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Rezumat RG

Das Dokument beschreibt die Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen im Mittelalter in Deutschland und Österreich. Es erläutert die Grundherrschaft, Städte, die Kirchliche Territorialorganisation, die Lehnspyramide sowie die Entwicklung der Landesherrschaften und der Habsburgermonarchie.

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Laura Livinţ
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Das Dokument beschreibt die Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen im Mittelalter in Deutschland und Österreich. Es erläutert die Grundherrschaft, Städte, die Kirchliche Territorialorganisation, die Lehnspyramide sowie die Entwicklung der Landesherrschaften und der Habsburgermonarchie.

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Zusammenfassung RG

Bis Mitte [Link] Verfassungsrecht


-) Herrschaftsorganisation (Reich, Land, Grundherrschaft, Stadt)
Mittelalter - Vorindustrielle Gesellschaft feudal strukturiert
Grundherrschaft
Mittelpunkt war Hof des Grundherrn (Fronhof)
umgeben vom Dominikalland (direkt durch die Herrschaft bewirtschaftet wurde - Frondienste)
wiederum umgeben vom Rustikalland (bewirtschaftet durch Bauern die das Land gepachtet haben)
-> Hofrecht entwickelte sich in jeder Grundherrschaft
Stadt
entstanden an ehem. rmischen Siedlungen, Handelskreuzungen, unter Schutz von Burgen
Stadtherr herrschte ber Einwohnerschaft
Stadtrecht entstand, wenn Stadtherr abgeschafft werden konnte (zB Kln, Regensburg)
Reichsstdte: Knig bte selbst Stadtherrschaft aus
Brgergemeinde genoss im Gegensatz zu Bauern persnliche Freiheit
Brgerrecht (politische Mitbestimmung) hatten aber nur Patrizier
Kirchliche Territorialorganisation
Kirchenprovinz (Leitung: Metropolit) besteht aus mehreren Dizesen/Bistmer (Leitung: Dizesanbischof) mit
einer Hauptstadt (Metropolis)
Lehnspyramide
Knig Kronvasallen Aftervasallen
In D keine rechtliche Beziehung zwischen Knig und Aftervasallen, jedoch in F und GB
-> Strkung des Knigs in F und GB, Schwchung in D
Landesherrschaft zu Landeshoheit
Landesherrschaften setzten sich Anfangs aus einem Bndel verschiedenartiger Rechte zusammen (dominium
territoriale): im Lehensweg empfangene Reichsrechte, Regalien, Vogteirechte, Stadt- Grundherrschaftsrechte
In der Neuzeit verschmolzen diese heterogenen Rechte zu einem einheitlichen Herrschaftsrecht, der
Landeshoheit
Herzogtmer
Stammesherzogtum: Stammesrechtlich definiert
Territorialherzogtum: Abgrenzung durch geographische Gegebenheiten
Amtsherzogtum: Begrenz durch Knig
Mark
Knig errichtet Marken an strategisch wichtigen Punkten. Markgraf konnte Heer fhren, Burgen bauen, hohe
Gerichtsbarkeit fhren (inkl. Todesstrafe).
-) (Entwicklung) sterreichische Lnderverbindungen
Heutiges sterreich: Herzogtum Schwaben (Vorarlberg, Teil Tirol), Herzogtum Bayern (beinahe der Rest) und
Knigreich Ungarn (Burgenland)
Wegen hufiger Streitigkeiten zwischen Knig und Stammesherzgen, Teilung von Stammesherzogtmern
Entwicklung von sterreich
955 errichtete Otto I. Mark Ostarrichi in der Umgebung des heutigen Neuhofen an der Ybbs
seit 976 Babenberger Herrschaft ber sterreich
1156 wurde sterreich von Bayern getrennt und zu einem selbststndigen Herzogtum erhoben
-> Privilegium Minus
1246 Aussterben der Babenberger

Nach 1246 sicherte sich Rudolf I. von Habsburg die Macht ber sterreich, Steiermark und Krnten im Kampf
gegen Ottokar von Bhmen und belehnte 1282 seine beiden Shne mit dem Land.
-> Beginn der Habsburgischen Herrschaft in sterreich
Zwischen 1375 und 1523 gelangten fast alle Grafschaften zwischen Arlberg und Rhein unter habsburgischer
Herrschaft (Nur als Lnderverbindung)
-> Herrschaft zu sterreich
Im Sptmittelalter entwickelten sich unter habsburgischer Herrschafft die Gebiete: bersterreichische Lnder
(Tirol, Vorarlberg, und die Vorlande) und niedersterreichische Lnder (sterreich ob und nid der Enns,
Steiermark, Krnten, Krain)
-) Habsburger
Ursprnglich aus dem Gebiet der heutigen Schweiz
1282 1918 stellten Habsburger die Herrscher sterreichs
Familienbesitz war niemals gesamt vereint, sondern auf verschiedene Linien verteilt
Unterschiedlich viele Linien im Laufe der Zeit, grob: spanische und deutsche Linie
Spanische Linie zunchst politische Vormachtstellung (BeNeLux, Spanien, zeitweise Portugal, Italien und
smtliche Kolonien Amerika, Asien
Versuch der Eingliederung von Ungarn: Ungarn rufen Trken zuhilfe -> Erste Trkenbelagerung Wiens 1529
Ungarn geteilt in Trkischen und sterreichischen Teil: Zweite Trkenbelagerung 1683
-> Ganz Ungarn unter sterreichischer Herrschaft
1700 starb der letzte mnnliche Habsburger aus der spanischen Linie -> Spanische Erbfolgekrieg (1700 1714)
entbrannte zwischen Frankreich (Bourbonen) und sterreichischen Habsburgern
-> Zweiteilung der spanischen Monarchielnder zwischen F und
1713 rief Karl VI die Pragmatische Sanktion aus
Unteilbarkeit des Landes wurde ausgerufen
Thronfolgerecht wurde auf Primogenitur mir subsidir weiblicher Thronfolge gendert (Maria Theresia)
Das Heilige Rmische Reich weiterhin eine Wahlmonarchie
Privilegium minus und maius
1156 stellte Kaiser Friedrich I dem neuen sterreichischen Herzog einen besonderen Freiheitsbrief aus -->
Privilegium minus (Sicherung der Erbfolge, Landesherrschaft strken)
Machtzuwachs der sterreicher im [Link] bewegte Rudolf IV zur Verflschung des Privilegium minus -->
Privilegium maius
Besttigung von Kaiser Karl IV 1359 verweigert
1453 aber von Kaiser Friedrich III (selbst Habsburger) besttigt, von da an geltendes Recht bis 1806
Habsburger waren nun Erzherzge, Folge:
Pflicht des consilium et auxilium auf ein Minimum reduziert
Gerichtsbarkeit ging vom Erzherzog aus
legte Prinzip der Primogenitur (Erstgeburt) fest Erbfolge gesichert
Privilegium Maius wichtig, weil vorher verschiedene Habsburger Linien (Graz, Wien, Innsbruck) und daher keine
Einheit Herrschaftsteilung
-) Das heilige Rmischen Reich
Entstand nach dem Untergang des Rmischen Reiches (476 wurde der letzte Kaiser in Rom abgesetzt), nach
Fusion von Deutschen Knigreich und Knigreich Italien (Mitte 10. Jhd)
Der dualistische Stndestaat
Frstengesetze von 1220 und 1231 frderten die Umwandlung des Heiligen Rmischen Reiches von einem
Verband weniger groer Stammesherzogtmer zu einer Vielzahl kleinerer Territorialherrschaften
Landesfrsten sollten dual mit den Groen des Landes (sonstige Rechtstrger Landstnde) regieren.

Versammlungen institutionalisierten sich zu Landtagen, deren Ziel aber nicht die Volksvertretung, sondern die
Vertretung der Interessen der einzelnen Stnde war
Landstandschaft: Recht der Groen des Landes auf Teilnahme an Landtagen
Groen des Landes: Vasallen des Landesfrsten, Geistliche mit Vogteirechten, Stadtherren
Gleichartige Stnde bildeten im Landtag eine Kurie, diese gab nach Beratung eine gemeinsame Stimme ab
Im Heiligen Rmischen Reich hatten die sieben Kurfrsten eine Sonderrolle mit eigener Kurie
Reichsreform 1495
folge des massiven Bedeutungsverlust d Rmischen Kaisers und Deutschen Knigs
Institutionalisierung der Reichsstnde im Reichstag
Verkndung des Ewigen Landfriedens (Ende des Fehdewesens)
Schaffung des Reichskammergerichts (RKG)
Reichskammergericht (RKG)
berwachung des Landfriedens
(Zivilrechtlicher) Gerichtsstand
Unabhngig vom Knig
Reichshofrat (RHR)
Ursprnglich nur ein Beratungsorgan des Kaisers, entwickelte sich zu einem RKG konkurrierenden Gerichtshof
Unterstand dem Kaiser, Sitz in Wien
Regierung des Reiches
Knig mit geistlichen und weltlichen Reichsfrsten (= Lehen nur und unmittelbar vom Knig erhalten).
Diese standen in einer Lehensbeziehung zum Knig und waren daher zu consilium et auxilium (Hoffahrtspflicht
und Heerfahrtspflicht) verpflichtet.
Kaiser
Ursprnglich von Papst gekrnt
Ab [Link] immer mehr Machtverlust, weil:
- kaum Kaiserkrnungen durch den Papst, deshalb wurde die Knigskrnung durch den Erzbischof gleichzeitig
als Kaiserkrnung wahrgenommen Kaiser- und Knigswrde verschmolzen
- Kaiser musste bei Kaiser/Knigskrnung eine Wahlkapitulation abgeben: Wahlversprechen gegenber
Kurfrsten, Kaiser durfte meiste Entscheidungen nur noch in Absprache mit Kurfrsten und Reichstag treffen
- RKG spter unabhngig vom Kaiser urteilte
Knig
- Oberster Heerfhrer und Richter
- Mythische Vorstellung: Besa Knigsheil, innerhalb der Familie vermutet --> Gebltsrecht Aber
Thronfolge musste vom Volk und geistlichen bzw. weltlichen Adeligen anerkannt werden
- Einknfte gesichert durch Regalien (Bndel verschiedenartiger Rechte), zB Zoll-, Mnz-, Salz-,
Bergregalt, etc. (Einknfte aus Zoll, Salz- und Bergbau, das Recht Mnzen zu prgen)
- Schwchung des Knigs aufgrund des Investiturstreits
Knig wurde das Recht selbst Bischfe und bte zu ernennen aberkannt
Kurfrsten
Ab Ende [Link], enger Kreis von sieben Reichsfrsten mit aktiven Wahlrecht des Thronfolgers (Kaiser)
Geregelt von Karl IV. in der goldenen Bulle 1356, gltig bis 1806 (Ende des Reiches)
Habsburger waren bei goldener Bulle bis zum Ende nicht bercksichtigt
Grafen
Ursprnglich knigliche Beamte.
Knigliche Gerichtsbarkeit wurde in verschiedenen Gauen von Grafen wahrgenommen, oberstes Gericht des
Reiches war aber das knigliche Hofgericht.

-) Reformation und Gegenreformation


Wende Mittelalter Neuzeit (15./16. Jhd) durch Rezeption und Reformation
Rezeption
bernahme der gelehrten Rechte in die Rechtspraxis (ab S.10)
Reformation
Martin Luther und Jean Calvin am Beginn des [Link] nicht auf die Spaltung der Kirche, sondern auf die
Reformation/Umstrukturierung der bestehenden Kirche aus. Erst nach Ablehnung bildete sich die heterogene
protestantische Kirche. Zu Unterscheiden: Calvinisten Lutheraner
Kirchenspaltung aber nicht nur theologisch bedingt, auch politische Zwecke Summepiscopat:
Negierung des Ppstlichen Primats fhrt zur obersten Leitung der Landeskirche durch die Frsten, daher
wendeten sich viele Frsten der Reformation zu (Machterweiterung)
Probleme in vielen Lndern nach der Umkonvertierung der Herrscher zu neuen Glauben
Augsburger Religionsfrieden
Kaiser Karl V (gleichzeitig spanischer Knig) hielt an Katholizismus fest, dies konfrontierte ihn mit einer flle von
politischen Gegnern. Wiederstand der mittlerweile mchtigen Evangelisten (ab hier wegen dem Protest,
Protestanten genannt) zu stark: erster und einziger Kaiser des rmisch-deutschen Reiches der freiwillig ab. Sein
Bruder und Nachfolger Kaiser Ferdinand I schloss mit den protestantischen Reichsstnden den Augsburger
Religionsfrieden -> Glaubenskriege wurden untersagt, Landfrieden auf Religionsfrage ausgedehnt,
Reichsfrsten konnten ihre Religion frei whlen
Die Untertanen hatten sich den Entscheidungen der Landesfrsten zu beugen und mussten die Religion des
Landesfrsten annehmen.
Gegenreformation
.. ist die Rekatholisierung der schon mehrheitlich Evangelisch gewordenen Bevlkerung
Kaiser Ferdinand II betrieb Gegenreformation, fhrte unter anderem zu Aufstnde der bhmischen Stnde ->
Prager Fenstersturz = Beginn des Dreiigjhrigen Krieges (1618-1648)
Krieg endete aus allgemeiner Erschpfung mit dem Westflischer Frieden 1648
Zwei Friedensschlsse:
Friede von Osnabrck (Kaiser und Schweden)
Friede von Mnster (Kaiser und Frankreich)
Nach Krieg eine Zersplitterung des Reiches in hunderte Herrschaften, Knig noch mehr geschwcht
RKG und RHR aber weiterhin aktiv und Teils sehr effektiv
Neuzeit brachte eine Intensivierung der Landesherrschaft auf Kosten der Kirche (Protestanten: Landesfrst
Oberhaupt der Landeskirche)
Aktive Gesetzgebung, die bewusste Rechtsvernderung durch Normsetzung, trug zustzlich dazu bei
Policey (gr. Politeia = Staat)
Manahmen, die auf ein gut geregeltes staatliches Gemeinwesen abzielen, wie auch das Gemeinwesen selbst.
Policeyordnungen, Patente, Edikte, Mandate und Verordnungen regelten Themen, welche das Gemeinwesen
betrafen
Auf Reichsebene war das dualistische System effektiv, auf Landesebene verloren die Stndeversammlungen
jedoch gegenber den Frsten an Einfluss.
Der Frst erlangte nach und nach das politische bergewicht ber die Stnde.
Frsten lsten sich schlielich immer hufiger von den Stnden los, erweiterten ihre Macht auf Kosten der
Stnde. Es entwickelte sich der Absolutismus
Behrden entwickelten sich aufgrund der ausgedehnten staatlichen Aufgaben.
Wichtigste Stelle war die Reichshofkanzlei in Wien mit einem Reichserzkanzler und einem Vizekanzler
Regimente wurden Lndergruppen zugeteilt, sie waren fr alle Verwaltungs- und Justizaufgaben zustndig, bis
1620 waren sie der Reichshofkanzlei unterstellt
Danach errichtete Ferdinand II eine sterreichische Hofkanzlei, von nun an waren alle Regimente dieser
unterstellt, die Reichshofkanzlei verlor ihre Kompetenzen
1496 wurde die Hofkammer gegrndet, sie war zustndig fr die Finanzen der Monarchie

