachtet ist es unerheblich, ob irgendwo in ihren Berichten ein Kern Wahrheit steckt: Die Aussagen taugen wegen massiver Unglaubwrdigkeit der Zeugen selbst als Indiz nichts mehr. Zu den erwiesenen Falschaussagen bezglich Auschwitz hier soviel: Die bezeugten rtlichkeiten werden zumeist vllig abwegig beschrieben, z.B. Aussagen ber Phantasie-Gaskammern mit beliebigen Ausmaen und allen erdenklichen Ausrstungsgegenstnden (Bnke, Kleiderhaken, Seife, Handtcher, Spiegel, Ventilatoren etc.), in denen das Gas aus Duschen herausstrmt.70 Mit solchen Aussagen ist nur erwiesen, da die Zeugen nie gesehen haben knnen, was sie beschreiben. Die bezeugten Kremierungskapazitten von Krematorien und Freiluftverbrennungen sowie die Beladung von Rumen mit riesigen Menschenmassen spotten jeder technischen Mglichkeit. Nach Lage der Dokumente konnten die Krematorien in Auschwitz nicht mehr als etwa 100.000 Leichen eingeschert haben. Fr mehr reichten die nachgewiesenen Kokslieferungen nicht aus. Und mehr Kremierungen ht70

Vgl. C. Mattogno, Annales dHistoire Rvisionniste 1 (1987), S. 15-107, bes. 91ff.

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ten die einzelnen fen nicht ausgehalten, ohne grundberholt werden zu mssen, was nachweislich bis zu ihrer Stillegung Ende 1944 nicht geschah.71 Flammenschlagende und tiefschwarz rauchende Krematoriumskamine sind technisch nur in Ausnahmen beim Anfeuern mglich, nicht aber whrend des Betriebes.72 Das untergrbt z.B. die Glaubwrdigkeit des von Nolte erwhnten David Olre, der vielerlei Schreckensbilder ber Auschwitz malte, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben, und der gegenber J.-C. Pressac sogar behauptete, in den Auschwitzer Krematorien sei aus Judenfleisch Kremawurst hergestellt worden.73 Luftaufnahmen alliierter Aufklrer beweisen, da es die bezeugten Massenverbrennungen im Frhjahr/Sommer 1944 auf offenem Feld nicht gegeben hat: Es gab zu jener Zeit keine Brennstofflager, Leichenhaufen, Verbrennungsgruben, Feuer- und Rauchentwicklung im bezeugten Bereich.74 Die bezeugten Zyklon-B-Einwurfstutzen in den Decken der Leichenkeller I von Krema II und III, angeblich Hauptorte der Massenvergasungen, sind (bautechnisch nachweisbar) nie vorhanden gewesen.27 Nach den bezeugten Szenarien mten in den Gaskammern noch heute groe Rckstandsmengen von Zyklon B (in Form von langzeitstabilen Eisencyaniden) vorhanden sein. Es fehlt allerdings jede Spur dieser Verbindungen.23 Die bezeugten Vergasungs- und Verbrennungsszenarien gleichen einer Anhufung absurd-perverser, technisch unmglicher Horrorszenen. Fr Einzelheiten sei auf die Literatur verwiesen.75 Einflu der Propaganda Wer gibt uns eigentlich die Sicherheit, da die Aussagen der oben beispielhaft genannten Zeugen unabhngig voneinander und vor allem ohne
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Vgl. C. Mattogno, F. Deana, Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 35), S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]). Vgl. C. Mattogno, Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen, VffG, 7(3&4) (2003), S. 386-391. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, S. 554, vierte Spalte, Zeilen 17-22. J.C. Ball, aaO. (Anm. 36); vgl. G. Rudolf, aaO. (Anm. 68), Kapitel 3.4.3.: Luftbildbeweise, S. 217-226. Vgl. neben den obengenannten Quellen auch Carlo Mattogno, Belzec, aaO. (Anm. 18); Carlo Mattogno, Jrgen Graf, Treblinka. Vernichtungslager oder Durchgangslager, Castle Hill Publishers, Hastings 2003 ([Link]/D/Treblinka).

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Einflu offizieller Behrden oder Vereinigungen oder der Medien entstanden?76 Wenn man sich die Methoden der Westalliierten in Nrnberg ansieht: Wer glaubt im Ernst daran, da die Sowjets mit ihren Helfershelfern im Osten mit der Wahrheit zimperlicher umgegangen sind? Man mu sich nur vergegenwrtigen, da Vergasungsvorwrfe gegen Deutschland und seine Verbndeten bereits im Ersten Weltkrieg auftauchten, was Nolte auch angibt (S. 317). Die Story selber brauchte also nicht neu erfunden zu werden. Nolte selber schreibt, da bereits im Jahre 1942/43 Berichte ber Vergasungen durch die Deutschen in den westlichen Medien auftauchten (S. 292). Auch die Sowjets fhrten 1943 ihre ersten Schauprozesse wegen angeblicher NSMassenmorde mittels Giftgas durch.77 Die massive Propaganda der Alliierten Ost wie West um die vermeintlichen NS-Greuel kann wohl niemanden unberhrt und unbeeinflut gelassen haben. Zu glauben, da sich die Alliierten lediglich auf die Wiedergabe naiv-gutmtig abgegebener Zeugenaussagen beschrnkt htten oder diese sogar unterdrckt htten, wie es in der etablierten Literatur allgemein angegeben wird, zeugt hchstens von bergroer Naivitt bezglich der Ttigkeit alliierter Geheimdienste und steht zu den belegten, wenig skrupellosen Vorgngen whrend des IMT in merkwrdigem Gegensatz. Sicherlich haben die Alliierten aus den Fehlern ihrer Propaganda des Ersten Weltkrieges gelernt und hielten sich mit offiziellen Anschuldigungen solange zurck, wie das Deutsche Reich noch zu Gegendarstellungen fhig war, auch mittels internationaler Untersuchungskommissionen. Man berlie zu jener Zeit die Propaganda den Russen und zumindest vordergrndig privaten, meist jdischen Organisationen oder Einzelpersonen, auf deren Gerede die Reichsregierung glaubte, nicht reagieren zu mssen, solange die Weltffentlichkeit sie nicht ernst nahm. Die britische Greuelpropaganda aber schlachtete jede noch so unglaubwrdige Meldung aus. Als schlielich durch den Erfolg der eigenen Propaganda die britische Regierung selber anfing, den entsprechenden Berichten Glauben zu schenken, schaltete sich das Foreign Office ein. David Irving fand ein vertrauliches Memorandum des Foreign Office vom Sommer 1943, welches darauf hinweist, da man dem Gerede der Juden um eine angebliche Massenvernichtung ihrer Glaubensbrder nicht allzu viel Glauben schenken solle, da es dafr nicht
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Das Abkupfern von Zeugenaussagen ist erwiesen z.B. fr den Fall M. Nyiszli durch F. Mller, vgl. C. Mattogno, Annales dHistoire Rvisionniste 5 (1988), S. 119-140. Vgl. Anm. 57; sowie F.P. Berg, Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 35), S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]). Die Prozeprotokolle dieser stalinistischen Kriegsschauprozesse werden als Beweisdokumente z.B. angefhrt in E. Jckel u.a. (Hg.), aaO. (Anm. 34), Bd. 1, S. 278, Band 2, S. 812; W. Benz (Hg.), Dimension des Vlkermordes, Oldenbourg, Mnchen 1991, S. 526f., 540.

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den geringsten Beweis gbe. Der Staatssekretr des Foreign Office, V. Cavendish-Bentinck, schrieb wrtlich an seine Regierung:78 Ich glaube nicht, da es irgendeinen Beweis [fr die Gaskammern] gibt. Sicherlich hat es diesbezgliche Geschichten gegeben. Viele Geschichten, und wir haben diese bei PWE (Political Warfare Executive/Greuelpropagandaabteilung) hochgespielt, ohne auch nur einen Augenblick lang zu glauben, sie wren begrndet. Jedenfalls gibt es weit weniger Indizien dafr, als fr den von den Sowjets begangenen Massenmord an den polnischen Offizieren bei Katyn [...] Und: diese Massenttungen in Gaskammern erinnern mich stark an die Geschichten von der deutschen Verwertung von Leichen zur Fettherstellung im letzten Weltkrieg. Auch das war eine groteske Lge. Oder man nehme einen Rundbrief des britischen Propagandaministeriums vom 29.2.1944, versandt an die Kirchen Englands und an die BBC:79 Wir wissen, wie sich die Rote Armee 1920 in Polen und dann erst neulich in Finnland, Estland, Lettland, Galizien und Bessarabien verhielt. Wir mssen daher in Betracht ziehen, wie sich die Rote Armee mit Sicherheit verhalten wird, wenn sie Mitteleuropa berrennt. [] Die Erfahrung hat gezeigt, da eine gegen den Feind gerichtete Greuelpropaganda die beste Ablenkung ist. Leider ist die ffentlichkeit nicht mehr so empfnglich wie in den Tagen der Leichenfabriken, der verstmmelten belgischen Babys und der gekreuzigten Kanadier.[80] Um Ihre Mitarbeit wird daher ernsthaft nachgesucht, um die ffentliche Aufmerksamkeit von den Taten der Roten Armee abzulenken, indem Sie verschiedene Anschuldigungen gegen die Deutschen und Japaner vollherzig untersttzen, die vom Ministerium in Umlauf gebracht wurden und werden. Ein konkretes Beispiel solcher Propaganda ist brigens die Geschichte des von Nolte (S. 312f.) erwhnten Polen Jan Karski ber das angebliche Lager Belzec.81 Seine Geschichte widerspricht nicht nur dem, was man uns heute
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British Foreign Office, Public Record Office, Ref. FO 371/34551, 27.8.1943 ([Link]/Auschwitz/docs/Cavendish/[Link]). Auszug aus Edward J. Rozek, Allied Wartime Diplomacy, John Wiley & Sons, New York 1958, S. 209f.; Rozek gibt als Quelle an: Poland, Official Government Documents, Bd. LVI, Doc. 78; eingefhrt im ersten und zweiten Zndel-Proze, zitiert nach B. Kulaszka (Hg.), Did Six Million Really Die?, Samisdat Publishers, Toronto 1992, S. 155 ([Link]/english/dsmrd/[Link]) Anspielung auf die alliierte Greuelpropaganda des Ersten Weltkriegs; vgl. Arthur Ponsonby, Absichtliche Lgen in Kriegszeiten, Buchkreis fr Gesinnung und Aufbau, Seeheim 1967. Jan Karski, Story of a Secret State, Houghton Mifflin, Boston 1944, S. 339-351.

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ber Belzec glauben machen will, wie Nolte richtig anmerkt. Sie mu zudem im Kontext von Karskis damaliger Ttigkeit gesehen werden, die Nolte unterschlgt. Karski war damals nmlich als Kurier der in London residierenden polnischen Exilregierung ttig. Was es mit dieser Kurierttigkeit auf sich hatte, hat der britisch-jdische Historiker Walter Laqueur wie folgt ausgedrckt:82 Karski lebte 1941/42 im Untergrund in Warschau und beschftigte sich mit schwarzer Propaganda unter deutschen Soldaten, druckte und verteilte Flugbltter in deutscher Sprache. Unttig waren die Alliierten und ihre Vasallen also nicht. Aus den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges klug geworden, haben die Westalliierten die Greuellgen nicht mehr so sehr durch ihre eigene Presse oder sogar durch ihre Staatsreprsentanten verbreiten lassen denen glaubte kein Mensch mehr , sondern wesentlich geschickter durch die Arbeit von Agenten und Kollaborateuren im vom Dritten Reich besetzten Osten. Die offizielle Anklage mit der entsprechenden massiven Propaganda konnte man sich geschickter fr die Nachkriegszeit aufbewahren, als der Angeklagte vllig wehr- und verteidigungslos war. Nolte meint, da die alliierte Propaganda whrend des Krieges bestimmte, von ihm fr wahr gehaltene Ereignisse nicht so schlimm darstellte, wie sie seiner Ansicht nach waren (S. 317). Das setzt voraus, da die ab 1942 auftauchenden grausigen Meldungen vom millionenfachen Mord durch Gaskammern, Vakuumkammern, Heidampfkammern, Verbrennungen bei lebendigem Leibe, Fliebandstarkstromttungen etc.,83 nicht alliierter Propaganda entstammen. Das ist unwahrscheinlich und mte erst noch bewiesen werden. Kennt Nolte diese frhen, heute zum Groteil als Greuellgen widerlegten Meldungen nicht? Da er ein anderes Beispiel widerlegter Greuelpropaganda aus der Kriegszeit im Zusammenhang mit dem Holocaust zitiert (S. 317), ist das nicht anzunehmen. Oder erkennt er als mgliche Propaganda nur an, was die Alliierten bis heute zugegeben haben? Auf jeden Fall wre es naiv anzunehmen, da unsere damaligen Todfeinde heute gestehen wrden, da dieses und jenes nur Greuelpropaganda war, auch wenn andere kleine Lgen durchaus stellenweise zugegeben werden.84 An dem zuvor angefhrten Beispiel der CIA, die selbst heute nicht vor der Verwendung von Fl82

83 84

W. Laqueur, Was niemand wissen wollte: Die Unterdrckung der Nachrichten ber Hitlers Endlsung. Ullstein, Frankfurt/Main, Berlin, Wien 1981, S. 285. Vgl. C. Mattogno, aaO. (Anm. 18), sowie C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 75). E. Howe, Die Schwarze Propaganda, Beck, Mnchen 1983; S. Delmer, Die Deutschen und ich, Hamburg 1962.

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schungen zurckschreckt, drfte klar geworden sein, da eine Aufdeckung gewisser Propagandageschichten niemals im Interesse der damaligen Sieger liegen kann auch heute noch nicht. Beispielhaft dafr war auch der Fall Demjanjuk, bei dem sowjetische, amerikanische, deutsche und israelische Regierungsstellen konspirierten, um die Enthllung zu verhindern, da zur Durchfhrung eines Holocaust-Schauprozesses Dokumente gleich reihenweise geflscht worden waren.85 Man darf also keinsfalls auf ein Gestndnis seitens unserer heutigen Verbndeten hoffen. Noltes These vom Zurckbleiben der alliierten Propaganda hinter der Realitt reduziert sich also darauf, da angeblich reale Meldungen bei den westlichen Regierungen nicht zu entsprechenden Anklagen und Gegenmanahmen fhrten. Dafr knnte es zwei Grnde gegeben haben: 1. Die von den Alliierten in die Welt gesetzten gigantischen Lgen von Vernichtungszentren und Skeletthalden lieen sie selber an keine Greuelmeldung mehr glauben selbst wenn sie wahr gewesen sein sollte. 2. Die Alliierten kannten die Herkunft aller Meldungen und waren durch ihre Luftaufklrung, durch das Abhren der Funkmeldungen deutscher KL86 und durch die beraus aktive Partisanen- und Agententtigkeit im Osten sehr gut unterrichtet. Daher wuten sie, da man solche Meldungen nicht ernst zu nehmen brauchte. Im Fall 2 bliebe die Frage, warum die Alliierten ihre eigenen Greuelmeldungen nicht ausnutzten, um Deutschland whrend des Krieges offiziell massiv anzuklagen. Was wre im Fall einer solchen Anklage wohl passiert? Entweder htte sich das Dritte Reich allen neutralen Untersuchungen verweigert oder es htte ihnen zugestimmt. Wenn die Meldungen echt waren, so gab es fr die Alliierten gute Grnde, Deutschland selbst dann anzuklagen, als es noch kmpfen konnte die Kampfmoral seiner Soldaten wre dadurch wahrscheinlich gebrochen worden. Wenn die Meldungen allerdings frei erfundene Lgen waren, so konnte es kein alliierter Staat riskieren, da durch eine Anklage eine internationale Untersuchungskommission eingesetzt wrde, die dann die alliierten Lgen entlarven wrde. Entweder haben sich also die Alliierten durch ihre eigene Propaganda selbst ausgetrickst (Fall 1) dann wre die Propaganda im Krieg mindestens genauso schlimm gewesen
85

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Vgl. dazu neben Anm. 61 auch das Kapitel 2.10. Iwan der Falsche in meinem Buch Vorlesungen ber den Holocaust, aaO. (Anm. 68), S. 106-115. Den Briten gelang es, den codierten Funkverkehr von Auschwitz abzuhren. Darin enthalten waren alle Zu- und Abgnge des Lagers, inklusive Todesflle, gegliedert nach den verschiedenen Ursachen. ber Vergasungen gab es darin keinerlei Hinweise: F.H. Hinsley, British Intelligence in the Second World War, 2. Aufl., Her Majestys Stationary Office, London 1990, Band 2, S. 673.

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wie die Realitt. Oder alles war Lug und Trug. In keinem Fall aber stimmt Noltes These, da die alliierte Greuelpropaganda hinter der Realitt zurck blieb. Den angeblich auf Wahrheit beruhenden Meldungen wurde nur aus eher durchsichtigen Grnden offiziell weniger Glauben geschenkt, als man von aufrichtigen, der Wahrheit verpflichteten Regierungen des Westens erwarten wrde. Zur Entstehung der Legenden Schaut man sich die Geschichte der Holocaustberichte nher an, so ergibt sich folgendes Bild: 1942/43 stand das Lager Treblinka im Zentrum des Interesses. Nach unbelegten Zeugenberichten soll dort mit allen erdenklichen Ttungsarten gemordet worden sein (Genickschu, Chlorgas, Wasserdampf, Vakuum, Motorabgas). Man hatte die freie Auswahl, sogar bezglich Lage, Gre und Ausstattung des Lagers lieen sich die Zeugen hier wie auch im Falle Sobibor, Belzec und Chelmno in ihrer Phantasie nicht einschrnken.75,83 Erst mit der Zeit einigte man sich bezglich Treblinka, Sobibor und Belzec auf die technisch wahrscheinlichste Version: Motorabgas aus russischen Dieselpanzermotoren.75,87 Gegen Ende des Krieges geriet Auschwitz in das Zentrum des Interesses. Zuerst schwafelten die Sowjets nach ihrem Einmarsch allerhand Unsinn ber das Lager. So behaupteten sie z.B. Fliebandstromttungen, Hochofenkremierungen und aus Tarngrnden mit Ornamenten verzierte Gaskammern hnlich Garagen im Ostteil des Lagers.88 Dann konzentrierten sich auch hier die Berichte und Aussagen zusehends darauf, was mit dem vorhandenen Material technisch wenigstens einigermaen wahrscheinlich erschien: Gaskammern in den Krematorien im Westteil des Lagers. Im Gegensatz zu den anderen Lagern, die heute nicht mehr existieren und von denen auch so gut wie keine Originalunterlagen vorhanden sind, ist die Bausubstanz in Auschwitz zum grten Teil erhalten geblieben und ebenso Originale von Unterlagen jeder Art. Da die Polen unmittelbar nach dem Krieg dort einen noch rabiateren Proze durchfhrten als die Alliierten in Nrnberg, und sich dafr die Gegebenheiten vor Ort und die Dokumentenbestnde zu Nutze machten, darf es nicht berraschen, da die Aussagen bezglich Auschwitz homogener
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88

Vgl. F.P. Berg, The Diesel Gas Chambers: Ideal for Torture Absurd for Murder, in: G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 435-469; ([Link]/GB/Books/dth/[Link]); dt. aaO. (Anm. 77). U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 31, 1987, S. 4; Prawda, 2.2.1945.

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sind als die bezglich anderer Lager. Das gilt insbesondere, seit das Auschwitz-Museum zwecks Prparierung von Zeugen fr den Frankfurter Auschwitz-Proze das Kalendarium erstellte.89 Ich bezweifle, da es der menschlichen Phantasie mglich ist, ber die bezglich Auschwitz und anderer Lager berichteten Dinge noch grausamere Szenarien zu entwerfen, als sie uns bereits aufgetischt wurden. Man mute also die mglicherweise vor Ha und Rachsucht auf alles Deutsche und Faschistische triefenden ehemaligen Hftlinge nur durch geschickte Suggestivbefragungen lenken, damit in Kenntnis der damaligen rtlichkeiten und Rahmenbedingungen immer ein hnliches, grausiges Ereignis an den Tag trat. Zur Not gab es auch wirkungsvolle Methoden, um die Zeugen richtig in Rage zu bringen, damit sie ihren ehemaligen Feinden alles mgliche anhngten. Parallelen zu Hexenprozessen Die bereinstimmung mancher Zeugenaussagen bezglich einiger, vielleicht erstaunlicher Details mag Herrn Prof. Nolte wundern. Wer allerdings die Geschichte der mittelalterlichen Hexenprozesse kennt, die in erstaunlich vielen Details den hier behandelten Prozessen hneln, den kann dieser Umstand nicht im geringsten in Staunen versetzen.90 Auch damals waren viele Zeugenaussagen und Gestndnisse ob mit oder ohne Folter abgelegt hufig bezglich vieler Details bereinstimmend, und oberflchlich betrachtet konnte es dafr nur eine Erklrung geben: Die Zeugen sagten die Wahrheit. Wer allerdings in einer Umwelt erbarmungslosen Hasses, allgemeiner berzeugung gerechten Handelns und totaler Unterdrckung anderslautender Meinungen das Echo seiner eigenen Stimme als besttigende Antwort interpretiert, der leidet an massivem Realittsverlust. Machen wir uns nicht lnger etwas vor: Das Zeitalter der Aufklrung und der Industrialisierung ist zugleich das Zeitalter einiger der grausamsten und menschenverachtendsten Heilslehren, die vor nichts zurckschreckten und das 20. Jahrhundert mit zu einem der dunkelsten in der Menschheitsgeschichte gemacht haben. Verglichen mit den aus ideologischer Verblendung begangenen kommunistischen Massenmorden (man schtzt zwischen 60.000.000 und 120.000.000 Op89

90

Spter als Buch erschienen: Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse von AuschwitzBirkenau 1939-1945, Rowohlt, Reinbek 1989. W. Stglich, West German Justice and So-Called National Socialist Violent Crimes, Journal of Historical Review, 2(2) (1981) 247-281 ([Link]/GB/Journals/JHR/2/3/[Link]); W. Kretschmer (=G. Rudolf), Deutschland in Geschichte und Gegenwart 41(2) (1993) 25-28 ([Link]/D/DGG/Kretschmer41_2.[Link]).

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fer!91), den weltweiten auch ohne den Holocaust zahlreichen Genoziden (Buren, Armenier, Kurden, Indianer, Ost- und Sudetendeutsche etc.) sowie den totalitren Unterdrckungssystemen dieser Zeit erscheint die heilige Inquisition wie eine unbefleckte Jungfrau. Mit welchem Recht erheben sich also unsere Historiker ber die damalige Zeit und behaupten, da eine solche ideologische Verblendung wie damals heute unmglich sei? Sie ist allgegenwrtig! Es wird Zeit, da unsere Historiker endlich Bcher ber die Umstnde der damaligen Hexenprozesse92 und objektive Darstellungen ber die heutigen Verfahren in die Hand nehmen, um die offenkundigen Parallelen zwischen den damaligen Hexenprozessen sowie der damals darauf basierenden Geschichtsschreibung und den heutigen NS-Prozessen mit der daraus resultierenden Geschichtsschreibung vergleichen! Ich sehe hier, Herr Prof. Nolte, nicht die geringsten Probleme, die Aussagen einer Handvoll Zeugen oberflchlich zu koordinieren. Allein das ndert nichts an der Tatsache, da die Zeugen in allen entscheidenden Passagen ihrer Aussagen der Falschaussage berfhrt sind. Da weisen erstaunliche hnlichkeiten der Aussagen nicht mehr auf ihren Wahrheitsgehalt, sondern nur auf ein psychisch gleichgeschaltetes Entstehungsumfeld hin oder sogar darauf, da voneinander abgekupfert wurde.

Gestndnisse vermeintlicher Tter und ihrer Sympathisanten


Die unwissende Fhrungselite Nolte fhrt die Tatsache, da auch die vermeintlichen Tter und ihre Verteidiger niemals die Existenz von Gaskammern bestritten haben, als Beweis fr die Richtigkeit der Geschichtsschreibung an (S. 294). Die Angeklagten und Verteidiger htten einzig versucht, ihre Mitwirkung abzustreiten oder herunterzuspielen. Diese Darstellung ist nicht nur unrichtig sondern zudem verzerrt. Zunchst hat es viele Angeklagte sowie Entlastungszeugen gegeben, die bezeugten, selber nie von diesen Vorfllen gehrt zu haben, obwohl sie davon in ihrer Position htten wissen mssen.66 Wie beurteilt man nun solche Aussagen? Unsere Gerichte und unsere Historiker wie auch E. Nolte gehen damit unglaublich einfach um: Sie ignorieren sie. Ferner gestand keiner der zumeist vor dem IMT Angeklagten hheren Reprsentanten des Dritten Reiches die Existenz der Massenvernichtung aus sich selbst heraus. Jeder weigerte sich, diese Anklage ohne Beweise anzuerkennen und konnte glaub91 92

Vgl. Stephane Courtois u.a., Das Schwarzbuch des Kommunismus, Piper, Mnchen 2004. Max Bauer (Hg.), Soldan - Heppe, Geschichte der Hexenprozesse, bes. Band I, Mller, Mnchen 1912, S. 311ff.

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haft versichern, von diesen Tatvorwrfen keine Kenntnis zu haben.93 Erst die Auftritte einiger Zeugen und die Verlesung von Gestndnissen bewegte die meisten, das Behauptete fr wahr zu halten, obwohl alle dabei blieben, davon nichts gewut zu haben. Julius Streicher stritt sogar bis zuletzt die Existenz einer Massenvernichtung ab, da sie seiner berzeugung nach technisch nicht mglich gewesen sei.94 Aber sehen wir hiervon einmal ab, so mchte man schier verzweifeln. Welcher Angeklagte oder Verteidiger htte angesichts der oben beschriebenen Umstnde des IMT die Existenz der Gaskammern bezweifeln und dafr den Beweis antreten knnen? Egal welchen Vorwurf die Alliierten auch erhoben htten: Wenn er nicht zu offenkundig erlogen war, wie z. B. der tatschlich whrend des IMT erhobene Vorwurf, man habe in Schlesien 20.000 Juden mit einer Atombombe vernichtet,95 so galt er als wahr. Die Verteidigung hatte schlicht keine Mglichkeit, entlastendes Material oder Zeugen beizubringen. Die Anklage hingegen konnte nach Belieben im Lande schalten, walten, flschen und foltern. Das gleiche galt freilich auch fr die im Mittelalter der Hexerei Angeklagten und fr ihre Verteidiger. Wer schlielich von den bundesdeutschen Verteidigern verlangt, er solle fr seinen Mandanten die Existenz der Gaskammern bezweifeln, mu sich darber klar sein, was dies bis zum heutigen Tag bedeutet: Da die Existenz der Gaskammern seit den IMT-Urteilen als offenkundig wahr gilt, wird darber nicht verhandelt auch wenn sich die Verteidiger whrend des Prozesses aus Protest gegen diese Beweisunterdrckung splitternackt ausziehen sollten: ein entsprechender Beweisantrag wird immer abgelehnt, und seit neuestem werden Strafverteidiger, die dennoch Beweise fordern, selbst angeklagt.96 Fr einen Angeklagten htte das verstockte Leugnen nur eine Strafverschrfung zur Folge. Vom individuellen Standpunkt der Angeklagten und Verteidiger ist es daher die einzig richtige Strategie, die Tat selbst nicht anzuzweifeln, sondern den Schaden fr den Mandanten zu minimieren,
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So die Feststellungen von A.M. de Zayas, The Historical Journal 35(2) (1992) 383-399. Vernehmung von Julius Streicher, IMT, Bd. XII, S. 322: But I am stating here that if I had been told that 2 or 3 million people had been killed, then I would not have believed it. I would not have believed that it was technically possible to kill so many people; 374: To this day I do not believe that 5 million were killed. I consider it technically impossible that that could have happened. I do not believe it. I have not received proof of that up until now. Vernehmung von Albert Speer, IMT, Bd. XVI, S. 529f., 21.6.1946. Sigmund P. Martin, Volksverhetzung Leugnen des Holocaust durch Verteidigerhandeln, Juristische Schulung, 11/2002, S. 1127f., im Fall gegen RA Jrgen Rieger; basierend auf BGH, Az. 5 StR 485/01; vgl. Neue Juristische Wochenschrift 2002, S. 2115; Neue Strafrechts-Zeitung, 2002, S. 539; vgl. auch BGH, 1 StR 502/99, im Fall gegen RA Ludwig Bock, siehe Rudi Zornig, Rechtsanwalt wegen Stellung von Beweisantrag verurteilt, VffG 3(2) (1999), S. 208f.

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d.h. ihn zu entlasten, andere zu belasten und dem Gericht und der Staatsanwaltschaft bei der ffentlich geforderten Kopfjagd nach weiteren vermeintlich Schuldigen zu helfen. Wer kann ernsthaft von einem Angeklagten verlangen, da er fr die Ehre Deutschlands fr viele Jahre in den Knast geht, wenn das gleiche Deutschland mit 95% seiner Bevlkerung und 100% seiner Politiker und Medien ihn als Unmenschen aus der Gesellschaft ausstoen will? Wer kann von einem Menschen verlangen, da er seinen Ruf, seine gesellschaftliche Stellung und berufliche Karriere, seinen Familienfrieden und einen Groteil seiner Freunde aufgibt und sein Hab und Gut aufs Spiel setzt, nur um sich gegen die Macht der totalitren Meinung ber den Holocaust zu stellen? Zeugen gegen den Holocaust Es hat immer wieder in Prozessen Angeklagte und auch Entlastungszeugen gegeben, die die Existenz gewisser Vorgnge abgestritten haben und deswegen freilich von der ffentlichkeit immer ignoriert wurden. Aufgrund der oben geschilderten Erfolglosigkeit ihres Einsatzes fr die Wahrheit und der daraus erwachsenden Nachteile sind sie allerdings selten geblieben. Aber es gibt auch einige Menschen, die ungeachtet der gewaltigen Nachteile, die ihnen daraus erwachsen, gegen die herrschende Meinung angehen revisionistische Autodidakten, Forscher und Rechtsanwlte. Das einzige, was sie bisher erreicht haben, ist eine Strafverschrfung gegen alle, die den Holocaust abstreiten und eine Aburteilung ihrer selbst, ohne da man sich um ihre Argumente auch nur eine Sekunde aufrichtig gekmmert htte. Da dieses Verhalten mit dem Grundrecht auf Freiheit der Wissenschaft und der Meinungsuerung unvereinbar ist, wie Prof. Nolte zu Recht feststellt, interessiert unseren Rechtsstaat herzlich wenig. Unter solchen Umstnden aber die Tatsache, da nur wenige vermeintliche Tter und Rechtsanwlte die Existenz z.B. der Massenvergasungen in ffentlicher Bekundung bezweifelten, als Beweis fr die Existenz der Gaskammern anzufhren, ist ein Argument, da den Btteln von Diktatoren gut zu Gesicht stehen mag, nicht aber einem angesehenen und fr unabhngig gehaltenen Geschichtsprofessor. Noltes Zeuge Rudolf H Nolte erwhnt den Zeugen R. H, ehemals Auschwitz-Kommandant. Er hat in seinem Gestndnis ausgefhrt, da sich im Sommer 1941 ergeben habe, die bestehenden Vernichtungsstellen htten sich als unzureichend erwie-

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sen, weshalb man auf Auschwitz auswich (S. 293).97 Der Haken hieran ist, da die vermeintlichen anderen Vernichtungsstellen erst im Jahr 1942 errichtet worden sein sollen, wie Nolte auf S. 289 selber berichtet. Ausfhrlichere inhaltliche Kritiken der vllig widersprchlichen, unlogischen und sachlich falschen H-Aussage sind anderswo zu finden.98 Entscheidend ist die auch von Nolte besttigte Tatsache, da H durch die Englnder und spter nochmals durch die Polen gefoltert wurde, um ihn dazu zu bringen, ein Gestndnis zu unterschreiben (S. 310f.).99 Jedoch ist es fr Nolte selbstverstndlich, da ein deutscher Offizier selbst unter Folter und mit der Androhung, bei Widerwillen den Polen ausgeliefert zu werden, niemals irgendeine Aussage machen wrde, die sein Volk und Vaterland mit einer solch groen Schmach belegen wrde. Mich rhrt ein solch hohes Ansehen des deutschen Offiziers durchaus, und diese Einstellung ist Nolte hoch anzurechnen. Wir wollen nur hoffen, da Ernst Nolte als einer der mutigsten Historiker Deutschlands niemals in die Lage von Rudolf H gert und dann auf sehr schmerzhafte Weise eines Besseren belehrt wird. Mit Verlaub, es ist die Frage, ob sich Herr Professor Nolte hier nicht lcherlich macht. Glaubt er ernsthaft, da alle SS-Wachmannschaftsoffiziere die groen Mrtyrer Deutschlands waren, die auch dann noch offenen Auges und aufrechten Herzens in den Foltertod gingen, wenn um sie herum das ganze Land und Volk bereits in den totalen Zusammenbruch gegangen war? Wenn H Hoffnung auf eine Zukunft fr sich und/oder sein Volk und einen heldenhaften Mut und eine bergroe Leidensfhigkeit gehabt htte, die bis zum Foltertod reichte, so wre die Unterstellung Noltes glaubhaft. Hoffnung aber gab es damals keine, und nur wenige Menschen besitzen eine solche Leidensfhigkeit und innere Standhaftigkeit, die der Folter standhlt.
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R. H in: M. Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1958, S. 157. Vgl. im Beitrag Die Zeit lgt! in diesem Buch, S. 88; vgl.: P. Rassinier, Das Drama..., aaO. (Anm. 48), S. 53ff.; A.R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, 2. Aufl., Historical Review Press, Brighton, Sussex, 1977, S. 101ff.; W. Stglich, aaO. (Anm. 55), S. 253ff; M. Mattogno, Auschwitz: le confessioni di Hss, Edizioni La Sfinge, Parme 1986; Jrgen Graf, Auschwitz. Ttergestndnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen, Wrenlos 1994, S. 53-82 ([Link]/D/atuadh). R. H, aaO. (Anm. 97), S. 145, 147; vgl. Aussagen eines damaligen Bewachers: R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f; dazu: R. Faurisson, Wie die Briten zu dem Gestndnis von Rudolf Hss, Kommandant von Auschwitz, gekommen sind, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 35(1) (1987), S. 12-17 ([Link]/D/DGG/Faurisson35_1.html); D. Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 241-246 ([Link]/books/Nuremberg/[Link], S. 349-357).

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Tatsache ist leider, da die berwiegende Mehrzahl aller Menschen schon nach einem ununterbrochenen Verhr ber 36 Stunden zusammenbricht und aufgrund des Schlafmangels zu fast jeder Aussage bereit ist. Es bedarf dazu nicht einmal der direkten physischen Gewaltanwendung. Auch dem Wechselbad von langer, ungewisser Isolationshaft, Drohungen und Versprechungen kann kaum jemand widerstehen.100 Prof. G. Jagschitz hat darauf hingewiesen, da die lediglich in Bleistiftschrift vorliegende Autobiographie von H nicht mit der Handschrift von H whrend des Krieges bereinstimmt.101 Daraus ergibt sich zwangslufig, da dies entweder eine Flschung ist oder da H unter den Haftbedingungen als Mensch vllig gebrochen wurde, so da sich u.a. auch seine Handschrift vllig nderte. In beiden Fllen wre diese Autobiographie nicht das Papier wert, auf dem sie steht, da man einer gebrochenen Persnlichkeit schon durch einfachste Mittel alle gewnschten Selbst- und Fremdbelastungen abringen kann. W. Httl und D. Wisliceny Ferner erwhnt Nolte die Zeugen Httl und Wisliceny, die ber Eichmanns angebliche Aussagen berichteten, er habe 4 bis 6 Millionen Juden in den Tod geschickt, also vom Hrensagen lebten (S. 293). Eichmann hat in seinem Verfahren bestritten, gegenber den beiden irgendwelche Zahlen ber deportierte oder umgebrachte Juden genannt zu haben.102 Was ist hier die Wahrheit? Httl hat schon vor Kriegsende als Agent fr die Alliierten gearbeitet103 und arbeitete auch nach dem Krieg noch lange Zeit fr alliierte Geheimdienste.104 Seine Aussage wurde nur schriftlich dem IMT vorgelegt.105 Er selbst war mitverantwortlich fr die Deportation von 400.000 ungarischen Juden und htte somit mitschuldig an deren vermeintlicher Ver100

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Vgl. Manfred Khler, Erprete Gestndnisse: Warum Unschuldige einen Mord gestehen VffG 7(3&4) (2003), S. 461-463. G. Jagschitz, Gutachten in der Strafsache Honsik, 29. & 30.4., 4.5.1992, Az. 20e Vr 14184, Hv 5720/90, Landesgericht Wien. Vgl. P. Rassinier, Was ist Wahrheit?, 8. Aufl., Druffel, Leoni, 1982, S. 90; R. Aschenauer, Ich, Adolf Eichmann, Druffel, Leoni 1980, S. 471ff; R. Servatius, Verteidigung Adolf Eichmann, Harrach, Bad Kreuznach 1961, S. 62ff.; U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 18, 1983. L. Rosenthal, Endlsung der Judenfrage, Massenmord oder Gaskammerlge?, Verlag Darmstdter Bltter, Darmstadt 1979, S. 103; R. Servatius, aaO. (Anm. 102), S. 65; vgl. auch Week End (GB), 25.1.1961, zitiert nach P. Rassinier, Was ist Wahrheit?, aaO. (Anm. 102), S. 134. Der Weg, 8 (1954) S. 572ff., nach Heinz Roth, ...der makaberste Betrug aller Zeiten..., Refo, Witten 1974, S. 125f. Document 2738-PS, Exhibit USA-296, IMT, Bd. III, S. 569f.

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nichtung sein mssen. Er wurde jedoch nicht an Ungarn ausgeliefert und mute nie vor einem Gericht erscheinen weder vor dem IMT noch vor einem bundesdeutschen Gericht. D. Wisliceny machte seine Aussage vor dem IMT wie blich ohne Kreuzverhr.106 Httl gelang es aufgrund seiner Willfhrigkeit den Siegern gegenber, in Nrnberg nicht als Angeklagter, sondern als privilegierter Zeuge aufzutreten.107 Das gleiche gelang auch Wisliceny, der wie Httl unter Eichmann ebenso tief in die Judendeportationen verstrickt war. Er stellte sich gegen seine Mitgefangenen und bot an, untergetauchte Kameraden zu verraten. Man versprach ihm auerdem Sicherheit fr seine Familie gegen eventuelle Racheakte seiner durch ihn angeschwrzten Kameraden.108 Trotz gegenteiliger Versprechungen wurde er spter dennoch an die CSSR ausgeliefert und dort verurteilt und gehenkt.109 Interessant sind die Umstnde, unter denen diese beiden und noch weitere Zeugen ihre belastenden Aussagen ber Eichmann machten: Sie dachten alle, da der untergetauchte Eichmann tot sei und hofften, sich auf seine Kosten entlasten bzw. sich bei den Alliierten beliebt machen zu knnen.110 Erst im spter durchgefhrten Eichmann-Proze in Jerusalem stellte sich heraus, da all diese Zeugen den vermeintlich toten Adolf Eichmann ungerechtfertigterweise zu einem Hauptverantwortlichen fr die Endlsung gemacht hatten, um sich selber zu entlasten.111 Httls Ausfhrungen in seiner Autobiographie, mit der er seine damaligen Aussagen rechtfertigen wollte,112 stehen im Widerspruch zu letzteren und sind daher wenig glaubwrdig.113 Welchen Erkenntnisgewinn kann man also von diesen umstrittenen und abgestrittenen Aussagen vom Hrensagen erlangen? Sie haben eine zweifelhafte Entstehungsgeschichte und stammen zudem von Zeugen, die mit den vermeintlichen Morden selber gar nichts zu tun hatten, sondern nur mit den unbestrittenen Judendeportationen in die verschiedenen Lager. Fr meine Begriffe sind diese beiden Zeugen ohne jeden wissenschaftlichen Wert fr die Frage der angeblichen Massenvernichtung.
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IMT, Band IV, S. 355-373. D. Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 236f. Vgl. W. Httl, Einsatz fr das Reich, Verlag S. Bublies, Koblenz 1997, S. 83, 360-387. R. Servatius, aaO. (Anm. 102), S. 64; vgl. P. Rassinier, aaO. (Anm. 102). H. Arendt, Eichmann in Jerusalem, Reclam-Verlag, Leipzig 1990, S. 257. Ebenda, S. 331 bezglich D. Wisliceny, besonders auch S. 339. Ebenda, S. 339ff. Wilhelm Httl, aaO. (Anm. 107), bes. S. 77, 412f. Vgl. G. Rudolf, Wilhelm Httl ein zeitgeschichtlich dilettantischer Zeitzeuge, VffG, 1(2) (1997), S. 116f.

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Kurt Gerstein und Wilhelm Pfannenstiel Als weiteren Tterzeugen fhrt Nolte K. Gerstein an (S. 309f.). Er fhrt zwar aus, da es mehrere unterschiedliche Versionen seines Gestndnisses gibt, von denen keiner wei, wie sie zustande kamen, und da der Ingenieur Gerstein in franzsischer Gefangenschaft auf rtselhafte Weise umkam. Er erwhnt auch, da der Gerstein-Bericht u.a. darum heute von den etablierten Historikern zumeist peinlich verschwiegen wird, obwohl man ihn jahrzehntelang als Schlsseldokument prsentierte. Er erwhnt aber nicht, da Gerstein in den dreiiger Jahren mehrmals wegen staatsfeindlicher Bettigung und Hochverrats inhaftiert war, ja sogar in einem KZ sa und in hohem Mae als politisch unzuverlssig galt; da er in seinem Gestndnis dennoch angibt, er sei mit nur wenigen anderen dazu auserkoren worden, die geheimste Sache des Reiches, nmlich den Massenmord an den Juden, zu erfahren und zu erkunden. Das mag ihm glauben, wer will wir nicht. da der Inhalt der Gestndnisse von technischen Kapriolen und Unmglichkeiten nur so strotzt, was einem geistig gesunden Ingenieur nicht passieren wrde.114 Allein der Kern der Aussage sei nach Nolte echt, denn: Etwas Derartiges lt sich nicht erfinden, doch es lt sich nur allzu leicht bertreiben. Schlielich gebe es viele hnlich lautende Aussagen, die Gerstein tendenziell besttigten. Als weiteres Argument fhrt er die Aussage von Prof. Pfannenstiel an. Dieser habe die Aussagen Gersteins nach dem Krieg zwar stark abgeschwcht, aber im Kern besttigt. Ernst Nolte erwhnt nicht, da Prof. Pfannenstiel die Aussage Gersteins insofern abschwchte, als er vor allem darauf bedacht war, smtliche Vorwrfe gegen seine Person zu entkrften, die Tatsache aber selbst nicht anzutasten. Pfannenstiels lediglich taktischer Umgang mit dem Thema ergibt sich auch aus den vielen Widersprchen seiner Angaben im Verlaufe mehrerer Verhre nach dem Krieg.115 In spteren Briefwechseln hat er darauf hingewiesen, da der Gerstein-Bericht mehr Dichtung als Wahrheit enthalte; er knne sich aber unmglich auf eine ffentliche Diskussion einlassen, da er
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Vgl. P. Rassinier, aaO. (Anm. 48), S. 71ff.; H. Roques, Faut-il fusiller Henri Roques?, Ogmios Diffusion, Paris 1986; gekrzte dt. Fassung: ders., Die Gestndnisse des Kurt Gerstein, Druffel, Leoni 1986; C. Mattogno, Il rapporto Gerstein: Anatomia di un falso, Sentinella dItalia, Monfalcone 1985; A.N.E.C., Nouvelle Vision (NV), 30 (1993) 15-18; vgl. E. Jckel u.a. (Hg.), aaO. (Anm. 34), S. 523. Prof. W. Pfannenstiel sttzte in seinen Prozessen im wesentlichen den Gerstein-Bericht, stritt jedoch alles ab, was ihn selber belastet; vgl. C. Mattogno, aaO. (Anm. 18), S. 62-73.

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es nicht wnsche, da nochmals um seine Person solch ein Aufheben gemacht wird, da dann wiederum ungerechtfertigte Anschuldigungen gegen ihn erhoben wrden.116 Wie lange glauben Sie, verehrter Leser, wre Prof. Pfannenstiel noch Professor der Medizin gewesen, wenn er die angeblichen Umstnde im Lager Belzec bestritten htte? Hat Prof. Pfannenstiel berhaupt eine andere Wahl gehabt, als dem Geschichtsbild seinen Segen zu geben, wenn er nicht selber unter die Rder kommen wollte? Die Mglichkeit, ihn als Arzt in Belzec wegen Beihilfe zum Massenmord abzuurteilen, htte bestanden. Htte er aber geleugnet, so wre er mit Sicherheit abgeurteilt worden. So hat er das Geschichtsbild besttigt, andere belastet, sich entlastet und seinen Frieden fr den Rest seines Wissenschaftlerlebens gesichert. Und was die anderen vergleichbaren, im einzelnen vielleicht unzuverlssigen Zeugenaussagen betrifft, die Prof. Nolte ungenannt zur Sttzung des desavouierten Gerstein-Dokuments benutzen will, so werden falsche und unzuverlssige Aussagen nicht dadurch besser, da man sie gleich massenweise anbietet. Die Menge hat keinen Einflu auf die Gte. Auerdem gibt es zu Belzec erstaunlich wenige Zeugen, deren Aussagen der von Gerstein zudem an Unsinnigkeit nicht nachstehen.18

Zigeuner
Nolte meint, auch gegen die Zigeuner sei eine Vernichtungs-, ja Endlsungspolitik betrieben worden, der nach allerdings kaum berprfbaren Aussagen etwa 500.000 Menschen zum Opfer fielen. (S. 286). Er fhrt keine Aussagen an, sondern verweist nur auf ein Standardwerk der etablierten Historikerschaft.117 Wie absurd diese von Nolte zitierte Opferzahl ist, hat Otward Mller dargelegt:118 Belegt ist nmlich, da es vor Kriegsbeginn in Europa etwa eine Million Zigeuner in den von Deutschland besetzen Gebieten Europas gab und da es laut Aussage der New York Times vom 27.9.1992 nach Angaben der International Romani Union, also der Zigeuner selbst! Anfang der 1990er Jahre mehr als zehn Millionen Zigeuner gab. Dazu meinte die sicher unverdchtige linke Frankfurter Rundschau:119

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Schreiben an P. Rassinier vom 3.8.1963, U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 5, 1979, S. 20. Wolfgang Wippermann, Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung, Frankfurt 1986. Otward Mller, Sinti und Roma Geschichten, Legenden und Tatsachen, VffG 3(4) (1999), S. 437-442. Die Forschung fngt erst an, Frankfurter Rundschau, 13.2.1997, S. 7; vgl. Michael Zimmermann, Verfolgt, vertrieben, vernichtet. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen Sinti und Roma, Klartext-Verl., Essen 1989.

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Nur durch ausgiebiges Aktenstudium lie sich herausfinden, da die Zahl der ermordeten Sinti und Roma offenbar weit unter der in der ffentlichkeit kursierenden liegt: 50.000 statt 500.000 (Michael Zimmermann, Essen / Jena). Aber selbst diese Zahl ist noch bertrieben, denn sie geht von der Vernichtung von Zigeunern durch Vergasung in Auschwitz aus, von der auch Nolte ausgeht. Wie man die Aussagen der Zeugen von Auschwitz berprft und als falsch widerlegt , hat Carlo Mattogno wieder einmal vorgefhrt.120

Sachlich falsche Aussagen


Doch kommen wir zur Lage der Sachbeweise bezglich der vielen hnlich lautenden Aussagen: 1. Dieselvergasungsvorwrfe waren weder neu noch originell. Wer wei schon, da die Russen vor dem Zweiten Weltkrieg nach heutigen Aussagen von KGB-Offizieren Regimegegner mit Lastautos umbrachten, indem sie die Auspuffgase der Benzinmotoren ins Innere einleiteten.121 Nolte wei dies auch, denn er selbst zitiert eine entsprechende Quelle.122 Die KGB-Angehrigen wurden von niemandem gezwungen oder auch nur moralisch unter Druck gesetzt, eine solche Aussage zu machen. 2. In den Schauprozessen von Krasnodar und Charkow, ersonnen als Rache fr die Enthllungen von Katyn, wurden deutsche Kriegsgefangene dafr verurteilt, mit Diesellastwagen Zivilisten gettet zu haben. Aus den russischen Benzinlastern sind deutsche Diesellaster geworden. Eine internationale Untersuchungskommission zur Untersuchung der angeblichen Greueltaten wurden nicht zugelassen im Gegensatz zu Katyn.57 3. Wie Nolte selbst anmerkt allerdings ohne Quellenangabe (S. 313) gibt es ber das Lager Belzec auch ganz andere, vllig absurde Zeugenaussagen, z.B. jene von Stefan Szende ber den Starkstromtod Tausender Menschen in einer riesigen unterirdischen wassergefllten Halle, deren Boden nach der Exekution mit Strom zu einem glhenden Ofen wurde.123 Solch
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Carlo Mattogno, Die Vergasung der Zigeuner in Auschwitz am 2.8.1944, VffG 7(1) (2003), S. 28f. P. Grigorenko, Erinnerungen, Bertelsmann, Mnchen 1981, S. 274ff; vgl. Aussage des ehemaligen KBG-Mitarbeiters A. Michailow in der vierteiligen US-Fernsehsendung Monster: A Portrait of Stalin in Blood, zweite Folge Stalins Secret Service. E. Nolte, aaO. (Anm. 14), S. 476. S. Szende, Der letzte Jude aus Polen, Europa-Verlag, Zrich 1945, S. 290-292; vgl. H. Wendig, Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, Heft 3, Grabert, Tbingen 1992, S. 42ff, und C. Mattogno, Belzec, aaO. (Anm. 18).

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gigantische Apparate htten freilich dokumentarische und materielle Spuren hinterlassen, die es aber nicht gibt. Wie war das gleich noch: So etwas lt sich bertreiben, aber nicht erfinden? Szendes Mrchen ist von A-Z erfunden! 4. Heute steht felsenfest, da alle Schauermrchen der Alliierten aus dem Ersten Weltkrieg frei erfunden waren: abgeschnittene Nonnenbrste, an Scheunentoren angenagelte Zivilisten, abgehackte Kinderhnde, zu Seife verarbeitete gefallene Soldaten, Massenvergasungen von Serben in Gaskammern. Ebenso steht felsenfest, da die folgenden Horrorszenarien des Zweiten Weltkrieges nichts als Greuellgen der Alliierten waren: Fliebanderschieungen, Fliebandstarkstromttungen, Hochofenkremierungen, Vakuum- und Wasserdampfttungen,124 die Lgen von Fettansammlungen bei offenen Menschenkremierungen, dadurch rauchgeschwngerte schwarze Luft, Blutgeysir-spritzende Massengrber, Seife aus Menschenfett etc.125 Welchen Grund kann es geben, ausgerechnet die Erzhlungen ber Diesel- oder Zyklon-B-Gaskammern im ehemaligen kommunistischen, sicherlich nicht sehr der Wahrheit und Aufrichtigkeit verpflichteten Ostblock fr nicht frei erfindbar zu erklren? Wir wren Herrn Prof. Nolte sehr zu Dank verpflichtet, wenn er uns nur einen Grund nennen wrde, warum man die bisher aufgedeckten Lgen frei erfinden konnte, die noch bestehenden Horrorszenarien aber nicht auch frei erfunden sein knnen. Nur einen einzigen Grund, Herr Professor! 5. Allerdings: Mit Dieselabgasen ist die bekundete Vergasung gar nicht mglich, da Dieselmotoren innerhalb der behaupteten Zeit keine tdlichen Kohlenmonoxidmengen produzieren. Auerdem ist es geradezu lcherlich, da Ingenieure den vllig ungeeigneten Dieselmotor verwendet haben sollen, wenn es damals im Reich Hunderttausende von einfach und billig zu betreibenden Holzgasgeneratoren gab, die ein unmittelbar tdlich wirkendes Gas erzeugten, was nicht nur der ganzen Fhrungsspitze des Reiches, sondern jedem technisch interessierten Menschen bekannt war.87 6. Die bezeugte massenhafte Verbrennung von vielen hunderttausend Leichen auf offenem Feld mit Holzfeuern in Gruben ist ein technisches Un-

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Vgl. eine aktualisierte Liste am Ende des Beitrages von M . Khler, The Value of Testimony and Confessions Concerning the Holocaust, in G. Rudolf (Hg. ), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 85-131 ([Link]/GB/Books/dth/[Link]). Vgl. dazu z.B. U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 22 & 43, 1984/90 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch A.L. Smith, Die Hexe von Buchenwald, Kln 1983.

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ding.126 Da es den Deutschen gelungen sein soll, auf diesem Wege Millionen Menschen spurlos zu beseitigen, ist erst recht technisch vllig unmglich. Es mten Myriaden Tonnen Asche und Abermillionen Knochen und Zhne zu finden sein. 7. Luftbildanalysen der Gebiete der ehemaligen Lager haben ergeben, da der im Lagerbereich zur Verfgung stehende Platz fr die bezeugten riesigen Massengrber und Massenverbrennungsgruben niemals ausgereicht htte. Auerdem sind auf den Luftaufnahmen keine Hinweise zu erkennen, die auf groe Bodenbewegungen und auf Verbrennungen der Muttererde hinweisen.36 Bevor ich mich hier wiederhole: Unter den gegebenen Umstnden bedeutet das Vorhandensein mehrerer hnlich lautender Aussagen nichts, erst recht dann nicht, wenn die vermeintlichen Ereignisse logisch widersinnig, technisch-naturwissenschaftlich unmglich und mit den nachweisbaren Fakten nicht in bereinstimmung zu bringen sind. Solange die Historiker sich nicht mit den Sachbeweisen befassen, braucht man nicht ber Zeugenaussagen zu diskutieren. Da jeder Historiker mit technischen und naturwissenschaftlichen Detailfragen berfordert ist, gebe ich gerne zu. Dann ist es eben Aufgabe der Historiker, sich die Dienstleistungen dieser Fachleute zunutze zu machen. Als Beispiel mchte ich hier Nolte selbst anfhren. Er zitiert auf den Seiten 312f. einige Aussagen, die voll von Widersprchen und Unwahrscheinlichkeiten sind. Die dann aufgezhlten Geschichten lt Nolte aber einfach so im Raume stehen, ohne da er auffhrt, was daran unwahrscheinlich ist. Eine besonders erheiternde, von Prof. Nolte erwhnte Behauptung besagt, aus Geheimhaltungsgrnden habe man im Lager Treblinka eine Sirene angebracht, damit deutsche Flugzeuge nicht in Nhe des Lagers flogen. Man stellen sich das einmal bildlich vor: Eine deutsche Flugzeugbesatzung fliegt in einigen Kilometer Abstand von Treblinka. Daraufhin schaltet die Lagerleitung die Sirene an. Natrlich hren die deutschen Piloten in ihren lrmenden Propellermaschinen die Sirenen des Lagers in einigen Kilometer Entfernung und ndern willig ihren Kurs. Wenn Herr Nolte nur ein klein wenig logisch gedacht htte, so wre ihm sofort aufgegangen, da es sich hierbei um eine Falschaussage handelt. Er zitiert sie aber bitterernst. Zur Nachhilfe: Sirenen warnen hchstens die Lagerbesatzung und die Hftlinge vor Luftangriffen, aber keine Fliegerbesatzungen in lauten Propellermaschinen in mehreren Kilometer Entfernung! Dies beweist erneut, da man unsere
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Vgl. neben Anm. 75 auch A. Neumaier, Der Treblinka-Holocaust, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 35), S. 347-374 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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Im Streit mit Professor Nolte

Historiker selbst fr die simpelsten technischen Kleinigkeiten wie Kleinkinder an die Hand nehmen mu.

Im Unrecht: Faurisson oder Nolte?


Bezglich eines hnlich Belzec gelagerten Falles, des Lagers Treblinka, fhrt Nolte aus, da sich Prof. Faurisson selber offenkundig ins Unrecht setzte, als er behauptete, Treblinka sei weiter nichts als ein kleines Durchgangslager gewesen (S. 307). Fr Treblinka gelten die gleichen Argumente wie fr Belzec. Zustzlich dazu haben sich die Polen und Sowjets allerdings nach dem Krieg die Mhe gemacht, das Gelnde in Treblinka durch Grabungen nach den Spuren der bezeugten Massenvernichtungen zu durchsuchen.127 Das Ergebnis ist natrlich erschtternd: Es wurden nur kleinere Massengrber mit insgesamt bis zu 10.000 Leichen, zumeist Fleckfieber-Opfer, gefunden. Keine Spur von Gaskammern, keine Spur von Massengrbern fr eine Million Leichen, keine Spur von riesigen Verbrennungsgruben. Verschwiegen werden soll auch nicht, da J. Demjanjuk nicht zuletzt deshalb freigesprochen wurde, weil die Schar der Zeugen dank des beherzten Vorgehens der Verteidigung, ermglicht durch die Untersttzung der Revisionisten, samt und sonders als unverschmte Lgner entlarvt wurden.128 Das brigens nicht zum ersten Mal. Schon vielfach wurde eine Unzahl zumeist jdischer Zeugen der Falschaussage und auch der boshaften Lgen berfhrt, allerdings scherten sich bisher sowohl die Medien als auch die Gerichte berhaupt nicht darum.129 Nun stellt sich die Frage neu: Wer setzt sich hier ins Unrecht: Die Revisionisten, die in Kenntnis dieser Sachbeweise die Durchgangslager-These formulieren, oder die gesamte etablierte Historikerschaft, die angesichts der Sachbeweise die berhmten drei Affen spielt: Ich hr nix, seh nix, sag nix? Was ist also daran absurd, da Steffen Werner130 folgerichtig die These aufstellt, da die Juden nicht in Treblinka ermordet wurden, sondern tatschlich gen Osten verfrachtet wurden (Streitpunkte, S. 317)?
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Neben C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 75), auch U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 44, 1990. E. Loftus, K. Ketcham, Witness for the defense, St. Martins Press, New York 1991; Yoram Sheftel, The Demjanjuk Affair. The Rise and Fall of the Show Trial, Victor Gollancz, London 1994. Vgl. z.B. F. Scheidl, Geschichte der Verfemung Deutschlands, Selbstverlag, Wien 1968, bes. Band 3 und 4; P. Rassinier, Die Lge des Odysseus, Priester, Wiesbaden 1959; ders., Was nun, Odysseus?, aaO. (Anm. 48). S. Werner, Die 2. babylonische Gefangenschaft, 2. Aufl., Grabert, Tbingen 1991 ([Link]/D/d2bg); ders., Deutschland in Geschichte und Gegenwart 41(4) (1993) 13-17.

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Zur Auseinandersetzung zwischen Revisionismus und Exterminationismus


Da Nolte die sachliche Auseinandersetzung mit den Revisionisten sucht, drfte unbestritten sein. Ich hatte bereits festgestellt, da er strafrechtliche oder auch nur durch gesellschaftliche Tabus gesicherte Frage- und Antwortverbote fr unvereinbar mit der Wissenschaftsfreiheit hlt. Er ist der Ansicht, da einige der revisionistischen Arbeiten zumindest bezglich der Quellenbeherrschung und -kritik die etablierten Arbeiten bertreffen, da viele etablierte Arbeiten durch teilweise unwissenschaftliche Arbeitsweisen auffallen und da den Revisionisten das Verdienst zusteht, die etablierten Historiker durch ihre radikale Kritik gezwungen zu haben, ihre Hypothesen und Ergebnisse zu berprfen und besser zu begrnden. Unter diesem Eindruck, so meint Prof. Nolte, habe z.B. Arno J. Mayer geschrieben, da die Beweise fr die Gaskammern rar und unzuverlssig seien (S. 86, 316).131 Ferner sei man durch die Revisionisten darauf aufmerksam geworden, in welchem Rahmen sich auch der Zweite Weltkrieg abgespielt habe, nmlich der hufig zynischen Greuelpropaganda der alliierten Feindnationen (S. 316f.). Schlielich ist nach Prof. Nolte auch die revisionistische Kritik an der Holocaust-Gesamtopferzahl von 6 Mio. nicht unbegrndet, da andauernd die Opferzahlen der einzelnen Vernichtungslager reduziert wrden, die Gesamtzahl aber unverndert bestehen bleibe (S. 312). Erstaunlich ist sein stilles bernehmen eines Arguments der Revisionisten: Die Reichsregierung stellte Hftlingsmihandlungen in den Lagern unter schwerste Strafe und verurteilte eine groe Zahl von Kommandanten und Bewachern z.T. sehr hart wegen Vergehens gegen diese Anordnungen (S. 400). So wurde z.B. der Lagerkommandant des Lagers Buchenwald Koch in Anwesenheit der Hftlinge im Lager gehngt. Ebenso erging es dem Lagerfhrer von Majdanek Florstedt. 200 Flle wurden insgesamt abgeurteilt; 600 Verfahren waren bei Kriegsende noch anhngig. In das gleiche Bild pat die Tatsache, da vielfach versucht wurde, die Bedingungen in den Lagern so zu gestalten, da die Arbeitskraft der Hftlinge erhalten wurde, um damit u.a. auch die Neigung zu Sabotageakten durch Vergnstigungen zu vermindern.132 Sportmglichkeiten wie Fuballspiele sogar gegen Mannschaften
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A.J. Mayer, Why did the Heavens not darken?, Pantheon Books, New York 1988, S. 362ff. Anweisung des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes vom 28.12.1942 zur Ernhrungsverbesserung zum Erhalt der Arbeitsfhigkeit, zitiert nach P. Rassinier, Die Lge des Odysseus, aaO. (Anm. 129), S. 111, 141; weitere Dokumente vgl. C. Mattogno, aaO. (Anm. 70); U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 49, 1991.

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der SS, Korbball, Tischtennis, Schwimmbder, ferner Theater, Musikkapellen, Bchereien, Krankenhuser, Freigang, Hafturlaub, Entlassungen, Warenkioske, Brief- und Paketverkehr, ja sogar Freudenhuser sind allgemein bezeugte und unbezweifelte Tatsachen in vielen Lagern gewesen.133 Nolte sieht in diesen humanen Zgen des Dritten Reiches gerade die einzigartige Boshaftigkeit dieses Systems, da es nicht menschlich nachvollziehbar aus einem irgendwie begrndeten Ha Menschen gettet habe, sondern aus khler Berechnung sogar danach trachtete, den willkrlich auserkorenen Opfern einen humanen Tod zukommen zu lassen (S. 398ff.). So wird aus positiven Ereignissen das absolut Bse (so die Kapitelberschrift von Nolte). Der jdische Autor Josef Ginsburg hat auf das scheinbare Paradox der teils sorgsamen Behandlung der Hftlinge bei gleichzeitiger angeblicher Vernichtungsabsicht gegen diese eine treffende Erwiderung gegeben: Wer unter diesen Umstnden die Holocaust-Lgenpropaganda ernst nehme, dem sei der Verstand abhanden gekommen.134 Wer hilft uns also, die deutschen Intellektuellen vom Schlage eines Nolte wieder vom Kopf auf die Beine zu stellen? Nur bezglich eines Punktes geht Nolte auf die laufende Auseinandersetzung von Revisionisten und Exterminationisten ein. Es handelt sich um das Duell Leuchter-Report J.-C. Pressac. Nach Noltes Aussage von 1993 war der Leuchter-Report nicht mehr unwidersprochen, und J.-C. Pressac habe eine umfassende und sorgfltige Untersuchung der technischen Aspekte der Gaskammern in Auschwitz abgeliefert (S. 311f.), so da hier die bessere Untersuchung vorzuliegen schien.135 Nach Noltes Aussage war diese Auseinandersetzung aber noch nicht entschieden (S. 316). Er spielte damit womglich auf das damals noch neue Rudolf Gutachten23 an, das er nur in einer Funote, dort aber immerhin als guten berblick revisionistischer Argumente zitierte (S. 464). Doch stellen wir uns einmal die Frage, was ein Techniker von einer sorgfltigen Untersuchung der technischen Aspekte einer Gaskammer erwartet:

133

134 135

RA H. Herrmann, Dsseldorf, pflegt dies als Beweisantrag gegen die Vernichtungsthese vorzutragen. Die Gerichte reagierten auf solche Argumente aber nur mit Drohungen gegen den Anwalt. H. Herrmann im Fall O.E. Remer, Landgericht Schweinfurt, Az. 1 KLs 8 Js 10453/92, eingereicht am 29.12.1993 unter Az. H-nw-02/93, darin viele Literaturzitate. Josef G. Burg, Zionnazi Zensur in der BRD, Ederer, Mnchen 1980, S. 79ff. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989; ders., Les crmatoires d`Auschwitz la machinerie du meurtre de masse, ditions de CNRS, Paris 1993.

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1. Eine vorbehaltlose, fundierte Untersuchung der bestehenden Dokumente auf stilistische und formale Kriterien sowie auf technische und naturwissenschaftliche Richtigkeit Fehlanzeige bei Pressac.136 2. Eine vorbehaltlose bautechnische Untersuchung der bestehenden, im ursprnglichen Zustand erhaltenen Ruinen (Krema I bis III) Fehlanzeige bei Pressac. 3. Eine quellenfundierte Abhandlung der technischen Umstnde einer Menschenvergasung, wie Eigenschaften von Zyklon B, Lftung, Dekontaminierung, Rumung der Kammer Fehlanzeige bei Pressac. 4. Eine quellenfundierte chemische Ausarbeitung zur Frage der chemischen Rckstandsbildung und -stabilitt bei Massenvergasungen Fehlanzeige bei Pressac. 5. Eine an Hand von Fachliteratur quellenfundierte Behandlung der Kremierungsprobleme in Muffelfen und bei Freiluftverbrennungen Fehlanzeige bei Pressac. 6. Das vorbehaltlose, fachmnnische berprfen von Luftaufnahmen des Lagers Fehlanzeige bei Pressac. 7. Die Anfhrung und sachliche Diskussion entgegenstehender Argumente Fehlanzeige bei Pressac. Alles, was Pressac gemacht hat, ist das Zusammentragen von Dokumenten und Zeugenaussagen und das unfundierte Herumkritisieren und -schrauben an deren Inhalten sowie das Ersetzen unpassender oder fehlender Aussagen durch eigene Phantasien. So teilt er einfach die bertriebenen Zahlen- und Maangaben diverser Zeugen durch vier (Nolte, S. 312), weil ihm das Ergebnis so besser in den Kram pat. Das seien erwgenswerte Vermutungen, schreibt Nolte, aber Pressacs Willkr wurde meiner Ansicht nach treffender charakterisiert durch Robert Faurisson:137 Nehmen wir an, ein Zeuge behauptet, er habe whrend sechs Monaten (denn so lange war Nyiszli an dem von ihm geschilderten Ort) vier Mnner gesehen, die allesamt sieben Meter gro und 200 Jahre alt waren, so wrde man annehmen, da kein Mensch diesem Zeugen glaubt. Kein Mensch, auer Pressac, der, gesttzt auf die Regel des berhmten Koeffizienten der Division durch vier, sagen wrde: Der Zeuge hat die Wahrheit gesagt, er hat einen Mann gesehen, der 1,75 m gro und 50 Jahre alt war.

136 137

Vgl. dazu den Beitrag Vom Paulus zum Pseudo-Saulus in diesem Buch. Robert Faurisson, Bricolage et gazouillages Auschwitz et Birkenau selon J. C. Pressac, Revue d'Histoire rvisionniste, Nr. 3, S. 128 ([Link]/F/j/RHR/3/[Link]).

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Bezglich technischer Angaben begrndet Pressac seinen geheimnisvollen Faktor vier nmlich nicht, denn sein Buch enthlt kein einziges Zitat einer Fachverffentlichung ber den Umgang mit Giftgas, ber den Bau von Krematorien, ber den Betrieb von Krematoriumsfen, ber die Mglichkeit von Freilufteinscherungen, ber das Verhalten von Blausure gegenber Tieren und Menschen, ber die Reaktion von Blausure mit Baumaterialien, ber die Stabilitt von Eisenblau, ber die Aussagekraft von Luftbildaufnahmen, ber die Ttungsfhigkeit von Dieselabgasen usw. Mit dieser Arbeit wre Pressac bei jeder Diplomprfung mit Pauken und Trompeten durchgefallen ihr Wert ist nicht wissenschaftlicher sondern lediglich dokumentarischer Natur. Aber erstaunlicherweise wird sie trotzdem von der etablierten Zunft ernst genommen, obwohl Pressac den Revisionisten in seinen Arbeiten immer grere Zugestndnisse macht und damit die Arbeit aller Historiker der letzten 40 Jahre geradezu vorfhrt.

Zusammenfassung
Sachbeweise
Es gibt keine Sachbeweise fr den Holocaust, aber eine groe Anzahl von Sachbeweisen, die wichtige Teilaspekte widerlegen.

Dokumentenbeweise
Die seltenen belastenden Dokumentenbeweise sind z.T. unglaubwrdig und z.T. als Flschungen entlarvt worden. Wegen der unkritischen Einstellung der etablierten Historiker oder wegen ihrer sogar hysterischen Ablehnung, auch nur Zweifel an der Richtigkeit zuzulassen, sind nur sehr wenige Dokumente bezglich Echtheit und Richtigkeit einer sachverstndigen Analyse unterzogen worden. Solange dies nicht geschehen ist, sollte man sich in Anbetracht der schon heute ersichtlichen massiven Dokumentenflschung zu Ungunsten Deutschlands mit der berbewertung jedes Dokumentenbeweises ob be- oder entlastend zurckhalten. Bei Widerspruch zwischen Dokumenten- und Sachbeweis mu in einem Rechtsstaat der Sachbeweis obsiegen.

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Zeugenbeweise
Es gibt keine Zeugenbeweise, die den Normen des Rechtsstaates entsprechen wrden. Angesichts der massiven Repressalien gegen alle Andersdenkenden besitzen selbst Gestndnisse nur den Charakter von Indizien.

Parteiaussagen
Aufgrund von unglaubhaften Indizien sollte niemand verurteilt werden, denn Indizien haben keinen direkten Beweiswert. Die bekannten Indizien, die die Ausrottungsthese sttzen, stehen jedoch Sachbeweisen gegenber und in zentralen Punkten in unberwindlichem Gegensatz zu diesen, womit das Indiz jeglichen Beweiswert verliert.

Fazit
Fr den Holocaust gibt es keine stichhaltigen, einer sachverstndigen Prfung durch Fachleute standhaltenden Beweise, wohl aber viele Gegenbeweise. Besonders interessant ist, da ein vermeintlicher Vorfall um so schwerer zu widerlegen ist, je schlechter er belegt und bezeugt ist. Zeugenbekundungen und Dokumentenbeweise konnten nur widerlegt werden (zumeist aufgrund von Sachbeweisen), wenn die Holocaust-Geschichten ausgesprochen ausfhrlich dokumentiert und bezeugt sind, z.B. bezglich Babi Jar, Auschwitz und Treblinka. Tatsache ist, da in Umkehrung rechtsstaatlicher Normen heute jede Anschuldigung nicht etwa durch einen stichhaltigen Sachbeweis bewiesen werden mu, sondern da er bis zu seiner Widerlegung als wahr gilt. Zudem ist heute die Widerlegung solcher Behauptungen strafrechtlich verboten, und zwar nicht nur fr den Normalbrger, sondern auch fr Wissenschaftler und Strafverteidiger. Von der Wissenschaft wird also der Unschuldsbeweis gefordert, der in totalitren Diktaturen bliche Teufelsbeweis probatio diabolica, aber jeder, der den Beweis antreten will, wird gnadenlos und ohne Anhrung in der Sache strafverfolgt. Noltes Fabulieren ber das Rtsel, wann und wo die Entscheidung fr den Holocaust gefallen sei, da es keinen Befehl gebe (S. 287f.), hngt von revisionistischer Position aus betrachtet vllig in der Luft, denn es gab diesen Massenmord nicht. Er verwendet in diesem Zusammenhang fter die Wendung es scheint. So verweist er z.B. auf den Kommissarbefehl von Hey178

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drich vom 2.7.1941, in dem dieser den Einsatzgruppen angeblich u.a. befohlen habe: Zu exekutieren sind alle [] kommunistischen Berufspolitiker [] die hheren, mittleren und radikalen unteren Funktionre [] Volkskommissare, Juden in Partei- und Staatsstellungen, [] soweit sie nicht im Einzelfall nicht oder nicht mehr bentigt werden []. Wenn im Einzelfalle eine Exekution erforderlich ist, ist sie selbstverstndlich durchzufhren, doch mu eine genaue berprfung des Falles vorausgehen. Nolte meint, es sei nicht vllig auszuschlieen, da die Einsatzgruppen ber diesen Befehl hinaus schlielich alle Juden erschossen htten. Aber: Wird einer aus dem in diesem Dokument geuerten Unsinn berhaupt schlau? Wenn alle Politiker und Funktionre exekutiert werden sollten, wre es sinnlos, die politisch ttigen Juden zustzlich aufzufhren. Aber sollten sie berhaupt exekutiert werden? Was heit: Zu exekutieren sind [] soweit sie nicht im Einzelfall nicht oder nicht mehr [] Erschieen oder nicht erschieen? Oder nicht nicht erschieen oder nicht oder noch nicht erschieen? Oder vielleicht nicht im Einzelfall nicht oder noch nicht mehr erschieen??? Und schlielich: Zu exekutieren sind alle []. Wenn im Einzelfall Exekutionen erforderlich sind [] Was denn nun? Alle oder nur im Einzelfall? Summarisch oder nach genauer Prfung? Das ist nur die Spitze des Eisberges von Ungereimtheiten, die ein Blinder erkennen mu. U. Walendy hat weitere Stilblten aufgezeigt und darauf hingewiesen, da von diesem Dokument nur eine unbeglaubigte Abschrift existiert.138 Er weist ferner darauf hin, da Heydrich diese Anweisung zu einem Zeitpunkt gegeben haben soll, als er sich bereits einige Zeit freiwillig bei der Luftwaffe im Fronteinsatz gegen die Russen befand. Kann ein seriser Forscher ber solch gravierende Einwnde hinweggehen? Wenn Nolte fordert, da zur Erfassung des Gesamtkomplexes Holocaust ein fundamentaler Ansatz ntig ist (S. 319), so kann dem nur zugestimmt werden. Wir brauchen eine Wissenschaft, die sich auf ihre eigenen Fundamente zurckbesinnt, die keine Urteile fllt, bevor nicht der Sachbeweis der Richtigkeit der zugrundeliegenden Argumente erbracht worden ist. Im Zeitalter der Naturwissenschaft und Technik kann es nicht angehen, da sich die
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U. Walendy, aaO. (Anm. 28), Nr. 16, 1983.

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Zeitgeschichtler bezglich des Holocaust lediglich auf das Orakeln ber die Aussagekraft von auf Papier niedergelegten Worten beschrnken, wenn ihre Kollegen mit Hilfe der Naturwissenschaft (z.B. Radiokarbon-Methode) alte Legenden widerlegen. Bei jedem simplen Verkehrsunfall werden technische Sachverstndigengutachten angefordert, die allen anderen Beweisen berlegen sind und hufig genug den Ausgang des Verfahrens bestimmt haben. Es ist an der Zeit, da auch bezglich des angeblich schlimmsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte endlich rechtsstaatliche Mastbe angelegt und entsprechende Verfahrensweisen angewendet werden! Wir wollen harte Sachbeweise sehen!

Nachtrag
Ernst Nolte hrte 1993 nicht auf, revisionistische Literatur zu lesen und unsere Argumente zu studieren. Fnf Jahre spter verffentlichte er zusammen mit dem linken franzsischen Philosophen Franois Furet das Werk Feindliche Nhe. Darin werden Passagen eines Briefwechsels beider Autoren wiedergeben, von denen ich hier einige Auszge aus der Feder Noltes zitieren darf:139 Wenn der radikale Revisionismus mit der Behauptung recht htte, einen Holocaust im Sinne von umfassenden und systematischen, von der obersten Staatsspitze gewollten Vernichtungsmanahmen [] habe es berhaupt nicht gegeben, [] dann mte ich das folgende Gestndnis machen: [] der Nationalsozialismus war keine verzerrte Kopie des Bolschewismus, sondern er fhrte lediglich den berlebenskampf des in die weltpolitische Defensive gedrngten Deutschland. Kein Autor gibt gern zu, da von seinem Werk nur Trmmer brigbleiben, und ich habe also ein vitales Interesse daran, da der Revisionismus zum mindesten in seiner radikalen Spielart nicht recht hat. Man mu es Prof. Nolte in der Tat hoch anrechnen, da er seine eigene Voreingenommenheit nicht verschweigt. Dabei sind die meisten anderen Historiker noch viel voreingenommener, ohne sich dessen auch nur bewut zu sein. Sie wagen kaum, sich mit revisionistischen Schriften zu befassen oder sie gar ernstzunehmen. Doch weiter mit Prof. Nolte: Aber eben deshalb fhle ich mich durch ihn [den Revisionismus] herausgefordert und sehe mich dennoch nicht imstande, mich denjenigen anzuschlieen, die den Staatsanwalt und die Polizei zum Einschreiten auf139

Herbig, Mnchen 1998, S. 74-79; vgl. G. Rudolf, Die ketzerischen Gestndnisse eines Holocaustologen,VffG, 3(2) (1999), S. 222-224.

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fordern. Eben deshalb sehe ich mich gezwungen, die Frage zu stellen, ob der Revisionismus ber Argumente verfgt oder ob er tatschlich in lgenhafter Agitation aufgeht. Und hier kommt die allgemeine Qualitt des Historikers ins Spiel. Der Historiker wei, da Revisionen das tgliche Brot der Wissenschaft sind []. Der Historiker wei auch, da in aller Regel am Ende einige der revisionistischen Thesen von den Etablierten anerkannt oder mindestens in die Errterung einbezogen werden. [] Nicht ausdrcklich erwhnt wurde [whrend des Kongresses140], da es in der Kriegs- und ersten Nachkriegszeit Behauptungen gegeben hatte, wonach die Massenttungen durch Einblasen heien Dampfes in abgeschlossene Kammern, durch Stromschlge auf riesigen elektrischen Platten oder durch Verwendung von ungelschtem Kalk vollzogen worden seien. Durch das Stillschweigen wurden Behauptungen wie diese offensichtlich fr ebenso unzutreffend erklrt wie das Gercht von der aus jdischen Leichen hergestellten Seife, das indessen noch jngst in Deutschland durch Zeitungsanzeigen eines bekannten Regisseurs wiederaufgegriffen worden ist.[141] Selbst die in den fnfziger Jahren wohl verbreitetste Zeugenaussage, diejenige des Mitgliedes der Bekennenden Kirche und SSFhrers Kurt Gerstein, wird in Dokumentensammlungen ganz orthodoxer Gelehrter nicht mehr aufgenommen. Und bekanntlich hat Jean-Claude Pressac, der trotz seiner eigenartigen Przedenzien als seriser Forscher anerkannt ist, die Zahl der Opfer der Gaskammern in Auschwitz vor kurzem bis auf etwa eine halbe Million herabgesetzt. Von Einzelkorrekturen dieser Art unterscheiden sich die Behauptungen nicht grundstzlich, die meines Wissens nur von Revisionisten vorgebracht worden sind: da die ersten Gestndnisse des AuschwitzKommandanten Hss durch Folterungen erzwungen worden seien, da das von vielen Augenzeugen berichtete Herausschlagen hoher Flammen aus den Schornsteinen der Krematorien auf Sinnestuschungen beruhen msse, da fr die Kremierung von tglich bis zu 24000 Leichen die technischen Voraussetzungen nicht gegeben gewesen seien, da die Leichenkeller in den Krematorien von Lagern, die whrend der Typhusepidemien jeden Tag etwa 300 natrliche Todesflle zu verzeichnen hatten,

140

141

In Stuttgart, vgl. Eberhard Jckel, Jrgen Rohwer, Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1985. Arthur Brauner, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sddeutsche Zeitung, 6.5.1995.

