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Sprichwörter

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Sprichwörter- Redensarten- Zitate- Titel.

Sprichwort- ist eine allgemein bekannter, fest geprägter Satz, der eine
Lebensregel oder Weisheit ausdrückt. Sprichwörter gründen auf Erfahrung,
sie haben eine geschlossene Form, also bestehen aus vollständigen,
unveränderbaren Sätzen. Wegen seiner oft symbolhaften Sprache ist die
Bedeutung nicht immer ohne Weiteres verständlich.

Sprichwort und Redensart haben drei Quellen: Antike, Bibel und


Volksmund. Man kann sie nach dieser Herkunft ordnen, aber auch nach
den Lebensgebieten, denen ihre Bildlichkeit entstammt: Jagd, Geld und
Geschäft, Arbeit, Schule usw. Oder aber nach Themenkreise und
Wortkategorien:
• Körperteile (Aus dem Augen, aus dem Sinn, Die Liebe geht durch
den Magen, Lügen haben kurze Beine)
• Zeit (Dem Glücklichen schlägt keine Stunde, Einen alten Baum soll
man nicht verpflanzen, Eile mit Weile)
• Gesundheit ( In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist,
Lachen ist die beste Medizin)
• Geld (Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt, Zeit ist Geld)

Ein Sprichwort hat die Form einer festen und unveränderlichen


Formulierung. Darin unterscheidet es sich von der Redewendung, z.B.:

• Hunger ist der beste Koch.


• Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Oft wird die Form des Sprichworts durch Stabreim, End- oder Binnenreim
noch besonders gefestigt:

• Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.


• Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Mit dem imperativischen Anspruch „Jeder kehre vor seiner eigenen Tür!“,
„Man soll …“, „Man muss …“ oder „Man darf …“ hat das Sprichwort eine
generalisierende Form angenommen. Es drückt in der Regel einen
allgemein gültigen Satz aus, der entweder eine

• Erfahrung des täglichen Lebens („Neue Besen kehren gut.“ - Nowe


miotły dobrze zamiatają.);
• ein Urteil oder eine Meinung („Lieber den Spatz in der Hand als die
Taube auf dem Dach.“ – lepszy wróbel w garści niż gołąb na dachu )
• eine Warnung („Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ – nie wszystko
złoto co się świeci);

Welche Bedeutung Sprichwörter ?


a) Sie stärken die Ausdruckskraft der Sprache.
b) Sie lassen kürzer und wirksamer etwas kommunizieren.
c) Sie abwechseln die Sprache, machen sie bunt und bilderreich.

Sprichwörter und ihren Gebrauch:


a) sie sind in der gesprochene Sprache benutzt
- Umgangssprache
- Politik
- Werbung ( Fernsehen und Radio)
Die Werbung variiert gern Sprichwörter, weil sie bekannt und vertraut
sind. Sie sind eingängig und schon tausend Mal gesagt, kurz, allgemein
verständlich - all das, was ein Werbespruch auch sein sollte.
b) In der geschriebene Sprache
- Literatur
- Presseartikel ( oft Schlagzeilen )
- Lehrbücher

Das Sprichwort wird oft parodiert, aber die Parodie hat ja nur Gültigkeit,
wenn das Original noch bekannt ist. Insofern weist die Häufigkeit der
Parodien darauf hin, dass der moderne Mensch vom Sprichwort nicht
loskommt.
Warum werden Sprichwörter und Redensarten gerne verfremdet
oder parodiert? In ihrer ursprünglichen, bekannten Form, klingen sie oft
abgedroschen (Oklepany). Durch den spielerischen Umgang werden sie im
Sprachbewusstsein lebendig gehalten und können mit ihrem verfremdeten
Inhalt noch Aufmerksamkeit und Interesse erregen. Ein paar Beispiele, die
ich im Internet ausgesucht habe:
- Aller Anfang ist schwer – Aller Unfug ist schwer (Unfug –
wybryk)
- Alles hat eine Ende - Alles hat eine Ende, nur die Wurst hat
zwei
- Alte Liebe rostet nicht – alte Liebe kostet nicht
- Der Zweck heiligt die Mittel – Der Scheck heiligt die Mittel

Sprichwörter kann man in drei Gruppen teilen:


• Die Sprichwörter, die man Wort für Wort ins Polnisch
übersetzen kann, z.B
- Ausnahmen bestätigen die Regeln - Wyjątki potwierdzają reguły
- Da liegt der Hund begraben - Tu jest pies pogrzebany
- Gegensätze ziehen sich an. - Przeciwieństwa się przyciągają.
- Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. - Mowa jest srebrem,
milczenie jest złotem.