Bis Mitte [Link] Privatrecht


Kein einheitliches Recht, sondern Rechtskreise
Gewohnheitsrecht dominant, da nur mndlich war ein wichtiger Faktor die Publizitt
Sehr statisch, kaum Vernderungen
Es gab keine Rechtssetzung durch obrigkeitliche Organe -> Rechtsbildende Gemeinschaft
Landrecht
Umfasste grundstzlich die ganze Bevlkerung eines abgegrenzten Landes (Territorialittsprinzip), primr aber
fr Landesherrschaft (Landesfrsten, Landstnde)
Subsidiarittsprinzip: Engerer, speziellerer Rechtskreis vor allgemeineren Rechtskreis
Landrecht war sehr weit, also meist nur subsidir (wenn engeres, spezielleres nichts regelte)
Hofrecht
.. quantitativ am bedeutendsten, erfasste grunduntertnige Bauern
Jeder Hof hatte ein eigenes Hofrecht
Dienstrecht
fr unfreie Gefolgschaft der Frsten (Amtsleute, Soldaten) aus diesem Recht ging der Ritterstand hervor
Stadtrecht
unabhngig davon ob Reichsstadt, landesfrstliche Stadt, etc.
Auch hier: Jede Stadt ein anderes Recht
Kanonisches Recht
entstand anders als Rechtskreise durch Gesetzgebung (Papst) und wurde spter durch Juristen weiterentwickelt
Fr Klerus, manchmal auch Laien (Eherecht, teils Erb- und Schuldrecht)
Reichsrecht
nicht relevant fr Privatrecht. Enthielt nur Materie des ffentlichen Rechts, Verfassungs- und Verwaltungsrecht,
Strafrecht und Lehensrecht
In Urkundenformeln bei Fernkaufleuten wurde oft Angaben ber Rechtskreise gemacht (wie es Recht ist in der
Stadt Wien und in der Stadt Nrnberg)
Rechtsgebiete entstanden aufgrund von sprachlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten.
deutsches Recht
franzsisches Rechtsgebiet
Norden: droit coutumier - Gewohnheitsrecht (coutumes)
Sden: droit crit - schriftlich fixierte Vlkerrechte
hispanisches (iberisches) Rechtsgebiet
spanisches Recht
Recht der oberitalienischen Stadtstaaten (aufgrund intensiver Kontakte untereinander)
skandinavische Recht
Common Law
Ab 13. Jhd Verschriftlichung des Rechtslebens
Komplexer werdende Rechtsverhltnisse wachsendes Bedrfnis nach Rechtssicherheit
Folge: Aufzeichnungen von Rechtsgeschften und Rechtsakten zu Beweiszwecken
Unterschied zu heute: keine abstrakten Normen, sondern konkret angewendete Flle des Gewohnheitsrechts
In Anlehnung an das kanonische Recht (Klster hatten schon lange Urkunden verfasst und archiviert) wurden
Urkundensammlungen (Archive) in stdtischen Kanzleien angelegt
Kirche hatte weit verzweigtes Netz von Schulen, Kleriker wurden in den Fchern des Trivium unterrichtet:
Grammatik, Rhetorik, Dialektik/Logik)
Schulen standen aber auch anderen Stnden offen, sie wurden in den ars dictandi (Kunst des stilistisch
richtigen Verfassens von Texten, vor allem Urkunden ber Rechtsgeschfte) unterrichtet

Formularbcher
... enthielten Muster fr die praktische Gestaltung von Urkunden ber Rechtsgeschfte
als Muster dienten zuerst konkrete Urkunden, spter abstrakte Schablonen
Schablonen fhrten zur Verfestigung und Ausprgung der Institutionen des Gewohnheitsrecht -> Formalismus
und Typenbindung waren die Folge
Rechtsgeschftsbcher entwickelten sich (von Stadtschreibern gefhrt) um Publizitt zu gewhrleisten, die
Eintragung war freiwillig:
Gewerebcher (Eintragung von Eigentum u..)
Kaufbcher (beschrnkte dingliche Rechte Erbleihe, Rentenkauf)
Satzbcher (Pfandrechte)
Urteilssammlungen wurden von wichtigen Gerichten angelegt, sie enthielten wichtige Entscheidungen -> fhrte
zu einer Homogenitt der Gerichtspraxis
Grundstze des MA Rechtswesens: Publizitt, Formalismus, Typenzwang
Verlobung verpflichtete die bergabe der Braut an die Familie des Brutigams
Trauung weiterer Formalakt, der die bergabe Publik machte und somit rechtsgltig
Friedelschaft keine Aufnahme von Braut oder Brutigam in einen neuen Familienverband
Heirat einer Witwe, Heirat standesungleicher Personen (Vermeidung der Standesnderung)
-> im kanonischen Recht nicht erlaubt
Konkubinat formlose Partnerschaft. Kinder waren uneheliche Kinder
[ S. 43 52 ausgelassen! - nachlernen ]
Das Rmische Recht und seine Verbreitung
Im Oberitalienischen Raum entstand die moderne Rechtswissenschaft
Anknpfungspunkt hierfr war aber nicht das antike Rmische Recht, sonder das von Kaiser Justinian I nach
dem Zerfall des Westrmischen Reiches modifizierte Recht. Es diente der Machtsicherung nach dem Zerfall
Westrmischen Reiches.
Corpus Iuris Civilis (um 530)
Digesten (Pandekten) 533
umfangreichster und wichtigster Teil, enthlt Auszge aus Juristenschriften bezogen auf das klassische rmische
Recht. Sie behandelten konkrete Rechtsflle und enthielten Fallsungen, diese wurden von den Juristen
Justinians gekrzt und abgendert (sog. Interpolationen).
Hauptschlich PR, teils R.
Institutionen 533
gekrzte Form der Digesten. Lehrbuch im Rechtsunterricht.
Ordnung: personae res actiones

Beide Sammlungen wurden 533 per Kaisergesetz ausdrcklich mit Gesetzeskraft ausgestattet

Codex 529
Compilationen der Kaisergesetze, wurden vor Justinian verfasst. 534 wurden sie aktualisiert.
Novellen
enthlt Kaisergesetze nach Justinian.
Geltungsbereich war anfangs nur Ostrom, spter nach der kurzfristigen Rckeroberung Westroms auch teilweise
dort.
Hauptschlich wurde in Westrom in der Praxis noch das klassische rmische Recht vor Justinian gelebt
Vulgarrecht
Sonst wurde von den vielen Germanenstaaten auch das dem Personalittsprinzip folgendem Volks- bzw.

Stammesrecht gelebt.
Kapitularien
auerhalb des ehem. westr. R. dauerte es mit ersten Vereinheitlichungen bis zur Mitte des [Link]. Als Karl d
Groe die Kapitularien anfertigen lie. (Hauptschlich germanische Rechtsvorstellungen)
Langobarden
einziger germanischer Stamm, der sein Recht weiterentwickelte.
9. Jhd. In Pavia eigene Rechtsschule entwickelt. Viele verschiedene Rechtsquellen zur lex Lombarda verwoben.
Recht der Langobarden primrrecht, justinianisches Recht wurde lex omnium universalis (Hhere
Rechtsquelle)
Scholastik
Die Wissenschaft der Scholastik begrndet sich auf Philosophischen Schriften von Aristoteles und Platon als
auch theologischen Schriften wie der Bibel.
Aufgabe der Scholastik war es sie richtig zu deuten und zu erklren und widersprchliche Aussagen der
verschiedenen Quellen mittels Interpretation aufzulsen.
Mittels exegetischer Methode (erste Exegese bei Theologischen Texten -> Bibel)
1. Sprachlich- Grammatikalische Analyse
2. Durch Abstraktion allgemeine Regeln festlegen (Scholastik ist deduktiv - Schliet von allgemeinen Aussagen
auf Spezielles)
3. Kontroversen mit anderen Quellen in Einklang bringen
Scholastik wurde im kirchlichen Schulwesen praktiziert, welches sich ber ganz Europa erstreckte.
Schule unterrichtete Trivium (Gramatik, Rhetorik, Logik/Dialektik)
Bologna war der wichtigste Standort und wurde zur Wiege der modernen Rechtswissenschaft prominentesten
Juristen: quatuor doctores (Glossatoren)
Entstehung: Einzellehrer und ihre Scholare lieen sich an einem Ort nieder -> Entwicklung zu Universitas
Juristen wurde vor allem im Zuge des Investiturstreits immer wichtiger Papst und Kaiser wollten Ihre
Ansprche mit Juristen untermauern.
Staufer strebten renovatio imperii (Wiederherstellung des rmischen Imperiums) an
Durch diese Politik wurde das rmische Recht als Kaiserrecht angesehen
Spter wurde mittels des Gutachtens der quatuor doctores dem justinianisches Codex ein umfangreiches
Gesetzeswerk angefgt: authentica

Die zwei mittelalterlichen Schulen des "mos italicus"


Die Legistik
2 verschiedene Zweige: Glossatoren, Kommentatoren
Glossatoren (12 Jhd.)
Antike, lateinische Teile des Corpus Iuris Civilis Gegenstand der Glossatoren
Mit Hilfe der exegetischen Methode bearbeitet Glossen (Erluterungen)zwischen den Zeilen oder am Rand
notiert. Mehrere Glossen ergaben Summen
Verdienst: Durch Glossen und Summen wurde der gesamte Text des Corpus Iuris Civilis berarbeitet und
Zusammenhnge besser angefhrt
Accursius Glossa ordinaria fasste alle Glossen zusammen und wurde allmhlich selbst zur Rechtsquelle. Da
keine Justinianischen, griechischsprachigen Teile behandelt wurden, entwickelte sich die Meinung: graeca non
leguntur
Kommentatoren (Ab dem 13. Jhd.)
Grundlage waren Glossen der Glossatoren, v.a. Glossa ordianria
Glossen waren zu speziell und nicht praxisbezogen, Kommentatoren nderten dies und verfassten abstraktere,
weit gefasste Schriften. Analogie kam zur Anwendung und es entwickelten sich neue Rechtsgebiete
Legistik strahlte von Bologna ausgehend bis nach England, Spanien, Frankreich,.. aus
Paris wurde sogar vorbergehend Zentrum der Legistik, bis Papst im [Link] den Rechtsunterricht verbieten lies.
Das rmische Recht kam nur subsidir zur Geltung, nach dem Statutarrecht (lokal geltendes Recht)
Aber wegen dem Analogieverbot im Statutarrecht (statuta stricte sunt interpretanda) kam es als ius commune

oft zum Einsatz


Auerdem war modernes rmisches Recht Grundlage des Internationalen Privatrechts (Kollisionsrecht) -> Von
der Legistik entwickelte Statutentheorie: kam bei interlokalen Rechtsanwendungsprobleme zum Einsatz
Als wichtigste Vertreter sind Bartolus und Baldus zu nennen.
Dogmatische Beispiele und Innovationen:
Entwicklung des ius ad rem
Todesvermutung bei Verschollenheit (Frher nur mit Zeugen) wichtig fr Erbe
geteiltes Eigentum
starker Praxisbezug
Kollisionsrecht
Die Kanonistik (canones kirchliche Rechtsnormen)
ist die Wissenschaft des Kirchenrechts. Weiter verbreitet als Legistik, aufgrund der kirchlichen Vernetzung
Ebenfalls exegetische Methode, aber Quellen waren die seit dem Hochmittelalter stetig steigende Zahl an
Papstentscheidungen (Dekretalen) und Konzilbeschlsse (Kirchenversammlungen)
Ab Mitte [Link]. Entstand der Corpus Iuris Canonici (CIC), bestand hauptschlich aus Papstentscheidungen,
diese prgten monopolartig die Rechtsbildung der Kiche
CIC waren mehrere Bcher -> Decretum Gratiani (DG) + amtliche Sammlungen der Dekretalen
DG von Mnch namens Gratian in Bologna zusammengestellt, und homogenisiert (Auflsung von
Widersprchen) welche sich mit exegetischer und scholastischer Methode mit canones beschftigte
(Konzilbeschlsse, Papstentscheidungen, Bibel, etc.)
Wurde Begrnder der ersten Schulde des Kirchenrechts: Dekretisten
Sie befassten sich (zeitgleich wie Glossatoren) ab [Link] mit dem DG.
Dekretalisten folgten vor Mitte des [Link] (etwas frher als Kommentatoren) und behandelten die anschlieend
folgenden Ppstlichen Rechtssammlungen. Auerdem schrieben sie consilien (Gutachten)
Liber extra 1234
Bestand aus 5 Bchern - ergnzte DG mit weiteren Papsbeschlssen > amtliche Feststellung des
Kirchenrechts (vorher nur in unbersichtlichen privaten compilationes zusammengefasst)
Weitere Beschlsse wurden in einem sechsten Buch zusammengefasst liber sextus 1298
Letzte amtliche Sammlung 1317 von Klemens V. Veranlasst Clementinae.
Danach verlor Papst immer mehr an Macht.
Mit Konzil v Trient (Mitte [Link]) erfolgte Bereinigung der wieder unbersichtlichen Rechtslage
1582 erfolgte amtliche Gesamtausgabe CIC
Wichtiger Vertreter: Johannes Teutonicus ([Link] [Link].) - Verfasste Glossa ordinaria zum Decretum Gratiani
Dogmatische Beispiele:
weltlicher Einfluss: Prozessrecht
PR: Eherecht, Personenstandsrecht, Erbrecht, Schuldrecht
Moraltheologie (Die Lehren vom guten Glauben, Vertragstreue, Billigkeit, etc.)
Testierfreiheit gefrdert
- wollte ein Jurist damals das Doktorat erreichen, musste er in beiden Rechten gelehrt sein: doctor utriusque iuris
Rechtswissenschaften im heimischen Raum
Einen hheren Stellenwert hatte das kanonische Recht, dem rm. Recht kam kaum Bedeutung zu. Es diente
hauptschlich zur Untermauerung von Herrschaftsansprchen
Ausbreitung
erfolgte ber importiertes Wissen von Klerikern vorwiegend aus dem Oberitalienischen Raum (vorzugsweise
Padua, Siena, Pavia) meistens Kanonisches Recht
Rechtswissenschaft entwickelte sich nicht aus dem Gewohnheitsrecht sondern aus den gelehrten Rechten
(Kanonisches Recht / Legistik)