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schlechthin unentbehrlich gewesen seien und mindestens whrend dieser Perioden nicht fr Massenttungen zweckentfremdet werden konnten. Auch solche Thesen knnen den Historiker schwerlich berraschen, denn er wei aus seiner Alltagsarbeit, da riesige Zahlen, sofern sie nicht von statistischen mtern stammen, seit den Zeiten Herodots als fragwrdig gelten mssen, und er wei nicht minder, da groe Ansammlungen von Menschen in extremen Situationen und angesichts schwer erklrlicher Vorgnge wahre Brutsttten von Gerchten waren und sind. [] Indessen wrde [] die Frage nicht aus der Welt geschafft sein, ob ein von hetzerischer Agitation sich absetzender und argumentativ vorgehender Revisionismus eine extreme Erscheinungsform der prinzipiell legitimen Revisionen sei und als ein innerwissenschaftliches Phnomen akzeptiert werden msse []. Ich bin geneigt, diese Frage zu bejahen, []. Weitere vier Jahre spter erschien sein Buch Der kausale Nexus. ber Revisionen und Revisionismen in der Geschichtswissenschaft, das in hnlichem Stile argumentiert:142 Der Aussage des Kommandanten von Auschwitz, Rudolf H, die unzweifelhaft sehr wesentlich zum inneren Zusammenbruch der Angeklagten im Nrnberger Proze gegen die Hauptkriegsverbrecher beitrug, gingen Folterungen voraus; sie war also nach den Regeln des westlichen Rechtsverstndnisses nicht gerichtsverwertbar. Die sogenannten GersteinDokumente weisen so viele Widersprche auf und schlieen so viele objektive Unmglichkeiten ein, da sie als wertlos gelten mssen. Die Zeugenaussagen beruhen zum weitaus grten Teil auf Hrensagen und bloen Vermutungen; die Berichte der wenigen Augenzeugen widersprechen einander zum Teil und erwecken Zweifel hinsichtlich ihrer Glaubwrdigkeit. Eine sorgfltige Untersuchung durch eine internationale Expertenkommission ist, anders als im Falle Katyn nach der Entdeckung der Massengrber durch die deutsche Wehrmacht im Jahre 1943, nach dem Ende des Krieges nicht erfolgt, und die Verantwortung dafr kommt den sowjetischen und polnischen Kommunisten zu. Die Verffentlichung von Fotografien der Krematorien und einiger Kannen mit der Aufschrift Zyklon B. Giftgas hat keinerlei Beweiswert, da in greren typhusverseuchten Lagern Krematorien vorhanden sein mssen und da Zyklon B ein bekanntes Entwesungsmittel ist, das nir-

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Ernst Nolte, Der kausale Nexus, Herbig. Mnchen 2002, S. 96f.

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gendwo entbehrt werden kann, wo Massen von Menschen unter schlechten sanitren Bedingungen zusammenleben. [] eine Infragestellung der berlieferten Auffassung, da die Massenvernichtung in Gaskammern durch zahllose Aussagen und Tatsachen zwingend bewiesen sei und auerhalb jeden Zweifels stehe, mu zulssig sein, oder Wissenschaft ist als solche in diesem Bereich berhaupt nicht zulssig und mglich. Und spter dann noch deutlicher:143 Es handelt sich um die Behauptung, aufgrund naturwissenschaftlicher Befunde bzw. technischer Tatbestnde habe es Massenttungen durch Vergasung entweder nicht gegeben oder berhaupt nicht geben knnen, zumindest nicht in dem bisher angenommenen Umfang. Ich spreche hier von den chemischen Untersuchungen bzw. Gutachten zu den CyanidRestbestnden in den Entwesungskammern einerseits und in den zunchst als Leichenhallen vorgesehenen Rumen der Krematorien andererseits durch Leuchter, Rudolf und Lftl sowie nicht zuletzt von den ungemein detaillierten Studien Carlo Mattognos zu scheinbaren Detailfragen wie Verbrennungsdauer, Koksverbrauch und hnlichem. Gegen die immer wieder vorgebrachte These, da das naturwissenschaftlich oder technisch Unmgliche nicht stattgefunden haben knne, selbst wenn Hunderte von Gestndnissen und Zeugenberichten das Gegenteil sagten, lt sich im Prinzip nicht argumentieren; []. Das Eingestndnis ist unumgnglich, da Geisteswissenschaftler und Ideologiekritiker in dieser Frage nicht mitreden knnen. Heureka!

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Ebenda, S. 122.

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Lge und Auschwitz-Wahrheit

Die erste Blamage


Man sollte meinen, da Chemiker, zumal solche mit Promotion, in der Lage sein sollten, sich bezglich grundlegender, simpler chemischer Fachfragen einig zu sein. Da dem durchaus nicht immer so ist, zeigt der hier diskutierte Fall eines Chemikers, der sich in seinem Fachgebiet regelrecht blamiert hat. Es handelt sich dabei um den promovierten Chemiker Josef Bailer, den Ehegatten von Brigitte Bailer-Galanda, die im Jahr 2004 zur Vorsitzenden des Dokumentationszentrums des sterreichischen Widerstandes (DW) gekrt wurde, einer krypto-kommunistischen Propagandainstitution, die sich auf das Banner geschrieben hat, jeden politisch mundtot zu machen, der sich auf der politischen Rechten befindet. Nun mag man das fr politisch legitim halten oder nicht, Tatsache ist, da dies keine wissenschaftliche Motivation ist. Im argumentativen Kampf gegen den Revisionismus fhrte Frau BailerGalanda Anfang der 1990er Jahre ihren Ehemann ins Feld, der als promovierter Chemiker berufen erscheint, den Leuchter-Bericht1 auf chemischer Ebene zu widerlegen.2 Freilich schtzt auch eine Promotion nicht davor, da man das eine oder andere nicht wei. Doch angesichts der Bedeutsamkeit des hier behandelten Themas sollte man sehr wohl erwarten, da ein promovierter Chemiker sich kundig macht, bevor er zu schwerwiegenden Aussagen kommt. Dr. Bailer scheint aber genau das nicht getan zu haben
1

Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]). J. Bailer, Der Leuchter-Bericht aus der Sicht eines Chemikers, in: Amoklauf gegen die Wirklichkeit, Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes, Bundesministerium fr Unterricht und Kultur (Hrsg.), Wien 1991, S. 47-52; ders., ebenda, 2. Aufl., 1992.

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Die ersten drastischen Fehler begeht Dr. Bailer gleich zu Beginn, indem er Leuchter Dinge unterstellt, die dieser nie behauptet hat, und die Dr. Bailer dann mit fehlerhaften Argumenten zu widerlegen trachtet. Er behauptet: Bei den [Cyanid-]Rckstnden handle es sich, behauptet der Leuchter-Bericht, um Gas, das, in Poren des Mauerwerks eingeschlossen, erhalten bleiben soll14. In der dazugehrigen Funote 14 fhrt Dr. Bailer weiter aus: 14 Im Leuchter-Bericht [] wird behauptet, Cyanide knnen an einem gewissen Standort lange verbleiben und in Backsteinen und Mrtel herumwandern, und darauf hingewiesen, da die Stellen, an denen Proben entnommen wurden, meist kalt, dunkel und feucht waren. Nur bei zwei Standorten war das anders, da diese Lokalitten dem Sonnenlicht ausgesetzt waren [] und das Sonnenlicht die Zerstrung von ungebundenem Cyanid beschleunigt haben drfte. Entgegen den Annahmen im Leuchter-Bericht ist auch Feuchtigkeit eine schlechte Bedingung fr die Erhaltung der Blausure. Berlinerblau kann hier nicht gemeint sein, das wandert nicht und zersetzt sich auch nicht im Sonnenlicht. Bailer spricht also im Text von Blausuregas, in der Funote aber von Blausure (flssig), obwohl Leuchter hier explizit von Cyaniden spricht, also festen Salzen. Bailers Ansatz ist also nichts anderes als grober Unfug. Anhand umfangreicher Fachliteraturstudien habe ich in meinem Gutachten jedoch klar nachgewiesen,3 da Cyanidverbindungen ber sehr lange Zeitrume im Mauerwerk verbleiben knnen. Gefrdert wird die Langzeitresistenz durch die Umsetzung zum Berlinerblau. Gnstig dafr ist ein feuchtes Medium. Alle Cyanidverbindungen erleiden zudem durch UV-Strahlung der Sonne und der durch diese erzeugten Photooxidantien (Hydroxylradikale, Stickoxide u.a.) eine oxidative Zerstrung. Cyanidkomplexe wie das Berlinerblau werden bei Sonneneinstrahlung durch photochemische Anregung zerstrt. Dabei wird als erster Schritt der Cyanid-Ligand freigesetzt und sodann der Oxidation ausgeliefert. Das Berlinerblau ist dagegen zwar verhltnismig resistent, aber nicht immun. Fazit: Leuchter hat recht, der Doktor der Chemie unrecht. Kurz darauf fhrt Bailer weiter aus: Entgegen den Annahmen im Leuchter-Bericht ist es unwahrscheinlich, da Cyanwasserstoffgas in den Poren von Mauerwerk Jahre berdauert, weil Licht, Kalk und Wasser oder Feuchtigkeit den Stoff zerstren.

Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 106-119 ([Link]/D/rga2).

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Zuerst miversteht Bailer Leuchter offensichtlich vorstzlich, da Leuchter eben nicht von Blausuregas redet! Dann meint Bailer, mit den eigenen falschen Argumenten Leuchter widerlegen zu knnen. Was hat das mit Wissenschaft zu tun? Doch weiter mit Bailer: Es ist aber unwahrscheinlich, da sich in den Mauem Berlinerblau bildet, weil das Eisen in Ziegeln und in gebranntem Kalk in der fr die Reaktion ungnstigen dreiwertigen Form vorliegt und weil alkalisches Milieu die Reaktion hindert. Tatsache ist, da das Cyanid-Ion besonders im alkalischen Medium ein Reduktionsmittel ist, wo es bevorzugt in Cyanat und dann in Kohlendioxid umgewandelt wird.4 Schon der bloe Blick auf die Massenwirkungsgleichung der Cyanidoxidation zeigt, da eine hohe Hydroxidionenkonzentration (OH = Basizitt) diese Reaktion begnstigt. Hier etwas chemische Nachhilfe fr einen promovierten Chemiker: 2 Fe3+ + CN + 2 OH 2 Fe2+ + NCO + H2O
Eisen(III) Cyanid Base Eisen(II) Cyanat Wasser

Das ist Abiturstoff! Ferner kann man in einem der Standardbcher fr anorganische Chemie nachlesen, da Hexacyanoferrat(III) trivial ausgedrckt: die Anbindung von Blausure an Eisenrost in alkalischem Milieu ein ungeheuer starkes Oxidationsmittel ist.5 Diese Dinge sind zwar vielleicht nicht trivial, aber sehr einfach herauszufinden. Es stellt sich daher die Frage, ob Herr Dr. Bailer berhaupt ein Lehrbuch oder einen Fachartikel zu diesem Problem gelesen hat, bevor er etwas niederschrieb. Er zitiert jedenfalls Lehrbcher nur bezglich der Blausure, nicht aber bezglich der Chemie der Eisencyanide. In einem Punkt hat Dr. Bailer recht: Alkalisches Milieu behindert die Umsetzung instabiler Cyanide zu stabilen Eisencyaniden, da Rost im alkalischen fast wasserunlslich ist. Die Anreicherung von Cyaniden (dissoziierte Blausure) jedoch ist berhaupt erste Voraussetzung fr alles Folgende, und diese Anreicherung setzt alkalisches Milieu geradezu voraus! Oder mu ich Herrn Dr. Bailer auch bezglich der Bedeutung des pKs-Wertes von Suren (9,31 bei HCN) auf die Sprnge helfen? Ich habe so etwas im zwlften Schuljahr gelernt, Herr Dr. Bailer!

4 5

M. Andrew Alich, D.T. Haworth, M.F. Johnson, J. Inorg. Nucl. Chem., 29 (1967) 1637-1642. J. C. Bailar, Comprehensive Inorganic Chemistry, Bd. 3, Pergamon Press, Oxford 1973, S. 1047.

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Man kann sich also nicht wundern, da Bailer nach diesen fachlichen Blackouts der berzeugung ist, da man auch in den Wnden der Entlausungskammern keine Cyanide finden kann: Die positiven Laborbefunde [aus der Entlausungskammer] knnen eigentlich nur auf zwei Ursachen zurckgefhrt werden: Entweder wurde Berlinerblau [als Farbe] auf die Mauer aufgebracht [], oder es handelt sich um ein Artefakt, eine Fehlanzeige der Analysenmethode. Nun haben wir die peinliche Situation, da die Analysenergebnisse meines Gutachtens eindeutig gezeigt haben, da es sich bei den extrem hohen Cyanidbefunden in den Wnden der Entlausungskammern in der Tat um berreste aus den Entlausungen handelt. Diese Cyanidwerte findet man nicht nur auf der Wandoberflche, wie es bei Anstrichfarbe zu erwarten wre, sondern auch tief im Gestein und an der Auenseite des Mauerwerks an den Backsteinen. Auerdem ist die Blaufrbung der Wnde alles andere als typisch fr Anstriche; die fleckigen Muster beweisen hingegen zustzlich die Herkunft dieses Berlinerblaus von Entlausungsbegasungen.6 Auch ein Analysenfehler kann ausgeschlossen werden, da mittlerweile drei unterschiedliche Institute, Alpha Analytic Laboratorium, USA, Institut Fresenius, Taunusstein, und IUS, Stuttgart, anhand normierter Nachweisverfahren die Cyanidwerte besttigt haben. In den Entlausungskammern finden sich also enorme Cyanidrckstnde, in den angeblichen Menschengaskammern hingegen nichts. Doch weiter: Fr Rckstnde sind die im Leuchter-Bericht ausgewiesenen Cyanidgehalte zu hoch, um glaubwrdig zu sein. Ein Gehalt von 1 050 mg/kg, wie er fr das Kontrollmuster angegeben ist, wrde bedeuten, da die Mauer zu 0,1% aus Berlinerblau besteht! Das ist entweder ein Analysenfehler oder auf einen Fehler bei der Probennahme zurckzufhren. Ich mu Herrn Dr. Bailer erneut korrigieren. Berlinerblau besteht zu etwa 55 Massen-% aus Cyanid und zu 45% aus Eisen. Das wrde bei 0,1% Cyanidgehalt zu einem Berlinerblaugehalt der Wand von etwa 0,18% fhren, nicht 0,1%! Was sagte Dr. Bailer aber nun zu dem Ergebnis meines Gutachtens, da an manchen Orten annhernd alles Eisen der Wand zum Berlinerblau umgesetzt wurde, wenn man von dessen Zusammensetzung ausgeht? Das entspricht einem Berlinerblaugehalt von knapp 2,5%! Und zwar unterhalb des Putzes inmitten des Mauerwerks der Entlausungskammer! Diese Wand ist durch und durch mit Cyanid angereichert.

Zur nheren Diskussion der These von blauer Wandfarbe vgl. mein Gutachten, aaO. (Anm. 3), S. 168f.

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Dr. Bailer war sich offenbar seines Sieges ber den Nichtchemiker Leuchter so sicher, da er es noch nicht einmal fr ntig hielt, ein Chemiebuch aufzuschlagen, um seine Wunschvorstellungen zu berprfen. Da kann es nicht verwundern, da er auch auf anderem Gebiet, fr das er keinen akademischen Abschlu besitzt, nicht anders verfuhr. So erklrt er zum Beispiel ber die fr Auschwitz behaupteten Menschenvergasungen: Aus Berichten, nach denen die Ttungen sehr lange gedauert haben, kann geschlossen werden, da wenig Gas verwendet wurde. [] Das Giftgas wurde offensichtlich so knapp dosiert, da es im Freien, verdnnt durch die Umgebungsluft, keine Gefahr mehr darstellte. Die Wachmannschaften waren somit vom Giftgas nicht gefhrdet. [] Die Ttungen in den Gaskammern dauerten lange, im Extremfall Stunden. Da ist der Wunsch Vater des Gedanken. Belegen kann Dr. Bailer diese Behauptung nicht, denn die Zeugenaussagen berichten das genaue Gegenteil.7 Und aus diesen Aussagen ergibt sich dann auch sowohl direkt wie indirekt, da die angewendete Giftgasmenge enorm hoch gewesen sein mte.8
7

Bezglich der Ttungszeiten siehe neben den Aussagen von R. H und R. Bck z.B.: Schwurgericht Hagen, Urteil vom 24.7.1970, Az. 11 Ks 1/70, S. 97 (5 Minuten); Final Trial Brief of the Prosecution, nach U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Proze, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1981, S. 47-50 (3 bis im Extrem 15 min); E. Kogon, H. Langbein, A. Rckerl et al., Nationalsozialistische Massenttungen durch Giftgas, S. Fischer Verlag, Frankfurt 1983, ubiquitr (sofort bis 10 min., seltener bis 20 min.); J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, 2. Aufl., Interpress Publishers, Warschau 1985, in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Auschwitz, S. 114 + 118 (wenige Minuten); H.G. Adler, H. Langbein, E. Lingens-Reiner (Hg.), Auschwitz, 3. Aufl., Europische Verlagsanstalt, Kln 1984, S. 66, 80 + 200 (wenige bis 10 Minuten); Hamburger Institut fr Sozialforschung (Hg.), Die Auschwitz-Hefte, Band 1, Beltz Verlag, Weinheim 1987, S. 261ff., 294 (augenblicklich bis 10 min.); C. Vaillant-Couturier, IMT, Bd. VI, S. 216 (5 bis 7 Minuten); M. Nyiszli in: G. Schoenberner (Hg.), Wir haben es gesehen, Fourier, Wiesbaden 1981, S. 250 (5 min.); C.S. Bendel, in: H. Langbein, Menschen in Auschwitz, Europaverlag, Wien 1987, S. 221 (Ende der Opferschreie nach 2 min.); S. Broad in: B. Naumann, Auschwitz, Athenum, Frankfurt/Main 1968, S. 217 (4 min.), nach 10-15 min Trffnung: A. Rckerl, NS-Verbrechen vor Gericht, 2. Aufl., C.F. Mller, Heidelberg, 1984, S. 58f.; K. Hlbinger in: H. Langbein, Der Auschwitz-Proze, Europische Verlagsanstalt, Frankfurt/Main 1965, S. 73 (1 min.): R. Bck, ebenda, S. 74 (Nach Trschlu 10 min schreiende Opfer, anschlieend Trffnung); H. Stark, ebenda, S. 439 (10-15 min. schreiende Opfer); F. Mller, ebenda, S. 463 (8-10 min.); E. Py, ebenda, S. 748 (nach einigen Minuten Anschalten des Ventilators); K. Lill, ebenda, S. 750 (ein paar Sekunden nach Zyklon-B-Einwurf ein Schrei, ein paar Minuten danach quoll Qualm aus dem Schornstein); Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz, 3.-5. Verhandlungstag der Strafsache Honsik, 29.4., 30.4., 4.5.1992, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/90, Landgericht Wien, S. 443 (2-3 min); Dokument 3868-PS, IMT-Band 33, S. 275ff., zitiert nach L. Rosenthal, Endlsung der Judenfrage, Massenmord oder Gaskammerlge?, Verlag Darmstdter Bltter, Darmstadt 1979 (2 bis ausnahmsweise bis zu 15 min); R. H, in: M. Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1958 (30 min fr Gesamtprozedur, einschlielich Lftung);

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Es gibt von diesen Aussagen ber kurze Vergasungszeiten nur eine einzige Ausnahme, und das betrifft die angebliche erste, improvisierte Vergasungsaktion in Auschwitz in einem Keller eines Hftlingsblockes des Stammlagers. Nach Aussagen unbeteiligter Hftlinge soll diese Vergasung viele Stunden gedauert haben, jedoch sind die Aussagen zu diesem behaupteten Ereignis so widersprchlich, da sie der Glaubhaftigkeit entbehren.9

Die zweite Blamage


Ich lie Herrn Dr. Bailer ein Exemplar meines Buches Vorlesungen ber Zeitgeschichte zukommen, in dem ich die obigen Argumente in hnlicher Weise dargelegt habe.10 Zwar erwartete ich von ihm keine Reaktion, jedoch ging ich davon aus, da er in Zukunft etwas umsichtiger argumentieren wrde, sollte er sich noch einmal zu dieser Frage uern. Dieses noch einmal wurde dann im Sommer 1995 wahr, als in sterreich ein Taschenbuch erschien, in dem einige Exponenten der ExterminaHans Mnch, in G. Rudolf, Auschwitz-Kronzeuge Dr. Hans Mnch im Gesprch, VffG, 1(3) (1997), S. 139-190 (2 bis im Winter 5 min); Salmen Lewenthal, Hefte von Auschwitz, Sonderheft 1, Handschriften von Mitgliedern des Sonderkommandos, Verlag Staatliches Museum Auschwitz, 1972, S. 155 (pltzliche Stille); Dov Paisikovic, in: Lon Poliakov, Auschwitz, Ren Julliard, 1964, S. 159 ff. (3-4 min.), Franke-Gricksch Report, in: J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, p. 238 (eine Minute zum Tten, eine weitere, bis die Tren geffnet wurden); Rudolf Vrba alias Walter Rosenberg, Alfred Wetzler, Ref. M 20/153, Yad Vashem (nach War Refugee Board, German Extermination Camps - Auschwitz and Birkenau, in David S. Wyman (Hg.), America and the Holocaust, Bd. 12, Garland, New York/London 1990, S. 20 (Nach drei Minuten war jeder im Raum tot); Jerzy Tabeau, in: The Extermination Camps of Auschwitz (Oswiecim) and Birkenau in Upper Silesia (10 min., zitiert nach Enrique Aynat, Los protocolos de Auschwitz. i Una fuente historica? Verlag Garcia Hispan, Alicante 1990); Andr Lettich, Trente-quatre mois dans les Camps de Concentration, Imprimerie Union Cooprative, Tours, 1946 (einige Augenblicke). Janda Weiss, in David E. Hackett, (Hg.), The Buchenwald Report, Beck, Mnchen 1997, S. 394 (3 min.). Falls lngere Ttungszeiten in Zeugenaussagen vorkommen, so beziehen sie sich nicht auf die Krematorien II und III, sondern auf die Krematorien IV/V, die Bunker 1/2 oder das Krematorium I im Stammlager. Die Ttungen in den Krematorien II&III sollen also sehr schnell vonstatten gegangen sein. Zeugenangaben dazu sind wenig spezifisch, gehen aber von mehreren kg aus, vgl. J. Buszko (Hg.), Auschwitz, Nazi Extermination Camp, 2. Aufl., Interpress Publishers, Warschau 1985, S. 118: 6 bis 12 kg; Leon Poliakov, Harvest of Hate, Greenwood Press, Westport, Conn., 1971, S. 205: 5-7 kg. Indirekt ergibt sich dies aus den bezeugten Ttungszeiten, den bekannten Ttungszeiten in US-Hinrichtungsgaskammern, den Eigenschaften des Zyklon B und der Ausstattung der behaupteten Gaskammern, vgl. meine Gutachten, aaO. (Anm. 3), S. 131f. Vgl. Carlo Mattogno, Auschwitz: La Prima Gasazione, Edizioni di Ar, Padova 1992; bald auch auf dt. (Auschwitz: Die Erste Vergasung) bei Castle Hill Publishers. E. Gauss (=G. Rudolf), Vorlesungen ber Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1993, S. 290-297.

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tionisten ihr Geschichtsbild unter dem Titel Wahrheit und Auschwitzlge gegen die wissenschaftlichen Angriffe des Revisionismus zu verteidigen gedachten.11 Typisch fr ihr Vorgehen sind unfundierte Unterstellungen, das Ignorieren von Beweisen und Milchmdchenrechnungen. Nachfolgend wird dies nur an einigen Fllen unter Beweis gestellt. Das Buch enthlt neben den hier behandelten Beitrgen weitere ber andere historisch umstrittene Fragen, wie etwa die Bewertung des deutsch-sowjetischen Krieges, sowie eine ausfhrliche Behandlung des deutschen wie sterreichischen Rechtsradikalismus bzw. -extremismus und einiger in diesem Zusammenhang weniger interessanter Kapitel.12 Obwohl aufgrund der Fehlerhaftigkeit der Beitrge ber den Holocaust-Revisionismus naheliegt, da auch diese Beitrge mit falschen Angaben gespickt sind, habe ich mich mit diesen Kapiteln nicht befat. Zum einen, weil ich mich fr manche der darin angesprochenen Themen nicht ausreichend kompetent fhle,13 zum anderen aber auch, weil politische Verdchtigungen und Unterstellungen nichts zur Klrung wissenschaftlicher Streitfragen beitragen knnen.14 Da mir weder daran liegt, darber zu diskutieren, ob die Autoren des hier kritisierten Buches der linksex11

12

13

14

Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hg.), Wahrheit und Auschwitzlge, Deuticke, Wien 1995; dies., Die Auschwitzleugner. Revisionistische Geschichtslge und historische Wahrheit, Berlin 1996. Wie etwa: Gab es einen schriftlichen Hitlerbefehl zur Judenvernichtung?, Die sogenannte Wiedergutmachung, Die sterreichische Rechtslage, Endlich geregelt? Zur Ahndung der Holocaust-Leugnung. Dies trifft auf folgende Kapitel zu: Ttung durch Giftgas in Mauthausen und Gusen; Das Tagebuch der Anne Frank; vgl. hierzu die Ausfhrungen von Ditlieb Felderer, Anne Frankss Diary A Hoax, Institute for Historical Review, Torrance 1979; Robert Faurisson in: Serge Thion, Vrit historique ou vrit politique?, La Vieille Taupe, Paris 1980, S. 213-298; R. Faurisson, Is the Diary of Anne Frank genuine?, Institute for Historical Review, Costa Mesa, California 1983; ders. und Siegfried Verbeke, Het Dagboek van Anne Frank: een kritische benadering, Vrij Historisch Onderzoek, Antwerpen 1991; vgl. auch Gerd Knabe, Die Wahrheit ber Das Tagebuch der Anne Frank, Winkelberg-Verlag, Knllwald 1994. Da diese zentralen revisionistischen Arbeiten in Wahrheit und Auschwitzlge totgeschwiegen werden, ist bezeichnend genug. Das Unternehmen Barbarossa [...]. In diesem Beitrag wird auf die revisionistischen Argumente nicht eingegangen, sondern lediglich polemisiert. Neuere Buchpublikationen angesehener Historiker widerlegen im brigen seine falschen Darlegungen: Werner Maser, Der Wortbruch, Olzog, Mnchen 1994; Joachim Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg, Verlag fr Wehrwissenschaften, Mnchen 1995 (7. Aufl., Herbig, Mnchen 2001); Walter Post, Unternehmen Barbarossa, Mittler, Hamburg 1995; Viktor Suworow, Der Tag M, Klett Cotta, Stuttgart 1995. Dies trifft zu auf die Kapitel: Revisionismus pseudowissenschaftliche Propaganda, Revisionismus in Deutschland, Methoden rechtsextremer Tendenzgeschichtsschreibung und Propaganda, Revisionistische Propaganda in sterreich, Das Thule-Netzwerk.

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tremistischen bzw. kommunistischen Szene Deutschlands und sterreichs angehren, noch daran, ob die Anhnger des Revisionismus dem rechtsextremistischen oder nationalsozialistischen Umfeld zuzurechnen sind, berlassen wir diese politischen Themen denen, die nicht wissenschaftlich, sondern politisch-polemisch argumentieren wollen.

Der Anti-Antisemit Prof. Wolfgang Benz


Wolfgang Benz ist Professor fr Antisemitismusforschung an der Technischen Universitt Berlin. Er bedient sich in seinem Beitrag Revisionismus in Deutschland an mehreren Stellen der fahrlssigen oder sogar gezielten Desinformation. Auf Seite 43 erwhnt er z.B., das Institute for Historical Review (IHR) sei, nachdem es $50.000 Belohnung fr einen Existenzbeweis der NS-Menschengaskammern ausgeschrieben hatte, dazu verurteilt worden, dem Auschwitz-berlebenden Mel Mermelstein dieses Geld und zustzlich Schmerzensgeld in Hhe von $40.000 zu zahlen. Er zitiert als Beleg dafr ein Buch von Deborah E. Lipstadt,15 deren Angaben sich jedoch nicht auf den Seiten 190ff. befinden, wie Benz angibt, sondern auf den Seiten 170ff. Zudem fhrt Frau Lipstadt aus (S. 174): Noch vor der Hauptverhandlung, whrend der verschiedenen Vorbereitungsgesprche, verfgte Richter Thomas T. Johnson, die Tatsache, da Juden in Auschwitz vergast wurden, sei offiziell ins Protokoll aufzunehmen; dies steht nicht zur Debatte, sondern ist schlichtes Faktum.16 Aus der vom amerikanischen Gericht unterstellten Offenkundigkeit der Gaskammern zu schlieen, es sei mit diesem Verfahren der wissenschaftliche Nachweis der Existenz von Menschengaskammern gelungen, wird von Benz zwar suggeriert, geht aber an den Tatsachen vorbei, wie sie auch von Frau Lipstadt geschildert werden. Tatschlich haben die Anwlte des IHR nach dieser Erklrung des Gerichts ohne Beweiserhebung klein beigegeben, da man greren finanziellen Schaden abwenden wollte. Da das IHR nach diesem Verfahren Mel Mermelstein in einer Publikation erneut angriff, 17 verklagte dieser das IHR erneut, und zwar diesmal auf Zah15 16

17

Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zrich 1994. Im Original: Under Evidence Code Section 452(h), this court does take judicial notice of the fact that Jews were gassed to death at the Auschwitz Concentration Camp in Poland during the summer of 1944 [...] It is not reasonable subject to dispute, and it is capable of immediate and accurate determination by resort to sources of reasonably indisputable accuracy. It is simply a fact., nach: IHR Newsletter, No. 82, October 1991, sowie M. Weber, The Journal of Historical Review 3(1) (1982), S. 31-51 ([Link]/jhr/v03/v03p-31_Weber.html). Bradley R. Smith, IHR Newsletter, September 1985; vgl. IHR Special Background Report, September 1991.

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lung von 11 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Whrend des im Jahr 1991 durchgefhrten Verfahrens konnte das IHR allerdings durch mannigfache Beweise berzeugend darlegen, da es sich bei Mermelstein tatschlich um einen Lgner handelt, so da diesmal Mermelstein am 19.9.1991 klein beigeben mute, was seinerzeit fr ein relativ groes Medienecho sorgte.18 Mermelsteins Berufung wurde am 28.10.1991 abgelehnt.19 Damit wre der Beweiswert der Zeugenaussagen von Mermelstein als angeblicher Zeuge der Gaskammern von Auschwitz hinreichend dargelegt. Benz erwhnt diese kapitale Niederlage Mermelsteins nicht. Offenbar kennt Prof. Benz, der wissenschaftliches Arbeiten vortuscht, die Primrquellen nicht, sonst htten ihn die seinerzeitigen Pressemeldungen oder die ausfhrlichen Berichte des Institute for Historical Review zur Vorsicht gemahnt. Oder aber er kennt sie, unterschlgt sie dem Leser aber vorstzlich. Benz beruft sich nur auf D.E. Lipstadt, die ihrerseits aus welchen Grnden auch immer flschlich angibt, das Verfahren sei im Mai 1992 noch nicht abgeschlossen gewesen.20 Wolfgang Benz scheint also nicht gewillt zu sein, auch die Argumente seiner Gegner zur Kenntnis zu nehmen; ein erstklassiges Indiz unwissenschaftlichen Verhaltens. Da die Arbeitsweise von Wolfgang Benz keine wissenschaftliche ist, beweist seine Bewertung des 1994 auf Deutsch erschienenen Buches Die Krematorien von Auschwitz21 des franzsischen Apothekers Jean-Claude Pressac auf Seite 45: Im Falle der Krematorien von Auschwitz, die nach revisionistischer Ansicht nicht existiert haben bzw. deren Leistungsfhigkeit fr die massenhafte Ermordung nicht ausgereicht haben soll, hat sich ein Mann der Mhe unterzogen, alle Details akribisch zusammenzutragen: Der franzsische Apotheker Pressac gehrte ursprnglich im Gefolge von Faurisson
18

19

20

21

Mark I. Pinsky, Doubters of Holocaust Win a Round in Court, Los Angeles Times, (Orange County Edition), 25.9.1991, S. B9; vgl. auch IHR Newsletter, No. 82, October 1991. Theodore J. OKeefe, Best Witness: Mel Mermelstein, Auschwitz and the IHR , in: The Journal of Historical Review, 14(1)(1994), S. 25-32 ([Link]/jhr/v14/v14n1p25_Okeefe.html); Michael Piper, Best Witness, Center for Historical Review, Washington 1993. AaO. (Anm. 15), S. 174 bzw. Funote 14, S. 300. Dort erwhnt sie ein Berufungsgesuch Mermelsteins vom 4.5.1992, obwohl dessen Berufung bereits am 28.10.1991 vom kalifornischen Appelationsgericht abgelehnt worden war. Von weiteren rechtlichen Schritten seitens Mermelstein nach 1991 ist dem IHR allerdings nichts bekannt; persnliche Mitteilung Mark Weber, Institute for Historical Review, 25.7.1995. Les Crmatoires dAuschwitz. La maschinerie du meurtre de masse, ditions CNRS, Paris 1993; dt.: Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, Mnchen 1994.

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zu den Leugnern der Realitt von Auschwitz. Jahrelang widmete er sich den technischen Problemen der Vernichtung, die den Angelpunkt der revisionistischen Argumentation bilden. Pressac erbringt unter Verzicht auf Erlebnisberichte und historische Zusammenhnge, im Beharren auf einem einzigen Detailkomplex, alle Beweise, die zur Widerlegung der revisionistischen Konstrukte dienlich sind. Akten der SS-Bauleitung, Rechnungen und Korrespondenzen der Lieferfirmen sind ausgewertet und ausgebreitet, ein technisch begrndeter Zweifel am Geschehen von Auschwitz ist nach dem Befund Pressacs nicht mglich. Erstens geht es in der hier gefhrten Debatte nicht darum, tatschliches Geschehen anzuzweifeln, sondern darum, berhaupt erst Tatsachen aufzufinden und von lediglich Geglaubtem, Zweifelhaftem zu trennen. Die Streitfrage ist ja gerade, was das Geschehen von Auschwitz exakt ist. Zweitens stellt sich die Frage, wie ein Professor fr Antisemitismusforschung, der weder Ausbildung noch Erfahrung in technischen Fragen besitzt, sich fr kompetent erachten kann, darber zu urteilen, ob ein vermeintlich technisches Werk am Geschehen von Auschwitz keinerlei begrndete Zweifel ermglicht. Drittens stellt sich die Frage, wie dieser Professor fr Antisemitismusforschung in den technischen Sachverstand eines Apothekers so hohes Vertrauen setzen kann, obwohl Benz wei, da auch sein hochgeschtzter Apotheker keinerlei technische Ausbildung noch Erfahrung besitzt. Was Prof. Benz ber die Arbeit Pressacs aussagt, ist zudem grob falsch: Pressac kommt nicht nur nicht unter Verzicht auf Erlebnisberichte zu einem angeblichen Beweis der Menschenvergasungen in Auschwitz; vielmehr sind die einzigen Beweise, die er fr angebliche Menschenvergasungen anzufhren in der Lage ist, allein Zeugenaussagen.22 Weiterhin geht Pressac auf keine der von Revisionisten vorgebrachten Kritiken und Argumente ein, so da nicht ersichtlich ist, wie seine Arbeit zur Widerlegung der revisionistischen Konstrukte dienlich sein knnte. Entscheidend aber ist, da Pressac in seinem Buch nicht eine einzige Quelle der Fachliteratur ber die Technologie der Krematorien zitiert. Er fhrt keine einzige technische Betrachtung der tatschlichen oder angeblichen Todesmaschinerie von Auschwitz durch, macht keine einzige Berechnung zu deren technischer Leistungsfhigkeit und Kapazitt. Die chronologische Auflistung und zum Teil
22

So zitiert Pressac, ebenda, beispielsweise die Aussage von Pery S. Broad (S. 22), Rudolf H (S. 51, 61, 73, 74, 98, 103), Henryk Tauber (S. 85, 93) und greift immer wieder auf Zeugenaussagen im Kalendarium der Ereignisse von Auschwitz-Birkenau 1939-1945 von Danuta Czech (Rowohlt, Reinbek 1989) zurck (S. 41f., 49, 54, 95, 98, 121, 192-202) sowie auf das mit Aussagen gespickte Buch von Hermann Langbein, Der Auschwitz-Proze, Europa Verlag, Wien 1965 (S. 117).

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inhaltswidrige Interpretation von Dokumenten zur baulichen Entstehungsgeschichte von Auschwitz sowie die Ausfllung dieses Gerippes durch die Phantasien Pressacs oder derjenigen angeblicher Augenzeugen ist nicht gerade das, was man ein technisch-wissenschaftliches Werk nennt.23 Da Prof. Benz nicht willens oder in der Lage ist, diesen Umstand zu erkennen, spricht Bnde ber seine wissenschaftlichen Qualitten.

Brigitte Bailer-Galanda: Beruf Desinformation


Da Pressac den Holocaustern als Universalgenie zum Beweis ihrer Thesen dient, beweist neben Prof. Benz auch das Zitierverhalten von Frau Bailer-Galanda, die in ihrem Beitrag Die Verbrechen von Auschwitz (S. 6876) Pressacs Buch als Hauptsttze ihrer Argumentation verwendet.24 Auch Brigitte Bailer-Galanda benutzt das Mittel der Falschinformationen zur Irrefhrung der Leser. So werden z.B. in ihrem Beitrag Revisionismus pseudowissenschaftliche Propaganda des Rechtsextremismus gegen die Ausfhrungen des professionellen Luftbildauswerters John Clive Ball ber die Flschungen von Luftaufnahmen der US-Amerikaner vom KZ Auschwitz nicht etwa Gegenargumente vorgebracht, sondern es wird lediglich versucht, seine Angaben unglaubwrdig zu machen. Hierzu verwendet man einen Trick: Man unterstellt Ball Dinge, die er nie ausgefhrt hat (S. 25): Er [Ball] umgibt diese Behauptung [der Flschung] mit einer anschaulichen Geschichte ber seine Recherchen in den National Archives, Washington, wo diese Fotos seiner Angabe nach nun fr alle Zeiten gesperrt seien, da er die Flschung nachgewiesen habe. Er verschweigt, da dieselben Fotos im Staatlichen Museum Auschwitz eingesehen werden knnen und da eine Flle weiterer Fotos die Vorgnge in AuschwitzBirkenau in vieler Hinsicht belegt.36 In Funote 36 nimmt die Autorin Brigitte Bailer-Galanda dann bezug auf den Beitrag Balls im Sammelwerk von mir. Dort lesen wir allerdings folgendes:25 Nach Feststellung dieser Tatbestnde [der Flschungen] wurde ich im National Archive vorstellig und bat, da man mir doch bitte die Originale aushndigen mge, da die mir als angebliche Originale ausgehndigten
23

24

25

Zum wissenschaftlichen Wert dieses Buches vergleiche den Beitrag Vom Paulus zum PseudoSaulus in diesem Band. Genauso brigens das amerikanische Pendant zu Frau Bailer-Galanda, Frau Prof. Deborah E. Lipstadt, aaO. (Anm. 15), Funoten S. 305, 311. John Clive Ball, Luftbildbeweise, in: Ernst Gauss (Hg.), in: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 245 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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Bilder offensichtlich manipuliert seien. Tatschlich erhielt ich daraufhin Luftbilder, von denen man mir versprach, dies seien die Originale. Und in der Tat hatten diese eine bessere Qualitt als die zuerst ausgehndigten Negative: Die Hand der Flscher war an den gleichen Stellen durch die grere Schrfe wesentlich besser zu erkennen. Als ich dies den ArchivMitarbeitern mitteilte, erklrte man mir, da dies die Negative seien, die die National Archives 1979 vom CIA erhalten haben, und man habe immer geglaubt, diese seien in dem Zustand, wie man sie 1944 aus den Flugzeugen geholt habe. Nun wrden diese Negative wieder fr immer im Archiv verschwinden und nur auf Anfrage von Regierungsstellen wie des CIA herausgegeben werden. Tatsache ist, da die Originale der Luftbildaufnahmen der US-Aufklrer von Auschwitz, von denen Ball hier spricht, nur einmal existieren knnen, und zwar als Negative im National Archive. Alles andere sind Kopien, selbst jene, die der Besucher im National Archive fr gewhnlich bekommt. Da darber hinaus in aller Welt mittlerweile Hunderte von Kopien dieser Originale existieren, hat niemand bestritten, zumal die Revisionisten derer selbst viele besitzen. Unter Fotos allerdings, von denen Frau Bailer-Galanda spricht, versteht man gewhnlich Positivabzge der Negative. Diese weisen derart groe Qualittsverluste auf, da sie ohnehin kaum jemanden interessieren. Von solchen hat Ball in diesem Zusammenhang also gar nicht gesprochen, sondern ausdrcklich von Negativen. Fr eine exakte Auswertung gerade bezglich eventueller Manipulationen eignen sich aber eben nur die originalen Negative. Ob die Auskunft, die John Ball seinerzeit erhielt, richtig ist, ob also die Originale vom National Archive noch an Privatpersonen ausgegeben werden, kann dahingestellt bleiben. Tatsache ist, da diese Auskunft des National Archive Personals Bnde spricht. Bnde spricht gleichfalls die Inkompetenz von Frau Bailer-Galanda in diesen Dingen. Oder ist es Bswilligkeit? Auch Bailer-Galandas Behauptung, eine Flle weiterer Fotos wrde die Vorgnge in Auschwitz-Birkenau in vieler Hinsicht belegen, stimmt in keiner Weise, denn es gibt nicht ein Bild einer funktionstchtigen oder in Funktion befindlichen Gaskammer oder einer ablaufenden Vergasung oder hnliches. Weitere Falschinformationen verbreitet Frau Bailer-Galanda in ihrem Beitrag Leuchter und seine Epigonen auf Seite 92, wo sie schreibt: Im Juni 1993 wurde Rudolf vom Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung in Stuttgart gekndigt, auch den anschlieenden von ihm angestrengten arbeitsgerichtlichen Proze verlor er. 196

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In der Funote zitiert sie das Wissenschaftsmagazin Nature, 368/1994. Dort lesen wir auf Seite 484 allerdings: Die Max-Planck-Gesellschaft kam zu einer auergerichtlichen Einigung mit ihrem ehemaligen Doktoranden, der im vergangenen Sommer wegen der Erstellung von Untersuchungsergebnissen (Gutachten), die beweisen, da die Vergasung von Auschwitz-Hftlingen niemals stattgefunden hat, entlassen wurde. Anschlieend widmet sich Bailer-Galanda meinem Gutachten. Sie meint, die dort zitierten Passagen in Pressacs Buch stnden partiell auf anderen Seiten. Da sie hierzu keine Beispiele angibt, wollen wir uns damit nicht weiter aufhalten. Wie oben bei Prof. Wolfgang Benz gesehen, kann dies jedem passieren, so da dies zwar ein menschlicher Mangel, aber sicher kein Vergehen an wissenschaftlichen Prinzipien ist. Sodann unterstellt Bailer-Galanda mir, ich wrde Pressacs Aussagen einen anderen Sinn unterschieben. Sie zitiert hierzu eine Passage meines Gutachtens, in der Pressac mit den sinngemen Worten zitiert wird, H sei in Auschwitz gewesen, ohne die Menschenvergasungen selbst gesehen zu haben (He was present without seeing). Pressac fhrt dies als Begrndung dafr an, da H in seinen Nachkriegsaufzeichnungen so viele unfreiwillige Fehler gemacht hat (was sind dagegen eigentlich freiwillige Fehler? Doch wohl Lgen, oder?). Ich fhrte dies entsprechend aus, nannte die Fehler von H aber grobe Fehler und sachliche Unmglichkeiten.26 Allein in der Bewertung der Fehler liegt zwischen Pressac und mir ein Unterschied, was Frau Bailer-Galanda echauffiert, da ich damit angeblich versuche, Pressac fr meine nach Bailer-Galandas Worten hanebchenen Thesen zu instrumentalisieren. Wer mein Gutachten kennt, der wei, da ich immer wieder hervorhebe, da ich eben nicht der Meinung Pressacs bin. Ich greife Pressac wiederholt hart, aber sachlich an, erwecke also mitnichten den Eindruck, Pressac vertrete Thesen, die den meinen hnlich seien.27 Was diese ganze Art und Weise der Argumentation von Frau Bailer-Galanda soll, wird also ihr Geheimnis bleiben. Im Anschlu daran, auf den Seiten 92f., unterstellt Frau Bailer-Galanda allerdings, ich wrde alle jene von Pressac gefundenen kriminellen Indizien verschweigen, die meinen Thesen zuwiderlaufen wrden,
26

27

Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), Das Rudolf Gutachten, Cromwell Press, London 1993, S. 16 ([Link]/D/rga1/[Link]), Bezug nehmend auf Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 129. R. Kammerer, A. Solms (Hg.), ebenda, S. 20, 31, 82, 101-103.

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wie beispielsweise Bestellung und Einbau gasdichter Tren und geeigneter Ventilationen oder aber unzweifelhafte Schreibfehler von Zivilarbeitern, die auf Arbeiten in der Gaskammer Bezug nehmen. Hierzu lassen wir einfach die Fakten meines Gutachtens sprechen. Bezglich gasdichter Tren und Fenster lesen wir dort:28 Wenn in damaligen Dokumenten die Charakterisierung gasdicht fr Luken oder Tren auftauchte, so waren damit in der Regel Holzbrettertren und -luken gemeint, die z.T. rundum mit einer Filzdichtung abschlossen. Keineswegs darf man sich darunter hermetisch abschlieende, schwere Stahltren und -luken vorstellen. (S. 9) Einem Dokument ist entnehmbar, da fr die Leichenkeller I (Gaskammer) der Krematorien II und III gasdichte Tren der Mae 100192 cm bestellt wurden[36]. Auf dem bergabeplan, also dem endgltigen Plan von Krematorium II ist die Trgre wie auf allen vorherigen Plnen aber mit 190200 cm eingezeichnet[37]. Noch heute mte es mglich sein, anhand der Ruinen festzustellen, ob die Tr eventuell enger gemauert wurde und ob Spuren der Trzargen vorhanden sind. Dafr sind allerdings Ausgrabungen notwendig. (S. 21) Alle diese [tatschlich oder nur angeblich zur Vergasung verwendeten] Rume [der Krematorien IV und V] sollen in ihren Auenwnden in etwa 2 m Hhe 3040 cm groe, angeblich gasdichte Luken zum Einwurf des Zyklon B besessen haben[58]. (S. 30)29 Zum Problem der Lftungsvorrichtungen schrieb ich: Von Gre, Ausstattung und Konstruktionsweise sind diese Krematorien [II und III] durchaus mit anderen damals im Reich gebauten Anlagen sowie heutigen vergleichbar [29]. (S. 20) Ein besonders abgeteilter Leichenraum mit besserer Belftung diente damals wie heute anderenorts als Aufbewahrungsort fr die Opfer von Seuchen (Infektionsleichenkeller). (S. 20) In der Querschnittszeichnung des Leichenkellers I sind jeweils oben und unten an den Wnden Belftungskanle sichtbar, die nach Pressac als Lftungskanle fr Leichenkeller angelegt waren[38]. Im Grundri kann man links und rechts den Verlauf der Kanle von bzw. zum Haupttrakt erkennen. Demnach wurde der untere Kanal zur Entlftung benutzt. Dies soll auch fr die angeblichen spteren Vergasungen so beibehalten worden sein. Alle Kellerrume der Krematorien II und III sollen nach
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Erstausgabe, ebenda. Der Quellennachweis [58] verweist auf die Angaben in Pressacs Buch, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, aaO. (Anm. 26), S. 46-49, 384, 425-428, 486, 500.

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Pressac eine hnlich leistungsfhige Entlftung gehabt haben, ebenso der Ofenraum[39], jedoch nur der Leichenkeller I (Gaskammer) besa eine Luftzufuhr. Pressac gibt fr alle Rume die Leistung der Absaugmotoren an, die er angeblich der Korrespondenz der Bauleitung des Lagers entnommen hat. Fr Leichenkeller I (Gaskammer) soll ein 3,5-PSElektromotor (2,5 kW) gedient haben. Mit der Motorenstrke ist freilich erst wenig ber die Leistungsfhigkeit der Lftung ausgesagt[40]. Die Austrittsffnungen des Belftungsschachtes von Leichenkeller 1 (Gaskammer) mit der Dimension 510 cm (50 Stck im Krematorium II, 95 im Krematorium III) waren mit Lochblenden abgedeckt, mit jeweils rund 110 Lchern zu ca. 3,5 mm Durchmesser[41]. (S. 21) Im Kapitel [Link].: Lftungsgeschwindigkeit der Gaskammern auf den Seiten 70 bis 74 widmete ich mich ausfhrlich der Leistungsfhigkeit der Lftungsanlagen in den Krematorien II und III. Wegen des Umfanges knnen die Ausfhrungen hier nicht zitiert werden. Hinsichtlich der unzweifelhafte[n] Schreibfehler von Zivilarbeitern, die auf Arbeiten in der Gaskammer Bezug nehmen fhrte ich aus: Pressac geht daher heute von einer kriminellen Planung der Krematorien [IV und V] aus[62]. Ein Beleg dafr seien neben den gasdichten Luken Dokumente einer zivilen Baufirma, in denen die Rede von Arbeiten in einer Gaskammer ist[63]. Wie im Kapitel ber die Sachentlausungsanlagen noch gezeigt wird, war Gaskammer die damals bliche Bezeichnung fr Sachentlausungsrume. Auf auffllige Unregelmigkeiten und Ungewhnlichkeiten in diesen Dokumenten ist in einem Gutachten aufmerksam gemacht worden, das die Echtheit in Frage stellt. Neben vielen ungewhnlichen Rechtschreibfehlern und sachlich falschen Formblattausfllungen enthalten die Dokumente einen beschnittenen Firmenstempel. Als siebter und letzter Punkt ist hier und bei zwei weiteren, hnlichen Tagesberichten die Ttigkeit Ordnungsdienst Unterkunft angefhrt, ein angeblich nur in militrischen und paramilitrischen Verbnden blicher Dienst[64]. (S. 31) Wenn Bailer-Galanda anschlieend schreibt, ich wrde durch dieses von ihr flschlich unterstellte Ausblenden gegenlufiger Argumente, Publikationen und Dokumente fr mich selbst den Nachweis unwissenschaftlichen Arbeitens erbringen, wie ich es in einem Leserbrief in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.8.1994 Pressac vorwarf, so fllt der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit auf Frau Bailer-Galanda zurck. Sie hat hier entweder

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mein Gutachten nicht gelesen, uert sich also ber Dinge, von denen sie keine Ahnung hat,30 oder aber sie schreibt wider besseres Wissen, lgt also. Da die revisionistischen Argumente zur Widerlegung der von Pressac angeblich festgestellten kriminellen Indizien in der Zwischenzeit wesentlich umfangreicher und fundiert sind, sei hier nur am Rande erwhnt.31 Ein Zeugnis ihrer mangelhaften Kritikfhigkeit stellt sich Bailer-Galanda auf Seite 93 aus, wenn sie als Widerlegung meiner Behauptung, die tatschlichen oder angeblichen Gaskammern von Auschwitz-Birkenau wrden keine blaue Wandverfrbung aufweisen, auf eine extrem blaustichige Wiedergabe eines Bildes der tatschlichen oder nur vermeintlichen Gaskammer des Krematoriums II in Birkenau verweist.32 Dies dient ihr dazu, meine Behauptungen als Absurditt hinzustellen. Frau Bailer-Galanda scheint selbst noch nie vor Ort gewesen zu sein, so da sie die tatschlich blaufreien Gegebenheiten vor Ort nicht kennt. Sie wei wohl zudem nicht, da es immer ein groes Problem ist, Farbbilder im Vierfarbbuchdruck genau so wiederzugeben, wie sie im Original sind, vor allem, wenn der Druck der restlichen drei auf der gleichen Seite wiedergegebenen Farbbilder, die blaufleckige Wnde zeigen, den Drucker dazu verleiten, die blaue Farbkanone voll aufzudrehen, so da man hier statt an Sabotage an folgendes Sprichwort denken sollte: Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut. Jedenfalls spricht diese Panne in meinem Buch nicht fr die Absurditt revisionistischer Behauptungen, sondern fr die Oberflchlichkeit der Argumente der Exterminationisten. Wenn sich Frau Bailer-Galanda dann herablt, ber die Art der blauen Flecken an den Auschwitzer Entlausungskammern zu philosophieren, zieht der Kenner der Materie verwundert die Brauen hoch: Die Absurditt dieser Behauptung [von der Herkunft der blauen Flekken durch Zyklon-B-Sachentlausung] wird deutlich, wenn man die dort befindlichen Flecken nher betrachtet. Sie befinden sich auf der Auenseite des Gebudes nur an der Oberflche der Ziegel; dort wo Ziegelsplitter weggebrochen sind, zeigen die Ziegel die bliche rote Frbung. Die Farbe berzieht gleichfrmig verschiedenste Materialien: Ziegel, Mrtel, sogar vergipste Stellen und Teile eines Holztrstockes sind mit blauer,
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Ihre knstliche Aufregung ber die Interpretationen der Aussagen von Rudolf H legen vielleicht nahe, da sie das Gutachten nach der Lektre der ersten 16 Seiten beiseite legte. Vgl. dazu u.a. die Neuausgabe meines Gutachtens, aaO. (Anm. 3); sowie Carlo Mattogno, in H. Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1996, S. 101-161 ([Link]/D/anf/[Link]). Bezug nehmend auf Germar Rudolf, Ernst Gauss, Die Gaskammern von Auschwitz und Majdanek, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 25), S. 257 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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manchmal pinselstrichartig strukturierter Farbe berzogen. Rudolf gert in Argumentationsschwierigkeiten, wenn er zu erklren versucht, wieso auch nachtrglich eingebaute Innenwnde eine Blaufrbung aufweisen.227 Bailer-Galandas Behauptung, die blaue Farbe wrde gleichfrmig [ber] verschiedenste Materialien berziehen, ist falsch und irrefhrend. Die Farbe tritt vllig unregelmig, fleckenartig und in ganz unterschiedlichen Tnungen zutage: von einem nur blassen grnblulichen Schimmer ber helles, mittleres und dunkles Blau bis hin zu Flecken, die tief dunkelblau, ja fast schwarz erscheinen. Schlielich ist gerade der Umstand, da diese unregelmige Verfrbung auch an einigen, unregelmig auftretenden Stellen der Auenmauern auftritt, ein klarer Gegenbeweis gegen die These, die Flecken rhrten von Wandfarbe her. Wer wrde eine unverputzte ZiegelsteinAuenmauer fleckig blau anmalen? Auerdem darf ich darauf hinweisen, da es weder damals noch heute eine blaue Wandfarbe gab bzw. gibt, die auf dem Pigment Eisenblau basiert, weil dieser Farbstoff nicht kalkecht ist.33 Die These von einer blauen Wandfarbe ist daher als technisch unmglich widerlegt. Der erwhnte fleckig blaue Befund, hervorgerufen durch Eisencyanide vom Typ Eisenblau, spricht deutlich dafr, da lsliche Cyanidverbindungen langsam aus dem Mauerwerk nach auen gewandert sind und sich dort aufgrund der Witterungsbedingungen in den Farbstoff Berlinerblau umsetzten.34 Ich habe eine Menge an Erklrungen geliefert, warum die Entlausungskammern in Auschwitz an welcher Stelle welche Frbung und welchen Cyanidgehalt aufweisen, so da wir hier auf eine Wiedergabe dessen verzichten wollen.35 Die Unterstellung von Frau Bailer-Galanda, die blaue Verfrbung wrde stellenweise pinselstrichartig auftreten, ist ebenso falsch. Tatschlich sind die Kammerwnde damals wei gekalkt worden, und es ist genau diese Kalkschicht, die durch den damals wahrscheinlich verwendeten Quast pinselstrichartige Strukturen aufweist, niemals aber die blaue Verfrbung. Zudem weisen die Auenwnde keinerlei Spuren irgendeines Farbauftrages auf, und dennoch finden sich blaufleckige Stellen.
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Sprich: instabil im Alkalischen, also auf frischen Verputzen, vgl. Horst Ferch, Hans Schfer, Schriftenreihe Pigmente, Nr. 77, Degussa AG, Frankfurt/Main 1990. Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 87f. Ich zitiere nachfolgend nur aus der Erstausgabe meines Gutachtens, da die zweite Ausgabe 1995 noch nicht erhltlich war. Siehe aber auch dort fr neuere Angaben (Anm. 3). Ebenda, S. 87-91.

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Der anschlieende Satz von meiner angeblichen Argumentationsnot angesichts ebenfalls blauer, nachtrglich eingebauter Wnde, ist eine Umkehrung meiner tatschlichen Aussagen. Auf den Seiten 88ff. meines Gutachtens, die Bailer-Galanda in ihrer Funote 227 als Beleg fr ihre Unterstellung zitiert, lesen wir: Die nachtrglich eingebauten Innenwnde derselben Rume, also die zu den Heiluftkammern gehrenden (siehe Abbildung 19, S. 33), weisen erwartungsgem keinen Blauschimmer auf. (S. 88) Frau Bailer-Galanda hat also meinen Befund, da nmlich die nachtrglich eingebauten Wnde keine Blaufrbungen aufweisen, genau ins Gegenteil verkehrt, um ihre These von der Absurditt meiner These zu sttzen. Es kann jedoch auch sein, da sie die folgenden Passagen gemeint hat: Die Proben aus den Wnden, die mit dem Umbau zur Heiluftdesinfektion eingebaut wurden, sollten keine Cyanidrckstnde aufweisen. Probe 10 aus der nachtrglich eingebauten Innenmauer weist aber bezeichnenderweise auch einen merklichen Cyanidgehalt auf [3,6 mg/kg], obwohl diese Wand erst mit der Umrstung zur Heiluftdesinfektion eingezogen wurde. Probe 21 entstammt dem Mrtel zwischen den Ziegelsteinen der nachtrglich eingezogenen Mauer, 1 cm bis 5 cm ins Mauerwerk hinein. Dort hat das Mauerwerk der Innenmauer einen Ri. Auch in dieser Innenmauer zeigt die Analyse minimale Cyanidspuren [0,3 mg/kg]. Dieser Befund kann auf eine Entlausung dieser Rume nach der Umrstung zur Heiluftdesinfektion hinweisen, falls nicht die geringen Mengen ohnehin jeden Aussagewert verloren haben, wie die Kontrollanalysen anderer Proben ergaben. (S. 89f.) Ich haben hier die Analysenwerte der Proben aus den nachtrglich eingezogenen Wnden in Klammern hinzugefgt. Vielleicht interpretierte BailerGalanda den Befund geringfgiger Cyanidrckstnde in den nachtrglich eingebauten Innenwnden irrtmlich als Blaufrbung, obwohl ich genau dies ja klargestellt hatte. Ich habe in der obigen Textpassage keine Gegenberstellung der Werte aus meiner Tabelle 15 (S. 84f.) mehr gemacht, die die quantitative Unvergleichbarkeit der Analysenergebnisse zwischen den ursprnglich vorhandenen, mit Zyklon B begasten, und den erst spter eingebauten Wnden deutlich macht. Diese Unterschiede zeigen deutlich, da Frau Bailer-Galandas Aussage von meiner angeblichen Argumentationsnot absurd ist:

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Analysenergebnisse der ursprnglichen Wnde: 1035,0 bis 13500,0 mg/kg Analysenergebnisse der nachtrglichen Wnde: 0,3 bis 3,6 mg/kg Ich habe zudem anhand von Kontrollanalysen nachgewiesen, da die Analysenergebnisse im Bereich weniger mg Cyanid pro kg Material, die brigens auch in anderen, vllig unverdchtigen Gebuden auffindbar sind, nicht reproduzierbar sind, da solche Ergebnisse also als unsignifikant zu bezeichnen sind.36 Daraus ergibt sich, da die Analysenergebnisse der nachtrglich eingebauten Wnde um Grenordnungen niedriger sind als die der ursprnglich vorhandenen Wnde und da diese extrem niedrigen Werte als Nullergebnisse betrachtet werden knnen. Nun drfte sich Frau BailerGalanda in arger Argumentationsnot befinden. Auch zu Walter Lftl, dem ehemaligen Prsidenten der Bundesingenieurkammer sterreichs, scheint Bailer-Galanda vor allem Falsches einzufallen. Lftl hatte im Frhjahr 1992 seine Zweifel an der technischen Durchfhrbarkeit des bezeugten Massenmordverfahrens von Auschwitz bekundet. Nachdem diese Zweifel an die ffentlichkeit getragen wurden, mute Lftl auf Druck bestimmter Kreise seinen Hut nehmen.37 Auf Seite 97 deklariert Bailer-Galanda Lftls Kritik am Jagschitz-Gutachten38 als unfundiert. Sie fhrt aus: So behauptet Lftl laut Rademacher beispielsweise, Jagschitz habe den SS-Arzt Dr. Horst Fischer ungerechtfertigterweise als Arzt bezeichnet, in einer Dienstaltersliste der Waffen-SS scheine Fischer ohne Doktorat auf. Hier hat Lftl wohl falsch nachgesehen. Sowohl in einer SS-Liste als auch im Frankfurter Auschwitz-Proze scheint Fischer als SS-Arzt mit Doktorat auf. In der anschlieenden Funote 241 werden die Personalien Fischers wiedergegeben, wie sie auch in der von Rademacher zitierten Dienstaltersliste der Waffen-SS vom 1.7.1944 aufgefhrt sind, allerdings ohne Quellenangabe und mit einem Unterschied: Obwohl Fischer in der Dienstaltersliste ohne Doktortitel gefhrt wird, fgt ihn Bailer-Galanda an. Sie will den Doktortitel in einer anderen Liste gefunden haben, verschweigt uns aber, in welcher. Da Fischer nach dem Krieg einen Doktortitel gehabt haben soll, wie sich aus Langbeins Dokumentation des Frankfurter Auschwitz-Prozesses ergibt,39
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Ebenda, S. 80, 86, 94. Vgl. Sddeutsche Zeitung, 14. Mrz 1992. Wiedergegeben von Werner Rademacher, Der Fall Lftl oder: Die Justiz zur Zeitgeschichte, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 25), S. 41-60, hier S. 49 ([Link]/D/gzz/[Link]). Frau Bailer-Galanda zitiert hierzu Hermann Langbein, aaO. (Anm. 22).

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mag zwar sein, ndert aber nichts an der Tatsache, da hier Bailer-Galanda unvollstndige oder falsche Angaben macht und nicht Herr Lftl. Weiterhin behauptet Frau Bailer-Galanda auf Seite 98, Lftl htte die Echtheit der Bestellung von 10 Gasprfern bei der Firma Topf & Shne bezweifelt, weil er meint, da diese Firma nur Krematoriumsfen und sonst nichts verkauft habe. Tatschlich hat Lftl genau dies nicht getan. Die Bestellung von Gasprfern hlt er durchaus fr echt und bezglich des Adressaten auch fr vernnftig. Er zieht lediglich die Interpretation des Begriffes Gasprfer als Nachweisgert fr Blausurereste, also als Indiz fr Massenmorde mit Blausure in den Auschwitzer Krematorien, in Zweifel, da der Begriff Gasprfer laut damaliger Fachliteratur fr Rauchgaskontrollgerte an Koksfen stand. Solche Gerte wren von der Firma Topf & Shne zu erhalten gewesen, nicht hingegen Blausurerestnachweisgerte. Was Lftl fr geflscht hlt, ist ein Besttigungsschreiben der Firma Topf & Shne auf die telegrafische Bestellung der Zentralbauleitung von Auschwitz, unter anderen, weil damals auf telegraphische Bestellungen von drei Zeilen Lnge keine Besttigungsschreiben von 20 Zeilen Lnge erfolgt seien und weil in diesem Besttigungsschreiben aus Gasprfern der Bestellung pltzlich und vllig widersinnig Nachweisgerte fr Blausure-Reste werden.40 Bailer-Galanda zitiert zu ihrer Untersttzung Jean-Claude Pressacs neues Buch, das zu der Streitfrage ber die Echtheit dieses Dokumentes deshalb nichts beitragen kann, weil die Zweifel an der Echtheit berhaupt erst nach der ersten Verffentlichung dieses Dokumentes in Pressacs neuem Buch41 aufkamen. Bailer-Galanda unterstellt Lftl also Behauptungen, die er nicht macht, um diese Falschbehauptung dann angeblich durch das Universalgenie Pressac zu widerlegen, der dazu gar nichts vortrgt. Mit Wissenschaft hat solch ein Vorgehen nichts zu tun.

Dr. Bailers chemischer Unverstand


Dieselabgase
Nicht weniger unkorrekt verhlt sich auch der Gatte von Frau BailerGalanda, Dr. Josef Bailer, in seinem Beitrag Die Revisionisten und die Chemie. Bei seinen Ausfhrungen ber die Fhigkeit von Dieselmotoren zur Ttung von Menschen mit Abgasen schreibt er auf Seite 100 ber die Frage, ob man den Motor eines Diesel-PKW in einer verschlossenen Garage eine halbe Stunde laufen lassen knne, ohne sich dabei zu gefhrden:
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Werner Rademacher, aaO. (Anm. 38), S. 55ff. AaO. (Anm. 21), Dokument 28.

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Der gesunde Menschenverstand sagt nein. Das Schild an der Garagentr sagt nein. Der Automechaniker sagt nein. Dipl.-Ing. Walter Lftl sagt ja. Der Leser wird beeindruckt sein vom wissenschaftlichen Tiefgang dieser Art von Argumentation, stellt doch weder der gesunde Menschenverstand noch des Schild an der Tr, die beide auf die ohne Zweifel giftigen Abgase von Benzinmotoren ausgerichtet sind, eine beweiskrftige Antwort auf die gestellt Frage dar. Welcher Automechaniker Herrn Dr. Bailer die Auskunft gab, wrde uns zudem interessieren, er verschweigt es uns aber. Sollte er uns den Namen dennoch nennen knnen, so wre interessant zu erfahren, woher der Mechaniker das wei. Die Untersuchungen von Friedrich Paul Berg geben jedenfalls Lftl recht.42 Andere sind uns bisher nicht prsentiert worden. Da die Frage des schnellen und sicheren Ttungserfolges mit Dieselmotor-Abgasen fr die Holocaust-Geschichtsschreibung uerst wichtig ist, ergibt sich aus der Tatsache, da die heute zumeist fr wahr gehaltenen Zeugenberichte bezglich der tatschlichen oder angeblichen Vernichtungslager Treblinka, Belzec und Sobibor von einem oder mehreren Dieselmotoren als Mordwaffe berichten.43 Vor allem der Techniker Fritz Berg hat mehrfach belegt, da der Dieselmotor als Massenmordwaffe ungeeignet ist, was Herrn Dr. Bailer natrlich nicht behagt. Dr. Bailer schreibt weiter auf den Seiten 100f.: Lftl nimmt einen fr die Praxis vernnftigen Mittelwert von 0,1% [Kohlenmonoxid, CO] an. Diese Menge ist innerhalb einer halben Stunde nicht tdlich, zumindest nicht in jedem Fall, aber auch nicht harmlos. Mit 30% Hb-CO[44] im Blut ist eine mittelschwere Vergiftung erreicht,249 die mit Bewutseinsstrungen und der Gefahr von Dauerschden und Sptfolgen einhergeht und nicht blo zu leichtem Kopfschmerz und Schwindel fhrt, wie Lftl einigermaen verharmlosend schreibt. In Bailers Funote 249 lesen wir: Siehe z.B.: Dietrich Henschler, Wichtige Gifte und Vergiftungen, in: Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel (Hrsg.), Allgemeine und spezielle Pharmakologie, Mannheim-Wien-Zrich 1977, S. 579 f. Die
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Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 25), S. 325345 ([Link]/D/gzz/[Link]). Carlo Mattogno, Be ec. Propaganda, Zeugenaussagen, archologische Untersuchungen, historische Fakten, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/b); ders., J. Graf, Treblinka. Vernichtungslager oder Durchgangslager, Castle Hill Publishers, Hastings 2003 ([Link]/D/Treblinka);. HbCO = Hmoglobin-Kohlenmonoxid-Komplex, die Verbindung, die das CO mit dem Hmoglobin des Blutes eingeht und damit den Sauerstoff (HbO2 = Oxi-Hmoglobin) verdrngt.

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Angabe 30 % Hb-CO stammt von Lftl, sie kann als grober Richtwert gelten. In dem von Dr. Bailer angegebenen Buch lesen wir:45 Auch die relativ hohe Konzentration von 0,1 Vol.-% CO erzeugt in 1h erst ca. 30% HbCO, in 5h ist dann die tdliche Grenze erreicht. Lftl schrieb in seinem Artikel:46 Abgase von Dieselmotoren des genannten Pkw-Typs haben bei 2000 U/min einen Gehalt von etwa 16% O2, 3,5% CO2, 0,1% NOx, 77% N2, 3,5% H2O und 0,1% CO. Bei einem Hubraum von 3000 cm und 2000 U/min ist in 30 Minuten einmal das gesamte Volumen der Garage an Luft durch den Motor getreten. Damit ist die Zusammensetzung der Luft, die vorher etwa 21% O2 und rund 79% N2 enthielt, annhernd wie oben dargestellt. [...] Der Sauerstoffgehalt ist mit 16% grer als der von ausgeatmeter Luft, der nur bei 15% liegt. Da man Bewutlose, ohne sie zu gefhrden, mit Atemluft beatmen kann, resultiert aus dem verringerten Sauerstoffgehalt keine Gefahr. Der CO Gehalt ist 0,1%. Dieser Gehalt wrde erst nach 5-6 Stunden Einwirkung zum Tode fhren. Eine halbstndige Einwirkung fhrt theoretisch zu Kopfweh und Schwindel (Bildung von ca. 30% HbCO), in praxi aber durch die von 0 ansteigende Einwirkung aber blo zu leichtem Kopfweh. Offensichtlich hat sich Lftl bei der Erstellung seines Artikels auf die oben auszugsweise zitierte Literaturstelle bezogen, jedoch flschlich den Wert von 30% HbCO nach einer Stunde fr seine halbe Stunde angesetzt, bei der Ermittlung der Wirkung dieser halbstndigen Einwirkung von 0,1% CO in der entsprechenden Tabelle der obigen Fachliteraturstelle aber richtig Kopfschmerzen und Schwindel festgestellt. Korrekt htte Lftl einen Wert von 15-20 % HbCO in Klammern angeben mssen. Aus der sich daneben befindenden Abbildung der Toxikologen geht hervor, da eine Konzentration von 0,1 Vol.-% CO in einer halben(!) Stunde in der Tat zu nicht mehr fhrt als zu Kopfschmerzen und Schwindel, da der HbCO-Gehalt noch gut unter 30% liegt. Auerdem hat Lftl korrekterweise angegeben, da die Annahme, ein Dieselmotor wrde im Leerlauf 0,1% CO produzieren, auf der
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Wir beziehen uns hier auf die 3. bez. 4. Auflage 1980/1983, S. 581/643f. von Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel (Hg.), Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Wissenschaftsverlag, Mannheim. Walter Lftl, Sollen Lgen knftig Pflicht sein?, in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 41(1)(1995), S. 13f. ([Link]/D/DGG/Lueftl41_1.html).

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absolut sicheren Seite liege, da ein Dieselmotor im Leerlauf in der Regel tatschlich weit weniger CO abgebe. Dr. Bailer flscht hier an zwei Stellen. Erstens hat Lftl nicht von einem vernnftigen Mittelwert von 0,1% gesprochen, sondern von einem Extremwert am Ende der Begasung unter ungnstigsten Bedingungen. Der Mittelwert bei einem CO-Gehalt im Abgas von 0,1% wrde tatschlich bei 0,05% CO liegen, bei realistischen 0,05 bis 0,08% CO im Leerlaufabgas sogar noch darunter.47 Zweitens ist nach Angabe der oben zitierten Toxikologen nach einer halben Stunde Exposition an 0,1% CO eben kein Wert von 30% HbCO erreicht, wie Dr. Bailer in Funote 249 durch den Bezug auf das Toxikologie-Fachbuch suggeriert, sondern lediglich etwa 15%.48 Da hilft es auch nicht, da sich Dr. Bailer auf den irrtmlich von Lftl in Klammern gesetzten Wert als Referenz bezieht, der kein grober Richtwert ist, sondern ein grober Fehler. Wenn Dr. Bailer sich schon rhmt, den seiner Auffassung nach fehlerhaften Ausfhrungen von Lftl die Experten der Toxikologie entgegenzustellen, so darf er bei dem einzigen Fehler, den Lftl tatschlich gemacht hat, nmlich einen viel zu hohen HbCO-Wert in Klammern anzugeben, sich nicht pltzlich zur Sttzung seiner eigenen gegenlufigen These auf diese fehlerhafte Zahl sttzen. Die einzige notwendige Korrektur an Lftls Ausfhrungen besttigt gerade dessen These. Hier betrgt Dr. Bailer den Leser sehenden Auges. Auch den Beitrag von Friedrich Paul Berg versucht Dr. Bailer durch falsche Angaben in ein schlechtes Licht zu rcken. Er schreibt auf Seite 105: So stellt etwa eine Abhandlung von Friedrich P. Berg zum Massenmord mit Motorabgasen ebenfalls in der oben angefhrten Publikation enthalten in vlliger Verkennung der Wirkungsweise von Kohlenmonoxid die Toxikologie gewaltsam auf den Kopf.259 In Funote 259 heit es dann weiter: Friedrich Paul Berg, Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos, in: Gauss (Hrsg.), S. 325ff. Obwohl Berg an anderer Stelle moderne Handbcher der Toxikologie zitiert, bezieht er sich zur Abschtzung der Giftigkeit von Kohlenmonoxid auf Giftlisten aus den zwanziger und vierziger Jahren, die zur Vermeidung von Gefahren durch Motorabgase in Straentunnels und Bergwerken erstellt wurden. Er extrapoliert die dort angegebenen niedrigen Werte in toxikologisch relevante Bereiche und erhlt damit eine entsprechend unsichere Datenbasis, die zudem Angaben in modernen toxikologischen Werken widersprechen.
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Vgl. hierzu Friedrich Paul Berg, aaO. (Anm. 42), Grafik 3, S. 330. Wolfgang Forth u.a., aaO. (Anm. 45), 4. Auflage, S. 643.

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Tabelle 1: Gesundheitsauswirkung bei


Vol.-% CO 0,03 0,06 0,1 0,2 0,3 0,4 0,6 60 min. Expositionszeit keine bis leichte Kopfschmerzen leichte bis starke Kopfschmerzen zwischen starken Kopfschmerzen, Erbrechen und Kollaps zwischen starken Kopfschmerzen, schweres Koma Erbrechen und Kollaps Kreislaufkollaps, Bewutlosigkeit Tod schweres Koma bis Tod Tod Tod Tod 30 min. Expositionszeit keine leichte Kopfschmerzen leichte bis starke Kopfschmerzen

Welchen Angaben in welchen toxikologischen Werken Bergs Extrapolationen widersprechen sollen, verrt uns Dr. Bailer nicht. Wir wollen uns daher Bergs Beitrag etwas nher anschauen und mit toxikologischen Bchern vergleichen. F.P. Berg hat in seinem Beitrag verschiedene Quellen fr die Auswirkungen verschiedener CO-Konzentrationen auf die Gesundheit des Menschen angefhrt. In seiner Tabelle 2, die auf eine Quelle des Jahres 1943 zurckgreift, gibt er an:49 0,15 0,20 Vol.-% CO Gefhrliche Konzentration nach einer Stunde Exposition 0,4 und mehr Tdlich in weniger als einer Stunde Um in weniger als einer halben Stunde zu tten bzw. eine gefhrliche COKonzentration zu erreichen, ist demnach jeweils eine doppelt so hohe Konzentration erforderlich. Anschlieend bildet Berg in seiner Grafik 1 ein komplexes Diagramm ab mit den jeweiligen Wirkungen verschiedener COKonzentrationen auf den Menschen nach bestimmter Zeit, basierend auf einer Publikation von 1970. Werte im toxikologisch relevanten Bereich (>0,06%) hat er dabei extrapoliert. Danach ergeben sich fr 30 bzw. 60 Minuten Exposition die in obiger Tabelle 1 wiedergegebenen Effekte. Berg geht anschlieend von einer mindestens erforderlichen Konzentration von 0,4% aus, um in einer halben Stunde zu tten. Wie bereits zitiert, hat nach dem von Dr. Bailer zitierten toxikologischen Werk von Wolfgang Forth eine einstndige Exposition an 0,1% CO etwa 30% HbCO im Blut zur Folge. Die Wirkung von 30% HbCO wird in der ebenfalls in diesem Werk zu findenden Tabelle 750 wie folgt beschrieben: 20 30% Schwindel, Bewutseinseinschrnkung, Gliederschlaffheit und -lhmung
49 50

Friedrich Paul Berg, aaO. (Anm. 42), S. 326. Wolfgang Forth et al., aaO. (Anm. 45), 4. Auflage, S. 643.