• Die Sprichwörter, deren Sinn in Polnisch mit anderen


Worten ausgedrückt wird.
- Aller guten Dinge sind drei. (dosł. Wszystkich dobrych rzeczy jest
trzy.) - Do trzech razy sztuka
- Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. (dosł. Jabłko pada niedaleko
od pnia.)- Niedaleko pada jabłko od jabłoni.
- Jeder kehrt vor seiner Tür. (dosł. Każdy zamiata przed swoimi
drzwiami.)- Każdy sobie rzepkę skrobie.
- Wie du mir, so ich dir. (dosł. Jak ty mi, tak ja tobie.)- Jak Kuba
Bogu, tak Bóg Kubie.

• Die Sprichwörter, die in Polnisch nicht vorkommen.


- Blick erst auf dich, dann richte mich.- Spójrz najpierw na siebie, a
potem mnie osądzaj.
- Mach es wie die Sonnenuhr, zahl die heiteren Stunden nur. - Rób
tak jak zegar słoneczny, odliczaj tylko pogodne godziny
- Wer rastet, der rostet. - Kto odpoczywa, ten rdzewieje.

Redensart - Auf verschiedene Situationen passende, feste Aussage.


Redensarten sind feststehenden Verbindungen von Wörtern, die nicht
wörtlich zu verstehen sind. Die Bedeutung entsteht durch Kontext und
Sprachkompetenz. Der Sprachwissenschaftler Lutz Röhrich bezeichnet
sprichwörtliche Redensarten als Wortgruppen-Lexeme. Sie stehen nicht für
sich allein und können nur innerhalb eines Satzes Verwendung finden.

Viele Redensarten, die heute gebräuchlich sind, stammen aus dem


Mittelalter. Viele
entstanden im Zusammenhang mit Turnieren und Kämpfen. Damals
hatten sie eine
ganz praktische Bedeutung, heute benutzt man sie im übertragenen Sinn.
Viele
Leute wissen wohl, was mit einer Redensart gemeint ist, können aber nicht
erklären,
woher sie kommt, z.B.
- Der/ein Zankapfel sein- Streitobjekt - Der Ursprung dieses
schwer verdaulichen Obstes liegt in den Werken DES antiken
Schriftstellers schlechthin: Homer. Allerdings wird von der Forschung
bezweifelt, daß alle Gesänge der Ilias und der Odyssee tatsächlich von ihm
stammen.
- Nur Bahnhof verstehen- etwas tatsächlich nicht begreifen
oder verstehen- Die Redewendung nur Bahnhof verstehen stammt aus
Zeiten, von denen die Deutsche Bahn nur noch träumen kann, als die
Eisenbahn unangefochten das wichtigste Verkehrs- und Transportmittel
war.
- das sind böhmische Dörfer für mich – (to dla mnie czarna
magia) - der Begriff "Böhmische Dörfer" ist die umgangssprachliche
Bezeichnung für Dinge, die einem unbekannt oder ganz und gar
unverständlich sind. Die echten böhmischen Dörfer liegen, wie schon der
Name sagt, in Böhmen, einer historischen Region in Mitteleuropa, die
heute das westliche Tschechien bildet. Im 13. Jahrhundert besiedelten
viele Deutschen die Dörfer der Region. Die Orte waren jedoch oft mit
fremdartigen und schwer auszusprechenden slawischen Namen belegt -
unbekannt und unverständlich wie böhmische Dörfer eben.

- Tohuwabohu - Ein Tohuwabohu herrscht dort, wo alles


drunter und drüber geht und das Chaos regiert. Das Wort "Tohu wa bohu"
kommt aus dem Hebräischen und wird in der Bibel gleich am Anfang in der
Schöpfungsgeschichte erwähnt. Das Tohuwabohu beschreibt ursprünglich
den Zustand der Erde vor Beginn der Schöpfung.