Heimischer Unterricht zunchst nur an Domschulen und Klstern


1365 erste Universitt in Wien (Initiative von Rudolf IV) -> Universitten waren die ersten hheren
Bildungseinrichtungen neben den kirchlichen Einrichtungen. Sie entstanden entweder durch Frstlichen Akt (wie
in Wien), oder sie entwickelten sich von alleine (wie in Bologna)
berwiegender Teil Kleriker. Der Papst bertrug Fallweise juristisch gebildeten Klerikern (Klerikerjuristen /
iudices delegati) seine Gerichtsbarkeit. Diese wickelten vor Ort (nicht wie sonst in Rom) das Verfahren ab.
Angewendet wurde Gewohnheitsrecht und Kanonisches Recht.
Spter entstanden als stndige bischfliche Gerichte die Offizialate
Nachfrage an Juristen in der Landesherrschaft stieg im Sptmittelalter sowohl im weltlichen als auch im
kirchlichen Bereich:
Ratgeber, Professionalisierung von politischen mtern, Aufbau von Behrdenstrukturen
Behrdenstrukturen die auf Dauer bestanden (also Herrscher berlebten) fhrten schlielich zu institutionellen
Flchenstaaten
Auch in der Stadtherrschaft entwickelten sich sog. Stadtschreiber
Es war eine standesunabhngige "Karrieremglichkeit"
Aufzeichnungen
Rechtsbcher (oft Spiegel genannt, da sie das Recht wiederspiegeln)
=europaweite, abstrakte (gesetzeshnliche) Aufzeichnungen heimischer Gewohnheitsrechte zwischen 1200 und
1500 keine Gesetzgebungsakte, nur schon geltendes Recht!
Angewendet bei Land-, Lehens- und Stadtrecht
Sie ersetzten die fehlende Gesetzgebung der Kaiser im Interregnum
Vorbilder waren kirchliche Rechtsbcher wie liber sextus / extra
Normalerweise waren Rechtsbcher nur in kleinen Gebieten gltig (zB Stadtbcher), Ausnahmen:
Sachsenspiegel 1230
wurde als gesetzesgleiche Quelle in Mitteleuropa anerkannt
verfasst von offensichtlich gut Ausgebildeten Autor
eine handschriftliche Version des Sachsenspiegels beeinflusste den spter entstandenen....
Schwabenspiegel 1375
wichtige Rechtsquelle des Gewohnheitsrecht im Gebiet des heutigen Bayern und sterreich
Weistmer (berwiegend Hofrecht)
generell abstrakte Gesetzesaufzeichnungen von allen Rechtskreisen (stdtische Weistmer, Verfassungsrecht,
vor allem aber im Hofrecht) nicht auf privaten Initiative (wie bei Rechtsbchern), sondern auf Initiative der
Obrigkeit
Sie befassten sich (anders als Rechtsbcher) nicht mit dem gesamten Gewohnheitsrecht, sondern mit einzelnen
Rechtsfragen hypothetische Flle wurde hnlich wie in einem Gerichtsverfahren behandelt
Sie stellten also generell-abstrakt formulierte Tatbestnde auf, die frknftige Flle bindend waren (! hnlich
Gesetze)
Obrigkeit erkannte die Mglichkeiten schnell und im Laufe der Zeit wurden bei Neufassungen von Weistmern
nderungen zu Gunsten der Obrigkeit durchgefhrt
Entwicklung der Gesetzgebung
Begriffe
Gebote - Herrschaftlicher Akt (zuerst in der Kirche -> Papst)
Satzungen - "durch Konsens" verndertes Recht -> Stdte
die Setzung von neuem Recht entstand im heimischen Raum im Stadtrechtskreis
Besonderes Privileg der Stadtherren: das Stadtrecht durfte nach besonderer Vereinbarung mittels Satzungen
autonom gestaltet werden
Rechtsetzung im PR traten im Sptmittelalter signifikant in Wien hervor.

Wiener Stadtherren setzten sich ber die Gewohnheitsrechtlich geregelten Rechtsgeschfte ber Erbgter
hinweg und hoben in mehreren Schritten schlielich 1420 per Gesetz den gewohnheitsrechtlichen Beisitz auf.
Problem: Gesetzgebung war normalerweise im Mittelalter nicht effektiv und setzte sich selten durch.
Je weniger Vertragspraxis durch Gesetze berhrt wurden, desto eher konnten sie sich durchsetzen
Rechtsangleichung
Weistumsfamilien
Hufig kam Rechtsangleichung bei gleichartigen/benachbarten Rechtskreisen vor, etwa wenn ein Herrscher
mehrere Grnde besa -> Vereinheitlichung des Hofrechts durch Weistumsfestellung
Stadtrechtsfamilien
bestehend aus Mutterstadt und Tocherstdte. Mutterstadt leitete ihr Recht auf Tochterstdte ber.
Oberhof war in Mutterstadt beheimatet: Tochterstdte holten Rechtsausknfte beim Oberhof ein
Bewidmung: Gemeinsamer Stadtherr bertrug das Recht
Rezeption: Recht wird von Brgergemeinde bertragen
Wichtige Stadtrechtsfamilien
Lbeck, Magdeburg (teilweise 100 Tochterstdte)
Wien mit Klosterneuburg, Krems, Prag, Wiener Neustadt,...
Wiener Stadtgericht entwickelte sich aber nie zu einem Oberhof, somit keine echte Stadtrechtsfamilie
PRG der Frhen Neuzeit
Gekennzeichnet durch: Rechtspluralismus, steigende Gesetzgebung, Allmhliche Professionalisierung d. Rechts
Der juristische Humanismus
Der mos gallicus
Die antike rmische Rechtskultur sollte rekonstruiert werden, um fr die Gegenwart Nutzen zu ziehen
Bearbeitet wurde ebenfalls der CIC, aber nichtmehr als autoritres Werk, sondern als historische Quelle
Interpolationen wurden entfernt, man Versuchte den ursprnglichen vor-justinianischen Text wiederherzustellen
Werke wie glossa ordinaria oder Werke von Bartolus und Baldus, der ganze Mos italicus wurden abgelehnt
Die systematische Methode entstand: Rationale Ordnung des Rechtsstoffes (nicht mehr Harmonisierung wie bei
scholastischer / exegetischer Methode)
Mos gallicus hatte wenig Einfluss auf das praktische Rechtsleben, der mos italicus blieb vorherrschend, es
nderte sich aber der Blickwinkel auf das Recht unantastbare Authortt wurde in Frage gestellt.
Heimisches Recht trat in den Vordergrund
Der mos gallicus entwickelte sich in Bourge in Paris hatte der Papst das Lehren des rm. Rechts verboten
Wichtige Juristen: Alciatus und Budaeus (beide in Bourge)
Der jurisitsche Humanismus im Heiligen Rmischen Reich
Der erste Vertreter des juristischen Humanismus in D: Zasius -Stadtgerichtschreiber und Professor Uni Freiburg
Basel: Sebastian Brant
Sachsen wehrte sich gegen mos gallicus, man wollte keine Juristen ausbilden, die in der Praxis versagen
Der juristische Humanismus im Gebiet des heutigen sterreich
sterreichischer Humanismus blieb sehr Praxisbezogen
Bernhard Walther studierte bei Alciatus. Schrieb einen Teil des sterreichischen Landesrechts Fest Differentienliteratur: er stellte (hnlich usus modernus pandectarum) einheimische Rechte den geschriebenen
gegenber (diese sollten subsidir angewendet werden)
erster namhafter sterreichischer Jurist. Vater der sterreichischen Jurisprudenz
Rezeption ("Romanisierung der Rechtskultur")
= Gesamteuropisches Phnomen der Verwissenschaftlichung der Rechtskultur seit dem Hochmittelalter.
-> Professionalisierung der Rechtsanwendung -> Grundstein fr die Entstehung des Gesetzgebungsstaates
-> nderung des Rechtsverstndnisses
-> Verdrngung des heimischen Rechts
Enger Zusammenhang mit der Entstehung der institutionellen Flchenstaaten (vermehrt Juristen statt Laien)

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Rechtfertigung der Rezeption (bzw. der Anwendung des gemeinen Rechts statt des Gewohnheitsrechts) im
Heiligen Rmischen Reich wurde durch renovatio imperii | Lotharische Legende begrndet. Als die Legende
aufflog fhrte dies zu einem Autorittsverlust und somit zur Entstehung des usus modernus pandectarum
Tatschlicher Rezeptionsverlauf
Herman Conring widerlegte im [Link] die Lotharische Legende.
Tatschlich wurde es durch tagtgliche Anwendung der Juristen rezipiert und erlangte dadurch Geltung.
Ab [Link] vordringen der gelehrten Rechtsprechung
Reichskammergericht musste ab 1495 zumindest zur Hlfte aus gelehrten Juristen bestehen -> Ab sofort
hauptschlich Rechtsprechung in gemeinen Rechten, Heimische Rechte wurden verdrngt
Salvatorische Regel besagte, dass gemeines subsidir nach heimischen anzuwenden sei. Allerdings fehlten oft
Belege des heimischen Rechts, weshalb oft gemeines angewendet wurde (auer zB in Gebieten des
Sachsenspiegels, hier waren Belege des Gewohnheitsrechts vorhanden)
Der Buchdruck forderte ebenfalls die Verbreitung. Bcher ber rm. Recht konnten billig und schnell produziert
werden.
Klagspiegel (von Brant) und Laienspiegel populistische Bcher ber rm. Recht wurden verbreitet
Kameralistik = Erkenntnisse des RKG wurden wissenschaftlich bearbeitet und verffentlicht
Kritik
- Juristen meist nur halb Ausgebildete, da Doktorat (=Legistik und Kanonistik) nur im Ausland mglich
- Juristen hatten wenig Kenntnis von Gewohnheitsrecht
Folge der Rezeption
Abhngig von der Ausprgung des heimischen Rechts:
- vllige Ablehnung (Schweden, GB)
- keine Auswirkungen (Vorarlberg, Salzburg)
- neue Mischformen entstanden (zB Ius Romano-Germanicum)
Frhneuzeitliche Gesetzgebung
Reich
Rm. Recht galt als Kaiserrecht und war somit Reichsprivatrecht, deshalb fanden kaum nennenswerten
Gesetzgeungsakte statt. Nur Reichsnotariatsordnung und Reichspoliceyordnungen
Lnder
Privatrecht auf Landesebene erheblich bedeutender
Landrechte regelten Zivil- und Zivilprozessrechte. Wurden im [Link] zahlreich neu aufgezeichnet und ltere
berarbeitet mit romanisierender Tendenz (Grund: Gewohnheitsrecht oft zu unklar)
Landrechtsreformationen
Landespoliceyordnungen ergnzten und erweiterten Reichspoliceyordnungen und griffen stark in PR ein
sterreich Tirol erlie Landesordnungen (Bauernlandesordnung) gegen Anwendung des gemeinen Rechts,
erst zu Beginn des [Link] wurde der subsidire Einsatz des gemeinen Rechts vom Frsten legitimiert, wegen
Beschwerden des Landtags
- Nid und Ob der Enns nur Landrechts- und Landesordnungsentwrfe
- Rest kaum Vernderungen
Stdte
Stadtrechtsrefomationen wurden meist mit gemeinrechtlicher Tendenz durchgefhrt
Teilweise wurden erst Stadtrechte eingefhrt (zB Wiener Stadtrecht 1526)
Untergerichte bestanden nur aus Laien, Obergerichte (zB RHR, RKG) zu einem Mindestteil (meist die Hlfte) an
Gelehrten, der Rest waren Laien
Usus modernus pandectarum
Nach entlarvung der Lotharischen Legende durch Hermann Conring konnte Anwendung des gemeinen Recht in
complexu nicht mehr gerechtfertigt werden fhrte zu einem Nebeneinander der beiden Rechte ius commune
Glossierte Texte konnten frher ohne weitere Nachprfung verwendet werden, nach der Entlarvung umdrehung:
Geltung rmischer Rechtsstze konnten in Frage gestellt werden, so lange nicht der Beweis fr ihre tatschliche
Rezeption erbracht worden ist.

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Groe Herausforderung fr Juristen, da viele Quellen und an jedem Ort anders. Methode des mos gallicus
nicht mehr zielfhrend - mos italicus wurde wieder angewendet, weil praxisbezogener
Diese neue eigenstndige wissenschaftliche Methode wird usus modernus pandectarum genannt (Titel eines
Lehrbuches von Manuel Stryk)
Es ging dem usus modernus um eine praxisbezogene Beschftigung mit dem heimischen Recht und um eine
vernderte Anwendung des heimischen Rechts, nmlich mit gesicherten theoretischen Fundamenten. Im
Vordergrund stand die Gerichtspraxis -> Deshalb auch forensische Jurisprudenz
Geeignetes Privatrecht im Reich fr den usus modernuns war das ius romano-germanicum
Lehrbcher und Compendia traten vermehrt auf, auch erstmals Rechtslexika
Neue wissenschaftliche Literaturgattung: Traktate (praxisorientierte Monografien. Wurden oft wie Gesetze
behandelt)
Ius Romano-Germanicum
= gemeinrechtlich-heimisches Mischrecht (Partikularrechte + Rmisches Recht), entwickelte sich ab der
Rezeption und intensiviert im Usus modernus pandectarum.
Ende des Ius Romano-Germanicum mit Beginn der naturrechtlichen Kodifikationen
Praxis:
Gemeinrechtliche Institute umgehend/verzgert aufgenommen (besonders wenn heimisches R.
lckenhaft)
Teilweise Modifikationen des gemeinen R. durch die Praxis
Manchmal wurde gemeines R. Ignoriert
Dogmatische Beispiele
1.) Personen- / Familien- / Erbrecht
Vollkommener Mangel der Geschftsfhigkeit von Kinder unter 7
Geschftsfhigkeit von Minderjhrigen
Volljhrigkeit
Todesvermutung bei Verschollenheit von der Legistik bernommen (Wichtig bei Erbrecht)
Erbrecht an justinianisches System angepasst
Testierfreiheit inklusive Testiersystem bernommen
2.) Sachen- / Schuldrecht
Im Sachenrecht viele Mischformen entstanden (v.a. im Ius Romano-germanicum)
Ersitzung bernommen
Regelungen ber den Fruchterwerb bernommen
Institution der Hypothek bernommen
Servitut war gemeinrechtlich-heimische Mischform
Neukonstruktion: Familienfideikommiss
Sondervermgen einer Familie, das ungeteilt in der Hand eines Familienmitglieds blieb. Der Inhaber erhielt nur
den Ertrag des Vermgens zur freien Verfgung. Dadurch blieb die vermgensrechtliche Grundlage fr eine
Familie und ihre soziale Stellung gesichert.
Schuldrecht am umfassendsten reformiert
Konsensualvertrag setzte sich durch (ein Vertrag der durch bloe Willensbereinstimmung zustande
kommt)
Irrtumslehre wurde eingefhrt (nur beachtliche Irrtmer, keine Motivirrtmer fhrten zu Nichtigkeit)
Zinsverbot wurde abgeschafft, Wucherverbote eingefhrt (max. 5-8%)
Im Mietrecht eine Verschlechterung der Rechtsstellung des Mieters
Kanonisches Recht
Nach der Reformation unterschiedliche Entwicklungen. Es wurde unbeliebt, da es das Papstrecht war.
Katholische Lnder: Eherecht blieb Disziplin des Kirchenrechts, wurde aber reformiert
Protestantische Lnder: kirchliche Eherecht durch weltliche Ehegerichtsordnung ausgetauscht
Die Differentienliteratur stellt die Rechte gegenber und arbeitet die Unterschiede heraus, um dem Richter die
Anwendung zu erleichtern und um dem einheimischen Recht zum Durchbruch zu verhelfen

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Mitte [Link] bis 1848 Verfassungsrecht