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Haut rosafarben, Bewutseinsschwund, Atmung verflacht, Kreislaufkollaps Fr den zwischen beiden Eintragungen liegenden Wert von 30% HbCO wrde man also mit den schwereren Folgen der ersten und den schwcheren der zweiten rechnen mssen, also mit Bewutseinseinschrnkungen, ja Bewutseinsschwund. Dies entspricht genau dem, was Friedrich Paul Berg in seiner Grafik 1 angegeben hat, bei dem der Wert auch zwischen zwei Geltungsbereichen liegt (starke Kopfschmerzen und Erbrechen/Kollaps). Wenn Wolfgang Forth und Kollegen angeben, da nach fnf Stunden Einwirkung von 0,1% CO mit dem Tod zu rechnen ist, dann bedeutet dies, da zur Beschleunigung des Todeseintritts auf ein Fnftel dieser Zeit, also innerhalb einer Stunde, die fnffache CO-Konzentration notwendig ist, also 0,5%. Die von Friedrich Paul Berg angegebene kritische Grenze von >0,4% CO fr Expositionen von unter einer Stunde ist also in voller bereinstimmung mit den heutigen toxikologischen Erkenntnissen. Fazit all dessen ist, da Dr. Bailer Fritz Berg auf ganzer Linie falsche Dinge unterstellt: Fritz Berg benutzt fr seine Extrapolationen neben alten auch aktuelle Literaturstellen, die zudem in bereinstimmung mit den toxikologischen Fachbchern unserer Zeit sind. Der einzige, der die Toxikologie des Kohlenmonoxids also auf den Kopf stellt, ist Dr. Bailer selbst. Noch deutlicher tritt diese Tatsache in anderen Passagen hervor, wenn Dr. Bailer bezglich der Auswirkungen verschiedener CO-Konzentrationen ausfhrt: Die Werte gelten aber nur fr gesunde, gut ernhrte Menschen in Ruhe. Schon leichte Arbeit wrde die berlebenschancen halbieren, schwere Arbeit mindestens vierteln. (S. 101) Anschlieend an obige Passage lt Dr. Bailer Hinweise folgen, da Panik hnlich wirke wie schwere Arbeit und da auch Erschpfung, Grippe oder Eisenmangel die berlebenschancen erniedrigen. Zunchst einmal htte ein Blick in die bei Forth et al. wiedergegebene Abbildung 9 ergeben, da mittelschwere Arbeit den HbCO-Gehalt im Blut bei 0,1% innerhalb einer halben Stunde statt auf etwa 17% bei einem in Ruhe befindlichen Menschen auf etwa 27% ansteigen liee und schwere Arbeit auf etwa 36%.48 Da bedeutet, da selbst unter schwerer Arbeit eine ernste Lebensgefahr erst nach etwa 4 Stunden bestanden htte, bzw. da sich bei einem gesundheitlich angeschlagenen Menschen die berlebenschancen halbiert und nicht etwa geviertelt htten, wie Dr. Bailer behauptet. Ferner meint er, da ein russischer Weltkriegspanzer, eventuell noch mit polnischem Vorkriegsdiesel im Tank dann nicht 0,1% Kohlenmonoxid, sondern ein Vielfaches davon produzieren wrde (S. 101), so da die Mor209

30 40%

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de in den Gaskammern der Nationalsozialisten an hungrig[en], erschpft[en] und in Panik befindlichen Menschen tatschlich funktioniert htten (S. 107). Er spekuliert fein, belegt diese Dinge aber nicht: Hatten die russischen Dieselmotoren schlechtere Abgascharakteristiken als jene, die Walter Lftl oder F.P. Berg zugrunde legten?51 Fhrte polnisches Diesell zu schlechteren Abgaswerten bezglich CO?52 Sterben erschpfte Menschen tatschlich schneller?53 Interessant ist in dem Zusammenhang, da Dr. Bailer behauptet, die Menschen htten nach einem Bericht von Kurt Gerstein fast drei Stunden in Panik in den Gaskammern [des KZ Belzec] gewartet (S. 106). Von Panik jedoch berichtet Gerstein nirgends, vielmehr davon, da die Menschen schlicht gewartet htten. Sie haben sogar offensichtlich so viel Ruhe besessen, da sich Familien in den Kammern zusammenfanden und bis in den Tod hndehaltende Gruppen bildeten.54 Bailer phantasiert also, um seinen unfundierten Spekulationen wenigsten einen Hauch von Realismus unterzuschieben. Die Toxikologen nennen das Problem, da die Nationalsozialisten mit ihren Kohlenmonoxid-Gaskammern angeblich bewltigen wollten, die Erreichung der LD100, der letalen Dosis zur Ttung von 100% der Opfer. Was dies konkret bedeutet, kann man an statistischen Auswertungen einer Erhebung von 100 Sterbefllen durch Kohlenmonoxidvergiftungen ablesen. In Tabelle 2 sind die HbCO-Werte von Kohlenmonoxid-Opfern aus den fnfziger Jahren dargestellt. In der toxikologischen Literatur wird allgemein ein Wert von 60% HbCO als die Schwelle zum Tod angegeben. Bei diesem Wert wren nach obiger Tabelle gut aller Menschen tot. Weitere knapp 50% sterben bis zu einem
51

52

53

54

Als Lizenzbauten amerikanischer Motoren wird dem nicht so sein, da F.P. Berg die schlechtesten Kennlinien amerikanischer Dieselmotoren berhaupt zugrunde legte, die er finden konnte. Im Jahr 1942 und danach, als die Vergasungen angeblich liefen, wird es in Polen garantiert keinen Vorkriegsdiesel mehr gegeben haben. Dr. Bailers Treibstoff zweifelhafter Provenienz (S. 107) ist daher rein spekulativ. Ganz abgesehen davon zeichnen sich qualitativ schlechtere Dieselsorten wohl in erster Linie durch einen hheren Schwefelgehalt aus, bestimmt jedoch nicht durch eine hhere Tendenz zur Bildung von CO. Wolfgang Forth u.a., aaO. (Anm. 45), 4. Auflage, S. 644, fhren aus, da spezielle Krankheiten (wie Anmie) und Infektionen generell die Anflligkeit fr CO-Vergiftungen erhhen. Was ist daraus zu schlieen? Angeblich sollen die polnischen Juden aus ihren Wohnorten ber recht kurze Transportwege unmittelbar in die Gaskammern geschickt worden sein, so da lange Hungerzeiten nicht auftreten konnten, genauso wie Krankheiten etwa durch einen langen Aufenthalt im Lager sich nicht ausbreiten konnten. Man mute also damit rechnen, einen guten Teil gesunder und fitter Menschen umzubringen. Vgl. hierzu. Andr Chelain, Faut il fussiller Henri Roques?, Ogmios Diffusion, Paris 1986; dt. (gekrzt): Henri Roques, Die Gestndnisse des Kurt Gerstein, Druffel, Berg am Starnberger See, 1986; vgl. auch F.P. Berg, aaO. (Anm. 42), S. 323f.

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Tabelle 2: Hmoglobin-Kohlenmonoxidgehalt von CO-Opfern55 Alter der Opfer [Jahre]


HbCO [%] 40-50 50-60 60-70 70-80 Gesamt: 18-30 2 7 5 14 30-40 2 2 4 40-50 1 6 5 12 50-60 3 12 7 22 60-70 1 10 8 19 70-80 7 5 8 20 80-90 Summe 4 11 5 17 45 27 9 100

Gehalt von 70% HbCO und das letzte Viertel erst, wenn es einen Wert von bis zu 80% HbCO erreicht hat. Wollte man also eine effektive COExekutionsgaskammer bauen, die den Aussagen konform innerhalb einer halben Stunde alle, also auch die jungen, gesunden, nervenstarken Menschen ttet, so mte diese innerhalb einer halben Stunde zuverlssig einen HbCO-Wert von 80% liefern. Dafr wre ein mittlerer CO-Gehalt in der Kammerluft von 0,4 Vol.-% CO das Mindeste, was zu fordern wre. Da bei einer Vergasung der CO-Gehalt erst langsam mit der Fllung des Raumes mit den Auspuffgasen ansteigen wrde,56 mte also das Abgas mindestens 0,8 Vol.-% CO enthalten. Ob dieser Wert von einem Dieselmotor geliefert werden kann, wollen wir uns nachfolgend ansehen. Tabelle 3 gibt fr verschiedene Lastbereiche die CO-Werte des Dieselmotors mit den hchsten CO-Werten an, die jemals bekannt wurden.
TABELLE 3: EFFEKTIVER CO-GEHALT VON DIESELMOTOR-ABGASEN57
Lastbereich Vollast schwere Last Teillast leichte Last Leerlauf Luft-/ Kraftstoffverhltnis 18 20 25 30 35 40 60 100 O2-Gehalt [%] 4,0 6,0 8,8 10,8 12,0 13,5 16,0 18,0 COmaxGehalt [%] 0,400 0,220 0,090 0,080 0,075 0,070 0,050 0,060 F O2 5,25 3,50 2,40 1,94 1,75 1,55 1,31 1,17 COeff [%] bei 21% O2 2,100 0,770 0,220 0,160 0,130 0,110 0,066 0,070

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56

57

Keith Simpson (Hg.), Taylors Principles and Practice of Medical Jurisprudence, 12. Aufl., J. & A. Churchill, London 1965, S. 366f. Vgl. hierzu die Berechnungen von Friedrich Paul Berg bezglich der bezeugten Gaskammern von Treblinka, aaO. (Anm. 42), S. 336f. Basierend auf den Daten der Grafiken 3 und 4 von F.P. Berg, ebenda, S. 330 bzw. 334.

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Da der Sauerstoffgehalt im Abgas mit zunehmender Last sinkt, mu er ebenfalls bercksichtigt werden, und zwar dergestalt, da ein halbierter Sauerstoffgehalt bei konstantem CO-Wert die gleiche physiologische Wirkung hat wie der doppelte CO-Wert bei normalem Sauerstoffgehalt. Aus der Relation zwischen dem O2-Anteil im Abgas und dem normalen Sauerstoffgehalt der Luft (21%) ergibt sich also der Faktor FO2, mit dem der CO-Gehalt multipliziert werden mu, um den CO-Gehalt zu ermitteln, der bei 21% O2Gehalt den gleichen Effekt haben wrde (COeff). Man erkennt also, da der erwnschte hohe effektive CO-Anteil zur sicheren Ttung aller Opfer erst im Vollastbereich zu erreichen ist.58 Einen ausgebauten 550-PS-Panzerdieselmotor jedoch, der nach Zeugenaussagen fr die Exekutionen verwendet worden sein soll, kann man nicht ohne aufwendiges und teures Zusatzgert unter Vollast laufen lassen. Auch die Drosselung der Luftzufuhr zur knstlichen Absenkung des Luft-/Kraftstoffverhltnisses findet seine Grenzen dort, wo der Motor durch die mangelhafte Sauerstoffversorgung nur noch unzuverlssig zndet. Und selbst in diesem extremen Bereich gelang es bei Tierexperimenten mit 40 Musen, 4 Kaninchen und 10 Meerschweinchen erst, diese in 3 Stunden und 20 Minuten zu tten, wobei von Anfang des Experiments an der CO-Gehalt in der Kammer 0,22% betrug und nicht berschritten werden konnte.59 Dr. Bailer macht bei seinen Betrachtungen genau das Gegenteil dessen, was zur Auffindung des LD100-Wertes notwendig ist: Er stellt die Wirkung einer Dieselvergasung auf das schwchste denkbare Opfer dar, also zum Beispiel auf eines, das bereits bei 30% HbCO stirbt, was z.B. einer LD1 entsprche, also der letalen Dosis fr 1% der Delinquenten, und projiziert dies auf die Gesamtheit aller mglichen Opfer. Der Toxikologe rmpft verwundert die Nase. Da ein Dieselmotor prinzipiell in der Lage ist, Menschen zu tten, hat z.B. Friedrich Paul Berg nie bestritten.60 Es ist aber eben eine sehr unsichere und technisch wie zeitlich gesehen extrem aufwendige Methode, weshalb je58 59

60

So auch F.P. Berg, ebenda, S. 335, 337. R.E. Pattle, H. Stretch, F. Burgess, K. Sinclair, J.A.G. Edginton, Brit. J. industr. Med. 14 (1957) S. 47-55 ([Link]/GB/c/FPB/[Link]). Welchen korrespondierenden Sauerstoffgehalt die Abgase bei Luftdrosselung hatten, war in der entsprechenden Literaturstelle nicht angegeben. Lge er genauso hoch wie im Lastfall (6%), so entsprchen die 0,22% CO einem effektiven CO-Gehalt COeff von 0,77%, was offensichtlich bei weitem nicht ausreichte, um die Tiere in einer halben Stunde zu tten. Allerdings mu man hier den Vorbehalt geltend machen, da Tierexperimente, obwohl mit hnlich empfindlichen Spezies durchgefhrt, nie voll auf Menschen bertragbar sind. Vgl. dazu S. Sivaloganathan, Death from diesel fumes, Journal of Clinical Forensic Medicine, 5 (1998), S. 138f. ([Link]/GB/c/FPB/[Link]).

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der Vernunftbegabte zu anderen Mitteln gegriffen htte. Zum Beispiel standen die Erfahrungen der Euthanasie zur Verfgung, bei der zwischen 1939 und 1941 mit CO aus Druckflaschen gettet wurde. Auch htte es nahegelegen, das damals noch in groen Mengen produzierte Stadtgas zu verwenden. Auf jeden Fall aber htte man zumindest auf Benzinmotoren zurckgegriffen, wenn man schon unbedingt Motoren zur Ttung htte verwenden wollen. Dies alles ganz abgesehen von der Tatsache, da den Nationalsozialisten damals mit den Holzgasgeneratoren eine extrem billige, einfache, wartungsfreie, weitverbreitete, allgemein, das heit auch Hitler und der Fhrungsspitze von SS und Wehrmacht bekannte und effektive Giftgasquelle allzeit und berall zur Verfgung gestanden htte, auch fr den Mord, wenn sie nur gewollt htten. Aber die Gesamtbetrachtung des Problems Vergasungen mit Kohlenmonoxid, wie sie von Friedrich Paul Berg42 vorgelegt wurde, umgeht Dr. Bailer natrlich, denn sonst she es mit seiner Argumentation kohlrabenschwarz aus.

Zyklon B und seine Folgen


Nicht weniger ignorant und selbstherrlich geht Dr. Bailer zu Werke, wenn er sich ein zweites Mal den chemischen Argumenten meines Gutachtens zuwendet. Auffallend daran ist zunchst, da Dr. Bailer in seiner Kritik an mir ohne jede Fachliteratur auskommt. Oder mit anderen Worten: Er begrndet keine seiner Behauptungen und Kritiken. Auf Seite 112 behauptet Dr. Bailer, an den Wnden der Entlausungskammern von Birkenau gebe es neben blauen Flecken auch gelbe und rote. Das ist neu. Wo diese sein sollen, sagt er nicht. Vielleicht ist er in der Lage, uns davon Farbbilder zur Verfgung zu stellen. Auf den Seiten 113f. wird Dr. Bailer dann konfus: Er [Rudolf] bemerkt aber nicht, da er in weiterer Folge nicht den Nachweis eines Einsatzes von Blausure fhrt, sondern den Nachweis, da eine triefnasse Mauer begast wurde. Denn, wie immer das Hexacyanoferrat weiter reagieren mag, bestimmend ist der Wassergehalt der Mauer, nicht die Menge Blausure Ich habe in meinem Gutachten anhand von Fachliteratur nachgewiesen, da die Blausure-Aufnahmefhigkeit einer Wand bei konstantem Blausuregehalt der Luft proportional zum Feuchtigkeitsgehalt der Wand ist. Da allein triefnasse Wnde Blausure aufnehmen und in stabile Verbindungen umwandeln, wie Bailer selbstherrlich behauptet, steht nirgendwo. Was Dr. Bailer hier allerdings verschweigt, ist die Tatsache, da gerade die tatschlichen oder angeblichen Menschengaskammern der Krematorien II und III im 213

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Gegensatz zu den Entlausungskammern triefna und somit zur Bildung des Berlinerblau geradezu prdestiniert waren, so da seine Einlassungen die Vermutung aufkommen lassen, Dr. Bailer vertrete die These, in den Menschengaskammern htte sich Berlinerblau bilden mssen. Da dem nicht so ist, weist dies darauf hin, da Dr. Bailer den berblick ber die Materie verloren hat. Neben der Tatsache, da die Umsetzung der in der Wand adsorbierten Blausure zu stabilen Verbindungen (Hexacyanoferrate) durch einen hohen Wassergehalt gefrdert wird, belegte ich durch verschiedene Fachliteraturstellen auch, da ein berschu an Blausure im Mauerwerk die Umsetzung der Hexacyanoferrate in das extrem stabile Berlinerblau frdert.61 Wie Dr. Bailer bei diesen Feststellung zu den Aussagen kommt, bestimmend fr die wie auch immer erfolgende Weiterreaktion des Hexacyanoferrats sei allein der Wassergehalt der Mauer, wird sein Geheimnis bleiben. Er versucht es auch gar nicht zu lften, gibt uns nmlich fr seine Behauptungen keinen Beleg an, bietet sie uns also quasi als Axiome an. Da es mit Dr. Bailers chemischen Verstndnis nicht weit her ist, zeigen die nchsten Passagen auf S. 114: Normaler chemischer Hausverstand wrde dem Hexacyanoferrat (III) in der Mauer ein wenig spektakulres Ende vorhersagen. So, wie die Verbindung aus dem Hydroxid durch schrittweisen Ersatz der OH-Gruppen entstanden ist, werden die CN-Gruppen Stck fr Stck gegen andere Gruppen, die die Mauer zu bieten hat, ersetzt, bis zuletzt wieder Fe(OH)3 und, wenn die Mauer trocknet, Fe2O3 zustande kommt.291 Rudolf dagegen meint, das Eisen (III) wrde in Gegenwart von Cyanid ohne weiteres Zutun zu Eisen (II) reduziert werden und damit den Weg zur Bildung von Berlinerblau frei machen. Dabei hat so mancher Chemiestudent Eisen (III) mit Cyanid im Reagenzglas geschttelt, dabei vielleicht allerhand Prussiate [Salze des Hexacyanoeisensure] erhalten, auf die Bildung von Berlinerblau aber vergeblich gewartet. Zunchst einmal sind die Vorstellungen Dr. Bailers ber die chemischen Vorgnge in Baustoffen nicht korrekt. Im Mauerwerk vorhandenes Fe(OH)3 lt sich nmlich nicht so mir nichts dir nichts durch einfaches Lufttrocknen der Mauer in Fe2O3 berfhren, wie Dr. Bailer angibt. Vielmehr liegt das Eisen(III) in dem selbst bei lufttrockenem Zustand immer noch sehr wasserhaltigen Mauerwerk in Form verschiedenster Mischoxide vor, die man grob mit III folgender Formel charakterisiert: Fe 2 O3-x(OH)2x yH2O. Das ist nicht ne61

Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 39f.

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benschlich, denn in dieser Form ist das Eisen(III) wesentlich reaktiver, als wenn es als Fe2O3 (etwa Hmatit) gebunden wre. Um die EisenoxidHydroxid-Hydrate in Baustoffen in Fe2O3 zu berfhren, bedarf es mehr als nur einer trockenen Raumtemperatur, z.B. eines Brennprozesses wie dem bei der Herstellung von Ziegelsteinen. Bei der sich anschlieenden Passage von Dr. Bailers Darstellung wird der Leser erneut ungemein beeindruckt sein von seiner tiefgehend fundierten wissenschaftlichen Argumentationsweise. Als Beweis fr seine Behauptung der Falschheit meiner These, aus Hexacyanoferrat(III) wrde sich in Gegenwart von berschssigem Cyanid Berlinerblau bilden knnen, fhrt er seine nicht belegten, reagenzglasschttelnden Studenten an. Er verschweigt, da ich fr meine These auf mannigfache Fachliteratur verweisen kann, die genau diesen Proze belegt. Dieser Vorgang spielt sich aber eben nicht innerhalb einiger Minuten ab, sondern in Zeitrumen mehrerer Stunden bis einiger Tage, wenn die wenig beweiskrftigen Chemiestudenten die Lust am Schtteln von Reagenzglsern lngst verloren haben drften.61 Peinlich wird es, wenn Dr. Bailer in seiner Funote 291 anfhrt: Berlinerblau kann sich allenfalls an Stellen bilden, die feucht sind und Eisen (II) enthalten. Das kann z.B. in der unmittelbaren Umgebung von rostigen Wasserrohren der Fall sein. Ernst Gauss erwhnt als Beispiel fr die Bildung blauer Flecken als Folge einer Begasung mit Zyklon einen Bauschaden an einer Kirche: Ernst Gauss, Holzschutz durch BlausureBegasung, in: Gauss (Hg.), S. 401ff. Gerade in dem von Walter Lftl ausfindig gemachten Bauschadensfall wird ja unwiderlegbar bewiesen, da die Bildung blaufleckiger Wnde schon durch die einmalige Begasung von Mauern mglich ist, und zwar ohne das Vorhandensein von Eisen(II) und im Verlauf ber einige Monate hinweg.62 Oder will Dr. Bailer etwa die These aufstellen, in den Wnden der mittelalterlichen Kirche htten berall eiserne Wasserrohre gelegen? Der chemische Hausverstand, mit dem Dr. Bailer mein Gutachten zu widerlegen trachtet, reicht eben nicht aus, um eine komplexe Materie zu erfassen. Anschlieend fhrt Bailer in der Funote an, da auch ich im Buch Vorlesungen10 offensichtlich der Auffassung sei, die Bildung blauer Flecken bei Begasungen sei eher die Ausnahme als die Regel. Wre dem nicht so, so g62

G. Zimmermann (Hg.), Bauschden Sammlung, Band 4, Forum-Verlag, Stuttgart 1981, S. 120f. ([Link]/D/gzz/[Link]). Die Gattin von Dr. Bailer schreibt bezeichnenderweise auf S. 93: Kernpunkt von Rudolfs Gutachten ist die (unbeweisbare) Annahme, da die Anwendung von Zyklon B eine Blaufrbung des Mauerwerks nach sich ziehe.226 In Funote 226 verweist sie dann auf den Beitrag ihres Mannes. Dmmer gehts nimmer.

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be es den gefhrten Streit nicht, denn dann wre die Beweislage aufgrund fehlender blauer Flecken in den tatschlichen oder nur vermeintlichen Menschengaskammern klar. Bailers Schlufolgerung, da die Abwesenheit blauer Flecken mithin nicht beweise, da ein Raum nicht begast wurde, kann richtig sein. Aber wir sind nicht in der Lage, das unterstellte Verbrechen widerlegen zu mssen. In Beweisnot sind Herr Dr. Bailer und seine Genossen, die das unterstellte Verbrechen beweisen mssen, wenn man es als geschehen akzeptieren soll. Und eine Wand ohne merkliche Cyanidrckstnde gibt eben keinen Beweis fr eine Blausure-Begasung her! Man mu sich vergegenwrtigen, da es bisher einzig in der Zeit des Zweiten Weltkrieges berhaupt massenhafte Anwendungen von Zyklon B in ein und derselben rtlichkeit gegeben hat. Vor wie nach dem Krieg gab es zwar allerorten Entlausungen, jedoch wurden hier einzelne, zudem meist alte Gebude bzw. Rume sporadisch, d.h. vielleicht im Abstand von einigen Jahren begast. Hier Berlinerblau finden zu knnen, bedarf schon besonderer Umstnde, wie sie in dem von mir zitierten Bauschadensfall gegeben waren. Nur im Zweiten Weltkrieg kam es in den Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern zu jahrelangen, kontinuierlichen Anwendungen von Zyklon B in frisch errichteten Entlausungsrumen. Von diesen Rumlichkeiten jedoch stehen uns heute nur noch sehr wenige zur Untersuchung zur Verfgung. Die deutschen Kriegsgefangenenlager gibt es berhaupt nicht mehr, und auch die deutschen KZs wurden zum groen Teil dem Erdboden gleichgemacht. Somit hat die Feststellung von Dr. Bailer, da heutige zivile Zyklon-BBegasungen kaum je Spuren hinterlassen, keinerlei Aussagekraft fr die Massenanwendung der damaligen Zeit, seien es nun die unbestrittenen Sachentlausungen oder die unterstellten Menschenvergasungen. Was im Falle der angeblichen Gaskammern von Auschwitz, die weder blaufleckig sind, noch merkliche Cyanidrckstnde aufweisen, letztlich wahr ist, ist also nicht einfach festzustellen. Gerade hier zu einer tragbaren Schlufolgerung zu kommen, war ja mein Anliegen. Den Fehler, von der Abwesenheit blauer Flecken bzw. vom Fehlen merklicher Cyanidrckstnde sofort auf die Nichtverwendung der entsprechenden Rumlichkeiten zur Menschenvergasung zu schlieen, hat Leuchter begangen. Diesen Fehler zu beheben, war gerade mein Anliegen, so da Dr. Bailers hier offene Tren einrennt. Da Dr. Bailers Anliegen jedoch tatschlich die Irrefhrung des Lesers ist, beweist die nchste Passage auf Seite 114: Rudolf selbst hat einen Mauerziegel 16 Stunden gewaltigen Mengen Blausuregas ausgesetzt und Zitat: Die Analysenergebnisse berra216

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schen ob ihrer paradox erscheinenden Werte weder Blaufrbung erhalten noch Berlinerblau gefunden. Anschlieend wirft mir Dr. Bailer vor, da ich mich selbst durch Analysenergebnisse nicht von meinen vorgefaten Meinungen abbringen lassen wrde, da sich bei Begasungen Berlinerblau bilden msse. Von der Bildung einer Blaufrbung oder von Berlinerblau ist in meinen entsprechenden Passagen aber berhaupt nicht die Rede. Das obige Zitat Dr. Bailers ist ein Paradebeispiel dafr, wie man rechte Aussagen durch das Herausreien von Satzfetzen entstellen kann. Ich schrieb tatschlich: Die Analysenergebnisse bezglich der Ziegelsteinproben (Tabelle 15, S. 84, Probennr. 25 und 26) berraschen ob ihrer paradox erscheinenden Werte: Die begaste Probe weist im Gegensatz zur unbegasten Probe keine Cyanidspuren auf. (S. 92) Was war vorgefallen? Ich hatte von einem Ziegelstein eines verfallenen bayerischen Bauernhauses vor dessen Begasung eine Probe entnommen und nach der Begasung. Whrend im Ziegelbruchstck, das vor der Begasung entnommen wurde, reproduzierbar ein Cyanidgehalt von knapp 10 mg/kg gefunden wurde, wies die begaste Probe keinerlei Cyanidwerte auf. Meine Bemerkung bezglich der Paradoxie der Ergebnisse bezog sich also nicht darauf, da ich keine Cyanide gefunden hatte, wie es Dr. Bailer suggeriert, sondern darauf, da sie offenbar durch die Begasung verschwunden waren, was schwierig zu erklren ist. Eine Erklrung dafr habe ich an einer anderen Stelle angeboten, und zwar im Buch Vorlesungen ber Zeitgeschichte.63 Dort spekulierte ich darber, da das Analyseninstitut mglicherweise vor dem Homogenisieren der Proben in der Kugelmhle diese nicht gengend gereinigt habe, wodurch Cyanidreste von vorherigen Mahlvorgngen eingeschleppt worden sein knnen. Da diese durchaus plausible Erklrung letztlich nicht beweisbar ist, habe ich sie nicht in mein Gutachten aufgenommen, sondern sie in einem Buch niedergelegt. Wenn Dr. Bailer sich in seiner Funote 294 auf den Seiten 114f. darber mokiert, ich habe diese Passage in meinem Beitrag zu den Grundlagen zur Zeitgeschichte gestrichen, so liegt dies einfach daran, da dieser Beitrag inhaltlich auf etwa des Originalgutachtens gekrzt wurde. Was Dr. Bailer zudem unterschlgt, ist meine ebenfalls plausible Erklrung, warum intakte Ziegelsteine zur Bildung stabiler Cyanidverbindungen ungeeignet seien und daher Analysenergebnisse mit extrem niedrigen Cyanidwerten durchaus nicht berraschen knnen: Der Sinterungsproze beim
63

Ernst Gauss, aaO. (Anm. 10), S. 196.

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Brennen der Ziegel berfhre die Eisenoxide in chemisch wie physikalisch quasi inerte Modifikationen.64 Lediglich eine Aktivierung des Eisens durch aggressive Umwelteinflsse an der Oberflche des Ziegels knne das Eisen reaktivieren.65 Weiterhin verschweigt Dr. Bailer, da die einmalige Begasung von Putzund Mrtelproben whrend meiner Versuche sehr wohl zu merklichen Cyanid-Rckstnden gefhrt hat,66 denn in diesen Materialien liegt das Eisen in chemisch und physikalisch reaktiver Form vor.67 Da die merklichen darin gefundenen Cyanid-Spuren bei den Probebegasungen zu keiner Blaufrbung fhrten, kann nur einen Laien berraschen, denn die geringen Cyanidmengen (0,01% und weniger von der Gesamtgesteinsmasse) wrden selbst dann, wenn sie komplett in Form von Berlinerblau vorlgen, bei gleichmiger Verteilung im Mrtel die graue Farbe nicht berdecken knnen.68 Anschlieend an diese mit falschen Unterstellungen gesttzten Vorwrfe gegen mich wrmt Dr. Bailer seine althergebrachte These neu auf, da die blauen Flecken in den Auschwitzer Entlausungskammern von einer Wandfarbe herrhrten (S. 115). Diese Farbe sei spter durch weie Farbe berdeckt worden und trete heute nach und nach wieder durch diese hindurch. Obwohl ich diese These mehrfach widerlegt habe,69 reagiert Dr. Bailer auf meine Argumente mit keiner Silbe, spielt vielmehr die berhmten drei Affen. Da man auch genauso effektiv gegen Wnde sprechen knnte, werde ich hier meine Argumente nicht wiederholen. Der interessierte Leser mag sie in den entsprechenden Publikationen selbst nachlesen. Statt dessen wollen wir einige neue Gedanken zu Dr. Bailers These hinzufgen. Dr. Bailer schreibt auf S. 112: Ein Raum, der fr die regelmige Anwendung von Zyklon vorgesehen war, eine Entlausungskammer, wird dagegen zumindest einen einigermaen gasdichten Anstrich erhalten haben, soda das Giftgas gar nicht in tiefere Mauerschichten eindringen konnte. Eine gasdichte und abwaschbare Ausgestaltung der Wnde einer Entlausungskammer macht die Arbeit darin wesentlich sauberer, sicherer und wirtschaftlicher. Es

64 65 66 67 68 69

Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 50, 52. Ebenda, S. 50, 93. Ebenda, S. 92f. Ebenda, S. 50-52. Ebenda, S. 91. Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 91; Ernst Gauss, aaO. (Anm. 10), S. 292f.; Germar Rudolf, aaO. (Anm. 32), S. 272; G. Rudolf, aaO. (Anm. 3), S. 168f.

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wre uerst unprofessionell, auf solche Vorkehrungen in einem Begasungsraum zu verzichten. [...70] Fr die Anwesenheit von Rckstnden mu auch die schlechte Ausstattung der Rume verantwortlich gemacht werden. Die SS in Auschwitz war offensichtlich ignorant genug, selbst die Sachentlausungsanlagen entgegen den damals anerkannten Prinzipien unsicher, unsauber und unwirtschaftlich zu betreiben Hier hat Dr. Bailer ganz recht: Die SS hat in Birkenau im Eiltempo unberlegt mglichst billige Bauten hingestellt, um darin einige Rume zu Entlausungszwecken zu bentzen. Im Gegensatz dazu stehen zum Beispiel die Entlausungskammern im KZ Dachau, die alle einen soliden abdichtenden Schutzanstrich aufweisen. Nach Dr. Bailers These sollen nun gerade die Wnde jener Entlausungsrume einen farbigen (sprich: berlinerblauen), porsen Anstrich erhalten haben, anstatt des sonst blichen abdichtenden berzuges. Warum sollte die auf Eile und niedrigste Kosten bedachte SS das wohl tun? Alle Wnde in den gemauerten Gebuden des Lagers sind lediglich wei gekalkt. Und lediglich fr die Entlausungsrume in den Hygienebauten 5a und 5b, wo die Farbe niemand bewundern konnte und sie absolut keinen Sinn hat, soll die SS berlinerblaue Wandfarbe gekauft haben, die es zudem berhaupt nie gab?71 hnlich sieht es brigens in den Lagern Majdanek und Stutthof aus, die Dr. Bailer geflissentlich umgeht. Dort befinden sich Bauten im ursprnglichen Zustand, in denen einige Rume als Menschengaskammern gedient haben sollen. In einigen davon soll mit Zyklon B gettet worden sein. In den Originalplnen sind diese Rume als Entlausungsrume angegeben. Auch diese Rume sind lediglich mit simplem Kalkverputz hergestellt, so da sie also unsicher, unsauber und unwirtschaftlich zu betreiben waren. Auch hier findet man an den Wnden und an der Decke jene blauen Flecken, die wir von den Entlausungskammern in Auschwitz kennen.72 Diese blauen Flecken rhren im brigen wie in den Entlausungskammern von Auschwitz von Entlausungen her und nicht von Menschenvergasungen, die es auch in

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Hier kommt Dr. Bailer auf jngst publizierte polnische Untersuchungen zurck, die im nchsten Beitrag in diesem Buch kritisiert werden: Polnische Wissenschaft. Eisenblau wird in Wandfarben nicht verwendet, da es nicht kalkecht ist, d.h., es ist im Alkalischen instabil, also auf frischen Verputzen, vgl. Horst Ferch, Hans Schfer, Schriftenreihe Pigmente, Nr. 77, Degussa AG, Frankfurt/Main 1990. Germar Rudolf, Ernst Gauss, aaO. (Anm. 32), S. 257, 277ff.

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Majdanek und Stutthof nie gegeben hat.73 Somit gibt es neben Auschwitz und dem weiter oben beschriebenen Bauschadensfall einen dritten Fall von fleckig blauen Wnden nach Zyklon-B-Anwendungen. Es scheint, da die Ausnahme langsam zur Regel wird. Und nicht genug damit, sind Berichte ber blau angelaufene Wnde nach Blausurebegasungen zur Schdlingsbekmpfung in Rumen mit feuchten, eisenhaltigen Verputzen alles andere als unbekannt, wie ein Literaturberblick gezeigt hat.74 Wie erklrt sich Dr. Bailer diese Flecken in Majdanek und Stutthof? Stammen sie auch von einem blauen Farbanstrich einer nicht existiernden, eisenblau-haltigen Wandfarbe, die spter durch weie Farbe berdeckt wurde und nun langsam durch diese durchdringt? Wurde hier also eine seiner Auffassung nach zur Menschenttung verwendete Gaskammer mit einer von der SS selbst zusammengebrauten Farbe blau angepinselt, whrend alle anderen Rumlichkeiten im KZ Majdanek wei blieben? Gehrte das abwechselnde blaue Anmalen von Entlausungs- bzw. Menschengaskammern zur schwarzen (oder besser blauen) Magie der Nationalsozialisten, oder fllt Dr. Bailer ein besseres Motiv ein, gerade diese Rume blau anzumalen? Und berhaupt: Wie bringt man blaue Wandfarbe auf, ohne Pinselstriche zu hinterlassen? Und wie erklrt sich Dr. Bailer, da die Cyanidrckstnde in den Entlausungskammern in Auschwitz-Birkenau auch in tiefen Mauerschichten vorhanden sind, und zwar sogar dort, wo es keine merkliche blaue Verfrbung gibt? Wurde damals beim Bau der Gebude der ganze Mrtel mit Eisencyanidverbindungen versetzt? Oder will uns Dr. Bailer sagen, diese Verbindungen seien nachtrglich in tiefe Mrtelschichten eingewandert, obwohl die Grundwasserfeuchtigkeit in den Mauern hochsteigt und die lslichen Salze lediglich zu den ueren Wandschichten transportieren kann, niemals aber ins Wandinnere? Oder, einfacher ausgedrckt: Fliet bei Dr. Bailer das Wasser den Berg hinauf? Wie wre es, wenn Dr. Bailer seine These wenigstens zu beweisen versuchte, indem er jene von ihm postulierte blaue Farbschicht unter der neueren weien Deckschicht freilegt? Es sei ihm vorausgesagt, da dies das Aus seiner These wre, denn dort gibt es keine ltere, berdeckte Farbschicht.
73

74

Vgl. dazu Carlo Mattogno, Jrgen Graf, KL Majdanek. Eine historische und technische Studie, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2004 ([Link]/D/Majdanek); Jrgen Graf, Carlo Mattogno, Das KL Stutthof, Castle Hill Publishers, Hastings 1999 ([Link]/D/Stutthof). E. Emmerling, in: M. Petzet (Hg.), Holzschdlingsbekmpfung durch Begasung, Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes fr Denkmalpflege, Bd. 75, Lipp-Verlag, Mnchen 1995, S. 4356.

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Ein Opfer seiner Zwangsvorstellungen von der blauen Wandfarbe wird Dr. Bailer einige Seiten spter (S. 117). Dort bildet er den Mittelwert der von mir in den Entlausungskammern gefundenen Cyanidwerte (5.090 mg/kg). Freilich wrde ein solches Vorgehen sinnvoll sein, wenn die Wnde der Entlausungskammern tatschlich mit einer einigermaen gleichmigen Farbschicht bedeckt worden wren und man somit mit einigermaen gleichmigen Werten wrde rechnen mssen. Da ich Werte gefunden habe, die um eine Zehnerpotenz auseinander liegen (zwischen etwa 1.000 und 13.000 mg/kg), kommt Dr. Bailer zu folgenden Schlufolgerungen: Die Standardabweichung betrgt 4.100 mg/kg, d.h., Rudolf mte den Berlinerblaugehalt der Mauern mit 5.100 4.100 mg/kg angeben einigermaen blamabel, wenn die Analysenschwankung unerklrlicherweise fast so gro ist wie der Mewert. Fr Gerichtsgutachten wird meist eine statistische Sicherheit von mindestens der dreifachen Standardabweichung gefordert. Das heit, ein Berlinerblaugehalt innerhalb der Spannweite von 0.0 bis 17.400 mg/kg ist mit der fr ein Gerichtsgutachten erforderlichen Sicherheit von den Werten, die Rudolf in den Sachentlausungskammern gemessen hat, nicht unterscheidbar. Damit bricht das gesamte Gutachten zusammen, denn kein einziger Mewert liegt auerhalb dieser Spannweite. Die Statistik ist keine spitzfindige Zahlenspielerei, sondern der Beweis, da die Proben nicht einheitlich sind. Daraus folgt, entweder gibt es andere Ursachen fr das Vorkommen des Berlinerblaus, die erst einmal zu ergrnden wren, oder die Proben sind schlecht genommen. In jedem Fall ist die Aussagekraft der Analysen gleich Null. Das Ergebnis war zu erwarten, denn das Berlinerblau kommt nicht vom Giftgas. Da meine Proben einheitlich seien, habe ich nirgends behauptet. Im Gegenteil gab ich sogar an, da ich deshalb an ganz unterschiedlichen Stellen mit erwartungsgem unterschiedlicher Tendenz zur Bildung von Berlinerblau Proben genommen habe, um die Abhngigkeit der Bildung von Berlinerblau von den jeweiligen Bedingungen zu erforschen, um also zu verstehen, welche Bedingungen zu welchem Ergebnis fhren.75 Dr. Bailers Bildung von Mittelwerten und Standardabweichungen haben tatschlich nur dort Sinn, wo gleichartige Proben genommen und analysiert wurden, wie etwa verschiedene Abwasserproben aus einem Flu am gleichen Ort und zur gleichen Zeit, oder, um bei unserem Thema zu bleiben, die Entnahme einer Mauerprobe und deren Teilung in verschiedene Teilproben zur separaten
75

Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 83; Ernst Gauss, aaO. (Anm. 63), S. 189.

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Analyse. Auch Dr. Bailers These von der blauen Wandfarbe wrde zu einem ungefhr einheitlichen Cyanidwert fhren knnen, vorausgesetzt, da gleichmig viel Farbe aufgetragen wurde und diese gleichmig die Zeit bis heute berstand. Im Falle einer Begasung jedoch gibt es so viele unterschiedliche Faktoren, die den Cyanidgehalt einer Mauer beeinflussen knnen,76 da es einfach keinen Sinn hat, zwei an vllig unterschiedlichen Stellen oder sogar in unterschiedlichen Gebuden entnommene Proben miteinander in einen statistischen Topf zu werfen. Die fr Dr. Bailer als unerklrlich bezeichneten Schwankungen der Analysenergebnisse sind also alles andere als unerklrlich, wenn man die Ursache fr die Bildung der Rckstnde in Zyklon-B-Begasungen sucht. Sie wren freilich unerklrlich, wenn man die These aufstellte, die Cyanide rhrten von einer gleichmig aufgetragenen Wandfarbe her. Insofern widerlegen gerade die starken Schwankungen der Mewerte Dr. Bailers These von der Wandfarben-Herkunft der Cyanidrckstnde. Mit seinem statistischen Imponiergehabe betreibt Dr. Bailer also nichts anderes als Schindluder. Der in statistischen Fragen unerfahrene Laie mag sich durch diesen Taschenspielertrick beirren lassen. Dem Wissenschaftler jedoch packt das Entsetzen angesichts der unverschmten Absichten, die er hinter Dr. Bailers durchsichtigem Manver vermuten mu. Besonders peinlich wird es noch auf der gleichen Seite, wenn Dr. Bailer ausfhrt: Ein Wert von etwa 5 g/kg in einer Mauer ist fr den Rckstand eines Schdlingsbekmpfungsmittels unglaubwrdig hoch. Die Wnde, der Fubden und die von Rudolf vermuteten Zwischendecken mten demnach insgesamt etwa 1,5 Tonnen Berlinerblau bergen. Zur Bildung von 1,5 Tonnen Berlinerblau nach dem von Rudolf vorgeschlagenen Reaktionsweg wren sebst[77] bei einer fr solche Reaktionen sehr hohen Ausbeute von 10% der Theorie etwa 10 Tonnen reine Blausure erforderlich gewesen, das entspricht 30 bis 40 Tonnen Zyklon. 40 Tonnen htten allein in diesen Entlausungsanlagen nutzlos in die Wnde gehen mssen, um Berlinerblau in der Menge, wie es Germar Rudolf und Fred Leuchter gefunden haben, zu bilden. Das ist absurd. 40 Tonnen ist die Grenord76

77

Es seien hier aufgezhlt: Entnahmeort (auen, innen, an der Oberflche, im Mauerinneren), die Feuchtigkeit der Mauer damals (der Grundwasserstand unter dem Gebude), die Bewitterung (Windrichtung, Regennsse), die Wasserleitfhigkeit der Mauer insgesamt wie der speziellen Entnahmestelle, ebenso die Wrmeleitfhigkeit, die Feuchtigkeit und Bewitterung in den Jahren bis heute, die Konsistenz der Probe damals (Eisengehalt, pH-Wert, Feuchtigkeit, physikalische Beschaffenheit, evtl. Sinterungszustand bei Ziegeln) usw. usf. Fehler im Original.

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nung der Menge, die das Lager zeit seines Bestehens verbraucht hat, und dort gab es noch mehr Entlausungsanlagen. Das Ergebnis allein der Kontrollproben beweist, da die Analysen vllig wertlos sind und da das Berlinerblau nicht vom Zyklon herkommen kann. Da die Bildung eines Mittelwertes aus meinen Analysenergebnissen ziemlich sinnlos ist, wie oben gezeigt hierzu mte man wohl einige hundert Proben aus allen Tiefen des gesamten Mauerwerks analysieren ist schon der angesetzte Wert von 5 g/kg sehr gewagt. Aber wir wollen diesen Wert einmal als Richtschnur nehmen. Dr. Bailer spricht hier von den Entlausungsrumen der Gebude 5a und 5b in Birkenau mit Mauern von 11 m Lnge, 13 m Breite, 3 m Hhe und 15 cm Dicke. Eine Zwischendecke, wie ich in meiner ersten Gutachtenversion spekulierte, hat es in den Rumen nicht gegeben. Zusammen mit einem Boden analoger Dicke erhlt man insgesamt gut 43 m Gemuer, das bei einer Dichte von etwa 1,6 g/cm knapp 69 Tonnen auf die Waage bringt. 5 davon fr den Cyanidgehalt sind 690 kg, was etwa 1,25 Tonnen Berlinerblau entsprche, also dank der fehlenden Decke etwas weniger als die von Dr. Bailer angegebene Menge, die in der Mauer nach meiner These zu erwarten sei. Was Dr. Bailer aber unterschlgt, ist die von mir festgestellte Tatsache, da Ziegelsteine keine Blausure aufnehmen und auch heute nur an den ueren, der Witterung ausgesetzten Schichten Cyanide aufweisen.78 Der Rest der ganzen Ziegelsteine im dortigen Mauerwerk ist also quasi cyanidfrei. Da ich deswegen kaum Ziegelproben nahm, spiegelt der von Dr. Bailer angegebene Mittelwert den des Mrtels und Verputzes wieder, der hchstens 20% der gesamten Mauermasse ausmacht. Damit blieben von den obigen 690 kg Cyanid lediglich maximal 140 kg brig, die nach meiner These in den dortigen Mauern anzutreffen wren. Auch die von Dr. Bailer fr sehr hoch gehaltene Ausbeute von 10% der Blausure, die im Mauerwerk zu stabilen Verbindungen umgesetzt werden, ist durchaus nicht unrealistisch. Ich fand nmlich bei meinen Probebegasungen ziemlich genau 10% der von mir eingesetzten Blausure in meinen Proben wieder nach mehreren Monaten trockener und warmer Lagerung!79 Dann macht Dr. Bailer einen entscheidenden Fehler. Die von ihm bei 10%iger Ausbeute fr notwendig erachteten 10 Tonnen reine Blausure, die in der Entlausungskammer zu Anwendung gekommen sein mssen (und sich nach unseren Rechnungen bereits auf 1,4 Tonnen reduziert haben), setzt er mit 30 bis 40 Tonnen Zyklon B gleich, jener Menge, die an das Lager Auschwitz insgesamt geliefert wurde. Anscheinend wei er nicht, da die Mas78 79

Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 50, 52, 87. Ebenda, S. 92.

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senangaben bei Zyklon-B-Lieferungen sich immer auf den reinen Blausuregehalt bezogen und beziehen.80 Wenn das Lager Auschwitz also 40 Tonnen Zyklon B bekam, so heit dies, da es 40 Tonnen reine Blausure erhielt. Die in den beiden Entlausungsgebuden nach meiner These heute auffindbaren Cyanidmengen von 2 140 kg entsprechen also gerade einmal etwas mehr als einem halben Prozent der gesamten Liefermenge an das Lager. Da diese beiden Gebude im Gegensatz zu den vielen anderen im Lager befindlichen kleineren Anlagen die Hauptorte der Zyklon-B-Anwendung waren, ergibt sich daraus, da meine These alles andere als abwegig ist. Das einzige, das durch Bailers Thesen bewiesen wurde, ist, da auch promovierte Chemiker auf Milchmdchenrechnungen verfallen knnen.

Polemik pur: Wolfgang Neugebauer


Einer ganz besonders unwissenschaftlichen Art der Behandlung gegenlufiger Argumente bedient sich Wolfgang Neugebauer in seinem Beitrag Revisionistische Manipulationen der Zahl der Holocaust-Opfer. Auf den Seiten 149ff. greift er meinen im Band Grundlagen zur Zeitgeschichte81 publizierten Vergleich zweier bevlkerungsstatistischer Bcher ber die Opferzahlen der Juden unter dem Nationalsozialismus zwar an, erwhnt aber weder, wo sich meine Ausfhrungen befinden, noch welcher Art diese sind. Neugebauer schreibt: Zuletzt hat Germar Rudolf, ein Diplomchemiker, der in der revisionistischen Szene offenbar vom Fachmann fr technische Fragen zum Historiker und Statistiker des Holocaust avanciert ist, die 300.000-OpferZahl als neueste Version revisionistischer Zahlenspielereien zum besten gegeben. Zunchst einmal habe ich in meinem Beitrag zwei bevlkerungsstatistische Werke einander gegenbergestellt und keine eigenen statistischen Untersuchungen angestellt, so da die suggestive Unterstellung, ich htte als Chemiker Bevlkerungsstatistiken angefertigt, wozu ich nicht kompetent sei, das Ziel verfehlt. Auerdem sind grundlegende statistische Methoden sowie ein kritisch-logisches Denkvermgen fr einen naturwissenschaftlich ausgebildeten Chemiker keine Fremdmaterie. Zudem wre zu fragen, mit welchem Recht sich eigentlich der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz, dessen
80 81

Ebenda, S. 60, Funote 31. Germar Rudolf, Statistisches ber die Holocaust-Opfer. W. Benz und W.N. Sanning im Vergleich, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 25), S. 141-168 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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Buch ich kritisierte,82 und mit ihm so mancher Koautor anmaen, ber bevlkerungsstatistische Fragen ein Sammelwerk zu publizieren, obwohl sie hierfr ebenfalls keine Fachkenntnisse besitzen. Auerdem ist die Unterstellung, ich htte die 300.000-Opfer-Zahl zum besten gegeben, schlicht und einfach falsch, denn ich legte mich auf gar keine konkrete Zahl fest. Bei mir lesen wir:83 Sanning macht wie Benz den Fehler, die statistischen Zahlen auf die Goldwaage zu legen. Aufgrund ihrer tatschlichen Schwankungen ist eine gesicherte Aussage ber die Frage, wie viele hunderttausend Juden ihr Leben im deutschen Einflubereich verloren, nicht mglich. Diese Werte gehen in den Schwankungen des statistischen Materials unter. Sannings Argumente84 werden von Neugebauer erneut wie schon bei Benz85 als Spekulationen und Manipulationen hingestellt. Trotz meiner Aufforderung86 belegt er diese Behauptung nicht. Ferner unterstellt Neugebauer mir, ich htte aus den von Benz festgestellten 2,89 Mio. jdischen Opfern auf dem Territorium der UdSSR 15.000 Vermite gemacht, was auch nicht stimmt, denn ich zitierte in einer Tabelle zwar jene Zahl aus Sannings Buch,87 jedoch kam ich bezglich jdischer Verluste auf dem Territorium der frheren UdSSR zu keinen eigenen Zahlen, da nach meiner Auffassung das aus der UdSSR bzw. aus Ruland stammende statistische Material vllig unzureichend ist. Bezglich der Anzahl der Juden, die auf dem Gebiet der UdSSR den Zweiten Weltkrieg berlebten, schwankten die Zahlen um mehrere Millionen(!). Auf jeden Fall aber liegt der realistische Wert deutlich ber dem von Benz angegebenen Wert,88 so da ich meinte, die Opferzahlen von Benz um mindestens 1,5 Mio. reduzieren zu knnen.89 Es wrden also nach meinen Schtzungen aus 2,89 Mio. Opfern 1,39 Mio. Opfer werden, und nicht 15.000 Vermite, wie Neugebauer angibt. Auch die Unterstellung Neugebauers, in einem meiner Abschnitte ber den Exodus der Juden aus Europa werde schlielich suggeriert, da die Vermiten nach 1945 in Palstina/Israel und anderen Lndern wieder aufgetaucht wren, ist nichts als Nebelwerferei, denn ich vermerkte schlicht, da gegen die von Sanning vorgebrachten Argumente bezglich der welt82 83 84 85 86 87 88 89

Wolfgang Benz (Hg.), Dimension des Vlkermords, Oldenbourg, Mnchen 1991. Ebenda, S. 167f. Die Auflsung des osteuropischen Judentums, Grabert, Tbingen 1983. AaO. (Anm. 82), S. 558, Funote 396. Ernst Gauss, aaO. (Anm. 10), S. 154; Germar Rudolf, aaO. (Anm. 81), S. 156, 167. Germar Rudolf, aaO. (Anm. 81), S. 158. Ebenda, S. 156f. Ebenda, S. 162.

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weiten jdischen Bevlkerungsverschiebung anscheinend keine Gegenargumente mglich sind, zumal der aus unerfindlichen Grnden zum Statistikfachmann avancierte Anti-Antisemit Wolfgang Benz trotz achtjhrigen Grbelns darauf keine Erwiderung wei.90 Die Worthlse Neugebauers, ich wrde etwas suggerieren, was ich tatschlich als unwiderlegte und mit serisen Quellen fundierte Argumente Sannings prsentierte, lenkt nur von Neugebauers eigenem Mangel an Argumenten ab. So glnzen die ganzen 3 (drei!) Textseiten seines Beitrages durch jede Menge Polemik, keinen einzigen Quellenverweis und nicht ein einziges Sachargument! Neugebauer macht sich also noch nicht einmal die Mhe, irgend etwas zur Sache beizutragen.

Fazit
Ich habe mich in meinem Gutachten ausfhrlich mit der Tatsache beschftigt, da es in der Decke der angeblichen Gaskammer des Krematoriums II in Birkenau keine Einwurflcher fr Zyklon B gibt, so da es in diesen Rumen gar keine Vergasungen mit Zyklon B auf die bezeugte Weise gegeben haben kann.91 Dieses Argument ist neben meinen chemischen Untersuchungen die Hauptsttze, auf die ich meine Schlufolgerungen aufbaute.92 Offensichtlich fllt den Koautoren des hier kritisierten Buches zu diesem Komplex kein Gegenargument ein, so da sie sich gentigt sehen, den Komplex einfach totzuschweigen. Zu den Hunderten von Argumenten gegen die Thesen der Exterminationisten in dem Werk Grundlagen zur Zeitgeschichte25 scheint den Koautoren von Wahrheit und Auschwitzlge ebenfalls nichts einzufallen: zu den vielen Kritikpunkten Walter Lftls am Auschwitz-Gutachten von Prof. Gerhard Jagschitz; zu den Untersuchungen von Manfred Khler und Claus Jordan ber den Schauprozecharakter der Strafprozesse gegen angebliche HolocaustTter; zu meinen Ausfhrungen ber die der 6-Millionenzahl hohnsprechenden statistischen Fakten der europischen wie weltweiten jdischen Bevlkerungsentwicklung; zu dem Nachweis der Flschung des sogenannten Wannsee-Protokolls durch Johannes Peter Ney;
90 91 92

Ebenda, S. 161f. Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), aaO. (Anm. 26), S. 22-29. Ebenda, S. 98.

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Lge und Auschwitz-Wahrheit

zu der kritischen Wrdigung der Beweislage bezglich der in Ruland angeblich eingesetzten Gaswagen zum Judenmord durch Ingrid Weckert; zu den Ausfhrungen von Udo Walendy ber Bildflschungen im Zusammenhang mit der Judenverfolgung; zu den Luftbildanalysen ber die Ereignisse in den angeblichen Vernichtungslagern durch John Clive Ball; zu den technischen Untersuchungen ber die Kapazitt der Auschwitzer Krematorien von Carlo Mattogno und Franco Deana; zu den von Arnulf Neumaier nachgewiesenen technischen Unmglichkeiten der Zeugenaussagen ber die spurlosen Leichenverbrennung von Millionen im Lager Treblinka; zu den Untersuchungen von Herbert Tiedemann ber die widersprchlichen und den Fakten zuwiderlaufenden Zeugenaussagen ber das angebliche Massaker an Juden in Babi Jar. Das Buch Wahrheit und Auschwitzlge ist ein groartiger Beweis dafr, da den Gegnern der Auschwitz-Wahrheit auer schweigendem bergehen ganzer Themenbereiche, leierhafter Wiederholung lngst widerlegter Falschbehauptungen sowie leerer Worte, billiger Polemik, ungerechtfertigten Unterstellungen und falschen Angaben einfach nichts mehr einfllt, um ihre falschen Thesen zu verteidigen.

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Vorspiel
Im Frhjahr 1988 herrschte Aufregung in den Rumen des Staatlichen Museums Auschwitz, als die Nachricht nach Polen drang, da der amerikanische Hinrichtungsfachmann Fred Leuchter u.a. aufgrund chemischer Analysen glaubte, nachgewiesen zu haben, da die angeblichen Gaskammern in Auschwitz fr Massenmorde gar nicht benutzt werden konnten und nachweislich auch nicht benutzt worden waren.1 Weil nicht sein kann, was nicht sein darf immerhin wre dies das Ende des lukrativen Museumsgeschfts , machte sich die Leitung des Museums daran, dieses amerikanische Gutachten zu widerlegen. Man beauftragte Prof. Jan Markiewicz, Fachmann fr technische Prfungen vom Jan-Sehn-Institut in Krakau, an diversen Gebuden bzw. Gebuderuinen in den Lagern Auschwitz und Birkenau Gemuerproben zu entnehmen und auf chemische Rckstnde (Cyanidverbindungen) zu untersuchen. Diese Cyanidverbindungen sind berreste des mit dem Wirkstoff Blausure versehenen Entlausungsmittels Zyklon B, mit dem in den Entlausungskammern Luse gettet wurden, in den vermeintlichen Menschengaskammern dagegen angeblich Menschen. Die Ergebnisse dieser Analysen von Prof. Markiewicz und seinen Kollegen sind in Tabelle 1 wiedergegeben. Die Proben Nr. 1, 2 und 7-11 entstammen einer Entlausungskammer, in der whrend des Krieges Hftlingskleider mit Blausure entlaust wurde. Es wird nicht behauptet, in diesem Raum seien Menschen gettet worden. Die einzige positive Probe aus einem Raum, von dem das Museum behauptet, es habe sich dabei um eine Menschengaskammer gehandelt, ist Nr. 15. Alle anderen Proben enthielten keine nachweisbaren Rckstnde.
1

Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]).

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen Tabelle 1: Cyanidkonzentrationen im Mauerwerk von Gaskammern/ Entwesungskammern


Nr 1 2 7 8 9 10 11 15 Nach Institut fr Gerichtsgutachten, Abteilung fr Gerichtstoxikologie, Krakau, Polen; Angaben in mg pro kg 2 Gebude Entnahmeort und -tiefe Material Entwesung Block 3 Raum 4, um Ventilatorffnung, 2 mm Verputz Entwesung Block 3 Raum 4, neben Tre zu Raum 3, 2 mm Verputz Entwesung Block 3 Raum 3, unter Fenster, gegenber EinVerputz gangstr, 2 mm Entwesung Block 3 Trffnung zwischen Raum 2 und 1, 2 mm Verputz rechts oben Entwesung Block 3 wie Nr. 8, links unten Verputz Entwesung Block 3 Raum 1, Ventilatorffnung, 2 mm Verputz Entwesung Block 3 wie 10, schwach blau Verputz Krematorium II, LeiBeton-Sttzsule Verputz (?) chenkeller 1 CN 0,068 0,036 0,076 0,140 0,404 0,528 0,588 0,024

4 weitere Proben aus Krematorium II, 1 aus Krematorium I, 1 aus Krematorium V, jeweils aus angeblicher Gaskammer, und 2 Kontrollproben enthielten keine nachweisbaren CN--Spuren.

Diese Ergebnisse scheinen nahezulegen, in den angeblichen Gaskammern gebe es deutlich niedrigere Cyanidrckstnde als in den Entwesungskammern oder sogar gar keine. Allerdings fiel mir bei den von Markiewicz angegebenen Werten zweierlei auf: 1. Im Original ist das Cyanid als KCN pro 100 g Material angegeben anstatt den international blichen mg CN pro kg Material. 2. Die Krakauer Analysenwerte der Proben aus der Entlausungskammer liegen um den Faktor 10.000(!) niedriger als die Analysenwerte der Proben, die Fred Leuchter und ich dort entnommen hatten. Auerdem liegen ausnahmslos alle Werte unterhalb der Nachweisgrenze der Analysenmethode, die von allen ernstzunehmenden chemischen Analyseinstituten in der Welt angewendet werden (ca. 1 mg/kg). Ich vermutete daher schon 1993, da es sich hier um einen memethodischen Fehler handelt.3 Da diese Analysenwerte trotz ihrer Fraglichkeit die Revisionisten zu besttigen schienen, entschlo man sich, diese Ergebnisse nicht zu verffentlichen. Irgendwer im Auschwitz-Museum, der mit den Revisionisten sympathisierte, sandte Fotokopien dieser Analysenergebnisse im Frhjahr 1991 an einen bekannten Revisionisten, der dafr sorgte, da diese Studie umgehend

Entnahmeort und Tiefe ergeben sich nicht aus dem verffentlichten Text, sondern aus einem unverffentlichten Protokoll, das mir Herr Werner Wegner zukommen lie. R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993 ([Link]/D/rga1/[Link]), S. 82.

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Polnische Wissenschaft

verffentlicht wurde.4 Schon anhand eines kurzen Auszuges aus diesem Untersuchungsbericht von Prof. Markiewicz lt sich erkennen, da er sich durch vllige Inkompetenz in chemischen Fragen auszeichnet: Cyanwasserstoff ist eine schwache Sure, was zur Folge hat, da sich ihre Salze in Gegenwart von strkeren Suren leicht zersetzen. Eine solche strkere Sure ist sogar Kohlensure, die durch Reaktion von Kohlendioxid und Wasser entsteht. Strkere Suren wie z.B. die Schwefelsure zersetzen Cyanide leichter. Dauerhafter sind komplexe Verbindungen von Cyanid-Ionen mit Schwermetallen. Das schon erwhnte Preuisch-Blau zhlt zu solchen Verbindungen, aber auch dies zerfllt langsam in saurem Medium. Daher war es kaum zu erwarten, da sich nach 45-jhrigem Zeitraum derivate Verbindungen von Cyaniden in Baumaterialien (Putz, Ziegel), die den Umwelteinflssen (Niederschlge, saure Oxide, besonders Stickstoffmonoxid) ausgesetzt sind, erhalten wrden. Dies widerspricht den in meinem Gutachten anhand umfangreicher Fachliteratur festgestellten Fakten:5 a) Kohlendioxid ist in Wasser schwer lslich und wandelt sich in Wasser so gut wie nicht in Kohlensure um, weshalb sie die Salze der Blausure so nicht zersetzen kann.6 b) Eisenblau (Preuisch-Blau) ist auerordentlich surestabil und wird auch ber Jahrzehnte nicht durch Witterungseinflsse zerstrt.7 Im September 1991 traf ich bei einem Seminar zum Revisionismus Werner Wegner, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die Revisionisten zu widerlegen.8 Aus diesem Kontakt entwickelte sich ein kurzer, aber intensiver Briefwechsel, whrend dessen mir Werner Wegner Fotokopien von Briefen zusandte, die er von Prof. Markiewicz erhalten hatte. Offenbar hatte Herr Wegner chemische Angaben, die ich ihm gegenber gemacht hatte, an Prof. Markiewicz mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet, die dieser ihm

6 7 8

J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, B. Trzcinska, Gutachten, Prof. Dr. Jan Sehn Institut fr Gerichtsgutachten, Abteilung fr Gerichtstoxikologie, Krakau, 24. September 1990; teilweise verffentlicht z.B. in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, 39(2) (1991), S. 18f. ([Link]/D/DGG/IDN39_2). Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 108-110, 111-115 ([Link]/D/rga2). Ebenda, Abschnitt 5.5.3.; fr die Zersetzung ist tatschlich das Wasser verantwortlich. Ebenda, Abschnitt 5.6. Vgl. den Beitrag Ein Sozialoberrat schreibt Geschichte in diesem Buch.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

dann auch tatschlich zukommen lie. In dieser privaten Korrespondenz mit Werner Wegner offenbarte Prof. Markiewicz noch mehr Ignoranz:9 VIII. Das Wasser aktiviert viele chemische Prozesse. Die Kammern waren ganz gewi nass. Was fr einen Einflu das auf die Bindung von HCN durch Zement (Wandputz) ausbt ist uns unbekannt. [] IX. Die blauen Flecken auf den ueren Wnden des Bauwerkes 5a in Birkenau sind nicht leicht zu erklren. Vor allem mssen wir prfen, ob es wirklich Berliner-Blau ist. [] Ich selbst machte mich erst im Frhjahr 1991 daran, die Bedingungen zu erforschen, die eine Bildung von Eisenblau frdern. Da die Wandfeuchtigkeit, gekoppelt mit einer gewissen Basizitt, die Hauptfaktoren waren, wurde mir erst im Sommer bewut, u.a. durch die Hilfe eines Ingenieurs, der mir durch berlassung von Bchern ber die Chemie von Zement und Beton auf die Sprnge half. Es ist gewi keine Schande, wenn man etwas nicht wei. Doch sollte man dieses Nichtwissen abzustellen versuchen, denn das ist das Wesen der Wissenschaft. In einem Schreiben an das Institute for Historical Review erklrte Markiewicz, sein Institut sehe die oben zitierten Forschungsergebnisse nicht als Endergebnis an, sondern stelle weitergehende Forschungen an.10 Es konnte daher damit gerechnet werden, da dieser vorlufigen Studie eine umfassendere folgend wrde, die die von Markiewicz selbst eingestandenen offenen Fragen beantworten wrde. Was dann jedoch folgte, war das genaue Gegenteil dessen.

Kritik
Zusammenfassung
Die angekndigte umfassendere chemische Studie ber die Frage der Nachweisbarkeit von Cyanidverbindungen in den Entlausungskammern und den angeblichen Menschengaskammern des KL Auschwitz wurde schlielich im Jahr 1994 verffentlicht.11
9

10

11

Schreiben des Prof. Dr. Jan Sehn Instituts fr Gerichtsgutachten, Abteilung fr Gerichtstoxikologie, Krakau, an W. Wegner, o.D. (Winter 91/92), o.A. (unleserliche Unterschrift) unverffentlicht. Brief an M. Weber, 7.6.1991, The Journal of Historical Review, 11(2) (1991), S. 207-216 ([Link]/GB/Journals/JHR/11/2/[Link]). Jan Markiewicz, Wojciech Gubala, Jerzy Labedz, Z Zagadnien Nauk Sadowych, Bd. XXX (1994) S. 17-27 (online: [Link]/[Link]/orgs/polish/institute-for-forensicresearch/[Link]).

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Zur Erinnerung: Die Analysenergebnissen von Gemuerproben, die von Leuchter1 und von mir3,5 in den vermeintlichen Menschengaskammern genommen worden waren, ergaben keine interpretierbaren Zyklon-BRckstandswerte (Cyanide), wohingegen die Proben aus den Entlausungskammern gigantische Rckstnde aufwiesen. Leuchter schlo daher, da es in den vermeintlichen Gaskammern von Auschwitz berhaupt keine Vergasungen gab, whrend ich ausfhrte, da die behaupteten Vorgnge zumindest nicht im bezeugten Ausma und auf die bezeugte Weise geschehen sein knnen.12 Im Gegensatz dazu kamen die hier diskutierten polnischen Autoren jedoch zu dem Schlu, da sowohl die vermeintlichen Gaskammern als auch die Entlausungskammern vergleichbare Mengen an Cyaniden aufweisen, womit sie meinen, die Massenvergasungen in Auschwitz bewiesen zu haben. Die drei Autoren verwendeten fr den Cyanid-Nachweis ein Verfahren, mit dem die wichtigsten langzeitstabilen Cyanidrckstandsarten vom Typ Eisenblau nicht nachweisbar sind. Damit wollten sie verhindern, da Rckstnde nachgewiesen werden, die durch andere Umstnde ins Gemuer gelangt seien, zum Beispiel blaue Anstrichfarbe. Die drei Autoren gestanden zudem, die chemischen Vorgnge in mit Blausure begastem Mauerwerk nicht zu verstehen. Sie ignorierten aber von mir erarbeiteten Fakten, die diese chemischen Vorgnge erklren, obwohl ihnen diese Fakten bekannt waren, denn sie zitieren mein Werk.13 Zudem ist durch einen belegten Bauschadensfall bewiesen, da blaue Wandfrbungen tatschlich eine Folge von Zyklon-B-Begasungen sind.14 Die Analysenergebnisse der drei polnischen Autoren mssen daher wegen bewuter Verwendung einer falschen Analysenmethode als irrefhrend abgelehnt werden. Es kommt der Verdacht auf, da eine betrgerische Absicht hinter diesem Beitrag steht.

Die Analysenmethode
Markiewicz und seine Kollegen lieen in einer Mikrodiffusionskammer 24 Stunden lang 10%ige kalte Schwefelsure auf ihre fein gemrserten Pro12

13

14

Die Analysenergebnisse der Proben von Auschwitz von Leuchter und Rudolf wurden von J.C. Ball erneut besttigt: ders., Der Ball-Bericht, Samisdat Publishers, 206 Carlton Street, Toronto, Ontario, M5A 2L1 (Kanada) 1993. Ernst Gauss (=Germar Rudolf), Vorlesungen ber Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1993 ([Link]/D/vuez). G. Zimmermann (Hg.), Bauschden Sammlung, Band 4, Forum-Verlag, Stuttgart 1981, S. 120f. ([Link]/D/gzz/[Link]).

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ben einwirken. Dabei eventuell ausdiffundierende Blausure (HCN) wurde in einer Laugenlsung aufgefangen. Der Nachweis des Cyanids erfolgte nach seiner Umsetzung zu einem Farbstoff spektrometrisch, wobei auf eine uerst empfindliche Methode einer Verffentlichung aus dem Jahre 1947 zurckgegriffen wurde.15 Die Analyseninstitute, die von F. Leuchter und von mir beauftragt wurden, deren Proben zu untersuchen,16 verwendeten eine Methode, die auf der von der Gesellschaft Deutscher Chemiker erarbeiteten Norm zum Nachweis des Gesamtcyanids in flssigen Proben basiert (DIN 38 405, Teil D 13). Hierbei wird die fein gemrserte Probe 1 bis 2 Stunden in leicht reduktiver, salzsaurer Lsung gekocht und das dabei frei werdende gasfrmige HCN im Luftstrom in eine Laugenvorlage berfhrt. Der Nachweis erfolgt bei geringen Mengen wie oben beschrieben spektrometrisch, bei greren Mengen titrimetrisch. Markiewicz und Kollegen geben an, da durch ihr Verfahren Eisencyanidverbindungen nicht nachgewiesen werden knnen. Diese Feststellung steht in bereinstimmung mit den in meinem Gutachten zitierten Literaturangaben ber die annhernde Unzerstrbarkeit dieser uerst stabilen Stoffgruppe selbst durch kalte konzentrierte Suren. Als Grund fr die Wahl ihrer Methode geben die polnischen Autoren an, da sie sich nicht vorstellen knnten, wie sich im Mauerwerk blaue Eisencyanidverbindungen bilden knnten, und da sie mit Josef Bailer17 davon ausgehen, da die blaue Frbung der Entlausungskammerwnde von einem Farbenanstrich herrhren knne. Um diese Farbe vom Nachweis auszuschlieen, entschlossen sie sich, eine Methode anzuwenden, die gegen Eisencyanide unempfindlich ist. Eine solche Vorgehensweise ist im Falle der Entlausungskammern allerdings nur dann korrekt, wenn man mit praktischer Gewiheit ausschlieen kann, da die Einwirkung von Blausure auf Mauerwerk zur Eisencyanidbildung fhrt. Diese Frage zu klren, haben die polnischen Autoren aber vllig unterlassen; schlimmer sogar: Die in meinem Gutachten3,5 und in den Vorlesungen13 wiedergegebenen Argumente, abgesttzt durch umfangreiche Fachliteratur, die belegen, da die Bildung stabiler Eisencyanide unter bestimmten Voraussetzungen wahrscheinlich ist, wurden schlicht ignoriert. Und auch die Argumente, die die These widerlegen, die Auschwitzer Entlausungskammern seien blau angestrichen gewesen, wurden vllig bergangen.
15 16

17

J. Epstein, Analytical Chemistry, Bd. 19 (1947), S. 272f. Alpha Analytical Laboratories (Leuchter) bzw. Institut Fresenius und Institut fr Umwelt- und Schadstoffanalytik (Rudolf). Vgl. den vorhergehenden Beitrag Lge und Auschwitz-Wahrheit in diesem Buch.

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Polnische Wissenschaft

Diese absurde These Bailers, auf die sich Markiewicz bezieht, habe ich sowohl in meinem Gutachten als auch in den Vorlesungen ausfhrlich behandelt. Auf meine Frage, wie es denn komme, da diese vermeintliche Anstrichfarbe nur in statistischen verteilten, unregelmigen Flecken auftauche und auch tief im Mauerinnern zu finden sei, habe ich bis heute von Dr. Bailer keine Antwort erhalten. Sogar an Stellen, die vllig wei scheinen, findet man in Putz und tieferen Mrtelschichten hohe Cyanidwerte. Herr Bailer hat mir bis heute nicht erklrt, ob er ein Cyanwei kennt, mit dem die Wnde, der Putz und der Mauermrtel vor seiner Verarbeitung wei eingefrbt wurden. Er hat zudem bis heute keine blaue Wandfarbe angegeben, die als blaues Pigment Eisenblau enthlt, denn eine solche Wandfarbe gibt es nicht. Die polnischen Autoren htten ihre unfundierte These von der Unmglichkeit der Bildung stabiler Eisencyanidverbindungen brigens anhand der von ihnen selbst durchgefhrten Begasungsversuche berprfen knnen. Htten sie nur eine dieser Proben auf den Gesamtcyanidgehalt mittels der international anerkannten DIN-Methode berprft, wre ihnen wahrscheinlich ihr Irrtum bewut geworden. berhaupt erscheint es mehr als seltsam, warum auch die Proben von rtlichkeiten, die keine Blaufrbung aufweisen (angebliche Gaskammern, Hftlingsbaracken, Probebegasungen), nach der gegen Eisencyanide unempfindlichen Methode analysiert wurden. Hier htte man keine Strung durch blaue Farbe erwarten knnen. Hier htte man problemlos klren knnen, ob sich Eisencyanide im Mauerwerk bilden oder nicht und ob die Analysenergebnisse der zwei verschiedenen Methoden berhaupt vergleichbar sind. Da die Bildung blaufleckiger Wandflchen analog dem Erscheinungsbild der Auschwitz-Entlausungskammern tatschlich die Folge von Blausurebegasungen ist, kann schon durch ein Zitat aus der Fachliteratur plakativ demonstriert werden. In der periodisch erscheinenden Bauschden Sammlung wurde nmlich 1981 berichtet,14 welche Folgen die Blausure-Begasung einer wenige Wochen zuvor frisch verputzten Kirche hatte. Dort traten nach einigen Monaten berall intensiv blaue Flecken auf. Erst nach ber einem Jahr war die Reaktion abgeschlossen. Der neue Putz mute komplett abgeschlagen werden, da der Eisencyanidkomplex nicht anders zu entfernen war. Damit steht fest, da die polnischen Autoren mit ihrer Analysenmethode gerade jene Verbindungen von der Analyse ausgeschlossen haben, um die es bei der ganzen Streitfrage geht.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen Tab. 2: Vergleich der Grenordnungen von Analysenergebnissen


AUTOR MARKIEWICZ U.A. LEUCHTER RUDOLF Nachweis von: Cyanid ohne Eisencyanide Gesamtcyanid Gesamtcyanid Entlausungskammer 0 0,8 mg/kg 1.025 mg/kg 1.000 13.000 mg/kg vermeintliche Gaskammer 0 0,6 mg/kg 0 8 mg/kg 0 7 mg/kg* Hftlingsbaracken 0 mg/kg 0 3 mg/kg* Probebegasungen 0 12 mg/kg 50 100 mg/kg
* nicht reproduzierbar, also nicht interpretierbar, d.h.: als Nullwerte anzusehen.

Nachweisgrenze und Analysenergebnisse


Die polnischen Autoren geben als Nachweisgrenze fr ihre Nachweismethode 3-4 g Cyanid pro kg Probenmaterial an. Bei der DINMethode liegt diese Grenze sogar bei nur 2,5 g, und J. Epstein gab 1947 sogar einen Wert unter 1 g als Nachweisgrenze an.15 Allerdings haben diese Nachweisgrenzen einen Haken: Sie beziehen sich lediglich auf Lsungen von Cyanidverbindungen in Wasser. Der Nachweis chemischer Verbindungen in stark heterogenen, nicht gnzlich auflsbaren Feststoffen, wie es Mauermaterial nun einmal darstellt, ist erfahrungsgem um Grenordnungen schwieriger. Folglich geben die professionellen Analyseninstitute als Nachweisgrenzen fr Cyanide in Feststoffen nicht etwa 2,5 g/kg, sondern mindestens 100 g/kg, ja stellenweise sogar 1.000 g/kg an (1.000 g = 1 mg). Da auch dieser Wert noch Probleme bereiten kann, kann durch den Umstand gegeben sein, da Gemuerproben in der Regel groe Mengen Carbonate enthalten, die die Abtrennung des Cyanids behindern knnen (vgl. DIN-Methode). Es ist zweifelhaft, da die von Markiewicz und Kollegen gemachte Erfahrung bezglich ihrer Nachweisgrenze sich auf Feststoffe bezieht, da man hierfr zuvor definierte Mengen an Cyaniden in Baumaterialien einbringen mte, um diese dann durch die Analyse wiederzufinden. Sollte sich ihre Nachweisgrenze auch auf wrige Lsungen beziehen, so sind smtliche Analysenergebnisse mit Werten unterhalb 1 mg/kg mit grter Skepsis zu betrachten. In Tabelle 2 sind grob die Grenordnungen der Analysenergebnisse der drei hier besprochenen Arbeiten in mg/kg (ppm) aufgefhrt. Die Rahmenbedingungen der Probebegasungen von mir einerseits und Markiewicz und Kollegen andererseits waren im wesentlichen vergleichbar. Allerdings wurden die Analysen meiner Proben erst nach einer relativ langen Ausgasungszeit (ca. 2 Monate) durchgefhrt, wohingegen die Maximalwerte von Markiewicz und Kollegen aus Analysen 48 Stunden nach Beendigung der Begasung stammen. (Nheres zu den Probebegasungen vgl. weiter unten.) 236

Polnische Wissenschaft

Unter der Annahme, da die einzelnen Untersuchungsergebnisse grenordnungsmig stimmen, lassen sich einige interessante Schlsse aus dem Vergleich der Ergebnisse der verschiedenen Analysenmethoden ziehen: 1. Das heute in den Wnden der Entlausungskammern von Auschwitz auffindbare Cyanid liegt zu mehr als 99,9 % in einer Art gebunden vor, die durch die Analysenmethode von Markiewicz und Kollegen nicht nachzuweisen ist. Dabei wird es sich wahrscheinlich berwiegend um komplexe Eisencyanidverbindungen vom Typ Eisenblau handeln. Oder deutlicher ausgedrckt: Das Verhltnis stabiler Eisencyanidverbindungen zu weniger stabilen Cyanidverbindungen betrgt hier etwa 1.000 bis 10.000 und mehr zu 1. 2. In den Proben aus den vermeintlichen Gaskammern betrgt das entsprechende Verhltnis maximal 10 zu 1. 3. Whrend Markiewicz und Kollegen fanden, da der Gehalt instabiler Cyanidverbindungen in vermeintlichen Gaskammern und Entlausungskammern annhernd gleich ist, ergibt sich aus den Analysenergebnissen von Leuchter und mir, da der Gesamtcyanidgehalt und damit wahrscheinlich auch der Eisencyanidgehalt in den Entlausungskammern um den Faktor 1.000 oder gar mehr hher liegt als in den vermeintlichen Gaskammern. Zunchst kann man ausschlieen, da dieser Effekt auf eine Auflsung der stabilen Eisencyanidverbindungen in den vermeintlichen Gaskammern zurckzufhren ist, denn es widerspricht jeder Logik, da sich dort nur die stabilen Verbindungen auflsen, wohingegen die instabilen heute noch annhernd unvermindert nachweisbar sein sollen. Will man dieses Phnomen nicht mit einem Mefehler oder mit einer Falschinterpretation der extrem niedrigen Analysenergebnisse der polnischen Autoren erklren, so kommt man nicht um die Schlufolgerung herum, da allein in den vermeintlichen Gaskammern keine Eisencyanidverbindungen gebildet werden konnten. Betrachtet man die Bildungsbedingungen des Eisenblaus in dem oben beschriebenen Bauschadensfall der begasten Kirche, so erinnern sie frappierend an die Randbedingungen, die in den vermeintlichen Gaskammern der Krematorien II und III in Auschwitz-Birkenau geherrscht haben sollen. In beiden Fllen handelte es sich um khle, feuchte Rume, deren alkalische Zementverputze erst wenige Wochen vor der (im Fall der Gaskammer vermeintlichen) Begasung aufgebracht wurden. Mir fallen keine Grnde ein, warum nur im Fall der Kirche nicht aber in den vermeintlichen Gaskammern die absorbierte Blausure auch zu Eisenblau umgesetzt worden sein soll. 237

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4. Markiewicz und Kollegen stellten nach einem Monat Lagerzeit eine Reduktion des Cyanidgehalts ihrer im Versuch begasten Proben um etwa 50% fest. Damit liegen ihre Analysenergebnisse um den Faktor 100 unter denen meiner Proben, die im warmen, trockenen Raum ber zwei Monate gelagert wurden. Auch hier scheinen die polnischen Autoren also lediglich 1% des Gesamtcyanids festgestellt zu haben, was gegebenenfalls dafr sprechen wrde, da schon nach so kurzer Zeit der berwiegende Teil des Cyanids in Form stabiler Eisencyanide gebunden ist. In dem oben zitierten Bauschadensbericht wird ausgefhrt, da nach etwas ber 1 Jahren die Reaktion des absorbierten Cyanids zum Eisenblau vollstndig abgelaufen gewesen sei. Die Vorstufe dieser Reaktion, die Bildung wesentlich farbschwcherer Eisencyanide (Blutlaugensalze), knnte demnach tatschlich schon einige Zeit frher abgeschlossen gewesen sein.