Im Bereich Redensarten gibt es viele internationale Übereinstimmungen.


Man kann hier von internationalen Phraseologismen oder von Inter-
Phraseologismen sprechen. Beispielsweise Redensarten mit dem
Autosemantikon >Hand<:
- Freie Hand Haben – mieć wolną rękę / to give a person a free
hand
- Aus erster Hand – z pierwszej ręki / at first hand

Zitat - ist eine wörtlich übernommene Stelle aus einem Text oder ein
Hinweis auf eine bestimmte Textstelle. Auch beim politischen
Meinungsstreit spricht man von Zitaten, wenn man sich auf Äußerungen
anderer bezieht. Im Journalismus wird ein direkt verwendetes Zitat in
wörtlicher Rede auch als Originalton bezeichnet. Bekannte Zitate werden
häufig als geflügeltes Wort verwendet. Beispielsweise sind viele
Textstellen aus der Bibel so stark im allgemeinen Sprachgebrauch
verankert, dass sie kaum mehr als Zitat empfunden werden. Viele Zitate
sind heute ein fester Bestandteil der deutschen Sprache und werden in der
Gegenwartssprache als "geflügeltes Wort" auffallend oft verwendet.
"Die Würfel sind gefallen (Julius Cäsar)"
"Erlaubt ist was gefällt (Goethe)"

Unterschieden werden:

• Großzitate – Zitate ganzer Werke - sind nur in wissenschaftlichen


Arbeiten zulässig.
• Kleinzitate – einzelne Sätze oder Gedankengänge - dürfen
weiterreichend verwendet werden. Der Zitierzweck muss erkennbar
sein. Das Zitat muss also in irgendeiner Beziehung zu der eigenen
Leistung stehen
• Bildzitate, Filmzitate und Musikzitate

Zitate werden als Stilmittel der Anspielung benutzt und auch in der
Literatur und in den Medien parodiert und ironisiert. Verwendung und
Abwandlung von Formen in öffentlichen Medien bedeutet jedoch
keinesfalls nur Spielfreude oder Kreativität, sie können auch ein Moment
der vorschnellen Überredung / Persuasion enthalten.
a) Klassikerzitate: nach Schillers „Verschwörung des Fiesco“,
Originalzitat >>Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr
kann gehen<< entstanden unterschiedliche Variationen, z.B. >>Die
Frau hat ihre Schuldigkeit getan, sie kann gehen<< oder >>Das
Gold hat seine Schuldigkeit getan<<
b) Bibelworte: >>der Mensch lebt nicht nur vom Genuss allein – er
muss sich auch warm anziehen<< , >>nicht einmal Holländer leben
vom Öl allein<<
c) Buchtitel: zu Bolls „Gruppenbild mit Dame“ entstanden in kurzer
Zeit viele Abwandlungen, z.B. >>Gruppenbild mit Mord<<. Aus
Hemingways >> Der alte Mann und das Meer<< hat man
beispielsweise >>der alte Mann und die Macht<< gemacht.
d) Film- und Fernsehtitel: >>Mainz wie es singt und lacht<<
>>Athen, wie es weint und lacht und kracht und Hochzeit macht<<
e) Märchen- und Sagentitel – zu >>Hans im Glück<< >>Schorsch
im Pech<<
Übung 1.
Ordnen Sie entsprechende Erklärung.

Redensart Erklärung
1. alles in Butter a. eingebildet sein
2. Einen Stein im Brett haben b. ehrlich sein
3. Rosinen im Kopf haben c. alles In Ordnung
4. Schwein haben d. jemandem sympathisch sein
5. die Hand aufs Herz legen e. etwas nicht verstehen
6. ein Brett vor dem Kopf haben f. Glück haben
7. einen Vogel haben g. einen Streit anfangen
8. Grillen im Kopf haben h. verrückte Ideen haben
9. den ersten Stein werfen i. leicht verrückt sein

1 – c, 2- d, 3-a, 4-f, 5-b, 6- e, 7-i, 8-h, 9- g

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