Von der Lnderverbindung zum Kaisertum sterreich 1804
Federfhrend bei der Vereinigung der Lnder zum Kaisertum waren Maria Theresia (1740-1780) und vor allem
Joseph II (Sohn v Maria Theresia) (1780 - 1790). Die Vereinigung zog sich von Mitte bis Ende des [Link].
Der Vorgang ging auf Kosten der verfassungsrechtlichen Positionen der einzelnen Lnder. System der bis dahin
dualistischen Stndestaaten ging auf einen Staat mit fderalistischer Struktur ber:
Gouvernmentsbezirke bzw. Provinzen meist mehrere Lnder zusammengefasst
Kreise (nicht mehr Lnder)
Aufgeklrter Absolutismus
Absolute Stellung des Monarchen, allerdings hatte Monarch bei allen Regierungshandlungen das Wohl des
Volkes im Auge. Brger hatte keinerlei aktiven Anteil an Staatsgeschehen. Er wurde wie ein Unmndiger
bevormundet und kontrolliert (alles fr das Volk, nichts durch das Volk)
Monarch wurde als Staatsorgan aufgefasst. Er stand jedoch nicht ber dem Staat, sondern war ein wesentlicher
Teil davon. Reformschwerpunkte:
Aufbau eines Machtstaates, dem ausschlielich alle obrigkeitliche Gewalt zukommen sollte
Schaffung eines geschlossenen Staatskrpers
Ausschaltung der Landstnde
Einheitlicher Untertanenverband (Ausschalten von jeder intermediren Gewalt)
Verstaatlichung aller gesellschaftlicher Ebenen (auch Kirche)
Mittel zur Verwirklichung waren Behrden-/Rechts- und Religionsreformen
Behrdenreform
Reform bei Behrdenaufbau der Lnderverbindung (Abbau des Anteils der Landstnde)
Grundsystem: Gemeinsamer Landesfrst (=Monarch) Staatsrat zur Koordinierung und Leitung der
Zentralbehrden, keine Exekutivgewalt nur Berater des Monarchen
Haus-/Hof- und Staatskanzlei wurde eingerichtet Auenpolitik, Diplomatie, Belangen des Hofes
Hofkanzlei fr innere Belangen, Hofkammer fr Finanzielles
Mittel- und Unterbehrden schalteten in weiterer Folge bestehende Landesbehrden aus
Lokale Ebene wegen finanziellen Grnden und Wiederstand der Stnde nicht staatlich organisiert.
Aber: Einschrnkung der Autonomie der Stdte durch Magistratsverfassung (1783)
Rechtsstellung der Bauern reguliert und verbessert. Teilweise Abschaffung der Leibeigenschaft.
Bauern konnten sich mit Beschwerden an Kreisamt wenden.
Rechtsreformen
Kodifikationen entstanden = Vereinheitlichung der lnderweise unterschiedlichen Rechtsordnungen durch
allgemeine Gesetze welche fr alle Lnder wirksam waren.
-> Neben Zentralbehrden wirkungsvollstes Mittel zur Einheitlichkeit des Staates
Beamtenschaft wurde ausgebaut zur Untersttzung der staatlichen Herrschaft.
Der Aufbau eines Berufsbeamtentums, rekrutiert aus dem Brgerstand, zog die Zurckdrngung des Adels aus
der Brokratie nach sich.
Religionsreformen
Die katholische Kirche wurde dem Staat vllig untergeordnet
Die Kirche wurde auf den geistlichen Bereich zurckgedrngt, der Staat machte sich aber den kirchlichen
Apparat zu nutzen. Kirchliche Gerichtsbarkeit auerhalb geistlicher Angelegenheiten wurden abgeschafft.
(Aus Sicht des Staates) unntze Orden wurden aufgelst, das Vermgen finanzierte die katholische Kirche bis
1938. Einflussnahme auslndischer Bischfe unterbunden, Kontakt zum Heiligen Stuhl kontrolliert
Katholizismus blieb Staatsreligion, aber Toleranzgesetzgebung (v.a. Toleranzpatent 1781) erlaubte Protestanten

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und Orthodoxen die Private Religionsausbung, Rechtsstellung der Juden verbessert


Es war aber verboten keiner oder einer nicht vom Staat erlaubten Konfession anzugehren
Ergebnisse
Gesetzgebung wurde staatliches Steuerungsinstrument -> Entwicklung zum Gesetzesstaat
Es sollte aber das Gesetz herrschen und nicht die Behrden, daher sollten Publikationen der Gesetze Klarheit
verschaffen: Justitzgesetzsammlung (Privat- Straf- Verfahrensrecht), Politische Gesetzsammlung (Verwaltung)
Auerdem ber Separatdruck und ber Wiener Zeitung
Funktionelle Abtrennung der Justiz von der Verwaltung im Behrdenwesen in mittlerer Ebene des Staates
(Gouvernmentsbehrden).
Monarch alleinige und unbeschrnkte Gesetzgebungskompetenz, Machtsprche des Monarchen in der Justiz
waren erlaubt und blich (d.h. Keine Trennung von Gesetzgebung und Justiz)
Um 1800 prsentierte sich die Habsburgermonarchie als monarchischer Einheitsstaat, aber mit differenzierten
Fderalismus (Habsburgische Erblnder wie oben beschrieben, Ungarn anderes System!)
Das Kaisertum sterreich 1804 bis 1848
1804 entstand durch Annahme deserblichen Kaisertitels der amtliche Namen des Staates (Lnderverbindung
vorher ohne Amtlichen Namen) -> Kaisertum sterreich (Gleichzeitige Kaiserkrnung Napoleons)
1805 bis 1813 verlor Kaisertum sterreich viele Lndereien an Napoleon und seine Verbndeten und
schrumpfte zu einem Binnenstaat.
1814 wurden im Zuge des Pariser Friedens und der Niederlage Frankreichs fast alle Lnder zurck an
sterreich bergeben.
Als Schutzschild gegen die neuen Ideen wie Liberalismus und Nationalismus (die kurzzeitig an Frankreich
bergegangenen Gebiete sprten kurzzeitig den Geist der Franzsischen Revolution) galt die stabile
bestehende Verfassung. Gefhrliche Ideen wurden vom Polizeiapparat unterdrckt und die Zensur verstrkt

Heiliges Rmisches Reich und Deutscher Bund


Ende des Heiligen Rmischen Reichs
In Europa entwickelten sich moderne Territorialstaaten (Frankreich, England), Heiliges Rmisches Reich blieb
durch veraltete Verfassung weiterhin dualistischer Stndestaat.
sterreich und Preuen erlangten politische bermacht durch modernes monarchisches System. Zustzlich
entbrannte die Franzsische Revolution (1789), in weiterer Folge kamen die napoleonischen Truppen. -> fhrte
zu Verfassungsreform nach dem Krieg -> Reichsdeputationshauptschlu (RDHS) 1803
RDHS war geprgt von Skularisierung (geistliche Territorien wurden aufgelst und weltlichen Herrschern
unterstellt zB Salzburg an Habsburger) und Mediatisierung (Mediatisierung hie, dass ein zuvor
reichsunmittelbares Gebiet mittelbar wurde, also einen Landesherrn bekam)
Ab 1805 erklrten sich zahlreiche deutsche Lnder fr souvern (Bayern, Baden, Wrttemberg) und schlossen
sich zum Reinbund zusammen (unter Franzsischen Protektorat)
1806 forderte Napoleon Kaiser Franz II zum Rcktritt auf, der daraufhin das Heilige Rmische Reich auflste.
Alle Lnder wurden damit souvern.
Der Deutsche Bund
Nach der Niederlage Napoleons, besiegelt durch den Pariser Frieden 1814 wurde Europa im Zuge des Wiener
Kongresses neu geordnet (1814-1815)
Die deutschen Bundesakte 1815(=Verfassung des dt. Bundes) wurden verabschiedet und begrndeten damit
den Deutschen Bund. Ergnzt wurde die Verfassung durch die Wiener Schlussakte 1920
Die Rechtsnatur des dt. B. war die eine Staatenbundes mit bundesstaatlichen Elementen. Es gab
Einschrnkungen der einzelstaatlichen Souvernitt durch die Bundesverfassung (zB Unauflslichkeit d
Bundes). Auerdem war stets das Monarchische Prinzip zu wahren.

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Die Bundesgewalt wurde durch Bundeszwecke bestimmt. Wichtige Punkte:


Bundesintervention (Bund konnte einzelstaatliche Regierung bei Aufrechterhaltung der inneren Ordnung
untersttzen)
Bndnissverpflichtungen bei Angriffen auf Bundesgebiet
Bund vermittelte bei inneren Konflikten
Einziges Organ des Bundes war die Bundesversammlung (Bundestag) unter sterreichischem Vorsitz in
Frankfurt a.M.
BV war eine Delegiertenversammlung der dt. Regierungen.
Kompetenz: Bundesbeschlsse fassen
Die grte Gefahr fr den Bund waren im Inneren zu finden: Bund reaktionr-repressive Politik gegen
Demagogen, mit liberal-demokratischen und nationalen Ideologien.
Revolutionsangst gipfelte in Karlsbader Beschlssen (1819):
Verbot der ffentlichen schriftlichen Meinungsfreiheit und der Burschenschaften, die berwachung der
Universitten, die Schlieung der Turnpltze (Turnsperre von 1820-1842), die Zensur der Presse und Entlassung
und Berufsverbot fr liberal und national gesinnte Professoren, die ihre Einstellung ihren Schlern vermittelten.
Preuen und sterreich kmpften um die Macht des Bundes.
Preuen grndete 1933 den deutschen Zollverein ohne sterreich (ZV war Nebenbuhler des dt. B.) ->
Grundstein fr den Konflikt im die Vorherrschaft im dt.B.
Verhltnis sterreich zum Deutschen Bund 1815-1848
sterreich trat nur mit deutschen Erblndern dem dt.B. bei, Rest blieb drauen (Ungarn, Lombardo-Venetien,
Galizien)
Hatte Vorsitz im dt.B., versuchte demokratische, nationalistische Bewegungen zu unterdrcken

Mitte [Link] bis 1848 Privatrecht


Naturrecht Vernunftrecht
An die Stelle eines gttlichen Naturrechts trat ein Menschliches, in der Gestalt des sog. Vernunftrechts
Im Zentrum des Vernunftrechts stand die Natur des Menschen, nicht mehr der gttliche Willen. Der Kern war
die Freiheit des Menschen. Regeln die nur auf faktische Machtverhltnisse beruhten, oder unvernnftig waren
hatten keinen Platz.
Das Naturrecht trat zwangslufig in ein Spannungsverhltnis zu den vorherrschenden Rechten.
Grundprinzipien des Naturrechts:
Rechtssubjektivitt des Menschen
Freies Eigentum
freie Willensbettigung im Rahmen der Vertragsfreiheit
Gesellschaftsrecht
-> Gesellschaftsvertragslehre war geboren (Staatstheorien)
-> Begrndung von Menschenrechten -> "Gleichheit aller" im Naturzustand
Grundstze konnten durch logische Deduktion zu konkreten Rechtsstzen geformt werden.
Andersrum konnten aus mehrfach auftretenden konkreten Rechtsstzen allgemeine Formulierungen induziert
werden.
Wirkte durch Logische struktur ordnend auf unbersichtlich gewordenes ius Romano-Germanicum

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Dogmatische Beispiele
Fnfteilung des Privatrechts auf Vernunftrecht zurckzufhren
Vertragsfreiheit mit Konsensualvertragsgrundsatz, kein Typenzwang, Formfreiheit
Persnlichkeitsrechte wurden deduziert (daher enge Verbindung zu Vlkerrechten)
moralische (=jur.) Personen entstanden
Eigentumsfreiheit
Die naturrechtlichen Kodifikationen
Ideale: Klarheit und Krze, Auch von Laien verstndlich, umfassen, vollstndig, abschlieend, systematisch
Wenn nicht erfllt, dann "nur" Kompilation
Hintergedanken: Vereinheitlichung des Rechts, Verkrzung von Prozessen, Bindung der Justiz an die Gesetze
Reaktion auf die unbersichtlich gewordenen Rechtssysteme (ius romano-Germanicum, common law)
Kodifikation ist die systematische Zusammenfassung des fr einen bestimmten Lebensbereich geltenden Rechts
in einem zusammenhngenden Gesetzeswerk (Gesetzbuch).
Die naturrechtlichen Kodifikationen waren ein Ergebnis der Aufklrung (Kodifikationen hatte es schon vorher
gegeben).
Es schuf die Voraussetzungen fr die moderne Gesetzgebung (Sprache, Technik).
Aufgeklrter Absolutismus hatte groes Interesse an den neuen Gesetzen Durchdringung der Gesellschaft
Geschftsstil wurde die neue jur. Sprache genannt Mglichst einfach, keine ausschweifenden
Schachtelstze, einfache Grammatik. Normen sollten deutlich und einfach sein, damit sie jeder versteht
Vernunftrechtliche Kodifikationen erlangten vor allem in Staaten mit vielen unterschiedlichen Stnden (zB
sterreich) groe Bedeutung: Rechtsvereinheitlichung fr alle Stnde fhrte zu Strkung des Gesamtstaates.
Daher groer Wiederstand von Adel und Kirche (weil sie Sonderrechte verloren), deshalb dauerten Kodifikation
teilweise sehr lange.
Waren Kodifikation nicht alleingltiges Recht und bestanden weitere Rechte noch nebenbei, so nannte man sie
nicht Kodifikationen, sondern Kompilationen (deshalb quasi Vorlufer der Kodifikationen)
Wichtigste Kompilation: Codex Maximilianeus Civilis in Bayern
Das Allgemeine Landrecht fr die preuischen Staaten
Das ALR kann als Gesamtkodifikation mit dem umfassenden Anspruch der frhneuzeitlichen Landesordnungen
charakterisiert werden. Die Gliederung lehnte am Vernunftrecht an, der Inhalt am ius romano-Germanicum und
der heimischen Rechte.
Ursprnglich als subsidires Gesetzbuch konzipiert, wurde es doch meist primr angewendet fehlende
Rechtsquellen
ALR bewirkte dennoch keine Rechtsvereinheitlichung in manchen Gebieten Preuens wurde Code Civili
angewendet (ehemalige Napoleonische Gebiete)
Privatrechtliche Teile des ALR galten dennoch bis zum Inkrafttreten des BGB 1900.
Der Code Civil
Chaotisches System in Frankreich, wegen:
zwei unterschiedlichen Privatrechtlichen Rechtsgebieten (droit crit im sden, droit coutumier im norden)
vereinzelt knigliche Gesetzgebungsakte
droit intermdiaire (unzusammenhngende Gesetze whrend der Franzsischen Revolution)
Unter groer Mitwirkung von Napoleon erstmals (nach davor an Unruhen gescheiterten Kodifikationsversuchen)
1804 erste Kodifikation: Code Civil des Francaise
CC war reine Zivilrechtskodifikation und stellte erstmals Einheit im Zivilrecht her.
Gliederung nach Vernunftrechtlicher berlegung in drei Bcher.
CC war fr damalige Zeit modernes Gesetzbuch, wurde nicht nur in Frankreich positiv angenommen (Teilweise
Rezeption und Verbreitung in Westdeutschland, Rheinbundstaaten, Kroatien, Oberkrnten, Osttirol,