Analysenergebnisse der Proben aus Versuchen


Abgesehen von diesen offensichtlich problematischen Analysenergebnissen der polnischen Autoren weisen deren Probebegasungen aber noch weitere interessante Details auf, die zu einer Reihe von Fragen Anla geben. In Tabelle 3 sind die Ergebnisse der Analysen von Proben aufgefhrt, die von den polnischen Autoren unter verschiedenen Bedingungen einer HCNBegasung unterzogen wurden. In der ersten Reihe wurde der Einflu von Blausure ermittelt, whrend in der zweiten Reihe der Effekt hoher Kohlendioxid (CO2)-Anteile an der Luft auf die Blausureabsorption untersucht wurde. Die Ergebnisse der Begasung mit HCN untermauern meine Feststellung, da feuchte Wnde wesentlich mehr Blausure aufnehmen als trockene (zehnmal soviel und mehr). Da die Entlausungskammern aus geheizten Rumen mit trockenen Wnden, die vermeintlichen Gaskammern der Krematorien II und III dagegen aus ungeheizten, feuchten Kellern (Leichenkeller) bestanden, schlo ich, da die Reaktivitt dieser vermeintlichen Menschengaskammern zur Bildung stabiler Eisencyanidverbindungen viel grer gewesen sein mu als die der trockenen Entlausungskammern. Noch interessanter ist die zweite Untersuchungsreihe. Hier wurden der mit 2 Vol.-% HCN angereicherten Luft 10 Vol.-% CO2 zugegeben. Die polnischen Autoren argumentieren dabei wie folgt: Die Menschen in der vermeintlichen Gaskammer htten durch ihre Atmung den CO2-Gehalt der Luft erhht. Dies msse bercksichtigt werden. Da nach Zeugenaussagen die Opfer binnen etwa 5 Minuten gestorben sein sollen, htten sie in dieser Zeit den CO2 Gehalt auf etwa 1 Vol.-% angehoben. Dieser Gehalt bersteige die 238

Polnische Wissenschaft Tabelle 3: Analysenergebnisse HCN-begaster Proben nach Markiewicz u.a.,


Angaben in mg CN /kg bzw. Vol.-% Materialart: Frischer Putz Alter Mrtel Frischer Mrtel Neuer Ziegel Alter Ziegel Begasung mit trocken feucht trocken feucht trocken feucht trocken feucht trocken feucht 2 % HCN 0,024 0,48 0,176 2,7 0,004 0,052 0,02 0 + 10 % CO2 5,92 12,8 1 0,244 0,492 0,388 0,052 0,036 0,024 0,060
-

HCN-Konzentration, die damals angeblich angewandt worden sei, etwa um den Faktor 10. Fr die Versuche habe man allerdings nur den Faktor 5 bercksichtigt. Diese Angaben der drei polnischen Autoren geben zu einigen kritischen Bemerkungen Anla. Zunchst einmal ist es unwahrscheinlich, da es in einem groen, mit Menschen vollgestopften Raum binnen weniger Minuten gelungen wre, mit relativ geringen HCN-Konzentrationen schnell zu tten. Dazu habe ich in meinem Gutachten ausfhrliche berlegungen angestellt. Sodann aber ist zu fragen, ob gerechtfertigt werden kann, eine fiktive in einer Gaskammer herrschende CO2 Konzentration von 1 Vol.-% auf 10 Vol.% fr die Versuche hochzusetzen. Gerade das Verhalten feuchter und frischer, noch nicht abgebundener Putz- und Mrtelproben kann durch diesen Zehnerfaktor massiv beeinflut werden, was die Blausureaufnahme entscheidend verndern kann. Betrachtet man den Einflu, den das CO2 auf die HCN-Aufnahme des Gesteins macht, so ergibt sich: Bei frischem, trockenem Putz wird die Aufnahme massiv gesteigert (247-fach), bei frischem, feuchtem Putz etwas weniger (27-fach); bei frischem, trockenem Mrtel wird die Aufnahme gering gesteigert (knapp verdreifacht), bei frischem, feuchtem Mrtel dagegen abgesenkt (auf ein Siebtel); trockene Ziegelsteine nehmen in Anwesenheit von CO2 etwas mehr HCN auf, feuchte mal mehr und mal weniger. Markiewicz und seine Kollegen schlieen aus diesen Ergebnissen, da die angeblich als Menschengaskammern verwendeten khlfeuchten Leichenkeller der Krematorien II und III keine hhere Reaktivitt zur Eisenblaubildung besaen als die trockenen Entlausungskammern. Nun sind die Ergebnisse der kombinierten HCN- und CO2-Begasungen alles andere als eindeutig, jedoch berwiegen die Flle, in denen die HCNAufnahme durch den CO2-Einsatz gesteigert wird. Leider unterlassen es die polnischen Autoren vllig, ihre Ergebnisse einer chemischen Interpretation zu unterziehen, also die Frage zu beantworten, warum sich der CO2-Einsatz im einzelnen Fall derart auswirkt. Der Einflu des CO2 knnte z.B. darin bestehen, da es den pH-Wert des Mauerwerks absenkt (d.h. den Suregehalt erhht) und durch die Abbindung (Carbonatisierung) des Materials die Poren zunehmend verschliet. Beides 239

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wrde durch ein feuchtes Material begnstigt und wrde in jedem Fall zu einer Absenkung der HCN-Aufnahme fhren. Damit liee sich aber nicht erklren, warum die HCN-Aufnahme durch den CO2-Einsatz mitunter massiv stieg. Tatschlich geht aus dem Beitrag der drei polnischen Autoren nicht hervor, welcher Zusammensetzung das Material ihrer Proben war und in welchem Zustand diese waren, als sie begast wurden. Fr die Reaktivitt bezglich Blausureaufnahme ist es aber entscheidend, wie hoch bei ihrer Herstellung der Wasser-, Sand-, Zement- und Kalkanteil der einzelnen Baustoffproben war und wie lange sie welchen Bedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) ausgesetzt waren, bevor sie begast wurden. Es drfte zum Beispiel bezglich des HCN-Absorptionsverhaltens gut einige Zehnerpotenzen Unterschied ausmachen, ob man eine Kalkputzprobe am Tag ihrer Herstellung begast oder ob man damit eine Woche wartet, bis der Kalk fast vllig abgebunden ist. Die von den polnischen Autoren gemachten Angaben frisch und alt sind dafr vllig unzureichend.

Zur Interpretation der Ergebnisse


Gehen wir als erstes davon aus, da die Analysenergebnisse von Markiewicz und Kollegen korrekt und auf Analysen des Gesamtcyanidgehalts bertragbar sind (was, wie ausgefhrt, kaum mglich ist), und zweitens, da die polnischen Autoren unter Putzproben solche aus Kalkmrtel verstehen und unter Mrtelproben solche aus Zementmrtel. Ersteres Material wurde in den Entlausungskammern verwendet, whrend letzteres fr die Wnde der Leichenkeller (vermeintliche Gaskammern) der Krematorien II und III verwendet wurde. Dann haben die trockenwarmen, weitgehend CO2-freien, frisch in Betrieb genommenen Entlausungskammern in den Tests der polnischen Autoren mit einem Wert von 0,024 mg Cyanid pro kg Probenmaterial abgeschnitten. Die feuchtkalten, CO2-geschwngerten und ebenfalls frisch in Betrieb genommenen vermeintlichen Gaskammern der Krematorien II und III htten in ihren Tests mit einem Wert von 0,388 mg/kg abgeschnitten, also einem um den Faktor 16 hheren Wert als die Entlausungskammern. Bei allen anderen Materialkombinationen sind diese Faktoren ebenfalls immer grer als 1 (Zement/Zement: 2,2; Zement/Kalk: 72; Kalk/Kalk: 533). Wenn die polnischen Autoren trotzdem ausfhren, die vermeintlichen Menschengaskammern htten gegenber den Entlausungskammern keine erhhte Reaktivitt zur Blausurebindung gehabt, so stellt dies ihre eigenen Ergebnisse geradezu auf den Kopf! 240

Polnische Wissenschaft

Angesichts der Tatsache, da bei den polnischen Autoren die maximalen Analysenergebnisse der Proben aus den Entlausungskammern mit denen aus dem Leichenkeller I des Krematoriums II (vermeintliche Gaskammer) vergleichbar sind, ringen sich die polnischen Autoren zu der Aussage durch, da dies kaum verwunderlich sei, da groe Bereiche dieses Raumes geschtzt sind vor jedem Witterungseinflu. Also konnte das dort einmal gebundene Cyanid ebenso wenig verschwinden wie in den Entlausungskammern. Damit sind wir einverstanden. Auch dem stillen Eingestndnis, da die heute auffindbaren Cyanidrckstnde in den Entlausungskammern in hnlicher Grenordnung liegen mten wie in den vermeintlichen Menschengaskammern, wenn in letzteren Hunderttausende vergast wurden, knnen wir zustimmen. Aber in Anbetracht des Gesamtcyanidgehalts ist dies eben absolut nicht der Fall. Vielmehr liegen hier trotz der festgestellten hheren Reaktivitt der vermeintlichen Menschengaskammern Welten zwischen den Analysenwerten (Faktor 1.000 und mehr). Wie schlecht es um die chemische Fachkompetenz der drei polnischen Autoren bestellt ist, zeigt ein weiterer Punkt: Sie meinen erneut, sich nicht erklren zu knnen, wodurch die Ziegelsteine an den Auenseiten der Entlausungsgebude fleckig blau verfrbt wurden. Zwar haben die polnischen Autoren die bereits von mir festgestellte relative Reaktionstrgheit von Ziegelsteinen durch ihre eigenen Begasungen besttigt. Allerdings scheinen sie mein Gutachten und das von ihnen zitierte Buch Vorlesungen ber Zeitgeschichte nicht aufmerksam gelesen zu haben. Da viele lsliche Cyanidverbindungen im Inneren des Mauerwerks der Entlausungsgebude, angetrieben durch die im Mauerwerk aufsteigende und an den Auenflchen verdunstende Bodenfeuchtigkeit, langsam zur Auenseite der Mauer diffundieren und sich unter dem Einflu der Witterung begnstigt in stabile Verbindungen umsetzen, sollte ihnen einleuchten. Wer die Oberflche der Ziegelsteine dieser Gebude berprft hat, der wei, da diese stark angegriffen sind, und zwar wahrscheinlich in erster Linie durch sauren Regen, der in Oberschlesien, im 20. Jahrhundert einer der dreckigsten Industrieregionen dieser Welt, hufig auftritt. Oder auf gut Chemisch: Das durch die Sinterung fixierte Eisen des Ziegels wurde durch das saure Medium aktiviert und konnte damit leicht mit ausblhenden Cyanidverbindungen zum Eisenblau abreagieren.

Schlufolgerungen
Ob der von den polnischen Autoren in einigen Experimenten festgestellte Einflu von CO2 auf die Anreicherung von HCN im Mauerwerk sich besttigt oder nicht, kann zwar fr die Interpretation der Analysenergebnisse von 241

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Auschwitz von Bedeutung sein, und zwar in beide Richtungen. Das ist aber fr die Frage, wie man den Beitrag der drei polnischen Autoren bewerten mu, vllig unwichtig. Schon aus rein formalen Kriterien ergibt sich, da er einem wissenschaftlichen Standard nicht gengt: 1. Bezglich entscheidender Fragen wird nicht einmal versucht, in eine fachliche Diskussion einzutreten. Zwar erwhnt man, da es bereits Arbeiten zum selben Thema gibt, jedoch ignoriert man jegliche darin angefhrten Argumente. ber die fachlichen Hintergrnde der Arbeit, etwa chemische Vorgnge in Baumaterialien und die Eisencyanidchemie allgemein, schweigt man sich ganz aus. Bezglich der aufgeworfenen Fragen versucht man nicht etwa herauszufinden, ob es dazu in der Fachliteratur bereits Ergebnisse gibt, nein, man entscheidet ohne Begrndung ex cathedra, was wahr ist und was nicht. Beispielhaft dafr ist die aus heiterem Himmel fallende Erklrung der Autoren, da man sich nicht vorstellen knne, wie sich in Baumaterialien Eisenblau bilden knne. Also entscheidet man sich dafr, Eisencyanide komplett aus dem Nachweis auszuschlieen. 2. Die Dokumentation der durchgefhrten Versuche macht es annhernd unmglich, sie nachzuvollziehen. Weder die Zusammensetzung der Proben noch ihre Geschichte ist zu erkennen. 3. Die Schlufolgerungen der polnischen Autoren aus ihren Versuchsergebnissen stehen den tatschlichen Ergebnissen diametral entgegen. Tatschlich zeigen ihre Ergebnisse, da die vermeintlichen Menschengaskammern eine hhere Reaktivitt zur Bildung stabiler Cyanidverbindungen gehabt htten als die Entlausungskammern von Auschwitz. Die Autoren behaupten aber das Gegenteil. Whrend die Angabe der exakten Versuchsbedingungen von Markiewicz und seinen Kollegen nachholbar ist, stt die Anwendung der total falschen Analysenmethode auf unberwindliche Schwierigkeiten. Es mu daher gefordert werden, da die gleichen Proben nochmals mit der richtigen Methode untersucht werden.

Briefwechsel18
Die drei polnischen Autoren vom Krakauer Jan-Sehn-Institut erhielten diesen Beitrag per Fax Anfang November 1994 mit der Bitte zugesandt, zu den hier aufgeworfenen Fragen Stellung zu beziehen. Die deutschen Ant-

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Erstmals verffentlicht in Sleipnir, Heft 3/1995, S. 29-33.

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wortschreiben von Prof. Markiewicz werden nachfolgend unverndert wiedergegeben.

Instytut Ekspertyz Sadowych im. Prof. dra Jana Sehna,


Fax an G. Rudolf vom 24. 1. 95, 8:51 Uhr Herrn Germar Rudolf In bezug auf die Telefaxe von [Link].1994 und [Link].1994 sowie auf beiliegendem Druck Einige Fragen an J. Markiewicz, W. Gubala und J. Labedz stellen wir hflichst das nachstehende dar: 1. In unseren Untersuchungen interessierten [wir] uns vor allem fr Objekte bzw. Ruinen der Objekte, die hauptschlich bei den Krematorien untergebracht als Gaskammern fungieren sollten. Etwa 2/3 smtlicher untersuchten Proben kamen von diesen Objekten her. Unser Interesse fr die Rume, in denen die Desinfektionen zumal der Kleidung vermittels des Zyklon B durchgefhrt wurden, hatte einen nachgeordneten Charakter, da niemand bezweifelt, dass das Prparat dort angewandt wurde. Als Kontrollmaterial fr diese Untersuchungen whlten wir ehemalige Wohnbaracken, wo wie bekannt kein Kontakt mit HCN zu verzeichnen ist, bis auf eventuelle allgemeine Desinfektion, die bei der Fleckfieberseuche im Lager in 1942 Verwendung fand. In den Materialien aus diesen Barakken wurden keine Cyanverbindungen nachgewiesen. 2. Die von uns angewandte Ausscheidungsmethode des HCN aus seinen Verbindungen schliesst die Mglichkeit einer Zersetzung von besonders bestndigem Preussischblau, bezglich dessen seine Herkunft in manchen Stellen der untersuchten Objekte beanstandet wurde, aus. Das Ion [FeII(CN)6]4 in solchen Verbindungen, wie z.B. K[FeII(CN)6] in Bedingungen der von uns angewandten Methode, wird unter Ausscheidung von HCN zersetzt. Andere Mglichkeiten der Entstehung von Preussischblau in den Wnden der untersuchten Objekte nicht ausschliessend, fanden wir vermittels der von uns angewandten Methode andere Cyanverbindungen, diesmal [vom] erwhnten Farbstoff absehend. Reale Eigenart smtlicher Cyanverbindungen konnte somit hher, als es unsere Untersuchungen auswiesen, liegen. Wir wiesen also aus, dass in der Reaktion des HCN mit den Bestandteilen der Wnde der untersuchten Objekte nicht nur das Preussischblau entsteht, sondern auch andere Verbindungen, die in mannigfachen Bindungen die Periode von beinahe 50 Jahren berstehen konnten. Wenn es im allgemeinen nur solche Bedingungen gbe, die aus243

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schliesslich die Bildung von Preussischblau zuliessen, sollten die Wnde von z.B. Entlausungsanlagen im ganzen blau gefrbt werden. Es ist hier zu bemerken, dass die Leitung des Museums in Auschwitz uns eine kleine Probe Kieselgur vom alten Prparat Zyklon B (Musealobjekt) zur Verfgung stellte. Mittels der von uns angewandten Methode fanden wir in dieser Kieselgur 1360 g CN/kg, wobei eine Blaufrbung fehlte. 3. Die von uns (und vom Herrn Rudolf) untersuchten Materialien sind nicht homogen, wodurch ihre chemischen Eigenschaften zumal in bezug auf ihre Bindungskapazitt und/oder ihr Reaktionsvermgen gegen HCN sind in einzelnen, sogar gegenseitig nahe liegenden Fragmenten verschieden. Die Streuung der einzelnen Bestimmungen betrug z.B. im Krematorium III 0-640 g CN/kg, und im Krematorium IV 0-500 g CN/kg. Dasselbe bezieht sich auf die Desinfektionsanlagen. Z.B. der Block Nr. 30 in Auschwitz 0-900 g CN/kg. Die Badeanstalt in Birkenau (3,1 - A) 0840 g CN/kg. In dem letztgenannten Objekt gibt es, ausser den dunkelblauen Einfrbungen von Putz, Stellen, wo dieser Putz weiss ist und sehr wenig an Cyanverbindungen enthlt. Es ist eine Frage vom reinen Zufall, dass man eine Probe nimmt mit grsserem oder kleinerem Inhalt der Cyanverbindungen, oder sogar frei von diesen Verbindungen (vgl. auch die Untersuchungsergebnisse der von F.A. Leuchter genommenen Proben). 4. Die Nachweisgrenze des CN in der von uns angewandten Methode, auf 3-4 g/kg gesetzt, wurde experimental verifiziert und entspricht annhernd dem von J. Epstein (Autor der Methode) bestimmten Wert. Es ist also [eine] sehr empfindliche und zugleich spezifische Methode, was von Herrn Rudolf nicht bestritten wird. 5. Auf Grund und in bezug auf durchgefhrte Untersuchungen von Wnden der Objekte aus dem ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden von uns einige Pilotexperimente durchgefhrt. Sie prtendierten wohl nicht zu Studien. Das uns zur Verfgung stehende Material war bestimmt von dem authentischen aus dem Lager verschieden. Die einzelnen Proben unterschieden sich auch, sogar makroskopisch. Leider war es nicht mglich, eine und dieselbe Probe in verschiedenen Bedingungen des Experiments zu untersuchen, da sie im Gang der Analyse zerstrt wurde. Der Putz und andere frische Materialien waren ein paar Wochen und die alten Materialien einige zehn Jahre alt. Die weitgehenderen Vereinfachungen der durchgefhrten Experimente ungeachtet, konnte man gewisse Trends bemerken, die jedoch in grsseren Serienanalysen nachgeprft werden sollen. Diese Trende sind folgend: 244

Polnische Wissenschaft

a) reichere Bindung der HCN an feuchten Materialien, was wohl leicht verstndlich ist, b) CO2, das in den Kammern in betrchtlichen Konzentrationen anwesend sein musste, kann gewisse Schwierigkeiten beim Lsen oder auch Bindung des HCN durch Bestandteile der untersuchten Materialien bewirken. Man sollte darauf gleichfalls Rcksicht nehmen. Die Kohlensure ist nmlich [eine] erheblich strkere Sure als die Blausure. Das in der Luft befindliche Kohlendioxyd kann langsam die AlkaliCyanide zersetzen. Somit kann es also die Bildung der Cyanide nicht begnstigen. Die mittels des HCN unter Zusatz von CO2 gerucherten Proben verlieren anscheinend leichter das HCN bei strkerer Lftung. c) Wasser splt sehr bedeutsame Mengen des adsorbierten bzw. gebundenen HCN, wenigstens an der ersten Etappe nach der Fumigation. 6. Das vom Herrn Rudolf angegebene Beispiel einer Kirche, in deren Wnden whrend ungefhr eines Jahres nach durchgefhrter Ausrucherung mittels HCN ausgedehnte, von dem Preussischblau herkommende Flecke erschienen, beweist, dass die chemische Zusammensetzung des Putzes in dieser Kirche, und die nher unbezeichneten anderen Faktoren, begnstigten die Bildung dieser Verbindung. Die Ausrucherung mancher Objekte bei der Verwendung des HCN wird noch heutigen Tages durchgefhrt, und es ist keinesfalls eine Regel, dass es nach einer solchen Fumigation berall erwhnte Beflecken mit dem Preussischblau entstehen. 7. Einige Erwgungen von Herrn Rudolf, z.B. diese, die die Genese der dunkelblauen Beflecken auf den usseren Wnden (Ziegeln) der Entlausungsanstalt im Lager in Birkenau, weisen den Charakter wissenschaftlicher Spekulationen aus, die sowohl richtig als auch fehlerhaft sein knnen. Ohne eine empirische Festigung dieser Spekulationen darf man nicht sie als Axiome annehmen. Dies bezieht sich auch auf Behauptungen, dass wir mittels unserer Methode 0,01 %, entweder 0,1 %, oder 10 % der tatschlich in den untersuchten Materialien enthaltenen Cyanidverbindungen nachwiesen. 8. Es gereicht uns zwar zur Genugtuung festzustellen das Wiederaufnehmen einer sachlichen Diskussion der besprochenen Probleme durch kompetente Chemiker, doch knnen wir nicht unsere Missbilligung nicht ausdrkken betr. einige Formulierungen des Herrn Rudolf, die an unsere Adresse geleitet wurden und die bestimmt nicht ntig waren. 9. Bei unseren ziemlich hufigen Verbindungen mit dem in der Nhe von Krakau gelegenen Gelnde des Lagers Auschwitz-Birkenau haben wir 245

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

nicht vor, uns mit den bisher durchgefhrten Untersuchungen zu begngen, den wesentlichen Teil deren wir letztens publizieren konnten. p. s. Schnen Dank fr das interessante Buch! [Gemeint war ein Exemplar der Grundlagen zur Zeitgeschichte]

Stellungnahme zur Krakauer Erwiderung


G. Rudolf, 25.1.1995 Zu Punkt 2: Nachweisbarkeit und Sichtbarkeit komplexer Eisencyanide: III Im Eisenblau (Preuisch Blau, Fe 4 [FeII(CN)6]3) ist es gerade die KompoII 4 nente [Fe (CN)6] , die sich durch eine auerordentliche Stabilitt ausweist. III Auerdem besteht Eisenblau niemals aus reinem Fe 4 [FeII(CN)6]3, sondern je nach Bildungsbedingung aus unterschiedlichen Anteilen von Fe3+- und III Alkali- bzw. Erdalkaliionen (M) (Fe x My[FeII(CN)6]z). Die Resistenz des Eisenblaus gegenber der Analysenmethode der polnischen Wissenschaftler drfte also an nichts anderem liegen als an der Stabilitt des [FeII(CN)6]4Ions. Wenn sich somit das CN im Eisenblau nicht durch die von den drei polnischen Wissenschaftlern verwendete Methode nachweisen lt, so drfte sich auch dasjenige in allen anderen Verbindungen des Typs Mx[FeII(CN)6]y nicht nachweisen lassen, also auch K4[FeII(CN)6]. Wenn dies richtig ist, so darf es nicht wundern, wenn die drei polnischen Wissenschaftler mit ihrer Methode den Groteil des Cyanids nicht bestimmen konnten, denn die Cyanidverbindungen im Mauerwerk wandeln sich im Laufe der Zeit gerade weIII gen ihrer Stabilitt in Komponenten vom Typ Fe x My[Fe(CN)6]z um. Die Auffassung, da die ganze Wandflche der Birkenauer Entlausungskammern blau sein mte, wenn 0,1 bis 1% der Wand aus dem Farbstoff Eisenblau bestnde, ist nicht korrekt. 0,1 bis 1% blauer Farbanteil an weiem Verputz (Mischungsverhltnis 1:100 bis 1:1000) wrde wohl nur zu einer unmerklichen blulichen Tnung fhren. Angesichts dieser geringen Blauanteile stellt sich wohl eher die Frage, warum es berhaupt zu tiefblauen Flekken kommt. Dies drfte durch Anreicherungsprozesse von Cyanidverbindungen an der Wandoberflche aufgrund wandernder Mauerwerksfeuchtigkeit, die lsliche Cyanide mitschleppt, erklrbar sein. Der Umstand, da Kieselgurprparate trotz merklichen Cyanidgehalts keine Blaufrbungen aufweisen, kann einerseits durch fehlendes Eisen erklrt werden und andererseits durch die Tatsache, da es in den in Dosen gelagerten Kieselgurkrnern unmglich zu Anreicherungsprozessen an der 246

Polnische Wissenschaft

Oberflche kommen kann, da hier die wandernde Feuchtigkeit analog zum Mauerwerk fehlt. Zu Punkt 3: Fehlende Cyanidverbindung in weien Putzproben: Da Proben, die scheinbar keine Blauverfrbung zeigen, durchaus auch hohe Cyanidgehalte haben knnen, zeigen die von mir genommenen Proben 19a und b. Sie entstammen der Birkenauer Entlausungsbaracke BW 5b. Beide Proben waren grau bis brunlich grau, wiesen aber Cyanidgehalte von 1860 mg CN/kg in der oberen Putzschicht und 3880 mg CN/kg in der tieferen auf. Bleibt festzuhalten, da die Analysenergebnisse der Krakauer Wissenschaftler in keiner Weise mit denen der Alpha Analytical Laboratories, dem Institut Fresenius und dem Institut fr Umwelt- und Schadstoffanalytik in Deckung zu bringen sind. Da nicht davon auszugehen ist, da alle drei oben genannten renommierten Institute mit einer unsinnigen Methode jahrzehntelang den gleichen Unsinn messen, wird der Fehler in der unter Analytikern vllig ungebruchlichen Analysenmethode der polnischen Wissenschaftler liegen, die den Groteil der Cyanide nicht nachweisen kann. Das wre dadurch zu berprfen, da die polnischen Wissenschaftler ihrerseits Proben aus den Entlausungskammern nach dem DIN-Verfahren von einem unabhngigen Institut prfen lassen, und zwar am besten ohne Angabe der Herkunft des Materials, um die Unabhngigkeit der Analyse zu gewhrleisten. Zu Punkt 5: Probendefinition und Wirkung des CO2: Es fehlt nach wie vor eine Beschreibung der Zusammensetzung der Proben: Was bedeutet Putz, was Mrtel? Die Frage, warum in sechs von acht Fllen bei einer HCN-Begasung in Anwesenheit von CO2 die HCN-Aufnahme der Proben z.T. deutlich grer war als ohne CO2, harrt noch einer Beantwortung. Die pauschale Feststellung der polnischen Wissenschaftler, da CO2 die HCN-Bindung nicht begnstigen knne, widerspricht ja gerade ihren eigenen Befunden. Zu Punkt 6: Putz-Blaufrbung einer begasten Kirche: In der Regel drften in den vergangenen Jahrzehnten der HCN-Begasungspraxis vor allem schon lnger in Benutzung befindliche, also mit alten, abgebundenen Verputzen versehene Gebude einer Blausurebehandlung unterzogen worden sein. Der Unterschied zu dem von G. Zimmermann dokumentierten Bauschadensfall einer Kirche, die nach nur einer Begasung stark blaue Verfrbungen aufwies, drfte darin liegen, da hier etwa einen Monat vor der Begasung ein frischer

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Zementmrtelverputz aufgebracht wurde, der noch nicht vllig abgebunden und zudem aufgrund des allgemeinen Zustandes der Kirche feucht war.19 Massenhafte HCN-Begasungen, wie sie in den Entlausungskammern von Birkenau und angeblich auch in den dortigen vermeintlichen Menschengaskammern vorgekommen sein sollen, hat es weder vor noch nach dem 2. Weltkrieg gegeben. Fr die Kriegszeit sind aber zumindest noch die Flle der Entlausungsrume (bzw. nach der herrschende Ansicht der Menschengaskammern) von Majdanek [und Stutthof] dokumentiert, in denen bei hnlichen Bedingungen wie in den Birkenauer Entlausungskammern (bzw. Menschengaskammern) ebenfalls eine massive Blaufrbung der Wnde zu verzeichnen ist. Andere Entlausungsanlagen, insbesondere die des Typs Dachau (DEGESCH-Kreislaufanlage), weisen diese Blaufrbung nicht auf, da hier in weiser Voraussicht der unntigen HCN-Verluste durch Absorption im Mauerwerk die Wnde mit einer undurchlssigen Farbe angestrichen wurden. Tatsache ist: Durch Begasungen knnen Verbindungen des Typs Eisenblau entstehen, die anschlieend die Wnde fleckig blau frben. Tatsache ist weiterhin, da eine unregelmig fleckige Blaufrbung nicht mit einem blauen Farbanstrich zu erklren ist und da die hohen Cyanidbefunde in tieferen Mauerschichten und auch an unverfrbt erscheinenden Wandstellen unmglich mit einem blauen Anstrich erklrbar sind. Tatsache bleibt weiterhin, da angesichts und in Kenntnis dieser Umstnde die Anwendung einer Analysenmethode, die diese blauen Verbindungen vom Nachweis ausschliet, nach einem (Selbst-)Betrug aussieht. Zu Punkt 7: Fleckig blaue Frbung der Entlausungstraktauenmauern: Die drei polnischen Autoren haben nichts dazu beigetragen, meine begrndete These ber die Entstehungsweise der fleckig blauen Auenmauern der Birkenauer Entlausungstrakte der Bauwerke 5a und 5b zu erhrten oder zu widerlegen. Sie bezeichnen sie ohne Grund schlicht als wissenschaftliche Spekulationen. Es wre wohl eher angebracht, meine Grnde kritisch zu diskutieren und sie auf Schwachstellen abzuklopfen. Zudem habe ich nie von Axiomen gesprochen, die man bezglich meiner Interpretation hinzunehmen habe. Auerdem wre es fr die in Krakau quasi um die Ecke lebenden polnischen Wissenschaftler nur wenig aufwendig, von den Auenmauern der Entlausungstrakte Proben zu entnehmen und sie auf ihren Ge-

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G. Zimmermann (Hg.), aaO. (Anm. 14), sowie persnliche Mitteilung von K. Fischer, Hochstadt a.M.; vgl. E. Gauss, Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 40lff. ([Link]/D/gzz/[Link]).

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samtcyanidgehalt (Analyse nach DIN-Norm!) zu berprfen, wodurch sich viele Fragen von selbst beantworten wrden. Zu Punkt 8: Freude ber beginnende Diskussion und mibilligte Formulierungen: Die drei polnischen Wissenschaftler tun gerade so, als wren es die Revisionisten gewesen, die in den letzten 45 Jahren die Argumente der Gegenseite totgeschwiegen und ihre Gegner verunglimpft und durch juristische und gesellschaftliche Verfolgung ruiniert htten. Genau umgekehrt wird ein Schuh daraus. Dennoch bin auch ich sehr froh darber, da endlich eine Diskussion auf sachlicher Ebene einsetzt, auch wenn der Umgang mit beiderseitigen Empfindlichkeiten noch gebt sein will. Leider erwhnen die drei Autoren nicht, welche Formulierungen ihnen an meinem Beitrag nicht gefallen haben. Wahrscheinlich bezieht sich dies jedoch auf den Verdacht des wissenschaftlichen Betruges. Sollten die drei polnischen Autoren bereit sein, ihre alten oder neu zu nehmenden Proben auch auf den Gesamtcyanidgehalt nach DIN zu untersuchen und die Ergebnisse vorzustellen, so bin ich gerne bereit, diesen Verdacht zurckzunehmen. Die bisher angebotenen Erklrungen fr ihre andersartige Analysenmethode reichen dafr allerdings nicht aus. Wenn allerdings schon ber zu mibilligende Formulierungen diskutiert wird, so mchte auch ich dazu einen Punkt anfhren, den ich bisher zu bergehen bereit war, der angesichts der Vorwrfe der drei polnischen Forscher aber nun doch angebracht werden mu: Die drei polnischen Autoren unterstellen in ihrem Artikel den Revisionisten, sie wollten das Hitlerische System weiwaschen. Dazu ist folgendes zu sagen: Wissenschaftler haben die wissenschaftlichen Argumente eines anderen Wissenschaftlers zu interessieren und nicht seine mglicherweise vorhandenen Intentionen. Das gilt auch im Verhltnis zwischen etablierter Wissenschaft und Revisionismus. Egal welche Intention welcher Revisionist auch immer hat: Der Hinweis auf vermeintliche Intentionen entkrftet kein einziges Sachargument der Revisionisten und hat daher in einer sachlichen Publikation nichts zu suchen. Welches auch immer die Ergebnisse der Revisionismus-Kontroverse sind: Allein die Wahrheit hat den Wissenschaftler zu interessieren und nicht die Auswirkung auf die Reinheit der politisch-moralischen Weste von Adolf Hitler oder sonst irgend jemandem. 249

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Wer seinem wissenschaftlichen Gegenber eine politische Intention seiner Forschung unterstellt, die zu belegen er zudem nicht fr ntig hlt, suggeriert dem Leser, dieses wissenschaftliche Gegenber wolle ohnehin lediglich Wunschergebnisse produzieren und sei daher wissenschaftlich nicht ernst zu nehmen. Damit verlt man allerdings den Boden wissenschaftlicher Argumentation und betritt denjenigen der politischen Agitation. Die Behauptung, alle Revisionisten wrden das Hitlerregime weiwaschen wollen, trifft nicht zu. Weder das von den Nationalsozialisten in mehrere KZs deportierte Rsistance-Mitglied Paul Rassinier, Begrnder des Revisionismus, noch die ursprnglich von der politischen Linken kommenden Revisionisten Dr. Robert Faurisson oder Serge Thion oder der amerikanische Jude David Cole knnen in den Verdacht geraten, das Hitlerregime weiwaschen zu wollen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Das gleiche trifft auch auf meine Person zu. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Jan-Sehn-Institut Krakau
Fax an G. Rudolf, 28.3.95, 12:45 Uhr Verehrter Herr! Die frhere Korrespondenz zusammenfassend, mchten wir feststellen, da wir vollkommen bewut waren und sind, da in unseren Untersuchungen der Objekte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau der Gehalt von Cyaniden nicht im ganzen bestimmt wurde. Wir haben nmlich den streitigen Preuisch Blau (chemische Formel ist etwas mehr kompliziert) ausgeschlossen. Doch die von uns bestimmte Anwesenheit von anderen (als Preuisch Blau) Cyanverbindungen in Objekten, in denen nach Angaben Zyklon B verwendet wurde, zeugt deutlich, da diese Objekte in Kontakt mit diesen Verbindungen gekommen waren. Und das ist der Sinn unserer Arbeit. Die von uns angefangenen Untersuchungen werden weitergefhrt sein. Die Formulierungen betr. die Revisionisten fanden wir in Publikationen, die von uns zitiert wurden (Amoklauf... J.C. Pressac). Sie waren fr den polnischen Leser notwendig, da dieses Thema bei uns vollkommen unbekannt ist. Ohne diese Informationen wre die Zweckmigkeit der Untersuchungen nicht verstanden. Mit freundlichen Grssen 250

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Den Herren Markiewicz, Gubala und Labedz


G. Rudolf, 7.4.1995 Zunchst herzlichen Dank fr Ihre kurze Antwort vom 28.3. auf mein letztes Schreiben. Lassen Sie mich zu den einzelnen darin angesprochenen Punkten Stellung nehmen: Sie schreiben, da die von Ihnen aus Publikationen der Exterminationisten bernommenen Formulierungen ber die Revisionisten fr den polnischen Leser notwendig waren, da dieser ansonsten die Zweckmigkeit der Untersuchung nicht verstanden htte. Demnach ist der Zweck Ihrer Untersuchung, der angeblichen Tendenz der Revisionisten, das Hitlerische System weiwaschen zu wollen, entgegenzutreten. Sie wollen also verhindern, da das Hitlerische System durch gewisse Forschungsergebnisse entlastet werden knnte. Dies ist nun aber keine wissenschaftliche Intention, sondern eine klar politische. Ich darf Sie daran erinnern, da Sie als Forscher ein Interesse an einer bestmglichen Annherung an die Wahrheit haben sollten und nicht an der Be- oder Entlastung irgendeines lngst untergegangenen Systems. Es ist in unserer Zeit zwar zum Ritual geworden, die Boshaftigkeit und Schlechtigkeit des Hitlerregimes immer wieder zu beschwren und alles, was dieses System entlasten knnte, in Bausch und Bogen zu verdammen. Das ndert aber nichts daran, da dies ein zutiefst unwissenschaftliches Vorgehen ist. Wenn die Wissenschaft feststellt, da das Hitlerregime in einem bestimmten Punkt unschuldig ist, dann hat man das hinzunehmen, auch wenn einem das aus politischen Grnden mifallen mag. Mich darf zudem erstaunen, da Sie die pauschalen politischen Verdchtigungen und Verunglimpfungen, denen sich die Revisionisten durch die Exterminationisten ausgesetzt sehen, als fr den polnischen Leser notwendige Informationen ausgeben. Wenn Sie einen wissenschaftlichen Beitrag zu dem Thema schreiben, sollten Sie doch fhig sein, zwischen wissenschaftlichen Argumenten und politischer Demagogie unterscheiden zu knnen. Letztere hat in einem wissenschaftlichen Artikel nichts zu suchen. Wenn Sie den uninformierten polnischen Leser ber das Thema htten aufklren wollen, so htte es zum Beispiel nahe gelegen, ihm folgende Punkte vorab zu erlutern, damit er die Thematik des Cyanidnachweises in Gemuerproben berhaupt nachvollziehen kann:

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1. Zyklon B war seit den 20er Jahren in Europa das meistverwendete Insektizid zur Bekmpfung aller mglichen Schdlinge (Luse, Wanzen, Kornkfer, Holzwrmer etc.). 2. Im Zweiten Weltkrieg setzten Deutschland und seine Verbndete viele tausend Tonnen Zyklon B ein, um diese Schdlinge in militrischen wie zivilen Anlagen zu bekmpfen (Schdlingsttung in Kasernen, Lebensmittellagern, Schiffen, Zgen, Kriegsgefangenen-, Arbeits- und Konzentrationslagern). 3. Im KL Auschwitz wteten immer wieder Fleckfieberseuchen. Diese Seuche wird von der Laus bertragen. Zur Bekmpfung der Laus wurden die Hftlingsbaracken und alle anderen Rumlichkeiten in Auschwitz sowie smtliches Gut der Hftlinge inklusive der Kleidung immer wieder mit Zyklon B entlaust. 4. Das Lager Auschwitz, das einzige, in dem angeblich massenhaft mit Zyklon B gettet worden sein soll, erhielt gegenber anderen KLs relativ zu seiner Gefangenenzahl keine merklich hheren Zyklon-B-Lieferungen. Die etablierte Forschung geht daher davon aus, da selbst hier 95 bis 98% aller Zyklon-B-Lieferungen zu harmlosen Entlausungszwecken verwendet wurden. 5. In Auschwitz gab die SS viele Millionen Reichsmark (nach heutigem Wert viele zig Millionen DM/Euro) aus, um hochmoderne Anlagen zur Schdlingsbekmpfung und Seuchenprvention einzurichten leider erst ab 1943, so da bis dahin verheerende Seuchen Zehntausende Opfer forderten. Dieses Grundwissen ist absolut notwendig, damit der Leser die Bedeutung von Zyklon B richtig einschtzen kann. Heute wird zumindest so getan, als htte dieses Mittel in Auschwitz ausschlielich oder hauptschlich der Menschenttung gedient. Unter diesem verzerrten Blickwinkel betrachtet, mu natrlich der nach meinen Erfahrungen nicht reproduzierbare Nachweis geringer Cyanid-Spuren in dem Leichenkeller I des Krematorium II in Auschwitz-Birkenau, der angeblichen Gaskammer, so wirken, als wren dort Menschen gettet worden. Tatschlich ist es aber doch so, da selbst unter der exterminationistischen Prmisse einer 98%-igen Verwendung des Zyklon B zur Schdlingsbekmpfung eine Wahrscheinlichkeit von eben 98% besteht, da die heute auffindbaren Cyanid-Spuren von simplen Entlausungsaktionen stammen, ganz abgesehen von allen quantitativen Betrachtungen, die ich hier nicht wiederholen mchte. Die Anwendung von Zyklon B in Auschwitz ist eben nicht 252

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gleichbedeutend mit Menschenttungen, wie Sie es in Ihrem Artikel noch darstellten. Wenn Ihnen nach Aufklrung der polnischen Leser ist, so mchte ich Sie bitten, diesen zu erklren, wie denn das Zyklon B zur Menschenvergasung in den Leichenkeller I des Krematorium II in Birkenau, die angebliche Gaskammer, gelangt sein soll. Die Zeugen sprechen von drei bis vier Einwurfstutzen in der Decke des Kellers. Ihnen drfte bei Ihren Untersuchungen in den Ruinen dieses Kellers aufgefallen sein, da in der noch heute zusammenhngend erhalten gebliebenen Decke der angeblich grten Massenvernichtungsgaskammer des Dritten Reiches jene Lcher eben nicht vorhanden sind. In diesem Punkt mu man Prof. Faurisson unumwunden Recht geben: No holes, no Holocaust!

Abschlieende Bemerkung
Viele Holocaust-Anhnger verlassen sich gutmtig auf die Ergebnisse des Krakauer Jan-Sehn-Instituts fr Gerichtsgutachten, also auf die oben besprochene, 1994 verffentlichte Arbeit von Prof. Markiewicz und Kollegen. Diese Forscher haben ihre Proben allerdings mit einer Analysenmethode untersucht, die nicht in der Lage ist, stabile Eisencyanidverbindungen nachzuweisen. Sie taten dies, weil sie sich nicht vorstellen konnten, wie sich derartige stabile Eisenverbindungen bilden knnen. Es ist gewi keine Schande, etwas anfangs nicht zu verstehen. Wer jedoch fr sich den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt, der mu, bevor er in dieser Sache Aussagen treffen will, zumindest versuchen zu ergrnden und zu verstehen. Nicht so Prof. Markiewicz und seine Kollegen. Die schieben ihr Unverstndnis sogar noch als Rechtfertigung fr ihr Nichthandeln vor. Hat man jemals davon gehrt, da das Nichtverstehen eines Phnomens fr Wissenschaftler ein Grund ist, eben dieses Phnomen nicht zu untersuchen? Fr Prof. Markiewicz und Kollegen war dies offenbar der Fall. Es wre aber nur dann zulssig, das Eisenblau aus der Analyse auszuschlieen, wenn man mit praktischer Gewiheit ausschlieen kann, da die Einwirkung von Blausure auf Mauerwerk zur Eisencyanidbildung, also letztlich zum Eisenblau fhren kann, und wenn es zumindest Hinweise gibt, da diese Rume mit Eisenblau angestrichen wurden. Dies zu klren, haben Prof. Markiewicz und seine Kollegen aber vllig unterlassen. Und schlimmer noch: Sie versuchten noch nicht einmal, meine These zur Bildung stabiler Eisencyanidverbindung zu widerlegen, die ich im

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Frhjahr 1993 publizierte.20 Sie kannten diese Verffentlichung, da sie sie zitierten, aber nicht etwa, um meine Thesen zu diskutieren, sondern nur pauschal als ein Beispiel fr die angeblich teuflischen Taten der Leugner und Weiwscher Hitlers, die Prof. Markiewicz und seine Kollegen zu widerlegen trachten, so deren Ausfhrungen. Das sollte ausreichen, um zu zeigen, da die Handlungen von Prof. Markiewicz und seiner Kollegen im hchsten Mae ideologisch motiviert sind. Wren sie neutrale Wissenschaftler, dann htten sie eine korrekte und aussagefhige Analysenmethode verwendet und sich auerdem mit meinen oben zitierten Publikationen wissenschaftlich auseinandergesetzt, anstatt sich um die Schmutzigkeit von Hitlers Wsche zu sorgen. Weiterhin versuchten Prof. Markiewicz und seine Kollegen noch nicht einmal, fr den hohen Eisencyanidgehalt der Wnde der Entwesungskammern und ihre fleckig-blaue Oberflche irgendeine Erklrung zu finden. Obwohl sie sich eine Analysenmethode ausgesucht hatten, die die von ihnen gewnschten Ergebnisse zu produzieren in der Lage war, waren die Ergebnisse der ersten Testserie offenbar so beunruhigend, da man sich entschlo, sie zu unterdrcken und nie zu verffentlichen. Nur durch eine Indiskretion gelangten diese Daten 1991 an die ffentlichkeit. Prof. Markiewicz und Kollegen verwarfen also die unerwnschte erste Testreihe und nahmen noch einmal Proben, bis sie schlielich die Ergebnisse produziert hatten, die ihnen ins Konzept paten: Dieses Mal zeigten sowohl die Proben aus den Entwesungskammern als auch die aus den angeblichen Menschengaskammern Cyanidrckstnde in gleicher Grenordnung. Um das Ma der intellektuellen Unaufrichtigkeit der Krakauer Wissenschaftler um Prof. Dr. Jan Markiewicz aufzuzeigen, darf ich Prof. Dr. Arthur R. Butz zitieren, der zur Beschreibung dessen, was sich in Krakau abspielte, folgende Metapher benutzte:21 Das Argument [von Markiewicz u.a. fr den Ausschlu von Eisenblau von der Analyse], soweit es berhaupt verstndlich genug war, um zusammengefat zu werden, war, da er nicht verstand, wie Eisencyanidverbindungen dahin kamen, weshalb er entschied, sie bei der Erreichung seiner Schlufolgerungen zu ignorieren. Ich verstehe nicht, wie der Mond dahin kam, weshalb ich alle damit verbundenen Auswirkungen ignoriere, wie etwa die Gezeiten. Ich hoffe, da ich nicht ertrinke.

20 21

E. Gauss, aaO. (Anm. 13), S. 163-170; 290-294. Arthur R. Butz, Historical Past vs. Political Present, Journal of Historical Review , 19(6) (2000), pp. 12ff. (online: [Link]/jhr/v19/v19n6p12_Butz.html).

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Polnische Wissenschaft

Zumindest aber haben auch Prof. Markiewicz und Kollegen bei den von ihnen durchgefhrten Probebegasungen festgestellt, da feuchter Zementmrtel (aus den Leichenkellern) mehr als zehnmal mehr Blausure aufnimmt als trockener Kalkmrtel (aus den Entwesungskammern), wie ich es fr meine Berechnungen angenommen hatte. Sogar eine direkte Konfrontation mit meinen Argumenten und dem vorgebrachten Verdacht der Unredlichkeit konnte Prof. Markiewicz nicht dazu bewegen, seine unwissenschaftliche Verhaltensweise zu rechtfertigen oder zu korrigieren. Als Leiter dieser wissenschaftlichen Gruppe ist Dr. Jan Markiewicz brigens noch nicht einmal ein Chemiker, sondern lediglich ein Spezialist fr technische Prfungen. Er starb im Jahre 1997. Die beiden anderen Autoren schweigen sich seither aus. Man kann ja verstehen, da polnische Autoren, die ihre Karriere im kommunistischen Polen gemacht haben, als polnische Patrioten keinesfalls zulassen knnen oder wollen, da Auschwitz als moralische Legitimation fr den polnischen Vlkermord an den Ostpreuen, Hinterpommern und Schlesiern sowie fr den grten Landraub der Neuzeit untergraben wird. Mit Auschwitz, so frchten viele Polen untergrndig, steht und fllt quasi der polnische Nachkriegsstaat. Das mag die Kapriolen der Polen erklren, zu entschuldigen vermag es sie nicht. Auch der mgliche Umstand, da der mit dem Thema befate verantwortliche Wissenschaftler kein Chemiker war und die Ausrstung seines Labors nicht mordernem Standard entsprochen haben mag, kann dies nicht erklren, denn eine Analyse des Gesamtcyanidgehalts ist apparativ nicht aufwendig und die hier behandelte Chemie alles andere als kompliziert. Die Art und Weise jedenfalls, mit der Prof. Markiewicz und seine Kollegen das Problem angingen, legt den schweren Verdacht nahe, da es sich hierbei um den Versuch eines Wissenschaftsbetruges handelt, was auch dadurch gesttzt wird, da die Herren die Wahl ihrer falschen Memethode nur mit absichtlich perpetuierter Unwissenheit also Inkompetenz und Ignoranz rechtfertigen konnten. Die daraus zu ziehende Schlufolgerung ist klar: der einzige angeblich wissenschaftliche Versuch, Fred Leuchters sensationelle These zu widerlegen, stellt sich bei nherer Betrachtung als einer der grten wissenschaftlichen Flschungsversuche des 20. Jahrhunderts heraus. Wie verzweifelt mssen diejenigen sein, die die etablierte Version des Holocaust verteidigen zu mssen glauben, also die These von der angeblich systematischen Vernichtung der Juden in Menschengaskammern, wenn sie sich gezwungen sehen, zu derartigen Methoden zu greifen? 255

In Auschwitz wurde niemand vergast

Anfang 1996 erklrte sich eine Untersttzerin bereit, fr den Versand von 30.000 Briefen an smtliche Personen, die im deutschen Wer ist Wer aufgefhrt sind, die Rechnung zu begleichen. In diesen Briefen wurde die High Society Deutschlands dazu aufgerufen, Hilfestellung zu leisten, um die Holocaust-Revisionisten, die immer ausgeklgelter argumentieren wrden, endlich durch tiefgehende Sachstudien zu widerlegen. Den Angeschriebenen wurde zudem ein Satz Bcher zu einem Sonderpreis angeboten,1 der es ihnen ermglichen sollte, die Argumente der Revisionisten kennenzulernen wie auch die dagegen gehaltenen Argumente der etablierten Wissenschaft.2 Einer derjenigen, die auf diese Aussendung reagierten, war ein gewisser Markus Tiedemann, damals studentische Hilfskraft bei Dr. phil. Ekkehard Martens, Professor fr Philosophiedidaktik an der Uni Hamburg. Er bedankte sich fr das Rundschreiben ber revisionistische Geschichtsflschung (von Flschung sand in dem Schreiben freilich nichts), bat um kostenlose Zusendung des Paketes und bot als Gegenleistung die Zusendung eines von ihm im Druck befindlichen Buches mit dem Titel In Auschwitz wurde niemand vergast!.3 Daneben bersandte er den Entwurf eines Schreibens, das wohl zur Vorstellung des Buches bei Lehrern gedacht war und letztlich stark berarbeitet als Vorwort im genannten Buch erschien. Dieses Vorwort trieft nur so von politischen Verdchtigungen und abschtzigen Bewertungen gegenber den Revisionisten, so da ich mich damit gar nicht weiter aufhalten will. Tiedemanns Buch ist daher ein politisches Werk des kmpferischen Antifaschismus, das den Lehrern an bundesdeutschen Schulen schlagkrftige Argumente gegen aus dem Ruder laufende Schler geben soll.
1

2 3

1 Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994 ([Link]/D/gzz); 1 Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995 ([Link]/D/anf); 1 Till Bastian, Auschwitz und die Auschwitzlge, Beck, Mnchen 1994; vgl. dazu den Beitrag Die Zeit lgt! in diesem Band. Vgl. dazu Siegfried Verbeke, Aktion Troja, VffG 1(2) (1997), S. 109ff. Markus Tiedemann, In Auschwitz wurde niemand vergast. 60 rechtsradikale Lgen und wie man sie widerlegt, Verlag an der Ruhr, Mlheim 1996; vgl. die Rezension in der FAZ, 15.1.1997.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Das Buch weist eine Vielzahl unfundierter Behauptungen, einseitiger Darstellungen und grober Fehler auf. Da der Autor im Besitz der wichtigsten revisionistischen Publikationen ist, wie sich aus Tiedemanns Korrespondenz mit mir ergab, kommt der Verdacht auf, da Tiedemann die Fakten absichtlich verbogen hat, da er also lgt. Tiedemann behandelt in seinem Buch unter verschiedenen Kapitelberschriften ganz unterschiedliche Behauptungen, die angeblich aus revisionistischem Munde stammen. Er verschweigt uns jedoch meist, wo auer bei Stammtischreden diese Behauptungen aufgetaucht sind, so da der Leser den Eindruck bekommen mu, alle von Tiedemann angefhrten Zitate entstammten dem wissenschaftlichen Revisionismus. So ist z.B. rtselhaft, wo er die Behauptung, Hitler wute nichts von den Euthanasieprogrammen, aufgeschnappt haben will (Lge Nr. 3). Anla zu weitaus schrferer Kritik mu allerdings die Tatsache bieten, da Tiedemann zu den von ihm jeweils angeschnittenen Fragen uerst einseitig Stellung bezieht, was besonders in Sachen Kriegsschuld negativ aufstt. Zum Fall Barbarossa versteigt er sich sogar zu der Aussage, die Lge vom Prventivkrieg gegen die Sowjetunion sei die von den Revisionisten am erfolgreichsten durchgesetzte. Als Argumente folgen dann marxistische Dialektik und ein paar Zitate. Es bleibt unklar, wie Tiedemann hoffen kann, da seine dnnen, 1-seitigen Anmerkungen das inzwischen Aktenberge fllende Beweismaterial und die vielen Bcher etablierter Historiker berzeugend widerlegen knnten. Nachfolgend werde ich die falschen Behauptungen, die Tiedemann bezglich des Holocaust bzw. des Holocaust-Revisionismus aufstellt, widerlegen. Tiedemanns Buch ist in 60 Lgen untergliedert, wovon aber ber die Hlfte nichts mit dem Holocaust bzw. dessen Revision zu tun haben, so da ich sie hier aus Platzgrnden nicht diskutiere, was freilich nicht heit, da ich damit Tiedemann in den hier nicht besprochenen Lgen Recht gebe.4 Was ich zudem in der Regel nachfolgend bergehen werde, ist das Fehlen jeglicher Angaben, wer denn die von Tiedemann zitierte Lge wann und wo aufgestellt haben soll.

Nr. 2-12, 13-24, 26f., 41, 42 (Lachout-Dokument: Die Frage der Authentizitt des sogenannten Lachout-Dokuments wird selbst unter Revisionisten diskutiert, vgl. Klaus Schwensen, Zur Echtheit des Lachout-Dokuments, VffG 8(2) (2004), S. 166-178), 52-58, 60.

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In Auschwitz wurde niemand vergast

Lge Nr. 1: Hitler wute nichts vom Holocaust


Zur Widerlegung dieser Aussage zitiert Tiedemann jene berhmte Stelle in Mein Kampf, in der Hitler meint, es wre vorteilhaft gewesen, wenn man gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges einige hebrische Volksverderber so unter Giftgas gehalten htte wie Hunderttausende der allerbesten deutschen Arbeiter. Ferner werden die immer wieder zitierte Reichstagsrede vom 30.1.1939 sowie einige Passagen aus den im Fhrerhauptquartier gehaltenen Monologen Hitlers angefhrt. Eine Erklrung aber, was ein kerniger Spruch des jungen, im Gefngnis sitzenden Hitler im Jahre 1925 bezglich des Giftgaseinsatzes im Ersten Weltkrieg ber Intention, Handlung und Wissen des gleichen Menschen 15 Jahre spter aussagt, bleibt uns Tiedemann schuldig. Und wie ist es mit der Aussage Yehuda Bauers, da die Reichstagsrede vom 30.1.1939 bei ganzheitlicher Betrachtung genau das Gegenteil dessen beweist, was Tiedemann zu suggerieren trachtet, da die Rede ber weite Bereiche von einer friedlichen Lsung der Judenfrage durch Auswanderung handelt?5 Bei seinen Zitaten ber Hitlers Ausfhrungen verschweigt Tiedemann geschickt, was die Thesen der Revisionisten besttigt: Hitlers uerungen im engsten Kreis seiner Vertrauten deuten nmlich daraufhin, da die Juden eben nicht ermordet, sondern nach Osten abgeschoben wurden.6 Was Tiedemann hier also betreibt, ist eine Verzerrung der Realitten durch geschicktes Herausreien von Zitatfetzen unter Ausblendung der Zusammenhnge.7

Lge Nr. 25: Die westlichen Alliierten wuten um den Holocaust. Sie unternahmen nichts. Sie bejahten das deutsche Vergehen.
Laut Tiedemann meinen die Revisionisten also, der Holocaust habe nicht stattgefunden, die Westalliierten wuten, da der nicht stattgefundene Holocaust stattfand, und sie blieben inaktiv bzw. bejahten ein Ereignis, das nicht stattfand, und weil die Alliierten das deutsche Vorgehen bejahten, kmpften sie gegen Deutschland. Tiedemann startet dieses Kapitel Lge Nr. 25 also

5 6

Y. Bauer, Freikauf von Juden?, Jdischer Verlag, Frankfurt/Main 1969, S. 61f. Vgl. C. Mattogno,Leugnung der Geschichte? Leugnung der Beweise!, Teil 2, VffG 8(3) (2004), S. 291-310; vgl. auch Germar Rudolf, Einige Anmerkungen zur NS-Sprache gegenber den Juden, VffG 1(4) (1997), S. 260f. Die von Tiedemann hier zudem zitierten Aussagen von H und Eichmann bergehe ich, da sie nichts ber das Wissen Hitlers aussagen knnen.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

mit der Lge, irgend jemand wrde solch einen groben Unfug ernsthaft behaupten. Wir Revisionisten behaupten tatschlich, da die westlichen Alliierten wuten, da kein Holocaust stattfand, und da dies der Grund ist, warum sie nichts ernsthaft unternahmen. Diese Inaktivitt ist ungezhlte Male dokumentiert und kritisiert worden, steht also auer Streit.8 Was umstritten ist, ist lediglich die Erklrung fr diese Inaktivitt. Kein Revisionist hat je behauptet, der Grund dafr sei in einer Komplizenschaft der Alliierten mit den Deutschen zu suchen. Was Revisionisten hingegen behaupten und belegen, ist, da es unmglich war, vor den alliierten Regierungen zu verheimlichen, was in den deutsch besetzten Gebieten tatschlich vor sich ging: die katholische Kirche, das Rote Kreuz, der polnische Untergrund, das Netzwerk alliierter Spione, die Abhrung des deutschen Funkverkehrs, die Aussphung durch Luftaufklrer, all diese Aktivitten bzw. Organisationen mit einem dichten Netzwerk insbesondere in Polen, wo sich der Vlkermord in erster Linie zugetragen haben soll, standen geschlossen in Opposition zur deutschen Besatzungsherrschaft.9 Es mu daher davon ausgegangen werden, da die Alliierten sehr genau informiert waren, was sich damals wirklich zutrug. Wenn man whrend des Krieges auf brokratischer Ebene die Greuelberichte insbesondere jdischer Organisationen als unglaubhaft abtat, so deshalb, weil man es eben besser wute. Tiedemann fhrt nichts an, das diese Annahme erschttern knnte.

Holocaust
Zur Einleitung des Themas (S. 83) gibt Tiedemann einen Auszug aus der Autobiographie von Rudolf H zum besten, wobei er erwhnt, Revisionisten wrden behaupten, da H zu seiner Aussage gezwungen worden sei im Konjunktiv der indirekten Rede. Nein Herr Tiedemann, er ist gefoltert worden.10 Wer das wei, aber dennoch seine Aussage zitiert und diese Folter verschweigt, ist ein Betrger!

10

Z.B. Martin Gilbert, Auschwitz and the Allies, Holt, Rinehart and Winston, New York 1981; Walter Laqueur, The Terrible Secret, Little, Brown & Co, Boston 1980; vgl. hnlich, aber neuer: Richard Breitman, Staatsgeheimnisse. Die Verbrechen der Nazis von den Alliierten toleriert, Blessing, Mnchen 1999. Vgl. A.R. Butz, Geschichtlicher Hintergrund und Perspektive in der Holocaust-Kontroverse, VffG 3(4) (1999), S. 391-410; dazu auch sein Buch: Arthur R. Butz, Der Jahrhundertbetrug, Verlag fr Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1977. R. Butler, Legions of Death, Arrows Books Ltd., London 1986, S. 236f.

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Tiedemann meint dann, da die Historiker selbstverstndlich Aussagen berprften und Dokumente hinzuzgen. Da darf ich ihn allerdings eines Besseren belehren: Noch nie wurde von einem deutschen Gericht, das mit behaupteten Holocaust-Verbrechen befat war, oder von einem etablierten Historiker, der sich mit dem Thema befate, der Rat eines technischen oder naturwissenschaftlichen Experten eingeholt, um bestimmte Aussagen auf ihre grundlegende Plausibilitt hin zu prfen. Selbst Adalbert Rckerl, jahrelang Deutschlands fhrender Nazijger, mute zugeben, da in solchen Verfahren der durch nichts(!) gesttzte Zeugenbeweis praktisch immer der einzige Beweis ist. Es gebe einfach keine Dokumente, die zur Sttzung herangezogen werden knnten.11 Auerdem ist Tiedemanns Behauptung absurd, H habe lediglich einige Zahlen bertrieben, weil er sich womglich wichtig machen wollte. Jemand, der wegen seiner erfolterten Aussage vor dem Schafott steht, hat bestimmt kein Interesse daran, sich durch bertriebene Selbstbeschuldigungen wichtig zu machen. Tiedemann tte zudem gut daran, die absurden Aussagen von H nchtern zu betrachten. Nicht nur die behaupteten Zahlen darin sind bertrieben, sondern seine ganzen Aussagen zur angeblichen Judenvernichtung sind ahistorisch, anachronistisch, technisch unmglich und naturwissenschaftlich absurd.12 Auf den Kopf stellt Tiedemann die Fakten, wenn er behauptet Deborah Lipstadt zitierend , die Revisionisten wrden alle Aussagen verwerfen, obgleich diese sich hinsichtlich der Vergasungen bis ins Detail glichen. Tatsache ist, da der Hinweis auf inhaltliche Gleichheit oder hnlichkeit von Aussagen nicht deren Richtigkeit beweist. Sonst wrden Hexen ja auch auf Besen zum Blocksberg reiten und dort Sex mit dem Teufel haben. Zudem ist Lipstadts Aussage schlicht falsch, die Zeugenaussagen wrden sich gleichen. Tatschlich sind sie uerst widersprchlich. Was aber entscheidend ist, ist die Tatsache, da diese Aussagen der Dokumentenlage sowie den Sachbeweisen entgegenstehen. Wenn eine Frau aus naturwissenschaftlichen Grnden nicht auf einem Besen durch die Luft reiten kann, so hilft es auch nicht, da dies von Tausenden von Zeugen bekundet wurde. Ebenso hilft es nichts, zu behaupten, in Auschwitz seien Menschen massenhaft vernichtet worden, wenn die dafr behaupteten Vorrichtungen dazu technisch nicht in der Lage

11

12

A. Rckerl, NS-Verbrechen vor Gericht, 2. Aufl., C.F. Mller, Heidelberg 1984, S. 249; ders., NS-Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse, 2. Aufl., dtv, Mnchen 1978, S. 34; ders., NS-Prozesse, 2. Aufl., C.F. Mller, Karlsruhe 1972, S. 27, 29, 31. Vgl. im Beitrag Die Zeit lgt! in diesem Heft, S. 88.

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waren. Es gibt also gute Grnde, Zeugenaussagen zu verwerfen, aber die verschweigt Tiedemann hier.

Lge Nr. 28: Die Quellenlage zu den KZs ist derart schlecht, da man wirklich exakte Aussagen ber die Lager nicht mehr machen kann
Das ist in der Tat eine Lge, und zwar eine, die von den etablierten Historikern oft aufgestellt wird: Die Nationalsozialisten htten alle Beweise, insbesondere auch alle Dokumente vernichtet, so da man heute keine dokumentarischen oder materiellen Spuren der Verbrechen mehr finden knne. Damit wird nicht primr Auschwitz gemeint, sondern die Lager Treblinka, Belzec und Sobibor. Aber selbst bezglich Auschwitz wird dies von Tiedemanns Gesinnungsgenossen angefhrt. Hier als Beispiel Professor Arno Mayer:13 Die Quellen zum Studium der Gaskammern sind sowohl selten als auch unzuverlssig. Auch wenn Hitler und die Nazis kein Geheimnis aus ihrem Krieg gegen die Juden machten, vernichteten die SS-Fachleute pflichtbewut alle Spuren ihrer mrderischen Aktivitten und Instrumente. Kein geschriebener Befehl fr Vergasungen ist bisher aufgetaucht. Die SS zerstrte nicht nur die meisten Lagerakten, die ohnehin unvollstndig waren, sondern schleiften zudem noch fast alle Mord- und Kremierungsanlagen lange vor der Ankunft der sowjetischen Truppen. Auf hnliche Weise wurde darauf geachtet, die Knochen und Asche der Opfer zu entsorgen. Obgleich Dokumente tatschlich vernichtet worden sein mgen (jede kriegfhrende Nation, die einer Niederlage entgegengeht, tut dies), so ist diese Art der Argumentation erstens nicht auf dem revisionistischen Mist gewachsen, und zweitens handelt es sich hier um unlogischen Unsinn, denn was Prof. Mayer hier sagt, lautet umformuliert etwa so: Das Fehlen von Beweisen fr meine These widerlegt nicht etwa meine These, sondern beweist nur, da jemand die Beweise vernichtete. Was wrde Tiedemann meinen, wenn ich behaupten wrde, da die Alten gypter schon die drahtlose Telegraphie hatten? Der Beweis? Man fand keine Telegraphenmasten!

13

Arno J. Mayer, Why Did the Heavens Not Darken? Pantheon, New York 1990, bes. S. 362ff.; dt.: Der Krieg als Kreuzzug, Rowohlt, Reinbek 1989. Die entscheidenden Passagen wurden aber in der deutschen Ausgabe teilweise wegzensiert. Man findet in Mayers Bibliographie sogar Arthur R. Butz Der Jahrhundertbetrug eingetragen.

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Oder nehmen wir als zweites Beispiel den franzsischen Historiker Jacques Baynac:14 Fr den wissenschaftlichen Historiker stellt eine Zeugenaussage nicht wirklich Geschichte dar. Sie ist ein Objekt der Geschichte. Und eine Zeugenaussage wiegt nicht schwer; viele Zeugenaussagen wiegen nicht viel schwerer, wenn kein solides Dokument sie absttzt. Das Postulat der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung, so knnte man ohne groe bertreibung sagen, lautet: Kein(e) Papier(e), keine nachgewiesenen Tatsachen []. Entweder man gibt den Vorrang des Archivs auf, und in diesem Fall mu man die Geschichte als Wissenschaft disqualifizieren, um sie sogleich neu als Kunst einzustufen. Oder aber man behlt den Vorrang des Archivs bei, und in diesem Fall mu man zugeben, da der Mangel an Spuren das Unvermgen nach sich zieht, die Existenz der Menschenttungsgaskammern direkt zu beweisen. Der unterstriche Satzteil weist auf Tiedemanns eigene Lge hin, nmlich seine Behauptung, in Auschwitz befnden sich Akten mit Plnen und laufender Korrespondenz mit den am Bau der Krematorien und Gaskammern in Auschwitz-Birkenau beteiligten Firmen enthalten seien. Tatsache ist, da es in Auschwitz (sowie in Prag und Moskau, mchte ich hinzufgen) noch weit mehr Dokumente gibt, als Tiedemann anfhrt, blo gibt es dort keinen einzigen Plan und kein einziges Dokument, aus dem sich entnehmen liee, es habe dort so etwas wie eine Menschengaskammer gegeben. Krematorien, ja; Leichenkeller, ja; Entlausungskammern, ja. Aber Menschengaskammern? Nein, Herr Tiedemann, den Beweis ist man uns bisher schuldig geblieben! Gekrnt wird Tiedemanns Lgengeschichte von einer Bildflschung durch Falschuntertitelung, denn auf S. 85 zeigt er das Bild einer Selektion an der Rampe von Birkenau mit dem Untertitel: Die Selektion auf der Rampe. Die Menschen in der linken hinteren Schlange stehen kurz vor dem Gang in die Gaskammer. Beweisen kann er den zweiten Satz nicht.

14

Jacques Baynac, Comment les historiens dlguent la justice la tche de faire taire les rvisionnistes, Le Nouveau Quotidien, Lausanne, 2. 9.1996, S. 16; ders., Faute de documents probants sur les chambres gaz, les historiens esquivent le dbat, ebenda, 3.9.1996, S. 14; vgl. R. Faurisson, Historiker gesteht: Keine Beweise fr Nazi-Gaskammern!, VffG 1(1) (1997), S. 1921.

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Lge Nr. 29: Die KZs waren reine Erziehungs- und Straflager, in denen keine Gaskammern existierten.
Tiedemanns Gerede in diesem Lgenkapitel von den Vernichtungslagern wird lediglich durch einen Quellenverweis abgesttzt: Danuta Czechs Kalendarium.15 Czech sttzt sich bezglich der Vernichtungsthese nur auf Zeugenaussagen, hat aber gerade nicht getan, was Tiedemann von den Historikern behauptet: Czech hat die annhernd 100.000 Dokumente der Lagerleitung im wesentlichen ignoriert und die von ihr zitierten Aussagen nirgends kritisch analysiert. Quellenverweise auf die anderen Vernichtungslager fhrt Tiedemann nicht an. Die Abbildung einer Lageskizze von Birkenau ist kein Ersatz fr einen Beweis! Erst recht nicht mit der Propagandabeschriftung des Auschwitz-Museums (z.B. Krematorium II mit unterirdischen Gaskammern was sogar der offiziellen Version zufolge falsch ist, da dort nur eine Gaskammer gewesen sein soll).

Lge Nr. 30: In den KZs, in denen es keine Gaskammern gab, wurde auch nicht gemordet.
Tiedemann druckt drei Bilder ab mit Leichen im KZ Dachau, aufgenommen nach der Einnahme durch die Amerikaner. Da diese Hftlinge Opfer von Morden sind, beweist er nicht. Tatsache ist, da in Dachau Anfang 1945 eine Fleckfieberepidemie ausbrach, der Tausende zum Opfer fielen.16 Diese Ttungen waren aber kein Mord, sondern hchstens grob fahrlssiger Totschlag. Tiedemann erwhnt auch, da es in Buchenwald (und ich darf hinzufgen: auch in vielen anderen Lagern) Vollstreckungen von Todesstrafen gab. Aber auch das ist nicht unbedingt Mord. Mord ist es dann, wenn die Vollstreckung ohne Urteil erfolgte oder wenn das Urteil unrechtmig war (Justizmord). Alle diese Flle sind vorgekommen, und die SS-interne Justiz hat in einigen dieser Flle sogar ermittelt und entsprechende Strafverfahren eingeleitet, die sogar zu Todesurteilen gegen einige Lagerkommandanten fhrten.17 Tiedemanns Unterstellung ist daher falsch, und seine als Widerlegung angefhrten Beweise darunter auch wieder ein Auszug aus Rudolf H Autobiographie sind es nicht minder.

15

16

17

Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau 1939 - 1945, Rowohlt, Reinbek 1989. Vgl. z.B. Arthur Haulot, Lagertagebuch. Januar 1943 - Juni 1945, Dachauer Hefte, 1(1) (1985), S. 129-203. Florstedt, Majdanek; Koch, Buchenwald; Goeth, Plazow.

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Lge Nr. 31: Die Zahlen der Ermordeten sind bertrieben worden
Die Perfidie, mit der Tiedemann hier lgt, dies sei eine Lge, ist kaum zu berbieten. Hier eine kleine Aufstellung bertriebener Opferzahlen fr die diversen behaupteten Mordsttten, wobei ich die heute offiziell anerkannte Zahl als letztes anfhre und kursiv setze. Da es auch niedrigere Opferzahlen etablierter Historiker gibt, sei hier nur am Rande als Indiz dafr erwhnt, da auch die zur Zeit gltige Opferzahl selbst nach offiziellem Verstndnis noch bertrieben sein kann:18 Tabelle 1: Fr Auschwitz behauptete Opferzahlen
OPFERZAHL QUELLE

9.000.000 Dokumentarfilm Nacht und Nebel (1955). 8.000.000 Franzsische Untersuchungsbehrde (1945). 6.000.000 Tibre Kremer (1951). 55.500.000 Krakauer Auschwitz-Proze (1947), Le Monde (1978). 4.000.000 Sowj. Dokument beim IMT / alte Gedenksteine in Auschwitz. 3.000.000 David Susskind (1986); Heritage (1993). 2.500.000 Rudolf Vrba, Eichmann-Proze (1961). [Link] Historiker Yehuda Bauer (1982). 2.000.000 Historiker Poliakov (1951), Wellers (1973), Dawidowicz (1975). 1.600.000 Historiker Yehuda Bauer (1989). 1.500.000 Neue Gedenksteine in Auschwitz. 1.471.595 Historiker Georges Wellers (1983). 1.250.000 Historiker Raul Hilberg (1961 + 1985). [Link] Historiker Y. Gutman, Franciszek Piper (1994).

Nachdem die Opferzahl fr Auschwitz 1990 offiziell von vier auf eine Million herabgesetzt worden war, schrieb der polnische Publizist Ernest Skalski im Spiegel:19 Was mich betrifft, empfinde ich als Pole vor allem Verlegenheit, weil die Situation auerordentlich peinlich ist. [] Ich gebe zu, da man manchmal die Wahrheit verheimlichen also lgen mu, zuweilen sogar aus erhabenen Motiven, etwa aus Mitleid oder aus Feingefhl. [] Wenn

18

19

Die entsprechenden Quellenangaben befinden sich in meinem Buch Vorlesungen ber den Holocaust, Castle Hill Publishers, Hastings 2005 ([Link]/D/vuedh), S. 123f. (Auschwitz), 284f. (Treblinka), 302 (Belzec), 307 (Sobibor), 311 (Majdanek), 316 (Chelmno), 329 (Babi Yar), 334 (Einsatzgruppen). Ernest Skalski, Ich empfinde Verlegenheit, Der Spiegel, 30/1990, S. 111.

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auch die Wahrheit nicht immer das Gute ist, so ist viel fter die Lge das Bse. Es wurde also nicht gelogen und bertrieben, Herr Tiedemann? Hier ein paar Zahlen fr andere Orte: Tabelle 2: Fr Treblinka behauptete Opferzahlen
3.000.000 2.775.000 1.582.000 1.200.000 1.074.000 974.000 912.000 900.000 881.390 870.000 Wassili Grossmann Samuel Rajzman Ryszard Czarkowski Franciszek Zabeki Rachel Auerbach Frank Golczewski Manfred Burba Wolfgang Scheffler Yitzhak Arad Enzyklopdie des Holocaust

Tabelle 3: Fr Belzec behauptete Opferzahlen


3.000.000 2.000.000 1.800.000 1.000.000 800.555 600.000 Rudolf Reder. Zeuge Eugeniusz G. Eustachy Ukrai ski und T. Chr ciewicz Michael Tregenza Robin ONeil Polnische Zentralkommission, Y. Arad, W. Scheffler

Tabelle 4: Zwei fr Sobibor behauptete Opferzahlen


2.000.000 Zelda Metz 200.000 W. Scheffler

Tabelle 5: Fr Majdanek behauptete Opferzahlen


1.700.000 1.500.000 1.380.000 360.000 250.000 235.000 Strafgericht Lublin IMT Lucy Dawidowicz Zdzislaw ukaszkiewicz Wolfgang Scheffler, Eberhard Jckel Czes aw Rajca

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Tabelle 6: Fr Chelmno behauptete Opferzahlen


360.000 340.000 300.000 152.676 150.000 Martin Gilbert L. Dawidowicz, B. Nellessen, IMT Polnische Historiker, Heinz Hhne Schwurgericht Bonn Raul Hilberg

Tabelle 7: Fr Babi Yar behauptete Opferzahlen


300.000 200.000 150.000 110.000 140.000 100.000 Vitaly Korotych Vladimir Posner Ansprache zur Denkmalenthllung New York Times Westliche Enzyklopdien

Tabelle 8: Fr die Einsatzgruppen behauptete Opferzahlen


3.000.000 Solomon M. Schwarz 2.200.000 H. Krausnick, H.H. Wilhelm

Tiedemanns Schwadronieren ber die in Auschwitz registrierten und nicht registrierten Opfer lenkt vllig vom Thema ab, und sein Versuch, seine Zahl der in deutschen Lagern umgekommenen Opfer von knapp 4 Mio. mit einem Buch zu belegen,20 das darber gar keine detaillierten Untersuchungen angestellt hat, sondern sich lediglich auf Sekundrliteratur bezieht, ist zumindest uerst unseris.

Lge Nr. 32: Die Wrter Vergasung oder Gaskammer sind in keinem Schriftstck des Dritten Reiches nachzuweisen
Tiedemann lgt schon wieder. Kein Revisionist hat jemals so etwas Unsinniges von sich gegeben. Gerade in den Dokumenten ber und aus Auschwitz kann man sehr hufig Dokumente mit Bezgen auf Gaskammern und Vergasungen finden auf Gaskammern und Vergasungen zur Ttung von Lusen. Richtig ist hingegen, da es kein einziges Dokument gibt, aus dem hervorgeht, da die Erwhnung eines Wortes mit der Silbe Gas in irgendeinem Zusammenhang mit Menschenvergasungen steht.

20

W. Sofsky, Die Ordnung des Terrors: Das Konzentrationslager, 2. Aufl., Fischer, Frankfurt 1993.

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Tiedemanns eindrucksvoll erscheinende Liste der an uns gerichteten Fragen darf ich hier beantworten:21 1. 14 Duschen auf Holzsockeln im Leichenkeller 1 des Krematoriums III: In den Leichenkellern der Krematorien wurden Anfang 1943 tatschlich einige Duschen eingebaut. Die Bestellungen und Arbeitsanweisungen dazu sind teilweise vorhanden, einschlielich der dafr notwendigen Warmwasseranlage. Dies war eine provisorische Lsung, da im Lager Duschen knapp waren und sich der Bau der neuen groen Duschanlage (Zentralsauna) verzgerte. Im Krematorium II waren sogar 100 Duschen vorgesehen. Die Anbringung der Duschkpfe und Wasserleitungen auf Holzsockeln war ntig, da diese Holzsockel als Dbel dienten (damals gab es die heute ausgereifte Dbeltechnik noch nicht). Die Zahl der Duschen mag spter reduziert worden sein, nachdem die Zentralsauna in Betrieb ging. 2. Fehlender Anschlu der Duschen an Wasserleitungen im Inventarzeichnung: Die Duschen wurden erst im Mai 1943 entworfen, also nach Herstellung des Inventarverzeichnisses von Krematorium II (31.3.1943), tauchen daher darin nicht auf. Im Verzeichnis von Krematorium III sind sie enthalten, jedoch ohne ausdrckliche Erwhnung, da die Duschen auch an eine Warmwasserversorung angeschlossen waren. Das findet man in keinem Inventarverzeichnis, denn dies ist eine Selbstverstndlichkeit. 3. Lftung eines Auskleidekellers: Alle Leichenkeller brauchen Lftungssysteme. Die Leistung der Lftungen dieser Keller entsprachen der Norm fr Leichenkeller. Wenn ein Keller zeitweilig als Auskleidekeller, der andere als Duschkeller benutzt wurde, so nderte das nichts an der Tatsache, da die Keller als Leichenkeller gebaut wurden. 4. Vorgeschlagene Vorheizung von Leichenkellern: erstens wurde diese Vorheizung nicht realisiert, ist also kein Argument; zweitens wurde dies nur vorgeschlagen, weil man Khlung fr die berhitzen Ofengeblse brauchte (das Geblse brannte aus, weshalb das Projekt storniert wurde); und drittens sind Leichenkeller normalerweise durchaus mit Heizungen ausgestattet (zur Vermeidung von Wasserrohrbruch und Frostleichen), so da dieses Projekt selbst dann nichts bewiese, wenn es realisiert worden wre.

21

Fr Details vgl. C. Mattogno, Leichenkeller von Birkenau: Luftschutzrume oder Entwesungskammern? VffG 4(2) (2000), S. 152-158; sowie mein Gutachten, G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 64-93, mit mehr Verweisen ([Link]/D/rga2).

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5. Hermetisch gasdichte Tr mit Guckloch: Erstens pat die bestellte Tr (1m breit) nicht in den Rahmen der Zugangstr zum Leichenkeller (2 m breit);22 zweitens kann die Tre fr diverse Zwecke gedient haben: provisorische Entlausungsanlage, Luftschutzraum; drittens beweist nichts, da diese Tr hermetisch abschlo; viertens bestand die Tr aus einfachem Holz mit schlichten Angeln und Trriegel. Solch eine Tr htte nicht hermetisch abgeschlossen werden knnen, wre nicht paniksicher gewesen und konnte daher nicht zum Verschlu einer Menschengaskammer dienen.

Lge Nr. 33: Da niemand eine Vergasung berlebte, gibt es auch keine beweiskrftigen Zeugenaussagen.
Tiedemann lgt wieder. Das haben nicht Revisionisten gesagt, sondern unsere Gegner. Ganz konkret war dies Simone Veil, eine Auschwitzberlebende und spter die erste Prsidentin des Europischen Parlaments:23 Mich erstaunt heute die widersinnige Situation: Ein Hitler zugeschriebenes Tagebuch wird mit groem Werbeaufwand und viel Geld verffentlicht, ohne da man anscheinend groe Vorsichtsmaregeln traf, um sich seiner Authentizitt zu versichern. Gleichzeitig mssen aber die Personen, die einen Proze gegen Faurisson angestrengt haben, weil dieser die Existenz der Gaskammern bestritten hatte, den formalen Nachweis von der Realitt dieser Gaskammern erbringen. Jeder wei nun aber, da die Nazis diese Gaskammern zerstrt und alle Zeugen systematisch beseitigt haben. Ist es aber wirklich erstaunlich, da fr die ungeheuerliche Behauptung auch einmal ein Nachweis verlangt wurde? Es ist doch jedem halbwegs Kundigen bekannt, da die Gebude, die als Gaskammern gedient haben sollen, noch erhalten sind, wenn auch teilweise als Ruinen. Und an selbsternannten Zeugen, die Kenntnisse von Vergasungen behaupten, ist auch kein Mangel. Das Problem mit ihnen ist nur, da sie mit ihren phantastischen Aussagen nicht viel zur Klrung bzw. zum Beweis der Gaskammergeschichte beigetragen haben im Gegenteil, sie machen sie mit ihren Aussagen unglaubwrdig.

22

23

J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 308 (Plan vom 19.3.1943), 311 (Plan vom 20.3.1943), 322 (Plan vom 21.9.1943). Die tatschlich eingebaute Tr war doppelflglig: ebenda, S. 285, 302 (Plan vom 19.12.1942). Simone Veils Warnung bezglich der Hitler-Tagebcher: Man luft Gefahr, den Vlkermord zu verharmlosen, France-Soir, 7.5.1983, S. 47.

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Tiedemann bezieht sich dann auf Primo Levi, der jedoch die revisionistische These sttzt, denn er schrieb in seinem Buch, er habe erst nach dem Krieg erfahren, da es in Auschwitz Vergasungen gegeben habe.24 Htte es sie gegeben, so htte er bereits in Auschwitz davon gewut.

Lge Nr. 34: Das angeblich fr die Vergasung genutzte Zyklon B war lediglich ein Entlausungsmittel.
Um diese richtige Aussage zu widerlegen, greift Tiedemann erneut auf die Aussage des gefolterten Rudolf H zurck. Seine anschlieende Beweisfhrung, da Auschwitz tonnenweise Zyklon B erhielt, kann aber die obige richtige Aussage nicht widerlegen. Tatschlich war im Sommer 1942 in Auschwitz eine Fleckfieberepidemie ausgebrochen, ausgelst durch verlauste Zivilarbeiter sowie einen allgemeinen Parasitenbefall der Lagerinsassen, so da der sprunghaft ansteigende Bedarf am Insektizid Zyklon B nur folgerichtig war. Zumal damals gerade Juden aus Frankreich massenhaft ins Lager eingewiesen wurden, wurde das Zyklon B bentigt, um diese Deportation weiterhin mglich zu machen, daher die Bezeichnung Material fr die Judenumsiedlung auf der Bestellung. Noch nicht einmal die etablierten Historiker bestreiten daher, da der beraus grte Teil dieses Insektizids in Auschwitz tatschlich fr Entlausungen benutzt wurde, so da sich ein Mibrauch statistisch nicht nachweisen lt.25

Lge Nr. 35: Ja, es gab Gaskammern, aber sie wurden nie benutzt.
Um diese nie gemachte uerung zu widerlegen man nennt das eine Donquichotterie , verweist Tiedemann auf die Aussage von Kurt Gerstein, die er ausgiebig zitiert. Er verliert aber kein Wort ber Gersteins Absurditten und verschweigt auch, da Gerstein in franzsischer Gefangenschaft spurlos verschwand. Seine Behauptung, wir Revisionisten wrden behaupten, Gerstein habe gelogen, ist selbst eine Lge. Die Umstnde seiner Aussage lassen vielmehr vermuten, da er diese Aussage entweder unter Zwang schrieb oder da er sie gar nicht selbst verfate. Die Feststellung, da Gersteins Aussage

24 25

Si cest un homme, Juillard, Paris 1993, S. 19. So. z.B. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 22), S. 15, 188: 95-98% der Zyklon-B-Lieferungen wurden fr Entlausungen verwendet.

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falsch ist, beruht auf kritischen Analysen ihres Inhalts,26 die Tiedemann anfangs noch fr notwendig erklrte.

Lge Nr. 36: Es gab keine Vergasungen in Kraftwagen oder mit Dieselabgasen.
Die ausfhrlichen technischen Kritiken revisionistischer Autoren an den blichen Zeugenbehauptungen und den wenigen erhaltenen Dokumenten,27 die Tiedemann hier meint, versucht er anschlieend, mit eben diesen Aussagen und Dokumenten zu widerlegen. Das ist ungefhr so berzeugend, wie wenn in einem Vaterschaftsproze der Anwalt des leugnenden Vaters den Nachweis eines Sachverstndigen zu widerlegen versucht, indem er das Abstreiten des Vaters als Beweis anfhrt. Zur blich gewordenen Dokumentenflschung greift Tiedemann, wenn er als Beweis fr den Mord mit Lastwagenabgasen das altbekannte Dokument R 58/871 des Koblenzer Bundesarchives mit Auslassungspunkten beginnen lt: [] Seit Dezember 1941 wurden beispielsweise mit 3 eingesetzten Wagen 97.000 verarbeitet, ohne da Mngel an den Fahrzeugen auftraten. Nur, Herr Tiedemann: das Dokument beginnt mit diesem vllig sinnlosen Satz, was schon Hinweis genug ist, da mit diesem Dokument etwas nicht ganz stimmt.

Lge Nr. 37: Die angeblichen medizinischen Versuche an Menschen in den KZs sind reine Greuelmrchen.
Tiedemann kippt das Kind mit dem Bade aus. Solche Aussagen wrden sich tatschlich selbst richten, aber solch pauschalen Aussagen macht wohl niemand. Tatsache ist, da viele Aussagen insbesondere ber in Auschwitz durchgefhrte Menschenversuche bertrieben oder vllig erfunden sind. Da26

27

Vgl. H. Roques, Faut-il fusiller Henri Roques?, Ogmios Diffusion. Paris 1986; gekrzte dt. Fassung: ders., Die Gestndnisse des Kurt Gerstein, Druffel, Leoni 1986; C. Mattogno, Il rapporto Gerstein: Anatomia di un falso, Sentinella dItalia, Monfalcone 1985. Vgl. dazu I. Weckert, Die Gaswagen Kritische Wrdigung der Beweislage, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 1), S. 193-218 ([Link]/D/gzz/[Link]); F.P. Berg, The Diesel Gas Chambers: Ideal for Torture Absurd for Murder, in: G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 435-469; ([Link]/GB/Books/dth/[Link]); dt.: Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 1), S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]).

271

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zu meine Lieblingsszene aus dem Buch von Filip Mller. Er berichtet darin, wie die rzte fr medizinische Versuche frisches Menschenfleisch suchten:28 Von Zeit zu Zeit kamen auch SS-rzte ins Krematorium, meistens Hauptsturmfhrer Kitt und Obersturmfhrer Weber. An solchen Tagen ging es wie in einem Schlachthof zu. Vor den Hinrichtungen befhlten die beiden rzte wie Viehhndler die Schenkel und Waden der noch lebenden Mnner und Frauen, um sich die besten Stcke auszusuchen. Nach der Erschieung wurden die Opfer auf einen Tisch gelegt. Dann schnitten die rzte Stcke von noch warmem Fleisch aus den Schenkeln und Waden heraus und warfen es in bereitstehende Behlter. Die Muskeln der gerade Erschossenen bewegten sich noch und konvulsierten, rttelten in den Eimern und versetzten diese in ruckartige Bewegungen. Leider zuckt frisch ausgeschnittenes Muskelfleisch nur, wenn es mittels elektrischer Reizungen dazu gebracht wird. Und selbst dann vermag dies keinen Eimer in hpfende Bewegungen zu versetzen, denn der Impulserhaltungssatz der Physik verhindert dies schlicht und einfach. Was auch immer in Auschwitz geschah, solche Aussagen dienen nicht dazu, dies aufzuklren.

Lge Nr. 38 & 39: Einsatzgruppen-Morde


Bezglich der Problematik der behaupteten Morde der Einsatzgruppen verweise ich auf Ausfhrungen, die anderswo gemacht wurden,29 sowie meine Ausfhrungen bei meiner Diskussion von Prof. Noltes Argumenten in diesem Buch (vgl. S. 139). Tiedemanns Perfidie, mit der er den Revisionisten eine zynisch klingende Lge unterschiebt, die diese nie uerten, ist kaum fabar. Seine Lge Nr. 39 lautet nmlich: Es gab keine Massenerschieungen. Es gibt keine Beweise dafr, denn Tter htten niemals ausgesagt, und berlebende konnte es nicht geben. Solch einen hanebchenen Unsinn behauptet freilich niemand. Tiedemanns Gegenbeweis eine Aussage ber das behauptete Massaker von Babi Jar verfehlt zudem wiederum die revisionistische Kritik an dieser Behauptung. Sie beruht auf extrem widersprchlichen Aussagen, technisch unmglichen Behauptungen und auf der Tatsache, da das
28

29

Filip Mller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz, Verlag Steinhausen, Mnchen 1979, S. 74. Germar Rudolf, Sibylle Schrder, Partisanenkrieg und Repressalttungen, VffG, 3(2) (1999), S. 145-153, sowie Kapitel VII, Die Rolle der Einsatzgruppen in den besetzten Ostgebieten, von Carlo Mattogno, Jrgen Graf, Treblinka. Vernichtungslager oder Durchgangslager, Castle Hill Publishers, Hastings 2003 ([Link]/D/Treblinka).

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behauptete Massaker durch Luftaufklrungsfotos aus der damaligen Zeit als Lge widerlegt ist, was inzwischen sogar etablierte Historiker zugeben.30 Die sich daraus ergebenden quellenkritischen Probleme fr Dokumente, die von dem Massaker berichten, liegen auf der Hand. Tiedemann trgt nicht nur nichts zur Lsung des Problems bei, sondern er verschlimmert es, indem er die Diskussion durch lgnerisch erfundene, falsche Unterstellungen polarisiert. Die von Tiedemann abgebildeten Fotobeweise zeigen im brigen, wo das Problem liegt. Sein Bild auf S. 120 untertitelt er mit Angehrige der Einsatzkommandos zwingen jdische Frauen aus dem Getto von Mizo , sich vor der Ermordung nackt auszuziehen. Andere Quellen behaupten nmlich, dieses Foto sei in Treblinka aufgenommen worden.31 Wer hat recht? Womglich keiner von beiden. Tiedemanns Bild auf S. 121 zeigt brigens in der Mitte oben einige Leichen, die ber dem Erdboden schweben. Mit anderen Worten: Das Bild ist von sehr schlechter Qualitt und offenbar retuschiert worden, so da man seine Authentizitt in Frage stellen mu. Auch Tiedemanns Verweis auf Himmlers Posener Rede, in der er von 100, 500 oder gar 1000 Leichen sprach, ist wenig stichhaltig, wie ich ebenfalls bei meiner Diskussion von Prof. Noltes Argumenten an anderer Stelle in diesem Buch dargelegt habe (S. 145).

Lge Nr. 40: Das Rote Kreuz lie nach Kriegsende verlauten, da nur 300.000 Opfer rassischer und politischer Verfolgung zu beklagen seien.
Tiedemanns Ansatz, diese Behauptung durch ein Schreiben des IKRK aus Genf zu widerlegen, ist falsch. Die Zahl von 300.000 namentlich beurkundeter Sterbeflle stammt vom Suchzentrum des IKRK in Arolsen, nicht von der Zentrale in Genf.32

30

31

32

Vgl. J. Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945, 7. Auflage, Herbig, Mnchen 2001, S. 210. [Link]/education/history1900s/library/holocaust/[Link]; G. Schoenberner, Der gelbe Stern, Rtten und Loening, Hamburg 1960, S. 163; Jdisches Historisches Institut Warschau (Hg.), Getto, Massenmord, Rderberg, Frankfurt/Main 1960, S. 334; S. Einstein, Eichmann - Chefbuchhalter des Todes, Rderberg, Frankfurt/Main 1961, S. 202; A. Donat (ed.), The Death Camp Treblinka, Holocaust Library, New York 1979, S. 260f.; Tiedemann plappert hier Till Bastians Desinformation nach, vgl. dazu meine Ausfhrungen in diesem Buch auf S. 103. Tiedemanns Lge Nr. 41, die UNO habe eine Opferzahl von 200.000 genannt, ist wohl wirklich falsch.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Lge Nr. 42 & 43: Geheime Dokumente in westlichen bzw. stlichen Archiven beweisen Hitlers Unschuld
Wenn Tiedemann ein wenig recherchiert htte, so wte er, da die britische Regierung Akten ber den Zweiten Weltkrieg bis 2017 gesperrt hat, und er wte auch, da viele deutsche und osteuropische Archive den Zugang westlicher Forscher stark eingeschrnkt haben, um insbesondere den Zugang unabhngiger Forscher zu unterbinden.33 Das macht die Archive zwar nicht geheim, aber es liegt in der Tat den Verdacht nahe, da sie Dinge enthalten, die den herrschenden Mythos untergraben.

Lge Nr. 45: Alle Dokumente, die den Holocaust belegen, sind geflscht. Filme wurden gestellt und Fotos manipuliert. Smtliche Tteraussagen wurden erzwungen
In dem Versuch, diese pauschale und irrefhrende Aussage zu widerlegen, produziert Tiedemann lediglich heie Luft. Die Frage ist zum Beispiel nicht nur, ob ein Dokument (Foto, Film, Papier) geflscht ist, sondern auch, ob sein Inhalt richtig ist bzw. richtig interpretiert wurde. Die revisionistische Argumentation ist da sehr vielschichtig, im Gegensatz zu Tiedemanns Ansatz. Dokumentenflschungen zum Dritten Reich sind ja nicht neu. Warum da der Holocaust eine Ausnahme bleiben soll, wo doch von ihm fr die Siegermchte und die siegreichen Ideologien so viel davon abhing und abhngt, ist nicht ersichtlich. Letztlich zhlt im Einzelfall das Argument. Tiedemann aber hat nur Polemik auf Lager.

Lge Nr. 46: Der Leuchter-Report bzw. Remer-Report stellen fachlich kompetente und wissenschaftlich einwandfreie Gutachten dar.
Bei der Besprechung des Leuchter-Reports und meines Gutachtens offenbart Tiedemann dann seine ganze Inkompetenz und bsartige Lgenhaftigkeit. So schreibt er auf Seite 135 eingangs, der Remer-Report stelle im wesentlichen nur eine deutsche bersetzung des Leuchter-Reports dar. Schon die Wortwahl Remer-Report fr mein Gutachten zeigt, da Tiedemann mein Gutachten offenbar nie in der Hand hielt. Da er es fr eine simple

33

Auch diese Fragen hat er von Till Bastian abgekupfert, vgl. meine Kritik dort, S. 100.

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In Auschwitz wurde niemand vergast

bersetzung des Leuchter-Reports hlt, macht diese Vermutung zur Gewiheit. Weil er beide Gutachten flschlich gleichsetzt, beschrnkt er sich anschlieend auf eine Diskussion des Leuchter-Reports. Tiedemann beraubt sich anschlieend jedweder Ernsthaftigkeit, wenn er behauptet: Weder Leuchter, noch [] Germar Rudolf, sind Fachleute fr die von ihnen behandelte Thematik. Da ich als Diplom-Chemiker (so tituliert mich Tiedemann korrekt) in meinem Gutachten vor allem chemische Untersuchungen machte, stellt sich die Frage, warum Tiedemann schon wieder lgt. Tiedemann meint weiter: Auch was die investierte Arbeitszeit und die Grndlichkeit der Recherche vor Ort betrifft, verlassen beide Arbeiten jeden Boden seriser Wissenschaft. Anschlieend versucht Tiedemann noch nicht einmal, diese Behauptung in meinem Falle zu belegen. Das kann er freilich nicht, weil er mein Gutachten offenbar nicht kennt. Er urteilt also bar jeden Wissens.

Lgen 47-50: Argumente gegen Fred Leuchter


Bei seinem Widerlegungsversuch dieser vier angeblichen Lgen Fred Leuchters bezieht sich Tiedemann auf die Argumente von Till Bastian und Georges Wellers, wie ich sie in diesem Band bereits errtert und widerlegt habe.34 Da vllig ignorant und unwissend, begeht Tiedemann die gleichen Fehler wie diese, so zum Beispiel auf S. 140 mit folgender Bemerkung: [] denn Blausure zerfllt tatschlich erst bei 26 Grad Celsius zu Gas. 1. Ein Stoff zerfllt nicht zu Gas, sondern er wird zu Gas, oder er wird gasfrmig, oder er verdampft bzw. verdunstet. 2. Blausure verdampft nicht erst bei 26C, sie verdampft bei jeder Temperatur bei hohen schnell, bei niedrigen langsam. 3. 26C ist der Siedepunkt (Kochpunkt) von Blausure, nicht ihr Verdampfungspunkt (so etwas gibt es nicht). Tiedemann lgt auf S. 142 wieder, wenn er behauptet, ich habe mich in meinem Gutachten nicht um die gegen den Leuchter-Report erhobenen Einwnde gekmmert. Tatschlich widmete ich mich auf den Seiten 101-108

34

Vgl. die Beitrge Heiluft-Wellen und Die Zeit lgt! in diesem Band.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

ausschlielich diesen Kritiken,35 und mein Gutachten selbst ist von Anfang bis Ende nichts anderes als eine massive Korrektur des Leuchter-Reports.

Lgen 51: Scheiterhaufen im Sumpf sind unmglich


Auf S. 144 lgt Tiedemann nochmals, wenn er behauptet, ich htte in meinem Gutachten verschwiegen, da das Lagergelnde in Auschwitz durch ein Grabensystem entwssert wurde. Tatschlich widmete ich dem Grabensystem anderthalb Seiten.36 In dem Zusammenhang bringt Tiedemann es fertig, den Revisionisten flschlich folgende Aussage zu unterstellen: Das Gelnde in Auschwitz ist viel zu sumpfig, als da dort ein Scheiterhaufen htte entfacht werden knnen. Ob Tiedemann den Unterschied zwischen einer Grubenverbrennung und einem Scheiterhaufen kennt? Als Widerlegung zeigt Tiedemann dann ein Bild, das wahrscheinlich Fleckfieberopfer in Auschwitz zeigt.37 Was damit bewiesen werden soll, ist unklar.

Lge Nr. 59: Die deutsche Bevlkerung wute nichts vom Holocaust
Auch diese von Tiedemann den Revisionisten untergeschobene Behauptung wird von ihm lediglich genutzt, um vom eigentlichen Thema abzulenken. All die unangezweifelten, von Tiedemann vorgelegten Beweise fr den ffentlich bekundeten und in verschiedenste Diskriminierungen umgesetzten radikalen Antisemitismus der Nationalsozialisten bis hin zur Reichskristallnacht und zu den Deportationen beweisen nicht die Intention, Planung und Durchfhrung eines gigantischen Massenmordes mit industriellen Mitteln, und das genau ist es, was den Holocaust ausmacht.

Zusammenfassung
Das ganze Holocaust-Kapitel Tiedemanns strotzt nur so vor Simplifikationen und falschen Fhrten. Tiedemann arbeitet geschickt suggestiv mit Bildflschungen und falschen Untertiteln. Die blichen Bilder ausgemergelter Leichen soll den unterstellten Massenmord beweisen, so auf den Seiten 131f. (vgl. umseitig). Da nach Kriegsende aufgenommen, beweisen sie aber eben nur
35

36 37

R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993 ([Link]/D/rga1/[Link]). Ebenda, S. 35f. Auch dies hat er von Till Bastian abgekupfert, vgl. meine Diskussion auf S. 98.

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In Auschwitz wurde niemand vergast

den totalen Zusammenbruch der Infrastruktur und damit auch der Lagerversorgung des zu Tode gebombten Dritten Reiches was Tiedemann verschweigt. Er macht also aus den Opfern des Zusammenbruchs Mordopfer der NS-Rassenideologie. Natrlich drfen auch die schon vielfach kolportierten Zeichnungen nicht fehlen, die zwar deutsche Verbrechen beweisen sollen, aber wahrscheinlich nur Flschungsverbrechen belegen: Auf S. 111 zeigt uns Tiedemann Aufnahmen von angeblichen Nhten an Frauenbeinen, die zu sehr wie Gemlde aussehen, als da man es ihm abnehmen knnte, und auch das Bild des jdischen Herrn Spiegel mit dem seltsam aufgemalten Schild um den Hals und seinen surrealen Beinen, der angeblich 1933 durch Deutschlands Straen gejagt wurde und von dem gleich eine ganze Reihe verschiedener Versionen existieren, darf nicht fehlen.38 Da hilft es auch nicht, da Tiedemann solche Bildanalysen fr ekelerregend hlt, denn es sind nicht zuletzt die etablierten Historiker, die solche Bildflschungen selbst entlarvt bzw. zugegeben haben.39 Wahrscheinlich besitzt Markus Tiedemann als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Philosophiedidaktikers fachlich nicht gerade die
38

Fotodokument von 1945. Gipfelpunkt der Rassenideologie: das Massengrab eine[s] Konzentrationslagers, wie es alliierte Truppen fanden.

Fotodokument vom 1. Mai 1945: Ein polnischer Jude in einem Auenlager von Kaufering bei Landsberg vor den Leichen ermordeter Mithftlinge.

Tiedemanns Bildlgen durch Falschuntertitelungen (S. 131f.)

39

Vgl. Udo Walendy, in: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 225 ([Link]/D/gzz/[Link]). Vgl. U. Walendy, Do Photographs Prove the NS Extermination of the Jews?, in: G. Rudolf (Hg.), aaO. (Anm. 27), S. 243-267 ([Link]/GB/Books/dth/[Link]).

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Ausbildung, um die sich selbst gestellte Aufgabe entsprechend zu bewltigen. Doch selbst wenn er sie htte oder sie sich anlernen wrde, darf bezweifelt werden, ob der politisch-pdagogische Ansatz seines Buches der Sache dienlich ist. Denn zu offenkundig sind die Schwchen derartiger Einugigkeiten, als da sie nicht von den Revisionisten dazu ausgentzt werden knnten, das Buch als weiteren Beweis fr die Lgenhaftigkeit und Hinterhltigkeit der Exterminationisten zu instrumentalisieren. Fest steht, da man einer so komplexen Angelegenheit wie dem Nationalsozialismus und besonders der Judenverfolgung nicht dadurch gerecht werden kann, indem man das Thema willkrlich in 60 Unterkapitelchen zerhackt und diese dann mit wenigen Zitaten abhandelt und mit ein paar flotten Sprchen garniert. Allein schon deshalb ist der Tiedemannsche Ansatz von vornherein zum Scheitern verurteilt. Schwerer allerdings wiegt, da M. Tiedemann es offenbar nicht fr ntig hlt, auf die revisionistischen Argumente einzugehen. Damit reiht er sich zwar fugenlos ein in die Reihe der typischen Vertreter seiner Spezies. Das drfte allerdings nur seiner Karriere ntzen, nicht aber seiner Sache. Und den Lehrern, die sich auf dieses Buch von Tiedemann verlassen, seien kritische und kompetente Schler gewnscht, die ihnen das Frchten lehren. Schwierig ist das nicht.

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Professor Meineid

Einen ganz besonderen Kalauer hat Prof. James Roth von den Alpha Analytic Laboratories, Ashland, Massachusetts, der Debatte um den LeuchterReport hinzugefgt, den ich hier aufgreifen mchte, weil die internationalen Medien den Behauptungen Prof. Roths im Zusammenhang mit der Verleumdungsklage des britischen Historikers David Irving gegen Deborah E. Lipstadt eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt haben.1 Fr seinen Dokumentarfilm Mr. Death ber Fred A. Leuchter interviewte Errol Morris auch Prof. Dr. James Roth. Sein Labor hatte 1988 die von Leuchter in Auschwitz genommenen Mauerproben der angeblichen Gaskammern auf Rckstnde des Giftgases Zyklon B untersucht (Eisencyanide). Prof. Dr. Roth wurde anschlieend im Verfahren gegen Ernst Zndel als sachverstndiger Zeuge vernommen. Von Errol Morris etwa 10 Jahre spter befragt, tat Prof. Roth alles in seiner Macht stehende, um sich von den Konsequenzen der Analysen seines Hauses zu distanzieren. Gewicht erhielt diese Aussage erst, indem sie vom niederlndischen Kulturhistoriker Prof. Robert van Pelt in seinem Gutachten zitiert wurde. Van Pelt schreibt ber Roths Aussage in Morris Film:2 Roth erklrt, da Cyanid nur an der Oberflche von Ziegelstein oder Verputz reagiert und nicht weiter als 10 Mikrometer, oder 0,01 mm, in das Material eindringt, was einem Zehntel der Dicke eines Haares entspricht [].Mit anderen Worten, wenn man die Cyanidkonzentration einer Ziegelsteinprobe bestimmen mchte, so sollte man reprsentative Proben von dessen Oberflche nehmen, 10 Mikrometer dick, und nicht mehr.

Diese Behauptungen spielten fr den Ausgang des Verfahrens eine nicht zu unterschtzende Rolle, vgl. Urteil Gray, Zivilverfahren vor der Queens Bench Division, Royal Courts of Justice, Strand, London, David John Cawdell Irving vs. (1) Penguin Books Limited, (2) Deborah E. Lipstadt, Ref. 1996 I. 13.79; vgl. meine Kritik dieses Urteils in diesem Band unter Der Pseudo-Architekt. Robert J. van Pelt, Pelt Report, eingefhrt im Zivilverfahren, ebenda, S. 307 ([Link]/evidence/[Link]).

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Cyanidkonzentrationen ausgesuchter Proben


entnommen den Wnden der Entlausungskammern in Birkenau. Nach G. Rudolf/Institut Fresenius, Taunusstein. Werte als mg pro kg; %Fe: Anteil des zu Eisenblau umgewandelten Eisens am Gesamteisengehalt Nr. Gebude Entnahmeort und tiefe Material c[CN-] c[Fe] %Fe 9 B1a BW 5a Innenseite Auenmauer (West), 120 cm Verputz 11000,0 12000 75 von Nordmauer, 155 cm vom Boden, 02 mm. Verputz 11 B1a BW 5a Wie 9, 1-10 mm. 2640,0 6000 36 2900,0 8500 28 12 B1a BW 5a Ostmauer (innen), 170 cm von Nord- Verputz mauer, 170 cm vom Boden, (stl. Heiluftkammer), 0-2 mm. Verputz 13 B1a BW 5a Wie 12, 2-10 mm. 3000,0 9000 27 14 B1a BW 5a Auenseite Westmauer, 40 cm von Ziegel 1035,0 25000 3,5 Sdseite, 160 cm vom Boden, 0-5 mm. Mrtel 1560,0 10000 13 15a B1a BW 5a Auenseite Sdmauer, 40 cm von Westseite, 210 cm vom Boden, 0-3 mm. 16 B1b BW 5b Auenseite Sdmauer, 2 m von EinZiegel 10000,0 47000 17 gangstr, 1 m vom Boden, 0-7 mm. Verputz 13500,0 15000 74 17 B1b BW 5b Innenseite Sdmauer, 130 cm von Ostmauer, 130 cm vom Boden, 4-10 mm. 19a B1b BW 5b Innenseite Nordmauer, 230 cm von Verputz 1860,0 4300 35 Ostmauer, 90 cm vom Boden, 0-4 mm. Verputz 19b B1b BW 5b Wie 19a, 4-8 mm. 3880,0 9500 33 7850,0 11000 59 20 B1a BW 5a Innenseite Auenmauer (West), 40 cm Verputz von Sdmauer 210 cm vom Boden, 0-3 mm. 4530,0 11000 34 22 B1a BW 5a Innenseite Auenmauer (Sd), 40 cm Verputz von Westmauer 155 cm vom Boden, 310 mm.

Prof. Dr. James Roth sagt wissentlich die Unwahrheit, ist also ein Lgner, was sich wie folgt belegen lt: 1. Tatsache ist, da die Wnde der Entlausungskammern in Auschwitz, Birkenau, Stutthof und Majdanek mit Cyanidverbindungen angereichert sind, und zwar nicht nur oberflchlich, sondern in jeder Tiefe, wie ich mittels meiner Probeentnahmen aus verschiedenen Gemuertiefen bewiesen habe, vgl. insbesondere meine Proben Nr. 11, 13, 17, 19b und 23 in Tabelle 11 meines Gutachtens (vgl. Tabelle).3 Sie beweisen, da Cyanid recht einfach tiefe Schichten von Verputz und Mrtel erreichen kann. Sogar die anderen
3

Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 156f. ([Link]/D/rga2).

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Professor Meineid

Proben zeigen, da Prof. Roths Behauptung falsch ist. Es ist logisch unmglich, da die oberen 10 Mikrometer der Proben (0,010 mm) alles gemessene Eisenblau enthalten, da dies bedeuten wrde, da zwischen 10 und 75% des gesamten Eisengehaltes der Proben (Spalte ganz rechts) in einer Schicht konzentriert ist, die weniger als 1% des Probenmaterials ausmacht. 2. Zudem legt die Fachliteratur sehr ausfhrlich dar, da a. Blausure (HCN) eine uerst mobile chemische Verbindung ist, die bezglich ihrer physikalischen Eigenschaften dem Wasser gleicht,4 b. die zudem recht einfach durch dicke, porse Schichten wie Mauern hindurch diffundieren kann.5 3. Auerdem ist allgemein bekannt, da Zement- und Kalkmrtel hochporse Materialien sind, vergleichbar etwa einem Schwamm.6 In derartigen Materialien gibt es daher gar nicht so etwas wie eine definierte Schicht von 0,01 mm, jenseits der HCN nicht gelangen knnte, so wie es keinen Grund gibt, warum Wasser einen Schwamm nicht weiter als einen Millimeter durchdringen knnte. Wasserdampf beispielsweise, der sich physikalisch hnlich verhlt wie Blausure, kann eine Wand ebenfalls sehr leicht durchdringen. 4. Letztlich sind die massiven Verfrbungen der in meinem Gutachten gezeigten Auenwnde der Entlausungsanlagen von Birkenau, Majdanek und Stutthof ein offensichtlicher und schlagender Beweis dafr, wie ein-

W. Braker, A.L. Mossman, Matheson Gas Data Book, Matheson Gas Products, East Rutherford 1971, S. 301; R.C. Weast (Hg.), Handbook of Chemistry and Physics, 66th Ed., CRC Press, Boca Raton, Florida 1986, E 40. L. Schwarz, W. Deckert, Zeitschrift fr Hygiene und Infektionskrankheiten, 107 (1927), S. 798813; ebenda, 109 (1929), S. 201-212. DIN 4108, Teil 3 bis 5, behandelt die Wasserdampfdiffusion in Baustoffen. Die wichtigste Kennziffer fr Baustoffe ist der so genannte Diffusionswiderstandskoeffizient, eine dimensionslose Zahl, die angibt, um wieviel langsamer die Diffusion durch einen bestimmten Baustoff vor sich geht als durch eine ruhende Luftschicht gleicher Dicke. Diese Zahl gilt fr den Dampf der Blausure ebenso wie fr Wasserdampf oder irgendein anderes Gas. Unter den etwa 100 Baustoffen, die in DIN 4108 Teil 4 aufgelistet sind, findet man fr Kalk- und Zementputz einen Diffusionswiderstand von 15 bis 35, wobei der Widerstand mit dem Zementgehalt steigt, fr Gipsputz von 10, fr Ziegelmauerwerk von 5 bis 10, fr Glaswollmatten von 1. Das heit also, wenn ein Gas sich in ruhender Luft mit einer Geschwindigkeit von 1 cm pro Sekunde ausbreitet, dann braucht es 15 bis 25 Sekunden, um l cm tief in einen Kalk- oder Zementputz einzudringen, und 5 bis 10 Sekunden, um ebenso tief in Ziegelmauerwerk einzudringen (Dank an Herrn C.H. Christmann fr diesen Hinweis). Siehe dazu auch die Analyse zur Porositt in der Erstausgabe meines Gutachtens, R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993, Kapitel 2.5., S. 49-51 (online: [Link]/D/rga/[Link]).

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fach die Blausure und ihre Verbindungen derartige Wnde durchdringen knnen. Als Professor fr analytische Chemie mu dies Prof. Roth bekannt sein, und man kann sich nur wundern, warum er derartige ungeheuerliche Lgen verbreitet. Als Beweis fr die Lge verweise ich darauf, was Prof. Roth selbst whrend des zweiten Zndel-Verfahrens unter Eid ausgesagt hat:7 In porsen Materialien wie Ziegelstein und Mrtel kann das Eisenblau [recte: die Blausure] ziemlich tief eindringen, solange die Oberflche offen bleibt, aber mit der Bildung von Eisenblau ist es mglich, da dies die Poren verschliet und die Durchdringung stoppt. Prof. Roth mag sich gezwungen gefhlt haben, Leuchter anzugreifen, um selbst vor Angriffen durch die gleichen Lobbygruppen verschont zu bleiben, die bereits Fred Leuchters Karriere zerstrt haben. Aber das ndert nichts daran, da er entweder in Morris Interview gelogen hat oder aber damals unter Eid falsch aussagte, also einen Meineid leistete. Dazu pat, da Prof. Roth im Interview mit Errol Morris sinngem ausfhrte, wenn er gewut htte, wo Leuchters Proben herstammten, dann htten seine Analysenergebnisse ganz anders ausgesehen.8 Ob das heit, da Prof. Roth seine Analysenergebnisse je nachdem festlegt, ob ihm die Herkunft der zu untersuchenden Proben gefllt oder nicht? Eine solche Einstellung ist genau der Grund, warum man einem unabhngigen Analysenlabor niemals die Herkunft seiner Proben mitteilen sollte, denn der Begriff unabhngig ist recht flexibel, wenn es um uerst kontroverse Themen geht. Was Prof. Dr. Roth hier zumindest unter Beweis gestellt hat, ist ein Mangel an professioneller Aufrichtigkeit. Da Prof. Dr. Jan van Pelt sich whrend des Irving-Verfahrens auf Prof. Roth in seiner eigenen Argumentation sttzte, mag man ihm als jemand, der von Chemie keine Ahnung hat, nachsehen.

Barbara Kulaszka, Did Six Million Really Die? Report on the Evidence in the Canadian False News Trial of Ernst Zndel 1988, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1992, S. 363 (im Protokoll 33-9291; [Link]/english/dsmrd/[Link]). Errol Morris Dokumentarfilm, Mr. Death: The Rise and Fall of Fred A. Leuchter, Jr., uraufgefhrt im Januar 1999 whrend des Sundance Film Festivals in Park City (Utah, USA); eine leicht gekrzte, kommentierte Fassung wird kommerziell vertrieben.

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Grn sieht Rot

Eine weitere merkwrdige Erwiderung auf mein Gutachten erfolgte von dem Amerikaner Dr. Richard Green, der einen Bildungshintergrund besitzt, der meinem sehr hnlich ist. Der Laie wrde nun zu Recht vermuten, da zwei Experten mit solch hnlichen Voraussetzungen zu hnlichen Schlufolgerungen kommen, was Themen betrifft, die ihrer Fachkenntnis entsprechen. Das ist aber hier nur teilweise der Fall. Das knnte an Greens politischen Vorurteilen liegen, die ich nachfolgend aufzeigen mchte.

Politische Polemik
Im Frhjahr 1998 verffentlichte der amerikanische Chemiker Dr. Richard J. Green im Internet Beitrge, in denen er den Leuchter-Report1 und mein Gutachten ber die Gaskammern von Auschwitz2 kritisierte.3 Diese Beitrge zeichnen sich wie folgt aus: 1. Er wiederholt Argumente von Deborah Lipstadt,4 zum Beispiel die dumme, unwissenschaftliche Forderung, es drfe mit den Holocaust-Leugnern keine Debatte geben. 2. Er meint, Leuchter habe nicht die Qualifikationen besessen, die er vorgab zu besitzen, was erstens nicht stimmt5 und zweitens fr die Argumentation um die Tatsachen vllig unerheblich ist.
1

Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]). Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 ([Link]/D/rga2). Richard J. Green, The Chemistry of Auschwitz, 10.5.1998, online: [Link]/auschwitz/chemistry/, und Leuchter, Rudolf and the Iron Blues, 25.3.1998, online: [Link]/auschwitz/chemistry/blue/. Da der zweite, frhere Beitrag recht oberflchlich ist, konzentriere ich mich nachfolgend auf den ersten. Deborah E. Lipstadt, Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory, Free Press, New York 1993; dt.: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zrich 1994. Leuchter war von der Ingenieurskammer von Massachusetts vorgeworfen worden, unberechtigt den Titel Ingenieur benutzt zu haben. Das damit befate Gericht verweigerte die Annahme des

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3. Er meint, nicht verstehen zu knnen, warum ich unter verschiedenen Pseudonymen publiziert habe, auch wenn er zugibt, da ich auf unakzeptable Weise wegen meiner Ansichten verfolgt werde. 4. Green unterstellt, die in der US-Verfassung garantierte Redefreiheit wrde aufgehoben werden, wenn Leute wie Rudolf und sein Held Remer jemals hier an die Macht kmen. Ich kann nicht fr den 1997 verstorbenen Generalmajor Remer sprechen, aber bezglich meiner Person ist dies nicht nur falsch, sondern obendrein eine Beleidigung. Auerdem war Herr Remer fr mich kein Held. Er war ein Angeklagter, der wie jeder andere auch ein Recht auf eine unbehinderte Verteidigung hatte. Indem er Remer als meinen Helden beschreibt, mchte mich Green offenbar mit Remers politischen Ansichten in Verbindung bringen. Schlielich bezeichnet Green meine Argumente als Tuschungen: Aufgrund der Tatsache, da er [Rudolf] tatschlich einige Chemiekenntnisse besitzt, sind seine Tuschungen ausgeklgelter als die der anderen Holocaust-Leugner. Nichtchemiker sollten daher beim Aufgreifen seiner Argumente vorsichtig sein. Letzten Endes wendet er aber die gleichen Irrefhrungen und trgerischen Argumente an wie Leuchter und Lftl, auch wenn er bei seinen Betrgereien und Argumenten auf eine schwierigere Chemie zurckgreift. Wenn wir einmal voraussetzen, da ich Fehler gemacht habe niemand ist ohne Fehler so heit das nicht, ich htte jemanden betrgen wollen. Wer Andersdenkenden bse Absichten unterstellt was man leider auf beiden Seiten dieser Debatte findet , setzt voraus, selbst im Besitz der einzigen und absoluten Wahrheit zu sein, und da jeder andere sie auch kennen msse. Wenn jemand dennoch anderer Meinung ist, so knne das nur deshalb sein, weil er wider besseres Wissen die Unwahrheit sagt, also mit bser Absicht lgt. Diese Unterstellung wiederum hat zur Folge, da die Rechte der Dissidenten eingeschrnkt werden, indem man ihnen unterstellt, keine wissenschaftlich gltigen Argumente zu haben, und indem man ihnen sodann die Teilnahme an Diskussionen und Debatten verweigert. Als letzten Schritt werden ihnen dann die Menschenrechte auf freie
Falles und zwang die Parteien zu einer auergerichtlichen Einigung, in der Leuchter sich verpflichtete, auch weiterhin nicht zu tun, was er nie getan hatte, nmlich irgendwelche Gesetze oder Anordnungen des US-Bundesstaates Massachusetts zu verletzen, vgl. sein Schreiben vom 5. April 1999 ([Link]/GB/c/DI/[Link]); siehe auch Fred A. Leuchter, Witch Hunt in Boston, Journal of Historical Review 10(4) (1990), S. 453-460 ([Link]/GB/Journals/JHR/10/4/[Link]); Mark Weber, Ein prfender Blick in Amerikas Todesstrafen-Industrie besttigt das Leuchter-Gutachten, VffG, 2(3) (1998), S. 226-228.

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Grn sieht Rot

Meinungsuerung und Freiheit der Wissenschaft und Forschung aberkannt, wie es heute bereits in vielen europischen Lndern der Fall ist. Es kann daher nicht berraschen, da Green darauf besteht, da seine Auffassung geschichtlicher Ereignisse historische Fakten sind, wohingegen das, was die Revisionisten tun, lediglich pseudowissenschaftlich sei, die Verbreitung geschmackloser und falscher Propaganda. Auch wenn es erlaubt sein solle, die Unwahrheit zu verbreiten, so wird dadurch aus Unwahrheit nicht Wahrheit. Er unterstellt schlielich, wir Revisionisten htten Spa daran, ein bichen Verwirrung zu stiften und die Wahrheit zu verschleiern, und da wir eine Lge verbreiteten, die er als solche blozustellen trachte. Am Ende seiner polemischen Attacken fat Green meine obige Argumentation dann selbst so zusammen, da er uns ein Fallbeispiel fanatischer Ausgrenzungslogik gibt: Es bringt mich nicht in Verlegenheit, Holocaust-Leugnung als Hareden zu bezeichnen. Genau das ist es. Leute, die klug genug sind fr solche Verschleierungen mittels pseudowissenschaftlicher Argumente, sind auch klug genug, um zu wissen, was sie tun: sie propagieren eine Lge. Auch wenn einige Personen die Holocaust-Leugnung aufgrund ihrer geistigen Beschrnkung oder wegen Geisteskrankheiten anziehend finden, so sind es doch ganz andere Personen, die diese schlauen, aber lgenhaften pseudowissenschaftlichen Gutachten schreiben. Die Leute, die diese Gutachten schreiben, werden von dem Wunsch angetrieben, den Nationalsozialismus, eine Ideologie des Hasses, zu rehabilitieren. Dies sind Hareden, und indem ich sie so nenne, mache ich nur von meinem Recht auf freie Meinungsuerung Gebrauch. Hier haben wir es: eine Harede. Hier wird mir unterstellt, ich wolle die Inkarnation des Teufels auf Erden rehabilitieren und genau das ist der Nationalsozialismus in den Augen der berwiegenden Mehrheit , und da ich zu diesem Zweck teuflische Techniken anwende bzw. alternativ dazu, da man geisteskrank bzw. geistesschwach sein msse, um meine Thesen zu glauben. Auf lange Sicht betrachtet bringt uns diese Art der Argumentation in die Irrenanstalten, in Gefngnisse oder auf die Scheiterhaufen, eine Situation, die in Deutschland leider allzu real ist.6 Greens Auslassungen sind daher wahre Hareden, aber leider sind sie politisch korrekt und werden somit annhernd von jedem untersttzt. Und nebenbei angemerkt: Selbst wenn es wahr wre, da einige Revisionisten den Nationalsozialismus rehabilitie6

Vgl. dazu G. Rudolf, Kardinalfragen an Deutschlands Politiker, Castle Hill Publishers, Hastings 2005 ([Link]/D/kadp).

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ren wollen ich gehe davon aus, da dies nur eine Minderheit ist , so ist das kein Argument gegen die Gltigkeit unserer Argumente. Darauf reagierend, meinte Green in bsartiger Dialektik:7 Und was ist eigentlich eine wirkliche Harede? Es scheint, Harede sei eine Rede dann, wenn man jemandes Reden Hareden nennt. Wenn das der Fall ist, so begeht er [Rudolf] selbst Hareden nach seiner eigenen Definition. Wenn es Zensur ist, eine Rede als Harede zu bezeichnen, dann zensiert Rudolf. Das ist freilich reiner Unsinn, da ich nie irgendeine Form der Zensur untersttzt habe, auch wenn es sich um Hareden handelt. Zudem habe ich Dr. Greens Aussagen nicht Hareden genannt, weil er meine Aussagen Hareden nennt, sondern weil er behauptet, da wir Revisionisten moralisch minderwertig seien und angeblich allerlei bsartige Techniken verwenden, um das zu rehabilitieren, was er in seinem Beitrag als die Ideologie des Hasses bezeichnet. Green hat nicht bewiesen, da ich oder andere Revisionisten die Herrschaft des Hasses rehabilitieren wollen, noch knnte ihm das je gelingen. Er behauptet es einfach, und indem er dies tut, setzt er uns dem Ha der ganzen Welt aus. Green stachelt damit die ganze Welt zum Ha gegen uns auf. Das ist es, was ich Hareden nenne: Eine Rede, die falsche und vllig unfundierte Beschuldigungen in die Welt setzt, die darin resultieren, da die Welt jemanden hat. Wenn beispielsweise jemand ohne stichhaltige Beweise vorzulegen sagen wrde: Alle Juden lgen und verschleiern die Wahrheit, um eine Weltherrschaft des Hasses zu errichten. Ich nehme an, da Dr. Green mit mir bereinstimmt, da dies eine Harede ist. Aber wenn man ohne Beweise schreibt: Alle Revisionist lgen und verschleiern die Wahrheit, um eine Weltherrschaft des Hasses zu errichten. dann soll das angemessen sein? Andererseits ist Richard Greens Art der Argumentation Beweis dafr, da er selbst eine starke politische Motivation hat, die seine Wahrnehmung der Realitt verzerren mag: Anscheinend ist er ein extremer Gegner jeder historischen Rehabilitation des Nationalsozialismus. Aber derartige Motivationen drfen unsere wissenschaftliche Argumentation nicht beeinflussen, da sie rein politischer Natur sind. Die Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Forschung drfen nicht davon abhngen, welche Auswirkung sie auf die Rein7

[Link]/auschwitz/chemistry/not-the-science/. Der Beitrag wurde zusammen mit Jamie McCarthy verfat. Da nicht zu erkennen ist, wer fr welche Aussage verantwortlich ist, adressiere ich hier konsequent nur Dr. Green.

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heit der Weste irgendwelcher historischer Personen oder politischer Ideologien haben. Sich um die politische Wirkung irgendeiner Forschung Sorgen zu machen, ist in hohem Mae unwissenschaftlich. Da Green diese fundamentale Voraussetzung wissenschaftlichen Arbeitens und zivilisierter Auseinandersetzungen nicht begreift, beweist er in zwei spter verfaten Arbeiten, in denen er ausfhrt, es knne keine richtige Debatte zwischen jenen geben, die versuchten, die Geschichte zu verstehen, und jenen, die zu verschleiern trachten und da genaue Informationen prsentiert werden mssen, damit die Leichtglubigen nicht von jenen vereinnahmt werden, die das Nazi-Regime weiwaschen wollen. Weite Bereiche von Greens zweitem Artikel befassen sich mit persnlichen Angriffen auf mich, auf die ich angemessen antwortete.8 Da ich nicht mehr Papier fr diese Greensche Schlammschlacht verschwenden will, sei der an geistigem Unrat Greens interessierte Leser auf diesen Beitrag im Internet verwiesen. Es sei lediglich auf zwei Punkte hingewiesen: Green erachtet es als ehrenhaft und politisch notwendig, der Opfer des jdischen Holocaust zu gedenken. Da ich es jedoch ebenso fr ehrenhaft und politisch notwendig erachte, der Opfer des deutschen VertreibungsHolocaust zu gedenken als Sohn eines aus Schlesien vertriebenen Vaters engagierte ich mich zeitweilig in Verbnden und Parteien, die dem Anliegern der Vertriebenen nahestehen sieht Green als Beweis dafr, ich sei ein politisch Rechter, weshalb er schlufolgert: Rudolfs Ruf als ein undogmatischer und objektiver Wahrheitssucher mu in Frage gestellt werden. Jeder Mensch hat seine eigenen politischen Ansichten. Aber der Ruf eines Wissenschaftler hngt nicht von seinen politischen Ansichten ab, sondern von der formellen wie auch der inhaltlichen Qualitt seiner Arbeit. Dazu gehrt es, da man seine wissenschaftlichen Kontrahenten eben nicht politisch verdchtigt. Ich schreibe ja beispielsweise auch nicht, Green sei ein Jude und habe Kontakt zu Linksextremisten,9 weshalb er als voreingenommen abzulehnen und seine Argumente zu ignorieren seien. Vielmehr schreibe ich eben, da Greens Argumente abzulehnen seien, weil seine sie falsch bzw. unschlssig sind.

8 9

[Link]/GB/c/GR/[Link]. Das ist eine unbewiesene Hypothese, die ich nur als Beispiel anfhre, um Greens Verhalten mir gegenber deutlich zu machen. Beides ist zwar durchaus denkmglich, trgt aber nichts zur Sachauseinandersetzung bei, weshalb ich keine Zeit verschwende, diesbezglich Forschungen anzustellen.

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Wie charakterlos Green ist, zeigen seine Angriffe auf mich, weil ich Kontakte zu Personen habe bzw. hatte, die wie ich von der ffentlichkeit zum grten Teil flschlich mit allen mglichen politischen Schimpfwrtern belegt werden. Die meisten dieser von Green angegriffenen Menschen halfen mir selbstlos bei meinen Arbeiten oder boten mir Hilfe, Schutz und Unterkunft an, als ich wegen der sich immer mehr steigernden politischen Verfolgung aus Deutschland floh. Was auch immer die Ansichten dieser Menschen im einzelnen sein mgen, ich wre ein Lump, wenn ich mich von ihnen abwenden wrde, nur weil sie berwiegend zu unrecht durch Medien und Politiker beschimpft werden. Es sind nmlich nicht die politischen Ansichten, die die Gte eines Menschen ausmachen, sondern seine Tugenden wie etwa: Weisheit, Gerechtigkeit, Mut, Ma, Selbstlosigkeit, Treue und Ehrlichkeit. Meine Weigerung, mich von Bekannten und Freunden in der Not zu distanzieren, provozierte die folgende Aussage Greens:10 Rudolf weigert sich, Nazis bse zu nennen. Das war wahrlich der Abgrund der Bsartigkeit. Aber ganz gleich, wie viele dieser Personen Nationalsozialisten sind, so beweist Greens Aussage nur, da er anscheinend das aufgeklrt abendlndische Rechtssystem nicht verstanden hat: Eine Person ist dann bse im legalen Sinne, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens berfhrt wurde und auch dann nur im Zusammenhang dieses Verbrechens oder Vergehens. Weder haben alle Nationalsozialisten und deren Untersttzer die breite Mehrheit aller Deutschen zwischen 1933 und 1945 Verbrechen begangen, noch waren sie im Durchschnitt schlechtere Menschen als die Menschen berall sonst. Noch nicht einmal Green wird das behaupten, oder doch? Ausgehend von einer bestimmten politischen Position knnte man hchstens sagen, die Menschen in Deutschland seien in den Jahren zwischen 1933 und 1945 durch einen Irrglauben verfhrt worden. Aber selbst das ist eben lediglich eine Frage der subjektiven Meinung. Greens umfassende Aussage Nazis sind bse belegt daher seine Tendenz, zu voreiligen Vorurteilen zu greifen und ein Anhnger von Kollektivverantwortung und Kollektivschuld zu sein. Ich weigere mich in der Tat, irgendwelche verallgemeinernde Urteile zu fllen, sei es nun Nazis sind bse, Kommunisten sind bse, Kapitalisten sind bse, Moslems sind bse, Juden sind bse, Hexen sind bse oder was auch immer. Da Green anscheinend meint, ich msse dies tun, um meinen Ruf zu bewahren, ist sein Problem. Aber wenn er darauf besteht, so kann er sich nicht moralisch ber
10

[Link]/auschwitz/chemistry/not-the-science/[Link]

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jene Leute erheben, die sagen, Juden sind bse, denn auch diese Menschen knnen Argumente anfhren, um ihre These zu sttzen. Whrend bestimmte Aspekte des Nationalsozialismus ideologisch wie historisch gerechterweise als bse beschrieben werden knnen was auch auf Kommunismus, Christentum, Islam, Judentum und viele andere Ideologien zutrifft , so rechtfertigt dies keine Verallgemeinerungen.

No Holes, no Holocaust
In seinem ersten Aufsatz widmet Green dem berhmten Slogan von Robert Faurisson No Holes, no Holocaust (keine Lcher, kein Holocaust) einige wenige Abstze. Faurissons These besagt, da es in der Decke von Leichenkeller 1 des Krematoriums II in Birkenau keine Lcher gibt, um von auen Zyklon B in den Keller werfen zu knnen, wie es die Zeugenaussagen behaupten. Wenn es aber die Lcher nicht gab, so gab es in diesen Kellern auch nicht die bezeugten Vergasungen, womit die einzige Basis zusammenbricht, auf der die Holocaust-Geschichte ruht: Zeugenaussagen.11 Greens Beweise fr die Existenz von Lchern in dieser Decke fuen auf der Argumentation von Michael Shermers Artikel in der Zeitschrift Skeptic, der 1997 leicht modifiziert in seinem Buch nachgedruckt wurde.12 Bereits in der ersten Ausgabe meines Gutachtens anno 1993 hatte ich diese angeblichen Beweise diskutiert und widerlegt.13 Green verschweigt dies.

Zwischen Chemie und Alchimie


Dr. Greens Ausfhrungen sind zwar kompetenter, wenn er sich der Chemie zuwendet, aber auch dann zeichnen sie sich nicht durch sorgfltige Erwgungen aus. Es geht hier um die Frage der Bildung und Nachweisbarkeit von Eisenblau, jener berhmten blauen Eisencyanidverbindung, die sich bei der Begasung von Mauerwerk mit Blausure (Cyanwasserstoff, HCN, Zyklon B) bilden kann. Dabei mchte ich mit einigen falschen Vorstellungen

11 12

13

Robert Faurisson, Leserbrief, VffG 7(1) (2003), S. 116. Michael Shermer, Why People Believe Weird Things, Freeman & Co. New York 1997; vgl. dazu C. Mattogno, Leugnung der Geschichte? Leugnung der Beweise!, Teil 1, VffG 8(2) (2004), S. 134-150; Teil 2 ebd., 8(3) (2004), S. 291-310. R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993 ([Link]/D/rga1/[Link]); vgl. auch die 2 Auflage, aaO. (Anm. 2), S. 78-93; G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten in der Kritik, Teil 2, VffG 3(1) (1999), S. 77-82.

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aufrumen, die sich nicht nur, aber besonders unter Revisionisten hartnckig halten. Es gibt prinzipiell drei denkbare Erklrungen fr den unterschiedlichen Cyanidgehalt in den Wnden der uns erhalten gebliebenen Zyklon-B-, d.h. Cyanwasserstoff-Entlausungskammern in Auschwitz, Birkenau, Stutthof und Majdanek einerseits (sehr hoher Cyanidgehalt) und den angeblichen Auschwitzer bzw. Birkenauer Menschengaskammern andererseits (nicht interpretierbar niedriger bzw. gar kein Cyanidgehalt). Green fhrt diese drei Erklrungsmglichkeiten an: 1. Die Anwesenheit von Preuisch Blau [= Berliner- bzw. Eisenblau] ist eine notwendige Folge der Begasung mit HCN, und die Tatsache, da dieser Farbstoff in den Menschenttungsgaskammern nicht vorhanden ist, beweist, da sie nicht fr Menschenvergasungen benutzt wurden. (Hervorhebung durch mich.) Das ist die Weise, in der Leuchter argumentiert,1 und ich stimme mit Green darin berein, da dies eine unbegrndete Annahme ist. 2. Die Berlinblau-Verfrbung hat Grnde, die nichts mit einer HCNBegasung zu tun hat. Diese These vertritt zum Beispiel der sterreichische Chemiker Dr. Josef Bailer, der behauptete, bei den Verfrbungen handele es sich um Wandfarbe. Auch in diesem Punkt stimme ich mit Green berein, der Bailers unfundierte Theorie14 mehr oder weniger ablehnt. 3. Die Eisenblau-Verfrbungen stammen tatschlich von HCN-Begasungen her, aber die Bedingungen, unter denen sie sich bilden, sind nicht berall und in allen Anlagen, die mit HCN begast werden, gegeben. Die Bildungsrate von Eisenblau kann unter den Bedingungen der Menschengaskammern ganz anders sein als im Falle der Entlausungskammern. Und wiederum stimme ich mit Green berein, da dies der richtige Ansatz zur Untersuchung unseres Problems ist. Ich mu aber vehement widersprechen, wenn Green wie folgt fortfhrt: Antwort Nr. eins ist natrlich unhaltbar. Wir wissen durch geschichtliche Beweise, die von der beteiligten Chemie unabhngig sind, da es Menschenttungsvergasungen gab. Zunchst einmal kann man chemische oder andere Erkenntnisse der exakten Wissenschaften nicht mit angeblichen Augenzeugen widerlegen, den
14

Erstmals: Josef Bailer, Der Leuchter-Bericht aus der Sicht eines Chemikers, in: Amoklauf gegen die Wirklichkeit, Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes, Bundesministerium fr Unterricht und Kultur (Hrsg.), Wien 1991, S. 47-52; vgl. den Beitrag Lge und Auschwitz-Wahrheit in diesem Band.

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meines Wissens einzigen Beweisen, die es dazu gibt. Green macht sich noch nicht einmal die Mhe, uns anzudeuten, auf welche anderen geschichtlichen Beweise er sich bezieht. Zweitens macht dieser Satz deutlich, da Green offenbar keinen Beweis der exakten Wissenschaften akzeptieren will, der das widerlegt, was er fr wahr hlt. Dies ist hchst interessant und zeigt, da es unmglich ist, Greens Auffassung zu dieser Angelegenheit zu ndern, d.h., da seine Meinung keine wissenschaftliche ist, sondern eine dogmatische. Green ist der erste exterminationistische Autor, der meinen Vorschlag ber den Bildungsmechanismus von Eisenblau aus Blausure und Eisenoxiden aufgreift, wobei die letztgenannten Verbindungen ein gewhnlicher Bestandteil aller mglichen Arten von Mrtel, Putz und Beton sind.15 Green fgt dem sogar noch einige weitere Erklrungsanstze hinzu, auf die es sich aber hier nicht lohnt, nher einzugehen. Green kritisiert meine These vom Bildungsmechanismus ausfhrlich, ringt sich aber nach einigem Hin und Her letztlich doch dazu durch, festzustellen, da Rudolf bezglich der Bildung der Blaufrbung in den Entlausungskammern richtig liegt oder fast richtig liegt. Diese Einschrnkung mu er freilich machen, denn wenn er mir auf ganzer Linie recht gbe, wrde sein Dogma der Menschengaskammern und ihrer Unwiderlegbarkeit zusammenbrechen, und das kann er unmglich erlauben. Nachfolgend will ich Greens Einwnde diskutieren. Greens grter Nachteil ist zunchst, da er des Deutschen nicht mchtig ist und daher die in den letzten Jahren erarbeiteten Erkenntnisse nicht kennt. Dies kann allerdings sptestens seit Mitte des Jahres 2003 keine Entschuldigung mehr sein, denn zu diesem Zeitpunkt waren alle wesentlichen Verffentlichungen auch in englischer Sprache erschienen.16

Chemische Randbedingungen
In seinem ersten Beitrag fing Green eine Diskussion der Faktoren an, die den Bildungsproze von Eisenblau entscheidend beeinflussen knnen, wie etwa:
15 16

Zu diesem Mechanismus vgl. Rudolf Gutachten, aaO. (Anm. 2), S. 106-110. Vgl. G. Rudolf, The Rudolf Report, Theses & Dissertations Press, Chicago 2003 ([Link]/GB/Books/trr); G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago 2003 ([Link]/GB/Books/dth); C. Mattogno, J. Graf, Concentration Camp Majdanek, Theses & Dissertations Press, Chicago 2003 ([Link]/GB/Books/ccm); C. Mattogno, J. Graf, Concentration Camp Stutthof, Theses & Dissertations Press, Chicago 2003 ([Link]/GB/Books/ccs).

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1. Wassergehalt der Wand (je feuchter, desto besser) 2. Reaktivitt der Eisenoxide in der Wand (Mrtel gut, Ziegel schlecht) 3. Temperatur der Wand (khl ist besser als warm) 4. pH-Wert (Suregehalt) der Wand (basisch besser als neutral) 5. einwirkende Blausurekonzentration (je hher, desto besser) 6. Einwirkungszeit (je lnger, desto besser) 7. Andere Einflsse, wie Subern der Wnde, chemisches Reinigen, Wandbelge (Farbe, Fliesen) Er bricht diese Diskussion jedoch ab, ohne in Details zu gehen, was er damit begrndet, da die damit verbundene Kinetik zu schwierig ist, als da sie ohne den Rckgriff auf das Experiment simuliert werden knnte. Wiederum stimme ich mit Green bis zu einem bestimmten Punkt berein: Eine absolut zuverlssige Antwort auf die Frage: Konnten sich langzeitstabile Eisenblau-Verbindungen in den Menschengaskammern bilden, und wenn: welche Menge wrde sich gebildet haben? wrde in der Tat groangelegte Experimente voraussetzen, zu deren Durchfhrung mir die Mittel fehlen. Jedenfalls ist die weitverbreitete Annahme, eine oder mehrere Begasungen mit Zyklon B wrde(n) automatisch zu nachweisbaren Cyanidrckstnden fhren, falsch. Allerdings kann man bezglich der oben aufgefhrten Punkte 5 und 6 gut begrndete Annahmen machen, wie ich es weiter unten darstellen werde. Fr die oben aufgelisteten Faktoren 1 bis 4 sowie 7 kann man sowohl fr die Entlausungsanlagen als auch fr die angeblich als Menschengaskammern mibrauchten Leichenkeller in Auschwitz anhand der bekannten Zusammensetzung des dort benutzten Baumaterials und von Angaben in der Fachliteratur zu sehr zuverlssigen Aussagen kommen, was ja eines der Hauptthemen meines Gutachtens ist. Interessanterweise hat Green trotz mehrmaliger Aufforderung nie den Versuch gemacht, zur Beantwortung dieser Fragen zu Fachliteratur zu greifen, wie ich es tat. Als Beispiel fr seine arrogante Ignoranz sei die Frage des pH-Wertes von Wandmaterialien betrachtet. Ich bin mir mit Dr. Green einig, da ein basisches Milieu eine Grundvoraussetzung dafr ist, da die im Porenwasser des Gemuers gelste Blausure als ersten Schritt ihrer spteren Umwandlung in das stabile Eisenblau zunchst in greren Mengen in lsliche Cyanide umgewandelt werden kann. Green hat dafr Grafiken angefertigt, die den meinen hneln.17 Er stellte sodann die Hypothese auf, Gemuer sei tatschlich
17

Vgl. mein Gutachten, aaO. (Anm. 2), S. 108, 110, die genauso auch schon in der ersten Auflage meines Gutachtens vorhanden waren, aaO. (Anm. 13), S. 42, 44.

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pH-neutral oder gar leicht sauer, so da nicht mit einer Anreicherung von Cyaniden zu rechnen sei. Man findet bei ihm keinerlei Literaturzitate, mit der er diese Hypothese absttzt. Als er von mir anhand bautechnischer Fachliteratur darauf hingewiesen wurde, da seine Hypothese falsch sei, da neues Mauerwerk grundstzlich basisch ist und insbesondere jenes Material, das fr die Mauern der Leichenkeller verwendet wurde, ber Monate, wenn nicht gar Jahre basisch blieb, meinte Green lediglich: Das IFRC [Institut fr Forensische Forschung, Krakau, = Jan-SehnInstitut] ermittelte [1993] andererseits einen pH [von Mrtelproben aus den angeblichen Menschengaskammern] zwischen 6 und 7 [d.h. neutral]. Anstatt also Fachliteratur zu konsultieren, suchte Dr. Green bei den Forschern des Jan-Sehn-Instituts Rat. Das Problem mit dem Wert des Jan-SehnInstituts ist freilich, da er 50 Jahre nach Errichtung der besagten Mauern ermittelt wurde. Wenn Dr. Green nur ein bichen Ahnung von der Chemie von Baustoffen htte, so wte er, da Mrtel und Betone selbstverstndlich nicht ewig basisch bleiben. Wenn er mein Gutachten aufmerksam gelesen bzw. verstanden htte, so wre ihm auerdem aufgefallen, da ich dort sogar eine Doktorarbeit zitierte, die in den 1960er Jahren ermittelte, mit welcher Geschwindigkeit die Carbonatisierungsfront (=Neutralisierungsfront) in Mrteln und Betonen mit der Zeit fortschreitet.18 All das mu man selbst als promovierter Chemiker nicht wissen, denn die Chemie der Baustoffe ist ein Spezialgebiet, das selbst an Universitten nicht Teil der Lehrplne ist. Ich selbst mute mich in das Thema erst einarbeiten, bevor ich es verstehen konnte. Es kann daher nicht berraschen, da Dr. Green darber keine Kenntnisse hat. Es zeugt aber von intellektueller Unredlichkeit, wenn er meine wiederholten Hinweise auf seine Fehler und die Fachliteratur19 einfach mit Totschweigen bergeht und statt dessen auf die Messungen verweist, die bezglich des pH-Wertes von Gemuern allein schon deshalb vllig irrelevant sind, weil sie 50 Jahre nach der Errichtung der betrachteten Mauern durchgefhrt wurden. Interessant wren allein Messungen, die 1943 und 1944 durchgefhrt worden wren.
18

19

N.V. Waubke, Transportphnomene in Betonporen, Dissertation, Braunschweig 1966; vgl. R. Kammerer, A. Solms (Hg.), aaO. (Anm. 13), Kapitel 2.5.2., S. 50f.; in der englischen Ausgabe, The Rudolf Report, aaO. (Anm. 16), S. 181f. S. Rbert (Hg.), Systematische Baustofflehre, 4. Aufl., VEB Verlag fr Bauwesen, Berlin 1983; K. Wesche, Baustoffe fr tragende Bauteile, Bauverlag, Wiesbaden 1977; Verein Deutscher Zementwerke, Zement Taschenbuch 1972/73, Bauverlag, Wiesbaden 1972; W. Czernin, Zementchemie fr Bauingenieure, Bauverlag, Wiesbaden 1977; W.H. Duda, Cement-Data-Book, Bauverlag, Wiesbaden 1976; O. Hhnle (Hg.), Baustoff-Lexikon, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1961.

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Die Unhaltbarkeit von Dr. Greens Argumentation macht eine Metapher deutlich: Mit Bezug auf Kochbcher einiger italienischer Pizza-Experten zeige ich, da eine Pizza, die fertig gebacken aus dem heien Ofen genommen wird, hei ist und noch fr eine Weile hei bzw. warm bleibt (eine Stunde). Nun kommt Dr. Green daher und behauptet, ich sei im Unrecht, weil ein polnischer Freund von ihm die Temperatur einer Pizza gemessen hat, die vor einer Woche gebacken wurde und die seither irgendwo herumlag. Und die polnischen Forscher haben gemessen, da die Pizza tatschlich kalt ist. berraschung! Da ich mich berhaupt mit solchen Widerlegungen meiner Argumente herumschlagen mu, zeigt deutlich, auf welches Niveau sich Dr. Green begeben mu, um die Illusion aufrechtzuhalten, seine Behauptungen sei irgendwie doch stichhaltig.

Giftgaskonzentration
Anfangs ging Green von einer falschen, zu schnellen Verdunstungsgeschwindigkeit des Giftgases Blausure vom Trgermaterial aus. Angesicht des von mir vorgelegten Beweises20 lenkte er jedoch ein und gestand mir auch zu, da die Zeugen durchgehend von sehr kurzen Ttungszeiten sprechen. Die zwangslufige Konsequenz jedoch, da sehr kurze Ttungszeiten sehr hoher Giftgaskonzentrationen bedrfen, verweigerte Green. Er geht schlicht davon aus, da eine Konzentration des Giftgases verwendet wurde, wie sie von wenigen Zeugen berichtet wird, was etwa der Konzentration entspricht, die in Entlausungskammern verwendet wurde. Wegen der langsamen Verdunstung der Blausure htte die Giftgaskonzentration in der Kammer innerhalb der bezeugten kurzen Ttungszeiten allerdings nur wenige Prozent der Konzentration erreicht, die in Entlausungskammern nach einigen Stunden erreicht wurde. Green ignoriert, da dies nicht zu dem bezeugten schnellen Ttungserfolg htte fhren knnen. Die einzigen verllichen Daten dazu, die Erfahrungen mit Blausure-Hinrichtungen in den USA,21 ignoriert Green.

20

21

Vgl. R. Irmscher, Nochmals: Die Einsatzfhigkeit der Blausure bei tiefen Temperaturen, Zeitschrift fr hygienische Zoologie und Schdlingsbekmpfung, 34 (1942), S. 35f. Vgl. erstmals Conrad Grieb, Der selbstassistierte Holocaust-Schwindel, VffG 1(1) (1997), S. 68.

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Lftung
Um einer mglichst kurzen Kontaktzeit des Giftgases mit den Kellerwnden das Wort zu reden, behauptet Green wider die Tatsachen, da die in den Leichenkellern 1 der Krematorien II & III eingebauten Lftungsanlagen in der Lage gewesen seien, die Keller binnen 20 bis 30 Minuten so weit von Giftgas zu reinigen, da ein schweres Arbeiten in diesen Kellern ohne Gasmasken und Schutzanzge mglich gewesen wre.22 Zu seinen unrealistisch kurzen Lftungszeiten kommt er, indem er: a) geringe angewendete Giftgasmengen annimmt, die den Aussagen widersprechen; b) die Leistungsfhigkeit der Lftungsanlagen bertreibt; c) toxikologische Fakten bersieht, wie etwa, da die Aufnahme tdlicher Giftmengen nicht identisch ist mit einem unmittelbaren Ttungserfolg; da ein Ttungserfolg meist erst wesentlich spter eintritt; da ein schneller Ttungserfolg groe berdosen an Gift erfordert; und da die Ttung aller potentiellen Opfer (Letale Dosis 100%, LD100) wesentlich grere Giftmengen voraussetzt als die in toxikologischer Literatur angegebenen, fr den Gesundheitsschutz ermittelten Grenzwerte (Letale Dosis 1%, LD1); d) ignoriert, da es in den Decken dieser Keller keine Lcher gab, in welche die vom Zeugen M. Kula behauptete Zyklon-B-Einfhrvorrichtung htte installiert werden knnen,23 welche dazu gedient haben soll, das Zyklon B nach vollbrachtem Mord aus den Kammern zu holen, damit dieses nicht noch ber zwei Stunden sein Giftgas abgibt und damit eine erfolgreiche Lftung der Kammer verhindert. Nachdem ich ihm mit Dokumenten die Falschheit seiner Angaben zur Leistungsfhigkeit der Lftungsanlagen bewiesen hatte,24 meinte er schlicht: Bezglich der Leistung der Lftungsanlage, es spielt einfach keine Rolle.
22 23

24

Vgl. dazu mein Rudolf Gutachten, aaO. (Anm. 2), S. 134-137. Vgl. dazu C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; Carlo Mattogno, Die Einfllffnungen fr Zyklon-B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290. Die von Green falsch abgegebene Leistung beruhte auf einer falschen und unfundierten Angabe J.-C. Pressacs, zusammen mit Robert van Pelt in: Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana University Press, Bloomington 1994, S. 210, 232; vgl. die Moskauer Dokumente GARF 502-1-312, S. 69 und 502-1-312, S. 65-68. Die wirkliche Leistung ergibt sich aus der Rechnung der Firma, die die Lftungsanlage einbaute: Rechnung Nr. 729, 27.5.1943. Archiv des Museums Auschwitz, D-Z/Bau, Nr. inw. 1967, S. 246f.; ebenda, S. 231f.: Rechnung Nr. 171, 22.2. 1943 fr Krematorium II. GARF 502-1-327, S. 25 + 25R; 502-1-327, S. 16 +16R. Wiedergegeben und diskutiert in Carlo Mattogno, Auschwitz: Das Ende einer Legende, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1996, S. 133-143 ([Link]/D/anf/[Link]).

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So einfach ist das: Habe ich ihm einen Fehler nachgewiesen, so ignoriert er dies einfach und macht weiter wie gehabt.

Rigorose Ignoranz
Mit derart geringem Sachverstand und einer kaum zu berbietenden arroganten Ignoranz ausgestattet, meinte Dr. Green, drei Bedingungen mten gegeben sein, bevor er meine Thesen akzeptieren knne: Wenn Rudolf und Leuchter nicht rigoros beweisen knnen, [a] da die in den Entlausungskammern gefundenen Pigmente tatschlich das Ergebnis der Einwirkung von HCN [Blausure] sind und [b] da die Kinetik der Bildung solcher Pigmente zwingend fordert, da signifikante Mengen davon in allen Menschengaskammern gebildet werden und [c] da diese Pigmente mit der Zeit nicht verwittern konnten, dann bleiben ihre forensischen Berichte unfundierte Spekulationen. In der sich an diese Forderungen anschlieenden Diskussion erkannte Green an, da es mir gelungen ist, die hier als Punkte a) und c) aufgefhrten Forderungen rigoros genug zu erfllen, um ihn zum Einlenken zu bewegen.25 Greens hier mit b) bezeichneter Punkt ist freilich unsinnig, denn was sind alle Menschengaskammern, wenn die Eigenschaften aller Menschengaskammern mangels Definition berhaupt nicht feststellbar sind, und was bedeutet zwingend fordern, wenn wir die genauen Randbedingungen der bezeugten Vergasungen schon alleine deshalb nicht kennen knnen, weil die Zeugen sich untereinander und den materiellen Fakten wie dem technisch Mglichen zu sehr widersprechen, als da man darauf irgend etwas rigoros aufbauen knnte? Mein Ansatz war daher ein ganz anderer, nmlich ein Vergleich der vermutlichen Bedingungen der vermeintlichen Vergasungen mit jenen, die in den Entlausungskammern herrschten, wo sich das Eisenblau zweifelsohne bildete, und die Bewertung von eventuellen Unterschieden anhand der bekannten Faktoren, die der Bildung von Eisenblau frderlich sind. Tatsache ist, da die Bedingungen zur Bildung von Eisenblau im Fall der angeblichen Menschengaskammern in den Krematorien II und III von Birkenau weitaus gnstiger waren als im Falle der Entlausungskammern: diese angeblichen Menschengaskammern lagen unterirdisch, waren nicht beheizbar und somit feucht, besaen einen lang anhaltend alkalischen Verputz ohne Anstrich oder sonstige berzge und sollen mehr oder weniger sofort nach
25

Mit Bezug auf die in meinem Gutachten angefhrten Argumente, aaO. (Anm. 2), S. 16f., 101104, 111-115.