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Oberitalien,...)
Im zuge des CC entwickelten sich exegetische Rechtsschulen: die italienisch-sterreichische
Rechtswissenschaft (Lombardo-Venetien) und cole de l'exgse (Frankreich) bzw. eine spezielle Form dessen
das Rheinische Recht
Das ABGB
Anstelle der verschiedenen Landrechte sollten Allgemeine Gesetze treten, die in allen Lndern galten. Der
einheitliche Behrdenapparat in der Monarchie sollte auch ein einheitliches Gesetz vollziehen.
Die Rechtseinheit sollte die Stellung des Monarchen gegenber den Stnden festigen.
Besonders Kaiserin Maria Theresia forcierte diese Gesetze (ab 1753 siehe u.a. Preuen u Bayern).
Rechtsvereinheitlichung in folgenden Bereichen schon abgeschlossen:
Justizrecht. Allgemeine peinliche Gerichtsordnung 1768
Zivilprozessrecht: Allgemeine Gerichtsordnung (AGO), Allgemeine Konkursordnung 1781
Allgemeines Strafgesetz 1803
Unter diesem Kontext entstand dann auch die Zivilrechtskodifikation.
Das ABGB ist als Allgemeines Gesetzbuch ein Teil einer ganzen Reihe von Allgemeinen Gesetzen (s.o.)
Smtliche geltenden Normen, auf die Gegenstnde dieses allgemeinen brgerlichen Rechtes sich beziehen
wurden aufgehoben.
Das ABGB galt zwar fr die gesamte Bevlkerung, hob aber das Stndesystem nicht auf, es schuf also keine
Gleichheit in der Bevlkerung. Es enthielt ohne dies zu deklarieren stndisch gebundene Rechtsinstitute
(Familienfideikommiss, geteilte Eigentum, Heiratsgabensystem...)
Entwurf des Codex Theresianus 1766 enthielt bestehende Landrecht, die zu einem Gesetzestext verarbeitet
wurden. Verarbeitet von einer Kompilationskommission
Problem: Zu viel Umfang, lehrbuchhafter Stil -> wurde nicht von Kaiserin sanktioniert
Bernhard von Horten krzte den Text auf die Hlfte (Auftrag der Kaiserin)
1780 Regierungsantritt Joseph II, neuer Schwung fr Zivilrechtskodifikation.
1786: Erbfolgepatent und Teil ABGB (spter Josephinisches Gesetzbuch genannt)
1790: Joseph II verstarb weitere Gesetzgebung auf Eis gelegt
1797: erste moderne Zivilrechtskodifikation Europas Brgerliches Gesetzbuch fr Galizien (BGBG) (auf Basis
des Entwurf Martini 1796) Test, ob System in der Monarchie funktionieren wrde
1.1.1812: ABGB tritt in Kraft nach mehrfacher berarbeitung des Urentwurfes (BGBG) v.a. durch Franz von
Zeiler. Kundmachung erfolgte schon im Juni 1811
Rumlicher Geltungsbereich: ABGB fr die gesamten deutschen Erblnder der sterreichischen Monarchie
= ehemalige Lnder des HRR, daher deutsche Erblnder -> nicht Ungarn, Kroatien, Siebenbrgen
Nach Niederlage Napoleons auch in Teilen wo bis dahin der CV galt (Krnten, Salzburg)
Synthese folgender Rechtsgebiete: Gemeines Recht, heimisch-deutsches Gewohnheitsecht, wenig kanonisches
Recht
Die Verarbeitungstechnik folgte vernunftrechtlichen berlegungen (zu erkennen zB bei den jur. p. und bei den
Persnlichkeitsrechten)
ABGB wurde bis Mitte d [Link] nicht novelliert, sondern durch authentische Interpretation abgendert
(Novellierungen htte das Eingestndnis von Fehlern nach sich gezogen).
-> Authentische Interpretation ex tunc (Rckwirksam) // Novellen ex nunc
Die kodifikationsdominierte Rechtswissenschaft
Die exegetische Schule zum ABGB
Die Anwendung der von der Legistik entwickelten exegetischen Methode auf die neue Quellenbasis
(Kodifikationen) bezeichnet man als Exegetische Schule, bzw. Exegetik.
Teil ABGB bzw. Erbfolgepatent (1786 von Rudolf II) waren erste Ergebnisse der Exegetik.

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Kommentare lieferten Erklrungen zum ABGB erstes Kommentar 1811-1813 von Franz Zeiler selbst in vier
Bnden.
Rechtsfortbildung durch Exegetik verdeckte Rechtsfortbildung
Die exegetische Schule entfernte sich teilweise in ihren Kommentaren und Erklrungen vom eigentlichen Inhalt
des Gesetzes, wo sie den Text ursprnglich nur verstndlicher machen wollte. Dies fhrte zu einer sog.
verdeckten Rechtsfortbildung (quasi unabsichtlich)

Von der Revolution 1848 bis zum Ende der Monarchie 1918 Verfassungsrecht
Der Konstitutionalismus
Unterscheidung in frh- (von Monarchen einseitig erlassen) und hochkonstitutionelle (Monatch und Volk
gemeinsam) Urkunden
Demnach waren in Frhkonstitutionellen Verfassungen Grundrechte nur vereinzelt vorhanden -> bergewicht
des Monarchen und Adels gegenber dem Volk
Die Gesetzgebung erfolgt in konstitutionellen Monarchien durch Monarch und Parlament.
Frh: Monarch hatte absolutes Veto (konnte Gesetz verhindern)
Hoch: Monarch konnte Gesetz maximal hinauszgern, aber nicht verhindern (suspensives Veto)
Parlament in Frhkonstitutionellen System in zwei Kammern unterteilt:
erste Kammer - Ober-/Herrenhaus Vertretung des hohen weltlichen und geistlichen Adels
zweite Kammer - Volkskammer Vertretung des Volkes
Parlament im hochkonstitutionellen System entweder mit einer Kammer (alle Parlamentsmitglieder vom Volk
gewhlt) Oder mit zwei Kammern.
Erste Kammer: Lndervertretung
Zweite: Gewhlte Vertreter
Wahlrecht auf Grund des Zensussystems sehr eingeschrnkt - Whlen darf nur, wer finanzielle Unabhngigkeit
nachweisen kann
Anfangs waren Wahlen ffentlich und ber Wahlmnner
Justiz Eingriffe des Monarchen in die Justiz unzulssig. Richter ab sofort unabhngig und unabsetzbar. Die
Ernennung der Richter war aber noch dem Monarchen berlassen.
Wirkungsbereich wurde dafr auf Privatrecht und Strafrecht vermindert.
Verwaltung wurde erheblich erweitert und wurde zum Kern der monarchischen Macht.
Minister wurden vom Monarchen gewhlt und waren unabhngig vom Parlament (bei Neuwahlen blieben
Minister also gleich). Nur bei verfassungswidrigen Handeln konnte sie angeklagt werden.
Monarch konnte nicht vor Gericht gestellt werden. Jeder Gesetzesakt musste aber von einem Minister
unterzeichnet werden, dieser bernahm dafr die Verantwortung.

Vom deutschen Bund zum deutschen Reich


Franzsische Februarrevolution 1848 erfasste Deutschland und lste die Mrzrevolution aus.
Folgen: revolutionre (also nicht rechtlich legitimierte) Heidelberger Versammlung wurde einberufen.
Sie beschlossen, dass ein Ausschuss (sog. Siebenerausschuss) ein Vorparlament vorbereiten sollte.
Diese Vorparlament tagte von 31. Mrz bis zum 3. April 1848 in der Pauluskirche in Frankfurt.
Hauptergebnis war die Einigung mit der Bundesversammlung (=Bundestag) zu einer Wahl.
Die gewhlten Kandidaten dieser Wahl bildeten das erste gesamtdeutsche Parlament, die Deutsche
Nationalversammlung (DNV)
Ergebnisse der DNV
Erarbeitung eines Grundrechtskatalogs

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Schaffung einer Provisorischen Zentralgewalt (hnlich konstitutioneller Monarchie)


Reichsverweser (Erzherzog Johann v. sterreich) an der Spitze der Reichsregierung
Verfassung des deutschen Reiches ([Link] 1849)

DNV scheiterte aber an der Grenzziehung des Gebietes des neuen deutschen Reiches. Auerdem wurde
Verfassung des deutschen Reiches nicht von sterreich, Preuen, Ungarn, etc. anerkannt.
In weiterer Folge lste sich der DNV auf und Erzherzog Johann verzichtete auf sein Amt als Reichsverweser.
-> Der dt.B. wurde in den Vorrevolutionren Zustand wiederhergestellt.
Ende des deutschen Bundes 1866
Resultierte aus einem Krieg um Schleswig-Holstein zwischen sterreich und Preuen.
1. gemeinsame Eroberung Schleswig-Holsteins von und P gegen Dnemark.
2. Kurze gemeinsame Verwaltung, danach Teilung: Schleswig an P, Holstein an
3. P marschierte mit Truppen in Holstein ein, nachdem inakzeptable Erbfolge fr Holstein beschloss
4. forderte Mobilisierung der Bundestruppen
5. P erklrte dt.B. damit fr aufgelst
6. verlor gegen P und musste 1866 Auflsung des Bundes anerkennen
Weitere Entwicklung Deutschlands
Teilung in Norddeutschen Bund unter Preuischer Herrschaft und mehr oder weniger souverne Sdlnder.
Nach Sieg von Otto v. Bismarck (Norddeutscher Bundeskanzler) ber Frankreich im deutsch-franzsischen Krieg
kamen Sdlnder auch in den Norddeutschen Bund Umbenennung in Deutsches Reich
1.1.1871 trat Verfassung des deutschen Reiches in Kraft
Kaisertum sterreich 1848 - 1867
Begriffe
Inquisitionsgericht Klger und Richter selbe Person (bis 1850)
Leitha als Grenzfluss eigentlich geografisch nicht korrekt.
Transleithanien = Lnder der Stefanskrone - Kroatien, Ungarn, Siebenbrgen
Cisleithanien = sterreich - sterreichische Erblande, Lnder der Bhmischen Krone, Knigreich Dalmatien
-> Begriffe ab 1868 gebruchlich (ab Doppelmonarchie)
Die Verfassungsentwicklung (siehe extra Zettel)
1: Mrz1848 Pillersdorfsche Verfassung
2: Juni 1848: Erste Wahlen zu einem sterreichischen Parlament
3: Okt. 1848: Wiener Oktoberrevolution
4: Okt. 1848 Kremsierer Verfassungsentwurf
5: 1849: Okroyierte Mrzverfassung
6: 1849: Antwort auf OMvfg Ausrufung der Republik Ungarn Militrische Niederschlagung Ungarns (mit Hilfe
Russlands) Ungarn unter Militrherrschaft sterreichs
7: 1850: Strafprozessordnung (Inquisitionsgerichte abgeschafft Staatsanwaltschaft eingefhrt)
8: Dez. 1851: Silvesterpatente

Bleibende Errungenschaften der Revolution 1848/49


Gleichheit aller Staatsbrger
Recht der gemeinsamten ffentlichen Religionsausbung
-> Beides natrlich nicht immer zu 100% gewhrleistet
Alle Beschrnkungen der persnlichen Rechtsfhigkeit und Verpflichtungen der Bauern beseitigt
Stdte, Mrkte und Drfer gleichgestellt
Kanzleien und Kammern in Ministerien umgewandelt

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Der Neoabsolutismus (1852-1860)


Gipfel des Zentralismus
Zensur wieder eingefhrt
Konkordat 1855
-> Vorrang der Kath Kirche vor den anderen Religionsgesellschaften in wieder her, durch das Zugestndnis
des Staates, dass die Kath Kirche ein erhhtes Ma an Einfluss auf die Glubigen auswirken durfte:
o Eheangelegenheiten der Katholiken unterstanden der kirchl Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit
o Wiedereinfhrung der kirchl Strafgerichtsbarkeit f. Geistl und Laien
o Unterrichtswesen bekam kirchl Beaufsichtigung und nur kath Professoren an Gymnasien und mittleren
Schulen
o Staat war verpflichtet die kirchl Zensur staatlich durchzusetzen
Regime wurde von Bev. abgelehnt und geriet rasch in eine Krise. V.a. Ungarn leistete Widerstand.
Ende
sterreichische Truppen, die seit 1848 in Italien stationiert waren, strten die Italiener -> Niederlage
sterreichischer Truppen 1859 gegen Sardinien-Piemont untersttzt durch Franzosen
Fhrte zu einer Finanzkrise in , Volk fhrte diese auf das Neoabsolutistische Regime zurck und forderte
Abschaffung
[Link] 1860: Ks verordnete ein bestndiges und unwiderrufliches Staatsgrundgesetz= Oktoberdiplom :
gewhrte Garantien aus dem Silvesterpatent wurden besttigt
und um gleiche Wehr+ Steuerpflichtigkeit erweitert
Schwerpunkt des Diploms: Modifikation der Gesetzgebung, :
- Landtag hatten insg 100 weitere Mitglieder des Reichsrat (RR) zu nominieren
- Gesetzgebung sollt in Zukunft nur mehr unter Mitwirkung des RR erfolgen -> war aber nur Recht
zur Beratung (nicht Zustimmung)
- fr Angelegenheiten, die nicht- ungar. Lnder betrafen: engerer RR aus Vertretern der brigen
Lnder
-> pol. Konzessionen des Oktoberdiploms waren nur sehr drftig -> Widerstand in Cis+ Transleithanien
Kritik:

lcherlich geringen Kompetenzen des RR


berreprsentanz von Adel und Klerus
Mglichkeit des Ks, durch Nachnominierungen die Mehrheitsverhltnisse im RR verndern zu knnen
ung. Bev war nicht bereit fr Unterordnung unter eine dt- slawische dominierte Zentralgewalt ->
forderte staatliche Selbststndigkeit+ Wiedereinfhrung der 1848er Verfassung
-> Einberufung des RR unterblieb

Februarpatent 1861 (= Reichsverf 1861)


Auslser: breite Ablehnung des Oktoberdiploms -> Ks entschloss sich daher, durch weitere politische
Konzessionen die Basis seiner Herrschaft durch Einbeziehung liberal-brgerliche Kreise zu verbreitern ->
Februarpatent
bestand aus:
Grundgesetz ber die Reichsvertretung (-> Reichsrat mit Herrenhaus und Abgeordnetenhaus)
Oktoberdiplom und dessen Durchfhrung
Pragmatische Sanktion 1731
neue Landesordnung fr die Chisleithanischen Lnder
wiederhergestellte Transleithanische Landesverfassungen
= Verfassung unseres Reiches= Reichsverfassung 1861= Februarpatent
Der mit Oktoberdiplom fr Cisleithanien geschaffene engere RR erlies eine Reihe von Grundrechten,
Vorzensur wurde durch Nachzensur ersetzt.
Ungarn erkannte Franz Joseph nicht als legitimen Herrscher an, auch der fr den Rest der Monarchie
zustndige weitere RR wurde nicht anerkannt.