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Fertigstellung in Betrieb gegangen sein. Die Entlausungskammern hingegen lagen berirdisch und waren beheizt, d.h. die Wnde waren relativ trocken (insbesondere die innere Trennwand), und ihr Verputz bestand aus Kalkmrtel, der recht schnell abbindet, d.h., neutral wird. Es ist daher fr mich kein Grund erkennbar, warum in den Leichenkellern die Bildung von Eisencyaniden gegenber den Entlausungskammern prinzipiell benachteiligt gewesen sein soll. Das trifft aber, wohl gemerkt, nicht automatisch auf jeden begasten Raum zu. Bereits in dem von mir herausgegebenen Buch Grundlagen zur Zeitgeschichte habe ich anno 1994 ber einen Bauschadensfall Die evangelische Kirche in berichtet, bei dem der Putz der evangeli- Meeder-Wiesenfeld, Opfer einer miglckten Zyklon-Bschen Kirche in Meeder-Wiesenfeld nach Begasung. nur einer Begasung mit Zyklon B innerhalb 26 einiger Monate eisenblau angelaufen war. Nach dieser Publikation habe ich nhere Einsicht in die Akten dieses Bauschadensfalles nehmen knnen, dessen Rahmenbedingungen in vielerlei Hinsicht denen der angeblichen Menschengaskammern in Auschwitz so sehr hneln: khle, unheizbare, feuchte, vor kurzem frisch verputze, alkalische Wnde. Dieser Fall beweist allen exterminationistischen Unkenrufen zum Trotz definitiv, da die Blaufrbung von Verputzen tatschlich eine Folge von Blausurebegasungen ist, und zwar ganz besonders unter Bedingungen, wie sie auch in den Leichenkellern, d.h. den angeblichen Menschengaskammern von Auschwitz, geherrscht haben sollen. Von mir auf diesen Bauschadensfall hingewiesen, berging Green ihn elegant, indem er ankndigte, er werde spter noch darauf zurckkommen, doch blieb er dies meines Wissens bis heute schuldig. Wie zuvor erwhnt, bietet meine Beweisfhrung selbstverstndlich keine absolute Gewiheit, da aufgrund unzuverlssiger und unglaubhafter Aussagen zu viele Faktoren unsicher bleiben. Dennoch erlaube ich mir, aufgrund der bekannten Faktoren und in Verbindung mit dem, was technisch mglich
26

In Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 401-404, basierend auf einem von Walter Lftl aufgesprten Beitrag in Gnter Zimmermann (Hg.), Bauschden Sammlung, Band 4, Forum-Verlag, Stuttgart 1981, S. 120f. ([Link]/D/gzz/[Link]).

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war, zu schlufolgern, da die behaupteten Massenvergasungen mit der Beweislage nicht in Deckung zu bringen sind. Diese Feststellung beruht nicht nur auf chemischen Argumenten, sondern insbesondere auch auf bautechnischen Fakten. Daher stellte ich fest, die Chemie allein sei bezglich dieses Problems nicht in der Lage, Behauptungen zum Holocaust rigoros zu beweisen oder zu widerlegen, wie etwa der genetische Fingerabdruck allein rigoros die Vaterschaft eines Mannes beweisen oder widerlegen kann. In seiner erkenntnistheoretischen Ignoranz erwiderte Green darauf triumphierend, ich htte mich von den Aussagen meines Gutachtens distanziert und wrde die Chemie nurmehr als eine ungenaue Wissenschaft betrachten, worber er sich lustig machte, da er meinte, die Chemie sei ja wohl eine exakte Wissenschaft, so da man von ihr auch exakte Ergebnisse erwarten drfe. Grundlage dieses Anwurfs ist, da die Naturwissenschaften im Englischen auch genaue Wissenschaften (exact sciences) genannt werden, worauf Green sein polemisches Wortspiel grndete. Dieser Name rhrt selbstverstndlich nicht daher, da alle Ergebnisse dieser Wissenschaften exakt bzw. rigoros sind, sondern lediglich, da die Methoden exakter Natur sind, im Gegensatz zu den Gesellschaftswissenschaften, deren Methoden hufig spekulativ sind. Die fehlende Rigorositt bzw. Exaktheit der chemischen Ergebnisse meiner Untersuchung beruhen aber gerade darauf, da das behandelte Problem mit den Ergebnissen gesellschaftswissenschaftlicher Methoden arbeiten mu, nmlich mit Zeugenspekulationen.

Moralische Kapitulation
Nach Bewertung aller Faktoren mute Dr. Green also eingestehen, da die Bildung von Eisenblau im Mauerwerk von Rumen, die mit Zyklon B begast wurden, eine durchaus mgliche Folge ist. Er gestand auch ein, da genau dies die Ursache des hohen Cyanidgehalts in den Wnden der Entlausungskammern in Auschwitz, Birkenau, Majdanek und Stutthof ist, mithin also nicht von einer blauen Wandfarbe herrhrt. Freilich hat Dr. Green damit eingestanden, da die vom Jan-Sehn-Institut in Krakau verwendete Analysenmethode falsch war. Die Krakauer hatten nmlich absichtlich eine Analysenmethode gewhlt, mit der sie keine langzeitstabilen Cyanide vom Typ Eisenblau nachweisen konnten, um damit auszuschlieen, eine blaue Wandfarbe nachzuweisen. Sie ignorierten dabei alle ihnen bekannten Argumente, die die These von einer blauen Wandfarbe widerlegen, und unternahmen nichts, um ihre Wandfarb-These selbst zu prfen. Doch indem sie das Eisenblau von der Analyse ausschlossen, schlossen 298

Grn sieht Rot

sie genau jene Cyanidkomponenten von der Analyse aus, von der man nach 50 Jahren berhaupt erwarten konnte, noch Spuren zu finden.27 Da Dr. Green mit mir bereinstimmt, da die Wandfarb-These der Krakauer grundfalsch ist, sollte man erwarten, da er sich meiner Schlufolgerung anschliet, die Krakauer Wissenschaftler htten eine unzulssige Methode gewhlt und sollten ihre Analysen mit der richtigen Methode wiederholen. Aber dem ist nicht so. Tatschlich behauptet Dr. Green weiter stur, die Krakauer htten recht gehabt, das Eisenblau von der Analyse auszuschlieen, denn seiner oben als grotesk entblten Ansicht nach konnten sich eben keine merklichen Mengen an Eisenblau in den Menschengaskammern bilden. Das ergibt freilich keinen Sinn auer vielleicht den, da er seine exterminationistischen Gesinnungsfreunde vom Jan-Sehn-Institut nicht als das blostellen will, was sie sind: Betrger. Zudem sollte Dr. Green feststellen, da die polnischen Wissenschaftler weder versuchten zu verstehen, was sie nicht verstanden hatten (den Bildungsmechanismus von Eisenblau), noch auch nur die ihnen bekannten Versuche anderer diskutierten, das von ihnen Unverstandene zu erklren. Es kommt dabei gar nicht darauf an, zu welchen Ergebnissen die polnischen Wissenschaftler bei ihren Untersuchungen kamen: Ihr Verhalten ist extrem unwissenschaftlich, zumal die wichtigste Aufgabe eines Wissenschaftlers ist, zu versuchen, das zu verstehen, was bisher nicht verstanden wird, und die Versuche anderer Wissenschaftler zu diskutieren, um das Unverstandene zu erklren. Die polnischen Wissenschaftler aber machten genau das Gegenteil: Sie ignorierten und schlossen von ihrer Untersuchung aus, was sie nicht verstanden. Zudem gaben die polnischen Wissenschaftler spter zu, der Zweck ihrer Forschungen sei gewesen, die Holocaust-Leugner zu widerlegen und zu verhindern, da Hitler und Nationalsozialismus weigewaschen werden. Mit anderen Worten: der Zweck war nicht, die Wahrheit herauszufinden! Somit benutzten diese Wissenschaftler ihrem eigenen Gestndnis zufolge unwissenschaftliche Methoden, um ein Wunschergebnis zu produzieren, um damit ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen. Und das Erstaunliche ist, da Dr. Green und mit ihm all jene, die sich auf ihn beziehen28 das Verhalten von Prof. Markiewicz in dieser Hinsicht nicht nur verteidigt, sondern mich angreift, weil ich es gewagt habe, die polnischen Wissenschaftler zu kritisieren, whrend er seinen Lesern zugleich
27 28

Vgl. dazu den Beitrag Polnische Wissenschaft in diesem Band. Robert Jan van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial, Indiana University Press, Bloomington/Indianapolis 2002, S. 391-398 (Bezug auf Markiewicz u.a.), 498 (Bezug auf R. Green).

299

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

smtliche Grnde fr meine Kritik verschweigt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verteidigt Dr. Green sogar die Tatsache, da Prof. Markiewicz sich niemals zu der an ihm gebten Kritik uerte, obwohl das Erwidern auf grundlegende Kritiken in der Wissenschaft von zentraler Bedeutung ist. Dr. Green meint: Rudolf beschwert sich, da Markiewicz et al. seine Anfragen nicht beantworteten. Warum sollten sie? Welche Glaubwrdigkeit hat Rudolf berhaupt, die es erfordern wrde, da sie auf jeden seiner Einwnde eingingen, wie unbegrndet diese auch immer sein mgen? Da Dr. Green aber mit mir bereinstimmt, da das Eisenblau, welches man in den Entlausungskammern nachweisen kann, tatschlich das Ergebnis von Begasungen mit Zyklon B ist, hat er indirekt zugegeben, da meine Einwnde gegen die von Markiewicz verwandte Analysenmethode wohlbegrndet sind, d.h. das genaue Gegenteil von unbegrndet. Und warum meint Dr. Green, ich entbehrte der Glaubwrdigkeit, die Voraussetzung sei, um sich meinen Argumenten zu stellen? Nicht, weil ich wissenschaftlich unqualifiziert sei. Nein, er meint, ich sei ihm wegen meiner Ansichten (die er blo vermutet) ein Greuel und auch, weil ich das Ziel politischer und sozialer Verfolgung sei, die dazu gefhrt hat, da zuerst mein gesellschaftliches Leben und mein Ruf und schlielich auch meine Freiheit zerstrt wurden.6 Dr. Green geht sogar soweit, mich wegen nichts anderem als wegen meiner wohlbegrndeten wissenschaftlichen Ansichten einen Lgner, Verschleierer und Hasser zu nennen. Das Schema luft wie folgt ab: Zuerst lassen Leute wie Dr. Green nichts unversucht, um durch Beschimpfungen und gesellschaftliche wie strafrechtliche Verfolgungen meinen Ruf zu zerstren, und nachdem sie damit Erfolg hatten, behaupten sie, es gebe keinen Anla mehr, mit mir zu diskutieren, da ich ja Ruf und Glaubwrdigkeit verloren htte. Auf diese Weise knnen sie dann jedes Argument ignorieren, das ihre falschen Thesen widerlegt. Und dann haben sie noch die Frechheit, sich selbst rechtschaffene Wissenschaftler und mich einen Lgner und Verschleierer der Wahrheit zu nennen. Dr. Green verteidigt die Betrger vom Krakauer Institut bedingungslos, aber sie alle knnen sich das nur erlauben, weil beide in den Augen der verffentlichten Meinung die wissenschaftlich zwar falschen, politisch aber korrekten Ansichten ber Auschwitz haben. Die eine Krhe hackt der anderen eben kein Auge aus.

300

Der Pseudo-Architekt

Dogmatismus
Der aus den Niederlanden stammende jdische Historiker Robert Jan van Pelt promovierte 1984 an der Universitt Leiden auf dem Gebiet Kulturgeschichte ber das Thema Ideengeschichte. Nach eigenem Bekunden wurde er etwa ein Jahr spter von Auschwitz in den Bann gezogen, da er beunruhigt gewesen sei, da das Bse der Nazis bei architektonischen Forschungen keine allumfassende Rolle spielte.1 Damals war er gerade zum Dozenten fr Architekturgeschichte an der Universitt von Virginia, USA, ernannt worden. Als die Lehrer des Fachbereichs Architektur eines Tages darber berieten, welche 750 Gebude die Studenten der Architekturgeschichte fr ihr Abschluexamen kennen mten, schlug van Pelt vor:2 Da ich im Jahr zuvor den Doktortitel mit einer Dissertation ber die kosmischen Spekulationen ber den Tempel Salomons erworben hatte, schlug ich vor, diesen in den Kanon der Universitt von Virginia aufzunehmen. Es gab keine Einwnde. Das Tabernakel des Moses und der Turm von Babel erwiesen sich auch als annehmbar. Dann benannte ich das Krematorium 2 von Auschwitz. Eine erstaunte Stille folgte, die von der scharfen Bemerkung eines Professors unterbrochen wurde, das knne doch offensichtlich nicht mein Ernst sein. Als ich dies aber versicherte, riet mir ein anderer Akademiker, da ich vielleicht eine andere Laufbahn in Betracht ziehen sollte. [] Mein Vorschlag, das Krematorium 2 in die Schlsselgebude der Architekturgeschichte einzubeziehen, basierte auf der Annahme, da sein Bau ein Ereignis von entscheidender Bedeutung in der Architekturgeschichte war. Die Gaskammern vernderten die ganze Bedeutung der Ar1

Robert Jan van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial, Indiana University Press, Bloomington/Indianapolis 2002, S. 67. Ebenda, S. 66f. Vgl. die Rezension von Robert H. Countess, Van Pelts Pldoyer gegen den gesunden Menschenverstand, VffG 6(3) (2002), S. 349-354.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

chitektur. [] Schon bevor ich meine Dissertation abschlo, fhlte ich, da Tempel und Krematorium in einem Diptychon vereint waren, und da ich, wenn ich die eine Seite studiert hatte, nicht den Blick von der anderen abwenden drfe. (Hervorhebung hinzugefgt) Welche Perspektive sich hinter seiner Ansicht verbirgt, die Krematorien in Auschwitz gehrten zu den wichtigsten Bauwerken der Menschheitsgeschichte, hat Robert van Pelt in einem Interview zum Leuchter-Report ausgefhrt:3 Auschwitz ist wie das Heiligste vom Heiligen. Ich habe mich jahrelang vorbereitet, um dorthin zu gehen. Und es ist ein Sakrileg, wenn ein Narr [Leuchter4] daherkommt, vllig unvorbereitet! Jemand, der das Heiligste vom Heiligen betritt und sich einen feuchten Kehricht darum kmmert. [00:44:30] Krematorium II ist das berchtigtste von Auschwitz. In den 210 Quadratmetern dieses Raumes haben mehr Menschen ihr Leben verloren als an irgendeiner anderen Stelle auf diesem Planeten. Fnfhunderttausend Menschen wurden umgebracht. Wenn man eine Karte des menschlichen Leides zeichnen wrde, wenn man eine Geographie der Grausamkeiten schaffen wrde, so wre dies das absolute Zentrum. [01:00:00] Wenn gezeigt wrde, da die Holocaust-Revisionisten recht haben, dann wrden wir unser Gespr fr den Zweiten Weltkrieg verlieren, wir wrden unser Gespr dafr verlieren, was Demokratie ist. Der Zweite Weltkrieg war ein moralischer Krieg, es war ein Krieg zwischen Gut und Bse. Und wenn wir den Kern dieses Krieges, der tatschlich Auschwitz ist, aus diesem Bild entfernen, dann wird uns alles andere unverstndlich. Dann enden wir alle im Irrenhaus. [01:23:30] Fr den Juden Robert van Pelt ist Auschwitz offenbar das Zentrum seines moralischen Weltbildes, seines ethnisch-religisen Selbstverstndnisses, seines religisen Glaubens. Es ist sein allerheiligstes Kleinod und Dogma zugleich. Man mu daher in Betracht ziehen, da es fr Robert van Pelt unmglich ist, auch nur in Erwgung zu ziehen, irgendein Argument der Revisionisten knnte stichhaltig sein. Einen solchen Gedanken knnte er unmg-

Aussagen van Pelts in Errol Morris Film Mr. Death: The Rise and Fall of Fred A. Leuchter, Jr., uraufgefhrt im Januar 1999 whrend des Sundance Film Festivals in Park City (Utah, USA); eine leicht gekrzte, kommentierte Fassung wird kommerziell vertrieben. Zeitangabe in [min:sec:frame]. Fred A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers, Toronto 1988 ([Link]/english/leuchter/report1/[Link]).

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Der Pseudo-Architekt

lich ertragen. Bezglich dieses Themas ist Robert van Pelt einer der dogmatischsten Vertreter berhaupt.

Erste Gehversuche als Auschwitz-Forscher


Seit den neunziger Jahren lehrt Prof. Dr. Robert van Pelt Kulturgeschichte im Fachbereich Architektur an der Universitt von Waterloo in Toronto. Sein erster ffentlicher Auftritt im Zusammenhang mit dem Holocaust erfolgt 1994, als er zusammen mit Jean-Claude Pressac einen Beitrag fr ein Sammelwerk ber Auschwitz verfate.5 Dieser Beitrag stellte so etwas wie eine gekrzte Zusammenfassung von Pressacs kurz zuvor in franzsischer und deutscher Sprache erschienenem Buch ber die Krematorien von Auschwitz dar,6 jedoch mit einem wesentlichen Unterschied: Die kritischen Anstze Pressacs bezglich der Glaubhaftigkeit bestimmter Zeugenaussagen sowie seine Reduktion der Opferzahlen wurden ersatzlos gestrichen. Mit anderen Worten: Pressacs halbherziger Revisionismus wurde rckgngig gemacht, indem man ihm den dogmatischen Aufpasser van Pelt zur Seite stellte.7 Zwei Jahre spter verffentlichte van Pelt zusammen mit seiner jdischen Kollegin Deborah Dwork sein erstes eigenes Buch ber Auschwitz, und zwar eine architektur- und kulturgeschichtliche Betrachtung, in der das Konzentrationslager Auschwitz nur eine untergeordnete Rolle spielte.8 Da ihm Kenntnisse ber den etwa 80.000 Dokumente umfassenden Aktenbestand der Zentralbauleitung Auschwitz und ber die Organisation des Lagers fehlten, beging van Pelt in seinem Kapitel ber das Lager allerdings so viele Interpretationsfehler der wenigen von ihm erwhnten, aus dem historischen Kontext gerissenen Dokumente, da der italienische Historiker Carlo Mattogno leichtes Spiel hatte, van Pelts Thesen Punkt fr Punkt zu widerlegen.9
5

J.-C. Pressac, zusammen mit Robert van Pelt in: Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana University Press, Bloomington 1994, S. 93156. J.-C. Pressac, Les crmatoires d'Auschwitz, la machinerie du meurtre de masse, dition du CNRS, Paris 1993; ders., Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, Mnchen 1994. Vgl. den Beitrag Vom Paulus zum Saulus in diesem Band. So meinten die Herausgeber Yisrael Gutman und Michael Berenbaum, aaO. (Anm. 5), S. XV, da van Pelt eng mit Herrn Pressac zusammenarbeitete, um sicherzustellen, da dieser technische Artikel sowohl klar und deutlich als auch przise und auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft war. Robert Jan van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz 1270 to the Present, W.W. Norton & Company, New York London 1996. Carlo Mattogno, Architektonische Stmpereien zweier Plagiatoren, VffG 4(1) (2000), S. 2533.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Obwohl van Pelt offenkundig wesentlich geringere historische und dokumentarische Kenntnisse besitzt als Jean-Claude Pressac, war dieses erste Buch dennoch der erste Versuch, den Halbrevisionisten Pressac als technischen Experten vllig zu verdrngen. Dies geschah auch, indem van Pelt in dieser und den nachfolgenden Arbeiten gar nicht oder nur sehr selten auf die Pionierarbeit Pressacs bei der Erschlieung von Dokumenten ber Auschwitz hinwies, der wir alle ungeheuer viel verdanken.

Irvings fehlgeschlagene Proze-Taktik


Ebenfalls im Jahr 1996 bat mich David Irving, ihm zu helfen, sein damals frisch vom Drucker gekommenes Buch Nuremberg. The Last Battle10 zu Grohndlern zu fahren. Whrend der Fahrt erluterte mir Herr Irving den neuesten Stand seiner Verleumdungsklage gegen die amerikanisch-jdische Theologin Deborah Lipstadt und ihren Verleger. In einem Buch hatte Frau Lipstadt Herrn Irving mit allerlei politischen Schimpfwrtern belegt.11 Irvings Plan bestand darin, den Verleger zu einer auergerichtlichen Einigung zu zwingen, so wie es ihm in der Vergangenheit fast immer gelungen war. Jedenfalls wollte er um jeden Preis vermeiden, da bei diesem Verfahren ber geschichtliche, insbesondere revisionistische Thesen verhandelt wrde. Er frug mich, ob ich mich in der Lage she, als sein Zeuge aufzutreten, und zwar ausschlielich, um zu beweisen, welch vernichtenden Einflu die Verleumdungskampagnen der Medien auf unabhngige Forscher haben knnen. Aus den Plnen David Irving wurde freilich nichts, wie er sptestens im Herbst 1999 erfahren mute, als ihm das Verteidigungsteam Deborah Lipstadts gleich mehrere massive Gutachten auf den Tisch knallte, die vorgaben, Irvings historische Thesen seien Legenden, Lgen und Vorurteile. Eines dieser Gutachten war von Robert J. van Pelt verfat und konzentrierte sich ausschlielich auf die Beweislage bezglich der behaupteten Massenvernichtung im Konzentrationslager Auschwitz.12 Herr Irving versandte Kopien dieser Gutachten an mich und andere Revisionisten mit der Bitte um Stellungnahme. Da meine friedliche Verlegerexistenz jedoch im Oktober 1999 zu einem abrupten Ende kam und ich Hals ber Kopf die Koffer packen und mein
10 11

12

Focal Point, London 1996; dt.: Nrnberg. Die Letzte Schlacht, Grabert-Verlag, Tbingen 1996. Deborah E. Lipstadt, Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory, Free Press, New York 1993; dt.: Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zrich 1994. Robert J. van Pelt, Pelt Report, eingefhrt im Zivilverfahren vor der Queens Bench Division, Royal Courts of Justice, Strand, London, David John Cawdell Irving vs. (1) Penguin Books Limited, (2) Deborah E. Lipstadt, Ref. 1996 I, No. 113 ([Link]/evidence/[Link]).

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Der Pseudo-Architekt

Heil in den USA suchen mute,13 war es mir damals nicht mglich, mich dazu zu uern. Erst als die Hauptverhandlung im Verleumdungsproze Irvings gegen Frau Lipstadt und den Penguin-Verlag bereits begonnen hatte, erhielt ich in den USA einen Brief des offenbar kopflos gewordenen David Irving, in dem er mich hnderingend darum bat, ihm als Berater im Gerichtssaal beizustehen. Meine Forderung, zumindest als Zeuge erscheinen zu drfen, wenn ich mich schon dem Risiko aussetzte, verhaftet zu werden, mute er jedoch aus prozessualen Grnden ablehnen, da er mich schon viele Monate zuvor htte als Zeugen benennen mssen, wenn er mich nun einfhren wollte. Unter diesen Voraussetzungen versprach ich, ihm binnen weniger Tage eine schriftliche Stellungnahme zu van Pelts Gutachten zukommen zu lassen, was ich auch tat. Aus dem Verhandlungsprotokoll ist allerdings nicht zu erkennen, da Irving von meinen Ausfhrungen sachgerecht Gebrauch gemacht htte. Irvings grundstzliche Weigerung, revisionistische Forscher als seine Gutachter zu benennen, hatte letztlich fatale Auswirkung fr ihn. Richter Gray schreibt darber in seinem Urteil:14 Der Grund, warum Irving anfangs die Existenz der Gaskammern in Auschwitz leugnete, war, wie zuvor gezeigt, das Leuchter-Gutachten. [] Im Lichte von van Pelts Beweisen und nach Irvings Antworten whrend des Kreuzverhrs gehe ich davon aus, da ein objektiver Historiker das Leuchter Gutachten nicht als ausreichenden Grund angesehen htte, die konvergierenden Beweise abzulehnen oder auch nur anzuzweifeln, auf die sich die Verteidigung bezglich Menschenvergasungen in Auschwitz beruft. Ich habe dabei die Tatsache nicht bersehen, da Irving anfhrt, da Leuchters Befund besttigt wurde, insbesondere durch das Rudolf Gutachten. Aber dieses Gutachten wurde whrend des Verfahrens nicht als Beweis vorgelegt, so da es mir unmglich war, seinen Beweiswert zu ermitteln.

Der Pseudo-Sachverstndige
Einer der berraschendsten Enthllungen whrend des Verhrs von Robert van Pelt durch David Irving war die damals unbekannte Tatsache, das Prof. van Pelt nicht nur kein Architekt ist, sondern vielmehr keinerlei Ausbildung oder Berufserfahrung hat, die ihn auch nur entfernt dazu qualifiziert,
13

14

Vgl. dazu mein Buch Kardinalfragen an Deutschlands Politiker, Castle Hill Publishers, Hastings 2005 ([Link]/D/kadp). Urteil von Justice Gray, Zivilverfahren, aaO. (Anm. 12), 11.4.2000, Abschnitt 13.79f.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

in irgendeinem Land als Sachverstndiger auf diesem Gebiet auszusagen. Ich zitiere aus dem Protokoll:15 I:Und Sie sind jetzt Professor fr Architekturgeschichte an der Universitt von Waterloo in Toronto? P: Nein. Die Umstnde meiner Berufung sind ein bichen verwirrend. Ich bin im Fachbereich Architektur und somit bin ich offiziell Professor fr Architektur. Der Professorentitel hngt davon ab, in welchem Fachbereich man ttig ist. Ich unterrichte allerdings im Bereich Kulturgeschichte, so da ich mich selbst normalerweise Professor fr Kulturgeschichte nenne, um im allgemeinen Umgang Verwirrungen zu vermeiden, weil ich, mit meinem Hintergrund, meiner Doktorarbeit und meinem Lehrauftrag, Kulturgeschichte an der Architektenschule lehre. Als man mich allerdings anwies, wie ich meinen Lebenslauf fr dieses Verfahren anzufertigen htte, sagte man mir, ich solle bezglich dessen, was ich sei, im juristischen Sinne uerst przise sein, und deshalb gab ich an, ich sei Professor fr Architektur. MR JUSTICE GRAY [Richter]: Sie sind also in Wirklichkeit ein Kulturhistoriker? P: Ich bin in Wirklichkeit ein Kulturhistoriker. I: Das ist ein Punkt von einiger Bedeutung, Herr Richter. Wir mssen genau wissen, welche Ihre Qualifikationen zur Erstellung Ihres Gutachtens fr dieses Gericht sind. Ich meine dies nicht im geringsten in herabsetzender Weise, zumal ich, wie gesagt, Ihr Buch und ihr Gutachten mit uerstem Interesse gelesen habe. Wir mssen aber trotzdem wissen, was nun eigentlich Ihr Fachgebiet ist. In Grobritannien haben wir freilich das Royal Institute of British Architects. Ist Ihnen bekannt, da es in England illegal ist, sich selbst einen Architekten zu nennen, wenn Sie nicht beim RIBA registriert sind? P: Das ist in den meisten Lndern so, ja, ich wei das. I: Das quivalent dazu in Holland ist der Bond van Nederlandse Architecten, ist das richtig? Verzeihen Sie mir meine Aussprache. P: Ja, Bond van Nederlandse Architecten. I: Was grob genommen dem RIBA entspricht? P: Ja. I: Ist es richtig, da Sie nicht beim Bond van Nederlandse Architecten registriert sind?

15

Verfahren Irving ./. Lipstadt, aaO. (Anm. 12), 25.1.2000, Protokoll S. 37-42.

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Der Pseudo-Architekt

P: Ich hatte nie einen Grund dazu, da ich nie an einer Architekturschule studiert habe. I: Sie knnen also nicht auf legale Weise vorgeben, ein Architekt zu sein, wenn ich es so ausdrcken kann? P: Nein, ich knnte dafr strafrechtlich belangt werden. I: Sie knnten dafr strafrechtlich belangt werden? P: Ja. I: So hnlich, wie Herr Leuchter in Massachusetts belangt wurde, weil er vorgab, ein Ingenieur zu sein?[16] P: Ja. I: Sie knnen womglich die Tragweite dieser speziellen Frage erkennen. Mit anderen Worten, Ihr Gutachten als Architekt gleicht dem Gutachten von Herrn Leuchter als Ingenieur? P: Ich wei wirklich nicht. Ich lehre an der Architekturschule seit 1984. Ich habe Designkurse geleitet. Insbesondere an kleinen Architekturschulen mu man annehmen, was immer auf einen zukommt. Ich war Mitglied in Architekturausschssen und Tagungen, zumeist auf einer Art wchentlicher oder zweiwchentlicher Basis. Ich habe I: Sie haben niemals Architektur gelernt? Sie haben niemals Architektur an einer Universitt studiert? Sie haben niemals einen Abschlu in Architektur erworben? P: Ich habe keinen Abschlu darin, aber ich war mit praktischer Architektur konfrontiert, und abgesehen davon habe ich fr verschiedene Architekten gearbeitet, einer davon, Sir Dennis Leston, hier in England, als er die Synagoge in Jerusalem entworfen hat. Ich habe mit Jack Diamond in Toronto zusammengearbeitet. Ich war also sehr oft in Architekturbros und anderen Sttten. I: Und sie beraten selbstverstndlich zur Zeit die heutige AuschwitzVerwaltung bezglich der Rekonstruktion des Lagers, wenn ich es so sagen darf? P: Ich habe sie beraten, ja. I: Sie tun das nicht mehr. Nun gut. Wenn ich also einen Pseudohistoriker bin, dann sind Sie ein Pseudoarchitekt, wenn ich es so ausdrcken darf? P: Ja, abgesehen davon, da ich weder je behauptet habe, ein Architekt zu sein, noch ein Pseudoarchitekt. I: Abgesehen davon, da Sie ein Professor fr Architektur sind, da Sie sich selbst Architekturprofessor nennen, und da Sie bei den Leuten den Ein16

Diese Unterstellung Irvings ist falsch, denn Leuchter wurde niemals rechtlich belangt.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

druck aufkommen lassen, Sie seinen ein Experte fr Architektur, und Sie haben dennoch nie Architektur studiert, Sie haben nie einen Abschlu erworben und sie sind nicht als solcher registriert? P: Ich mu sagen, da ich womglich bevorzugen wrde, Professor fr Kulturgeschichte genannt zu werden, aber es ist eine Tatsache, da mich die Universitt auf den Lehrstuhl eines Professors fr Architektur berufen hat. Deshalb I: Aber Sie begutachten hier nicht die Kultur von Auschwitz. Sie begutachten hier die Architektur von Auschwitz. P: Ich werde, so hoffe ich, ber die Geschichte von Auschwitz Zeugnis ablegen, und architektonische Dokumente sind eine sehr wichtige historische Quelle. Ich denke, da wir beide darin bereinstimmen. Ich meine, als ein Historiker knnen Sie ber verschiedene Beweisarten reden, und die architektonischen Dokumente sind eine Art von Beweisen. I: Ich habe diese Fragen nicht im geringsten im herabzusetzenden Sinne gestellt, aber ich meine, es ist wichtig, die Aufmerksamkeit des Herrn Richters auf die Tatsache zu richten, da Ihre Qualifikationen als Architekt tatschlich nicht grer oder kleiner sind als die meinigen? P: Ich stimme darin berein, da meine formalen Qualifikationen genau die gleichen sind wie die Ihren. I: Wenn Sie sich also Lichtschalter oder architektonische Zeichnungen oder Blaupausen ansehen, wie Sie sie nennen, dann sind Sie dazu nicht besser qualifiziert als ich es bin? P: Nein, aber ich wrde sagen, Herr Richter, da ich dies whrend der letzten 15 Jahre gemacht habe, so da es da eine gewisse praktische Erfahrung gibt, wrde ich sagen, was womglich von Bedeutung sein wird.

Robert Jan van Pelts Pseudo-Gutachten


Einleitung
Prof. van Pelts Gutachten einer ausfhrlichen Kritik zu unterziehen, ergbe eine Wiederholung groer Teile meines Gutachtens17,18 sowie erluternder

17

18

R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993 ([Link]/D/rga1/[Link]) Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 ([Link]/D/rga2).

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Der Pseudo-Architekt

Ausfhrungen, die ich anderswo gettigt habe.19 Um das zu vermeiden, verweise ich den interessierten Leser auf die volle englischsprachige Fassung meiner Kritik an van Pelt wie auch am Urteil des Richters Gray, wie sie im Internet zu finden sind.20 Nachfolgend werde ich nur auf einige besonders krasse Fehlbeurteilungen van Pelts bzw. Grays eingehen. Das Leuchter-Gutachten wurde 1988 angefertigt. Es war die Arbeit eines Vorkmpfers, zumal hier die Gaskammern von Auschwitz, Birkenau und Majdanek zum ersten Mal ohne den Einflu eines totalitren Regimes forensisch untersucht wurden. Dieses Gutachten wurde von seinem Autor in sehr kurzer Frist verfat, wobei es an Zeit fehlte, all jene Informationen zu sammeln, die uns heute zur Verfgung stehen. Es ist daher verstndlich, da dieses Gutachten Mngel hat, die ich aber hier nicht weiter behandeln werde. Obwohl ich weitaus mehr zu van Pelts Gutachten sagen knnte, beschrnke ich mich hier im wesentlichen auf sein Kapitel IX, wo er detailliert auf Leuchter Bezug nimmt, zumal ich der berzeugung bin, da es andere Fachleute gibt, die weitaus kompetenter sind, die nichtchemischen Behauptungen van Pelts zu kritisieren, insbesondere bezglich seines Kapitels VI. ber Dokumente.

Vorgesehene Funktion der Rume


Bei der Behandlung der Krematorien IV und V fhrt van Pelt aus [S. 289]:21 Zunchst einmal ist von diesen Gebuden annhernd nichts brig geblieben, mit Ausnahme der Betonfundamente und einigen niedrigen Grundmauern, die nach dem Kriege errichtet wurden, und nichts auf den Bauplnen dieser Gebude weist darauf hin, da die Gaskammern als Leichenhallen dienten. Es ist daher unklar, aufgrund welcher Beweise er [Leuchter] in der Lage war, seine Behauptung bezglich der Krematorien 4 und 5 zu untermauern. Diese Ausfhrungen belegen die Voreingenommenheit van Pelts: Er hat recht, da nichts auf den Bauplnen auf die vorgesehene Funktion der Rume hinweist, die er als Leichenhallen bezeichnet, aber es weist eben genauso wenig daraufhin, da es sich bei diesen Rumen um Menschengas19

20 21

Vgl. neben den Ausfhrungen in diesem Buch vor allem: G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten in der Kritik, VffG 1(2) (1997), S. 104-108); ders., Das Rudolf Gutachten in der Kritik, Teil 2 VffG 3(1) (1999), S. 77-82. [Link]/GB/c/GR/[Link]; [Link]/GB/c/GR/[Link]. Nachfolgend in eckigen Klammern aufgefhrte Seitenzahlen beziehen sich auf das von van Pelt zu den Akten gegebene Gutachten (Verfahren Anm. 12)

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

kammern gehandelt habe! Tatschlich knnen wir den Bauplnen Indizien entnehmen, die Rckschlsse auf die ursprnglich vorgesehene Funktion dieser Rume zulassen. Jene Stellen, an denen die Lampen einzusetzen waren, sind mit [Link]. bezeichnet, eine Abkrzung fr explosionsgeschtzt.22 Dies belegt, da die planenden Architekten damit rechneten, da diese Rume mit explosiven Gasen wie Blausure (HCN, Zyklon B) in Konzentrationen gefllt wrden, die nahe der Explosionsgrenze lagen.23 Wenn Prof. van Pelt recht htte, da bei Massenvergasungen von Menschen mit Zyklon B keine Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze vor Explosionen notwendig seien [S. 289f., 332, 340], dann weisen diese Vorrichtungen in den besagten Rumen darauf hin, da diese Rume als Entlausungsrume vorgesehen waren, und eben nicht als Menschengaskammern, wie er behauptet. Wenn es aber andererseits bei massenhaften Menschenvergasungen ein Explosionsrisiko gab, so weist der Mangel an solchen Vorrichtungen in den Kellerrumen der Krematorien II und III in Birkenau, die van Pelt als Gaskammern bezeichnet, darauf hin, da diese Rume nicht fr eine solche Benutzung vorgesehen waren (in den Bauplnen steht Leichenkeller!). Van Pelt steht mit seiner Argumentationsweise in jedem Fall im Gegensatz zu den Fakten. Tatschlich gibt es ja noch mehr Dokumente, die auf das Vorhandensein oder doch die Planung und den Bau mindestens einer Gaskammer in den Krematorien IV und V hinweisen, so z.B. einen Bericht ber das Einsetzen von Fenstern in der Gaskammer und der Fertigstellung des Bodens in der Gaskammer. Was van Pelt allerdings ignoriert, ist, da der Begriff Gaskammer vor und whrend des Krieges ausschlielich in Zusammenhang mit Entlausungsanlagen verwendet wurde. Das beste Beispiel dafr sind die Bezeichnungen der Entlausungsrume in den Hygienebauwerken BW 5a und BW5b in Birkenau. Man liest auf deren Plnen klar und deutlich Gaskammer. Ein anderes Beispiel ist der Titel einer der am weitesten verbreiteten Fachverffentlichung zu diesem Thema aus dem Jahr 1940: F. Puntigam, H. Breymesser, E. Bernfus, Blausuregaskammern zur Fleckfieberabwehr, Sonderverffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943 (Hervorhebung durch mich). Es mu daher angenommen werden, da die Lagerleitung zumindest vorhatte, einen oder mehrere Rume in den Krematorien IV und V als Entlausungsrume
22

23

Eine architektonische Untersuchung mit weiteren Details dazu wird zur Zeit fr eine Verffentlichung in VffG vorbereitet. Sogar die in diesen Rumen eingebauten fen weisen in eine hnliche Richtung: sie muten von auen befeuert werden. Konzentration heit hier die in der Luft befindliche Masse an Blausure pro Volumen. Das macht unsere Betrachtungen unabhngig vom jeweiligen Volumen der betrachteten Rume.

310

Der Pseudo-Architekt

zu benutzen. Alle sogenannten kriminellen Indizien bezglich dieser Krematorien lsen sich damit in Luft auf.

Drahtnetzeinwurfsulen
Eine der grten Leidenschaften Prof. van Pelts sind ein paar pfeilerartige Drahtnetzsulen, die angeblich den Leichenkellern 1 der Krematorium II und III hinzugefgt wurden. Er behauptet, ihr Zweck sei die Einfhrung von Zyklon B in die Gaskammer gewesen [S. 294]: Die Seiten dieser Sulen, die durch das Dach hindurchgingen, bestanden aus schwerem Drahtgeflecht. Innerhalb dieses Netzes befand sich ein noch feineres Geflecht und darin ein drittes, sehr feines Geflecht. In diesem letzten Geflechtkasten befand sich eine herausnehmbare Bchse, die an einem Draht herausgezogen wurde, um das [Zyklon] Granulat herauszuholen, von dem das Gas verdampft war. Fr diese Behauptung sttzt er sich vor allem auf zwei Zeugenberichte: Er zitiert Henryk Tauber [van Pelt S. 294]24 und beschreibt ihn wie folgt [S. 112]: Taubers Zeugnis ist zweifellos das wichtigste Dokument ber den Vernichtungsvorgang, das unmittelbar nach dem Krieg angefertigt wurde. Es wird im wesentlichen von den zeitgenssischen Aussagen Jankowskis und Dragons besttigt sowie durch die spter abgefaten Erinnerungen Filip Mllers. Und in seiner Funote 87 fgt van Pelt hinzu [S. 138]: Es ist sehr unwahrscheinlich, da Filip Mllers Erinnerungen von Taubers Aussage inspiriert oder beeinflut wurden. Er liegt damit vielleicht richtig, aber hat er bemerkt, da Mller ganze Stze von der Aussage Miklos Nyiszlis bernommen hat?25 Mllers Plagiat kann somit gar nichts besttigen. Teile von Henryk Taubers Aussage sind allerdings dermaen absurd und technisch unmglich, da er als vllig unglaubwrdig gelten mu.26

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Vernehmung des Henryk Tauber vom 25.5.1945, Anlage 18, Band 11 des H-Verfahrens, zitiert nach J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 483f. Vgl. dazu die Analyse von Carlo Mattogno, Auschwitz: A case of plagiarism, Journal of Historical Review, 10(1) (1990), S. 5-24 ([Link]/GB/Journals/JHR/10/1/[Link]). Vgl. dazu meine Kritik im Beitrag Vom Paulus zum Pseudo-Saulus in diesem Buch.

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Michal Kula, der zweite Zeuge van Pelts, behauptet, er habe die von van Pelt erwhnten Drahtnetzeinfhrungsvorrichtung gebaut, die er wie folgt beschreibt: [van Pelt S. 113]27 Unter anderem wurden in der Schlosserei auch Duschattrappen produziert, die man dann in den Gaskammern installierte, sowie Gitterpfeiler, durch die man den Inhalt der Zyklonbchsen in die Gaskammern einschttete. Diese Pfeiler waren ungefhr drei Meter hoch. Ihr Durchmesser betrug vielleicht 70 cm. Ein solcher Pfeiler bestand aus drei bereinandergefgten Drahtnetzen. Das uere Drahtnetz war aus 3 mm dickem Draht; die Eckpfeiler maen 50 x 10 mm. Solche Eckpfeiler wies die Drahtsule oben, unten sowie als Verbindung an den Seiten auf. Die Maschen des ueren Drahtgeflechts besaen einen Durchmesser von etwa 45 mm. Das zweite Drahtnetz war gleich konstruiert wie das uere und etwa 150 mm von diesem entfernt. Der Durchmesser seiner Maschen betrug vielleicht 25 mm. An den Ecken waren diese beiden Gitter mit Eisendrhten verbunden. Der dritte Bestandteil des Pfeilers war beweglich. Es handelte sich dabei um ein leeres Geflecht aus dnnem Zinkblech von ungefhr 150 mm Durchmesser, das oben in einen Trichter mndete und unten eine quadratische Flche aufwies. Ich bitte um Verzeihung: Drahtnetzsulen in einem Raum, gefllt mit 1.000 bis 2.000 Menschen, die in Panik geraten? Die Opfer haben, Henryk Tauber zufolge und so zitiert von van Pelt selbst(!), die gesamte Ausrstung in diesem Raum demoliert und glauben Sie mir: wenn diese Menschen tatschlich vergast worden wren, dann htten sie das bestimmt getan [van Pelt, S. 106]:28 Die Menschen, die gerade vergast werden sollten, und jene in der Gaskammer beschdigten die elektrischen Installationen, rissen die Kabel heraus und beschdigten die Lftungseinrichtung. Was wrden die Opfer also mit diesen Maschendrahtsulen gemacht haben? Wenn es sie gab, so wrde ihr ueres Rahmenwerk aus massivem

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Zeugnis Michal Kula, 11.6.1945, Anhang 16 der Kommission zur Untersuchung deutscher Kriegsverbrechen, Akten des H-Prozesses, Warschau, 1947. Hier zitiert nach: Jrgen Graf, Auschwitz. Ttergestndnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen, Wrenlos 1994, S. 132 ([Link]/D/atuadh/). Van Pelt entnahm den Text dem Verfahren gegen Ertl und Dejaco, Landesgericht fr Strafsachen, Wien, Az. 20 Vr 3806/64, Akte ON 393v (r & v). Seine bersetzung ist jedoch fehlerhaft, da vom Polnischen ins Deutsche und dann ins Englische bersetzt. Um Rckbersetzung zu vermeiden, habe ich auf Jrgen Grafs Fassung zurckgegriffen, auch wenn diese etwas frher endet. Pressac, aaO., (Anm. 24), S. 483f.

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Stahl bestanden haben mssen, aber bestimmt nicht aus einer leicht zu verbiegenden Maschendrahtkonstruktion. Carlo Mattogno hat zudem gezeigt, da es keinerlei dokumentarischen Beweis der Existenz dieser Konstruktionen gibt und da es auch keine ffnungen in der Decke des Leichenkellers gibt, durch die hindurch diese Sulen laut Kula nach auen ragten.29 Was berichtet Kula sonst noch? Er ist einer jener Zeugen, die uns im Detail ber die angebliche erste Versuchsvergasung mehrerer hundert Gefangener im Auschwitz-Stammlager berichten. Nach Kula vergaste die SS am 15. August 1941 250 Gefangene [van Pelt, S. 112]. Carlo Mattogno hat detailliert aufgezeigt, wie widersprchlich und vllig unzuverlssig die verschiedenen Zeugenaussagen ber dieses angebliche Ereignis sind.30 Kula zerstrt seine eigene Glaubwrdigkeit letztlich selbst, indem er beschreibt, wie die Leichen der vergasten Opfer aussahen, die er bei ihrem Abtransport gesehen haben will: Ich sah dann, da sie [die Leichen] grnlich waren. Die Krankenschwestern sagten mir, da die Leichen aufgeplatzt waren, und da die Haut sich schlte. Opfer von Zyklon B Vergasungen sind nicht grnlich, sie sind rosartlich,31 und zudem gibt es keinen Grund, warum die Leichen htten aufplatzen oder die Haut sich abschlen sollen. Und wenn wir schon bei Zeugenaussagen sind, so darf ich darauf hinweisen, da andere Zeugen zu der Art und Weise, wie das Giftgas in die Keller gelangte, ganz andere Angaben machte: Laut Rudolf Vrba warf man das Zyklon B auf die Kpfe der Opfer.32 Bei Jerzy Tabeau wurden Cyanwasserstoffbomben in die Lcher geworfen.33
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Vgl. dazu C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; Carlo Mattogno, Die Einfllffnungen fr Zyklon-B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290. Carlo Mattogno, Auschwitz: La Prima Gasazione, Edizioni di Ar, Padova 1992; bald auch auf dt. (Auschwitz: Die Erste Vergasung) bei Castle Hill Publishers; vgl. Carlo Mattogno, The First Gassing at Auschwitz: Genesis of a Myth, The Journal of Historical Review, 9(2) (1989), S. 193-222 ([Link]/GB/Journals/JHR/9/2/[Link]) Vgl. dazu die Toxikologie-Fachliteratur, z.B. W. Wirth, C. Gloxhuber, Toxikologie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1985, S. 159f.; W. Forth, D. Henschler, W. Rummel, Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Wissenschaftsverlag, Mannheim 1987, S. 751f.; S. Moeschlin, Klinik und Therapie der Vergiftung, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1986, S. 300; H.-H. Wellhner, Allgemeine und systematische Pharmakologie und Toxikologie, Springer Verlag, Berlin 1988, S. 445f. Jrgen Graf, aaO. (Anm. 27), S. 39, nach R. Vrba, A. Bestic, I Cannot Forgive, Bantam, Toronto, 1964, S. 10ff.

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Laut Olga Lengyel war das Loch mit einem Glasdeckel abgedeckt.34 Stanislaw Jankowski sagte, es habe nur zwei statt der sonst blichen vier Lcher gegeben.35 Janda Weiss meinte, das Gas sei durch drei Ventilationssulen eingeworfen worden, und Kinder seien in den fensterlosen Raum durch Fenster hineingeworfen worden.36 Laut Miklos Nyiszli befanden sich die Sulen in diesem 30 m langen Keller in einem Abstand von 30 Metern.25 Filip Mller meint, die Zyklon-Krnchen seien in eine Sule geworfen worden, in deren Innern eine Spirale fr eine gleichmige Verteilung des Granulat sorgte. Ota Krauss und Erich Schn-Kulka,37 Freunde des Romanschreibers Vrba, Wetzler, Mller und Jankowski, allesamt Mitglieder der sogenannten Lagerpartisanen von Auschwitz, die mit dem beschftigt waren, was sie selbst Propaganda nannten,38 sprachen von nur zwei Sulen [van Pelt, S. 123]. Und zu guter Letzt haben wir noch die Gestndnisse der Ingenieure und Architekten, die mit dem Bau der angeblichen Gaskammer befat waren. Diese Gestndnisse erhielt das KGB, und zwei der vom KGB verhrten Gefangenen (Fritz Sander und Kurt Prfer) starben in den Gefngnissen des KGB. Man fragt sich warum? Einer dieser Herren soll folgendes zugegeben haben:39 In der Decke [der Gaskammer] gab es vier quadratische ffnungen von 25 x 25 cm Gre. Was teilen uns aber die verllicheren Bauplne der Krematorien mit? Bauplne vergessen nicht, sie verzerren nicht, lgen nicht, fgen nichts hin-

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Ebenda, S. 45, nach The Extermination Camps of Auschwitz (Oswiecim) and Birkenau in Upper Silesia, Franklin Delano Roosevelt Library, New York, Collection War Refugee Board, Box no. 6, German Extermination camps, 1. Original Reports from McClelland, 10-12-44. J. Graf, aaO. (Anm. 27), S. 208, nach: Olga Lengyel, Five Chimneys, Chicago/New York, 1947, S. 72ff. Nach: Hefte von Auschwitz, Sonderheft 1, Handschriften von Mitgliedern des Sonderkommandos, Verlag Staatliches Auschwitz-Museum, 1972, S. 42 ff. Document 159, Experiences of a Fifteen-Year-Old in Birkenau, in David A. Hackett (Hg.), The Buchenwald Report, Westview Press, San Francisco/Oxford 1995, S. 349. Ota Kraus, Erich Schn-Kulka, Tovrna na Smrt, Cin, Prag 1946, S. 121f. Vgl. Knud Bcker, Das Krematorium von Auschwitz-Birkenau in der Kriegspropaganda und in der sowjetischen Nachkriegsdarstellung, VffG 3(1) (1999), S. 39-63, hier FN. 20, 62. Jrgen Graf, Anatomie der sowjetischen Befragung der Topf-Ingenieure, VffG 6(4) (2002), S. 398-421.

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zu oder lassen etwas aus. Dr. van Pelt, Professor fr Architektur, schreibt [S. 294]: Diese Drahtnetzsulen sind auf den Bauplnen nicht zu finden. Aber wenn sie auf den Bauplnen nicht zu finden sind, warum fgt van Pelt sie dann in eine Zeichnung ein, die angeblich so steht es in David Olre, angeblich das Krematorium 41 der Bildlegende ausschlielich(!) II in Birkenau in Aktion darstellend. mit Daten aus eben jenen Bauplnen fr eine seiner Verffentlichungen erstellt wurde?40 Nennt man so etwas nicht eine Flschung? Und wie kommt er dazu anzunehmen, die Sulen seien [van Pelt, S. 294] an vier der sieben das Dach tragenden Sulen befestigt gewesen (sehr wahrscheinlich an die Sulen Nr. 1, 3, 5 und 7), [] wenn er zugleich angibt, dafr keine Daten zu haben? Und wie kann er behaupten, eine derart schwerwiegende Konstruktionsnderung des Leichenkellers habe keine nderung der Bauplne erfordert, wo doch vier Lcher in die Decke eingefgt werden muten, die immerhin gegen die 60 cm hoch auf dem Dach liegende Erde wasserdicht gemacht werden muten? Van Pelt meint nmlich [S. 294, 112]: [] und deshalb war es nicht ntig, einen neuen Satz Bauplne zu zeichnen, nachdem die Entscheidung gefallen war, sie [die Einwurfsulen] in den Leichenkeller einzufgen. [] Sie wurden nachtrglich in diesen Ort eingefgt, tauchen aber auf den Bauplnen nicht auf, die mit einer Ausnahme alle gezeichnet wurden, bevor entschieden wurde, den Leichenkeller 1 als Gaskammern zu nutzen. Ihre Existenz wird aber unabhngig von einander durch die Augenzeugenaussagen ber die Gaskammern, durch die Zeichnungen von David Olre (siehe unten), und durch das folgende Zeugnis von Michael Kula besttigt, der diese Sulen hergestellt hat.

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R.J. van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz: 1270 to the Present, Yale University Press, New Haven/London 1996, S. 270. Die Zeichnerin Kate Mullin stellte diese architektonische Zeichnung des Leichenkellers 1 (Krematorium II, Birkenau) im Auftrag von Prof. van Pelt her. Laut van Pelts Legende basiert die Zeichnung ausschlielich auf den Bauplnen des Krematoriums. David Olre, The Eyes of a Witness, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 51.

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Eine weitere Gemldelge von David Olre.42 Die Ofentren in Auschwitz waren tatschlich lediglich 60 cm breit und hoch; der Rundbogen begann bei einer Hhe von 30 cm. Die Bahre wurde auf Rollen eingeschoben, die weitere 10-15 cm Hhe in Anspruch nahmen. Die Ofentren erlaubten daher nur die Einfhrung einer einzelnen Leiche. Olres Gemlde ist auch physikalisch unmglich, denn das Gewicht mehrerer Leichen auf einer Bahre, die nur an einem Ende auf einem Stab aufliegt, kann nicht durch einen Mann ausbalanciert werden. Zudem kann man nicht mit nacktem Oberkrper vor weiglhenden fen arbeiten.

Jede Lichtleitung, Wasserleitung, und jeder Gully war in den Bauplnen verzeichnet. Sogar smtliche nderungen, die angeblich zur Umwandlung der Leichenkeller fr den Massenmord dienten, wurden in den Plnen eingetragen. Ist es da glaubhaft, da derart massive nderungen einfach ignoriert wurden? Prof. van Pelt hat natrlich nicht nur keinen Beweis dafr, da berhaupt irgend etwas nachtrglich in diesen Ort eingefgt wurde, er hat auch keinen Beweis dafr, wann oder ob berhaupt entschieden wurde, den Leichenkeller 1 als Gaskammern zu nutzen. Er erzhlt uns schlicht ein Mrchen. Und der Kulturhistoriker Dr. van Pelt sttzt sich auf die Zeichnungen eines Knstlers, David Olre. Unglcklicherweise lgt dieser Knstler, was man seinen Zeichnungen entnehmen kann: Er zeichnet stndig Krematoriumskamine, die fetten Rauch und Feuer spucken, was technisch unmglich war.43 Wre van Pelt ein echter Architekt, so wte er sofort, da dies ein propagandistischer (knstlerischer) Betrug ist.44
42

Ebenda, S. 179; J.-C. Pressac, Les crmatoires dAuschwitz. La machinerie du meurtre de masse, CNRS, Paris 1993; David Olre, Alexandre Oler, Witness: Images of Auschwitz, WestWind

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Tatschlich aber liegt van Pelt vllig falsch: 1. Es gibt keine verllichen Augenzeugen-Beweise hinsichtlich der Existenz der von ihm behandelten Drahtnetzsulen, wie ich oben gezeigt habe. 2. Van Pelt selbst schreibt in seinem Gutachten [S. 295]: Heute kann man die vier Lcher, die die Drahtnetzsulen mit den Trmen auf dem Dach verbanden, in den zerstrten berresten des Betondaches nicht mehr sehen. Heit das aber, da sie nie da waren? Wir wissen, da die Vergasungsausrstung nach der Einstellung der Vergasungen im Herbst 1944 entfernt wurde, was sowohl die Drahtnetzsulen als auch die Trme einschliet. brig geblieben wren die vier Lcher im Dach. Obwohl wir in dieser Sache keine Gewiheit haben, so wre es doch logisch gewesen, an den Stellen, wo die Lcher waren, unterhalb des Daches eine Verschalung anzubringen und etwas Beton in die Lcher zu gieen, wodurch die Decke wiederhergestellt worden wre. Prof. van Pelts Behauptung, Wir wissen, da die Vergasungsausrstung nach der Einstellung der Vergasungen im Herbst 1944 entfernt wurde, ist vllig unfundiert. Alles, was wir wissen, ist, da die Deutschen beim Rckzug immer alle Einrichtungen entfernten, die sie irgend entfernen konnten (wie es jede Armee macht). Da wir keine Dokumente ber das haben, was da installiert war, haben wir auch keine Ahnung, was die entfernte Einrichtung war. Insofern haben wir eben keine Ahnung von dem, was an Vergasungsausrstung angeblich entfernt wurde, weil wir nicht wissen, ob es eine derartige Ausrstung berhaupt gegeben hat. Van Pelts nchste Behauptung, da die Lagerverwaltung die Lcher in der Decke im Herbst 1944 mit Beton auffllen lie, um die Decke wiederherzustellen, ist nicht nur ohne jeden Beweis, sondern widerspricht sogar den Beweisen. Aber zumindest meint Prof. van Pelt, die SSVerwaltung habe logisch gehandelt, indem sie angeblich versucht habe, alle Spuren ihres angeblichen Verbrechens zu verwischen. Aber glaubt van Pelt wirklich, es wre sinnvoller gewesen, die Lcher zuzubetoniePress, North Richland Hills, Texas, 1998; vgl. [Link] Vgl. C. Mattogno, Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen, VffG, 7(3&4) (2003), S. 386-391. Auch in seinem Buch, aaO. (Anm. 1), S. 172-181, fhrt van Pelt D. Olre als einen seiner Kronzeugen auf, dessen Zeichnungen durch ihre Genauigkeit auffalle. Da Olre in den entscheidenden Details lgt Flammen aus Kaminen, bergroe Tren der Krematoriumsfen (vgl. Abbildung S. 316), Ersetzen massiver Betonpfeilern durch hohle Drahtnetzpfeiler in den Leichenkellern , davon verliert van Pelt kein Wort.

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ren, anstatt gleich das gesamte Dach der Gaskammer zu entfernen, wie es mit den Dchern der Leichenkeller 2, den Auskleidekellern gemacht wurde? Ein am 21.12.1944 aufgenommenes alliiertes Luftfoto zeigt nmlich, da das Dach des anderen, angeblich nicht zum Mord benutzten, Leichenkellers komplett entfernt wurde.45 Selbstverstndlich ergibt das Ganze berhaupt keinen Sinn. Um van Pelt zu glauben, mten wir glauben, da die SS zur Verwirrung spterer Touristen und Holocaust-Forscher mutwillig architektonische Relikte schuf, anstatt das Dach gleich ganz zu zerstren wie im Falle des Auskleidekellers. Das erscheint aber zu absurd, um glaubhaft zu sein. Htte van Pelt aber auch nur rudimentre Kenntnisse in Architektur, so wte er, da es unmglich ist, Lcher in einem Betondach zu entfernen, ohne dabei deutlich sichtbare Spuren zu hinterlassen. Dies gilt insbesondere fr die hier behauptete Lochgre von 70 cm 70 cm (das ist fast ein halber Quadratmeter!). Aber zumindest stimmt Prof. van Pelt mit uns Revisionisten darin berein, da es weder berreste dieser angeblichen Lchern gibt, noch von Lchern, die zugemauert worden sind. Indem er ausfhrte, da es derartige Spuren nicht gibt, hat van Pelt in der Tat zugegeben, da es niemals irgendwelche Lcher in der Decke dieses Raumes gegeben hat, und folglich keine Zyklon-B-Einfhrungsvorrichtung welcher Natur auch immer, und somit keine Einfhrung giftiger Substanzen auf die von den Zeugen beschriebene Weise. Er hat eingerumt, da seine Augenzeugen lgen. Er hat zugegeben, da er fr den Massenmord in Auschwitz keinen Beweis hat. Keine Lcher, keine Gaskammer.29 Tatschlich hat er nachgewiesen, da es keinen Beweis fr den Holocaust gibt. Keine Lcher, kein Holocaust (Robert Faurisson). Es ist schn zu sehen, da der groe Professor fr Kulturgeschichte Robert Jan van Pelt im Jahre 2000 zu dem selben Ergebnis gekommen ist wie ich im Jahre 1991 (und wie in meinem Gutachten von 1993 beschrieben), als ich die Decke der angeblichen Gaskammer des Krematoriums II von Birkenau untersuchte. Lediglich unsere Schlufolgerungen weichen geringfgig voneinander ab Prof. van Pelt schreibt [S. 295]: Diese Sulen waren an kleine Lcher angeschlossen, die das Betondach der Gaskammer durchdrangen, die in vier Kaminen mndeten,
45

Dino A. Brugioni, Robert G. Poirier, The Holocaust Revisited: A Retrospektive Analysis of the Auschwitz-Birkenau Extermination Complex, CIA, Washington 1979, S. 15. Dank gebhrt Fritz P. Berg fr dieses Argument.

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mangels eines besseren Wortes. Diese sind auf einem Foto von Krematorium 2 sichtbar, das von der SS whrend der Bauarbeiten aufgenommen wurde, und auf einem Luftfoto, das 1944 von den Amerikanern aufgenommen wurde [] Ist Prof. van Pelt ein Fachmann fr die Auswertung von Fotos? Wenn er das ist, dann darf ich wohl auf die Schlufolgerungen meiner Auswertung der von van Pelt erwhnten Bilder hinweisen, die ich seit 1991 immer wieder zum besten gegeben habe und welche die von van Pelt behaupteten Beweise in Nichts auflsen.46 Aus unerfindlichen Grnden werden meine Argumente nun seit sieben Jahren von der Gegenseite penetrant ignoriert. Da liegt der Verdacht des bsen Willens oder der Ignoranz wirklich nahe.

Die vorgeheizte Gaskammer


Prof. van Pelt schreibt [S. 296]: Es gibt zudem deutsche Dokumente, die die Tatsache untermauern, da die Gaskammer beheizt war (eine Tatsache, die, wie ich zuvor ausgefhrt habe, stark darauf hinweist, da dieser Raum nicht mehr als Leichenkeller vorgesehen war. [deplazierte Klammer im Original.] Wenn Prof. van Pelt seinen Jean-Claude Pressac nur ausfhrlich gelesen htte, so wte er, da die zeitweilig vorgeschlagene Heizung fr den Leichenkeller nie eingebaut wurde.47 Diese Heizung wurde kurzfristig erwogen, weil die Saugzugmotoren des Krematoriums gekhlt werden muten und man die Abluft irgendwie sinnvoll zu nutzen gedachte. Da die Motoren aber kurz darauf ausfielen (sie brannten aus), bestand kein Bedarf mehr fr ein solches Projekt. Der Vorgang als solcher widerlegt bereits van Pelts Unterstellung, der geplante Einbau einer Heizung habe etwas Kriminelles an sich. Es ging hier nicht primr um Heizung, sondern um Khlung, und nur nebenbei um die Nutzung der Abwrme. Zudem: wenn Prof. van Pelt auch nur ein wenig Ahnung von der damaligen und/oder heutigen architektonischen Fachliteratur htte, so wte er, da der Einbau einer Heizung in Leichenkellern durchaus die Regel war und ist (zur Frostverhinderung im Winter).48 Den gleichen Fehler wie van Pelt hat bereits Prof. Jagschitz im Jahr 1991 in einem Gerichtsverfahren in Wien begangen (Honsik). Er wurde dafr in der

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47 48

Vgl. die Ausfhrungen in beiden Fassungen meines Gutachtens und in den beiden erwhnten Beitrgen in VffG (Anm. 17-19). J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 24), S. 221, 223. Vgl. E. Neufert, Bauentwurfslehre, Ullstein Fachverlag, Frankfurt 1962, S. 423f. Dieses Werk war schon in den 40er Jahren Standardliteratur fr Architekten!

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Literatur kritisiert.49 Wie dem auch sei, die Heizung wurde eben nicht installiert, genauso wenig wie es eine Heizung je in den angeblichen Gaskammern der Krematorien I und III gab. Van Pelts Schwadronieren ber diese Heizungen ist also verschwendete Zeit. Auch hier glnzt Prof. van Pelt durch das Ignorieren von Quellen, die seit vielen Jahren zugnglich sind und seine These widerlegen. Er kann sich schwerlich auf eine Sprachbarriere zwischen seiner Muttersprache Niederlndisch und dem Deutschen berufen.

Das Lftungssystem
Prof. van Pelt fhrt aus [S. 208]: Es ist wichtig hier anzumerken, da nichts darauf hinweist, da Bischoff oder Prfer die Verwendung des kleineren Leichenkellers im neuen Krematorium fr Menschenttungen anvisierten. Aber das Vorhandensein der starken Lftungsanlage verlieh dieser Anlage von Anbeginn ihrer Ersinnung an ein vlkermordendes Potential, fr dessen Verwirklichung nur geringe Vernderungen notwendig waren. Und tatschlich: es war das Vorhandensein einer solchen Lftungsanlage im Krematorium im Stammlager, das den Lagerfhrer Fritsch sieben Wochen zuvor dazu inspiriert hatte, die Leichenhalle des Krematoriums als Experimentalgaskammer zu benutzen. Prof. van Pelt gibt fr seine Behauptung von einer Experimentalvergasung keine Quelle an. Wichtiger aber ist folgendes: Die tatschliche Leistung des Lftungssystems enthllt, da der Leichenkeller 1 des Krematoriums II in Birkenau, die angebliche Gaskammer, niemals dazu vorgesehen war, als Menschengaskammer zu dienen: 1. Alle Leichenkeller in Birkenau hatten Lftungsanlagen mit etwa 10 Luftwechseln pro Stunde, eine durchaus normale Leistung, wie sie von der deutschen zeitgenssischen Literatur fr Leichenkeller empfohlen wird (510 Luftwechsel pro Stunde).50

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Vgl. W. Rademacher, Der Fall Lftl, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 49f. (online: [Link]/GB/Books/fsfth/[Link].); ich habe hnliche Ausfhrungen bereits in meinem Gutachten (Anm. 19) und in meinem Buch Vorlesungen ber Zeitgeschichte (Grabert, Tbingen 1993, Kapitel 2.7. ) gemacht (online: [Link]/D/vuez/[Link]#v2_7). Vgl. W. Heepke, Die Leichenverbrennungs-Anstalten (die Krematorien), Verlag von Carl Marhold, Halle a.S. 1905, S. 104; bez. der tatschlichen Leistung der Anlagen in Auschwitz vgl. Archiv des Auschwitz Museum, D-Z/Bau, nr. inw. 1967, S. 246f; entnommen C. Mattognos Erkenntnisse in Auschwitz: Das Ende einer Legende, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1995 , S. 133-143 (online: [Link]/D/anf/[Link]).

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Der Pseudo-Architekt

2. Ein Vergleich der Leistung der angeblichen Gaskammern (Leichenkeller 1) mit der des angeblichen Auskleidekellers (Leichenkeller 2) ergibt, da die Lftungsanlage des Leichenkellers 1 wahrlich nichts Ungewhnliches an sich hat, da ihre Leistung sogar niedriger ist als die des Auskleidekellers: LK 1 (Gaskammer): 9,94 Luftwechsel/Std. LK 2 (Auskleiderkeller): 10,35 Luftwechsel/Std. 3. Fr Entlausungsanlagen hingegen empfiehlt die Fachliteratur aus der Kriegszeit etwa 70 Luftwechsel pro Stunde, einen Standard, den man fr professionelle Menschen-Gaskammern wohl mindestens erwarten mu.51 Das ist das Siebenfache der Lftungsleistung dieser Leichenkeller! Diese Fakten sind seit 1994 auf Englisch und seit Ende 1995 auf Deutsch auf dem Tisch. Professor van Pelt freilich wei auch davon nichts.52

Einscherungskapazitt
Ganz besonders deutlich wird seine Ignoranz, wenn es um die angeblich ungeheure Einscherungskapazitt der Auschwitzer Krematorien geht. Das ist eines seiner Lieblingsthemen, dazu lt er sich breit aus [S. 29, 40ff., 48, 51, 53f., 72, 74f., 78, 100ff., 115, 117, 121, 153, 157, 170, 173f, 202, 207210, 226, 231, 235f., 239, 246f, 263, 299-305, 324, 344, 404]. Ich frage mich blo: was macht einen Kulturhistoriker zu einem Fachmann in Kremierungsfragen? Und warum ignoriert er die einzige bisher zu diesem Thema angefertigte Studie?53 Und wieso kann man seinen Ausfhrungen nicht eine einzige Quelle aus der technischen Fachliteratur entnehmen? Das ist keine Wissenschaft, das ist Kaffeesatzdeuterei.

Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung


Wie schon mehrfach zuvor, so wiederholt van Pelt auch hier seine Ausfhrungen ber jenes Dokument vom 29. Januar 1943, das noch nicht einmal einen Vermerk Geheim trgt und in dem von Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung die Rede ist, und zwar bezglich des Stromver51

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P. Puntigam, H. Breymesser, E. Bernfus, Blausurekammern zur Fleckfieberabwehr, Sonderverffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943, S. 50. Die hier und in der vorhergehenden Anmerkung zitierten Dokumente sind abgebildet in: C. Mattogno, ebenda. Auch in seinem Buch, aaO. (Anm. 1), glnzt van Pelt durch Ignoranz: er plappert die Fehler von Richard Green nach, S. 365, 499. C. Mattogno, F. Deana, Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 49), S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]).

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brauchs von Krematorium II in Birkenau [S. 201ff.]. Van Pelt behauptet, er habe die Bedeutung dieses Dokuments dadurch entrtselt, da er es in den historischen Zusammenhang gestellt habe nein, nicht dadurch, da er andere Dokumente zurate zog, die sich mit der Ausrstung der Krematorien beschftigen, sondern indem er ber die etwa zeitgleich ablaufende Deportation griechischer Juden philosophiert. Seine Schlufolgerung: Die fr die Sonderbehandlung bentigte Elektrizitt bezieht sich darauf, das Zyklon B aus der Gaskammer abzuziehen (er meint wohl die Blausure), oder mit anderen Worten fr die Stromversorgung der Leichenkellerbelftung. Allerdings hat es Prof. van Pelt unterlassen, in die sich im Kontext dazu befindlichen Dokumente zu schauen, die eindeutig beweisen, da die Lftungssysteme der Leichenkeller Ende Januar 1943 noch nicht einmal nach Auschwitz geliefert worden waren, und da es noch viele Wochen dauerte, bis sie eingebaut waren, wie Carlo Mattogno gezeigt hat.9

Chemie
In van Pelts Gutachten kommt der Name Germar Rudolf nicht vor.54 Laut seiner Aussage im Verfahren Irving gegen Lipstadt hat er von meinem Gutachten zwar etwas gehrt, gesehen hat er es aber nicht.55 Er hat sich offenbar auch nicht darum bemht, es ausfindig zu machen.56 Es ist seit Ende 1997 im Internet frei zugnglich, und jede Suchmaschine spuckt meinen Namen und den meines Gutachtens in den ersten paar Zeilen aus, wenn man nur wagt, diese Namen einzugeben. Wenn man die Ausfhrungen van Pelts ber die Chemie von Auschwitz liest, bekommt man unweigerlich den Eindruck, als ob ich die letzten acht Jahre gegen eine Wand gesprochen htte. Er verbreitet nach wie vor das Mrchen, Eisenblau wrde durch Witterungseinflsse zersetzt [S. 306], ja es knne sich unter den gegebenen Umstnden berhaupt nicht bilden, wobei er sich, ohne mit der Wimper zu zuk54

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Er taucht nur an zwei Stellen auf, wo van Pelt Schriftstcke von Irving zitiert, The Pelt Report, S. 414, 419. Protokoll des Verfahrens aaO. (Anm. 12), 25.1.2000, S. 18, Verteidiger Rampton: Professor van Pelt has not read the Rudolf report, S. 23, Prof. van Pelt: I am vaguely familiar with it. I have not read it in its entirety, wobei er sich auf die 16-seitige englische Kurzfassung meines Gutachtens bezieht, die absolut nicht ausreicht, um eine Vorstellung von der 120-seitigen Vollversion zu bekommen: Rdiger Kammerer, Armin Solms (Hg.), A Scientific Sensation: The Rudolf Report. A Discussion of the Rudolf Report on the Formation and Demonstrability of Cyanide Compounds in the Gas Chambers at Auschwitz, with additional research findings on the Holocaust, Cromwell Press, London 1994. Die Bestelladresse fr die Vollversion ist in der Zusammenfassung (ebenda) angegeben, aber van Pelt hatte offenbar keinen Bedarf gesprt, sich die Vollversion zu beschaffen.

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Der Pseudo-Architekt

ken, auf das betrgerische Gutachten der Polen Markiewicz u.a. bezieht [S. 307-312],57 und schlielich verbreitet er erneut den Unsinn, die in den angeblichen Gaskammern gefundenen minimalen, nicht reproduzierbaren und auch sonstwo aufzufindenden Cyanidspuren wrden deren Nutzung fr Menschenvergasungen beweisen [S. 309]. All dies habe ich in meinem Gutachten bereits 1993 widerlegt. Er wei davon nichts oder will es nicht wissen. Auch hier also glnzt Prof. van Pelt auf ganzer Linie durch Ignoranz. Eine neue Unwahrheit hat Prof. van Pelt der uralten und sehr einseitigen Debatte allerdings hinzugefgt, nmlich die verzweifelte Lge des Prof. Dr. James Roth, der sich vor laufender Kamera gentigt sah, sich vom LeuchterReport zu distanzieren.58 Bezglich all jener Punkte, in denen van Pelt seine himmelschreiende chemische Inkompetenz an den Tag legt, erspare ich dem Leser jede Wiederholung, denn van Pelt wiederholt im Prinzip nur die von Wellers, Bailer und Markiewicz gemachten Fehler.

Das Fehlurteil von Richter Gray59


Einfhrung
Nachdem David Irving seinen Verleumdungsproze in erster Instanz verloren hatte,60 mute er sich seitens seiner Untersttzer wie auch seitens seines fr das Berufungsverfahren auserkorenen Verteidigers harsche Kritik gefallen lassen, warum er mich nicht gleich von Anfang an als Gutachter benannt hatte. In einem Versuch, diesen Fehler auszugleichen, beauftragte mich Herr Irving daher, fr seine Berufung eine ausgiebige Kritik des Urteils aus erster Instanz anzufertigen. Erst nachdem ich dieses Gutachten Anfang des Jahres 2001 fertiggestellt hatte, mute ich durch meinen Rechtsanwalt erfahren, da ich die Vereinigten Staaten gar nicht verlassen knnte, solange dort mein Antrag auf politisches Asyl nicht entschieden worden sei. Ich htte daher gar nicht bei Irvings Berufungsverfahren als Gutachter erscheinen knnen. Eine von mir statt dessen vorgeschlagene Telekonferenz stellte sich
57 58 59

60

Vgl. dazu den Beitrag Polnische Wissenschaft in diesem Band. Vgl. dazu den Beitrag Professor Meineid in diesem Band. Urteil vom 11. April 2000, High Court of Justice, Az. 1996 -I- 1113, Queens Bench Division, David John Cawdell Irving ./. Penguin Books Limited & Deborah E. Lipstadt. Vgl. dazu das Siegesgeheul des Establishments: D. D. Guttenplan, Der Holocaustprozess. Die Hintergrnde der Auschwitz-Lge, Goldmann, Mnchen 2001; Richard J. Evans, Der Geschichtsflscher. Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess, Campus, Frankfurt a.M. 2001.

323

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

ebenfalls als nicht durchfhrbar heraus. Doch Herr Irving selbst sorgte bereits im Vorfeld dafr, da ich meine Immobilitt erst gar nicht offenlegen mute: Er zog nmlich mein Gutachten zurck, nachdem Lipstadts Verteidigungsteam darauf hingewiesen hatte, da ich bisweilen unter verschiedenen Pseudonymen diverse Schriften verffentlicht hatte,61 was Herrn Irving wohl nicht gefiel. Die nachfolgende Kritik am Urteil aus erster Instanz ist lediglich eine stark kondensierte Form des Schriftsatzes, den ich damals fr Herrn Irving anfertigte. Die meisten der nachfolgenden Bemerkungen beschrnken sich auf uerungen von Richter Gray im Abschnitt 13 seines Urteils, zumal der Rest des Urteils berwiegend aus einer bloen Wiederholung des whrend des Verfahrens Genannten besteht, das nicht unbedingt das Urteil des Richters beeinflute.62 Zur Orientierung leite ich meine Abschnitte mit einem Zitat aus Richter Grays Ausfhrungen ein, einschlielich der von ihm benutzten Absatznummern. Ich mchte mich bei Carlo Mattogno bedanken, dessen Material mir bei der Herstellung dieser Kritik sehr hilfreich war.

Anachronismus
13.36 [...] Irvings Auffassung ber die Bedeutung dieser [Schlegelberger63] Note scheint den Massenmord an den Juden, der bald danach stattfand, nicht in Betracht zu ziehen. Richter Gray und mit ihm alle Fachleute der Verteidigung offenbaren hier eine gehrige Portion Ignoranz und Inkompetenz, wenn sie annehmen, die Bedeutung eines Dokuments msse unter Einbeziehung dessen, was (angeblich) danach geschah, interpretiert werden. Es ist anachronistisch und eine fehlerhafte Methode, Geschichte sozusagen vorausschauend zu schreiben, also frhere Geschehnisse mit spteren Ereignissen zu erklren. Bestimmte denkmgliche Interpretationen von berlieferungen verbieten sich insbesondere dann, wenn das zur Sttzung dieser Interpretationen behauptete sp61

62

63

Die Notwendigkeit, die Unrechtsjustiz durch allerlei erfundene Persnlichkeiten irrefhren zu mssen, wie es alle Revisionisten in Verfolgerstaaten tun (Schweiz, sterreich, Deutschland, Frankreich), um ihr Recht auf Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit wahren zu knnen, sollte man eigentlich dem Unrechtssystem zur Last legen, jedoch machte Lipstadts Verteidigungsteam deutlich, da man damit meine Glaubwrdigkeit vor Gericht ruinieren wollte. Vgl. J.P. van Pelt, aaO. (Anm. 1), S. 504f. In der etwas umfangreicheren englischen Originalfassung dieser Kritik ([Link]/GB/c/GR/[Link]) habe ich auch Passagen aus dem Kapitel 7 des Urteils zitiert und kritisiert, in dem Richter Gray die Argumente der Parteien darlegt. Vgl. Wulf von Xanten, Die Wannsee-Konferenz, VffG, 1(2) (1997), S. 60-69.

324

Der Pseudo-Architekt

tere Geschehen nicht dokumentarisch oder materiell belegt ist, und ganz besonders dann, wenn das spter Geschehene eben der strittige Punkt ist, der historisch berhaupt erst untersucht werden soll.

Britische Nachkriegsverfahren
13.50 [...] Es war selbstverstndlich legitim von Irving anzunehmen, da seine [Aumeiers] Aussage das Ergebnis brutalen Druckes war, der auf ihn seitens seiner britischen Hscher ausgebt wurde, wenn er Beweise fr eine solche Annahme htte. Aber es ist mir nicht klar geworden, auf welche Beweise Irving sich sttzt. Hans Aumeier war zwischen Mitte Februar 1942 und Mitte August 1943 in Auschwitz als Fhrer des Schutzhaftlagers eingesetzt gewesen. In seiner ersten Vernehmung durch seine britischen Gefngniswrter vom 29.6.1945 spricht er noch ganz naiv von den in Auschwitz bestehenden Krematorien, ohne dabei Gaskammern zu erwhnen. Mit dieser Aussage unzufrieden, verlangen die Vernehmer von ihm, er solle genaue Angaben ber die Vergasungen mit allen Einzelheiten, einschlielich der Anzahl der tglichen und Gesamtopfer machen sowie ein Gestndnis ber die eigene Verantwortlichkeit ablegen und ber die anderer Tter und Befehlsgeber.64 Aumeier wurde also gar nicht erst gefragt, ob es Vergasungen gab und ob er daran beteiligt war, sondern ihm wurde quasi befohlen, Details zu berichten und ein Gestndnis abzulegen. In einem Bericht ber die Vernehmung des Gefangenen Nr. 211, Sturmbannfhrer Aumeier, Hans, seiner britischen Kerkermeister vom 10.8.1945 heit es dann wenig berraschend:65 Der Vernehmer ist davon berzeugt, da der grte Teil des Materials dieses Berichts in bereinstimmung mit der Wahrheit steht, soweit es die Tatsachen betrifft, aber die persnlichen Reaktionen von Aumeier und seine Denkweise mgen sich ein wenig ndern, wenn sich sein Schicksal verschlimmert. Aumeier wurde also nicht vernommen, um von ihm Informationen zu erhalten, sondern damit er besttigte, was die Briten ohnehin schon als Wahrheit festgestellt hatten. Aumeiers Aussage ber die Gaskammern ist zudem voll von Unwahrheiten und steht sogar zur etablierten Fassung im Wider64

65

Public Record Office, File WO.208/4661. Freiwillige Aussage des Kriegsgefangenen Hans Aumeier. Fr alle weitere Quellenverweise siehe C. Mattogno, The Bunkers of Auschwitz,Theses & Dissertations Pressp, Chicago 2004 ([Link]/GB/Books/tboa), Abschnitt ber Hans Aumeier. Ebenda, Report No. PWIS Det (N)/18 Report on interrogation of prisoner no. 211 Stubaf. Aumeier, Hans; Gefngnis Akershus, 10.8.1945.