20

1861Sistierungspatent von Kaiser erlassen, folgen: RR aufgelst -> wieder Absolutismus


- Absolutes Monarchenveto / Keine Grundrechte / Keine Ministerverantwortlichkeit
- "Neo-Stndisches Wahlrecht" (Kurien und Zensus)
1867 Ausgleich sterreich Ungarn
Dezemberverfassung 1867 (siehe Zusatz 5 ff)
Wahlrechtsreformen
Dezemberverfassung brachte keine Neuerungen im Wahlrecht (keine direkte Wahl der Reichsvertretung,
sondern ber Gesandte des LT)

1873 Lassersche Wahlrechtsreform: Direkte Wahl des Reichsrats, aber Steuerbeschrnktes Wahlrecht
(nur 6% Wahlberechtigt)
1882 Taaffesche Wahlrechtsreform: Senkung des Steuerzensus um ein viertel
1896 Badenische Wahlrechtsreform: Allgemeines Mnnerwahlrecht ( 24 J) Allerdings Gewichtung bei
Adel und des Gutbrgertum, also noch keine Gleichheit zwischen den Klassen
1907 Becksche Wahlrechtsreform: (fast) allgemeine, (fast) gleiche, direkte und geheime Wahlrecht aller
Mnner
Das bisherige Prinzip der Interessenvertretung wurde durch das der allgemeinen Volksreprsentation abgelst
(Kaiser erhoffte sich Ende des Nationalittenkonflikts)
Staat und Kirche
Maigesetze 1868 haben Konkordat 1855 quasi aufgehoben
StGG ber die allgemeinen Rechte der Staatsbrger gewhrte begrenzte Religionsfreiheit (Freihe Wahl
zwischen Anerkannten Religionen)
Unfehlbarkeitsdogma fhrte zur Kndigung des Konkordat (Unfehlbarkeit habe die Person des Vertragspartners
gendert)
Maigesetze 1874 fhrten zu endgltiger Trennung von Staat und Kirche
Staat und Nationalitten
Viele Nationalitten in Monarchie vereint, Nationalismus immer intensiver.
Groe wirtschaftliche Unterschiede (Alpenlnder, Bhmen > Galizien, Sdslawien), religise, kulturelle,...
Art. 19 StGG gewhrleistete Gleichberechtigung aller Volksstmme des Staates
+ Cisleithanisches Sprachenrecht
Sozialgesetzgebung
Wirtschaftsliberalismus fhrte zu extremen sozialen und konomischen Ungleichheiten
1870 Gewerkschaftsverbot aufgehoben
1880 Sozialgesetzgebung forciert: Maximalarbeitszeiten, Kinder- Jugend- Arbeiterschutz, PensionsGesundheitsversicherungen
Ende der sterreich-Ungarischen Monarchie
Nach der Ermordung des sterreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 richtete
sterreich-Ungarn in der sogenannten Julikrise am 23. Juli ein Ultimatum an Serbien, was letztendlich den
Weltkrieg auslste.
Im April 1917 trat USA in den Krieg ein -> Endes des WK zeichnete sich ab
Kaiser Karl I folge Franz Joseph 1916 auf den Thron, der im kaiserlichen Manifest von 16.10.1918 die
Neuordnung sterreichs anordnete.
Am 21.10.1918 traten die Abgeordneten des Reichsrates zur Provisorischen Nationalversammlung zusammen
und begrndeten den Staat Deutschsterreich (Weitere Staatsgrndungen folgten: SHS Staat, Polen, Ungarn,
Tschechoslowakei)

21

Von der Revolution 1848 bis zum Ende der Monarchie 1918 Privatrecht
Die historische Rechtsschule
... lste erst um 1850 in sterreich die Exegetik ab (In anderen Lndern aber schon frher dominierend). Deren
Anfnge reichen aber bis an den Beginn des [Link]. So entwickelte sie sich zur fhrenden
rechtswissenschaftlichen Methode im [Link].
Das Recht entsteht aus dem dynamischen Volksgeist, der Gesetzgeber (spielt eine Untergeordnete Rolle) kann
Recht bestenfalls ergnzen, oder kurrzeitig schriftlich festhalten.
Klare Abkehr vom Vernunfrecht und deren Kodifikationen, dies wrde nur Absolutistische Ansprche sichern,
aber nicht Helfen sich von Monarchen abzukehren.
Wo noch keine einheitliche Gesetzgebung vorhanden war, fasste die historische Rechtsschule schnell Fu, in
schon vereinheitlichten Gebieten (wie sterreich) dauerte es bis ins [Link].
Die Hochblte war demnach in der zweiten Hlfte des [Link].
sterreich, Deutschland, Schweiz, restliches Europa, bis nach Sdamerika und Ostasien (!)
Nach 1840 (Kodifikationsstreit) Aufteilung in Pandektistik und Germanistik.
Pandektistik (Romanistik)
Grundlage: Corpus Iuris Civilis (somit nur PR)
Begrnder: Carl Friedrich von Savigny, Schler Georg Friedrich Puchta
Vernderung des rmischen Rechts durch Legisten denaturierung
ABGB ablehnend, forderten Anfangs sogar Totalrevision, spter aber waren sie Urheber der Teilnovellen
Puchta Begrnder der Begriffsjurisprudenz: Das im Volksgeist enthaltene Rechtsbewusstsein bedarf einer
Konkretisierung zu zeitlos-abstrakten Begriffen, die von der Rechtswissenschaft formuliert werden
Germanistik
Grundlage: heimisch-deutsches Recht (Weistmer, Stadtrechte, etc.)
Begrnder: schon im [Link] Hermann Conring
Kodifikationsstreit zwischen Savigny (Pandektistik) und Thibaut (Germanistik)
Verwendeten ebenfalls Begriffsjurisprudenz und ordneten auch nach Pandektensystem.
Musste sich Quellenbasis erst zusammensuchen, dafr in allen Bereichen (PR und R)
Gegenstrmungen zur Historischen Rechtsschule
Jherings war ein Schler von Puchta und brach in aller ffentlichkeit mit seinem Lehrer.
Er begrndete die Zweckjurisprudenz.
Die Realittsferne der Rechtswissenschaft wurde vielfach kritisiert, so entstand aus verschiedenen Anstzen die
Rechtssoziologie
Reine Rechtslehre von Kelsen
Die pandektistischen Kodifikationen
Das BGB
1888 erster vollstndiger BGB Entwurf
Davor nach dem Zerfall des dt.B. Vereinheitlichung auf Eis.
1890 Einberufung einer Kommission wegen groem Widerstand (zB durch Germanisten)
1895 zweiter vollstndiger Entwurf, der 1896 beschlossen wurde
1900 Inkrafttreten des BGB nach vierjhriger Legisvakanz
Pandektistisch und sehr abstrakt formuliert, daher schwer verstndlich fr Nichtjuristen.
Groer Einfluss auf weitere PR Werke, da sehr hoch entwickelte Regelungstechnik.

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Teilnovellen des ABGB


1907 Beginn der Modernisierung des ABGB
zwischen 1914 und 1916 kriegsbedingte Notverordnungen des Kaisers (Schuldrecht, Sachenrecht, etc. nicht
Eherecht)
1918 wurden Notverordnungen zu Teilnovellen des ABGB
Kurzberblick Sozialgesetzgebung
Der Liberalismus im [Link]. fhrte zu groen sozialen Ungleichheiten (Kartelle, Grounternehmen
-> konomische Ungleichheiten)
Dies verursachte die Wende zum "sozialen Interventionsstaat"
* soziale Absicherungen bei Unfall, Alter, Krankheit
* Arbeiterschutz
* Vertragsrecht (Versicherungs-, Arbeitsvertrge) -> Kndigungsfristen
* Wohnmietvertrge (Kndigungsschutz, Mieterhhungen verboten)
* Konsumentenschutz
* Entstehung des Arbeitsrechts
-> Nach Wirtschaftskriese nach dem [Link]. wieder reduziert bis ganz aufgegeben

Von 1918 bis zur Gegenwart Verfassungsrecht


Ende der Monarchie
16.10.1918 Karl I., Kaiser von sterreich und Knig von Ungarn, verffentlicht ein "Vlkermanifest" zur
Neugliederung der sterreichisch-ungarischen Monarchie. sterreich soll demnach in einen Bundesstaat
umgewandelt werden, in dem jeder Volksstamm ein eigenes staatliches Gemeinwesen bildet.
Folgen:
- sterreich zerfiel in 2 Staaten (Tschechoslowakei, Deutschsterreich, Rest an andere Lnder verloren)
- Ungarn blieb als Staat erhalten, aber erheblich reduziert
Monarch und Volksvertretung [Abgeordnetenhaus (12.11.1918) und Herrenhaus (30.10.1918)] verzichteten auf
Ausbung der Staatsgewalt.

23

Grndung Deutschsterreich

Abbildung 1: In Anspruchnahme des Deutschsterreichischen Gebiets: "geschlossene deutsche


Siedlungsgebiete innerhalb Cisleithaniens + dt. Enklaven in CSR
21.10.1918 Provisorische Nationalversammlung (ProvNV) bestand aus gewhlten Vertretern aus den
Reichsratswahlen 1911. Einberufung der ProvNV direkt nach dem Waffenstillstand und der Vereinbarung der
Auflsung der Monarchie.
ProvNV sollte nur Staatsgrndung vollziehen und Deutschsterreich bis zur ersten offiziellen Wahlen fhren, da
Mitglieder nicht vom Deutschsterreichischen Volk gewhlt wurden.
30.10.1918 Grndung (existierte somit zwei Wochen parallel zur Monarchie)
Deutschsterreich war ein neuer Staat, und kein Nachfolgestaat der Monarchie.
Politischer Gedanke: frage der Kriegsschuld, Reparationszahlungen, whrend Krieg angewachsenen
Staatschulden
-> D setzte zur Untermauerung seiner Diskontinuitt auf verfassungsrechtl.+ vlkerrechtl. Argumente:
o altes sei durch dismembratio (Zerfall) untergegangen -> keine rechtl. Verbindung f Nachfolgestaaten
o Staatsgrndung = revolutionrer Akt gewesen
-> Meinung setzte sich durch, dass -Ung durch dismembratio untergangen ist, jedoch muss im Vertrag v St.
Germain Rechtsnachfolge bekennen
30.10.1918 Beschluss ber die grundlegenden Einrichtungen der Staatsgewalt Deutschsterreich gefasst
enthielt blo die wichtigsten Fragen der Ausbung der Staatsgewalt
offene Fragen: Staats- und Regierungsform (weder von Monarchie, Demokratie oder Republik die rede
Hinweise auf demokratische Republik), sein Verhltnis als Zentralstaat zu anderen Lndern, Grenzziehung
-> sollten erst spter durch weitere Verfassungsgesetze nher bestimmt werden
Nicht behandelte Themen wurden vorerst von der Monarchie bernommen, um bergang zu regeln

24

12.11.1918 Ausrufung der Staatsform Republik fr Deutschsterreich (Unter Druck, da am 09.11. Republik
Deutsches Reich ausgerufen wurde)
Jnner 1919 Verfassungsgerichtshof gegrndet, im Februar der Verwaltungsgerichtshof
Wahl der konstituierenden Nationalversammlung am [Link] 1919: allgemein, gleich, auch Frauen
In Besetzten Gebieten Wahl nicht zugelassen.
[Link] erstes Zusammentreten der konsNV. Prsident der konsNV wurde Staatsoberhaupt.
Staatsregierung wurde von konsNV gewhlt.
Bis Mitte Oktober sollte sie eine definitive Verfassung realisieren, aber konsNV wartete Verhandlungen mit den
alliierten ab fhrte zu Unruhen v.a. In Vorarlberg (wollten zur Schweiz) und Tirol (evtl. zu Bayern oder Italien)
Wirtschaftliche Lage
Niedergang der sterr. Wirtschaft durch:
-> Auszehrung d Krieg -> Umstellung von Kriegs auf Friedenswirtschaft -> Anpassung an verkleinerten
Wirtschaftsraum -> Lieferboykott der Nachbarslnder -> Wirtschaftsblockaden der Alliierten -> rasch steigende
Inflation -> Nachkriegsarbeitslosigkeit -> drohender Staatsbankrott
durch Verlust wichtiger Agrargebiete-> Wr. Bev. drohte Hungersnot
Kritische Lage erzeugte bei vielen Politikern Zweifel an der Lebensfhigkeit
-> Probleme aber nicht durch Kleinheit d neuen Staates sondern Problem war bergang vom Kerngebiet des
Groreiches zum Kleinstaat

Adelsaufhebungsgesetz 1919
Frauenwahlrechtsgesetz 1918

Innenpolitische Lage
Verschiebung der politischen und sozialen Machtstruktur in
Zustand einer vorrevolutionren Situation wegen:
o Untergang der Habsburger Monarchie
o Zerfall der k.u.k Armee
o Unzufriedenheit der Volksmassen mit dem alten Regime
o katastrophale Versorgungslage
wegen drohenden Zusammenbruchs:
Herrschende Kreise (Adel, Grobrger, Militr) + Volksbewegung+ Sozialdemokraten kamen zu einem
Kompromiss:
Republikanische Staatsform
Demokratisierung des Staates
Entmachtung des Adels
dafr: Verzicht der Revolutionsfortfhrung

Hauptprobleme der ersten 2 Jahre:


o Versorgungs- und Wirtschaftsprobleme
o Demobilisierung der Armee
o Abwendung des drohenden Zerfalls des Staates
o Sicherung des Territoriums
o Abschluss von Staats+ Friedensvertrag
o Ausarbeitung einer neuen Verfassung
statt k.u.k. Armee-> Freiwilligen Armee des Staates (Volkswehr)
Auenpol. Lage
Alliierte Siegermchte streben Neuordnung Mitteleuropas an
-> 2 Aspekte dabei im Auge:
o D wirtschaftl + militrisch zu schwchen
o Vordringen der siegreichen sozialistischen Revolution in RUS nach Mitteleuropa zu verhindern
Pariser Vorortevertrge 1919 -> Durchsetzung einer Nachkriegsordnung

25

hat durch Kriegsniederlage Gromachtstellung vollstndig verloren


o -> war auch militrisch machtlos
o -> + von Ausland abhngig
Vlkerbund:
o = neue Einrichtung zur Friedensicherung
o Sitz in Genf
o in Zwischenkriegszeit nur geringe praktische Wirkung
o Ziel: bewaffnete Konflikte zw Staaten zu verhindern + Streitfragen durch Schiedsspruch zu
entscheiden
o 1920 wurde Mitglied

Vertrag von [Link]


Der Vertrag von Saint-Germain trat am 16. Juli 1920 frmlich in Kraft und besttigte die Auflsung sterreichUngarns auch vlkerrechtlich.
War ein Friedensvertrag von insgesamt fnf (=Pariser Vorortvertrge):
Alliierten D (Versaille) / Ung (Trianon) / Bulgarien und Osmanisches Reich
Diktat der Alliierten, sterreich nicht gleichwertiger Verhandlungspartner
Regelte die heutigen Staatsgrenzen von sterreich und...
Der Anschluss an das Deutsche Reich wird untersagt.
Die Verwendung von Deutschsterreich als Staatsname wird verboten.
sterreich wird zu Reparationszahlungen verpflichtet.
Eine allgemeine Wehrpflicht wird verboten. Es wird nur ein Berufsheer von 30.000 Mann erlaubt.
Rstungsfabriken und Waffen mssen zerstrt werden.