325

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

spruch.66 Um berhaupt ber Vergasungen berichten zu knnen, wie es von ihm verlangt wurde, verlegte er die von ihm behauptete erste Versuchsvergasung und die Inbetriebnahme der sogenannten Bunker von Auschwitz auf Zeitpunkte, die etwa ein Jahr spter liegen, als die etablierte Geschichtsschreibung heute behauptet. Statt im Herbst/Winter 1941 soll die erste Versuchsvergasung nach Aumeier im Herbst/Winter 1942 stattgefunden haben, und der sonst fr Anfang 1942 behauptete Beginn von Vergasungen in den Birkenauer Bunkern soll laut Aumeier Anfang 1943 begonnen haben. Aumeier mute dies tun, denn er war erst seit Februar 1942 im Lager gewesen. Wie htte er sonst den Wnschen seiner Vernehmer entsprechen knnen, ber Ereignisse zu berichten, die vor seinem Einsatz in Auschwitz begonnen hatten? Die anfngliche Widerborstigkeit Aumeiers, dieser vorgeschriebenen Wahrheit zu folgen, also nicht lgen zu wollen, wurde offenbar dadurch gebrochen, da sich sein Schicksal verschlimmerte oder da er das zumindest befrchten mute.

Vergasungskeller fr Entlausungen
13.69 Wie ich schon oben in Absatz 7.11 angemerkt habe, hat Irving im Verlauf des Verfahrens seine Position verndert: er akzeptiert, da es zumindest eine Gaskammer (oder einen Vergasungskeller) in Auschwitz gab, auch wenn ausschlielich oder hauptschlich zur Entlausung von Kleidung. 13.82 Dieses Argument hat, wie die Verteidigung ausgefhrt hat, einige kuriose Aspekte. Erstens hat Irving diese These erst relativ kurzfristig im Jahr 1998 aufgegriffen (so da sie nicht die Basis fr seine Leugnung der Gaskammern in Auschwitz vor diesem Datum gewesen sein kann). Zweitens scheint Irving an einer Stelle zu akzeptieren, da es im Leichenkeller 1 des Krematoriums II eine Gaskammer gegeben hat, auch wenn diese nur fr Entlausung benutzt wurde, und nicht fr Ttungen. In diesem Fall scheint es, da Fhrungen oder irgend welche anderen ffnungen notwendig gewesen wren, um das Granulat in die Kammer einzufhren, da der Keller keine Fenster und nur eine einzige gasdichte Tre hatte. Die hier wiedergegebenen, von Carlo Mattogno im Moskauer Zentralarchiv bzw. im Auschwitzer Archiv gefundenen Dokumente 1 und 2 sind die Grund-

66

Vgl. G. Rudolf, Der Mut des sicheren Ruhestandes, VffG 8(3) (2004), S. 348-358., hier S. 356f.

326

Der Pseudo-Architekt

Dokument 1: 2 Topf Entwesungsfen Dokument 2: Betr.: Auschwitzfr das Krema II im KriegsgefangenenlaKrematorium [] ausgefhrte Abdichger Auschwitz. Archiwum Panstwowego tungsarbeiten fr die Entwesungsanlage Muzeum w Oswiecimiu, BW 30/34, S. TCIDK, 502-1-316, p. 431, Zweitschrift 47. in 502-1-323, p. 137.

lage fr Irvings Behauptung, im Leichenkeller 1 des Krematorium II sei zumindest zeitweise der Einbau einer Entlausungsanlage geplant gewesen. Selbst wenn der Vergasungskeller als Zyklon-B-Entlausungskeller gedient htte, so wre Richter Grays Ansicht, da Fhrungen oder irgendwelche anderen ffnungen notwendig gewesen wren, um das Granulat in die Kammer einzufhren, falsch. Keine einzige Entlausungskammer im gesamten Dritten Reich weder provisorisch noch permanent hatte derartige Einfhrvorrichtungen. Ein Blick in den Leuchter-Report htte geklrt, was die normale Vorgehensweise bei Entlausungen ist: Ein mit Gasmaske ausgestatteter Fachmann betritt die Entlausungsrumlichkeit, ffnet die Zyklon B Dosen mit einem Spezialwerkzeug, verteilt das Zyklon B Granulat, verlt den Raum und verschliet ihn sicher. Selbst wenn ein solcher begaster Raum Fenster oder andere ffnungen hatte, wurden diese niemals zur Einbringung des Zyklon B benutzt, da sie zwecks sicheren Betriebes dicht versiegelt werden muten, und das konnte man nicht 327

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Schematische Lage des neuen Kremato- Schematische Lage des Krematorium II, riums wie ursprnglich fr das Stammla- vernderte Planung, um es an die hheger Auschwitz geplant. re Lage der Leichenkeller und den Zugang in Birkenau von der anderen Seite anzupassen (Krematorium III gespiegelt).

mal eben schnell nach dem Auslegen des Prparates von auen bewerkstelligen. Die uerungen von Richter Gray offenbaren daher schlicht seine Unwissenheit hinsichtlich der Beweislage.

Treppen und Rutschen


13.76 Die Natur der Umplanung von Krematorium II im Jahr 1942 scheint es mir aus den in den Abstzen 7.59 bis 7.63 zusammengefaten Grnden ein mchtiger Beweis dafr zu sein, da der Leichenkeller dazu benutzt werden sollte, lebende Menschen zu vergasen, die zuvor noch in der Lage waren, zu Fu die Treppen hinabzugehen. 13.84 [...] Zweitens gibt es da den Beweis von van Pelt, da das Krematorium 2 gegen Ende 1942 umgeplant wurde mit der Absicht, da nun lebende Menschen in einen Auskleidekeller gehen sollten, bevor sie in die Gaskammern geleitet wurden, weswegen man die zuvor genutzte Leichenrutsche abbaute, ber die man bisher die Leichen in den Keller schaffte. (Analog 7.61) Richtig ist, da in die Keller der Krematorien II und III nachtrglich zustzliche Zugnge von auen via Treppen eingebaut wurden. Da die Leichenrutsche am alten, ursprnglichen Treppenzugang abgebaut wurde, ist aber nachweislich falsch.9 Die Schlufolgerung von Richter Gray basieren daher auf falschen Voraussetzungen. Tatschlich war das Krematorium II ursprnglich fr das Stammlager geplant worden. Jean-Claude Pressac hat die Plne verffentlicht, die beweisen, warum der Eingang zum Keller der Krematorien II und 328

Der Pseudo-Architekt

III verlegt wurde. Der Plan ist berschrieben mit: Verlegung des Kellerzuganges an die Straenseite.67 Diese vernderte Planung war aufgrund der besonderen Bedingungen im Lager Birkenau ntig geworden: a. Die Keller wurden angehoben, damit sie nicht auf dem Grundwasser aufschwimmen. Zusammen mit der auf den Kellern befindlichen Erdlage wurden diese damit unberwindlich fr Fahrzeuge und Karren. b. Der Zugang zum Krematorium erfolgte in Birkenau von der anderen Seite als fr das Stammlager geplant, so da sich der ursprngliche Kellereingang nun auf der falschen Seite befand. Ein Umweg um den gesamten Leichenkeller 2 wre notwendig geworden, um zur Treppe zu gelangen, vgl. Grafik. Daher wurde entschieden, zwei zustzliche Treppen als Zugnge zu den Leichenkellern zu schaffen. Auerdem ist auch die Logik, mit der Richter Gray seine Schlufolgerung zog, unschlssig. Whrend ihrer gesamten Betriebszeit wurden die Krematorien II und III nmlich zweifellos zur zeitweiligen Aufbewahrung von Leichen verwendet, die vorwiegend aufgrund natrlicher Todesflle anfielen (Seuchen, Erschpfung, Alter, Exekution usw.), bevor sie dann kremiert wurden. Dabei beluft sich die Zahl der Leichen auf viele Tausend. Wenn, wie Richter Gray flschlich unterstellt, die Leichenrutsche tatschlich abgebaut worden wren, weil der Leichenkeller fortan zur Ttung von Hftlingen benutzt werden sollte, und wenn die Treppen ohne Rutschen nur von lebenden Menschen passiert werden konnten, die noch Treppen steigen konnten, dann verzeihe man mir meine Frage: Wie gelangten die Leichen der auf natrliche Weise Verstorbenen in die Leichenkeller? Wo wurden sie aufbewahrt? Sind sie von selbst gelaufen? Bestimmt nicht. Sie wurden getragen, und sie wurden hier und da nicht nur im Krematorium sicher auch einmal ein paar Stufen hinauf oder hinab getragen. War das unmglich? Sicher nicht. Warum also hat die SS bei den neuen Treppen keine Leichenrutschen eingebaut? Vielleicht einfach, weil die Kosten der Krematorien aufgrund der stndigen Plannderungen auer Kontrolle gerieten, und weil man die Kosten niedrig halten wollte/mute? Wre das nicht eine viel einfachere und logischere Erklrung? Die sture Ignoranz von van Pelt, mit der er diese seit langem widerlegten Behauptungen nun schon seit Jahren immer wieder aufwrmen, ist unglaublich.

67

J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 24), S. 183f., 302f.; bez. der ursprnglichen Plne von Walter Dejaco siehe J.-C. Pressac, Les crmatoires dAuschwitz. La machinerie du meurtre de masse, CNSR, Paris 1995, Dokument 9.

329

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Sonderaktion und der Kinna Bericht


13.76 [...] So gering auch die Anzahl sein mag, so gibt es aber dennoch Dokumente, fr die es schwierig ist, eine unschuldige Erklrung zu finden. Ich habe hier das Protokoll eines Treffens vom 19. August 1942 im Sinn (Absatz 7.66 oben), der sich auf Badeanstalten fr Sonderaktionen bezieht, und den sogenannten Kinna-Bericht (Absatz 7.67 oben). Das Wort Sonderaktion hat nicht notwendigerweise eine bsartige Bedeutung. Carlo Mattogno hat dies eingehend dargelegt. Hier nur ein Beispiel: In einem Fernschreiben vom 18. Dezember 1942 beschreibt Bischoff eine Sonderaktion der Gestapo bei smtlichen Zivilarbeitern, also allen, nicht nur einigen. Wenn Richter Grays Interpretation richtig wre, da Sonderaktion gleichbedeutend ist mit Ttung, dann richtete die Gestapo damals also alle Zivilarbeiter hin.68 Ein unparteiischer Richter wrde einem Dokument niemals eine bsartige Bedeutung zumessen, wenn er dafr keinen dokumentarischen Beweis hat, und der liegt im Falle des von Gray zitierten Dokumentes nicht vor. Der von Richter Gray erwhnte Kinna-Bericht entstammt der kommunistischen Literatur und war meines Wissens bisher offenbar vllig unbekannt. Es wurde whrend des Irving-Verfahrens zunchst anonym per Fax der Verteidigung von Frau Lipstadt zugespielt. Es dauerte zwei Wochen, bis die Verteidigung erfuhr, woher er kam, und es stellte sich heraus, da er einem in den 60er Jahren in Polen erschienenen offiziellen Weibuch entstammt.69 Ob es davon irgendwo ein Original in einem Archiv gibt, ist bisher vllig unbekannt. Da Richter Gray dieses nachtrglich eingefhrte Dokument ohne Herkunftsnachweis berhaupt als Beweis akzeptierte, wirft ein schlechtes Licht auf seine Verhandlungsfhrung. In dem zweiseitigen Dokument steht in Bezug auf das Lager Auschwitz u.a.: Beschrnkte, Idioten, Krppel und kranke Menschen mssen in krzester Zeit durch Liquidation zur Entlastung des Lagers aus demselben entfernt werden. Diese Manahme findet aber insofern eine Erschwerung, da nach Anweisung des RSHA entgegen der bei den Juden angewendeten Manahmen, Polen eines natrlichen Todes sterben mssen.
68

69

Vgl. C. Mattogno, Sonderbehandlung in Auschwitz, Castle Hill Publishers, Hastings 2003, hier S. 115f. ([Link]/D/sia). Verfahren Irving ./. Lipstadt, 18. Tag, 10.2.2000, S. 8. Mehr Information gibt das Protokoll nicht her. Wir werden uns also gedulden mssen.

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Der Pseudo-Architekt

Das Dokument mit dem Titel Bericht wurde angeblich am 16.12.1942 in Zamosc von einem SS-Untersturmfhrer Heinrich Kinna anllich des Transports von 644 Polen nach dem Arbeitslager Auschwitz am 10.12.42 verfat. Kinna wurde whrend des Frankfurter Auschwitz-Prozesses im Jahr 1964 als Zeuge vernommen. Der diesbezgliche Auszug aus dem Frankfurter Protokoll lautet sinngem, da Kinna die Echtheit des Berichtes besttigt habe.70 Whrend des Irving-Verfahrens fhrte Irving dazu aus:71 Bedeutsam ist hier, da dieser Zeuge zu diesem offensichtlich kriminellen Dokument nur hinsichtlich dessen Echtheit befragt und anschlieend von allen Parteien entlassen wird, einschlielich dem Staatsanwalt. MR JUSTICE GRAY: Nun, Ich sage nicht, da sie diesbezglich im Unrecht sind. Meine Reaktion darauf wre, da das schlicht das ist, was passiert, wenn ein Zeuge mit seiner Aussage fertig ist. Das zeigt deutlich, da Richter Gray es nicht begriffen hat. Der KinnaBericht zeigt, wenn er echt ist, da Kinna ziemlich gut Bescheid gewut haben mute, was in Auschwitz vor sich ging, insbesondere bezglich der bei den Juden angewendeten Manahmen, und er war darin verwickelt. berraschenderweise jedoch befragte ihn niemand, was denn die bei den Juden angewendeten Manahmen waren und welche Rolle er darin hatte, und er wurde auch nicht wegen Beihilfe angeklagt. Irving gibt einen Hinweis auf71 die bemerkenswerte Tatsache, da hier ein Mann ist, der offenbar in ein kriminelles Unternehmen verwickelt ist, der womglich einen Deal hat aushandeln knnen, wenn ich es so sagen darf, da er die Echtheit des Dokument besttigt, wenn man dafr im Gegenzug keine Anklage gegen ihn erhebt. Und ganz abgesehen davon: Was auch immer die bei den Juden angewendeten Manahmen waren, wieder haben wir ein Dokument, dessen Fundort unbekannt ist, wovon es kein Original zu geben scheint und das uns vllig darber im Dunkeln lt, was diese Manahmen wirklich waren. Warum hat niemand Kinna gefragt? Letztlich ergibt sich schon aus dem Inhalt, da der Kinna-Bericht nicht stimmen kann, da zu keinem Zeitpunkt in Auschwitz Krppel und kranke Menschen liquidiert wurden. Die umfangreichen Akten der Birkenauer Krankenabteilung und die unzhligen Aussagen von Hftlingen, die ber ihre rztliche Behandlung in Auschwitz berichten, beweisen dies unwiderlegbar.

70 71

Ebenda, S. 11. Ebenda, S. 12.

331

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Augenzeugen
13.74 Irving hat zugleich wertvolle Bemerkungen ber die verschiedenen Berichte gemacht, die von berlebenden der Lager und von Angehrigen der Lagerleitungen abgegeben wurden. Einige dieser Berichte wurden als Beweise vor den Nachkriegsprozessen abgegeben. Es besteht die Mglichkeit, da einige dieser Augenzeugen einige oder gar alle jener Erlebnisse, die sie berichten, erfanden. Irving hat die Mglichkeit der berkreuz-Befruchtung erwhnt, womit er die Mglichkeit meint, da Zeugen die (erfundenen) Aussagen anderer Zeugen wiederholt und sogar verinnerlicht haben knnen mit der Folge, da ein ganzer Satz falscher Zeugnisse entstand. Irving wies darauf hin, da Teile einiger Aussagen von einigen Zeugen offensichtlich falsch oder (wie einige von Oleres Zeichnungen) klar bertrieben sind. Er schlug verschiedene Motive vor, warum die Zeugen falsches Zeugnis abgelegt haben knnen, wie etwa Gier und Groll (im Falle der berlebenden) und Angst und den Wunsch, sich bei ihren Hschern einzuschmeicheln (im Falle der Mitglieder der Lagerleitungen). Van Pelt akzeptierte, da diese Mglichkeit besteht. Ich stimme dem zu. 13.77 Whrend ich anerkenne, da die Zuverlssigkeit des Augenzeugenbeweise vernderlich ist, so fllt mir bei dieser Beweiskategorie doch die hnlichkeit der Berichte ins Auge und das Ausma, mit dem sie mit den dokumentarischen Beweisen bereinstimmen. So ist zum Beispiel die Aussage von Tauber derart klar und detailliert, da nach meinem Urteil kein objektiver Historiker dies als Erfindung abtun wrde, es sei denn, er hat dafr berzeugende Grnde. Taubers Zeugnis wird von den Aussagen anderer besttigt, wie Jankowski und Dragon, und diese besttigen Tauber. Ihre Beschreibungen decken sich mit Oleres Zeichnungen. Die Zeugnisse anderer Augenzeugen, wie etwa Hss und Broad, erscheinen einem leidenschaftslosen Auschwitz-Forscher meiner Ansicht nach glaubhaft. Es gibt keine Beweise, da es zu einer berkreuz-Befruchtung kam. Unter den Umstnden ist dies auch eine unwahrscheinliche Erklrung fr die breite bereinstimmung dieser Zeugniskategorie. Entgegen Grays Versicherung gibt es kein einziges Dokument, das die von Zeugen aufgestellten Behauptungen ber Menschenvergasungen sttzt. Die Art und Weise sowie das gesellschaftliche Umfeld, in dem diese Aussagen und Gestndnisse abgegeben wurden, erinnern einen leidenschaftslosen Auschwitz-Forscher an die Art und Weise, wie im Mittelalter Augenzeugenaussagen und Gestndnisse whrend der Hexenverfolgung abgegeben 332

Der Pseudo-Architekt

wurden.72 Richter Gray mag freilich von beidem keine Ahnung haben. Zudem scheint er sich nicht um die physikalischen Unmglichkeiten dessen zu kmmern, was die Augenzeugen berichten. Sie besttigen einander, also mssen sie recht haben. Zu Taubers Unsinn vgl. meine Ausfhrungen im Beitrag Vom Paulus zum Pseudo-Saulus in diesem Band. H wurde gefoltert, und Broad schrieb sein Gestndnis im Ton eines polnischen Nationalisten und mit Ha auf die SS obwohl er selbst ein deutscher SS-Mann war.73 Jeder Richter, der das Gestndnis eines gefolterten Zeugen als Beweis akzeptiert, sollte in einem Rechtssaat sofort sein Amt aufgeben mssen. Zur berkreuz-Befruchtung rege ich den Leser zum selbstndigen Denken an: Ota Krauss und Erich Schn-Kulka, Freunde des Romanschreibers Vrba,74 der zugab, seine Geschichte nicht selbst erlebt, sondern von seinem Freund Filip Mller zu haben,75 sowie Alfred Wetzler, Filip Mller (der die Geschichte von Miklos Nyiszli plagiierte76) und Jankowski waren allesamt Mitglieder der sogenannten Lagerpartisanen von Auschwitz, die mit dem beschftigt waren, was sie selbst Propaganda nannten!38 Der Kommunist Bruno Baum, selbst einer dieser Partisanen, prahlte nach dem Krieg:77 Die ganze Propaganda, die dann im Ausland um Auschwitz einsetzte, war von uns, mit Hilfe unserer polnischen Kameraden, entfacht. Keine gegenseitige Beeinflussung?

72

73 74

75

76

77

Vgl. Manfred Khler, Der Wert von Aussagen und Gestndnissen zum Holocaust, in Ernst Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 49), S. 61-98 ([Link]/D/gzz/[Link]). Vgl. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 24), S. 126ff.; vgl. Die Zeit lgt! in diesem Band. Vgl. Queen versus Zndel, Toronto, Ontario, Kanada, 7.1.1985, Vernehmung von Rudolf Vrba, S. 1244-1643, hier S. 1447, 1636 ([Link]/aaargh/engl/[Link]); vgl. Michael A. Hoffmann II, The Great Holocaust Trial, 3. Aufl., Wiswell Ruffin House, Dresden, NY, 1995, S. 56-59; vgl. J. Graf, aaO. (Anm. 27), S. 27-35. ([Link]/D/atuadh/[Link]). So schreibt R.J. van Pelt selbst, aaO. (Anm. 1), S. 149; vgl. R. Vrba, A. Bestic, I Cannot Forgive, Sedgewick & Jackson, London 1963, S. 175, 271. Auschwitz: un caso di plagio. Edizioni La Sfinge, Parma 1986; engl.: Auschwitz: A Case of Plagiarism, Journal of Historical Review, 10(1), Frhling 1990, S. 5-24 ([Link]/GB/Journals/JHR/10/1/[Link]). Bruno Baum, Wir funken aus der Hlle in Deutsche Volkszeitung Zentralorgan der KPD, Berlin 31.7.1945.; vgl. ders., Widerstand in Auschwitz, Kongress-Verlag, Berlin 1957; Nachla Langbeins im DW, Wien: Unverffentlichtes Manuskript Baums Bericht ber die Ttigkeit der KP im Konzentrationslager Auschwitz vom Juni 1945 bei Wien; entnommen: Knud Bkker, Ein Kommentar ist an dieser Stelle berflssig, VffG 2(2) (1998), S. 128, FN 26e.

333

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

Der Leuchter-Report, Prof. van Pelt und Prof. Roth


13.79 Der Grund, warum Irving anfangs die Existenz von Gaskammern in Auschwitz abstritt, war, wie gezeigt wurde, der Leuchter-Report. Ich habe die Feststellungen Leuchters in einigen Details in den obigen Abstzen 7.82 bis 7.89 dargelegt. Ich mchte mich nicht wiederholen. Gleichfalls habe ich in den obigen Abstzen 7.104 bis 7.108 die Grnde dargelegt, warum van Pelt, fr die Verteidigung sprechend, den LeuchterReport als fehlerhaft und unzuverlssig ablehnt. Diese Grnde wurden Irving im Kreuzverhr vorgelegt. Es ist eine faire Zusammenfassung zu sagen, da er die Stichhaltigkeit der meisten Grnde anerkannt hat. Er stimmt darin berein, da der Leuchter-Report grundlegend fehlerhaft ist. Bezglich der chemischen Analysen hat sich Irving als unfhig erwiesen, die Beweisfhrung von Dr Roth (zusammengefat in Absatz 7.106 oben) zu entkrften, da, weil das Cyanid das Mauerwerk und den Verputz nur bis zu einer Tiefe von einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares durchdringen knne, jedes vorhandene Cyanid, das in den relativ groen, von Leuchter genommenen Proben vorhanden war (die vor der Analyse pulverisiert werden muten), dermaen verdnnt worden wre, da die Werte, auf die sich Leuchter verlie, effektiv wertlos seien. Was noch bezeichnender ist, ist, da Leuchter annahm, flschlicherweise, wie Irving zustimmt, da fr die Ttung von Menschen eine hhere Cyanid-Konzentration bentigt wird als zur Begasung von Kleidung. Tatschlich ist die zur Ttung von Menschen bentigte Konzentration 22 mal kleiner als jene zu Begasungszwecken. Prof. Dr. Roth hat vor dem erkennenden Gericht berhaupt kein Zeugnis abgelegt. Er wurde lediglich fr einen Dokumentarfilm interviewt. Da Prof. van Pelt in Sachen Chemie vllig ahnungslos ist, ist er auch nicht dazu in der Lage, zu diesem Thema sachkundig auszusagen. Tatschlich hat Herr Irving Prof. Roths Behauptung widerlegt, indem er anhand von Fotos aufzeigte, wie das Cyanid im Falle der Entlausungsgebude in Auschwitz durch die gesamte Wand gekrochen ist, sichtbar durch die fleckige Blaufrbung der Auenwand. Fr weiter Ausfhrungen dazu siehe meine Kritik an van Pelts Gutachten.78 Aber alleine schon dieses offensichtliche Faktum der Durchdringung eines gesamten Mauerwerks vernichtet Roths Behauptung. Doch ganz abgesehen davon: Jeder wei, da Verputz ein sehr rauhes und porses Material ist. Wie kann ein leidenschaftsloser Richter ernsthaft annehmen, Blausuregas knne derartiges Material nicht tiefer als ein paar Mikrometer
78

Sowie den Beitrag Professor Meineid in diesem Band.

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Der Pseudo-Architekt

durchdringen? Und wenn er sich schon nicht kompetent fhlt: Warum hrt er dann nicht zuerst einen Fachmann an, bevor er darber urteilt? Obgleich es wahr ist, da Sugetiere wesentlich sensibler gegenber HCN sind als Insekten, so braucht man dennoch fr die Ttung von Menschen in den bezeugten Rumen in der bezeugten kurzen Zeit hnliche Giftkonzentration wie fr Entlausungen. Ich habe das mehrfach nachgewiesen.18

Lcher in der Decke des Leichenkellers 1 von Krematorium 2


13.83 [...] Die Aufgabe des Historikers ist letztlich das Abwgen der Beweise hinsichtlich fehlender Anzeichen von Lchern in der Decke des Leichenkellers gegen gegenlufige Beweise, da da Kamine durch das Dach liefen. Meiner Ansicht nach hat van Pelt recht mit seiner Meinung, da es nach so vielen Jahren schwierig ist festzustellen, ob es 1944 in dem Dach Lcher gegeben hat oder nicht. Es ist unklar, wieviel man von dem Dach auf dem Foto sehen kann, auf das Irving sich sttzt. Das Dach befindet sich in schlechtem Zustand, so da es schwierig ist zu sagen, ob da Lcher waren. Es besteht die Mglichkeit, da die Lcher aufgefllt wurden. Es gibt die Aussagen der Augenzeugen, die beobachtet oder zumindest beschrieben haben, da das Granulat durch das Dach in den Leichenkeller geschttet wurde. Olres Zeichnung zeigt die Kamine deutlich, die aufwrts durch die Decke der Gaskammer gehen. Ihr Aussehen in dieser Zeichnung deckt sich mit der Beschreibung von Tauber und anderen. Fotografien aus den Jahren 1942 (oder 1943) und 1944, die schwierig zu interpretieren sind, stimmen mit dem Vorhandensein dieser hervorstehenden Kamine berein. Unter diesen Umstnden gehe ich davon aus, da ein objektiver Historiker angesichts all dieser Beweise schlieen wrde, da das offensichtliche Fehlen von Hinweisen auf Lcher in der Decke des Leichenkellers von Krematorium 2 beileibe kein ausreichender Grund ist, um die kumulative Wirkung der Beweise zurckzuweisen, auf die sich die Verteidigung beruft. Zur Diskussion der von der Verteidigung vorgelegten Beweise siehe meine Kritik an van Pelts Gutachten. Die Interpretation der vorliegenden Fotos ist tatschlich nicht etwa schwierig, sondern eindeutig. Zusammen mit den widersprchlichen Zeugenaussagen fllt damit Richter Grays kumulative Wirkung der Beweise in sich zusammen. Wenn sich durch exakte und umfassende archologische Untersuchungen an dieser Decke definitiv herausfinden liee, da es tatschlich keine Lcher in dieser Decke gegeben hat, so wrden alle anderen Beweise als widerlegt gelten, egal wie viele Millionen Zeugen auch behaupten, es habe dort Lcher gegeben. Ich denke, da 335

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

ein solches Unternehmen angesichts des angeblich grten Verbrechens der Menschheitsgeschichte nicht zuviel verlangt ist.

Auskleidekeller
13.84 [...] Drittens gibt es Beweise, da der Lagerarzt im Januar 1943 darum bat, [im Krematorium] einen Auskleideraum vorzusehen, der nicht notwendig gewesen wre, wre das Krematorium fr Leichen bestimmt gewesen. Hftlinge starben in ihren Baracken, whrend der Arbeit, im Lagerkrankenhaus oder wurden irgendwo hingerichtet, an Galgen gehngt oder erschossen. Wurden diese Hftlinge an Ort und Stelle, wo sie gestorben waren, ausgezogen und nackt zum Krematorium gekarrt? Bestimmt nicht. Wurden sie mit ihren Kleidern verbrannt? Bestimmt nicht. Dann wurden sie also irgendwo im Krematorium entkleidet? Ja. Hat es daher eine unheilvolle Bedeutung, einen Raum, in dem dies geschieht, als Auskleideraum zu bezeichnen? Ganz und gar nicht. Warum interpretiert dann Richter Gray diesen Begriff als unheilvoll? Auerdem darf ich darauf hinweisen, da in einem der Keller zeitweilig funktionstchtige Duschen eingebaut waren, fr die ein Auskleideraum notwendig war.79

Gasdichte Tren
13.84 [...] Schlielich gibt es den Beweis des Briefes vom 31. Mrz 1943, in dem Bischoff dringend die Lieferung einer gasdichten Tr mit extra dickem Guckloch anmahnt. Es ist schwierig einzusehen, warum eine Tre, die nur zur Begasung von Leichen
79

Tr einer Entlausungskammer in Auschwitz mit Guckloch und Metallgitter davor.

Fr Details vgl. C. Mattogno, Leichenkeller von Birkenau: Luftschutzrume oder Entwesungskammern? VffG 4(2) (2000), S. 152-158; sowie mein Gutachten, aaO. (Anm. 18), S. 64-93, mit mehr Verweisen.

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Der Pseudo-Architekt

oder Objekten vorgesehen ist, ein Guckloch haben mu. Auch wenn ein Guckloch fr eine Entlausungskammern nicht unbedingt notwendig wre, so wurde es aus Sicherheitsgrnden dennoch angebracht. Dies erlaubte es Auenstehenden, den Desinfektor bei seiner Arbeit zu beobachten, wenn er mit einer Gasmaske ausgerstet in der Kammer das Giftgasprparat auslegte. Sollte er etwa wegen einer undichten Maske in Schwierigkeiten geraten, so konnten Auenstehdende rettend eingreifen. Dies wird durch die Tatsache besttigt, da die in Auschwitz verwandten Entlausungskammertren tatschlich ebensolche Gucklcher hatten, siehe das hier gezeigt Bild (S. 336).80 Auerdem pate die bestellte Tr (1 m breit) nicht in den Rahmen der Zugangstr zum Leichenkeller (2 m breit).81 Zudem waren diese Tren alle der gleichen hlzernen Bauart wie in der obigen Abbildung. Tren mit solch schwachen Angeln und einem einfachen dnnen Eisenriegel wren von einer in Panik geratenen Menschenmasse in Sekunden aufgedrckt worden.

Luftschutzbunker
13.86 Wenn die nderungen an diesen Gebuden [Krematorium II und III] erfolgten, um sie zu Luftschutzbunkern auszubauen, so gibt es keinen Grund, warum dies nicht auf den Bauplnen und den damit zusammenhngenden Dokumenten erwhnt wurde. Aber nichts in diesen Dokumenten weist auf eine solche Absicht hin. Die Frage stellt sich, zu wessen Nutzen derartige Bunker gebaut worden wren. Es scheint mir unwahrscheinlich zu sein, da die Nazis sich damit abgaben, die Hftlinge zu schtzen. Auf jeden Fall wren die Bunker zu klein gewesen, mehr als einen Bruchteil der Hftlinge aufzunehmen. Fr das SS-Personal aber wre der Bunker auch ungeeignet gewesen, da die SS-Kaserne etwa 800 Meter weit entfernt war. Ich kann daher nicht akzeptieren, da dieses Argument auch nur annhernd in der Lage ist, die Schlufolgerungen zu ersetzen, die sich aus den konvergierenden Beweisen ergeben, auf die sich die Verteidigung fr ihre Behauptung fr den Sinn dieser Umplanungen sttzt. Ob ein Luftschutzbunker im Keller der Krematorien II und III, dessen Existenz sogar von einem der verantwortlichen Architekten besttigt wur-

80 81

J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 24), p. 49 Ebenda, S. 308 (Plan vom 19.3.1943), 311 (Plan vom 20.3.1943), 322 (Plan vom 21.9.1943). Die tatschlich eingebaute Tr war doppelflglig: ebenda, S. 285, 302 (Plan vom 19.12.1942).

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Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

de,82 den Hftlingen als Deckung gedient htte, wie von mehreren Zeugen berichtet,83 oder dem SS-Personal, ist letztlich unwichtig. Entgegen Richter Grays Ansicht wre es sehr wohl sinnvoll, auch innerhalb des Lagers einen Bunker fr SS-Leute zu schaffen, da sich immer viel SS-Personal im Lager selbst aufhielt. Es gibt zudem eine Flle von Beweisen, da es im Lager Auschwitz-Birkenau Bunkeranlagen gerade auch fr Hftlinge gab.84

Die Sterbebcher von Auschwitz


13.88 Irving verlt sich auf die Tatsache, da die von den Russen freigegebenen Sterbebcher des Lagers [Auschwitz] die Toten von Auschwitz auffhren, aber von Vergasungen nicht die Rede ist. Die kurze Antwort auf diesen Punkt ist, da diese Bcher, entsprechend der nicht in Frage gestellten Berichte der groen Zahl von Augenzeugen, nur den Tod derer enthalten, die formell als Hftlinge im Lager registriert worden waren. Die Juden, die bei ihrer Ankunft aussortiert wurden um zu sterben, wurden direkt zu den Gaskammern gefhrt, ohne registriert zu werden. Man kann daher nicht erwarten, in den Sterbebchern die Erwhnung der Todesursache dieser Juden zu finden. Richter Gray bersieht die Tatsache, da in den Sterbebchern viele sehr junge und sehr alte Menschen aufgefhrt sind, die eines natrlichen Todes gestorben sind, was deutlich zeigt, da sogar solche Hftlinge regelmig im

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83

84

Werner Rademacher, In memoriam Dipl.-Ing. Dr. techn. Walter Schreiber, VffG 4(1) (2000), S. 104f. In Miklos Nyiszlis Buch Auschwitz: A Doctors Eyewitness Account, Arcade Publishing, New York 1993, wird auf S. 128 behauptet, da die Gefangenen bei Luftangriffen in der Gaskammer Zuflucht suchten. Martin Gilberts Auschwitz and the Allies (Henry Holt & Co., New York 1981), S. 309, enthlt die Aussage einer weiblichen berlebenden, derzufolge sie zusammen mit vielen anderen weiblichen Ankmmlingen in einen dunklen Raum gefhrt worden sei, um dort whrend eines Luftangriffes zu bleiben. Das Interessanteste an dieser Aussage ist die Beschreibung, wie einige der Frauen whrend des Luftangriffs hysterisch wurden, da sie selbst glaubten, Giftgas einzuatmen. Einen weiteren Schlu, den man aus dieser Aussage ziehen kann, ist, da die SS darum bemht war, ihre Hftlinge vor Luftangriffen zu schtzen, und da es in Birkenau einige solcher Luftschutzrume, die normalerweise auch giftgassicher ausgerstet waren, gegeben haben mu, was allerdings bisher vllig unbemerkt und ungewrdigt blieb (entnommen: S. Crowell, Technik und Arbeitsweise deutscher Gasschutzbunker im Zweiten Weltkrieg, VffG 1(4) (1997), FN 4. Ein weiterer berlebender berichtet, da die Hftlinge im Jahr 1944 whrend alliierter Luftangriffe regelmig in Luftschutzbunker gefhrt worden seien: Colin Rushton, Spectator in Hell. A British soldiers extraordinary story, Pharaoh Press, Springhill (Berkshire) 1998. Neben S. Crowell, ebenda, vgl. ders., Bombenschutzeinrichtungen in Birkenau: Eine Neubewertung, VffG 4(3&4) (2000), S. 284-330.

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Der Pseudo-Architekt

Lager registriert wurden, im krassen Gegensatz zur Ansicht der Verteidigung, da arbeitsunfhige Personen umgehend ermordet wurden.85

Geheimhaltung
13.89 Berichte wurden regelmig aus den Lagern nach Berlin gesandt. Sie wurden abgefangen und in Bletchley Park entschlsselt. Obwohl diese Berichte hufig die Todesursache angaben, so wurden dort Vergasungen nicht erwhnt. Meinem Urteil folgend kann dem aus zwei Grnden nur geringe Bedeutung zugemessen werden: Erstens gab es eine strikte Regel der Geheimhaltung bezglich der Vergasungen, und der zweite Grund ist, da sich diese Berichte, wie die Sterbebcher auch, nur auf die registrierten Toten bezog. Richter Grays Aussage Erstens gab es eine strikte Regel der Geheimhaltung bezglich der Vergasungen ist eine typische pseudowissenschaftliche Aussage. Nicht anders verhlt es sich mit seinem zweiten Grund, den er ohne Beweis einfach postuliert. Dieser Logik folgend beweist das Fehlen von Beweisen das angebliche Verbrechen. Mit derartigen Beweisregeln kann man alles beweisen und nichts widerlegen. Ein Richter, der so argumentiert, hat seinen beruflichen Pflichten gegenber jmmerlich versagt.

Koksverbrauch und Krematoriumskapazitt


13.76 [...] Bezglich Mllers [richtig: Jhrling] Brief ber die Einscherungskapazitt der fen (siehe die Abstze 7.69 und 7.106 oben) scheint mir, da ein leidenschaftsloser Historiker dieses Schreiben trotz seiner ungewhnlichen Eigenschaften nicht ohne weiteres als Flschung bezeichnen wrde, wie Irving es tat. Van Pelt glaubt, da es echt sei. 13.90 Irving hat angefhrt, fr die Verbrennung einer Leiche seien 35 kg Koks notwendig gewesen. Er behauptet, da die nachgewiesenermaen nach Auschwitz gelieferte Koksmenge auch nicht annhernd ausreichte, um die Anzahl von Menschen zu tten [soll heien: kremieren], von denen die Verteidigung sagt, sie htten ihr Leben in den Gaskammern verloren. Aber ich akzeptiere den Beweis von van Pelt, der auf zeitgenssischen Dokumenten basiert (siehe Absatz 7.125 oben), da, wenn die fen kontinuierlich betrieben wurden und mehrere Leichen zugleich verbrannt wurden, so da sie selbst als Brennstoff dienten, nicht mehr als 3,5 kg Koks pro Leichen notwendig waren.
85

Sonderstandesamt Arolsen (Hg.), Die Sterbebcher von Auschwitz, Saur, Mnchen 1995.

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Der ungeheure fachmnnische Tiefgang von Richter Grays Argumentation macht einen fast sprachlos. Da brennen auch bei ihm die Leichen von selbst!53 Zur Fachkenntnis von Prof. van Pelt noch ein kleines Schmankerl. Whrend des Kreuzverhrs ergab sich dieser Wortwechsel:86 A: [van Pelt] In Auschwitz waren die fen tatschlich der Unterschied zwischen den fen ist, da ein Element, das in normalen fen benutzt wird, mit einer Art Hitzeregenerator, in Auschwitz war das ersetzt durch komprimierte Luft, die in den Ofen geblasen wurde. Nun Q: [Irving] Wre das der Grund fr den Abfall des normalen Koksverbrauchs von 35 Kilogramm im Krematorium des Konzentrationslagers Gusen pro Leiche zu 3,5 in Auschwitz, Ihrer Meinung nach? A: [van Pelt] Ja, und ich denke, der normale Gebrauch fr Gusen stellt den normalen Verbrauch von was in Frage? []. Ich mchte gerade noch ein Stck zitieren, das Jean-Claude Pressac geschrieben hat und an dem ich auch gearbeitet habe. [sinnloses Gestottere so im Original] Diese Aussage allein enthllt ein Unwissen van Pelts, da es einem beinahe die Sprache verschlgt. Wie kann dieser Mann behaupten, er habe irgendein Fachwissen ber Kremierungstechnologie im allgemeinen und hinsichtlich Auschwitz im besonderen? Erstens wurden die Rekuperatoren in Auschwitz (die er flschlich Regeneratoren nennt) nicht durch ein Druckluftgeblse ersetzt (das er flschlich komprimierte Luft nennt). Diese beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun und konnten einander nicht ersetzen. Zweitens reduziert ein Druckluftgeblse nicht den Koksverbrauch, sondern es erhht ihn, weil durch dieses Geblse der Luftdurchsatz des Ofens erhht wird, wodurch die heie Luft in der Muffel weniger Zeit hat, ihre Hitze effektiv an die Muffelwnde und die Leiche abzugeben. (Allein die Kremierungszeit wird durch ein Druckluftgeblse geringfgig verkrzt.) Auch die Entfernung des Rekuperators erhht den Koksverbrauch. Der Sinn des Rekuperators ist die teilweise Rckgewinnung der im Abgas enthaltenen Hitze zur Aufheizung der in den Ofen flieenden Frischluft. Entfernt man den Rekuperator, so mu man zustzlich Brennstoff zufhren, um die Frischluft aufzuheizen. Sich auf Jean-Claude Pressac zu verlassen, ist eine schlechte Angewohnheit von Prof. van Pelt, da Pressac als Apotheker so viel Erfahrung in Kremierungstechnologie hat wie Prof. van Pelt oder Richter Gray: Keine!

86

Verfahren Irving ./. Lipstadt, 9. Tag, 25.1.2000, S. 149f.

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Schlubemerkung
Einige Wochen, nachdem ich mein Gutachten zu van Pelts uerungen ins Internet gestellt hatte, wurde ich vom britischen Fernsehen (BBC), vom ZDF und von einer amerikanischen Zeitschrift (Skeptic Magazine) per Email kontaktiert. Alle wollten sie mit mir ein Interview machen, wobei sie mir vorab einige Fragen stellten.87 Diese Fragen lieen deutlich erkennen, da sich der geistige Horizont dieser Journalisten nicht ber den Leuchter-Report hinausbewegt hat. Insbesondere der Herr von Skeptic Magazine blamierte sich durch auerordentliche Unwissenheit, was mich erstaunte, handelte es sich doch dabei um Prof. Michael Shermer, mit dem ich damals seit ber einem Jahr in Kontakt stand und dessen Diskussion mit mir gelegentlich publiziert wurde.88 Er kann sich also schlecht mit Unkenntnis herausreden. Meine abschlieende Antwort an ihn mge stellvertretend fr all jene hier wiederholt werden, die auch in Zukunft meinen, mir mit ihrer Ignoranz und/oder Faulheit auf die Nerven gehen zu mssen. Ich kann meine Zeit gewinnbringender anwenden, als mich auf fruchtlose Diskussionen mit geistigen Dnnbrettbohrern einzulassen: Dieses Zeug befindet sich nun schon lange Zeit dort drauen. Sogar die Antwort auf van Pelt ist nichts weiter als eine Umstrukturierung dessen, was auf [Link]/D/rga ausgehngt ist, sowie von anderem Zeug, das sich seit mehr als zwei Jahren im Internet befindet. Das gleiche Material wurde 1993 und 1994 in gedruckter Form verffentlicht, und einiges davon sogar noch frher. Ich bin nicht willens, mich endlos zu wiederholen. Sollten Sie und ihre Freunde fortfahren, die Fakten und Meinungen anderer zu ignorieren, dann beweist dies Ihre pseudowissenschaftliche Verhaltensweise. Punktum. Im Anschlu an das Irving-Verfahren gab Robert J. van Pelt sein whrend des Verfahrens gesammeltes Wissen in Form eines Buches heraus.1 Im Epilog zu diesem Werk schrieb van Pelt ber meine an ihm gefhrt Kritik u.a. (S. 501): Weder begann Rudolf an irgendeinem Punkt, die Geschichte von Auschwitz tatschlich zu revidieren, oder irgendeinen Teil davon, noch hat

87

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BBC und ZDF verbreiteten letztlich erwartungsgem nichts anderes als die bliche NaziHetze ber mich. An Sachfragen sind die gar nicht interessiert. Germar Rudolf, Geschichte und Pseudogeschichte, VffG 3(1) (1999), S. 68-74; ; ders. Also wirklich, nun kommt Jungs, warum bestreiten? Ihr mgt keine Juden das ist offensichtlich, ebd., 3(2) (1999), S. 176-181; vgl. Carlo Mattogno, Leugnung der Geschichte? Leugnung der Beweise!, Teil 1, VffG 8(2) (2004), S. 134-150; Teil 2 ebd., 8(3) (2004), S. 291-310.

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er auch nur den Anfang einer plausiblen Geschichte geschaffen, mit der man sich beschftigen knnte. Mit diesem Scheinargument versucht van Pelts wohl, seine Weigerung zu rechtfertigen, sich in seinem Buch mit meinen Argumenten sachgem auseinanderzusetzen. So richtig van Pelts Beobachtung ber die lediglich analytische Natur meiner Kritik an seinem Gutachten ist, so falsch ist seine Prmisse. Ich wurde von David Irving nicht beauftragt, eine neue Geschichte von Auschwitz zu verfassen oder auch nur einen Teil davon , sondern das Urteil von Richter Gray und insbesondere die Aussagen van Pelts kritisch zu analysieren. Eine synthetische Arbeit, wie van Pelt es versucht hat, war mir sowohl aus zeitlichen Grnden als auch wegen fehlender finanzieller Mittel unmglich. Whrend van Pelt fr sein Gutachten ein Honorar von 109.244 erhielt (damals ca. 180.000), erhielt ich eine Kostenerstattung von $2.000 (damals ca. 2.180), also etwa 1% dessen, was van Pelt erhielt. Whrend van Pelt seit Ende 1998 einen Groteil seiner Zeit und Ressourcen einschlielich diverser Mitarbeiter fr die Abfassung einer Geschichte von Auschwitz einsetzen konnte, standen mir zu Abfassung meiner Kritik fr David Irvings Berufung lediglich zwei Wochen zur Verfgung. Aber selbst, wenn mir ein ganzes Jahr zur Verfgung gestanden htte, so wrde ich mich dennoch nicht zur Abfassung einer kompletten Geschichte in der Lage sehen. Dazu bedarf es vieler Jahre des intensiven Aktenstudiums mehrerer Forscher. Wir Revisionisten arbeiten an dieser Herausforderung, und die Reihe der ber Auschwitz in meinem Verlag erschienenen Beitrge und Bcher beweist, da wir auf dem Weg dahin sind. Es ist eben noch kein Auschwitz-Historiker vom Himmel gefallen. Und ein Gerichtsverfahren ist allemal der falsche Anla, um dafr mal eben schnell ein solches Mammutwerk auf die Beinen zu stellen. Ein Beweis dafr, da man insbesondere als Nicht-Fachmann unmglich mal eben schnell eine solche Geschichte von Auschwitz verfassen kann, ist nicht zuletzt das hier erwhnte Buch von van Pelt. Van Pelt brstet sich darin zwar immer wieder, im Gegensatz zu den Revisionisten verfge er ber die geeignete Methode zur Feststellung der Wahrheit. Eine Analyse seines Buches ergibt aber, da dem nicht so ist. Van Pelts historische Methode sieht nmlich etwa wie folgt aus: Er geht von dem Geschichtsbild von Auschwitz aus, das von den Hofhistorikern als wahr anerkannt wurde, und benutzt dann dieses Bild, um zu entscheiden, ob eine Zeugenaussagen wahr oder falsch ist. So beispielsweise, wenn er die Aussage des Zeugen Stanislaw Jankowski ber die Verbrennung erschossener Hftlinge in Grben mit den Worten kommentiert (S. 187): 342

Der Pseudo-Architekt

Mit seiner letzten Feststellung lag Jankowski im wesentlichen richtig: [] Bewiesen wird dies dann mit einem Hinweis auf das bestehende Geschichtsbild. Da dieses aber eben bezglich der behaupteten Massenvernichtung lediglich eine Art Mittelwertbildung bestehender Aussagen vom Stile Jankowskis darstellt, wird hier die Richtigkeit einer Aussage durch diese selbst zu beweisen versucht. Mit anderen Worte: van Pelt wendet Zirkellogik an. Van Pelt bergeht zudem in seinem Buch einige zentrale Dinge: da Rudolf H und mit ihm viele andere, in alliierte Hnde gefallene Lagerverantwortlichen gefoltert oder auf andere mannigfaltige Weise bedroht und eingeschchtert wurden;89 da die politisch aktiven Hftlinge in Auschwitz (Polen, Kommunisten) eine Partisanengruppe gebildet hatte, die mit der polnischen Untergrundbewegung per Briefschmuggel und Funk in engem Austausch stand;90 da diese kommunistischen Lagerpartisanen nach dem Krieg selbst zugaben, jene Propaganda erst geschaffen und verbreitet zu haben, die dann durch die ganze Welt ging; da man den polnischen und sowjetischen Untersuchungskommissionen, auf die van Pelt groe, unkritische Stcke hlt,91 angesichts der KatynLge und der Schauprozessen von Krasnodar und Charkow keine Sekunde ber den Weg trauen kann. Van Pelt ignoriert aber nicht nur wichtige Beweise, die seine These in ihren Grundfesten erschttern er ist auf dem linken (kommunistischen) Auge blind , sondern auch Arbeiten, die viele seiner Argumente widerlegen. Obwohl ich in meiner Kritik an van Pelts Ausfhrungen monierte, da er die besten revisionistischen Arbeiten bezglich Auschwitz beharrlich mit Schweigen bergeht, wiederholte er diese Todsnde wider die Wissenschaft in seinem Buch erneut: Er befat sich mit keiner einzigen Silbe mit den Arbeiten von Carlo Mattogno, der sich seit Mitte der 1980er Jahre intensiv mit

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91

Er erwhnt nur indirekt durch ein unbelegtes Zitat eines Buches von D. Irving , da H mihandelt worden sei, bergeht es jedoch und schreibt spter, H habe seine Gestndnisse freiwillig abgelegt, R.J. van Pelt, aaO. (Anm. 1), S. 97, 251. Van Pelt behauptet, die Hftlinge seien von der Welt und voneinander isoliert gewesen, so da hnliche Aussagen deren Wahrheitsgehalt bewiesen, nicht deren gegenseitige Beeinflussung, ebenda, S. 184f. Ebenda, S. 159f., 181-184.

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Auschwitz befat.92 Da van Pelt sich seitenweise mit den Argumenten von Robert Faurisson, Fred A. Leuchter, Arthur R. Butz, Samuel Crowell und mir auseinandersetzt, scheidet Platzmangel als Grund aus.

Pseudo soweit das Auge reicht


Zwischen Januar und April 2000 fand in einem Londoner Gerichtssaal ein faszinierendes Gerichtsverfahren statt: Der britische Autor David Irving hatte die amerikanische Professorin Deborah E. Lipstadt wegen Rufschdigung verklagt. Irving mochte nicht als Holocaust-Leugner bezeichnet werden und als ein Autor, der, so Lipstadt in ihrem Buch Leugnen des Holocaust, willkrlich historische Tatsachen verzerre, um sie seinen politischen Zielen dienstbar zu machen. Irving konnte es nicht ausstehen, als Pseudo-Historiker bezeichnet zu werden, wie er sich whrend des Verfahren hufiger ausdrckte. David Irving hat in der Tat keine Ausbildung als Historiker genossen. Er erwarb sich seinen Ruf als einer der besten Fachleute ber Persnlichkeiten der ra des Dritten Reiches als Autodidakt, durch harte Arbeit. Tatsache ist aber, da auch die meisten Holocaust-Experten des Establishments keine Historiker sind, so zum Beispiel der angesehenste Fachmann unter ihnen, der Politologe (oder Pseudo-Historiker?) Prof. Raul Hilberg. Frau Lipstadt selbst, die Irving wegen seines Umgangs mit Beweisen in ihrem Buch heftig angreift, ist jdische Religionswissenschaftlerin, also ebenfalls eine Pseudo-Historikerin. Sie schwieg whrend des gesamten Verfahrens und lie sich durch international angesehene Experten verteidigen. Das britische Gesetz verlangt, da sie die in ihrem Buch gemachten Behauptungen beweisen mu. Um dies zu erreichen, htte sie zunchst beweisen mssen, da der Holocaust selbst in der Weise geschehen ist wie allgemein angenommen. Zudem htte sie die von David Irving und seinen revisionistischen Helfern vorgebrachten Beweise widerlegen mssen. Eines dieser revisionistischen Beweise ist das sogenannte LeuchterGutachten, ein Schriftstck, das von einem amerikanischen Techniker verfat wurde, der sich auf die Herstellung und Wartung von Ttungsanlagen zur Vollstreckung der Todesstrafe spezialisiert hat. Da einige Staaten der USA die Todesstrafe immer noch haben, gibt es fr einen derartigen Experten eine gewisse Nachfrage. Fred A. Leuchter ist dieser Mann. Leuchter be92

C. Mattogno erscheint nur einmal in van Pelts Buch, und dann auch nur, weil sein Name in einem Zitat auftaucht. (S. 47). Weder im Index noch in der Bibliogrpahie ist Mattognos Name zu finden.

344

Der Pseudo-Architekt

hauptet in seinem Gutachten, die dokumentarischen und materiellen Beweise zu den frheren Konzentrationslagern Auschwitz und Majdanek belegten, da Massenvergasungen von Juden in diesen Lagern technisch unmglich gewesen seien. Frau Lipstadts Verteidigungsteam hat deutlich dargelegt, da das Leuchter-Gutachten ein sehr schwaches Beweismittel ist. Da Leuchter nie einen Abschlu als Ingenieur, Architekt oder Chemiker erworben hat, kann er bezglich der angeblichen Technik des Massenmordes tatschlich als PseudoFachmann bezeichnet werden, auch wenn er ohne Zweifel der weltweit einzige autodidaktische Experte fr die Herstellung und Wartung staatlich berwachter Menschenttungsanlagen ist, darunter auch Gaskammern. David Irving gab whrend des Verfahrens im Prinzip zu, da das Leuchter-Gutachten mit Fehlern berst ist. Er wies aber zugleich nach, da jener Fachmann, den Frau Lipstadt auffahren lie, um die Mngel des LeuchterGutachtens auf technischer Ebene blozulegen, der kanadische Professor fr Architektur Robert J. van Pelt, ebenfalls ein Pseudo-Experte ist. Obwohl er den Titel Professor fr Architektur fhrt, ist van Pelt tatschlich ein Kulturhistoriker mit Fachgebiet Architektur, also ein Fachmann fr Architektur unter einem knstlerisch-kulturellen Blickwinkel. So, wie es der Verteidigung nicht schwer fiel, die Mngel in Leuchters Pseudo-Gutachten blozulegen, so fiel es auch uns nicht schwer, die Fehler in van Pelts Pseudo-Gutachten aufzuzeigen. Aber die Pseudo-Experten-Affre ist damit noch nicht zu Ende. Prof. van Pelt behandelte nmlich in seinem Gutachten nicht nur technische und architektonische Fragen, fr die er zumindest gewisse Erfahrungen geltend machen kann, sondern er behandelte auerdem auch chemische Fragen. Die Chemie kommt hier ins Spiel wegen des Giftgases Zyklon B, mit dem laut der etablierten Version des Holocausts bis zu einer Million Juden in Auschwitz gettet wurden. Van Pelt wagte es allerdings nicht, die damit zusammenhngenden Fragen selbst zu behandeln. Er bezog sich diesbezglich auf Fachleute, die man darf raten sich nun ebenso als Pseudo-Experten entpuppten. In den frhen 90er Jahren fhrte ein Team polnischer Forscher vom Jan Sehn Institut in Krakau Untersuchungen durch, um die von Leuchter aufgestellten Thesen zu berprfen. Die betroffenen Fachbereiche waren Toxikologie, anorganische und analytische Chemie. Der Leiter dieses Projektes, Prof. Dr. Jan Markiewicz, entpuppte sich als Spezialist fr technische Prfungen, nicht aber als Chemiker. Das Gutachten dieser Forschergruppe wurde 1995 von mir kritisiert, einem richtigen Experten fr anorganische 345

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Chemie. Demnach zeigen die gravierenden methodischen Fehler dieses Pseudo-Gutachtens deutlich, da die Polen entweder nicht die ntigen Qualifikationen oder aber nicht die wissenschaftliche Aufrichtigkeit besaen, um diese Forschungen durchzufhren. David Irving betonte whrend des Verfahrens mehrfach ausdrcklich, da er sich nun auf mein Gutachten berufe, das nach wie vor einer Enthllung als pseudo harrt Nachdem ich all diese Prozeprotokolle, Artikel und Gutachten analysiert habe, mu ich gestehen, da ich ein wenig genervt bin. Nicht etwa, weil sich herausstellt, da fast jeder in dieser Tragdie ein Pseudo-Experte ist. Was mich wirklich aufbringt, ist, da sich all die wirklichen Experten Historiker, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Toxikologen und wer sonst noch offenbar berhaupt nicht um diese Schlacht kmmern, die um den Holocaust tobt. Knnten sie nicht diese Komdie beenden, in der ein Pseudo-Historiker eine Pseudo-Historikerin verklagt, die sich gegen einen Pseudo-Ingenieur verteidigt, indem sie ihn mit einem Pseudo-Architekten angreift, der sich wiederum auf Pseudo-Chemiker beruft?

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Mensch Meyer!

Einleitung
Einige Monate, nachdem ich im Frhjahr 1992 die erste Fassung meines Gutachtens an einige Fhrungspersnlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland versandt hatte, erfuhr ich durch einen Bekannten, da irgendein leitender Journalist des Nachrichtenmagazins Der Spiegel an meinen Forschungen interessiert sei. Ich erfuhr nie, um welche Person es sich dabei handelte und welcher Natur das Interesse war. Im Frhjahr 1998 abonnierte ein gewisser Fritjof Meyer aus Grohansdorf bei Hamburg meine im Vorjahr begonnene Zeitschrift Vierteljahreshefte fr freie Geschichtsforschung. Herr Meyer entwickelte sich zu einem treuen Kunden, bezahlte er doch stets prompt sein Abonnement und kaufte zudem jedes der von mir herausgegebenen revisionistischen Bcher. Als eine Autorengruppe, die in den Vierteljahresheften regelmig Auswertungsergebnisse der in Moskau gefundenen Akten der Zentralbauleitung von Auschwitz publizierte, den Lesern der Vierteljahreshefte anbot, Kopien der benutzten Dokumente erwerben zu knnen, meldete sich erneut Fritjof Meyer mit der Bitte, Kopien dieser Dokumente erhalten zu drfen.

Der Paukenschlag
Die Zahl der Opfer von Auschwitz Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde So bertitelte derselbe Fritjof Meyer einen Beitrag, der im Mai 2002 in der Zeitschrift Osteuropa erschien.1 Darin schreibt Meyer unter anderem: Vier Millionen Opfer im nationalsozialistischen Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zhlte 1945 die sowjetische Untersuchungskommission, ein Produkt der Kriegspropaganda. Lagerkomman1

Osteuropa. Zeitschrift fr Gegenwartsfragen des Ostens, Nr. 5, Mai 2002, S. 631-641. Seitenzahlen nachfolgend im Text in Klammern. Der Artikel ist online erhltlich unter [Link]/D/Beitraege/[Link].

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dant H nannte unter Druck drei Millionen und widerrief. Wie viele Menschen wirklich diesem singulren Massenmord zum Opfer fielen, lie sich bislang nur schtzen. Der erste Holocaust-Historiker Gerald Reitlinger vermutete eine Million, der letzte Forschungsstand bezifferte mehrere Hunderttausend weniger. (S. 631) Diese berlegungen fhren hier zu dem Ergebnis, da in Auschwitz eine halbe Million Menschen ermordet wurden, davon etwa 356 000 im Gas. (S. 639) Wer ist nun dieser Fritjof Meyer? Nach Angaben des Artikels ist der 1932 geborene Meyer Dipl. DHP, Dipl.-Politologe, Dipl.-Kameralist. Doch weitaus interessanter ist Meyers berufliche Stellung: Leitender Redakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, dort zustndig fr das Themengebiet Osteuropa und osteuropische Geschichte. Persnlichen Angaben Meyers zufolge weigerte sich die Chefredaktion des Spiegel, seinen beraus kontroversen Beitrag abzudrucken, so da Herr Meyer seinen Artikel statt dessen in dem genannten kleinen Fachblatt verffentlichen mute. Meyers Beitrag ist in mehrerer Hinsicht ein Durchbruch der historischen Forschung, und zwar primr deshalb, weil er zwei Tabus bricht: das Tabu, revisionistische Arbeiten nicht zitieren zu drfen, und das Tabu, die Gaskammern nicht in Frage stellen zu drfen. Beides hat Meyer getan: Er bezog sich bei seiner Argumentation explizit auf eine kremierungstechnische Verffentlichung der italienischen Revisionisten Carlo Mattogno und Dr. Franco Deana2 und meinte bezglich der behaupteten Massenvergasungen in den Krematorien in Auschwitz: Hier kann nicht vertieft werden, da die vorhandenen Belege, nmlich Dokumente ber eine Nachrstung der ursprnglich dafr nicht errichteten Bauten [Krematorien] (zum Beispiel mit Einwurfschchten und Gasprfgerten) zum Vergasungskeller sowie die einschlgigen Zeugenaussagen eher auf Versuche im Mrz/April 1943 deuten, die Leichenkeller nach Fertigstellung der Krematorien im Frhsommer 1943 fr den Massenmord einzusetzen. Das milang offenbar, weil die Ventilation kontraproduktiv war und die erwarteten Massen an Opfern in den folgenden elf Monaten nicht eintrafen. (S. 632) Damit hat Meyer de facto die Hauptmordsttten des Hauptmordlagers des Dritten Reiches, die Krematorien II-V in Auschwitz-Birkenau, in die Rumpelkammer der Geschichte verbannt. Seiner Ansicht nach hat sich der Vl2

C. Mattogno, F. Deana, Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tbingen 1994, S. 281-320 ([Link]/D/gzz/[Link]), bei Meyer, in den Funoten 19 & 32, S. 635, 637.

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Mensch Meyer!

kermord ausschlielich in den auerhalb des eigentlichen Lagers gelegenen sogenannten Bunkern mit deren provisorisch eingerichteten Gaskammern abgespielt: Der tatschlich begangene Genozid fand wahrscheinlich berwiegend in den beiden umgebauten Bauernhusern auerhalb des Lagers statt; von dem ersten, dem Weien Haus oder Bunker I, wurden erst jngst die Fundamente entdeckt. (S. 632)

Die Kontroverse
Es war freilich zu erwarten, da die Hter des antifaschistischen Grundkonsenses der weltweiten Wertegemeinschaft eine solche gefhrliche Annherung an revisionistische Thesen nicht hinnehmen konnten. Es hagelte daher nur so von negativen Kritiken seitens des Establishments,3 wobei sich Dr. Franciszek Piper vom Auschwitz-Museum besonders hervortat,4 dessen dogmatische Unwahrheiten von Carlo Mattogno gekonnt seziert wurden.5 In einer Antwort auf seine Kritiker lehnte sich Meyer im revisionistischen Sinne noch etwas weiter aus dem Fenster, ohne seine Ausfhrungen jedoch zu belegen.6 Die Kontroverse erreichte endgltig internationale Mastbe, als sich ein amerikanischer Hobbyhistoriker in einer Fachzeitschrift fr Vlkermordforschungen kritisch zu Meyers Thesen uerte.7 Zwei Jahre nach Verffentlichung von Meyers ursprnglichem Beitrag erklrte sich Prof. Dr. Werner Maser, einer der weltweit profiliertesten Kenner des Dritten Reiches, mit Meyer solidarisch:8 Anstatt Meyer fr die von ihm durch die Auswertung bislang vernachlssigter authentischer Dokumente und zweifelsfrei belegte Fakten initiierte Befreiung der Schoah-Forschung von Tabu-Vorgaben zu danken,
3

4 5

Z.B. Sven Felix Kellerhoff, Die Welt, 28.8.2002; Vgl. die Dokumentation dieser Kontroverse im Internet: [Link]/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof-meyer/[Link]. [Link]/html/de/aktualnosci/news_big.php?id=569. C. Mattogno, Die Viermillionenzahl von Auschwitz: Entstehung, Revisionen und Konsequenzen, VffG 7(1) (2003), S. 15-20, 21-27; Carlo Mattogno, ber die Kontroverse Piper-Meyer,: Sowjetpropaganda gegen Halbrevisionismus, ebenda, VffG 8(1) (2004), S. 68-76. Vgl. [Link] siehe dazu Jrgen Graf, Mensch Meyer,! Ein Abgesang auf die Offenkundigkeit, VffG 8(1) (2004), S. 65-68. John C. Zimmerman, Fritjof Meyer, and the number of Auschwitz victims: a critical analysis, Journal of Genocide Research, 6(2) (2004), S. 249-266; vgl. meine Replik dazu: Germar Rudolf, Die internationale Auschwitz-Kontroverse, VffG 8(3) (2004), S. 343-345. Werner Maser, Flschung, Dichtung und Wahrheit ber Hitler und Stalin, Olzog, Mnchen 2004, S. 335.

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bedienten sie [die Medien] sich der seit Jahr und Tag dominierenden Schablonen. [] Ob diese Zahlen [Meyers Auschwitz-Opferzahlen] als endgltiges Ergebnis der Mordserie in Auschwitz gelten knnen, ist noch ungewi. Zu der Zeit war Meyer allerdings bereits wieder in den publizistischen Untergrunds abgetaucht, da er die an ihm geuerte massive Kritik offenbar nicht ertragen konnte:9 Jetzt wchst der Eindruck, da es ihnen [den Rechtsradikalen bzw. Auschwitz-Leugnern] gelingen knnte, meine Thesen wiederum zu instrumentalisieren: fr eine Propaganda der Verharmlosung. Deshalb mchte ich die Debatte nicht auf dem Markt fortsetzen. [] Angesichts der aktuellen Gefahren in Italien, Frankreich, Russland, den USA muss es dabei bleiben, die Faschisten zu schlagen, wo man sie trifft. Was Meyer damit meinte, ist nicht ganz klar, zumal der ernsthafte, wissenschaftliche Revisionismus niemals mit Meyers Thesen als Beweis eines revisionistischen Sieges hausieren ging. Nachfolgend soll die These Meyers kritisch betrachtet werden, und zwar unter politischen, methodischen und inhaltlichen Gesichtspunkten.

Politische Betrachtungen
Als Folge seiner Reduktion der Opferzahl von Auschwitz auf nunmehr etwa 500.000 meint Meyer: Damit rckt die Dimension des Zivilisationsbruchs endlich in den Bereich des Vorstellbaren und wird so erst zum berzeugenden Menetekel fr die Nachgeborenen. (S. 631) Hier spricht Meyer ohne Zweifel in der Funktion des Diplom-Politologen, der Auschwitz als drohendes Lehrstck fr alle Deutschen (oder gar alle Menschen) herausstellt, beruhend auf dem dort angeblich stattgefunden Zivilisationsbruch, einen Begriff, den Meyer nicht weiter definiert. War es ein Zivilisationsbruch, da es in Auschwitz Chre gab, Orchester, Kindergrten, eine Zahnarztstation, Grokche, eine Mikrowellen-Entlausungsanlage,10 ein Kran-

10

Offener Brief vom 12. Februar 2004, [Link]/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjofmeyer/[Link]. Jrgen Nowak, Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz, VffG 2(2) (1998), S. 87-105; Hans Lamker, Die Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz, Teil 2, VffG 2(4) (1998), S. 261-273.

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Mensch Meyer!

kenhaus, Schwimmbad,11 einen Fuballplatz? Ich zitiere aus der des Antisemitismus sicher nicht verdchtigen Zeitung Jerusalem Post vom 25.1.1995, S. 7: Knabenchor von Auschwitz-Birkenau. [] Ich war Mitglied dieses Chors. [] Ich erinnere mich noch an mein erstes Engagement in Kultur, Geschichte und Musik in diesem Lager. [] Im Mrz 1944 war ich schwer an Diphtherie erkrankt und wurde daher in die Krankenbaracken verlegt. Meine Mutter bat, da auch sie berstellt wird, um bei mir im Krankenhaus zu bleiben. [] Die Krankenschwestern, Doktoren und Patienten berlebten. [] Einer der Jugendfhrer unserer Gruppe [] bat, ein Erziehungszentrum fr die Kinder einrichten zu drfen. Es wurde ihm erlaubt, und in kurzer Zeit wurde das Erziehungszentrum ein geistiges und soziales Zentrum im Familienlager. Es war die Seele des Lagers. Musicals, Theatervorfhrungen, einschlielich einer Kinderoper, wurden in diesem Zentrum vorgefhrt. Es gab dort Diskussionen ber verschiedene Ideologien Zionismus, Sozialismus, Tschechischer Nationalismus. [] Dort war auch ein Dirigent namens Imre, [] (der) einen Kinderchor aufstellte. Die Proben wurden in einer groen Waschhalle durchgefhrt [] Selbstverstndlich meint Meyer etwas anderes, nmlich die industrielle Massenvernichtung unschuldiger Menschen. Da diese im grotesken, ja unberwindlichen Gegensatz zu oben angefhrten, unwiderlegt bewiesenen Fakten steht, das erkennt Meyer nicht, will er nicht erkennen. Fr ihn tragen Fakten, die nicht in sein Bild passen, einen rein propagandistischen Charakter.12 Man mu sich nur geschichtlich in den westlichen alliierten Nachkriegslagern des Automatic Arrest und den Rheinwiesenlagern umsehen oder in Hiroshima, Nagasaki, Dresden, Nemmersdorf und wie die anderen ungezhlten Orte alliierter Holocauste heien, um zu erkennen, wo die tatschliche geographische Lage des Zivilisationsbruches war. Und er wurde nicht von Deutschen begangen, sondern an Deutschen (und deren Verbndeten). Es ist fr mich auch nicht nachvollziehbar, was an der behaupteten Ermordung und Einscherung von etwa einer halben Million Menschen vorstellbarer und berzeugender sein soll als an der gleichen Behandlung von einer oder mehreren Millionen. Unvorstellbar sind dem Normalbrger schon solche Massenmrder, die nur etwa zehn Menschen umbringen.

11 12

Robert Faurisson, Das Schwimmbad im Stammlager Auschwitz, VffG 5(3) (2001), S. 254f Email von F. Meyer, an G. Rudolf, 8.11.2002: [] Ihrer Zeitschrift, die einen rein propagandistischen Charakter trgt []

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Anschlieend lobt Meyer den jdisch-niederlndischen Kulturhistoriker Robert Jan van Pelt wegen eines Durchbruchs. Er verschweigt aber, da van Pelt eben kein Architekt und mithin kein Fachmann der von ihm behandelten Fragen ist. Im Zusammenhang mit van Pelts Auftritt als Sachverstndiger whrend David Irvings Verleumdungsklage gegen Deborah Lipstadt13 schreibt Meyer ber Irving: Irving verlor den Proze, und zwar verdient, da der als erfolgreicher Rechercheur ausgewiesene Autor Irving, der sich zunehmend den wirren Ansichten seiner NS-Gesprchspartner angeschlossen hat, auch vor Gericht auf dem unsinnigen Standpunkt beharrte, es habe in Auschwitz-Birkenau keine Gaskammern zur Menschenttung gegeben. (S. 631f.) Ich gebe Meyer recht, da das, was Irving vor Gericht darbot, zu nicht unerheblichem Teil wirre Ansichten waren, es ist mir allerdings unerfindlich, wie er Irvings mangelnde Kompetenz in dieser Sache auf dessen Gesprchspartner abwlzen kann. Immerhin hat Irving sich nie mit dem Holocaust selbst befat, kann in dieser Materie also noch nicht einmal als Laienhistoriker gelten. Dies ganz abgesehen davon, da Meyer den Boden der sachlichen Geschichtsschreibung in dem Augenblick verlie, als er Irvings Gesprchspartner, also auch mich, als Nationalsozialisten etikettierte, was dem blichen Wertverstndnis nach ja im Prinzip einer Gleichsetzung mit dem Teufel gleichkommt. Meyer bleibt auch jede Erklrung schuldig, wieso ein anderer Standpunkt als der seine per se unsinnig ist. Diese Art der unwissenschaftlichen Pauschalverunglimpfung und argumentationslosen Verdchtigung taucht ansonsten nur noch in zwei Funoten auf, und zwar in recht interessantem Zusammenhang: 5 [] NS-Apologeten (Revisionisten) bezweifeln, da es dieses Gebude [Vergasungsbunker] berhaupt gegeben habe: Jrgen Graf: Auschwitz. Wrenlos 1994, S. 236. (S. 632) 19 Carlo Mattogno/Franco Deana: Die Krematoriumsfen von Auschwitz, in dem ansonsten unzumutbaren Pamphlet von Ernst Gauss (Hrsg.): Grundlagen zur Zeitgeschichte. Tbingen 1994, S. 310. Da die Geschichtsforschung aus einsehbaren, aber unzulssigen Grnden das Thema Auschwitz als Forschungsobjekt nicht akzeptiert hat, drngte sich die Propaganda auf das unbestellte Feld; jene sowjetischer Observanz beherrscht noch immer weithin die ffentliche Meinung, zum Beispiel mit der Totenzahl von vier Millionen, dem Mord an ber 400 000 aus Ungarn Deportierten oder auch dem massenhaften Gasmord in den Krematori13

Vgl. dazu den Beitrag Der Pseudo-Architekt in diesem Band.

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umskellern. Von der anderen Seite haben Revisionisten sehr emsig Details gesammelt, wobei ihnen die in dieser Studie vorgetragenen Gesichtspunkte aber entgangen sind. Ihre Fundsachen vermochten den respektablen Geschichtsphilosophen Ernst Nolte und auch David Irving zu verwirren, wurden sonst aber von Historikern als Denkansto, gar Herausforderung ignoriert. Dabei hat der Jurist Ernst [sic] Stglich (Der AuschwitzMythos), ein wohl kaum verhllter Antisemit, immerhin als erster berechtigte Zweifel an manchen Passagen der in der Haft verfaten Niederschriften von H geweckt. Nicht nur die Geschichte, sondern auch ihre Wahrheitsfindung mu sich gelegentlich unwrdiger Werkzeuge bedienen. Sehr spt sind zwei grndliche, noch immer nicht ganz befriedigende Auseinandersetzungen mit den Revisionisten erschienen: John C. Zimmermann: Holocaust Denial. Lanham 2000, und Richard J. Evans: Der Geschichtsflscher. Frankfurt a.M. 2001. (S. 635) Wieder werden Skeptiker und Andersmeinende von Meyer als Apologeten des Teuflischen hingestellt. Er kommt aber nicht umhin, die Werke der Revisionisten zu verwenden, ja er sttzt sich bei seinen Betrachtungen ber die Betriebsdauer der Auschwitz/Birkenauer Krematorien in nicht unerheblichem Mae auf revisionistische Quellen, wie die oben zitierte Funote 19 zeigt. Was tun?, mu sich der Hter der politischen Moral gefragt haben, und die Lsung ist simpel: Alle anderen Beitrge im von mir herausgegebenen Sammelband Grundlagen zur Zeitgeschichte sind unzumutbar, Pamphlet-haft, unwrdig. Nur der Beitrag von Carlo Mattogno und Franco Deana ist eine Ausnahme. All das braucht Meyer natrlich weder zu begrnden noch zu belegen. Er entscheidet es einfach ex cathedra. Entweder ist es ihm ernst damit, anderen Wissenschaftlern die Wrde abzusprechen, was einen verblendeten politischen Extremismus offenbart. Schlielich gehrt Meyer ja zu jenen Journalisten, die auch noch applaudieren, wenn man uns unzumutbare, teuflische, unwrdige Kreaturen in Gefngnisse sperrt. Oder aber er wei, wes Lied er singen mu, damit er mit seinen immerhin nicht unbedeutenden Teilrevisionen (= Teilleugnungen) nicht den politisch-ffentlichen Schandgerichten zum Opfer fllt. Htte Meyer fr ein anderes Thema andere Argumente gebraucht, etwa bezglich der Fraglichkeit von Massenmorden mit Dieselabgasen, so htte er womglich den Beitrag von Friedrich P. Berg im gleichen Buch zitiert und alle anderen als unzumutbar, pamphlethaft, unwrdig abgetan. Auf diese Weise wird Wissenschaft zur Beliebigkeit. Meyer hat recht mit seiner Feststellung, da die von ihm als solche anerkannte, also nicht-revisionistische Geschichtswissenschaft Auschwitz nicht 353

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als Forschungsthema akzeptiert hat, doch htte ich es gerne ausformuliert gesehen, was er daran fr einsehbar hlt. Ich befrchte ja, da wir zwei uns bereits uneinig darber sind, was denn das Kriterium wre, an dem man feststellen kann, ob die Geschichtswissenschaft ein Thema als Forschungsgegenstand akzeptiert hat. Ich darf daher hier etwas Grundstzliches ausfhren. Forschung ist die Ttigkeit menschlichen Geistes, die den Schein nicht kritiklos als Sein akzeptiert, sondern kritisch hinterfragt. Geforscht wird dort, wo die Ergebnisse am Anfang der Forschung offen sind, wo prinzipiell jedes Forschungsergebnis mglich ist und wo alle Forschungsergebnisse ffentlicher Kritik ausgesetzt werden knnen und werden. Herr Meyer wei sehr genau, da dies in Sachen Holocaust in vielen Lndern Europas aus strafrechtlichen Grnden kaum mglich ist, und er wei auch, da es praktisch in allen Lndern, in denen das Thema berhaupt behandelt wird, sozial und wirtschaftlich ruins ist, andere Ansichten zu haben als die, die als etabliert gelten. Es darf angenommen werden, da Meyer aufgrund seines Artikels nicht unerheblichen rger bekommen hat. Es darf ferner angenommen werden, da er auch wei, was passiert wre, wenn er sich noch weiter aus dem Fenster gelehnt htte. Mit anderen Worten: Aus politischen Grnden ist es der institutionalisierten Geschichtswissenschaft im herkmmlichen Sinne berhaupt nicht mglich, Auschwitz bzw. den Holocaust zum ergebnisoffenen Forschungsthema zu machen. Das Interessante ist nun, da Meyer selbst zu denen zhlt, die dieses politische Forschungsverbot untersttzen: Er grenzt all jene, die in entscheidenden Punkten seine Meinung nicht teilen, mit politischen Totschlagvokabeln aus, ja er spricht ihnen die Wrde ab. Meyer selbst hat also entweder die Grundregeln der Wissenschaft nicht verstanden, oder er hat gar kein Interesse an der Wissenschaft. Bezglich der in seiner Funote 5 angesprochenen Existenz oder Nichtexistenz der Gebude, die oft als Vergasungsbunker bezeichnet werden, wre angebracht gewesen, darauf hinzuweisen, da Grafs Aussage in seinem 1994 erschienenen Buch so von ihm heute nicht mehr getragen wird und von anderen Revisionisten noch nie mitgetragen wurde.14 Meyers NSApologeten (Revisionisten) bezweifeln ist also nicht nur polemisch, sondern zudem auch eine unzulssige Verallgemeinerung. Der eigentliche Streit

14

Vgl. R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell Press, London 1993, S. 32 ([Link]/D/rga1/[Link]); G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 97f. ([Link]/D/rga2)

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dreht sich hier darum, welchen Verwendungszweck jene(s) Gebude hatte(n).15 Nach so viel Schelte ist nun auch einmal die Zeit gekommen, Fritjof Meyer zu loben. Er ist der erste, der eine revisionistische Quelle nicht nur zitiert, sondern mit deren Aussage zumindest teilweise bereinstimmt. Er anerkennt, da die Revisionisten sehr emsig Details gesammelt haben, wenngleich er unsere Arbeit auf eine Stufe stellt mit den sowjetischen Propagandisten la Ilja Ehrenburg. Ob Meyer wohl je gemerkt hat, da Ehrenburg kein einziges Detail gesammelt hat und da die Revisionisten nie zum Massenmord aufriefen und auch keine Folterorganisation la NKWD oder SMERSCH unterhalten, um zu ihren Forschungsergebnissen zu kommen? Meinen Sie nicht, Herr Meyer, da es einen qualitativen Unterschied gibt zwischen revisionistischer Forschung und sowjetischer Propaganda? Meyers Eingestndnis der Detailkenntnisse der Revisionisten impliziert brigens noch ein weiteres Eingestndnis, nmlich da er mit der revisionistischen Literatur vertraut ist. Da er seit Jahren ein treuer Kunde von mir ist, darf angenommen werden, da Meyer seit vielen Jahren die Publikationen von Revisionisten generell sammelt oder doch zumindest zur Kenntnis nimmt. Das nehme ich nun im nchsten Abschnitt zum Anla, einige von Meyers sachlichen Aussagen einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Meyers methodische Schwchen


Ganz zu Anfang macht Meyer folgende Aussage: Ein Schlsseldokument, das Auskunft gibt ber die Kapazitt der Krematorien von Auschwitz-Birkenau, ist jetzt aufgefunden worden. Zu deren Nutzungsdauer ist zugleich eine Aussage des Lagerkommandanten H ans Licht gekommen. (S. 631) Der Begriff Schlsseldokument lt aufhorchen und auf einen Schlssel zu einer zentralen Erkenntnis hoffen. Spter dann fhrt Meyer dazu aus: Demnach wurde im Archiv der Krematoriumsfirma Topf & Shne (jetzt: Erfurter Mlzerei und Speicherbau), Ordner 241, ein Brief des zum Bau in Auschwitz eingesetzten Oberingenieurs Kurt Prfer aufgefunden, der mit dem 8. September 1942 datiert ist, also neun Wochen nach Bischoffs Schreiben [28.6.1943, sic!] und nach Fertigstellung der Kremato15

Vgl. dazu neuerdings: C. Mattogno, The Bunkers of Auschwitz, Theses & Dissertations Press, Chicago 2004 ([Link]/GB/Books/tboa).