Volksabstimmung in Krnten (Jugoslawien oder sterreich)


1. Republik 1920-1933
Wirtschaftliche u soziale Entwicklung
Wirtschaftsstruktur: Agrar- Industrieland
konnte durch Strukturprobleme, die aus Zusammenbruch des Reiches entstanden sind diese nur
unzureichend bewltigen
erste Jahre der Republik waren gekennzeichnet durch Verfall der . Kronenwhrung
-> Inflation+ riesiges Budgetdefizit -> fast Zusammenbruch der Wirtschaft
dazu kam noch: ungelstes Problem, welche Bev die Hauptlasten der Sanierung durch den verlorenen
Krieg tragen soll
-> brgerl Reg unter BK Seipel bemhte sich um internationale Anleihen in der Hhe von 650 MIO
Goldkronen (= Vlkerbundanleihe) -> wurde von GB,FRA, IT + Tschechosl. gewhrleistet -> Anleihe war
aber mit bestimmten Auflagen verbunden->
wurde in den GENFER PROTOKOLLEN niedergeschrieben:
o verpflichtet sich zur Unabhngigkeit
o umfassendes wirtschaftl Sanierungsprogramm unter Kontrolle des Vlkerbundes
-> bekam dafr eine auf 20 Jahre befristete Vlkerbundanleihe
ab 1925 Wirtschaftsaufschwung -> wird aber durch abruptes Ende zerschmettert -> Erneuter Verfall der sterr
Whrung -> Regierung versucht ihn durch LAUSANNER PROTOKOLLE 1932 (=2. Vlkerbundanleihe) von BEL,
FRA, GB+ ITA zu stoppen -> dafr: hnliche Konditionen fr Garantie der intern Anleihe in Hhe von 300Mio S

Wirtschaft zeichnet sich whrend der 20 Jahre durch einen hohe Abhngigkeit vom Ausland+ hohes
Handelsdefizit aus
-> sucht wirtschaftl Zusammenschluss mit anderen Staaten

Innenpol. Entwicklung
-> pol. Polarisierung:
Sozialdemokratische Arbeiterpartei
o Ziel: Fhrung der Arbeiterklasse

26

Demokratie berall (Staatsmacht, )

o -> Grndung republikanischer Schutzbund -> sollte sozialdemokr. Gegengewicht zu

faschistischen Heimwehren sein


Christlich soziale Partei
o Ziel: Erhaltung des kath Einflusses
o Frderung des gewerblichen Mittelstandes+ Landesbevlkerung
Paramilitrische Heimwehren
o entanden als Bauern+ Brgerwehren
o Ziel: Errichtung eines faschistischen, stndisch gegliederten Staates nach Vorbild von ITA+ UNG
Deutschnationales Lager
o auf mehrere Parteien zersplittert
o vertrat Grodeutsches Brgertum
o hatten viele Whler in Krnten und Stmk
o Ziel: Anschluss an D-> bis dahin: enge Zusammenarbeit
Nationalsozialistische dt Arbeiterpartei (NSDAP)
o gehrte dt Lager an
o Anf 1930: unbedeutende Bewegung in -> erst mit Aufstieg in D -> 1932 bei LT+
Gemeinderatswahlen betrchtl Stimmenzuwachs

nach 1920: Patreien des nat. Lagers+ christl. soz. formten Brgerblock
durch innenpolitische Polarisierung -> schwere Auseinandersetzungen+ gewaltsame Zusammenste ->
Folgenschwerster: Justizpalastbrand
Verschrfung der pol. Spannung auch durch Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren
Auenpol. Lage
Rckzug USA+GB aus der kontinentaleurop. Politik -> FRA wird strkste Macht Europas
nach 1920: versucht auf friedl Weg eine Revision der Friedensvertrge va
o Beseitigung des Anschlussverbotes
o Rckgewinnung Sdtirols
o Erlass der Reparationszahlungen
20er Jahre: Phase der pol Entspannung
-> Machtbernahme faschistischer Organisationen in
o ITA 1922 (Mussolini)
o D 1933 (Hitler)

ihre expansionistische Konzeption zielte auf eine gewaltsame Zerschlagung der Nachkriegsordnung +
schufen in den 30er Jahren wechselnde intern. Spannungen
begann 1920 seine Beziehungen zu Nachbarstaaten zu normalisieren
15.12.1920: Aufnahme in den Vlkerbund

Bundes-Verfassungsgesetz 1920 (B-VG) [Zusatz 10]


Durch den Anschlussverbote musste sterreich eine bundesstaatliche Lsung finden.
Verfassungsminister Michael Mayr zustndig.
CS und SDAP Koalition einigten sich auf folgende Schritte:
Ausarbeitung eines bundesstaatlichen Verfassungsentwurfes durch Breg (Ergebnis: Entwurf Mayr)
Einbindung der Lnder in die Verfassungsarbeiten (Ergebnis: Linzer Entwurf)
Beschlussfassung durch KonsNV (Ergebnis: Am [Link] 1920 - B-VG)
B-VG war nur ein Verfassungstorso. Offen gebliebene Verfassungsfragen wurden provisorisch im
Verfassungsbergangsgesetz (VG) festgeschrieben.
Enthlt keine Regelungen zur Kompetenzverteilung zwischen Bund und Lndern, zur Finanzverfassung oder
den Grundrechten.
Vier Verfassungsprinzipien: demokratisch, republikanisch, liberal-rechtsstaatlich, bundesstaatlich (1920 erstmals)
Wirkung: Regierungssystem extrem parlamentarisch und gewaltenvereinend.

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Novellierungen des B-VG


1922
Die Genfer Protokolle vom 4. Oktober 1922 waren ein Staatsvertrag zwischen der Republik sterreich sowie
GB, F, Ita und der CSR im Rahmen des Vlkerbundes. sterreich bekam auf 20 Jahre eine Vlkerbundanleihe
von 650 Millionen Goldkronen, um die Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg durch Einfhrung des Schillings
zu beenden. Bedingung: Keine Vereinigung in irgendeiner weise (also auch Finanziell) mit Deutschland.
Dies fhrte zu Finanznovellierungen des B-VG im Jahre...
1925 (Zusatz 11)
Es kam zu einer Neuorganisation der staatlichen Verwaltung und einer neuen Regelung des bundesstaatlichen
Prinzips, bis dahin galt die Kompetenzverteilung von 1861/67.
1929 (Zusatz 12)
-> Konflikt SDAP (Opposition) / CSP, GDVP, LB (Hhepunkt Juli 1927: Brand des Justizpalastes)
nderung der B-VG im Dezember 1929 fhrten zu einer nderung des Verfassungs- und Regierungssystems,
v.a. Aufwertung der Kompetenzen des Bundesprsidenten und Schwchung der Parteien (wegen
Brgerkriegshnlichen Zustnden zwischen Heimwehr und SDAP)
Ab 1932
- Beginn der Regierungsdiktatur, mit Hilfe des Kriegswirtschaftlichen Ermchtigungsgesetz von 1917 (KWEG)
Seit Mai 1932 im Amt befindliche Regierung Dollfu wandte KWEG erstmals am 1. Oktober 1932 an. Der
Justizminister Kurt Schuschnigg erlie unter Bezugnahme auf das Gesetz im Einvernehmen mit dem
Finanzminister eine Verordnung ber die Haftung der fr den Zusammenbruch der Creditanstalt Verantwortlichen
Dollfu warb in der Presse fr diesen kurzen Weg der Entscheidungen seiner Regierung:
Die Regierung (...) geht Schritt um Schritt auf ihrem vorgezeichneten Weg weiter (...). Die Tatsche, dass es der
Regierung mglich ist, selbst ohne vorherige endlose parlamentarische Kmpfe sofort gewisse dringliche
Manahmen in die Tat umzusetzen, wird zur Gesundung unserer Demokratie wesentlich beitragen.
Die oppositionellen Sozialdemokraten wandten sich gegen die Anwendung des Kriegwirtschaftlichen
Ermchtigungsgesetzes.
Anfnge der Regierungsdiktatur 1933 bis 1938
Wegen der Uneinigkeit des Parlaments aufgrund einer Geschftsordnungsstreitigkeit trat der Sozialistische
Nationalratsprsident Karl Renner von seiner Postition zurck, direkt danach folgte sein Stv., der
Christlichsoziale Rudolf Ramek.
Formal war der Nationalrat damit handlungsunfhig, da dieser Fall nicht bedacht wurde.
Die Regierung Dollfu erkannte die Situation und verhinderte die erneute Zusammenkunft des NR, da die
Versammlung illegal sei (sie wurde nicht Verfassungskonform durch den NR Prsidenten einberufen).
Als der Bundesrat einen Beschluss fassen wollte, erkannte die BR diesen nicht an, da der BR ohne NR
eigentlich nicht handlungsfhig war.
Kurz darauf wurden diverse Gesetze mittels KWEG 1917 erlassen, unter anderen um den VfGH auszuschalten
und alle oppositionellen Parteien zu verbieten.
Im Anschluss wurde der NR wieder einberufen (diesmal ohne Mitglieder der Opposition, da diese ja Verboten
wurde) und ratifizierte das sogenannte Ermchtigungsgesetz 1934.
Dieses ermchtigte die BReg ohne NR zur Verfassungsnderung. Die Bestimmung vom B-VG 1920, wonach
eine Volksabstimmung bei einem verfassungsndernden Gesetz vorzunehmen sei, wurde auer Kraft gesetzt.
BPr Miklas besttigte das verfassungskonforme Zustandekommen des Gesetzes, obwohl keine
Voraussetzungen dafr erfllt waren.
Beginn Austrofaschismus durch die Vaterlndische Front

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Die Verfassung 1934


Erste Erlassung der Verfassung 24.04.1934 auf Basis des KWEG 1917 -> eindeutig Verfassungswidrig
Zweite Erlassung 1.05.1934 auf Basis des Ermchtigungsgesetzes, ebenfalls Verfassungswidrig
Beide Teile ergeben die Verfassung 1934
Dollfu verkndete bei seiner Trabrennplatzrede 1933 die Ablse der parlamentarischen Demokratie durch den
autoritren Stndestaat.
Die Verfassung wurde nicht durch das Volk erlassen, sondern wurde von der BReg oktroyiert, also im Namen
Gottes erlassen. -> Abkehr vom Prinzip der Volkssouvernitt.

Demokratie gestrichen -> Bundesstaat sterreich


Position des Bundeskanzlers gestrkt
Staatliche Organe nicht mehr durch Volk gewhlt, sondern durch andere bestimmt
Demokratie nicht mehr durch Einzelnen, sondern durch neu geformte Stnde (Berufsstnde)
Strkung der Exekutive
Trotz Bundesstaat wurden Fderalismus gekrzt (im Gegensatz zu B-VG)
BVersammlung bestand aus allen Mitgliedern der Beratenden Organe

Gesetzgebung erfolgte mittels Beratender Organe (Lnderrat, Staatsrat, Bundeskulturrat, Bundeswirtschaftsrat)


und Bundestag.
Regierung alleine des Recht auf Gesetzesinitiative
BPr und Bundeskanzler schlielich Besttigung des Gesetzes.
Auerordentliche Gesetzgebung durch Notrecht der Verwaltung fr BReg und BPR (BPr sogar
Verfassungsgesetz)
Gerichtsbarkeit
Unabhngigkeit der Richter, aber Rechtsstaatlichkeit weiter abgebaut.
Unabhngigkeit und Unabsetzbarkeit der Richter spter suspendiert.
Bundesgerichtshof statt VwGH und VfGH
Grundrechte
Eingriffsmglichkeiten der Exekutive in die Privatsphre deutlich erhht, grundstzlich aber Grundrechte
vorhanden. Suspension von GR durch Regierung mglich.
Bis zum Inkrafttreten der Verfassung 1934 sollte das Verfassungs-bergangsgesetz den bergang regeln.
Die Realitt zeigte aber, dass aller Gesetze einfach durch das Ermchtigungsgesetz erlassen wurden.
Auerdem kam es nur zur Realisierung des autoritren, nicht aber des berufsstndischen Elements der Vf.
Kirche
Durch Konkordat 1933 wieder an Macht gewonnen, Privilegisierung der kat. Kirche
Anschluss
Vorgeschichte
Angespanntes Verhltnis zwischen D und seit der Machtergreifung der NSDAP in D. (Tausendmarksperre)
Unterdrckung der NSDAP in -> gescheiterter Juliputsch der NSDAP 1934 -> Dollfu ermordet
Untersttzung durch Mussolini nach der Achsenbildung Berlin-Rom auch nur noch eine Illusion.
Schuschnigg (neuer BKanzler) schloss im Juli 1936 Juliabkommen mit D. D erkannte Souvernitt sterreichs
an. Regierung schlug ab sofort Deutschen Weg ein -> NSDAP Mitglieder in der Regierung
Berchtesgadener Abkommen besttigte 1938 abermals Unabhngigkeit sterreichs, nach dem Sonderfall Otto
(Versuch der Restaurierung der Habsburger Monarchie).
NSDAP Mitglied Sey-Inquart neuer Innen- und Sicherheitsminister in .
Schuschnigg wollte am 13.03.1938 Volksbefragung zum offenen Bekenntnis zur Heimat abhalten, um Druck

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von D abzuwehren.
11.03: Absage der Volksbefragung, Abtritt Schuschniggs und Ernennung Sey-Inquart als BKanzler (wegen
Druck von Hitler -> Truppenmobilisierung Deutschlands)
13.03: Auf Grundlage des Ermchtigungsgesetzes 1934 beschloss BKanz Sey-Inquart das
Bundesverfassungsgesetz ber die Wiedervereinigung sterreichs mit dem Deutschen Reich -> Miklas wollte
nicht unterzeichnen und trat zurck. Daher eigentlich nicht verfassungskonform.
Im April Volksabstimmung mit 99% Zustimmung sowohl im Altreich aus auch in .
Deutsches Reich stand nach Anschluss (aus Sicht D) in formeller Diskontinuitt zum Bundesstaat sterreich.
sterreich war ohne Nachfolge als Vlkerrechtssubjekt erlschen.
Das dritte Reich
- keine Verfassung im formellen Sinn
- dezentralisierter Einheitsstaat
- Fhrerprinzip alleiniges Gesetzgebungsrecht, alleinige Verwaltung
- Kein Rechtsstaat (Abschaffung des Legalittsprinzips, der Gewaltentrennung, Menschenrechte..)
- Doppelstaat (Normenstaat und Manahmenstaat)
- Reichstag nur noch Akklamationsfunktion
- nulla pena / nullum crimen sine lege Grundstze aufgehoben
sterreich unter dem dritten Reich
Sey-Inquart zum Reichsstatthalter ernannt und damit die Verwaltung bertragen
Breg wurde zu Landesregierung
[Link] 1938 Reichskommissar fr die Wiedervereinigung sterreich mit dem D R (war Hitler direkt unterstellt,
BReg war Reichskommissar unterstellt)
14. April 1939 Ostmarkgesetz: 7 Reichsgaue (mit jeweils Reichsstatthalter) als Nachfolger der Bundeslnder
1945 bis 1955
Bis 1943 Uneinigkeit ber Zukunft sterreichs (Donaufderation, Teil Deutschlands, Sddeutsche Fderation)
1.11.1943 Moskauer Erklrung ber sterreich Annexion sterreichs wird null und nichtig erklrt
Mitte April (Nach dem Kampf um Wien) entstanden Parteien wieder (SP, KP, VP) drittes Lager
handlungsunfhig wegen nhe zum NS
27.04. Unabhngigkeitserklrung, Anschluss ungltig, Provisorische Staatsregierung (unter Karl Renner), die BVG 20 Zustnde wiederherstellen sollte
Anfangs Wirkungsbereich nur in Ost-, spter bei Lnderkonferenz auch von anderen Bundeslndern anerkannt
Verfassungs-berleitungsgesetz sollte wieder in Zustand von 1929 versetzen, alle NS Normen aufgehoben
(Ermchtigungsgesetz, Verfassung 1934, Anschlussgesetz)
Reichs-berleitungsgesetz bernimmt Recht des Deutschen Reiches (solange nicht von NS verfasst)
Behrden-berleitungsgesetz Auflsung aller NS Behrden in
1.5.1945 Vorlufige Verfassung gewaltenverbindender Einheitsstaat (wie 1918) Alle Macht bei Provisorischer
Staatsregierung
12.10.1945 Verfassungsnovelle einheitsstaatliche Konzeption wieder aufgegeben
Nach NR und LT Wahlen im November konnte Parlamentarisches Leben wiederhergestellt werden
Ende November: 2. Verfassungs-berleitungsgesetz Befugnisse von provisorischen Organen auf jene des B-VG
Im Dezember tritt 2 VG auer Kraft und modifizierte B-VG in Kraft.

30

Okkupationstheorie geht von einem rechtswidrigen Anschluss aus, also Kontinuitt sterreichs seit 1918
Annexionstheorie geht von einem Ende der Existenz sterreichs aus und htte zu einer Neugrndung 45 gefhrt
Annexionstheorie anerkannt, deshalb Streitigkeiten ber Landesgrenzen obsolet. Name Zweite Republik aber
eigentlich falsch (noch immer erste)
1947 Nationalsozialistengesetz (Verbot der NSDAP) Letzte Novelle des Verbotsgesetz von 1945
Einteilung in Gruppen: Illegale politische Leiter Minderbelastete
+ Nrnberger Prozesse 1945/46
Alliierte Kontrolle
Besetzung von , da nicht befreites Land, sonder wie das DR militrisch Besetzt.
Besetzung wirkte bei Verfassungen erheblich mit
Memorandum des Alliierten Rates anerkennung der ProvReg unter Bedingungen
In der Zeit der ProvReg bedrufte jedes Gesetz der Zustimmung des Alliierten Rates ([Link])
Abmilderung der Bedingungen nach Wahlen und Verfassung mittels [Link] Juni 1946
-> Einspruchsrecht im Nachhinein
Besatzungszonen
UdSSR - N, Burgenland, Mhlviertel
USA Salzburg, O (ohne Mhlviertel)
GB Stmk, Krnten, Osttirol
F Nordtirol, Vorarlberg
Wien in 5 Sektoren (vier Mchte + innere Stadt)
Staatsvertrag 1955
Steiniger Weg dorthin: Situation des Kalten Krieges (Uneinigkeit von USA und UdSSR), Lnderansprche von
Nachbarlndern, Vermgenswerte des DR auf Boden (Siegermchte erhoben Anspruch auf Objekten in )
Moskauer Momrandum sterreich versprach in Moskau im April 55 seine immerwhrende Neutralitt. Ein
wichtiger Grundstein fr den Staatsvertrag wurde gelegt. Politisches, nicht Rechtliches Abkommen.
Nach weiteren Memoranden mit anderen Siegermchten wurde am [Link] 1955 im Schloss Belvedere
schlielich der Staatsvertrag ratifiziert.
Folgen
-

Ende der Besatzungszeit


Immerwhrende Neutralitt
Wahrung der Menschenrechte
Auf Kontrollrechte der Anleihevertrge wurde verzichtet
Wahrung der Menschenrechte, Minderheitenschutz
Anschlussverbot an D und Auflsung von Nazi Organisationen

Europa (45 89)


Marschallplan sollte Wiederaufbau der zerstrten Europischen Gebiete vorantreiben
OEEC (Vorgnger der OECD) Grndung 1948
Blockbildung in Europa Hohe Reprsentanz von Amerikanischen Truppen in Europa Beginn des kalten
Krieges Warschauer Pakt und Nordatlantikpakt wurden geschlossen
Nach Anfnglicher Zusammenarbeit von USA und UdSSR in D, ab 1949 verfassungsrechtliche Teilung in Ost
und West. (Besatzungszonen schon davor unterschiedlich)
Schumann Plan (Robert Schumann war F Auenminister) Zur Verhinderung eines weiteren Krieges sollten
Stahl- und Kohleproduktion unter gemeinsamer Aufsicht stehen (Kriegsrelevante Rohstoffe)
1952 Grndung der Europischen Gemeinschaft fr Kohle und Stahl EGKS
Plne zu einer Erweiterung der Zusammenarbeit (Plne fr eine Europische Politische Gemeinschaft
scheiterten)
1955 EGKS Staaten bilden Zollunion zum freien Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital

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-> Europische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)


Rmische Vertrge bilden Europische Atomgemeinschaft EAG (friedliche Nutzung von Atomenergie)
EGKS, EWG und EAG gemeinsamen Gerichtshof und Parlament (Verknpfung)
-> 1968 Rat und Kommission auch verknpft, die Europische Gemeinschaft entstand in der Umgangssprache
Wegen dynamischen Charakter und weit gefassten Kompetenzen der Organe der EWG bald wichtigste
Organisation
1960 EFTA Grndung fr Lnder, die Rmischen Vertrgen nicht beitreten konnten / wollten
1973 Nord und Sd Erweiterungen der Europischen Organisationen
1970 Eurpische Politische Zusammenarbeit (EPZ) gegrndet, nachdem Zollunion 1968 Probleme bereitete
1979 Gemeinsame Verrechnungseinheit Vorlufer des Euro (European Currency Unit ECU)
1986 Nach lngerer Zeit des Stillstands Einheitliche Europische Akte erlassen -> EU wurde ausdrcklich in
Erwgung gezogen
Das neutrale sterreich
1955 UNO Beitritt
1956 Europarat Beitritt
1958 Beitritt Europische Menschenrechtskonvention (EMRK)
1960 EFTA Beitritt
1964 Menschenrechte in den Verfassungsrang erhoben StGG von 1867 weiterhin gltig
SP und VP hatten Verfassungsmehrheit fhrte oft zu Pattstellung in der Politik
1970/71 Wahlrechtsreformen die kleineren Parteien zu mehr Macht verhelfen sollten
1975 Verwaltungs- und Verfassungsgerichtsbarkeit reformiert nach teilweiser Lahmlegung des VfGH
1981 Volksanwaltschaft eingefhrt (nach Schwedischen Modell des Ombudsmanns)
Europa seit 1989
Zusammenbruch des Ostblocks
- Wettrsten mit USA finanzielle Belastung - Planwirtschaft zu ineffizient
- Einschrnkung der persnlichen Freiheiten von Bev. immer weniger hingenommen
- Nach Revolutionsausbruch der Mittelosteuropischen Lnder keine Untersttzung von UdSSR
-> Bildung weiterer Parteien zugelassen und demokratische Wahlen fhrten zum Zusammenbruch von
Jugoslawien, CSSR und UdSSR
Deutsche Wiedervereinigung
Von 1961 - 9.11.1989 Eiserner Vorhang
Demokratisierung der DDR fhrte zu Wiedervereinigung, wurde von allen alliierten anerkannt
Aug.1990 gemeinsame Whrung (D-Mark)
Juristisch: Beitritt der DDR zur BRD

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Europische Union
Vertrag von Maastricht 1992 - Grndung der EU
Drei Sulen:
1. Sule - Supranationale Gemeinschaften (EWG, EAG, EGKS)
2. Sule - Gemeinsame Auen- undSicherheitspolitik (GASP - Nachfolger von EPZ)
3. Sule - Zusammenarbeit Justiz und Inneres (fast nur neue Materie)
Zusammenarbeit zwischen EU und EFTA, jedoch Gewichtung bei EU -> Vielen EFTA Staaten wollen zur EU
1.1.1995 Beitritt Sterreichs zur EU (nach Vertrag von Korfu 1994)
Interessen der Einzelstaaten divergierte -> Stillstand
Vertrge v Amsterdam (1997) und Nizza (2001) brachten nur geringfgige Vernderungen (Kompetenzverteilung
v dritter in erste Sule)
EU Grundrechtscharta nicht gerichtlich durchsetzbar
Durch absehbare EU Osterweiterung auf 27 Mitglieder dringender Reformbedarf (Vertrge konnten mit dieser
Gre nicht mithalten)
Erste Reform fr EU Verfassung 2001 in Auftrag gegeben - 2004 in Rom unterzeichnet - F und NL dagegen
Deshalb wurden nur Novellierungen der bisherigen Verfassung erarbeitet, die circa gleiches Ergebnis lieferten
-> Vertrag v Lissabon 2007 unterzeichnet 2009 in Kraft getreten
nderungen: - Sulenarchitektur aufgehoben
- EU EG zu einer jur. P. verschmolzen, EAG eigene Institution geblieben
- Alle Materien der dritten Sule in supranationale Strukturen einbezogen
- Abstimmungsverfahren im Rat neu geregelt
- Grundrechte fr durchsetzbar erklrt

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sterreich als Teil der EU


Obsoleterklrung nach der Wende 1990 von an Alliierte einiger Regelungen des Staatsvertrags - wurden zur
Kenntnis genommen (Fraglich, da eigentlich eine 2/3 Mehrheit im Parlament notwendig gewesen wre)
Beitritt 1995 Problematisch, weil Grundprinzipien betroffen:
- Demokratische Grundprinzip (NR muss Kompetenzen an EU Organe abgeben)
- Gewaltentrennende Grundprinzip (Rat hat Legislativaufgaben, besteht aber aus Exekutivorganen)
- Rechtsstaatliche Grundprinzip (VfGH, VwGH nicht mehr letzte Instanz in manchen Angelegenheiten)
- Bundesstaatliche Grundprinzip (Lnder konnten nicht mitreden, daher Perchtoldsdorfer Abkommen Grndung einer "Integrationskonferenz der Lnder" - Beschlsse fr Vertreter im EU Rat bindend)
- Immerwhrende Neutralitt eingeschrnkt (GASP) -> Neuinterpretation der Neutralitt -> Kernelemente
mssen erhalten bleiben (Nichtteilnahme an Kriegen und Militrallianzen, Verbot Stationierung Truppen)

Von 1918 bis zur Gegenwart Privatrecht


ABGB blieb nach Zerfall der Monarchie erhalten und wurde 1922 auf Burgenland ausgedehnt
Zivilrecht der Zwischenkriegszeit v.a. gesttzt auf Interessenjurisprudenz (=jede gesetzliche Norm ist als
Entscheidung des Gesetzgebers im Hinblick auf bestimmte Interessenkonflikte zu verstehen. Der Richter muss also
ermitteln, welche Interessen sich in dem zu beurteilenden Fall gegenberstehen. Danach ist zu prfen, ob und
gegebenenfalls wie das Gesetz diesen Interessenkonflikt entschieden hat. Die Interessenjurisprudenz grenzt sich damit
gegenber der Begriffsjurisprudenz ab)

Nach NS bernahme neue Rechtswissenschaft der NS - Kieler Schule


Ablehnung des Rm.R. und somit des BGB - Aufbau eines "deutschen Gemeinrechts"
Nach Anschluss ABGB beibehalten, kein BGB eingefhrt.
Es sollte fr alle ein Volksgesetzbuch geschaffen werden (unfertig bis 1945)
Nach 1945
Kelsens Rechtspositivismus verurteilt, weil "jeder beliebige Inhalt Recht sein kann" (Kelsen hatte niemals
behauptet Gesetzestreue habe Vorrang vor ethnischen berzeugungen)
-> Radbruch'sche Formel - spter bei Mauerschtzenprozess
Wertungsjurisprudenz wichtigste Strmung (Dem Gesetz liegt eine Bewertung seitens des Gesetzgebers zugrunde.
Diese bewerteten Interessen werden Inhalt von [Link] Lcken im Gesetz, sollte der Richter so entscheiden, wie
er es in der Rolle des Gesetzgebers tun wrde)

Sozialistische Kodifikationen ersetzten im UdSSR Raum die ehemaligen Monarchischen Gesetzgebungen


Westliche Demokratien waren durch "Dekodifikation" und "soziales Privatrecht" gekennzeichnet.
ABGB enthielt im Laufe der Zeit nur noch Teile des Zivilrechts, ist daher eigentlich keine Kodifikation mehr.
Grundbuchumstellungsgesetz 1980 - Umstellung von Mappen auf elektronische Form (Fertigstellung 1990)
-> Vorreiterrolle in Europa
Rckstellungsrecht 1947 - Restitution von Entzogenem Vermgen whrend der NS Zeit
Erst 1991 Entschdigungsfonds des Staates fr NS Opfer

Zusammenfassung von Andreas Maierhofer, Jnner 2012

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Common questions

Auf Basis von KI

Sozialdarwinismus und ähnliche Ideologien legitimierten Herrschaftsstrukturen im 19. und 20. Jahrhundert, indem sie Machtentfaltung und staatliche Strukturen als natürliche Evolution des gesellschaftlichen Fortschritts über weniger entwickelte soziale Ordnungen darstellten, was die Rechtfertigung zur Einschränkung bürgerlicher Freiheiten in Österreich und Deutschland vor dem Hintergrund der Verdrängung liberaler und nationaler Bestrebungen unterstützte .

Das Corpus Iuris Canonici (CIC) prägte die Rechtsbildung der Kirche im Mittelalter maßgeblich. Es bestand primär aus Papstentscheidungen und Konzilsbeschlüssen, die in einem umfassenden Werk gesammelt wurden . Diese Sammlung fungierte monopolartig durch die systematische Zusammenstellung und Homogenisierung des Kirchenrechts und beeinflusste dessen Entwicklung entscheidend .

Die Rezeption des römischen Rechts verdrängte die heimischen Rechtsordnungen weitgehend, führte zu Rechtspluralismus und institutioneller Professionalisierung. Es entstand das Ius Romano-Germanicum, eine Mischform, während heimisches Recht nur subsidiär angewendet wurde .

Die Entwicklung der Weistümer beeinflusste die mittelalterliche Gesetzgebung dadurch, dass sie generell-abstrakt formulierte Tatbestände aufstellten, die für zukünftige Fälle bindend waren. Dies ermöglichte es, Rechte systematischer festzuhalten, und die Obrigkeit nutzte diese regulierenden Möglichkeiten, um in Neufassungen Änderungen zu ihren Gunsten durchzuführen .

Dekretisten beschäftigten sich ab dem 12. Jahrhundert mit dem Decretum Gratiani, während Dekretalisten vor Mitte des 13. Jahrhunderts die darauf folgenden päpstlichen Rechtssammlungen behandelten und Gutachten schrieben .

Der mos gallicus führte zu einem Wandel im Verständnis von Autorität innerhalb der juristischen Literatur, indem er die unantastbare Autorität bestehender legaler Texte hinterfragte und eine historische Rückbesinnung gegenüber deren dogmatischer Anwendung forderte, was die Betrachtung der rechtlichen Quellen als historische, nicht alleinige Authoritätsbasis etablierte .

Während der juristische Humanismus im Heiligen Römischen Reich wenig Einfluss auf die praktische Rechtsanwendung hatte, blieb der österreichische Humanismus praxisbezogen. In Österreich führten Praktiker wie Bernhard Walther einheimische Rechtskritik und deren Subsidiarität gegenüber geschriebenem Recht ein .

In Wien setzte sich die gesetzliche Regelung selten durch, weil die Gesetzgebung im Mittelalter generell ineffektiv war. Da weniger Vertragspraxis durch Gesetze berührt wurde, konnten solche Gesetze schwerlich langfristig durchgesetzt werden .

Nach dem Dreißigjährigen Krieg trugen die politischen Machtstrukturen, insbesondere die Veränderungen durch die Säkularisierung und Mediatisierung im Reichsdeputationshauptschluss 1803, zur Auflösung kirchlicher Territorien und zur Neuordnung der Souveränität deutscher Länder bei, was die rechtliche und territoriale Neuaufteilung und Entwicklung im Heiligen Römischen Reich entscheidend beeinflusste .

Der mos gallicus führte dazu, dass die unantastbare Autorität der römischen Rechtsquellen in Frage gestellt wurde, und es setzte sich eine rationale Ordnung des Rechtsstoffes durch, im Gegensatz zur Harmonisierung der scholastischen Methode. Doch praktisch blieb der mos italicus dominant .

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