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rien, mithin aufgrund der ersten Betriebsergebnisse. Laut Prfer verbrannte jedes der beiden Krematorien I und II tglich 800, jedes der beiden kleineren III und IV 400 Krper, insgesamt 2400. (S. 634) Anschlieend zitiert Meyer zur Absttzung seiner Feststellungen Die Verbrennungszeit betrug anderthalb Stunden13 in einer Muffel folgende Quelle: 13 Auschwitz-Flchtling Alfred Wetzler in WRB-Report v. 25.11.1944, Franklin Delano Roosevelt Library New York, S. 12, Eine Fassung ist abgedruckt in: Sandor Szenes/Frank Baron: Von Ungarn nach Auschwitz. Mnster 1994, S. 126. Tauber in: Pressac, Technique [Fn. 3], S.483. Vgl. die Aussagen der Ingenieure Prfer, Schultze und Sander von der Fa. Topf und Shne am 5. und 7.3.1946 vor Hauptmann Schatunovski und Major Morudshenko von der Smersch-Abteilung der 8. Armee auf die Frage nach der stndlichen Kapazitt (Zentralarchiv KGB der UdSSR, Akte 17/9, 19). Und zur Aussage von H zur Nutzungsdauer der Krematorien fhrt Meyer aus: Eine zweite berraschende Information liefert van Pelt nun mit der Verffentlichung einer Aussage von H im Kreuzverhr vor dem Krakauer Gericht 1947: Nach acht oder zehn Stunden Betrieb waren die Krematorien fr eine weitere Benutzung unbrauchbar. Es war unmglich, sie fortlaufend in Betrieb zu halten. (S. 635f.) Meyer ist hier allerdings nicht nur einer irrtmlichen Falschbersetzung van Pelts aufgesessen das Originaldokument spricht von acht bis zehn Wochen16 , sondern seine Angaben sind auch inhaltlich in vielerlei Hinsicht unhaltbar, wie Carlo Mattogno detailliert aufgezeigt hat.17 Aber bleiben wir zunchst bei Meyers methodischen Schwchen. Zunchst zur Frage des Schlsseldokuments. Meyer benutzt es, um mit ihm zu beweisen, da ein anderes, sonst von der Forschung oft zitiertes Schlsseldokument zur Kremierungskapazitt in Auschwitz falsche, berhhte Zahlen enthlt.18 Er zitiert dazu J.-C. Pressacs Aussage, der dieses letzte Dokument mit seinen extrem bertriebenen Zahlen zur Kremierungskapa-

16 17

18

Vgl. C. Mattogno, aaO. (Anm. 5), S. 75f. Neben ebenda, vgl. auch ders., Die neuen Revisionen Fritjof Meyer,s, VffG, 6(4) (2002), S. 378-385. Manfred Gerner, Schlsseldokument ist Flschung, VffG2(3) (1998), S. 166-174; vgl. dazu C. Mattogno, Schlsseldokument eine alternative Interpretation, VffG, 4(1) (2000), S. 5156;

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zitt als eine interne Propagandalge der SS bezeichnet hatte.19 Die Frage stellt sich freilich, wie Meyer sicherstellen will, da Prfers Brief nicht ebenso eine Propagandalge des Chefingenieurs der Fa. Topf & Shne ist? Bezglich des Versuchs, die tatschliche Kremierungskapazitt der Krematorien festzustellen, darf ich mich doch sehr ber Meyers Vorgehensweise wundern, die leider nur allzu typisch ist fr das, was Robert Faurisson Papierhistoriker genannt hat. Denn Meyer greift zur Feststellung physikalischtechnischer Werte nicht etwa auf die freiwillig gemachten Aussagen kompetenter Experten zurck in Hamburg gibt es auch heute noch Krematorien, betrieben von Fachleuten! , sondern er verwendete Aussagen von Leuten, die entweder keine Experten in Kremierungstechnologien waren (die Zeugen H, Wetzler, Tauber, Schultze), und/oder deren Aussage in Situationen des Zwangs zustande kamen (H, Sander, Prfer, Schultze). Und schlimmer noch: Er unterzieht diese Aussagen keinerlei Kritik, was aber angesichts der notorischen Unzuverlssigkeit von Augenzeugen insbesondere in diesem Themenbereich der Zeitgeschichte unabdingbar ist. Das ist keine Verfahrensweise, die das Etikett wissenschaftlich verdient. Da hilft es auch nicht, wenn sich Meyer damit verteidigt, Carlo Mattogno habe die Aussagen der vom KGB verhrten Topf-Ingenieure ja auch zitiert.12 Man kann die unter zweifelhaften Umstnden entstandenen Aussagen von Experten durchaus zitieren, um damit anderweitig erworbene, zuverlssige wissenschaftliche Erkenntnisse zu unterstreichen, wie es Mattogno tut. Man kann sie aber eben nicht isoliert als verllichen Beweis fr irgend etwas herausstellen. Es mutet auch seltsam an, da Meyer sich in der Frage der Krematoriumskapazitt nicht auf Carlo Mattogno und Franco Deana bezieht, auf die er sonst doch recht groe Stcke hlt. Er zitiert sie zwar in anderem Zusammenhang, nicht aber hinsichtlich der Krematoriumskapazitten. Wenn ihm die Ergebnisse Deanas und Mattognos mifallen, so steht es ihm frei, sie durch bessere Arbeiten kompetenterer Fachleute zu widerlegen. Diese Fachstudie durch zweifelhafte Zeugenaussagen ersetzen zu wollen, grenzt aber ans Lcherliche. Die von ihm auf diese Weise herbeigeschtze maximale Kapazitt der Auschwitzer Krematorien benutzt Meyer dann, um seine revidierte Opferzahl von Auschwitz zu ermitteln. Aber auch das ist methodisch unzulssig. Um zu erkennen, was fr ein hanebchenes Argument das ist, darf ich ein platisches Beispiel anfhren. Danach htte ich gestern mit meinem Kchenmesser etwa 1,000 Menschen ermordet, denn ungefhr da liegt die Maximalka19

J.-C. Pressac, Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, Mnchen 1994, S. 103.

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pazitt desselben. Meyer schreibt nicht etwa: wegen dieser Kapazitt knnen in diesem Zeitraum unmglich mehr Menschen verstorben sein, als, sondern er setzt die von ihm geschtzte theoretische Maximalkapazitt einfach mit der Opferzahl gleich. Aber damit hren Meyers methodische Schwchen noch nicht auf. Gleich zu Anfang seines Artikels schreibt er: Hier kann nicht vertieft werden, da die vorhandenen Belege, nmlich Dokumente ber eine Nachrstung der ursprnglich dafr nicht errichteten Bauten (zum Beispiel mit Einwurfschchten und Gasprfgerten) zum Vergasungskeller sowie die einschlgigen Zeugenaussagen eher auf Versuche im Mrz/April 1943 deuten, die Leichenkeller nach Fertigstellung der Krematorien im Frhsommer 1943 fr den Massenmord einzusetzen. Das milang offenbar, weil die Ventilation kontraproduktiv war3 und die erwarteten Massen an Opfern in den folgenden elf Monaten nicht eintrafen.4 Der tatschlich begangene Genozid fand wahrscheinlich berwiegend in den beiden umgebauten Bauernhusern auerhalb des Lagers statt. (S. 632) Diese drei Stze lesen sich so, als meine Meyer, Dokumente und die einschlgigen Zeugen wrden darauf hindeuten, es habe lediglich Versuche gegeben, die Leichenkeller der Krematorien als Gaskammern umzursten, der Ort des Schreckens sei aber tatschlich woanders gewesen. Einen Beweis dafr fhrt er ausdrcklich nicht an. Erst in seiner Email an mich verweist er pauschal auf jene kriminellen Spuren Pressacs, wobei ihm offenbar entgangen ist, da diese kriminellen Spuren gar nicht das beweisen, was er und Pressac damit behaupten wollen.20 Tatschlich widerspricht er mit seiner Angabe so zentralen und berhmten Zeugen von Auschwitz wie z.B. Henryk Tauber, Miklos Nyiszli und Filip Mller. Erst in seiner Reaktion auf eine Vorfassung dieses Artikels meint Meyer, seine Behauptungen wrden durch die Beobachtungen des wichtigsten Zeugen Henryk Tauber gesttzt, gibt aber nicht an, welche Beobachtung Taubers er meint.12 Tatschlich berichtet Tauber jedoch zum Beispiel davon, da die angebliche Gaskammer im Krematorium II im Sommer und Herbst 1943 in regem Betrieb war.21 Tauber berichtet auch von einer ununterbrochenen Vernichtungsaktivitt bis zum Herbst 1944 und natrlich von den b20 21

Zusammenfassend: G. Rudolf, aaO. (Anm. 14), mit weiteren Verweisen. At the end of 1943, the gas chamber was divided in two []; These fittings [Bnke, Kleiderhaken, falsche Duschkpfe] were not installed until autumn 1943, J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, The Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 484.

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lichen insgesamt vier Millionen Opfern.22 Nichts in Taubers Aussage weist darauf hin, die angeblichen Vergasungen in den Krematorien seien nach anfnglichen Versuchen aufgegeben worden. Da Taubers Aussage technisch Unmgliches berichtet bis zu acht Leichen pro Muffel, flammenschlagende Kamine, selbstbrennende Leichen, Frauenleichen zum Anznden anderer Leichen, Ansammlungen kochenden Menschenfetts23 , steht auf einem ganz anderen Blatt und beweist, da dieser Zeuge bezglich seiner Angaben zur angeblichen Massenvernichtung nichts weiter ist als ein vulgrer Lgner, mit dessen Aussagen man fr sich alleine betrachtet gar nichts beweisen kann, auch nicht irgend welche Meyerschen Thesen. Zu den beiden anderen von mir angefhrten Zeugen lt Meyer in seiner Antwort Erstaunliches verlautbaren, hlt er doch Miklos Nyiszlis Buch mit seinen extremen Angaben fr offenkundig redigiert und Filip Mllers Bericht fr einen Roman was freilich die Glaubhaftigkeit von Aussagen, die diese Zeugen anderweitig machten (IMT, Frankfurter AuschwitzProze), in Meyers Augen nicht verringert.12 Warum verffentlicht er solche immensen Eingestndnisse nicht in seinem Artikel, sondern in Emails, die abzudrucken er dann verbietet? Und wie kann er angesichts solcher eingestandener Unzuverlssigkeiten von Zeugenaussagen berhaupt rechtfertigen, auf eben diesen oder hnlichen Aussagen eine zuverlssige historische Aussage aufbauen zu wollen? Hinsichtlich der Zeugenaussagen kann sich Meyer ja nun wirklich nicht auf Unwissenheit zurckziehen, zumal er Jrgen Grafs Buch ber die wichtigsten Auschwitz-Zeugen selbst zitiert hat. In seiner Email an mich listete er dann auch eine ganze Reihe von Zeugen auf, auf die er sich sttzt (ohne Quellenangabe),24 was darauf hinweist, da er wei, wovon er schreibt. Aber warum zitierte er seine Beweise nicht da, wo sie vonnten gewesen wren, nmlich in seinem Artikel? Sie in einer privaten, nicht publizierbaren Liste zu verstecken, hilft niemandem.

22 23 24

Ebenda, S. 500f. Vgl. dazu meine Kritik im Beitrag Vom Paulus zum Pseudo-Saulus in diesem Buch. Brder Dragon, Feinsilber, Langfuss, Lewental, Buki, Benroubi, Brder Gabarz, Tabeau, Lettich, Nyiszli, Gulba, Wisorka, Wohlfahrt, Puchala, Bila, Wolken, Plastura, Porebski, Paisikovic, Eisenschmidt, Rosin, Schellekes, Hejblum; SS: H, Aumeier, Kremer, Mnch, Broad, Bck, Hlblinger, Lorenz, Hradil, Kaduk. Jrgen Graf wird auf diese Meyerschen Beweis-Aussagen in den VffG zurckkommen.

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Meyers inhaltliche Schwchen


Meyers naive Akzeptanz Tauberscher Absurditten, die Meyers Thesen eben nicht sttzen, habe ich bereits angeschnitten. Einen weiteren sachlichen Fehler begeht Meyer, wenn er als Argument fr das Scheitern der Umrstung der Leichenkeller in Funote 3 anfhrt: 3 Die Entlftungsffnungen lagen in Bodenhhe, whrend das ZyklonGas nach oben steigt, wo sich die Belftungsschchte befanden; JeanClaude Pressac in: Beate Klarsfeld Foundation (Hrsg.): Auschwitz Technique and operation of the gas chambers. New York 1989. S. 288f. (S. 632) Hier hat ein naturwissenschaftlich-technisch Unwissender vom anderen abgeschrieben. Seit 1993 habe ich immer wieder offenbar erfolglos darauf hingewiesen, da der Dichteunterschied zwischen Luft und Blausuredmpfen vernachlssigbar ist.25 Aber selbst wenn es wahr wre, ist Meyers Argument ein bichen dnn, um zu begrnden, da die bisherigen Hauptmordsttten des Holocaust das absolute Zentrum in der Geographie der Grausamkeiten, wie Prof. van Pelt es ausdrckte26 nunmehr zum alten Eisen gelegt werden. Meint er wirklich, die SS htte sich angesichts der sicherheitstechnischen Probleme, die der fliebandartige Massenmord mit Blausure mit sich gebracht htte, mit der Frage befat, ob die giftgasschwangere Luft unten oder oben im Raum abgesaugt werden soll? Doch damit noch nicht genug. Wie bereits erwhnt, fhrt Meyer fort: Der tatschlich begangene Genozid fand wahrscheinlich berwiegend in den beiden umgebauten Bauernhusern auerhalb des Lagers statt. (S. 632) Kann mir jemand verraten, warum die angeblichen Bunker fr den Massenmord besser geeignet gewesen sein sollen als die Leichenkeller der Krematorien II und III mit ihrer angeblich falsch herum eingebauten Lftung, obwohl die Bunker nach dokumentarischer Beweislage und den Zeugen zufolge berhaupt keine Lftungsanlage besaen? In seiner Antwort an mich meinte Meyer, laut Aussage des ehemaligen Lagerkommandanten Aumeier habe es im Bunker II sehr wohl eine Lftungsanlage gegeben.12 Das Problem mit der Aussage Aumeiers ist aber eben die gleiche wie mit all den von Meyer zitierten Aussagen: sie ist unzuverls25

26

Zuletzt in der Neuausgabe meines Gutachtens, G. Rudolf, aaO. (Anm. 14), S. 105; vgl. die Erstausgabe: R. Kammerer, A. Solms, aaO. (Anm. 14), S. 37f. Aussagen van Pelts in Errol Morris Dokumentarfilm ber Fred Leuchter, uraufgefhrt im Januar 1999 whrend des Sundance Film-Festivals in Park City (Utah, USA): Mr. Death: The Rise and Fall of Fred A. Leuchter, Jr., 1:00:00.

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sig, ber weite Bereiche faktisch falsch, und im Falle Aumeiers zudem unter Druck zustande gekommen.27 Doch selbst wenn Aumeier recht htte, so htte es sich dabei allerhchstens um provisorische Anlagen handeln knnen. Unter keinen Umstnden wren provisorisch umgebaute Bauernhuser fernab effektiver Kremierungsfen den Leichenrumen der Krematorien technisch berlegen gewesen. Meyers Argumentation ist daher nicht nur vllig unfundiert, sondern zudem absurd. Objektiv betrachtet ist Meyer freilich mit seinen Feststellungen bezglich der Krematorien nicht vllig auf dem Holzweg. Tatschlich waren die Lftungsanlagen in den Krematorien II und III lediglich fr Leichenkeller geeignet, nicht aber fr Giftgasmassenvergasungskeller und auch nicht fr Entlausungen. Der Grund dafr ist allerdings nicht ihre falsche Lftungsrichtung, sondern schlicht und einfach ihre zu geringe Leistungsfhigkeit.28 Aufgrund der Gefhrlichkeit von Blausure wre daher nachvollziehbar, wenn deren Anwendung nach Mglichkeit in Gebude verlegt wurde, die sich auerhalb des eigentlichen Lagers befanden, eben in jene sogenannten Bunker. Dies erscheint allerdings nur fr Entlausungen plausibel,29 zumal die Handhabung Hunderter oder gar Tausender mit Giftgas gesttigter Leichen in solchen provisorischen Anlagen fernab effektiver Kremierungsfen kaum zu berwindende Probleme bereitet htte. Das wre die korrekte Art der Argumentation gewesen. Als Belege fr die Existenz der Vergasungsbunker zitiert Meyer anschlieend die bereits weiter oben zitierte Funote fnf: 5 Corriere della Sera, 20.11.2001. Le Monde, 20.11. 2001. dpa. 19.11.2001 Hinzufgen knnte man noch die Bild-Zeitung vom 20.11.2001, die die gleiche Meldung verffentlichte. Methodisch betrachtet ist uerst fragwrdig, sich berhaupt auf Meldungen in Tageszeitungen zu sttzen, zumal Journalisten hufig recht oberflchlich und verzerrt berichten. Man stelle sich nur vor, was alles als wahr zu gelten htte, wenn man alles, was in der Bild-Zeitung geschrieben steht, ernst nhme! ber Fundamente dessen, was Meyer als Bunker I bezeichnet, wird in den von ihm zitierten Zeitungsartikeln aber gar nicht berichtet, sondern ber ein bestehendes Wohnhaus, das ein Forscher des Mailnder Zeitgenssischen
27 28

29

Vgl. dazu meine Ausfhrungen in Der Pseudo-Architekt in diesem Buch auf S. 325. C. Mattogno, Auschwitz: Das Ende einer Legende, in: Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995, S. 133-135 ([Link]/D/anf/[Link]). Erstmalig angesprochen von H.J. Nowak, Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz, VffG 2(2) (1998), S. 87-105.

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Jdischen Dokumentationszentrums als den ehemaligen Bunker I identifiziert haben will flschlich, wie Carlo Mattogno in einer detaillierten Studie nachgewiesen hat.30 Meyer hat hier offenbar etwas verwechselt, denn eine Abbildung von Fundamenten eines auerhalb des Lagers Birkenau gelegenen ehemaligen Gebudes mit zur Zeit unbekannter Geschichte wurde bereits 1989 von J.-C. Pressac verffentlicht. Pressac hlt diese Fundamente allerdings fr berreste des sogenannten Bunker II, nicht des Bunker I.31 Es bleibt daher festzustellen, da es weiterhin vom Bunker I keine materiellen Spuren gibt, was freilich nicht bedeutet, da es ein derartiges Gebude mit zunchst unbekanntem Verwendungszweck nicht gegeben hat. Ein weiterer inhaltlich interessanter Aspekt von Meyers Artikel ist der Umstand, da in ihm kein Wort erwhnt wird ber die von den Augenzeugen genannten Freilufteinscherungen in tiefen Gruben bei den von Meyer so hochgeschtzten Bunkern. Meyer erwhnt lediglich nebenbei: Laut H wurden 107 000 Leichen aus den Massengrbern bis Ende November 1942 auf Scheiterhaufen verbrannt.21 Pressac bestreitet diese Zahl, er zhlt 50 000.22 Da bislang ungeklrt, nicht einmal als Problem erkannt ist, wo die Opfer des besonders exzessiven Gasmords im Winter 1942/43 bis zur Inbetriebnahme der Krematorien verblieben sind, kann mit Fug angenommen werden, auch 57 000 der 100 000 vom Dezember 1942 bis Mrz 1943 in Auschwitz angekommenen Opfer ohne Registrierung seien unter freiem Himmel verbrannt worden und H habe sie in seine Angabe einbezogen. Ohne die (auf Scheiterhaufen verbrannten) Opfer der Ungarn-Aktion [] (S. 636) Meyer hat recht: Die Frage, wo denn die Opfer der angeblichen, vor der Fertigstellung der Krematorien und whrend der Ungarn-Aktion begangenen Morde eingeschert worden sind, wurde von der etablierten Geschichtsschreibung als Problem bisher noch nicht erkannt, aber auch Meyer erkennt die volle Tragweite dieses Problems nicht. Tatsache ist eben, da die Zeugen von tiefen Verbrennungsgruben berichten, und da die Verbrennung in tiefen Gruben wegen des hohen Grundwasserstandes in Birkenau eben technisch unmglich war.32 Zudem hat John Ball schon 1992 anhand alliierter Luftbilder nachgewiesen, da es whrend der angeblichen sogenannten Un30

31 32

Carlo Mattogno, Die Entdeckung des Bunkers 1 von Birkenau: alte und neue Betrgereien, VffG 6(2) (2002), S. 139-145. J.C- Pressac, aaO. (Anm. 21), S. 176. Vgl. dazu Michael Grtner, Werner Rademacher, Grundwasser im Gelnde des KGL, VffG , 2(1) (Mrz 1998) S. 2-12; Carlo Mattogno, Verbrennungsgruben und Grundwasserstand in Birkenau VffG 6(4) (2002), S. 421-424.

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Mensch Meyer!

garn-Aktion eben keine derartigen Freiluftverbrennungen gab weder auf Scheiterhaufen noch in Gruben.33 Meyers Verlagerung des Massenmordes in die sogenannten Bunker macht das von ihm benannte Problem nur noch grer. Zu dessen Lsung aber trgt Meyer nichts bei, im Gegenteil: Er verschleiert die Lsung, indem er wieder einmal die Quellen inhaltswidrig darstellt: aus Verbrennungsgruben macht er Scheiterhaufen. Auch zur hei umstrittenen Frage der angeblich in der Decke der Leichenkeller 1 der Krematorien II und III vorhanden gewesenen Zyklon-BEinwurflcher macht Meyer eine ebenso dogmatische wie unfundierte Behauptung: Dann verbissen sich die beiden [Irving und van Pelt] in die Frage, ob die im Zuge der Umrstung des Leichenkellers nachtrglich in dessen Decke geschlagenen ffnungen zum Einwurf von Zyklon B heute noch sichtbar seien oder nicht (sie sind es, was van Pelt noch nicht wute). (S. 633) Diese Frage ist von derart zentraler und zugleich materieller, das heit durch Sachargumente lsbarer Natur, da sie eines der Hauptthemen Meyers htte sein mssen, wenn er an Fakten interessiert wre. Aber nein, Meyer stellt dazu lediglich eine Behauptung in Klammern auf. Es kann daher nicht wundern, da Meyer mit seiner Behauptung vllig falsch liegt.34 Wre es anders, htte man wohl Argumente erwarten knnen.

Die Opferzahlen
In einem 1998 erschienenen kurzen Beitrag ber die Entwicklung der Opferzahlen von Auschwitz hat Walter Lftl die weitere Senkung dieser Zahl in naher Zukunft vorausgesagt.35 Er mag zwar bezglich der Geschwindigkeit dieser Reduzierung etwas zu optimistisch gewesen sein, aber in der Tendenz hatte er sicher recht, denn Meyer kommt in seinem Beitrag zu folgender Aussage:

33

34

35

J. Ball, Air Photo Evidence, Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor, Bergen Belsen, Belzec, Babi Yar, Katyn Forest, Ball Resource Service Ltd., Delta, B.C., Canada 1992 (online: [Link]). Da hilft es auch nichts, da er in seiner Email an mich meint, Die Lcher in der Betondecke sind nun einmal sichtbar. Vgl. dazu z.B. die Neuauflage meines Gutachtens, aaO. (Anm. 14), S. 78-93; neuer die Diskussion von C. Mattogno, Keine Lcher, keine Gaskammer(n), VffG 6(3) (2002), S. 284-304; ders., Die Einfllffnungen fr Zyklon-B, 2 Teile, VffG 8(3) (2004), S. 267-290. Thomas Ryder (=Walter Lftl) Die Formel der Wahrheit, VffG 2(3) (1998), S. 204f.

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Diese berlegungen fhren hier zu dem Ergebnis, da in Auschwitz eine halbe Million Menschen ermordet wurden, davon etwa 356 000 im Gas. Nach einem kurzen Hinweis, da die bei Kriegsende propagierte VierMillionen-Zahl ihren Ursprung in sowjetischer Propaganda hatte, geht Meyer detailliert auf die Aussagen von Rudolf H ein, dem ehemaligen Kommandanten von Auschwitz. ber dessen Behandlung durch seine britischen Gefngniswrter berichtet Meyer: Nach drei Tagen Schlafentzug, gefoltert, nach jeder Antwort verprgelt, nackt und zwangsweise alkoholisiert, war die erste Vernehmung unter schlagenden Beweisen zustande gekommen. So berichtete auch H selbst: Was in dem Protokoll drin steht, wei ich nicht, obwohl ich es unterschrieben habe. Doch Alkohol und Peitsche waren auch fr mich zuviel. Er zeichnete um 2.30 Uhr nachts mit angestrengter Unterschrift diese Stze: In Auschwitz selbst sind meiner Schtzung nach cca [sic] 3 000 000 Menschen ums Leben gekommen. Schtzungsweise nehme ich an das [sic] davon 2 500 000 vergast worden sind. (S. 639f.) Anschlieend geht Meyer detailliert auf die diversen Foltern ein, denen H ausgesetzt war, und weist nach, da die von H angegebenen Zahlen unmglich stimmen knnen. Es wre anstndig gewesen, wenn Herr Meyer diejenigen, die zuerst ber die Folter von H und die Unmglichkeit seiner Angaben berichtet haben, korrekt zitiert htte. Das gebietet die wissenschaftliche Redlichkeit. Nur weil man A.R. Butz, W. Stglich und R. Faurisson nicht leiden kann, hat man noch lange nicht das Recht, akademische Gepflogenheiten zu miachten.36 Da die Grundlage der Meyerschen Opferzahlen nichts weiter sind als unwissenschaftliche Spekulationen, gehe ich hier auf die Frage gar nicht erst ein, ob Meyer recht hat oder nicht. Ganz im Stile seines Beitrages beendet Meyer seinen Artikel auch wieder mit einer politischen Parole: Dieses Ergebnis relativiert nicht die Barbarei, sondern verifiziert sie eine erhrtete Warnung vor neuem Zivilisationsbruch. Verifiziert hat Meyer nicht die NS-Barbarei, sondern die in Sachen Auschwitz herrschende Historiker-Barbarei, die wissenschaftliche Grundregeln

36

Meyer, erwhnt zwar Stglichs Skeptizismus in Sachen H er nennt ihn flschlich Ernst Stglich sowie den Titel seines Buches, jedoch ohne die blichen Quellenangaben (Ort, Jahr, Seite). Butz und Faurisson werden gar nicht erwhnt.

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Mensch Meyer!

nach Krften miachtet. Auch dieser Zivilisationsbruch mu erst noch berwunden werden.

Zusammenfassung
In seinem Beitrag hat Meyer die Auschwitz-Opferzahlen erneut reduziert und im Prinzip die Krematorien von Birkenau als Massenmordsttten aufgegeben. Er hat erstmals revisionistische Quellen zitiert und als zumindest teilweise richtig anerkannt. Darber hinaus hat er die Tatsache, da Auschwitz-Kommandant H gefoltert wurde, ffentlich als richtig anerkannt und dessen offensichtlich falsche Angaben in Zweifel gezogen. In seinem privaten Schreiben hat Meyer zudem die hochgerhmten Bcher der oft als Kronzeugen zitierten Miklos Nyiszli und Filip Mller als berarbeitet bzw. als Roman charakterisiert und die Arbeiten von Mattogno erneut als annehmbar bezeichnet. Fr die Zukunft darf man also hoffen. Es bewegt sich doch etwas! Angesichts der vielen methodischen wie inhaltlichen Mngel wirkt es allerdings schon komisch, wenn Meyer uns Revisionisten in seiner Funote 19 vorwirft, uns seien die in dieser [seiner] Studie vorgetragenen Gesichtspunkte aber entgangen [].37

37

Nach Lektre der Vorfassung dieses Beitrages meinte er gar, ich sei verstndlicherweise zornig, da die Nationalzeitung seine Studie zur Wahrheit erklrt und damit den Revisionisten eine Niederlage bereitet habe (aaO., Anm. 12). Als ob uns Revisionisten die Polemiken der rechten Regenbogenpresse interessieren.

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Indizes

Personenindex
Eintrge aus Funoten sind kursiv gesetzt.
A
Adler, Hans G.: 189 Aedtner: 96 Alich, M. Andrew: 187 Amery, Jean: 72 Annthon, Gnter: siehe G. Deckert Arad, Yitzhak: 41, 266 Arendt, Hannah: 167 Aretz, Emil: 73 Aschenauer, Rudolf: 166 Auerbach, Hellmuth: 10, 12, 16, 17, 18, 21, 24, 26, 27, 69, 79 Auerbach, Rachel: 266 Augstein, Rudolf: 128 Aumeier, Hans: 325, 326, 359, 360, 361 Aynat, Enrique: 190 Bailer-Galanda, Brigitte: 10, 24, 135, 138, 185, 191, 195, 196, 197, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 215 Ball, John Clive: 140, 150, 155, 195, 196, 227, 233, 362, 363 Baretzki, Stefan: 101 Baron, Frank: 356 Bastian, Till: 12, 71, 75, 80, 81, 82, 87, 88, 89, 90, 97, 98, 99, 100, 102, 103, 104, 105, 106, 107, 111, 257, 273, 274, 275, 276 Bauer, Max: 162 Bauer, Yehuda: 259, 265 Baum, Bruno: 333 Baynac, Jacques: 263 Becher, Kurt: 151 Becker, August: 149 Beer, A.M.: 150 Belgion, Montgomery: 44 Bendel, Charles Sigismund: 62, 153, 189 Bender, Rolf: 134 Benroubi, Maurice: 359 Benz, Wolfgang: 10, 27, 41, 69, 73, 74, 103, 111, 138, 139, 156, 191, 192, 193, 194, 195, 197, 224, 225, 226 Berenbaum, Michael: 295, 303 Berg, Friedrich Paul: 43, 56, 156, 160, 205, 207, 208, 209, 210, 211, 212, 213, 271, 318, 353 Bernfus, Erich: 42, 310, 321 Bestic, Alan: 313, 333 Bila, Daniel: 359 Bischoff, Karl: 59, 320, 330, 336, 355 Bock, Ludwig: 15, 16, 17, 18, 163 Bck, Richard: 56, 80, 81, 82, 83, 101, 102, 189, 359 Boger, Wilhelm: 101 Bohlinger, Roland: 148, 149 Bonhoeffer, Karl: 79 Bormann, Martin: 150 Braker, William: 281 Brauner, Arthur: 181 Brecht, Berthold: 75 Breitman, Richard: 260 Breymesser, Hermann: 42, 310, 321 Bringmann, Fritz: 41 Broad, Pery S.: 38, 62, 73, 80, 83, 84, 85, 86, 87, 101, 102, 189, 194, 332, 333, 359 Brodnietwisch, Bruno: 72 Broszat, Martin: 79, 87, 88,

B
Bcker, Knud: 314, 333 Backes, Uwe: 10, 52 Baer, Richard: 81 Bailar, John C.: 187 Bailer, Josef: 10, 12, 27, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 204, 205, 206, 207, 208, 209, 210, 212, 213, 214, 215, 216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224, 234, 235, 290, 323

367

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen 89, 165, 189 Brugioni, Dino A.: 318 Bhler, Josef: 141 Buki, Milton: 359 Burba, Manfred: 266 Burg, Josef G.: siehe Ginsburg, Josef Burgess, F.: 212 Burhoff, Detlef: 15 Buszko, Jozef: 189, 190 Butler, Rupert: 54, 87, 165, 260 Butz, Arthur R.: 37, 165, 254, 260, 262, 344, 364 Des Pres, Terrence: 72 Diamond, Jack: 307 Distel, Barbara: 41 Domarus, Max: 146 Donat, Alexander: 273 Dpfner, Julius Kardinal: 74 Dragon, Szlama: 62, 311, 332, 359 Dreen, Willi: 41, 79 Duda, Walter H.: 293 Dunin-Wasoswicz, Krzysztof: 41 Dwork, Deborah: 111, 303, 315 Dylewski, Klaus: 101 108, 109, 110 Florstedt, Hermann: 174, 264 Forth, Wolfgang: 43, 205, 206, 207, 208, 209, 210, 313 Fraenkel, Heinrich: 143 Frank, Anne: 191 Frank, Hans: 141, 142 Frei, Nobert: 41 Frey, Gerhard: 75, 78 Friedlnder, Saul: 75 Fuchs, H. H.: 92 Furet, Franois: 129, 180

C
Camon, Ferdinand: 80 Capesius, Viktor: 101 Cavendish-Bentinck, Victor: 157 Chelain, Andr: 210 Chevallaz, Georges-Andr: 9 Choumoff, Pierre-Serge: 41 Christmann, Carl Hermann: 281 Christophersen, Thies: 8, 73 Chr ciewicz, T.: 266 Citron, Sabina: 75 Cole, David: 250 Corino, Karl: 150 Countess, Robert H.: 301 Crowell, Samuel: 338, 344 Czarkowski, Ryszard: 266 Czech, Danuta: 38, 72, 99, 100, 103, 161, 194, 264 Czernin, Wolfgang: 293 Czurda, K.: 125

G
G., Eugeniusz, Zeuge: 266 Gabarz, Elie: 359 Gabarz, Moshe M.: 359 Galilei, Galileo: 91 Grtner, Michael: 33, 57, 63, 85, 362 Gauss, Ernst: 37, 43, 61, 91, 99, 103, 104, 111, 139, 149, 152, 155, 156, 172, 190, 195, 200, 203, 205, 207, 215, 217, 218, 219, 221, 224, 225, 233, 248, 254, 257, 271, 277, 297, 320, 321, 333, 348, 352, (=G. Rudolf) Gavard, Jean: 41 Geiss, Immanuel: 127 Gerhard, Rdiger: 153 Gerner, Manfred: 61, 356 Gerstein, Kurt: 152, 168, 169, 181, 182, 210, 270, 271 Gilbert, Martin: 260, 267, 338 Ginsburg, Josef: 175 Gloxhuber, Christian: 43, 313 Goebbels, Josef: 78, 141, 142, 143 Goeth, Ammon: 264 Golczewski, Frank: 266 Grabert, Wigbert: 52 Graf, Jrgen: 20, 40, 42, 54,

E
Ebeling, Dieter: 123, 124, 125, 126 Edginton, J.A.G.: 212 Ehrenburg, Ilja: 355 Eichmann, Adolf: 95, 166, 167, 259, 265, 273 Einstein, Sergei: 273 Eisenschmidt, Eliezer: 359 Emmerling, E.: 220 Epstein, Joseph: 234, 236, 244 Erich, K.: 101 Ertl, Fritz: 312 Evans, Richard J.: 323, 353

F
Faurisson, Robert: 29, 30, 36, 37, 40, 46, 54, 75, 76, 87, 91, 110, 111, 165, 173, 176, 191, 193, 250, 253, 263, 269, 289, 318, 344, 351, 357, 364 Faye, Jean-Pierre: 41 Feinsilber, Alter: siehe Jankowski, Stanislaw Felderer, Ditlieb: 191 Ferch, Horst: 201, 219 Fischer, Horst: 203 Fischer, Konrad: 248 Flehinger, Gerhard: siehe Fleming, Gerald Fleming, Gerald: 78, 107,

D
Dawidowicz, Lucy: 265, 266, 267 Deana, Franco: 61, 155, 227, 321, 348, 352, 353, 357 Deckert, Gnter: 16, 17, 18, 114 Deckert, Walter: 23, 281 Dejaco, Walter: 312, 329 Demjanjuk, John: 36, 150, 159, 173

368

Indizes 56, 62, 68, 85, 88, 110, 124, 153, 155, 158, 165, 173, 205, 220, 272, 291, 312, 313, 314, 333, 349, 352, 354, 359 Gray, Charles: 33, 279, 305, 306, 309, 323, 324, 327, 328, 329, 330, 331, 332, 333, 335, 336, 338, 339, 340, 342 Green, Richard J.: 11, 283, 284, 285, 286, 287, 288, 289, 290, 291, 292, 293, 294, 295, 296, 297, 298, 299, 300, 321 Grieb, Conrad: 294 Grigorenko, Pjotr: 170 Grossmann, Wassili: 266 Grubach, Paul: 37 Gubala, Wojciech: 25, 135, 231, 232, 243, 251 Gudehus, G.: 125 Gulba, Franciszek: 359 Gutman, Yisrael: 265, 295, 303 Guttenplan, Don D.: 323 Heyne, Johannes: 126, 138 Hilberg, Raul: 132, 265, 267, 344 Hillebrecht, Harald: 120 Himmler, Heinrich: 71, 143, 145, 146, 147, 148, 151, 273 Hinsley, Francis H.: 94, 159 Hitler, Adolf: 78, 79, 84, 110, 128, 129, 137, 146, 150, 152, 158, 191, 213, 249, 250, 251, 254, 258, 259, 262, 269, 274, 299, 349 Hoffmann, Joachim: 191, 273 Hoffmann, Michael A. II.: 333 Hofmann, Hans: 101 Hoggan, David: 150 Hhne, Heinz: 267 Hlbinger, Karl: 189, 359 Holming, Gran: 151 Honsik, Gerd: 74, 75, 104, 166, 189, 319 H, Rudolf: 30, 38, 54, 56, 65, 72, 73, 76, 80, 87, 88, 89, 101, 102, 152, 164, 165, 166, 181, 182, 189, 194, 197, 200, 259, 260, 261, 264, 270, 311, 312, 332, 333, 343, 348, 353, 355, 356, 357, 359, 362, 364, 365 Hobach, Friedrich: 150 Hssler, Franz, SSOberscharfhrer: 90 Httl, Wilhelm: 152, 166, 167 Howe, Ellic: 158 Hradil: 359 331, 332, 334, 335, 338, 339, 340, 341, 342, 343, 344, 345, 346, 352, 353, 363

J
Jckel, Eberhard: 139, 150, 156, 168, 181, 266 Jagschitz, Gerhard: 74, 104, 105, 166, 189, 203, 226, 319 Jhrling, Rudolf: 339 Jankowski, Stanislaw: 311, 314, 332, 333, 342, 343, 359 Jesse, Eckhard: 10, 52 Jochmann, Werner: 146 Johnson, M.F.: 187 Johnson, Thomas T.: 192 Jordan, Claus: 226

K
Kaduk, Oswald: 101, 359 Kaltenbrunner, Ernst: 143, 144 Kammerer, Rdiger: 17, 37, 197, 201, 214, 218, 221, 223, 226, 230, 276, 281, 289, 293, 308, 322, 354, 360 Kape, J.M.: 23, 113 Karski, Jan: 157, 158 Kellerhoff, Sven Felix: 349 Kern, Erich: 73 Ketcham, Katherine: 173 Kinna, Heinrich: 330, 331 Kitt, Hauptsturmfhrer: 272 Klarsfeld, Serge: 29, 30, 97 Klehr, Josef: 101 Klein, Hans Heiko: 10, 11 Knabe, Gerd: 191 Kniesmeyer, Joke: 41 Koch, Karl: 174, 264 Kogon, Eugen: 41, 45, 49, 189 Khler, Manfred: 29, 91, 130, 152, 166, 171, 226, 333, (= G. Rudolf) Korotych, Vitaly: 267

H
Hberle, Wolfgang: 37 Habermas, Jrgen: 128 Hackett, David E.: 190, 314 Hhnle, Otto: 293 Haulot, Arthur: 264 Hausner, Gideon: 41 Haworth, D.T.: 187 Heepke, Wilhelm: 320 Heine, Heinrich: 12 Hejblum, Samuel: 359 Henschler, Dietrich: 43, 205, 206, 313 Herodot: 182 Herrmann, Hajo: 34, 117, 175 Herzl, Theodor: 128 Herzogenrath-Amelung, Gnther: 16, 26, 27 He, Rudolf: 79, 100 Heydrich, Reinhard: 141, 179

I
Irmscher. Richard: 43, 294 Irving, David: 54, 75, 76, 78, 87, 144, 156, 165, 167, 279, 282, 299, 301, 304, 305, 306, 307, 322, 323, 324, 325, 326, 327, 330,

369

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen Kosiek, Rolf: 127 Krakowski, Schmuel: 41 Kramer, Josef: 44 Kraus, Ota: 314 Krausnick, Helmut: 267 Krauss, Ota: 314, 333 Kremer, Johann Paul: 71, 72, 73, 75, 80, 89, 90, 91, 101, 102, 359 Kremer, Tibre: 265 Kretschmer, Werner: 161, (= G. Rudolf) Kula, Michal: 65, 295, 312, 313, 315 Kulaszka, Barbara: 105, 157, 282 Levi, Primo: 72, 80, 81, 270 Lewenthal, Salmen: 190, 359 Lichtenstein, Heiner: 99 Lill, K.: 189 Lingens-Reiner, Ella: 189 Lipstadt, Deborah E.: 192, 193, 195, 261, 279, 283, 304, 305, 306, 322, 323, 324, 330, 340, 344, 345, 352 Loftus, Elizabeth: 173 Longerich, Peter: 139, 144 Lorenz, Eduard: 359 Lftl, Walter: 104, 183, 203, 204, 205, 206, 207, 210, 215, 226, 284, 297, 320, 363 ukaszkiewicz, Zdzis aw: 266 348, 349, 352, 353, 355, 356, 357, 361, 362, 363, 365 Mayer, Arno J.: 174, 262 McCarthy, Jamie: 286 Meinecke, Albert: 121, 122, 123 Mendelsohn, John: 89 Mermelstein, Mel: 192, 193 Metz, Zelda: 266 Meyer, Fritjof: 12, 88, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353, 354, 355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365 Michailow, A.: 170 Mills, E.C.: 23, 113 Moeschlin, Sven: 44, 313 Mohler, Armin: 130 Mller, Horst: 129 Moltke, Hellmuth Graf von: 144 Mordowicz, Czeslaw: 62 Morgen, Konrad: 101 Morris, Errol: 279, 282, 302, 360 Morudshenko, Major: 356 Moses: 301 Mossman, Allen L.: 281 Mller, Filip: 54, 62, 65, 153, 156, 189, 272, 311, 314, 333, 358, 359, 365 Mller, Ottward: 169 Mullin, Kate: 315 Mnch, Hans: 190, 359

L
Labedz, Jerzy: 25, 135, 231, 232, 243, 251 Lachout, Emil: 137, 138, 258 Lagace, Ivan: 105 Lamker, Hans: 350 Langbein, Hermann: 38, 41, 84, 100, 189, 194, 203, 333 Laqueur, Walter: 158, 260 Lasek, Wilhelm: 138 Laternser, Hans: 99 Lautern, Mark: 144 Lehner, Dieter: 36, 150 Lenard, Philip: 91 Lengyel, Olga: 314 Lenski, Robert: 105 Leston, Dennis: 307 Lettich, Andr: 62, 190, 359 Leuchter, Fred A.: 9, 10, 16, 17, 18, 19, 20, 37, 40, 44, 45, 46, 49, 53, 54, 55, 56, 57, 60, 61, 63, 64, 66, 67, 69, 75, 76, 77, 78, 106, 107, 113, 136, 183, 185, 186, 187, 189, 196, 216, 222, 229, 230, 233, 234, 236, 237, 244, 255, 275, 279, 282, 283, 284, 290, 296, 302, 305, 307, 309, 334, 344, 345, 360

M
Maier, D.: 125 Manstein, Erich von: 140 Manvell, Roger: 143 Marais, Pierre: 110 Marketsch, Engelbert: 72 Markiewicz, Jan: 11, 25, 135, 229, 230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 242, 243, 251, 253, 254, 255, 299, 300, 323, 345 Marsalek, Hans: 41 Martens, Ekkehard: 257 Martin, Sigmund P.: 15, 163 Maser, Werner: 191, 349 Mattogno, Carlo: 12, 20, 22, 31, 33, 36, 37, 40, 42, 54, 55, 57, 61, 62, 63, 65, 68, 85, 94, 96, 124, 135, 137, 142, 143, 148, 154, 155, 156, 158, 165, 168, 170, 173, 174, 183, 190, 200, 205, 220, 227, 259, 268, 271, 272, 289, 291, 295, 303, 311, 313, 317, 320, 321, 322, 324, 325, 326, 330, 336, 341, 343, 344,

N
Nack, Armin: 134 Napoleon: 130, 132 Naumann, Bernd: 86, 100, 189 Nellessen, Bernd: 267 Neufert, Ernst: 319 Neugebauer, Wolfgang: 10, 138, 191, 224, 225, 226 Neumaier, Arnulf: 172, 227 Ney, Johannes Peter: 148, 149, 226 Nolte, Ernst: 12, 87, 127,

370

Indizes 128, 129, 130, 131, 132, 133, 134, 136, 137, 138, 139, 140, 141, 142, 143, 144, 145, 146, 148, 149, 150, 151, 152, 153, 155, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 162, 164, 165, 166, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 178, 179, 180, 182, 272, 273, 353 Nowak, Hans Jrgen: 60, 350, 361 Nyiszli, Miklos: 153, 156, 176, 189, 311, 314, 333, 338, 358, 359, 365 Pingel, Falk: 41 Pinsky, Mark I.: 193 Piper, Franciszek: 265, 349 Piper, Michael: 193 Plastura: 359 Pohl, Oswald: 144 Poirier, Robert G.: 318 Poliakov, Lon: 190, 265 Ponsonby, Arthur: 157 Porebski, Henryk: 359 Posner, Vladimir: 267 Post, Walter: 191 Postel-Vinay, Anise: 41 Pressac, Jean-Claude: 10, 11, 18, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 54, 59, 60, 68, 77, 84, 90, 96, 98, 106, 108, 109, 155, 175, 176, 177, 181, 190, 193, 194, 195, 197, 198, 199, 200, 204, 250, 269, 270, 295, 303, 304, 311, 312, 316, 319, 328, 329, 333, 337, 340, 356, 357, 358, 360, 361, 362 Prfer, Kurt: 314, 320, 355, 356, 357 Puchala, Jozef A.: 359 Puntigam, Franz: 42, 310, 321 Py, Edward: 189 Renk, Brian A.: 138 Reuth, Ralf Georg: 142 Rieger, Jrgen: 15, 163 Rbert: 293 Rder, Susanne: 134 Rgner, Adolf: 81, 97 Rohwer, Jrgen: 181 Roques, Henri: 18, 168, 210, 271 Rosenberg, Walter: siehe Vrba, Rudolf Rosenthal, Ludwig: 166, 189 Rosin, Arnost: 62, 359 Roth, Heinz: 74, 166 Roth, James: 11, 279, 280, 281, 282, 323, 334 Rothe, Wolf Diter: 148 Rozek, Edward J.: 157 Rckerl, Adalbert: 41, 189, 261 Rudolf, Germar: 7, 8, 9, 10, 12, 16, 19, 29, 31, 37, 38, 43, 46, 49, 56, 57, 81, 82, 86, 97, 103, 116, 117, 118, 119, 123, 129, 130, 134, 136, 142, 150, 152, 153, 155, 160, 161, 167, 171, 180, 183, 186, 190, 196, 200, 201, 213, 214, 215, 216, 218, 219, 221, 222, 224, 225, 231, 233, 234, 236, 243, 244, 245, 246, 250, 251, 259, 268, 271, 272, 275, 277, 280, 283, 284, 285, 286, 287, 288, 289, 291, 296, 300, 308, 309, 322, 326, 341, 349, 351, 354, 358, 360 Rullmann, Hans Peter: 150 Rummel, Walter: 43, 205, 206, 313 Rushton, Colin: 338 Rter, Christiaan F.: 92 Rutkowski, Adam: 41 Ryder, Thomas: 363, (= W. Lftl

O
OKeefe, Theodore J.: 193 ONeil, Robin: 266 Oler, Alexandre: 316 Olre, David: 153, 155, 315, 316, 317, 332, 335

P
Paget, Reginald T.: 140 Paisikovic, Dov: 190, 359 Palitzsch, Gerhard: 77, 92, 93 Parzer, Janus: 79 Pattle, R.E.: 212 Pelt, Robert J. van: 12, 33, 111, 279, 282, 295, 299, 301, 302, 303, 304, 305, 308, 309, 310, 311, 312, 313, 314, 315, 316, 317, 318, 319, 320, 321, 322, 323, 324, 328, 329, 332, 333, 334, 335, 339, 340, 341, 342, 343, 344, 345, 352, 356, 360, 363 Perry, J.H.: 33, 89 Peters, Gerhard: 35, 42 Peterson, Agnes F.: 148 Petzet, Michael: 220 Pfannenstiel, Wilhelm: 168, 169 Philipp, Karl: 98, 114, 116, 121, 122, 123

R
Rademacher, Werner: 33, 57, 60, 63, 85, 104, 203, 204, 320, 338, 362 Rajca, Czes aw: 266 Rajzman, Samuel: 266 Rassinier, Paul: 37, 73, 106, 145, 165, 166, 167, 168, 169, 173, 174, 250 Rauff, Walter: 149 Rauschning, Hermann: 150 Reder, Rudolf: 266 Reitlinger, Gerald: 348 Remer, Otto Ernst: 38, 39, 75, 78, 114, 117, 175, 284

S
Sack, John: 87

371

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen Sagel-Grande, Irene: 92, 97, 100 Salm, Karl: 51 Salomon: 301 Sander, Fritz: 314, 356, 357 Sanning, Walter N.: 224, 225, 226 Schfer, Hans: 201, 219 Schatunovski, Hauptmann: 356 Scheffler, Wolfgang: 51, 52, 266 Scheidl, Franz J.: 173 Schellekes, Maurice: 359 Schlegelberger, Franz: 324 Schnering, Hans Georg von: 115, 117, 120 Schoenberner, Gerhard: 189, 273 Schoeps, Julius H.: 139 Schn-Kulka, Erich: 314, 333 Schreiber, Walter: 57, 338 Schrder, Sibylle: 272 Schultze, Karl: 356, 357 Schuster, Wolfgang: 37 Schwarz, L.: 23, 281 Schwarz, Solomon M.: 267 Schwensen, Klaus: 138, 258 Schwertfeger, Reinhold: 138, (= G. Rudolf) Servatius, Robert: 166, 167 Shapiro, Shelly: 18 Sheftel, Yoram: 173 Shermer, Michael: 289, 341 Simpson, Keith: 211 Sinclair, K.: 212 Sivaloganathan, S.: 212 Skalski, Ernest: 103, 265 Smith, Arthur L.: 171 Smith, Bradley F.: 148 Smith, Bradley R.: 192 Sofsky, Wolfgang: 267 Solms, Armin: 17, 37, 197, 201, 214, 218, 221, 223, 226, 230, 276, 281, 289, 293, 308, 322, 354, 360 Spann, Gustav: 138 Speer, Albert: 163 Spektor, Schmuel: 41 Spiegel, Herr: 277 Stglich, Wilhelm: 52, 73, 148, 161, 165, 353, 364 Stark, Hans: 80, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 101, 102, 189 Streicher, Julius: 163 Stretch, H.: 212 Stuldreher, Coenraad: 41 Sndermann, Helmut: 143 Susskind, David: 265 Suworow, Viktor: 191 Szende, Stefan: 170, 171 Szenes, Sandor: 356 265, 313, 314, 333

W
Wahls, Hans: 148 Walendy, Udo: 16, 17, 98, 137, 139, 144, 148, 160, 166, 169, 171, 173, 174, 179, 189, 227, 277 Wandres, Thomas: 8 Waubke, Niels Valerian: 293 Weast, Robert C.: 281 Weber, Dr.: 126 Weber, Mark: 10, 37, 192, 193, 232, 284 Weber, Obersturmfhrer: 272 Weckert, Ingrid: 43, 110, 111, 149, 227, 271 Wegner, Werner: 10, 12, 27, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 76, 77, 106, 230, 231, 232 Weiss, Janda: 190, 314 Wellers, Georges: 10, 12, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 76, 77, 106, 265, 275, 323 Wellhner, Hans-Herbert: 44, 313 Wendig, Heinrich: 170 Werner, Steffen: 173 Wesche, Karlhans: 293 Wetzler, Alfred: 153, 190, 314, 333, 356, 357 Wiehn, Erhard R.: 139 Wiesel, Elie: 153 Wilhelm, Hans-Heinrich: 267 Windsor, Elizabeth II: 100 Wippermann, Wolfgang: 169 Wirth, Wolfgang: 43, 313 Wisliceny, Dieter: 152, 166, 167 Wisorka: 359 Witzsch, Hans-Jrgen: 126 Wohlfahrt, Franz: 359 Wolken, Otto: 359

T
Tabeau, Jerzy: 190, 313, 359 Tauber, Henryk: 30, 31, 32, 33, 38, 153, 194, 311, 312, 332, 333, 335, 356, 357, 358, 359, 360 Thilo, Heinz: 71, 72, 90 Thion, Serge: 191, 250 Tiedemann, Herbert: 139, 227 Tiedemann, Markus: 12, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268, 269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278 Tillion, Germaine: 41 Toben, Fredrick: 110 Tregenza, Michael: 266 Trzcinska, Beata: 25, 231

U
Ukrai ski, Eustachy: 266

V
Vaillant-Couturier, Claude: 189 Veil, Simone: 269 Verbeke, Herbert: 29, 30, 33, 36, 55, 200, 257, 295, 320, 361 Verbeke, Siegfried: 191, 257 Vogt, Arthur: 51 Vrba, Rudolf: 101, 153, 190,

372

Indizes Wolski, Marek: 139 Wyman, David S.: 190 Zayas, Alfred M. de: 163 Zimmerman, John C.: 349, 353 Zimmermann, Gnter: 125, 215, 233, 247, 248, 297 Zimmermann, Michael: 169, 170 Zitelmann, Rainer: 10, 52, 69 Zornig, Rudi: 15, 16, 163, (= G. Rudolf) Zndel, Ernst: 75, 76, 105, 157, 279, 282, 333

X
Xanten, Wulf von: 324

Z
Zabeki, Franciszek: 266

373

Ortsindex
Eintrge aus dem Flietext (keine Verlagsorte und keine Funoten)
A
Arolsen: 104, 273 Ashland, Massachusetts: 279 Atlantik: 76 Auschwitz: passim Dsseldorf: 34, 117 Jerusalem: 167, 307, 351 Jettingen: 38

E
England: 100, 103, 157, 306, 307 Erfurt: 75, 355 Essen: 170 Estland: 157

K
Kanada: 75, 105 Katyn: 157, 170, 182, 343 Kaufering: 277 Koblenz: 74, 271 Kln: 127 Krakau: 24, 26, 71, 77, 135, 229, 230, 242, 245, 246, 247, 248, 250, 253, 254, 265, 293, 298, 299, 300, 345, 356 Krasnodar: 170, 343 Krim: 140

B
Babel: 301 Babi Jar: 139, 140, 178, 227, 267, 272 Bad Tlz: 148 Baden-Wrttemberg: 129 Belgien: 72 Belzec: 42, 88, 144, 157, 158, 160, 169, 170, 173, 205, 210, 262, 266 Bergen-Belsen: 44, 104 Berlin: 73, 75, 78, 94, 95, 96, 127, 128, 129, 141, 142, 192, 339 Bessarabien: 157 Birkenau: passim Bletchley Park: 339 Blocksberg: 56, 261 Boston: 76, 77 Brzezinka: siehe Birkenau Buchenwald: 104, 106, 174, 264

F
Finnland: 157 Flossenbrg: 104 Frankfurt: 73, 84, 85, 87, 99, 100, 102, 127, 135, 161, 203, 331, 359 Frankreich: 29, 41, 132, 147, 270, 350

L
Landsberg: 277 Lettland: 157 Lodz: 147 London: 76, 124, 125, 158, 344 Lublin: 142, 266 Ludwigsburg: 79 Lyon: 75

G
Galizien: 157 Genf: 74, 273 Grobritannien: 306 Grohansdorf: 347 Gusen: 340

H
Halle: 78 Hamburg: 71, 73, 88, 123, 257, 347, 357 Harmense: 8 Hinterpommern: 255 Hiroshima: 351 Holland: siehe Niederlande

M
Madagaskar: 143 Mailand: 361 Majdanek: 16, 20, 23, 71, 75, 76, 104, 124, 125, 126, 174, 219, 220, 248, 264, 266, 280, 281, 290, 298, 309, 345 Mannheim: 16, 18 Marburg: 127 Massachusetts: 307 Mauthausen: 104 Meeder-Wiesenfeld: 297

C
Charkow: 170, 343 Chelmno: 110, 160, 267 CSSR: 167

D
Dachau: 104, 219, 248, 264 deutsche Ostgebiete: 143 Dora: 106 Dresden: 351

I
Israel: 103, 225 Italien: 72, 78, 350

J
Jena: 170

374

Indizes Mittelbau: 104, 106 Mizo : 273 Moskau: 78, 100, 108, 109, 110, 263, 326, 347 Mnchen: 16, 74, 118, 129 Mnster: 71, 89, 91

R
Ravensbrck: 104 Rhein: 7, 351 Riga: 110 Rio de Janeiro: 73 Ruland: 94, 127, 138, 139, 140, 225, 227, 350, 356

266, 273 Tschernobyl: 78

U
UdSSR: siehe Ruland Ungarn: 167, 352, 356, 362, 363 USA: 20, 72, 74, 75, 76, 103, 105, 106, 132, 188, 294, 301, 305, 323, 344, 350

N
Nagasaki: 351 Natzweiler: 44, 104 Nemmersdorf: 351 Neuengamme: 104 Niederlande: 90, 301, 306 Nrnberg: 51, 73, 87, 120, 156, 160, 167, 182

S
Sachsenhausen: 104 Schlesien: 163, 241, 255, 287 Schweiz: 74, 82 Serbien: 171 Simferopol: 140 Sobibor: 160, 205, 262, 266 Stuttgart: 38, 113, 114, 117, 119, 121, 123, 188, 196 Stutthof: 23, 104, 124, 125, 126, 219, 220, 248, 280, 281, 290, 298 Sdamerika: 103

V
Vichy: 29 Virginia: 301

O
Ontario: 75 sterreich: 78, 104, 137, 190, 192, 203 Ostpreuen: 255

W
Wannsee: 143, 148, 226 Warschau: 158 Washington: 195 Weichsel: 77 Weimar: 129 Weiruland: 147 Wien: 74, 104, 105, 319 Wiesbaden: 75, 115 Wolzec: 88 Wunsiedel: 79 Wupper: 7

P
Palstina: 225 Paris: 41 Plazow: 264 Polen: 73, 75, 76, 136, 141, 147, 157, 229, 230, 255, 260, 330 Posen: 145, 273 Prag: 100, 263

T
Taunusstein: 115, 117, 188, 280 Theresienstadt: 104 Toronto: 75, 76, 303, 306, 307 Treblinka: 42, 88, 160, 172, 173, 178, 205, 227, 262,

Z
Zittau: 78

375

Sachindex
Eintrge aus dem Flietext (keine Funoten)
A
Alpha Analytic Laboratorium: 188 Amtsgericht Mnchen: 78 Antisemitismus: 129, 192, 194, 224, 276, 351 Appellationsgerichtshof Ontario: 75 Arbeitsgericht Stuttgart: 118 Atombombe: 163 Auschwitz Allerheiligstes: 302 anus mundi: 71, 90 Edelmetalle: 67 Entwsserung: 32, 63, 276 Gestapo: siehe Politische Abteilung Grundwasser: 32, 63, 77, 85, 107, 108, 220, 329, 362 Haare: 68, 77 Kinderchor: 351 Kinderoper: 351 Krankenhaus: 20, 86, 87, 336, 351 Menschenversuche: 271 Musicals: 351 Obduktion: 101 Politische Abteilung: 20, 81, 83, 330 Quarantne: 89 Rampe: 72, 79, 82, 95, 263 Schwimmbad: 175, 351 Selektion: 72, 79, 82, 95, 263 Sterbebcher: 338 Textilien: 67 Theater: 351 Wertpapiere: 67 Auschwitz-Lge: 8, 11, 12, 65, 71, 73, 78, 80, 100, 126 Auskleidekeller: 268, 318, 321, 328, 336 Ausrottung arische Vlker: 148 Juden: 145, 146, 147, 148 Auswrtiges Amt: 74 Bezirksgericht Toronto: 75 Bild-Zeitung: 361 Blausure Absorption: 23, 26, 213, 238, 239, 240, 247, 248 Anzeigegert: 36 Explosivitt: 26, 310 Korrosivitt: 35 Lslichkeit: 44 Salze: 23, 44, 186, 231 Siedepunkt: 20, 43, 49, 65, 275 tdliche Menge: 45 Wirkweise: 43 Blutgeysir: 171 Bond van Nederlandse Architecten: 306 Bundesarchiv: 74, 100, 271 Bundesgerichtshof: 100, 119, 120 Bundesingenieurkammer: 104, 203 Bundeskanzler: 117 Bundespatentamt: 75 Bundesverfassungsgericht: 119, 120 Bunker (Vergasungs-): 19, 22, 23, 35, 36, 53, 55, 62, 82, 95, 326, 349, 352, 354, 358, 360, 361, 362, 363 Bunker, Stammlager: 90

B
Barbarossa: 258 Bauernhaus (Vergasungs-): siehe Bunker (Vergasungs-) BBC: 157, 341 Berlinerblau: siehe Eisenblau Beweisarten: 133, 134, 308 Dokumentenbeweis: 133, 134, 137, 139, 177, 178 Parteiaussage: 133, 151, 153, 178 Sachbeweis: 133, 134, 135, 136, 137, 154, 170, 172, 173, 177, 178, 179, 180, 261 Zeugenbeweis: 133, 134, 136, 137, 151, 178, 261, 332 Beweiserhebung: 101, 192 Beweismittel vllig ungeeignetes: 69, 105 Beweismittel. prsentes: 15, 17

C
CIA: 150, 158, 196 Cyanidnachweis Gemuer: 8, 66, 67, 115, 117, 118, 188, 229, 230, 232, 233, 234,

376

Indizes 236, 244, 246, 249, 251, 252, 280, 289, 292, 298 Haare: 24, 78, 107, 135 Metallteile: 24, 25, 135 Cyanosil: 114 239, 244, 245, 253, 279, 280, 289, 290, 291, 292, 293, 296, 297, 298, 299, 334 Stabilitt: 23, 25, 66, 113, 122, 124, 125, 126, 176, 177, 186, 231, 246, 296 Wandfarbe: 188, 201, 218, 219, 220, 221, 222, 233, 234, 235, 248, 290, 298, 299 Endlsung: 57, 88, 101, 110, 131, 132, 151, 167, 169 Entwesung: 109, 326, 327 Blausure: 19, 21, 22, 23, 26, 46, 53, 55, 56, 66, 67, 106, 107, 113, 117, 119, 124, 125, 126, 183, 188, 199, 200, 201, 213, 214, 216, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224, 229, 230, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 244, 245, 246, 247, 248, 252, 254, 255, 263, 269, 270, 280, 281, 290, 291, 292, 294, 296, 297, 298, 300, 310, 321, 327, 334, 335, 336, 337, 361 Heiluft: 66, 202, 280, 327 Kreislaufanlagen: 35, 56, 248 Mikrowelle: 350 Wasserdampf: 66 Ereignismeldungen: 138, 139, 140 Erster Weltkrieg: 156, 158, 171, 259 Europisches Parlament: 269 Evakuierung Gaskammerumgebung: 86 Juden: 145, 146 Leichen: 46

F
Flschung Analysen: 255 Bild: 97, 227, 263, 276, 277, 315 Dokument: 137, 138, 140, 148, 150, 151, 166, 177, 226, 271, 274, 339 Geschichts-: 257 Luftbild: 140, 150, 159, 195 Pressemeldung: 123 Stimme: 148 Fett, austretendes (bei Kremierungen): 31, 32, 33, 72, 89, 153, 157, 171, 359 Fingerabdrcke: 129 Flammen (Krematoriumskaminen): 31, 83, 85, 155, 181, 317, 359 Fleckfieber: 58, 59, 68, 89, 90, 91, 99, 108, 109, 144, 173, 243, 252, 264, 270, 276, 310 Folter: 44, 54, 87, 88, 110, 144, 151, 152, 161, 163, 165, 181, 182, 260, 261, 270, 333, 343, 355, 364, 365 Frankfurter Allgemeine Zeitung: 100, 128, 129, 199 Frankfurter Rundschau: 169 Freiheit: 300 dichterische: 82 Forschung: 114, 285 geistige: 129 Rede: 164, 284, 285 Wissenschaft: 114, 131, 164, 174, 285

D
De omnibus dubitandum est: 131 DEGESCH: 56, 114, 248 Degussa AG: 114 Deportation Frankreich: 147, 270 Griechenland: 322 Juden: 68, 74, 90, 166, 167, 276 Lodz: 147 Ungarn: 166, 352 Widerstndler: 106, 250 Der Spiegel: 88, 128, 347, 348 Der Strmer: 152 Detia Freyberg GmbH: 114 Deutsche Forschungsgemeinschaft: 128 Deutsche Presse-Agentur: 113, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 361 Die Zeit: 71, 75, 111 Dieselabgas, Giftigkeit: 42, 43, 149, 170, 171, 177, 204, 205, 206, 207, 210, 211, 212, 271, 353 Dokumentationszentrum des sterreichischen Widerstandes: 185 Durchfall: 89, 90 Duschen: 154, 268, 336

E
Einsatzgruppen: 179, 267, 272 Eisenblau: 23 Bildung: 125, 176, 187, 213, 214, 215, 216, 217, 218, 219, 221, 233, 234, 235, 237,

G
Gasmaske: 55, 56, 73, 77, 82, 83, 89, 295, 327

377

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen Gasprfer: 204 Gaswagen: 110, 149, 170, 227, 271 UdSSR: 170 Generalbundesanwalt: 117 Generalgouvernement: 142, 143 Generatorgas: 149, 171, 213 Genozid: 162 Armenier: 162 Buren: 162 Indianer: 162 Juden: passim Kurden: 162 Ost- und Sudetendeutsche: 162 Gesellschaft Deutscher Chemiker: 234 Grubenverbrennungen: 32, 33, 62, 63, 72, 101, 153, 155, 171, 172, 173, 276, 362, 363 Guillotine: 130, 131 Hochofenkremierung: 160, 171 Holzsockel (in Beton): 268 Hrensagen: 84, 86, 144, 166, 167, 182 Kapazitt: 36, 58, 61, 72, 105, 108, 144, 154, 194, 227, 321, 339, 355, 356, 357, 358 Kriegsgefangenenlager: 216, 252, 327

I
IMT: 73, 87, 120, 143, 145, 147, 151, 156, 160, 162, 163, 166, 167, 182, 265, 266, 267, 359 Institut Fresenius: 115, 116, 117, 120, 188, 247, 280 Institut fr Umwelt- und Schadstoffanalytik IUS: 188, 247 Institut fr Zeitgeschichte: 16, 17, 18, 26, 27, 28, 69, 74, 79, 129 Institute for Historical Review: 192, 193, 232 International Romani Union: 169 Internet: 13, 283, 287, 309, 322, 341

L
Lachout-Dokument: 137, 138 Landesgericht Wien: 105 Landeskriminalamt: 129 Landgericht Mannheim: 18 Leichenrutschen: 109, 328, 329 Leuchter-Report: 10, 16, 17, 29, 44, 45, 52, 53, 69, 71, 74, 75, 76, 77, 78, 106, 113, 136, 175, 185, 186, 188, 274, 275, 276, 279, 283, 302, 309, 323, 327, 334, 341, 344, 345 Lubljanka: 110 Luftbilder: 172, 227 Auschwitz: 37, 140, 150, 155, 176, 195, 196, 318, 319, 362 Babi Jar: 139 Luftschutzraum: 96, 269, 337 Lftung: 34, 35 Auskleidekeller Krema II & III (Leichenkeller): 321 Dauer: 21, 36, 53, 67, 77, 95, 96, 295, 321 Entwesungskammer: 19, 21, 55, 321 Gaskammer: 19, 20, 21, 45, 53, 54, 64, 67, 107, 176, 198 Bunker: 19, 23, 55, 360 Krema I (Leichenkeller): 19, 320 Krema II & III (Leichenkeller): 19, 21, 22, 25, 55, 199,

H
Hausdurchsuchung: 129 Heizung, Leichenkeller: 268, 319, 320 Hexenprozesse: 152, 161, 162, 163 Hinrichtung Abgas: 42, 43, 149, 160, 170, 171, 177, 204, 205, 207, 271, 353 Chlor: 160 Dampf: 160 Dauer: 19, 20, 44, 47, 48, 49, 95, 189, 190, 204, 206, 210, 211, 212, 238, 239, 294, 295, 335 Fliebanderschieung: 171 franz. Revolution: 130 Starkstrom: 158, 160, 170, 171 USA: 16, 19, 45, 47, 74, 76, 106, 229, 294 Vakuum: 158, 160, 171

J
Jan Sehn Institut, Krakau: 24, 26, 77, 135, 136, 229, 230, 242, 243, 250, 253, 293, 298, 299, 300, 345

K
katholische Kirche: 260 Kellertreppe: 59, 109, 328, 329 KGB: 36, 110, 150, 170, 314, 356, 357 Kollektivschuld: 288 Kollektivverantwortung: 288 Kommissarbefehl: 178 Konrad-Adenauer-Preis: 129 Krematorien: passim Kremierung Brennstoffbedarf: 31, 35, 154, 155, 183, 339, 340 Dauer: 33, 35, 62, 183, 356

378

Indizes 295, 312, 320, 322, 348, 358, 360, 361 Krema IV & V: 19, 20, 21, 22, 23, 36, 55 Holzventilator: 35 Leichenkeller: 19, 55, 198, 268 Holocaust: 103, 166, 174, 224, 225, 226, 265 Majdanek: 266 Sobibor: 266 Treblinka: 266 Osteuropa, Zeitschrift: 347 (Krematoriumskamine): 97, 98, 316 Reichskommissariat Ukraine: 142 Reichspatentamt: 75 Reichstagsrede: 148, 259 Revisionismus, Qualitt: 132, 174 Rotes Kreuz: 74, 103, 104, 260, 273 Royal Institute of British Architects: 306 RSHA: 93, 94, 95, 330

P
Papierhistoriker: 357 Patent fr Massenkremierungen: 75, 105 Preuisch Blau: siehe Eisenblau Propaganda: 73, 96, 130, 175 1. WK: 156 alliierte: 155, 156, 158, 159, 160, 174 Auschwitz: 314, 333, 343 britische: 156, 157 kommunistische: 185 Kremierung: 36 Kriegs-: 83 Medien-: 71 NS-: 147 polnische: 78, 99, 100, 103, 111, 157, 158, 264 revisionistische: 10, 51, 71, 74, 78, 195, 285, 350 sowjetische: 156, 347, 352, 355, 364 SS: 357 Pseudo -Architekt: 301, 305, 307, 346 -Chemiker: 346 -Experte: 345, 346 -Fachmann: 345 -Gutachten: 308, 345, 346 -Historiker: 307, 344, 346 -Ingenieur: 346 -wissenschaftlich: 77, 79, 195, 285, 339, 341

M
Malaria: 89, 90 Massengrab: 101, 108, 135, 140, 141, 171, 172, 173, 182, 277, 362 Max-Planck-Gesellschaft: 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 126, 197 Max-Planck-Institut fr Festkrperforschung: 38, 39, 113, 114, 115, 117, 118, 119, 196 Mond: 254

S
Salomons Tempel: 301 SAT: 116 Saurer: 149 Schdlingsbekmpfungsmitt el: 8, 59, 89, 220, 222, 252, 270 Schallplatte: 147 Schauproze: 71, 156, 159, 170, 226, 343 Scheiterhaufen: 89, 99, 154, 276, 285, 362, 363 Schutzanzug: 55, 56, 83, 295 Schwurgericht Bonn: 267 Schwurgericht Frankfurt: 73, 84, 85, 87, 99, 100, 102, 135, 161, 203, 331, 359 Seife aus Menschenfett: 171, 181 selbstbrennende Leichen: 32, 340, 359 Sicherheitsdienst (SD): 140 Skeletthalden: 159 Slawen: 132, 133 Smersch: 355, 356 Sonderaktion: 71, 72, 75, 89, 90, 330 Sonderbehandlung: 93, 94, 321, 322 Sondermanahme: 35 Staatsschutz: 129 stern: 116, 137 Strafgericht Lublin: 266

N
Nacht und Nebel: 265 Nachweisgerte fr Blausure-Reste: 204, 348 National Archive: 195, 196 Nature: 197 New York Times: 169, 267 NKWD: 355 NMT: 120 NPD: 16, 17, 74, 114 NSDAP: 146

O
Offenkundigkeit: 15, 16, 17, 18, 27, 34, 87, 105, 119, 126, 134, 154, 163, 192 Opferzahlen Auschwitz: 39, 74, 88, 102, 103, 265, 347, 348, 350, 363, 364 Babi Jar: 267 Belzec: 266 Chelmno: 267 Einsatzgruppen: 267

R
Rauch

379

Germar Rudolf Auschwitz-Lgen

T
Tagebuch: 144 Bau-: 72 Goebbels: 78, 141, 142, 143 Hitler: 137, 269 Kremer: 71, 73, 89, 90, 91 Soldaten: 144 Thurnbulls Blau: siehe Eisenblau Tierexperiment: 212 Topf & Shne: 75, 105, 204, 355, 356, 357 Tren Entwesungs-: 336 gasdichte: 59, 60, 77, 94, 107, 198, 269, 326, 336 Holz-: 19, 60, 198, 269, 336, 337 Luftschutz-: 60, 94, 96 Ofen-: 31, 85, 316, 317 schalldichte: 92 Stahl-: 19, 60, 198 Typhus: 58, 90, 91, 181, 182

U
Umsiedlung: 143 Deutsche: 143 Juden: 82, 109, 142, 143, 145, 270 Untersuchungskommission internationale: 156, 159, 170 polnische: 343 sowjetische: 343, 347

Juden-: 227, 278 politische: 11, 74, 103, 273, 288, 300 rassische: 74, 103, 133, 273 soziale: 300 strafrechtliche: 249, 300 Vergasungskeller: 326, 327, 348, 358, 361 Vernichtung Geisteskranke: 132 Juden: 68, 71, 78, 80, 91, 97, 128, 132, 142, 143, 144, 146, 152, 167, 255, 261 Lager der: 71, 89, 90 Massen-: 8, 30, 38, 58, 59, 75, 80, 90, 97, 104, 105, 108, 109, 130, 133, 156, 162, 163, 173, 183, 253, 304, 343, 351, 359 Slawen: 132 Zigeuner: 132, 169, 170 Vernichtungsanlagen: 57, 72 Vernichtungslager: 19, 21, 40, 42, 72, 76, 78, 88, 105, 106, 108, 143, 144, 164, 174, 205, 227, 264, 347 Vernichtungsmaschine: 78 Vernichtungszentren: 159

W
Wannsee Konferenz: 143 Protokoll: 148, 226 Wiesbadener Kurier: 115 WVHA: 144

V
Verfassungsschutz: 9, 69, 126 Verfolgung gesellschaftliche: 249 Hexen-: 332

Z
ZDF: 341

Zensur: 12, 13, 91, 129, 286 Zentralrat der Juden in Deutschland: 117 Zigeuner: 132, 133, 169, 170 Zivilisationsbruch: 350, 351, 364, 365 Zyklon B: 8, 20, 21, 22, 24, 43, 45, 48, 49, 53, 59, 64, 67, 74, 75, 77, 78, 79, 83, 104, 109, 113, 114, 124, 155, 176, 182, 198, 202, 213, 216, 219, 223, 224, 226, 229, 233, 243, 244, 250, 252, 253, 270, 279, 289, 292, 297, 298, 300, 310, 311, 313, 322, 327, 345, 363 Anwendungsmenge: 19, 20, 21, 22, 26, 47, 48, 56, 83, 189, 294, 295, 335 Ausgasung: 20, 21, 43, 48, 49, 96, 114, 294, 295 Einfllffnung: 26, 37, 52, 64, 65, 73, 94, 95, 136, 150, 155, 226, 253, 289, 295, 313, 314, 315, 317, 318, 326, 327, 335, 348, 363 Einfllsule: 52, 64, 65, 295, 311, 312, 313, 314, 315, 317, 318 Einfllvorrichtung: 19 Entlausungsanlage: siehe Entwesung: Blausure Entwesung: 220, 222, 224, 297 Lieferungen: 59, 60, 224, 252, 270 Rckstnde: 233 Trger: 20, 43

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